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Nichts aus Fehlern gelernt…. 30. Juli, 2022

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Lange vor der Eröffnung der documenta 15 hat es ernst zu nehmende Befürchtungen und sogar Hinweise gegeben, dass Werke mit eindeutig antisemitischer Bildsprache oder Inhalten den Weg in die Ausstellung gefunden haben und von den Verantwortlichen nicht sorgsam genug „eingenordet“ und entsprechend kritisch untertitelt bzw. beschrieben worden seien.

Unmittelbar nach der Eröffnung löste ein Banner einer indonesischen Künstlergruppe Empörung aus, da es an prominenter Stelle im Zentrum der Stadt Kassel eindeutige antisemitische Motive zeigte. Das Werk wurde nach einer zähen Diskussion endlich entfernt. Im Zuge der Entdeckung weiterer „Kunstwerke“ antisemitischen Inhalts und nachdem der Antisemitismusbeauftragte des Landes Hessen gemeinsam mit jüdischen Verbänden und nicht-jüdischen Persönlichkeiten die Zuständigkeit des documenta-Vorstands gerügt und dessen Absetzung gefordert hatte, trat die verantwortliche Chefin zurück.

Damit hat aber die unsägliche Geschichte immer noch kein Ende gefunden, wie ich heute in der „Jüdische Allgemeine“ lesen konnte.

Mir ist unbegreiflich, dass nach dem Eklat zu Beginn der documenta nicht alles dafür getan wurde, neuerliche „Enthüllungen“ im Vorfeld zu vermeiden. Doch offensichtlich wurde eben nicht genau nachgeschaut und auch nicht genug geprüft. So geht Drama unverminderter und beschämender Art und Weise weiter.

https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/zentralrat-der-juden-und-american-jewish-committee-fordern-abbruch-der-documenta/

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zeigte sich fassungslos. »Diese documenta wird als antisemitische Kunstschau in die Geschichte eingehen«, erklärte er in Berlin. Mit Blick auf die neuen Funde umstrittener Bilder sagte Schuster: »Auch Herr Farenholtz selbst konnte oder wollte keinen Antisemitismus erkennen.« Dass die documenta wie geplant bis 25. September laufen könne, erscheine »kaum mehr vorstellbar«.

AJC-Berlin-Direktor Remko Leemhuis sagte: »Angesichts dieser jüngsten Entwicklungen und vor dem Hintergrund, dass die Verantwortlichen offensichtlich immer noch nicht begriffen haben, welchen Schaden die documentaangerichtet hat, kann es kein ›Weiter so‹ geben.« Ebenso erwarte man »endlich eine ernsthafte Entschuldigung der Verantwortlichen bei der jüdischen Community«. „

Der Fehler lag bereits zu Beginn – noch in der Planungs- und Aufbauphase – vor und konnte bis heute nicht behoben werden.

Der Fehler besteht in der Blindheit für die heutigen Formen eines sich immer noch virulent ausbreitenden Antisemitismus, u.a. auch in der Gestalt der Kritik an dem Staat Israel – der heute exemplarisch für Juden und Judentum steht – und die in einseitiger und unangemessener Weise selbst von gebildeten Menschen nicht nur verbreitet, sondern auch als legitim geradezu gefordert wird.

Richtig wäre es, die Kunstschau mit Ablauf dieses Monats zu beenden und eine intensive Phase der Aufarbeitung auf allen Ebenen anzuschließen.

Siehe in Ergänzung auch diesen Artikel: https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/neue-judenhass-vorfaelle-bei-der-documenta-holocaust-ueberlebende-sind-fassungslos/

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Teurer Beistand…. 29. Juli, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Dass es teuer wird, hören wir ja immer deutlicher. Solidarität ist eben nicht nur eine freundliche Haltung, sie ist auch ein teures Gut, sowohl ideell wie finanziell.

Ideell werden wir alle eingeschworen auf den Kampf Gut gegen Böse, und es ist völlig klar, wer gut und wer böse ist. Das will ich hier nicht debattieren, denn es wäre vermutlich auch böse, allzu genau nachzufragen, wie gut und böse definiert wird und wer darüber entscheidet. Gestern lieferte Monitor dazu einen „sehr guten“ Beitrag. Böse ist zum Beispiel nach Meinung der Monitor-Redaktion, wer sich gegen Abtreibung ausspricht, evangelikalen Kreisen angehört, sich auf der Seite der orthodoxen Christen wohler fühlt, als bei den bekennenden Atheisten, in Weltanschauungsfragen eine andere Meinung hat als Georg Restle und nicht nur Putin für gefährlich hält, sondern auch anderen Kriegsbefürwortern nicht über den Weg traut. Als besonders gefährliches Beispiel wurde die Regensburgerin Gloria von Turn und Taxis vorgeführt, die alle diese negativen Haltungen von A wie Abtreibung bis Z wie Zelenskyj in ihrer Person vereinigt. In einem Land, das sich bisher so viel auf die herrschende Meinungsfreiheit einbildete, ist es schon ziemlich gefährlich, sich öffentlich so zu positionieren, wie es die einst so schillernde Fürstin wortgewandt und gar nicht furchtsam tut. Auch wenn ich ihr nicht in allen Positionen zustimme, bewundernswert finde ich es schon, dass sie so unumwunden ihre Meinung kundtut, auch wenn sie dafür gescholten wird.

Mehr Mut zu eigenem Denken und Reden wäre uns allen zu wünschen… meine und denke ich. 😉

Die finanzielle Seite unserer uneingeschränkten Solidarität mit der Ukraine ist bereits jetzt spürbar durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Sie wird für viele Familien aber im Herbst zu dramatischen Situationen führen, wenn nämlich die beschlossene „Gasumlage“ zur Rettung der Gasversorger in ganzer Härte auch bei den Endverbrauchern eintrifft.

In einem Paar-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh liegen die zusätzlichen Kosten durch die Umlage laut Check24 zwischen 214 und 714 Euro. Für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 kWh Gas pro Jahr sind Mehrkosten zwischen 89 Euro und 298 Euro zu erwarten. Auch das Verbrauchsportal Verivox hat Modellrechnungen erstellt und kommt zu denselben Zahlen wie Check24.

Das ist für Leute mit einem hohen und vor allem sicheren Einkommen vermutlich zu verkraften, aber für Familien oder einzelne Personen, die ohnehin nicht auf Rosen gebettet sind, wird jeder Euro weniger im geplanten Etat ganz bitter zu Buche schlagen.

Wirtschaftsminister Habeck betonte, dass es Entlastungen für jene Bürger geben werde, die wegen der Umlage an die Armutsgrenze rutschten: „Das ist kein guter Schritt, aber ein notwendiger Schritt.“ Tragbar werde er durch soziale Ausgleichsmaßnahmen.“

Aber auch diese Ausgleichsmaßnahmen bringt ja nicht der Nikolaus oder der Weihnachtsmann. Ich bin immer erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit bei diesen Berechnungen unterschlagen wird, dass das dafür notwendige Geld ja zunächst erwirtschaftet werden und dann in Form von Steuern dem Staat zur Verfügung gestellt werden muss. Geld, das zudem an anderen Stellen nicht mehr ausgegeben werden kann, weil auch der Wirtschaftsminister wie die schwäbische Hausfrau jeden Euro nur einmal einsetzen kann, um damit Notwendiges zu bezahlen.

Die geplante Umlage für alle Gaskunden soll voraussichtlich ab dem 1. Oktober gelten. Die genaue Höhe der Umlage solle bis Mitte oder Ende August im Internet veröffentlicht werden, hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Sie hänge davon ab, welche Ausgleichsansprüche die Gasimporteure geltend machten.

Betroffen von der Gasumlage sind Millionen Deutsche. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt. Über die Umlage sollen Versorger die stark gestiegenen Einkaufspreise wegen der zuletzt immer stärker gedrosselten russischen Lieferungen an alle Gasverbraucher weitergeben können. Geplant ist, dass Importeure 90 Prozent der höheren Beschaffungskosten über die Umlage weiterreichen können. Bis Ende September müssen die Importeure ihre Kosten noch selbst tragen.

Ich verkneife mir an dieser Stelle die Frage, wie hoch die Profite der Importeure in den vergangenen Jahren waren und wo sie möglicherweise sicher gebunkert sind…

Der Stadtwerke-Verband fordert von der Politik schnelle Klarheit, um Kundinnen und Kunden rechtssicher über die Höhe der Gasumlage informieren zu können. „Andernfalls müssen Stadtwerke vorübergehend für ihre Kunden die Umlage bezahlen, was die wenigsten auch nur kurze Zeit durchhalten können“, sagte eine Sprecherin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Verband forderte eine Vorbereitungszeit von acht bis zehn Wochen.

