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Der eigenen Erfahrung trauen… 9. Februar, 2021

Posted by Rika in aus küche und keller, familie, medien, sammelsurium.
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„Der eigenen Erfahrung mehr trauen, als den Verlockungen des Internets“, könnte ich auch schreiben.

Neulich las ich auf einer beliebten Seite ein verlockend erscheinendes Rezept:

„Rotkohl mit Feta überbacken“.

Und da ich gerne ab und zu  Neues ausprobiere und auch Experimenten in der Küche nicht abgeneigt bin, nahm ich mir vor, das empfohlene  Gericht zuzubereiten. Nun muss ich vorausschicken, dass ich nicht nur seit über 45 Jahren für meine Familie koche, sondern auch mehr als 20 Jahre als Hauswirtschaftslehrerin gearbeitet habe und so über eine nicht ganz unerhebliche Erfahrung in der Zubereitung von Mahlzeiten verfüge.

In meiner Vorstellung lief mir bereits beim Lesen das Wasser im Mund zusammen. Rotkohl mit Feta-Käse zu kombinieren, welche eine tolle Idee. Ich konnte mir mühelos vorstellen, dass das richtig lecker sein würde.

Allerdings beschlichen mich dann doch leichte Bedenken, als ich die genauen Anweisungen zur Zubereitung las….

Der Rotkohl sollte in Scheiben geschnitten, diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt, mit Zitronensaft und Olivenöl beträufelt, mit Salz und Pfeffer leicht gewürzt und sodann 25 Minuten gegart werden. Danach sollte man die Rotkohlscheiben mit zerbröckeltem Fetakäse und ein bisschen Thymian bestreuen und nochmals 15 Minuten überbacken….

Wer je Rotkohl frisch zubereitet hat, weiß eigentlich, dass eine 40 minütige Garzeit kaum ausreicht, den Kohl auch nur annähernd gar sein zu lassen, schon gar nicht, wenn er ohne jede Zugabe von Fett und  Wasser gegart werden soll.  Ich überlegte also, den Rotkohl vor dem Überbacken zunächst kurz zu garen, vermutete dann aber, dass die Person, die das Rezept eingestellt hatte, sich sicher was dabei gedacht hatte, dieses ungewöhnliche Verfahren zu wählen.

Nun, vermutlich ist diese Person von Rohkost in allen Varianten  überzeugt, eben auch von heißer Rohkost aus dem Backofen, denn diese Konsistenz hatte der Kohl sowohl nach der ersten Backofenphase, der ich darum schon 10 Minuten zugegeben hatte, wie auch am Ende der Backofenzeit. Heiße, noch sehr knackige Rohkost mit Feta überbacken, die sich mit dem normalen Messer des Essbestecks nicht zerteilen ließ, ein Steakmesser brachte Abhilfe.

Die Feta-Kruste war aber wirklich sehr schmackhaft.

Allerdings hatte ich das Rezept hinsichtlich der Zutaten leicht verändert. Der Liebste war vom Geschmack begeistert, aber auch er hätte einen  gegarten Rotkohl der „Rotkohlrohkostvariante“ vorgezogen…

Hier nun „mein Rezept“ mit den Änderungen und den Änderungsvorschlägen:

Man nehme:

1 mittelgroßen Rotkohl,

Saft einer  Zitrone

2 -3 EL Olivenöl (je nach der Menge des Safts,  gleiches Verhältnis)

1 Block Feta

1 Tasse gehackte Walnüsse

1/2 TL Thymian

1 Tasse Cranberries

Salz und Pfeffer nach Bedarf

Akazienhonig zum Beträufeln

ZUBEREITUNG

Von dem Rotkohl 4 etwa zwei fingerbreite  Scheiben schneiden und in etwas Salzwasser bissfest garen.

Den Backofen auf 180° vorheizen.

In der Zwischenzeit den Feta-Käse zerbröckeln und mit dem Thymian und den gehackten Walnüssen vermischen.

Olivenöl und Zitronensaft mischen, die Cranberries damit beträufeln und ziehen lassen.

Die vorgegarten Rotkohlscheiben in eine leicht gefettete Auflaufform geben, mit der Olivenöl-Zitronensaft-Mischung bepinseln und leicht pfeffern.

Die Feta-Walnuss-Mischung auf den Rotkohlscheiben verteilen, mit etwas Akazienhonig beträufeln und im vorgeheizten Backofen überbacken, bis der Käse eine ganz leichte Bräunung annimmt, dann die Cranberries zugeben und alles noch weitere Minuten überbacken, bis der Käse schön braun ist.

Ich habe als „Sättigungsbeilage“ in Ermangelung von Bandnudeln Penne gekocht.

(Ich „schwör“, meine Kochkünste sind besser als meine fotografischen Fähigkeiten….)

Man kann auch gut auf „Sättigungsbeilagen“ verzichten und stattdessen Baguette  reichen.

 

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Substitution – zur seltsamen Lage in Deutschland… 27. Februar, 2020

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, attentat, aus küche und keller, aus meinem kramladen, gesellschaft, Grüne Ideologen, integration, medien, meine persönliche presseschau, mord, politik, presse.
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Substitution

Ich habe schon einmal eine ähnliche Überschrift für einen Beitrag gewählt… damals ging es um eine Linsensuppen-Substitution https://himmelunderde.wordpress.com/2012/03/01/linsensuppensubstitution/ .

Heute wollte ich mir mit dem Posten eines Suppenrezeptes eine kleine Ablenkung verschaffen, um von den merkwürdigen Zuständen in Deutschland  Abstand zu gewinnen.
Abstand zu der von mir wahrgenommenen Gemengelage hierzulande, dazu gehören – in Stichworten – die seltsamen Vorgänge bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen und die nicht weniger irritierend anmutenden Reaktionen der Kanzlerin und aller rechtschaffenden – nicht zu verwechseln mit rechten – Parteien von tiefrot über rot bis grünlich, wobei „grünlich“ dafür steht, dass die Partei zwar einen frühlingsfrischen grünen Anstrich hat, aber bei näherer Betrachtung doch schon Flecken des rückwärtsgewandten Verfalls aufweisen, warum sich diese Grünen in Thüringen selbst eher vornehm zurückhalten und lieber den grünen Oberphilosophen und schriftstellernden Märchenonkel für sich reden lassen.

Ob man die FDP zu den rechtschaffenden Parteien zählen darf, ist zur Zeit noch nicht ausgemacht, hat sie es doch zugelassen, dass der als Gegenkandidat für den roten Bodo angetretenen Herrn Kemmerich auch (!) und zudem vielleicht mehr aus Versehen von den Mitgliedern der Partei gewählt wurde, die neuerdings in einem Atemzug mit Adolf und Auschwitz genannt wird, was ich persönlich für eine Relativierung der Verbrechen der Nationalsozialisten halte – und zwar für eine von der übelsten Sorte, nicht weil die besagte Partei als ein Ausbund an Freiheit und Hort der Demokratie angesehen werden kann, sondern weil man mit diesem Vergleich die Verbrechen der Nationalsozialisten klein redet und sie so zu dem „Fliegenschiss“ degradiert, den vor nicht allzu langer Zeit einer der Repräsentanten selbiger Partei für die gesamte Zeit  des Tausendjährigenreiches auszumachen glaubte. Ich halte das für eine Scheußlichkeit sondergleichen.

Die anderen Wähler des Herrn Kemmerich sind ganz offenbar in der Thüringischen CDU beheimatet. Hier macht es Sinn, die ThCDU von der Bundes-CDU zu unterscheiden, denn diese brachte  –  sofort nach dem Startschuß von der in Afrika weilenden Kanzlerin –  ihr größtes Missfallen an diesem inakzeptablen Vorgang zum Ausdruck und stellte sich konsequent hinter Frau Dr. Merkel und ihre undemokratische Forderung, das Ergebnis dieser Wahl sofort rückgängig zu machen.  Nun kann man eine Wahl nicht so mir nichts dir nichts rückgängig machen. Immerhin trat Herr Kemmerich von seinem Ministerpräsidentenposten auch aufgrund des Drängens der Bundes-FDP zurück. Nun hat das Land weder eine regierungsfähige Regierung, noch ist ein Ausweg aus dem Dilemma, der nach demokratischen Regeln zustande kommen könnte, überhaupt absehbar. Was dann allerdings ebenfalls  rückgängig gemacht wurde, war die Stellung von Frau AKK als Parteichefin und Kanzleraspirantin, Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte ihren geordneten Rückzug und den Verzicht auf alle ihre Parteiämter an, nur die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands will sie auch weiterhin als Ministerin koordinieren (da gibt es vermutlich nur noch wenig falsch zu machen, weil alles, was je falsch laufen konnte, falsch gelaufen ist).

Nun streiten sich dreieinhalb Herren darüber, wer die Rechtschaffenheit der CDU auch in Zukunft glaubhaft nach innen und außen vertreten soll. Das „dreieinhalb“ bezieht sich nicht auf einen halben Mann, sondern auf einen halben Posten als Kanzleraspirantenkandidat, will doch Herr Spahn nicht selbst den Thron des Regierungschefs besteigen, sondern Herrn Laschett als Steigbügelhalter dienen und dafür den Vize machen. Die anderen beiden Herren, Herr Röttger und Herr Merz, haben ihrerseits schon interessante Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Frau Dr. gemacht, dem einen machte sie einst den Fraktionsvorsitz abspenstig, den anderen feuerte sie als Umweltminister. Man darf gespannt sein, welchem der Herren ihre größere Abneigung gilt und wer darum mit dem höchstmöglichen Sperrfeuer aus der Zentrale der Macht zu rechnen hat, das natürlich nach Kräften mit der geballten Kompetenz an Demagogie und Verunglimpfung einhergehen wird, die die Medien aufzuweisen haben. Im Moment scheint die Medienmeute Hatz auf, bzw. gegen Merz zu machen.

Die Thüringer Inszenierung einer Regierungskrise geriet vorübergehend in den Hintergrund der Berichtertattungen. In Hanau ereignete sich eine furchtbare Tragödie, als ein unter schwerer schizophrener Paranoia leidender Mann neun ihm fremde Menschen, seine eigene Mutter und sich selber erschoss. Der in einem sogenannten „Manifest“ des Täters anklingende,  aber keineswegs als solchen auch ursächlich hinreichend bewiesene „Rassismus“, löste eine Flut von Reaktionen aus, die alle einen gemeinsamen Schwerpunkt  bis heute aufweisen: Die rechte Partei am äußersten rechten Rand muss geächtet, vom Verfassungsschutz überwacht und am besten gleich ganz verboten werden. Zu sagen, es wäre sinnvoll zunächst einmal die polizeilichen Ermittlungen abzuwarten, gleicht schon einem Anfall von Masochismus. Es steht unumstößlich fest, dass solche Taten nur und ausschließlich im bewusstem Hass auf Fremde und Rassismus begangen werden können. Eine schwere psychische  Störung mag man allenfalls bei traumatisierten Menschen annehmen, die aus kulturfremden Ländern hierher kamen und schwere Straftaten begingen, für Menschen aus unserem allgemeinen  kulturellen Umfeld gilt das nicht.

So bleibt auch die Berichterstattung über eine weitere tragische Tat in einem seltsam-nebulösem Dunkel. In dem kleinen nordhessischen Ort Volkmarsen fuhr ein junger Mann seinen Wagen in eine fröhlich feiernde Menschmenge, die den Weg des Karnevalzuges säumte. Bisher ist von 60 Verletzen die Rede, einige von ihnen sehr schwer verletzt, unter ihnen sehr viele Kinder.

Und während  die gesamte politische Elite den Opfern und Angehörigen von Hanau unmittelbar ihr tiefstes Mitgefühl ausdrückte, es in vielen Orten Deutschlands „Demonstrationen gegen Rechts“ gab, Sondersendungen und Talkshows sich des Dramas annahmen, blieb es um Volkmarsen ziemlich still. Der Bundespräsident reiste nicht an, um an Krankenbetten sein Mitgefühl auszudrücken, auch habe ich noch nichts davon gehört, dass den Geschädigten von Volkmarsen eine Entschädigungszahlung zugesagt wurde, wie man sie den Familien der Opfer von Hanau versprach.

Aber vielleicht habe ich auch nicht mehr richtig zugehört oder nachgelesen. Irgendwann schaltet nämlich mein Selbsterhaltungstrieb auf „Abstand und Ruhe“, weil ich es einfach nicht mehr ertrage, mich mit den Ereignissen selbst, aber auch mit den Reaktionen darauf intensiver zu befassen.

Heute, „nach Hanau und Volkmarsen“, beherrschen wieder die Umtriebe der CDU-Granden die Zeitungen.

Und so ganz am Rande nimmt auch langsam die Berichterstattung über die Gefahr, die von einem in China ausgebrochenen Virus ausgeht, Fahrt auf…. allerdings will es mir scheinen, dass nicht Corona selbst  im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern die unglückliche Figur, die der Herr Minister Spahn dabei macht, hatte er doch bei ersten vorsichtigen Meldungen die Gefahr für uns hier in Deutschland heruntergespielt, inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die sogar eine Pandemie nicht ausschließen wollen und sorgenvoll darauf hinweisen, dass die medizinischen Einrichtungen möglicherweise auch hier bei uns nicht allzu gut darauf vorbereitet seien.

In Krisenzeiten kann eine gute Suppe durchaus über augenblickliche Sorgen hinweghelfen, hier geht es jetzt zur Suppe: Aber Achtung, sie ist nicht vegan, nicht einmal vegetarisch!

Man nehme

500 g Gehacktes halb und halb (natürlich nur vom Biobauern)

2 Stangen Porree (schön kräftig biodynamisch gewachsen)

3 große Zwiebeln

2 säuerliche Äpfel

1 Pck passierte Tomaten (500 g)

200ml Sahne

1 gehäuften El Rosenpaprika

Salz und Pfeffer nach Geschmack

1El Zucker-Zimt-Gemisch

1 Bechertasse Basmatireis

Zubereitung:

Porree sehr gründlich waschen, die äußeren Blätter entfernen, das dunkle Grün abschneiden, die Porreestangen der Länge nach halbieren und in  in sehr feine Halbringe schneiden.

Die Zwiebeln schälen und in grobe Stücke schneiden

Die Äpfel schälen und grob raffeln

Den Basmatireis in einem Sieb unter kaltem Wasser abspülen und mit der doppelten Menge Wasser und einem Teelöffel Salz in einem hohen und großem Topf zum Kochen bringen, auf die kleinste Energiezufuhr schalten und den Reis ausquellen lassen.

Das Gehackte in einer Pfanne mit hohem Rand gut anbraten, danach die Zwiebeln hinzufügen und glasig werden lassen, beide Zutaten gut vermischen, die geraffelten Äpfel auf die Hackfleisch-Zwiebel-Mischung geben und die Zucker-Zimt-Mischung  darüber streuen und unterheben. Danach den Porree hinzufügen.  Alles gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Rosenpaprika würzen,  einige Minuten leicht köcheln lassen.

Die passierten Tomaten zu dem ausgequollenem Reis geben und gut verrühren, anschließend den Pfanneninhalt zu dem Reis geben, alles gut vermischen,  gekochtes Wasser zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist  und mit Sahne verfeinern.

Ich habe noch eine Handvoll eingeweichter Rosinen zugegeben, das ist aber  nicht jedermanns Geschmack. Mir schmeckt das allerdings sehr gut…

 

 

 

Oma Elses Spritzgebäck…. 28. Dezember, 2013

Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.
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sollte hier schon vor einigen Tagen zur Geltung kommen….. Aber wie es so geht, „man“ hat Ideen und gute Vorsätze, doch dann kommt  etwas dazwischen, die Zeit fehlt und manchmal auch die Lust.

Nun also!

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Oma Elses Spritzgebäck ist nämlich das beste auf der ganzen Welt!

„War“, müsste es eigentlich heißen, denn Oma Else, meine liebe Mutter, lebt ja nicht mehr hier auf Erden, und so ist es eigentlich „nur noch“ ihr Rezept, das  alljährlich in der Adventszeit zu Ehren kommt – samt Omas Andenken, natürlich!

Man nehme und handle….:

250 g Margarine * 250 g Zucker * 2 Eier   – schaumig rühren  –   500 g Mehl * 1 P Vanillezucker und etwas abgeriebene Zitronenschale zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.

Den Teig im Kühlschrank ca 20 Minuten ruhen lassen …

Den  „Fleischwolf“ mit der Vorsatzscheibe für Spritzgebäck bereitstellen und  vorbereiten ….

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und den gekühlten Teig portionsweise durchdrehen.

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Die Teigstränge in Stücke schneiden…

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auf das Backblech legen und ca 15  Minuten bei 200° abbacken.

Am besten verwahrt man das Spritzgebäck in Blechdosen und versteckt diese vor naschhaften Ehemännern, Kindern und den eigenen Gelüsten 😉  Ansonsten könnte das passieren, was mein Vater gern erzählte. Auch seine Mutter buk in der Adventszeit Spritzgebäck, auch sie nutzte schon die „Drehe“, wie meine Freundin das nützliche Gerät bezeichnet. Und, glaubt man den väterlichen Erzählungen, buk Oma Friederika kiloweise Spritzgebäck, verwahrte selbiges in Blechdosen und versteckte es vor dem Nachwuchs. Aber wohl nicht gut genug. Der Junge entdeckte nach ebenso emsiger wie heimlicher Suche das Versteck und naschte….  jeden Tag ein kleines bisschen. Und als endlich die Weihnachtstage kamen und die fleißige Hausfrau ihr Spritzgebäck hervor holen und auf den bunten Tellern der Kinder verteilen wollte, waren die Vorräte verschwunden, die Dosen leer. Etwas verschämt berichtete mein Vater von der einzigen Tracht Prügel, die er überhaupt (aber anlässlich dieses Frevels)  von seinem Vater erhalten hatte…

Überhaupt, was war Oma Elses Spritzgebäck ohne meinen hilfreichen Vater…. Ich sehe ihn noch mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und einer locker vorgebunden Küchenschürze am Tisch stehen und die Teigstränge,  die unaufhörlich aus der Drehe quollen,  mit den flachen Handflächen in Empfang nehmen…

Es sind diese schönen Erinnerungen, die bis heute nachwirken und mit dazu beitragen, das die Adventszeit ihren wunderheimlichen Zauber seliger Kinderzeiten behalten hat….

Neuinterpretation von „fressen…. 11. Februar, 2013

Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.
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und gefressen werden“!

Das sollte heute der Text des Tages sein und damit wollte ich auch der rosenmontäglichen Narretei Rechnung tragen!!

Dann aber kam der überraschende Rücktritt des Papstes und zog mich in seinen Bann.

Nun, nachdem sich die erste Aufregung ein wenig gelegt hat, will ich doch noch meinen norddeutschen Cent  zum närrischen Treiben geben.

Und die Hauptrolle spielt in diesem Beitrag dieses nette Kerlchen:

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Blauer Berliner mit Keks! Lecker!

Ich finde, blaue Berliner passen gut in diese verrückte Zeit….

Habt Ihr  da draußen eigentlich mitbekommen welch schrecklicher Frevel in der niedersächsischen Metropole und Landeshauptstadt passiert ist? Angeblich war es ja DAS weltweit meist beachtete Ereignis der letzten Tage vor Schavans Rücktritt:

Der weltberühmte Keks der Firma Bahlsen wurde geklaut!

In einer Nacht und Nebelaktion abmontiert!

Ein Bekennerschreiben gab Auskunft über den Übeltäter:

Das Krümelmonster hatte den Keks geklaut und wollte die Keksfirma auf diese Weise zu wohltätigen Taten animieren, Kekse MIT SCHOKOLADE sollten an bedürftige Kinder verteilt werden.

Ist doch toll, oder???

Inzwischen ist der vergoldete Keks wieder aufgetaucht – am  Ross vorm Schloss! Vorm Welfenschloss, um genau zu sein, das heute der UNI (mit gleichnamigem Keks –Namen)  einen repräsentativen Raum gibt!

Die Geschichte hat bei uns im hannöverschen Umland viel Interesse und klammheimliche Freude ausgelöst – und ganz offensichtlich auch die kreative Ader des Bäckers meines Vertrauens inspiriert, denn er hat das herrliche Krümelmonster mit Keks kreiert!

Zum Fressen gut!

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Passend zur Narrenzeit müsste ich eigentlich auch die ansprechende Verkleidung samt Narrenkappe  präsentieren, ich habe darauf verzichtet, nicht nur, weil ich beides nicht im Hause habe, sondern auch, weil ich ganz, ganz blöde erkältet bin und mich nur mühsam auf den Beinen halten kann… sieht man mir doch an, oder, so gammlig, unfrisiert und ohne jede jugendliche Frische und Schönheit???

(Bitte das Mitgefühl im Kommentarbereich zum Ausdruck bringen!)

