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Ich kann es nicht mehr hören…. 29. Juli, 2017

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", flüchtlinge, gesellschaft, hass, islam, migration, politik, presse, terrorismus.
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In Hamburg hat ein „Palästinenser aus Arabien“, eingereist über Norwegen,   in einem Supermarkt ein Messer gezogen und wahllos auf mehrere Menschen  eingestochen und einen Mann dadurch getötet.

Ein weiterer Einzelfall, wie die offiziellen Berichterstatter sich beeilten mitzuteilen.  Und auch ein weiteres bekanntes Erklärungsmodell ist schnell zur Hand:

„Der Attentäter soll psychische Probleme gehabt haben….“

„Man hatte ihm eine Persönlichkeitsstörung attestiert!“ sagt der Mann im Fernsehen gerade… ZDF … „heute“

Der berühmte Einzeltäter mit psychischen Problemen….  Da stellen sich mir doch einige Fragen:

 

Wie viele Menschen in Deutschland  ( die, die schon immer hier leben )  leiden unter einer psychischen Erkrankung?

Wie viele Menschen in Deutschland  ( die, die schon immer hier leben )   leiden unter einer Persönlichkeitsstörung?

Und wie viele derjenigen, die schon immer hier leben und unter einer psychischen Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung leiden,  bewaffnen sich mit einem Messer oder Beil oder einer Schusswaffe und steigen in einen Zug, eine U-Bahn, besuchen einen Supermarkt oder gehen im Stadtpark spazieren und greifen dann ganz spontan wildfremde Menschen an, um sie zu töten?

Gibt es dazu eine Statistik?

Wie viele derjenigen, die schon immer hier leben und wegen einer psychischen Erkrankung oder  einer Persönlichkeitsstörung mit Waffen auf andere Menschen losgegangen sind, gehören einer christlichen Kirche, jüdischen Gemeinde oder einer x-beliebigen Religionsgemeinschaft an, die sich ausdrücklich NICHT  auf den Koran beruft?

Gibt es dazu eine Statistik?

Was sagen unsere berühmten Terrorismus-Experten in ARD und ZDF, Schönenborn, Theveßen und wie sie alle heißen?

Heute in der „heute“ hatten sie einen Psycho-Experten vor der Kamera, der seine Expertenmeinung ohne irgendeine wie auch immer erfolgte Exploration kundtat – für mich schon „der“ Beleg schlechthin für seine „Expertenschaft“.

Das gilt im übrigen für nahezu alle bisher erfolgten Begründungen „psychologischer Einschränkungen“ bei ähnlich gelagerten Fällen. Viel zu schnell und ohne ausreichende Diagnostik werden muslimische Einzeltäter ihrer Verantwortung für ihr Tun enthoben… traurige Jugend, Ausweglosigkeit, Traumata, Lagerkoller und und und. Der Katalog der Ursachen für „psychisch bedingte Straftaten“ ist ebenso umfangreich wie märchenhaft.

Ich kann das nicht mehr hören!

Haben all diese Experten und Nachrichtenschwätzer jemals darüber nachgedacht, was sie mit ihren ach so human gedachten Entschuldigungen bei denjenigen auslösen, die schon immer hier leben und unter psychischen Krankheiten leiden?  Was ist mit denen, die auch in unserer so aufgeklärten  Gesellschaft immer noch ihre Erkrankung als  „Stigma“ erleben, über das sie nicht offen reden können,  weil sie empfinden, dass es sie vom gesellschaftlichen Leben ausschließt?  Haben unsere Terroristenversteher das je bedacht?

Wann gibt es endlich einen Aufstand der Betroffenen – Erkrankten, Angehörigen, Ärzten, Therapeuten – gegen diese ungeheure, immer wieder kehrende Begründung für Terrorangriffe?

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es vor 10 oder 15 Jahren ähnlich häufige  Angriffe  von Menschen mit „psychischen Problemen“ oder „Persönlichkeitsstörungen“  auf völlig unbeteiligte Bürger gab.

Taten, die auf psychische Schwierigkeiten zurückzuführen waren, gab es sicher auch in früheren Jahren, sie betrafen aber so gut wie nie unbeteiligte Dritte, sie galten Angehörigen, Pflegepersonal in den Kliniken oder richteten sich gegen das eigene Leben des betreffenden Menschen.

 

 

Die furchtbaren Amokläufe in Winnenden und Erfurt nehme ich ausdrücklich aus, Begründung siehe Link.

 

 

 

Blickt eigentlich noch irgendein Mensch durch? 25. Februar, 2016

Posted by Rika in flüchtlinge, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, migration, politik, presse, soziale arbeit, wahlrecht.
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Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine so verworrene politische Situation erlebt zu haben, wie ich sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrnehme.

Wenn wir hier im Hannöverschen nicht gerade mit eingefleischten 96-Fans und Anhängern sprechen – die Situation für 96 ist äußerst bedrohlich, der Abstieg steht vor der Tür -, gibt es in den Gesprächen unter Freunden oder mit flüchtigen Bekannten beim zufälligen Treffen an der „berühmt-berüchtigten Fleischtheke“ ***  des Supermarktes um die Ecke eigentlich nur ein Thema:

Die Flüchtlingsfrage.

Dabei sind es zunehmend mehr gar nicht die Flüchtlinge selber, die von besonderem Interesse sind, vielmehr fragen sich die Leute und frage auch ich mich:  „Was geht eigentlich in Frau Merkel vor?“

Denn wir, so scheint es mir zumindest, haben uns doch längst damit abgefunden, dass es Menschen geradezu nach Deutschland treibt, die einen, weil sie vor dem Krieg fliehen, die anderen, weil sie dem Elend ihres Heimatlandes entkommen wollen, die nächsten, weil sie von einem guten Leben in Deutschland träumen.  Längst ist auch klar, dass wir diesem unaufhaltsamen Streben nach Deutschland wenig bis gar nichts entgegen setzen können. Zäune an den Grenzen sind unmoralisch und unmenschlich, Obergrenzen bei der Aufnahme der Flüchtlinge sind gar nicht kalkulierbar, weil: siehe Zäune –  und Europa und Erdogan sowieso nicht mitspielen.

