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Jederzeit…. 31. August, 2022

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Wir wissen es alle, wir sind sterblich!

Zu sterben, auch das wissen wir alle, zumindest könnten wir es wissen, ist nicht an das Alter gebunden, auch wenn wir in jungen Jahren immer davon ausgehen, dass der Tod noch lange nicht an die Tür klopfen wird. Und selbst jetzt, im Alter von fast 73 Jahren, erwarte ich ihn nicht heute oder morgen oder übermorgen … „Der Tod kommt später!“ so meine mehr oder weniger bewusste Annahme, trotz des Wissens darum, dass er jederzeit eintreffen kann.

Ich lebe immer noch so, als sei meine Zukunft unbegrenzt weit und mein Ende noch lange nicht absehbar. Das ist auch gut so, denke ich. Es ist gut, dass auch Menschen meines Alters noch Pläne für die Zukunft schmieden, erwartungsvoll auf das Morgen schauen, auf ein Morgen, das jedoch nicht mit dem kommenden Tag gemeint ist, sondern dessen Erscheinen erst in Wochen, Monaten, gar Jahren angenommen wird: Nächstes Jahr fahre ich mit dem Trike an der Ems oder Elbe entlang, genieße ich mit den Enkeln den Skiurlaub, feiern wir das Fest der Goldenen Hochzeit. Ich freue mich auf diese vielen „Morgen“. Gleichzeitig weiß ich aber, dass dieser bekannte Satz aus dem Neuen Testament auch für mich JEDERZEIT gültig ist: „So Gott, der HERR, will und wir leben!“ (Jakobus 4,15) Mein Ende, so ich es nicht selber in suizidaler Absicht herbeiführe, steht nicht in meiner Macht.

Und natürlich hoffe ich, dass das Ende sanft und friedlich sein wird, wie ich es auch bei meinen Eltern erlebt habe. Doch auch das ist weder gewiss noch steht es in meiner Macht.

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als mir mein Telefon die Nachricht vom Tod zweier prominenter Zeitgenossen mitteilte:

Michail Gorbatschow ist tot

Stand: 31.08.2022 05:54 Uhr

Der Friedensnobelpreisträger und frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er galt als einer der Väter der Deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges.

Michail Gorbatschow, der letzte Staatspräsident der Sowjetunion, ist tot. Der Friedensnobelpreisträger von 1990 starb in Moskau im Alter von 91 Jahren. „Heute Abend ist nach schwerer und langer Krankheit Michail Sergejewitsch Gorbatschow gestorben“, teilte das Zentrale klinische Krankenhaus (ZKB) in der russischen Hauptstadt mit. (Quelle und weitere Informationen: https://www.tagesschau.de/ausland/gorbatschow-gestorben-101.html)

„Wie viele Hoffnungen für eine friedlichere Welt haben wir mit diesem Mann verbunden“, denke ich und fühle mich ohnmächtig und traurig angesichts der rauen und radikalen Wirklichkeit, auf die wir heute schauen und in der viel zu viele Menschen leben – ohne Hoffnung, ohne Zuversicht, ohne freudige Erwartung eines guten „Morgen“.

Die andere Nachricht betrifft einen Mann, dem ich persönlich deutlich weniger Achtung entgegenbringe als dem großen Russen.

Hans-Christian Ströbele gestorben

Stand: 31.08.2022 11:23 Uhr

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele ist tot. Er starb bereits am Montag im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit, wie sein Rechtsanwalt mitteilte.

Der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele ist im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Das teilte sein Rechtsanwalt Johannes Eisenberg mit.

In einer Mitteilung schrieb Eisenberg: „Er hat selbst entschieden, dass er den langen Leidensweg, den ihm seine Erkrankung zugemutet hat, nicht mehr fortsetzen wollte, und lebenserhaltende Maßnahmen reduziert. Er war bis zuletzt bei vollem Bewusstsein. Nicht der Geist, der Körper wurde ihm zur Qual und hat ihn am 29. August 2022 verlassen.“ (Quelle und weitere Informationen: https://www.tagesschau.de/eilmeldung/hans-christian-stroebele-tot-101.html)

„Über Tote nur Gutes.“ So will es die Ehrfurcht vor dem Tod selbst.

Ich halte mich daran, erlaube mir aber den diskreten Hinweis, dass die Rolle, die Ströbele in den schrecklichen Jahren der RAF spielte, für mich immer gegenwärtig war und immer im Vordergrund stand auch und gerade in Bezug auf Ströbeles späteres politisches Wirken, mit dem ich mehr oder weniger ständig haderte.

So bleibt mir angesichts dieser so unterschiedlichen Männer und der Nachrichten ihres Todes nur die Bitte, die vor uns schon so viele formuliert haben:

„HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Psalm 90, 12

Wunschdenken oder religiöser Wahn? 30. August, 2022

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‚Dank, dass uns einer gegeben ist, der so ist wie wir, uns kennt und uns von aller Not befreit…‘

So oder so ähnlich kommen mir mittlerweile die öffentlich dargebotenen Huldigungen vor, die an die Person Robert Habecks geknüpft sind.

In der Printausgabe des „Spiegel Nr. 34“ – mit dem Titel „Die Leidfigur“ und Habecks Konterfei – wagte es Dirk Kurbjuweit in seinem Titel-Artikel kritische Gedanken zu Robert Habeck zu äußern. Die sollen hier aber keine Rolle spielen.

In der folgenden Ausgabe des „Spiegel Nr. 35“ findet sich unter den 10 veröffentlichten Leserbriefen zu dem Artikel, kaum einer, der dem Tenor und Autor des Artikels entspricht. Vielmehr wird Herr Kurbjuweit für seine Kritik an Habeck heftig angegriffen.

Der Zuspruch für Habeck scheint nicht nur, er ist wohl auch ungebrochen und nähert sich meiner Meinung nach bedenklich einer beinahe schon göttlichen Verehrung an. Alle folgenden Zitate aus „Briefe“, Ausgabe Spiegel Nr. 35, Seite 120:

„Endlich haben wir auf der politischen Bühne jemanden, der das breite Spektrum seiner Charakterzüge und Eigenschaften gut einsetzt, der denken, mitfühlen und darüber sprechen kann…“

„Jetzt haben wir endlich mal einen Politiker, der nicht nur herumeiert, sondern sich menschlich engagiert an Probleme herantraut…“

„Habecks Zweifel sehe ich nicht als Zweifel an sich selbst, der Welt oder anderen, sondern als emotional und damit zum Mitfühlen und Mitdenken einladend geäußerte Dokumentation der Dilemmata im politischen Entscheidungsprozeß…“

„Ich bin froh, dass Robert Habeck so kommuniziert und handelt, wie er es bis jetzt getan hat…“

„Uneingeschränkt richtig ist, … , dass Robert Habeck menschlich und emotional spricht. Wo aber soll das Problem sein, wenn er dadurch unisono verstanden und gemocht wird und durch seine sympathische Offenheit und authentische Art glaubhaft ist?“

„Wenn auch nur ein Teil unserer Politiker sich auch so verhalten würde, wäre es erlebte und wahrhaft gefühlte Demokratie.“

Aha, es geht also gar nicht mehr um Fähigkeiten oder gar Sachkompetenz, es reicht völlig aus, durch das kommunikative Verhalten „erlebte und wahrhaft gefühlte Demokratie“ herzustellen.

Es ist, nach Meinung eines Leserbriefschreibers auch „völlig wurscht, warum er so spricht, er ist erfrischend, hoch engagiert, erfolgreich und intelligent.“ Mhhh…. wenn er denn wirklich erfolgreich wäre … aber genau das muss man doch arg bezweifeln, wie es übrigens aus einem der Schreiben hervorgeht:

„Dirk Kurbjuweit mag durchaus recht haben, dass Habeck einen neuen Kommunikationsstil eingeführt hat – erklärend, zweifelnd, abwägend, nahbar, gelegentlich mit Straßenjargon garniert. Aber macht das aus ihm einen guten Politiker? Kann Wahrhaftigkeitsanspruch Urteilsvermögen und Analyse ersetzen?“

Nein, das kann er meiner Meinung nach nicht. Nicht das „WIE“ der Ausführungen ist entscheidend, sondern das „WAS“ und ob dieses „Was“ einer gründlichen Sachanalyse entspricht oder nur der „gefühlten“ Wirklichkeit eines Robert Habeck und der seiner ihm untergebenen Mitarbeiter.