Der beste Ehemann, der auch den Krümel vom Bäcker geholt hat, lockte mich mit selbigem und Kaffee vom Krankenlager ins Wohnzimmer …. rechtzeitig, bevor die blaue Stunde beginnt…

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Dinner for one… 3. Januar, 2013

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Zu „unserer“ Silvestertradition gehört es, im Laufe des Abends „Dinner for one“ zu schauen, diesen herrlich englischen Sketch über die seltsame Geburtstagsfeier einer alten Lady.
Vermutlich kennen die meisten Menschen in Deutschland dieses verschrobene Spektakel und ich muss nicht groß und breit erklären, worum es eigentlich geht. In den letzten Jahren sind zu der Originalfassung etliche neue hinzugekommen, in hessischer Mundart etwa oder nach Otto-Manier, in Farbe und neuzeitlich aufgehübscht.
Wir – unsere Silvesterfeiergesellschaft – bleiben beim Original, und obgleich wir die ohnehin nur sparsam geführte Unterhaltung mittlerweile in- und auswendig mitsprechen könnten, die unvermeidliche Stolperfalle bestens kennen und wissen wann James elegant das Hindernis umgeht, stolpert oder gravitätisch über den Tiger steigt, ergötzen wir uns an dem kleinen Sketch, als sähen wir ihn zum ersten Mal, was mich schon leicht ins Grübeln bringt….
Wie kommt es, dass man sich an den zur Schau getragenen Schwierigkeiten anderer Menschen so erheitern kann, und was sagt das aus über die eigenen Unzulänglichkeiten….?

Die Frage ist nicht ohne Ernst gestellt, schließlich gehen „wir“ (die Feiergesellschaft) alle munter und zügig dem Alter entgegen, das Miss Sophie seit einer gefühlten Ewigkeit so begeistert feiert…
Zwar sitzen wir alle noch in gleicher Runde am Tisch wie in den vergangenen Jahren, aber wir alle wissen von Leuten zu berichten, die schon nicht mehr unter uns weilen, obwohl sie gleich alt waren wie wir oder nur unwesentlich älter waren als wir. Auch zwickt und zwackt es bei nahezu allen von uns – der Rücken, die Füsse, die Ohren, die Augen, das Herz, die Nieren, der Zucker, der Magen, die Leber, (das Gedächtnis 😉 ) …. nichts ist mehr im Zustand unverwüstlich gesunder Beschaffenheit und einige von uns sind schon in mehr oder weniger intensiven Kontakt mit der Ewigkeit geraten, dann aber doch noch im irdischen Leben verblieben.

Miss Sophie und ihr betagter Butler James, so mag man denken, machen vor wie es ausschauen wird, wenn die Jahre weiter fortschreiten … und so genießen wir es, ihnen zuzusehen und uns selbst dabei „jung“ zu fühlen, obwohl wir es schon lange nicht mehr sind!

Seit etlichen Jahren feiern wir gemeinsam Silvester, vier Ehepaare, immer reihum in den verschiedenen Häusern, manchmal erweitert um eine allein lebende Freundin oder einen Freund des jeweiligen Hauses.
Immer gab es „Dinner for one“ aber noch nie das dazu gehörige Dinner!

Das sollte sich ändern, beschloss ich vor Silvester – denn wir waren „dran“ – und zog Erkundigungen ein über die notwendigen Rezepte. Die finden sich allesamt im Internet – wo auch sonst, wobei ich mich zu erinnern meine, dass in längst verflossener Zeit eine bekannte Frauenzeitschrift das „Original-Dinner“ rechtzeitig vor Silvester in ihrem Rezeptteil zum besten gab.

Wir, mein „Butler“ und ich (meine Köchin 😉 ) kauften alle notwendigen Zutaten ein, wobei ich gestehen muss, dass ich vorhatte ein bisschen zu schummeln und dementsprechend auch die Einkaufsliste veränderte! Ich hatte nämlich wenig Lust, am Silvestertag Schellfisch zu kochen (das Haus würde noch bis zu den Heiligen Drei Königen nach Fisch stinken duften!) Und noch weniger Lust verspürte ich, für 8 Personen Chicken zu braten…. (die Begründung siehe oben!) Auch der Gedanke an Fruit in Form von Obstsalat konnte mich nicht bezaubern – und einfach nur eine Orange oder ein paar Weintrauben zu kredenzen, erschien mir dann doch zu wenig kreativ. Ich habe das Rezept also ein wenig modifiziert.

Wir kauften ein wirklich großartiges Suppenhuhn als Basis für die Mulligatawny-Soup samt den dazu gehörenden Gemüse- und Obstsorten. Statt des Schellfisch sollte es pochierten Lachs und Lachsmuffins geben – die lassen sich wunderbar vorbereiten. „The Bird“ gelangte in Form von Entenbrust und Hähnchenbrustfilets auf den Tisch – im Backofen bei milder Hitze und mit in Rotwein (lange vorher) eingelegten getrockneten Feigen, Aprikosen und Datteln kombiniert und gegart … und „Fruit“ zum Dessert wurde in der „Pflaumen-in Rotwein-Soße“ zum Zimtparfait sichergestellt, das die Nachspeise bildete…
Als Ergänzung zu Miss Sophies‘ doch recht einseitigem Hauptgang servierte die Köchin Rotkraut mit Äpfeln und Preiselbeeren, Fenchel-Rohkost-Salat (mit sehr fein geschnittenen Apfel- und Orangenspalten und Granatäpfelkernen) und Basmatireis. (Auch der Lachs erfreute sich der Gesellschaft von „Nüsschen“, Ruccola, geblätterten Mandeln und Balsamessigcreme…)
Dazu gab es die entsprechenden Getränke, Sherry, Weißwein, Sekt (statt Champagner) und Portwein.

Es wurde ein wunderbares Dinner nach dem „Dinner“…

Und in diesem Jahr?

„The same procedure as every year….“

Es ist ja noch ein bisschen hin, aber man kann ja schon mal die Planungsphase vorbereiten …

Bis dahin – also bis zur nächsten Silvesterfeier – wünsche ich allen Menschen ein gutes, erfülltes, möglichst sorgenfreies und gesegnetes Jahr…

Linsensuppensubstitution…. 1. März, 2012

Posted by Rika in aus küche und keller, gesellschaft.
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Linsensuppensubstitution?

Yeappp!

Linsensuppe – kennt jeder, wenn auch nicht jeder ein Freund der Linsensuppe ist.

Was „Substitution“ ist, kann das kleine Wörterbuch im Internet besser  erklären als ich, jedenfalls den ursprünglichen Sinn, die eigentliche Bedeutung.

Ich beziehe mich hier auf eine einfache Beschreibung (Link s.o.): „Als Substitution bezeichnet man in der Logik allgemein die Ersetzung eines Ausdrucks durch einen anderen.“

Substitution bedeutet hier in diesem Beitrag  aber nicht die „Ersetzung eines Ausdrucks“ sondern „die Ersetzung einer Handlung“.

Und das geht so:

Einerseits würde ich gern über dies, dies, dies und das schreiben  (und über viele andere gleichartige Themen), aber das verträgt meine Seelenlage gerade nicht… ich gerate dabei immer so leicht in eine eher negative Gemütsverfassung und kann mich dann selbst nicht leiden. Andererseits will ich aber schreiben, WEIL  es meiner Seelenlage gut tut und ich durch das Schreiben aktiv einem Herzkaper oder Schlimmeren vorbeugen kann.  Tja, das ist etwas paradox…

Und deshalb eben die Sache mit der Substitution: Über das, was ich eigentlich schreiben wollte, schreibe ich nicht. Ich schreibe über Linsensuppe.

Das auch die „Linsensuppe“ selbst z.T. ein Substitut ist, werdet Ihr gleich merken.

