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Sicher ist sicher – Die ARD und ihre „Informationsstrategie“ …. 22. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, israelkritik, medien, politik, pressefreiheit.
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Hatte ich auch früher immer schon mal das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen durch die – doch eigentlich den Nachrichten verpflichteten –  Fernsehanstalten vorenthalten werden, so ist mein Misstrauen gegenüber der sachlichen und redlichen Berichterstattung „unseres“ öffentlich-rechtlichen Fernsehens ins Unermessliche gestiegen.

Das galt und gilt insbesondere für die Berichterstattung aus und über Israel, die ich als wenig „ausgewogen“ wahrnahm und als defizitär empfand. Warum, so fragte ich mich manchmal,  haben die verantwortlichen Redakteure nicht die gleichen, wenn nicht gar noch ungleich bessere Möglichkeiten als ich, Behauptungen der „Nahostkorrespondenten“ dahingehend zu prüfen, ob und inwieweit Dichtung und Wahrheit zusammen gehen, respektive auseinanderklaffen. Schließlich gibt es ja nicht nur deutschsprachigen Agenturen, und seit es die geniale Errungenschaft namens Internet gibt, kann man sogar als Verbraucher auch ganz neue Quellen anzapfen, beispielsweise kleine Informationsdienste  oder  – und da schwillt wohl manchem Journalisten der eitel-professionelle Kamm – sich die Welt aus der Perspektive eines Bloggers erklären lassen. Für mich waren es erhellende Momente, „die Welt von Beersheva“ aus zu erkunden oder Briefe aus dem lange versunkenen Rungholt zu lesen. Komisch, habe ich manches Mal gedacht, warum greifen die Nahostexperten eigentlich nicht auch hin und wieder auf diese überaus authentischen Quellen zurück, warum muss ich mich ausschließlich von Leuten belehren lassen, die dafür bezahlt werden, eine Nachricht zur vorherrschenden passenden Meinung der Sender abzuliefern, und zwar so abzuliefern, dass ich schon bei den ersten drei Worten weiß, wohin die Reise gehen wird?  Der übliche Sermon, die übliche Schuldzuweisung, der übliche „Hintergrund“- der mir noch dazu als „Wissen“ verkauft wird, die übliche Betroffenheitslyrik, der übliche erhobene moralische Zeigefinger, der ganz normale übliche Wahnsinn halt, gekoppelt an zumindest unterschwellige, meist aber offene propalästinensische Propaganda und ebenso wahrnehmbaren „üblichen“ Antisemitismus, getarnt als „freundliche“ Israelkritik,  oder sogar vollkommen unverschleiert als harscher „Antizionismus“ daher kommend.

Das Gezerre und Geschacher um die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt: Der Hass auf Juden in Europa“  musste mir nicht erst die Augen für seltsame doppelte Standards in der Be-   ich sollte sagen Ver-urteilung Israels öffnen, das Phänomen war mir schon lange klar, es musste mich auch nicht ohne Aufprallschutz damit konfrontieren, dass eine Dokumentation im Sinne des Wortes eben nicht vor allem sachbezogene Informationen zu liefern hat und dem Zuschauer  genug an  Verstand, Denk- und Urteilsvermögen zugestanden wird, sich eine eigene Meinung auf der Basis des Berichteten bilden zu können, auch dieses, als feinsinnige pädagogische Meinungsbildung im Sinne des Senders geübte Verhalten,   hatte ich längst in der Vergangenheit als Problem erkannt.

Nun aber ist es genug!

Das Fass ist über gelaufen.

Was der WDR – als Teil der ARD – sich in Bezug auf die oben genannte Dokumentation geleistet hat, spottet nicht nur jeder Beschreibung oder ist eine Beleidigung für jeden denkenden Zuschauer,  es ist vielmehr ein absoluter Skandal. Ein Skandal, wie der Sender mit seinen Mitarbeitern umgeht und ein noch größerer Skandal, wie dieser Sender mit dem Thema ANTISEMITISMUS  umgeht.

Eine Facebook-Freundin fragte, warum man in der Diskussion, die auf die Ausstrahlung des mit nachträglichen und   delegitimierenden  Untertiteln versehenen Beitrags folgte,  statt über ANTISEMITISMUS zu sprechen, den Film an sich in die Mangel nahm. Ich habe die Diskussion nicht geschaut… ich schaue Talkshows schon lange nicht mehr, weil ich keine Lust verspüre,  manchen Menschen, die sich für gebildet oder besonders klug oder als Experte empfinden mögen, dabei zuszusehen, wie sie ein unverdauliches Zeug zum Besten geben …. vermutlich bestens entlohnt aus dem Gebührentopf, den ich mit meiner Zwangsabgabe Monat für Monat mit füllen muss. Überlegt hatte ich schon, für diese Diskussionsrunde eine Ausnahme zu machen, aber ich traute meinem Fassungsvermögen nicht, besser gesagt, ich befürchtete, vor Entsetzen, Wut oder Zorn dermaßen aus der Haut zu fahren, dass ich mich anschließend meiner selbst schämen müsste…  Der Liebste  nämlich  verfolgte die Debatte  und saß mit mir im Zimmer unseres kleinen Feriendomizils und ihm wollte ich meinen (möglichen) Tobsuchtsanfall nicht  zumuten.  (Er nahm auf meine Befindlichkeit Rücksicht und setzte Kopfhörer auf…) Dafür „sah“ ich die Runde und verfolgte  die Kommentare, die im Netz sofort aufkamen und  saß so gewissermaßen in der zweiten oder dritten Reihe   oder ganz oben auf der Galerie, auf der man in der Oper zwar noch etwas einigermaßen gut sehen, aber außer der  begleitenden Musik kaum noch etwas verstehen kann (jedenfalls im Hannover’schen Opernhaus ist das so. 😉  )

Eine seltsam anmutende Situation, nicht wahr, die aber auch irgendwie dem Irrwitz entsprach, dem zu folgen ich mich außerstande sah.

Heute nun, wieder hier zu Hause mit ordentlichem Internetzugang,  die Nachlese via Internet. Viele Kommentare, viele Meinungen, viele, sehr viele Beiträge…

Ich will sie nicht alle im Einzelnen nennen… das wäre auch ein Tage füllendes Arbeitspensum.

Nur eine sehr bemerkenswerte Information aus dem Hause des WDR will ich hier wiedergeben, macht sie doch deutlich, wie unglaublich skandalös und irrsinnig das Vorgehen des Senders ist. Es handelt sich um die Fragen, die der  WDR kurz auf knapp den Filmemachern,  Joachim Schroeder und Sophie Hafner,   unterbreitete, um sie ganz offensichtlich des unseriösen Arbeitens zu überführen, und um die Antworten der beiden Autoren.

Ich kopiere sie in Gänze, denn sicher ist sicher  – und wer weiß, ob es sich der WDR nicht schnell wieder anders überlegt und seine schöne Dokumentation der eigenen Schande aus dem Netz nimmt.

Hier ist sie …. aber doch nur in Auszügen…. es ist nämlich ein sehr langes trauriges Kapitel, der besseren Lesbarkeit wegen habe ich die vom WDR beanstandeten Stellen und die Fragen dazu rot-braun unterlegt

 

„Offene Fragen zur Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden
in Europa“
 00:14:52
Sein Mausoleum wurde übrigens von der EU mit über 1,5 Millionen mitfinanziert.
 Wir bitten um Quellen und Belege für diese Information

Arafat Museum (kostete $ 7 Million) und das Grab/Mausoleum sind ein zusammengehörender
Komplex
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/1426/A_Visiting_Program_for_the_Martyrs
%E2%80%99_Families_to_Yasser_Arafat_Museum
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/601/The_Mausoleum
Die Yasser Arafat Foundation unterhält das Mausoleum und das Museum und wurde mit 1,5
Millionen Euro EU-Geldern mitfinanziert.
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/541/The_Foundation
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.1-5-millionen-von-eu-fuer-museum-palaestinenserhuldigen-arafat.535456f4-adcb-4ff6-8b21-3299cbca8aae.html

….

 00:28:52
Diese großen Organisationen finanzieren hunderte von kleinen NGOs, teils unter
palästinensischer, teils unter israelischer Leitung. Die Dichte an NGOs vor Ort
wird als überproportional angesehen. Aus Israel operieren 398 politische NGOs,
diese Zahlen sind bekannt. Die Zahl an NGOs in der Westbank und in Gaza weiß
niemand genau, laut Spiegel von 2012 sind es über tausend mit Sitz in Ramallah.
 Wir bitten darum, uns den Artikel aus dem Spiegel 2012 zur Verfügung zu
stellen
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/party-feeling-im-krisengebiet-disco-ramallah-a-
806718.html
Hier wird gesagt:
„Mehr als tausend Nichtregierungsorganisationen tummeln sich nach Schätzungen des
proisraelischen Jerusalemer Thinktanks „NGO-Monitor“ im Westjordanland. Und das auf 5655
Quadratkilometern, einer Fläche nicht einmal ein Viertel von Rheinland-Pfalz. Das NGO-MappingProject
von 2007 listet in seiner Statistik 1196 NGO, die meisten haben ihr Büro in Ramallah.

 

…….

 00:29:21
Ein paar Infos zu EAPPI? Leider nein. EAPPI veröffentlicht das Budget nicht. Wir
wissen, das World Council of Churches finanziert die Tochter EAPPI mit und wird
von der Organisation „NGO- Monitor“, als einer der Haupt-Unterstützer von
Boykott-Kampagnen eingeschätzt. Das Budget wird von EAPPI zum Teil weiter
verteilt, zum Beispiel an „Frauen für Frieden“, sie organisieren damit Israel
Boycott Kampagne n. EAPPI beteiligt sich auch an der weltweiten Israel
Apartheidweek. Eine beliebte Propaganda vieler NGOs: Israel betreibe
Rassentrennung wie ehemals Südafrika. Oder auch: Israel tötet palästinensische
Kinder aus Rachsucht. Und das neueste Gerücht von EAPPI für SIE: Israelis
legen nachträglich Messer neben tote Palästinenser.
 Nach unseren Informationen gibt es einen Finanzbericht des World Council of
Churches für das Jahr 2015. Haben Sie dies in Ihren Recherchen
berücksichtigt?

Den WSSCC_Financial_Report_2015_forweb.pdf haben wir berücksichtigt.
Naftali Balanson, NGO MONITOR:
„Basically, EAPPI itself does not publish financial information on its website or in its other
documents. A check of the EAPPI website confirms this.“
Auch die website von EAPPI haben wir dahingehend untersucht und sind zu dem gleichen Ergebnis
gekommen.
Naftali Balanson, NGO MONITOR:
„However, since Richard Mann’s last exchange with you, our researchers have uncovered documents
from WCC that we previously had not seen. The Activities Appendix of WCC’s annual financial reports
(2016 version can be downloaded here:
https://www.oikoumene.org/en/resources/documents/other/wcc-financial-report-2016-activitiesappendix,
pages 10-11) does detail EAPPI program funding and expenditures.
That being said, we have found other information from some of EAPPI’s government funders that
*appears* to contradict what WCC lists. We are still studying this issue, but will not have definitive
answer in the near future.
Bottom line, the statement in the video is correct (EAPPI does not provide financial details), but its
parent body (WCC) does.
The WCC financial reports do not mention EAPPI. Their „Activities Appendix“ does. Both in 2015 and
2016. In 2016, the amount is around 1.5 million CHF.“
Auf der nächsten Seite ein Auszug aus dem WSSCC_Financial_Report_2015_forweb.pdf von 2015.
Es werden keine Zahlen zu EAPPI genannt.   …  …

Welche Quellen und Belege gibt es für die Einschätzung, dass EAPPI HauptUnterstützer
von Boykott-Kampagnen sei? Welche Belege liegen Ihnen für
eine institutionelle Unterstützung der Boykotte oder der Apartheidweek vor?
Wir bitten darum, uns die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu
stellen.

Die Quelle ist im Text benannt: „und wird von der Organisation „NGO- Monitor“, als einer der
Haupt-Unterstützer von Boykott-Kampagnen eingeschätzt.“
Hier der Link zur Seite (von 2017) NGO Monitor:
http://www.ngomonitor.org/ngos/ecumenical_accompaniment_programme_in_palestine_and_israel_eappi_/
Beispiele:
„EAPPI rhetoric includes accusations of “apartheid,” “collective punishment,” “war crimes,” and
“Bantustans”; supporting a Palestinian “right of return”; and promoting the Kairos Palestine
document that calls for BDS against Israel, denies the Jewish historical connection to Israel in
theological terms, and rationalizes, justifies, and trivializes terrorism, calling it “legal resistance.”“
„EAPPI is a partner for the South Africa Team for “Israeli Apartheid Week,” which is “made up of 25
members stretched across South Africa.”“

Bitte sehen Sie auf den nächsten Seiten die Untersuchung von NGO Monitor

……

Ist EAPPI mit den Vorwürfen konfrontiert worden? Wenn ja, bitten wir um
Belege für die Anfrage, inklusive Kenntlichmachung, zu welchem Zeitpunkt
und von wem die Stellungnahme eingefordert worden ist und wie EAPPI sich
dazu verhalten hat.

Der Versuch unseres zuarbeitenden Kollegen und Journalisten Natan Jessen ab Anfang Juni 2016 in
Tel Aviv einen Mitarbeiter von EAPPI vor die Kamera zu bekommen – was ihm scheinbar am 16. Juli
auch gelang. Sehen Sie seinen Text wie folgt:
——– Nachricht ——–
Von: Norbert Jessen
An: Joachim Schröder
„EAPPI hat eine auf der Webseite angegebene Adresse im Büro-Jerusalem mit Telefon
Nummer. Dort antworten nur sporadisch zwei weibliche Stimmen, die immer erst auf
Anfrage bestätigen, dass es sich eine EAPPI Niederlassung handelt. Und dann an den
World Council of Churches weiterleiten, die einen dann an EAPPI zurücksenden. Eine
Leiterin (seinerzeit?) namens Jacquards Hollander soll es auch gegeben haben. Die Dame
war aber ständig 1. außer Hauses, 2. außer Landes. Nach wochenlangen (so weit ich mich
erinnere, war es über einem Monat) Versuchen, gab dann eine der weiblichen Stimmen zu
verstehen, dass es außer Ms. Hollander noch eine Person gebe, die für EAPPI sprechen
könne. Vor malerischer Kulisse vor dem Ölberg, erste Frage meinerseits an diese Person –
dabei stellt sich heraus, dass er gar nicht von EAPPI ist (was er on camera zugibt!),
sondern der Gatte der weiblichen Stimme. (…) Ein Versuch vor etwa zwei Wochen beim
World Council of Churches persönlich vorzusprechen scheiterte. Auch das Klingeln an der
Türe blieb unbeantwortet“

Wir bitten darum, Ihre Quelle für die Propaganda-Vorwürfe vorzulegen, nach
denen die Information gestreut werde, dass Kinder aus Rachsucht getötet
werden sollen und dass Messer neben tote Palästinenser gelegt werden. Bitte
belegen Sie das Gerücht als solches und die Verbindung zu EAPPI.

