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Heute beim Schweden… 13. Juni, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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… der eigentlich ein Chinese ist.

Schwedisch, so kommt es mir vor, ist nur noch das üblich „hej“, mit dem der kauffreudige Kunde schon am Eingang begrüßt wird, nicht etwa persönlich, nein, durch nett gestaltete und riesengroße Schilder, die gleichzeitig auf die neuesten Verkaufsschlager – oder solche, die es werden sollen – hinweisen.

Schwedisch ist auch noch der blau-gelbe Namenszug und ebenso die äußere Gestaltung des global tätigen Möbel- und Schnickeldi-Giganten.

Waren in den Anfangsjahren das Design der Möbel und vor allem das des wunderbaren Schnickschnacks tatsächlich noch schwedisch-skandinavisch geprägt, so herrscht heute überwiegend nichtssagender Tüddelkram in den Abteilungen für „muss-nicht-sein-ist-aber-schön-(hässlich)“ vor, das mich nicht mehr so verleitet, wie es früher noch der Fall gewesen war, vor Jahren, als ich nur mal kurz nach der Schule beim Schweden vorbeischaute (die Kinder waren schon groß und aus dem Haus, ich hatte Zeit!), einen Kaffee trank auf Kosten des Hauses (die family-Karte machte es möglich) und dann in der besagten Abteilung für „muss-nicht-sein“ stöberte und eine nicht unbeträchtliche Anzahl an „Hättelkes und Tättelkes“ erstand, die mein Haus zieren sollten. Besonders verlockend war die Abteilung in der Vorweihnachtszeit. Wie das in den vergangenen Jahren 20/21 war, kann ich nicht sagen, da herrschte Corona und ich hätte mich um keinen Preis der Welt ins Getümmel gestürzt, selbst wenn es möglich gewesen wäre, was es aber, sofern ich es richtig erinnere, ohnehin nicht war.

Noch sieht die Lage an der Corona-Front relativ entspannt aus – und relativ entspannt und überschaubar war auch die Kundendichte vor den Kassen.

Wir brauchten für das Wiesenhaus ein neues Kleinmöbel, ich hatte zu Hause vorsorglich schon mal in einem älteren Katalog geblättert und mich dabei auf ein ganz bestimmtes Teil festgelegt. Beim gemeinsamen Rundgang durch die obere Etage, in der man die Geschicklichkeit der Innenarchitekten bewundern kann, die vormachen, wie man auf 30 m² eine vierköpfige Familie bequem unterbringen kann, oder zeigen, wie aus einem eigentlich Licht durchfluteten Zimmer mithilfe von schwarz gemusterten Tapeten, schwarzen Möbeln und schwarzen Schnickeldis eine finstere (gemütliche?) Wohnhöhle wird, stellten wir fest, dass wir der damit angesprochenen Käuferschicht wohl eher nicht mehr angehören. (Aber ich finde die ausgestellten Miniwohnungen als Ideengeber für praktische Lösungen immer noch sehr anregend!). Das von mir angepeilte Möbel fand sich bei diesem Rundgang weder in den „Appartements“, noch bei den nüchtern aufgereihten Zweckmöbeln.

Der Liebste entdeckte es aber in der unteren Etage, die den Utensilien für Küche und Haushalt, allem was das Schlafen angenehm machen soll, den Stoffen, Kissen, Vorhängen und Teppichen gewidmet ist und auch die Tittifittis ebenso bereithält, wie unendlich viele Modelle an Bilderrahmen, Lampen und angeblich nützlichen Kisten und Kästen, die zu Hause dann die überflüssigen „DiesDas“ aufnehmen sollen, wie eine Freundin der Lieblingstochter Dinge bezeichnet, die – wie gesagt – kein Mensch braucht und trotzdem kauft.

Etwas abseits des mit Pfeilen gekennzeichneten Hauptweges (die Abkürzungen in der Laatzener Niederlassung kenne ich leider nicht), den wir gemächlich entlang schlenderten, stand ein Möbel, das geradezu perfekt dem gesuchten Zweck entsprach – entspricht, muss ich wohl sagen. Es ist nicht das, das ich ursprünglich kaufen wollte, ist aber viel besser geeignet als das vorgesehene und kam somit auf den Kassenbon.

Rasch noch zwei neue Badvorleger erstanden, drei Kissenhüllen, einen Bilderrahmen, eine Klemmlampe und eine Packung Servietten…

Keine Schnickeldis diesmal, keine Tittifitti, keine DiesDas, keine Hättelkes und Tättelkes…. Bis auf die Kissenhüllen stammt alles aus der Volksrepublik China.

Überhaupt kommt ein riesiger, wenn nicht gar der absolut größte Teil der angebotenen Waren aus dem fernen Reich der Mitte. Vielleicht sollte man das auch am Design des Hauses und des Namenszugs farblich kenntlich machen, ein roter Rand wäre doch vorstellbar.

So wüssten die Kunden doch gleich, wo ihr Geld in letzter Konsequenz landen und welche Volkswirtschaft auch mit den Ausgaben für Sachen, die man nicht braucht, gestärkt wird.

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