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Lob als Ablenkungsmanöver? 13. August, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, flüchtlinge, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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In einem katholischen Magazin berichten die  Vertreter der beiden großen Christlichen Kirchen in Deutschland über die spontane Aktion im Jahr 2015, als tausende Flüchtlinge täglich in Deutschland ankamen und was sie, die Bischöfe, seither besonders bewegt.

Fünf Jahre Willkommenskultur“ ist der Bericht überschrieben. (Bitte das Interview lesen)

Ich will nicht, wie Roland Tichy in seiner durchaus berechtigten kritischen Stellungnahme zu eben diesem Interview, von  einem „bischöflichen Bullerbü“ reden, in dem sich die Bischöfe die Welt schön reden und die Wirklichkeit gekonnt ausblenden.  (Auch diesen Artikel bitte lesen)

Mich beschleicht angesichts der bischöflichen Lobreden zur Flüchtlingsthematik und der eigenen bischöflichen Rolle dabei ein ganz anderer Gedanke:

Benutzen die Bischöfe nicht dieses Thema, um von  weitaus schwierigeren Problemen der Kirche – beider großen Kirchen – abzulenken? Es stehen neben dem Mitgliederschwund doch sehr viele wesentliche Fragen auf der Agenda der inter- wie intrakirchlichen Probleme.

Als Außenstehende – ich bin freikirchliche Christin  – bekomme ich die Fragen nur am Rande mit.

Stichworte sind zum Beispiel:

„gemeinsames Abendmahl von Wiederverheirateten“ in der katholischen Kirche,  „gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christen“, „Ordination von Frauen“,  „Zölibat“, „Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen“, „Papst als Oberhaupt aller Christen“, „was ist Kirche – gehören evangelische und freikirchliche Christen dazu?“ „Mission und Evangelisation“, „Prozess der Säkularisierung der Gesellschaft“, „Kirchensteuer versus Freiwilligkeit“, „Sakramente“…. um nur die Punkte zu nennen, die mir durch die Lektüre zahlreicher Veröffentlichungen bewusst sind.

Noch nicht eingebunden in den „Problem-Katalog“ ist die Frage nach der möglichen gemeinsamen theologischen Basis mit den Freikirchen in Deutschland, insbesondere was das Taufverständnis und die Frage „Sakramente“ angeht. Was ist das Einende, was das Trennende?

Eine weitere strittige Frage ist:  Wie sieht die theologisch begründete Abgrenzung zum Islam und dem islamischen Gottesverständnis aus?

Ich bin immer wieder verwundert, um nicht zu sagen frustriert, dass insbesondere zu dem letztgenannten Punkt – der ja in Bezug auf die überwiegend muslimischen Flüchtlinge nicht uninteressant ist – wenig öffentlich geführte oder doch zumindest dokumentierte   Diskussionen erkennbar sind, und damit meine ich die Gespräche, die doch vermutlich unter Theologen und Fachleuten im Auftrag der Institution „Kirche“ geführt werden und die so aufbereitet werden müssten, dass sie auch  Laien, einfachen Kirchenmitgliedern und interessierten Gemeindeleuten zugänglich und verständlich  sind. Fürchten die Verantwortlichen vielleicht, dass veröffentlichte Debatten möglicherweise das Kirchenvolk verunsichern könnten?

Mit anderen Worten, sollen Interviews wie das oben verlinkte davon ablenken, dass es viele Fragen in beiden Kirchen gibt, die noch lange nicht beantwortet sind?

Dienen auch die diversen Aktivitäten in anderen „Spezialgebieten“ der Kirche, wie „Sorge um die Artenvielfalt“, „Klimaschutz und Erderwärmung“, „Tierwohl und Bewahrung der Schöpfung / Umwelt“ in erster Linie dazu, eine „Pseudoeinheit der Kirchen“ zu suggerieren, die aber näherer Betrachtung nicht standhält?

Wie steht es um die Beantwortung solcher Fragen?

Wenn alle Christen den „Leib Jesu“  bilden und Jesus das Haupt der Gemeinde ist, wie Paulus schreibt, braucht „die Kirche“ dann einen Stellvertreter Christi auf Erden? Ist der Papst der „Heilige Vater“ aller Christen oder doch nur das Oberhaupt der Katholiken?

Was würden die beiden Bischöfe wohl auf diese Fragen antworten?

Glauben wir alle an den gleichen Gott – Christen und Muslime und auch Juden? Nach meiner Wahrnehmung wird das locker-flockig verlautbart, vielleicht, weil  diese Frage zu kompliziert ist, als dass sie zu einem öffentlichen Interview  der beiden Bischöfe taugte, die zudem auf dem Tempelberg ihren muslimischen Begleitern zuliebe das Kreuz  – als Zeichen des gekreuzigten und auferstandenen  Christus – verbargen? Gaben sie damit nicht schon ein deutliches Zeichen?

Diese Fragen offen anzugehen, ist schwierig, da ist es doch ungleich einfacher, ein Rettungsboot ins Mittelmeer zu entsenden und sich voller Eigenlob an die Rettungstaten zu erinnern, die man den Flüchtlingen seit 2015 so nächstenliebend entgegen brachte und bringt.

Um bitte nicht missverstanden zu werden, ich sehe natürlich die Notwendigkeit den Flüchtlingen zu helfen, sie vor dem Ertrinken zu bewahren, das ist gar keine Frage.

Aber diese Arbeit darf nicht darüber hinweg täuschen und erst recht nicht als Ablenkungsmanöver dazu dienen, dass wir Christen Gefahr laufen,  durch einen wohlmeinenden Aktivismus die zentrale Botschaft des Evangeliums aus den Augen zu verlieren:

JESUS ist das Zentrum, sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung sind das angebotene Heil für diese Welt.

Sollte das nicht wieder ins Zentrum der Verkündigung gerückt werden…. und nicht die guten Werke.

Manchmal, so will es mir vorkommen, werden die vielen Gleichnisse Jesu, seine Wundertaten und prophetischen Worte nur dazu gebraucht, eine „christliche Begründung“ für rot-grüne Politik zu haben, die besonders die  evangelische Kirche mit Vorliebe betreibt und von ihren Kanzeln verkündet….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Politische Nachtgedanken – oder auch … 9. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, asyl, christsein und glaube, flüchtlinge, frauen, gesellschaft, hass, integration, migration, politik, terrorismus.
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ein Hasswort zum Sonntag.

Auch am Samstag, den 7. März wurde wie an jedem Sonntag bei der ARD das Wort zum Sonntag ausgestrahlt, dieser eigentlich als christliche Botschaft gedachte MiniClip am Ende der Woche. Traten vor vielen Jahren noch Pastoren im würdevollen pastoralen Outfit vor die Fernsehgemeinde und stellten das Evangelium in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen, so hat heutzutage auch in dieser ehrwürdigen Institution der Zeitgeist das Sagen und locker-freundliche Geistliche aller Denominationen nutzen die Gelegenheit, um die politische Sicht auf die Lage der Welt aus christlicher Perspektive zu beschreiben.  (Erinnert sich noch jemand an Dorothee Sölle, die diese Art des Nachtgebets aus der Taufe hob?)

In diesen Tagen und Wochen  wiederholt sich an den Grenzen der EU das dramatische Geschehen, das schon 2015 für herzzerreißende Szenen sorgte und dazu beitrug, dass unsere Regierung nicht nur kurzerhand das Schengen-Abkommen außer Kraft setzte, sondern in Folge der unvorhersehbar großen Flüchtlingszüge – aus Syrien vor allem – mit der Türkei, bzw. dessen Alleinherrscher ein Abkommen schloss, um exakt diese wenig schönen Bilder an den Grenzen  zu vermeiden. Gegen sehr viel Geld versprach Erdogan die Flüchtlinge aus Syrien in der Türkei zu versorgen und sie von der EU fern zu halten. (Ich weiß, dass das eine sehr verkürzte Darstellung ist, aber ich will nicht bei „Adam und Eva“ in diesem konfliktträchtigen Thema anfangen.) Die Vereinbarungen, die die EU mit der Türkei vertraglich aushandelten, waren jedoch auf 4 Jahre begrenzt. Diese Zeit ist abgelaufen. Ein Nachfolgevertrag wurde nicht abgeschlossen.

Gleichzeitig hat Erdogan strategisch geschickt damit begonnen, sein Hoheitsgebiet Richtung Syrien auszudehnen, mit der vorgeschobenen Begründung, er wolle dazu beitragen den Bürgerkrieg in Syrien zu befrieden.  Seine Forderung, darin auch von der EU mit weiteren Zahlungen unterstützt zu werden, lief zunächst ins  Leere, bis er auf die glorreiche Idee kam, die in der Türkei bisher versorgten Flüchtlinge auf den Weg in die EU zu schicken. Das Ergebnis sind die Krawalle an der Grenze zu Griechenland. Flüchtlinge versuchen (durchaus mit Unterstützung der türkischen Behörden) die Grenze zu überwinden, die griechischen Grenzbeamten bemühen sich unter Einsatz von Tränengas und mit Hilfe des Militärs das zu verhindern.

Die Bilder an der Grenze sind nicht schön – ja, es ist zynisch, das so zu sagen und doch enthält diese Bemerkung sehr viel Bedenkenswertes.

Offenbar hat dieses Bedenkenswerte auch Frau Pastorin Behnken zu ihrer geharnischten nächtlichen Politpredigt veranlasst. Hier kann man sie nochmals hören und auch sehen – solange das Video online gestellt bleibt.

 

 

 

 

Ich habe die Wut- und Hassrede nicht live gesehen, sondern bin erst durch Facebook und die dort geschriebenen Kommentare darauf aufmerksam geworden – und habe mir deshalb die Aufzeichnung angesehen.

Mir verschlug es beim Betrachten die Sprache.

Bei Facebook kommentierte ich so:

Es stimmt ja, wir sehen Not und Elend an den Grenzen Europas.
Wir sehen Not und Elend in Afrika, in Afghanistan, in Syrien, in Irak, in viel zu vielen Ländern der Welt.
Und natürlich sind wir auch gefordert zu helfen.
Und die meisten Menschen, die ich kenne, wollen auch helfen, aber sie sind sich nicht sicher, ob die propagierte Art und Weise wie die Hilfe geschehen soll, die richtige ist.
Wie schon im Herbst 2015 so stellt sich mir auch jetzt wieder die Frage, was wir wirklich tun sollen. Alle, die nach Europa und vor allem nach Deutschland wollen wirklich aufnehmen? Überfordert uns das nicht? Ich sagte auch damals schon, dass ich nicht daran zweifle, die finanziellen Mittel dafür bereit stellen zu können, aber kann unsere Gesellschaft die Integration so vieler Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis tatsächlich leisten, ohne daran zu scheitern? Und damit meine ich, dass der bisherige Zusammenhalt dieser Gesellschaft nicht mehr zuverlässig und stark erscheint. Bruchlinien, die bisher zwar erkennbar, aber nicht brüchig waren, brechen tatsächlich auf, man sortiert Menschen ein in die Guten und die Nazis. Dazwischen scheint kein Raum mehr für vorsichtige Kritik an der Politik, kein Raum mehr für die Schwachen im eigenen Land, die Sorge haben oder sogar Angst vor dem Prozess der Veränderung. Nochmals, wem ist damit gedient, grenzenlos zu sein, eine unbestimmte Zahl von Migranten ins Land zu lassen?
„Flüchtlinge“, dieses Wort weckt Erinnerungen an Krieg, Flucht und Vertreibung in der finsteren Zeit des Nationalsozialismus und manche mögen im „Kümmern für Flüchtlinge“ so etwas wie eine nachzuholende Wiedergutmachung sehen… als könne man je wieder gut machen, was Deutschland der Welt angetan hat.
Vielleicht sollten wir aber auch den Mut haben zu unterscheiden zwischen den tatsächlichen „Flüchtlingen“, den Menschen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen und denjenigen, die „nur“ ein besseres Leben wollen. Auch das ist ein legitimer Wunsch, Millionen Europäer sind in die „Neue Welt“ aufgebrochen, weil sie hier keine Zukunft hatten. Aber dieses kleine Europa der EU ist nicht der Kontinent Amerika. Und man muss realistischer Weise doch sagen, dass nicht Millionen Menschen, die sich auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa auf den Weg machen, hier tatsächlich ein erträgliches Auskommen finden werden.
Ich finde es gefährlich, vor dieser Realität die Augen zu schließen und mit dem Gebot christlicher Nächstenliebe alle Argumente vom Tisch zu wischen und denjenigen, die sich der Sicht der kirchlichen Vertreter nicht anpassen wollen oder können, ein schlechtes Gewissen zu machen.
Helfen ja sicher. Aber an Ort und Stelle, mit Kopf, Herz und Hand – mit der realistischen Einschätzung, die der Verstand ermöglicht, mit Mitleid und Barmherzigkeit des Herzens und der Tatkraft bei der Umsetzung der Entscheidungen.
Das war schon 2015 das Gebot der Stunde, aber Frau Merkel entschied sich für einen dreckigen Deal mit Erdogan, dem man – wie sich zeigt – nicht trauen konnte und nicht trauen kann.
Und auch das noch:
Wo bleibt der leidenschaftliche Einsatz für die christlichen Brüder und Schwestern, die unter dem Druck der Verfolgung ächzen und Not leiden und oft genug den Tod ertragen um dieses Glaubens willen.
Da bleiben die Kirchen seltsam stumm. Obwohl genau das schon von Paulus empfohlen wird…. Hilfe üben – den Brüdern und Schwestern zuerst.
Dieses Wort zum Sonntag war eine politische Ansage mit einem winzig kleinen frommen Nachsatz aus den Seligpreisungen…. so viel Evangelium durfte dann gerade noch sein, wobei aber der Name dessen, der diese Seligpreisungen aussprach, verschämt verschwiegen wird, nur der Hinweis auf einen Mann, der vor gut 2000 Jahren lebte…

Dieser Mann – das will ich gerne ergänzen – war, nein ist JESUS CHRISTUS, Heil der Welt.

Ist es nicht interessant, als Pastorin hätte sie doch prima abheben können auf den Bericht aus der Apostelgeschichte, der besagt, dass Paulus in der Nacht einen Traum hatte, in dem er aufgefordert wurde, aus Kleinasien – der heutigen Türkei – nach Europa zu kommen. „Komm herüber und hilf uns“ heißt es da. (Apostelgeschichte 16, 9)  Sie hätte doch gut sagen können, dass wir Christen in Europa nun diejenigen sein sollten,   den Menschen in „Kleinasien“ zu helfen. („Kleinasien“, so wurde noch zu meiner Schulzeit der Bereich des heutigen Nahen Ostens genannt.)  Das hat sie aber nicht, da musste eben die schöne Geschichte von Zeus und Europa herhalten….

Und auch das schrieb ich bei Facebook zu dem Hasswort zum Sonntag:

Die engagierte Frau Pastorin Behnken hätte auch dieses Thema für ihre politischen Nachtgedanken im Wort zum Sonntag wählen können…. zumal ja der Weltfrauentag am Sonntag vor der Tür stand …..

Weltfrauentag: Verfolgt, weil sie Frauen und Christinnen sind

Weltfrauentag: Verfolgt, weil sie Frauen und Christinnen sind

Und auch hier wäre die  Umkehrung des Hilferufes von damals angesagt: Kommt herüber und helft uns!  Doch dazu schweigt die Kirche seit Jahren.

Die verfolgten Brüder und Schwestern sind ihr kein engagiertes Eintreten wert, obwohl eine Empfehlung der Apostel aber genau das ausspricht, nämlich sich zuerst um die Brüder und Schwestern zu kümmern, die in Not sind. Und die Not unter den Christen in muslimisch oder atheistisch-kommunistisch dominierten Ländern ist groß.

 

 

Der Begriff ist das Problem: RASSISMUS 28. Februar, 2020

Posted by Rika in antisemitismus, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, islam, migration, politik.
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Den nachfolgenden hierher kopierten  Kommentar schrieb ich heute bei Facebook zu dem entsprechenden Beitrag der „ZEIT“.

Ich komme im Moment aus Zeitgründen leider nicht dazu, das näher auszuführen. Es ist mir aber wichtig zu warnen, mit dem Begriff „Rassismus“ sorgfältiger umzugehen , als wir es gemeinhin tun.

„Deutschland habe ein Rassismusproblem, meint die Zeit und lässt Menschen zu Wort kommen, die diesen Rassismus erlebt haben.
Ich halte die Formulierung „Rassismusproblem“ für problematisch.
Es gab immer eine Form der Abgrenzung von „Fremden“, das galt nach dem Krieg sogar für die Deutschen aus den deutschen Ostgebieten, sie wurden nicht mit offenen Armen aufgenommen, man sah sie vielerorts als unerwünschte Eindringlinge an, die den Ortsansässigen die bisherigen Privilegien streitig machen „wollten“, beispielsweise durch den Erwerb von Wohnungen, die ohnehin knapp waren oder man neidete ihnen die „Vergünstigungen“, die sie als Flüchtlinge hatten, ohne darüber nachzudenken, dass diese Menschen alles verloren hatten und nun darauf angewiesen waren, dass ihnen die Eingliederung in die westdeutsche Gesellschaft gut gelang.
Wenn sich in der Mehrzahl muslimische Migranten gegen „Rassismus“ wehren, so muss doch die Frage erlaubt sein, seit wann die Religionszugehörigkeit als „Rasse-Merkmal“ betrachtet wird, ein ursprünglich von den Nationalsozialisten zur Abgrenzung von der „deutschen Volksgemeinschaft“ verwendeter Begriff.
Wir haben hier in Deutschland das große Problem, dass über den Islam in seinen vielfältigen Facetten nicht kritisch gesprochen werden kann, ohne dass sofort das Totschlagargument „Rassismus“ zum Einsatz kommt. Meiner Wahrnehmung nach besteht dieses Problem seit der damalige Bundespräsident Wulff völlig ohne Not erklärte, der Islam gehöre zu Deutschland und in der daraufhin einsetzenden Auseinandersetzung Kritiker dieser Aussage sehr schnell mit eben diesem Begriff mundtot gemacht wurden, bzw. gemacht werden sollten.
Eine offene Diskussion ist seitdem hierzulande nicht mehr möglich, der Begriff „Rassismus“ wird inflationär benutzt, um jede Auseinandersetzung von vornherein abzuwürgen.
Man sollte doch gerade in dieser Zeit sorgfältiger mit diesen Begrifflichkeiten umgehen und man sollte auch endlich ohne Scheu dem Islam an den Stellen kritisch begegnen, an denen seine Vertreter – ob im privaten Bereich oder in offizieller Mission – sich durch ihr Verhalten grundsätzlich von der Mehrheitsbevölkerung abgrenzen wollen. Das hat mit der Kopftuchdebatte begonnen, findet die Fortsetzung in der Debatte um Kantinenessen oder im (freiwilligen) Verzicht auf bislang typische – auf der christlichen Religion basierenden – kulturelle Feste und Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten (umbenannt in Lichtermärkte), Weihnachts- oder Osterfeiern in Kindergärten und Schulen.
All das hat nicht das Geringste mit „Rassismus“ zu tun.
Es ist vielmehr die Wahrnehmung der Unterschiede zwischen den seit ewig scheinenden Zeiten hier lebenden „Deutschen“, die dem christlich geprägten Kulturkreis angehören und den neu hinzugekommenen Menschen, die ihre ebenfalls religiös geprägte Kultur mitbrachten und sie erkennbar weiterhin pflegen.
Hört endlich damit auf, uns ein Rassismusproblem anzudichten an Stellen, an denen es um eine völlig andere Gemengelage geht.

Die RASSISMUSDEBATTE spaltet nämlich diese Gesellschaft mehr, als alle Unterschiede selbst.“

 

Was ich aber nach wie vor für die weitaus wichtigere Aufgabe halte, ist den Antisemitismus in allen seinen Formen und Facetten aufzudecken und engagiert zu bekämpfen.

Denn meine Beobachtung geht leider auch dahin, dass die Bekämpfung des ausdrücklich gegen Juden und Israel gerichteten Antisemitismus allzu leicht mit der Verhinderung eines kritischen Umgangs mit dem Islam vermischt wird, eben in der Zuweisung der islamkritischen Haltung als „Rassismus“.

Nach wie vor stehe ich zu dieser Aussage:

Zu behaupten, Islamkritik – auch Islamophobie genannt – sei im Kern identisch mit Antisemitismus halte ich für eine besonders perfide Form des letzteren.

Die Heiligen Drei Könige…. 5. Januar, 2020

Posted by Rika in asyl, aus meinem kramladen, flüchtlinge, gesellschaft, medien, meditatives, politik.
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„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“ Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo denn der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa, denn so steht durch den Propheten geschrieben: „Und du, Bethlehem, Land Juda, du bist keineswegs die Geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.

Nachlesen kann man diese Geschichte (und das, was auf diese Verse folgt) im Evangelium des Matthäus, Kapitel 2, Vers 1 ff.

Soviel sei den Bibelunkundigen noch verraten: Herodes fürchtete um seine Macht und ließ alle  Knaben bis zum Alter von 2 Jahren töten. Josef, der irdische Vater Jesu, hatte aber eine nächtliche Mahnung erhalten und war rechtzeitig mit Maria und dem neugeborenen Kind nach Ägypten geflohen.

Irgendwann und irgendwie setzte aber die Legendenbildung ein und aus den Weisen oder Sterndeutern wurden Könige.  Selbstverständlich waren diese Männer nicht einfache „Weise aus dem Morgenland“, wie es in ihrer Selbstauskunft noch heißt, nein, sie wurden von der Katholischen Kirche  nicht nur in den Adelsstand und zu Königen erhoben, sondern auch zugleich zu Heiligen erklärt. Als evangelisch-freikirchliche Christin ist mir die Heiligenverehrung nicht so ganz geläufig, ich würde eher sagen, sie ist mir suspekt. Aber ich verstehe, dass die Menschen damals wie heute Vorbilder brauchen, an denen sie sich orientieren und von denen sie sich auf magische Weise Hilfe versprechen. „Meine Hilfe kommt von dem  HERRN,  der Himmel und Erde gemacht hat“, wie es im Psalm 121 heißt, reicht da wohl nicht ganz aus, es müssen Heilige her und nach Möglichkeit auch noch irgendwelche Hinterlassenschaften dieser Edlen, die man ansehen oder sogar berühren kann, um die Magie perfekt zu machen. (Das ist heute immer noch so…. wenn ich nur daran denke, wie manche Klamotten, die große Stars getragen hatten, Reliquien gleich  verehrt werden…)

Doch zurück zu den Heiligen Drei Königen.

Morgen ist der Feiertag der Heiligen. Ihnen zu Ehren werden Gottesdienste gefeiert, in den Kirchen werden die Weihnachtskrippen mit den entsprechenden Figuren von Caspar, Melchior und Balthasar bestückt und Kinder ziehen als Sternsinger gewandet von Tür zu Tür, bitten um eine Spende für Hilfsbedürftige in  aller Welt und der sie begleitende Erwachsene gibt dem Haus, der Familie, die die Sternsinger aufgenommen haben, den Segen für das ganze Jahr.

Diese Aktion finde ich – obwohl ich nicht katholisch bin – wirklich ganz hervorragend. Und so ein bisschen beneide ich meine katholische Freundin um das Segenszeichen, das während des ganzen Jahres an ihrer Haustür sichtbar ist. Wir nüchternen Evangelen haben leider nicht nur keine prunkvollen Messen, unsere (freikirchlichen) Pastoren sehen eher wie „du und ich“ aus, wir haben auch wenig genug an „Greifbarem“ an dem wir uns in schweren Zeiten der seelisch-geistlichen Not im wahrsten Sinne des Worte festhalten können… keinen Rosenkranz und keinen Herrgottswinkel im Haus.

Das ist manchmal wirklich sehr karg.

Solchermaßen, aber höchst ungewohnt  karg mag auch manchem Kirchenbesucher in diversen Kirchen Deutschlands heute die Weihnachtskrippe vorgekommen sein. Wie evangelisch-de berichtet, hat nämlich ein „Künstlerkollektiv“ in zahlreichen Kirchen die Heiligen Drei Könige geklaut, um der Verlautbarung nach gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik zu protestieren.

„Die Aktion solle „aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“, erklären die Aktivisten des Künstlerkollektivs.

„Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Ein weiterer König werde im sogenannten Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. Sein Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, werde „als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Zur effektiveren Durchsetzung seiner Abschiebung dürfe er den Landkreis nicht verlassen, heißt es.“

Nun geistern also nicht mehr nur Maria und Josef mit dem Kinde durch die heutige Welt auf der Suche nach einer Flüchtlingsunterkunft, wie man  es in manchen frömmelnden Geschichten lesen konnte, nein, auch die Könige sind offenbar als Wiedergänger der heiligen Drei unterwegs und sitzen im Lager fest.

Das ist ja nun jammerschade. Gewiss hätte sich die Heilige Familie mit dem Kinde über den Besuch der königlichen Heiligen sehr gefreut und natürlich auch über deren Geschenke, die man sicher in kargen Zeiten sehr gut hätte gebrauchen können. Leider ist der heutige Aufenthaltsort der Heiligen Familie aber ebenso unklar wie das Herkunftsland der Könige… damals hieß es ja schlicht, sie seien aus dem Morgenland gekommen. Das könnte heute Syrien sein oder Irak oder der Iran.

NEIN!

Der Iran kann es ganz gewiss heutzutage nicht sein. Das hätte Soleimani mit Sicherheit nicht geduldet, dass sich Männer aufmachen, um den Juden in Bethlehem oder in irgendeinem anderen Ort des von den Mullahs verfluchten Gebildes richtige Geschenke zu bringen, also solche, die wir unter Geschenk verstehen. Soleimanis „Geschenke“ waren Raketen auf israelische Kinder, Terrorangriffe im Jemen, blutiger Terror von Boko Haram, vorzugsweise gegen Christen, die Aufrüstung der Hisbollah zur baldmöglichen Vernichtung Israels, die Unterstützung der Hamas…. https://www.welt.de/politik/ausland/article204727820/Iran-Trump-zu-Soleimani-Haette-vor-vielen-Jahren-getoetet-werden-sollen.html
Lauter Geschenke, die weder die heilige jüdische Familie von damals erfreut hätten, noch die Juden und Israelis von heute. Zum Glück wurde dem Burschen nun das Handwerk gelegt, ausgerechnet von einem Präsidenten, der seit seiner Wahl mit Spott, Häme, Beleidigungen und Verachtung der versammelten deutschen Politikerelite und deren treu ergebener Presse überschüttet wird.

Aber ich schweife ab.

Es geht ja um die entwendeten Könige.

Bei evangelisch.de wird die Aktion sehr wohlwollend berichtet. Mein etwas despektierlich anmutender Kommentar, den ich bei Facebook-evangelisch.de abgab und in dem ich behauptete, es seien doch wohl eher Kriminelle am Werk gewesen (ich halte Diebstahl generell für kriminell) wurde entrüstet zurückgewiesen. Man machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass die Künstlerkollektivisten doch den Gemeinden zugesichert hätten, die Heiligen Könige gut zu behandeln und nach einer angemessenen Frist auch wieder zurück zu geben.

Heutzutage muss es wohl immer um eine richtig spektakuläre Aktion gehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Da reicht kein Spendenaufruf.  Da muss eine Anlandung in einem Hafen mit Gewalt erzwungen werden, oder die Asche jüdischer Opfer des Holocaust entgegen aller  geltenden Regeln der Totenruhe aufgeklaubt und in einer Stele ausgestellt werden oder eben nun – zwar etwas harmloser –  aber im gleichen falsch verstandenen Widerstandskampf gegen was auch immer Heiligenfiguren entwendet werden.

Vielleicht, so denke ich, hätte man aber auch öffentlich Herrn Kardinal Wölki um eine sehr großzügige Spende für die im Lager festsitzenden Könige und deren Mitleidenden bitten können. Schließlich hat Herr Wölki doch auch schon mal ein Boot vor dem Dom zur Mahnung aufstellen lassen. Vor dem Hohen Dom zu Köln nämlich, in dem sich Teile der Gebeine der Heiligen Drei Könige als Reliquie befinden.

Es ist vermutlich nicht nett von mir, wenn ich dezent darauf hinweise, dass wohl nicht nur früher diese Reliquien der Kirche und damit auch der Stadt Köln jährlich ein hübsches Sümmchen an Pilgergeldern beschert haben….

In der Ferne – so nah…. 5. August, 2019

Posted by Rika in aktuell, attentat, flüchtlinge, gesellschaft, medien, migration, politik.
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Gestern Abend schaltete der liebste Gatte die Tagesschau der ARD ein und weil ich keine Lust hatte das gemütliche Wohnzimmer zu verlassen, nahm ich an der abendlichen Belehrung durch die Nachrichtenredakteure teil. (Ja, ich weiß, dass diese Einleitung schon alles andere als objektiv ist hinsichtlich unseres Nachrichtenwesens, aber es ist die „harmloseste“ Beschreibung der Sendung, die mir angesichts meiner gestrigen, augenblicklich auftretenden Gefühle möglich ist.)

In den USA ist es – wieder einmal – zu einem fürchterlichen Verbrechen gekommen, Menschen wurden ohne jeden Grund durch einen Schützen getötet. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was so eine Tat in irgendeiner Form rechtfertigen würde, aber es gibt leider Menschen, die so eine Tat zur Rechtfertigung ihrer Verachtung für den amerikanischen Präsidenten und seine Politik missbrauchen. Ich will und muss das hier nicht näher ausführen.

Die ARD-Nachrichtenredaktion räumte dem furchtbaren Geschehen im fernen Amerika sehr viel Zeit und Raum ein.

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Verbrechen, die uns sprachlos machen ob ihrer Grausamkeit. Menschen werden hinterrücks und ohne jede Vorwarnung und ohne jeden erkennbaren Grund getötet. Wir haben inzwischen gelernt, dass diese lokalen Einzelfälle nicht oder kaum  von Bedeutung für die wichtigen Nachrichtensendungen sind, vor allen Dingen dann, wenn die an der Tat Beteiligten  unterschiedlicher Herkunft sind.

Ist das Opfer ein Mensch, der im Zuge der großen Fluchtbewegung nach Europa / Deutschland kam, wird ihm große Aufmerksamkeit zuteil – auch in den Medien – sofern der Täter aus dem europäischen / deutschen Kulturkreis stammt.  Die Moderatoren bekunden ihre Fassungslosigkeit und weisen mit dem Richtfinger nach Rechts – auch wenn noch keine abschließende Untersuchung durch die Behörden stattgefunden haben kann.

Ist das Opfer ein Mensch, der im Zuge der großen Fluchtbewegung nach Europa / Deutschland kam und hat der Täter die gleiche Biographie aufzuweisen, wird in den großen Medien gar nicht berichtet, allenfalls findet man eine kleine Notiz in der Tageszeitung der Region über den Vorfall.

Ist das Opfer ein Mensch, auf den die Merkmale „europäischer Abstammung“ zutreffen, der Täter aber ein Mensch, der im Zuge der großen Fluchtbewegung nach Europa / Deutschland kam und hat der Vorfall bereits in den sozialen Medien Aufmerksamkeit erregt, so vermelden die Moderatoren die Tat „kurz vorm Wetter“.

Vielleicht ist meine subjektive Wahrnehmung wirklich sehr subjektiv und kann einer objektiven Statistik (gibt es die überhaupt?) nicht standhalten.

Aber angesichts der sehr ausführlichen Berichterstattung über ein Geschehen, das sich Tausende von Kilometern weit weg ereignete, frage ich mich schon, ob hinter der mir seltsam erscheinenden Auswahl dessen, was der bundesrepublikanischen Fernsehöffentlichkeit dargereicht werden sollte und was nicht, irgendein politisches Kalkül stecken mag. Nein, ich neige nicht zu Verschwörungstheorien, ich bin nur neugierig interessiert an einer sinnvollen  Erklärung.

Meine eigene Vermutung mag keine sinnvolle Erklärung liefern.  Sie sieht folgendermaßen aus:  Die „gefühlte Sicherheit“ früherer Zeiten ist bei vielen Menschen einer leichten Verunsicherung gewichen. Dass die aber nicht wünschenswert ist, bekundete unser Innenminister im November 2017 nach den Anschlägen in Paris, als nämlich in Hannover ein Freundschaftsspiel zwischen der niederländischen Nationalmannschaft und der deutschen sehr kurzfristig abgesagt wurde, weil eine diffuse „Terrorlage“ bestand.

Die Bevölkerung darf und soll in gar keinem Fall beunruhigt oder gar verunsichert werden. Wenn aber jeder bedauerliche „Einzelfall“ eines Tötungsdelikt unter der Beteiligung der oben genannten Personen so ausführlich in den Hauptnachrichten dargestellt würde, wie die Amokgeschehnisse im fernen Amerika, würde das zu einer erheblichen Verunsicherung führen – und müssten die Journalisten dann nicht auch der Regierung sehr unangenehme Fragen stellen, ähnlicher Art, wie man sie viel lieber im Blick auf den POTUS als Tatsache unterstellt – natürlich mit umgekehrten Vorzeichen, denn unsere Regierung ist ja nun gar nicht rechtspopulistisch ausgelegt, wie etwa die ferne Administration in Washington.

Wenn man Herrn Trump den Vorwurf macht, seine Migrationspolitik sei es, die für die neuerlichen Verbrechen verantwortlich ist, was müsste man dann unserer Regierung anlasten hinsichtlich ihrer Politik?  Manche Politiker und manche im Internet zu lesenden Kommentare stellen ja solche Fragen, aber die sind eben „rechtspopulistisch“ und das wollen „wirsindmehr“  ja bekanntlich nicht sein. Ich verstehe das natürlich und nehme auch das Dilemma wahr, mit dem die freundlichen Damen und Herren in den Redaktionen zu kämpfen haben.

Aber ich habe noch gelernt, das „ehrlich währt am längsten“ eine gewisse Grundannahme gesellschaftlichen Zusammenhalts ist – zumindest aber sein sollte. Und deshalb würde ich mir wünschen, dass diese Erkenntnis auch in den Redaktionsstuben der großen Medienanstalten zur Durchsetzung käme und offen die Ereignisse, Zusammenhänge, Folgen und Erkenntnisse daraus zur Sprache gebracht werden könnten.

Noch liegt die Deutungshoheit bei den MSM, aber immer mehr Menschen kehren sich ab, weil sie spüren, dass man sie nicht ernst genug nimmt und nicht für klug genug erachtet, die Geschehnisse im Zusammenhang mit den ungelösten Problemen der Migration zu sehen – denn dass dieser Zusammenhang besteht,  ist nicht länger zu verharmlosen.

Und zum Ende dies noch:  Vielleicht, so denke ich manchmal mit leicht verschwörerisch gerunzelter Stirn, soll uns die Beschäftigung mit Trump und seiner Politik nur davon ablenken, die Missstände im eigenen Land genauer unter die Lupe zu nehmen – nur ja nicht vor der eigenen Haustür kehren – es könnte ein böses Erwachen geben.  Sich an die eigene Nase fassen – es könnte unangenehm werden.

Den Splitter im Auge des anderen sehen und nicht den Balken im eigenen erkennen – ich will mich von der Möglichkeit nicht ausschließen.

Wir haben es nicht geschafft…. 29. Juli, 2019

Posted by Rika in aktuell, asyl, aus meinem kramladen, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, migration.
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Wir haben es nicht geschafft …. und wie es aussieht, werden wir es auch nicht schaffen.

Als damals die Kanzlerin aus voller Überzeugung angesichts der vielen Flüchtlinge und Asylanten ihr „Wir schaffen das!“ in die Welt rief und viele ihr darum zujubelten, gab es schon eine kleine Gruppe, die es wagte, diesem „Übermut“ mit Skepsis zu begegnen.

Ich gehörte auch zu dieser kleinen Gruppe.

Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen würden, für jeden Ankömmling ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Kleidung und drei Mahlzeiten am Tag zu organisieren – obwohl in der Hochzeit der Ankunftswelle auch da schon THW, Rotes Kreuz und viele freiwillige Helfer an ihre Grenzen kamen. Ich habe nie bezweifelt, dass wir finanziell NICHT  in der Lage sein würden, noch mehr Ankommende zu versorgen, aber ich hatte extreme Zweifel, ob es auch gelingen würde, ihnen zu vermitteln, wie unsere moderne, bundesrepublikanische Gesellschaft funktioniert, welche Regeln für das gemeinsame Zusammenleben gelten, was uns wichtig ist – von Werten will ich erst gar nicht reden.

Man kann nicht Tausende in Übergangsheime wie Turnhallen, Zelten  oder Containerbehausungen stopfen und sie sich dann selbst überlassen, bzw. den amtlich bestellten wenigen Sozialarbeitern und den zumeist nicht dafür ausgebildeten Freiwilligen. Und die meisten von uns waren und sind nicht genügend ausgebildet oder vorbereitet. Das ist gar kein Vorwurf, das ist eine schlichte Tatsache. Wer von uns kennt sich aus mit afrikanischen oder arabischen Stammesgesellschaften, wer mit dem Islam in seinen diversen Ausprägungen, wer weiß, wie mit Analphabetismus sinnvoll umzugehen ist, wer hat Ahnung von den Ehrvorstellungen der Zugereisten, von ihren Einstellungen zu Frauen, zu Sexualität?

Wir haben „nur“ gesehen, da sind Flüchtlinge, man muss ihnen helfen. Wie aber diese Hilfe tatsächlich aussehen sollte – außer Dach über dem Kopf, siehe oben,  darüber herrschte doch weitgehend Unkenntnis, sieht man von den wenigen Professionellen ab, die sich schon seit 20 Jahren um Flüchtlinge aus einem gänzlich anderen Kulturkreis kümmern.

Wir hatten auch keine Ahnung, wie viele Flüchtlinge mit schwersten Traumata kommen würden und noch weniger Ahnung, wie diesen zu begegnen sei. Einfach nur nett und freundlich sein, das war mir jedenfalls klar, würde doch keineswegs ausreichen.

Wenn ich mir den kleinen Hinweis darauf erlauben darf, dass es in viel zu vielen Fällen nicht einmal gelungen ist, schwer traumatisierte Soldaten, die in Afghanistan gedient hatten, psychologisch so zu versorgen, dass sie ihr Trauma überwinden, zumindest aber damit einigermaßen leben konnten. Und diese Männer sprachen / sprechen ja Deutsch! Wie viele Therapeuten aber gibt es in Deutschland, die ausreichend gut Arabisch, Farsi oder irgendeine afrikanische Sprache sprechen?

Wenn wir von mörderischen Anschlägen hören, die Migranten an Nichtmigranten verübt haben, reden wir häufig von „Einzelfällen“, ich will das gar nicht kritisieren. Vermutlich war der Eritreer, der die Mutter und ihr Kind in Frankfurt vor einen einlaufenden ICE stieß, tatsächlich auch so ein bedauerlicher „Einzelfall“, der nicht klar kam im Goldenen Land der Hoffnung, für das ihm Deutschland mal vorgekommen sein mag. Er ist durch alle Raster gefallen, mag man denken, denn wer kommt sonst auf die Idee, ihm völlig fremde Menschen derartig zu attackieren und zu morden? Und nicht auszudenken, es wäre keine Handlung, die aus einer psychischen Notlage heraus geschehen ist….

Ich halte überhaupt gar nichts davon, jetzt mit „Rechts“ oder „Links“ zu argumentieren, die Tat für die eigene politische Agenda zu instrumentalisieren.  Ich halte auch gar nichts davon, die Mahner in eine „rechte“ oder gar „rassistische“ Ecke zu stellen.

Wie schon vor knapp 4 Jahren, so auch heute weise ich darauf hin, dass zur Hilfe für die Flüchtlinge und erst recht zur Integration mehr gehört als „Dach über dem Kopf“ und das möglicherweise eine Strategie des „weniger ist mehr“ der bessere Weg wäre, sich des Flüchtlings- und Migrationsproblems anzunehmen. Damit meine ich weniger Menschen aufnehmen, aber dafür eine sehr viel bessere Qualität in der Versorgung anbieten. Und ich denke auch, dass es vernünftig wäre, genau hinzuschauen, wer da kommt und um Asyl oder Aufnahme bittet.   Kleine Geschichte am Rande: Wer in den letzten Jahren seinen Reisepass erneuern ließ, musste die Prozedur des Fingerabdrucks mitmachen – und bei mir war es tatsächlich eine Prozedur, weil die Geräte meine Linien gleich auf welcher Finger- oder Daumenkuppe nicht erkennen konnten. Aber es gilt als menschenunwürdig, von Migranten einen Fingerabdruck zu erheben. Und es gilt als „Rechts“ wenn man dieses Problem zur Sprache bringt.

Das jedoch ist vergleichsweise ein harmloses Problem. Um wie viel größer sind die Schwierigkeiten, wenn man die kulturellen Gegebenheiten und Unterschiede anspricht, die ja nicht einfach nur von „Kultur“, sondern eben auch durch Religion, Ideologie und dem damit verbundene Wertekanon bestimmt werden. Auch diese Fragen müssen wir endlich in den Blick nehmen können, ohne dafür gerügt zu werden. Es sind nämlich existentielle Fragen, sowohl für die aufnehmende Gesellschaft, wie für die Neuankömmlinge. Ich lege meine zutiefst verinnerlichten Werte und Gewohnheiten nicht einfach ab, wie ein nicht länger passendes Kleidungsstück, wenn ich von einem Kulturkreis in den anderen wechsle. Das war – wenn ich das vorsichtig ansprechen darf – doch sogar an vielen deutschen Flüchtlingen erkennbar, die ja „nur“ von Masuren oder Schlesien oder aus dem Sudentenland in den Westen, respektive Osten Deutschlands kamen. Wurden sie damals nicht belächelt ob ihrer Treue zur Heimat, ihrer sprachlichen Besonderheiten, ihrer Essgewohnheiten? Ich kann mich noch gut an die 50er und 60er Jahre erinnern. Und diese Leute waren Deutsche, Christen zumeist und das, was sie von den Westlern trennen mochte, war vergleichsweise winzig zu dem, was Flüchtlinge aus Afrika oder Asien von Europäern trennt. Heute wird so oft darauf hingewiesen, wie toll wir das damals geschafft haben… aber wenn man sich mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten unterhält, hört man viele Geschichten von Gefühlen des ausgegrenzt Seins, von Anfeindungen und bitteren Zeiten.

Wie konnten „wir“ uns nur einbilden das alles zu schaffen, was zum Zusammenleben und zur  Teilhabe völlig Fremder bei und mit uns gehört?

Und – man muss es ja leider sagen – eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht… wohl aber Menschen, die es nach Europa, nach Deutschland drängt.

 

 

Die unerträgliche Arroganz des Herbert Grönemeyer… 10. November, 2018

Posted by Rika in aktuell, flüchtlinge, gesellschaft.
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… hat mich heute ziemlich irritiert.

„Ich halte die Flüchtlingssituation für einen Glücksfall. Weil wir endlich wieder gefordert werden, Engagement zu zeigen.“

So die Aussage des großen Barden, verewigt mit seinem Konterfei, gefunden habe ich es bei facebook.

 

„„Ach, wie gut, daß es die Flüchtlingskrise gibt, so können wir zeigen, wie gut wir sind und wie sehr wir uns engagieren können“, sagt ein in London lebender Millionär und Steuerflüchtling. Wie niederträchtig, selbstsüchtig und gemein muss man sein, um eine humanitäre Katastrophe als Glücksfall zu bezeichnen? ( @[626142051:2048:Matteo Gesualdo Corvaja])“

Da auf dem Foto als Quelle zusätzlich die faz angegeben ist und auch das Logo der ARD deutlich erkennbar in der rechten unteren Ecke prangt, gehe ich davon aus, dass es sich nicht um ein Fake handelt.

Lieber Herr Grönemeyer,

ich vermute, dass Sie aus Ihrem übergroßen finanziellen Schatz großzügig spenden und finde das auch wirklich toll. Ihr Statement hingegen ist eine bodenlose Beleidigung.

Wie? werden Sie vielleicht nachfragen.

„Weil wir endlich wieder gefordert werden, Engagement zu zeigen.“

Vielleicht sind sie ja mit den Gegebenheiten in Deutschland nicht mehr sehr vertraut und darum kommen sie zu dieser überaus arroganten Einschätzung. Wissen Sie denn nicht, dass in deutschen Vereinen, Kirchengemeinden, in Krankenhäusern, Hospizeinrichtungen, Selbsthilfegruppen, Sportvereinen jede Woche Tausende und Tausende von Menschen ehrenamtlich unterwegs sind, sich einbringen, also  „Engagement zeigen“.

Ohne diese vielen, vielen Ehrenamtlichen würde unser gesellschaftliches Miteinander nämlich gar nicht funktionieren. DAS ist es doch, was unser Gemeinwesen bisher ausmacht in  Städten und Dörfern, sich einbringen und mithelfen auf allen möglichen Ebenen und Schauplätzen.

Gestern, am 9. November,  war ich zum Beispiel mit meinem Mann in unserer Nachbarstadt. Da gibt es eine Gruppe die sich dafür einsetzt die Vergangenheit nicht im „Vergessen“ versinken zu lassen. Menschen, Frauen und Männer engagieren sich, stellen eine Gedenkveranstaltung auf die Beine, haben dafür in Archiven nachgeforscht, Bilder aus  der Vergangenheit gesucht und digitalisiert und so in einem eindrucksvollen Vortrag den von den Nationalsozialisten ermordeten Juden der Stadt ein Gesicht  gegeben und sie wieder in die Mitte der Gesellschaft  geholt. Und da gehören sie hin.

Meine Tageszeitung informierte über mehrere dieser Gedenkveranstaltungen. Glauben Sie, lieber Herr Grönemeyer, dass kleine Orte dafür hochbezahlte Eventmanager einstellen? Nein, sie bewerkstelligen das mit „Bordmitteln“, wie wir unsere (zusätzliche und nicht bezahlte) Arbeit    immer dann an meiner Schule nannten, wenn von Außen, von der Stadt, dem Ministerium, dem  Staat keine Hilfe zu erwarten war, wir aber für unsere Schüler etwas Positives organisieren wollten.

Apropos Schule. Wissen Sie eigentlich, wie viele Eltern sich im Bereich Schule ehrenamtlich engagieren, in den Klassen- und Schulelternräten,  für Schul- und Klassenfeiern, sogar   bei anstehenden Renovierungsarbeiten? Das gilt im Übrigen auch für die meisten „Kindergarteneltern“.

Woche für Woche stehen Fußballtrainer mit den Kleinen von der F-Jugend bis zu den älteren Kindern auf dem Fußballfeld – zumeist ehrenamtlich oder für ein kleines Entgeld, das mehr eine Anerkennung, denn eine wirklich „Bezahlung“ ist.  Freiwillige organisieren in den Sportvereinen das Kinderturen, die Herzsportgruppe, das Tischtennistraining oder die Leichtathletik, um nur einige der Sparten zu nennen, die der Sprotverein meines Dorfes anbietet.

Und das hat alles gar nichts mit Flüchtlingen zu tun.

Das war schon immer so.

Keine Freiwillige Feuerwehr käme ohne dieses Engagement aus, keine „Rote-Kreuz-Gruppe“ bei den Blutspendeaktionen und auch kein  THW bei den vielen Einsätzen, die die Ehrenamtlichen überall dort  leisten, wo sie gebraucht werden – und das weltweit.   Im Sommer gäbe es an Stränden und  Baggerseen keine lebensrettende Aufsicht  ohne die freiwilligen Helfer von der DLRG.

„Blaue Engel“ übernehmen in Kliniken freiwillige Dienst für die Versorgung der Patienten mit den Dingen, für die die professionellen Pflegekräfte gar keine Zeit mehr haben… sie organisieren praktische Hilfe für die, die keine Angehörigen in der Nähe haben.

In Hospizen und ambulanten Hospizdiensten engagieren sich eigens dafür ausgebildete Freiwillige. Kirchengemeinden organisieren Besuchsdienste für Alte und Kranke oder Fahrdienste für diejenigen, die nicht mehr zu Fuß, mit Öffis oder einem eigenen Auto die Kirche zu Gottesdiensten erreichen können.

Ich könnte die Aufzählung noch ellenlang fortsetzen…

UND DA REDEN SIE VON ENDLICH WIEDER ENGAGEMENT ZEIGEN?

 

Von der völlig empathielosen Aussage, „Ich halte die Flüchtlingssituation für einen Glücksfall“ gar nicht erst zu reden.

WIE kann man es für einen Glücksfall halten, dass Menschen auf der Flucht sind? Haben Sie denn überhaupt nicht nachgedacht?

FLUCHT IST KEIN GLÜCK!

Für niemanden auf der Welt.

Flucht ist Unglück, Leid, Angst, Sorge, Not, Schmerz, Verlust.

Sie sind doch ein Meister Ihrer eigenen Songtexte. Wie kann Ihnen so eine furchtbare  Textzeile passieren?

Selbst wenn Sie meinten, es sei toll, dass sich so viele Menschen für Flüchtlinge engagieren, ist Ihre Aussage völlig unpassend und daneben.

Natürlich ist es toll und ein Segen, dass so viele Menschen sich eingebracht haben und immer noch einbringen, damit das „Wir schaffen das“ der Kanzlerin nichts ins Leere laufen musste. Es ist großartig, dass Menschen in den Notünterkünften helfen, sich für die Begleitung der Flüchtlinge bei notwendigen Behördengängen engagieren, Sprachunterricht erteilen, Bekleidung in eigens dafür eingerichteten Ausgabestellen weitergeben, Kinder betreuen und Jugendlichen in vielerlei Weise das Einleben in Deutschland erleichtern.

Aber die Fluchtsituation ist dennoch kein „Glücksfall“.

„Glück“ kann man es allenfalls nennen, dass es in Deutschland immer schon Menschen gab und immer noch gibt, die sich aus religiöser und / oder humaner  Einstellung  einsetzen für andere.

Und vergessen sollte man auch diejenigen nicht, die immer wieder und nicht nur in aktuellen  Katastrophenfällen Geld spenden, um zu helfen.  Kaum eine Einrichtung    – von Rotem Kreuz, über ASB, Miserio oder Diakonischen Werk –   könnte ohne die vielen freiwilligen Spenden weiter arbeiten.

Dafür können und dürfen wir dankbar sein.

Ihre seltsamen Sprüche, lieber Herr Grönemeyer,  brauchen wir aber nicht.

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(Die ständige Wiederholung der Begriffe „Engagement“ und „engagieren“ ist volle Absicht und nicht etwa mangelnde alternative Ausdrucksmöglichkeit! ♥ )

 

 

Was ich noch zu sagen hätte – und andere vermutlich auch…. 6. September, 2018

Posted by Rika in aktuell, flüchtlinge, gesellschaft, integration, meine persönliche presseschau, migration, politik.
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Es ist ja bereits viel gesagt und geschrieben worden zu „Chemnitz“ … aber die Zukunft wird zeigen, dass längst noch nicht alles gesagt wurde.

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, als ich in den Nachrichten (bei ZDF oder ARD) unsere Kanzlerin in ihrem schönsten Uckermärkischen Tonfall und von keiner emotionalen Regung getrübt folgende Worte beinahe im Vorbeigehen, so nebensächlich ließ sie es erscheinen, sprechen hörte:

 

„Meine Reaktion ist, dass wir dort Bilder gesehen haben, die sehr klar Hass und damit auch Verfolgung von unschuldigen Menschen deutlich gemacht haben. Von denen muss man sich distanzieren, das hat Herr Seibert gemacht, das tue ich, das habe ich auch schon getan, und damit ist alles gesagt.“

Die schriftliche Fassung der „Rede“ habe ich diesem Text entnommen, auf den ich gerne hinweise: „Alles gesagt“ ? Noch lange nicht.

Ich will das nicht unwidersprochen lassen.

Wie aber  soll ich nun mit meiner Antwort auf Frau Dr. Merkel beginnen?

Liebe Frau Bundeskanzlerin?

Verehrte Frau Bundeskanzlerin?

Hallo Frau Bundeskanzlerin?

Passt nicht.

Nun,  dann so:

Frau Dr. Merkel,

es ist schon einige Zeit her, dass ich mich mit einem (fiktiven) Brief an Sie wandte. Auch dieser Brief wird vermutlich „fiktiv“ bleiben, das heißt, nicht bis zu Ihnen gelangen.

„Damit ist alles gesagt“, haben Sie Ihr kurzes Statement auf Nachfrage  zu den Vorkommnissen in Chemnitz abgeschlossen. Und an keiner Stelle war Ihnen anzumerken, dass Sie in irgendeiner Weise neben der rein pragmatischen Vorgehensweise zum Geschehen auch so etwas wie „Gefühle“ investiert hätten oder auch nur bereit seien, Gefühle überhaupt zuzulassen, geschweige denn, sie öffentlich zu zeigen. Nun ist es nicht jedem Menschen gegeben, seine (berechtigte ?) Empörung über einen Sachverhalt oder ein Geschehen so zu zeigen, wie es weiland der Trainer des FC Bayern München, Giovanni Trapattoni tat mit seinem berühmt gewordenen Satz: „Ich habe fertig!“ In dem Mann brodelte es, das war im deutlich anzumerken.

Brodelt es auch manchmal in Ihnen? Könnten Sie ab  und zu mal vor Wut ein bisschen kochen oder gar explodieren, wie man es im Volksmund so stilsicher wie gar nicht blumig beschreibt,  ist Ihnen das Gefühl völlig fremd? Dieses Gefühl aus einer Mischung aus Resignation, Ohnmacht, Wut und Zorn.

Ich will Ihnen sagen, dass Ihre unglaubliche Erwiderung auf Chemnitz genau diese Gefühle in mir ausgelöst hat.