So sagte es eine Mitarbeiterin von EAPPI, Hannah Griffiths, auf einer Veranstaltung „Tales from the
West Bank: Life Under Occupation“ in London 2016:
„In a public May 2016 event held in London, an EAPPI activist included antisemitic comments,
referring to the”Jewish lobby” in America, accused Israel of planting knives beside the bodies of
Palestinian terrorists, and promoted BDS and other forms of demonization“ (NGO-MONITOR)
An finnischen Universitäten, zusammen mit Finn Church Aid , sprachen Vertreter von EAPPI 2014
von Diskriminierung und dem „vindictively persecuting“ von palästinensischen Kindern von Seiten
Israels.
Quellen:
http://www.ngomonitor.org/ngos/ecumenical_accompaniment_programme_in_palestine_and_israel_eappi_/)
https://www.thejc.com/news/uk-news/church-group-that-sends-volunteers-to-the-west-bank-towitness-life-under-occupation-1.57656

….

….

00:30:11 O-Ton Edelgard Meyer zu Utrup
Ja, das ist eine ganz große Belastung, sich zu sagen, eigentlich tun die was
Ähnliches, was ihnen selbst widerfahren ist, durch dieses Hineinsteigern in die
Opferpsyche. Wenn man so durch die Familie geprägt ist, dann sitzt da schon ein
Schuldgefühl. Man hat sich einfach das Opfer-Sein tief in der Seele eingegraben
oder eingraven lassen, das wird ja auch vielleicht bei dieser Generation jetzt
instrumentalisiert…es tut mir bitter leid, auch für die Israelis, wir sind keine, die
gegen Israel hetzen, wir gönnen ihnen ihren Staat, aber wir möchten nicht, dass
sie an ihrem eigenen Ast derart energisch sägen wie sie es tun.
 Was war das Thema des Interviews und welche Frage wurde zu dieser
Antwort gestellt? Gibt der O-Ton die komplette Antwort wieder? Wenn nein
bitten wir um ein Transkript der vollständigen Antwort im Kontext der
konkreten Frage.

Die Themen des Interviews u.a.:
– Die Arbeit von EAPPI
– Dass EAPPI sich „leider“ noch nicht an Boykottkampagnen beteilige.
Zitat, Edelgard Meyer zu Utrup:
„ Unsere Organisation kann dazu noch nicht verstehen, zu meinem Bedauern. Wir fordern aber
natürlich eine Kennzeichnung der Waren, die auf Westjordanland-Gebiet produziert sind von Israeli.
(…) Also das mit dem Boykott kann ich nicht wirklich – ich kann es persönlich gut verstehen, aber
unsere Organisation zieht da noch nicht 100 % mit“
– Kinder in israelischer Kriegshaft
– Der zweite Teil des IVs dreht sich um ihre Motivation für EAPPI zu arbeiten.
Statement davor:
Frage: „Wenn ich noch eine private Frage stellen darf, wie kommt es, dass sie sich so sehr für den
Nahostkonflikt interessieren?“
Antwort: „Ich habe jahrzehntelang geschlafen: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, wo man
einfach nicht – gottesfroh war, dass Juden eine Heimstadt bekommen haben und wo man nicht
realisiert hat, dass in diesem Land (zeigt auf Karte hinter sich) hundert, fünfhundert Dörfer alleine
sind bei der – im Moment der – Unabhängigkeitserklärung sind in den Jahren ’47 und ’48
niedergemacht worden. Wir haben nicht realisiert, dass dieser Streifen am Mittelmeer, ein
fruchtbares Land, das ja natürlich besiedelt war und nicht wie man uns hat glauben gemacht, ein
leeres Land gewesen sei. Da habe ich mich so geschämt, als ich das so in den 70er Jahren endlich
realisiert habe, dass ich mich dazu verdonnert habe richtig hinzusehen, nachdem ich so lange nicht
hingeguckt habe.“

 

00:30:56
Zwischen 2013 und 2015 überweisen sie über 800.000 Euro an B’Tselem, eine
israelische NGO, die Israel Apartheid und Nazi-Methoden vorwirft. Ein
hochrangiger Mitarbeiter sagt dem Journalisten Tuvia Tenenbom ins Gesicht:
Dass der Holocaus eine Lüge und zudem eine Erfindung der Juden gewesen sei.
 Wir bitten um den Quellennachweis für die 800.000 Euro

An dieser ist vor 2 Wochen der Text und das Logo im Bild geändert worden. Die Passage bezieht sich
nun auf Brot für die Welt und die Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst (2012) und geht
nach wie vor wie oben zitiert weiter.
Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst überweist 2013 – 2015
618.862 NIS (2015) + NIS 1,927,198 (2014) + NIS 810,425 (2013)
3.356.485 NIS = 846.109,55 €
an B’tselem.
Quelle:
http://www.ngo-monitor.org/funder/bread_for_the_world_eed/

 Wir bitten um Quellenangabe zu dem Vorwurf, dass B’Tselem Israel Apartheid
und Nazi-Methoden vorwerfe, und die entsprechenden Unterlagen.

NGO MONITOR auf ihrer Website zu B’tselem:
Apartheid:
Accuses Israel of “apartheid,” perpetrating “war crimes,” “beating and abus[ing]” Palestinians,
“demolition of [Palestinian] houses as punishment,” and forced “deportations.”
Former CEO Jessica Montell has said: “I think the word apartheid is useful for mobilizing people
because of its emotional power. In some cases, the situation in the West Bank is worse than
apartheid in South Africa.”
Nazi-methods:
In April 2010, staff member and NGO activist Lizi Sagie resigned after the organization came under
pressure for statements made on her personal blog, including: “The IDF Memorial Day is a
pornographic circus of glorifying grief and silencing voices,” “Israel is committing Humanity’s worst
atrocities…Israel is proving its devotion to Nazi values…Israel exploits the Holocaust to reap
international benefits.”
Sehen Sie hier:
http://www.ngo-monitor.org/ngos/b_tselem/
Sehen Sie zudem diese Recherche zum Thema Arpartheids-Vorwurf des Weiteren:
http://www.btselem.org/press_releases/20040809
„The Forbidden Road Regime in the West Bank – An Apartheid Practice“
„By unlawfully discriminating against Palestinians based on their national origin, the Forbidden
Roads Regime is reminiscent of the apartheid system that existed in South Africa. The regime
violates fundamental principles of international law that are binding on the State of Israel.“
Apartheid- und Nazimethoden:
Alexander Feuerherdt:
„Auch die israelische NGO «B’Tselem» sollte äusserst kritisch gesehen werden. Sie verunglimpft
Israel als «Apartheidstaat» und hat ihm in der Vergangenheit auch vorgeworfen, Nazimethoden
anzuwenden. Unlängst geriet die Vereinigung in die Kritik, weil einer ihrer Aktivisten dem
amerikanisch-israelischen Publizisten Tuvia Tenenbom vor laufender Kamera sagte, der Holocaust
sei «eine Lüge» und «eine Erfindung der Juden». «B’Tselem» dementierte die Äusserung zunächst,
dann erfolgte eine halbherzige Distanzierung und schliesslich die Ankündigung, sich von dem
Mitarbeiter zu trennen.