Erdogan…. wie, so frage ich mich seit Wochen, wie kann die Kanzlerin ausgerechnet auf diesen Machtmenschen ihre ganze Hoffnung setzen? Auf einen Politiker, der ungehemmt und ungebremst einen Krieg gegen Teile der Bevölkerung seines Landes führt? Ich sage bewusst „Teile der Bevölkerung seines Landes“, denn nach Erdogan gehören Kurden ganz offensichtlich nicht zu seinem Staatsvolk und vermutlich sehen die Kurden das inzwischen ganz genauso. Wie kann Frau Merkel mit einem Politiker Geschäfte machen – und nichts anderes ist es doch, wenn sie ihm Milliarden (EU-Gelder) gegen die Verwahrung der Flüchtenden innerhalb des türkischen Reiches bietet und darüberhinaus  verlangt, die Grenzen zu Europa so zu sichern, dass Deutschland seine Grenzen offen halten kann für einen ungestörten Warenaustausch innerhalb der EU – wie also kann Frau Merkel Geschäfte machen mit einem Präsidenten, der die Meinungsfreiheit in seinem Land beschneidet, die Opposition kalt stellt, Kritiker in Gefängnisse stecken läßt, die Pressefreiheit einschränkt, das Demonstrationsrecht aushebelt und die ISIS-Kämpfer im Nachbarland Syrien mit Waffen, Nachschub und medizinischer Versorgung unterstützt, von den jüngsten direkten Eingriffen in die Kämpfe ganz zu schweigen?

By the way, noch herrscht bei uns Pressefreiheit – die Presse ist frei  zu sagen, was die Regierung vorschlägt, und auch die Meinungsfreiheit ist noch sicher gestellt, jedenfalls  solange sich das Volk nicht in „Pack“, „Schande“, „keine Menschen“, „Abschaum“, „braunen Dreck“, „Faschisten“, „Dunkeldeutsche“ oder „Verbrecher“ verwandelt und darum Meinungen von sich gibt, die nicht nur höchst unschön sind, sondern im höchsten Maße auch Schande für Deutschland bedeuten könnten, im Ausland zumal, das doch gerade erst über die überwältigend wunderbare Weltoffenheit der Deutschen in Entzücken geraten war. (Die Regierungschefs der befreundeten und nicht ganz so befreundeten Staaten hegen allerdings mehr oder weniger offen Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit politischen Leitlinie der deutschen Kanzlerin und wollen sich ihrem „Welcome Refugees“ nur sehr bedingt bis gar nicht anschließen.

Apropos Leitlinie.

Gibt es die?  Ich meine, so richtig klar ausformuliert und auch für das Volk erkennbar?!

Nein, ich meine jetzt  nicht die auf Hochglanzpapier gedruckten Wahlprogrammeversprechungen, die sind eh für die Katz…  immer schon gewesen, das zumindest kann ich  als mehr als 40 Jahre lang  aktive, Stimme vergebende Wählerin mit Fug und Recht behaupten. Ich meine die Leitlinien der Politik, die sich erkennbar auch  im Alltag bemerkbar machen. Nein, damit meine ich jetzt nicht die Beschränkungen, die uns aus irgendwelchen Gründen von jetzt auf gleich aufgelegt werden in Form von Geldzahlungen, die wegen der erneuerbaren Energien zu entrichten sind oder weil die Funk- und Fernsehanstalten qualitativ hochwertige Leistungen erbringen und  wir Konsumenten in Absprache mit den Regierenden die dazu notwendigen Fördermittel  in Form von Gebühren zu abzugeben haben, egal, ob wir überhaupt über die notwendigen Empfangsgeräte wie Radio oder Fernsehen verfügen oder nicht, um nur diese Beispiele zu nennen. Ich meine solche Leitlinien wie beispielsweise „Bildungspolitik“, worunter ich mehr verstehe, als die minimalste Grundsicherung des Lernens  (an maroden Schulen) und Lehrens durch permanent überforderte – weil zu wenige – Pädagogen oder die Früherziehung an Kitas in  größtmöglichen Gruppen bei minimalster Personaldecke in Form von 1 (in Worten einer)  qualifizierten Erzieherin und 1 Sozialassistent/en/in für 25 Kinder oder den täglichen Kampf der Studenten, um wenigsten noch einen Treppen- oder Fensterbankplatz im ansonsten völlig überfüllten Hörsaal zu ergattern, damit man den Credit Point für die verpflichtend notwendige Teilnahme an der Vorlesung erhält – erforderlich  für den Bachelor- oder Masterabschluß.

Es wäre auch schön, wenn sich politischer Gestaltungswille bei der Verkehrswegeplanung durchsetzen würde und die notwendigen Baumaßnahmen nicht im endlosen Chaos mit nicht mehr vorhersagbarem Ende Steuergelder in unvorstellbarer Höhe verschlingen würden. Großartig fände ich es, wenn hingegen dem Verbraucher, also mir, es völlig frei gestellt bliebe, welche Glühlampe meine Wohnung erhellen darf, um nur ein Beispiel zu nennen,  und die ständigen Belehrungen über Nahrungsmittel, Schweinezucht, die angeblich begrüßenswerte Ansiedlung von Wölfen und den notwendigen Schutz der Umwelt unterblieben. Das nervt nämlich. So wie mich auch die Klimaerwärmungsdebatten immer wieder ungläubig staunend machen. Glaubt man denn allen Ernstes, den Wärmegehalt  der Atmosphäre unseres Planeten auf zwei Grad genau regeln zu können, wie etwa die Temperatur im Wohnzimmer eines Hauses mittels eines genau justierten Thermostats? Für mich fällt dies unter das Stichwort „Imponderabilien“, also Zustände und Situationen, die sich meiner Kontrolle entziehen. Dass wir die Resourcen der Erde gleichwohl nicht gedankenlos verplempern dürfen zugunsten des eigenen (sowieso zeitlich begrenzten) Nutzen und Frommen versteht sich dagegen von selbst und ist ein anderes Thema.