Doch unsere Medien haben inzwischen einen so riesigen Heiligenschein dem guten Robert aufs zerzauste Haar gemalt, dass jegliche Kritik einer Majestätsbeleidigung, wenn nicht gar einer blasphemischen Haltung gleichkommt.


Ich lese gerade Tilmann Bendikokowski, „Hitlerwetter, Das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938 /39“ , Bertelsmann, München 2022


Es verschlägt mir beinahe die Sprache, angesichts der Parallelen in den Huldigungen für H. und H., wie sie mir in den Leserbriefen des Spiegel von 2022 und in den Berichten aus den angeführten Jahren 1938/39 entgegenschlagen. Männer als „gottgleiche Heilsbringer“ und nahezu vergöttert von einer unmündigen und entmündigten Leserschaft und Bevölkerung.

„A H (den Namen schreibe ich bewusst nicht aus) du Glaubender, du Liebender, du Schauender, du Wollender und zum Einsatz Bereiter in jedem Augenblick, diese höchste, entscheidenste der Kräfte gab dir Gott, und aus ihr her gabst du uns, deinen Brüdern, das neue Deutschland, dein Deutschland….“ Quelle: Hitlerwetter, Seite 208

Es ist ausdrücklich nicht die Politik, die ich hier vergleiche, es ist die emotional aufgeladene Berichterstattung und die ebenso darauf emotional erfolgte Antwort der Rezipienten im Volk, die mir bitter aufstößt.
Wohin dieser religiöse Wahn führen kann, zeigt auf dramatische Weise unsere Geschichte.

Ich will und werde nicht behaupten, dass sie sich in gleicher Weise wiederholt, aber das vollkommen unreflektierte Bejubeln eines – allerdings begnadeten – Redners und seiner Reden ohne wirkliche Substanz, wirkt auf mich schon ziemlich befremdlich und irritierend.

Wie die ARD mit Bildern Stimmung macht… 30. August, 2022

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https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/duerre-deutschland-103.html

„Wie Deutschland Dürren managen will“ schreibt die ARD….

Das sieht doch tatsächlich nach einer schrecklichen Dürre aus … Braune Felder, kein Tropfen Wasser in Sicht.

Mir machen solche Bilder aber keine Angst, mich machen sie wütend!

UNFASSBAR WÜTEND !!!

Was hier nämlich abgebildet ist, beschreibt eben keine Dürre auf dem Feld.

ES IST GERADE ERNTEZEIT !

Und das Bild zeigt nichts anderes als abgeerntete Felder, bzw. die, bei denen die Ernte unmittelbar bevorsteht. Getreidefelder bleiben nun mal nicht grün, sie werden gelbbraun, ebenso die Rapsfelder. Es ärgert mich, wenn man solche Bilder für visuelle Unterfütterung der Behauptung einer „Dürre“ heranzieht.

Ich nenne diese Vorgehensweise M A N I P U L T I O N !

Am Ende, so denke ich, schadet diese Form der politischen Agitation mehr dem Anliegen, unsere Natur und Umwelt zu schützen, als sie ihr dient.

Irgendwann wird auch der letzte wohlmeinende Zuschauer und Leser merken, dass er manipuliert wurde und nicht länger mit stoischer Gelassenheit auf die täglichen Katastrophenmeldungen reagieren, sondern sich auflehnen gegen die „Volkserzieher“, die auf allen Kanälen nur eine Sicht der Dinge zulassen.

Das ist zumindest meine Hoffnung.


Übrigens, der Mais, der rechts und links der Straßen in Norddeutschland steht, ist, nach meinem eigenen „Erfahren der Straßen“, so grün und hoch wie eh und je…

Von Kühen, Schafen und Sommerwetter… 28. August, 2022

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(Nicht nur) Von Kühen, Schafen und Sommerwetter soll hier die Rede sein.

„Das Beste am Norden sind …“

So beginnen wunderbare Werbesprüche, die der NDR von Zeit zu Zeit sendet und in denen einige Eingeborene Norddeutschlands die Besonderheiten ihrer Heimat auf witzige Weise anpreisen können. Mir machen diese Liebeserklärungen an norddeutsche Frauen, Hühner, Schafe, Deiche, Trecker und was es sonst noch so auf dem Land gibt, unendlich viel Spaß.

Das Beste am Norden ist unsere Wiese…

Das ist für mich das Beste am Norden, dieses kleine Stückchen Land hinterm Deich, mit einem ebenfalls kleinen Häuschen darauf, aber mit dem weiten Blick über die Felder, die immer den Jahreszeiten entsprechend ihr Aussehen verändern und die jetzt schon sehr deutlich den Herbst ankündigen. Das Rapsfeld vor unserer Nase, das im Frühjahr so strahlend gelb und mit betörendem Duft blühte, ist längst abgeerntet. Vor ein paar Tagen zog der Bauer die erste Pflugbahn am Graben entlang … unterließ dann aber jedes weitere Pflügen, was mich dazu anregte, über den Sinn seines Tuns nachzudenken, ohne aber zu einem Ergebnis zu kommen.

Das – Nachzudenken über das, was vor meiner Nase geschieht – ist etwas richtig Gutes am Norden und an der Wiese. Ich bin etwas weiter weg von den täglichen Horrormeldungen, die mir via Zeitung, Fernsehen und Smartphone zugespielt werden. Ich schaue den Wolken nach, die jetzt, nach den heißen Tagen, wieder für kühlere Temperaturen sorgen, beobachte die jungen Elstern, die über die Wiese spazieren, als seien sie die Herrscher eines kleinen Königreichs, sehe den Weiden zu, deren Zweige im Wind hin und her wogen – das passt so gut zu Odile, wie eine der Weiden heißt, die ja, genau, tatsächlich nach „der“ Odile aus dem Ballett Schwanensee benannt ist….

Zu meinem Blickfeld gehören auch einige Windräder des nahen „Windparks“. Im Moment drehen sich fast alle, vor einer Stunde noch standen einige der Rotoren aber still. Vermutlich benötigt man gerade nicht den gesamten Strom, die die Dinger bei gutem Wind produzieren, wird doch in diesen Tagen, wie ich unlängst las und hier auch weitergab, die elektrische Energie durch die Verstromung von kostbarem Gas erzeugt, da würde der Überschuss durch die Windkraftanlagen eher stören.

Über Sinn und Zweck der Gasumlage will ich jetzt nicht weiter nachdenken, ich erlaube mir stattdessen aber doch den Hinweis auf einen Artikel, den ich vorgestern oder gestern las und in dem der Herr über die Umwelt mitteilte, „Legionen von Juristen“ hätten ihn vor der Regelung gewarnt, die er – um die Versorger, nicht aber die Abnehmer zu retten – allen zumutet, die irgendwie am Gasnetz hängen. Trotz der vielen Fachleute im Wirtschaftsministerium sei es offenbar nicht gelungen, die Folgen dieser „Gasumlage“ genannten Regelung in den Blick zu nehmen. Man fragt sich angesichts dieses ministeriellen Eingeständnisses natürlich, welche möglichen Folgen möglicher Regelungen ebenso wenig in den Blick genommen werden und ob es möglicherweise einen Zusammenhang geben könnte zwischen Wissen und Kompetenz des Ministers und dem nicht vorhandenen Weitblick. Ich meine ja nur, dass es doch seltsam anmutet, dass der Wirtschaftsminister einer der stärksten Volkswirtschaften der Welt keine Ahnung zu haben scheint von der Materie, mit der er es zu tun hat. „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ habe ich noch in der Schule gelernt, was nichts anderes bedeutete, als dass man von den Dingen, über die man redet, doch irgendwie Ahnung haben sollte, gar nicht erst zu reden von den Entscheidungen, die ein „Schuster“ nicht in seiner ureigensten Profession trifft, sondern in völliger Verkennung seiner Kompetenzen für gänzlich andere Gewerke und Wirtschaftszweige anordnet.