Verbraucherschützer pochen indes darauf, dass zusätzliche Entlastungen für Haushalte mit niedrigen Einkommen jetzt schnell kommen. „Wenn die Umlage zum 1. Oktober kommt, muss das Hilfspaket der Bundesregierung für die Verbraucherinnen und Verbraucher stehen“, sagte Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.“

Spätestens im Herbst stehen uns heiße Debatten und kalte Tage bevor.

Heute las ich in der Zeitung, dass die Stadt Hannover überlegt, die Temperatur in den Klassenräumen der Schulen zu drosseln.

Mit den Kindern kann man es ja machen…

Nach zwei Jahren mit schlecht organisierten Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen ist nun Frieren für den Krieg in der Ukraine angesagt….

Der Bumerang, in Form der Sanktionen gegen Russland, ist inzwischen mit aller Wucht bei uns angekommen.

Ich vergaß mitzuteilen, aus welcher Quelle die Zitate stammen. Sie finden sich hier.

Eitelkeit statt Realpolitik… 29. Juli, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Das ist der Schlüsselsatz in dem Bericht über den Besuch des CDU/CSU-Fraktionsführers in Polen:

Er selbst wurde dabei fast wie ein Bundeskanzler empfangen,

Fast, ja fast hätten wir einen Merz in der Regierungsverantwortung, ich aber mache jeden Tag drei Kreuze, dass er es nicht ist.

Nichts, aber auch gar nichts kann Merz politisch wirklich entscheiden, aber er spielt sich gekonnt in den Vordergrund, wo immer es geht, geradezu gönnerhaft mimt er den persönlichen Beistand des Kanzlers, verteidigt ihn, kann aber dessen Fehler nicht grundsätzlich glattbügeln, ist dem Bericht zu entnehmen… jedenfalls ist das Merz ureigenstes Statement.

Zitat: „Auf Phoenix berichtete Merz, er habe versucht, Vorwürfe gegenüber Deutschland auszuräumen. „Ich konnte sie aber nicht durch die Bank entkräften.““

Allerdings, und das ist eine erfreuliche Feststellung, durchschauen die ausländischen Medienvertreter das Spiel des Friedrich Merz sehr viel besser als ihre deutschen Kollegen im Inland. Solche Sätze fallen den Verantwortlichen bei ARD und ZDF doch ziemlich schwer. So ist es geradezu ein Wunder, dass die in dem Bericht zitiert werden:

Diese Positionierung von Merz sei als Teil eines Kampfes zu verstehen, bald wieder einen christdemokratischen Kanzler zu stellen, versuchte  das regierungskritische Portal „Na Temat“ den Merz-Besuch einzuordnen. Merz könne sich profilieren als einer, der die in Schieflage geratenen Beziehungen zu den Staaten Mittelosteuropas aufrichte.

Kommentatoren äußerten zwar Zweifel, ob die Rhetorik eines Oppositionspolitikers auch wirklich einen Politikwechsel bringen würde, sollte es zu einem Machtwechsel in Berlin kommen. Und doch kassierte Merz wohlwollende Kommentare auch aus Kreisen, die normalerweise Deutsche und Deutschland eher kritisieren. Von einem der vielleicht „polenfreundlichsten deutschen Politiker“ war aus dem Regierungslager die Rede oder von einer „deutschen Stimme der Vernunft“, wie der erzkatholische Sender „Radio Maryja“ einen Soziologen kommentieren ließ.

Die „deutsche Stimme der Vernunft“ mag für Polen zu hören gewesen sein, ich hingegen vernehme die deutliche Stimme der Eitelkeit eines Politikers, der seit seinem Sturz durch Merkel nie wieder eine entscheidende Rolle in der deutschen Politik gespielt hat, sich im Gegenteil beleidigt aus dem Politikgeschehen zurückzog und in der Wirtschaft vor allen Dingen zu viel Geld kam.

Hätte Frau Merkel nicht in desaströser Blindheit die Regelung ihrer Nachfolge sowohl in Partei, wie auch für die Kanzlerkandidatur vollkommen versemmelt, wäre es Friedrich Merz niemals gelungen, Führer der CDU zu werden und es wäre uns erspart geblieben, die Hymnen deutscher Journalisten auf einen alternden eitlen Gockel Selbstdarsteller ertragen zu müssen.

Rassismus pur! 28. Juli, 2022

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https://www.focus.de/panorama/welt/gaeste-fuehlten-sich-unwohl-band-muss-konzert-in-der-schweiz-beenden-weil-weisse-musiker-raeggae-spielen_id_123783403.html

Die Berner Mundart-Musiker Lauwarm müssen ihren Konzertauftritt frühzeitig abbrechen, weil Gäste sich „unwohl“ fühlten. Der Vorwurf: Da die Band aus fünf weißen Männern, teilweise mit Rastafrisuren, bestehe, sei sie nicht berechtigt, Reggae zu spielen.

Hat der Mensch Töne?

Da spielen fünf Männer in einer Band und machen u.a. Musik, die die musikalische Vielfalt der Welt abbildet und eben nicht nur Schweizer Alpenblasmusik zum Besten gibt, und da ist es auch wieder nicht recht.

Die fünfköpfige Band unterhielt die Konzertbesucher mit Reggae, Indi-World und Pop.

Bis zur Pause. Danach brach der Veranstalter, die Genossenschaft Brasserie Lorraine, das Konzert ab, weil verschiedene Besucherinnen und Besucher “Unwohlsein mit der Situation“ geäußert hatten. In den sozialen Medien erklärte sich die Brasserie:

Während des Konzerts kamen mehrere Menschen unabhängig voneinander auf uns zu und äußerten Unwohlsein mit der Situation“, heißt es in der Stellungnahme. „Es ging dabei um die Thematik ‚kulturelle Aneignung‘. Nach einem Gespräch mit der Band haben wir uns zusammen dafür entschieden, das Konzert abzubrechen.“

Der Vorwurf: Da die Band aus fünf weißen Männern, teilweise mit Rastafrisuren, bestehe, sei sie nicht berechtigt, Reggae zu spielen.“

Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Vor allen Dingen verstehe ich weder die Band, noch die Besitzer der Brasserie, die diesen Unfug mit sich machen ließen. Viel besser hätte ich es gefunden, man hätte den „Gästen mit dem Gefühl des Unwohlseins“ höflich erklärt, dass in diesem Lokal die bunte Vielfalt der Welt das Sagen habe und wenn sich die werten Gäste damit nicht einverstanden erklären könnten, sie doch die Freiheit hätten, das Lokal zu verlassen.

Wo kommen wir denn hin, wenn eine Minderheit darüber befinden kann, was als „kulturelle Aneignung“ zu gelten habe und wie damit umzugehen sei?

Werden aus Gründen der „kulturellen Aneignung“ demnächst auch Opern wie „Aida“, „Turandot“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Nabucco“ oder „La Boheme“ gestrichen?

Dürfen nur noch weiße Musiker Symphonien von Mozart oder Beethoven aufführen und nur noch Deutsche Bach spielen oder am Grünen Hügel nur noch urdeutsche Sängerinnen und Sänger, Dirigenten und Musiker auftreten, weil alle anderen musikalischen Menschen dieser Welt sich etwas aneigneten, das nicht zu ihrem Kulturkreis gehöre?

Ich halte dieses „Unwohlsein“ der Gäste für eine der schlimmsten Formen des Rassismus unserer Tage, weil Menschen wieder eingeteilt werden in die Schubladen ihrer Herkunft und damit Grenzen aufgebaut und manifestiert werden, die wir doch längst für überwunden hielten.

Sollen etwa Rastafrisuren nur Menschen aus der Karibik vorbehalten sein und müssen umgekehrt junge weiße (deutsche) Mädchen und Frauen demnächst mit Zopffrisuren à la Köhlerliesel herumlaufen und Jungen und Jugendliche mit „germanischem Kurzhaarschnitt“, wie er weiland im Tausendjährigenreich bevorzugt wurde, weil das der Vorstellung von „weißer Haartracht“ eher entspricht als Rastafrisur oder Irokesenschnitt.

Und wo bitte schön macht man den Schnitt im Alltag, um „kulturelle Aneignung“ zu erkennen und / oder zu vermeiden? Wie differenziert man weltweit? Ist es „nur“ eine Frage in allen Sparten der Kunst, der Musik, des Theaters, der Literatur?

Ist auch Kleidung eine „kulturelle Aneignung“?