 

Wir bitten um Quellenangabe für die angebliche Aussage des zitierten
Mitarbeiters, der Holocaust sei eine Erfindung der Juden gewesen

Es handelt sich um den Mitarbeiter Atef Abu Roub .
– Das ist die Aussage in dem IV von Tuvia Tenenbom.
– Quelle:

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/50/israel-tuvia-tenenbom-allein-unter-juden
– Tuvia Tenenbom „Allein unter Juden“, suhrkamp, Nov. 2014
http://freebeacon.com/issues/btselem-apologizes-over-holocaust-denying-staffer/
https://www.algemeiner.com/2014/10/05/israeli-human-rights-group-btselem-admits-holocaustdenier-in-ranks-video/
http://www.audiatur-online.ch/2014/10/14/von-links-ins-aus/
Ulrich W. Sahm:
„Mit der Glaubwürdigkeit kämpft auch die Menschenrechtsorganisation B‘tselem. Der bekannte
Autor Tuvia Tenenbom hatte unter dem Deckmantel, deutscher Journalist zu sein, vom
palästinensischen Mitarbeiter von B‘tselem, Atef Abu Roub, in einem gefilmten Interview erfahren,
dass der Holocaust an 6 Millionen Juden „eine Lüge“ sei. B‘tselem dementierte, einen
Holocaustleugner zu beschäftigen. Erst Wochen später wies B‘tselem auf seiner hebräischen
Homepage die Behauptung von Abu Roub „mit Abscheu“ zurück. B‘tselem hatte 2009 die UNO mit
vielen Angaben über Menschenrechtsverletzungen beliefert, die ungeprüft in den „GoldstoneReport“
aufgenommen worden sind. Zahlreiche Angaben erwiesen sich als falsch. Das war mit ein
Grund, weshalb sich Richard Goldstone von seinem eigenen Report distanzierte.

00:32:30
Seriösen Schätzungen zufolge überweisen die EU, europäische Regierungen,
europäische Kirchen sowie von der EU mitfinanzierte UN-Organisationen jährlich
100 Millionen Euro Steuergelder an politisc he NGOs, die überwiegend
israelfeindliche Kampagnen betreiben. Deutschlands Anteil daran – ca. 10
Millionen Euro jährlich. Wieviel die ungezählten NGOs in palästinensischen
Gebieten bekommen, weiß niemand genau.
 Wir bitten darum, uns die Belege für die Einschätzung, es handele sich um
NGOs, die „überwiegend israelfeindliche Kampagnen“ betreiben, zur
Verfügung zu stellen.

Zitat Naftali Balanson (NGO Monitor):
——– Nachricht ——–Betreff: Re:
Datum: Thu, 15 Jun 2017 11:50:21 +0300
Von: Naftali Balanson
An: Joachim Schroeder
„NGO Monitor follows hundreds of European-funded Israeli, Palestinian, and European NGOs that
are, to varying degrees active in political campaigns that target the State of Israel. For the dozens of
Israeli, Palestinian, and some of the European groups, most of which claim to promote human rights,
hostile political advocacy against Israel is their primary, if not exclusive focus. Even the European
NGOs with a more international agenda, when it comes to Israel they engage in political warfare,
including calls for boycotts and sanctions.“
Quote von Richard Mann (NGO Monitor)

….

….

Bitte geben Sie Auskunft über das Bildmaterial: um welche Veranstaltung(en)
handelt es sich (Ort und Datum)?

Veranstaltung: Nuit Debout
Ort: Place de la République, Paris und Demonstrationen von Nuit Debout um den Place de la
République, Paris.
Datum: Zwischen dem 28.05.16 und dem 30.05.16


 01:15:24
Einblendung: Paris, 13. November 2015 / Paris, 13 novembre 2015
Im Rahmen der Terroroffensive kommen im Konzerthaus Bataclan 90 Menschen
ums Leben, hunderte werden verletzt. Die ehemaligen Besitzer waren kurz zuvor
nach Israel ausgewandert. Jahrelang hatten sie hier Spenden-Galas für Israel
organisiert. Seit 2008 wurden die jüdischen Inhaber massiv bedroht. 2011 entging
das Bataclan nur knapp einem geplanten Anschlag.
Internationale Ermittlungen führten rechtzeitig zur Festnahme der Attentäter.
 Das Bataclan wird hier in einer Reihung verschiedener tatsächlicher
Anschläge mit eindeutig antisemitischem Hintergrund aufgeführt.
Bitte legen Sie uns hier Belege und Quellen vor, die zu der Bewertung führen,
es habe sich um antisemitischen Terror gehandelt?

Zum Anschlag auf das Bataclan möchten wir unter anderem auf eine Recherche von Alexander
Feuerherdt hinweisen:
Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag
Auf den Artikel in der taz:
http://www.taz.de/!5251354/
Sowie:
http://www.juedische-allgemeine.de/index.php/article/view/

01:19:47
„Palästina: Kommt ausgerüstet, mit Mörsern, Feuerlöschern, Knüppeln, Kommt
zahlreich: Wir nehmen uns das Judenviertel von Sarcelles vor“, steht in einem der
vielen Aufrufe.
Über 3.000 Demonstranten kommen. Molotow-Cocktails fliegen gegen die
Synagoge. Polizisten verhindern die Stürmung. Die Menge schreit: „Tod den
Juden“, „Hitler hatte recht“. Die gewalttätige Meute plündert eine von Juden
geführte Apotheke und einen koscheren Supermarkt, beide werden in Brand
gesteckt. Die Polizei spricht von einer „Pariser Intifada“.

 Bitte stellen Sie uns die Quelle/Belege zur Verfügung, aus denen sich ableiten
lässt, dass 3.000 Demonstranten vor Ort waren.

https://www.bayernkurier.de/ausland/1141-franzosen-die-frankreich-verabscheuen/

 

 

Soweit in Auszügen das Frage- und Antwort-Tribunal, das der WDR veranstaltet hat….

 

Möge jeder denkende Mensch seine eigenen Schlüsse daraus ziehen

 

Gut zu lesen ist auch diese Einordnung….:

Der WDR-Faktencheck zur Antisemitismus-Doku im Faktencheck

 

 

 

 

 

Ich hätte das nicht tun sollen…. 4. Dezember, 2016

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, israel, israelkritik.
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Nach Gottesdienst heute am Morgen und Familienzeit bis in den Nachmittag, wollte ich (endlich) bei facebook allen meinen „Freunden“ und allen, die es betrifft, einen schönen  und gesegneten Advent wünschen und anschließend diesen Wunsch auch hier im Blog weitergeben.

Das tat ich auch mit großer innerer Ruhe und Freude. Siehe hier.

„Nur schnell noch mal ein bisschen stöbern  bei facebook und dann im Blog schreiben“, dachte ich und stöberte….

Das hätte ich nicht tun sollen, denn ich landete bei Gerd Buurmann und seinem Beitrag. Und schon war die ganze schöne und frohe Adventstimmung im Eimer.

Nach dem  bischöflich-kreuzlosen Besuch auf dem Tempelberg und an der Klagemauer war mein Bedarf an christlicher Unterwerfung unter den Islam bei gleichzeitiger  „christlicher Israelf(r)ei(u)ndschaft“ eigentlich für Wochen gedeckt und ich wollte mir nicht vorstellen, dass das binnen kürzester Zeit doch noch zu toppen sei.  Aber, liebe Besucher dieses Blogs, liebe Freunde,  schlimmer geht immer, um diese blöde Floskel mal „sinnvoll“, wenn auch mit großem Frust zu gebrauchen.

Gerd Buurmann schreibt aus gegebenem Anlaß an Mitri Rahem, einem, nein dem Pastor aus Bethlehem, der immer wieder mit seiner großen Liebe zum Land und Staat Israel    auf sich aufmerksam macht. Pfarrer Mitri Rahem hat einen begeisterten Fanclub auch in Deutschland. Lauter liebe fromme Christenmenschen, die mit der größtmöglichen Inbrunst Israel auf den rechten Weg bringen möchten;  darunter ist zu verstehen, dass sie den Staat Israel am liebsten von allen zionistischen (also vor allem jüdischen) Bewohnern reinigen und befreien möchten, damit die armen Palästinenser endlich in Frieden leben können. Ich weiß, ich klinge gerade sehr unfreundlich, zynisch und sarkastisch.