Ich fühle mich ohnmächtig, angesichts meiner Machtlosigkeit Ihrer Machtfülle gegenüber. Dabei bin ich streng genommen doch Ihr Souverän.  Ich bin es, die mit meiner Stimme die Partei legitimiert hat, gemeinsam mit Ihnen eine Regierung einzugehen… andere haben mit ihrer Stimme Ihre Partei gewählt, auf dass Sie weiterhin als Kanzlerin regieren und schalten und walten können, wie es Ihnen gefällt, bzw. situativ mal eben in den Kram passt. Meinen Sie nicht, dass Sie mir, dem Souverän, ein wenig mehr an Rechenschaft ablegen müssten über Ihr Verhalten und Ihre Äußerungen zu Chemnitz,  als dieses lächerlich kurze Statement, abgeschlossen mit „damit ist alles gesagt“!? Glauben Sie wirklich, dass es außer mir und einigen anderen renitenten Bürgern dieses schönen Landes kaum jemanden gibt, der nicht gerne mehr wüßte, wie die Kanzlerin  über die Vorgänge von Chemnitz urteilt – und vor allem – was sie zu tun gedenkt, um dem immer größer werdenen Riss in der Gesellschaft und dem damit verbunden Unmut  entgegen zu wirken?

Können Sie sich denn beim besten Willen nicht in Ihre „Landsleute der ehemaligen DDR“ hineinversetzen und deren Resignation spüren, die ja nicht erst seit 2015 nur mühsam unter der Decke gehalten wird? Was glauben Sie denn,  wie viele Menschen seit der Wende mit einer plötzlich über sie herein gebrochenen,  existenziellen Situation und daraus folgender Gefühlslage konfrontiert waren oder immer noch sind und bis heute fertig werden müssen?  Menschen,   die zu DDR-Zeiten einem – im Verhältnis gut bezahlten –  Beruf nachgingen mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienten und der ihnen ein positives Selbstwertgefühl gab, einem Beruf, der aber nach der Wende  nichts mehr galt oder dessen sie  verlustig wurden, weil ganze Fabriken und Betriebe „abgewickelt“ wurden  und die Leute  deshalb in finanzielle Not und ins gesellschaftliche Abseits stürzten?  Die wenigsten Menschen hatten doch das große Glück wie Sie es hatten, mit der Welle der politischen Neuverteilung von Macht und Zuständigkeiten  plötzlich in eine gut bezahlte und ebenso angesehene  Position der ursprünglich westdeutschen Parteienlandschaft gespült zu werden. Viel zu viele Menschen haben nicht nur ihren Arbeitsplatz verloren, viel zu vielen gingen auch alle bis dahin geltenden politischen oder ideologischen Sicherheiten verloren. Die DDR und das gesamte gesellschaftliche Gefüge und wirtschaftliche System hatte von jetzt auf gleich  abgewirtschaftet und leider haben es die zuständigen Politiker der Wendezeit nicht verstanden,  die Menschen nicht gleich mit über Bord zu werfen, die ja zumeist gar kein anderes Bezugssystem hatten oder kannten, als den real existierenden Sozialismus – von dem ich als „Wessi“ in keinster Weise überzeugt war. HabenSie das denn alles schon vergessen? Was haben die sogenannten Altparteien denn den in ihren Grundfesten erschütterten  ehemaligen SED-Wählern zur neuen Identitätsfindung angeboten?  „Blühende Landschaften“ hat Herr Kohl versprochen… aber es hat mehr als 15 Jahre gedauert, nicht wahr? Und in manchen Landschaften blühen heute  zwar die Blumen, Straßen und Bahnverbindungen sind gut ausgebaut, Städte hübsch saniert,   aber die Arbeitsplätze sind dünn gesät. Arbeitsplätze!  Bis heute sind die Renten der Ostdeutschen nicht denen der Westdeutschen angeglichen. Glauben Sie nicht, dass man sich darüber „wie Flasche leer“ fühlen kann, um noch einmal Trapattoni zu zitieren?  Wer hat denn diese Leere gefüllt, und ich meine jetzt nicht in erster Linie eine materielle „Füllung“. Welchen ideologischen, aber leider fehl leitenden,  Weltverbesserern,  haben SIE, Frau Dr. Merkel denn in Ihrer immerhin schon 13 Jahre währenden Regierungszeit wirklich sinnvoll etwas entgegen gesetzt? Diese Frage dürfen Sie gerne an Ihre jetzigen und bisherigen Koalitionspartner weiter geben und auch an die  argumentativ kaum vorhandene bisherige Opposition der Grünen und Linken. Die einen kleben an ihren alten Modellen eines sich menschlich gebenden Sozialismus, die anderen wollen die Schöpfung bewahren und dem Braunkohletagebau das Totenlied singen. (Was ja unter Umweltschutzmaßnahmen gar nicht mal so schlecht ist… aber was dann, rein arbeitsmarkttechnisch nachgefragt???)  Und schielen Sie, Frau Dr. Merkel, nicht sehr viel mehr auf „uns Besserwessis“ als größere Wählergruppe, als auf IHRE ehemaligen Landsleute?  Was sagen Sie den Leuten?

Aber Sie haben ja Recht.

Rechte sind in unserem Land gefährlich für den Fortbestand der Demokratie. Doch was haben Sie denn unternommen gegen den erkennbaren Rechtsruck im ehedem antifaschistischen Bruderland von Sowjetunion und Kuba? Es ist doch seit Jahren bekannt, dass „die Rechten“ (und damit meine ich jetzt nicht die AfD, die es ja so lange noch gar nicht gibt) einen enormen Zulauf ausgerechnet im Osten haben… Es soll, so wurde mir erzählt, Dörfer in Meck-Pom geben, in denen traut sich nicht mal mehr die Polizei Widerworte gegen rechte Rädelsführer zu geben. Und das nicht erst seit 2015. Das alles ist doch schon so lange bekannt. Haben Sie denn wirklich Augen und Ohren davor verschlossen? Die Aktionen rechtsradikaler Sturmtruppgruppen gegen Flüchtlingsunterkünfte gab es schon vor 20 Jahren. Damals habe ich Vietnamesen eherenamtlich Deutschunterricht erteilt, die aus dem Osten in den Westen geflohen waren – nicht nur der brauen Horden wegen, sondern auch, weil man die ehemaligen Arbeitssklaven der DDR zurück nach Vietnam schicken wollte.

Alles schon vergessen?

Eine Zuspitzung erfuhr die „rechte Situation“ mit dem großen Andrang von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens. Was zunächst eine wirklich gute humanitäre Geste war, erwies sich doch im weiteren Verlauf des anhaltenden  Begehrens von Migranten aller Art nach Deutschland zu kommen, als ein kaum bis nicht mehr handelbares Unterfangen. Wer damals schon darauf hinwies, dass Integration – und um die ging es doch auch – nicht mit  „Dach über dem Kopf“, „Essen auf dem Tisch“, Bekleidung und Sprachkurs getan sein konnte, wurde ganz schnell mundtot gemacht mit den unschönen Begriffen wie „Fremdenfeindlichkeit“, „Rassismus“, Islamophobie. Dabei war es doch  unabdingbar  und ist es immer noch, dass Zusammenleben eben nicht von Tag zu Tag neu auszuhandeln ist, wie manche Migrantenverbände es illusionsreich forderten, sondern   sich an unseren Gesetzen und an den allgemein gültigen Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders zu orientieren hat –  Stichwort achtsames Miteinander,  Schutz des Eigentums, Schutz der persönlichen Unversehrtheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, um nur einige der Bereiche zu nennen, die immer wieder eklatant verletzt werden. Da hilft es auch nicht, dass die einzelnen Fälle tatsächlich „nur“ Einzelfälle sind. Im Bewusstsein der Menschen, die ohnehin ideologisch  auf schwankendem Boden stehen oder sich auch nur so empfinden, ist jeder Einzelfall ein Fall zu viel.  Haben Sie eigentlich keine Psychologen in Ihrem Beraterteam, die Ihnen das sehr einfach und sehr plausibel erklären könnten oder verlassen Sie sich ausschließlich auf alle möglichen Experten von „Terrorismus“ über „Rassismus“ bis „Islamismus“, die aber doch alle nur – so scheint es mir jedenfalls – abwiegeln und / oder aber auf die  mit dem Finger zeigen, die sich der neuen Welt des Multikuli, die mehr ist als (italienische) Eisdiele und (türkische) Dönerbude,  nicht so recht anzupassen wissen oder vor den Folgen einer schlecht organisierten Migration warnen.

Sehen Sie, Frau Dr. Merkel, aus diesen vielen Imponderabilien, die Sie weder in der Hand haben, noch steuern können, über die Sie aber auch nicht mit den Menschen reden (sieht man mal von Ihren Sommergesprächen oder den schönen Plaudereien mit Anne Will ab,) erwächst mit dem Gefühl der Resignation und Ohnmacht auch ganz langsam ein Gefühl der Wut. Wut auf alles, was man als Verlust tatsächlich bereits erlebt hat oder auf den, den man für die Zukunft befürchtet. Und es war so vorhersagbar wie es politisch riskant ist, in so einer Situation wenden sich viele Menschen denen zu, die mit einfachen Worten die Lösung der Probleme versprechen. (Einfach sind Ihre Worte ja meistens auch, aber leider auch sehr nebulös und verschwurbelt. Klare Ansagen gab es zum Atomausstieg = alternativlos, zur Griechenlandrettung = alternativlos, zur Eurorettung = alternativlos, zu ihrer Regierung = alternativlos.)

Eine Alternative für verunsicherte Bürger hatten und haben Sie nicht zu bieten, denn Ihr „Wir schaffen das“ lässt ja leider offen, wie und mit welchen Mitteln Sie was zu schaffen gedenken, bzw. uns zumuten   auftragen es zu schaffen.

Derweil nehmen wir Bürger wahr, dass Schulen vermodern, Altenheime und Krankenhäuser, Kitas und Lehrerkollegien  personell chronisch  unterbesetzt sind, dass dringende Infrastrukturmaßnahmen auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden, immer mehr Schlüsselindustrien mit dem Gedanken spielen, sich nach China abzusetzen (wenn sie es nicht schon längst in Angriff genommen haben) und die bisherige  „gefühlte Sicherheit“ einer „gefühlten Unsicherheit“ gewichen ist – und es ist egal, ob die Sicherheitslage tatsächlich verändert ist oder nicht.  Gefühle, Frau Dr. Merkel, sind manchmal sehr viel wirkmächtiger als  Fakten.  Erinnern Sie sich an Regine Hildebrand? Diese Frau hatte so viele oder so wenig Mittel wie alle anderen Politiker nach der Wende, um sofort paradiesische Zustände herbei führen zu können, aber sie hatte GEFÜHL, Empathie nennt man das auch. Die Menschen fühlten sich verstanden, auch wenn sich an ihren Umständen nicht das Geringst geändert hatte. Wenn „Regine“ sagte „wir kriegen das schon hin“, war es zwar auch wie ein „wir schaffen das“, aber ihr nahm man ab, dass sie sich mit aller Kraft auch dafür einsetzte.  Spürt man Ihnen dieses „WIR“ und Wollen überhaupt noch ab? Fragen Sie doch mal die Leute in Sachsen.

