jump to navigation

Nicht verdrängen…. 2. April, 2022

Posted by Rika in aktuell.
Tags: , , , , ,
trackback

Nicht verdrängen lässt sich und nicht verdrängen will ich, was mich – bei aller Freude des Vormittags – schnell wieder auf den rauen Boden der Tatsachen zurückholt.

Neben dem schrecklichen Krieg in der Ukraine, der völlig zu Recht die Schlagzeilen bestimmt und die Bemühungen um Frieden herausfordert, ist ein anderes Konfliktfeld beinahe ganz an den Rand gerückt, der nahezu immerwährende Terror, mit dem es die Bürger Israels zu tun haben.

In diesen Tagen mehren sich die Anschläge „palästinensischer Freiheitskämpfer“ gegen israelische Zivilisten, sowohl im jüdischen Kernland, das gemeinhin und dennoch fälschlicherweise als „von Israel besetzt“ bezeichnet wird, wie auch im – von den meisten Staaten der Welt anerkannten – „Staat Israel“.

Und die Sorge wächst, dass im bevorstehenden Ramadan die Frequenz der Attentate auf Israelis noch zunehmen könnte.

Palästinensische Angreifer haben bei Anschlägen zuletzt insgesamt elf Menschen in Israel getötet. Israel erhöhte die Sicherheitsvorkehrungen, aus Angst vor gewaltsamen Auseinandersetzungen zu Beginn des Fastenmonats Ramadan.“ meldet die Onlineausgabe der ARD und führt aus:

Schon vor einem Jahr war es an Ramadan verstärkt zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Während die Palästinenser Israel dafür verantwortlich machen, verweist Israel auf palästinensische Gewalt. Die Furcht vor einer weiteren Eskalation in der heiligen Zeit ist hoch. Auch, weil diesmal der Ramadan mit dem jüdischen Pessach und dem christlichen Osterfest zeitlich zusammenfällt. Religion hat vor allem in Jerusalem immer wieder auch Konfliktpotential.“

Das, so denke ich, ist etwas oberflächlich betrachtet beschrieben. Nicht „Religion hat Konfliktpotential“, sondern einige besonders fanatische Vertreter der besonders gewaltbereiten „Religion des Friedens“, die immer wieder unter der Anrufung „ihres“ Gottes den jüdischen und christlichen Anhänger des angeblich „gemeinsamen Gottes“ nach dem Leben trachten. Das aber auszusprechen, ist in einem öffentlich-rechtlichen Sender grundsätzlich nicht vorgesehen. Es erstaunt mich geradezu, dass die ARD zumindest in Ansätzen erkennen lässt, dass die Gewaltbereitschaft nicht in erster Linie bei (jüdischen) Israelis zu suchen ist, wie die ausdrückliche Nennung von Täter und Opfer im folgenden Absatz des Artikels deutlich macht:

Im Norden Israels wurde kürzlich Amir Khoury beerdigt. Er war Polizist und arabischer – manche sagen auch: palästinensischer – Israeli. Khoury stoppte den palästinensischen Attentäter von Bnei Brak, der insgesamt fünf Menschen tötete – darunter den arabisch-israelischen Polizisten. Khoury wird im Land nun als Held gefeiert – und als Symbol, dass Juden und Araber auch zusammenhalten.“

Dass es in Israel durchaus eine enge Zusammenarbeit zwischen arabisch-muslimischen, arabisch-christlichen und jüdischen Israelis gibt, wird gerne in der Berichterstattung unter den Tisch fallen gelassen. Dass es aber leider immer wieder Terroranschläge auch arabisch-palästinensischer Israelis gibt, muss dennoch klargestellt werden.