Vor allem bin ich aber vollkommen ohnmächtig und grenzenlos traurig, wieder einmal mit einem uralten Phänomen christlicher Denkweise konfrontiert zu sein, einem uralten Antijudaismus nämlich. Denn wie anders sollte ich es benennen, wenn aus jeder Zeile des Pfarrers aus Bethlehem mir dieser Vorwurf entgegenspringt:

Israel und die Juden sind  das Problem, das den Frieden in der Welt verhindert.

Gerd Buurmann schlüsselt das Phänomen weiter auf… ich werde das hier nicht selbst tun, sondern kopiere Teile seines Textes hierher und setze den Link zu seinem Blogbeitrag:

Er beginnt mit dem Pfarrerwort:

Die Gemeinde zwischen der Nakba (1948) und der Naksah (1967)
Die Zeit Pastors Schehadeh

Der arabisch-israelische Krieg in 1948 war eine Katastrophe für die Bevölkerung Palästinas. Unter den etwa 900.000 vertrieben Palästinensern waren mehr als 55.000 Christen. Infolge dieser Vertreibung durch Israel wurden die christliche Städte in ihrer Demographie umgewalzt: Die größten an der Küste liegenden Städte, die über einen beträchtlichen christlichen Bevölkerungsanteil verfügten, fielen 1948 in zionistische Hände.“ 

Diese Behauptungen läßt Gerd Buurmann nicht unwidersprochen und schreibt einen offenen Brief an den Gottesmann:

„Lieber Pfarrer Rahem,

es gehört zu der Tradition der christlichen Kirche, in der Adventszeit postfaktisch Lügen über Juden zu verbreiten. Diesmal nehmen Sie sich dieser Aufgabe an. Ich möchte Sie korrigieren.

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus, Sie sagen 900.000 Flüchtlingen, andere sprechen von 500.000 Flüchtlingen. Der andere Flüchtlingsstrom, den Sie nicht erwähnen, bestand aus 850.000 Flüchtlingen. Beginnen wir also mit den Flüchtlingen, die Sie erwähnen.“

Den ganzen Brief kann man am Originalort nachlesen.

Ich hätte den Pfarrer nicht mit „Lieber Pfarrer“, angeredet, sowenig wie mit „sehr gehrter Herr Pfarrer“.

Ich würde schreiben:

Herr Pfarrer, schämen Sie sich nicht,  so unverschämte Lügen gegen Juden zu verbreiten?

Das wäre wenig christlich, aber entspräche meinem aktuellen Gemütszustand. Und so bin ich Gerd Buurmann dankbar, dass er in ruhiger Sachlichkeit auf Herrn Mitri Rahem antwortet.

Meine Adventsgedanken schreibe ich noch …  wenn ich mich wieder gefangen habe.

Ich bitte um Verständnis!

Über gefiederte Wesen…. 19. Mai, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, araber, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, israel.
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lese ich in diesen Tagen per Smartphone und Zeitlung.

(Ich bin erst gestern von der Wiese zurückgekommen, eine sehr erfolgreiche Arbeitswoche (großer Dank an unsere großartigen Kinder – dabei sind die Schwiegerkinder immer mitgemeint!!!!)  mit liebem Besuch liegt hinter uns und heute habe ich erstmals wieder meine Zauberkiste angeworfen…. Das Smartphone ist zwar ein netter Begleiter, aber keine wirkliche Alternative zu diesem wunderbaren Ding, an dem ich jetzt sitze und lese und schreibe, zumal auf der Wiese kein wirklich guter Internetzugang verfügbar ist.)

Heute schrieb es in der HAZ über die Plage, die von Saatkrähen in den Städten ausgeht. Die gefiederten Mitbewohner machen Krach und Dreck und sind zu einem echten Ärgernis für die zweibeinigen Mitbewohner geworden. Da aber in der schönen Stadt Hannover – von ihr und ihrem Krähenproblem ist in dem Artikel die Rede – eine absolute Gleichberechtigung zwischen Mensch und Tier herbeigeschrieben und geredet wird, macht der NABU den unschätzbar wertvollen Vorschlag, die Parkplätze für Autos zu sperren, damit sie nicht vom Kot der Vögel Wert erniedrigend verunreinigt werden. Ist das nicht mal ein genialer Plan?! Einfach den Raum unter der Lufthoheit der Vögel für Autos – und damit auch die Menschen – sperren. Mein Sohn und seine Frau in der kleinen mecklenburg-vorpommerschen Stadt benötigen einen Regenschirm bei schönstem Sommerwetter wenn sie das Haus verlassen. Die unschönen Untersichlassenschaften der gefiederten Baumbewohner verursachen nicht zu bereinigende Flecken, vom Ekel ganz zu schweigen. Vielleicht könnte der Nabu für die Brutzeit der Krähen alle Bürgersteige unter den entsprechenden Bäumen sperren lassen…  und damit den Bewohnern der anliegenden Häuser (hoffentlich vom Nabu bezahlten) Urlaub erwirken, bis die Plage mit den Nest- und Brut pflegenden Krähen vorüber ist….  nur mal so ein kleiner Gedanke….

Ungleich gewichtiger und damit auch mit deutlich größerem Potential zu Unmut und Ärger, ist aber das Thema über andersartige und gleichfalls gefiederte Wesen, das in den letzten Tagen vor allem bei facebook umfassend und durchaus auch kontrovers beschrieben und diskutiert wird. Das Problem mit dem Engel.

Engel spielen in unserer (noch unserer???) westlich-christlichen Kultur eigentlich nur zur Weihnachtszeit eine herausragende Rolle in Form von mehr oder weniger kitschig-schönen oder hässlichen Figürchen für Tannenbaum und sonstiger Deko. Sie müssen heute nicht mehr unbedingt rauschgoldmäßig daherkommen, hübsch – je nach Betrachter – sind auch die Figuren aus rostigem Metall oder grob gesägtem Holz, allerliebst die bunt glasierten Töpferwaren oder die herzigen Papierengelchen – flatterhafte Wesen….

Darüberhinaus finden sich aber Engel durchaus auch im Alltag wieder. „Du bist ein Engel!“, sagt man, wenn ein netter Mensch einem  unverhofft aus einer mehr oder weniger schwierigen Situation hilft, „Engel der Gefangenen“, war ein viel gelesenes Buch im letzten Jahrhundert, grüne Engel bieten ihre Hilfe in Krankenhäusern an, gelbe Engel auf den Straßen des Landes.  „Mein Engel“ sagen Verliebte und „Engelchen“ neue Mütter zu ihrem (natürlich süßem) Baby.

Und dann gibt es noch die Kategorie der „Friedensengel“. Leider, muss ich sagen, ist diese Spezies äußerst rar vertreten unter der Engelschar.