Anordnungen ganz anderer Art, so konnte man es auch in diesen Tagen lesen, sind ganz furchtbar „in die Hose gegangen“, um es salopp zu formulieren. Meine Rede ist von dem Erstellen und dem Verhindern von Büchern, d.h, die Bücher wurden zwar erstellt, der Verkauf aber verhindert, nachdem einige wenige besonders Erleuchtete den Verlag darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die Bücher nicht dem korrekten Umgang mit dem hochsensiblen Thema „indigene Kulturen“ entsprachen. Wie man seither in vielen, vielen Artikeln lesen kann, gibt es tatsächlich auch Befürworter der Anordnung des Verlags, ich gehe aber davon aus – eine Statistik dazu habe ich weder gesucht noch gefunden – dass die „Ablehner“ dieser Maßnahme die Mehrheit bilden und einigen wenigen Zeitgenossen die ganze Diskussion schlicht nur auf den berühmten Keks geht. Karl Mays wundersame Erzählungen aus der neuen Welt über das Aufeinandertreffen völlig verschiedener Kulturen, die Freundschaft zwischen den Protagonisten dieser Kulturen, wie auch die ebenso beschriebenen feindlichen Aktivitäten sollen nicht mehr Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Ob auch „Lederstrumpf“ unter den Bann fällt, habe ich zwar noch nicht gehört, aber davon ist doch auszugehen. Wir Deutschen hatten immer schon einen Hang für radikale Lösungen, die Scheiterhaufen, auf denen die Bücher verbrannt wurden, die nicht ins Schema der erwünschten politisch-kulturellen „Bildung“ passten, sollten uns doch Mahnung sein und eben nicht Vorbild, auch wenn die Ächtung heute nicht mehr bei nächtlichen Feuern auf öffentlichen Plätzen zelebriert wird, sondern der Sturm der Empörung sich auf den sogenannten sozialen Netzwerken austobt – wäre es da nicht besser, von „Unsozialen Netzwerken“ zu reden?!

Reden muss man dieser Tage natürlich auch über das Wetter. Niemals, so behauptet man, sei ein Sommer so heiß und so trocken gewesen. Das „niemals“ bezieht sich jedoch auf die Zeit, seit es wissenschaftlich verbriefte und kommentierte Wetteraufzeichnungen gibt. Was davor war, fällt wegen mangelnder Beweise einfach unter den bekannten Tisch. Meine Erinnerungen an „gefühlt“ heißeste Sommer aller Zeiten in meiner Kindheit taugen leider nicht als Argument gegen jedwede Krisenhysterie, mit der die Wetternachrichten allabendlich das Fernsehvolk zu schocken suchen. „Alarm, Alarm“ schallt es allerorten. Getreide verdorrt auf den Feldern, Bäche versiegen, der stolze „Vater Rhein in seinem Bett“ ist auf ein kaum noch schiffbares Rinnsal geschrumpft, in den Talsperren werden längst versunkene Dörfer wieder sichtbar und in der Oder sterben die Fische. Klar, da kann man es schon mit der Angst zu tun kriegen. In den Flüssen meiner Kindheit gab es allerdings gar keine Fische, so dreckig waren sie, verseucht von den Einleitungen der Metall verarbeitenden Betriebe an den Flussläufen und den sie speisenden Bächen. 50 Jahre später tummeln sich Fische und Schwimmer im und Kanufahrer auf dem Wasser von Lenne und Ruhr – und auch der Rhein, der einst so schmutzig war, dass ein Bad darin einem geplanten Suizid gleich kam, ist wieder sauber. Fulda und Werra, die die Weser zur Weser machen, liefern kaum noch Schlagzeilen, das war vor 35 Jahren auch noch anders, als vor allem die Abwässer des Kaliabbau an der Werra den Fluss zu einer tödlichen Gefahr für Wassertiere machten. Die Umweltschutzministerin sollte daher nicht auf „jahrelang anhaltenden Katastrophenmodus“ schalten, sondern auf „Ärmel hochkrempeln“ und so schnell wie möglich die Ursache finden um die Schäden so schnellstmöglich beseitigen.

Schäden sind auch bei den verheerenden Feuern zu beklagen. Es ist schrecklich, verkohlte Wälder zu sehen, rußgeschwärzte Stämme einst wunderbarer Kiefern und Fichten zu sehen. Aber, auch das wird berichtet, zwischen den schwarzen, toten Stümpfen regt sich neues Grün. Viel schneller, als die Katastrophenhysteriker auch nur geahnt haben. – Da fällt mir ein, dass Brandrodungen nicht nur im heutigen Amazonasgebiet üblich sind, sondern in früheren Jahrhunderten auch in Europa ein beliebtes Mittel waren, den Boden für den Ackerbau zu bereiten.

Ich will mich einfach nicht mehr von den Katastrophenmeldungen der diversen Panikorchester in Schockstarre versetzen lassen. Ich schaue aus dem Fenster des Häuschens auf der Wiese in die mich umgebende Natur und vertraue auf die alte Zusage, dass nicht aufhören soll „Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!“

Zum Glück haben wir es immer noch nicht in der Hand, Gezeiten, Wind und Regen, Unwetter, Jahreszeiten, Frost und Hitze unserem Willen unterzuordnen.

Aber wir haben es in der Hand, Vorsorge* zu treffen…. Der Deich, der mich vor dem Wüten der Nordsee schützt und den ich von unserer Terrasse in weniger als einem halben Kilometer Entfernung sehen kann, ist dafür ein gutes Zeugnis.

Selbst die Kühe, die vor dem Deich in den Salzwiesen grasen oder die Schafe, die die Grasnarbe auf den Deichen kurz, dicht und fest halten, sind ein Zeichen des Vertrauens in die Natur. Bauern und Schäfer würden ihre Tiere dort nicht weiden lassen, wenn sie nicht sicher sein könnten, dass ihre Tiere in den Sommermonaten dort gut aufgehoben sind….*** sofern nicht die Wölfe über die Deiche kommen, aber das ist ein anderes Thema… in meiner hannoverschen Heimatgegend wurden erst vor kurzem wieder zwei junge Pferde gerissen….


**Vorsorge: Wer jemals in Israel war, bekommt eine Ahnung davon, wie eine vernünftige Wasserwirtschaft in einem überaus regenarmen Land aussehen muss. Statt also an der CO2-Schraube zu drehen, ohne damit irgendeinen spürbaren Effekt zu erzielen, sollten sich die Klimabesorgten bei israelischen Landwirten schlaumachen, wie man sparsam mit wenig Wasser Getreide, Gemüse, Tomaten, Apfelbäume oder Palmen bewässern kann. Sinnvoll wäre es auch, sich bei den erwarteten Temperaturen nicht mit Dämmungen der Häuser gegen Kälte zu beschäftigen, sondern mit Vorrichtungen, die die Wärme draußen lassen und Häuser kühl halten. Und wenn hier keine deutschen Eichen mehr wachsen wollen, pflanzen wir eben Dattelpalmen an… sage ich mit einem Augenzwinkern. Die Wärme war doch auch ganz schön, oder? Wann sonst kann man bis spätnachts draußen sitzen und den Sternen zusehen, ohne sich in einen Pelzmantel hüllen zu müssen…

*** Ganz sicher würden die Tiere bei einer Wettervorhersage, die Unheil ankündigt, von ihren Besitzern in Sicherheit gebracht.

Am Ende des Sommers gehören Salzwiesen und Deiche ohnehin nur den Seevögeln…

Gerade fängt es an zu nieseln…. ganz leicht.

Gas, Gas, Gas …. 18. August, 2022

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Ich kopiere folgenden Bericht der ARD ungekürzt hierher, damit er mir nicht verloren geht, bitte sehr:

„Trotz stark gedrosselter Energielieferungen aus Russland haben deutsche Gaskraftwerke im Juli mehr Strom erzeugt als 2021. Das liegt auch an der hohen Nachfrage aus Ländern wie Frankreich.