Nervig finde ich auch, dass die Regierenden meinen, mich fürsorglich an die Hand nehmen zu müssen, weil mir eigenes Denken nicht zugemutet werden kann oder weil man mich mit  klar benannten Schwierigkeiten und Problemen nicht verunsichern oder gar ängstigen möchte. Die meisten von uns meistern ihr Leben doch auch ohne einen ständigen Vormund, der ihnen sagt, was zu tun und zu lassen ist. Nicht umsonst reden wir doch vom Selbstbestimmungsrecht und von der Wahrnehmung unserer demokratischen Rechte. Dies, die demokratischen Rechte wahrzunehmen, kann sich doch nicht darin erschöpfen, alle Jubeljahre ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu machen und ansonsten „die da oben machen zu lassen“ im guten Glauben, dass sie es schon richten werden. Dieser gute Glaube ist mir in den letzten Monaten und Wochen ohnehin gründlich abhanden gekommen. Ich habe nicht den Eindruck, dass „die da oben es richten werden“. Schlimmer als auf einem Hühnerhof geht es in Parteien und Regierungen zu, egal ob auf Landes- oder Bundesebene. Alles gackert, scharrt, plärrt und kräht durcheinander. Außer dem ständig wiederholten Mantra der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ ist doch keine klare Linie, kein Plan, keine Ordnung und erst recht keine geregelte Vorgehensweise seit dem Beginn der Flüchtlingskrise zu erkennen, und selbst das Mantra wird zunehmend mehr nur noch gemurmelt und nicht mehr kraftvoll mit energisch unterstützenden Hand- und Armbewegungen verbreitet.

Noch schlimmer als das Durcheinander der Regieanweisungen der Regierenden empfinde ich die Zumutungen der Medien die für sich die Deutungshoheit über das, was gut oder böse, richtig oder falsch sei in Anspruch nehmen, und uns mit einer kaum oder nicht mehr  zu ertragenden  Penetranz Tag für Tag unter die Nase reiben, in die Ohren predigen, in die Augen streuen was zu meinen, zu denken und zu tun sei und was nicht und die dabei die Klaviatur der Betroffenheit längst über Gebühr bedienen und  meine Gefühle strapazieren, bis ich mit völliger Resignation oder wütendem Protest auf alle die Bilder und Sprüche reagiere, die an meinen barmherzigen Edelmut appelieren wollen. Dabei gehört es doch zu meinem  Menschsein, dass sich mein Herz regt, wenn ich Unrecht sehe, wenn ich Menschen in Not erlebe. Das geht doch ganz sicher den meisten von uns so. Aber wenn neben mir eine Sirene dauerhaft Alarm heult und das Blaulicht, das um Achtung bittet, gar nicht mehr erlischt, schaltet mein Organismus irgendwann aus reinem Selbstschutz auf OFF / OUT / ENDE   oder auf Flucht, weg vom Alarm, weg von der eingeforderten Verantwortung für eine Misere, die ich nicht zu verantworten habe. Bei vielen derjenigen, die einst gutgläubig und unbescholten waren, und die jetzt auf so schreckliche Art und Weise gegen die eingeforderte Solidarität rebbelieren, so denke ich, hat das System nicht nur auf Flucht, sondern bereits auf Angriff geschaltet.

Das entsetzt mich, macht mich ohnmächtig…

meine Gedanken beginne sich im  Kreis zu drehen….

Leere breitet sich aus.

Ich blicke nicht mehr durch.

Vielleicht geht es der Kanzlerin genauso – aber sie darf es nicht sagen, es könnte mich – und EUCH ALLE  –   ja verunsichern….

 

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*** „berühmt-berüchtigte Fleischtheke“: Ein Lehrer an der Grundschule unserer Kinder war erbittert darüber, dass viele Dinge, die doch eigentlich direkt mit ihm, dem Lehrer, besprochen werden sollten, zuerst und manchmal auch ausschließlich beim kleinen Supermarkt unseres Dorfes an der Fleischtheke verhandelt würde. Die „Fleischtheke“ wurde zu einem geflügelten Wort im Lehrerzimmer und unter uns Eltern.

 

Das fällt mir so als Nachklapp ein: Unsere Politiker stehen auch an „Fleischtheken“ bei Will,  Maischberger, Illner und co….   und wir sind pikiert, weil wir ihnen bloß zuschauen und zuhören können bei ihrem mediengerechten Auftritten. Aber was hat das mit politischem Handeln zu tun?

 

Was doch zu erwarten war … 16. Januar, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, flüchtlinge, frauen, gesellschaft, integration, medien, migration, politik, terrorismus.
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Noch  sind die Diskussionen um die Ereignisse in Köln nicht verstummt, werden in den üblichen Redeveranstaltungen bei Plasberg, Maischberger, Illner und so weiter die üblichen Worthülsen kunstreich gedrechselt, versuchen nimmermüde Politikerklärer hinter das soziokulturelle Geheimnis von Massenaufläufen zu kommen, die das Ziel haben  Frauen und Mädchen sexuell zu belästigen, predigen die üblichen Volksbeschwörer, das alles habe nichts mit der Religion zu tun, der mehrheitlich die Schutz suchenden Flüchtlinge/Asylanten/Migranten anghören und versichern Regierungsmitglieder bzw bezweifeln Oppositionsleute  und ihre jeweiligen Parteigenossen, dass  alles Notwendige unternommen werde, dass  bereits vorhandenen Gesetze  angewendet werden, bzw. neue geschaffen und dass überhaupt alles getan wird, damit die (jeweilige)  Partei bei den nächsten Wahlen keine Einbußen erleidet    die Parteien an dem rechten Rand der Gesellschaft keinen Zulauf erhalten.

Einschub:  Der linke Rand der Gesellschaft ist ja dank jahrelanger Indoktrination zu DDR-Zeiten  – Faschismus und damit verbundener Rassenwahn und Fremdenfeindlichkeit gab es nur im kapitalistischen Westen – ohnehin über jegliche Xenophobie erhaben und müsste nur noch dahingehend  zivilisiert werden, dass seine jungen Heißsporne nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit fremde Autos abfackeln oder verkleidet als „Antifa“ ganze Straßenzüge im antifaschistischen Kampf zerlegen oder weitgehend friedfertige Demonstrationen gewaltsam ins Chaos stürzen. Einschub Ende

Die Auseinandersetzung um die Bewältigung der Flüchtlingskrise gerät in eine neue Phase. Es lassen sich die Ungereimtheiten bisheriger Berichterstattung nicht länger beibehalten: einerseits wird vor Terrorangriffen gewarnt, andererseits wird genau diese Gefahr heruntergespielt mit dem Hinweis, man wolle niemanden unter Generalverdacht stellen und  – siehe oben – nicht den falschen Parteien in die Hände spielen.

Nach dem bejubelten „Willkommen, willkommen“   wird jetzt die Skepsis thematisiert: „Schaffen wir das wirklich?“ Und es wird langsam klar, dass „wir“ zwar die finanzielle Herausforderung wuppen können, daran habe ich kaum gezweifelt – „wer, wenn nicht wir“ -, dass es uns aber kaum gelingen wird, die tatsächliche Integration der Flüchtlinge in unser Wertesystem mit der notwendigen Geschwindigkeit, die der permanent große Zuwachs junger muslimisch sozialisierter Männer nötig macht, zu bewerkstelligen, zumal erschwerend hinzukommt, dass die Neuankömmlinge hier auf Muslime treffen, die 5, 10 oder mehr Jahre in Deutschland leben und gar nicht daran denken, sich in unser Gesellschaftssystem zu integrieren, gar nicht erst von denen zu reden, die in der 3. oder 4. Generation muslimischer Einwanderung in Deutschland leben und den Islam als Basis ihres Shariah konformen Zusammenlebens ganz neu für sich entdecken.

Jetzt wird laut darüber nachgedacht,  karnevalistische Veranstaltungen stark einzuschränken, weil die Sicherheit für Abertausende nicht zu gewährleisten ist. (Das wird sich im Sommer bei den vielen schönen Freiluftveranstaltungen im öffentlichen Raum fortsetzen.)  Flüchtlingsmännern wird der Zugang zu öffentlichen Schwimmbädern verwehrt, weil Frauen massiv belästigt wurden und  sich in ihrer Sicherheit bedroht fühlen. Immer mehr „Einzelfälle“  sexueller Belästigung durch „südländisch aussehende Männer“ aus allen Teilen Deutschlands werden berichtet und auch die Geschehnisse in den Asylunterkünften werden nicht länger unter den Teppich gekehrt, weil es einfach nicht mehr zu verheimlichen ist, dass es Probleme gibt, mehr Probleme, als sich die Verantwortlichen offenbar im Vorfeld vorstellen konnten. Endlich wird das große offizielle Schweigen gebrochen, das zwar eher nicht „von Oben“ angeordnet wurde, dem sich aber zu viele Öffentlichkeitsarbeiter in den Medien freiwillig unterworfen haben, um die schöne Willkommenskultur nicht in Verlegenheit zu bringen.

Das alles war doch zu erwarten und es gab viele Menschen die das ganz ohne prophetische Fähigkeiten schon frühzeitig klar erkannt hatten. Es ist das Versagen der Politiker und der Medien, dass sie die Bedenkenträger, die Mahner und Warner nicht ernst genommen und sie stattdessen ins Abseits gestellt haben.

Dietrich Bonhoeffer wird der Satz zugeschrieben, „dem Rad in die Speichen fallen“, manchmal, so denke ich, ist es besser zu versuchen das Rad zu verlangsamen, es anzuhalten, als es in falscher  Hoffnung auf einen guten Ausgang ungebremst laufen zu lassen. Und so hoffe ich, dass das zarte Pflänzchen „Einsicht“ in die Notwendigkeit einer Neuausrichtung unserer Willkommenskultur nicht niedergetrampelt wird, von wem auch immer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vermutlich bin ich ein Nazi… 23. Oktober, 2015

Posted by Rika in einwanderung, flüchtlinge, integration, islam, meine persönliche presseschau, politik.
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… dabei bin ich seit 35 Jahren SPD-Mitglied und auch meinem Selbstverständnis nach sozial und demokratisch.

Christin bin ich auch.

In manchen Situationen hat das für Irritationen gesorgt. In meinem Ortsverein wurde immer heftig gegen Christen gestänkert, auch in meiner Gegenwart, bis es mir eines Tages zu viel wurde und ich mir das  verbat  –  mit dem Hinweis darauf, gläubige Christin zu sein. Da schluckten die Genossen.  Bei mancher schönen Freizeit mit vielen netten Frommen kam auch das Gespräch auf Politik und die Sozis – auch fromme Christen können stänkern, bis ich die Katze aus dem Sack ließ und mich als „Soze“ zu erkennen gab. Da schluckten die Frommen.

Freikirchlich bin ich auch. Als junges Mädchen machte ich die Erfahrung, dass ich von meinem Religionslehrer als (noch nicht) Getaufte vor der versammelten Klasse als „Heidin“ bezeichnet wurde. Ich setzte mich mutig zu Wehr. Vielleicht schluckte auch der Lehrer, das habe ich damals nicht so genau wahrnehmen können, es war mir auch völlig schnuppe.

Solchermaßen sozialisiert und erfahren glaubte ich mich auf der sicheren Seite was  Nazis und Rassismus angeht. Ich könnte jetzt noch weitere Pluspunkte ins Spiel bringen, die ganz sicher stellen würden,  dass ich bestimmt kein Nazi bin, ja, gar keiner sein kann. Aber alle diese „Beweise“ könnten vermutlich mit der ganzen verbalen Macht derjenigen, die ganz bestimmt keine Nazis sind, aber ca 30% oder mehr der deutschen Bevölkerun dafür halten, mühelos in ihr Gegenteil verkehrt werden. Deshalb lass ich die mal außen vor.

