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„Wer bin ich …. 23. Juni, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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…. und wenn ja, wie viele?“ fragte einst ein bekannter Philosoph, bzw. gab seinem Buch diesen wunderbaren Titel, der neugierig machen sollte auf die Fragen der Menschheit an sich und im Besonderen.

Das ist nun schon ein paar Jahre her. Was ursprünglich als philosophische Auseinandersetzung mit der Soseinhaftigkeit des Menschseins gedacht war, erfuhr in den folgenden Jahren eine spannende Zuspitzung, die sich an der Fragestellung entzündet, ob die bisherigen als „biologisches Geschlecht“ angesehenen Merkmale ausreichen, um die Vielfalt und Vielheit von „Geschlechtern“ abzubilden oder nicht. Der kurze Blick der Hebamme nach der Geburt eines neuen Menschen auf die primären Geschlechtsmerkmale reicht offenbar nicht mehr aus, einen Menschen nach Junge /Mann, Mädchen/Frau und somit in die seit tausenden von Jahren geläufigen Geschlechter zu ordnen. Dass es immer schon währende der Entwicklung des heranwachsenden Embryos zu Mutationen kam und die Eindeutigkeit der Geschlechtsmerkmale gar nicht so eindeutig war, weil Kinder mit Merkmalen beiderlei Geschlechts geboren wurden, ist inzwischen sicherlich hinreichend bekannt. Ebenso bekannt ist, dass Menschen sich „in ihrer erkennbaren Haut“ als Frau oder Mann nicht „richtig“ fühlen und verzweifelt dem Gefühl, „irgendwie falsch zu sein“, mithilfe medizinischer Maßnahmen zu entkommen suchen, was schwierig, aber nicht unmöglich ist.

Ich will hier nicht die Debatte um die Frage eröffnen, ab welcher Altersstufe mit diesen medizinischen Maßnahmen begonnen werden soll und ob man noch rechtlich unmündigen Kindern oder Jugendlichen die alleinige Entscheidung darüber zugestehen sollte oder nicht. (Ich denke, dass es dazu keine pauschale Aussage geben sollte, wie etwa beim Erwerb des Führerscheins, halte aber eine Entscheidung, die noch im virulenten Stadium der Pubertät getroffen wird, für höchst bedenklich.)

Nein, es geht mir hier um folgende Nachricht:

DFB passt Spielrecht an – „Fußball steht für Vielfalt“

Stand: 23.06.2022 10:38 Uhr

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lässt trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Menschen selbst entscheiden, ob sie in einem Frauen- oder einem Männerteam spielen.

Da muss ich doch erst mal kurz Luft holen, schlucken und genauer nachlesen:

Die neue Regelung gilt ab der kommenden Saison für den Amateur- und den Jugendbereich sowie im Futsal. Das teilte der DFB am Donnerstag (23.06.2022) mit. Menschen mit dem Personenstandseintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ und Fußballerinnen und Fußballer, die ihr Geschlecht angleichen lassen haben, können dann zwischen den beiden Spielberechtigungen wählen. Dies gelte auch für transgeschlechtliche Fußballerinnen und Fußballer, „die nun zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt wechseln können oder zunächst in dem Team bleiben, in dem sie bisher gespielt haben“.“ (Hervorhebung von mir)

Ich kann also als Spieler einfach „divers“ in meinem Pass eintragen lassen und dann mit männlicher Muskelkraft und Geschlecht in einer Frauen- respektive Mädchenmannschaft spielen? Ist das so gedacht? Denn umgekehrt, so vermute ich mal, wird es nur sehr wenige SpielerINNEN geben, die, mit allen weiblichen Merkmalen gesegnet, darauf bestehen, in einer Männerelf aufgenommen zu werden. Aber ich kann mich ja irren… mir erscheint es nur absolut absurd, zumal ja „Diverse“doch immer schon jede Möglichkeit hatten und haben, Fußball zu spielen, wenn auch nicht in der Mannschaft ihres „gefühlten Geschlechts“.

„Solange die sportliche Betätigung während der Einnahme von Medikamenten die Gesundheit der betroffenen Personen nicht beeinträchtige, könnten die Personen am Spielbetrieb teilnehmen, „weshalb die neue Regelung eine Dopingrelevanz ausschließt“.“

Dieser Passus bezieht sich vermutlich auf diejenigen, die nicht einfach nur einen Eintrag im Pass haben, sondern bereits den Prozess der Geschlechtsumwandlung durchlaufen. Ich meine gelesen zu haben, dass die Umwandlung von Frau zu Mann deutlich öfter vorkomme, als umgekehrt die Transformation von Mann zu Frau.

Ich bin mit meinen 72 Jahren vermutlich zu verknöchert in meinem Rollenverständnis und Denken, um in den Lobgesang Sven Lehmanns einstimmen zu können:

Er begrüße die Regelung des DFB sehr, sagte der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann von den Grünen. „Damit unterstreicht der DFB seine Bemühungen um Akzeptanz und Teilhabe von LSBTIQ im Fußball. Mit der neuen Regelung kann der Fußball seine Vorbildfunktion unter Beweis stellen. Jeder Mensch sollte diskriminierungsfrei Fußball spielen können.“

Ich bin mir nicht so sicher, ob dieser Jubelton wirklich angebracht ist. Noch ist es im Männerfußball nicht einmal gelungen, eine auch nur minimale Akzeptanz für homosexuelle Spieler zu erreichen, wie viel weniger wird eine diverse Person, die sich als Frau fühlt, aber wie ein Mann aussieht, in der Kabine nach dem Spiel uneingeschränkte KameradINNENschaft erleben? Ich habe da so meine Zweifel… und die sind für den umgekehrten Fall nicht geringer.

Ich nehme für mich in Anspruch, dass ich an dem traditionellen Geschlechterbild festhalten möchte, wir sind von Gott geschaffene und geliebte Menschen, unabhängig von unserer Zugehörigkeit als Mann oder Frau. Darauf sollten wir das Augenmerk richten, von Gott geliebte Menschen zu sein. Das macht unser Menschsein und unsere Würde aus. Ich bin nicht der Überzeugung, dass eine Aufsplitterung in diverse Geschlechter dazu beitragen kann, die Beurteilung und Wertung in der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen, was aber doch eigentlich als „normal“ erwünscht sein müsste. Ich befürchte, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Die Vielfalt ergibt eben keine Einheit, wenn die (vermeintliche?) Vielfalt immer stärker hervorgehoben und betont wird, statt die Einheit zu leben.

Natürlich sieht das der Bundesverband der Transsexuellen völlig anders und lässt mitteilen:

„Der Bundesverband Trans lobte: „Das ist eine Entscheidung, die in die richtige Richtung geht. An Leute mit dem Personenstand ‚divers‘ oder ‚ohne Angabe‘ zu denken, hat noch keiner gemacht. Sie denken weit genug, das ist eine informierte Sache.““

Übrigens war es vor gut 30 Jahren, als unsere Kinder Fußball spielten, in den Spielklassen der Kinder und Jugendlichen durchaus üblich, dass Mädchen und Jungen in einer Mannschaft spielten, zumal es auf unserem Dorf nicht allzu viele fußballbegeisterte Mädchen gab.

Das hat sich ja zum Glück geändert, Mädchen und Frauen spielen in eigenen Ligen — wenn auch immer noch von männlichen „Hardcorefans“ sanft belächelt.


Eine Fußballerin steht vor einem Ball

Der vollständige Bericht kann unter dem angegebenen Link gelesen werden.

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