Gaskraftwerke in Deutschland haben im Juli deutlich mehr Strom produziert als im Vorjahresmonat. In diesem Juli stieg die erzeugte Strommenge auf 4036 Gigawattstunden von 3558 Gigawattstunden im Juli 2021. Das entspricht einem Anstieg von 13,5 Prozent, wie aus dem Strommarktdatenportal Smard der Bundesnetzagentur hervorgeht.

Bereits im Mai dieses Jahres lag die erzeugte Strommenge deutlich über der des Vorjahres, im Juni allerdings etwas darunter. Blickt man in das Jahr 2020, liegen die Zahlen aller drei Monate wiederum deutlich über allen Werten von 2021 und 2022. So erzeugten etwa Gaskraftwerke im Juli 2020 insgesamt 5888 Gigawattstunden Strom.

Ein Freileitungsmast steht unter blauem Himmel auf einem Feld. | picture alliance / Kirchner-Medi

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte jüngst einen Stopp der Stromproduktion mit Hilfe von Gas gefordert. Man müsse daran arbeiten, dass zur Gaskrise nicht eine Stromkrise komme, so Lindner in der „Bild am Sonntag“. „Deshalb darf mit Gas nicht länger Strom produziert werden, wie das immer noch passiert.“ Das Wirtschaftsministerium verwies darauf, dass ein völliger Verzicht auf Gas im Stromsektor zu einer Stromkrise und Blackouts führe.

Stromexport nach Frankreich fast versechsfacht

Der Branchenverband Zukunft Gas vermutet als Grund für das aktuelle Plus eine stark erhöhte Stromnachfrage aus Frankreich, wo derzeit zahlreiche Atomkraftwerke nicht am Netz sind, sowie aus der Schweiz. Dort kann derzeit wegen der Dürre nicht so viel Strom aus Wasserkraft produziert werden.

Bereits im zweiten Quartal habe sich der Stromexport aus Deutschland nach Frankreich gegenüber dem Vorjahr fast versechsfacht. Beim Export in die Schweiz betrug der Anstieg sogar mehr als das Sechsfache. „Diese Strommengen wurden zum Teil wohl mit Gaskraftwerken produziert und exportiert“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Nachbarschaftliche Solidarität“

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ von einem Effekt gesprochen, der etwas mit „nachbarschaftlicher Solidarität“ zu tun habe, „auch wenn er unter Gas-Gesichtspunkten nicht wünschenswert ist“.

Energieexperte Mirko Schlossarczyk vom Energieberatungshaus enervis energy advisors sagt im Gespräch mit tagesschau.de, dass man eine gegenläufige Bewegung zu dem sehe, was energiepolitisch eigentlich vorhergesehen sei: Gas zu sparen in der Verstromung. Eine 13,5 Prozent höhere Stromproduktion aus Gaskraftwerken im Juli 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutete, dass etwa eine Terawattstunde (TWh) mehr Gas zur Verstromung eingesetzt wurde.

Derzeit kämen viele Probleme zusammen, so Schlossarczyk. Im Sommer sei es in Frankreich historisch immer wieder zu Instandhaltungsmaßnahmen der Kernkraftwerke gekommen. Nun gebe es außerdem Probleme mit dem fehlenden Kühlwasser und technische Schwierigkeiten. All das führe dazu, dass Deutschland das erste Mal seit Jahren in den Sommermonaten per Saldo erhebliche Mengen Strom nach Frankreich liefere. Die französischen Strompreise hätten Höchststände erreicht, die vor allem durch hohe Risikoaufschläge geprägt seien.

Hohe Gaspreise bedeuten auch teuren Strom

„Wenn wir sagen: Wir müssen Gas sparen, weil wir es im Wärmemarkt brauchen, dann müsste man konsequenterweise auch sagen, dass man die Gaskraftwerke stilllegt“, so Schlossarczyk. Dann müsse es die klare Entscheidung geben, Gas nicht mehr zu verstromen. Denn solange die hohen Gaspreise in den Strommarkt abgewälzt werden könnten, werde das nach marktwirtschaftliche Regeln auch gemacht. Die andere Frage sei, inwieweit das bei einer möglichen Gasmangellage vertretbar sei.

Eine Entspannung der Strompreise hält der Experte nicht für ausgeschlossen. Sie hänge aber von verschiedenen Faktoren ab. Vorrausetzung sei auch die Normalisierung der Pegelstände in den Flüssen und eine Verbesserung der Situation bei den französischen Kernkraftwerken. Zudem müsste, wie im Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz (EKBG) geplant, eine Reihe von Kohlekraftwerken ans Netz zurückkehren. Das jedoch gehe nicht von heute auf morgen. Auch ein Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke könne für Entlastung sorgen.“

Quelle

Wir sind natürlich solidarisch.

Und natürlich bezahlen wir ohne zu zögern die Gasumlage samt der fälligen Mehrwertsteuer. Das sind wir der Solidarität mit der Ukraine schuldig.

Und aus Russland dringt leises Gelächter an mein Ohr…

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Im Winter liefert Frankreich Atomstrom an uns – so geht das Geschäft, bzw. das ist es, worauf wir hoffen müssen.

Abbas, how dare you? 17. August, 2022

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Wäre es ein anderer als Abbas, der diesen unsäglichen Vergleich ausgerechnet in Deutschland anstellt, würde ich meinen Augen nicht trauen.

„Im Berliner Kanzleramt spricht Palästinenserpräsident Abbas von „50 Holocausts“, die Israel begangen habe. Scholz verurteilt den Vergleich – aber erst hinterher. CDU-Chef Merz spricht von einem „unfassbaren Vorgang“. Quelle

Aber es ist Abbas, der Präsident der Mordgesellen und Terroristen, der Holocaustleugner und Finanzier des Terrors, der die Familien der Mörder mit großzügigen lebenslangen „Renten“ beschenkt, Schulen nach Mördern benennt und sein Amtszimmer mit der Fahne „Palästinas“ schmückt, eines palästinensischen Staates, der das Gebiet „vom Meer bis zum Fluss“ umfasst –  ohne jedes Israel.

Abbas, der Hinterlistige, der Diabolos, der Schmeichler mit gespaltener Zunge, der in Arabisch seine Landsleute auf den ewigen Krieg gegen Juden und Israel einschwört  und auf Englisch den Journalisten und „befreundeten“ Politikern als Friedenstaube erscheint, die unermüdlich für den Frieden kämpft. Es ist am Ende ein Friede, in dem Israel nicht mehr vorkommt, geht es nach dem Alten in Ramallah, der inzwischen im 17. oder gar 18. Jahr seiner vierjährigen Amtszeit als gewählter „Präsident“ einer Chimäre vorsteht.

Wie kann man diesem Akteur des Terrors im Kanzleramt so eine Bühne bieten?

„Die Äußerungen von Abbas waren zum Ende der Pressekonferenz am Dienstagnachmittag gefallen und von Scholz nicht mehr kommentiert worden. Der Kanzler meldete sich aber noch am Abend zu Wort. „Gerade für uns Deutsche ist jegliche Relativierung des Holocaust unerträglich und inakzeptabel“, sagte er der Bild-Zeitung. Nach Darstellung des Kanzleramtes war Scholz über die Äußerungen seines Gastes empört gewesen und hatte eigentlich unmittelbar reagieren wollen. Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte die Pressekonferenz aber planmäßig nach der letzten Antwort von Abbas beendet.“

Was, um alles in der Welt, ging in Herrn Hebestreit vor, als er diesen unsäglichen Affront gegen Israel und gleichzeitig gegen den Kanzler unbeantwortet bleiben ließ? Sind die Regeln der Pressekonferenz so eng und unumstößlich, dass eine scharfe Erwiderung des Kanzlers nicht möglich gewesen wäre? Das kann doch nicht sein. Wie kann man so einen Vergleich ungerührt und unwidersprochen hinnehmen? In Deutschland? In dem Land, das den Holocaust zu verantworten hat, ein Verbrechen mit SECHS MILLIONEN TOTEN JUDEN ?

