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Kleine Binsenweisheit zum Kreuz…. 2. Mai, 2018

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Es ist doch eine Binsenweisheit, dass Religion –   gleich welcher Art  –  mehr ist, als einfach „nur eine spirituelle Angelegenheit zwischen den Gläubigen und ihrer jeweiligen anbetungswürdigen Gottheit“.

Völlig egal ob man sich die Angehörigen der sogenannten „Naturreligionen“ anschaut, ob man die Vielfalt der religiösen Ausprägungen im asiatischen Großraum betrachtet (etwa Buddha, Konfuzius, Shinto und die reiche Götterwelt auf dem indischen Subkontinent), ob alter Maja-Glaube oder gerade angesagter neuer Kult um den Dalai Lama, ob Christentum in seiner Vielfalt von katholisch, orthodox bis protestantisch und freikirchlich, ob Judentum oder Islam, allen Religionen ist eines gemeinsam:

Sie prägen die Kultur der Menschen, die in ihrem Einflußbereich wohnen. Das hat sich übrigens seit der Antike kein bisschen geändert.

Und selbst wenn den einzelnen Gläubigen irgendwann der direkte Draht zur jeweiligen  spirituellen Macht, sei sie nun Shiwa, Gott oder Allah genannt, Zeus oder Wotan,  verloren gegangen ist,  wenn der Glaube einfach einer Gutgläubigkeit gewichen ist oder zu einem  völligen Desinteresse mutierte, so bleiben doch die kulturellen Prägungen bestehen, die in der meistens jahrhundertealten Tradition erwachsen sind —-  und sei es „nur“, dass man fröhlich Weihnachten feiert, obwohl einem Jesus, seine Geburt und alles was mit seinem weiteren Lebenslauf zu tun hat, seiner Lehre und der damit verbunden  religiösen Basis komplett und total schnurzpiepenegal ist. Man feiert Ostern, ohne zu wissen warum, Pfingsten ist ein ewiges Rätsel für viele, die nur noch dem Namen nach christlich sind   —    aber den mit dem Fest verbunden Feiertag genießt man. In vielen Religionsgemeinschaften sind die ursprünglichen Feste zu „Ehren Gottes“ in ihrer jetzigen Ausgestaltung  vor allem Familienfeste.

Ich stelle einfach die Behauptung auf, dass es diese Phänomene in allen Religionsgemeinschaften dieser Welt gibt, weil Menschen nämlich überall auf der Welt dazu neigen,  „den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen“, ganz gleich wer ihr „lieber Gott“ ist.

Aber nicht nur die Feiertage – wie Weihnachten und Ostern bei den Christen, Pessach und Sukkot bei den Juden, das Zuckerfest bei den Muslimen –   sind gleichzeitig religiöse UND  kulturelle Ereignisse, es gibt darüberhinaus eine Vielzahl von Riten, Gebräuchen und Symbolen, die ganz selbstverständlich in den Alltag eingegangen sind, ohne dass sie nach  heutigem Umgang und Verständnis   unbedingt einem  spirituellen Zweck dienen, sie sind „Tradition“ geworden im Laufe der Jahre und Jahrhunderte.  Oftmals ist es schwer, den religiösen Gehalt hinter dem Volksbrauch zu entdecken… was hat es etwa mit Ostereiern auf sich? Warum verzichten Katholiken auf Fleisch am Freitag und wieso backen jüdische Hausfrauen die Challa für den Schabbat? Ist es Tradition oder doch eine religiöse Pflicht? Warum heiraten junge Menschen in einer Kirche, obwohl sie eigentlich mit Gott nichts an der Backe haben? Wegen des  schönen  Rituals etwa und weil  Kirchen  so etwas würdig Weihevolles haben? Warum tragen muslimische junge Mädchen Kopftuch, wenn sie gleichzeitig ihre weiblichen Reize nur mühsam oder gar nicht verbergen? Welchen Sinn findet sich in den gottesdienstlichen Ordnungen – niederknieen, niederwerfen, in ständiger Bewegung beten usw, usw?

Was hat beispielsweise der Gesang mit Glauben zu tun und warum gehört Musik bei Christen auch in die Kirche  – man denke an all die wunderbaren Messen, die von den größten Komponisten in allen Epochen geschrieben wurden?

Religion ist nicht einfach „nur Glaube oder glauben“. Religion ist immer auch die Basis für das, was wir „Kultur“ nennen, selbst dann noch, wenn Religion mehrheitlich in einem Land schon lange nicht mehr die Macht hat, wie sie in vorigen Jahrhunderten durchaus noch anzutreffen war.

Und selbst in der totalen bewussten Abgrenzung von Religion wird dieser Zusammenhang sichtbar, bedurfte es doch zunächst  der Religion, um eine ‚Abgrenzung von der Religion als Kultur‘  zu entwickeln. Die Sowjetunion war dafür ein schönes Beispiel, oder der real existierende Sozialismus in der DDR. Dort feierte man nicht mehr die Konfirmation an der Schwelle zum Erwachsenenalter, man erdachte die „Jugendweihe“, eine pseudoreligiöse Veranstaltung. Und statt des morgendlichen Gebets in der Schule, wie ich es als Schülerin noch erlebt habe, erklang die Losung der jungen Pioniere:  „Für Frieden und Sozialismus:  Seid bereit!“ – Die Antwort der Gruppe war daraufhin: „Immer bereit!“, meist verkürzt auf „Seid bereit! – Immer bereit!“. (Quelle Wiki)

 

Und nach diesem langen Vorspann komme ich endlich zu der „Binsenweisheit zum Kreuz“.

Wer von uns denkt beim Anblick eines Kreuzes zu allererst an den Kreuzestod Jesu – denn das ist ja die mit dem Symbol ursprünglich gemeinte Erinnerung und Vergewisserung: Jesus starb am Kreuz für unsere Sünden … „mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa“ heißt es bei den Katholiken.

