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Vergangenheit – Gegenwart…. 31. Mai, 2022

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Heute, nur wenige Stunden nachdem ich den vorigen Beitrag geschrieben hatte, las ich eine erschütternde Betrachtung über den Krieg in der Ukraine – geschrieben von einer Person, deren Großeltern den Massenerschießung der Nationalsozialisten entkommen waren…

Angesichts dieses Berichts schäme ich mich meines vorherigen Beitrags – und weiß dennoch, dass dieser Krieg mehr als nur eine mögliche Betrachtung erzwingt. Meine Scham bezieht sich nicht auf den Inhalt dessen, was ich gesagt habe, aber auch für mich gilt, dass der Ton die Musik macht.

Von meinem Schreibtisch und Sessel aus lässt es sich leicht schreiben, was „man“ tun und sagen, lassen oder machen sollte….

Meine Wirklichkeit ist eine andere als die Wirklichkeit der Menschen in der umkämpften Zone, aber auch meine Wirklichkeit darf erzählt und mitgeteilt werden, meine Ängste, meine Sorgen, meine Wut, mein Unverständnis für die, denen ich Verständnislosigkeit vorwerfe.

Aber ich halte trotz allem fest an der Vorstellung, dass es einen anderen Weg geben muss, diesen Krieg zu beenden, als den, ihn mit Waffen bis zur völligen Zerstörung des Landes immer weiter auszufechten.

Hier nun der Bericht, der mich getroffen hat …. ins Mark meiner Selbstgerechtigkeit.

https://www.mena-watch.com/von-babyn-jar-nach-mariupol/

Den letzten Worten Yana Barinowas schließe ich mich an, nicht zögernd, hoffnungsvoll:

„Man kann apokalyptisch über das Ende der menschlichen Zivilisation auf der Erde spekulieren. Man kann aber auch mit dem Aufbau einer neuen Zivilisation voller Verantwortung beginnen, in der neue Beziehungen zwischen dem Menschen und der Natur, dem Planeten, der Welt vorherrschen. Und »Verantwortung« ist das Schlüsselwort dazu. Die Verantwortung eines Staates ist ungeheuerlich wichtig, denn es ist einzig und allein seine Aufgabe, einen neuen Rahmen für Wirtschaft, Recht und Lebensgefühl zu schaffen, in dem der Wert des Lebens zum Alpha und Omega jeder politischen Entscheidung wird.“

Der WERT des Lebens!

ES GIBT KEINEN HÖHEREN WERT !

Kein Ölhafen im Binnenland… 31. Mai, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Oder auch, wie kann man Öl in die Pampa bringen, wenn weit und breit kein Seehafen zur Verfügung steht, der Ölpipeline, die bisher zuverlässig russisches Öl lieferte, aber aus Gründen der Solidarität mit der Ukraine der alles verschließende Riegel vorgeschoben werden soll?

Aber wozu brauchen die Leute denn Öl? Kann man nicht total darauf verzichten? Ich meine, wir wollen / sollen / müssen doch ohnehin aus der Versorgung mit fossilen Brennstoffen aussteigen, da kommt es doch auf drei Monate früher oder später auch nicht mehr an und Putin würde man das schöne Kriegsgeschäft vermiesen.

Blöd ist nur, dass es ja noch gar keine Alternativen zu Erdöl gibt, jedenfalls nicht sofort und auch nicht für alle die Produkte, für die Erdöl unverzichtbar ist. Schließlich landen ja nicht alle Öllieferungen in den Tanks der Autos oder werden zum Beheizen von Wohnungen, Schulen, Kitas, Büros, Altersheimen oder Krankenhäusern genutzt.

Gut, im Sommer muss man alle diese Räumlichkeiten nicht heizen, Kinder, Alte und Kranke können ruhig ein bisschen frieren und in den Büros macht zu viel Wärme sowieso eher schläfrig und fördert nicht unbedingt den Arbeitseifer.

Was stellen sich diese Ungarn wieder an und quer. Haben nicht für fünf Pfennig Mitgefühl mit den Ukrainern, sonst würden sie doch mit Freuden auf die Druschba-Leitung und das russische Öl verzichten. Dieser Orban macht die ganze schöne Einheitsfront kaputt. Und weil der Orban nicht auf sein Öl aus der Leitung verzichten will, meutert der niederländische Ministerpräsident auch. Er will nicht auf die schönen Geschäfte verzichten, die der Ölhafen in Rotterdam mit dem Zeug macht, das von Schiffen aus Russland transportiert wird – und so schnell, das hat sich nun langsam als Erkenntnis durchgesetzt, ist das Öl aus anderen Quellen nicht zu haben, schon gar nicht zu einem günstigen Preis.

Aber Schuld an der bröckelnden Solidaritätsfront sind natürlich die Ungarn.

Welches Land ist eigentlich mit den armen Binnenländern solidarisch, die gar keinen Ölhafen haben, weil sie weit, weit weg von jeder Küste liegen, ob Mittelmeer, Schwarzes Meer, Ost- oder Nordsee?

Ist, was Solidarität angeht, nur die Ukraine das Maß aller Dinge?

Müssen die reichen Industrieländer im Westen der EU nicht auch so ein klitzekleines Bisschen an die „armen Schlucker“ denken, die weiter im Osten der EU ihr ohnehin dürftiges Dasein fristen?