Da traue ich meinen Augen nun wirklich nicht. Das kann doch nicht sein! Das darf doch nicht sein!

Hebestreit, so scheint mir – sich der Ungeheuerlichkeit des Vorfalls vermutlich gar nicht bewusst – zieht sich in dem Moment der Provokation  auf „typisch deutsche Tugenden“ zurück und hält sich an das vereinbarte Prozedere. Aber ist er mit dieser erkennbaren Schwäche und einer eklatanten Wahrnehmungs- und Bildungslücke geeignet, das Amt eines Pressesprechers der Regierung auszuüben? Müsste nicht gerade er feine Antennen haben für die verbalen Fallen und Ungeheuerlichkeiten, die bei Leuten wie Abbas ganz sicher zu erwarten sind und dementsprechend gewappnet sein und handeln?

Es hilft wenig, dass der Kanzler seinen Zorn über Abbas und dessen sicher wohlüberlegtes Vorgehen in der Bildzeitung zum Ausdruck bringt.

Abbas, das muss doch jedem klar sein, der die politischen Ränkespiele dieses Mannes seit Jahren schon erlebt, hat diese Provokation sehr gezielt an den Mann gebracht. Seit Jahren schon führt er westliche Politiker am Nasenring durch die Arena.  Scholz ist zwar nicht Merkel, die in vergleichbaren Treffen Abbas stets als „Freund“ bezeichnete, mit dem sie lächelnd Händchen hielt für die Fotografen, die diese „besondere Freundschaft“ ins rechte Bild setzten. (Traumpaar), aber er hat leider auch nicht den Mumm, neben der Zurückweisung des Apartheid-Vorwurfs auch die Kritik an Abbas grundsätzlich scharf zu formulieren und dem Provokateur die Tür zu weisen, statt ihn mit einem Händedruck zu verabschieden, wie er es (protokollgemäß ?) getan hat.

Alle Beteuerungen hinsichtlich der Provokation durch Abbas, die jetzt im Nachhinein angestellt werden, machen den Vorfall nicht ungeschehen und lassen die direkte und heftige Kritik durch den Kanzler schmerzlich vermissen.  Der Spott ist der deutschen Regierung sicher.

Es ist natürlich richtig und auch wichtig, dass neben vielen anderen Stellen Volker Beck sofort deutlich Stellung bezieht:

„“Scholz hat nicht reagiert. Das hätte nicht passieren dürfen“, sagte Volker Beck, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Süddeutschen Zeitung. Vor allem aber zeige der Verlauf der Pressekonferenz, „wes Geistes Kind Abbas“ sei. „Er spricht von einem Holocaust an den Palästinensern, statt den Terrorismus zu verurteilen. Die Verhöhnung der Opfer des Olympiaattentates ist auch ein Schlag in das Gesicht Deutschlands“, kritisierte der frühere Grünen-Politiker. „Das muss unmittelbar Konsequenzen im bilateralen Verhältnis haben“, forderte er. Wer so spreche wie Abbas, wiegele zur Gewalt auf. Deutschland müsse weitere Zahlungen an die Autonomiebehörde an Bedingungen knüpfen. So dürften keine „Märtyrerrenten“ mehr an Attentäter und ihre Hinterbliebenen gezahlt werden.“

Die Forderung, keine Märtyrerrenten mehr zu zahlen, steht doch schon seit Jahren im Raum – aber es geschieht nichts! Auch Frau Baerbock hat Abbas ihre Aufwartung gemacht und ihm versichert, Deutschland würde auch weiterhin die „Palästinenser“ (uneingeschränkt ?) unterstützen. Ich habe diese Haltung deutscher Politiker noch nie verstanden!

Da wundert es mich beinahe gar nicht, dass nicht alle Medien den Aufzug Abbas‘ in Berlin mit aller gebotenen Schärfe verurteilen.

Meiner Tageszeitung (HAZ) ist er nämlich nur eine schmale Spalte auf Seite 4 wert, mit der noch dazu verharmlosenden Überschrift „Abbas relativiert Holocaust“.

Dass Abbas als einflussreiches Mitglied der palästinensischen Führung, die das Massaker an den israelischen Sportlern 1972 in München zu verantworten hatte, ausgerechnet zum 50. !!! Jahrestag dieser Schandtat solche Äußerungen ungestraft von sich geben kann, macht es in meinen Augen noch viel schwerwiegender und schrecklicher.

Der Forderung vieler Kritiker der palästinensischen Politik, die Zuwendungen an die Autonomiebehörde zu sperren, sollte endlich nachgegeben werden.

NACHKLAPP

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/holocaust-vergleich-steffen-hebestreit-gibt-fehler-bei-abbas-aeusserungen-zu-a-0befcb69-df59-4bd8-a4b7-bd17246ee112

Dass man dennoch an dem Gespräch mit den Palästinensern festhalten will, wie es in dem Artikel heißt, würde ich als „Verstärkung“  eines extrem unerwünschten Verhaltens betrachten, gleichsam eine Belohnung für Lug und Trug, Beleidigung und Israelhass.

Die Palästinenser lassen eine ungeheure Provokation vom Stapel – und merken, generell schadet es uns nicht. Machen wir also weiter, drehen wir an der Provokationssschraube weiter und weiter und weiter. Wir haben keinerlei Nachteile zu befürchten. Die Deutschen – zumindest ihre Regierung und viele ihrer Journalisten –  werden uns brav mit Millionen und Abermillionen Euros und vielen netten Berichten und antiisraelischen Kommentaren unterstützen und uns auch nicht ihre Sympathie entziehen.

Garagenglaube… 13. August, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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An meinem Schreibmöbel aus dem blaugelben Möbelhaus ging die Schublade aus den Fugen, sie musste geleert, der Inhalt gesichtet und sortiert werden: Was bleibt, was kann weg?

Ein kleines schwarzes Büchlein fiel mir in die Hände, das ich jahrelang nicht mehr aufgeschlagen oder benutzt hatte.  Auf der ersten von mir beschrifteten Seite steht in Großbuchstaben: SONNTAGSCHULE

„Sonntagschule“, das war über Jahrzehnte der Begriff für den Kindergottesdienst in evangelisch-freikirchlichen Gemeinden. Er ist tatsächlich auf „Schule“ und schulische Unterweisung zurückzuführen. Angesichts der Bildungsarmut viel zu vieler Kinder (und Erwachsener) aus finanziell schwachen Familien wurde (nach amerikanischem Vorbild) eine einfache Schulung zunächst für Lesen und Schreiben angeboten. Die einzige Fibel war die Bibel. So erreichte man gleichzeitig eine relativ gute Bibelkenntnis auch für die Kinder und Erwachsenen, die sonst keine Möglichkeit gehabt hätten, sich unter der Anleitung   von älteren und kenntnisreichen Männern mit biblischen Themen zu befassen.

Sonntagschule hieß es natürlich auch noch in meiner Kindheit. „Sonntagschulonkel“ und „Sonntagschultanten“ erzählten biblische Geschichten, sangen und beteten mit uns und fragten die „goldenen Wochensprüche“ ab, die wir in der jeweils zurückliegenden Woche zu Hause gelernt hatten (oder auch nicht). So kam im Laufe eines Jahres eine beträchtliche Anzahl an Bibelversen zusammen, die wir auswendig hersagen konnten…. manche gerieten auch bald wieder in Vergessenheit.

Als unser jüngstes Kind 1 Jahr alt war, die Sonntagschule um neue Mitarbeiter warb, war es für mich gar keine Frage, mich als „Sonntagschultante“ in das Team einzubringen, wobei wir damals, 1986, nicht mehr als Onkel oder Tante bezeichnet wurden, sondern von den Kindern mit unseren Vornamen angesprochen wurden.

Mir hat die Mitarbeit n der Sonntagschule meiner Gemeinde sehr viel Freude gemacht. Mein schwarzes Büchlein gibt Auskunft über die Themen, mit denen wir uns beschäftigt haben, enthält Vorbereitungen für Familiengottesdienste oder Weihnachtsfeiern, für Mitarbeiterschulungen und Kurzfreizeiten. Davon soll hier aber nicht die Rede sein. Auch nicht davon, dass aus der Sonntagschule die „Kirchen-Kids“ wurden und ein vollständig neues Konzept die alt gewohnte Ordnung ablöste.

