jump to navigation

Wunschdenken oder religiöser Wahn? 30. August, 2022

Posted by Rika in aktuell.
Tags: , ,
1 comment so far

‚Dank, dass uns einer gegeben ist, der so ist wie wir, uns kennt und uns von aller Not befreit…‘

So oder so ähnlich kommen mir mittlerweile die öffentlich dargebotenen Huldigungen vor, die an die Person Robert Habecks geknüpft sind.

In der Printausgabe des „Spiegel Nr. 34“ – mit dem Titel „Die Leidfigur“ und Habecks Konterfei – wagte es Dirk Kurbjuweit in seinem Titel-Artikel kritische Gedanken zu Robert Habeck zu äußern. Die sollen hier aber keine Rolle spielen.

In der folgenden Ausgabe des „Spiegel Nr. 35“ findet sich unter den 10 veröffentlichten Leserbriefen zu dem Artikel, kaum einer, der dem Tenor und Autor des Artikels entspricht. Vielmehr wird Herr Kurbjuweit für seine Kritik an Habeck heftig angegriffen.

Der Zuspruch für Habeck scheint nicht nur, er ist wohl auch ungebrochen und nähert sich meiner Meinung nach bedenklich einer beinahe schon göttlichen Verehrung an. Alle folgenden Zitate aus „Briefe“, Ausgabe Spiegel Nr. 35, Seite 120:

„Endlich haben wir auf der politischen Bühne jemanden, der das breite Spektrum seiner Charakterzüge und Eigenschaften gut einsetzt, der denken, mitfühlen und darüber sprechen kann…“

„Jetzt haben wir endlich mal einen Politiker, der nicht nur herumeiert, sondern sich menschlich engagiert an Probleme herantraut…“

„Habecks Zweifel sehe ich nicht als Zweifel an sich selbst, der Welt oder anderen, sondern als emotional und damit zum Mitfühlen und Mitdenken einladend geäußerte Dokumentation der Dilemmata im politischen Entscheidungsprozeß…“

„Ich bin froh, dass Robert Habeck so kommuniziert und handelt, wie er es bis jetzt getan hat…“

„Uneingeschränkt richtig ist, … , dass Robert Habeck menschlich und emotional spricht. Wo aber soll das Problem sein, wenn er dadurch unisono verstanden und gemocht wird und durch seine sympathische Offenheit und authentische Art glaubhaft ist?“

„Wenn auch nur ein Teil unserer Politiker sich auch so verhalten würde, wäre es erlebte und wahrhaft gefühlte Demokratie.“

Aha, es geht also gar nicht mehr um Fähigkeiten oder gar Sachkompetenz, es reicht völlig aus, durch das kommunikative Verhalten „erlebte und wahrhaft gefühlte Demokratie“ herzustellen.

Es ist, nach Meinung eines Leserbriefschreibers auch „völlig wurscht, warum er so spricht, er ist erfrischend, hoch engagiert, erfolgreich und intelligent.“ Mhhh…. wenn er denn wirklich erfolgreich wäre … aber genau das muss man doch arg bezweifeln, wie es übrigens aus einem der Schreiben hervorgeht:

„Dirk Kurbjuweit mag durchaus recht haben, dass Habeck einen neuen Kommunikationsstil eingeführt hat – erklärend, zweifelnd, abwägend, nahbar, gelegentlich mit Straßenjargon garniert. Aber macht das aus ihm einen guten Politiker? Kann Wahrhaftigkeitsanspruch Urteilsvermögen und Analyse ersetzen?“

Nein, das kann er meiner Meinung nach nicht. Nicht das „WIE“ der Ausführungen ist entscheidend, sondern das „WAS“ und ob dieses „Was“ einer gründlichen Sachanalyse entspricht oder nur der „gefühlten“ Wirklichkeit eines Robert Habeck und der seiner ihm untergebenen Mitarbeiter.

Doch unsere Medien haben inzwischen einen so riesigen Heiligenschein dem guten Robert aufs zerzauste Haar gemalt, dass jegliche Kritik einer Majestätsbeleidigung, wenn nicht gar einer blasphemischen Haltung gleichkommt.


Ich lese gerade Tilmann Bendikokowski, „Hitlerwetter, Das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938 /39“ , Bertelsmann, München 2022


Es verschlägt mir beinahe die Sprache, angesichts der Parallelen in den Huldigungen für H. und H., wie sie mir in den Leserbriefen des Spiegel von 2022 und in den Berichten aus den angeführten Jahren 1938/39 entgegenschlagen. Männer als „gottgleiche Heilsbringer“ und nahezu vergöttert von einer unmündigen und entmündigten Leserschaft und Bevölkerung.

„A H (den Namen schreibe ich bewusst nicht aus) du Glaubender, du Liebender, du Schauender, du Wollender und zum Einsatz Bereiter in jedem Augenblick, diese höchste, entscheidenste der Kräfte gab dir Gott, und aus ihr her gabst du uns, deinen Brüdern, das neue Deutschland, dein Deutschland….“ Quelle: Hitlerwetter, Seite 208

Es ist ausdrücklich nicht die Politik, die ich hier vergleiche, es ist die emotional aufgeladene Berichterstattung und die ebenso darauf emotional erfolgte Antwort der Rezipienten im Volk, die mir bitter aufstößt.
Wohin dieser religiöse Wahn führen kann, zeigt auf dramatische Weise unsere Geschichte.

Ich will und werde nicht behaupten, dass sie sich in gleicher Weise wiederholt, aber das vollkommen unreflektierte Bejubeln eines – allerdings begnadeten – Redners und seiner Reden ohne wirkliche Substanz, wirkt auf mich schon ziemlich befremdlich und irritierend.

Werbung

Wie die ARD mit Bildern Stimmung macht… 30. August, 2022

Posted by Rika in aktuell.
Tags: ,
add a comment

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/duerre-deutschland-103.html

„Wie Deutschland Dürren managen will“ schreibt die ARD….

Das sieht doch tatsächlich nach einer schrecklichen Dürre aus … Braune Felder, kein Tropfen Wasser in Sicht.

Mir machen solche Bilder aber keine Angst, mich machen sie wütend!

UNFASSBAR WÜTEND !!!

Was hier nämlich abgebildet ist, beschreibt eben keine Dürre auf dem Feld.

ES IST GERADE ERNTEZEIT !

Und das Bild zeigt nichts anderes als abgeerntete Felder, bzw. die, bei denen die Ernte unmittelbar bevorsteht. Getreidefelder bleiben nun mal nicht grün, sie werden gelbbraun, ebenso die Rapsfelder. Es ärgert mich, wenn man solche Bilder für visuelle Unterfütterung der Behauptung einer „Dürre“ heranzieht.

Ich nenne diese Vorgehensweise M A N I P U L T I O N !

Am Ende, so denke ich, schadet diese Form der politischen Agitation mehr dem Anliegen, unsere Natur und Umwelt zu schützen, als sie ihr dient.

Irgendwann wird auch der letzte wohlmeinende Zuschauer und Leser merken, dass er manipuliert wurde und nicht länger mit stoischer Gelassenheit auf die täglichen Katastrophenmeldungen reagieren, sondern sich auflehnen gegen die „Volkserzieher“, die auf allen Kanälen nur eine Sicht der Dinge zulassen.

Das ist zumindest meine Hoffnung.


Übrigens, der Mais, der rechts und links der Straßen in Norddeutschland steht, ist, nach meinem eigenen „Erfahren der Straßen“, so grün und hoch wie eh und je…

%d Bloggern gefällt das: