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Der Blick von außen…. 30. September, 2017

Posted by Rika in einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, islam, meine persönliche presseschau, politik.
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Manchmal, so scheint es mir, sieht man aus der Entfernung sehr viel klarer, als aus der Nähe.

Das sogenannte „Große Ganze“ wird leichter erkennbar, wenn man die vielen kleinen  Facetten unscharf stellt und „nur“ die wesentlichen Konturen betrachtet. Diese „Außensicht“ trifft auf einen Artikel zu, den ich über Facebook fand:

Sieh säte Wind und erntete Sturm„, ist der Titel bei baz-online.

Und im Untertitel wird deutlich, um wen und was es geht. Die Wahlen zum Deutschen Bundestag liegen hinter uns. Ich habe es  mir fast vollkommen verkniffen während des Wahlkampfes dazu zu schreiben. Das Ergebnis? Ein Desaster für die SPD, die FDP freut sich, wieder im BT vertreten zu sein, die Grünen konnten aufatmen, sahen die letzten Umfragen doch nicht danach aus, als würden sie die Hürde schaffen. Die Linke ist ebenfalls wieder vertreten und noch eine weitere Partei hat den Einzug ins Parlament geschafft, die AfD.

Die CDU ist wieder mal die stärkste Kraft – aber zu welchem Preis:

„Eigentlich ist Angela Merkel abgewählt worden. Alle spüren das. Nur Angela Merkel nicht.“

Hatte sie bei den letzten Wahlen schon jeweils Federn lassen müssen, so ist das jetzige Ergebnis eigentlich nur als Misstrauensvotum zu betrachten, aber die Kanzlerin sieht das anders. Sie spricht vom klaren Wählerwillen und davon, dass sie den Wahlkampf gut durchdacht habe und keine Fehler zu erkennen seien. Ihr fehlt eben jener Blick von außen, und der sieht so aus:

 

8,6 Prozent. So viel hat ein amtierender deutscher Bundeskanzler noch nie in einer Wahl verloren, und noch nie hat ein deutscher Bundeskanzler, dessen Partei so abgestürzt ist, das politisch überlebt. Hätte Angela Merkel (CDU) Verstand, kennte sie die ungeschriebenen Gesetze der Demokratie, glaubte sie an die Bedeutung von Wahlen: Sie hätte längst ihren Rücktritt angeboten, so wie das üblich ist, wenn man das Wort Verantwortung ernst nimmt.

Denn niemand trägt mehr Verantwortung für die Pulverisierung der CDU, einer der einst mächtigsten und solidesten bürgerlichen Parteien Europas, als Angela Merkel, eine Frau, die ihr Leben in der DDR begann, weil ihr Vater die DDR offenbar mehr geschätzt hatte als die alte Bundesrepublik und einst in den 1950er-Jahren freiwillig von Hamburg in die DDR gezogen war. Zwar dürfte dieser evangelische Pastor kein Kommunist gewesen sein, aber besonders abgestossen fühlte er sich von ihnen auch wieder nicht.

Angela Merkel, das merkt man immer wieder, und ich sage das als ein Schweizer, der in der alten Bundesrepublik gelebt und studiert hat, Angela Merkel kennt diese alte BRD nur vom Hörensagen her, und vielleicht mag darin ein Grund liegen, dass sie die eigentliche Staatspartei dieser BRD, die Wirtschaftswunderpartei, die katholische Adenauer-Partei, so malträtiert und mit einer Mischung von Geringschätzung und Nonchalance zerstört hat.

Ich werde hier nicht den ganzen Text einstellen,  diesen Abschnitt aber doch:

Die CDU amputiert, die SPD, um 1863 gegründet, beinahe auf das Niveau von 1890 gebombt, als sie auf einen Wähleranteil von 19,8 Prozent kam, und in der Ruinenlandschaft blieb eine neue Partei stehen, die aus dem Nichts zur dritten Kraft im Parlament gemacht wurde: Wenn solche Dinge geschehen, dann ist politisch sehr viel geschehen. Die Deutschen müssen, wie zuvor die Briten und die Amerikaner, in einem Masse über den Status quo verärgert sein, dass es eigentlich unmöglich ist, zur Tagesordnung überzugehen. Jamaika? No, woman no cry, sang Marley. Nein, Frau, weine nicht.

Die AfD hat gewonnen, obwohl sie sich wie eine unzurechnungsfähige Partei aufführt und obwohl manche ihrer Exponenten wahlweise Dummes, Geschmackloses, Bedenkliches und Inakzeptables von sich gegeben hatten. Die AfD hat gewonnen, obschon die Partei von ihren Konkurrenten mit dem schlimmsten Vorwurf belegt worden war, den man in Deutschland einer Partei machen kann, dass sie nämlich eine Nazi-Partei sei – und obschon sie wenig dafür getan hat, solche Beschimpfungen zu widerlegen, hat diese maximal verteufelte und tabuisierte Partei 12,6 Prozent der Stimmen bekommen.

Das lässt erahnen, wie unermesslich die Misere sein muss, in der sich manche Deutsche fühlen. Hätte die AfD einen besseren Ruf, sie wäre womöglich bei 20 Prozent angelangt. Wird Merkel eine Jamaika-Regierung bilden, könnte die AfD diesen Wert in vier Jahren erzielen, sofern sie sich nicht selber im Chaos auflöst, was durchaus denkbar scheint.

 

Teil dieser Misere ist meiner Meinung nach die nach wie vor herrschend Haltung  aller bisher im Bundestag vertretenen Parteien, sich nicht mit der Frage auseinander zu setzen, wie sehr Menschen aus einem gänzlich anderen Kulturraum die Gesellschaft herausfordern, sich mit ihrer eigenen Identität zu befassen, die ja, folgt man Frau Özoguz, außer der Sprache keine eigene Kultur aufzuweisen habe.  Wo blieb der Protest angesichts dieses ungeheuerlichen Statements?   Von Seiten der Kanzlerin, der Opposition, der Mehrheit der Medien war kein Aufbegehren gegen diese Erniedrigung deutscher Kultur zu hören.

Wie der Teufel das Weihwasser, so vermeiden die führenden Politiker der Republik die Auseinandersetzung mit dem religiös verbrämten Faschismus des Islam.  (Leider gilt das für die meisten Kirchenführer nicht minder!) Statt mit den sogenannten „gemäßigten Muslimen“ und mit Islamkritikern den Schulterschluss gegen die Vorherrschaft mittelalterlicher Verhaltensvorschriften in den Koranauslegungen ultrakonservativer Imame  in den Moscheen und den Darlegungen treuer Apologeten des Propheten in öffentlichen Debatten zu suchen, folgt man brav der von der Türkei gesteuerten DITIB und redet in der Islamkonferenz mit Leuten wie Aiman Mazyek. (Zum Glück deutet sich hinsichtlich DITIB ein ganz, ganz leichtes Umschwenken an,  zu wenig, wie ich meine!)

Baz-online schreibt dazu:

 

Angela Merkel hat schliesslich eine Politik gemacht, wie sie im ganzen Westen zu beobachten ist, wie sie überall scheitert und wie sie in höchstem Masse unpopulär ist: In den vergangenen 15 Jahren hat eine unkontrollierte und nie vom Wähler abgesegnete – geschweige denn gewünschte – Immigration von Millionen von Menschen unsere Länder auf eine Art und Weise verändert, wie wir uns das nie hätten vorstellen können.

Wer hat das zugelassen, wer hat das gewollt, wem soll das etwas bringen? Eine hoch bezahlte, gut ausgebildete Elite, die nie im gleichen Masse von den Folgen dieser Masseneinwanderung betroffen ist wie die meisten einfachen Bürger, sieht untätig zu, wenn Immigranten unseren Sozialstaat zweckentfremden, verwöhnte Politiker, die mit Begleitschutz unterwegs sind, muten uns importierte Kriminalität und Terror zu und reden deren Auswirkungen schön, wenn sie uns darüber nicht ganz im Dunkeln lassen; angeblich vernünftige Staatsmänner lassen zu, dass sich unsere Gesellschaften vollkommen umwälzen, ohne Rechenschaft darüber abzulegen, inwiefern uns das gut tut oder uns Bürgerkriege bringt, ja, gewisse Politiker, wie vor allem Angela Merkel, haben diese Umwälzung sogar forciert – ohne irgendjemanden zu fragen, kein Parlament, kein Kabinett, keine EU, keinen einzigen deutschen Bürger.

Selten hat eine Politikerin so selbstherrlich entschieden, dass ihr Land ein anderes werden soll – und selten hat eine Bundeskanzlerin vom Wähler ein so unmissverständliches Urteil empfangen, was er davon hält. 8,6 Prozent. Nur Angela Merkel scheint die Bedeutung dieser Zahl noch nicht begriffen zu haben.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Doch dies noch zum Schluss des Artikels:

Als die Israeliten Gott vergessen hatten, kündigte der Prophet Hosea ihnen zahllose Strafen an:

«Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten. Ihre Saat soll nicht aufgehen; was dennoch auf-wächst, bringt kein Mehl; und wenn es etwas bringen würde, sollen Fremde es verschlingen.» Vielleicht sollte Merkel, die Tochter des Pastors, wieder einmal in der Bibel lesen. Und dann abtreten.

 

Aber die halsstarrige Pastorentochter aus der Uckermark wird ganz gewiss nicht abtreten… sie ist schließlich ALTERNATIVLOS

 

 

 

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Sind wir wirklich so bunt, weltoffen und demokratisch? 27. September, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, politik.
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Dieses öffentlich an Herrn Gauland adressierte Bekenntnis fand ich bei facebook…. eine mir sehr liebe Person hatte es weiter gegeben.

 

 

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen und Text

(Urheber des „Plakats“ ist laut facebook Sven Reitis)

Der Text ist doch wirklich gut  – oder?

Oder eben bei weiteren Nachdenken darüber doch nicht ganz so gut  wie es zunächst den Anschein hat?

„Alter Mann!“

Es fängt  damit an, dass der Schreiber dieser Zeilen entweder sich selbst oder den „alten Mann“,  den Adressaten (und unausgesprochen nicht nur alle ‚alten‘ Männer, die sich ähnlich politisch  äußern) ausnimmt aus einer Gemeinschaft, die wir bisher „Volk“ nannten.

Ich kann  aber auch  darüber spekulieren, ob der Begriff „Volk“ an sich schon ein Ausschlusskriterium ist oder als solches hier gebraucht wird, erinnert „Volk“ doch zu sehr an das „deutsche Volk“, das in der Vergangenheit zu eng und zu sehr mit „Führer“ liiert war und solche Assoziationen heute einfach nicht mehr wachgerufen werden sollten …   von „Volk“ ist man in Deutschland heute wohl wieder  zu leicht und zu schnell bei „völkisch“, und das war vor 1945 eine wichtige Vokabel, die in den Reden über Recht, „Rasse“ und Wesen  der Deutschen nicht fehlen durfte.

Dies Deutschland der Rassegesetze und völkischen Beobachter ist aber nicht einfach so mir nichts dir nichts untergegangen, wie weiland die Titanic unterging, nachdem sie einen Eisberg gerammt hatte, dies Deutschland, das einen Krieg angezettelt und sich aus purem Hass und Antisemitismus  die Vernichtung der Juden auf die Fahne geschrieben hatte, ist  niedergekämpft und niedergerungen worden unter dem Einsatz und Opfer millionenfachen Lebens russischer, englischer, amerikanischer, französischer Soldaten und ihrer Verbündeten aus nahezu allen Ländern der zivilisierten Welt.

Nein, Deutschland ist nicht „untergegangen“.

Es ist schon ein gewaltiger Unterschied ob man unverschuldet untergeht oder in einem harten und von deutscher Seite erbittert geführten Krieg („Wollt ihr den totalen Krieg?“ –  „JAAAAA!!!“) besiegt wird.

Deutschland wurde – Dank sei Gott – besiegt und damit wurde auch der politischen Macht der  bösartigen, grausamen und menschenverachtenden Ideologie des Faschismus das Ende bereitet.  Im Westen Deutschlands erlernten die Deutschen durch mehr oder weniger starken Druck der Siegermächte demokratische Strukturen, der Osten hingegen wurde formal von der Sowjetunion für „antifaschistisch“ erklärt und ächzte noch Jahrzehnte unter dem „Demokratie“ genannten real existierenden Sozialismus/Kommunismus sowjetischer Prägung,  mit Hilfe der Stasi wurde die „richtige politische Einstellung“ überwacht, Abweichler von der Norm weggesperrt  und alle Bürger durch den „antifaschistischen Schutzwall“ eingesperrt!

Aber glaubt der Schreiber der obigen Zeilen wirklich, dass „sein Deutschland“  mit dieser Vergangenheit nichts zu tun hat, dass er sich so mir nichts dir nichts  distanzieren kann von dem was Deutschland war und er nun in einem „neuen Deutschland“ fröhlich und bar jeder Geschichte leben kann?  Ist dieser seltsamen Vorstellung seine Zuordnung   „dein Deutschland“ geschuldet, das im nicht näher definierten Gegensatz zu „seinem“ oder gar „unserem“ Deutschland steht?

„Mein Deutschland ist bunt, weltoffen und demokratisch“.

Ist das so?

Und besteht das schöne neue, bunte Deutschland dann nur aus Schwarz, Gelb, Rot, Grün und Dunkelrot?  Ist „Blau“dann plötzlich keine Farbe mehr, sondern nur noch ein unappetitlicher Zustand, zum Kotzen, wie nach einer durchzechten Nacht? (By the way, nach der Farbenlehre ist BLAU unverzichtbar, will man GRÜN erhalten…  und wenn man mit den Farben im Farbkasten spielt und Rot und Grün kräftig zusammenrührt und mit etwas Schwarz anreichert, ergibt es ein sattes Braun )

Gilt weltoffen nur noch  noch für Leute mit der rechten – ähh – richtigen Gesinnung und wer bestimmt die? Oder meint „weltoffen“ eine Einladung an alle Menschen und Völker dieser schönen Welt, aber den Ausschluss Herrn Gaulands und seiner Partei und aller Menschen, die die AfD gewählt haben?

Und was ist heute demokratisch?  Ist es demokratisch, nur noch eine politische Meinung zuzulassen und sorgsam darauf zu achten, dass niemand den Boden der grünrotschwarzgelbtiefroten Gemeinschaftsideologie verlässt? Hat das Grundgesetz noch Gültigkeit, das allen NICHT verbotenen Parteien das Recht einräumt, sich an freien, demokratischen und geheimen Wahlen zu beteiligen und vor allem allen wahlberechtigten Bürgern das Recht zuspricht, in geheimer Wahl ihren politischen Willen zum Ausdruck zu bringen, indem sie einer Partei und/oder einer Person ihre Stimme geben?

Wäre es so, dass in der politischen Farbenlehre nur noch rotgrüngelbschwarztiefrot zählte, Weltoffenheit nur noch den neu zu uns Kommenden gelte aber den Abweichlern von der Farbenlehre nicht mehr und Wahlen nur noch ein Ergebnis haben dürften, nämlich das derjenigen, sie sich selber für bunt, weltoffen und demokratisch halten und alle verachtend ausgrenzen, die nicht sind wie sie, dann, ja dann würde ich den Untergang Deutschlands beklagen, eines freien Deutschlands nämlich , das sich seiner Vergangenheit bewusst ist und DESHALB so demokratisch ist wie nie zuvor.

Bei Facebook, dem ich das „Plakat“ und damit auch dieses kleine Gedankenspiel verdanke, habe ich folgende Kommentare abgegeben. Sie stelle ich hier unverändert ein, auch wenn sie etwas holperig daherkommen:

 

A:  Vielleicht sollte man wieder „mehr Demokratie wagen“, wie es einst der große Willy Brandt seiner Partei und allen deutschen Bürgern nahelegte. Mich hat das damals tief beeindruckt. Ich war jung und politisch interessiert. Inzwischen bin ich alt geworden, aber Politik interessiert mich immer noch. Allerdings bin ich bekümmert darüber, wie wenig Zutrauen so viele Leute noch in demokratische Prozesse haben und es macht mich fassungslos, mit welchem Hass und welcher Häme Menschen ausgegrenzt werden, die nicht dem „modernen Bild“ eines uniformen Staatsgedanken entsprechen. Ich entdeckte diesen Text und stelle ihn hier ein, er gibt all das wieder, was mich in der Diskussion um Rechts und Links bewegt, denn das sollten wir doch nicht vergessen: Die Linke fußt auf dem Unrecht der SED – oder besser gesagt, des Kommunismus, der viel Elend über die Menschen gebracht hat – unsere „Oma Gifhorn“ könnte ein Lied davon singen. Aber das spielt in den Medien so gut wie keine Rolle. Schon mal darüber nachgedacht, warum das so ist?

Hier nun der Text: „

»So ganz begreife ich euer Problem nicht. Es wurde mit der AfD eine Partei gewählt, die rechte Positionen besetzt, so wie wir mit den Linken und den Grünen Parteien haben, die linke Positionen besetzen. Es empören sich alle so, als hätte man der AfD die absolute Mehrheit überlassen. Die Wahl der AfD war für alle, die das stetige Abdriften der Politik nach links beenden wollen, reine Notwehr.

Natürlich gibt es bei der AfD auch extreme Rechte, aber eine Demokratie muss auch die vertragen können, sonst wäre es keine Demokratie. Wieviele der Brandflaschenwerfer aus Hamburg waren wohl Linke oder Grüne? Das war doch auch ziemlich extrem und da wird nicht so ein Aufstand gemacht. Wer eine Politik der Mitte möchte, muss auch manchmal ein Steinchen auf die rechte Seite der Waagschale legen.

Als Demokrat bin ich entsetzt, was hier im Land seit einiger Zeit abgeht. 13% haben die AfD gewählt, nicht weil sie wieder Konzentrationslager wollen, nicht weil sie sich wieder einen Führer wünschen, nicht weil sie das dritte Reich wieder aufleben lassen wollen, sondern weil sie einfach die Meinung der Linken in diesem Land nicht teilen.

Die CDU hatte vor 10 Jahren noch überwiegend die gleichen Ansichten wie heute die AfD, aber die Partei ist nach links gewandert und nicht ihre ehemaligen Wähler nach rechts.

Würde man isoliert die Meinung eines Helmut Schmidt zur Flüchtlingsfrage hören, würde man ihn auch als Nazi beschimpfen, denn der war total gegen die Zuwanderung so vieler Moslems. Das SPD-Urgestein Wehner hat schon vor langer Zeit vor unkontrollierter Zuwanderung gewarnt. Selbst die Ansichten der SPD von 1997, würde man heute als Rechts bezeichnen.

Jetzt ist mit der AfD eine Partei mit 13% vertreten, die endlich mal eine ganz andere Meinung hat. Genau das nennt man Demokratie, aber ihr bekommt hier alle Schnappatmung. 

Hört auf, die AfD-Wähler zu beleidigen und zu diffamieren, denn genau das erzeugt Hass, und Hass führt zu Gewalt. Seid Demokraten und akzeptiert, dass es Menschen mit einer anderen Meinung gibt. Teilen müsst ihr diese Meinung nicht. Aber wer es so an Respekt vor Menschen mit anderer Meinung fehlen lässt, darf selbst keinen Respekt erwarten.

Die SPD bezeichnet sich als Partei der Toleranz und sieht sich als das Bollwerk der Demokratie. Irgendwie erkenne ich das nicht. Also kommt wieder runter und reisst euch endlich mal zusammen.«“   Der Autor wollte unerkannt bleiben, heißt es.

 

B: Ach ja, das muss ich noch ergänzen…. ich bin 1980 aus Überzeugung SPD-Mitglied geworden und bin von vielen Frommen dafür verurteilt worden. Ich bin immer noch in der SPD …. auch wenn mich ihre Positionen zur Zeit überhaupt nicht mehr überzeugen, aber wenn alle weglaufen, wenn es Probleme gibt, gibt es niemanden mehr, der für Veränderung aufstehen kann. Und dafür will ich mich einsetzen: Wir müssen wieder mehr Demokratie wagen, denn für mich ist DEMOKRATIE ALTERNATIVLOS, auch wenn unsere Bundeskanzlerin den Begriff „alternativlos“ immer nur für ihre Politik reklamiert, die ich allerdings für außerordentlich alternativbedürftig halte, was nicht gleichbedeutend ist, die AfD zu wählen. Das habe ich nicht getan und werde es auch nicht tun, aber dieser fürchterlichen, hasserfüllten Hetze gegen Menschen, die aus Gründen, die ich nicht kenne und die sie auch nicht öffentlich rechtfertigen müssen, die AfD gewählt haben, werde ich mit allergrößter Entschiedenheit entgegen treten. Nicht weil ich für die AfD bin, sondern weil ich immer noch auf den alten Willy hören will: MEHR DEMOKRATIE WAGEN !!!

C: Macht euch in euren Worten und Taten nicht denen gleich, gegen die ihr antreten wollt, die Welt zu verbessern. Verachtung drängt Menschen ins Abseits, sie verstehen zu wollen, eröffnet die Möglichkeit des Gesprächs, überzeugen kann man sie nur mit dem eigenen Verhalten und der Wahrung der Würde ihres Menschseins —

(Ich verlinke hier nicht auf den urspünglichen Facebookbeitrag, bei dem ich kommentiert habe, weil es die Seite einer anderen Person ist.)

 

In Ergänzung habe ich bei FB auch noch einen Link weitergegeben, der Hinweis soll auch hier nicht fehlen

 

Schlaglichter: Deutschland hat gewählt 

Fremde Feder: Ulrich Sahm zu journalistischer Verantwortung 6. September, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, israel, israelkritik, politik, presse.
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Schon lange stößt es mir bitter und sauer auf, wenn Journalisten in ihren Berichten aus oder über Israel mit zweierlei Maß messen und dabei die alten antisemitischen Vorurteile ihrer deutschen Leserschaft in Form von „gut gemeinter Israelkritik“ bedienen. Zu wahrer Meisterschaft in der „freundlich-kritischen“ Berichterstattung hat es Richard Chaim Schneider gebracht.

Nun hat Ulrich Sahm, ein versierter Kenner Israels und überaus kompetenter und sich sachlicher Berichterstattung verpflichteter Journalist,  auf einen besonders hinterhältigen Bericht Schneiders öffentlich bei „Audiator-online“ geantwortet.

Mit Ulrichs Sahms Erlaubnis stelle ich seinen Text ungekürzt und unkommentiert hier ein:

 

Replik auf Richard C. Schneider bei Tachles

Kein Mensch muss den israelischen Regierungschef und seine Politik mögen. Aber ein Journalist und Gast in Israel hat nicht die Aufgabe, die Menschen dort zu belehren und ihnen zu sagen, was gut oder schlecht für das Land ist. Als Demokrat sollte man zunächst einmal akzeptieren, dass die Mehrheit der Wähler in einem Staat bestimmt, wie die Politik dort auszusehen hat.

Bei der schweizer-jüdischen Publikation „Tachles“ hat Richard Chaim Schneider dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorgehalten, erstmalig die „Wahrheit“ gesagt zu haben: keine Bulldozer mehr zu schicken, „um Juden von ihrem Land zu vertreiben. Man werde weiter siedeln.“ Für Schneider ist das Verhalten des israelischen Premiers kritikwürdig. Doch genau dafür wurde Netanjahu gewählt. Soll er jetzt seine Wähler vor den Kopf stossen? Das klingt als erwarte man entsprechend von der deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Wahlkampf zu hören: „Wir schaffen das nicht“. Damit könnte sie wohl kaum Wählerstimmen gewinnen.

Schneider ist sich zudem absolut sicher, dass Netanjahu zuvor immer nur gelogen habe: „Jedes Wort, das seinem Mund entschlüpft, ist eine Unwahrheit. Hand aufs Herz: Mögen Sie solch einen Politiker? Ja, ja, geschenkt, alle Politiker lügen. Aber so nahezu nonstop ohne Punkt und Komma? Das muss ihm erst mal einer nachmachen.“ (Zitat Ende)

R.C. Schneider scheint also auch von der Klugheit der Israelis nicht viel zu halten, wenn er unterstellt, dass diese seit Jahren wissentlich einen notorischen Lügner wählen. Ein wahrhaft bitteres Resümee für einen, der so viele Jahre im Land war.

Welchen Stellenwert die „Siedlungspolitik“ in Israel hat, seit den Aufbauzeiten vor 1948 und dann infolge der (linken) Regierungen seit 1967 sollte allgemein bekannt sein. Ohne die intensive Siedlungsaktivität vor 1948 wäre der jüdische Staat Israel nicht gegründet worden. Und nach 1967, als Israel grosse mit Arabern bewohnte Gebiete im Gazastreifen wie im Westjordanland eroberte, waren Siedlungen die Antwort der linksgerichteten israelischen Regierungen auf das dreifache „Nein“ der arabischen Staaten in Khartum: „Kein Frieden, keine Verhandlungen, keine Anerkennung“. Das kleine Israel musste mit einer vergleichsweise kleinen Bevölkerung einen Weg finden, die eroberten Gebiete zu kontrollieren, da eine „Rückgabe“ dieser Gebiete von den arabischen Staaten ausgeschlossen worden war. Ariel Scharon redete genauso wie Netanjahu heute, bis der dann 2005 alle Siedler aus dem Gazastreifen gewaltsam herausholte „um des Friedens willen“. Wie „die Palästinenser“ (nicht nur die Hamas) darauf reagierten, nämlich mit 15.000 Raketen auf israelische Bevölkerungszentren, ist den Israelis sehr wohl bewusst.

Die Verfehlung der Regierung (und anderer Stellen), die vertriebenen Siedler nicht zu kompensieren oder ihnen ordentlichen Wohnraum zu verschaffen, muss hier nicht kommentiert werden. Klar ist, dass ein Trauma geblieben ist, das nicht nur die Siedler, sondern auch grosse Teile der israelischen Bevölkerung trifft.

Schneider formulierte einen bemerkenswerten Satz an die Adresse Netanjahus: „Es gibt nur ein Problem: Sie könnten mit ihren Vorstellungen falsch liegen und bitter scheitern. Dann aber wären sie verantwortlich für den Untergang des jüdischen Staates.“

Dieses Endzeit -Raunen ist reine Überheblichkeit und klingt, als betreibe der ehemalige Israel-Korrespondent der ARD in Tel Aviv Wahlkampf für gewisse linksgerichtete/propalästinensische Parteien. Aus guten Gründen haben diese Parteien, die einen totalen Rückzug aus allen besetzten Gebieten inklusive Ostjerusalems propagieren, seit Ausbruch der 2. Intifada im Herbst 2000 (mit über 1.000 israelischen Toten) keine Chance mehr, eine Mehrheit im Land zu erlangen. Wer nun behauptet, dass das, was die Leute gewählt haben, alles eine „falsche“ Politik sei, sollte vielleicht das Volk auswechseln.

Dem Journalisten obliegt es, nüchtern festzustellen: Die Mehrheit der Israelis will offenbar wenig Rücksicht auf die Palästinenser nehmen, zumal die mit Raketen, Messerstechereien, Forderung nach „Rückkehrrecht“ und ihrem Narrativ letztlich eine Zerstörung des jüdischen Staates betreiben.

Wenn Schneider nun meint, dass die Israelis mit der Siedlungspolitik ihren eigenen Untergang betreiben, so entspricht das voll der palästinensischen Politik und Propaganda. Die sorgen mit ständigem Terror dafür, dass die Israelis ihre Siedlungen weiter befestigen. Das mag eine „falsche“ Antwort sein. Doch, wer am Ende Recht behält, falls es überhaupt je zu einem Ende kommt, kann niemand vorhersagen, auch nicht Richard Chaim Schneider.

Aussagen Netanjahus, wie „Israel als einzige Demokratie“ oder das „moralischste Militär“ erinnern zwar an Trumps „Make America Great Again“ oder Merkels „Wir schaffen das“. Doch nicht umsonst sagen selbst Trump Kritiker immer häufiger, es sei besser, wenn man auf die Fakten schaue, als auf die „Sprüche“. Moralforderungen von aussen sind zudem immer ein zweischneidiges Schwert. Die deutsche Bundeswehr ist vielleicht „moralischer“ als die israelische Armee. Die Bundeswehr darf nach dem eindeutigen Veto der SPD ja nicht einmal israelische Drohnen zur Aufklärung einsetzen, weil die auch bewaffnet werden „könnten“.

Das Dumme ist nur, wenn es Krieg gibt, fühlt man sich im Schutzbereich israelischer Soldaten erheblich sicherer als hinter Bundeswehrsoldaten. Ausserdem kann man alles mit Bomben bewaffnen: Schuhe, Kühlschränke, Fahrräder – um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen.

Und was die Palästinenser angeht, um deren Wohl sich Schneider so sehr sorgt, ohne die Ursachen für deren Misere klar zu benennen, so haben die einen vor mehr als 10 Jahren für eine Kadenz von 4 Jahren gewählten „friedfertigen“ Präsidenten, ein Parlament (dummerweise aufgelöst), eigene Gesetze – sogar mit Todesstrafe, etwa für den Verkauf von Land an Juden – Folter für Journalisten und vieles mehr. Warum also wirft man Bibi Netanjahu dumme Sprüche und Unwahrheit vor, wenn auf der anderen Seite Abbas, Maschal, Hanijeh oder Nasrallah als „Verhandlungspartner“ stehen? Wenn man Schneider folgt, wird Netanjahu zum Glück bald in den Knast wandern und dann wäre wohl die Welt wieder in Ordnung. Einschränkend muss hier jedoch erwähnt werden, dass Netanjahu seit Jahren auf der Anklagebank der Medien sitzt, aber Polizei und Staatsanwaltschaft haben bis heute keinen Anhaltspunkt gefunden, den Premierminister zu verhaften und vor Gericht zu zerren. Ehud Olmert und andere Politiker beweisen, dass die israelische Justiz keine Angst hat, sogar einen amtierenden Premierminister oder gar Staatspräsidenten ins Gefängnis zu werfen. Gleichwohl müssen die Anklagepunkte hieb und stichfest sein.

Auf Facebook hat Schneider seine Selbstdarstellung noch gekrönt: „Nun, ich habe immer versucht, das, was gut ist zu zeigen und ebenso das, was schlecht ist.“ Dabei war er lange genug im Nahen Osten, um zu wissen, dass „schlechtes“ für die eine Seite meist „gut“ für die andere Seite ist. Vielleicht aber hat sein neuer Posten in Rom ihm den Weg von der journalistischen Dialektik zum Absolutismus gewiesen – so dass er jetzt definieren kann, was gut oder schlecht ist. An diesem Punkt ist wird es allerdings unmöglich, Schneiders weitere Äusserungen sachlich zu kommentieren, denn auch der Papst ist bekanntlich „unfehlbar“, wenn er explizit ex cathedra spricht.

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Über Ulrich W. Sahm

Ulrich W. Sahm, Sohn eines deutschen Diplomaten, belegte nach erfolgtem Hochschulabschluss in ev. Theologie, Judaistik und Linguistik in Deutschland noch ein Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien und berichtet direkt aus Jerusalem.

 

„Sei wachsam“… 4. September, 2017

Posted by Rika in gesellschaft.
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singt Reinhard May:

 

Das gilt für uns alle …

und gegenüber  allen  Ideologien, die uns gefangen nehmen wollen….   gleichgültig ob politischer oder pseudoreligiöser  Natur,

für Heilslehren,  Umweltorganisationen, Klimaexperten und  Ernährungsgurus aller  Art gleichermaßen.

Seid wachsam und nutzt den Euch von Gott gegebenen Verstand, stellt Fragen und lasst Euch nicht mit schlichten Antworten abspeisen.

Und habt keine Angst, der Wahrheit nachzujagen und sie unmissverständlich klar weiter zu geben  –  auch wenn derjenige, der die Wahrheit sagt, „ein verdammt schnelles Pferd braucht“, wie Reinhard May es in seinem Song ausdrückt.

 

„Lidl lohnt sich“ – streng neutral! 2. September, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, islam, migration.
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Griechische Produkte werden gerne  mit Fotos aus Griechenland beworben…

So auch bei Lidl:

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Quelle zu diesen Bildern: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1693459307353195&set=a.204135822952225.52422.100000674263585&type=3&theater

 

Blauer Himmel, blaues Meer, weiße Gebäude… das assoziiert  Sommerlaune und Urlaubsfeeling.

Damit aber Konsumenten aus einem nicht „griechisch-orthodoxen“ (also christlichen)   Kulturkreis problemlos die wunderbaren Produkte aus DEM ur-europäischen  Kulturland schlechthin kaufen können, müssen zuvor die lästigen Hinweise auf die religiöse Ausrichtung der Gebäude mit den hübschen blauen Dächern getilgt werden. Man könnte sich ja als Angehöriger der Religion des Friedens durch die Symbole der Anhänger des Nazareners beleidigt fühlen, müssen sich die Marketingstrategen bei Lidl gedacht haben, und wer möchte schon auf potentielle Kunden verzichten, nicht wahr? Oder haben sich die Strategen mit der wechselvollen Geschichte Griechenlands befasst und hielten es deshalb für angemessen, auf die christliche Symbolik zu verzichten?

Zur Erinnerung:

Nach der griechischen Mythologie entführte der mächtige Gott Zeus in der Gestalt eines Stieres die schöne Jungfrau Europa von den Gestaden Phöniziens und ließ sich mit ihr am Strand  der griechischen Insel Kreta zur lustvollen Vermählung nieder.  Als Zeichen der Ehrerbietung für die außergewöhnlich schöne Eroberung des Göttervaters  wurde der Erdteil, zu dem Kreta gehört, nach der Schönen „Europa“ genannt.

In Griechenland, so lernte ich es einst im Geschichtsunterricht, wurde eine Form der politischen Verfasstheit zum  Vorläufer dessen, was wir heute Demokratie nennen – Herrschaft des Volkes.

Das griechische Kernland, so lernte ich es im Religionsunterricht und so kann man es in der Apostelgeschichte (in der Bibel) nachlesen, wurde neben den griechischen Städten in Kleinasien und Syrien zur Keimzelle des jungen Christentums. Die sogenannten Missionsreisen des Apostel Paulus führten ihn in griechische Städte – nach Rom ging er nur, um dort zu sterben -, die Mehrzahl seiner „Briefe“  richten sich an „griechische“ Gemeinden oder Personen. Griechisch war die Verkehrssprache der damaligen Welt und das „Neue Testament“ wurde zuerst auf Griechisch verfasst. Deshalb gehören auf griechische Kirchengebäude  die Symbole, die von Christus zeugen!