Stopfen wir alle Mädchen und Frauen mit arabischem Migrationshintergrund unter die Burka und zwingen alle Männer und Jungen aus der gleichen Gegend in die Wallegewänder arabischer Hirten oder Scheichs? Dürfen im Umkehrschluss Afrikaner, Japaner oder Chinesen Anzüge europäischen Zuschnitts tragen oder zählt das auch als „kulturelle Aneignung“?

„Die haben doch alle ein Rad ab!“ war meine erste Reaktion auf diesen Artikel.

Einerseits werden wir ständig mit den Lobgesängen auf die Vielfalt konfrontiert, geben sogar Politikerinnen mit Regenbogenfahnen zum Ausdruck, dass die Menschheit divers und unsere Gesellschaft bunt ist, wird das Motto der BLM gepriesen und POC besonders in den Fokus des Verständnisses gestellt, aber wenn „weiße“ Musiker „nichtweiße“ Frisuren tragen und „nichtweiße“ Musik machen, ist es aus mit Vielfalt und Buntheit, dann wird streng unterschieden nach „mein“ und „dein“. Und Reggae, gespielt von Weißen, wird von den „Unwohlen“ nicht als „dein“ oder doch zumindest als „auch dein“ gesehen, sondern als feindliche Übernahme gebrandmarkt.

Auf diese Spielchen pfeife ich.

Ich nenne das RASSISMUS, auch wenn es nach der Lesart der „Leute mit dem Unwohlsein“ vermutlich nur den Rassismus der Weißen gegen den nichtweißen Rest der Welt gibt.

Musik – das ist jedenfalls meine unerschütterliche Meinung – darf niemals als „kulturelles Alleingut“ behandelt werden und sollte niemals unter „kulturelle Aneignung“ sortiert werden, wenn sie angeblich von Musikern gespielt wird, die in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen sind als dem, aus der die Musik ursprünglich stammt, wird sie doch in der Regel auf einer viel tieferen Ebene der Seele und des Herzens von allen Menschen verstanden, ganz gleich, wer sie spielt und wie derjenige aussieht, der sie spielt.

Kleiner Einschub: In meiner Gemeinde wurde am Karsamstag ein Konzert zugunsten afghanischer Musiker gegeben, bei dem auch zwei afghanische Großmeister mit ihrer Musik auftraten, die für mich zunächst fremd und ungewohnt klang, aber je mehr ich mich auf sie einließ, umso stärker brachte diese Musik in mir in gleicher Weise etwas zum Schwingen, wie es sonst vertraute Tongebung und Rhythmus bewirken.

Wer das – die universelle Macht der Musik – nicht begreift, ist ein armer Wicht, den man nicht noch unterstützen sollte in seinen erbärmlichen Anschauungen.

Kultur-Rassismus mit mir jedenfalls NICHT !

Geteiltes Leid ist halbes Leid… 25. Juli, 2022

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An diesen uralten Spruch mag sich vielleicht Frau von der Leyen erinnert haben und fordert nun alle Länder der EU auf, sich massiv beim Gasverbrauch einzuschränken.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/notfallplaene-gas-101.html

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dringt darauf, dass sich auch Länder mit geringer Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen an Einsparanstrengungen beteiligen. „Auch Mitgliedstaaten, die kaum russisches Gas beziehen, können sich den Folgen eines möglichen Lieferstopps in unserem Binnenmarkt nicht entziehen“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.“

Ganz ehrlich?

Ich finde das ziemlich anmaßend den Ländern gegenüber, die, anders als Deutschland, keine florierende Wirtschaft haben und nur ein deutlich weniger großes Bruttosozialprodukt aufweisen können.

Das hat mit Solidarität gar nichts zu tun, aber sehr viel mit Eigennutz der großen Industrienationen, die doch sehr viel stärker als überwiegend agrarwirtschaftlich ausgerichtete Volkswirtschaften von dem zuverlässigen und bisher relativ preiswerten Stoff abhängen, der das industriell-wirtschaftliche Fortkommen so wunderbar ermöglichte und sicherte.

Warum sollen die armen Länder der EU ihren Sparbeitrag liefern, wenn sie doch zuvor gar nicht an dem erwirtschafteten Reichtum der Großen in ausreichend hohem Maß teilhaben konnten?

Mir leuchtet diese Logik nicht ein.

Frau v.d.Leyen argumentiert aber gänzlich im Sinne der Großen, wenn sie anmerkt:

Die Volkswirtschaften in der EU seien eng miteinander verwoben, der EU-Binnenmarkt sei das „Herz unserer Wirtschaft“. „Deshalb ist es wichtig, dass alle Mitgliedstaaten die Nachfrage drosseln, dass alle mehr speichern und mit denjenigen Mitgliedern teilen, die stärker betroffen sind“, ergänzte von der Leyen. Energiesolidarität sei ein „Grundprinzip der europäischen Verträge„.

Wer ist denn am stärksten „betroffen“? Doch die Mitglieder, die bisher auch am stärksten von dem so gepriesenen Binnenmarkt profitierten. Haben sie ihren Profit ebenso solidarisch und großzügig „geteilt“? Ich wage das sehr entschieden zu bezweifeln, auch wenn Deutschland zu den größten Beitragszahlern der EU gehört und mit diesen Zahlungen die schwächeren Länder stützt, so ist doch der Gewinn unserer Volkswirtschaft in diesem System des Binnenmarktes im Vergleich immer noch viel größer als unser „Solidaritätsbeitrag“ an andere EU-Mitgliedsländer.

Ich halte darum die Forderung nach solidarischer Einschränkung des (vermutlich ohnehin geringen) Gasverbrauchs für unmoralisch. Aber Moral hat ja in der Politik ohnehin nur dann einen hohen Aufmerksamkeitswert, wenn Wahlen anstehen und die Parteien und Politiker mit moralischen Argumenten zu punkten versuchen.

Dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängte und immer weiter verschärft, auch uns in unterschiedlicher Weise treffen wird, konnte und musste doch allen klar sein, die sich so vehement für alle nur denkbaren Maßnahmen für die Ukraine stark machten. Nun den schwächsten Mitgliedern der EU, die meiner Wahrnehmung nach ohnehin nur zögerlich in die Sanktionspolitik eingestiegen sind, auch noch einen weiteren Verzicht zugunsten des Weiterlaufens unserer Wirtschaft aufzubürden (denn nichts anderes ist der eigentliche Grund für die Forderung), ist in meinen Augen der falsche Weg, dem Problem zu begegnen.

Ob Frau v.d.Leyen eigentlich denkt, bevor sie solche Sätze wie diesen von sich gibt?

Inzwischen liefert Russland in zwölf Mitgliedstaaten nur noch teilweise oder gar nicht mehr Gas“, sagte von der Leyen der dpa. Der Kreml sei kein verlässlicher Partner für die Energieversorgung Europas. „Deswegen muss Europa für den schlimmsten Fall vorbereitet sein: einen vollständigen Stopp der Gaslieferungen, früher oder später.“ Je schneller man handele, desto mehr spare man – und desto sicherer sei man.“

WIR haben auf den Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine mit einem enormen „Wirtschaftskrieg gegen Russland“ geantwortet und erwarten nun allen Ernstes, dass „der Kreml“ das mit dem größten Gleichmut hinnimmt und unverdrossen seine Gaslieferungen an uns fortsetzt?

Wir, der Westen, wollten Russlands Finanzkraft (die „unserer Einschätzung“ nach für den Krieg gegen die Ukraine nicht unerheblich ist) entscheidend schwächen und Russland so in die Knie zwingen. Nun zeigt sich aber, dass die Sanktionen uns nicht minder in die Knie zwingen. Hätte man das nicht von Anfang an wissen MÜSSEN, zumindest aber bedenken sollen? „Was darf es uns denn kosten?“ habe ich schon zu Beginn der Krise gefragt. Offenbar haben die Strategen, die die Sanktionen ausgeheckt haben, sich gar keine Gedanken darüber gemacht, was passieren werde, wenn die Energielieferungen aus Russland teilweise oder gar komplett ausbleiben.

Wie kurzsichtig war und ist diese Strategie und wie kann man oder könnte man heute einen Strategiewechsel vornehmen?

Ich halte nach wie vor daran fest, dass es andere Lösungen geben muss, als den Konflikt mit Waffen bis zum bitteren Ende auszufechten.

Die Erklärung Russlands, der kürzlich erfolgte Beschuss Odessas habe den amerikanischen Waffen gegolten, spricht doch eine mehr als deutliche Sprache, wohin die Reise gehen wird, wenn wir weiterhin auf Waffen, statt auf Verhandlungen setzen!

