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Zum Lachen ist mir gerade nicht zumute…. 8. Juli, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Nein, zum Lachen ist mir wirklich nicht zumute, eher könnte ich aus der Haut fahren, zumindest aber seufzend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Am frühen Morgen liefert mir das Smartphone schon die unangenehmsten Nachrichten frei Haus. Ich könnte das natürlich ignorieren und so tun, als wäre die Welt um mich herum in bester Ordnung.

Nun, um mich herum, also direkt vor, in und hinter unserem Haus ist die Welt ja in schönster Ordnung. Zwar müsste ich dringend Hof und Gosse vorm Haus kehren und im Haus allen möglichen hausfraulichen Pflichten nachkommen, auch könnte das Gärtchen meine ordnende Hand gebrauchen, wächst da doch alles so munter vor sich hin, ganz gleich, ob ich meinen Segen dazu gegeben habe oder nicht. Die freundlichen Nachbarn haben während unserer Wiesentage die Blumen auf der Terrasse vor dem Verdursten gerettet und den Briefkasten davor bewahrt, überzuquellen. So betrachtet, habe ich gar keinen Grund, mit dem Zustand meiner kleinen Welt zu hadern.

Aber alles, was mein Telefon mir an Neuigkeiten zumutet, dient doch eher dazu, meinen Blutdruck in die Höhe zu treiben, als mich in gewohnter und geliebter Sicherheit zu wiegen.

Gestern, so erfuhr ich, sei der Kanzler von einer jungen Aktivistin arg bedrängt worden. Die junge Dame, so las ich, ist Mitglied in irgendeiner „rettet-die-Welt-Initiative“ und studiert – man höre und sei begeistert – seit Oktober Politikwissenschaften. Mit diesen damit bereits erworbenen herausragenden Kenntnissen kann sie natürlich dem Kanzler gute Ratschläge erteilen, wie er sein Amt zu führen habe…. jedenfalls überschlugen sich die Journalisten geradezu darin, die Aktivistin für ihre Kanzlerschelte zu loben. Wer irgendwann mal studiert hat UND gleichzeitig Aktivist für irgendwas war, hat eine Ahnung davon, wie viel Zeit in den Erwerb von Wissen investiert werden kann, wenn man doch „mal eben schnell die Welt retten“ will und muss. Ich behaupte mal, dass das mit dem Wissenserwerb so ein bisschen schmalspurig, wenn überhaupt funktioniert. Aber wen kümmert das, wenn man – als Sender – mit einem attraktiven jungen Mädchen mit kessem Mundwerk für Quote und damit auch Kasse sorgen kann.

Ganz hervorragend zur Weltrettung passt es, dass die Mieter eines hier nicht näher zu nennendem Wohnungskonzerns, der seine Wohnungen mittels Gaszentralheizung auf die bisher geforderten Wärmestandards brachte, sich auf deutlich niedrigere Temperaturen in den Wohnungen einstellen müssen. Ab Herbst, so teilte mein Telefon mit, würden die Raumtemperaturen dem mangelnden Gasvorrat angepasst und vor allem zur Nacht deutlich abgesenkt. Das müsste doch die Weltretterin freuen. Und vielleicht hat sie ja eine Oma, die ihr – wie ich es könnte – erzählen kann, wie es damals in ihrer Jugend war, als wir nicht die Welt retten, sondern der eigenen Haut ein ganz klein wenige Gutes angedeihen lassen wollten.