Dieser Tage allerdings hat der hohe Herr in Rom aber einen Kandidaten für den Posten eines Friedensengel auserkoren, der besser nicht hätte erwählt werden können. Schon des Kandidaten Bildungsweg macht deutlich, dass es niemanden gibt, der besser zum Friedensengel taugt, hat er doch an einer Unsiversität in der ehemaligen Sovietunion  eine bahnbrechende Arbeit über das Verbrechen an den Juden geschrieben. Seiner – mit wissenschaftlicher Akribie geschriebenen – Dissertation nach, hat es niemals einen Holocaust gegeben. Gleichwohl macht er heute den von ihm geleugneten Holocaust dafür verantwortlich, dass die Juden alle aus Europa in den Nahen Osten auswanderten, um dort den Staat Israel zu gründen, was natürlich noch vor gut 40 Jaharen ein schreckliches Verbrechen an den Arabern war, welches bis heute an dem neu erfundenen Volk der „Palästinenser“ fortwirkt.  Erstmals wurde der Kandidat einer breiteren Öffentlichkeit bekannt als Finanzier und Mitorganisator der „Unterbrechung“ der fröhlichen Spiele von München – wir erinnern uns:  Ein Terrorkommando der Nochnichtpalästineser-Araber überfiel die Unterkunft der israelischen Athleten im olympischen Dorf und richtete ein Blutbad an, weswegen die Spiele in München „unterbrochen“ werden mussten und seither bei allen Olympischen Spielen keine Schweigeminute für die Opfer während der jeweiligen Eröffnungsfeier eingehalten wird. Schon die alten Griechen ließen während der Spiele in Olympia alle Waffen ruhen, der olympische FRIEDE war sprichwörtlich und heilig!  Daran kann man leicht ermessen, wie groß die Eignung des Kandidaten für den Posten des Friedensengel ist.  Im Laufe seines Lebens bewies der Kandidat vielfach seine herausragende Eignung durch herausragende Reden und Taten. So feiert er in der Position des (als vor zig Jahren gewählten) „Präsidenten“ die „besten“ Terrorristen, die die meisten Juden umgebracht haben, als Märtyrer, benennt Schulen und Straßen nach ihnen und lässt Bonbons und andere Süßigkeiten an die Kinder seines „Staates“ verteilen, wenn wieder einmal ein besonders gut gelungener Anschlag auf Juden mit mehreren Toten zu beklatschen ist. Er fordert ganz im Sinne und der Tradition der deutsch-arabischen Freundschaft  nationalsozialistischer Prägung ein „judenreines Palästina“ und hält die „Siedlungen“ für die schlimmsten Verbrechen der Menschheit. Und selbstverständlich versteht er unter „Palästina“ das ganze Land vom „Meer bis zum Fluss“ – wer  sich die Landkarte vergegenwärtigt, wird unschwer feststellen, dass dann für den Stadt Israel nur noch das Meer bleibt, wohinein ja nach  iranisch-hamastanischer Lesart ohnehin alle Juden getrieben werden sollen.

Ihn zu einem Friedensengel“ zu erküren bedarf schon wahrhaft göttlich-visionären Hoffnungsglaubens – aber, wie heißt es so schön in alten Christentexten: „Nichts ist unmöglich, dem der da glaubt!“ Wobei ich nicht sicher bin, ob diese Glaubenserwartung auch für diejenigen gilt, die mit den christlichen Texten nur in sofern etwas zu tun haben wollen, indem sie sie nutzen, gegen das böse Volk der Juden vorzugehen, ansonsten aber die Religion des Nazareners meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Es mag dem hohen Herrn in Rom entgangen sein, dass seit der „Herrschaft“ der Fatah (zu der der Kandidat gehört), ein nicht unerheblicher Christenschwund in Fatahtan-Palästina durch die harte Bedrängnis der muslimischen „Palästinenser“ eingesetzt hat, wohingegen Christen in dem Land der Juden – in Israel –  ihre Religion frei ausüben können. Aber vielleicht sieht der Nachfolger des heiligen Franziskus durchaus in hellsichter Klarheit, was in Abbasland passiert und appeliert deshalb an den Präsidenten des nicht vorhandenen Staates „Palästina“,  Friedensengel gleich die armen christlichen Mitmenschen zu schützen? Wer weiß das schon – und nicht nur die Wegen des HERRN sind unerforschlich.

Dass der Papst in Rom mit der Ehrung des Herrn Abbas aber eine propagandistische Aufwertung der „Palästinenser“ erster Güte vornimmt und völlig kritikfrei einen der schlimmsten Friedensverhinderer zur Friedensikone stilisiert, das entspricht leider dem wieder  erstarkenden christlich motivierten Antisemitismus, wie er in allen Jahrhunderten bisher traditionell und von allen Kanzeln der christlichen Welt  verkündet wurde….   und es ist ein Trauerspiel, dass ausgerechnet ein Papst mit Namen Franziskus  sich zu dieser Frieden verhindernden Maßnahme hinreißen ließ, denn es muss ein ausgewiesener Schelm sein, der nicht auf die Idee kommt, das, was er angeblich bezwecken will, nämlich Frieden zu stiften, mit der Stiftung dieser Medaille ausgesprochen clever verhindert… Warum sollte ein mit einem  „Friedensengel“  rein vorsorglich dekorierter Abbas mit den Juden in Israel Frieden machen wollen,  das hat doch schon mit dem Preis an Arafat nicht funktioniert und auch der auf Hoffnung basierende Preis an Obama zeigt bisher nur wenig bis eigentlich gar keine Wirkung.

Ich jedenfalls habe überhaupt keine Vision und keine Hoffnung in Bezug auf die Friedensengel, die der Papst nominiert.

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Kleiner gedanklicher Nachklapp:

Vielleicht sollte Papst seinem Namen entsprechend seinen Wirkungskreis ein bisschen variieren  und wie der Heilige aus Asisi mal mit den Vögeln reden, speziell mit den Saatkrähen in Hannover und ihnen erklären, dass sie sich prima zu Friedensengelntauben eignen und  deshalb doch bitte die Stadt verlassen sollten… da hätte er zwei Fliegen mit einer Klappe…. Tauben und Krähen… ähhh.

Der Propst ist besorgt… 8. Juli, 2014

Posted by Rika in araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, terrorismus.
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Vielleicht habe ich ja die letzten Eilmeldungen des Propstes verpasst, weil ich drei Wochen auf der Wiese hinterm Deich war und mich nur unzulänglich über die Sorgen des Propstes informieren konnte, wahrscheinlicher ist es aber, dass der Propst erst in ernste Besorgnis geriet, nachdem das Unheil nicht Juden sondern Araber traf, einen arabischen Jungen, der von Juden ermordet wurde.

Dass ganz Israel um das Leben dreier Jugendlichen bangte, hat der fromme Gottesmann wohl nicht mitbekommen, obwohl sogar mir auf meiner Wiese am Nordseedeich das nicht verborgen blieb, und ganz  offensichtlich hat die fürchterliche Nachricht, dass die drei Entführten ermordet worden waren, keinerlei Sorgen hinsichtlich der berühmten „Gewaltspirale“ ausgelöst, die sich ja ohnehin  immer nur zu drehen beginnt, wenn sich Israel seiner Feinde erwehrt.

Nun also reagiert der Propst und befürchtet „das Erstarken jüdischer Nationalisten

 

Der höchste Repräsentant der EKD im Heiligen Land, Propst Wolfgang Schmidt (Jerusalem), hat vor einem Erstarken des jüdischen Nationalismus in Israel gewarnt. Anlass ist der Mord an einem arabischen Jugendlichen.

Sicher, der „höchste Repräsentant der EKD im Heiligen Land“ hat durchaus den Mord an den drei jungen Israelis zur Kenntnis genommen, nimmt dies in seiner Stellungnahme aber nicht zum Anlass für Mitleid und Mitgefühl, sondern berichtet in einem dürren Satz darüber, dass  das Motiv für den Mord an dem jungen Araber sei:  Rache.  Und weil vermutlich nach Meinung des hohen evangelischen Repräsentanten „Rache“ zur jüdischen Identität gehört (wie  würde er sonst diesen Zusammenhang herstellen?), nimmt er dramatisch Stellung:

 Schmidt verurteilte den Mord: „Vorausgesetzt es waren jüdische Nationalisten, steht diese Tat im Kontext einer gesellschaftlichen Strömung, die die jüdische Identität auf Kosten anderer Identitäten in den Vordergrund rückt“, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

 

Der Mord an dem arabischen Jungen war furchtbar und abscheulich und durch NICHTS zu rechtfertigen, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel, aber ihn zum Aufhänger zu machen, um gegen die „jüdische Identität“ des Staates Israel Stimmung zu machen, ist erbärmlich und eines Geistlichen – gleich welcher christlichen Kirche – nicht würdig.  Allerdings verwundert es mich fast gar nicht, dass solche Sätze von einem evangelischen Geistlichen in die Welt gesetzt werden, stimmen sie doch in der Tendenz mit dem überein, was die EKD in den letzten Jahren zum Thema Israel – Palästina veröffentlicht hat. Ich erinnere nur an die Debatte um das Kairos-Papier, das ja von der EKD ausdrücklich gelobt und zur Weiterverbreitung in den Gemeinden empfohlen wird.