Mitten in Israel – erstmals seit Jahren – ereigneten sich mehrere schwere Terroranschläge in kurzer Zeit. Viele Menschen sind verunsichert. „Meine Kinder sind zu Hause geblieben“, sagte eine Mutter aus Netanya dem Portal „Ynet“. „Ich mache mir Sorgen. Bereits am Abend des Anschlags in Bnei Brak erhielten wir einen Brief unserer Bürgermeisterin, in dem Eltern mit Waffenschein aufgefordert wurden, in Bildungseinrichtungen anwesend zu sein.“

Das kommt dem „normalen Europäer“ vermutlich als ein Zeichen militanter Waffennarren vor, wird aber in Israel als größte Selbstverständlichkeit angesehen, zumal, wenn es um die Sicherheit von Kindern geht. Das schreckliche Massaker an Betern in einer Jerusalemer Synagoge vor einigen Jahren mag selbst vielen Leuten hierzulande noch in Erinnerung sein, wären damals die Beter bewaffnet gewesen, hätte es nicht so viele Opfer gegeben. Aber wer geht schon mit der Uzi zum Beten? Der Autor merkt darum sogar eher wohlwollend an:

Während eine hohe Waffendichte im Alltag in Europa wohl zur Beunruhigung beitragen würde, gilt sie in Israel als eine Art Lebensversicherung: Falls es erneut zu einem Anschlag kommt, bei dem der Attentäter gestoppt werden kann.“

Wer noch nie in Israel war, kann sich vermutlich gar nicht vorstellen, wie selbstverständlich und gleichzeitig überaus korrekt „diese Art Lebensversicherung“ von den Israelis gehandhabt wird. Ich war jedenfalls sehr beruhigt, dass mein Begleiter bei meinem Besuch während der ersten Intifada diese Lebensversicherung ganz unauffällig mit sich führte.

Weil die Erfahrung der vielen letzten Anschläge nicht nur tief verinnerlicht ist, sondern auch berechtigterweise Anlass zu größter Besorgnis und Vorsicht ist, muss es natürlich das Bestreben der Regierung sein, die Menschen zu beruhigen:

Verteidigungsminister Benny Gantz versuchte im Sender KAN zu beruhigen. „Wir müssen die letzten Vorfälle ordentlich aufarbeiten zusammen mit dem Geheimdienst“, sagte er. „Wir dürfen jetzt nicht in Hysterie verfallen.„“

Es ist ebenso erstaunlich wie erfreulich, dass der Autor dieses Berichts in neutralem Ton diese Feststellung trifft ….

Zwar rückte die israelische Armee nach dem Anschlag von Bnei Brak in die palästinensische Stadt Jenin ein, wo bei Zusammenstößen zwei Palästinenser getötet wurden, darunter ein 17-Jähriger. Bestimmte Erleichterungen Israels für die Palästinenser – etwa mehr Passierscheine für den abgeriegelten Gazastreifen – sollen aber vorerst erhalten bleiben.“

… und den verantwortlichen Minister zitiert:

„“Ramadan ist ein wichtiges Fest für arabische Israelis und Palästinenser“, so Gantz. „Und es ist die Politik der Regierung in Israel, die Religionsfreiheit zu garantieren.“

Der abschließenden Frage und der Betrachtung der bestimmenden Faktoren kann ich mich nur anschließen:

Wie es nun im Ramadan weitergeht? Zuletzt gab es verschiedene Signale. Das Freitagsgebet in Jerusalem ging friedlich zu Ende. In Hebron hingegen, im Westjordanland, kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Ein Palästinenser wurde getötet. Nach Angaben der Armee warf der Mann einen Brandsatz.

Ob sich die Lage während des Ramadan wieder beruhigt, hängt von mehreren Faktoren ab. Von individuellen Entscheidungen möglicher Attentäter, die sich durch die bisherigen Anschläge inspiriert fühlen könnten. Und von der Lage in Jerusalem, wo sich diese auf der Straße schnell zuspitzt.

Und schließlich hängt es auch von palästinensischen Gruppen wie der Hamas und dem Islamischen Dschihad ab. Deren Rhetorik ist angesichts der angespannten Lage voller Drohungen. Bislang ist es aber bei Worten geblieben.“

Wann war die Rhetorik der Hamas und des islamischen Dschihad und der sie beeinflussenden und finanziell stützenden iranischen Regierung nicht voller Drohungen?

Und wer sollte sie nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht ernster nehmen als die Israelis?

Und so hoffe ich, dass es ruhig bleibt im Land und besonders in Jerusalem, dieser uralten jüdischen Stadt im Lande der Verheißung.

Der eindringlichen Bitte um Frieden in der Ukraine schließt sich die ebenso eindringende Bitte um den Frieden in Israel an.

HERR, ERBARME DICH !

Werbung

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: