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Muslime bilden keine Rasse 25. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, einwanderung, emanzipation, gesellschaft, integration, islam, medien, migration, politik.
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Die anti-muslimische Stimmung in Deutschland hat Auswirkungen auf viele der in Deutschland lebenden Muslim*innen, die sehr frustriert über den öffentlichen Disk

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Heute 17:00 • Muslimisches Jugendwerk
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Mein Kommentar unter der Anzeige:

„Es kann keinen „antimuslimischen Rassismus“ geben, da der Islam nicht als Rasse sondern als Religion geführt wird und Muslime entsprechend keine eigene „Rasse“ bilden, sondern Angehörige einer Religionsgemeinschaft sind. Wobei ich mir persönlich die Bemerkung erlaube, dass ich den Islam nicht als Religion, sondern als Ideologie mit religiösen Zügen ansehe, eine Ideologie, die einen universalen Machtanspruch hat. Dagegen zu opponieren ist jedoch legitim.“

Im Zuge der BLM-Bewegung nutzen muslimische Aktivisten die gegenwärtige Diskussion zum Thema  Rassismus, um sich selber als „Opfer rassistischer Umtriebe“ darzustellen und propagieren gleichzeitig die überaus deutliche Selbstinszenierung als Muslim in einer  „noch“ nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft.  Die Organisation hat ja gar nicht vor, Muslime „nur“ zu politischer Teilhabe aufzurufen, unabhängig von sonstigen religiösen oder ideologischen Zugehörigkeiten, nein, sie fordert explizit dazu auf, sich als Muslim einzubringen in das politische Geschehen.

Die Säkularisierung – also die von christlichen Einflüssen befreite  Gesellschaft – schreitet unaufhaltsam voran und entspricht damit durchaus der schon von Paulus beschriebenen Gewaltenteilung in Kirche und Staat. Diese Teilung haben auch die Gründungsväter der Baptisten in Deutschland vor mehr als  150 Jahren ausdrücklich betont, dabei aber gleichzeitig für alle Religionsgemeinschaften die freie Religionsausübung gefordert.

Was wir heute aber beobachten können, ist doch, dass mit dem Anwachsen der muslimischen Gemeinschaften in Deutschland dieser Trennung von Kirche und Staat zwar für „Kirche“ (durch vor allem grüne und linke Parteien) Geltung verschafft werden soll, in gleichem Atemzug aber für die Besonderheiten islamischer Gepflogenheiten eine Lanze gebrochen wird. Das Beispiel der Kopftuchdebatte muss ich hier nicht erneut aufwärmen, aber die Hinweise auf die Rituale und Gebräuche im Ramadan, die Forderung der Rücksichtnahme auf fastende Muslime oder die Forderung auf Schweinefleisch in Mensen und Kantinen den muslimischen Bürgern zuliebe zu verzichten, sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie Umbenennungen alter Namensgebungen für historisch gewachsene Bräuche von Weihnachts- und Christkindlsmärkten in Wintermärkte oder Lichterfeste.

Die Medien berichten über die Gratulation des Bundespräsidenten  zum Zuckerfest und seine Teilnahme an den speziellen Veranstaltungen zum Ramadan, einen Segensgruß zu Ostern an die Christen oder eine entsprechende Grußbotschaft an die jüdischen Gemeinden zu Pessach ist aber eher  unscheinbar  und findet nicht den Weg in die Abendnachrichten der öffentlich-rechtlichen Sender…. oder fällt gleich ganz aus.

Muslimische Opfern der Gewalt durch einzelne Täter können sich der Anteilnahme durch Frau Merkel sicher sein, Opfer muslimischer Gewalt dagegen erfahren keine Worte des Trostes durch die Kanzlerin –  oder wenn doch, dann erst auf Druck der Öffentlichkeit, die diese Diskrepanz im Verhalten der Offiziellen durchaus „noch“ wahrnimmt.

Die Beispiele ließen sich vermutlich durch viele weitere ergänzen.

Und natürlich darf hier der Hinweis nicht fehlen, dass unsere Regierung mit den Regierungen muslimischer Staaten immer wieder bestes Einvernehmen herstellt, obwohl die Menschenrechtsverletzungen in diesen Staaten ausdrücklich mit den besonderen Bestimmungen des Islam durch die Machthaber legitimiert werden. Auf widerwärtige Weise wird das Wegsehen der Regierung hinsichtlich islamischer „Eigenheiten“ an den sogenannten Al-Kuds-Tagen in deutschen Großstädten deutlich, wenn Tausende durch die Straßen ziehen und „Tod Israel, Tod Amerika“ brüllend skandieren.

Um nicht falsch verstanden zu werden:

Ich bin für die Trennung von Kirche und Staat.

Ich bin für die  Religionsfreiheit, sie gilt für alle Religionen in Deutschland; sie betrifft den persönlichen Glauben und die Freiheit, ihn zu leben, zu wechseln oder zu verlassen.

Ich bin für die politische Teilhabe aller hier lebenden Menschen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und Bestimmungen, unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit.

Und schließlich:

Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift zu äußern – auch Muslime, die meinen, Opfer dieser rassistischen Gesellschaft zu sein.

Und jeder Mensch hat das Recht, Widerspruch gegen jegliche Äußerungen einzulegen, die den eigenen Werten, der eigenen religiösen und / oder ideologischen Basis und / oder der eigenen Wahrnehmung nicht entsprechen.

 

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„Morgens um sieben… 21. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, einwanderung, gesellschaft, integration, medien, migration, politik, presse, terrorismus.
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… ist die Welt noch in Ordnung“  lautete der Titel eines Buches, das später auch verfilmt wurde. Und obwohl ich das Buch damals gelesen habe, kann ich mich beim besten Willen nicht mehr an den Inhalt erinnern.

Aber der Titel gefällt mir immer noch: „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung.“

Damals, als unsere Kinder noch im schulpflichtigen Alter waren, geriet die Welt morgens um sieben allerdings manches Mal in leichte Unordnung, mussten doch während mehrerer Jahre immer mindestens drei unserer  vier Kinder den Zug „kurz nach sieben“ nach Hannover erwischen, um zur Schule zu fahren…  Als der Jüngste auch „Fahrschüler“ wurde, hatte der Älteste das Gymnasium erfolgreich beendet, den beiden anderen Geschwistern stand der Abschluss aber noch bevor.

Ich habe jahrelang den schönen Satz gepflegt, dass ich –  wenn ich morgens gegen 7.30h im Auto saß, um ebenfalls zur Schule zu fahren – den schwierigsten Teil des Tages schon bewältigt hatte, ich war aufgestanden.  Ich bin nämlich eine bekennende Eule.

Und so mag es auch nicht verwundern, dass ich heute erst im späten Verlauf des Vormittags davon erfuhr, dass in Stuttgart die Welt alles andere als in Ordnung war, dass diese Unordnung schon Stunden weit vor „sieben“ begonnen und sich im Laufe der Nacht zu einem echten Krawall gesteigert hatte, in dessen Verlauf Scheiben zu Bruch gingen, Geschäfte geplündert wurden, Polizeiautos demoliert und Beamte sogar verletzt wurden.  Die Welt also weder in Ordnung, noch in sonntäglicher Ruhe war.

Ich gehe davon aus, dass es auch in früheren Jahren zu erheblichen Störungen der Ordnung in den Nächten des Wochenendes gekommen ist, Schlägereien vor Diskotheken und Nachtlokalen keine Seltenheit waren und die Polizei ordnend eingreifen musste. Ab und zu, wenn es wohl allzu hoch her gegangen war, konnte man in der Zeitung am Montagmorgen darüber lesen.

Was sich aber in Stuttgart zur nachtschlafender Zeit abgespielt hatte, war mit eher „verhältnismäßig harmlos“ zu nennenden Saufgelagen oder Prügeleien nicht mehr zu beschönigen.

Und erste Berichte ließen das Schlimmste befürchten.

Wenn es jetzt von Seiten der Polizei heißt, „ein politischer  Hintergrund sei auszuschließen“, wie ich es in einer Notiz las, mag das zwar der Beruhigung der Bevölkerung dienen, die nicht Sorge tragen muss, es könnten US-amerikanische  oder französische Zustände auch hierzulande um sich greifen, aber für mich klingt diese Beschwichtigung eher wie das Pfeifen im Walde, um sich selber Mut zu machen  den Gefahren zu begegnen,  die im Dunkeln lauern.

Wenn sich viele Gruppen vor allem junger Männer zusammen finden, um einer ganz normalen Polizeikontrolle mit massiver Gewalt zu begegnen, so hat das sehr wohl etwas mit einem „politischen Hintergrund“ zu tun.
Der politische Hintergrund ist in der Berichterstattung der letzten Tage zu finden, in der die Polizei in übelster Weise beschimpft und des Amtsmissbrauchs durch Beamte bezichtigt wird – und zwar nicht in der Form, dass man das verfehlte Verhalten einzelner Beamter mit Recht kritisiert, sondern gleich das gesamte „System Polizei“ infrage und unter den Generalverdacht der gewaltsamen Ausübung ihres polizeilichen Auftrags stellt. Eine sogenannte journalistisch tätige, aber nicht näher gendergerecht zu definierende  Person hat in Ausübung der journalistischen Tätigkeit gar von der Polizei als „Abfall“ gesprochen, der auf dem Müll zu entsorgen sei,  und wurde nach einem nicht unerheblichen Sturm der Entrüstung, der sich über die Person ergossen hatte, von der CSU um Verzeihung gebeten… WAS ist das anderes als „politisches Handeln“, sowohl von der journalistisch tätigen Person wie auch von den Verantwortlichen bei der CSU?

Frau Esken mochte in den Tagen zuvor selbstverständlich auch nicht in der Empörung über die – wohlgemerkt in Deutschland arbeitenden – Polizisten zurückstecken, will man sich doch einer Klientel andienen, die die Verhältnisse in den USA  (nach dem gewaltsam durch einen Polizisten herbei geführten  Tod des Verdächtigen George Floyd) 1:1 auf die in der Bundesrepublik herrschende Gewaltenteilung übertragen und daraus durchaus  gewaltsam Potential schlagen.  Was ist das anderes als ein „politischer Hintergrund“?

Gewalt GEGEN die Polizei, die ihrem erteilten Auftrag nachgeht, verdächtige Personen zu überprüfen, möglichen Schaden abzuwenden und ungeklärte Situationen zu klären, ist eine Straftat und  muss in aller Schärfe benannt und geächtet werden. Haben sich Kanzlerin und Präsident inzwischen zu den „Krawallen ohne politischen Hintergrund“ in Stuttgart geäußert?

Liegt ein politischer Hintergrund nur dann vor, wenn man Gewalt mit einer nicht genehmen politischen Haltung in Verbindung bringen kann, oder, um es deutlich zu sagen, wenn man Gewalt dem rechten Parteienspektrum zuordnen kann?

Kneift die Polizei mit diesem Ausdruck vor ihrer eigenen Courage, sich der Gewalt der Straße entschieden entgegen zu stellen und das Kind dann auch beim Namen zu nennen?

Ich will mich nicht an Spekulationen beteiligen, nicht mit dem Finger in die eine oder andere Richtung zeigen.

Aber ich will sehr deutlich sagen, dass ich schwarzsehe für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, wenn man die Ordnungsmacht der Polizei durch unüberlegte politische Statements schwächt, um einer Wählerschaft zu gefallen, mit der man sich die zukünftige Mehrheit zu sichern glaubt.

Ich sehe schwarz für eine Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, die rechtliche Ordnung für alle hier lebenden Menschen durchzusetzen und die aus vermeintlichem „Willkommen für Neuankömmlinge“ von vornherein Menschen ausnimmt, sich an die bestehenden Gesetze zu halten.

Ich sehe schwarz für eine Gesellschaft, die von Journalisten eingelullt wird durch verharmlosende Berichte und so in eine trügerische Falle der Toleranz und vermeintlichen Sicherheit bar jeden Risikos gelockt wird.

Nächte wie in Stuttgart dürfen nicht verharmlost werden. Sie müssen als das benannt werden, das sie sind: eine Gefahr für das einvernehmliche Zusammenleben in einer friedlichen und offenen Gesellschaft.

Was sich bereits bei dem G-20-Gipfel in Hamburg an Gewaltpotential gesellschaftskritischer Gruppen offenbarte, könnte sich als zerstörerischer entfalten, als der politische Gegner selbst,  gegen den sich die Gewalt richtet.

Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es nach der RAF jemals wieder eine Gruppierung schaffen würde, die Gesellschaft  in ihren verbrieften Rechten und Grundfesten anzugreifen   …   um sie zu zerstören?

 

 

Der Begriff ist das Problem: RASSISMUS 28. Februar, 2020

Posted by Rika in antisemitismus, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, islam, migration, politik.
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Den nachfolgenden hierher kopierten  Kommentar schrieb ich heute bei Facebook zu dem entsprechenden Beitrag der „ZEIT“.

Ich komme im Moment aus Zeitgründen leider nicht dazu, das näher auszuführen. Es ist mir aber wichtig zu warnen, mit dem Begriff „Rassismus“ sorgfältiger umzugehen , als wir es gemeinhin tun.

„Deutschland habe ein Rassismusproblem, meint die Zeit und lässt Menschen zu Wort kommen, die diesen Rassismus erlebt haben.
Ich halte die Formulierung „Rassismusproblem“ für problematisch.
Es gab immer eine Form der Abgrenzung von „Fremden“, das galt nach dem Krieg sogar für die Deutschen aus den deutschen Ostgebieten, sie wurden nicht mit offenen Armen aufgenommen, man sah sie vielerorts als unerwünschte Eindringlinge an, die den Ortsansässigen die bisherigen Privilegien streitig machen „wollten“, beispielsweise durch den Erwerb von Wohnungen, die ohnehin knapp waren oder man neidete ihnen die „Vergünstigungen“, die sie als Flüchtlinge hatten, ohne darüber nachzudenken, dass diese Menschen alles verloren hatten und nun darauf angewiesen waren, dass ihnen die Eingliederung in die westdeutsche Gesellschaft gut gelang.
Wenn sich in der Mehrzahl muslimische Migranten gegen „Rassismus“ wehren, so muss doch die Frage erlaubt sein, seit wann die Religionszugehörigkeit als „Rasse-Merkmal“ betrachtet wird, ein ursprünglich von den Nationalsozialisten zur Abgrenzung von der „deutschen Volksgemeinschaft“ verwendeter Begriff.
Wir haben hier in Deutschland das große Problem, dass über den Islam in seinen vielfältigen Facetten nicht kritisch gesprochen werden kann, ohne dass sofort das Totschlagargument „Rassismus“ zum Einsatz kommt. Meiner Wahrnehmung nach besteht dieses Problem seit der damalige Bundespräsident Wulff völlig ohne Not erklärte, der Islam gehöre zu Deutschland und in der daraufhin einsetzenden Auseinandersetzung Kritiker dieser Aussage sehr schnell mit eben diesem Begriff mundtot gemacht wurden, bzw. gemacht werden sollten.
Eine offene Diskussion ist seitdem hierzulande nicht mehr möglich, der Begriff „Rassismus“ wird inflationär benutzt, um jede Auseinandersetzung von vornherein abzuwürgen.
Man sollte doch gerade in dieser Zeit sorgfältiger mit diesen Begrifflichkeiten umgehen und man sollte auch endlich ohne Scheu dem Islam an den Stellen kritisch begegnen, an denen seine Vertreter – ob im privaten Bereich oder in offizieller Mission – sich durch ihr Verhalten grundsätzlich von der Mehrheitsbevölkerung abgrenzen wollen. Das hat mit der Kopftuchdebatte begonnen, findet die Fortsetzung in der Debatte um Kantinenessen oder im (freiwilligen) Verzicht auf bislang typische – auf der christlichen Religion basierenden – kulturelle Feste und Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten (umbenannt in Lichtermärkte), Weihnachts- oder Osterfeiern in Kindergärten und Schulen.
All das hat nicht das Geringste mit „Rassismus“ zu tun.
Es ist vielmehr die Wahrnehmung der Unterschiede zwischen den seit ewig scheinenden Zeiten hier lebenden „Deutschen“, die dem christlich geprägten Kulturkreis angehören und den neu hinzugekommenen Menschen, die ihre ebenfalls religiös geprägte Kultur mitbrachten und sie erkennbar weiterhin pflegen.
Hört endlich damit auf, uns ein Rassismusproblem anzudichten an Stellen, an denen es um eine völlig andere Gemengelage geht.