Längst ist das Kreuz doch zu einem allgemeinen  „säkularisierten“  Symbol geworden, das  eben nicht nur  als weithin sichtbarer Hinweis und quasi Wegweiser  auf Kirchendächern prangt oder  von Geistlichen getragen wird  (sofern es nicht von Bischöfen auf dem Tempelberg schamhaft verborgen wird )   Es ist  ein zu unserem Kulturraum gehörendes Zeichen, unabhängig davon, ob der Mensch, der es erblickt  oder als Schmuckstück  an einer Kette trägt, nun an Gott, Jesus, Tod und Auferstehung glaubt oder eben nicht.

Das Kreuz  ist im Laufe der Jahrhunderte zum Symbol einer  (überwiegend)  auf dem Christentum basierenden Kultur geworden, erhebt aber heute nicht mehr  den Anspruch,  als Zeichen der Macht ehrfürchtig bedacht und begrüßt zu werden …. wie einst Gesslers Hut (siehe Wilhelm Tell).

Wenn aber  heute doch und darüberhinaus das Kreuz  das Zeichen dafür ist, dass es etwas gibt, eine Macht, eine Größe, die weit über unser Menschsein hinaus wirkt, so ist es doch gut dazu geeignet, die Menschen davon abzuhalten, in Größenwahn und Hybris zu verfallen. Und  dieser Mahnung kann doch kaum jemand ernsthaft entgegen treten.

 

Meiner langen Rede kurzer Sinn:

Es ist gut und vernünftig, dass Herr Söder wieder Kreuze in öffentlichen Gebäuden aufhängen lässt … als ein Zeichen für unseren kulturellen, vom Christentum beeinflussten Hintergrund, der  sich ja auch in der Gesetzgebung der Bundesrepublik und der Länder niederschlägt.

 

 

 

 

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Kantate! „Zehntausend Gründe…“ 29. April, 2018

Posted by Rika in christsein und glaube, meditatives.
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Kantate

So ist die Bezeichnung für diesen Sonntag des Kirchenjahres.

Kantate! Singt!

Schon seit einiger Zeit ist es dieses Lied, das ich immer wieder singe:

Ten Thousands reasons

Wir haben es  auch am  Freitag  bei der Trauerfeier für meine verstorbene Tante Esther gesungen  –   in der deutschen Fassung:

 

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn

Und bete den König an

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an

Ein neuer Tag und ein neuer Morgen
und wieder bring ich dir mein Lob
Was auch vor mir liegt und was immer auch geschehen mag
lass mich noch singen, wenn der Abend kommt

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an

Du liebst so sehr und vergibst geduldig
schenkst Gnade, Trost und Barmherzigkeit
Von deiner Güte will ich immer singen
zehntausend Gründe gibst du mir dafür

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an

Und wenn am Ende die Kräfte schwinden
wenn meine Zeit dann gekommen ist
wird meine Seele dich weiter preisen
zehntausend Jahre und in Ewigkeit

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an
Und bete den König an
Und bete den König an

Kantate!   Komm und lobe den HERRN, meine Seele sing….

 

 

 

Ich wünsche allen die hier lesen einen gesegneten Sonntag Kantate.

Verschwurbelte Sätze… 2. April, 2018

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam, medien, politik.
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sind wir ja von der Kanzlerin gewohnt.

Es erstaunt mich aber einigermaßen, wenn eine sonst wortmächtige Frau einen derartig verdrucksten Satz wie diesen in die Welt predigt:

Deutschland wird nicht mehr so sein, dass es keinen Islam gibt“ – das ist die Kurzfassung, wie sie in der „Welt“ als Titel verbreitet wird. Nur ein wenig ausführlicher, aber nicht minder verschwurbelt die Langfassung:

Der Islam wird praktiziert in Deutschland. Und Deutschland wird nicht mehr so sein, dass es keinen Islam gibt“.

Was sich wie eine unumstößliche Tatsachenbeschreibung anhört, ist einerseits die unterwürfige Anbiederung an die Religion des Friedens bei völligem Ausblenden der Inhalte, die von dieser „Religion“ in den  Moscheen gepredigt und verbreitet wird, und andererseits teilt Frau Kässmann damit (vermutlich ganz unfreiwillig)  das dschihadistische Prinzip mit, nach dem der Islam seit Mohammed die Unterwerfung der Völker unter den Islam betreibt. Der Islam gewinnt die Oberhand entweder durch kriegerische Handlungen – wie in der unglaublich schnellen Expansion in der unmittelbaren Zeit seiner Entstehung – oder durch den schleichenden Prozess der „Unterwanderung“ – Muslime siedeln sich an… leben unauffällig in ihren neuen „Wirtsländern“ …  bilden immer größer werdende  Gemeinschaften und erheben ihre Stimme, zunächst verhalten, dann immer lauter, fordernder und unüberhörbar werdend. An diesem Punkt sind und / oder erleben wir uns  in Deutschland. Wenn dann noch hochrangige Politiker oder Kleriker in ihren Ansprachen und Predigten beteuern, der Islam gehöre zu Deutschland, ist der nächste Schritt nahezu vollzogen, der nämlich die religiös-rechtlichen Grundsätze des Islam (Sharia ist das harmlos klingende Stichwort) in die gesellschaftliche Ordnung des Gemeinwesens einbringt – mit als „Religionsfreiheiten“ getarnten, eingeforderten   Rücksichtnahmen auf die von Mohammed aufgestellten Regeln des Zusammenlebens.

Frau Kässmann betrachtet offensichtlich den Islam – wie viele ihrer Berufskollegen auch  – in erster Linie als eine Religion, die dem Christentum nahezu gleich ist und schließt dabei den machtpolitischen Aspekt völlig aus.

Aber auch Welt-online blendet diesen Zusammenhang aus und schreibt zitierend:

 Wie kann man die Menschen und ihren Glauben so auseinanderdividieren?“, sagte die 59-jährige evangelische Theologin in Bezug auf die Differenzierung Seehofers. „Im Moment habe ich den Eindruck, dass sich viele Muslime, die in dritter, vierter Generation hier leben, wirklich ausgegrenzt fühlen, und das halte ich für ein ernstes Problem.“

 

Wenn Frau Kässmann von „Glauben“ spricht, wird dieser Begriff  so eingesetzt, wie er von Christen üblicherweise gebraucht und verstanden wird.  Dass im Islam „Glaube“ aber  nicht vor allem ein „Vertrauen auf / in eine höhere Macht“ bedeutet, sondern  „Islam“ ein alle Lebensbereiche umfassendes Herrschaftssystem  ist, verschweigt die Theologin tunlichst – und damit müsste ihre Aussage als infame Verharmlosung angesehen werden.

