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Unverhoffte Begegnung…. 29. August, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.
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Wir sind unterwegs nach Wismar mit unserer Volleyballgruppe.

Völlig außerplanmäßig und darum unerwartet endet der Zug, der uns eigentlich nach Wismar bringen sollte, in Schwerin am Hauptbahnhof. Nach der Durchsage, ein Bus warte auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Reisenden, die nach Wismar weiterfahren wollten , entsteht ein mächtiges Gedränge an der Treppe zur Unterführung…

Der Liebste ist mir schon einige Stufen voraus …  ich hatte mich noch um einen Mitreisenden im Zug gekümmert, der offensichtlich – der deutschen Sprache nicht mächtig – die Ankündigung des Endes dieser Fahrt nicht mitbekommen hatte und den ich mit Gesten dazu gebracht hatte, auch das Abteil zu verlassen. Wir waren die beiden letzten.

Der Liebste, am Fuß der Treppe angekommen, blickt sich nach mir um – und schaut unversehens in ein sehr bekanntes Gesicht:

Ebenso überrascht wie der Liebste, sieht sich der Jüngste unserer Familie plötzlich ebenfalls einem sehr  bekannten Gesicht gegenüber:

Der Vater steht vor ihm!

Ich hatte das gar nicht mitbekommen und nach meiner Gruppe Ausschau gehalten. Unten an der Treppe angelangt, macht mich ein energisches Zupfen am Ärmel aufmerksam!

Doch nicht nur der Jüngste schaut mir lachend entgegen, neben ihm –  in der kleinen Gruppe junger Leute – auch R.,  sein guter Freund, dem ich erst zwei Tage zuvor in der großen Stadt an der Elbe  begegnet war…. beim Umzug des Jüngsten nämlich, der von einer kleinen Behausung in die nächste gezogen war. Der Liebste und ich hatten ebenso wie R. beim Umzug geholfen.  Wobei ich ergänzen muss, dass wir uns außer bei der Promotionsfeier des Jüngsten NUR bei dessen Umzügen getroffen haben und dies bestimmt der dritte Umzug war, bei dem wir gemeinsam kräftig halfen, Sack und Pack von A nach B zu transportieren…. wobei ich diesmal nur in B beschäftigt war…. mit Saubermachen der Küche. Kisten kann ich nämlich nicht mehr schleppen…   Aus der heimatlichen Küche hatte ich schon den traditionellen Nudelsalat und Kuchen mitgebracht… 🙂 sehr zu Freude aller beteiligten Helfer.

Es gehört vielleicht zu den schönsten Momenten, wenn man ganz unverhofft Menschen begegnet, die man liebt und die man mag.

So gab es ein fröhliches Hallo  – wir auf dem Weg nach Wismar, der Jüngste mit den Freunden auf dem Weg zu einer Hochzeitsfeier….

Wie schön, wenn „Unverhofft“ zwar nicht oft, aber doch manchmal kommt, besonders dann, wenn alle anderen Umstände ein bisschen chaotisch anmuten….

 

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„Emma“ – eine Leseempfehlung…. 1. August, 2017

Posted by Rika in emanzipation, familie, frauen, gesellschaft.
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Als junge Fachlehrerin legte ich in den frühen 70er Jahren demonstrativ die „Emma“ auf meinen Platz am Lehrertisch… ich war ja so fortschrittlich, emanzipiert und großartig-modern, dem Feminismus nicht abhold….

Wir waren ein überwiegend junges Kollegium mit einem jungen Schulleiter, aber es gehörten auch einige „alte Knaben“ und nicht mehr ganz jugendliche, um nicht  zu sagen  ältere Damen zu unserer pädagogisch wertvollen ( ja, was denn auch sonst 🙂 )  Lehrerriege. Schülerinnen und Schüler gab es noch nicht, Lehrerinnen und Lehrer auch nicht. Man war Lehrer oder Schüler.  Allenfalls gebrauchte  man in der weiteren persönlichen Beschreibung den Ausdruck „die Schülerin xyz“ oder „die Lehrerin xxx“.  In der Vielzahl jedoch waren es Lehrer und Schüler. Basta.

Möglicherweise, das erinnere ich aber nicht genau, kann es sogar das Bestreben der damaligen  „Emma“ gewesen sein, die Geschlechterzuordnung in der Begrifflichkeit deutlich zu machen,  dem gesellschaftlichen Rang der Frauen und Mädchen  einfach mehr Aufmerksamkeit und Gewicht zu geben.

Es waren die Jahre der ersten kleinen – und dennoch so großen –  Veränderungen in der Bewusstwerdung von  männlich/weiblich.  „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ mischten die wenigen Talkshows auf,  und wir Frauen sollten lernen, dass wir nicht als Mädchen geboren, sondern dazu gemacht würden….  (erschienen als Buch von Ursula Scheu)   eine Behauptung, der ich eine zeitlang widerspruchslos folgte, bis mir nach der Geburt meiner wunderbaren Tochter so sehr  deutlich wurde, dass sie sich doch schon rein äußerlich von ihren ebenso wunderbaren Brüdern unterschied und ich eigentlich nicht wollte,  sie zu einem „Nicht-Mädchen“,  aber eben auch „Nicht-Jungen“  zu machen, denn sie war ja KEIN Junge!  Sie, so wurde mir beinahe schlagartig klar, als ich dieses kleine Wesen eines späten Abends in den Armen hielt und stillte, sollte sich in ihrer Entwicklung  ihrer Weiblichkeit bewusst werden  und sie genießen können, was aber nicht bedeutete, dass sie nicht auch das alles machen und ausprobieren dürfte, was ihren Brüdern in den Sinn kam…  Ich wollte, so nahm ich mir sehr bewusst vor,  unsere Tochter ihren ureigensten Weg gehen lassen….  Und ich glaube, dass sie das bis heute tut.

 

Wie auch immer,

mehrere Jahre war die „Emma“ der Quell meiner weiblichen Weiterentwickelung, bis ich mich schließlich für „genug emanzipiert“ hielt und auf weitere Emmalektüre verzichtete.  Alice Schwarzer war nicht mehr das große Vorbild, sondern eine Frau wie viele andere auch, die im öffentlichen Leben mehr oder weniger deutlich Position bezogen zu den verschiedensten Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Wesentlich  für mich war es in den Jahren der Familienzeit und Kindererziehung eine Balance gefunden zu haben zwischen meiner  „Rolle“  / Arbeit in der Familie (und dem ehrenamtlichen Engagement in Kindergarten, Schule und Gemeinde)  und meiner nach der Kinderpause neu aufgenommenen Berufstätigkeit und darin „meinen“ ureigensten Erkenntnissen und Empfindungen folgen zu können, nicht nach einem Schema leben zu müssen, das mir von außen aufgedrückt wurde. Ich war immer sehr gerne „nur Hausfrau“ in der Zeit, als die Kinder noch klein waren und habe das nicht als einen Makel oder eine Minderwertigkeit hinsichtlich einer wie auch immer formulierten gesellschaftlichen Relevanz erlebt. Im Gegenteil. Ich war – und bin es heute noch – stolz darauf, gemeinsam mit meinem Mann unsere vier Kinder auf ihrem Weg ins Leben und darüber hinaus begleitet und beraten zu haben, und so daran beteiligt zu sein, dass sie einen guten Platz in Gesellschaft und Beruf gefunden haben.  Ich halte das – diese „Familienarbeit“ –  generell für eine große gesellschaftliche Leistung aller Frauen, die in meinen Augen viel zu wenig Wertschätzung durch die Politik und in den Medien  erfährt.

Und nach diesem kleinen Einschub zurück zu  „Emma“.
Ein Artikel nämlich, auf den ich bei facebook aufmerksam wurde,  könnte mich verleiten, wieder einmal eine „Emma“ zu erstehen…

Zumindest aber bringt er mich dazu, ihn  hier als Link weiterzureichen, denn er beschäftigt sich mit einem wundersamen Phänomen unserer Zeit, dem ich so abhold bin, wie man nur sein kann. Ich könnte allerdings mein ablehnendes Unbehagen nicht so präzise begründet in Worte fassen:

Emma:  „Sargnägel des Feminismus“

Daraus dieser kurze Auszug, in dem es um die vermeintliche Wissenschaftlichkeit der sogenannten „Gender Studies“ geht:

Der angestrengte Jargon schaukelt gewichtige Denkleistungen vor, der junge Erwachsene weder zum kritischen Befragen der Gegenwart animiert, noch zu unabhängigen Denkerinnen und Denkern ausgebildet – sie werden vielmehr eingeschüchtert. Weil sie unweigerlich annehmen, dass das, was sie in einem universitären Rahmen zu hören bekommen, intellektuell gewichtig sein muss, wird ihr Verstand nicht geschärft, sondern vernebelt.

Konkreter: Das Studium der Gender Studies macht Studierende oftmals nicht schlauer, sondern in vielen Fragen dümmer. Sie lernen nicht, globale Probleme objektiv zu erfassen, sondern sie durch eine hochgradig antiimperialistische Agenda zu filtern. Ein Workshop, den Dietze zu „Ethnosexismus und Migration“ anbot, befasste sich etwa mit „abendländischen Überlegenheitsnarrativen, zum Beispiel der Demokratie als der besten aller Regierungsformen, der Säkularität als der besten aller Rationalitäten“. Womit „der Überzeugung“ widersprochen werden sollte, dass die westliche Welt über „ein maximal fortgeschrittenes sexuelles Regime“ verfügen. Die Verächtlichkeit gegenüber Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit, die sich durch diese Botschaft aus dem akademischen Paralleluniversum zieht, ist ebenso offenkundig wie die subkutane Faszination für religiös legitimierte Diktaturen, in denen es weder das eine noch das andere gibt.

 

 

Mein mütterlicher Rat – etwas salopp formuliert und alles andere als wissenschaftlich begründet, lautet daher:
Liebe Frauen, Mädchen, Männer und Knaben, nehmt Euch diesen Emma-Text zu Herzen, genießt Eure jeweilige biologische Einzigartigkeit ganz ohne jeden politisch-ambitionierten Weltverbesserungswahn….
Und bleibt – oder werdet wieder – ‚ganz normal‘ … ohne jeden Genderquatsch und sprachverhunzende Binnensterne oder Genderneuwortschöpfungen….

 

 

 

Fremde Feder: Ehe für alle – kein Thema 27. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, familie, familienpolitik, gesellschaft, Kinder - Famile, politik, presse.
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Das Thema „Ehe für alle“ wird gerade dazu missbraucht, einen Machtkampf zwischen den Parteien auszufechten. Volker Beck und die Grünen haben es als Erste  in die Öffentlichkeit getragen, inzwischen sind auch die Regierungsparteien in Landtagen und im Bundestag auf den Zug aufgesprungen, machen gar mögliche Koalitionsverhandlungen nach anstehenden Wahlen davon abhängig, ob der „politische Partner“ ja sagt zu Eheeinheitlichkeit oder nicht.

Ich finde diesen Machtkampf  weder dem Thema, noch den betroffenen Menschen angemessen. Die politischen Eliten des Landes führen ein ebenso absurdes wie würdeloses Theater auf, nur, wie mir scheint, sich in irgendeiner Form im schon beginnenden Bundestagswahlkampf in der öffentlichen Darstellung an vorderster Front zu positionieren. Wen, außer ausgewiesenen Experten  interessieren denn schon so dröge Themen wie „Griechenlandrettung“ oder „Eurorettungsschirm“?  Damit kann man schlecht Wahlkampf machen und noch schlechter Wahlen gewinnen, aber ein Thema, das ans Herz geht, das menschliche Gefühle und Bedürfnisse anspricht, so ein Thema ist doch bestens geeignet, um sich die Zustimmung der Leute zu sichern…

Denn,  ich sage es nur sehr ungern, wer, außer einigen erzkonservativen Christen würde es denn öffentlich wagen, sich aus dem Fenster zu hängen und mit Hinweis auf Kirche, Glaube, Bibel oder gar Gott höchstselbst gegen den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach dem gleichen Recht für alle zu sein? Und was, außer auf christlichen Moralvorstellungen beruhenden Vorurteilen spricht sonst gegen eine „Ehe für alle“?
„Nichts“, meint die Autorin Patrizia von Berlin, deren Beitrag ich hier reblogge…
Meine eigenen Anmerkungen dazu folgen später…. ich muss noch ein bisschen nachdenken darüber, wie ich meine Einstellung und Meinung argumentativ und sprachlich an den Mann, die Frau und die Binnensterne bringe …
(Binnensterne meine ich kein bisschen despektierlich den betroffenen Personen gegenüber… wohl aber mache ich mich lustig über  – und bin manchmal regelrecht sauer auf  – die Sprach- und Schriftverhuntzer, die für jedes „Tierchen ein Pläsierchen“ brauchen, will meinen, um niemanden zu übergehen für alle 100 000 Möglichkeiten eine sprachliche Relevanz fordern! ) Und das deckt sich auch ein bisschen mit dem Ehe-Thema… brauchen wir wirklich einerseits für alles und jeden  die differenzierende Beschreibung und vermischen andererseits alles unterschiedslos zu Einheitsbrei? Können wir nicht bei den bestehenden Regelungen bleiben – sowohl sprachlich, als auch vor dem Gesetz – in dem Bewusstsein unserer Unterschiede und der gleichzeitigen Würde, die unantastbar ist ?

philosophia perennis

Ein Gastbeitrag von Patrizia von Berlin

Ich selbst bin von dem Thema in keinster Weise betroffen. Früher hatte ich ohne jedes Verständnis auf die Forderung der Ehe-Öffnung geblickt und aus diesem Grund habe ich heute noch viel Empathie für die ablehnende Seite. Als ich dann gleichgeschlechtliche Paare kennen lernte, die sich nicht so sehr von klassischen, miteinander älter gewordenen Ehepaaren unterschieden, brach meine recht oberflächliche Weltsicht in dieser Frage sehr schnell zusammen. Alljährliche Tagesschauschnipsel mit nackten Tatsachenberichten der diversen CSDs hatten, so merkte ich, doch ein recht simples Bild entstehen lassen.