Wie es heute ist, entzieht sich meiner unmittelbaren Kenntnis. Ich bin kein Mitarbeiter mehr und auch meine Kinder sind ja längst der Sonntagschule entwachsen.

Mein Büchlein enthält einen Text, den ich am 28. August 1998 schrieb und der auch heute noch auf viele Situationen rund um Gemeinde und Christsein zutrifft. Ich schreibe ihn hiermit ab und auf:

Gedanken zum Christsein

Manchmal gleicht mein Christsein einem Autobesitzer:

Jeden Morgen öffnet er sein Garagentor, sieht, freut sich – ja, da steht er, sein wunderbarer Wagen. Sieht noch aus wie neu. Niemand würde glauben, dass er ihn schon seit Jahren besitzt. Wunderbar, einfach wunderbar, dieses Auto. Und voller Freude über diesen kostbaren Besitz schließt er das Tor wieder und verrichtet all die Dinge seines Tages.

Manche Wege sind lang und mühsam, manche Dinge tragen sich schwer – und da tröstet ihn der Gedanke, dass, wenn er wollte, er ja den Wagen nehmen könnte. Er ist ja da.

Eine besondere Freude bereiten ihm die Wochenenden. Dann haben er und sein Wagen ihren großen Auftritt. Das Auto wird aus der Garage gefahren, im Hof abgestellt und es beginnt seine liebste Stunde der Woche. Er putzt und reinigt seinen Wagen, poliert die Zierleisten, dass es nur so blinkt, wienert den glänzenden Lack und sorgt dafür, dass die Scheiben streifenlos klar sind. Natürlich überprüft er auch die Funktion der Scheinwerfer und Blinklichter. Ja! Alles tadellos in Ordnung. Ein herrliches Auto. Bevor er es zurück in die Garage fährt, geht er noch einmal voller Dankbarkeit und Freude um dieses schöne Fahrzeug herum. Ja, das ist schon ein tolles Gefühl, Besitzer eines solchen Prunkstücks zu sein. Nun aber schnell wieder in die Garage, damit dem Prachtstück ja nichts passiert, dass ja keine Abnutzungserscheinungen oder gar Kratzer und Schrammen sein wunderbares Auto ruinieren.

Absurd?

Ja, sicher, völlig absurd. Sinn und Zweck eines Autos besteht doch nicht darin, in einer Garage zu stehen und nur ein „Besitz“ zu sein, vielleicht eine Wertanlage.

Und doch verhalten wir uns oft so in unserem Christsein, mit unserem Glauben. Wir sehen nach, ob er da ist, pflegen ihn beim wöchentlichen Gottesdienst, aber nutzen ihn nicht. Nicht wirklich.

 

………………………..

Soweit mein Text.

Ich will ihn einfach so stehen lassen, nicht zusätzlich kommentieren oder weitere Gedanken anfügen.

Aber, heute ist Samstag, einen gesegneten Sonntag wünsche ich allen, die hier lesen… und Segen für jeden Tag der Woche…!

 

Ein Dreirad für die Omi… 9. August, 2022

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In unserer Familie war immer der Liebste für die Fahrradfahrerei zuständig, jedenfalls für den Bereich des Fahrradfahrens, der in die Ferien- und Urlaubszeiten fiel. Jahrelang hatte er mit den Kindern mehr oder weniger umfangreiche Fahrten gemacht. Zunächst ging er mit den beiden „Jungsbrüdern“ auf Tour, während ich mit den beiden „Kleinen“ zu Hause blieb. Als „Jungsbrüder“ und „Kleine“ ein paar Jahre älter geworden waren, die beiden größeren Brüder „auf Freizeiten“ fuhren, waren es die „Kleinen“, die mit dem Vater die Welt per Fahrrad erkundeten. Ich blieb auch weiterhin gerne zu Hause. („Jungsbrüder“ = die beiden älteren Kinder der Familie, „die Kleinen“ = die beiden jüngeren)

Aber irgendwann war es dem Liebsten gelungen, selbst mir eine Fahrradtour schmackhaft zu machen. Ein neues Fahrrad wurde angeschafft und Pläne wurden geschmiedet. Es sollte mit den „Kleinen“ um den Bodensee gehen und ich musste mit. Ich muss gestehen, dass mir diese Idee nicht auf Anhieb zusagte, befürchtete ich doch, viele anstrengende Bergauffahrten bewältigen zu müssen, denn diese wurden nach den erfolgreichen Touren immer besonders anschaulich beschrieben… mir schwante also Furchtbares.

Wider Erwarten fand ich aber schnell Vergnügen an den (extra auf mich und meine Fähigkeiten zugeschnittenen) Etappen rund um das „Schwäbische Meer“, wobei, ich muss es gestehen, der eine oder andere „Berg“ von mir nur unter ständigem Grollen und Meckern und das Fahrrad schiebend bezwungen wurde. Zu meiner Entlastung sei angemerkt, dass ich die schwersten Gepäcktaschen von uns allen transportierte, ein Umstand, den ich aber nicht dem Liebsten anlasten konnte, sondern der meiner Vorsicht, für alle Fälle gewappnet sein zu wollen, geschuldet war – der Liebste hatte mir dringend zu weniger Gepäck geraten…

Weniger Gepäck, aber immer noch mehr als notwendig, hatte ich bei unserer zweiten gemeinsamen Tour, die uns von Passau nach Wien führte. Ein befreundetes Ehepaar war mit von der Partie. Es wurde eine wunderbare Fahrt an der schönen Donau entlang, die aber gar nicht so blau ist, wie sie immer besungen wird. Wir hatten nur die erste Übernachtung in der Nähe von Passau vorgebucht – dort ließen wir vier unser Auto stehen, die Freunde waren ohnehin mit dem Zug angereist, was uns aber ein im Verhältnis zur Autofahrt als ein viel zu teures Unternehmen erschien. Auch die Unterkunft am Zielort kurz vor Wien hatten wir vorbestellt, alle anderen Quartiere machten wir jeweils am Abend für den folgenden Tag fest, Jugendherbergen, nette Gasthöfe, private Vermietungen…. es war nie ein Problem, eine passende Schlafgelegenheit zu finden. Berge, die ich hinauffahren musste, blieben weitgehend aus, und damit auch die Meckerei und das Grollen, denn allenfalls waren lediglich kleine Hügelchen zu bewältigen. Wien war ein Traum… wir besuchten Freuds Wohnung und Beethovens Grab, fanden die Katakomben des Stephansdoms ein bisschen schaurig, den Prater und die urigen Heurigenlokale ganz herrlich und überhaupt war Wien einfach toll. Mit dem Zug ging es zurück nach Passau, wir luden die Räder auf das Autodach und kamen glücklich in unserem Dorf an.

Gar keine Frage, dass man mich für die dritte Fahrradtour gar nicht erst überreden musste. Von Magdeburg ging es an der Elbe entlang bis Dresden. Wieder wir im Viererpack und mit den Freunden. Ich könnte nun schwärmen von den Elbtalauen, durch die wir fuhren, von Störchen, Parkanlagen, dem Bauhaus in Dessau oder der Lutherstadt Wittenberg, von einer herrlichen Unterkunft bei einem Winzer oder der Besichtigung der Albrechtsburg, von einem brennenden Kornfeld, das mir schreckliche Angst einjagte oder von Schafen, die auf ein (zunächst zufälliges) Klatschen in kollektivem „Mäh, Mäh“ antworteten… Und dann natürlich Dresden… erst kurz zuvor war das Gerüst an der wieder aufgebauten Frauenkirche entfernt worden, der markante Bau war schon aus der Ferne gut zu erkennen…

Es war unsere letzte gemeinsame Tour, denn auch die Kleinen verfolgten mittlerweile eigene Urlaubs- und Ferienpläne… meine Eltern brauchten verstärkt meine Hilfe … der Liebste wanderte mit dem Beginn seines Ruhestands von München über die Alpen nach Bozen (und kam natürlich zurück 😉 ), die Familie veränderte und erweiterte sich… wie das Leben so spielt.