DAS ist mir dann doch zu bunt! 23. Juli, 2022

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https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2022/07/bundestag-reichstag-regenbogenflagge-berlin-csd.html

Zitat: „

Der Bundestag hat erstmals die Regenbogenflagge gehisst, die mit ihren sechs bunten Streifen als Symbol der queeren Community gilt. Seit Samstagmorgen weht eine solche Flagge auf dem Südwestturm des Berliner Reichstagsgebäudes, dem Sitz des deutschen Parlaments. Zwei weitere wurden vor dem Ost- und dem Westportal des Gebäudes aufgezogen.

Anlass ist die ab Mittag in Berlin geplante große Demonstration anlässlich des Christopher Street Day (CSD), zu der die Veranstalter Hunderttausende Teilnehmer erwarten.

Bin ich einfach nur alt oder nur ewiggestrig, verbohrt oder intolerant?

Ich jedenfalls finde, dass es sich für das Gebäude, in dem das Parlament wichtige und wichtigste Beschlüsse fasst, nicht gehört, mit der Regenbogenfahne der queeren Community geschmückt und dekoriert zu werden und damit sichtbar (nur) eine Gruppe der Gesellschaft besonders hervorzuheben.

Von mir aus kann man vor dem Reichstag so eine Fahne aufziehen, aber auf dem Gebäude hat sie definitiv nichts zu suchen.

Vielleicht, so denke ich, haben diejenigen, die das angeordnet haben, noch nie etwas über die Geschichte „unserer“ Flagge und Fahne gehört und haben darum kein Problem damit, das Symbol unseres Staates mit dem der CSD-Sympathisanten auf dem Reichstagsgebäude gleichzustellen.

Die Innenministerin, die die Anordnung gesetzlich ermöglichte und die Bundestagspräsidentin, die sie vornahm, haben meiner Meinung nach dem Zusammenhalt der Gesellschaft damit keinen Dienst erwiesen.

Erst im April dieses Jahres hatte das Innenministerium offiziell die Genehmigung erteilt, dass die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen vor oder auf Dienstgebäuden des Bundes gehisst werden darf. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hatte die Flaggenhissung am Reichstag im Juni angekündigt und erklärt, das werde die Sichtbarkeit des Bekenntnisses zu Vielfalt und Diversität noch einmal deutlich erhöhen.“

Ich finde mich in dieser Auslegung des Regenbogensymbols nicht wieder.

Für mich ist der Regenbogen untrennbar mit der Verheißung Gottes verbunden, die Erde nicht wieder durch eine Wasserflut wegen des gotteslästerlichen Verhaltens der Menschen vernichten zu wollen. Man kann das gut in der Bibel nachlesen: 1. Mose 6 – 9, 17

Meiner Wahrnehmung nach ist aber der CSD genau das, ein Aufbegehren gegen die göttliche Ordnung und eben kein Zeichen für die Anerkennung der von Gott geschaffenen und gewollten Vielfalt der Schöpfung.

Zitat: „Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise solche, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Das, sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren zu wollen, ist im ganz privaten Bereich doch ohne jedes Problem möglich, entscheidender ist, dass es der queeren Community gar nicht um Identität geht, sondern darum, die bewusste Ablehnung der bisher üblichen Rollen und Normen deutlich, schrill und laut öffentlich kund zu tun und für diese Ablehnung die gesellschaftliche Anerkennung durch die Mehrheit einzufordern.

So weit meine rein nüchtern-politische Betrachtung .

Darüber hinaus – und ich ließ es ja bereits anklingen – gibt es für mich auch die religiöse Dimension, die ich nicht außer Acht lassen kann und will.

Wer Gott als seinen Schöpfer anerkennt, findet sich auch in Gottes Schöpfung wieder, ganz egal welcher Ethnie er angehört oder welche sexuelle Prägung sein Leben bestimmt.

Es bedarf – meinem Verständnis nach – nicht eines speziellen Aufzugs oder Umzugs oder Tages, um diese göttliche Vielfalt in der Art und Weise des CSD zum Ausdruck zu bringen, was zudem Gott in jeder Hinsicht spottet! Denn das ist es, was ich bisher bei allen Berichten über ähnliche Veranstaltungen wahrgenommen habe: die bewusste und demonstrative Abkehr von Gott und christlichen Überzeugungen und Werten.

………………………………………………….

NACHKLAPP

So wie für mich der Regenbogen untrennbar mit Gottes Verheißung und Zusage verbunden ist, so ist die Flagge unseres Bundes ebenso untrennbar mit dem Text der Nationalhymne verknüpft:

„Einigkeit und Recht und Freiheit!“

Das gilt laut dem GG allen Menschen, OHNE dass eine bestimmt Gruppe gesondert und ausdrücklich erwähnt werden müsste oder erwähnt werden muss.

Die Aufsplitterung der Gesellschaft in Gruppierungen mit hervorgehobenem Sonderstatus (queer) trägt darum nicht zur Einheit bei.

NACHKLAPP II

Wie normal inzwischen andere Lebensentwürfe sind – als die der noch vor 40 Jahren üblichen und ausschließlich offiziell anerkannt und gesetzlich beglaubigten heterosexuellen Partnerschaften – zeigen doch die Eheschließungen zwischen zwei Frauen oder zwei Männern, die ganz ohne rechtliche Probleme geschlossen werden.

Dafür braucht es keine Beflaggung des Reichstages und auch keinen CSD in Deutschland.

Gaslieferungen durch die Ukraine… 12. Juli, 2022

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Wie soll ich das verstehen?

Die ARD liefert folgende Schlagzeile: GAZPROM: Liefern mehr Gas über Ukraine https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-dienstag-143.html

Gleichzeitig wird aber an anderer Stelle berichtet, dass Herr Selenskyj empört darüber sei, dass die gewartete Turbine, die zum Gastransport durch die Ostseepipeline I notwendig ist, doch von Kanada ausgeliefert wird, was eine weitere Versorgung Europas mit „russischem Gas“ möglich mache, die Sanktionen damit aber unterlaufe.

Wenn aber GAZPROM Gas über die Ukraine liefert, so heißt das doch nicht, dass das Gas AUS der Ukraine kommt, sondern bedeutet, dass es sich ebenfalls um „russisches Gas“ handelt, das durch die Ukraine geliefert wird, wofür die Ukraine erhebliche Gebühren kassiert. Die Ukraine verdient also nach wie vor am Transport russischen Gases, für das sie aber interessanterweise keine Sanktionen fordert. (Weil ja sonst die damit verbundenen Einnahmen wegfielen?)

Habe ich das so richtig verstanden?

Russisches Gas ist offenbar nur „böse“, wenn es nicht durch die Ukraine, sondern auf dem direkten Weg aus Russland nach Deutschland und von dort weiter in die Länder der EU geliefert wird, die an diesem Handel seit Jahren schon beteiligt sind.

Mag das verstehen, wer will.

Allerdings – und das macht die Komplexität der Gesamtgemengelage von „russischem Krieg und wirtschaftlichen Sanktionen“ deutlich – verweigert die Ukraine die Lieferung über eine weitere Andockstation mit der nachvollziehbaren Begründung, die Station liege im Kampfgebiet, das bereits unter russischer Kontrolle sei.

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Abhängigkeit von russischen Energieträgern einerseits und das völkerrechtswidrige Vorgehen Russlands gegen die Ukraine anderseits, ist eine höchst gefährliche Gemengelage, die von dem unbedingten Willen der Regierung der Ukraine zur Erhaltung des gesamten Gebiets nicht handelbarer und lösbarer wird.

Sich von Russlands Energie unabhängig zu machen, ist ganz sicher ein notwendiger Schritt, er darf aber nicht, wie derzeit zu lesen ist, dazu führen, in eine noch größere Abhängigkeit von China zu geraten, sind es doch die Chinesen, die (zunächst nur?) den Bau der Windkraftanlagen in Deutschland kontrollieren und betreiben wollen / werden. Dazu diese Info, Zitat aus dem oben verlinkten Artikel: „Zwei Drittel der 15 größten Hersteller von Windturbinen kommen dem Bericht nach aus China. Und auch bei der Infrastruktur – Umspannwerken, Konvertern und Hochspannungsleitungen – führt offenbar an den Chinesen kaum ein Weg vorbei. Deutschland fürchtet deshalb eine wachsende Abhängigkeit, zumal in der Netzinfrastruktur sensible Software steckt.“

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob China damit auch einen Zugriff auf die Standorte bekommt, die für die mächtigen Anlagen vorgesehen sind…. und ob es nach dem Bau auch die Kontrolle über die Anlagen behält!!!

Doch die Abhängigkeit von arabischen Gas- und Öllieferanten ist ja keineswegs weniger risikoreich….