Gänzlich seltsam aber mutet der Bericht an, wenn er in Bezug auf die Kritiker des Islam, die sich beispielsweise bei Pegida finden und äußern,  Frau Kässmanns Haltung so beschreibt:

Den aktuellen Zulauf für Rechtspopulisten erklärt sich Käßmann vor allem mit Angst, die in Abgrenzung münde. Mit dieser Angst „müssen wir offensiv umgehen, und das funktioniert meines Erachtens nur durch Begegnung“. Mit Menschen, die zum Beispiel bei Pegida mitlaufen, sollte das Gespräch gesucht werden, „wenn sie es denn zulassen und einen nicht gleich niederbrüllen“.

Dem „Tagesspiegel“ gegenüber beklagte Käßmann die zunehmende verbale Aggressivität in der Gesellschaft. „Wenn ich eine brüllend pöbelnde Menge sehe, habe ich das Gefühl: Die sind desintegriert. Mit denen möchte ich nicht alleine bleiben“, sagte sie. Viele hätten Angst, sich öffentlich zu äußern, weil sie sofort verbal wüst attackiert würden. „Lasst uns mal im Ton abrüsten“, sagte sie.

Eine „pöbelnde Menge“ ist in der Tat nicht besonders vertrauenserweckend und ich kann verstehen, dass sie „mit denen nicht alleine bleiben“ möchte.  Eine pöbelnde Menge, die in den Straßen deutscher Großstädte „Tod Israel“ brüllt und dabei laut und vernehmlich ihren „größten Herrn“ namens Allah anruft, scheint sie aber nicht weiter zu beunruhigen.  Vielleicht hat sie ja zu den muslimischen Antisemiten und Israelhassern Stellung bezogen, das entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Der Islam wird praktiziert in Deutschland. Und Deutschland wird nicht mehr so sein, dass es keinen Islam gibt“.

Findet Euch damit ab, ist die indirekte Botschaft.

Ich für meinen Teil setze mich dafür ein, dass Deutschland ein Land bleiben kann, in dem das gesellschaftliche und politische Miteinander sich an unserem Grundgesetz orientiert und die Achtung der allgemeinen Menschenrechte nicht durch die Religion des Islam definiert wird ***  und Religionsfreiheit nicht als Floskel zur Durchsetzung der eigenen muslimisch-religiösen Gesetze   missbraucht wird.

Ich wende mich entschieden gegen die allmählich schleichend fortschreitende  Islamisierung unserer Gesellschaft, wie sie aber –  leider  –   von christlichen Würdenträgern und Klerikern durch  undifferenziertes Eintreten für den Islam in unerträglicher Weise gefördert wird.

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***

Siehe hier Informationen zur von Muslimen verfassten  Kairoer Erklärung der Menschenrechte, daraus dieser Absatz:

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte weicht von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in vieler Hinsicht ab, vor allem dadurch, dass sie eindeutig nur diejenigen Rechte anerkennt, welche im Einklang mit der Schari’a stehen. [6] Artikel 24 legt fest: „Alle in dieser Erklärung festgelegten Rechte und Freiheiten sind der islamischen Schari’a nachgeordnet.“ [7] Artikel 19 besagt: „Es gibt keine Verbrechen und Strafen außer den in der Schari’a festgelegten“. [8] Die Rolle des islamischen Rechts als alleinige Quelle der Rechtsfindung wird durch Artikel 25 bestätigt, dieser legt fest: „Die islamische Schari’a ist die alleinige Referenz für die Erklärung oder Erläuterung aller Artikel dieser Erklärung“. [9]Die Kairoer Erklärung unterstreicht ihren Ursprung im Islam als der „wahren Religion“ [10] und der Lebensart der islamischen Gesellschaft (Umma), die als beste aller menschlichen Gesellschaften beschrieben und der eine zivilisierende und historische Rolle [11] zugeschrieben wird.

Bei fast jedem Verweis auf die Menschenrechte macht die Kairoer Erklärung die Einschränkung, dass diese Rechte im Einklang mit der Schari’a ausgeübt werden müssten. Artikel 22 zum Beispiel beschränkt die Redefreiheit auf diejenigen Meinungsäußerungen, die dem islamischen Recht nicht widersprechen. [12] Auch das Recht zur Ausübung öffentlicher Ämter könne nur in Übereinstimmung mit der Schari’a wahrgenommen werden. [13]

Die Kairoer Erklärung steht im Widerspruch zum internationalen Verständnis der Menschenrechte, weil sie die Unumstößlichkeit der Religionsfreiheit nicht anerkennt. [14] Artikel 5 verbietet jede Einschränkung des Heiratsrechts, was „Rasse“, „Hautfarbe“ oder „Nationalität“ betrifft, führt allerdings die Religion nicht auf, so dass Männer und Frauen auf Grundlage ihre Religionszugehörigkeit Heiratsbeschränkungen unterworfen werden können.

Die Erklärung unterstützt die Gleichstellung von Mann und Frau nicht, sie stellt vielmehr die Überlegenheit des Mannes fest. Der Artikel 6 garantiert Frauen gleiche Würde, aber nicht Gleichstellung in anderen Belangen. Weiterhin legt der Artikel dem Mann die Verantwortung für den Unterhalt der Familie auf, der Frau wird keine entsprechende Rolle zugewiesen.

Der Text spricht für sich und muss nicht weiter kommentiert werden.

 

 

 

Passionszeit – Zeit für die Schöpfung… 21. Februar, 2018

Posted by Rika in christsein und glaube.
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meint Annette Kurschus – oder habe ich sie, respektive ihr kurzes Statement  komplett falsch verstanden?