Die RASSISMUSDEBATTE spaltet nämlich diese Gesellschaft mehr, als alle Unterschiede selbst.“

 

Was ich aber nach wie vor für die weitaus wichtigere Aufgabe halte, ist den Antisemitismus in allen seinen Formen und Facetten aufzudecken und engagiert zu bekämpfen.

Denn meine Beobachtung geht leider auch dahin, dass die Bekämpfung des ausdrücklich gegen Juden und Israel gerichteten Antisemitismus allzu leicht mit der Verhinderung eines kritischen Umgangs mit dem Islam vermischt wird, eben in der Zuweisung der islamkritischen Haltung als „Rassismus“.

Nach wie vor stehe ich zu dieser Aussage:

Zu behaupten, Islamkritik – auch Islamophobie genannt – sei im Kern identisch mit Antisemitismus halte ich für eine besonders perfide Form des letzteren.

Wir haben es nicht geschafft…. 29. Juli, 2019

Posted by Rika in aktuell, asyl, aus meinem kramladen, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, migration.
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Wir haben es nicht geschafft …. und wie es aussieht, werden wir es auch nicht schaffen.

Als damals die Kanzlerin aus voller Überzeugung angesichts der vielen Flüchtlinge und Asylanten ihr „Wir schaffen das!“ in die Welt rief und viele ihr darum zujubelten, gab es schon eine kleine Gruppe, die es wagte, diesem „Übermut“ mit Skepsis zu begegnen.

Ich gehörte auch zu dieser kleinen Gruppe.

Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen würden, für jeden Ankömmling ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Kleidung und drei Mahlzeiten am Tag zu organisieren – obwohl in der Hochzeit der Ankunftswelle auch da schon THW, Rotes Kreuz und viele freiwillige Helfer an ihre Grenzen kamen. Ich habe nie bezweifelt, dass wir finanziell NICHT  in der Lage sein würden, noch mehr Ankommende zu versorgen, aber ich hatte extreme Zweifel, ob es auch gelingen würde, ihnen zu vermitteln, wie unsere moderne, bundesrepublikanische Gesellschaft funktioniert, welche Regeln für das gemeinsame Zusammenleben gelten, was uns wichtig ist – von Werten will ich erst gar nicht reden.

Man kann nicht Tausende in Übergangsheime wie Turnhallen, Zelten  oder Containerbehausungen stopfen und sie sich dann selbst überlassen, bzw. den amtlich bestellten wenigen Sozialarbeitern und den zumeist nicht dafür ausgebildeten Freiwilligen. Und die meisten von uns waren und sind nicht genügend ausgebildet oder vorbereitet. Das ist gar kein Vorwurf, das ist eine schlichte Tatsache. Wer von uns kennt sich aus mit afrikanischen oder arabischen Stammesgesellschaften, wer mit dem Islam in seinen diversen Ausprägungen, wer weiß, wie mit Analphabetismus sinnvoll umzugehen ist, wer hat Ahnung von den Ehrvorstellungen der Zugereisten, von ihren Einstellungen zu Frauen, zu Sexualität?

Wir haben „nur“ gesehen, da sind Flüchtlinge, man muss ihnen helfen. Wie aber diese Hilfe tatsächlich aussehen sollte – außer Dach über dem Kopf, siehe oben,  darüber herrschte doch weitgehend Unkenntnis, sieht man von den wenigen Professionellen ab, die sich schon seit 20 Jahren um Flüchtlinge aus einem gänzlich anderen Kulturkreis kümmern.

Wir hatten auch keine Ahnung, wie viele Flüchtlinge mit schwersten Traumata kommen würden und noch weniger Ahnung, wie diesen zu begegnen sei. Einfach nur nett und freundlich sein, das war mir jedenfalls klar, würde doch keineswegs ausreichen.

Wenn ich mir den kleinen Hinweis darauf erlauben darf, dass es in viel zu vielen Fällen nicht einmal gelungen ist, schwer traumatisierte Soldaten, die in Afghanistan gedient hatten, psychologisch so zu versorgen, dass sie ihr Trauma überwinden, zumindest aber damit einigermaßen leben konnten. Und diese Männer sprachen / sprechen ja Deutsch! Wie viele Therapeuten aber gibt es in Deutschland, die ausreichend gut Arabisch, Farsi oder irgendeine afrikanische Sprache sprechen?

Wenn wir von mörderischen Anschlägen hören, die Migranten an Nichtmigranten verübt haben, reden wir häufig von „Einzelfällen“, ich will das gar nicht kritisieren. Vermutlich war der Eritreer, der die Mutter und ihr Kind in Frankfurt vor einen einlaufenden ICE stieß, tatsächlich auch so ein bedauerlicher „Einzelfall“, der nicht klar kam im Goldenen Land der Hoffnung, für das ihm Deutschland mal vorgekommen sein mag. Er ist durch alle Raster gefallen, mag man denken, denn wer kommt sonst auf die Idee, ihm völlig fremde Menschen derartig zu attackieren und zu morden? Und nicht auszudenken, es wäre keine Handlung, die aus einer psychischen Notlage heraus geschehen ist….

Ich halte überhaupt gar nichts davon, jetzt mit „Rechts“ oder „Links“ zu argumentieren, die Tat für die eigene politische Agenda zu instrumentalisieren.  Ich halte auch gar nichts davon, die Mahner in eine „rechte“ oder gar „rassistische“ Ecke zu stellen.

Wie schon vor knapp 4 Jahren, so auch heute weise ich darauf hin, dass zur Hilfe für die Flüchtlinge und erst recht zur Integration mehr gehört als „Dach über dem Kopf“ und das möglicherweise eine Strategie des „weniger ist mehr“ der bessere Weg wäre, sich des Flüchtlings- und Migrationsproblems anzunehmen. Damit meine ich weniger Menschen aufnehmen, aber dafür eine sehr viel bessere Qualität in der Versorgung anbieten. Und ich denke auch, dass es vernünftig wäre, genau hinzuschauen, wer da kommt und um Asyl oder Aufnahme bittet.   Kleine Geschichte am Rande: Wer in den letzten Jahren seinen Reisepass erneuern ließ, musste die Prozedur des Fingerabdrucks mitmachen – und bei mir war es tatsächlich eine Prozedur, weil die Geräte meine Linien gleich auf welcher Finger- oder Daumenkuppe nicht erkennen konnten. Aber es gilt als menschenunwürdig, von Migranten einen Fingerabdruck zu erheben. Und es gilt als „Rechts“ wenn man dieses Problem zur Sprache bringt.

Das jedoch ist vergleichsweise ein harmloses Problem. Um wie viel größer sind die Schwierigkeiten, wenn man die kulturellen Gegebenheiten und Unterschiede anspricht, die ja nicht einfach nur von „Kultur“, sondern eben auch durch Religion, Ideologie und dem damit verbundene Wertekanon bestimmt werden. Auch diese Fragen müssen wir endlich in den Blick nehmen können, ohne dafür gerügt zu werden. Es sind nämlich existentielle Fragen, sowohl für die aufnehmende Gesellschaft, wie für die Neuankömmlinge. Ich lege meine zutiefst verinnerlichten Werte und Gewohnheiten nicht einfach ab, wie ein nicht länger passendes Kleidungsstück, wenn ich von einem Kulturkreis in den anderen wechsle. Das war – wenn ich das vorsichtig ansprechen darf – doch sogar an vielen deutschen Flüchtlingen erkennbar, die ja „nur“ von Masuren oder Schlesien oder aus dem Sudentenland in den Westen, respektive Osten Deutschlands kamen. Wurden sie damals nicht belächelt ob ihrer Treue zur Heimat, ihrer sprachlichen Besonderheiten, ihrer Essgewohnheiten? Ich kann mich noch gut an die 50er und 60er Jahre erinnern. Und diese Leute waren Deutsche, Christen zumeist und das, was sie von den Westlern trennen mochte, war vergleichsweise winzig zu dem, was Flüchtlinge aus Afrika oder Asien von Europäern trennt. Heute wird so oft darauf hingewiesen, wie toll wir das damals geschafft haben… aber wenn man sich mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten unterhält, hört man viele Geschichten von Gefühlen des ausgegrenzt Seins, von Anfeindungen und bitteren Zeiten.

Wie konnten „wir“ uns nur einbilden das alles zu schaffen, was zum Zusammenleben und zur  Teilhabe völlig Fremder bei und mit uns gehört?

Und – man muss es ja leider sagen – eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht… wohl aber Menschen, die es nach Europa, nach Deutschland drängt.

 

 

Des Menschen Weisheit ist unerschöpflich…. 16. Juli, 2019

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, einwanderung, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Unter einem Artikel der ZEIT, der sich mit Frau Rackete, den Flüchtlingen und der Forderung befasst, auch Klimaflüchtlinge aus Afrika nach Europa / Deutschland zu holen, fand ich diesen schönen Leserbrief:

Europa selbst ist sehr dicht besiedelt. Von daher glaube ich nicht, dass wir alle aufnehmen können, die sich südlich von uns befinden
So ein Quatsch. Ein Platz mangelt es uns in Europa ganz sicher nicht, gerade mal 11% der Fläche wird für Wohnen, Gewerbe & Industrie genutzt. Der Großteil Europas ist Wald. Und selbst in den bestehenden Städten ist noch jede Menge Platz.
Oder haben Sie das Gefühl, es wäre trotz Millionen Flüchtlingen in Deutschlands Straßen kuscheliger geworden? Hatten Sie in irgendeiner Fußgängerzone mal das Gefühl, Sie würden vor lauter Flüchtlingen kaum vorankommen?
Es ist eine Mär, dass hier kein Platz mehr für Millionen Menschen zusätzlich wäre. Nicht, dass ich das für erstrebenswert halten würde, das sei dazugesagt… aber nicht aus Platzgründen.

 

Der Autor dieses Briefes antwortet offenbar auf die Aussage und die damit einhergehende Befürchtung,  Europa sei sehr dicht besiedelt und könne wohl nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Er hält diese Aussage für Quatsch, siehe oben, da ja nur 11% der Fläche für Industrie und Wohnen genutzt sei.

Vermutlich hat er mit der Angabe zur Flächennutzung sogar Recht. Was er jedoch nicht bedenkt, ist, dass der Mensch Nahrung braucht, die wiederum auf Feldern angebaut werden muss; doch umso mehr Anbaufläche ist vonnöten, je mehr die Bevölkerung durch den Klimaflüchtlingszuzug wächst.  Und was Wälder und Brachland angeht, warnen uns die Grünen nicht Jahr für Jahr davor, noch mehr Flächen zu versiegeln, noch mehr Häuser in den Vorstädten zu bauen, noch mehr Straßen anzulegen? Das müssten wir aber, wenn, wie der Rostocker Bürgermeister unlängst vorrechnete, jede Stadt gut 20000 zusätzliche Menschen aufnehmen könne und solle.

Und was die Wälder betrifft, sind sie nicht dringend notwendig, zum Ausgleich des CO2-Haushalts?

Ganz abgesehen davon gibt es in Europa recht unwirtliche Landschaften, die sich gar nicht zur großzügigen Ansiedlung von Menschen eignen. Ich staune ja immer über die Bergbauernhöfe in den Alpen, die noch an den steilsten Abhängen zu kleben scheinen…. Aber – so frage ich etwas flapsig –  könnte man die hohen Berge beliebig mit Häusern bestücken, um noch ein paar Prozent der freien Fläche für den geforderten Zuzug von Millionen Klimaflüchtlingen zu bebauen… ?

Ich weiß, das klingt bescheuert und das ist es auch. Wir können Europa nicht zu „Singapur“ machen und die verfügbaren Flächen mit Wohn- und Geschäftshäusern zukleistern.

  Ganz abgesehen davon, werden wir doch angewiesen mit den Ressourcen sorgsam umzugehen, und das gilt doch wohl auch für die benötigten Baumaterialien  –  Steine, Ziegel, Mörtel, Beton, Glas, Holz, Metall die ja alle irgendwie zum Hausbau benötigt werden.

Und irgendwo müssten die Menschen ja auch arbeiten. Aber fordern die „Fridays for Future“-Aktivisten nicht gerade, dass wir unsere CO2-Emissionen extrem zurückfahren, um die Erderhitzung abzuwenden und die Zukunft für ihre und die nächste Generation zu erhalten, droht uns nicht gar die Katastrophe, wenn wir bis 2030 nicht alle Kohle- und möglichst auch alle Gaskraftwerke abschalten? Wie aber sollen Millionen neuer Mitbürger in Europa mit Energie versorgt werden, wobei doch noch nicht einmal klar ist, ob die Energie für diejenigen reichen wird, die jetzt schon hier leben, wenn erst mal alle gefährlichen Kernkraftwerke und alle CO2 ausstoßenden Verbrenner – ob Kohlekraftwerk, Pelletheizung  oder Kaminofen – abgeschafft sind? Und wer von uns möchte denn unter den vielen, vielen Windrädern oder in deren unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, die ja dann den Strom für die vielen, vielen neuen Haushalte, die Industrieanlagen, die Elektroautos, Computer, Mobiltelefone, Server und was weiß man noch liefern müssten?