Heute befürworte ich die Eheöffnung. Vielleicht gelingt es mir ja bei beiden Seiten ein wenig Verständnis für die andere Seite zu wecken und vielleicht ist meine Entscheidung hilfreich für Andere, die sich eine Meinung bilden wollen.

Die Bundeskanzlerin macht Schlagzeilen

Der Wahlkampf tobt und die Kanzlerin hat nicht nur die, achtlos weggeworfene, Deutschlandfahne wieder hervorgeholt, sondern eine weitere Erleuchtung…

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mein kleines lebenszeichen…. 24. März, 2017

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie.
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liebe leute,

es geht mir gut. die op  ist am 13. 3. wie geplant und gut verlaufen… ich bin begeistert von der modernen medizin, dank derer ich gar keine schmerzen beim aufwachen und auch danach hatte … in der klinik schmerzkatheter …  zuhause pillen und tropfen….

ich bin so dankbar für alle leute in der klinik, die den patienten durch ihre individuellen begabungen, ihr können und wissen das leben erleichtern … das gilt für die mitarbeiter auf der station ebenso wie natürlich für die hervorragenden ärzte und die fachleute im op…

GOTT SEI DANK UND LOB

nun wieder zu hause   (schon seit dem 15. 3.) geht alles einen guten gang … der liebste ist ein wunderbarer pfleger … die freundin und nachbarin kocht hin und wieder für uns … gestern wurden die fäden gezogen … die physiotherapie ist angelaufen (nicht so angenehm, aber dennoch gut!) … sogar die nächte sind erträglich – trotz „leibgurt mit haltestellen“ –  orthese nennt man das ding.

ich hoffe und wünsche, dass alles so gut weiter verläuft wie bisher….

 

nur die schreiberei ist etwas mühsam, deshalb gibt es hier wenig zu lesen  ….  bzw. nichts zu lesen über meine speziellen themen, auch wenn es mir in den fingern kribbelt …    und keine großbuchstaben  🙂  die umstellerei ist nämlich blöd.

euch allen danke ich für euer an mich denken und wünsche euch eine gute zeit.

eure rika

Opa liest vor…. 18. November, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, lesen, schule - kinder.
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in der Schule des Enkelkindes nämlich.

Heute ist der „Bundesweite Vorlesetag“  –   und die Schule des Enkelkindes hatte schon vor einiger Zeit nachgefragt, ob Großväter oder Väter an diesem Freitag in der Schule vorlesen könnten.

Und Opa konnte.

Ausgerüstet mit Brille und ‚Vorlesehut‘ (meinem Strohsonnenhut) machte er sich auf den Weg. In der Schule trafen sich  weitere Großväter, Väter und sogar ein „Promi“, um einer jeweils kleinen Gruppe aus einem schon vor gut 10 Tagen ausgewählten Buch vorzulesen.

Sehr vergnügt kam der Liebste nach Hause, erzählte von seiner Erfahrung als Vorleseopa und der Freude, die er dabei empfunden hatte.

Opa ist ein sehr erfahrener Vorleser.

Jeden Abend – na, fast jeden Abend –  hat er für unsere Kinder vor dem Schlafengehen  Geschichten gelesen, Astrid Lindgren war die bevorzugte Autorin. So kamen Michel, Ronja, die Löwenherz-Brüder und viele andere Gestalten der Astrid-Lindgren-Welt in unser Haus. Ich bin sehr froh, dass der Liebste all die Jahre lang diese wichtige Tätigkeit übernommen hatte. Nicht, dass ich nicht gern gelesen hätte, aber eine seit meiner frühen Kindheit bestehende  Besonderheit machte und macht mir das Vorlesen schwer – und nicht nur das Vorlesen, auch das  stille Lesen so ganz für mich allein:

Ich weine,   heule wie ein Schlosshund, schniefe und schnaufe und die Tränen laufen mir in wahren Sturzbächen über das Gesicht.

Schon meine Eltern erkannten sofort an meinen völlig verheulten Augen,  dass ich etwas gelesen hatte, was mich bewegt – und es waren nicht unbedingt traurige Schnulzen…

Jetzt ist es der Liebste, der mich  manchmal beim Lesen beobachtet und natürlich genau merkt, wenn ich wieder ergriffen bin von dem was da schwarz auf weiß gedruckt in mein Leben einbricht. Manchmal neckt er mich dann und bricht damit den Bann, der mich im Weinen gefangen hält.

Als ich das erste Mal in Vertretung des Vaters für die Kinder das abendliche Ritual vollziehen wollte  – die überaus traurige Geschichte von den Brüdern Löwenherz stand auf der Agenda  –  und ich schon nach drei Sätzen kaum noch  sprechen, geschweige denn lesen konnte, waren meine Kinder zutiefst verstört,  „Was ist denn los, Mutti?“ war ihre bange Frage.

Nichts! Gar nichts! Aber die Geschichte ist so herzzerreißend, so traurig oder freudig, so spannend oder zart, dass mir prompt das Wasser in die Augen steigt, die Stimme brüchig wird, der Hals eng, so eng, dass es einfach nicht weiter gehen will mit der Leserei.

Dabei ist es doch  beinahe egal, ob ich eine Geschichte der berühmten Schwedin vorlese oder ein Sachbuch über  was auch immer. Denn ich bin auch ergriffen von den Wundern der Natur, den phantstischen Beschreibungen historischer Ereignisse, biblischen Geschichten  oder ganz sachlich einfach nur von genialem Erfindergeist. Ich schlucke und atme schwer, selbst wenn ich ganz profane Dinge erzähle, aber eben solche, die mich berühren – und mich berührt fast alles.  (Es kann gut sein, dass ich,  gleich wenn ich dem Liebsten diesen kleine Blogeintrag vorlesen will, über meine eigenen wenigen Sätze so gerührt bin, dass ich heulen muss…  ist schon mal vorgekommen)

Die Heulerei über das was mich bewegt, ist ein Familienerbe.

Mein Vater – auch er erzählte und las vor –   konnte prima heulen, manchmal fand ich das nicht so passend.   Sein Vater las mir zwar nicht vor, aber  in manchen  Familiengesprächen, deren stille Zeugin ich als Kind noch war, rührten meinen Großvater bestimmte Themen zu Tränen, die Stimme zitterte  und das verdächtiges Glitzern lag in den Augen.  Mein lieber Cousin väterlichseits leidet ebenfalls am „weinenden Erbe“ und auch mein Bruder ist nicht davon verschont. Natürlich haben wir diverse Techniken entwickelt, um die größten Peinlichkeiten zu vermeiden, aber so richtig will zumindest mir das nicht gelingen.

Und darum liest Opa vor.

Opa liest mit  Begeisterung. Voller Lust und Freude.