Ich verstehe ja, dass man Putin nicht eine müde Mark, nicht einen einzigen Penny zukommen lassen will zur Finanzierung seines unverantwortlichen Krieges gegen die Ukraine. Aber wie will man denn die Einheit der EU bewahren, wenn man sehenden Auges die östlichen (ehedem zum Warschauer Pakt gehörenden) Ländern in noch größere wirtschaftliche Not treibt, indem man sie zwingt, auf russisches Öl zu verzichten, zu dem es gegenwärtig gar keine Alternative gibt?

WIR verzichten doch auch nicht auf das Gas aus den Weiten Russlands. Weil auch wir dazu noch gar keine Alternative haben.

Manchmal denke ich, die vielen klugen Leute, die alle so hervorragende Vorschläge für noch strengere Sanktionen machen, sitzen in warmen Häusern, gut versorgt mit allen Dingen, die das Leben angenehm machen und stellen Forderung um Forderung, WEIL SIE SELBER DAVON (dem Himmel sei Dank) NICHT BETROFFEN SIND!

Dazu fallen mir die uralten Ratschläge ein, die man als Kind oft zu hören kriegte: An die eigene Nase fassen …. Vor der eigenen Haustür kehren …. wie du mir, so ich dir = in diesem Fall andersherum: wie ich dir, so du mir… was ich mir nicht zumuten will, mute ich auch keinem anderen zu…

Und dann gibt es ja noch die vielen Menschen, die selbst beim besten Willen nicht noch weiter Verzicht üben können, ganz egal, was Putin mit der Ukraine anstellt, weil sie jetzt schon darben.

Vor Wochen, als der Krieg noch jung war, stellte ich schon einmal die Frage:

Was wollen wir uns denn die verbal so großzügig angebotene Solidarität kosten lassen? Entspricht unsere Leistung der kleinen Spende aus einem übervollen Geldbeutel, oder doch eher dem Scherflein der armen Witwe, wie es in einem Gleichnis Jesu so plastisch benannt wird.

Ich denke, solange wir aus vollem Säckel schöpfen und dabei nicht in der Grundversorgung unseres Landes zu kurz kommen, haben wir gar kein Recht, mit den Fingern auf die Länder zu zeigen, die bisher nicht auf der Sonnenseite standen und denen jede weitere Einschränkung empfindlich weh tun würde.

Eine Freundin machte neulich auf die Aber- und Abermilliarden Dollar oder Euro aufmerksam, die in Form von Waffen in die Welt geschleudert werden und weitere Milliarden an Werten zerstören. Niemand auf Gottes schöner Erde müsste mehr Hunger oder Not leiden, würde man das Geld zur Bekämpfung des Hungers einsetzen oder in Bildungsangebote für alle Kinder dieser Welt.

Recht hat sie.

Wie verhältnismäßig ist also die Forderung nach noch mehr Waffen und noch mehr Sanktionen, Putin hin oder her?

Und was ist mit den hungernden Kindern im Jemen?

Was mit den Frauen und Mädchen in Afghanistan, die wir so schmählich im Stich gelassen haben.

Denkt irgendein Mensch auch nur noch darüber nach? Reicht es mit dem guten Gefühl, gegen Putin und für die Ukraine zu sein?

Ich werde die Frage von Zeit zu Zeit immer wieder stellen.

UAwg.

Kein oder mein „Sonntagsthema“… 29. Mai, 2022

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Nein, es ist nicht das schönste Thema für einen Sonntag, der meinem Verständnis nach in erster Linie ein Ruhetag, „der von Gott eingesetzte Ruhetag“ ist oder doch zumindest sein sollte.

Zu dem sonntäglichen Ruhetag meiner ganz persönlichen Art gehört es auch, zu lesen, analog, mit dem Buch vor der Nase oder digital am PC. Wer mich kennt, weiß ja inzwischen, dass zu meinen wichtigen und bevorzugten Themen „Israel“ gehört und alles, was irgendwie damit zu tun hat. So stöberte ich heute also bei „Audiator“ und anderen Bloggern, die sich mit Israel und Judentum beschäftigen.

Aber auch über das aktuelle Geschehen in der Welt informiere ich mich häufig via Smartphone oder PC. So auch heute. Dabei stolperte ich über einen Beitrag der ARD:

Auf dem Tempelberg in Jerusalem sind Palästinenser und jüdische Besucher aneinandergeraten. Angesichts des umstrittenen Flaggenmarsches ultranationalistischer Israelis wird eine weitere Eskalation befürchtet.

Den ganzen Beitrag, der natürlich nur ganz, ganz objektiv berichtet und keinerlei antiisraelische Propaganda betreibt (Achtung, Ironie), kann man hier lesen: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-jerusalem-101.html

Die ARD kann es einfach nicht lassen. Sie muss mit Schlagworten ein ganz wunderbares Ereignis in ein hässliches Licht rücken. Der Flaggenmarsch sei umstritten, behauptet der Reporter, und natürlich sind es „ultranationalistische Israelis“, die an dem Marsch teilnehmen.

Ich muss allerdings berichten, dass ich kaum einen fröhlicheren und ausgelasseneren „Marsch“ mitgemacht habe, als den Flaggenmarsch am Yom Yerushalayim 2018. Singende, tanzende, feiernde Menschen, und unsere Reisegruppe mittendrin. Ein Tag der Freude.

Und wer könnte es den Israelis verdenken, diesen Tag ausgelassen zu feiern?