Frau Merkel wird ja zugesprochen, dass sie alles vom Ende her bedenkt. Das finde ich richtig gut. Das hätte der Leserbriefschreiber auch tun sollen. Das sollten wir alle tun bei diesen vielen gut gemeinten Vorschlägen, die uns beinah Tag für Tag neu erreichen. Die Forderung alle Klimaflüchtlinge aufnehmen zu sollen, wäre doch eine lohnenswerte Denksportaufgabe….

Vom Ende her, liebe Freunde. Denkt vom Ende her…

 

EUTOPIA …. 29. April, 2019

Posted by Rika in aus meinem kramladen, einwanderung, gesellschaft, integration, medien, politik, wahlrecht.
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Da stöbere ich im Netz und stoße auf dieses wirkmächtige Bild….

 

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Mein Europa“ in Kombination mit dieser Herrschaftspose  –   da werde ich rebellisch, bekomme ich auf der Stelle das große Würgen.

Welch eine Vermessenheit, welch eine Hybris.

Hat man dem guten Mann nicht gesagt, dass  sein „Mein Europa“ nur ein  Teil des großen Europa ist, dass EUROPA  mehr ist als die „Europäische Union“, denn nur um die geht es doch bei den anstehenden Wahlen.

Europa, dieser alte Erdteil, vielfältig, vielschichtig, vom Atlantik bis an den Ural reichend, vom Nordmeer bis zum Mittelmeer, Heimat vieler Völker, ein Gebiet so vieler Staaten. Und da redet der Herr Weber von „mein Europa“.

Sicher, wir habe es uns angewöhnt von „Amerika“ zu sprechen, wenn wir eigentlich die USA meinen, aber müssen, nein, können wir diese Sprachregelung einfach so auf unseren alten Kontinent übertragen und die „EU“ gleichsetzen mit den „Vereinigten Staaten von Amerika“? NOCH gibt es die „Vereinigten Staaten von Europa“ nicht und angesichts der mehr als 2000-jährigen Geschichte Europas mit seinen  einerseits längst verflossenen Imperien des Altertums wie den noch gar nicht so lange zurückliegenden Machtzentren der Neuzeit – Stichpunkt Kolonialmächten – , den Irrungen und Wirrungen der Entwicklung vom  Mittelalter bis zur Neuzeit, mit der Machtbesessenheit vergangener „Reiche“ und fürchterlichen Kriegen, verbietet es sich meiner Ansicht nach geradezu, diese Gleichsetzung auch nur subversiv zu betreiben.  Der Zusammenschluss freier und eigenständiger europäischer Staaten – und es sind  ja lange nicht alle Staaten auf dem europäischen Kontinent an diesem beteiligt – aus zunächst rein wirtschaftlichen Gründen bedeutet doch noch lange nicht eine eigene gemeinsame auch  politisch wirksame Macht zu sein. Ist es nicht gerade die schier überbordende Anzahl von VERWALTUNGSbeamten in Brüssel, die das allzu deutlich machen? Ist nicht die Regulierungswut dieses gigantischen Apparats ein sichtbares Zeichen  für die eigentliche politische Bedeutungslosigkeit, quasi so etwas wie eine Übersprungshandlung, die davon ablenken soll, dass das „mein Europa“ des Herrn Weber ein zahnloser Tiger ist, der sich aber immer und überall wichtig macht und ein Mitspracherecht einfordert, wo es gar nichts mitzusprechen und schon gar nichts mit zu entscheiden  gibt, auch weil die staatliche Legitimation und Macht dazu schlicht fehlt? Weder wählen die Bürger der zur EU gehörenden Staaten eine gemeinsame Regierung, noch einen gemeinsamen Repräsentanten, wir entsenden lediglich „Abgeordnete“ in einen „Parlament“ genannten Verwaltungsapparat.

Das müssen wir uns immer wieder bewusst machen. Es gibt keinen „Staat  Europa“, es gibt und gab eine rein geografische Definition, die wir EUROPA nennen.

Zu dem verlogenen Slogan „mein Europa ist sicher und schützt seine Außengrenzen“ möchte ich nicht explizit Stellung nehmen, denn dann könnte es mir passieren, dass ich meine gute Kinderstube vergesse und in eine verbale Attacke gleite, die ich mir selber nicht verzeihen könnte. Unsere angeblich sicheren Außengrenzen beruhen auf einem mehr als schmutzigen Deal, der noch dazu nur unzureichend die Außengrenzen sichert. Vielmehr werden die Staaten in die Ecke der Bösen stellt, die sich tatsächlich um die Grenze ihres Staatsgebiet kümmern, die sie von Nicht-EU-Staaten trennt. Dass die EU ihre Grenze IN der Türkei (als NICHT-EU-STAAT) gegenüber Syrien und dem Irak „sichert“, ist doch ein mehr als schändliches Vorgehen, eine einzige furchtbare Angelegenheit, die der Bevölkerung – vor allem in Deutschland – weismachen soll, DASS  die Grenze sicher sei, wobei dieses „SICHER“ ja nicht etwa eine Sicherung vor einer erkennbaren Kriegsgefahr bedeutet, sondern lediglich und vor allem verhindern soll, dass Flüchtlinge aus dem Nahen Osten einen Weg in die EU finden. Was auf dem Mittelmeer passiert, die undurchsichtige Kombination aus Schlepperbanden und Seenotrettung will ich erst gar nicht thematisieren.

Was also meint der Herr Weber mit „…. ist sicher und schützt seine Außengrenzen“ wirklich? Er spricht damit ein diffuses Gefühl sehr vieler Menschen in Deutschland an, die sich mit der aktuellen Entwicklung hinsichtlich der Einwanderung – und das ist es doch, was eigentlich passiert – vollkommen überfordert und ohnmächtig fühlen und  die das Geschwätz von den Fachkräften, die angeblich dringend gebraucht und aus Ländern mit einem sehr niedrigen Bildungswesen und entsprechendem Bildungsstand importiert werden, einfach nicht mehr hören wollen und schon gar nicht glauben können. In einer wirklich offenen und demokratischen Gesellschaft müsste man diese Vorbehalte eigentlich ansprechen und benennen können. Leider geht aber genau das nur sehr, sehr bedingt. Schnell werden die Skeptiker dieses grandiosen Einwanderungsplans in die Schmuddelecke gestellt, in die man die Populisten, Rassisten und neue wie alte Nazis abschiebt, nicht zu vergessen auch diejenigen, die man „islamophob“ nennt, weil sie berechtigte Vorbehalte gegen die Religion des Friedens hegen.

Leider – so kommt es mir vor – ist der Zeitpunkt zu einem offenen Diskurs längst verpasst. Und leider wird die so notwendige Auseinandersetzung überlagert, bzw. verdrängt von dem ungeheuer wichtigen Thema der „Klimarettung“, das besonders jetzt in der Zeit des Wahlkampfs für die Wahlen zu EU hohe Wellen schlägt, Greta sei Dank.

Bei facebook habe ich etwas sarkastisch kommentiert, man möge den Begriff „Europa“  wieder rein geografisch definieren und das, was Herr Weber mit „Mein Europa“ meint EUTOPIA benennen….

In Anlehnung an eine Utopie, eine Utopie von einem Staat, den es vermutlich niemals geben wird… die „Vaterländer“ haben einfach eine viel zu lange und immer noch viel zu mächtig wirksame   Geschichte…

 

NACHTRAG

Und vielleicht, so denke ich, ist das auch gut so mit den Vaterländern und ihrer mächtig wirksamen Geschichte. Wie ich darauf komme? Ich habe „in Broders Spiegel“ gesehen und seine Bedenken hinsichtlich eines Wahlplakats der Grünen aufgenommen, die klingen in etwa so: Heute gehört uns – nein, nicht Deutschland –  EUROPA und morgen die ganze Welt…. Da ist etwas dran, fürchte ich und diese Utopie von Macht hat in ein fürchterliches Verhängnis, in ein ungeheuerliches Morden geführt….  die deutsche Hybris ist , wie Broder befürchtet, nicht überwunden….

Seinen Gedanken kann man hier folgen

 

 

Frau Merkel war in Israel…. 5. Oktober, 2018

Posted by Rika in antisemitismus, araber, araber-"palästinenser", atomabkommen, einwanderung, fatah, gesellschaft, hass, HOLOCAUST, iran, israel, israelkritik, politik.
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„Kanzlerinnengesülze“  kommentierte ich bei facebook wenig charmant den Beitrag, der über die Visite Frau Dr. Merkels in Israel und ihren Besuch der Gedenkstätte Yad Vaschem  berichtete.  Die Kanzlerin hatte sich  mit folgenden Worten  in das Buch der Gedenkstätte eingetragen:

 

 Vor fast 80 Jahren, in der Pogromnacht des 9. November schlugen den jüdischen Menschen in Deutschland Hass und Gewalt in ungeahntem Ausmaß entgegen. Was aber dann folgte, waren die beispiellosen Verbrechen des Zivilisationsbruchs der Shoah. Daraus erwächst die immerwährende Verantwortung Deutschlands, an dieses Verbrechen zu erinnern und Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt entgegenzutreten.“

 

Quelle

Ich will zumindest hier begründen, was mich zu dem despektierlichen Begriff „Kanzlerinnengesülze“ veranlasste.

Da ist zunächst das Statement selbst.

Nicht erst mit der Pogromnacht schlugen den jüdischen Menschen Hass und Gewalt entgegen. „Hass und Gewalt“ reduziert die Kanzlerin hier auf die Zerstörung jüdischer Einrichtungen, die Plünderung der Geschäfte, die Zerstörung und Brandschatzung Hunderter Synagogen in Deutschland.  Hass und Gewalt, so mag die Physikerin gedacht haben, sei in erster Linie ein physikalisches Phänomen, der Angriff auf die körperliche Unversehrtheit der Menschen ebenso, wie auf ihren Besitz oder die von der jüdischen Gemeinschaft genutzten Einrichtungen.  Die perfide und  grausame psychische Gewalt gegen Juden in Deutschland, die dem Novemberpogrom von 1938 aber schon Jahre zuvor vorausging, bleibt aber bei dieser sprachlichen Beschreibung „Hass und Gewalt schlugen in der Pogromnacht entgegen“, verborgen. Psychische Gewalt, die sich im Verlust der Würde und bürgerlichen Rechte,  der bürgerlichen Teilhabe, der Ausgrenzung von allen öffentlichen Einrichtungen und Plätzen, der Verlust der Arbeitsplätze, der Aberkennung akademischer Titel und Auszeichnungen niederschlägt. Psychische Gewalt,  die zunächst bereits ab 1933 schleichend, dann immer offener von Seiten des Staates gegen die jüdischen Bürger und Nachbarn   gerichtet ist, aber auch von  gesellschaftlichen, künstlerischen und  akademischen   Institutionen und nicht zuletzt auch und sogar von kirchlichen Einrichtungen, ja, von Kirchenoberen selbst.

Es sei ebenso an den sogenannten Arierparagraphen erinnert, der Anlass war,viele, viele jüdische Mitarbeiter und Beamte ihres Arbeitsplatzes zu berauben, mit dessen „Hilfe“ Professoren aus den Universitäten, Juristen aus dem öffentlichen Dienst  enfernt und Lehrer aus den Schulen verbannt wurden,  wie an die so offen sichtbaren Hinweise darauf, dass Juden kein Platz mehr in der Gesellschaft zuerkannt wurde, sei es durch  Parkbänke, die mit dem Schild versehen waren  „Nicht für Juden“, durch Geschäfte mit der Aufschrift „Juden unerwünscht“ oder dem hinlänglich bekannten Satz, „Deutsche, kauft nicht bei Juden“.

 

Frau Merkel verdichtet die Ausgrenzung der Juden und die Angriffe auf Juden unter der Herrschaft der Nationalsozialisten  sehr gekonnt, um nicht zu sagen geschickt auf die Begriffe Hass und Gewalt. Denn das bietet ihr eine phantastische  Vorlage, den Blick auf die Gegenwart zu lenken. „Hass und Gewalt“ haben heutzutag in der politischen Begrifflichkeit Hochkonjunktur. Und natürlich sind wir alle gegen Hass und gegen Gewalt. Wer sollte das auch nicht sein, gehört es doch zu den Errungenschaften jeder Erziehung, Hass und Gewalt schon von Kindergartentagen an zu ächten und als für das gesellschaftliche Miteinander nicht förderlich zu brandmarken – mit Recht, wie ich ausdrücklich betone.

Doch zurück zum Eintrag: „Was aber dann folgte, waren die beispiellosen Verbrechen des Zivilisationsbruchs der Shoah.

Ja. Die Ausgrenzung der Juden aus der  Gesellschaft in Deutschland gipfelte in der systematisch geplanten und ebenso systematisch durchgeführten Auslöschung jüdischen Lebens in Europa durch industriemäßig betriebenes Morden: Vernichtung durch Arbeit, Vernichtung durch Folter, Vernichtung durch die Erschießungskommandos der SS, Vernichtung durch medizinische Versuche, Vernichtung durch willlkürlich verhängte Strafen, Vernichtung durch Tod in den Gaskammern. Es war und bleibt für alle Zeit der beispiellose Zivilisationsbruch, den Deutsche zu verantworten hatten. Und ich sage hier sehr bewußt „Deutsche“ und nicht Deutschland. Es waren Menschen, die die Pläne entwarfen, die Konzentrationslager bauten, die Gaskammern und Krematorien für Aber- und Abertausende. Es waren Menschen, die als Wachen in den KZs arbeiteten, die an der „Rampe“ standen, die die Züge fuhren, die die Juden in den Städten zum Abtransport zusammentrieben. Es war nicht das „anonyme Deutschland“. Jeder einzelne  an der Vernichtung Beteiligte, hatte einen Namen, führte ein ansonsten ziviles Leben.

Daraus erwächst die immerwährende Verantwortung Deutschlands, an dieses Verbrechen zu erinnern“ schrieb die Kanzlerin weiter. Die Verantwortung, zu erinnern.  Das tut „Deutschland“. „Es“ legt an den beiden Gedenktagen – dem 9. November, Nacht der Pogrome und Nacht der Zerstörung der Synagogen –  und am 27. Januar – offizieller Gedenktag zur Befreiund des Vernichtungslagers Auschwitz – Kränze nieder, seine politischen und kirchlichen Repräsentanten halten Reden und Schüler inszenieren Gedenkveranstaltungen. Die Reden – treffen sie noch die Bevölkerung von heute? Und was wissen die Leute über die Shoa, den Holocaust wirklich? Und hat nicht in den letzten Jahren eine unmerkliche Veränderung in den Aussagen dieser Reden stattgefunden, immer weiter weg vom Gedenken, immer mehr hin zu den allgemeinen Floskeln, die die Kanzlerin in ihrem letzten Teil bemüht?

und Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt entgegenzutreten.“

Antsemitismus entgegentreten. DAS wäre wirklich gut, wenn das auch passierte. Aber erschöpft sich das nicht längst  in allgemeinen, floskelhaften Reden und dem Einsetzen eines „Antsemitismusbeauftragten“.