Das liest sich nämlich so:

Es ist gut innezuhalten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und – in Vorbereitung auf das Osterfest – die Schöpfung in all ihrem Leiden und in all ihrer Schönheit in den Blick zu nehmen. So lässt sich neu erfahren: Es ist genug für alle da.

 Quelle

 

Das Wesentliche der christlichen Botschaft in der Passionszeit „in Vorbereitung auf das Osterfest“   ist also „die Schöpfung in allem ihren Leiden und in all ihrer Schönheit“.

 

Nun ist man es ja schon seit Jahren gewohnt, dass „die Schöpfung“ ein zentrales, wenn nicht DAS zentrale Anliegen der „christlichen“ Kirche ist. Bewahrung der Schöpfung, Stoppen des Klimawandel, Sorge um den Anstieg des Meeresspiegel…. welch großartige Botschaft für die Menschen in diesem Land. Aber muss man dazu in eine Kirche gehen? Genügt es nicht einfach, immer mal wieder  bei den Grünen vorbei zu schauen oder Mitglied bei NABU zu sein? Es gibt doch einfach ein gutes Gefühl, wenn man sich für die geschundene Erde und Schöpfung einsetzt, nicht wahr? Das ist doch die wesentliche Aufgabe eines jeden guten Christenmenschen. Und natürlich ist diese Aufgabe „in Vorbereitung auf das Osterfest“ besonders relevant und ganz zentral, denn warum begehen wir das Osterfest, worum geht es Ostern noch mal???

(Über das andere Schwerpunktthema der heutige Christen, nämlich dies „wir glauben alle an den gleichen Gott oder eben  Allah“ will ich mich hier nicht schon wieder auslassen.)

Aber, und das ist die Frage, die sich mir  neben der ‚Relevanz der Schöpfung für Ostern‘ vor allen Dingen stellt, was hat das mit Passion zu tun, mit DER PASSION?

Bisher dachte ich, die Passionszeit diene der Besinnung, des Innehaltens  und der Hinwendung auf Jesus Christus und seinen Tod am Kreuz.

„Jesu, deiner Passion will ich heut gedenken…“  habe ich im Chor gesungen und immer noch klingt es in mir nach, dieses Lied, die Würdigung und Anbetung des „großen Schmerzensmann“, wie Jesus in einem anderen Choral genannt wird.

Aber vielleicht passt es ja heute zur evangelischen Kirche besser, das Sterben am Kreuz nicht mehr als notwendiges Geschehen zu betrachten, dem wir das Heil verdanken, ist es für die Kirche sehr viel angebrachter, der Schöpfung mehr zu huldigen, als dem Schöpfer.  Und, denke ich etwas sarkastisch, passt „Passion um innezuhalten und die Schöpfung in den Blick zu nehmen“ auf jeden Fall gut zu Bischöfen, die auf dem Tempelberg ihr Kreuz verstecken, um Muslime nicht zu beleidigen.

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz.

Folgt dann irgendwann der „Passionszeit ohne Kreuz“  auch eine Kirche ohne Kreuz, ohne Jesu Tod am Kreuz?

Und was dann?

 

Nachklapp

„So lässt sich neu erfahren: Es ist genug für alle da.“  Ist es wirklich das, was wir neu erfahren sollen oder können, dass genug da ist für alle? Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass genug für alle da ist. Und ganz sicher ist es wichtig und richtig, auf das Teilen dessen was da ist, aufmerksam zu machen.

Aber so wie wir in der Passionszeit des Leidens Jesu gedenken, so feiern wir Ostern doch aus einem einzigen Grund: „Der HERR ist auferstanden!“ rufen wir einander zu, dessen vergewissern wir uns an Ostern, daraus schöpfen wir die gläubige Hoffnung auf Auferstehung und Ewigkeit.

Kein schöner Text nach Weihnachten… 29. Dezember, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, einwanderung, flüchtlinge, frauen, gesellschaft, integration, islam, migration, politik.
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Die Freude an der Weihnachtsbotschaft Gottes :

Jesus kommt in die Welt, um die Welt – die Menschen –  mit Gott zu versöhnen„,

darf nicht darüber hinweg täuschen, dass wir immer noch in einer unversöhnlichen Welt leben, in der Menschen gegeneinander wüten, Kriege führen, Verrat üben, einer dem anderen nicht traut, Menschen andere Menschen bedrohen und sogar töten…. aus nichtigen Gründen.

Das Evangelium von Jesus Christus ist der radikalste Kontrapunkt, den man sich nur vorstellen kann,  zu dem Wahnsinn, den unsere Welt in dieser Zeit erlebt.  Aber hören wir ihn noch, diesen Kontrapunkt? Mehr noch, wird er noch gepredigt in den Kirchen und Gotteshäusern unseres Landes?

Wir Menschen brauchen Jesus! Diesen jüdischen Jesus aus Nazareth, der durch sein Leben die Vision von einem Leben in Gottes Frieden wieder in unser Bewusstsein rückt, der uns klar macht, dass jeder Mensch ein geliebtes Geschöpf Gottes ist, mit dem ewig gleichen Wert des Menschseins, das  dem Ebenbild Gottes entspricht, egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, reich oder arm.

Aus dieser Ebenbildlichkeit Gottes, wie sie die Bibel seit Urzeiten beschreibt, leiten wir in Deutschland die „unantastbare Würde des Menschen“ ab. Vielen ist es in Vergessenheit geraten, dass dies der Urgrund jeglicher Menschenwürde ist: Wir sind alle Geschöpfe Gottes, nach seinem Willen geschaffen, ihm zu Ehren sollen wir leben.