Griechenland, so lernte ich es aus der Literatur, wurde allerdings –  wie viele andere Mittelmeerländer – von osmanisch-muslimischen Eroberern  zu einem großen Teil unter die Herrschaft des Islam gestellt. Diese endete erst in der ersten Hälfte des 19.  Jahrhundert. Heute leben  laut wiki etwa 500000 Muslime im Land.

Für Muslime könnten Kirchen und die verhassten Kreuze auf den Verpackungen von Olivenöl, Joghurt oder sonstigen Produkten aus Griechenland also tatsächlich eine Kränkung sowohl hinsichtlich der religiösen wie historischen Gegebenheiten darstellen und somit die Kaufentscheidung beeinflussen.

Und so könnte man mit einer gewissen Rechtfertigung  und  deutschem Übereifer in Sachen Toleranz Rücksicht auf die Gefühle derer legen, die empfindlicher (selbst für scheinbare oder unabsichtliche)  Beleidigungen sind, als wir robusten Mitteleuropäer – mit oder ohne christlichen Hintergrund -, denen man schon mal ein harsches „islamophob“ oder „rassistisch“ an den Kopf knallt, wenn wir leise Kritik üben an den merkwürdigen kulturellen Besonderheiten, die wir immer wieder in Magazinen und Berichten zur Kenntnis nehmen können wie:  Steinigungen von Ehebrecherinnen, Enthauptungen von Christen, Aufhängen von Schwulen an Baukränen, öffentlichen Auspeitschungen für Kinkerlitzchen, Abhacken von Händen oder Füßen,  Töten von Apostaten oder Ehrenmorden an Töchtern sowie  Zerstörung von uralten Kulturgütern oder Kirchen im Namen der Religion des Friedens und des allergrößten Propheten aller Zeiten.

 

Sehr geschätzte Manager und Strategen von Lidl,

LOHNT SICH DAS WIRKLICH ?

 

 

 

 

 

 

Weniger ist nicht „Mehr“….. 3. August, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, politik.
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Vielleicht, so denke ich gerade, liegt es daran, dass ich als kleines Mädchen so oft aus dem Schlafzimmerfenster meiner Großeltern geschaut habe.

In den ersten Jahren meines Lebens wohnte ich gemeinsam mit meinen Eltern in der „großen“ Wohnung meiner Großeltern… Groß erschien mir diese Wohnung wohl deshalb, weil so viele Leute darin lebten. Omma und Oppa, meine Tante Lisa, Mutti,  Vati und eben auch ich. Die einzige Wasserstelle (kalt, natürlich!) war in der einzigen Küche, die Toilette unten  im Hof neben der Waschküche, „wir“ bewohnten 2 der Zimmer, die Tante schlief im Wohnzimmer, die Großeltern in dem besagten Schlafzimmer, an dessen Fenster ich so oft auf einem Stuhl stehend das Treiben in der Fabrik beobachten konnte, die in direkter Nachbarschaft stand. (Das Haus war für die Arbeiter dieser Fabrik gebaut worden…) Im Sommer stand das riesige Tor sperrangelweit offen und ich konnte die Arbeiter im Walzwerk sehen, mit ihren Lederschürzen und mit bis zu den Knien mit Sackleinen umwickelten Beinen, die Füße in Holzschuhen…

Das Dröhnen der Maschinen war ein Teil der „Musik“ meiner Kindheit …. Tag und Nacht.

Als ich ein bisschen größer war  spielte ich mit anderen Kindern Verstecken  zwischen den großen Draht- und Bandeisenrollen, die,  zum Abtransport bereit,   auf einem großen Platz abgestellt waren. Wir hatten jetzt eine eigene Wohnung oben am Berg, aber ich war immer noch sehr oft unten im Tal bei Omma und Oppa…

Meine Omma kochte auch im Sommer auf einem Kohleherd, so einem schönen großen, mit einer umlaufenden Stange und einem riesigen Kohlenkasten auf Rollen, damit man ihn unter dem Herd hervorziehen konnte. Viel später erst nutze meine Großmutter einen kleinen zweiflammigen Gaskocher. Im Sommer blieb dann die Küche im wahrsten Sinne des Worte kalt….

Im Frühling, Sommer und Herbst machte meine Mischpoke ausgedehnte Sonntagsspaziergänge in den umgebenden Wäldern, die Luft dort roch nach Buchen, Fichten und Tannen, Moosen und Wildblumen.  Im Winter aber roch es im ganzen Tal nach Brikett- und Steinkohlenrauch und mit der Asche aus unzähligen Kohleöfen wurden bei Schnee und Eisglätte die nicht asphaltierten Straßen und die Bürgersteige  „rutschfest“ gemacht. Der Bach in der Nähe der großelterlichen Wohnung war meistens von den Abwassern  der vielen kleinen Fabriken, die sich talaufwärts zogen, zu einer braunen Brühe geworden und floss dann in die ebenfalls braun und dreckig fließende Lenne, die von den vielen Fabriken in den Städten an ihrem Oberlauf schon einen gehörigen Ballast an giftigen Abwässern mit sich führte.  Der Himmel über der Ruhr, in die die Lenne mündete, war grau….

Die Menschen hatten Arbeit…

Meine Kindheit war schön.

Und mit dem, was wir heute „Wirtschaftswunder“ nennen, wuchs auch langsam der Wohlstand vieler Menschen und des Landes. Das Bildungs- und Gesundheitswesen profitierte davon, die Infrastruktur in den Städten und sogar auf dem Land verbesserte sich deutlich, das Konsumverhalten der Bürger kurbelte die Wirtschaft immer weiter an…. Das Renten- und Sozialsystem sicherte auch denen einen Mindeststandard, die aus welchen Gründen auch immer nicht am Arbeitsleben beteiligt waren.  (Ich weiß, dass das eine sehr verkürzte Sicht ist, wie mir der Liebste ein wenig vorwurfsvoll vorhält, und er hat ja Recht damit, aber mein Augenmerk gilt an dieser Stelle  nicht der Kapitalismuskritik… )

Heute ist die Nahmer sauber, um nicht zu sagen „rein“. An ihrem Bachlauf liegen keine Fabriken mehr, die Walzwerke und Drahtziehereien  im Nahmerbachtal sind verschwunden, die wenigen Fabriken, die es in meiner Heimatstadt noch gibt, unterliegen strengen Umweltschutzauflagen … und das ist auch gut so! In der Lenne leben wieder Fische…  Enten und andere Wasservögel an ihrem Ufer ….  für Kanuten ist eine Trainingsstrecke angelegt….  an der Uferpromenade  flanieren  Leute und lassen es sich gut gehen…

Der Himmel über der Ruhr ist blau…

Doch die Arbeitslosigkeit ist hoch an Lenne und Ruhr.

Warum ich das gerade heute mit diesem romantisch-verklärenden Blick auf „Gestern“ schreibe?

In der Zeitung stand ein Bericht über Umweltschutz und  in einem kurzen Nebensatz las ich die Forderung nach „weniger Verkehr und weniger Industrie„…. und ich spürte, wie sich in mir der Widerstand gegen diese einfache Formel regte.

Vor gut 130 Jahren machte sich  einer  meiner Urgroßväter aus seinem Dorf im Hochsauerland in jedem Sommer auf in die Stadt an der Lenne, um dort für sich und seine Familie  den Lebensunterhalt  als ungelernter Maurer zu verdienen, beim Bau der großen Fabriken im Lennetal… bevor er zu Beginn des letzten Jahrhunderts ganz in die Stadt, die ihm Arbeit und Wohnung bot, umsiedelte.  Die Landwirtschaft allein und die Arbeit im Wald als Holzarbeiter reichten nicht aus, seine Frau und die Kinder zu ernähren…   seine Tochter, meine Großmutter, hatte nur wenige Jahre an  der Dorfschule lernen dürfen, bevor sie  als „Hausmädchen in Stellung“ ging… meine Mutter konnte nicht zur höheren Schule gehen, weil die Eltern das Schulgeld nicht aufbringen konnten… Erst die Urenkelgeneration  des Bauern aus dem Hochsauerland kam in den „Genuss“ kostenloser „höherer“ Bildung (wobei der Genuss nicht bei allen Urenkeln als solcher auch begriffen wurde 😉 ) und  konnte sogar studieren.