Wann hat denn die Kanzlerin tatsächlich „Gesicht gezeigt“, wann hat sie beispielsweise je  in einer eigens anberaumten Sondersendung scharfe Kritik geübt am „Al KudsTag“, an dem Tausende durch die Straßen deutscher Großstädte ziehen und anti-israelische Parolen brüllen, israelische Fahnen verbrennen, ihren Hass auf Juden ungebremst äußern? Wann weist sie die Anhänger der BDS-Bewegung deutlich in ihre Schranken, und zwar ganz ausdrücklich mit dem Hinweis, dass BDS eine zutiefst antisemitische Bewegung ist, die in Wirklichkeit doch nichts mit der realen Politik Israels zu tun hat, sondern aus blankem Hass auf „Juden in Israel“ besteht. Da ist er doch wieder, der alte Nazi-Slogan „Deutsche, kauft nicht bei Juden“, er ist doch nur marginal abgewandelt in „Deutsche, kauft nicht bei Israelis“, nicht bei den Israelis, die Arabern in den Gebieten Arbeit und Lohn geben in Industrie und Landwirtschaft.

„Künstler, singt nicht für Juden, spielt nicht Theater für Juden“,  „Sportlern tretet  nicht gegen Juden an“.  ISRAELIS, denen dieser Boykott  in letzter Zeit immer häufiger gilt,  SIND JUDEN!

Doch auch in Deutschland, ja, ja, hier bei uns ruft BDS zum Boykot künstlerischer Darbietungen auf, Darbietungen jüdischer Israelis für ein Publikum  in Deutschland.

Hat man je vernommen, dass die Kanzlerin sich deutlich dagegen ausspricht? Ich würde das aber angesichts der aktuellen Entwicklung in Deutschland von der Regierungschefin erwarten.

Sie macht aber lieber den großen Rundumschlag: „Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt entgegenzutreten.“

Nicht, dass ich etwas dagegen hätte… ich sagte es ja schon.

Aber die Verklausulierung „Fremdenfeindlichkeit“ verhindert die scharfe Zurückweisung des Antisemitismus durch Fremde. Machen wir uns doch nichts vor! Neben dem wieder erstarkenden „traditionellen deutschen Antisemitismus“ wächst der importierte Antisemitismus, eingeführt von denjenigen, die als Schutzsuchende, Flüchtlinge, Asylanten nach Deutschland kommen und ihre Kultur, ihre religiösen Überzeugungen und ihren religiös begründeten Antisemitismus mitbringen. Und manche von ihnen bringen auch Gewalt mit und Hass. Hass auf Israel, Hass auf Juden.

Fremdenfeindlichkeit, die wird sehr schnell denjenigen unterstellt, die einfach nur kritisch nachfragen, ob und wie unsere Gesellschaft die Aufnahme und Integration vieler Menschen aus einem völlig fremden Kulturkreis bewältigen und schaffen kann. „Fremdenfeindlichkeit“, dieser Begriff wird zu einer sprachlichen Waffe gegen die Mahner und gegen die Kritiker einer als nicht länger planvoll wahrgenommenen Regierungskpolitik.

Und „Fremdenfeindlichkeit“ wird von vielen Leuten des öffentlichen Lebens in Politik und Kirchen dem Begriff Antisemitismus gleich gestellt, obwohl sich diese Gleichstellung gerade aufgrund unserer Geschichte absolut verbietet. Das macht mich sprachlos.   Ich bin ausdrücklich gegen Fremdenfeindlichkeit, einer Fremdenfeindlichkeit, die sich in Herabsetzung, Verächtlichmachung, Ausgrenzung gegenüber den Menschen äußert, die in Deutschland Zuflucht suchen, Feindlichkeit, die sich in Gewaltaktionen gegen Fremde niederschlagt, die Hass auf andere für „gutes Recht“ hält.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Iran.

Wie kann sich die Kanzhlerin und mit ihr Herr Scholz hinstellen und allen Ernstes treuherzig behaupten, der Iran-Deal sei wichtig und Deutschland würde mitnichten daran festhalten, weil die Wirtschaft gute Geschäfte mit dem Iran machen will und macht, sondern weil DER DEAL ISRAELS SICHERHIET DIENE!  Was hat die Regierung für Berater? Sprechen die kein Arabisch, kein Farsi, kein Türkisch? Wissen die nicht, was die Mullahs seit Jahr und Tag in den Moscheen und Fernsehsendungen predigen, welchen Hass sie auf Israel Tag für Tag immer  und immer wieder äußern, wie groß ihr Wille (und dank des Atomdeals wohl auch ihre Möglichkeiten) sind, Israel zu vernichten?

Und wie schon so oft in diesem Blog, frage ich wieder, warum in den öffentlichen Stellungnahmen NIEMALS  die Herren von der Fatah und Hamas aufgefordert werden, Israel anzuerkennen als Staat der Juden? Immerhin dazu hat sich die Kanzlerin halbherzig durchgerungen, zu verlautbaren, dass Israel ein jüdischer Staat sei.

Aber ein entschiedenes Eintreten für Israel waren ihre Worte nicht.

Mir kam und kommt es eher so vor, als sei das „digitale Entwicklungsland“ Deutschland dringend auf die Zusammenarbeit mit den hervorragenden Spezialisten in Israel angewiesen und als würde man nun endlich erkennen, dass der „Industriestandort Deutschland“ vor gut 12 Jahren, als die Kanzlerin überraschend erklärte, aus der Atomkraft aussteigen und sich ganz dem Wind und der Sonne verschreiben zu wollen (und dem Mais) in einen tiefen Schlaf der grünen Gerechten gefallen sei, in dem man von einem wunderbaren Abgas- und Emmisions freien herrlichen Land träumt…. und nun plötzlich feststält, dass man mit Biobauernhöfen allein kein Wirtschaftswachstum generieren kann. (Das war nun ein bisschen übertrieben und frech und gehört eigentlich nicht zum Thema….. es dient nur meiner eigenen Psychohygiene, man möge mir verzeihen.)

 

Anbiederung der Kanzlerin und ihrer Regierung an Israels Wirtschaftsleistung ohne Zusicherung, für seine Exitenz mit allen Mitteln einzustehen, bei der UN, in der EU, in Deutschland, bei rechten, linken und muslimischen Israelwidersachern,   das schien  mir  gegeben zu sein.

Darum mein „Kanzlerinnengesülze“.

 

ES freut mich, dass viele Israelis in Israel den Besuch sehr viel positiver empfunden habe, als ich hier an meinem PC.

Sarrazins neues Empörungsbuch liegt auf dem Tisch… 7. September, 2018

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… nicht nur auf den Verkaufstischen der Buchhändler, auch auf meinem Schreibtisch.

Nach „Deutschland schafft sich ab“  schafft es nun ein weiteres Buch Thilo Sarrazins in die Hitlisten der Empörungsrklärungsgesänge, um es einfach ganz neutral zu sagen und niemanden zu vergnatzen oder zu beleidigen, der sich bereits einschlägig zum Buch, wie zum Autor geäußert hat.

Soviel kann ich nach dem Lesen der ersten gut 100 Seiten sagen:  Ich kann verstehen, dass manche Leute verstört sind und / oder das Buch in Grund und Boden kritisieren… Ich gehöre allerdings nicht dazu, auch wenn ich noch nicht weit vorgedrungen bin in Thilo Sarrazins, von Statistiken und Zahlen gespeiste Überlegungen zur Lage der Nation.

Jemand, der nicht verurteilt, gleichwohl aber kritisch gelesen hat, ist Dr. Johannes Kandel.

Sehr ausführlich nimmt er zu den einzelnen Kapiteln und Argumentationsgrundlagen Stellung. Es ist ein langer Text. Wer ihn gänzlich gelesen hat, wird darin eine gute Entscheidungshilfe für oder gegen das Buch gefunden haben und ist nicht mehr ganz so hilflos auf die Rezensenten verwiesen, die sich bisher in erstaunlich gleich lautender, negativer Kritik geäußert haben … was mich auf den nicht so schönen Gedanken gebracht hat, ob sie vielleicht alle vom selben Erstkritiker abgekupfert haben könnten….

Mit ausdrücklicher Genehmigung Dr. Kandels stelle ich darum diesen „fast“ Gegenentwurf zum allgemeinen Verdammungsurteil ein. (Aufmerksam geworden bin ich auf die Rezension bei Facebook)

 

Hier nun der lange Text, mit großem Dank an Dr. Kandel für die Arbeit, die er geleistet hat:

Liebe FB Freunde, ich habe Thilo Sarrazins Buch über das Wochenende gelesen und rezensiert. Es ist recht lang geworden, aber – im Gegensatz zu den überwiegend feindseligen Medien – möchte ich wenigstens mitteilen, was in dem Buch drinsteht. Die Rezension setzt einen Kontrapunkt zur Medienhetze. Ich würde mich über weite Verbreitung freuen.

THILO SARRAZIN, Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesell-schaft bedroht. FBV-Verlag, München, 2018. 495 S., € 24,99.

Das von Freunden Sarrazins lang erwartete und von seinen Feinden gefürchtete Buch ist endlich erschienen. Schon nach den ersten fünfzig Seiten fehlt mir jedes Verständnis dafür, warum Random-House das Buch nicht verlegen wollte und die SPD Sarrazin wieder ausschließen will. Der Titel „Feindliche Übernahme“ ist provokativ und soll es auch sein. Diese „feindliche Übernahme“ Deutschlands und Europas geschehe, weil die Muslime in nächster Zukunft aufgrund der demografischen Entwicklungen (siehe seine Prognosen in Tabelle 1, S. 488 f.) eine Mehrheit in Deutschland und Europa bilden könnten (frühes Heiratsalter, Verwandtenehen, Kinderreichtum). Dies würde das Ende der westlichen Zivilisation und Kultur bedeuten, weil der Islam der in Europa über Jahrhunderte erkämpften Moderne in Glaubenslehren und religiöser Praxis diametral entgegengesetzt sei. Denn der Islam

• verweigert den universalen Menschenrechten Anerkennung, d.h. lässt sie nur im Rahmen der Scharia gelten;
• kennt keine Trennung von Religion und Politik, sondern übt totale Herrschaft mittels der bis in die Alltagswelt der Menschen reichenden religiösen Normen (Gottes Gebote, Scharia) aus;
• verkündet die ewige Gültigkeit und Unveränderbarkeit seines grundlegenden Glaubensdo-kuments, des Koran: „Der Koran ist Wort für Wort die göttliche, ewige und letzte Offenba-rung Gottes aus dem Munde des Propheten Mohammed. Neben dem Koran gelten weiterhin die zuverlässig überlieferten Worte des Propheten und seine Lebenspraxis als verbindlich“ (S.214).
• hat die Muslime mit einem unerschütterlichen „Überlegenheitsbewusstsein“ ausgestattet;
• trennt die „Gläubigen“ scharf von den „Ungläubigen“ und weist die Muslime an, die „Un-gläubigen“ zu bekämpfen;
• erlaubt nur Juden und Christen eine gewisse Sonderstellung als „Schriftbesitzer“. Sie dürfen ihren Glauben unter strengen Auflagen praktizieren, sind aber in der islamischen Welt Bürger zweiter Klasse, vom grassierenden Antisemitismus und anhaltenden Verfolgungen von Christen ganz abgesehen;
• befestigt und befördert bis heute die Unterdrückung der Frau;
• bedroht „Abgefallene“ vom Islam („Apostaten“) mit mindestens sozialer Ächtung. In einigen islamischen Staaten wird der Abfall mit der Todesstrafe geahndet.

Das sind durchaus bekannte Tatsachen, mit denen sich Heerscharen von Wissenschaftlern (seit Beginn einer „Islamwissenschaft“ in Deutschland, also ca. Mitte des 19. Jahrhunderts), Politiker, Medienvertreter und Repräsentanten aller nicht-islamischen Religionen seit sehr langer Zeit intensiv beschäftigt haben. Sarrazin präsentiert durchaus Bekanntes, aber in zugespitzten, plakativen Zusammenfassungen und mit gewaltigem Zahlenmaterial (Statistiken, Studien, Meinungsäußerungen, muslimische biographische Aussagen und teilnehmende Beobachtungen). Um es gleich am Anfang zu sagen: das ist informativ und regt zum produktiven Streit an. Es ist ein wichtiger Beitrag zum Islamdiskurs aus Sicht eines ehemaligen Politikers und Amtsinhabers. Sarrazin erhebt nicht den Anspruch, Islamwissenschaft zu betreiben, er nähert sich seinem Forschungsobjekt ganz persönlich.

Nach ausführlicher Koran-Lektüre in der bekannten deutschen Übersetzung von Rudi Paret (1901-1983), einem renommierten Islamwissenschaftler, präsentiert Sarrazin eingangs die grundlegenden Inhalte der „koranischen Offenbarung“ (S. 23-46) mit zahlreichen Koran Zitaten. Allein für die An-strengung, diesen sperrigen, langatmigen, von ständigen Wiederholungen geprägten Text, „von der ersten bis zur letzten Zeile gelesen“ zu haben (S. 23), gebührt dem Autor, der sich als „Agnostiker“ (S. 7)* outet, Respekt. Es ist sicher gut, einen solchen schwierigen Text direkt auf sich wirken zu lassen, gleichwohl können durch diese Art der Lektüre auch unnötige Irritationen entstehen, die sich mit Hilfe einer parallel zu Rate gezogenen Einführung (z.B. Tilman Nagel, Der Koran. München, 2002) vermeiden ließen. Allerdings ist der bereits von Kritikern erhobene Einwand, den Koran könne man nur im arabischen Urtext lesen und verstehen völlig unsinnig. Nähme man das ernst, so schlösse man Millionen nicht-arabisch sprechender Muslime vom Verständnis des Koran aus. Und auch wenn der Koran auf Arabisch „bekannt“ ist, beschränkt sich das „Arabisch-Können“ bei zahlreichen Muslimen auf die mühsam auswendig gelernte Rezitation, ohne jedes Verstehen der Inhalte. Eine textkritische Lesart und ein offener, pluralistischer Diskurs über den Koran ist nicht erwünscht, ja wird, wie zahlreiche „liberale Muslime“ bezeugen, entweder sanktioniert oder ganz unterbunden. Noch widersinniger ist der Vorwurf, der Autor könne nicht Arabisch. Diese arrogante und elitäre Einlassung, nähme man sie ernst, würde im Klartext bedeuten, den Islamdiskurs auf die vermeintlich „Wissenden“ zu beschränken und allen anderen das Recht auf Stellungnahme und Beurteilung abzusprechen. Man stelle sich diese Forderungen einmal im Blick auf andere Sprachen vor, Chinesisch, Russisch, Hebräisch etc. Es gäbe weltweite Kommunikationsabbrüche mit unabsehbaren Folgen für das Zusammenleben von Nationen.