Nein, was mich in diesen Tagen befürchten lässt, doch ein Nazi zu sein, ist die einfache Tatsache, dass ich die Flüchtlingskrise mit Sorge betrachte. Ich gehöre nicht zu denjenigen die meinen, wir müssten oder sollten die halbe Welt retten – ob wir das können und schaffen oder nicht. Ich bin auch nicht der Meinung, dass alle verabredeten Übereinkünfte der EU-Staaten wegen der anhaltenden Bestrebungen vieler Menschen (in zugegebenermaßen schwierigsten Bedingungen) nach Deutschland zu kommen  außer Kraft gesetzt werden müssten oder dürften. Noch leben wir in einem Rechtsstaat und ich hoffe doch sehr, dass das so bleibt. Auch finde ich nicht, dass Deutschland farblos oder gar einfarbig ist und darum unbedingt und um den Preis des friedlichen Miteinanders „bunter“ werden muss. Selbst bei mir auf dem Land am Rand der großen Stadt finde ich es jetzt schon schön bunt. Von mir aus kann das so bleiben. Ich stimme auch nicht mit vielen Kirchenoberen überein, die meinen Imame könnten getrost in Kirchen Allah anrufen und sowieso sei es völlig gleichgültig an wen wir glauben und zu wem wir beten. An der Stelle bin ich ziemlich eindeutig, wie man an vielen meiner Blogbeiträge zum Thema Islam unschwer erkennen kann. Und wenn es spießig ist, Deutschland als meine Heimat zu betrachten, mein Land schön zu finden und es zu lieben, dann bin ich bestimmt ein Spießer, wobei ich schon Wert darauf legen, dass zu meinem Inventar der Spießigkeit keine Gartenzwerge gehören, wohl aber ein gepflegtes Gärtchen und dass ich ein winziges Deutschlandfähnchen habe (seit dem Sommermärchen), das ich zu fussballerischen Weltereignissen sogar aus dem Kellerverlies hervorhole und es dezent im heimischen Garten zur Schau stelle.

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Dass ich immer wieder mal aus gegebenem Anlaß mit einem Israelfähnchen spazieren gehe, fällt wohl eher nicht auf patriotisches Spießertum, oder?

Alle diese von mir genannten Merkmale treffen aber auf Menschen zu, die nach Meinung eines Kommentators im Deutschlandfunk ganz eindeutig als „Nazis“ anzusehen sind. Jedenfalls traf mich heute beinahe der Schlag, als ich das hörte und mir eingestehen musste:

Mensch, Rika, du bist ein Nazi.

Wer hätte das gedacht. Man lernt doch immer noch was dazu über sich und die Welt. Und an Leuten wie mir, so sagte der Mann im Radio, liegt es, dass Flüchtlingswohnheime brennen und Fremdenhass zunimmt. Das hätte ich ja nun erst recht nicht vermutet. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen ein Flüchtlingswohnheim anzuzünden oder gegen Ausländer zu hetzen.  Ausländerhetze wird einem allerdings schon dann attestiert, wenn man kritisch dem Islam gegenüber steht.  Eine kritische Haltung zum Christentum, zu Bischöfen und Päpsten wird zum Glück aber weiterhin als notwendig und legitim angesehen, es gilt der  kirchlichen Obrigkeit und dem missionierenden Kolonialismus entschieden entgegen zu treten und den christlichen Glauben zu brandmarken als ein Hindernis für Fortschritt und Wissenschaft.  Bei Islam ist das jedoch ganz anders. Da ist man mit einer kritischen Einstellung  bereits ein Rassist, wie ich unlängst hörte. Wobei mir allerdings noch nicht bekannt war, dass „Islam“ eine Rasse ist. Da habe ich wohl in der Schule nicht aufgepasst. Früher dachte ich, Islam sei eine Religion, in letzter Zeit denke ich eher, dass es sich  bei „Islam“ um eine religiöse Ideologie mit faschistischen Anklängen handelt –  Hamed Abdel Samad hat ein Buch darüber geschrieben, ich habe es gelesen.

Wie dem auch sei, der Mann im Radio macht Leute wie mich für schreckliche Sachen verantwortlich.

Dabei will ich nur in Ruhe und Frieden in diesem Land leben, tue niemandem etwas zu leide und rufe weder zu Anschlägen gegen Flüchtlinge noch zum Sturz der Regierung auf.

Ich gehe noch nicht einmal abends in meinem Dorf spazieren, geschweige denn in Dresden.

Endlich! 28. September, 2015

Posted by Rika in aktuell, asyl, flüchtlinge, gesellschaft, migration, politik, terrorismus.
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Endlich wird  öffentlich darüber diskutiert.

Christliche Flüchtlinge sind auch in deutschen Flüchtlingslagern nicht vor Übergriffen durch Muslime sicher. 

Man muss es sich  vor Augen halten, um zu begreifen, wie anmaßend und unzumutbar so ein Verhalten ist.

Muslimische Menschen fliehen vor der Gewalt in einem muslimischen Land in ein Land, das seit Jahrhunderten christlich geprägt und immer noch mehrheitlich von Christen bewohnt ist. Sie, die Muslime,  werden freundlich und mit Beifall am Bahnsteig in Empfang genommen, ehrenamtliche und freiwillige Helfer – viele von ihnen Christen – kümmern sich, organisieren und arbeiten, manche bis zur Erschöpfung. Den Ankommenden  wird die gesuchte Sicherheit vor Terror, Krieg  und Gewalt geboten, zwar ist das Dach über dem Kopf zunächst für die meisten von ihnen  nur eine Notunterkunft, aber sie werden mit allem versorgt, was man für das tägliche (Über)Leben braucht.

In der Notunterkunft sind aber nicht nur muslimische Flüchtlinge. Auch Christen sind vor dem Terror, vor Krieg und Gewalt geflohen. Sie gehörten nicht nur in ihren Heimatländern zu einer Minderheit, sie sind es auch in den Flüchtlingsunterkünften.

Was aber müssen sie zu ihrem Entsetzen dort erleben?

Drohungen erfahren sie,  verbale und auch körperliche Gewalt durch Flüchtlinge, die wie sie vor dem Terror in ein sicheres Land geflohen sind.

Muslime hetzen Christen –  in Deutschland, in einem christlichen Land.

Das ist unfassbar.

Völlig fassungslos macht mich aber diese Haltung:

Eine Trennung nach Religionen hält Lauinger aber für falsch: Gerade intensiv religiöse Muslime müssten lernen, mit anderen Religionen zu leben. „Es ist ein Spagat zwischen der konfliktvermeidenden getrennten Unterbringung und der klaren Anforderung, andere Kulturen und Religionen zu dulden.“

Der das sagt,  ist Thüringens Justiz- und Migrationsminister von den Grünen, Dieter Lauinger.

Ausgerechnet an christlichen Flüchtlingen sollen Muslime lernen, wie man sich im Umgang mit anderen Religionen zu verhalten habe?

Die OPFER werden zum Trainingsfeld für die Täter?

Meint er das wirklich ernst?

Weiß er überhaupt, was er da von sich gibt?