Wir fuhren nur noch in unserer näheren Umgebung mit dem Fahrrad und machten auch kleine Ausflüge am Meer.

Beim Skifahren brach ich mir das Bein, auf dem Fahrrad fühlte ich mich nicht mehr sicher, auch meines Schwindels wegen, der sich schon vor einiger Zeit angekündigt hatte und in den letzten Jahren immer stärker geworden war.

Der Liebste fuhr nun alleine mit dem Fahrrad am Deich entlang oder traf sich mit der Familie des ältesten der „Jungsbrüder“ zu kleinen Ausfahrten. „Wenn ich mitfahren soll, musst du mir ein Dreirad kaufen!“ meinte ich scherzhaft.

Im vergangenen Jahr erzählte ich in unserem Volleyball-Freundeskreis davon. Einer Freundin war kurz zuvor ein Dreirad für Erwachsene geschenkt worden und sie lud mich zu einer Probefahrt ein. Die endete mit einer nicht vorhergesehenen Ernüchterung. Das Dreirad wollte sich meinem Willen absolut nicht unterordnen und fuhr Kurven, wo ich geradeaus fahren wollte, kurzum, ich begrub den Wunsch nach einem Dreirad.

Im Frühjahr dieses Jahres sah ich per Zufall zwei Dreiräder, die so ganz anders konstruiert waren als das der Freundin. Das Ehepaar, dem sie gehörten, gab begeistert Auskunft über Fahrverhalten, Verkehrstauglichkeit und Hersteller.

Ich war wie elektrisiert.

Im Internet fand ich weitere Informationen zu „Trikes“, wie die dreirädrigen Fahrräder den zweirädrigen „Bikes“ entsprechend genannt werden. Da ich das Trike vor allen Dingen in der Umgebung der Wiese fahren wollte (und will), nahm ich Kontakt zu Fahrradhändlern in Cuxhaven auf. Die Marke, die das Ehepaar fuhr, hatten sie aber nicht im Programm. Zudem wollte ich zunächst eine Probefahrt auf einem Trike machen und ausprobieren, wie ich damit zurechtkommen könnte. In Hannover gibt es einen ganz wunderbaren Laden, der sich auf Dreiräder spezialisiert hat, die von Menschen mit Beeinträchtigungen aller Art gefahren werden können, auch mein „Schwindel“ ist ja eine solche Beeinträchtigung. Telefonisch machte ich einen Termin aus und wurde sehr freundlich und kompetent beraten. Eines der Räder, die ich probierte, kam meinem (geheimen) Wunsch deutlich nah. Sitz, Lenkung, Fahreigenschaften mit Motorunterstützung waren nahezu perfekt. Und wäre ich 20 Jahre jünger und hätte ich das teure Gefährt nicht nur für meine kleinen Touren in der Umgebung der Wiese nutzen wollen, sondern auch für alle nur denkbaren Besorgungen in meinem „Dorf und umzu“, wäre es auch ganz sicher angemessen, den hohen Preis für das Rad zu zahlen. So aber – und weil ich immer noch mit dem feuerroten Trike der Firma „Lanztec“ liebäugelte – schlug ich einen möglichen Kauf des Rades aus.

Die Internetseite der in der Nähe von Ulm ansässigen Firma „Lanztec“ bot auch eine Übersicht über die Vertragshändler in Deutschland. Es zeigte sich, dass nördlich der Mainlinie das Netz sehr, sehr „weitmaschig“ ist und der Händler, der unserer Wiese am nächsten ist, sein Geschäft in Wittmund hat.

Mit dem Inhaber dieses Geschäfts kam ich telefonisch dann auch wirklich ins Geschäft.

Das feuerrote Trike wurde bei Lanztec bestellt und Herr Koch sagte mir zu, es zur Wiese zu liefern und mich dort vor Ort in die nötigen Kenntnisse einzuweisen und auch Sitz und Lenker auf meine Größe einzustellen. An dieser Stelle ist ein großes Lob auf ostfriesische Zuverlässigkeit, Vertrauensvorschuss und Kundenfreundlichkeit angebracht.

Denn nun ist es da, mein Trike. Ein Mitarbeiter des Fahrradgeschäfts brachte es zur Wiese, stellte das Rad vor und ein und wies mich in die wesentlichen Dinge ein.

Die erste kleine Probefahrt war auf Anhieb erfolgreich.

Es war nicht nötig, die Zufahrt zur Siedlung zu sperren, wie der Liebste es scherzhaft angekündigt hatte! Ich konnte wunderbar die Regulierung der Geschwindigkeit mit und ohne Motorunterstützung üben, exakte Links- und Rechtskurven fahren, die Anfahrhilfe betätigen und mich daran gewöhnen, mit Freilauf statt der Rücktrittsbremse klarzukommen und die beiden Bremshebel am Lenker zu bedienen.

Ich war hellauf begeistert von den ersten Versuchen, und die Begeisterung hielt auch an, als wir einen Ausflug nach Dorum machten, ich den Übergang über den Deich mithilfe der Motorunterstützung sicher fuhr… und nun keine Sorgen mehr habe, wie ich die steilen „Berge“ an der Küste schaffen werde.

Ich könnte vor Freude ununterbrochen jubeln und bin unendlich dankbar für diese wunderbare neue Form der Mobilität, die mir das Trike bietet.

Hier ist es …. ist es nicht wunderschön?

Es fährt sich ganz wunderbar….

 

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Der Gesichtausdruck täuscht, ich blinzel gegen die Sonne… aber bin unendlich glücklich 🙂

 

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Da sitzt sie, die glückstrahlende Omi…

Neben mir „unser Fahrrad“, mit dem so viele Touren bestritten wurden, bevor wir es mit zur Wiese nahmen und das der Liebste fuhr („wie’s Gewitter“, würde er sagen …. und ich würde ihm rückhaltlos zustimmen! 🙂 ) ganz ohne funktionierende Gangschaltung und natürlich auch ohne Unterstützung…


„Omi“ – so nennen mich manchmal meine Enkel. „Omi“, den Begriff verwandte Claudia, die Tochter der Familie Robatscher in Tiers, in einer mich sehr berührenden Situation, durch die sie es mir ermöglichte, per Auto-Transport auch zur Haniger-Schwaige zu kommen, was ich wandernd niemals geschafft hätte. Ich war zutiefst beeindruckt von der Empathie, mit der Claudia meine Situation wahrgenommen hatte und war und bin ihr dafür sehr, sehr dankbar.

Und sehe ich nicht aus wie eine richtige Omi, die ich ja nun seit beinahe 13 Jahren auch wirklich bin? Seit Corona mit vielen Regeln unser Land fest im Griff hat, war ich nicht mehr beim Friseur, die Haare wurden lang und länger und müssen irgendwie am Hinterkopf zusammengebunden werden, das ist zwar praktisch, aber nicht schön. Diese Erklärung bin ich meiner Eitelkeit schuldig… 🙂 🙂

Wechsel der Räume… 9. August, 2022

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Das hat meiner Seele gutgetan!

Wie sehr mit dem Wechsel der Räume – und damit meine ich die weiten Räume der jeweiligen Umgebung – auch ein Wechsel der Themen verbunden ist, mit denen ich mich sonst überwiegend herumschlage, ist mir in diesen vier Wochen bewusst geworden, die seit dem Beginn unserer Sommerreise vergangen sind.

Den Großraum Hannover tauschten wir zunächst mit dem Zugspitzgebiet der bayrischen Alpen. Die Wohnung einer mit uns gut befreundeten ehemaligen Kollegin des Liebsten (die im Januar hochbetagt verstarb) war unser Refugium in Partenkirchen, wir fuhren weiter über den Brenner bis hinauf nach Tiers am Rosengarten zum „Pattissenhof, der uns schon einige Male wunderbares Feriendomizil war, machten auf der Rückreise – wie seit Jahren schon – einen Stopp in Biberach, waren ein paar Tage wieder im Heimatrevier Hannover, um dann drei Tage auf der Wiese zu verbringen und sind seit gestern wieder in unserem Dorf.