Seit dem Unabhängigkeitskrieg, der dem jungen jüdischen Staat unmittelbar noch am Tag der Staatsgründung durch die umgebenden arabischen Staaten aufgezwungen wurde und in dessen Verlauf Jordanien große Teile Jerusalems unter seine Kontrolle gebracht, das jüdische Viertel der Altstadt zerstört und total okkupiert hatte, konnten Juden nicht mehr in der Altstadt Jerusalems wohnen, ja, sie durften sie nicht einmal mehr betreten. Die große Synagoge war zerstört, der Zugang zur Westmauer des Tempels versperrt, Jerusalem für Juden unüberwindbar geteilt.

Erst der Sechs-Tage-Krieg beendete diesen erbärmlichen Zustand. Jüdische Soldaten erkämpften den Weg zur Kottel / Westmauer/ Klagemauer, zum Tempelberg selbst.

Welch ein großer Tag der Befreiung für das gesamte jüdische Volk weltweit.

Damals – das erzählt die ARD nicht so gerne – verzichtet der Staat Israel darauf, das Hoheitsrecht auch über den Tempelberg zu behalten, das ja mit der Befreiung der Stadt von der jordanischen Okkupation in die Hände des Staates Israel übergegangen war. Sie traten dieses Recht an die „Warqf„genannte islamische Behörde ab, die seither eifersüchtig über die Anlagen auf dem Tempelberg wacht – nicht immer im Einklang mit den jüdischen Wünschen, das einstige und einzige Heiligtum des Judentums betreten zu dürfen. Der Koran erwähnt an keiner einzigen Stelle Jerusalem als heilige Stätte des Islam, dennoch wird der Tempelberg mit der Moschee und dem Felsendom als „dritt-heiligste“ Stätte der Muslime geführt. (Es ist an dieser Stelle vielleicht angebracht, darauf hinzuweisen, dass bis heute arabisch-muslimische Kräfte dem Staat Israel feindlich begegnen, und Muslime nach der Charta der Hamas aufgerufen werden, nicht eher den Kampf gegen Israel einzustellen, bis dieser „besiegt“ ist.)

Kann man es also den Israelis verdenken, diesen Tag der Befreiung als Feiertag zu begehen?

Aus dem ganzen Land kommen Familien, Gruppen, Vereine, um singend und tanzend „hinauf zu ziehen nach Jerusalem“, wie es schon in der Bibel heißt. Diese Feier ist weder nationalistisch noch ultranationalistisch, sie ist einfach ein wunderbarer Ausdruck der Freude und ein Zeichen der Zugehörigkeit eines ganzen Volkes zu dieser seit biblischen Zeiten jüdischen Stadt.

Ich bin damals mitgelaufen in diesem Strom der Menschen, nirgends war auch nur der Hauch von Aggression oder Gewaltbereitschaft der Feiernden und der Pilger auch nur zu erahnen oder gar zu erkennen. Und auch ich hatte meine kleine Israel-Flagge an meinem Rucksack befestigt – als Zeichen meiner Solidarität mit diesem Land und seinen Bewohnern.

Allerdings waren auch 2018 die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft, selbst für mich als ungeübte Touristin unübersehbar. Aber ich fühlte mich davon NICHT bedroht, im Gegenteil, ich fühlte mich sicher wie „in Avrahams Schoss“. Mir war durchaus bewusst, dass bei diesem fröhlichen Gemenge ein einzelner Terrorist schreckliches Unheil anrichten könnte, aber ich vertraute vollkommen auf die Professionalität der Polizei und der Armee – und auf den Wächter Israels, der auch nach meiner festen Überzeugung bis heute „nicht schläft noch schlummert“, wie die Bibel sagt.

Der „Jerusalem-Tag“ ist ein Freudentag, der Tag der Befreiung einer ganzen Stadt. Denn auch das ist heute selbstverständlich: Die nicht-jüdischen Bewohner Jerusalems sind nicht ausgesperrt aus der befreiten Altstadt und nicht eingesperrt in ein muslimisches Ghetto.

Ich denke an den Jubel der Berliner, die einander in den Armen lagen, als die Mauer fiel zwischen West- und Ostberlin. Ich denke an die Freude, die in ganz Deutschland zu spüren war, als die Teilung unseres Landes endlich vorüber war.

Vielleicht sollten wir einen „Berlin-Tag“ feiern, mit Musik und Tanz und den Fahnen aus allen Bundesländern durch Berlin marschieren, als Ausdruck der Dankbarkeit und Freude über die neu gewonnene Freiheit und Einheit.

Und vielleicht ist es das, was den Reporter so griesgrämig auf den Flaggenmarsch in Jerusalem blicken lässt, das Unvermögen, sich einfach nur zu freuen und die Angst, als „nationalistisch“ abgestempelt zu werden.

Es ist meine feste Überzeugung, dass Menschen Rituale und Symbole brauchen, die ihre Gemeinschaft stärken – ohne andere auszuschließen oder sich über andere zu erheben.

Jerusalem, der Jerusalem-Tag könnte ein Vorbild sein für die Überwindung von Unfreiheit und Hader. Menschen aus vielen Ländern der Welt nehmen jedes Jahr am Flaggenmarsch teil, nicht weil sie „ultranationalistisch“ sind, sondern weil sie die Freiheit feiern, die über Teilung und Knechtschaft siegt.

Und so muss ich meinen Anfangssatz ein bisschen revidieren, der Jerusalem Tag ist ein wunderbares Thema für einen Sonntag…. lediglich die Berichterstattung der ARD ist kein schönes Thema…. aber was ist schon die ARD im Verhältnis zu einer 3000 Jahre alten jüdischen Stadt.