Daran muss ich denken, wenn es um „weniger Industrie“ gehen sollte.  Wir in Deutschland verdanken „der Industrie“ den allgemeinen Wohlstand heutiger Tage, damit meine ich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in unserem Staat: ein funktionierendes Gesundheitswesen,  Bildung, die allen offen steht, soziale Sicherheit im Notfall, Versorgung der Alten und Gebrechlichen, eine gut entwickelte Infrastruktur, Arbeitsplätze   … und nicht zuletzt gesellschaftlichen Frieden, auch wenn nicht alles optimal geregelt ist und an vielen Stellen deutlich  nachgebessert werden müsste.

Mit  „weniger Industrie“  wird es aber ein „Mehr“ an allgemeinem Wohlstand und den notwendigen Verbesserungen nicht geben können.

Ich will nichts schön reden, die Schattenseiten der Industrialisierung, die frühere schreckliche Armut der Arbeiter in den Städten nicht verschweigen, auch nicht den Machtzuwachs „des Kapitals“, den Reichtum der Industriebarone ebenso wenig , wie die unerhört und absurd hohen Gehälter der Bosse heutzutage …   die immer weiter klaffende  Schere zwischen Arm und Reich, das Bankenwesen, all das gehört mit zu den Folgen  „der Industrie“, wie wir sie kennen. Und doch ist diese Gemengelage die Basis für den Mythos  – oder die Realität – des „reichen Deutschland“, dieses Deutschlands, das auf so viele Menschen so anziehend wirkt, dass sie ihr Leben riskieren, um aus Armut und Not hierher zu gelangen.

 

Es wird wohl immer unsere Aufgabe bleiben, Arbeit und Freizeit, Industrie und Umwelt, Mensch und Natur   in einer guten Balance zu halten oder  in Balance zu bringen und ebenso die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (sozialer Staat vs Turbokapitalismus).  Das ist die Gegebenheit, der wir uns stellen müssen. Mit  provokativen Formeln  ist das jedoch nicht zu erreichen.

Weniger ist eben nicht in jedem Fall „Mehr“, auch wenn die schöne Floskel uns das vorgaukeln mag.

 

Der Kaltwalzer….

Kaltwalzer-Denkmal im Hagener Stadtteil Hohenlimburg, Stennertbrücke / Urheber ist Klaus Bärwinkel  gefunden und kopiert aus: https://de.wikipedia.org/

 

„Emma“ – eine Leseempfehlung…. 1. August, 2017

Posted by Rika in emanzipation, familie, frauen, gesellschaft.
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Als junge Fachlehrerin legte ich in den frühen 70er Jahren demonstrativ die „Emma“ auf meinen Platz am Lehrertisch… ich war ja so fortschrittlich, emanzipiert und großartig-modern, dem Feminismus nicht abhold….

Wir waren ein überwiegend junges Kollegium mit einem jungen Schulleiter, aber es gehörten auch einige „alte Knaben“ und nicht mehr ganz jugendliche, um nicht  zu sagen  ältere Damen zu unserer pädagogisch wertvollen ( ja, was denn auch sonst 🙂 )  Lehrerriege. Schülerinnen und Schüler gab es noch nicht, Lehrerinnen und Lehrer auch nicht. Man war Lehrer oder Schüler.  Allenfalls gebrauchte  man in der weiteren persönlichen Beschreibung den Ausdruck „die Schülerin xyz“ oder „die Lehrerin xxx“.  In der Vielzahl jedoch waren es Lehrer und Schüler. Basta.

Möglicherweise, das erinnere ich aber nicht genau, kann es sogar das Bestreben der damaligen  „Emma“ gewesen sein, die Geschlechterzuordnung in der Begrifflichkeit deutlich zu machen,  dem gesellschaftlichen Rang der Frauen und Mädchen  einfach mehr Aufmerksamkeit und Gewicht zu geben.

Es waren die Jahre der ersten kleinen – und dennoch so großen –  Veränderungen in der Bewusstwerdung von  männlich/weiblich.  „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ mischten die wenigen Talkshows auf,  und wir Frauen sollten lernen, dass wir nicht als Mädchen geboren, sondern dazu gemacht würden….  (erschienen als Buch von Ursula Scheu)   eine Behauptung, der ich eine zeitlang widerspruchslos folgte, bis mir nach der Geburt meiner wunderbaren Tochter so sehr  deutlich wurde, dass sie sich doch schon rein äußerlich von ihren ebenso wunderbaren Brüdern unterschied und ich eigentlich nicht wollte,  sie zu einem „Nicht-Mädchen“,  aber eben auch „Nicht-Jungen“  zu machen, denn sie war ja KEIN Junge!  Sie, so wurde mir beinahe schlagartig klar, als ich dieses kleine Wesen eines späten Abends in den Armen hielt und stillte, sollte sich in ihrer Entwicklung  ihrer Weiblichkeit bewusst werden  und sie genießen können, was aber nicht bedeutete, dass sie nicht auch das alles machen und ausprobieren dürfte, was ihren Brüdern in den Sinn kam…  Ich wollte, so nahm ich mir sehr bewusst vor,  unsere Tochter ihren ureigensten Weg gehen lassen….  Und ich glaube, dass sie das bis heute tut.

 

Wie auch immer,

mehrere Jahre war die „Emma“ der Quell meiner weiblichen Weiterentwickelung, bis ich mich schließlich für „genug emanzipiert“ hielt und auf weitere Emmalektüre verzichtete.  Alice Schwarzer war nicht mehr das große Vorbild, sondern eine Frau wie viele andere auch, die im öffentlichen Leben mehr oder weniger deutlich Position bezogen zu den verschiedensten Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Wesentlich  für mich war es in den Jahren der Familienzeit und Kindererziehung eine Balance gefunden zu haben zwischen meiner  „Rolle“  / Arbeit in der Familie (und dem ehrenamtlichen Engagement in Kindergarten, Schule und Gemeinde)  und meiner nach der Kinderpause neu aufgenommenen Berufstätigkeit und darin „meinen“ ureigensten Erkenntnissen und Empfindungen folgen zu können, nicht nach einem Schema leben zu müssen, das mir von außen aufgedrückt wurde. Ich war immer sehr gerne „nur Hausfrau“ in der Zeit, als die Kinder noch klein waren und habe das nicht als einen Makel oder eine Minderwertigkeit hinsichtlich einer wie auch immer formulierten gesellschaftlichen Relevanz erlebt. Im Gegenteil. Ich war – und bin es heute noch – stolz darauf, gemeinsam mit meinem Mann unsere vier Kinder auf ihrem Weg ins Leben und darüber hinaus begleitet und beraten zu haben, und so daran beteiligt zu sein, dass sie einen guten Platz in Gesellschaft und Beruf gefunden haben.  Ich halte das – diese „Familienarbeit“ –  generell für eine große gesellschaftliche Leistung aller Frauen, die in meinen Augen viel zu wenig Wertschätzung durch die Politik und in den Medien  erfährt.

Und nach diesem kleinen Einschub zurück zu  „Emma“.
Ein Artikel nämlich, auf den ich bei facebook aufmerksam wurde,  könnte mich verleiten, wieder einmal eine „Emma“ zu erstehen…

Zumindest aber bringt er mich dazu, ihn  hier als Link weiterzureichen, denn er beschäftigt sich mit einem wundersamen Phänomen unserer Zeit, dem ich so abhold bin, wie man nur sein kann. Ich könnte allerdings mein ablehnendes Unbehagen nicht so präzise begründet in Worte fassen:

Emma:  „Sargnägel des Feminismus“

Daraus dieser kurze Auszug, in dem es um die vermeintliche Wissenschaftlichkeit der sogenannten „Gender Studies“ geht:

Der angestrengte Jargon schaukelt gewichtige Denkleistungen vor, der junge Erwachsene weder zum kritischen Befragen der Gegenwart animiert, noch zu unabhängigen Denkerinnen und Denkern ausgebildet – sie werden vielmehr eingeschüchtert. Weil sie unweigerlich annehmen, dass das, was sie in einem universitären Rahmen zu hören bekommen, intellektuell gewichtig sein muss, wird ihr Verstand nicht geschärft, sondern vernebelt.

Konkreter: Das Studium der Gender Studies macht Studierende oftmals nicht schlauer, sondern in vielen Fragen dümmer. Sie lernen nicht, globale Probleme objektiv zu erfassen, sondern sie durch eine hochgradig antiimperialistische Agenda zu filtern. Ein Workshop, den Dietze zu „Ethnosexismus und Migration“ anbot, befasste sich etwa mit „abendländischen Überlegenheitsnarrativen, zum Beispiel der Demokratie als der besten aller Regierungsformen, der Säkularität als der besten aller Rationalitäten“. Womit „der Überzeugung“ widersprochen werden sollte, dass die westliche Welt über „ein maximal fortgeschrittenes sexuelles Regime“ verfügen. Die Verächtlichkeit gegenüber Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit, die sich durch diese Botschaft aus dem akademischen Paralleluniversum zieht, ist ebenso offenkundig wie die subkutane Faszination für religiös legitimierte Diktaturen, in denen es weder das eine noch das andere gibt.