Und nicht nur den Enkeln oder den Kindern in der Schule ….  manchmal auch mir…. in der blauen Stunde …. wenn  draußen das Licht ganz zart den frühen Abend ankündigt  und  es drinnen ganz heimelig wird….

…. und jetzt muss ich schon wieder heulen….

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 7. September, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, schule - kinder.
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… der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Daran musste ich bei der Einschulung des ersten Enkelkindes denken.

„Auf dem Dorfe“, so sagte schon der für unsere Schule zuständige  Schulrat vor gut 25 Jahren, „ist die Welt noch in Ordnung!“

Und dem ersten Eindruck und äußeren Schein nach zu urteilen, ist das heute wohl auch noch so.

Die Einschulung wird gefeiert,   29 Kinder beginnen den „Ernst des Lebens“  mit ihren Eltern und vielen Verwandten in der gemeinsamen Dorfkirche zweier Dörfer am Rande der großen Stadt. Jeder Platz in der Kirche ist besetzt, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten der i-Männchen sind gekommen, um  die kleinen Schulanfänger bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. Fröhliche und kindgerechte Lieder werden gesungen und der Pastor hält eine wunderbare und bemerkenswerte Predigt für die Kinder – und ein bißchen auch für die Erwachsenen. Um einen Hut geht es in der Predigt, darum, wozu so ein Hut gut ist: Er schützt vor zuviel Sonne, vor Wind, Regen oder Kälte und selbst vor neugierigen Blicken. Das verstehen wirklich alle.  Das Wort „Hut“, erklärt der Pastor weiter, steckt in dem Wort „behütet“. Und das wünscht er den Kindern, behütet zu sein auf ihrem weiteren Weg – nicht einfach nur mit einem Hut, versteht sich, sondern von GOTT selbst, der Hilfe und Schutz sein will in den herausfordernden Situationen des neuen Lebensweges. Ja, das verstehen auch alle…  wenn vielleicht auch nicht jeder Anwesende um diesen Schutz weiß oder gar darum bittet.

Doch der Pastor bittet darum für alle Kinder und die Eltern, Geschwister und Großeltern und legt jedem neuen Schulkind segnend die Hände auf und stellt jedes Kind unter Gottes Segen.  Am Verhalten einiger Erwachsener ist abzulesen, dass ihnen Kirche und Gottesdienst gänzlich fremd sind. Aber auch sie gehören hier in der Kirche ganz selbstverständlich dazu.

„Auf dem Dorf“, denke ich, „geht das noch, ohne dass zuvor darüber debatiert werden muss“ und bin dankbar für diesen wunderbaren segensreichen Einschulungsgottesdienst.

Im Anschluß ziehen wir alle in langer Prozession hinter einem bunt geschmückten Bollerwagen*** her  ins Nachbardorf zur „großen“ Schule, in deren Turnhalle die „Neuen“ von der Schulleiterin und allen Lehrerinnen begrüßt werden und die Viertklässler ein Theaterstück für die neuen  Mitschüler aufführen.  Die 29 Kinder werden auf zwei Klassen verteilt, 17 Kinder bleiben in der „großen“ Schule, für die anderen 12 geht es zurück ins Nachbardorf und in die „kleine“ Schule….  Dort wird das Enkelkind also seine ersten Schuljahre verbringen. Wie schön!

 

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„Auf dem Dorf herrscht doch noch das Paradies“ meinte der ehemalige Schulrat …. und Recht hat er. Zumindest was dieses Dorf angeht und seine kleine Schule mit einer winzig kleinen Schar neuer Grundschüler.   Dankbar bin ich für die Eltern, Lehrer und die politisch Verantwortlichen, die sich für den Erhalt der kleinen Grundschule eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich aus eigener Anschuung und vielen Kämpfen in früheren Jahren weiß.

Im Haus des i-Männchens wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert…  wir  Erwachsenen erinnerten uns an die Einschulung  der Eltern, Onkel und Tanten des neuen Schulkindes… auch damals gab es den Gottesdienst in der Dorfkirche, die Einschulungsfeier in der Aula der Schule… die Aufregung der Kinder… Tränchen der Rührung und des bewußten Abschiednehmens von einem wichtigen Teil der Kindheit ihres Kindes  bei den Eltern…   Lieder und Theaterspiele…..     und  Schultüten!      Waren die damals auch schon so reich gefüllt…?

 

Und die Gedanken gingen zurück in meine eigene Kindheit. Wie war das damals vor 60 Jahren bei meiner Einschulung, waren die Eltern, waren Oma und Opa mit dabei, ich meine, in der Schule? Gab es eine Feier in der Klasse für die neuen i-Männchen – eine Aula oder Turnhalle hatte meine Schule nicht.

Ich weiß es nicht mehr, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass wir in der ersten Schulstunde ein Lied lernten: „Schön ist die Welt, drum Brüder laßt uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt…“

Der Meinige erzählte, dass er der einzige „Knabe“ gewesen sei, der in der einklassigen Dorfschule eingeschult wurde. So vermerkt es jedenfalls die Dorfchronik des kleinen Dorfes, in dem seine Familie damals als Flüchtlinge  Rettung und Unterkunft gefunden hatte.

 

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***Der geschmückte Bollerwagen mit den Schultüten, die von den  Müttern der Schulkinder gebastelt worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kein Scherz diesmal….. 9. Februar, 2016

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie.
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Der Liebste stand vor meinem Bett: „Komm schnell, wir haben Wasser im Keller!“

Mein wunderbarer Mann macht jeden Morgen das Frühstück und ich darf noch ein wenig ruhen. Erst wenn der Kaffee heiß und schwarz auf dem Tisch steht trolle ich mich aus dem warmen Bett ins Bad und von dort zum Frühstück. Manchmal beschleunigt der Liebste diese schöne morgendliche Routine mit einem kleinen Scherz, der mich eilig aufstehen lässt. Wir haben beide unseren Spaß  daran.

Aber irgendetwas in seiner Stimme verriet mir augenblicklich, dass es kein Spaß war, um mich schneller aus dem Bett zu bringen. Ich lief hinter ihm her in den Keller. Sanft und friedlich schimmerte mir das Wasser entgegen, das bereits mehr als knöchelhoch die unterste Treppenstufe umspülte.

Kein Scherz.