Die koranische Offenbarung und die islamische Weltsicht

Sarrazins surenfundierter Schnelldurchgang durch den Islam mit Erläuterungen zu Gott, Mohammed, Gläubigen, Ungläubigen, Christen, Juden, Dschihad, Frauen, Sexualität, Auferstehung, Hölle, Paradies und Scharia, ist für den Kenner nicht unbedingt neu, für den uninformierten Leser aber eine ganz gute Einführung, wobei natürlich klar ist, dass die Auswahl der Suren auch ein interessegeleiteter Akt ist. Wenn die Sarrazin-Kritiker und seine Feinde aus Politik, Wissenschaft, Medien und Kirchen, die Beschwichtiger und Verharmloser, das Buch überhaupt lesen (!), werden sie schon hier ihre ersten Verdammungsurteile formulieren: zu pauschal, verzerrend, negativistisch, nicht „wissenschaftlich“ usw. Einen Anspruch auf neue Koranforschung erhebt Sarrazin auch nicht, aber er kennt durchaus konträre Forschungsansätze zum Korantext (z.B. Neuwirth, Ohlig, Nagel). Er erläutert das Verhältnis von koranischem Text und „Hadithen“ (Mitteilungen über Mohammeds Aussprüche und Verhalten = „Sunna“).

Der Autor wendet sich gegen die gebetsmühlenartig vorgetragene These, „das habe alles mit dem Islam nichts zu tun“ und zeigt den Zusammenhang von Islam, Islamismus und Terrorismus auf. „Nimmt man den Koran auch nur einigermaßen beim Wort, so ist der Islam beim besten Willen keine Religion des Friedens und der Toleranz, sondern eher eine ‚Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt.‘“ (S. 63 f.) Allein das wird seine Kritiker empören, umso mehr als dass er – bei Anerkenntnis von allen ethnischen und kulturellen Ausprägungen des Islam – ein gemeinsames „Muster“ , eine bestimmte „Weltsicht“ des Islam behauptet: Der Islam sei „dem selbständigen Den-ken grundsätzlich abhold“, er begünstige „Autoritätshörigkeit und Gewaltbereitschaft“, befördere „eine Tendenz zum Beleidigtsein und zur Intoleranz“, behindere „Wissbegier und Veränderungsbereitschaft“, er belaste das „Verhältnis der Geschlechter“ und behindere die „Emanzipation der Frau“. Der Islam stütze „Unbildung, frühe Heirat und Kinderreichtum“. Er fördere „Rückständigkeit“, behindere „Meinungsfreiheit und Demokratie“. Die der „dem Islam innewohnende demografische Sprengkraft“ sei „eine Bedrohung für die Zukunft und die Stabilität der westlichen Welt.“ (S.71) Es ist demnach nicht der „böse“ Islamismus, der das alles verkörpert, sondern es ist der Islam selbst, wobei Sarrazin dies alles nicht umstandslos dem „Wesen“ des Islam zuordnet. „Die Frage nach dem ‚Wesen‘ des Islam ist zwar sinnvoll. Ihr Erkenntniswert wird aber dadurch begrenzt, dass die Frage nach dem ‚Wesen‘ einer Religion nicht getrennt werden kann von der Praxis der Gläubigen“ (S.20). Es kann dem Autor nicht der Vorwurf gemacht werden, er argumentiere „essentialistisch“, d.h. leite aus einem konstruierten „Wesen“ des Islam seine Bewertungen und Urteile ab.

Er beginnt mit scharfen Ansagen, die er in den folgenden Kapiteln 2 bis 4 (S.73-369) zu belegen sucht.

Die islamische Staatenwelt, demografisches Gewicht und Rückständigkeit

Sarrazin beleuchtet die „islamische Staatenwelt von Arabien bis Indonesien“, arbeitet „Problemzonen islamischer Gesellschaften“ heraus und befasst sich eingehend mit „Muslimen in den Gesellschaften des Abendlandes“. Ganz nüchtern präsentiert er zunächst Zahlen über Muslime im Weltmaßstab: Lebten 1950 470 Millionen Muslime auf der Welt (19% der Weltbevölkerung), so sind es jetzt 2,3 Milliarden (31% der Weltbevölkerung), eine Steigerung um das Fünffache. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Bevölkerung in den islamischen Staaten im Vergleich zu Europa sehr jung ist: „2015 betrug das sogenannte Medianalter der Bevölkerung (50 Prozent sind jünger, 50 Prozent sind älter als der Median) in Europa 41,7 Jahre, in Deutschland sogar 46,2 Jahre, in den islamischen Ländern dagegen nur 25,2 Jahre.“ Teile der Öffentlichkeit schauen ja besorgt auf Staaten mit großem Einwanderungsdruck nach Europa „(muslimisches Subsahara-Afrika, Syrien, der Irak und Afghanistan)“. Hier liegt „das Medianalter noch niedriger, nämlich bei 18 bis 20 Jahren“ (S.87). Sarrazin belegt die bekannte Tatsache des kontinuierliche Wachstums der Bevölkerung in der islamischen Welt mit Verweis auf die „Nettreproduktionsrate“ („ein statistisches Maß für die Fruchtbarkeit einer Bevölkerung“, S. 88), am stärksten in Afrika, dessen muslimische Bevölkerung sich in jeder Generation verdoppelt (!). Nach einer aktuellen UNO-Bevölkerungsprognose sollen 2050 in den islamischen Ländern „gut viermal und 2100 gut sechsmal so viele Menschen leben wie in Europa“ (S. 90). Mit dem emeritierten Pädagogik Professor und Soziologen, Gunnar Heinsohn, ist Sarrazin der Auffassung, dass junge Männer zwischen 15 und 20 deutlich gewaltbereiter und aggressiver seien als die Altersgruppe der Älteren zwischen 55 und 60. Die Relation hier zwischen den Jungen und Älteren nennt Heinsohn den „Kriegsindex“ und der liege für Europa bei 0,8 (für Deutschland bei 0,7). Für die gesamte islamische Welt betrage er 3,1. Den größten Kriegsindex hätten Mali (6,5) und Afghanistan (6,0) (S. 89). Darüber ist im wissenschaftlichen und politischen Diskurs gestritten worden mit dem Zwischenergebnis, dass der demographische Faktor und der „Kriegsindex“ in jedem Falle eine wichtige Rolle zur Erklärung jungen Aggressionspotentials spiele. Sarrazin schlussfolgert: Je rückständiger, bildungsferner und wirtschaftlich erfolgloser eine Gesellschaft ist, umso größer ist das Bevölkerungswachstum. Die Bedeutung der Religion in diesem Faktoren Setting lässt sich nicht eindeutig kausal klären. Den relativen Rückstand der islamischen Welt zur Westlichen will der Autor unter Verweis auf den geringen wirtschaftlichen Erfolg (Vergleiche zum Bruttoinlandsprodukt als Messgröße), Innovation, Wissenserwerb und Wissensproduktion (Nobelpreise, Patentanmeldungen, Hochschulranking) sowie die politische Stabilität (Demokratie, Krieg und Frieden) empirisch belegen. Das sind alles plausible Gesichtspunkte, wobei die Defizite im Blick auf Frieden (Konfliktzonen!), Demokratie (z.B. Pressefreiheit) und die fortwirkende Korruption (Belege bei „Transparency International“) schon dramatisch sind. Wie sich „Bevölkerungsexplosion, wirtschaftliche Unterentwicklung, niedrige Bildung, schlechte Regierungspraxis, diktatorische Herrschaftsformen und das nahezu vollständige Fehlen von Demokratie und Meinungsfreiheit“ (S. 99) in den einzelnen islamischen Ländern darstellen, untersucht Sarrazin differenziert für die arabischen Länder, Subsahara-Afrika, Türkei, Iran, Indien, Zentralasien und, Südasien. Diese tour d’horizon bietet hilfreiche Basisinformationen, wobei das Gesamtbild – bei aller länderspezifischen Differenzierung – düster ausfällt. Überall sind Fundamentalismus und Islamismus auf dem Vormarsch, ein moderater und liberaler Islam hat hier keine Chance.

Fazit: Auch wenn der Islam „nicht die einzige Einflussgröße ist“ (bessere Bedingungen im Iran und Malysia!) ist „in allen Ländern (..) die hemmende Wirkung des Islam für Modernisierung, Wissen, Wohlstand und Freiheit übermächtig spürbar, auch macht sich eine wachsende Radikalisierung negativ bemerkbar“ (S. 127). Die Frage der „Rückständigkeit“ des Islam ist ja im Islam-Diskurs häufig diskutiert worden und Befürworter und Gegner prallten stets konfrontativ aufeinander. Nach dem 11. September 2001 sind geradezu Legionen von Schriften erschienen, die dieses Thema aufgriffen. Ich nenne hier nur beispielhaft den amerikanischen Islamwissenschaftler Bernard Lewis („What went wrong“, 2002 und „The Crisis of Islam“, 2003). Ausführlich und eindrücklich ist das auch 2007 von dem Historiker Dan Diner in „Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt“ beschrieben worden. Wer sich selbst ein differenziertes Bild machen will, könnte auch zu den bisher 6 veröffentlichten „Arab Human Development Reports“ greifen (http://www.arab-hdr.org/). Dort sind seit 2002 gewaltige Zahlenmaterialien, zusammengestellt von überwiegend arabischen Autoren, einsehbar.

Problemzonen islamischer Gesellschaften

Sarrazin sieht seine grundsätzlichen Überlegungen zum Islam durch die Beschreibungen der sozialen und politischen Wirklichkeit in der islamischen Welt bestätigt. Nun spitzt er seine Beobachtungen zu einer Grundthese zu. Es sei die „innere Logik der Religion des Islam“ (S.130), den Anschluss an die Moderne verloren zu haben, in erster Linie durch Ignoranz und Intoleranz gegenüber dem westlichen Fortschritt in Kultur (Bildung!), Wirtschaft und Politik (Demokratie!). Statt „Individualismus“ regiere das „Prinzip der Unterwerfung“ (S. 132 ff.). Sein Kronzeuge ist der Basler Kulturhistoriker Jacob Burckhardt (1818-1897), der in seinen, 1905 aus dem Nachlass erschienenen, „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ den dominanten Kollektivismus in der Religion des Islam herausstellt. Ob diese, vor 150 Jahren formulierten, Wahrnehmungen des Islam auch die Gegenwart des Islam treffend beschreiben, wird sicherlich von Sarrazins Gegnern angezweifelt. Es ist ja nur eine Momentaufnahme und unklar ist, auf welche Quellen sich Burckhardt bezieht und ob er die Schriften der zu seiner Zeit sich gerade entwickelnden Islamwissenschaft zur Kenntnis genommen hat (z.B. Theodor Nöldekes epochemachendes Werk, „Geschichte des Qorans“, 1860). Ein Verweis auf zahlreiche kritische Stimmen gegenwärtiger islamischer Intellektueller wäre hier hilfreich gewesen. Denn an der Tatsache, des Vorrangs des Kollektivs vor dem Individuum lässt sich nichts deuteln, selbst wenn man das Sufitum mit seiner betonten persönlichen Mensch-Gott Beziehung als Gegenbeleg anführte.

Kunst und Kultur

Harsch fallen Sarrazins Urteile zu Kultur und Kunst des Islam aus, auch angelehnt an Burckhardt. Doch dass „Kunstfeindlichkeit und Bilderstürmerei (..) in gewissem Sinne zum islamischen Glaubens-kern“ zählen (S.140), ist dann doch überzogen, denn die islamistischen Barbareien der Taliban („Bamiyan“!) und des IS sind Ausdruck einer ultra-islamistischen, terroristischen Sichtweise und nicht Allgemeingut von Muslimen. Es gibt zudem sehr alte Traditionen im Islam in puncto Malerei (z.B. Wand-, Miniatur-, Keramik-, Glasmalerei), Kalligraphie, Ornamentkunst (Stichwort: „Arabeske“), Dichtkunst (Hafiz aus Persien!), Buchillustrationen, Architektur (obgleich der Moscheebau oströmischen Vorbildern folgt), Weberei und auch teilweise Musik (z.B. Musiktheorien von al-Kindi und al-Farabi, türkische Volks- u. Kunstmusik, auch Popmusik), die zumindest erwähnt werden sollten. Ganz richtig sieht der Autor aber die Defizite in der Bildenden Kunst durch das (koranisch nicht belegte) „Bilderverbot“.

Wissenschaft und Technik

Das Zurückbleiben des Islam in Wissenschaft und Technik ist eine gut belegte Tatsache und Sarrazin sieht die Ursachen in der „islamischen Umgebungskultur“ (S.143). So wird die Neuauflage einer Debatte über Genetik vermieden. Fazit an dieser Stelle: „Solange man diese Ursachen nicht im Genetischen sucht und eine ‚Erbdummheit der Muslime‘ ausschließt, bleibt nur der kulturelle Einfluss des Islam“ (S.144). Immer wieder wurde in den letzten Jahren heiß über den Beitrag des Islam zur europäischen und Weltkultur diskutiert, häufig auch in apologetischer Absicht, bis zu absurden Behauptungen, der Koran enthalte das gesamte Weltwissen. Über diesen islamischen Einfluss muss weiter gestritten werden (das Paradebeispiel „Al-Andalus“ als „Glorie“ des islamischen Einflusses auf Europa fehlt im Buch). Sarrazin gesteht dem Islam immerhin in einzelnen Bereichen (z.B. „indische Mathematik“) eine Vermittlungsfunktion zu, die allerdings mit der Eroberung Bagdads durch die Mongolen 1258 (nicht wie falsch im Buch 1253, S. 147) endete. Doch die genuinen Leistungen des Islam z.B. im Blick auf Astronomie, Geometrie und Medizin sowie die Übersetzungen von griechischen Autoren durch arabische Wissenschaftler (allerdings unter substantieller Mithilfe christlicher Übersetzer!) sollten auch nicht gering geschätzt werden.

Mangel an kognitiver Kompetenz

Unter Hinzuziehung international anerkannter Testverfahren (TIMMS, PISA) konstatiert Sarrazin einen Mangel an „kognitiver Kompetenz“ in der islamischen Welt feststellt, denn das „islamische Bildungsideal“ ziele vor allem auf die Herausbildung des gläubigen Muslim. Er gibt aber seiner Hoff-nung Ausdruck, dass in der islamischen Welt „möglichst viele Talente blühen“ mögen und dass es ihr gelinge, „die Beschränktheit und die Vorprägungen abzuschütteln, die sich historisch aus der Reli-gion des Islam ergeben haben“ (S. 164).