Bei uns war es in den Jahren meiner Kindheit in den 50er Jahren nämlich so: Gegen Ende des Sommers lieferte der Kohlenhändler Steinkohle in Form von „Eierkohlen“ an und Braunkohle in Form von Briketts. Mit der Steinkohle wurde der Dauerbrandofen in der Küche befeuert, auf dem in den Wintermonaten auch gekocht wurde. Die Briketts sollten den Dauerbrand auch während der Nacht gewährleisten, dennoch senkte sich die Raumtemperatur in den kalten Winternächten so deutlich ab, dass es morgens kalt war in der Küche und darum mein Vater oder meine Mutter schleunigst das Feuer im Ofen wieder in Gang setzten. Der Gasherd war nur für die Sommerküche zuständig. Die Küche war für unsere Familie während der Woche der einzige Raum, in dem überhaupt geheizt wurde, das Wohnzimmer blieb ebenso kalt wie das Schlafzimmer, ein weiteres Zimmer gab es nicht zu heizen. Küchen waren damals noch so konzipiert, dass man darin auch um einen Esstisch herum mit mehr als zwei Personen sitzen konnte, hatten also weder etwas mit den modernen Koch- und Esslandschaften, die heute mindesten 30 m² Fläche erfordern, noch mit den auch einmal modernen kleinen „nur-zum-Kochen-geigneten-Küchen“ etwas zu tun, waren aber – zumindest in der Mietwohnung, die wir mit 4 Personen bewohnten, nur geringfügig kleiner als die „gute Stube“, die nur an Sonn- und Feiertagen beheizt wurde. Gewaschen wurde sich nur mit kaltem Wasser, gebadet wurde nur am Sonnabend.

Als ich 10 Jahre alt waren, bezogen wir ein winziges Reihenhaus, dessen Kachelofen von der Küche aus mit Koks befeuert wurde und das ganze kleine Haus wärmen sollte, was ihm aber in kalten und windreichen Wochen nur unzureichend gut gelang. Der Vermieter hatte Erbarmen und baute ein neues Heizelement ein, das mit Öl betrieben wurde. Dazu wichen die Koksvorräte im Keller einem riesigen Tank für das Öl…

Wieder ein paar Jahre später zogen wir in eine größere Stadt und dort in ein Mehrfamilienhaus „mit Zentralheizung“! Welch ein Luxus. Zwar wurde das warme Wasser im Bad immer noch mit einer Gastherme bereitgestellt, aber mit dem Heizvorgang selbst hatten wir nicht mehr zu tun, als die Regler an den Heizkörpern auf und zu zu drehen…

So war es auch in den ersten Wohnungen, die der Liebste und ich nach unserer Hochzeit bewohnten.

In unserem Haus hält eine Fußbodenheizung die Räume warm, die Heizungsanlage im Keller liefert auch das warme Wasser, das selbstverständlich aus allen Wasserhähnen fließt (nur der Wasserhahn am Waschbecken im Keller liefert ausschließlich kaltes Wasser.) Das ganze Haus ist zu jeder Jahreszeit angenehm temperiert, nur an den sehr wenigen sehr heißen Sommertagen ist es selbst mir zu warm im Haus. Meine Wohlfühltemperatur liegt so um die 23° – 24° C. Heute wird sie definitiv nur mit Mühe erreicht, bzw. hält sich die Restwärme der vergangenen Tage noch ein wenig. Draußen ist es grau und trüb, die Sonne lässt sich nicht blicken, der Wind geht mäßig. Rudi Carell, der vor Jahren musikalisch klagte: „Wann wird es mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war?“ würde auch heute wieder in diese Klage einstimmen. Die heißen Tage, in denen das Wasser im Freibad allein durch die Sonne mal 26° warm wurde, gab es in meiner Kindheit und Jugendzeit nämlich noch – „auch schon“, würden die Klimaexperten allenfalls und nur ungern zugeben.

Warum ich das so ausführlich schreibe? Nun, weil sich viele junge Leute heute gar nicht mehr vorstellen können, wie mühsam in früheren Jahren die Wärme in der Wohnung erzeugt wurde. Kohle, egal ob Stein- oder Braunkohle ist ja inzwischen für die Versorgung in den privaten Wohnungen so gut wie nicht mehr anzutreffen. Das wird vermutlich nicht nur die Klimaschützer sehr freuen, auch diejenigen, die das mühsame Geschäft des Heizens nicht mehr auf diese Weise betreiben müssen.