Mit nackten Füßen watete ich durch das eiskalte Wasser von einem Raum in den anderen. Wasser überall. Der Liebste hatte schon den Haupthahn der Wasserleitung abgestellt, denn es war nicht klar, woher das viele Nass kam. In meinem Näh- und Bügelzimmer schwappte das Wasser in die Wäschekörbe,  im großen Keller standen die Hinterlassenschaften meiner verstorbenen Eltern im Wasser, ebenso die Kartons mit Büchern und alten Schulsachen der Kinder, Kartons mit Erinnerungsstücken aus allen Phasen ihrer Kinder- und Jugenzeit. Eine leere Gießkanne schwamm lustig auf dem Wasser, statt  wie sonst üblich das Wasser in sich zu transportieren, die Werkzeugkiste macht zwar einen äußerst robusten Eindruck, aber wasserdicht ist sie leider nicht. Natürlich hatte das Wasser auch nicht vor den Schränken Halt gemacht, es kräuselte sich bereits auf den unteren Fachböden.  Es sah nach einem entsetzlichen Desaster aus, denn ich bin eine begnadete Sammlerin und horte jede Menge Schätze in Kisten, Körben und Kartons und viele davon stehen auf dem Fußboden unter der Tischtennisplatte, die schon seit ewigen Zeiten nicht mehr bespielt wird und darum auch zum Abstellen aller möglichen Utensilien dient…

Zum Glück hatten aber, wie sich später herausstellte, weder Waschmaschne noch Trockner oder Gefrierschrank Schaden genommen.

Wir riefen die Feuerwehr. Die kam sehr promt und sehr schnell und pumpte das Wasser ab. Allerdings nicht alles, ein kleiner, etwa 1/2 cm hoher Spiegel blieb stehen. Den schöpften wir mit Kehrblechen ab und wischten ihn mit Tüchern auf. Es dauerte buchstäblich Stunden. Über die feine Funktion meines schlauen Telefons benachrichtigte ich die übrige Familie von der morgendlichen Heimsuchung. Einer der „Jungsbrüder“ konnte es dienstlich so einrichten, dass er noch am selben Tag zu uns kam und uns half, die Kisten – sofern sie noch tragbar waren – in die oberen Stockwerke des Hauses zu transportieren und diejenigen, die bereits zu sehr  aufgeweicht waren, gleich an Ort und Stelle zu sortieren in: das muss weg und das kann eventuell gerettet werden. Ich konnte dem allen nur relativ hilflos zusehen, mein Rücken lässt es seinfach nicht zu, schwere Lasten zu tragen. Abends kam der zweite der Jungsbrüder und half ebenfalls nach Kräften zu retten, was zu retten war, bzw. eben zu entsorgen, was entsorgt werden musste.

Die Versicherung schickte ein Unternehmen das Gebläse und Trocknungsapparate aufstellte, die geben nun Tag und Nacht ein monotones Summen und Brummen von sich. Die Männer rissen auch die Teppichböden raus (dabei mussten sie um die Möbel herumschneiden, denn die hatten wir in der Kürze der Zeit noch nicht leeren können) und nahmen sie zum Glück auch gleich mit. Sie machten unmissverständlich klar, dass das Näh- und Bügelzimmer grundsaniert werden müsste – wir hatten damals das Zimmer als Arbeitszimmer für meinen Mann aufwendig ausgebaut, einen 6 cm starken  isolierenden Fußboden aufgebracht und die Kellerwände mit Fermazellplatten verkleidet und alles wohnlich tapeziert und eingerichtet.

Ich legte Zettel, Hefte, Bücher zum Trocknen im Wohnzimmer auf dem Fußboden aus  – ein Lob der Fußbodenheizung – und wusch mehrere Ladungen Wäsche, die von den Fluten nass geworden war und stockig zu werden drohte.  Und ich trennte mich von vielen Schätzen! Was noch wirklich schön und brauchbar war, brachten wir als Spende zum Sozialkaufhaus, es wurde dankend angenommen, anderes landete da, wo es vermutlich in einigen Jahren ohnehin gelandet wäre – auf dem Wertstoffhof.

Der Liebste und C. fuhren 6 oder 7 Autoladungen zum Wertstoffhof.

In der vergangenen Woche kam eine Firma, um den Fußboden im Näh- und Bügelzimmer rauszureißen und die Fermazellplatten in 60 cm Höhe von den Wänden zu schneiden. Unter dem Fußboden hatte sich bereits in den wenigen Tagen der Schimmel breit gemacht, die Wände fühlen sich feucht an. Es wird nach Meinung der Fachleute weitere 3 – 4 Wochen dauern, bis sie wirklich trocken sind. Erst dann können wir uns an die Renovierung machen, die Schränke und Regale wirder an die Wände rücken und einräumen und alle die Dinge, die nun in den oberen Zimmern lagern, wieder im Keller an Ort und Stelle bringen.

Inzwischen –  der Rohrbruch war am 20. 1. – habe ich mich von dem Schock erholt. Ich hätte nie gedacht, dass mich so ein eher harmloses Ereignis derartig lähmen könnte, aber das war das Gefühl: Ich habe gar keine Energie, ich bin völlig kraftlos.

Und dabei war es doch nur ein  Frostsschaden. Eine Wasserleitung war infolge der strengen Kälte geplatzt. Mit Schaudern und allergrößtem Mitgefühl denke ich an die Leute, die von äußeren Hochwassern heimgesucht werden, an Dreck und Unrat, den solche Wassermassen mitbringen. Und ich denke an die, die durch Unwetter  oder Katastrophen gar ihr ganzes Heim verlieren.

Ich bin unendlich dankbar, dass die Heizung nicht ausgefallen ist, warmes Wasser bereit stand und steht und wir bei allem Schaden und aller Arbeit doch so glimpflich davon gekommen sind. Dankbar bin ich für meine Familie, die durch tatkräftige Unterstützung und durch liebevolles Aufmuntern und Gebet dazu beigetragen hat, dass wir schnell zu einem normalen Alltag und Umgang mit dem Problem zurück gefunden haben.

„….und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, …“ Epheser 5, 20

 

 

 

 

 

 

„Das ist ein Mensch…..“ 19. August, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Die junge Familie war zu einer Hochzeit eingeladen, man feierte fröhlich, die Großeltern hüteten die Kleinen, es wurde spät….

Damit die Eltern am nächsten Morgen nach der Erstversorgung der jungen Söhne noch ein wenig ruhen konnten, setzte der Großvater einen schon lange gehegten Plan um:

Fahren mit der Straßenbahn!

Am frühen Sonntagmorgen sind  er und die Enkel die einzigen Fahrgäste, die am Endpunkt einer hannoverschen Straßenbahnlinie in die Bahn steigen. Der Plan ist, einmal quer durch Hannover zu fahren.  Die Kinder sind fasziniert….  Autofahren kennen sie gut, ebenso Zugfahrten, die Straßenbahn ist aber zumindest für den jüngeren Kleinen ganz neu und ungewohnt.  Je näher die Bahn der Innenstadt kommt, umso mehr Fahrgäste steigen zu.

Toll,  die Bahn fährt auch unterirdisch  durch einen langen, langen Tunnel.

Schon fast am anderen Ende der Stadt steigt eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter ein. Eine hübsche Frau, wie der Großvater später erzählt, hübsch und dunkelhäutig. Der ältere Enkel beachtet die Frau nicht weiter, sein Interesse ist auf Anderes gerichtet. Der jüngere Enkel aber schaut …. und schaut …. und schaut ….   die Frau an und ihr Kind …   dabei sieht man seinem Gesicht an, wie intensiv er nachdenkt.

„Das ist ein Mensch!“, sagt er schließlich.