Frauen und Kopftuch

Der Autor ist der Auffassung, dass alles was an dem Islam „problematisch ist und die Rückständigkeit der islamischen Länder bewirkt“ habe mit dem Geschlechterverhältnis und der Stellung der Frau zu tun habe. (S.165). Damit spricht Sarrazin eine in der Tat zentrale Problemzone an. Schon der Koran sei von einer großen „Gleichgültigkeit gegenüber den Frauen“ geprägt (Suren 4,34, 2,32 und 2,33, Bekleidungsvorschriften: Suren 24,30; 24,31; 24,60; 33, 32; 33,51; 33,59) Diese Gleichgültigkeit drücke sich in strikten Normen und Praxis der Unterordnung aus, die bis heute anhielten, ja sich durch das Vordringen des konservativen und fundamentalistischen Islam befestigt und vertieft hätten. (S. 164 – 188 und 351-368): „Die Stellung der Frau im Islam fördert Bildungsferne, Arbeitsmarktdistanz, frühe Heirat und hohe Kinderzahlen. Wo immer Muslime sind, sind sie stets die kinderreichste Gruppe. Das Beharren auf traditionellen Bekleidungsvorschriften und die umfassende gesellschaftliche und familiäre Aufsicht über den Umgang und das sexuelle Verhalten der Frauen liefern einen entscheidenden Beitrag zur anhaltenden demografischen Expansion der islamischen Welt, darunter auch der muslimischen Minderheiten in den Ländern des Westens“ (S. 351). Die Unterordnung der Frau unter den Mann und das islamische Kollektiv, die strikte Kontrolle ihrer Sexualität („Jungfrauenwahn“) durch Verhüllungszwang und frühe Heirat ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien, Reports, TV-Dokumentationen, erschütternde Berichte von Frauen aus dem islamischen Alltag und teilnehmende Beobachtungen hinreichend belegt worden. Hinzu kommt: Gewalt gegen Frauen ist in der Welt des Islam endemisch, die Männerdominanz allgegenwärtig. 70% befragter Männer in Ägypten befürworten die weibliche Beschneidung (Genitalverstümmelung) und mehr als 50% der Frauen. Sarrazin fasst zusammen, was bekannt ist. Die verzweifelten Versuche, selbsternannter „Feministinnen“, dies zu bestreiten oder – noch absurder – etwa den realislamischen Kopftuchzwang gar als „Emanzipation“ zu verkaufen, zerschellen an der traurigen Realität. Sarrazin hält somit fest: „Die Verbreitung des Kopftuchs und weitergehender Verhüllungen der Frauen in der islamischen Welt korreliert eng mit einer konservativen Auslegung des Islam und einer eher wörtlichen Interpretation des Korans sowie der überkommenen muslimischen Verhaltensnormen. Sie korreliert eng mit einer Ablehnung der Werte der abendländischen Aufklärung, mit einer Distanz zur abendländischen Demokratie, mit niedrigen Bildungsleistungen und mit Rückständigkeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Technik“ (S. 167) Die für die Frauen gesetzten religiösen und kulturellen Verhaltensnormen widersprechen eklatant nicht nur den Menschenrechten, sondern den Erfordernissen einer modernen Gesellschaft. Dabei ist gerade die Bildung der Frauen unverzichtbar, wird aber aus Furcht vor einer Einschränkung der Männerdominanz und der Gefährdung der traditionell-konservativen Geschlechterordnung abgewehrt (S. 183).

Intensiv wird die „Kopftuchfrage“ erörtert, die hierzulande immer wieder neu aufbricht, weil sie unser politisches und gesellschaftliches Leben unmittelbar betrifft. Insofern ist der „Kampf um das Kopftuch“ ein „Kampf um die künftige Rolle und die demografische Vorherrschaft des Islam. Beim beharrlichen Kampf der islamischen Verbände in Europa um die Bedeckung der muslimischen Frauen geht es also nicht nur um eine traditionelle Religionsauffassung. Hier findet vielmehr ein gesellschaftlicher Machtkampf statt. Die muslimischen Frauen sollen früh heiraten und viele Kinder bekommen, um den künftigen Einfluss des Islam zu mehren. Und sie sollen natürlich nur Muslime heiraten“ (S. 352).
Das Kopftuch ist zum militanten Symbol des Islamismus geworden und seine männlichen „Kämpfer“ versuchen die Verhüllung Mädchen schon vor Erreichen der Pubertät aufzuzwingen und die Vermummung zur selbstverständlichen Praxis des muslimischen Frauenalltags zu machen. Sarrazin gibt dafür eine Reihe von treffenden Beispielen und zitiert die Rechtsanwältin Seyran Ates, eine langjährige Kämpferin gegen das Kopftuch aus praktischen Erfahrungen. Aufschlussreich sind auch die Angaben des Autors zu Heiratsverhalten und Geburtenhäufigkeit. Laut Koran (Sure 5,5; 2,221) dürfen Frauen keine „ungläubigen“ Männer heiraten und es ist nicht verwunderlich, dass intrareligiöse Ehen kaum vorkommen (S. 356). Die von Sarrazin bemühten Statistiken zur Geburtenhäufigkeit sind eindeutig. Frauen mit Migrationshintergrund (die Religion wird nicht erfasst!) haben deutlich mehr Kinder als solche ohne bei fortwirkendem Trend. Die ethnische Aufschlüsselung zeigt, dass die Anzahl der Kinder in islamischen Ländern signifikant hoch ist (z.B. Pakistan, Afghanistan, Syrien, Irak, Marokko etc. ) (S. 356 ff.) Die überall in Europa zunehmende Verschleierung signalisiert u.a. eine „schleichende Islamisierung durch Einwanderung und Geburtenzahl“ (S. 361) Dafür gibt es eine Reihe krasser Beispiele aus Frankreich (Badinter, Finkielkraut) und ein Gefahrenszenario, das der französische Autor Michel Houellebecq in seinem bedrückenden Roman „Unterwerfung“ literarisch aufbereitet.

Mentale Aspekte und Parallelgesellschaften

Schon seit Jahren haben sich in „mentaler, religiöser und ethnischer Hinsicht Inseln“ gebildet, „die der Kultur, dem Lebensstil und den Werten des Abendlandes feindselig bis gleichgültig gegenüberstehen“ (S.365). Diese, auch „Parallelgesellschaften“ genannten, Inseln sind geprägt von dem Glauben an „die Überlegenheit des Islam, das Desinteresse an der westlichen Kultur, die sichtbare Abgrenzung durch Zeichen des Glaubens, die Bildungsferne“ den „Familienzusammenhalt, die Unterdrückung der Frau“, den „Kinderreichtum und die von der Kultur der Aufnahmeländer abgeschiedene Lebensweise“ (S. 366). Sarrazin bezieht sich bei der Analyse von Parallelgesellschaften u.a. auf den ehemaligen Bürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky und den Islamwissenschaftler Ralph Ghadban, die Entwicklungen aus eigener Anschauung beeindruckend beschrieben haben.*** Wie es in Europa, von Malmö, Molenbeek bis Berlin-Neukölln zur fortschreitenden Ausbildung von Parallelgesellschaften kommt, beschreibt Sarrazin mit einer Fülle von Fakten zur neueren Geschichte der Zuwanderung und erläutert, dass die im Diskurs über Zuwanderung immer wieder vorgebrachten historischen Analogien (Nordamerika, Hugenotten, osteuropäische Juden etc.), im Blick auf die muslimischen Migrati-onsbewegungen in die Irre führen (S. 242 ff.). Die muslimische Zuwanderung findet statt, „obwohl Religion und Kultur der Aufnahmeländer abgelehnt werden“ (S.245). Hier tickt eine Zeitbombe aus demografischen Faktoren (die Minderheit wird zur Mehrheit), der sozioökonomischen Situation (Bildungsstände, Berufsabschlüsse, Arbeitsmarktbeteiligung, Transferabhängigkeit, Arbeitslosigkeit u.a.) und der seit 2015 ungebremsten Zuwanderung vor allem muslimischer Migranten. Sarrazin bietet eine Fülle von Daten aus amtlichen Statistiken und zahlreichen Studien zu Migranten in Europa und Deutschland. Dieses Material muss im Islamdiskurs gebührend zur Kenntnis genommen werden und sollte auch unsere Beamten Im Innenministerium beschäftigen, die gerade die Neuauflage der – aus Sicht des Rezensenten gescheiterten – Islamkonferenzen vorbereiten. Trotz der Problematik der unterschiedlichen statistischen Methoden und Verfahren und den verschiedenen methodologischen Ansätzen der Studien, die der Autor in Rechnung stellt, ergibt sich ein düsteres Bild. Die Tendenzen in ganz Europa zur Herausbildung von religiös-kulturell bestimmten Parallelgesellschaften mit klaren Abgrenzungen zur Mehrheitsgesellschaft, Kommunikationsabbrüchen, autoritären und teilweise menschenrechtsfeindlichen Binnenstrukturen (die insbesondere Frauen massiv betreffen!) und auch höherer Krimina-litätsbelastung, sind vor dem Hintergrund des präsentierten Materials offensichtlich (S. 246 – 338). Es sind muslimische Kleinwelten entstanden, die nicht mehr integrierbar sind, weil schon ihre mentalen Dispositionen, z.B. männliche Dominanz, Verteidigung der „Ehre, die zwischen den Beinen der Schwestern und Ehefrauen angesiedelt wird und mit der Unterdrückung der Frau eng verbunden ist“, Behauptung von der „Überlegenheit der Religion des Islam und der Stärke der Muslime in der Welt“, dem entgegenstehen (S. 322). Radikalisierung und Ausbreitung fundamentalistischer Lesarten des Islam verstärken sich. An den Rändern formiert sich ein gefährlicher Extremismus, der sich u.a. in der Zunahme des Salafismus (zurzeit rd. 10.000 Mitglieder in Deutschland) zeigt. Es drohe, wie es der algerische Schriftsteller Boualem Sansal,** Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2011, gesagt hat im Falle der Mehrheit der Muslime eine „Glaubensdiktatur“ (S. 368).

Institutionalisierter Islam

Der institutionalisierte Islam (Moscheevereine, Verbände) scheint weder willens noch in der Lage zu sein, als Integrationshelfer zu dienen. Im Gegenteil. Die großen Muslimverbände verstärken eher fundamentalistische Tendenzen, verteidigen mit Zähnen und Klauen das Kopftuch und weisen die Frauen in ihre untergeordnete Stellung ein: „Die islamischen Verbände in Deutschland vertreten durchweg einen konservativen Kopftuch-Islam. Sehr konservativ, häufig offen islamistisch und radikal ist auch der Islam, der von vielen Imamen in den Moscheen gepredigt wird. Gleitend sind hier die Übergänge zum politischen Islam, zum Salafismus und zur Rechtfertigung von Gewalt und Terror“ (S. 338 ff.) Der „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZMD) brachte das Kunststück fertig, sich in seiner „Islamischen Charta“ von 2002 um eine ganz klare Stellungnahme zu Menschenrechten und Demokratie zu drücken. Wer die verschwurbelten Formulierungen der Charta genau liest, dem wird bald klar, dass auch hier der Scharia der Vorrang vor den Menschenrechten eingeräumt wird (S. 343).

Liberaler Islam

Auch auf den sogenannten „liberalen Islam“ setzt Sarrazin wenig Hoffnungen: „Weltweit sind die liberalen Muslime, wie immer ihre konkrete Position ist, in einer winzigen hoffnungslosen Minderheit. Und entsprechend ratlos sind sie, wie sie den gelebten Islam und die Mehrheit der Muslime in ihrem Sinne ändern können“ (S. 377). Islamkritische Musliminnen und Muslime wie z.B. Necla Kelek, Seyran Ates, Güner Balci, Elham Manea, Hamed Abdel Samad, Mouhanad Khorchide, Ahmad Mansour u.a. werden im Diskurs häufig gemieden, politisch und medial fast geächtet. Lädt man sie mal in eine der Talkshows ein, werden sie von ihren Gegnern gut eingerahmt. Trotz dieser traurigen Lage halte ich es für wichtig, die religiös-kulturellen Wertvorstellungen, politischen Ideen und Konzeptionen dieser Minderheit im Diskurs am Leben zu halten und die Versuche der Einwirkung auf die muslimischen Gemeinschaften nicht aufzugeben.

Was ist zu tun?

Nach der Präsentation der geballten Macht schlechter Botschaften sollten nun Antworten auf die vielen Fragen und Problemfelder gegeben werden. Das unternimmt Sarrazin im letzten Kapitel.

Eine erste Schlussfolgerung ist die Zulassung von Kritik an Religionen. „Ehrfurcht“ darf sie nicht schützen (S. 369). Hier tritt nun – m.E. ohne Not! – Sarrazin aus seinem eingangs erwähnten Agnostizismus heraus und betritt den Weg des radikalen Atheisten: „Wissenschaftlich gesehen, ist jede Religion nichts als ein Aberglaube, der von vielen geteilt wird, und eine Weltreligion ist ein Aberglaube, der von besonders vielen Menschen über besonders lange Zeit geteilt wird“ (S. 370). Eine solche apodiktische Behauptung wird die „Freidenker“ und „Humanisten“ erfreuen, die Ähnliches verkünden, sie ist aber religionswissenschaftlich abwegig. Die Religionswissenschaft ist längst über die „Aberglaube-Theorie“, die Ähnlichkeiten mit der „Priesterbetrugsthese“ hat, hinaus. Sie untersucht rational die vielfältigen Manifestationen religiöser Lehren und Praxis und versucht sich immer wieder neu an der Formulierung eines Begriffs von Religion. Es ist nicht ihre Aufgabe, über „Wahrheit“ oder „Unwahrheit“ einer Religion zu rechten. Sarrazin möchte auch „Religion“ von „Moral“ scharf trennen. Er hält die Verbindung von Religion und Moral für „unsinnig und gefährlich“ (S. 370). Das ist nicht schlüssig. Es ist m.E. müßig, darüber zu streiten, ob man (mit Darwin) Gefühl und Moral als Ergebnis natürlicher Selektion betrachtet oder Religion und Moral als anthropologische Konstanten des Menschseins sieht. Das ist ein, zwar interessanter, aber „Nebenkriegsschauplatz“ der eigentlichen Intention von Sarrazins Buch: die Bedrohlichkeit des Islam für die aufgeklärte westliche Zivilisation und Kultur darzustellen. Was sollen wir denn angesichts von 4,3 – 4,7 Millionen Muslimen (geschätzt) in Deutschland tun?