Bleibt allerdings die Frage aller Fragen, wie die Wohnungen in dem bevorstehenden Winter tatsächlich warm genug beheizt werden können, wenn das russische Gas ganz ausbleibt und die möglichen Gaslieferungen aus anderen Quellen nur zu astronomisch hohen Preisen zu gewährleisten sein werden…. Ob die junge Aktivistin freiwillig Verzicht leisten wird, möchte ich sie stellvertretend für alle fragen, die sich für den Stop des Klimawandels verbal ins Zeug legen, aber vermutlich – wie ich es jedenfalls tue – die Vorzüge eines reibungslos funktionierenden Wärme- und Energiekonzepts genießen, wie wir es heut NOCH zur Verfügung haben, und das nun auf mehrfache Weise extrem unter Druck geraten ist.

Wobei wir bei dem nächsten Thema wären, das schon am frühen Morgen meine Aufmerksamkeit erregte und meine Nerven strapazierte.

Putin und der Krieg in der Ukraine.

Putin, so viel ist klar und wird auch mittlerweile allen klar sein müssen, wird seine „Spezialoperation“ nicht beenden, schon gar nicht, wenn der Westen auch weiterhin seine uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine erklärt – was nach Putins Verständnis nichts anderes bedeutet, als dass der Westen die Ukraine auch weiterhin befähigt, mit den russischen kriegerischen Aktivitäten Schritt zu halten. Die Russen schießen und zerbomben, was das Zeug hält, die Ukrainer schießen zurück. Die Zerstörung des östlichen Teils der Ukraine schreitet zügig voran, an Verhandlungen ist nicht zu denken. Im Gegenteil, der Herr der Ukraine fordert schwere Waffen, damit er die von den Russen eingenommenen Gebiete zurückerobern kann. Wie lange soll denn dieser Wahnsinn noch weiter gehen? Wie viele Menschen sollen noch sterben in diesem sinnlosen Kampf um das Recht, über ein Gebiet zu herrschen? Denn um nichts anderes geht es doch. Putin wähnt sich im Recht, die Separatistengebieten des Donbass in seinen Herrschaftsbereich einzufügen, die Regierung in Kiew sieht das naturgemäße anders und will nun endlich die Separatisten im Osten der Ukraine wieder unter ihre Fittiche nehmen, obwohl diese bereits vor Jahren ihre Absicht bekundet haben, in einer eigenen und autonomen Regierung über ihr Wohl und Wehe selbst entscheiden zu wollen.

Machen wir uns doch endlich mal klar, dass wir uns mit den Waffenlieferungen auch in einen inner-ukrainischen Konflikt einmischen, der allerdings, das muss deutlich gesagt werden, massiv von Russland angetrieben und verstärkt wurde und wird.

Der Krieg in der Ostukraine besteht ja eben nicht erst seit dem 24. Februar 2022. DAS wird doch in den meisten Gesprächsrunden komplett ausgeblendet. Wenn immer wieder in den Berichten von den „Separatisten“ die Rede ist, die im Osten der Ukraine kämpfen, so sind das doch zumeist Ukrainer, die aber ihrem Selbstverständnis nach russischer Abstammung sind. Wir sollten aufhören, das der Einfachheit halber auszublenden. Vielmehr sollte das in der Argumentation um mögliche Friedensverhandlungen eine größere Rolle spielen. Die Ukraine wird Russland nicht in die Knie zwingen können, schon gar nicht, ohne die Waffenlieferungen des Westens. Das aber macht meinem Verständnis nach den Westen zu einem Mitspieler in dieser blutigen und zerstörerischen Angelegenheit und die Frage wird sein, wie lange Putin sich dieses Mitspielen noch gefallen lassen wird. Die Frage müsste auch möglich sein, wie viele weitere Milliarden wir zunächst in die Zerstörung der Ukraine stecken wollen ( SCHWERE WAFFEN ZERSTÖREN NÄMLICH IMMER, WENN SIE ZUM EINSATZ KOMMEN!!!) , um dann ein Vielfaches davon in den Aufbau der völlig zerstörten Infrastruktur und der Gebiete stecken zu müssen. Denn das sind doch die Forderungen der Ukraine, die nicht erst seit heute im Raum stehen.