„Stimmt!“ bekräftigt der Großvater.

Fast drei Jahre alt ist der kleine Mann  und noch nie zuvor hat er einen dunkelhäutigen Menschen von Angesicht zu Angesicht gesehen. Die Person, die vor ihm steht, ist keine Gestalt aus einem Bilderbuch  – sie ist ein Mensch, wie er, wie du und ich.

Was darf es denn kosten? 28. Mai, 2015

Posted by Rika in berufstätigkeit, bezahlung, eltern, erzieher, erzieherinnen, familie, familienpolitik, frauen, gewerkschaft, horterziehung, jugendamt, Kinder - Famile, kita, mütter, soziale arbeit, streik, tarife, väter.
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Was ist sie uns  wert, die Betreuung unserer Kinder?

Wieviel wollen wir investieren in das Krisenmanagement für den sozialen Zusammenhalt von Familien und Gesellschaft?

Männer und Frauen die Eltern werden,  sollen nach Wunsch „der Wirtschaft“ (wer und was ist das eigentlich?) möglichst schnell nach der Geburt eines Kinders wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen zur Wertschöpfung für Betrieb und Gesellschaft.

Und die Kinder?

Die sollen nach dem Willen der meisten Politiker außer Haus – sprich, außerhalb ihrer Familie – von dazu eigens ausgebildeten Menschen nicht nur betreut (im Frühstadium der kindlichen Entwicklung gewickelt, gefüttert, bespaßt), sondern mit zunehmendem Alter auch  pädagogisch wertvoll (und selbstredend  der Gesellschaft dienlich)  allumfassend erzogen werden. Konkret heißt das, ein gerade dem Säuglingsalter entwachsenes Kleinstkind kommt mit 1 Jahr in die Krippe, durchläuft anschließend den auf die Schule vorbereitenden Kindergarten und wird als Schulkind „im Ganztag“ beteut, also bereits vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn bis in den späten Nachmittag hinein, solange eben, bis die Eltern von ihrer wertschöpfenden Arbeit nach Hause kommen.

Wenn man sich den Zeitplan eines Kindes im Kindergarten- und Grundschulalter vorstellt, das morgens zwischen 6.30 und 7.00 Uhr erwacht und abends gegen 20.00h zu Bett geht, in den ca 12 – 13 Stunden  dazwischen aber an 5 Tagen der Woche mindestens ein Drittel der Zeit im Kindergarten und  als Schulkind mehr als die Hälfte der Zeit in Schule und Hort zubringt, so wird man doch rasch feststellen, dass wesentliche „Betreuungs- und Erziehungsarbeit“ aus der Familie in die Institution Kindergarten-Schule-Hort verlagert wird und „fremde“ Personen anstelle der Eltern prägenden Einfluss auf die Kinder nehmen, sie fördern und fordern, trösten, ermahnen, mit ihnen spielen, lachen singen, ihre kognitiven, musischen und sportlichen  Fähigkeiten individuell fördern (das ist zumindest der Plan!) und ihnen als Ansprechpartner in schwierigen Situationen Beistand bieten.

Das, was in Wahlkampfreden gerne mit „Kinder sind unsere Zukunft“ plakativ verkündet und gepriesen wird, dieses hohe Gut einer Gesellschaft, wird aber in geradezu sträflicher Weise mit einem Minimum an finanzieller Ausstattung versorgt. Damit meine ich, dass sowohl die Zahl der Betreuungs- und Erziehungspersonen in Kitas und Horteinrichtungen in keinster Weise dem geforderten und erwarteten Bildungsauftrag (s.o.) entspricht, wie auch  die Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher nicht im geringsten ihrer verantwortungsvollen Arbeit gerecht wird.

Das geht nicht zusammen.

Man kann nicht qualitativ hochwertige Erziehungsarbeit erwarten, aber nur wenig dafür bezahlen wollen.

Man kann auch nicht erwarten, dass eine Erzieherin / ein Erzieher im Hort  eine Gruppe von 25 Kindern betreut und jedem dieser Kinder so gerecht wird, als würde  dieses wie zu Hause –  als eines von zwei oder maximal drei Kindern –  durch eine einzelne Person (Mutter oder Vater) betreut. Das kann nicht funktionieren. Die Hortbetreuung unterscheidet sich elementar von der schulischen Versorgung – und selbst in der Schule ist der Schlüssel von 1 : 25  doch mehr als problematisch, bleiben Kinder auf der Strecke, weil sie nicht individuell gefördert werden können… wie auch?!

(Ich könnte von einer Horteinrichtung berichten, in der es innerhalb von drei Monaten nicht eine einzige Woche gab, in der alle (5!) tätigen Erzieher-Innen für die 5 Gruppen tatsächlich an jedem Tag auch anwesend waren. Fällt eine Person aus, werden die Kinder der betroffenen Gruppen eben auch noch auf die anderen Gruppen verteilt. Das macht Stress für Kinder und Betreuer, schränkt die ohnehin so geringe Individualzeit für jedes Kind noch weiter ein, führt zu einer dauerhaften Überlastung der unter solchen Bedingungen Arbeitenden.  Und das ist keineswegs die Ausnahme, sondern eher die Regel!)

Was ist sie uns wert, die Arbeit an und mit unseren Kindern?

Und wem schieben wir die Schuld in die Schuhe, wenn es im familiären System mal nicht rund läuft? Wer holt die Kuh vom Eis, oder besser noch, wer verhindert, dass es zu Katastrophen kommt in Familien, die nur dem Namen nach Familie sind, aber eigentlich ein Ort des Schreckens für alle an ihr beteiligten, ob Kinder oder Eltern – Vater, Mutter einzeln oder als Paar?

Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…. und dies nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich zu Schaden gekommen ist, wer rückt dann in den Fokus und muss sich Kritik, die eher heftigster medialer Beschimpfung gleich kommt, gefallen lassen, ohne dass der zuständige politische Verantwortliche sich reumütig gegen die Brust schlägt und sein eigenes Versagen eingesteht?

Machen sich die Leute, die die Forderungen der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen nach einer besseren Eingruppierung ihrer finanziellen Vergütung angesichts des gerade währenden Streiks kritisieren,  eigentlich klar, was es für  die jeweils betreffenden Sozialarbeiter im Jugendamt bedeutet, wenn  ein Kind aus einer völlig desolaten Familiensituation genommen werden muss, wie schwierig es ist abzuwägen was mehr zählt, die elterliche Freiheit oder das Wohl des Kindes, das Recht der Frau auf 5 Kinder von 5 verschiedenen Männern, die dann jeweils ein ziemlich erbärmliches Gastspiel als „Vater“ geben, oder das Recht des Kindes auf geordnete Verhältnisse, in denen die Bedürfnisse des Kinders nicht ständig dem vermeintlichen oder tatsächlichen Recht der Mutter auf selbstbestimmtes Leben untergeordnet werden? Und gibt es eine Statistik, die festhält, wieviele Beratungsgespräche geführt werden, weil Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder restlos überfordert sind, weil die Kommunikation in den Familien praktisch nur noch einer kriegerischen Auseinandersetzung gleicht, weil Eltern ihre Kinder nicht verstehen und Kinder und Jugendliche an ihren Eltern verzweifeln? Wird darüber Buch geführt, wie sehr die geleistete Beratung der Familien dazu beiträgt, dass nicht das gesamte Leben der Betroffenen aus den Fugen gerät und man einen Modus findet, zumindest vernünftig miteinander umzugehen? Und hat diese  Arbeit mit den Familien nicht auch einen hohen gesellschaftlichen Wert, weil die Zukunft der Kindern nicht länger hochgradig belastet oder gar ganz zerstört ist, weil Eltern wieder den Kopf frei bekommen und eine Perspektive für sich und ihre Kinder entdecken?