Hartnäckig…. 28. Mai, 2022

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Über schwache Seiten redet man ja nicht so gerne.

Aber es ist auch nicht sehr fein, seine guten Seiten in den Vordergrund zu schieben, um damit zu glänzen. Manchmal aber zahlt sich eine Stärke aus, die ganz unzweifelhaft zu mir gehört. Ich kann nämlich unglaublich hartnäckig sein, wenn es ein Problem zu lösen gilt.

Dass damit aber nicht die große Problemlösung für die Fragen der Welt gemeint ist, ist hoffentlich jedem klar, der hier meine kleine Glosse liest.

Neulich berichtete ich ja über Emma, genauer gesagt über den neuen Film „Emma“, der das gleichnamige Buch Jane Austen’s als Grundlage hat.

In diesem Film gibt es – anders als das Buch es beschreibt – eine Szene, in der der männliche Held, Mr. Knightley, im Duett mit Jane Fairfax ein Lied zum Besten gibt. Es trifft sich dabei gut, dass beide Schauspieler, die die besagten Personen verkörpern, auch eine gründliche Ausbildung als Musiker absolviert haben. Amber Anderson (Miss Fairfax) spielt wunderbar Klavier, Johnny Flynn (Mr. Knightley) ebenso gut Geige. Es muss sicher nicht ausdrücklich erwähnt werden, wie gut beide auch singen können.

Ich hörte also dieses Duett… und sofort sprang in mir die Erinnerung an: „Ich kenne doch die Melodie!“ Und ebenso schnell war mir klar, dass ich sie aus einem ganz anderen Bezug kannte. Ich musste früher immer wieder mal im Gottesdienst der Gemeinde ein Lied mit dieser Melodie gesungen haben.

Aber welches?

Mir fiel beim besten Willen keine einzige passende Textzeile ein. Also machte ich mich auf die Suche. Dabei kam mir zur Hilfe, dass der Beginn des Liedes eine sehr klare und gut erkennbare Struktur hat, die ich in der Notenschrift wiederzufinden hoffte. In den neueren Gesangbüchern wurde ich nicht fündig… hatte es aber auch nicht unbedingt erwartet, geben sie doch neben dem modernen Liedgut nur einige wenige und darüber hinaus klassische Lieder an, wie „Großer Gott, wir loben dich“ oder eines meiner erklärten Lieblingslieder „Auf Seele, Gott zu loben“, das in unserem Freundeskreis bei keiner Feier fehlen darf und dessen Altstimme ich jederzeit auf Abruf fehlerfrei singen kann, selbst wenn man mich aus tiefstem Schlaf holte und „122“ riefe. Unter der Nummer 122 war das Lied nämlich im Ssw (So singen wir) zu finden, DEM Liederbuch meiner Jugend und Jugendchorzeit.

Ich musste also das älteste Liederbuch der Baptistengemeinden, das in meinem Bücherregal zu finden ist, zurate ziehen. Die alte „Glaubensstimme“, 1950 herausgegeben vom Oncken-Verlag, den es so heute leider nicht mehr gibt.

Ich begann zu blättern…. immer schön auf die Notenschrift achtend… da da da daaa oder auch G G G As … Blätterte und blätterte, Seite um Seite …

Bei Lied 430 fand ich endlich die gesuchte Melodie, zu der der schöne Text gehört:

„Dort über jenem Sternenmeer, dort ist ein schönes Land, mit seinen Bergen hoch und hehr, dem Glauben wohlbekannt; da glänzet schöner Blüten Pracht in ewger Herrlichkeit, da winkt dem Müden in der Nacht die Ruhe nach dem Streit.“

Unter der folgenden Nummer 431 bei gleicher Melodie ein nicht weniger gefühlvoller Text:

„O welche große Friedensschar wird einst am Throne stehn…“

Vielleicht, so denke ich gerade, ist es verständlich, dass man diese beiden Lieder nicht mehr in die neueren Gesangbücher „Gemeindelieder“ und „Feiern und Loben“ aufgenommen hat. Bilder und Sprache stammen aus einer anderen Zeit. Die Melodie übrigens auch. Sie gehört – mit dem Entstehungsdatum 1800 – tatsächlich in die Zeit Jane Austens und gehörte wohl zu einem beliebten Volkslied.

Das, Melodien beliebter Volkslieder für „Geistliche Lieder“ zu wählen, war eine sehr oft genutzte Möglichkeit, den „neuen“ Baptisten neues ‚eigenes‘ Liedgut christlichen Inhalts schmackhaft zu machen.

Ich jedenfalls habe mich gefreut, dass meine erste Einschätzung, die Melodie des Liedes aus dem „Emma-Film“ zu kennen, bestätigt wurde. Auch wenn ich trotz der nun bekannten Texte beim Erklingen der Melodie eher mitsumme oder im „da da daaa – Modus“ mitsinge, da ich den Text „Drink To Me Only With Thine Eyes…“ noch immer nicht auswendig kann, obwohl ich den Film geschätzte „Elfundneunzig mal“ – wie eine Freundin es sagen würde – gesehen habe… 😉

Sooo hartnäckig bin ich dann doch nicht.