Pest oder Cholera… wer blickt eigentlich noch durch?

Solidarität ist keine Einbahnstraße… und niemals kostengünstig oder ohne Risiko.

Trübe Aussichten… 11. Juli, 2022

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„Man“ hätte es doch wissen müssen, zumindest aber wissen können, dass die gegen Russland ausgesprochenen Sanktionen nicht unbeantwortet bleiben würden.

Können unsere Politiker denn wirklich so naiv gewesen sein, sich nicht über die Folgen ihrer Handelsbeschränkungen, die sie Russland auferlegten, im Klaren gewesen zu sein und sich stattdessen – wie ich ja immer wieder staunend und vollkommen irritiert beobachtet habe – immer stärker von Journalisten antreiben zu lassen, noch mehr Solidarität zu zeigen, noch mehr Waffen zu liefern, noch mehr Sanktionen auszusprechen, noch mehr Verbündete für diese Art der Kriegsbeteiligung zu gewinnen?

Aus amerikanischer Sicht scheint es eine gute Strategie zu sein, Russland weiter und weiter isolieren und kalt stellen zu wollen, aber die kalten Füße werden in diesem Fall weder die Amerikaner, noch die Russen haben, verfügen sie doch über genug Energie, den Krieg bis in den Winter und darüber hinaus zu tragen. Auch wird die amerikanische Wirtschaft kaum unter den Sanktionen zu leiden haben, weder müssen sie aus Energiemangel die Produktion stilllegen, noch verlieren sie einen großen Handelspartner und Abnehmer ihrer Produkte. In Europa sieht das aber schon ganz anders aus.

Die Abhängigkeit von den russischen Energieträgern und das Wegbrechen des Marktes in Russland bringt für europäische – und speziell für deutsche Unternehmen – erhebliche Risiken mit sich. Man muss doch nicht Wirtschaftsminister sein, um sich das an 5 Fingern abzählen zu können.

Und was meint Herr Müller mit sehr, sehr schlimm?

„Sollte wirklich gar kein Gas mehr aus Russland kommen, befürchtet Müller eine schwierige Versorgungslage in Deutschland. Solch ein „worst case“ „sieht leider sehr, sehr schlimm aus, muss man deutlich sagen“, sagte er im ZDF. „Das heißt, in dem schlimmsten Fall, wenn also kein Gas mehr aus Russland käme.“

Dabei komme es auch auf ein paar Parameter an: „Wie schnell sind wir mit den Flüssiggas-Terminals, die die Bundesregierung beschafft? Wie stark können wir selber Gas einsparen“, zählt Müller auf. „Aber es gab mehrere Szenarien, nach denen wir in eine Gas-Notlage reinrutschen würden. Das hieße, es wäre zu wenig Gas da.““ Quelle https://www.zdf.de/nachrichten/politik/gas-versorgung-bundesnetzagentur-mueller-ukraine-krieg-russland-100.html

Meint sehr, sehr schlimm lediglich, dass Wohnungen kalt bleiben, Krankenhäuser genauso wenig geheizt werden können – und darum still gelegt werden müssten – wie Altenheime und Schulen? Meint er nicht vielmehr, dass darüber hinaus in Deutschland das Licht ausgehen wird, weil in den Gaskraftwerken die Turbinen nicht mehr laufen und es eben nicht nur an Gas, sondern auch an elektrischer Energie in den Fabriken für Maschinen und Produktionsanlagen, in Haushalten für das Betreiben der auf Energie angewiesenen Geräte wie Kühlschrank, Waschmaschine, Heizungsanlage, Herd und Licht und öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen an allen Ecken und Enden, die mit Strom versorgt werden, fehlen wird?

Bei einem Blackout, so war vor einiger Zeit und lange vor dem Ukraine-Desaster zu lesen, funktioniert nämlich binnen kürzester Zeit auch die Versorgung mit Frischwasser ebenso wenig, wie die Entsorgung des Brauchwassers (inklusive Toilettenabwasser)… Bei dem Modell zum Blackkout war von der Ukraine noch gar keine Rede, da ging es um die Frage, ob nach der Abschaltung der Atomkraft- und der Kohlekraftwerke die Energiesicherheit gewährleistet wäre – zu dem Zeitpunkt waren alle Gaskraftwerke noch in der Lage, Volllast zu fahren, fallen die aber aus, weil das russische Gas ausbleibt und die Speicher leer sein werden, kann man doch mit allem Fatalismus nur noch „Gute Nacht, Deutschland“ sagen und versuchen, in irgendeiner Form das private Leben doch noch zu bewältigen.

Irgendwo las ich den zynischen Rat, man könne ja – wenn die Wohnungen nicht mehr beheizt werden können – für die Rentner „Wärmestuben“ nach dem Vorbild der Adolf’schen Kriegsjahre einrichten. Hey, da kommt richtig Freude auf.

Freudig werden die Nordlichter wohl auch auf diese Sätze reagieren:

„Müller appellierte an alle, Gas zu sparen. „Man muss die Lage genau beobachten, gleichzeitig aber alles dafür tun, jetzt schon Gas einzusparen, die Heizung zu optimieren, in der Familie zu diskutieren, in der Industrie sich vorbereiten.

Aus Sicht der Bundesnetzagentur gelte es auch, ein Nord-Süd-Gefälle in Deutschland bei der Gasversorgung zu verhindern. Daher würden die Speicher im Süden gezielt gefüllt.“

Ich kann diese Darstellung nur so verstehen, dass es gar nicht um die „Gasversorgung“ als solche handelt, sondern um die Bereitstellung von Energie durch Gaskraftwerke. Im Norden scheint die Energieversorgung gesichert zu sein, da sich dort ausreichend genug Windräder drehen, die verhindern sollen, dass wir völlig im Dunkeln stehen, da im Süden aber – Dank der jahrelangen Blockadehaltung der Südländer – weder Windkraft noch Trassen vorhanden sind, eigenen Strom zu produzieren oder den aus dem Norden nach Bayern zu liefern, müssen dort die Gaskraftwerke ungehindert laufen. Sind das nur meine Hirngespinste oder trifft es exakt ins Schwarze? (Es mag allerdings auch möglich sein, dass die Gasspeicher des Nordens einen höheren Füllstand haben…. immerhin kam bisher das meiste russische Gas in den nördlichen Bundesländern an….)

Wie auch immer, ich plädiere immer dringlicher dafür, einen Waffenstillstand auszuhandeln, bei dem auch die Ukraine Zugeständnisse machen muss.

Ich weiß, dass diese Forderung nicht sehr populär ist in Deutschland, Aber ich denke – und an der Stelle sehe ich es grundsätzlich anders als Frau Baerbock, die meint, man könne Sicherheitspolitik nicht mehr mit, sondern müsse sie ohne Russland betreiben – dass es eine Zeit nach Putin geben wird, auf die man jetzt schon hinarbeiten muss. Wir West- und Mitteleuropäer können mit diesem sehr großen Land an unseren östlichen Grenzen auf Dauer nicht OHNE gemeinsame Friedensbemühungen MIT Russland leben.

Herr Biden mag das anders sehen, er spielt seine eigene Musik nach eigenen Noten, er gibt den Takt vor und den Ton an. Ob es uns gefällt oder nicht, ist nicht von Interesse.


Leseempfehlung: https://zettelsraum.blogspot.com/2022/07/randnotiz-venezuela-als-vorbild-und-wer.html#more

Zitat aus dem Text: „Nach jetzigem technischen Stand, nach dem was überhaupt irgendwie möglich oder denkbar ist, muss ein Land, wenn es weiter so viel Energie verbrauchen will wie bisher, entweder Kohle, Öl oder Atomkraftwerke bauen. Oder  mit Russland Frieden schließen und sich diesem auf Gedeih und Verderb ausliefern. Die Alternative dazu ist schlicht die Reduktion der Lebensqualität. Womit wir in Venezuela sind, wo die Regierung ihren Bürgern auch den immer engeren Gürtel vorschreibt.“

Zum Lachen ist mir gerade nicht zumute…. 8. Juli, 2022

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Nein, zum Lachen ist mir wirklich nicht zumute, eher könnte ich aus der Haut fahren, zumindest aber seufzend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Am frühen Morgen liefert mir das Smartphone schon die unangenehmsten Nachrichten frei Haus. Ich könnte das natürlich ignorieren und so tun, als wäre die Welt um mich herum in bester Ordnung.