Würde er auch  Vergewaltiger in großer Gruppe scharenweise und ohne weitere therapeutische oder sozialpädagogische Begleitung in ein Frauenhaus schicken, damit sie an  vergewaltigten und misshandelten  Frauen lernen, dass ‚man das nicht darf‘, dass es ungesetzlich ist und dem gesellschaftlichen Miteinander nicht entspricht Frauen  zu vergewaltigen, Frauen zu misshandeln? Was würden die Frauen dazu sagen?

Der Vergleich mag geschmacklos sein und absurd dazu. Aber genau das ist doch die Situation der bedrängten Christen. Sie fliehen in eine Schutzeinrichtung und werden dort erneut misshandelt.

Nein, für die Belehrung darüber, wie unsere Gesellschaft in Deutschland funktioniert, dass der Staat nicht nur  Religionsfreiheit  propagiert, sondern auch allen gewährt  und dass dies durch die Gesetze des Landes geschützt ist, für diese Belehrung sind nicht die geflüchteten Christen zuständig, das auch denen  begreiflich zu machen, die bisher mit ganz anderen Systemen von Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenrechten gelebt haben und die mit einer anderen ideologischen Basis aufgewachsen sind, als wir in Deutschland, das ist allein Sache des Staates und seiner rechtlichen Einrichtungen und der Verwaltung. Und noch mehr ist es Sache des Staates, entsprechende Sanktionen zu verhängen, wenn Asylbewerber sich nicht an diesen gesellschaftlichen Konsens halten wollen.

Das Asylrecht ist kein Freibrief zur Durchsetzung der ideologisch geprägten Lebensweise der Flüchtlinge.

Das scheint aber weder die Ankömmlinge noch manche Mitglieder der Parteien zu bekümmern, die nach mehr Multikulti oder mehr Arbeitskräften durch Zuwanderer rufen.

Doch die Forderung nach einer Trennung der religiösen Gruppen wird lauter – und sei es auch nur, weil zunehmend die Konflikte zwischen den verschiedenen muslimischen Traditionen auch hier in deutschen Asylantenheimen aufbrechen und  auch die Polizei  an ihre Grenzen kommt, wie man diesem Bericht entnehmen kann:

An der Belastungsgrenze angelangt“Polizei will muslimische und christliche Flüchtlinge getrennt unterbringen

ENDLICH !

Ich plädiere damit aber weder für eine Ghettoisierung der Zuwanderer noch für Apartheid deutscher Prägung. Die Trennung kann nur eine vorläufige Maßnahme zum Schutz der Minderheiten sein, bis die Asylverfahren abgeschlossen sind und die Bewerber bei erfolgreicher Prozedur in eigene Wohnungen ziehen können.

Die Regierungen aller Bundesländer müssen aber jetzt und dringend  deutlich machen, dass nur, wer sich an die Regeln hält, die das Grundgesetz vorschreibt, auch ein Recht darauf hat, in Deutschland zu leben.

Mit Kopf, Herz und Hand… 21. September, 2015

Posted by Rika in aktuell, asyl, aus meinem kramladen, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, migration, politik, soziale arbeit.
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Wer wie ich lange Jahre bei „Pestalozzi“ gearbeitet hat, kennt das Motto:

Mit Kopf, Herz und Hand„.

Es ist sozusagen  Leitmotiv und Handlungsanweisung in einem. Eine pädagogische „Dreifaltigkeit“, wenn man so will, die man nicht einfach auseinander dividieren sollte. Denn fehlt es an „Kopf“, entsteht trotz aller herzlichen und herzhaften Bemühungen leicht Chaos, fehlt es an „Herz“, gerät die Hilfe allzu schnell zu einem reinen und kalten Pragmatismus, lässt man die „Hand“ aus dem Spiel, bleibt es bei klugen oder frommen Sprüchen und  nichts wird geändert.

Mir scheint, es ist dieser Dreiklang, den wir in der aktuellen Situation eines stetigen Zustroms von Flüchtlingen dringend brauchen.

Es ist schön, wenn Menschen Herz zeigen, es ist fantastisch, dass so viele Freiwillige sich engagieren, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass neben Herz und Hand der Kopf ein wenig auf der Strecke geblieben ist, ja, dass viele Leute in diesem Land den Kopf am liebsten in die Verbannung schicken möchten, weist er doch unüberhörbar auf die vielfältigen Probleme hin, die mit noch so gutem Herzen und größtem freiwilligen Einsatz nicht zu bewältigen sind.

Es klingt unbarmherzig, wenn der Kopf sagt, dass nicht alle, die hier in Deutschland Aufnahme finden möchten, aufgenommen werden können und das Herz möchte einem bluten angesichts der vielen, vielen Menschen, die zurückgewiesen werden müssen.

Denn „alle“ ist eine vollkommen unbekannte Größe im Zusammenspiel der bereits bekannten Faktoren und Kräfte, als da zum Beispiel sind:

Aufnahmekapazitäten in Deutschland angesichts des bevorstehenden Herbstes und Winters.   Allein  die Ansage „alle aus Syrien“ erweist sich dabei als ein nicht zu koordinierendes Mammutproblem. Gestern sah ich im ZDF einen Bericht über die unermüdlich schuftenden Freiwilligen, die in der Nähe von Celle ein Zeltlager für die Flüchtlinge vorbereiteten. Mit größter Mühe gelang es ihnen Feldbetten zu organisieren. Von warmen Unterkünften in festen Gebäuden war gar nicht erst die Rede. Eine junge syrische Familie wurde von dem Fernsehteam begleitet. Sie kam in das in buchstäblich letzter Minute fertig gestellte Lager. Der Vater stellte erbittert fest, er sei nicht aus Syrien geflohen, um in einem Zelt in Deutschland zu frieren, er habe Sicherheit gesucht für sich, seine Frau und sein Kind und er sei davon ausgegangen , dass man ihnen eine Unterkunft in einem Haus biete….