Leider, so mein Eindruck, haben auch viele kirchliche Würdenträger unserer Zeit diesen Aspekt zugunsten einer allgemeinen „Bewahrung der Schöpfung“ vernachlässigt, predigen sie „Willkommenskultur“ und betreiben  „Nächstenliebe als politisches Programm“, dem die christliches Gemeinschaft zu folgen hat. Sie legen nicht den Finger in die Wunde und benennen das, was Gottes Ordnung widerspricht, sie weisen nicht auf, was schief läuft in der gegenwärtigen kulturellen Auseinandersetzung zwischen denen, die schon immer hier lebten und denen, die neu kommen. Sie fordern Respekt für die Religion des Friedens und schließen ihre Augen vor dem, was so offensichtlich ist in der „Offenbarung des Koran“ über die Würde des Menschen:

Frauen haben nicht den gleichen Wert wie Männer, Ungläubigen wird jeder Wert und jede Daseinsberechtigung abgesprochen – man darf sie töten, ohne dafür bestraft zu werden, Christen und Juden werden als Hunde und Schweine bezeichnet – und auch so behandelt in den Ländern, in denen der Islam Staatsreligion und politisches Gesetz in Eins ist.

Darüber schweigen die christlichen Anführer dieser Welt. Sie dienen sich vielmehr dem Islam an und nennen es „Nächstenliebe“ oder  „wir glauben alle an den gleichen Gott“.  Statt intensiv auf Christus hinzuweisen als den, den diese Welt braucht, suchen Kirchenführer das „Gemeinsame“ mit dem Islam – und blenden alles Trennende aus.

Ich nenne das Blindheit, Torheit, Sünde.

Wir versündigen uns an Muslimen, wenn wir ihnen aus vermeintlicher Toleranz das Evangelium von Jesus vorenthalten und statt dessen in unseren Kirchen Suren des Koran vorlesen lassen.

Wir versündigen uns an Muslimen und an Christen, wenn wir aus vermeintlichem „kulturellen Verständnis“ dazu schweigen, wenn Frauen und Mädchen von muslimischen Männern verachtet oder gar bedroht, drangsaliert und sogar getötet werden, weil es der Koran so vorgibt.

Wir versündigen uns an unseren Mitmenschen, wenn wir es zulassen, das Gesetz des Koran gleich-gültig neben unser Grundgesetz zu stellen und es zulassen, dass mit zweierlei Maß Recht gesprochen wird über Männer und Frauen.

Es ist nicht Nächstenliebe, wenn wir zulassen, dass muslimische Männer hier ihre kulturellen Eigenheiten pflegen und ausleben und dabei Frauen und Mädchen benachteiligen. Es ist ein Verbrechen an Frauen und Mädchen, egal ob muslimischen oder christlichen Glaubens oder sonstiger kultureller Prägung.

Es ist nicht Toleranz sondern Feigheit, wenn wir großzügig darüber hinwegsehen, dass sich archaische Stammesriten in unseren Städten breit machen und der  der  Gottesebenbildlichkeit entsprechenden  Würde des Menschen Hohn sprechen.

Wir Christen sollten nicht länger dazu schweigen.

Wir sollten mutig auf den hinweisen, der zu unserem Wohl und Heil in die Welt gekommen ist, Jesus, der Christus, Gottes Sohn.

Ich weiß, dass dieser letzte Satz für meine jüdischen Freunde nicht nachzuvollziehen ist. Das Wissen um Jesus mag uns einen, wie Schalom Ben Chorin es formulierte, der Glaube an ihn trennt uns. Ich lasse den Satz dennoch so stehen… er ist das Fundament meines Lebens.

 

Einen ganz und gar nicht religiösen Text zum Thema „Gleichheit von Frau und Mann“  und damit eben auch zu  „Menschenbild“ und „Menschenwürde“ fand ich bei „publico“, ich empfehle ihn zur Lektüre….

Krieg gegen Frauen

 

 

 

 

 

 

 

Jauchzet…. frohlocket…. 10. Dezember, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, judentum, meditatives.
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Seit vielen Jahren ist es im Hause Rika Tradition die Adventszeit mit der wunderbaren ersten Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium einzuläuten….. morgens zum Frühstück…   vor dem Gottesdienstbesuch… am Adventkranz brennt die erste Kerze…

Doch nicht nur zum Frühstück erklingt die Aufforderung zu jauchzen und zu frohlocken, auch beim adventsonntäglichen Kaffeetrinken ergötzen wir uns an der wunderbaren Musik. Das hatte vor zwei Jahren  auch der kleine Enkelsohn mitbekommen und fand großen Gefallen an der Musik. Bei einem der nächsten Besuche fragte er:

„Omi, kann ich den Chor hören?“

„Was meint das Kind mit ‚Chor'“, fragte ich mich…. und dann auch das Kerlchen selbst.

„Den Chor und die Trommel!“ meinte es.

Ich wusste augenblicklich, welche Musik der kleine Mann meinte.

Chor und Trommel.

Das trifft es doch gut. Mit einem ‚Trommelwirbel‘ in die Zeit der Erwartung…

Hier sind sie, der Chor und die Trommel….

 

Jauchzet!  Frohlocket! Auf, preiset die Tage!

Jauchzen und freuen, auch wenn vielen von uns in diesen Tagen so oft  das Herz schwer ist angesichts der vielen bösen Stimmen, die sich erheben gegen das Volk der Juden, aus dessen Mitte ER gekommen ist, CHRISTUS, das Heil der Welt.

Ich wünsche allen Menschen eine schöne, friedliche und gesegnete Zeit des Advent.

 

Fremde Feder: Das christliche Erwachen gegenüber der Heiligkeit des Tempelbergs bringt prophezeihtes „Haus des Gebets für alle Nationen“ näher 22. Juli, 2017

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", christsein und glaube, fatah, islam, israel, judentum, plo, terrorismus.
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Ich  übernehme den  Text, den ich von heplev übernommen habe, auch wenn der Akzent dort anders gesetzt ist, als ich es hier kommentiere.

Anlass für mein Rebloggen des langen Aufsatzes sind die arabischen Ausschreitungen in Jerusalem, die sich gegen die von Israel installierten Sicherheitskontrollen an den Zugängen zum Tempelberg entzündet haben. (Und der fürchterliche Mord an drei Israelis, die am Shabbat von einem Araber bestialisch umgebracht wurden – getreu dem Aufruf muslimischer Autoritäten folgend, die zum „Tag des Zorns“ als Reaktion auf die neuen Sicherheitskontrollen aufgerufen hatten.)