PS: Es ist mir gerade, als habe ich vor einigen Wochen beim nochmaligen Nachschauen die Melodie weit früher in der Glaubensstimme gefunden… aber ich habe jetzt keine Lust, das zu überprüfen… wie gesagt, so hartnäckig bin ich dann doch nicht immer…

PPS

Über die Hartnäckigkeit vorgefasste Meinungen selbst dann nicht (oder nur murrend und mit größtem Widerstand) revidieren zu wollen, wenn klare und unwiderlegbare Fakten auf dem Tisch liegen und unmissverständlich und gerade zu zwingend zu einer neuen Beurteilung herausfordern, schweigt an dieser Stelle des Sängers Höflichkeit….

Himmel über der Erde… 26. Mai, 2022

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Heute ist Christi Himmelfahrt, ein Feiertag, der in der öffentlichen Wahrnehmung meistens umgewidmet wird zum Tag der Väter.

Ich muss gestehen, dass „Himmelfahrt“ der am meisten von mir vernachlässigte christliche Feiertag ist und ich ihn meistens privat ebenfalls umwidme zum „es-geht-mir-gut-Tag“, an dem ich Beine und Seele baumeln lasse, dabei durchaus immer wieder mal zum Himmel aufschaue, analog wie im übertragenen Sinn.

Dass Jesus „zum Himmel auffuhr“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt, muss doch als Rückkehr „zum Vater“ verstanden werden, beten wir doch auf sein Geheiß hin: „Unser Vater im Himmel“… Christi Himmelfahrt, ein Vatertag der sehr besonderen Art, wie er in der gesamten Geschichte nur einmal berichtet wird.

Nach diesem langen Vorspann will ich aber zu meinem eigentlichen Vorhaben kommen und Bilder zeigen, die ich auf der Wiese gemacht habe… Himmelsbilder. Die passen heute doch besonders gut.

Jesaja 55:9

„Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / so weit reichen meine Gedanken über alles hinaus, was ihr euch denkt, / und meine Möglichkeiten über alles, was für euch machbar ist.

NBH: NeÜ bibel.heute

GOTT braucht keine Machbarkeitsstudie.

Und noch etwas gilt heute wie gestern und morgen auch noch:

Gottes Gnade reicht so weit der Himmel ist

„Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten. 4Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. 5Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande.…“ Psalm 108,4

Das – GOTTES GNADE – gilt uns, der Ukraine, Russland und sogar Putin.

Des Kanzlers bemerkenswerte Rede… 9. Mai, 2022

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Ich hätte es mir eigentlich denken können, dass die sehr klare und bemerkenswerte Rede des Bundeskanzlers nicht auf Gegenliebe der Journalisten stößt. Erst recht nicht stößt sie auf Verständnis  –   von Wohlwollen oder Zustimmung gar nicht erst zu reden  –   der vielen Kommentatoren unter den kritischen Beiträgen der regierungskritischen Journalisten. Immerhin lassen sich einige der Kritiker dazu herab, dem Kanzler nicht mehr „Schwurbelei“ anzudichten, meinen aber doch, seine Rede entspräche immer noch nicht den Forderungen, die an den Regierungschef gestellt würden.

Sie, die Journalisten, sind sich dabei ganz sicher, dass die Mehrheit der Bevölkerung das ebenso sieht wie sie, die Journalisten, die seit Beginn der neuen Legislatur kein gutes Haar am Kanzler zu lassen bereit sind. Sie haben Scholz in Ermangelung eines Trump zu ihrem neuen Buhmann gemacht, an dem sie sich Tag für Tag und Woche für Woche Mütchen kühlend prima abarbeiten!

Aber, meine Damen und Herren von der kritisierenden Zunft: Wie hätten’s denn gerne?

Soll der Kanzler  – wie der heilige Georg als Drachentöter   – den Truppen voran in die Ukraine einmarschieren und Putin den Kampf ansagen?

Klarer, als die  Grundsätze zu benennen, nach denen die Regierung ihre Entscheidungen trifft und meines Erachtens auch treffen MUSS, kann man doch den Standpunkt nicht darlegen, der das Handeln in Bezug auf die Ukraine und Russland bestimmt.

Es darf  KEINE  BETEILIGUNG  DEUTSCHLANDS  ODER  DER  NATO  an diesem Krieg geben.   P U N K T

Wer andere Zusagen erwartet oder gar fordert, spielt mit dem Feuer.

DAS muss langsam auch Herrn Melnyk und Herrn Selenskyj klar sein.

Schon gar nicht kann und darf sich der Kanzler zum Führer im Krieg gegen Russland aufschwingen, wie man es auch immer wieder zu lesen und auch zu hören bekommt. Das gilt sowohl für die Sanktionen, die gegen Russland verhängt werden, wie auch für die militärischen Strategien in Form von Waffenlieferungen.  Es kann nur ein gemeinsames Handeln der westlichen Welt in den Sanktionen und eine gemeinsame Strategie der Nato in Bezug auf die Lieferung von Waffen und die Ausbildung ukrainischer Truppen geben.

Wer anderes von der deutschen Regierung verlangt, schreit förmlich nach einer aktiven Beteiligung im Ukrainekrieg und an der Ausweitung des Krieges auf Europa und darüber hinaus.

Ich habe die Frage schon zu Beginn der Krise gestellt und wiederhole sie gerne noch einmal für alle, die schwer von Begriff sind und deren Verstand und logisches Denken nicht ausreicht, um das Problem zu erfassen, von dem sie in immer neuen „Schwurbeleien“ faseln:

Wer von Ihnen, die Sie so vollmundig den Kanzler auffordern, noch mehr zu tun, ist denn tatsächlich auch bereit, das eigene Leben im Kampf für oder um die Ukraine zu opfern?