Rolle des Staates

Der säkular-neutrale Staat, so verstehe ich den Autor, setzt Normen, auch und gerade für Religionen. Er ist neutral, aber nicht religiös-theologisch „inkompetent“ wie der Sachverständigenrat für Integration behauptete (S. 372). Der Staat muss Religionen bewerten und unter Umständen der Religionsfreiheit Grenzen setzen. „Deshalb ist in Deutschland Polygamie verboten, neunjährige Mädchen dürfen nicht verheiratet werden, und Männer und Frauen werden im Erbrecht gleich behandelt. All das widerspricht der Religion des Islam. Es ist eine Frage pragmatischer Funktionalität, nicht mehr und nicht weniger, wo und wie der Staat Religionen Grenzen setzt und wie er das tut. Würde er darauf prinzipiell verzichten, könnte er eine zentrale staatliche Aufgabe nicht erfüllen, nämlich die Spielregeln der Gesellschaft festzulegen und dem Verhalten des Einzelnen Grenzen aufzuzeigen“ (S. 374).
Sarrazin moniert zu Recht, dass weder Kritik noch Grenzsetzung ausreichend geschehen und im Falle von Islam häufig aus Furcht, in die rechte Ecke gestellt zu werden, entweder nur weichgespült geübt werden oder ganz unterbleiben (S. 377 ff.). Tabuisierungen und politische Korrektheit sind Hindenisse einer offenen streitigen Debatte.

Ein demokratiekompatibler Islam?

Sarrazin möchte nicht, dass „geistige Engführungen (…) unser Denken behindern“ (S. 382) und fragt danach, ob der Islam sich nicht ändern könnte. Für einen liberalen und demokratiekompatiblen Islam sieht er zurzeit keine Chance, auch werde sich am frühen Heiratsverhalten und Kinderkriegen muslimischer Frauen nichts ändern. Die Hoffnung auf eine verstärkte Zuwendung von Muslimen zur säkularisierten Variante von Islam erscheint ihm ebenso unwahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass aufgrund der dargelegten Rückständigkeiten des Islam Muslime den Weg in die Spitzenpositionen der Gesellschaft finden.

Identität

Sarrazin empfiehlt die „Selbstvergewisserung der deutschen und europäischen Identität“ und die klare Definition „eigener Interessen“ (S. 388): „Die Bedrohung der europäischen oder westlichen Identität setzt dort ein, wo eine allmähliche demografische Überwältigung durch den Islam stattfin-det. Deshalb haben wir in Deutschland und Europa das Recht, ja sogar die Pflicht, dieser Bedrohung durch demografische Überwältigung vorausschauend entgegenzutreten“ (S. 387 f.) Das bedeute konkret, dass die muslimische Einwanderung wirksam beschränkt werden müsse.

Einwanderungspolitik

Weiterhin schlägt er eine „Befreiung der Einwanderungspolitik von Ideologie und Wunschdenken“ vor. Das hieße vor allem die Fluchtursachen bekämpfen, aber nicht mit vielem Geld: „Fluchtursachen bekämpfen heißt: die kulturellen Einstellungen in den Krisenländern ändern, Unwissenheit, Korruption und schlechte Regierungspraxis bekämpfen. Dabei kann und muss der Westen helfen. Aber er darf dabei nicht als Vormund auftreten und muss den Stolz der Völker in den Krisenländern respektieren. Der Erfolg ist ungewiss und wird viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen“ (S. 390). Sarrazin verneint, dass wir aus wirtschaftlichen Gründen Einwanderung brauchen, hält es aber für eine moralische Pflicht, armen Ländern zu helfen. Hart geht er mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung seit 2015 ins Gericht und listet die gröbsten Fehler auf (S. 392 ff.). Das ist für die Kritiker der Bundesregierung eine gute Zusammenfassung, für ihre Unterstützer wahrscheinlich unbegründete Miesmacherei. Eine Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten ist jedoch dringend erforderlich.

Asyl- und Flüchtlingspolitik

Vor dem Hintergrund der Fehlentwicklungen sei eine „Reform der Flüchtlings- und Asylpolitik“ überfällig (S. 396 ff.) Die wichtigsten Änderungen: Erstens sollte die Genfer Flüchtlingskonvention von 1950 dahin gehend geändert werden, dass für „Flüchtlinge möglichst nah an ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten gesorgt wird“ (S. 396). Zweitens dürften staatliche Leistungen an Flüchtlinge erst fließen und Klageberechtigungen entstehen, wenn der Betreffende einen Aufenthaltsstatus bekommen hat, der ihm nach einer Prüfung von 30 Tagen entweder zugesprochen oder verweigert wird. In der Wartezeit befindet er sich in einer Art „Transitzone“ in der das Ausländerrecht nicht gilt. Alle Zuständigkeiten sollen auf eine Stelle konzentriert werden bis das Verfahren abgeschlossen ist. „Ein weiterer Rechtsweg über die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist ausgeschlossen“ (S. 397). Alle abgelehnten Asylbewerber und alle illegalen Einwanderer, für die eine Zentraldatei angelegt werden soll, müssen abgeschoben werden. Wenn Boote mit Flüchtlingen und illegalen Einwanderern aufgebracht werden, sollen diese, nach ggf. notwendiger medizinischer Versorgung, unverzüglich an ihre Ausgangspunkte zurückgebracht werden.

Außen- und Entwicklungspolitik

Sodann plädiert Sarrazin für „eine der islamischen Welt zugewandte und ernsthafte Außen- und Entwicklungspolitik“ (S. 399). Diese Politik sollte vor allem darauf gerichtet sein, „die Wanderung der Menschen nach Deutschland und Europa vorbeugend zu verhindern. Jene Staaten, die ungeregelte Auswanderung konsequent unterbinden und illegale Einwanderer freiwillig zurücknehmen, sollten mit Zahlungen aus Europa an ihre Staatshaushalte belohnt werden. Jene Länder dagegen, die nicht kooperieren, sollten von allen Zahlungen abgeschnitten werden“ (S. 401).

Islampolitik

Was Sarrazin unter der Forderung nach einer „robuste(n) und realistische(n) nationale(n) Islampolitik“ (S. 402) vorträgt, ist eine Zusammenfassung nicht neuer, gleichwohl höchst kontroverser Forderungen nach einer neuen Verhältnisbestimmung von Staat und Religion. Er möchte den „Rest von Staatskirchentum“ (S. 402) beseitigen, den es noch in Deutschland gebe. Da das staatskirchenrechtliche System „immer nur historisch erklärbar war“ (S. 403), hat es auch den „fortschreitende(n) Bedeutungsverlust“ der christlichen Kirchen nicht aufhalten können (Ebda.). Ganz falsch sei es, mit dem Anspruch auf Gleichbehandlung, den Islam an den staatskirchenrechtlichen Privilegien („Körperschaften des Öffentlichen Rechtes“) zu beteiligen. Er schlägt vor, dass sich Religionsgemeinschaften nach dem Vereinsrecht organisieren sollten: „Das deutsche Vereinsrecht bietet alle Möglichkeiten, um christliche Kirchen und andere Religionsgemeinschaften staatsfern zu organisieren und in diesem Rahmen freie Religionsausübung zu praktizieren“ (S. 405). Sarrazin kennt als staats- und rechtswissenschaftlich ausgewiesener (Dr. rer. pol.) Volkswirt die staatskirchenrechtliche Lage genau und weiß, dass er hier in ein Wespennest stößt. Er steht mit dieser Forderung in der Tradition des bis zum Gothaer Programm der SPD 1875 zurückreichenden Programmsatzes von der „Erklärung der Religion zur Privatsache“. Die Mehrheits-SPD (MSPD) gab diesen Grundsatz 1919 faktisch auf, indem sie auch den Kirchenartikeln der Weimarer Reichsverfassung zustimmte, die bis heute Bestandteil des Grundgesetzes sind (Art. 140). Die SPD revidierte ihre Stellung zu den Kirchen im Godesberger Programm 1959 und versteht sich seitdem als „Partner“ der Kirchen. Sarrazins Forderung nach Eliminierung des geltenden Staatskirchenrechts wird zwar von linken SPD Kreisen, sowie Humanisten und Freidenkern unterstützt, würde aber zurzeit keine politische Mehrheit im Bundestag finden. Es müsste dann auch der Art.7, Absatz 3 des GG fallen, der den konfessionellen Religionsunterricht als „ordentliches Lehrfach“ ausweist, der in „Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ erteilt wird. Sarrazin hält den konfessionsgebundenen Religionsunterricht für obsolet und will ihn zugunsten von mehr Geschichte und Gemeinschaftskunde abschaffen. Denn: „Konfessionsgebundener Religionsunterricht ist immer eine einseitige Indoktrinierung unter Umgehung des kritischen, fragenden Verstandes“ (S. 408). Das ist m.E. eine (ganz unnötige) Polemik, die nur der Unkenntnis der geltenden und praktizierten religionspädagogischen Standards geschuldet ist. Religionspädagogik geht von der Lebenswirklichkeit der Schüler aus und will sie in ihrer Religion beheimaten. Dabei wird stets auf interreligiöse Orientierung und auch Kooperation mit (in Berlin z.B.) den Fächern Ethik und Lebens-kunde (erteilt vom Humanistischen Verband) geachtet. Die Zukunft des islamischen Religionsunter-richts ist offen und ich teile die Kritik und Bedenken Sarrazins.
Richtig erscheint mir seine Forderung, islamische Theologie an den Hochschulen bei den philosophi-schen Fakultäten anzusiedeln und islamischen Beiräten nur eine beratende Funktion zuzusprechen. Das Beispiel der Institutionalisierung islamischer Theologie an der Humboldt-Universität in Berlin mit Vertretern der konservativen und fundamentalistischen Islamverbände sollte ein warnendes Beispiel sein.

Erwartungen an Muslime

Sarrazin schreibt: „Das Verhältnis der Muslime zu Staat und Gesellschaft bedarf einer klaren Erwartungshaltung“ (S. 409) und meint konkret, dass Muslime

• ihren „Überlegenheitsanspruch“ und die Einteilung der Gesellschaft in „Gläubige“ und „Un-gläubige“ aufgeben sollten, unter „Verzicht darauf, sich kollektiv durch die Bedeckung und Verschleierung der Frauen optisch von der Mehrheitsgesellschaft abzuheben“ (S. 410);
• den Vorrang des Staates und seinem Recht vor der Religion akzeptieren, was im Blick auf die Meinungsfreiheit besonders dringlich wäre (Beispiele: Karikaturenstreit, Salman Rushdie, Charlie Hebdo);

Entschieden plädiert Sarrazin für eine neue Konstruktion der Islamkonferenz. Für die teilnehmenden Verbände sollte es „ein Quorum über die nachgewiesene Mindestzahl der von ihnen vertretenen Mitglieder geben. Auch sollten nur solche Verbände teilnehmen dürfen, bei denen eine direkte oder indirekte Finanzierung aus ausländischen Quellen nachweislich ausgeschlossen ist“ (S. 412). Damit wären zurzeit fast alle Verbände ausgeschlossen, was allerdings schwer umzusetzen sein wird. Aber der Autor möchte auch grundsätzlich keinen „Sonderstatus“ für muslimische Verbände, der über die Gewährung individueller Bürgerrechte hinausgehe.

Integrationspolitik und Bildung

Sarrazin nimmt Bezug auf die Integrationspolitik und fordert ihre Entmystifizierung (S.413). Es müsse zugegeben werden, dass sie gescheitert sei (Hamed Abdel Samad!). In der Bildungspolitik müsse es darum gehen „kulturelle Assimilation“ zu unterstützen und auf „Integration durch Leistung setzen“ (S. 413). Dazu seien qualifizierte Testverfahren zur Leistungsmessung notwendig. Auch fordert er, wie schon angesprochen, ein neues staatsbürgerkundliches Schulfach – anstelle des Religionsunterrichts: „Statt des Religionsunterrichts sollte es ein für alle verpflichtendes Schulfach geben, das Fragen der Ethik, der Staatsbürgerkunde und der Gemeinschaftskunde umfasst. Auch die Ideengebäude von politischen Theorien und Religionen zählen dazu“ (S. 417). Das setzte einen großen Konsens von Bildungspolitikern und Pädagogen voraus, den ich zurzeit nicht erkennen kann.

Kopftuch

In deutlichem Dissens zu den Urteilen des BVerfG zum Kopftuch (2003, 2015) möchte Sarrazin das Kopftuch gänzlich aus der Schule verbannen (S. 419).

Falsche Anreize

Sozialpolitisch hält Sarrazin eine Reduktion „falscher Anreize“ für notwendig. Das beträfe vor allem die kinderreichen muslimischen Familien: „Es wäre richtiger, wenn man die Geldleistungen für Kinder generell stark reduzieren würde. Dieses Geld ist in Kitas und Ganztagsschulen besser ange-legt“ (S. 420). Dies wird schon seit langem diskutiert und wäre in der Tat ein besserer Beitrag zur Integration.

Daten über den Islam

Ganz zum Schluss seines Buches fordert der Autor, dass „über den Islam und die Muslime in Deutschland und Europa (..) transparent, offen und vollständig berichtet werden“ muss (S. 421). Hier sind vor allem die amtlichen Stellen gefordert, die offizielle Statistiken zur Religionsangehörig-keit und dem sozioökonomischen Status von Religionsangehörigen liefern müssen. Das wäre tatsächlich eine wichtige Grundlage für Politik und Zivilgesellschaft und hilfreich für Messungen zum Stand der Integration.

Abschließende Bemerkung

Im Gegensatz zu der versammelten Macht der politischen Eliten und ihrer medialen Claqeure, die das Buch schon im Vorfeld verdammten und dann in einer Mischung aus Dummheit, Ignoranz und Schmähkritik (Süddeutsche Zeitung!) verurteilten, halte ich das Buch für hilfreich. Es ist informativ und erörtert die wesentlichen kontroversen Fragen, die im Islamdiskurs ja schon länger diskutiert werden. Es regt aber an, neu nachzudenken und kann insofern auch als kritisches Nachschlagewerk zur Wirklichkeit des Islam in Deutschland und Europa dienen. Der oft zugespitzte und provokative Stil mag manchen stören, doch ist das auch ein Mittel die Dinge auf den Punkt zu bringen. Ich hoffe, dass sich viele Menschen mit Sarrazins Buch auseinandersetzen, weil es sich lohnt. Es bleibt abzuwarten wie sich die feindselige Front aus Wissenschaft, Politik, Medien und Kirchen verhalten wird. Totschweigen und auf den Index setzen wäre genauso inakzeptabel wie die – bislang zu beobachtende – oberflächliche, vorurteilsbehaftete und einseitige Verurteilung, die sich auch wieder auf die Person Thilo Sarrazins kapriziert. Der Autor wusste, was er tat als er dieses Buch schrieb. Es war ein mutiger Schritt. Und solcher Mut ist unser Gesellschaft weithin abhanden gekommen.

*Ein „Agnostiker“ ist jemand, der die Existenz einer höheren Macht ( eines „Gottes“ etc.) für „nicht geklärt“ und „nicht klärbar“ hält.
**„Allahs Narren. Wie der Islamismus die Welt erobert“. Merlin-Verlag, Gifkendorf, 2013.
*** Heinz Buschkowsky, „Die andere Gesellschaft“. Berlin, 2014. Derselbe, „Neukölln ist überall“. Berlin, 2012. Ralph Ghadban, Die Libanon Flüchtlinge in Berlin. Berlin, 2000. Derselbe, „Islam und Islamkritik. Vorträge zur Integrationsfrage“. Berlin, 2011.