Nun, um mich herum, also direkt vor, in und hinter unserem Haus ist die Welt ja in schönster Ordnung. Zwar müsste ich dringend Hof und Gosse vorm Haus kehren und im Haus allen möglichen hausfraulichen Pflichten nachkommen, auch könnte das Gärtchen meine ordnende Hand gebrauchen, wächst da doch alles so munter vor sich hin, ganz gleich, ob ich meinen Segen dazu gegeben habe oder nicht. Die freundlichen Nachbarn haben während unserer Wiesentage die Blumen auf der Terrasse vor dem Verdursten gerettet und den Briefkasten davor bewahrt, überzuquellen. So betrachtet, habe ich gar keinen Grund, mit dem Zustand meiner kleinen Welt zu hadern.

Aber alles, was mein Telefon mir an Neuigkeiten zumutet, dient doch eher dazu, meinen Blutdruck in die Höhe zu treiben, als mich in gewohnter und geliebter Sicherheit zu wiegen.

Gestern, so erfuhr ich, sei der Kanzler von einer jungen Aktivistin arg bedrängt worden. Die junge Dame, so las ich, ist Mitglied in irgendeiner „rettet-die-Welt-Initiative“ und studiert – man höre und sei begeistert – seit Oktober Politikwissenschaften. Mit diesen damit bereits erworbenen herausragenden Kenntnissen kann sie natürlich dem Kanzler gute Ratschläge erteilen, wie er sein Amt zu führen habe…. jedenfalls überschlugen sich die Journalisten geradezu darin, die Aktivistin für ihre Kanzlerschelte zu loben. Wer irgendwann mal studiert hat UND gleichzeitig Aktivist für irgendwas war, hat eine Ahnung davon, wie viel Zeit in den Erwerb von Wissen investiert werden kann, wenn man doch „mal eben schnell die Welt retten“ will und muss. Ich behaupte mal, dass das mit dem Wissenserwerb so ein bisschen schmalspurig, wenn überhaupt funktioniert. Aber wen kümmert das, wenn man – als Sender – mit einem attraktiven jungen Mädchen mit kessem Mundwerk für Quote und damit auch Kasse sorgen kann.

Ganz hervorragend zur Weltrettung passt es, dass die Mieter eines hier nicht näher zu nennendem Wohnungskonzerns, der seine Wohnungen mittels Gaszentralheizung auf die bisher geforderten Wärmestandards brachte, sich auf deutlich niedrigere Temperaturen in den Wohnungen einstellen müssen. Ab Herbst, so teilte mein Telefon mit, würden die Raumtemperaturen dem mangelnden Gasvorrat angepasst und vor allem zur Nacht deutlich abgesenkt. Das müsste doch die Weltretterin freuen. Und vielleicht hat sie ja eine Oma, die ihr – wie ich es könnte – erzählen kann, wie es damals in ihrer Jugend war, als wir nicht die Welt retten, sondern der eigenen Haut ein ganz klein wenige Gutes angedeihen lassen wollten.

Bei uns war es in den Jahren meiner Kindheit in den 50er Jahren nämlich so: Gegen Ende des Sommers lieferte der Kohlenhändler Steinkohle in Form von „Eierkohlen“ an und Braunkohle in Form von Briketts. Mit der Steinkohle wurde der Dauerbrandofen in der Küche befeuert, auf dem in den Wintermonaten auch gekocht wurde. Die Briketts sollten den Dauerbrand auch während der Nacht gewährleisten, dennoch senkte sich die Raumtemperatur in den kalten Winternächten so deutlich ab, dass es morgens kalt war in der Küche und darum mein Vater oder meine Mutter schleunigst das Feuer im Ofen wieder in Gang setzten. Der Gasherd war nur für die Sommerküche zuständig. Die Küche war für unsere Familie während der Woche der einzige Raum, in dem überhaupt geheizt wurde, das Wohnzimmer blieb ebenso kalt wie das Schlafzimmer, ein weiteres Zimmer gab es nicht zu heizen. Küchen waren damals noch so konzipiert, dass man darin auch um einen Esstisch herum mit mehr als zwei Personen sitzen konnte, hatten also weder etwas mit den modernen Koch- und Esslandschaften, die heute mindesten 30 m² Fläche erfordern, noch mit den auch einmal modernen kleinen „nur-zum-Kochen-geigneten-Küchen“ etwas zu tun, waren aber – zumindest in der Mietwohnung, die wir mit 4 Personen bewohnten, nur geringfügig kleiner als die „gute Stube“, die nur an Sonn- und Feiertagen beheizt wurde. Gewaschen wurde sich nur mit kaltem Wasser, gebadet wurde nur am Sonnabend.

Als ich 10 Jahre alt waren, bezogen wir ein winziges Reihenhaus, dessen Kachelofen von der Küche aus mit Koks befeuert wurde und das ganze kleine Haus wärmen sollte, was ihm aber in kalten und windreichen Wochen nur unzureichend gut gelang. Der Vermieter hatte Erbarmen und baute ein neues Heizelement ein, das mit Öl betrieben wurde. Dazu wichen die Koksvorräte im Keller einem riesigen Tank für das Öl…

Wieder ein paar Jahre später zogen wir in eine größere Stadt und dort in ein Mehrfamilienhaus „mit Zentralheizung“! Welch ein Luxus. Zwar wurde das warme Wasser im Bad immer noch mit einer Gastherme bereitgestellt, aber mit dem Heizvorgang selbst hatten wir nicht mehr zu tun, als die Regler an den Heizkörpern auf und zu zu drehen…

So war es auch in den ersten Wohnungen, die der Liebste und ich nach unserer Hochzeit bewohnten.

In unserem Haus hält eine Fußbodenheizung die Räume warm, die Heizungsanlage im Keller liefert auch das warme Wasser, das selbstverständlich aus allen Wasserhähnen fließt (nur der Wasserhahn am Waschbecken im Keller liefert ausschließlich kaltes Wasser.) Das ganze Haus ist zu jeder Jahreszeit angenehm temperiert, nur an den sehr wenigen sehr heißen Sommertagen ist es selbst mir zu warm im Haus. Meine Wohlfühltemperatur liegt so um die 23° – 24° C. Heute wird sie definitiv nur mit Mühe erreicht, bzw. hält sich die Restwärme der vergangenen Tage noch ein wenig. Draußen ist es grau und trüb, die Sonne lässt sich nicht blicken, der Wind geht mäßig. Rudi Carell, der vor Jahren musikalisch klagte: „Wann wird es mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war?“ würde auch heute wieder in diese Klage einstimmen. Die heißen Tage, in denen das Wasser im Freibad allein durch die Sonne mal 26° warm wurde, gab es in meiner Kindheit und Jugendzeit nämlich noch – „auch schon“, würden die Klimaexperten allenfalls und nur ungern zugeben.

Warum ich das so ausführlich schreibe? Nun, weil sich viele junge Leute heute gar nicht mehr vorstellen können, wie mühsam in früheren Jahren die Wärme in der Wohnung erzeugt wurde. Kohle, egal ob Stein- oder Braunkohle ist ja inzwischen für die Versorgung in den privaten Wohnungen so gut wie nicht mehr anzutreffen. Das wird vermutlich nicht nur die Klimaschützer sehr freuen, auch diejenigen, die das mühsame Geschäft des Heizens nicht mehr auf diese Weise betreiben müssen.

Bleibt allerdings die Frage aller Fragen, wie die Wohnungen in dem bevorstehenden Winter tatsächlich warm genug beheizt werden können, wenn das russische Gas ganz ausbleibt und die möglichen Gaslieferungen aus anderen Quellen nur zu astronomisch hohen Preisen zu gewährleisten sein werden…. Ob die junge Aktivistin freiwillig Verzicht leisten wird, möchte ich sie stellvertretend für alle fragen, die sich für den Stop des Klimawandels verbal ins Zeug legen, aber vermutlich – wie ich es jedenfalls tue – die Vorzüge eines reibungslos funktionierenden Wärme- und Energiekonzepts genießen, wie wir es heut NOCH zur Verfügung haben, und das nun auf mehrfache Weise extrem unter Druck geraten ist.

Wobei wir bei dem nächsten Thema wären, das schon am frühen Morgen meine Aufmerksamkeit erregte und meine Nerven strapazierte.

Putin und der Krieg in der Ukraine.