Können sich die zuständigen Politiker überhaupt vorstellen,  WIE schrecklich es in manchen Haushalten und Familien aussieht und das Kinder zugrunde gehen, weil ihre Mütter und Väter unfähig sind, das eigenen Leben zu bewältigen, geschweige denn auch noch für Kinder zu sorgen?

Wenn ein Kind zu Tode kommt – und leider passiert das selbst dann immer wieder, wenn das Jugendamt bereits ein Auge auf die Familie geworfen hat -, ist das Geschrei groß. Aber ist irgendeiner derjenigen, die auch über die finanziellen Mittel für die personelle Versorgung der Jugendämter zu entscheiden haben auch nur ansatzweise bereit, mehr Geld zu inverstieren? Und „ein Auge“ ist entschieden zu wenig, aber mehr geht doch gar  nicht, weil die Zuständigkeit  des einzelnen Mitarbeites im Jugendamt für Jugendliche und Familien so bemessen ist, dass die Zeit einfach nicht  ausreicht, um alle „Fälle“ gleichermaßen ständig „im Auge“ haben zu können.

Was darf sie also kosten, die leider so nötige „Jugend- und Sozialpflege“?

Wenn in den Medien immer mehr Kritik an den Streikenden geübt wird, so macht das doch deutlich, wie wenig Wertschätzung der sozialen und pädagogischen Arbeit  zuteil wird, wie wenig im öffentlichen Bewusstsein der Wert „unserer Kinder“ wirklich verankert ist und dass es leider auch den Eltern, die jetzt mit zunehmender Kritik reagieren, doch vor Allem doch um den eigenen Arbeitsplatz geht und erst in zweiter Linie um das Wohl der Kinder. (Die Einschränkung dieser etwas provokanten Formulierung findet sich hier: „Kind und Karriere gut vereinbar“ Nicht allen Müttern ist es vergönnt, zu Hause bleiben zu können, selbst wenn sie es wollten. Etliche MÜSSEN zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und viele tragen ihn ganz allein! )

Was würde denn passieren, wenn sich tausende Eltern von ihrer Arbeitsstelle abmeldeten,  weil sie ihre Kinder betreuen müssen und eben nicht mit letzter Kraft irgendwelche Betreungsmöglichkeiten organisieren und bereitstellen, damit sie der Arbeitswelt erhalten bleiben? Wären nicht auch die Arbeitgeber berufstätiger Mütter und Väter aufgerufen, sich aktiv für eine bessere Betreuungsversorgung einzusetzen?

Tragt die Diskussion um die gerechte Betreuung unserer Kinder in die Betriebe, Firmen, Anwaltskanzleien, Fabriken, Geschäfte, Verwaltungen, nicht nur der Städte und Gemeinden, auch die der Krankenhäuser und  Großkonzerne. Macht „der Wirtschaft“ klar, dass es ohne gute und auch gut bezahlte Betreuungsarbeit nichts ist mit Wertschöpfung und Bruttosozialprodukt, dass für das Funktionieren der Gesellschaft eben nicht nur die „produktive“ Arbeit  wichtig ist, sondern der Arbeit in dem sozialen Bereich eine mindestens ebeno große Bedeutung zukommt und darum auch entsprechend gut ausgestattet und bezahlt werden muss.

Wenn Familien eine gute finanzielle Basis haben sollen an der beide Eltern durch Berufsarbeit mitwirken  und dennoch Kindern eine gute Betreuung zukommen soll, müssen wir es uns als Gesellschaft etwas kosten lassen….

Und sage niemand, dass das nicht machbar sei in diesem Staat.

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Vor drei Jahren habe ich bereits Ähnliches geschrieben:

Kinder? Nein, danke, woll’n wir uns nicht leisten!

Passend zu dem Thema, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt,  habe ich diesen Beitrag entdeckt:

Aus der Schule geflogen, im Heim gelandet“

Hospizarbeit…. 26. Mai, 2015

Posted by Rika in familie, gesellschaft, hilfe!.
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Gestern war ich zum ersten Mal nach einem Jahr wieder in dem Hospiz in Bad Münder.

Das ganze Haus und seine Umgebung atmet die Schönheit, Fülle und den Wohlklang des Lebens –  und doch ist die Bestimmung dieses Ortes das Sterben.

Schwerstkranke verbringen hier die letzten Wochen und als Sterbende die letzten Tage und Stunden ihres Lebens  –    liebevoll, aufmerksam, ruhig und professionell gepflegt. Ihrer Würde, ihren Wünschen und ihrem Willen wird aufmerksam und achtsam begegnet. Keine Hektik, kein erkennbar organisatorisches MUSS,  kein Zwang für die Gäste*, einer Verordnung oder Vorschrift entsprechen zu müssen. Keine festgelegte Besuchszeit für Angehörige und Freunde, kein Gefühl  für die Besucher, ein Störenfried des ordentlichen Ablaufs zu sein.  Alles wird den Sterbenden und ihren Bedürfnissen untergeordnet.

Das  Haus ist hell, freundlich, klar und einladend  gestaltet – und zugleich zweckmäßig und praktisch für diejenigen, die dort Pflege, Versorgung und Betreuung leisten. Neben den hauptberuflich Pflegenden helfen Ehrenamtliche im Hospizdienst. Sie besuchen auf Wunsch und nach Absprache die Gäste*, deren Angehörige in größerer Entfernung wohnen und / oder durch Beruf und Familie nur wenig Zeit haben, die Sterbenden zu begleiten.

Und auch die Besucher, die Angehörigen und Freunde werden einbezogen in diese fürsorgliche Welt der Betreung….   Getränke stehen bereit – Wasser, Saft, Tee, Kaffee -, Gebäck, ein kleiner Imbiss, Obst.  Im Foyer laden Sessel zum Verweilen ein, Bücher bieten Ablenkung, leise Musik trägt zur Entspannung  bei. Im Raum der Stille findet man Ruhe und  Angebote zu Meditation.  Im Sommer ermöglicht  die Terrasse den weiten Blick in die Landschaft, kann man im gepflegten Garten ein wenig herum spazieren, den Vögeln zuhören, auf einer Bank ruhen…

Und so dient das Haus zugleich den Lebenden, den Angehörigen nämlich, die  nicht zu dem schmerzhaften Prozess des Abschiednehmens auch noch die Bürde der Pflege  tragen und  ertragen müssen.