Wie lange, glauben die Regierungen des Westens, kann man diese Sinnlosigkeit der eigenen Bevölkerung noch als absolute Notwendigkeit verkaufen, die zudem von der Bevölkerung immer mehr Zugeständnisse hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse erfordern?

Und wie wahrscheinlicher wird zudem durch Putin die Ausweitung der „Spezialoperation“ auf die Unterstützerstaaten des Westens?

Angesichts dieser Schreckensszenarien rege ich mich ja kaum noch darüber auf, dass Hunderttausende Tonnen von Beton in den Boden versenkt werden – egal ob in Landschaftsschutzgebieten oder in herrlichen Buchenwälder, am Rand des Wattenmeeres oder vor den ostfriesischen Inseln – um die Giganten der Lüfte (nein, damit meine ich nicht die schützenswerten großen Adler und ihre etwas kleineren Artgenossen) gut sichtbar auf 2 % der Fläche eines jeden Bundeslandes zu verankern. Stellt Euch doch mal diesen Wahnsinn vor! Jedes Windrad braucht ein entsprechend großes und tief in den Boden reichendes Fundament, sonst wird es nämlich umgepustet, statt Strom zu liefern. Vermutlich sind es die gleichen Leute, die gar kein Problem mit dieser Zubetonierung großer Areale haben, die sich aber über jeden cm Straße aufregen, der neu eine Landschaft versiegelt. Guckt es Euch an, die eigentlichen Fundamente werden mit einer dünnen Bodenschicht bedeckt, auf der ein paar mickrige Grashalme und eventuell noch bienenfreundliche Blümchen wachsen, aber unter der dünnen Alibiwiese kann kein einziger Tropfen Wasser mehr in tiefere Erdschichten eindringen, lebt kein Regenwurm, kein Maulwurf, nicht mal eine armselige Assel. Ist alles tot! Und was diese Fundamente am Meeresboden für Schäden anrichten, danach fragt ohnehin niemand, der so vehement gegen den Tunnel unter der Ostsee zu Felde zieht, wegen der Zerstörung des Meeresbodens….

Und da soll ich mir nicht die Haare raufen?

Zum Glück herrschte am heutigen Morgen Ruhe an der Corona-Front… aber, liebe Freunde, auch das ist trügerisch. Die nächste Welle kommt bestimmt – und ich gehe jede Wette ein, dass bis dahin die Schulen immer noch nicht darauf eingerichtet sein werden und es immer noch zu viele Menschen geben wird, die das ohnehin alles für nicht ernst zu nehmenden Alarmismus halten und sich jeder Impfung ebenso verweigern, wie dem Tragen der Masken, das vermutlich auch wieder zwingend notwendig sein wird.

Heute wartet noch die Frauenfussballnationalmannschaft – ist das nicht ein herrliches Wort! – mit dem ersten Spiel auf….

Ihr wisst, wo Ihr mich ganz sicher nicht finden werdet – nicht, weil es Frauen sind, die spielen, sondern weil ich Spiele, bei denen es um ewas geht, gar nicht mehr anschaue, ganz egal in welchem Mannschafts-Sportwettkampf wer auch immer spielt…

…….

Aber bleibt zuversichtlich, das, so erwiderte Rabbi Wolf auf einen Fragesteller, der ihn um einen Rat fürs Leben gefragt hatte, sei das Wichtigste, mit dem man sich am Morgen beschäftigen sollte… sich um die Zuversicht für diesen Tag kümmern… (So berichtete es unserer Pastor jedenfalls in seiner letzten Predigt.)

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