Putin, so viel ist klar und wird auch mittlerweile allen klar sein müssen, wird seine „Spezialoperation“ nicht beenden, schon gar nicht, wenn der Westen auch weiterhin seine uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine erklärt – was nach Putins Verständnis nichts anderes bedeutet, als dass der Westen die Ukraine auch weiterhin befähigt, mit den russischen kriegerischen Aktivitäten Schritt zu halten. Die Russen schießen und zerbomben, was das Zeug hält, die Ukrainer schießen zurück. Die Zerstörung des östlichen Teils der Ukraine schreitet zügig voran, an Verhandlungen ist nicht zu denken. Im Gegenteil, der Herr der Ukraine fordert schwere Waffen, damit er die von den Russen eingenommenen Gebiete zurückerobern kann. Wie lange soll denn dieser Wahnsinn noch weiter gehen? Wie viele Menschen sollen noch sterben in diesem sinnlosen Kampf um das Recht, über ein Gebiet zu herrschen? Denn um nichts anderes geht es doch. Putin wähnt sich im Recht, die Separatistengebieten des Donbass in seinen Herrschaftsbereich einzufügen, die Regierung in Kiew sieht das naturgemäße anders und will nun endlich die Separatisten im Osten der Ukraine wieder unter ihre Fittiche nehmen, obwohl diese bereits vor Jahren ihre Absicht bekundet haben, in einer eigenen und autonomen Regierung über ihr Wohl und Wehe selbst entscheiden zu wollen.

Machen wir uns doch endlich mal klar, dass wir uns mit den Waffenlieferungen auch in einen inner-ukrainischen Konflikt einmischen, der allerdings, das muss deutlich gesagt werden, massiv von Russland angetrieben und verstärkt wurde und wird.

Der Krieg in der Ostukraine besteht ja eben nicht erst seit dem 24. Februar 2022. DAS wird doch in den meisten Gesprächsrunden komplett ausgeblendet. Wenn immer wieder in den Berichten von den „Separatisten“ die Rede ist, die im Osten der Ukraine kämpfen, so sind das doch zumeist Ukrainer, die aber ihrem Selbstverständnis nach russischer Abstammung sind. Wir sollten aufhören, das der Einfachheit halber auszublenden. Vielmehr sollte das in der Argumentation um mögliche Friedensverhandlungen eine größere Rolle spielen. Die Ukraine wird Russland nicht in die Knie zwingen können, schon gar nicht, ohne die Waffenlieferungen des Westens. Das aber macht meinem Verständnis nach den Westen zu einem Mitspieler in dieser blutigen und zerstörerischen Angelegenheit und die Frage wird sein, wie lange Putin sich dieses Mitspielen noch gefallen lassen wird. Die Frage müsste auch möglich sein, wie viele weitere Milliarden wir zunächst in die Zerstörung der Ukraine stecken wollen ( SCHWERE WAFFEN ZERSTÖREN NÄMLICH IMMER, WENN SIE ZUM EINSATZ KOMMEN!!!) , um dann ein Vielfaches davon in den Aufbau der völlig zerstörten Infrastruktur und der Gebiete stecken zu müssen. Denn das sind doch die Forderungen der Ukraine, die nicht erst seit heute im Raum stehen.

Wie lange, glauben die Regierungen des Westens, kann man diese Sinnlosigkeit der eigenen Bevölkerung noch als absolute Notwendigkeit verkaufen, die zudem von der Bevölkerung immer mehr Zugeständnisse hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse erfordern?

Und wie wahrscheinlicher wird zudem durch Putin die Ausweitung der „Spezialoperation“ auf die Unterstützerstaaten des Westens?

Angesichts dieser Schreckensszenarien rege ich mich ja kaum noch darüber auf, dass Hunderttausende Tonnen von Beton in den Boden versenkt werden – egal ob in Landschaftsschutzgebieten oder in herrlichen Buchenwälder, am Rand des Wattenmeeres oder vor den ostfriesischen Inseln – um die Giganten der Lüfte (nein, damit meine ich nicht die schützenswerten großen Adler und ihre etwas kleineren Artgenossen) gut sichtbar auf 2 % der Fläche eines jeden Bundeslandes zu verankern. Stellt Euch doch mal diesen Wahnsinn vor! Jedes Windrad braucht ein entsprechend großes und tief in den Boden reichendes Fundament, sonst wird es nämlich umgepustet, statt Strom zu liefern. Vermutlich sind es die gleichen Leute, die gar kein Problem mit dieser Zubetonierung großer Areale haben, die sich aber über jeden cm Straße aufregen, der neu eine Landschaft versiegelt. Guckt es Euch an, die eigentlichen Fundamente werden mit einer dünnen Bodenschicht bedeckt, auf der ein paar mickrige Grashalme und eventuell noch bienenfreundliche Blümchen wachsen, aber unter der dünnen Alibiwiese kann kein einziger Tropfen Wasser mehr in tiefere Erdschichten eindringen, lebt kein Regenwurm, kein Maulwurf, nicht mal eine armselige Assel. Ist alles tot! Und was diese Fundamente am Meeresboden für Schäden anrichten, danach fragt ohnehin niemand, der so vehement gegen den Tunnel unter der Ostsee zu Felde zieht, wegen der Zerstörung des Meeresbodens….

Und da soll ich mir nicht die Haare raufen?

Zum Glück herrschte am heutigen Morgen Ruhe an der Corona-Front… aber, liebe Freunde, auch das ist trügerisch. Die nächste Welle kommt bestimmt – und ich gehe jede Wette ein, dass bis dahin die Schulen immer noch nicht darauf eingerichtet sein werden und es immer noch zu viele Menschen geben wird, die das ohnehin alles für nicht ernst zu nehmenden Alarmismus halten und sich jeder Impfung ebenso verweigern, wie dem Tragen der Masken, das vermutlich auch wieder zwingend notwendig sein wird.

Heute wartet noch die Frauenfussballnationalmannschaft – ist das nicht ein herrliches Wort! – mit dem ersten Spiel auf….

Ihr wisst, wo Ihr mich ganz sicher nicht finden werdet – nicht, weil es Frauen sind, die spielen, sondern weil ich Spiele, bei denen es um ewas geht, gar nicht mehr anschaue, ganz egal in welchem Mannschafts-Sportwettkampf wer auch immer spielt…

…….

Aber bleibt zuversichtlich, das, so erwiderte Rabbi Wolf auf einen Fragesteller, der ihn um einen Rat fürs Leben gefragt hatte, sei das Wichtigste, mit dem man sich am Morgen beschäftigen sollte… sich um die Zuversicht für diesen Tag kümmern… (So berichtete es unserer Pastor jedenfalls in seiner letzten Predigt.)

Morgendliches Gelächter…. 1. Juli, 2022

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In einem früheren Beitrag habe ich ja schon anklingen lassen, welche Gewohnheiten meinen Rentnermorgen bestimmen. Wie immer widme ich mich nach dem Frühstück der Zeitung, allerdings, ich schrieb es ja schon, beginne ich mit der Lösung der Rätselaufgaben.

Heute (30. 6.) nun saß ich schwer nachdenkend über das Kreuzworträtsel gebeugt, das nicht nur nach Begriffen fragt, sondern die Aufgabe dadurch erschwert, dass die möglichen Lösungen ohne „Platzangabe“ eigenständig in die zuständigen Kästchen einzutragen sind. Der Liebste saß im Sessel am Fenster und las den Hauptteil der Tageszeitung, die Nachrichten aus dem Umland, das Neuste vom Sport…. so dachte ich zumindest. Als sein leises Kichern zunahm und auch nicht zu überhören war, fragte ich nach, was seine Heiterkeit auslöse.

Der Liebste war noch gar nicht zum Sportteil oder zu den Nachrichten aus der Region vorgedrungen, er war bei der Seite „HAZ FORUM“ hängen geblieben. Unter diesem schönen Begriff versammeln sich die Leserbriefschreiber, die zu „Diesdas“ Stellung nehmend ihre Meinung kundtun. Großes „Diesdas-Thema“ diesmal: „Wahlen mit 14?“

Die so unglaublich fortschrittlichen Grünen wollen in Niedersachsen das Wahlalter auf 14 Jahre herabsetzen. Das aber stößt auf nicht unerheblichen Widerstand, wie es sich in den Leserbriefen zeigt. Nicht eine der Zuschriften befürwortet das Vorhaben, alle Forumsteilnehmer schreiben mehr oder weniger ernst gemeinte Briefe, aus denen mir der Liebste die nettesten Argumente wider den grünen Wahlvorschlag vorlas:

Es ist allgemein bekannt, dass viele junge Menschen die Grünen wählen. Deshalb kann ich den Wunsch der Grünen verstehen, das Wahlalter herabzusetzen. Da man auch weiß, dass ältere Menschen aus Erziehung oder Gewohnheit wählen, würde es mich nicht verwundern, wenn nach der Herabsetzung des Wahlalters dann vielleicht eine Begrenzung nach oben angestrebt wird, zum Beispiel: „Wählen dürfen nur Personen von 14 bis 75 Jahren.“

Da kann ich nur hoffen, dass die Grünen diesen kreativen Vorschlag, der als Ironie auf die Herabsetzung des Wahlalters gedacht und geschrieben wurde, am Ende nicht doch noch aufgreifen….. Der Liebste wäre damit ja schon aus dem Rennen…

Ich verstehe, dass die Grünen um Wählerstimmen buhlen. Aber Kinder wählen zu lassen, halte ich für nicht angebracht. Als Nächstes lassen die noch die Kinder in den Kitas abstimmen.“

Och, in den Kitas werden den Kindern doch jetzt schon Sachverhalte beigebracht, die man früher erst den jungen Menschen, die die Phase der Pubertät erreicht hatten, mithilfe von Bienchen und Blümchen erläuterte.