Neulich, ein paar Tage vor meiner Fußopertion, als ich noch fit und es draußen noch schön kalt war, hantierte mein kleiner Enkelsohn mit meinen „Blindbacklinsen„. Ich beschäftige ihn immer mit irgendwelchen Küchenuntensilien, wenn er mir in der Küche oder beim Kochen „hilft“. Blindbacklinsen kann man wunderbar von einem Schüsselchen in das andere abfüllen, man kann sie rühren und rieseln lassen… der kindlichen Arbeitslust sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Und weil man die Blindbacklinsen auch mehrmals abbacken kann, ist  das Spiel mit ihnen auch keine Vergeudung von Nahrungsmitteln… der Kleine kann mit meinem guten  Gewissen rechnen!

Nun sah der liebste Gatte dem Treiben zu und kam auf den Geschmack! Nicht, dass er es dem kleinen Mann gleich tun wollte, nein, er hatte Lust auf Linsensuppe.

„Kein Problem“, sagte ich, „dann besorg doch schnell etwas Suppengrün und Mettendchen – ach, und natürlich auch Linsen, denn das sind meine Blindbacklinsen und die kann ich nicht mehr kochen!“

Der Liebste zog los und kam auch recht bald wieder – mit dem Suppengrün und den Mettendchen, aber ohne die Linsen! Vermutlich hat er das mit dem Blindbacken nicht verstanden oder mir auch gar nicht richtig zugehört. Er hatte gesehen, es sind Linsen im Haus, also muss ich die nicht kaufen.

Was tun?

Inzwischen hatte ich nämlich auch mächtig Appetit auf eine herzhafte Linsensuppe.

Aber Linsensuppe ohne Linsen?

Warum nicht?

Kichererbsen fanden sich noch in meinen Vorräten, ebenso kleine tiefgekühlte grüne Erbsen, auch ein paar Graupen warteten noch auf ihren bestimmungsmäßigen Verbrauch und genauso  ein halbe Tasse Rote Linsen. Außerdem hatte ich (natürlich !) Zwiebeln im Haus, eine kleine Sellerieknolle (die ich eigentlich zu einem Rohkostsalat verarbeiten wollte) und eine Lage geräucherten Speck.

Auf geht’s!

Die Sellerieknolle halbieren, eine der Hälften putzen, waschen und in feine Würfel schneiden. 2 große Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Das Suppengrün waschen und klein schneiden,

In einem großen Topf ca 40 g Margarine schmelzen und ca 60 g mittelfeine Graupen kurz und kräftig anbräunen, Temperatur zurückschalten und in der oben genannten Reihenfolge das Gemüse nacheinander zu den Graupen  geben und unter gelegentlichem Rühren garen.

Eine kleine Dose Kichererbsen öffnen, die Kicherebsen in ein Sieb gießen und abspülen, zu dem Gemüse geben. Die gleiche Menge Tiefkühlerbsen zugeben und die Roten Linsen.

Ca 1 – 11/2 l Wasser zugeben ( je nachdem wie sämig oder flüssig die Suppe werden soll auch mehr!)  Einen Teelöffel Salz zugeben. Die Lage Speck in Würfel schneiden und zugeben.

Alles zum Kochen bringen und  leicht köchelnd garen, bis auch die Graupen bissfest-weich sind! Dann erst die in Scheiben geschnittenen Mettendchen zugeben und vor dem letzten Abschmecken etwa 5 Minuten mitköcheln lassen.

Mit Pfeffer und Salz und etwas Majoran und ein bisschen Kümmel abschmecken.

Es war die beste „Linsensuppe“, die wir je gegessen hatten.

….   und wenn sie nicht gestorben sind mein Seelenfrieden es zulässt, werde ich ganz substitutionsfrei über schwierige Themen schreiben….

Nichts für Vegetarier… 17. Januar, 2012

Posted by Rika in aus küche und keller.
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und auch nichts für Leute, die dem biodynamischen Kochen mit Leidenschaft frönen, sind viele der sogenannten „Partysuppen“, die aus frischem Gemüse, Fleisch, Gemüse aus der Dose, diversen Soßen und Suppen aus Flaschen und Tüten zusammengebraut werden.

Aber schmackhaft sind sie, diese   (nach ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten doch eher grauenhaften Zusammenstellungen)  herrlichen Kalorienbomben, die bei keinem größeren Familientreffen oder einem ähnlichen gesellschaftlichen Ereignis, das in den eigenen Vierwänden stattfindet, fehlen sollten. Man kann sie nämlich unglaublich gut vorbereiten, ohne dafür tagelang in der Küche zu stehen, man kann sie nach Belieben und Gutdünken erweitern mit allem „was sich nicht wehrt“, wie ich jene Lebensmittel zu benennen pflege, die man nicht wirklich „braucht“, die aber dennoch ihren Nährwert haben und damit einen guten Beitrag leisten, um viele hungrige Menschen arbeits- und kostengünstig zu sättigen. Schmecken soll es ja schließlich.

Seit knapp drei Jahren habe ich dieses delikate Süppchen in meinen „Fundus“ aufgenommen, sprich in meine Rezeptsammlung für schnelle und leckere Suppen.

Gyrossuppe

Die Internetrecherche ermöglicht es heutzutage, nahezu jedes Gericht detailgenau und personengerecht auf „Rezept“ zu erhalten, wer also neben meinen Angaben (die ich der Schwiegermutter meines Sohnes in erster Linie und meiner Lust am Variieren in zweiter Linie verdanke) weitere Nachforschungen anstellen möchte, mag getrost das Suchmaschinchen  nutzen.

Ich mache es so:

Die Angaben beziehen sich auf einen Personenkreis von 12 Menschen mittleren Alters und mit gemäßigtem Essverhalten. Das ist die Personenzahl, die bei meiner Familie bei einem Familientreffen (mit der jeweiligen Bruder-/Schwager-/Schwägerinfamilie) mindestens zusammenkommt. Ich habe die Suppe auch schon für 20 Personen gekocht und auch nur für 8. Bei weniger als 4 Leuten, könnte ich mir denken, muss man eine Waage benutzen, um die diversen Zutaten dann noch im „richtigen“ Verhaltnis zueinander zusammen zu stellen. Und erfahrungsgemäß schmecken soche Suppen sowieso am besten, wenn man sie für richtig viele Leute in großen Töpfen zusammenbraut! Da man sie ohne Probleme einfrieren und auch wieder auftauen kann, sollte man sie ruhig etwas üppiger vorbereiten als zu knapp.  (Das Suchmaschinchen ermöglicht es, das „Originalrezept“ für jede nur denkbare Personenzahl zu errechnen! Man kann es aber auch ganz leicht mit einem einfachen Dreisatz selbst hinkriegen.)

Zutaten und was man damit macht:

1,5 kg Schweineschnitzel  unter kaltem, fließenden Wasser abspülen und anschließend gut trockentupfen. (Ich nehme dazu ein frisches Küchentuch, manche Leute bevorzugen die angeblich  reißfesten Dinger aus der Werbung für die Papierindustrie.) Die Schnitzel in fingerbreite Streifen schneiden und je nach Größe des Schnitzel  die Streifen nochmals quer halbieren.