So ganz anders war mein Erlebnis am Tag zuvor.

Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst begleite ich seit Februar eine alte Dame in einem großen Pflegeheim. Auch das Haus macht (zunächst) einen freundlichen und gepflegten Gesamteindruck. Auch in diesem Haus werden die  Menschen in aller Regel auch sterben.  Auch in diesem Haus werden Menschen gepflegt.

Das Zimmer der alten Dame  ist klein und wenig freundlich eingerichtet. Das Pflegebett dominiert den Raum, die drei privaten Einrichtungsgegenstände bieten einer eher trostlosen als anheimelnden Anblick. Familienbilder hängen halbschief in einem Bilderrahmen, dessen zersplittertes Glas davon zeugt, dass er wohl vor nicht allzu langer Zeit heruntergefallen sein muss und dann einfach so wieder an die Wand gehängt wurde.  Der Ferseher – ein riesiger Flachbildschirm – dudelt fast immer wenn ich komme, irgendeine schreckliche Trashsendung wie „Shoppingqueen“ oder „Restaurantretter“ läuft, aber die alte Dame kann von der Position in ihrem Bett aus das Bild gar nicht sehen, ist nur diesem unerträglichem Geschwätz ausgesetzt („Damit sie sich nicht so allein fühlt“, wie man mir gleich zu Anfang meines Besuchsdienstes mitteilte.)! Mein Versuch, einen anderen weniger trashigen Sender zu finden, schlug fehl…. woran auch immer es liegen mag. Vielleicht sind alle Zimmer an die hauseigene Sateliten-Versorgung angeschlossen?  Und natürlich stelle ich das Ding aus, wenn ich die alte Dame besuche.

Am Pfingstsonntag war sie sehr schwach. Sie atmete kaum noch, reagierte nicht auf mich und nahm mich wohl auch gar nicht wahr. So setzte ich mich nur still an ihr Bett und streichelte ganz sacht ihren Arm, ihre Hand.

Plötzlich wird mit einem lauten Knall die Tür aufgestoßen. Die Pflegerin kommt ins Zimmer. Reißt – ohne Rücksicht darauf, dass ich als familienfremde Besucherin am Bett sitze –  die Bettdecke von der alten Dame (die darunter nicht bekleidet ist!), fährt das Kopfteil des Bettes runter und zerrt die arme Frau an den Schulter so weit an das obere Bettende, bis diese fast mit dem Kopf oben anstößt. Dann macht sie sich an der alten Dame zu schaffen….

Ich habe mich sofort mit dem Aufdecken   beinahe fluchtartig in die äußerste Ecke  des kleinen Zimmers verzogen –  irgendwie unfähig, etwas gegen dieses Tun zu unternehmen.   Die Pflegerin hat  kein Wort an mich gerichtet und mich auch nicht gebeten, vorübergehend den Raum zu verlassen (so habe ich es im Hospiz in Bad Münder erlebt und so bin ich es auch gewohnt von der Pflegeeinrichtung, in der meine Eltern bis zu ihrem Tod lebten!) Die alte Dame ist immer noch nicht vollständig wach.  Es sieht so aus, als wolle die Pflegerin ihr das Essen anreichen  eintrichtern. Das kann ich nicht auch noch ertragen, nehme meine Sachen und verabschiede mich von der alten Dame und auch von der Pflegerin. Die wünscht mir „Frohe Pfingsten“….

Ich wollte keinen Aufstand machen, denn das wäre es geworden, wenn ich auch nur ein kleines Wort gesagt hätte, so entsetzt war ich und gleichzeitig so wütend.

Natürlich weiß ich, dass die Pflegekräfte über das Maß ihrer körperlichen und psychischen Belastbarkeit hinaus gefordert und damit auch ausgebeutet werden, zumal an einem Sonntag, wenn ohnehin nicht alle eigentlich  nötigen Kräfte im Dienst sind. Ich weiß auch, dass es nicht böser Wille ist, der die Pflegerin derart rabiat zu Werke gehen lässt. Mir schien sie wie in einem Tunnel zu sein, nur auf die anstehende „Arbeit“ konzentriert und eben nicht auf den „Menschen“, der da vor ihr hilflos im Bett lag.

Und dennoch:

So geht es nicht!  Das geht gar nicht! So möchte ich nicht behandelt werden. So möchte ich nicht enden!

Ich will und werde die Pflegerin trotzdem nicht anschwärzen, denn auch sie ist ein „hilfloser Mensch“. Hilflos einem System ausgeliefert, das wir „Pflege“ nennen, das diesen Namen aber nicht verdient hat. Ich werde  Kontakt aufnehmen zu einer Vertrauensperson, die die geschilderte Situation als „generelles Problem“ ansprechen kann, um vielleicht doch wenig Änderung zu erreichen.  Denn dieser würdelose Umgang mit pflegebedürftigen Alten ist ein  generelles Problem. Das wurde mir während der mehr als zwei Jahre  bewusst, in denen ich meine Eltern mehrmals wöchentlich in der Pflegeeinrichtung besucht hatte. Und auch in diesem Heim, in dem ich  die alte Dame zweimal wöchentlich besuche , hatte ich schon einmal erlebt, dass eine Pflegerin ohne anzuklopfen mit Schwung ins Zimmer kam und dann ganz entsetzt war, als sie mich am Bett vorfand. „Normalerweise klopfe ich immer an!“ sagte sie mir. Ich würde ihr gerne glauben…. aber, aber, aber!

„HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ heißt es in einem Text der Bibel (Psalm 90,12)

Selbst wenn man nicht fromm ist und keinerlei Gedanken  an die Ewigkeit oder die Auferstehung verschwenden will  und deshalb „klug werden möchte“, so sollte das Diesseits doch Anlass genug sein, über den Satz gründlich nachzudenken.

Wir alle müssen sterben. Die meisten von uns möchten aber auch alt werden. Und ganz sicher möchte  niemand als hilfloser Kranker oder hilfloser Alter unter würdelosen Umständen vegetieren und erbärmlich sterben.

So will ich diesen Satz ergänzen: Hilf uns HERR, barmherzig zu werden mit den Alten, Schwachen und Kranken und für sie gut zu sorgen, wie es der Würde ihres Menschseins entspricht.

Und etwas drastischer als Appell an uns alle formuliert:

Setzen wir uns massiv dafür ein, dass die hilfsbedürftigen Menschen unter uns anständig versorgt werden.

ANSTÄNDIG !    –   Als Menschen und nicht als Sachen, die man irgendwie noch halbwegs in Ordnung hält! (Manch Oldtimer wird liebevoller versorgt und umhegt als der alte Opa, dem der Oldtimer mal gehört haben mag….)

Es kostet uns was…. finanziell und ideell.

Was sind „wir“ uns wert wenn wir mal sterben?

Alle Hospize sind auf Spenden angewiesen:

Hospiz Bad Münder