Wer nicht dazu bereit ist, sollte auch nicht so schreiben oder reden, als sei das die leichteste und selbstverständlichste Übung, die wir jetzt in Angriff nehmen müssten.

Ich bin – ich sagte es schon – zwar bereit, für die Ukraine zu frieren und mich in meinem Konsumverhalten und in meiner Wohlfühloase einzuschränken. Aber ich bin nicht bereit, für die Ukraine zu sterben.

Denn das, liebe Ignoranten von Presse und Hobbypolitikern, ist doch die Frage, die zu beantworten ist, wenn man vom Kanzler verlangt, seinem Amtseid untreu zu werden und uns Schaden zuzufügen:

Wollt Ihr wirklich selber aktiv als Soldatinnen und Soldaten in den Krieg ziehen?

Treiben Sie es in ihren Unverstand nicht auf die Spitze!

Fremde Feder: Stolz Zionist zu sein 9. Mai, 2022

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Nein, ich bin keine Zionistin im klassischen Sinn und kann demzufolge auch nicht stolz sein.

Aber ich bin aus Überzeugung eine bekennende Freundin Israels und in diesem Sinn bin ich stolz auf die tolle Entwicklung, die das Land aufzuweisen hat und die ich sowohl vor Ort mit eigenen Augen, als auch immer wieder in vielen Berichten bestätigt finde.

abseits vom mainstream - heplev

Elder of Ziyon, 5. Mai 2022

Ich [Elder of Ziyon] habe den Originalaufsatz etwa 2002 geschrieben und ihn seitdem jedes Jahr abgeändert. Die Version dieses Jahres ist weitgehend überarbeitet worden.

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Für Antisemiten kann Israel nichts richtig machen.

Es kann liberaler sein als die USA. Es kann Muslimen gegenüber toleranter sein als Westeuropa. Es kann Schwulen gegenüber freundlicher sein als New York City. Es kann mehr medizinische Hilfe in Katastrophengebiete liefern als Staaten, die 50-mal größer sind. Es kann in aller Stille unsagbare Geldsummen ausgeben, die sicherstellen, dass seine Verteidigung keine Unschuldigen schädigt.

Es spielt keine Rolle – es bekommt nicht nur keine Anerkennung dafür, die Hasser behaupten auch, Israel mache das nur, um seine Verbrechen reinzuwaschen. Was heißt, dass selbst seine Selbstlosigkeit gegen es verdreht wird.

Eine normale Reaktion darauf bestünde drin zu sagen: „Bruder, warum?“ Warum das Richtige tun, wenn die Welt dich trotzdem wie einen Kriminellen behandelt?

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77 7. Mai, 2022

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Im Mai vor 77 – siebenundsiebzig – Jahren endete der Zweite Weltkrieg.

Das „Dritte Reich“, das von seinen politisch Verantwortlichen großsprecherisch „Tausendjähriges Reich“ genannt wurde, war gerade 12 Jahre alt geworden und hatte in diesen 12 Jahren mehr unvorstellbare Verbrechen begangen, mehr Unheil und Schrecken angerichtet, als alle Vorgängerreiche, die es auf deutschem Boden je gegeben hatte. Millionen Tote sind zu beklagen im Mai des Jahres 1945, zerstörte Städte, Dörfer, Brücken, Infrastruktur, Industrieanlagen im „Reich“ wie in allen europäischen Staaten, die von Deutschland in den Krieg hineingezogen und von ihm überzogen wurden.

Millionen verloren ihr Leben aus antisemitischem Rassenwahn, Hass und purer Willkür in den Vernichtungslagern, wurden gedemütigt, gequält, erschossen, vergast, starben durch Hunger und furchtbare Zwangsarbeit. Die Überlebenden der Lager wurden von den Siegern befreit, endlich befreit.

Deutschland selbst wurde in den von den Deutschen viel zu lange geführten und mörderischen Schlachten durch die militärischen Kräfte alliierter Staaten endlich besiegt. Ein „Endsieg“, wie ihn sich der Diktator und seine Zuarbeiter auf allen Ebenen ganz sicher nicht vorgestellt hatten. Das „Dritte Reich“ wurde zerschlagen, das Land geteilt.

In der Folge wurde auch Europa geteilt.

Geteilt durch den „Eisernen Vorhang“ in Ost und West.

Ost und West  – das war mehr als eine geografische Bestimmung. Es war vor allen Dingen die Bezeichnung zweier politischer Blöcke, die lange Jahre nahezu unversöhnlich gegenüberstanden. Mit dem Fall der Berliner Mauer fiel auch der „Eiserne Vorhang“, der sogenannte Ostblock löste sich auf, die Sowjetunion zerbrach, die ihr bisher zugehörigen Länder sortierten sich neu, der „Osten“ verschob sich erkennbar nach Osten, die Macht Moskaus über etliche ehemalige „Ostblockländer“ war – schien, müsste ich besser sagen – vorbei.