Verteilung auf die einzelnen Bundesländer.  Nicht alle Bundesländer beteiligen sich nach gleichem Prozentsatz zur „eigenen Bevölkerung“ an der Unterbringung der Flüchtlinge. Doch dies, die Verteilung auf die Länder, Städte und Gemeinden ist eben nicht nur eine Frage der Organisation durch die Helfer in Land und Kommunen, sondern, wie ich zunächst zu meiner Verblüffung, dann aber mit wachsendem Unbehagen feststellen musste, auch eine Frage der Einstellung der Hilfesuchenden. Denn viele der Flüchtlinge haben sehr konkrete Vorstellungen davon, wo und wie sie in Deutschland (Europa) in Zukunft wohnen wollen, und nicht jeder und jede, die dem Horror in Syrien entkommen sind, freuen sich darüber, in der Lüneburger Heide oder in der Uckermark zu landen. Dass aber auch eine Großstadt wie  Berlin nicht für alle zum Traumziel gehört, wurde  in der letzten Woche eindrucksvoll deutlich,  als ein ICE, der dorthin unterwegs war, kurzerhand mitten auf der Strecke per Nothalt  zum Stehen gebracht wurde und gut 180 Personen ausstiegen und verschwanden. Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob sie einfach keine Lust auf Berlin hatten oder sich „nur“ der Registrierung entziehen wollten.

Arbeit und Bildung spielen in der bundesdeutschen Wirklichkeit für alle hier lebenden Menschen, seien es Ureinwohner, (Welt)-Kriegsflüchtlinge, Arbeitsmigranten oder vorübergehend hier lebende Ausländer eine herausragende Rolle. Von dem Bildungsniveau des / der Einzelnen hängt seine / ihre Chance auf einen Arbeitsplatz ab, doch nicht jeder und jede, der / die über eine gute Bildung und Ausbildung verfügt, erhält auch quasi automatisch einen  Arbeitsplatz, der das Auskommen einer / eines  Einzelnen und /   oder der von ihr /  ihm  abhängigen Familie sichert. Ganz zu schweigen von denjenigen, die es aufgrund schwieriger sozialer Bedingungen oder der intellektuellen Gegebenheiten gar nicht zu einem qualifizierten Schulabschluss gebracht haben. Das ist doch schon seit langem bekannt. Ich kann viele traurige Geschichten von Schülerinnen und Schülern erzählen, die nach der Schule chancenlos waren und im gnadenlosen Abseits unserer wunderbar verführerischen Konsumgesellschaft landeten. Im Hinblick auf die Flüchtlinge hört man immer wieder, sie seien wichtig für unseren Arbeitsmarkt und wichtig für den Fortbestand des arbeitenden Teils der Bevölkerung  – der demografische Wandel mache eine „Auffrischung“ geradezu notwendig. Desgleichen wird darauf hingewiesen, dass doch viele gut ausgebildete Fachkräfte ins Land kämen. Nun habe ich mich vor Jahren im Rahmen meines Studium auch mit Statistik beschäftigen müssen und dabei Bekanntschaft mit der sogenannten Normalverteilung gemacht, auch als „Glockenkurve“ veranschaulichend beschrieben. Gehe ich demzufolge davon aus, dass das Bildungsniveau unter den Flüchtlingen in etwa gleich verteilt  ist wie im Bundesdurchschnitt der hier Lebenden, muss ich doch mit einem nicht unerheblichen Anteil derjenigen rechnen, die aufgrund ihrer Bildung keinerlei Chance auf einen Arbeitsplatz haben.  (siehe diese kritische Stellungnahme zur  jetzigen bundesdeutschen Wirklichkeit)

Nachhaltigkeit ist ein anderes Stichwort, das genannt werden sollte, wenn man über  „alle können kommen“ redet. Unter Nachhaltigkeit verstehe ich die bisher geübte Praxis, dass auch vielen derjenigen, denen kein Asylrecht eingeräumt werden konnte, dennoch aus diversen humanitären Gründen ein unbegrenzter Aufenthaltsstatus gewährt wurde. Bei den bisherigen Anträgen  Asylsuchender ging das meiner Meinung nach auch in Ordnung – da siegte sozusagen das Herz über den Kopf, um bei meinem Eingangssatz zu bleiben. Ganz anders sieht es aber aus, wenn wir – wie prognostiziert – mit jährlichen Asylanträgen im 500 000er Bereich oder höher zu rechnen haben. Können diejenigen politischen Entscheidungsträger,  die heute fordern, dass tatsächlich alle aufgenommen werden, auch gewährleisten, dass das nicht zu erheblichen Verwerfungen innerhalb des sozialen Gefüges unserer Gesellschaft führen wird? Und damit meine ich noch nicht einmal die relativ großen  kulturellen Unterschiede, die zwischen einer von der europäischen Geschichte und Kultur geprägten Gesellschaft einerseits und der Herkunftskultur der Zuwanderer anderseits bestehen. Ich beziehe mich bei meinen Überlegungen rein auf die sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Wie ist es also mit „Kopf, Herz und Hand“ bestellt?

Bei uns an der Pestalozzi-Schule stand „Kopf“ unter anderem für Regeln und Grenzen, an die sich alle zu halten hatten. Das galt sowohl für die Verwaltung, Leitung und Vorstand der Einrichtung (wirtschaftliche Aspekte kann man auch bei den besten pädagogischen Konzepten nicht an die Seite schieben) als auch für alle Kinder und Jugendlichen in den Gruppen, für die Schülerinnen und Schüler, die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für Lehrerinnen und Lehrer.  Dass im Einzelfall das „Herz“ über den „Kopf“ gestellt wurde, auch das gehörte zur gelebten Gemeinschaft zur gemeinsamen Realität.

Übertragen auf das zu bewältigende Flüchtlings-Problem heißt das für mich, dass wir bei allem Mitleid und aller geforderten Barmherzigkeit nicht die bestehenden Gesetze und Regelungen außer Kraft setzen sollten. Wir leben in einem Rechtsstaat mit gut begründeten gesetzlichen Bestimmungen zu Fragen des Asyls. Wir gehören darüberhinaus zur europäischen Staatengemeinschaft, die gleichfalls gemeinsame Regeln  aufgestellt und beschlossen hat. Daran sind wir gebunden und daran sollten wir uns halten. Und so zurückfinden zu einem Gleichklang aus Vernunft, Menschlichkeit und daraus abgeleiteter Aktion – nicht kopflos, nicht herzlos, nicht untätig.

Mit Kopf, Herz und Hand !