Israelische Sicherheitskräfte haben in der vergangenen Woche arabisch-israelische  Angreifer erschossen, die zuvor die  drusischen Polizisten mit Schüssen getötet hatten.  Um zu verhindern, dass Waffen von „betenden Muslimen“ auf den Tempelberg gelangen und dort gelagert werden, hat die Polizei in Jerusalem verfügt, dass Metalldetektoren an den Eingängen angebracht werden. Diese gibt es bereits seit Jahren an den Zugängen zur Kotel (Klagemauer) und natürlich auch an den „heiligen Stätten der Muslime“ in Mekka und Medina …. was  aber bisher in keinster Weise als Behinderung für Betende betrachtet wurde.

Zur Klarstellung:   Nicht „Israel“ verhindert, dass Christen im „Haus des Gebets für alle Nationen“ beten können, es ist der Ungeist des sich virulent ausbreitenden Islam extremster Prägung, der ja nicht nur den Tempelberg ganz offiziell seines ureigen Namens beraubt hat (Siehe UN-Resolution), es ist der Islam, der mit Hass gegen Juden (und Christen gleichermaßen) agitiert und jedes jüdische – und damit auch frühchristliche – Zeugnis in Israel und Judäa-Samaria auszulöschen versucht.

Hier in Deutschland, will mir scheinen, erfüllt sich aber gerade eine andere uralte biblische  Prophetie vor unseren Augen:

1. Mose 12, 3  „Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ (Elberfelder Übersetzung)

Moses Mendelsohn übersetzt die gleiche Bibelstelle so:

Ich will nämlich segnen, die dich segnen; wer dir flucht, den will ich verfluchen, und mit dir werden sich alle Geschlechter des Erdreichs segnen.“

Diese Verheißung gilt Abraham  –  und ihm allen Menschen, die G’ttes Bund mit Abraham als ewigen Bund der Verheißung annehmen und anerkennen.

(Meine sehr persönliche Anmerkung dazu: Der Mitgliederschwund der christlichen Kirchen in Deutschland und Europa hat exakt mit dieser Verheißung zu tun….  Die ständige Verurteilung Israels durch christliche Bischöfe und Pfarrer und ihrer „gläubigen Schäfchen“, das Ablegen ihres Kreuzes durch die höchsten deutschen christlichen Vertreter auf dem Tempelberg, das gemeinsame Beten mit den Nachfolgern Mohammeds und der Gleichstellung G’ttes mit dem Allah des Koran in Anbiederung an die, die „Juden vom Gesicht der Erde tilgen wollen“, wie führende islamische Gelehrte in Anlehnung an den Koran fordern, das alles hat Auswirkungen auch auf die Entwicklung der Kirche.)

 

Doch nun zum Text:

 

abseits vom mainstream - heplev

Adam Aliyahu Berkowitz, Breaking Israel News, 20. Juni 2017

sie bringe ich zu meinem heiligen Bergund erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt.
(Jesaja 56,7)

Bisher ist der blutige Kampf um den Tempelberg zwischen Muslimen und Juden ausgetragen worden, aber ein neues Erwachen bei einigen Christen zu dessen Bedeutung schafft eine sich verschiebende vormessianische Wirklichkeit an dem bereits brisanten Ort. Der sich entwickelnde Status der Christen auf dem Tempelberg zeigte sich vor ein paar Wochen in einer muslimisch-christlichen Konfrontation, die beinahe in Gewalt endete.

Der Showdown auf dem Tempelberg involvierte Nate Waller, den Leiter der Aktionen von Hayovel, einer Organisation, die christliche Freiwillige nach Israel bringt, um biblische Prophetie zu erfüllen, indem sie in Weinbergen in Samaria arbeiten. Als regelmäßiger Besucher des Tempelbergs ist Wallers Verbindung zu dem…

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Aus dem Netz gefischt: Christenverfolgung nicht dramatisieren… 30. Mai, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, terrorismus.
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Es war Kirchentag…

Treffen evangelischer Christen….

C H R I S T E N

Christen werden verfolgt …. drangsaliert …. entrechtet …. misshandelt … getötet….

Wir lesen darüber immer wieder  in einigen wenigen Medien, denn nicht alle Journalisten halten das für berichtenswert.

 

Da spricht ein Bischof ein „wahres Bischofswort“:

 

 

Bild könnte enthalten: 1 Person, Text

Bischof (von altgriechisch ἐπίσκοπος epískopos ‚Aufseher‘, ‚Hüter‘, ‚Schützer‘)…“ Quelle

Und statt einer Zurechtweisung durch seine bischöflichen Kollegen….   Schweigen!

 

Da bleibt einem armen Christenmenschen das Wort im Halse stecken, weswegen es hier auch keine weiteren Aussagen von mir  gibt, nur noch der Hinweis auf den Fundort

und den Blick auf   diesen Text….

 

Der Fairness halber auch diese Einordnung des bischöflichen Wortes, die zwar nachvollziehbar ist, aber sicher nur für einen sehr geringen Teil der unter  Verfolgung leidenden Christen zutrifft.

 

Damit er mir nicht verlustig geht…. der Text der Käßmann’schen Bibelarbeit nämlich 30. Mai, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Eine Bibelarbeit der ehemaligen Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann hat Irritationen und heftige Kritik auf diversen Seiten ausgelöst.

Ich war in Berlin nicht dabei, kann also keinen Ohrenbericht liefern.

Aber in Zeiten in denen Kirchentage in der veröffentlichten „Mitteilung“ eher Parteitagen der Grünen gleichen, als einem von Gottes Geist bewegten Christentreffen, macht es für mich schon Sinn, genau hinzuhören und hinzusehen was wer gesagt hat, zumal, wenn „wer“ ein so prominenter Mensch ist wie Frau Käßmann.  (Vermutlich gab es unendlich viele spirituelle Angebote von Bibelarbeiten und Gebetstreffen, nur finden und fanden die leider gar keinen Weg in die Veröffentlichung, so dass  bei einem Nicht-Teilnehmer, der nur auf die Berichte in den Medien angewiesen ist, leicht das „Parteitagsfeeling“ entstehen kann.)