Als Gerhard Schröder in der berühmten Elefanten-Runde nach der Wahl, die er verloren hatte, großspurig gegen Sie  vom Leder zog, habe ich mich als Genossin für ihn geschämt. Das war unanständig.

Wissen Sie was,  das, was Sie mit Ihrem „und damit ist alles gesagt“ so herablassend geäußert haben, ist schlimmer als jedes „Basta“ des Exkanzlers Schröder.

Und so, Frau Dr. Merkel, ist aus meiner Resignation, meiner Ohnmacht, meiner Wut langsam Zorn geworden. Dass der sich nicht in unschönen Texten wie denen der tapfer singenden Streiter gegen Rechts in Chemnitz äußert oder gar in Aktionen, wie sie die Antifa in Hamburg an den Tag gelegt hat und schon gar nicht im Heben des Arms zum Gruß einer faschistischen Idee (Erdogan, mit dem Sie so gute Geschäfte machen, lässt an dieser Stelle grüßen), ist neben meiner guten Erziehung und Kinderstube meinem eigentlich schon brüchig werdenen Glauben an Willy Brandts Aufforderung „mehr Demokratie wagen“ geschuldet – und meiner christlichen Basis… die ich hier aber nicht weiter für politische Zwecke instrumentalisieren möchte, wie es heute so viele Leute – nicht nur der Kirche – tun…

 

Sie müssen mir nicht danken für diesen kleinen Ausflug in eine politisch-psychologische  Gedankenwelt….

Nicht die Ihre …

Rika Herrmann

 

 

 

Antwort auf Chemnitz…. ? 29. August, 2018

Posted by Rika in aktuell, asyl, flüchtlinge, gesellschaft, integration, migration, mord, politik.
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In Chemnitz kam ein Mann zu Tode. Die näheren Umstände sind noch nicht vollkommen geklärt. Involviert in das grausame Geschehen waren aber auch zwei, inzwischen von der Polizei in Gewahrsam genommene „Flüchtlingsmigrantenasylbewerber“, die mit Messern bewaffnet durch die Stadt spazierten und einen Konflikt mit dem späteren Opfer „Daniel“ mit eben diesen Messern austrugen, zum Nachteil des Getöteten, wie man wohl so sagt.

In Chemnitz kam es zu Protesten. Zu den spontan demonstrierenden Bürgern gesellten sich auch solche mit eindeutig „rechter Gesinnung“, offenbart durch entsprechende Sprechgesänge und Armhebungen, die seit Adolfs unseligen Zeiten glücklicherweise in Deutschland verboten sind. (Ich nuss das sicher nicht näher erklären.)

Die Stimmung in der Stadt wird als „aufgeheizt“ und „aggresiv“ beschrieben, und weil derzeit in diesem Land nichts so sehr die Gemüter erregt, wie der notwendige „Kampf gegen Rechts“, wurde auch alsbald in allen verfügbaren Medien des öffentlichen Lebens über die rechten Sachsen und ihre unschöne Haltung gegen „die anderen“ geredet, geschrieben, gefilmt… was das Zeug hält.

Das Opfer kam so ein zweites Mal unter die Räder… ja, es klingt zynisch und das ist es auch. Denn nicht die Frage, warum, wieso, weshalb Flüchtlinge, Migranten, Asylanten zum abendlichen Festspaziergang ein Messer mit sich führen und es auch mit tödlichen Folgen für den Angegriffenen zum Einsatz brachten, wurde thematisiert, sondern die abscheuliche Reaktion der Chemnitzer Einwohner auf diesen doch eigentlich so ganz normalen Mordfall. So jedenfalls habe ich einige der Kommentare verstanden, die die Alltäglichkeit der gewaltsamen Übergriffe beliebiger Angreifer auf beliebige Bürger beschworen und gar keinen Zusammenhang glaubten erkennen zu können, zwischen den kulturellen Unterschieden derjenigen, die schon länger hier leben und denen, die erst kürzlich zum „Volk aller hier im Lande Lebenden“ gehören… wie es die Frau Bundeskanzlerin so trefflich in einem ihrer sprachlich so eloquent vorgetragenen Statements zum Ausdruck brachte.  Nur ein kleiner dummer und vernachlässigungswerter Zufall, so die Argumentation, kein Politikum, nur ein schlichter Raubüberfall mit Todesfolge. Der Daniel hat einfach Pech gehabt, wie unzählige Opfer von Einzelfällen vor ihm auch schon.

Das Politikum ist nicht die Tat, es ist die Reaktion. Und gegen diese reaktionäre Reaktion der Chemnitzer muss man natürlich mit aller gegebenen Härte vorgehen. Das leuchtet ein. Denn die Reaktion widerspricht dem Geist der Willkommenkultur, die wir doch mit aller Entschiedenheit und allerorten hegen um pflegen, um damit dem Ungeist des Faschismus deutscher Prägung während der Zeit des Nationalsozialismus ein für alle Mal Widerstand entgegen zu setzen. Was damals vom deutschen Volk nicht geleistet wurde, das leisten „wir“ heute, darin sind wir ebenso unübertroffen gut, wie in Ausübung der Vernichtung des europäischen Judentums, der Zerstörung der jüdischen Kultur in Europa, dem Anzetteln des Zweiten Weltkrieges und der Versklavung der „minderwertigen Völker des Ostens“. Niemals wieder kann uns irgendjemand den Vorwurf machen, wir würden andere Völker versklaven oder  gar vernichten wollen.

(Das ist übrigens auch mit ein Grund, warum unsere Regierung immer und immer wieder insistiert, wenn in dem kleinen Land am Mittelmeer angeblich  die Menschenrechte mit Füßen getreten …. also „Siedlungen“ gebaut werden und Sicherheitsanlagen  Messerstecher  daran hindern sollen, diejenigen abzustechen, die den damaligen deutschen Mördern gerade so entkommen sind….)

Aber das ist ein anderes Thema… und sicher wird irgendjemand mir den Vorwurf des Whataboutism machen. Man darf einfach gar keine Beziehungen herstellen oder Vergleiche ziehen, die die Lauterkeit der heutigen Regierung und die der verkündenden Medien in Frage stellen KÖNNTEN! Konjungtiv…! (Claudia Roths Teilnahme an einer Domonstration in Hannover spukt mir gerade noch im Kopf rum… „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ soll da gerufen worden sein. Natürlich – und Dank sei der Vorsehung –  nicht von den Reaktionären am rechten Rand der Gesellschaft, nein, man kann beruhigt sein, es waren linke Schreihälse…. dann ist ja alles gut. Die dürfen randalieren und Autos abfakeln oder mit Pflastersteinen werfen, weil sie ja „gegen Rechts sind“. ) Gegen Rechts zu sein legitimiert jedes Mittel – und wehe, jemand stellt Fragen nach der Rechtmäßigkeit der dargebotenen Mittel, dann ist derjenige selber ganz schön schnell ganz schön rechts….

Gegen Rechts zu sein, ist auch das große Anliegen der Frau Chebli, nach eigener Auskunft „palästinensischer Flüchtling“ in dritter oder vierter Generation. Das und ihr streng muslimisches Elternhaus prädestiniert sie geradezu dazu, in Sachen Migration und Integration den Regierenden in verschiedenen Funktionen hilfreich zur Seite zu stehen. (Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde, ich halte es für sinnvoll, Menschen mit einer ähnlichen Biografie denjenigen an die Seite zu stellen, die hier in Deutschland ein neues Leben aufbauen wollen. Die Frage ist nur, wie sinnvoll es ist, immer wieder den eigenen Status als Flüchtling und / oder Opfer hervorzuheben, um sich damit von der Mehrheitsgesellschaft deutlich abzuheben und gleichzeitig integrativ zu wirken.

Mit ihrem oben verlinkten Twitter-Statement hat sie jedenfalls keine gute Figur gemacht – und es muss ihr auch selber aufgefallen oder von anderer Stelle mitgeteilt worden sein, denn das Statement wurde auf Twitter gelöscht. Aber es ist in den Weiten des Internets natürlich nach wie vor virulent – und das ist auch gut so, wirft es doch ein bezeichnendes Licht auf das, was Frau Chebli im Innersten bewegen mag:

Wir sind mehr (noch), aber zu still….  Wir sind zu wenig radikal„.

 

Wer ist mit „wir“ gemeint? Alle „Nicht-Rechten“ soll man wohl vermuten, die „(noch)  mehr“ sind.

Doch stimmt das „aber zu still, zu bequem, zu gespalten, zu unorganisiert, zu zaghaft“ denn wirklich?

Werden nicht alle ALLE, aber auch wirklich alle Vorkommnisse, die sich in irgendeiner Weise den Rechten im Land zuordnen lassen von sämtlichen Medien sofort deutlich, heftig und auch laut als nicht hinnehmbar kritisiert (zu Recht, wie ich denke), wenden sich nicht die Poltiker nahezu aller Parteien gegen jede Form des „Rechts-Seins“ und schließen in diese Kritik auch die gewählten Volksvertreter der sich neu gegründeten Partei der AfD mit ein? Ist nicht gerade der Begriff „Nazikeule“ deshalb so oft in Gebrauch, weil inzwischen  sehr vieles, was an kritischen Stimmen gegen die Regierung in Umlauf ist, nahezu reflexhaft mit dem Begriff „Nazi“ oder „Rechts“ belegt wird, oftmals ohne der Sache gründlich auf den Grund zu gehen?

Und ist das mehrheitliche „Wir“ wirklich zu zaghaft? Die Hamburger Protesttage während des Gipfels im vergangenen Jahr zeigten doch überdeutlich eine andere Sprache. Tausende gingen auf die Straße – das war ein „Mehr von Linken, Grünen und Guten“ – und ich meine das überhaupt nicht ironisch. Besorgte Bürger gaben ihrer Besorgnis Ausdruck – und manchen von ihnen war es nicht bewusst oder vielleicht sogar egal, dass sie den Gewalttaten der Antifa und des Schwarzen Blocks eine prima Deckung boten.  Nein, das ist jetzt überhaupt kein Whataboutism zu den Vorgängen in Chemnitz. Das ist einfach eine ganz schlichte Tatsache: Bürger ließen in Hamburg Gewalt zu, weil sie darin einen Ausdruck ihrer eigenen, nur unterschwellig bewussten Bereitschaft zu „radikal“ erleben, nach dem Motto, „eigentlich lehne ich ja Gewalt ab, aber in diesem Fall geht es vielleicht gar nicht anders“…

Das erinnert mich an die Aussage eines Freundes zu den Terroraktionen am Grenzzaun von Gaza. Er meinte, es bliebe ja den Gazanern gar nichts anderes übrig, als gewalttätig zu werden.  Aber ist das so? Ist es nicht eine überaus gefährliche Haltung, „nur“ einer bestimmten Gruppe „Gewalt als Mittle der Wahl“ zuzubilligen, in Sachen Israel aber scharf gegen die angebliche Gewalt der Sicherheitskräfte zu polemisieren?