Dazu gehört für mich auch die realistische und nicht moralisierende  Berichterstattung zur Flüchtlingsfrage und ein fairer Umgang mit den Staaten, deren  wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen  nicht auf Rosen gebettet sind wie bei uns hier in Deutschland. Wir können und dürfen nicht darüber urteilen – und  entscheiden schon gar nicht -, wie andere Staaten ihren Umgang mit dem Problem handhaben und bewältigen wollen oder können.

Deutschlands Regierung sollte sich weder zum Oberlehrer noch zum Richter über andere europäische Regierungen aufspielen, „am deutschen Wesen“ wäre die Welt beinahe zu Grunde gegangen….  und eben nicht genesen…  !

Unangemessene Fragen….? 28. August, 2015

Posted by Rika in araber, asyl, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, politik.
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Ist es Hass?

Wenn man in diesen Tagen die Zeitungen oder Magazine liest, schlägt einem immer wieder ein Wort entgegen:

HASS    –     Hass, vor allem  in Kombination mit Ausländer oder Fremden.

Fremdenhass ist der am häufigsten gemachte Vorwurf gegenüber denjenigen,  die nicht in das geforderte „Willkommen, willkommen!“ einstimmen mögen und das auch mehr oder weniger klar zum Ausdruck bringen. Und, nein, damit meine ich nicht die Brandstifter und Steinewerfer,  sondern diejenigen, die es wagen, ihre Skepsis zu artikulieren. Skepsis, darüber nämlich, ob und wie es gelingen kann, den Zustrom der „Flüchtlinge“ sinnvoll zu verteilen, den Menschen Wohnung, Nahrung und Arbeit zu bieten und sie in die Gesellschaft zu integrieren  bzw. sie wieder  „abzuschieben – wohin auch immer. Die Fragen danach sind doch ganz offenbar nicht erwünscht, „man“  scheint zu  befürchten, dass sie den „Ausländerhass“ befördern. Aber sind sie nicht dringend geboten? Ich möchte doch wissen, was wie wo warum erörtert und angeordnet wird. Aber wenn schon mein Nachfragen als „feindlich“ eingestuft, meine Skepsis als „Hass“ gewertet wird, verschieben sich damit nicht alle Werte?

Wenn Sigmar Gabriel von „Pack“ spricht, das seiner Meinung nach nicht zu Deutschland gehöre, hat er ganz sicher (zunächst) alle diejenigen auf seiner Seite, die mit Entsetzen und Abscheu auf die dramatischen Gewaltexzesse reagieren, die sich vor Notunterkünften für Flüchtlinge abspielen. Es geht in der Tat nicht an, dass Flüchtlinge, die hier – aus welchen Gründen auch immer – Zuflucht suchen, mit roher Gewalt konfrontiert werden durch die, die damit nicht einverstanden sind. Aber gehören diese ideologisch verblendeten Gewalttäter nicht auch zu „uns“?  Was haben wir, was hat „die Gesellschaft“ denn getan, um einer demokratie- und gesellschaftsfeindlichen Gesinnung entgegen zu treten – vor Jahren schon, als erkennbar wurde, dass die Leute ein wenig anders ticken, als wir es so gerne hätten?

Haben wir – „die Gesellschaft“ –  nicht auf ganzer Linie versagt, wenn Leute  „Ausländer raus“ vor Flüchtlingsunterkünften brüllen oder „Jude, Jude, feiges Schwein“ in den Straßen Berlins skandieren?

Wie und wann  reagieren wir auf Gewaltausbrüche?

Was tun wir gegen Menschen die meinen, Autos abzufackeln sei eine irgendwie legitime Form des politischen Protests? Und was unternehmen wir gegen diejenigen, die Polizisten als „Bullen“ titulieren und mit aggressiver Lust gegen die bürgerliche Ordnung und deren Hüter vorgehen? Wie reagieren wir auf (zumeist) junge Männer , die ein Fußballspiel zum Anlass nehmen für Gewaltorgien gegen „die anderen“ Fans, die auf den Straßen Unheil anrichten und ganze Zugabteile zerlegen?

Gewalt als Ausdruck des eigenen Unwillens gegenüber einem gesellschaftlich verabredeten  Konsenz oder der rechtlich verbrieften Ordnung wird doch nicht in jedem Fall deutlich von „der Politik“ verurteilt. Es finden sich immer und in jeder Partei Leute, die mit „Verständnis“  auf Verhaltensweisen reagieren, die eigentlich nicht akzeptabel sind. Das gilt sowohl für die „Ausländer-raus-Brüller“, wie für diejenigen, die gegen Israel  lauthals Todesdrohungen ausstoßen oder  die vergleichsweise  „harmlosen“ Fußballfans, die Züge zertrümmern.

Wenn sehr verschämt in den Medien darüber berichtet wird, dass es in deutschen Grossstädten „no-go-areas“ gibt, in die selbst Polizisten nur in Mannschaftsstärke gehen möchten, wenn man liest, dass arabische Clans mafiaähnliche Strukturen geschaffen haben und über ganze Stadtteile herrschen, wenn am deutschen Recht vorbei muslimische „Friedensrichter“ Recht sprechen und dabei nach Sharia-Recht urteilen, ist es dann „Hass“, wenn man mit Skepsis auf ein „noch mehr“ an arabisch-muslimischen Zuwanderern reagiert? Würde Herr Gabriel die für die no-go-areas Verantwortlichen  auch als  „Pack“ bezeichnen und würden „man“ ihm darin auch zustimmen?

Wenn Frau Merkel sehr deutlich sagt, dass es kein Recht auf die Verletzung der Würde anderer gebe, gilt das dann wirklich für alle Menschen, die in Deutschland leben?

Und darf man diese Fragen stellen OHNE als rassistisch und fremdenhassend gebrandtmarkt zu werden?

Den Flüchtlingen muss jetzt schnell und unbürokratisch geholfen werden. Aber ebenso schnell müssen Konzepte und Regeln erstellt werden, die die Einwanderung nach Deutschland regeln, denn das ist es doch, was wir derzeit – und vermutlich auch in Zukunft – erleben und bewältigen müssen. Und zwar vollkommen unabhängig vom geltenden Asylrecht.

Unsere Gesellschaft wird sich verändern, aber wir sollten regeln wie!