„… Dabei sollten die Grünen im Sinne der Allgemeinheit Folgendes bedenken: Der Altersgruppe der 14-Jährigen wird mit Recht eine noch nicht ausreichende Mündigkeit zugesprochen, über ihr eigenes Schicksal richtig zu entscheiden. Aber nach dem Willen der Grünen ist diese Altersgruppe in der Lage, die viel komplizierteren Zusammenhänge des Zusammenlebens in einer komplexen Gesellschaft richtig zu erkennen. …“

In meiner Jugend galten die männlichen Jugendlichen als „Halbstarke“, die weiblichen dagegen als „Backfische“. Niemand wäre früher auf die Idee gekommen, Halbstarken und Backfischen die Entscheidung über politische Fragen anzuvertrauen. Allerdings war man in nicht ganz so politischen Fragen durchaus großzügig mit den Halbstarken, wurde ihnen doch nach der Konfirmation erlaubt, alkoholhaltige Getränke zu sich zu nehmen… das wurde jedenfalls erzählt. Damals, als der überwiegende Teil der Schülerschaft den Abschluss der vorgeschriebenen 8-jährigen Schulzeit in der Volksschule machte, begann für die meisten Jugendlichen der Ernst des Lebens, indem sie als Lehrlinge in die Berufswelt eintraten. Auch das, der Beginn des Berufslebens und damit die Übernahme von Verantwortung für sich UND ANDERE und für das Unternehmen, die Firma, den Betrieb hat sich ja um mindestens zwei Jahre nach oben verschoben. Wieso darum ausgerechnet das Wahlalter herabgesetzt werden sollte, entzieht sich wohl jeglicher Logik…

Das kann man doch sicher noch toppen, vielleicht wenn man zum Beispiel werdenden Müttern eine zusätzliche Stimme für den Embryo zubilligt. Ja geht’s noch? Ich war mit 20 Unteroffizier, durfte aber noch nicht wählen, da keine 21. Das hat mich damals geärgert. Heute würde ich mir das Wahlalter eher zurückwünschen. …“

Auch ich – zwar kein Unteroffizier – aber politisch interessiert, durfte erst mit dem Erreichen der Volljährigkeit, also mit 21 wählen. Ohne die Unterschrift meiner Eltern hätte ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal eine Urlaubsreise antreten dürfen, von schwerwiegenderen Entscheidungen ganz zu schweigen.

… Ganz junge Menschen ohne Lebenserfahrung und berufliche Wünsche und Perspektiven sollen das Leben und das Wohlergehen aller Bürger für die nahe Zukunft mitbestimmen. Wann gibt es endlich einen verpflichtenden Intelligenztest für Politiker?“

So weit die kleine Auswahl an Meinungen, die neben allen ernsten Aspekten auch zur Heiterkeit Anlass geben.

Heiterkeit und Einverständnis mit den meisten der Briefschreiber sind jedoch nur eine Seite der Medaille. Ernsthaftes Nachdenken über die gesellschaftspolitischen Belange unserer Zeit ist ganz sicher nötig.

Natürlich ist es heute richtig, die Jugendlichen um Stellungnahmen für gesellschaftlich relevante Themen zu bitten, sie jedoch zum entscheidenden Zünglein zu machen, ob an der Wahlurne oder bei den wichtigen Problemen, die unsere Zukunft betreffen, halte ich für falsch.

Es ist löblich, dass schon junge Menschen sich einsetzen und einbringen, aber Forderungen à la Greta Thunberg, ohne jedes Nachdenken darüber, wie der gegenwärtige westliche Lebensstandard auch für die sogenannte „Dritte Welt“ erreicht werden kann, mit dem „how dare you?“ den alten weißen Männern und Frauen entgegenzuschleudern, kann doch nicht zum Maßstab für verantwortungsvolle Politik gemacht werden! Ich vermute, dass auch diese so kraftvoll vorgebrachten Forderungen nicht ursprünglich von Schulkindern ausgegangen sind, sondern dass politische Interessenverbände die leicht zu beeinflussenden Kinder manipulativ benutzt haben, sich für eine vermeintlich „gute Sache“ einzusetzen.

Und welches begeisterungsfähige Kind, welcher junge Schüler, welcher Jugendliche würde nicht gerne auf der Seite des / der Guten sein und mit missionarischem Eifer auf die Straße gehen, um für sein Anliegen einzustehen? (Noch dazu, wenn man sich damit ein paar langweilige Schulstunden ersparen könnte, fanden die fff-Aufmärsche doch immer während und niemals NACH der Unterrichtszeit statt!)

Kinder, das wussten Diktatoren wie Heilslehrer schon immer, eignen sich hervorragend dazu, im Sinne ihrer Ideologie aufgeweckt und manipuliert zu werden. Ein Blick auf die Geschichte der Hitler-Jugend ist ebenso aufschlussreich, wie die auf die Thälmann-Pioniere.

Auch christliche Kinder und Jugendliche waren und sind von missbräuchlicher Manipulation und Instrumentalisierung nicht ausgenommen. In ihrer fürchterlichsten Form ist das bekannt geworden unter Stichwort und an dem Ort „Colonia Dignidad„, deren Anfänge aber in Deutschland lagen.

Zum Glück – so hoffe ich zumindest – waren diese und ähnliche Strukturen aber die Ausnahme.

Ich erlebte meine Kindheit und Jugend und erlebe eigentlich mein ganzes Leben bis heute – in einer Freikirche.

Ich war als Jugendliche absolut begeistert von der Idee, die Menschen zu Jesus zu führen und nahm an entsprechenden öffentlichen „Sit-ins“ und „Preach-ins“ teil. Das habe ich nie bereut und bin auch heute noch der Meinung, viel mehr Menschen müssten für Jesus begeistert werden. Nur die Vorgehensweise – die wäre für mich heute nicht mehr altersgemäß…

Als Studentin habe ich an Demonstrationen gegen die Notstandsgesetze teilgenommen, und ich demonstriere immer noch gegen den schrecklichen Notstand, der mit dem immer noch virulenten Antisemitismus zusammenhängt, hier im Blog, aber auch auf der Straße.

Jedes Alter – das will ich damit sagen – hat seine entsprechenden Formen und Gestaltungsmöglichkeiten, berechtigten Anliegen öffentlich Ausdruck zu verleihen… ich billige das den fff-Aktivisten ebenso zu, wie den „Omas gegen Rechts“, den Leuten, die sich „für das Leben“ einsetzen genauso wie denjenigen, die sich für die Freigabe des §218 stark machen, um hier auch zwei sehr gegensätzliche Positionen zu benennen. Aber wir sollten uns davor hüten, ungeprüft denen, die am lautesten schreien, den größeren Zuspruch zukommen zu lassen und (nur) das „Geschrei“ in politisches Handeln umzusetzen.

Das Wahlalter aber, davon bin ich überzeugt, sollte man bei 18 Jahren belassen, wenn der jugendliche Elan und Übermut langsam aber sicher in ein kritisches Nachdenken übergeht und gründliche Reflexion statt reflexhaftem Reagieren die Entscheidung bestimmt.


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Ich will gar nicht erst den Versuch machen, meine pädagogischen und psychologischen Kenntnisse und die Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen NICHT für die Forderung verantwortlich zu machen, das Wahlalter beizubehalten. Die 23jährige Tätigkeit als Fachlehrerin ist ebenso wenig spurlos an mir vorübergegangen.

Doch zu allen Zeiten habe ich immer wieder Kinder und Jugendliche erlebt, die differenziert ihre Realität wahrnehmen und beschreiben konnten – und in der Lage waren, eine reflektierte Stellung dazu einzunehmen….  Das ist etwas, was mich schon immer beeindruckt hat und mich heute an meinen Enkeln entzückt.

Das „Dennoch“ bleibt dennoch bestehen…. Wahlalter beibehalten 😉

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