Doch der Propst lässt es nicht bei diesem Statement, er setzt noch einen Satz drauf und stellt die polizeilichen Maßnahmen kritisch infrage, bzw. nutzt sie zur weiteren anti-israelischen Propaganda:

 

 An der Aufklärung des Mordes an Abu Khdeir wird laut Schmidt zudem deutlich, wie unangemessen das Vorgehen der israelischen Behörden nach der Entführung der israelischen Jugendlichen gewesen sei. „Im Fall des ermordeten Arabers gab es sechs Festnahmen, im Fall der ermordeten Israelis wurden 850 Personen festgenommen.“ Die israelische Regierung müsse sich fragen lassen, ob es bei der Suche nach den entführten Jugendlichen nur um Aufklärung gegangen sei oder „ob damit nicht auch andere Ziele verfolgt wurden“.

 

Es stört den hohen Repräsentanten nicht, dass der Mord an den drei Israelis erst nach wochenlanger Suche zur schrecklichen Gewissheit wurde, für ihn ist klar, dass diese verzweifelte Suche nach den Entführten  wohl nur ein willkommener Anlass war, „andere Ziele“ zu verfolgen. Diese vagen Andeutungen und unterschwelligen Unterstellungen unlauterer Motive der Israelischen Behörden angesichts des „Verschwindens“ (wie es in deutschen Medien immer hieß) von drei jungen Schülern, ist äußerst infame Propaganda zulasten Israels und an Böswilligkeit kaum noch zu überbieten. Statt die israelischen Behörden dafür zu loben, dass sie schnellsten und effektiv den Mord an dem jungen Araber aufgeklärt haben, betreibt Herr Schmidt die Diffamierung Israels quasi von höchster geistlicher Warte aus.

Auch der letzte Abschnitt über die Besorgnis des Propstes strotz vor Verdrehungen. Zwar leitet er ihn ein mit der Sorge „über     eine Ausweitung der Eskalation auf arabische Dörfer und Städte in Nordisrael“, aber wer nun vermutet, er sorge sich über die zunehmender Gewaltbereitschaft der Araber (über die man z.B. bei den „Letters from Rungholt“ nachlesen kann), der sieht sich getäuscht. Nein, er redet von „jüdischen Extremisten„, die „Morgenduft wittern“ und immer häufiger zur Gewalt griffen. Ein Pfarrer wurde von „Siedlern mit Steinen beworfen“.  DAS geht natürlich gar nicht  – und ich meine das durchaus NICHT ironisch -, leider vergisst der Propst, dass immer wieder Israelis durch Steinewerfer ernsthaft verletzt werden, und diese Steinewerfer keine „jüdischen Extremisten“ sind, sondern Palästinenser. (Aber die dürfen das vermutlich in den Augen des Propstes, weil sie sich ja „nur gegen die ‚Besatzung‘ wehren“.

Es ist dieser doppelte Standard in der Beurteilung einer sehr schwierigen und extremen Situation, der den Bericht des Propstes so bitter  macht und so scheinheilig!

Da ist es schon beinahe nebensächlich, dass er auf den andauernden Raketenbeschuss aus Gaza hinweist. Den nehmen unsere Medienverbraucher ohnehin nur als Silvesterböllerhagel zur Kenntnis.

 

 

 

Aus der Vergangenheit lernen… 13. Februar, 2014

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, terrorismus.
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WIR, soviel ist klar, haben längst aus der Vergangenheit gelernt – oder vielleicht doch nicht?

Diese ebenso bange wie berechtigte Frage muss man sich stellen, wenn man – wie ich – in den Kommentaren zu Berichten aus oder über Israel immer wieder die Forderung liest: Die Israelis müssen doch etwas aus ihrer Vergangenheit gelernt haben oder sich zumindest Mühe geben aus der Vergangenheit zu lernen. Und wenn sie schon nichts gelernt hätten, müssten eben Leute wie Frau Ashton, Herr Steinmeier oder jüngst Herr Schulz sie darüber belehren, was sie zu lernen hätten. Das, was sie aus „ihrer Vergangenheit“ gelernt haben sollten oder lernen müssten bleibt freilich  bei den meisten Kommentaren in vagen Andeutungen stecken und bezieht sich meistens ebenso nebulös auf ihr Verhältnis zu den arabischen Nachbarn und den „Palästinensern“, die ja in den sechziger Jahren ein bis dahin nie dagewesenes Volk wurden.

Schauen wir uns doch mal die Vergangenheit an.

Ich tue das sehr vorsichtig, weil ich weder Historikerin noch Israel-Expertin bin. Aber schon der erste Blick in die relativ junge Vergangenheit ist aufschlussreich – und der noch weiter zurück nicht minder!

Zum besseren Fortgang der Friedensgespräche wurde Israel von den amerikanischen Freunden gedrängt seinen guten Willen zu zeigen durch die Freilassung palästinensischer Gefangener. Bei den Gefangenen handelte es sich nicht um Hühnerdiebe, wie man sich leicht denken kann, es waren vielmehr ohne Ausnahme solche Menschen, die Anschläge auf israelische Zivilisten entweder geplant oder unterstützt und / oder selber ausgeführt hatten. Anschläge, bei denen israelische Staatsbürger zu Tode gekommen und andere schwer verletzt worden waren. Die israelische Regierung ließ sich auf diesen Deal ein, trotz der heftig geführten Debatte im Land, trotz der vielen traumatisierten Opfer, trotz der Trauer der vielen hinterbliebenen Angehörigen.  Und wie sah die Antwort auf die Freilassung aus?   Mörder und Totschläger wurden frenetisch bejubelt und gefeiert – kann man das als besondere Vertrauen bildende Maßnahme verstehen?  Was lernen die Israelis aus dieser Situation? Unter Schmerzen wird ein Abkommen getroffen und von den Palästinensern mit Füßen getreten.

Ist es etwa das, was Israel aus seiner Vergangenheit lernen soll?

Im Jahr 2005 räumt Israel den Gazastreifen, d.h. es leben fortan keine „Siedler“ mehr in dem Gebiet, die Armee hat keine Veranlassung mehr im Gazastreifen Präsenz zu zeigen und tut das auch nicht. Was folgt aber auf diesen Abzug? Raketenterror aus dem Gazastreifen, Terroraktionen, die Entführung Gilad Shalids, der erst nach sehr langer Zeit von der Hamas frei gelassen wird.

Ist es etwa das, was Israel aus seiner Vergangenheit lernen soll?

Israel zieht sich im Zuge der Verhandlungen mit Ägypten vollständig aus dem Sinai zurück. Lange Zeit herrscht Ruhe in dem Gebiet, Touristen  wie Israelis können ungehindert den Sinai bereisen (hab ich 1995 ausprobiert, gemischte Reisegruppe aus Europäern und Israelis, toll!!!) solange in Ägypten der „Pharao“ Mubarak an der Regierung ist. Mit dem „ägyptischen Frühling“ ändert sich die Lage, der Sianai wird instabil, islamische Terrorbanden zerstören Gasleitungen, verschleppen Touristen, morden Flüchtlinge, machen entspannte Sinai-Trips zum Horrortrip.

Ist es das, was Israel aus seiner Vergangenheit lernen soll?