3 Knoblauchzehen (wenn die Zehen sehr mickrig sind, lieber 1 – 2 mehr nehmen!) abziehen,  pressen und mit

2 El Gewürzmischung „Gyrosgewürzsalz“ und

6 El Olivenöl vermischen und zu den Schweineschnitzelstreifen geben, alles gut miteinander vermengen und ca 2 – 3 Stunden ruhen lassen. Es empfiehlt sich, dazu  ein verschlossenes Gefäß, das gut in den Kühlschrank passt, zu nehmen.

Die Ruhezeit lässt sich nutzen, um die weiteren frischen Zutaten zu putzen, zu waschen und zu schneiden.

3 große Zwiebeln abziehen, halbieren (vom Nordpol zum Südpol) und in feine Spalten schneiden.

3 rote, 2 grüne und 2 gelbe Paprikaschoten waschen und in fingerbreite und etwa 4 cm langeStreifen schneiden.

Zwiebeln und Paprika können gemeinsam in einem Gefäß kalt gestellt werden.

Das „Originalrezept“ sieht vor, dass das Fleisch nach seiner Ruhepause in einer Pfanne portionsweise angebraten wird und anschließend mit

ca 600 ml Sahne übergossen wird und in  einer weiteren Pause (von ca 12 Stunden) in einem geschlossenen Gefäß marinieren soll. Es schadet aber dem gustatorischen Vergnügen nicht, wenn man aus Zeitgründen diese 12 Stunden (über Nacht am besten) nicht einhält.

Möchte man die Ruhepause in der Sahne einhalten, empfiehlt es sich allerdings, das Putzen und Schneiden des Gemüses erst am Tag der weiteren Verarbeitung vorzunehmen.

Und die sieht so aus:

In einem entsprechend großen Topf das vorbereitete Gemüse (Zwiebeln und Paprika) in Olivenöl andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. (Der Topfboden sollte knapp mit dem Öl bedeckt sein!)

Den Inhalt von 2 Beuteln Zwiebelsuppe „Meisterklasse“  darüber streuen und  ca 1 1/2 l Wasser zugeben, alles zum Kochen bringen und bei geringer Energiezufuhr ca 10 Minuten kochen lassen.

1 Glas Zigeunersoße (500 ml),

1 Glas Chillisoße (500 ml),

1 Glas Champgignons in Scheiben (750 g oder zwei entsprechend kleine Gläser),

2 Ds. Mais und

das vorbereitete Fleisch mit der Sahne zugeben und alles weiter köcheln lassen.

In der köchelnden Suppe 1 Pck Schmelzkäse ohne und 1 Pck Schmelzkäse mit Kräutern (je 200 g ) unter Rühren auflösen.

Heiß servieren.

(Die Zugabe des Wassers kann nach eigenem Belieben variiert werden, ja nachdem wie „flüssig“ die Suppe werden soll.)

Zu dieser köstlichen Schlemmerei isst man am besten Weißbrot oder Fladenbrot.

Das Süppchen schmeckt auch am nächsten Tag noch sehr gut und / oder lässt sich mit etwas gekochtem Reis zu einer weiteren Mahlzeit aufhübschen…. Ich bin ein Fan der kreativen Resteverwertung!

„Wegen Bayernspiel Haus abgefackelt!“ … 10. April, 2011

Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.
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… so oder ähnlich hätte wohl die bekannte  Zeitung mit großen Lettern  geschrieben, wäre das Verhängnis nicht im allerletzten Augenblick verhindert worden.

Aber der Reihe nach:

Bestens gelaunt und guter  Stimmung kam der Liebste gestern aus dem Niedersachsenstadion nach Hause, 96 hatte gegen die Mainzer einen Sieg erspielt und war wieder an den Bayern vorbeigezogen. (Ich weiß, das Niedersachsenstadion heißt jetzt anders und ist auch kein Stadion mehr, in dem auch Leichtathletikwettbewerbe stattfinden konnten. Es ist jetzt eine Arena und dient einzig und allein dem Fußballkult und seinen Anhängern als Weihe- und Begegnungsstätte. Aber ich weigere mich beharrlich, auch noch Reklame für den Namensgeber zu machen, zumal der in gar keinem guten Licht steht und beschuldigt wird, arme Leute um ihr Vermögen betrogen zu haben! )

Aber ich schweife ab…

Der Gatte kam also und verkündete noch in der Haustür: „Ich mache uns jetzt Bratkartoffeln und dazu gibt es Sülze!“  Gesagt, getan, bzw. in Angriff genommen, denn im Fernsehen lief bereits die für Fußballinteressierte spannendste Sendung der Woche: Sportschau mit Bundesligaberichterstattung.

Schnelligkeit und gutes Timing waren  gefragt was das Kartoffelschälen und -schneiden anging.

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich auch an Fußball interessiert bin, mir zwar keine Liveübertragung anschaue, wohl aber die ausgesuchten Feinheiten der jeweiligen Begegnungen in der Nachschau, dann bin ich nämlich  bereits über alle Ergebnisse dank des allwissenden Netzes bestens informiert und laufe nicht mehr Gefahr, vor Aufregung am Herzkasper zugrunde zu gehen.

Die Berichterstattung nahm Fahrt auf…

Spiel folgte auf Spiel…

der Ehemann pendelte zwischen Küche und  Fußballbericht hin und her (der Wohnraum mit Essplatz und die Küche sind nur durch eine Wand mit Schiebetür voneinander getrennt),   ich saß bräsig wg Fuß im Sessel! Die Kartoffeln waren geschält und geschnitten, der Bratvorgang eingeleitet. Ich hörte den Gatten am Herd hantieren und roch  erhitztendes Fett.

In diesem Augenblick kam Bayern!

Bayern gegen Nürnberg.

Der Liebste  linste um die Ecke … kam ganz ins Zimmer … setzte sich kurz hin…

Das Spiel nahm seinen Lauf…  die Bayern gingen in Führung … (ja musste das denn sein?) … Nürnberg schoss doch noch den Ausgleich … das Spiel war aus und Robben sah ROT…

Der Liebste machte sich zurück auf den Weg zur Küche …

Ein Aufschrei!

Und dann roch ich es auch: Scharf beißender Qualm!!!

So schnell ich konnte humpelte ich in die Küche.

Geistesgegenwärtig hatte mein Held die in Flammen hell lodernde Pfanne ins Spülbecken gestellt und umgedreht…   die Küche war schwarz von Qualm …  immer noch schlugen große Flammen aus der umgedrehten Pfanne… mit einem Geschirrtuch schlug ich die Flammen aus…

Der Liebste riss das Fenster auf, öffnete Haus- und Terrassentür.

Ich musste husten und würgen.

Und dann der Blick ins Chaos…

Meine Küche, meine schöne Küche!

Rußgeschwärzt die Dunstabzugshaube und der Hängeschrank direkt darüber, schwarz auch die Fliesen, rußig die Unterseite der Hängeschränke und Rußfahnen auf den Türen.

Dann sickerte es so langsam in unser Bewusstsein: Um ein Haar wäre unsere Küche abgebrannt… und wer weiß, was noch passiert wäre…

Und alles nur wegen des Bayernspiels!

GOTT sei Dank, dass wir den Brand gerade noch rechtzeitig bemerkt  und wir es geschafft haben, ihn zu löschen!