Dem seit Jahren regierenden Machthaber in Moskau, der heute nicht mehr der Sowjetunion vorsteht, sondern einem zwar immer noch riesigen, aber deutlich verkleinerten Russland, scheint der Verlust an Einfluss auf die nun selbstständigen Staaten nicht hinnehmbar zu sein und Russland zu alter Größe und Stärke zurückführen zu wollen, das größte Ziel. Den Systemwechsel, den die baltischen Staaten und die Ukraine vollzogen haben, weg von einer autokratischen hin zu einer demokratischen Regierungsform, kann und will Putin nicht akzeptieren. Die mit dem Wechsel einhergehende stärkere Anbindung an „den Westen“, die die baltischen Staaten mit ihrem Beitritt zu EU und zur NATO bereits vollständig durchgeführt haben, ist für Putin nicht nur ein Verrat an der gemeinsamen großen Vergangenheit, sondern „der“ Affront, schlechthin, weitet die Anbindung doch den Einflussbereich der USA als führende Macht des Westens unübersehbar aus. Die Ukraine, die bisher noch nicht Mitglied der EU oder der NATO war und ist, musste mit allen Mitteln von ihrem Vorhaben abgehalten werden, den westlichen Bündnissen beizutreten. Putin machte sich in einer spitzfindigen Begründung für den „Spezialaktion“ genannten Krieg gegen die Ukraine den Umstand zunutze, dass viele Bürger der Ukraine „russischer Herkunft“  und laut Putin vor der „ukrainischen Bevormundung“ zu schützen seien. Er hat vermutlich nicht damit gerechnet, dass die „russischen“ Ukrainer ihr Land gegen den russischen „Befreier“ gemeinsam mit den „ukrainischen“ Ukrainern verteidigen würden.

77 Jahre nach dem Ende des großen „Vaterländischen Krieges“ und dem Sieg der Völker der Sowjetunion im Krieg gegen Deutschland, kämpfen heute die Sieger von damals verbissen gegeneinander.

In Berlin, das von den Truppen der Sowjetunion in einem fürchterlichen Häuserkampf erobert wurde, sollen morgen die Gedenkfeiern stattfinden, die alljährlich an Kampf und Sieg erinnern.

Damals haben die sowjetischen Soldaten  –   von Deutschen zumeist alle vereinnahmend als „Russen“ bezeichnet  –   Seite an Seite gekämpft, sind Seite an Seite gestorben.

Wie soll man jetzt des gemeinsamen Kämpfens und Sterbens gedenken?

Wie den aktuellen Kampf gegeneinander einfach ausblenden?

Welcher Seite das Recht zugestehen, „besonders“ beklagt zu werden und klagen zu dürfen?

Haben nicht alle sozialistischen Teilrepubliken einen furchtbaren Blutzoll entrichtet, auch wenn die Verteidigungskämpfe nicht in allen Republiken so verheerend tobten wie in der Ukraine oder rings um Leningrad, Moskau oder Stalingrad?

Wenn nun, wie der Berliner Senat beschlossen hat, auf alle Symbole der staatlichen Zugehörigkeit an den verschiedenen Gedenkorten verzichtet werden muss, trägt es zur Befriedung bei oder ist es nicht, wie Herr Melnyk behauptet, eine Ungeheuerlichkeit der von Russland bedrohten Ukraine gegenüber?

Ich habe gar kein Recht, darüber zu befinden.

Aber sollte man angesichts der vielen, vielen Toten nicht auf sein „Sonderrecht“ verzichten und sich daran erinnern, was die Völker miteinander verbunden hat und auch in Zukunft verbinden kann?

Putin – so viel ist klar – wird ja nicht ewig leben.

Was mein Herz höher schlagen lässt… 6. Mai, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Eine kleine Einschränkung ist bei dieser Überschrift angebracht: Ich will nicht über all die vielen Dinge reden, die mein Herz berühren und höher schlagen lassen, nein, es geht um mein „Käufer-Herz“.

Habe ich schon mal erzählt, dass ich von Baumärkten und den Abteilungen der Kaufhäuser für Küchenutensilien aller Art magisch angezogen werde?

Ich kann vollkommen ungerührt an jedem noch so tollen Schaufenster mit Bekleidung vorbeigehen – die ausgestellten Schönheiten würden mich nicht sonderlich beeindrucken und schon gar nicht dazu bewegen, den zum Schaufenster gehörenden Verkaufsraum zu betreten. Beinahe ebenso ergeht es mir mit Schuhen, die ausgestellt sind, um den Käufer in den Laden zu locken. Auf die werfe ich zwar einen interessierten Blick, aber die Qualen, die mir neue Schuhe wochenlang bereiten, verhindern, dass ich mir Schuhe nur aus purer Lust kaufe oder weil sie gerade so modern und angesagt sind. Schuhe sind ein notwendiges  (nun ja, Übel würde ich nicht gerade sagen) Muss-Sein, ohne Schuhe läuft es sich noch schlechter als mit neuen, jedenfalls geht es mir so. Es soll ja Menschen geben, die liebend gern nur mit bloßen Füßen durch die Welt laufen würden, aber wegen unserer zivilisatorischen Errungenschaften zumindest sogenannte „Barfußsocken“ anziehen, damit man auf schmutzigem Pflaster oder heißem Asphalt nicht allzu sehr mit der nicht mehr unberührten Natur in unmittelbaren Fußsohlenkontakt kommt.

Also Klamotten- und Schuhläden führen mich nicht in Versuchung.

Aber wie gesagt, die Abteilungen für Küchenutensilien und / oder Baumärkte wirken auf mich dermaßen inspirierend, dass ich ihnen unmöglich widerstehen kann.

Zu diesen „Paradiesen“ gesellt sich noch ein weiteres, das jedoch Küchenabteilung, Baumarkt und sogar die geschmähten Klamottenläden zumindest teilweise in sich vereint.