Dr. Johannes Kandel
3. September 2018

Wenn der Islam zu Deutschland gehört…. 17. März, 2018

Posted by Rika in einwanderung, gesellschaft, integration, islam, judentum, meine persönliche presseschau, migration, sharia.
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wie es seit Wulffs Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit im Jahr 2010 immer mehr zur Kanzlerinnen-Doktrin geworden ist, geht es nicht einfach nur um die „Religion“ namens Islam, nein, dann  gehört  das gesamte  islamische System, das untrennbar aus  Koran, Sunna und Hadith   miteinander verwoben ist, ebenfalls zu Deutschland.

Was aber bedeutet das?

Auf einer muslimischen Internetseite wird dazu Folgendes gesagt:

Die Art und Weise, wie Mohammed inmitten seiner Gemeinde lebte und seine Pflichten als beispielhafter muslim erfüllte, wie er die Gläubigen auf den Wegen Gottes führte und die erforderlichen Regeln festlegte – all das verdeutlicht seinen Weg (sunna). Das Leben des Propheten hat also für gläubige muslime absoluten Vorbildcharakter, jede seiner Handlungen ist göttlich inspiriert.

Wie im Kapitel

► Mohameds Handlungen sind von Allah göttlich legitimiert

dargelegt wird, sind alle Taten und Anweisungen des Propheten unhinterfragt und unhinterfragbar.

► Die Unabänderlichkeit der Heilsbotschaft Allahs

 

 

Weiter heißt es:

2. Autorität der sunna

Wenn sich zu einem bestimmten Sachverhalt oder einer Streitfrage im ahadith Erläuterungen oder Anweisungen finden, dann sind sie für den Gläubigen verbindlich. Im Lexikon des Islam heißt es dazu:

Die Autorität der sunna ist im Koran verankert, der von den muslimen fordert, sich der Führung des Propheten zu unterwerfen und ihm zu folgen. Die Gläubigen dürfen sich Gott und seinem Gesandten nicht widersetzen und  dürfen ihnen den Gehorsam nicht verweigern:

Sure 33, Vers 21: Wahrlich in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.

Sure 72, Vers 23: Allein eine Predigt von Allah und Seine Sendung liegt mir ob, und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, für den ist Dschahannams Feuer ewig und immerdar.

Sure 4, Vers 14: Wer aber gegen Allah und Seinen Gesandten rebelliert und Seine Gebote übertritt, den führt Er ein in ein Feuer, ewig darinnen zu verweilen, und es trifft ihn schändende Strafe.

Der Prophet gilt als die letzte Instanz bei allen Entscheidungen eines muslims. Ein Gläubiger darf, wenn Allah und sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, in dieser Angelegenheit nicht mehr frei zu wählen:

Sure 33, Vers 36: Und nicht geziemt es einem gläubigen Mann oder Weib, wenn Allah und Sein Gesandter eine Sache entschieden hat, die Wahl in ihren Angelegenheiten zu haben. Und wer gegen Allah und Seinen Gesandten aufsässig wird, der ist in offenkundigem Irrtum.

Die Anwesenheit des Propheten inmitten der Gemeinde gilt somit als Garantie für die Wahrheit der Glaubenslehre und die Richtigkeit der getroffenen Maßnahmen … denn seine Autorität ist ihm von Allah selbst verliehen:

Sure 4, Vers 64: Und wir entsandten Gesandte nur, daß ihnen gehorcht würde mit Allahs Erlaubnis. Und wenn sie, nachdem sie wider sich gesündigt, zu dir kämen und Allah um Verzeihung bäten, und der Gesandte für sie um Verzeihung bäte, wahrlich, sie würden Allah vergebend und barmherzig erfinden.

So gilt der Grundsatz:

Sure 4, Vers 80: Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer den Rücken kehrt … so haben wir dich nicht entsandt zum Hüter über sie.

(Digitale Bibliothek: A. T. Khoury, L. Hagemann, P. Heine: Lexikon des Islam, S. 325, Verlag Herder)

► Die absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und Seinem Gesandten

 

(Hervorhebung der Textteile von mir)

Das Vorbild, das Mohammed mit seiner Lebensführung allen ihm nachfolgenden Generationen von  Muslimen gegeben hat, hat bis in die Gegenwart  „Gesetzescharakter“ und absolute Gültigkeit:

3. Das Vorbild aus der sunna hat absoluten Gesetzescharakter

Die hadith-Sammlungen sind nach Kapiteln geordnet. In der Sammlung von Muslim sind die Begebenheiten zum „Heiligen Krieg“ (Kitab Al-Jihad wa’l-Siyar) in Kapitel 19 zusammengetragen und umfassen die Nummern 4293 bis 4472, also 179 Einträge. Wie absolut die Vorbildfunktion Mohameds Gültigkeit hat läßt sich auch daran erkennen, daß dieses Kapitel zusätzlich in 50 thematische Unterkapitel eingeteilt ist. Da wie gesagt jede Handlung des Propheten als göttlich inspiriert angesehen wird, hat man folgerichtig aus jeder Handlung oder Anweisung des Propheten eine zu befolgende Regel abgeleitet. Diese Gebote haben denselben Anspruch auf absolute Richtigkeit und sind ebenso wie die koranischen Gebote strikt einzuhalten. Hier einige Kostproben:     Quelle

 

Die ewige Gültigkeit der aus Koran und Sunna abgeleiteten Gesetze verhindert jede wie auch immer geartete Reform des Islam zu einem System, das  in Deutschland oftmals als „Euro-Islam“  bezeichnet wird. Die Vorstellung, der von Mohammed eingesetzte Islam könnte im Sinne moderner, europäischer Auffassungen vorsichtig  reformiert werden, käme aber der Apostasie gleich, dem Abfall vom Islam.

Die Frau Bundeskanzlerin ließ sich in ihrer Erwiderung auf Seehofers Stellungnahme, der Islam gehöre NICHT zu Deutschland  dazu hinreißen  Herrn Seehofer  zu kritisieren:

Angela Merkel (CDU) hat sich in der Debatte um die Rolle des Islams in Deutschland von den Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) deutlich distanziert. Deutschland sei zwar stark vom Christentum geprägt, aber inzwischen lebten vier Millionen Muslime in Deutschland, sagte die CDU-Chefin bei einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven am Freitag in Berlin. „Diese Muslime gehören auch zu Deutschland und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam.“ Man wolle einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert. „Wir müssen alles tun, um das Zusammenleben gut zu gestalten zwischen den Religionen.“

(Quelle)

und macht damit deutlich, dass sie im Wesentlichen immer noch nicht begriffen hat, dass der Islam keine Religion wie jede andere ist, sondern in erster Linie ein pseudoreligiöses Konstrukt mit absolutem Machtanspruch. Das gilt im übrigen auch für alle Politiker und Medienschaffenden, die sich in ähnlicher Weise zum Islam äußern und damit der Islamisierung weltweit Vorschub leisten.

„Lesen bildet“ …. habe ich mal gelesen. Man müsste es eben auch in diesem Fall tun, das Lesen.

„Einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert“, wie es die Kanzlerin etwas verschwurbelt formuliert, kann und wird es nicht geben, weil er in nahezu allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen  geradezu konträre Positionen vertritt.

Nehmen wir nur den Satz in der weiteren Merkel’schen Rede, in der sie die Religionsfreiheit anspricht, die in Deutschland gewährt wird. Religionsfreiheit  bedeutet die freie Ausübung der Religion, zu der ein Mensch sich bekennt. Der Islam duldet aber keine anderen Religionen als ebenbürtig und gleichberechtigt an. Es redet ausdrücklich davon, dass Judentum und Christentum Fälschungen der ursprünglichen islamischen Lehre seien und Mohammed als letzter Prophet Allahs gesandt wurde, um die „Fälschungen“ rückgängig zu machen. Wer als Jude oder Christ zum Islam konvertiert, kehrt nach islamischen Lesart zurück in das „Haus des Islam“. Dieses Haus zu verlassen, ist jedoch bei Todesstrafe verboten. Diese schlichte Tatsache allein schon widerspricht unserem Grundgesetz.

Frau Merkel und alle, die ihr in der Einlassung zum Islam folgen, zeigen, dass sie sich nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt haben und relativ blind Leuten wie Ayman Mazyek folgen, der ihnen Sand in die Augen streut, ganz im Sinne des „Dschihad“ nämlich, den zu führen, jedem Muslim aufgetragen ist und an dessen Ende die weltweite Unterwerfung unter den Islam steht. Islam ist Unterwerfung.

Aus vermeintlicher Toleranz werfen sie die Prinzipien über Bord, die uns die Freiheit in unserer Gesellschaft sichert.

Natürlich gehört dazu die Religionsfreiheit.

Es ist gut, dass wir in Deutschland das Prinzip der Religionsfreiheit haben und jeder seine Religion  leben kann.

Aber man muss dieses Gesetz doch trennen von den Inhalten, die von den Religionen verbreitet und gelebt werden. Der Inhalt und damit auch der ethische und moralische Gehalt der bisher in Deutschland vorherrschenden Religion  ist doch gleichzeitig der, der die Geschichte Deutschlands geprägt und sein gesellschaftliches Gefüge und seine Kultur bestimmt hat. In den mehr als 1000 Jahren seit der großen Christianisierung des von vielen verschiedenen Stämmen bewohnten Gebietes, das heute „Deutschland“ ist, haben sich doch kulturelle, religiöse und rechtliche Grundsätze herausgebildet, die eben auf diesem „Christentum“ fußen, das wiederum auf dem noch älteren Judentum basiert. Den Islam, als gemeinsame Identität, hat es in Deutschland nie gegeben. Und deshalb kann man mit Fug und Recht unterscheiden und wie Seehofer, Söder und sehr viele Menschen sagen:

Menschen mit einem deutschen Pass gehören unterschiedslos zu Deutschland, Menschen aus anderen Ländern, die hier leben und arbeiten und unsere gesellschaftlichen Ordnungen und Gesetze respektieren und einhalten, sind  als Mitbürger willkommen.

Der Islam aber gehört NICHT  zu Deutschland und zwar aus den Gründen, die im Islam selbst zu finden sind. Er ist mit unserem Rechtssystem, mit unserer Auffassung von Demokratie, Menschenrechten, Gleichberechtigung und freier Religionsausübung NICHT kompatibel.

Und niemand muss sich wegen dieser Meinung und Auffassung kritisieren lassen.

„Den Preis für die Satten zahlen die Elenden…“ 26. Februar, 2018

Posted by Rika in aktuell, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, politik, soziale arbeit.
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formuliert Gerd Buurmann in einem langen Artikel zum Hype um die „Essener Tafel“.

Gerds Artikel sind oftmals megalang (weil er den Problemkomplex in aller Ausführlichkeit und von „Adam und Eva“ an erklärt)  und benötigen  deshalb auch Durchhaltevermögen und  einen  langen Atem 😉 . Meistens aber trifft er den Punkt – trotz der Länge seiner Beiträge und deshalb weise ich auch immer wieder auf seinen Blog oder seine Artikel hin.

Aus dem langen Schrieb über die Vorgänge rund um die Essener Tafel zitiere ich  hier nur den Schlussabsatz:

Den Preis für die Träumereien der Satten zahlen die Elenden

Alles hat eine Obergrenze! Keine Organisation hat unendlich viel Kapazität und grenzenlose Möglichkeiten. Die Obergrenze liegt immer dort, wo man nicht mehr in der Lage ist, Hilfe zu gewährleisten. Für die Essener Tafel, die niemals angetreten ist, die Flüchtlingskrise zu meistern, ist die Obergrenze erreicht.

Wir reden hier übrigens teilweise von Flüchtlingen, die aus Kriegsgebieten kommen. Dort wurden sie traumatisiert und brutalisiert. Diesen Menschen kann die Essener Tafel überhaupt nicht helfen. Sie ist dafür gar nicht ausgebildet. Dazu braucht es hochspezialisierte Expertinnen und Experten. Warum wird es überhaupt zugelassen, dass durch Krieg und Zerstörung traumatisierte und brutalisierte Menschen mit den sozial schwächsten Deutschen nicht nur konfrontiert, sondern in direkte Konkurrenz gesetzt werden? Wird Deutschland nur noch von zynischen, selbstverliebten und empathielosen Wolkenkuckucksprinzessinnen regiert?

Warum regt sich kein lautstarker Protest gegen all die Politikerinnen und Politiker, die die Frechheit besitzen, ausgerechnet die selbstlosen und hilfsbereiten Menschen zu verleumden, die ihre freie Zeit opfern, um anderen Menschen zu helfen? Diese engagierten Bürgerinnen und Bürger haben lediglich erklärt, dass die Obergrenze ihrer Fähigkeit zu helfen, erreicht ist. Das ist kein Verbrechen!

Außerdem ist es die verfehlte Politik, die überhaupt erst dazu geführt hat, dass die hilfsbereiten Menschen der Essener Tafel brutal an ihre Grenzen gestoßen sind. Sawsan Chebli und Karl Lauterbach verdammen engagierte Bürgerinnen und Bürger, weil sie an ihre Grenzen stoßen. Für diese Kaltschnäuzigkeit gehören beide entlassen!

Dieser Beitrag erscheint auch auf Gerd Buurmanns Blog Tapfer im NirgendwoDort sind auch die zitierten Twitter-Einträge dokumentiert.

 

Den Artikel habe ich von Achgut hierher kopiert. Daraus ergibt sich der letzte Satz.

 

Mir fällt dazu – wieder einmal – auch Tilo Sarrazin ein, der seit Jahren darauf hinweist, was in dieser Gesellschaft schief läuft im „Sozialgefüge“. Leider finden seine Bücher, Artikel und Reden kaum Gehör, bzw. werden sie augenblicklich umgedeutet zu „Rassimus“ und / oder „Fremdenfeindlichkeit“. Die SPD, die Sarrazin vor noch nicht allzu langer Zeit aus eben diesen „Scheingründen“ ausschließen wollte, täte gut daran, auf ihn zu hören…. aber wer liebt schon denjenigen oder achtet ihn wenigstens, der den Finger auf  die schwärende Wunde legt…. An dieser Wunde wird die Gesellschaft in letzter Konsequenz zerbrechen, wenn sie nicht endlich eine Kehrtwende vollzieht.

 

 

Vor vielen Jahren schrieb ich dies in einem meiner Beiträge:

„Dabei fällt mir ein Schüler ein, der so stolz war auf seinen Vater, der jahrelang vergeblich einen neuen Job gesucht hatte, aber immer noch arbeitslos war. Sein Vater engagierte sich bei einer „Tafel“, er, der selber mittellos und auf Hilfe angewiesen war, half anderen – unentgeldlich! Ja, der Junge war stolz auf seinen Vater, ZU RECHT!!!

aus: „Opfer der Gesellschaft

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