Heute konnten wir dann im Tageslicht die Schäden bestaunen:

Die Pfanne hat als einzige irreversiblen Schaden genommen! Schränke und Dunstabzugshaube werden mit Putzmitteln wieder sauber (das haben wir schon ausprobiert und zum Teil auch schon in Arbeit genommen, der Rest dann morgen), auf allen Schränken im gesamten Wohnbereich ist ein ganz feiner Rußfilm – das macht richtig Arbeit!!!

Die Tapeten scheinen auch deutlich grauer zu sein als vorher, aber wir wollten das Wohnzimmer ja ohnehin demnächst renovieren. Fenster müssen geputzt und Gardinen gewaschen werden. Osterputz muss eh sein!

Bleibt noch hinzuzufügen, dass wir eine Brandschutzdecke kaufen werden und nie, nie, nie mehr irgendetwas alleine in der Küche kochen oder braten lassen – mit Ausnahme der Kuchen im Backkofen… und Fett in der Pfanne schon gar nicht.

Und die Bundesligaschau sehen wir nur noch ohne gefährliche „Nebenbeiaktivitäten“! (Wenn ich bedenke, dass ich doch keinen Herzkasper riskieren will, aber beinahe einer Rauchgasvergiftung erlegen wäre, beinahe,  vielleicht…)

Nachtrag:

Das Ergebnis der Münchener geht in meinen Augen trotz des Desasters in meiner Küche  in Ordnung  (eine Niederlage hätte ich auch nicht schlecht gefunden!), und dass van Gaal gehen muss, nein, das habe ich eigentlich nicht gefordert!

Hier kommt „Hermann“… 21. Januar, 2011

Posted by Rika in aus küche und keller.
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Wie es sich für einen richtigen „Hermann“ gehört, reicht man ihn, wenn man ihn einmal bekommen hat, weiter an Freunde und Verwandte, liebe Menschen eben !

Über evangelisch „bekommen“,  reiche ich darum „Hermann“  im Ganzen weiter:

Hallo, ich heiße Hermann und bin für die nächsten 10 Tage dein neues Familienmitglied! Wenn du mich gut pflegst und fütterst werde ich dir einen leckeren Kuchen und Hermannskinder schenken!
Bitte bewahre mich in einem Glas oder in einer ausreichend großen Plastikschüssel mit Deckel auf (ich will ja noch wachsen!)
Kälte mag ich nicht – also sperre mich nie in den Kühlschrank. Am wohlsten fühle ich mich bei dir in der Küche.
Alles klar?
Und so ist mein Tagesablauf:

1. Tag Heute brauchst du dich nicht um mich zu kümmern, wir müssen uns erst aneinander gewöhnen.
2.-4. Tag Ich brauche ein bisschen Bewegung, also rühre mich bitte täglich gut um!
5. Tag Der Hunger zwickt mich!!!
Füttere mich bitte mit: 1 Tasse Milch, 1 Tasse Zucker, 1 Tasse Mehl. Ich mag es, wenn du kräftig umrührst!
Denk daran dass ich noch wachse und lasse mich wenn nötig in eine größere Schüssel umziehen!
6.-9. Tag Jetzt muss ich erst mal verdauen. Dazu brauch ich täglich einen Verdauungsspaziergang (d.h. gut umrühren!)
10. Tag Heute ist es soweit!!!
Füttere mich bitte genau wie am 5. Tag.
Dann darfst du 3 Hermannskinder von mir wegnehmen (3 Tassen) und an liebe Freunde weiterverschenken. (Du kannst natürlich auch ein Kind für dich behalten!)
Nach der anstrengenden Geburt meiner Kinder habe ich großen Hunger. Füttere mich bitte mit:
1 Tasse Zucker, Vanillezucker, 1 Prise Salz, 3 Eier, 2 Tassen Mehl, 2 Päckchen Backpulver und einer Tasse Öl.
Diese Fütterung geht ganz schnell mit einem Schneebesen! Wenn du es besonders gut mit mir meinst, kannst du mich noch mit verschiedenen Zutaten verwöhnen:
½ TL Zimt, Raspelschokolade, gehackte oder geriebene Nüsse, Rosinen oder sogar eine Tasse geraspelte Äpfel kannst du mir ganz nach deinem Geschmack unterrühren…
Nun musst du mich noch in die gefettete Form bringen (Kasten- oder Ringform) und danach mache ich es mir im ca. 160 °C warmen Backofen eine gute Stunde gemütlich!
Guten Appetit!!!!

Ein kleiner Tipp am Rande: Sollen am Ende nur 2 Hermänner übrigbleiben, empfiehlt es sich, die Fütterungsmenge anstelle mit normalen Tassen einfach mit Espressotassen abzumessen!!!

Ich hab mal gegoogelt, wie der Teig anzusetzen ist, wenn man keinen geschenkt bekommt:

Teigansatz:
100 g Weizenmehl
1 EL Zucker
1/2 Pck. Trockenbackhefe (knapp 2 gestr. TL)
150 ml lauwarmes Wasser

Teigansatz: Mehl in einer verschließbaren Schüssel (Inhalt: etwa 1, 5 l, keine Metallschüssel) mit Zucker und Hefe vermischen. Lauwarmes Wasser hinzufügen und mit einem Rührlöffel (aus Holz oder Kunststoff) zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Schüssel mit dem Deckel verschließen. Den Teigansatz 2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dabei ab und zu umrühren. Von nun an so weitermachen, als hätte man den Hermann-Teig geschenkt bekommen.

Und ob Aufbewahrung im Kühlschrank oder nicht – daran scheiden sich übrigens die Geister… Wenn die Küche zu warm ist, kann die Gärung des Teigs in eine Essigsäuregärung umschlagen (DAS riecht man dann…!) und im Kühlschrank verzögert sich der Gärprozess natürlich)

Soweit der komplett übernommene Text.

Toll finde ich, dass das Rezept für den „Ansatz“ gleich mitgeliefert wird, so kann man „Hermann“ getrost nach der Phase des begeisterten Backens und Essens einfach „verhungern“ lassen, sprich, statt einer weiteren Fütterung  s.o. einen zweiten kleineren „Hermann“ backen und genüsslich verspeisen. Das ist nämlich das Tückische an der Idee mit der Weitergabe und Fütterung, irgendwann ist man selbst des „Hermann“ überdrüssig, mag ihn einfach nicht mehr sehen und essen schon gar nicht. Aber auch alle Freunde  sind mit „Hermann“ versorgt, die ganze Nachbarschaft „hermannt“ und es gibt niemanden mehr, dem man die Köstlichkeit weiterreichen könnte. Köstlich ist „Hermann“ nämlich und durch die zahlreichen Variationsmöglichkeiten durch die Zugaben von Nüssen, Aromen usw. auch wirklich vielseitig begabt!

Dank des „Ansatz-Rezeptes“ kann man nun „Hermann“ für eine Weile einfach  vergessen, und später, wenn man wieder mag, erneut in die „Hermannorgie“ einsteigen und backen und backen und backen!

Viel Spaß mit „Hermann“, gutes Gelingen und guten Appetit!

Von der Ausbeutung der Natur… 25. Juni, 2010

Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.
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… profitiert man auch im Hause Rika!

Holunderblüten...

… Sooo lecker!