 

 

Mein mütterlicher Rat – etwas salopp formuliert und alles andere als wissenschaftlich begründet, lautet daher:
Liebe Frauen, Mädchen, Männer und Knaben, nehmt Euch diesen Emma-Text zu Herzen, genießt Eure jeweilige biologische Einzigartigkeit ganz ohne jeden politisch-ambitionierten Weltverbesserungswahn….
Und bleibt – oder werdet wieder – ‚ganz normal‘ … ohne jeden Genderquatsch und sprachverhunzende Binnensterne oder Genderneuwortschöpfungen….

 

 

 

Ich kann es nicht mehr hören…. 29. Juli, 2017

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", flüchtlinge, gesellschaft, hass, islam, migration, politik, presse, terrorismus.
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In Hamburg hat ein „Palästinenser aus Arabien“, eingereist über Norwegen,   in einem Supermarkt ein Messer gezogen und wahllos auf mehrere Menschen  eingestochen und einen Mann dadurch getötet.

Ein weiterer Einzelfall, wie die offiziellen Berichterstatter sich beeilten mitzuteilen.  Und auch ein weiteres bekanntes Erklärungsmodell ist schnell zur Hand:

„Der Attentäter soll psychische Probleme gehabt haben….“

„Man hatte ihm eine Persönlichkeitsstörung attestiert!“ sagt der Mann im Fernsehen gerade… ZDF … „heute“

Der berühmte Einzeltäter mit psychischen Problemen….  Da stellen sich mir doch einige Fragen:

 

Wie viele Menschen in Deutschland  ( die, die schon immer hier leben )  leiden unter einer psychischen Erkrankung?

Wie viele Menschen in Deutschland  ( die, die schon immer hier leben )   leiden unter einer Persönlichkeitsstörung?

Und wie viele derjenigen, die schon immer hier leben und unter einer psychischen Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung leiden,  bewaffnen sich mit einem Messer oder Beil oder einer Schusswaffe und steigen in einen Zug, eine U-Bahn, besuchen einen Supermarkt oder gehen im Stadtpark spazieren und greifen dann ganz spontan wildfremde Menschen an, um sie zu töten?

Gibt es dazu eine Statistik?

Wie viele derjenigen, die schon immer hier leben und wegen einer psychischen Erkrankung oder  einer Persönlichkeitsstörung mit Waffen auf andere Menschen losgegangen sind, gehören einer christlichen Kirche, jüdischen Gemeinde oder einer x-beliebigen Religionsgemeinschaft an, die sich ausdrücklich NICHT  auf den Koran beruft?

Gibt es dazu eine Statistik?

Was sagen unsere berühmten Terrorismus-Experten in ARD und ZDF, Schönenborn, Theveßen und wie sie alle heißen?

Heute in der „heute“ hatten sie einen Psycho-Experten vor der Kamera, der seine Expertenmeinung ohne irgendeine wie auch immer erfolgte Exploration kundtat – für mich schon „der“ Beleg schlechthin für seine „Expertenschaft“.

Das gilt im übrigen für nahezu alle bisher erfolgten Begründungen „psychologischer Einschränkungen“ bei ähnlich gelagerten Fällen. Viel zu schnell und ohne ausreichende Diagnostik werden muslimische Einzeltäter ihrer Verantwortung für ihr Tun enthoben… traurige Jugend, Ausweglosigkeit, Traumata, Lagerkoller und und und. Der Katalog der Ursachen für „psychisch bedingte Straftaten“ ist ebenso umfangreich wie märchenhaft.

Ich kann das nicht mehr hören!

Haben all diese Experten und Nachrichtenschwätzer jemals darüber nachgedacht, was sie mit ihren ach so human gedachten Entschuldigungen bei denjenigen auslösen, die schon immer hier leben und unter psychischen Krankheiten leiden?  Was ist mit denen, die auch in unserer so aufgeklärten  Gesellschaft immer noch ihre Erkrankung als  „Stigma“ erleben, über das sie nicht offen reden können,  weil sie empfinden, dass es sie vom gesellschaftlichen Leben ausschließt?  Haben unsere Terroristenversteher das je bedacht?

Wann gibt es endlich einen Aufstand der Betroffenen – Erkrankten, Angehörigen, Ärzten, Therapeuten – gegen diese ungeheure, immer wieder kehrende Begründung für Terrorangriffe?

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es vor 10 oder 15 Jahren ähnlich häufige  Angriffe  von Menschen mit „psychischen Problemen“ oder „Persönlichkeitsstörungen“  auf völlig unbeteiligte Bürger gab.

Taten, die auf psychische Schwierigkeiten zurückzuführen waren, gab es sicher auch in früheren Jahren, sie betrafen aber so gut wie nie unbeteiligte Dritte, sie galten Angehörigen, Pflegepersonal in den Kliniken oder richteten sich gegen das eigene Leben des betreffenden Menschen.

 

 

Die furchtbaren Amokläufe in Winnenden und Erfurt nehme ich ausdrücklich aus, Begründung siehe Link.

 

 

 

Das schleichende Gift des Jürgen Todenhöfer…. 24. Juli, 2017

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", gesellschaft, hass, islam, israel, medien, terrorismus.
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Nein,

ich werde den ungenießbaren  durch und durch anti-israelischen Facebookeintrag Jürgen Todenhöfers nicht verlinken.

Vielleicht meint jemand, dass ich dann auch keinen Kommentar zu seinem widerlichen Erguss schreiben sollte. Das Argument könnte ich verstehen, aber ich will und werde hier keine Texte eines Antisemiten veröffentlichen, der in widerwärtigster Art und Weise und nicht erst seit heute über Israel berichtet,  eigentlich müsste es heißen gegen Israel polemisiert, wie es im Stürmer des Julius Streicher nicht „schöner“ hätte geschehen können.

Stattdessen gibt es hier bei mir den Link   zu  einen ausgezeichneten  Kommentar bei pro-medienmagazin, den Text kopiere ich  weitgehend hierher:

https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/07/24/juergen-todenhoefer-bietet-israel-hass-fuers-lehrbuch/

 

Daniel Frick verdeutlicht in seinem Text die „Methode Todenhöfer“ auf sehr anschauliche Weise, so schreibt er in der Einleitung:

Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat sich mit einem Facebook-Post dabei besonders hervorgetan. Die wenigen Zeilen sind ein Lehrstück dafür, wie Hetze gegen Israel funktioniert.

Der Eintrag ist nicht ohne Raffinesse geschrieben. Zunächst meint Todenhöfer, keine Regierung der Welt habe das Recht, den muslimischen Palästinensern den „freien Zugang“ zum Tempelberg zu verwehren. Zwei Sätze später sieht er jedoch bereits ein absolutes Zugangsverbot im Anmarsch: „Alles hat man den Palästinensern genommen: Heimat, Freiheit, Menschenrechte. Demnächst auch ihre historische Begegnungsstätte mit Gott?“ Mit dieser Spekulation – ein Zugangsverbot stand aus israelischer Sicht nie zur Debatte – formuliert Todenhöfer nichts anderes als palästinensische Propaganda. Zu lernen ist hier, wie leicht sich Fakten durch Spekulation überdecken lassen.

 

Doch nicht nur die Verschleierung von Fakten durch „Spekulation“ machen den „Todenhöfer-Stil“ aus,  in seinem (Todenhöfers) grässlichem Sermon werden historische Tatsachen bewusst verdreht, Daniel Frick bringt es so auf den Punkt:

Todenhöfer nennt den Tempelberg mit dem muslimischen Namen „Haram asch-Scharif“ (Edles Heiligtum). Dagegen ist nichts einzuwenden. Dann stellt er aber die Bezeichnung „Tempelberg“ als die uneigentliche dar, denn nur „der Westen und Israel“ würden das Areal so nennen – so, als ob dies ein künstlicher Begriff ohne historischen Gehalt wäre. Damit ignoriert er nicht nur die Geschichte der beiden jüdischen Tempel, also die jüdische Verbundenheit mit diesem Ort. Er blendet auch aus, dass selbst ein Reiseführer der Islamischen Aufsichtsbehörde Wakf in den 1920er Jahren völlig unbefangen vom „Tempelberg“ sprach, und dabei angab, dies sei der Ort, wo etwa der salomonische Tempel stand.