Ich hatte Schwierigkeiten eine irgendwie autorisierte Fassung dessen, was Frau Käßmann gesagt haben sollte, zu bekommen. Im Netz kursierten vielerlei Mutmaßungen. Aber zum Glück hat die Landeskirche Hannover nicht nur das Redemanuskript der vorgesehenen  Bibelarbeit eingestellt – denn das war es, was Frau Käßmann eigentlich „machte“, sie hielt eine Bibelarbeit zu einem sehr bekannten Text aus dem Lukasevangelium (Kapitel 1, 39 – 56,  Maria und Elisabeth begegnen sich, zwei Frauen, die sich jeweils mit einer nicht für möglich gehaltenen Schwangerschaft konfrontiert sehen)  -, sondern hat darüber hinaus auch die im ursprünglichen Text nicht vorhandene und wohl auch nicht vorgesehene  Passage in Käßmanns Bibelarbeit über  einen Auszug aus dem vermeintlichen Wahlprogramm der AfD protokolliert und veröffentlicht. Frau Käßmann ist ja für ihre Spontaneität bekannt und dafür, dass sie durchaus sehr deutliche Worte findet – man erinnere sich nur an ihr „Nichts ist gut in Afghanistan“, oder ihren Vorschlag, waffenlos mit Taliban und Terroristen zu verhandeln....  So wird sie wohl einer blitzartigen Eingebung folgend den Bezug zu AfD und „braunem Wind“ im Zusammenhang mit der Auslegung des Lukastextes hergestellt haben.

Warum sie nun aber so heftig darauf insistiert, „falsch“ zitiert und wieder gegeben worden zu sein,  entzieht sich meiner Kenntnis und ich habe wenig Lust, mich an weiteren Spekulationen zur Käßmann’schen Rhetorik zu beteiligen und will hier auch nicht weiter dazu Stellung nehmen mit Ausnahme der von mir bei Facebook getroffenen Aussage, dass eine Bibelarbeit eine Bibelarbeit sein sollte und kein politisches Manifest, und dass ich mir erlaube, meine eigenen Schlüsse aus einem Text zu ziehen und ich es mir verbitte, von vornherein auf eine einzige Interpretation oder Auslegung festgenagelt zu werden. Ich kann und will selber darüber nachdenken und entscheiden, welche Relevanz ein biblischer Text für mein Leben hat. Dazu bedarf es nicht der politischen Belehrungen durch eine ehemalige Bischöfin, die eine „Bibelarbeit“ hält….

Damit er mir aber nicht verlustig geht, hier nun der komplette Text, wie ihn die Landeskirche Hannover eingestellt hat.

(Aus der Erfahrung heraus, dass manche Links im Laufe der Zeit gelöscht werden und Texte dann nicht mehr auffindbar sind, auf die ich mich bezogen habe, die Komplettversion und nicht nur der Link zum Text. 😉  )

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2017/05/2017_05_26_2

Der Text  Landeskirche Hannover (es fällt auf, dass der folgende  Satz nicht in allen Veröffentlichungen vorkommt.  „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“       Mir ist allerdings nicht bekannt, warum das so ist.  (Die Hervorhebung des Satzes im nachfolgenden Text ist von mir.)

Berlin. Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat in einer Bibelarbeit auf dem Kirchentag in Berlin die AfD angegriffen. Die Forderung der rechtspopulistischen Partei nach einer höheren Geburtenrate der „einheimischen“ Bevölkerung entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten: Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht„, kritisierte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter tosendem Beifall.

Käßmann verwies darauf, dass selbst sie als mehrfache Großmutter bereits türkischstämmige Mitschüler gehabt habe. Diese seien mittlerweile deutsche Eltern von deutschen Kindern.

Die evangelische Theologin nahm den Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium über den Besuch der mit Jesus schwangeren Maria bei der mit Johannes dem Täufer schwangeren Elisabeth auch als Beleg für den Wandel der Rolle der Frau. „In nur einem einzigen biblischen Kapitel gibt es hier zwei Reden von Frauen! Das ist mehr, als mancher Theologenkongress heute zu bieten hat“, rief Käßmann aus. Marias Rede über den Sturz der Mächtigen und die Erhöhung der Niedrigen sei geradezu ein „Revolutionslied“.

Sie halte Frauen allerdings nicht für die besseren Menschen, sagte Käßmann. Das machten die „Hetztiraden von Alice Weidel oder Marine le Pen“ deutlich. Sie rief Männer und Frauen gleichermaßen auf, „widerständig zu sein gegen Rassismus, Sexismus, Hetze gegenüber den Schwachen“.

Den christlichen Glauben nannte die einstige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine „Ermutigung zum Handeln in der Welt“. Wer danach lebe, könne sich „nicht hineinschläfern lassen in die Verantwortungslosigkeit“, äußerte sich Käßmann überzeugt.

Wegen des großen Publikumsandrangs war Käßmanns Bibelarbeit kurzfristig in eine größere Messehalle verlegt worden. Der 5.000 Menschen fassende „CityCube“ war bis auf den letzten Platz besetzt.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

 
 
 

AUSZUG AUS DER BIBELARBEIT VON DR. KÄSSMANN IM WORTLAUT

[…] „Bei uns gibt es diese ständige Beurteilung: Wann ist der richtige Zeitpunkt, was ist die richtige Familienkonstellation?

Im Wahlprogramm der AfD für dieses Jahr ist das sehr klar. Da heißt es: „Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in Deutschland zunehmend verloren.“1 Erste Frage: Stimmt das?

Weiter: „Die zunehmende Übernahme der Erziehungsaufgabe durch staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen, die Umsetzung des ‚Gender-Mainstreaming‘-Projekts und die generelle Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertgebende gesellschaftliche Grundeinheit.“2 Zweite Frage: Was ist denn das für ein Vorwurf, wen soll der treffen?