Gestern sind der Liebste und ich mit den Fahrrädern in die Feldmark geradelt und haben uns, vorbei an einem prächtigen Weizenfeld und am Feldrand heimtückisch lauernden Brennnesseln und Diesteln, zu einem wunderschön anzusehenden und in voller Blüte stehenden Holunderbusch „vorgekämpft“.

Holunder!

Außer im Frühsommer, wenn er von den hell leuchtenden Blütendolden übersät ist und einen unvergleichlichen Duft verströmt, ist Holunder ein eher unscheinbarer Busch, dem in der Vorzeit allerlei Mythen und Geheimnisse zugesprochen wurden (die in alten Kinderliedern anklingen…  „sitzen unterm Hollerbusch, machen alle husch, husch,husch…), aus dessen Blüten man seither schlecht schmeckende, aber gesunde Tees und „Kräutermedizin“ zubereitete und dessen Früchte heutzutage  im Reformhaus in Form von supergesunden Säften und Brotaufstrichen zu horrenden Preisen angeboten werden.  Den Tee hatte ich in meiner Kindheit ausreichend „genossen“, Saft und Brotaufstrich schmeckten mir nicht (irgendwie dann doch zu gesund!),   kurz und gut,  Holunder stand  nicht auf meinem Speiseplan!

Vor einigen Jahren aber  las ich in einem alten Kochbuch ein Rezept:   „Holunderblüten gebacken“.  Ich probierte es aus – und siehe da, die Hollerküchlein schmeckten vorzüglich. Mein so gewecktes Interesse an Holunderblüten, führte schnell zu weiteren Versuchen, die hübschen Blüten gustatorisch zu nutzen! Und seither koche ich Holunderblütengelee in den verschiedensten Ausführungen und  Holunderblütensirup, der in Verbindung mit Sekt unvergleichliches Entzücken auszulösen vermag.

Gestern nun – siehe oben – war es wieder so weit:   Holunderblütenernte – ergiebig und gut!

Die Verarbeitung der Blütendolden zu Gelee betreibe ich mit einigem Aufwand, weniger aufwendig ist die Zubereitung der Hollerküchlein.

Für die Hollerküchlein bereitet man einen leichten Ausbackteig.  ***   Ich habe heute für ca. 14 Küchlein 4 Eier, 8 El Mehl, 1 El Zucker, 1 P Vanillezucker, 1 gr. Pr Salz, 1 P Backkpulver leicht verrührt und dabei soviel Milch zugegeben, dass es einen nicht zu  flüsigen Teig ergab.  ***   In einer Pfanne mit hohem Rand soviel Öl erhitzen, dass die Küchlein „schwimmen“ können,  jeweils eine Holunderblütendolde in den Teig tauchen und sofort in der Pfanne ausbacken. Sinnvollerweise haben die Blüten von Natur aus Stengel, mit denen man sie eintauchen und in die Pfanne geben kann, da aber der Stengel nicht unbedingt der schmackhafte Teil der Blütendolde ist, schneide ich den Hauptstengel und seine Verzweigungen vor dem Wenden der Küchlein ab!  *** Die goldgelben Küchlein auf Küchenpapier abtropfen lassen ***  und noch heiß und mit Zucker&Zimt genießen.  Sie schmecken auch ohne Zimtzucker hervorragend.  Ich esse sie sehr gerne mit Aniszucker – dafür habe ich immer ein Glas mit Zucker bereit stehen, dem ich eine entsprechende Menge gemahlenen Anis zugegeben habe.  „Entsprechend“ heißt: Das Mischungsverhältnis muss mir entsprechen! 😉   also eine Pi x Daumen – Angelegenheit!

Für den Holunderblütengelee bereite ich zunächst einen Sud aus ca. 8 – 10   Dolden auf gut 1 l Wasser. ***   Dabei achte ich sehr darauf, dass die Blüten frei von allerliebsten kleinen Tierchen sind und nach Möglichkeit auch von einem Busch fern ab von der motorisierten Zivilisation oder beliebten Hundewegen stammen – deshalb der „dornenreiche“  😉  Weg durch die Brennesel zum Hollerbusch, s.o.!  ***   So ausgewählte Dolden müssen vor der Verarbeitung nicht unbedingt „gewaschen“ werden, was nämlich dem Aroma nicht unbedingt zugute käme / kommt! ***  Wobei es an dieser Stelle angebracht ist zu sagen, dass man vorzugsweise die Blütendolden  abschneidet, deren winzige Blüten noch erkennbar gelbe Pollen aufweisen – sie sind die Aromaträger! Blüten in der Knospe oder schon kurz vor dem Verwelken sind wenig bis gar nicht geeignet!   ***   Da auch der Gelee in erster Linie von den Blüten und nicht von den Stengeln sein Aroma beziehen soll, schneide ich alle Stengel relativ kurz unterhalb der Blütenansätze ab und gebe sie in einen hohen Topf mit Wasser.  Ich lasse Blüten und Wasser gut 1/4  Stunde leicht sprudelnd kochen und anschließend gemeinsam auskühlen, anschließend gieße ich  den Sud durch ein sehr, sehr feine Sieb  – die winzigen Pollen dürfen das Sieb durchaus passieren, Stengel und Blüten aber nicht!  *** Parallel zum Sud lege ich weitere 3 – 4  Dolden in eine Schüssel und bedecke sie mit der Menge Gelierzucker, die man für 1 l Flüssigkeit benötigt. (Ich nehme den 1:1-Zucker), dabei mache ich mir allerdings die Mühe, die feinen Blüten einer großen Dolde sorgfältig abzuzupfen, sie finden sich später im Gelee wieder. *** Der Sud verbringt die Nacht im Kühlschrank, die Schüssel mit den unter dem Zucker verborgenen Dolden können gut abgedeckt auf der Anrichte stehen – ich bilde mir ein, dass der Zucker das Aroma so besonders gut aufnehmen kann  😉  *** Am nächsten Tag gieße ich den Sud in einen ausreichend großen Topf und gebe den Zucker mit den darin verborgenen Blüten und Dolden hinzu, nach einigem Umrühren fische ich die Dolden heraus, verfeinere das Gemisch mit einem halben Päckchen geriebener Orangenschlae und einem halben Päckchen geriebener Zitronenschale aus dem „Zuckerbäckerzutatenhandwerk“ und bringe das Ganze zum Kochen.  ( Unerfahrerne Geleeköche verfahren dabei  nach der Vorschrift, die auf der Zuckertüte zu finden ist! )  *** Es versteht sich von selbst, dass die Marmeladengläser samt Deckel peinlich sauber sind und mit kochendem Wasser ausgespült werden! *** Den Gelee in die Gläser füllen, sofort verschließen, kurz auf den Kopf stellen und dann in der richtigen Lage abkühlen lassen.  *** Dann hat man fertig   😉  *** Ich gebe manchmal auch geriebenen Ingwer oder eine Spur Kardamom oder etwas fein gemahlenen Piment hinzu … je nach Nase, Lust und Laune! ***

Erkaltete Gläser von eventuellen Geleekleckern befreien und hübsch beschriften  (dieser Arbeitsgang steht den oben abgebildeten Gläsern noch bevor!)   Die allmorgendlichen Brötchen freuen sich über den leckeren Aufstrich …

Die „Ausbeutung der Natur“   war wieder einmal erfolgreich!

Danke an den Schöpfer und Geber aller Gaben!

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