Ich überschlage ein paar Jahre, die kriegerischen Auseinandersetzungen, die mörderischen Aktionen arabischer Terroristen, die Angriffe der arabischen Nachbarn auf den jüdischen Staat, möchte aber die Frage nicht auslassen, was Israel aus den Angriffen lernen sollte. Sich nicht zu Wehr setzen, vielleicht? Die Charta der Hamas einfach ignorieren, die wüsten Beschimpfungen aus dem Iran nicht zur Kenntnis nehmen, gar nicht  darauf eingehen, dass Hundertausende  „Tod den Juden“ brüllen, nicht nur in Teheran, nein, auch in Berlin, in Hannover… ?

Der israelischen Staatgründung, bei der Ben Gurion ausdrücklich den arabischen Nachbarn und den arabischen Bürgern des neuen Staates Israel die Hand zum Frieden reichte, folgte ein blutiger Krieg, den Israel nur mit Mühe überstand und in dessen Folge Jordanien nicht nur das sogenannte Westjordanland, sondern auch   den jüdischen Teil des alten Jerusalem besetzte, den Juden das Betreten der jüdischen Altstadt Jerusalems verbot, und damit auch das Beten an der Westmauer des ehemaligen jüdischen Tempels nicht mehr möglich war.

Was sollen die Israelis aus der Vergangenheit lernen?

Im ersten Weltkrieg kämpften und starben deutsche jüdische Soldaten für „Kaiser und Vaterland“. Es war ihr Kaiser, ihr Vaterland. Und nur 15 Jahre später wurden Juden aller öffentlichen Ämter enthoben, durften sie weder Richter noch Lehrer oder Professoren sein, begann der Prozess der Ausgrenzung  von Juden aus der deutschen Gesellschaft.  Heute werden im Gedenken an die Reichspogromnacht salbungsvolle Reden gehalten, für die Juden Deutschlands war es damals das endgültige Signal für ihr bevorstehendes Martyrium, der Auftakt zur Vernichtung der europäischen Juden.

Was sollen die Israelis aus der Vergangenheit lernen?

Vor der kurzen Zeit der relativen Freiheit für Juden in Deutschland waren Juden unter ständigem Druck, sie hatten keine bürgerlichen Rechte, dafür aber umso mehr die Pflicht für Sondersteuern. Sie waren nicht sicher vor den christlichen Nachbarn, immer wieder kam es zu furchtbaren Pogromen,  zu Übergriffen, Zerstörung jüdischen Eigentums,  zu Morden und blutigen Gewaltorgien.

Was sollen Israelis aus der Vergangenheit lernen.

Luther, dessen Lebenswerk wir in der Luther-dekade gedenken, verfluchte die Juden und rief zu Hass und Verfolgung auf. Seine Schriften trugen / tragen wesentlich dazu bei, das jahrhundertelang Christen ein sehr gestörtes, um nicht zu sagen ausgesprochen feindliches Verhältnis zu Juden hatten und viele noch heute haben.

Was soll Israel aus der Vergangenheit lernen?

Die grausamen Zustände des Mittelalters, die Übergriffe auf Juden in Zusammenhang mit Pest-Epedemien und den Kreuzzügen muss ich hier nicht näher beschreiben, ebenso wenig die Vertreibung der Juden aus Spanien, Frankreich, Deutschland…. oder die Vertreibung der Juden aus den arabischen Ländern nach der Staatsgründung Israels.

Was also soll Israel aus der Vergangenheit lernen?

Israel hat aus der Vergangenheit gelernt.

Nie wieder sollen Juden der feindlich gesinnten Umwelt schutzlos ausgeliefert sein.

Die Frage nach dem, was aus der Vergangenheit gelernt werden sollte, muss letztlich an uns Nicht-Juden  zurückfallen und auch und vor allem jenen gestellt werden, die Israel aus dem Buch der Geschichte oder  von der Landkarte tilgen wollen.

(Wenn ich Zeit habe – gerade habe ich leider gar keine Zeit – werde ich die einzelnen Abschnitte mit Links versehen…. und Quellen nennen.)

Die EKD und das „Heilige Land“… 10. November, 2012

Posted by Rika in antisemitismus, Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, judentum.
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Bei facebook bin ich auf eine neue Publikation der EKD aufmerksam geworden.

Das „Heilige Land“ ist Gegenstand der Betrachtung, und, wie könnte es anders sein, die darin wohnenden Menschen.

Noch bin ich über die Einleitung nicht hinaus gekommen und werde auch weder heute noch morgen dazu kommen, das ganze Schriftstück ausführlich zu lesen. Aber mir schwant angesichts des Vorworts  und des ersten Kapitel wenig Gutes, darin heißt es zum Beispiel:

Christliche Theologie hat biblischen Aussagen zum Land Israel
oft nur einen übertragenen Sinn zugestanden, sie spiritualisiert
und für das Christentum beansprucht. Die Realität des Staates
Israel hat diese Deutung nachhaltig erschüttert.
Als evangelische Christen in Deutschland haben wir verstanden,
dass das Bestehen eines jüdischen Staates für Juden von
existenzieller Bedeutung ist. Jüdische Organisationen im damals
von Großbritannien verwalteten Mandatsgebiet »Palästina
« hatten bereits während der Schoah verfolgten Juden
das Leben gerettet. Der neu gegründete Staat Israel nahm die
Überlebenden der Schoah auf. Nach wie vor hat der Staat Israel
für Juden die Bedeutung einer Existenzsicherung.
Das Land Israel (hebr. erez israel) hat für die große Mehrheit
der Juden auch religiöse Bedeutung. Es war kein historischer

Zufall, dass Juden genau dieses Land für die Staatsgründung
Israels wählten. Seine Geographie ist von jüdischer Geschichte
durchwoben. Herausgehobene Bedeutung kommt dabei der
Stadt Jerusalem (Abb. 2) mit dem Berg Zion, einst Ort des
Tempels, zu. Von daher gab sich die jüdische Nationalbewegung
am Ende des 19. Jahrhunderts den Namen »Zionismus«.“

Hervorhebung von mir

……

und weiter:

Der Konflikt um die Gründung des Staates Israel führte für die
im damaligen Mandatsgebiet »Palästina« lebende arabische Bevölkerung
zu einer geschichtlichen Katastrophe: Mehr als zwei
Drittel der arabischen Bevölkerung, etwa 700.000 Menschen,
wurden im Krieg des Jahres 1948 vertrieben oder flohen, als
der Staat Israel von fünf arabischen Nachbarstaaten angegriffen
worden war. Im Verlauf des Krieges und später wurden Hunderte
arabischer Dörfer in Israel zerstört. Im Krieg des Jahres
1967 flohen noch einmal etwa 300.000 Palästinenser aus den
von der israelischen Armee besetzten Gebieten. Um das Land
gibt es bis heute einen Konflikt zwischen zwei Völkern. Dabei
spielen religiöse Begründungen wie etwa der Bezug auf die
biblischen Landverheißungen eine bedeutende Rolle.“

Die Katastrophe der nahezu vollständigen Vernichtung des europäischen Judentums wird weiter oben im (hier nicht zitierten Teil des) Texts als „Versuch“ verniedlicht und ich kann nur hoffen, dass die Kirchenschreiber vollkommen Bibelunkundige im Blick haben, wenn sie davon reden, dass es kein historischer Zufall sei, dass sich die Juden genau dieses Land ausgesucht haben für ihren Staat…! Das Land (seine Geografie) sei durchwoben von jüdischer Geschichte.  Welch ein Zugeständnis der EKD an die jüdische Bevölkerung Israels. (Ironie aus!)

Wer „Lust“ verspürt, sich den EKD-Text in ganzer Länge anzutun, kann diesen Link nutzen:

Gelobtes Land“

Und hier gibt es einen interessanten Kommentar Ulrich Sahms dazu:

„Die EKD und ihr problematisches Verhältnis zu Israel“

Meine Gedanken dazu folgen später…