Der Krieg in der Ukraine – weit weg…

Habeck und das Gas – darüber zerbreche ich mir später den Kopf…

Baerbock und der Kampf um Taiwan – nun ja, das blendete ich nicht ganz aus…

Die Regierung in schweren Wassern – das behaupten zumindest die politischen Gegner und „Scholz-kritischen“ Journalisten…

Corona – kommt sicher wieder …

Schröder darf in der SPD bleiben, so steht es heute Morgen in meiner Zeitung, die CDU wird es freuen, das gibt Punkte im Wahlkampf.

Und schon bin ich im alten Fahrwasser, nehme Nachrichten wahr und rege mich auf.

Dabei habe ich eigentlich das Fehlen all der vielen Aufreger genossen.

Sollte ich es nicht dabei bewenden und mich nicht mehr mit all den vielen Informationen vollstopfen lassen, die ja irgendwie verarbeitet werden müssen? Müssen?

Ja, müssen…. das gehört zu mir und meiner Struktur. Es gelingt mir nur sehr schwer, mit Gleichmut all dem zu begegnen, was mir an vermeintlich wichtigen Themen vor die Nase kommt, und den nie versiegenden Strom der Nachrichten einfach zu ignorieren, das gelang mir in meinem gewohnten Umfeld noch nie.

So könnte ich jetzt und heute auf den Gedanken verfallen, dem irdischen Chaos entfliehen und „Hütten bauen“ zu wollen, wie es im NT in einer Geschichte über die Bergerfahrung der Jünger mit Jesus berichtet wird.

Aber dem Wunsch nach der bleibenden Ruhe, dem Frieden und dem Glanz der Ewigkeit auf dem Berg der Verklärung wurde nicht entsprochen. Die Jünger mussten zurück in die raue Wirklichkeit ihres Alltags.

Und so hat auch mich der Alltag wieder, der zwar nicht rau ist, aber mit all den kleinen Anforderungen, die sich jenseits des Berufslebens dennoch einstellen, genug an Abwechselung und auch Arbeit bietet.

Ich werde dem nicht ausweichen – zumal mein Akku gut geladen ist.

„Mein Akku“ – ich hatte an meiner Schule einen netten Kollegen, der mir eines Tages den wirklich guten Rat gab, gut auf meinen Akku zu achten, ihn nicht leerlaufen zu lassen in der Bewältigung der vielen Herausforderungen, die die Arbeit an einer Förderschule mit sich bringen.

Heutzutage, das habe ich tatsächlich über Akkus gelernt, lässt sich so ein modernes Ding ja jederzeit laden, die Memory-Funktion ist überholt, die besagte, dass man immer bis zum letzten Funken Energie den Akku nutzen müsse, um ihn dann vollzuladen. Heute kann man die modernen Akkus jederzeit aufladen, auch wenn man nur ein Drittel ihrer Kapazität genutzt hat.

Da fällt mir ein, dass Jesus sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erfrischen!“ Wir müssen nicht mehr warten, bis wir sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch gehen. Wir können jederzeit unseren Akku bei ihm aufladen…

Diese Erfahrung – Gott lädt den leeren Akku auf – machten auch die Mitarbeiter des BUJU, die eine Woche lang mit vollem Einsatz bis über ihre eigenen Grenzen hinaus für die vielen Teilnehmer aktiv waren.

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Ein paar kleine Impressionen der verschiedenen Räume:

Auf der Zugspitze…. Ich Klimawandelkritiker  war allerdings mehr als erschrocken über den Anblick des „Gletschers“… so schlimm hatte ich es mir nicht vorgestellt – und bin nun beinahe geneigt, den menschlichen Anteil am Klimawandel nicht mehr als „zu verleugnen“ zu erachten.

 

Jugendliche Gipfelstürmer und ihre Bewunderer…

Der „Eckbauer“ hoch über Partenkirchen…

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Tiers – auf dem Balkon des wunderbaren Pattissenhofs mit Blick auf „König Laurins Reich“, den „Rosengarten“.

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Da ziehen sie los… der Liebste mit Sohn, Schwiegertochter und Enkeln…

Vor vier Jahren stand hier noch ein dichter Wald…. der schwere Sturm im Oktober 2018 hat viele Schäden angerichtet…

Blick zurück…. im wahrsten Sinn des Wortes. Das Foto machte ich auf dem Rückweg von der Haniger-Schwaige. Der Ausflug dorthin wird mir immer unvergessen bleiben, weil er mit der fürsorglichen und liebevollen Hilfe der Familie verbunden ist, die den Pattissenhof seit Generationen bewirtschaftet und heute auch das gleichnamige Hotel führt.

Szenenwechsel….

Auf der Wiese…

Elbmündung bei Otterndorf…

Wiesenglück… immer wieder schön!

Treffen mit Gott… 3. August, 2022

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Treffen mit Gott und vielen Leuten am Deich in Otterndorf.

Wie das?

Ein mutiges Herz braucht man für dieses Treffen nicht unbedingt, obwohl genau das, „Mutiges Herz“, das Thema des diesjährigen großen Events christlicher Teenies und Jugendlicher ist, das, wie auch schon in vergangenen Jahren, auf dem großen Freizeitgelände in Otterndorf – gleich hinter dem Deich – stattfindet.

Angereist sind Teilnehmer und Mitarbeiter – Ehrenamtliche wie Hauptamtliche der Gemeinden – aus nahezu allen Bundesländern Deutschlands. Der Veranstalter ist das GJW – also das „Gemeindejugendwerk“ des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden.

Vom frühen Morgen bis zur Schlussandacht mitten in der Nacht geht es um „singen, beten, loben den Herrn“, wie wir es früher in einem Kanon oft gesungen haben und in vielen Facetten und Formen und mit allen Sinnen auch heute noch erleben.

Und natürlich geht es auch um Beziehungen, Beziehungen untereinander und Beziehung mit Gott.

Beziehungen sind toll, aber manchmal können sie auch ganz schön stressig sein; da ist es gut, sich darüber auszutauschen, wie das Miteinander erlebt wird, wie es gut funktionieren kann, aber auch darüber, was vielleicht stört oder gar eine Beziehung zerstört oder von Anfang an unmöglich macht. Das gilt natürlich für das Miteinander mit anderen Leuten, es gilt aber auch für das Miteinander mit Gott. Denn auch das kann ganz schön kompliziert oder aufregend sein, wenn man noch ganz frisch in Beziehung zu ihm ist oder die anfängliche Begeisterung im Alltag unterzugehen und zu erlöschen droht oder „Gott“ einfach kaum noch spürbar ist. Wie gehe ich damit um, wo finde ich Rat, Hilfe, Unterstützung?

Das im ganz persönlichen Leben zu beleuchten, erfordert tatsächlich oft genug ein „mutiges Herz“.

Ein mutiges Herz kann auch im ganz normalen Alltag von Vorteil sein, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, neue Wege zu wagen, eine eigene Meinung zu entwickeln und auch zu behaupten.

Ich finde es toll, dass das GJW den Raum für diese „Forschungsarbeit“ ermöglicht, den sicheren Rahmen für intensive Gespräche und den Austausch über persönliches Erleben bietet und darüber hinaus auch die Freude, den Spaß und das Vergnügen nicht zu kurz kommen lässt.

Manche Leute mögen sich gar nicht vorstellen können, wie viel Spaß es macht, in einer riesigen Versammlung Lobpreislieder zu singen, und dabei zu beten, zu tanzen und zu weinen vor Freude und Glück.

Philipper 4, 4 fällt mir dazu ein: „Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“

Um das Geheimnis der Freude an Gott wusste auch schon Nehemia: „Seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ Nehemia 8,10 Die Elberfelder übersetzt: „Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN, sie ist euer Schutz!“

Und so wünsche ich allen Teilnehmern und Mitarbeiter des BUJU ein mutiges Herz und Schutz durch die Freude am HERRN, und GOTTES guten Segen auch über die Zeit des BUJU hinaus.

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