Herrr Todenhöfer bedient sich dabei allerdings der „neuesten“ Festlegung des Namens für den Tempelberg durch die UN, die ausdrücklich in einer ihrer zahlreichen Resolutionen gegen Israel den jüdischen Bezug zu dem Berg, auf dem einst die beiden jüdischen Tempel standen, verleugnet und einzig die muslimische Version als Begriff zulässt. Gegen diese Festlegung haben neben Deutschland nur 5!!! weitere Staaten gestimmt, zugestimmt haben unbegreiflicherweise auch Staaten, deren Bürger mehrheitlich einer christlichen Kirche angehören und die eigentlich wissen sollten, dass einst Jesus in eben diesem Tempel auf dem Tempelberg saß „und die Schrift auslegte“, wie es in im Lukas-Evangelium berichtet wird (Kap. 2, 41 – 51).

Ein weiteres Merkmal der Israellhetze, dessen sich auch Jürgen Todenhöfer bedient,  ist die bewusste Vertauschung von Ursache und Wirkung. Daniel Frick schreibt dazu:

Bei der Israelhetze kann es hilfreich sein, Ursache und Wirkung bewusst zu vertauschen. Todenhöfer sieht die palästinensische Gewalt als „Folge der völligen Entrechtung“, und zu dieser „Entrechtung“ gehörten die Zugangskontrollen. Dass diese nach der Ermordung zweier israelischer Sicherheitsbeamter am Tempelberg erfolgten – mit Waffen, die auf das Areal geschmuggelt wurden –, ist Todenhöfer keine Zeile wert. Das zu schreiben wäre auch ein zu großes Risiko: Man könnte auf den Gedanken kommen, diese Kontrollen hätten ihr gutes Recht.

Es ist das altbewährte „Spiel“, das selbst Einzug in die angeblich so seriösen öffentlich-rechtlichen Nachrichten gefunden hat. Wie oft schon habe ich mit Entsetzen bei ARD oder ZDF Sätze wie diesen  gehört: „Israelische Polizisten erschossen Palästinenser bei einem versuchten Angriff.“   Nicht der Angriff der Palästinenser  steht im Vordergrund und löst Entsetzen aus, nein, die Schüsse der Polizei werden hochgespielt und erzeugen mitleidige Betroffenheit beim Publikum – und sage niemand, dass das nicht DIE gewünschte Reaktion sei.

Daniel Frick weist darauf hin, dass das Aufstellen der Metalldetektoren zum Schutz der Sicherheit von Todenhöfer als Skandal angesehen wird.   Weltweit dienen solche Detektoren der Sicherheit… bei großen Sportveranstaltungen, an Flughäfen, bei besonders beliebten Publikumsmagneten wie Heiligtümern und Museen, beispielsweise. Das aber ist Herrn Todenhöfer offenbar keine Silbe wert.

Wie subtil, wie unauffällig-raffiniert Sprache sein und benutzt werden kann, um ganz bestimmte Stimmungen zu transportieren und damit eine sehr bestimmte Haltung zu begünstigen, macht Daniel Frick im folgenden Absatz deutlich:

Wer verbrämte Sprache einflechtet, kann einen hetzerischen Text verharmlosen. Todenhöfer beschreibt, wie er sich am Ölberg mit dem biblischen Tötungsverbot befasst hat. Dazu heißt es: „Durch die schattenspendenden Zweige der jahrtausendealten Olivenbäume ging mein Blick hoch zum blauen Himmel über dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee – Wahrzeichen des Islam … Jetzt ziehen dort dunkle Wolken auf. Weil Israel nicht aufhört, immer systematischer, immer provokativer nach den heiligen Stätten der Muslime zu greifen.“ Die Botschaft ist klar: Israelis sind der Störfaktor in der ansonsten meditativen Idylle Jerusalems.

Eine ähnliche Methode wendet beispielsweise auch die arabisch-„christliche“ Autorin Sumaya Farhat-Naser an, die alljährlich in den Wintermonaten durch deutsche Kirchengemeinden tingelt, um tränenreiche Geschichten vorzulesen, die angeblich dem Frieden zwischen Israelis und Arabern dienen sollen, aber nichts anderes als gut getarnte hasserfüllte Propaganda gegen den jüdischen Staat beinhalten. Viele, zu viele Christen – auch unter meinen Freunden – fallen auf diese Masche herein. Umso mehr danke ich Daniel Frick, dass er dieses subversiv wirkende Gift hier exemplarisch sichtbar gemacht hat.

Ebenso eindringlich wie bedrückend liest sich der letzte, zusammenfassende Absatz, Daniel Frick schreibt:

Die letzte Lektion erweist sich letztlich als eine bittere: Jeder, der sich die oben genannten Punkte zu Herzen nimmt, verlässt den Boden der Wahrheit, der Vernunft und des Gebotenen. Er nimmt in Kauf, dass der jüdische Staat weiter verunglimpft und der Hass auf Juden weiter geschürt wird. Und indem er gegen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Lebens protestiert, stellt er sich nicht auf die Seite des Lebens. Es gibt leider Menschen, die mit dieser Lektion leben können. (pro)

 

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Versuchen wir, hinter die Fassade der „empathisch“ daher kommenden Berichterstattung aus und über Israel zu blicken, seien wir wachsam für die Fallen, die der jeweilige Autor uns stellt, holen wir – wie bei einer schweren Erkrankung –  eine zweite Expertise ein, hören oder lesen wir  eine weitere Stellungnahme und bilden wir uns eine eigene Meinung, die nicht von Nachrichtensprechern oder Moderatoren „eingeordnet“ ist, wie es neuerdings bei ARD und ZDF ganz offen heißt. Lassen wir uns nicht von falschen oder verdrehten Tatsachen hinters Licht führen, schauen wir genau hin, wer  was mit welcher Absicht sagt oder schreibt.

Und bemühen wir uns,  selbst wahrhaftig zu bleiben – nicht nur wenn es um Israel geht.

Mein DANK gilt „pro“, das den Kommentar Daniel Fricks veröffentlicht hat.

Zwischenruf an einen Journalisten… 17. Juli, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Edo Reents kennt sich aus!

Er sitzt in seinem gut klimatisierten Büro und mault.
Mault über Polizisten, die nicht seinem Ideal von Clint Eastwoods Polizistendarstellung – hart wie Kruppstahl, flink wie Windhunde blöd -äh – zäh wie Leder – entsprechen.
Vermutlich hat Edo Reents jede Menge Erfahrung im Straßenkampf, er weiß wie es ist, bei sommerlicher Hitze mit 20 kg Ausrüstung gemütlich über die Reeperbahn zu flanieren, Frau Kipping nannte das ja „marodieren“. Deshalb mault Herr Reents auch darüber, dass es total ungerecht sei, dass diese marodierenden Weicheier von Polizisten nun auch noch eine Belohnung kriegen sollen, Konzert und Extraurlaub. Unverschämt! Wer belohnt eigentlich die tapferen Kämpfer für das Gute, für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt, die im Schanzenviertel so gewalttätig der geballten Staatsmacht stundenlang Widerstand geleistet haben, Autos abfackelten, Geschäfte plünderten, Steine und Flaschen warfen im Dienste der Entrechteten der ganzen Welt? Und wer belohnt die mutigen Journalisten, die sich das Getümmel ganz aus der Nähe betrachtet haben oder die, die in ihrem Büro sitzen und sich zu Tode langweilen, während draußen der Bär steppt?
Die Welt ist ja sooo ungerecht und am ungerechtesten ist, dass der Staat seine Polizeibeamten verhätschelt, sie mit fürstlichen Gehältern ausstattet und dafür sorgt, dass die 38,5 Stundenwoche penibel eingehalten wird…

Ach ja,ich vergaß, am besten orientieren sich unsere Polizisten an englischen Krimis mit korrupten und brutalen Cops oder an Till Schwaiger, das sind die wahren Heroes und es erbittert Herrn Reents ganz offensichtlich, dass der deutsche Michel Typen wie „Harry, hol schon mal den Wagen-Derrick“ oder Horst Krause oder Marie Brandt den Vorzug geben…
Er ist erbittert darüber, dass die Typen im deutschen Film nicht so ganz dem entsprechen, was auf den Polizeirevieren eigentlich los sein soll…. Oder ist es umgekehrt? Sollen uns prügelnde Polizisten im Film einstimmen in eine links-grüne Begrifflichkeit von „Polizeistaat“? Weil DAS die Realität ist und nicht der nette Schutzmann um die Ecke, der Polizist, dein Freund und Helfer?
Mensch, Edo, was haben Sie sich eigentlich bei Ihrem schmierigen Geschreibsel gedacht???

Und mehr sag ich jetzt nicht dazu. Den Text des „Zwischenrufs“  habe ich sehr spontan bei Facebbok geschrieben,  als Kommentar auf den unten verlinkten Artikel.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/krawalle-bei-g20-gipfel-polizisten-werden-gehaetschelt-15108937.html?GEPC=s6