Der Liebste brauchte dringend eine neue Multifunktionsjacke, so ein Ding, mit dem man im schärfsten Nordost auf dem Deich genauso sicher ist wie im strömenden Regen am Hirzelsteig…. nicht, dass der Liebste in strömendem Regen zu einer Wanderung am  Hirzelsteig aufbrechen würde, aber er könnte ja bei der im schönsten Sonnenschein angetretenen Wanderung von einem, in den Alpen so häufig vorkommenden, Gewittern überrascht werden, das nicht nur mit Blitz und Donner die Wanderer einschüchtert, sondern sie auch noch unter die Naturdusche stellt, die der Schwallbrause im Bad neben unserer Sauna nicht unähnlich ist.

Wir machten uns also auf zu einem dieser wunderbaren Läden, die das Herz eines jeden erfreuen, der naturverbunden draußen bei Wind und Wetter unterwegs und dafür gut ausgerüstet sein möchte. Nicht nur halten diese Läden alle nur möglichen Bekleidungsstücke für alle Situationen bereit – je nach Jahreszeit und Saison, versteht sich – sie sind überdies in der Lage, den Naturliebhaber mit allem zu versorgen, was die Verlagerung des Wohnens in die freie Natur ermöglicht.

Früher lächelte ich oftmals über einen Freund, der bei jeder passenden Wandergelegenheit kleine tragbare Utensilien mit sich führte, um „abkochen“ zu können. Die dafür notwendigen Geräte sind auch heute natürlich noch erhältlich. Hatte der Freund früher lediglich ein Sturmfeuerzeug, so gibt es heute  sturmfeste mobile Kochgeräte, auf denen man in jeder Lage ein Fünf-Gänge-Menü zubereiten könnte. Verlockend sind auch die schweren gusseisernen Großraumtöpfe, die man mit dem entsprechenden Gestell zum Garen über dem Holzfeuer nutzen kann…. Ich sehe mich schon am Feuer sitzen – wie früher der Mann im Wilden Westen in der Zigarettenwerbung – und ganz stilecht Erbsensuppe kochen. Natürlich muss es in unseren Breiten Erbsensuppe oder wahlweise Kartoffel- oder Linsensuppe sein. Chili con Carne kommt mir draußen nicht in den Pott (wegen zu vermeidender kulturellen Aneignung und so…).

Bestecke, Löffel, Kellen und natürlich Messer, die auch als Säge dienen könnten, so wie alle möglichen klapp- und stapelbaren Teller, Tassen, Schüsseln sind ebenso im Angebot, wie das zum 5-Gänge-Menü passende Campingweinglas aus Hartplastik mit abschraubbaren Stil.

Also mein Herz – es konnte sich gar nicht mehr beruhigen angesichts der unendlich erscheinenden Möglichkeiten des Lebens unter freien Himmel, bzw. unter einer schützenden Plane oder in einem dieser nur 500 g (oder so) schweren Multifunktionszelte, die man sowohl im Urwald, wie in der Antarktis bewohnen könnte.

Dank meines Beinbruchs vor 3 Jahren einerseits und meines fortgeschrittenen Alters andererseits, werde ich wohl weder in die Antarktis noch in den Urwald kommen, ja, ich befürchte, dass selbst ein sauerländischer Berg von mir nicht mehr bezwungen werden kann.

Aber ‚ich schwör‘, wenn draußen mal wieder so ein richtig fieses Wetter ist, bei dem niemand den sprichwörtlichen Hund vor die Tür schicken würde, werde ich mit dem allergrößten Vergnügen das Paradies aufsuchen, durch seine unendlichen Weiten schlendernd auf Entdeckungsreise gehen und mit seligen Gefühlen in den Möglichkeiten schwelgen, die sich mir böten, wenn….

Ach übrigens, der Liebste hat eine wunderbare neue Multifunktionsjacke erstanden….

74 Jahre Israel… 5. Mai, 2022

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Allen Bestrebungen der unfreundlichen Nachbarn zum Trotz, die immer schon die Juden wahlweise ins Meer treiben oder Israel von der Landkarte ausradieren und aus den Geschichtsbüchern tilgen wollten und wollen:

Der Staat  I S R A E L  lebt!

Dazu gratuliere ich herzlich und wünsche dem Land und allen seinen Bewohnern Frieden und ein gutes Miteinander, wie es ja schon in so vielen Bereichen zu  bestaunen ist – „bestaunen“ schreibe ich deshalb, weil in unseren Medien selten von der guten Zusammenarbeit berichtet wird, sondern immer noch die Mär von der Apartheid erzählt wird und jüdischen Israelis dabei die Rolle des Bösewichts zugeteilt wird.

Heute feiert Israel – und in Gedanken an die vielen guten Begegnungen in Israel, an das wunderbare Land mit seiner vielfältigen Natur und Kultur  feier ich mit:

Zum Wohl, Israel.

Zum Segen, Israel.

LeChaim, Israel.

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https://www.audiatur-online.ch/2022/05/05/acht-interessante-und-faszinierende-fakten-zur-gruendung-israels/

https://juedischerundschau.de/article.2022-05.yom-haatzmaut-israelischer-unabhaengigkeitstag-74-jahre-israel.html

Und dies auch noch, wunderbare Bilder ….   https://spiritofentebbe.wordpress.com/2009/05/19/noch-mehr-schock-fotos/

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