Und weiter: „Den demografischen Fehlentwicklungen in Deutschland muss entgegengewirkt werden. Die volkswirtschaftlich nicht tragfähige und konfliktträchtige Masseneinwanderung ist dafür kein geeignetes Mittel. Vielmehr muss mittels einer aktivierenden Familienpolitik eine höhere Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung als mittel- und langfristig einzig tragfähige Lösung erreicht werden.“3 Keine Frage mehr, jetzt ist es klar. Frauen sollen Kinder bekommen, wenn sie „biodeutsch“ sind. Das ist eine neue rechte Definition von einheimisch gemäß dem so genannten kleinen Arierparagraphen der Nationalsozialisten: zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht. So einfach klein und eng können selbst die Neonazis sich die Welt im Jahr 2017 nicht malen.

Ich bin mehrfache Großmutter, aber schon ich bin mit Kindern von Einwanderern aus Anatolien in die Schule gegangen, die einen deutschen Pass haben. Ich denke an Fehim, der hat Abitur gemacht, er und seine Frau Ayse sind Deutsche, haben drei Kinder, die studiert haben und sind Großeltern demnach biodeutscher Kinder. […]“

1 Wahlprogramm der AfD 2017, Langfassung S.41
2 Ebd.
3 Ebd.

epd/ekd.de

Zum Text der Bibelarbeit von Margot Käßmann

 
 

Der Fisch am Heck… 17. Februar, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, medien.
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… eines Autos ist nur selten das Bekenntnis zu einem Angelverein oder zur deutschen Fischereiwirtschaft.

Er soll in aller Regel den nachfahrenden Verkehrsteilnehmern signalisieren: Am Steuer sitzt ein Christ.

Nun muss ich  ein bisschen ausholen:

Jahrelang hatte ich einen ziemlich langen Schulweg, von Göttingen nach Rommerode nämlich, gut 45 km Landstraße und in ca einer Dreiviertelstunde Fahrzeit zu bewältigen, aber nur, wenn ich ordentlich Gas gab und meinem alten, wunderbaren, viel geliebten VW-Käfer alles abverlangte, was sein 34 (oder waren es nur 24 ?) PS-Motor hergab.  Ich war jung und liebte das „schnelle“ Fahren, soweit man mit dem Käfer „schnell“ fahren konnte. Der Liebste erzählt heute noch gern das Märchen von den zahlreichen Hühner-, Hunden- und Katzengräbern entlang der Strecke, Tiere, die ich angeblich erlegt hätte.  Na ja, einen Hund habe ich tatsächlich mal erwischt und es tat mir auch schrecklich leid. Vermutlich habe ich auch manchmal riskant überholt, andere Autofahrer gefährlich geschnitten oder einigen kurzerhand die Vorfahrt genommen.

Dann neigten sich meine Rommeroder Tage dem Ende entgegen, wir bekamen ein Kind und der Liebste eine neue Stelle im schönen Hannover. Die berufliche Tätigkeit ruhte und mit ihr ruhte auch die tägliche, berufsbedingte Fahrerei. Die nahm ich erst 15 Jahre später wieder auf, als ich  in gut 25 km Entfernung von unserem Wohnort eine neue Arbeitsstelle fand und wieder  täglich on Tour war. Meine Rennstrecke war nun die A 7, frei von streunenden Hunden oder Katzen, von Hühnern ganz zu schweigen. Keine Gefahr mehr fürs liebe Getier. Aber ein anderes Problem tat sich auf:   Die anderen Verkehrsteilnehmer, die hatten nämlich deutlich an Quantität gegenüber denen auf meiner alten Landstraßenstrecke zugenommen, und, ich muss es leider so sagen,  deutlich an Qualität eingebüst. Da tummelten sich die Mittelfahrer, die Bummler und Sonntagsfahrer (auch an Mon- und Dienstagen), die Brummis in endloser Reihe und die Raser, die mir mit Dauerblinken  schon von Weitem klar machen wollten, dass ich das Feld, respektive die Fahrspur zu räumen hätte, wobei ich doch schon so schnell fuhr, wie der Motor meines Golf 2 hergeben konnte.  Nun denn. Manchmal, ich gebe es zu, reagierte ich richtig fies und zockelte dann vor so einem Raser mit knapp 100 km/h für ein oder zwei Kilometerchen vor ihm her. Und manchmal, wenn ich es sehr eilig hatte morgens, wurde  auch ich zum blinkenden Hetzer….

In der Zeit kamen die Fische auf, die, die man hinten ans Heck des Autos kleben kann, um zu signalisieren: „Hier fährt ein Christ“

Wer hier ab und zu liest, weiß ja sicher schon, dass ich nicht nur christlich sozialisiert bin, sondern selbst und aus Überzeugung Christin bin. Da hätte ich mir schon gerne das Zeichen der Christen ans Auto geklebt. Aber ehrlich, was soll man von einem Autofahrer mit Fisch am Heck denken, der andere malträtiert durch seine Fahrweise??? Irgendwie  passt das doch nicht, habe ich mir damals gedacht. Entweder so weiter fahren wie bisher und kein Fisch am Auto oder Fisch und anders fahren.

Ich erwarb einen Fisch.

Der Fisch disziplinierte mich, denn ich kann nicht wie ein Teufel fahren, wenn ich behaupte, ein Christ zu sein. Ich kann es natürlich schon, aber es macht keinen Sinn, eigentlich.

Mein Fahrstil änderte sich tatsächlich.

Warum ich das so ausführlich schreibe?

Ich fahre nicht mehr so viel Auto wie früher, aber ich surfe gerne und oft bei Facebook. Und da begegnen mir immer wieder Leute, die sozusagen mit einem „Fisch“ unterwegs sind und gleichzeitig über andere „Facebooker“ fluchen wie die Kesselflicker.

Daran musste ich heute denken, als mir wieder einmal ein besonders frommer Mensch bei Facebook begegnete…

Ich hoffe sehr, dass ich jetzt vor lauter Splittersuche in den Augen meiner Mitmenschen den eigenen Balken nicht übersehe…***

So ein Fisch bei meinem Surfen im Netz, ja, den könnte ich gut gebrauchen, als Mahnung und zur Bändigung der eigenen, manchmal überbordenden Art, etwas, besser gesagt,   „jemanden“ zu kommentieren.

…………………..

*** Ich rede hier von einem   Gleichnis Jesu, nachzulesen in Matthäus 7, 2 – 4