 

Was also meinte Frau Chebli mit „wir sind zu wenig radikal„?

 

Ganz ohne Zweifel haben die Messerstecher von Chemnitz sehr radikal von ihrer Waffe Gebrauch gemacht.

Ganz ohne Zweifel haben einige, nicht das „Mehr“ der  Demonstranten von Chemnitz radikale Parolen gebraucht, sind auch Flaschen und Böller gworfen worden (und nicht geflogen, wie es in so vielen  Berichten über Aktionen der Antifa heißt, so als führten Flaschen ein Eigenleben….)

Was bedeutet dieses „zu wenig radikal“? Noch mehr Gewalt auf den Straßen – linke Gewalt zumal, die sich gegen Rechte erhebt? Sollen sich etwa die bisher friedlich demonstrierenden Bürger radikalisieren, auch auf die Straßen gehen, mit Flaschen, Steinen oder sogar Messern bewaffnet und ihrem Protest gewaltsam Ausdruck geben?

Das kann und darf es nicht sein.

Die Antwort auf Chemnitz kann nicht lauten, radikaler zu werden.

Frau Chebli meinte zwar im erkärenden  Nachklapp, wir müssten radikaler im Sinne von Demokratie werden. Aber ihre Aktion macht deutlich, dass sie in ihrem Denken immer weiter weg von „mehr Demokratie wagen“ ist.

Die „Radikalisierung der Demokratie“ im Sinne Willy Brandts hat das Wagnis eingeschlossen, sich Menschen eine eigene Meinung bilden zu lassen und sie entscheiden zu lassen wie und wer in diesem Land regieren soll – aufgrund wirklicher Informationen, sachlicher Argumente, kritischer Analyse der Bedingungen zu denen wir jetzt und gerade leben (müssen). Die globale Gemengelage  ist unübersichtlicher geworden, die alten Begriffe von rechts und links taugen nur ungennügend zu Erklärungen und Analysen. Nicht jedes Argument, das die AfD im Bundestrag vorträgt ist falsch – und das Parlament täte gut daran, nicht nach der „Sitzordnung“ zu entscheiden, denn daraus sind doch die Begriffe ursprünglich hervor gegangen. Dem Geist und Inhalt nach sollten Standpunkte geprüft, übernommen oder verworfen werden und nicht weil sie von einer bestimmten Partei – ob sie nun links, rechts oder grün dem Kern nach zuzuordnen ist.

Chemnitz lehrt uns doch auch, dass ein weiteres Übergehen der Anliegen der Bürger nicht zu einem „Mehr“ an „Wir“ führt, sondern zu Ausgrenzungen, Missverständnissen, Spaltungen.

Und die Chefin der Regierung, die verbal so vehement gegen das demonstrierende Volk von Chemnitz vorgeht, sollte sich bewusst machen, dass sie nicht alternativlos ist, dass es neben ihrer (allerdings selten klar formulierten) politischen Sicht auf Deutschland, Europa und die Welt noch gute Gründe gibt, die Lage anders einzuordnen, zu beurteilen und danach zu handeln.

Eigentlich, denke ich, haben sich die Menschen in Chemnitz als wirkliche Demokraten erwiesen…. sie haben ihre Meinung kund getan, sie sind aus ihrer bequemen Gewohnheit aufgebrochen und haben deutlich gezeigt, dass sie an dem Wohlergehen ihrer Stadt interessiert sind. Nun kommt es doch darauf an, gemeinsam an einer Lösung des Problems zu arbeiten, das die Leute von Chemnitz auf die Straße getrieben hat.

Sie als Mob oder Pack oder gar Abschaum zu bezeichnen, ist – wie die Kanzlerin sagen würde – nicht zielführend.

 

 

 

 

Eine bittere Einschätzung zum Antisemitismus…. 3. Mai, 2018

Posted by Rika in antisemitismus, flüchtlinge, gesellschaft, integration, islam, israel, israelkritik, migration, politik.
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….    gibt Michael Wolffsohn bei der „Neuen Züricher Zeitung“, darin heißt es:

„Immer mehr Juden werden Europa verlassen

Wer künftig in Europa Wahlen gewinnen will, muss nicht zuletzt die große Minderheit der Muslime gewinnen.

„Die bisher so lasche Reaktion der Politik auf den islamischen Antisemitismus sowie der zunehmend anti-israelische EU-Kurs sind auch so zu erklären“, schreibt Michael Wolffsohn in der NZZ am Sonntag vom 29. April 2018.

„Der neue Antisemitismus, der derzeit in Westeuropa droht, hat seine Wurzeln in der muslimischen Zuwanderung“, erläutert der Publizist. „Mit der muslimischen demografischen Revolution wurde Westeuropa ein Nebenschauplatz des islamisch-arabisch-jüdischen Nahostkonflikts. So unterschiedlich und teilweise verfeindet extremistische Muslime sein mögen, so sehr eint sie zweierlei: Erstens der Hass auf Israel und die Juden, weil diese oft den jüdischen Staat unterstützen. Zweitens: die Prägung durch den militanten Antijudaismus Mohammeds und des Korans.“

Weiter führt Wolffsohn aus: „Europas Muslime sind eine große Minderheit. Sie wird noch größer und damit politisch gewichtiger werden. Wer künftig in Europa Wahlen gewinnen will, muss nicht zuletzt sie gewinnen.“ Aus diesem Grund sei – abgesehen von netten Kippademonstrationen, Antisemitismusbeauftragten und Lippenbekenntnissen – auch kein Kurswechsel zu erwarten. „Es zeigt sich hier vielmehr die Ohnmacht des Staates, der nicht nur seine jüdischen Bürger im Stich lässt. Er kann die Sicherheit ganz einfach nicht garantieren. Deshalb werden immer mehr Juden, wie die französischen, Westeuropa verlassen und nach Israel auswandern“, ist sich Wolffsohn sicher.“

 

 

Ergänzend dazu stellt die NZZ einen Link zu dem kompletten  Text Wolffsohns als  PDF-Datei ein. Den Text habe ich auszugsweise hierher kopiert:

„Es gibt den herkömmlichen Antisemitismus, der sich meist auf Diskriminierungen beschränkt. Er stammt
aus dem alten, vorislamischen Ägypten und existiert seit rund dreitausend Jahren. Auf Jiddisch nennt man ihn resignativ den «guten, alten Rischess». Und es gibt den mörderischen, liquidierenden Antisemitismus, der ein Krisensignal in Zeiten fundamentaler Veränderungen ist. Historische Beispiele für den mörderischen
Antisemitismus sind etwa die Judenverfolgungen der Kreuzzugsepoche, die Endzeit des russischen Zarenreiches und natürlich die Epoche des Faschismus. Wenn nicht alles täuscht, steht Westeuropa
derzeit erneut vor einem mörderischen Antisemitismus. Der Fundamentalwandel, der ihn diesmal begleitet, ist die
demografische Revolution, ausgelöst durch die muslimische Migration.  ….“

und weiter:

„Europa wollte und brauchte Migranten ganz einfach als Arbeitskräfte. Nur deshalb waren sie anfangs willkommen, ohne dass man sich wirklich um sie gekümmert hätte. Die gut qualifizierten, eher bürgerlichen und daher gemässigten postkolonialistischen Migranten aus muslimischen Ländern integrierten sich schnell und gut in
Westeuropa – oder sie strebten gleich in die USA. Die eher schlecht qualifizierten Migranten strömten nach Deutschland und Frankreich. Die meisten haben sich arrangiert, aber allzu viele eben nicht. Und diese schlecht
integrierten und vielfach frustrierten Menschen waren von extremistischen Muslimen leicht verführbar. Diese Analyse wiederum verweist auf das, was zu tun ist: Das Bildungsniveau und damit die wirtschaftlichen
Wettbewerbsbedingungen der muslimischen Minderheiten muss verbessert werden. …“

weiter:

„Gleichzeitig muss man anfügen: Bildung und Wohlstand wirken leider nur bedingtanti-antisemitisch. Das zeigte nicht nur der alte, bildungs-und wirtschaftsbürgerliche Antisemitismus aus der Epoche des Faschismus,
der teilweise vom Rischess zum Mitmorden glitt. Es gibt in Europas Bildungsbürgertum bis heute den «guten, alten
Rischess». Doch anders als Islamisten werfen diese Antisemiten keine Bomben. Sogar die eher proletarischen Rechten des französischen Front national oder der deutschen AfD schiessen oder stechen nicht auf Juden.
Selbst wenn amtliche Statistiken heute die Rechtsextremisten als Hauptakteure des Antisemitismus nennen, so wissen Fachleute:  Die Zahlen sind frisiert. Sie sollen, aus Angst vor Fremdenfeindlichkeit, islamistische
Täter decken und verdecken.
Rischess und Mord gehören aber auch zuralten und neuen Linken. Erst vor wenigen Tagen gestand der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn, der die terroristische Hamas und Hisbollah verehrt, es gebe in seiner Partei Antisemiten. Er selbst zählt zu ihnen. Und dass heute Frankreichs oder Deutschlands Linke antisemitismusfrei wären, ist eine politische Legende. Für den deutschen Publizisten Jakob Augstein ist schon das Tragen der Kippa eine Provokation.“
Und schließlich:
„Mit der muslimischen demografischen Revolution wurde Westeuropa ein Nebenschauplatz des islamisch-arabisch-jüdischen Nahostkonflikts. So unterschiedlich und teilweise verfeindet extremistische Muslime sein mögen, so sehr eint sie zweierlei: Erstens der Hass auf Israel und die Juden, weil diese oft den jüdischen Staat unterstützen.
Zweitens: die Prägung durch den militanten Antijudaismus Mohammeds und des Korans.
Europas Muslime sind eine grosse Minderheit. Sie wird noch grösser und damit
politisch gewichtiger werden.
 Wer künftig in Europa Wahlen gewinnen will, muss nicht zuletzt sie gewinnen. Die bisher so lasche Reaktion der Politik auf den islamischen Antisemitismus sowie der zunehmend antiisraelische EU-Kurs sind auch so zu erklären.
Aus dem gleichen Grund ist – abgesehen von netten Kippademonstrationen, Antisemitismusbeauftragten
und Lippenbekenntnissen – auch kein Kurswechsel zu erwarten. Es zeigt sich hier vielmehr die Ohnmacht des Staates, der nicht nur seine jüdischen Bürger im Stich lässt. Er kann die Sicherheit ganz einfach nicht garantieren.
Deshalb werden immer mehr Juden, wie die französischen, Westeuropa verlassen und nach Israel auswandern.“
Quelle:     https://www.wolffsohn.de/cms/images/Snippets_pdf/nzz-antisemitismus.pdf
Dem habe ich  wenig – oder besser gesagt –  nichts  hinzuzufügen.
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