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Jauchzet…. frohlocket…. 10. Dezember, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, judentum, meditatives.
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Seit vielen Jahren ist es im Hause Rika Tradition die Adventszeit mit der wunderbaren ersten Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium einzuläuten….. morgens zum Frühstück…   vor dem Gottesdienstbesuch… am Adventkranz brennt die erste Kerze…

Doch nicht nur zum Frühstück erklingt die Aufforderung zu jauchzen und zu frohlocken, auch beim adventsonntäglichen Kaffeetrinken ergötzen wir uns an der wunderbaren Musik. Das hatte vor zwei Jahren  auch der kleine Enkelsohn mitbekommen und fand großen Gefallen an der Musik. Bei einem der nächsten Besuche fragte er:

„Omi, kann ich den Chor hören?“

„Was meint das Kind mit ‚Chor'“, fragte ich mich…. und dann auch das Kerlchen selbst.

„Den Chor und die Trommel!“ meinte es.

Ich wusste augenblicklich, welche Musik der kleine Mann meinte.

Chor und Trommel.

Das trifft es doch gut. Mit einem ‚Trommelwirbel‘ in die Zeit der Erwartung…

Hier sind sie, der Chor und die Trommel….

 

Jauchzet!  Frohlocket! Auf, preiset die Tage!

Jauchzen und freuen, auch wenn vielen von uns in diesen Tagen so oft  das Herz schwer ist angesichts der vielen bösen Stimmen, die sich erheben gegen das Volk der Juden, aus dessen Mitte ER gekommen ist, CHRISTUS, das Heil der Welt.

Ich wünsche allen Menschen eine schöne, friedliche und gesegnete Zeit des Advent.

 

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Fremde Feder: Reden über Jerusalem 7. Dezember, 2017

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber, fatah, gesellschaft, islam, israel, israelkritik, judentum, medien, plo, politik, presse, terrorismus.
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„Redet mit Jerusalem freundlich“ , lautet eine berühmte Aufforderung, die wir schon in der Bibel lesen können … (Jesaja 40,2)

Seit gestern ist Jerusalem  ganz besonders in aller Munde, doch die meisten, die über  – nicht „mit“ – Jerusalem reden, tun das nicht freundlich, jedenfalls nicht wenn mit „Jerusalem“ die israelische Regierung gemeint ist, analog zu „Berlin macht… tut… schweigt…“, wenn Frau Merkel ein bedeutungsschweres Statement zur politischen Lage der Welt,  die sie ja permanent zu retten beabsichtigt, verkündet oder verkünden lässt…

Nein, die Reden über Jerusalem sind in aller Regel nicht freundlich.

Aber es gibt Ausnahmen, eine davon fand ich heute bei mena-watch.

. Thomas Eppinger hat sie gehalten, bzw. aufgeschrieben. Ich nehme mir die Freiheit und stelle sie hier ungekürzt ein. Ich weiß, dass das nicht so ganz den Regeln entspricht, aber die Erfahrung aus 10 Jahren Blog machen dieses Vorgehen nötig, denn schon oft habe ich nur ein kurzes Zitat, versehen mit einem Link eingestellt, doch nach 3 oder 4 Jahren war der Link nicht mehr stabil, der ganze Text nicht mehr auffindbar. Das ist oftmals sehr schade…

Für den nun folgenden Text wäre es aber mehr als das. Darum, lieber Thomas Eppinger, Sie mögen mir verzeihen, wenn ich Ihren Text einfach hierher kopiere…  er ist zu gut, um in 4 Jahren oder so nicht mehr auffindbar zu sein.

Reden wir über Jerusalem. Das Ende einer diplomatischen Scheinheiligkeit

Von Thomas Eppinger

Treffen sich ein Jude, ein Christ und ein Moslem.
Christ: „Ihr Juden habt Jesus umgebracht!“
Jude: „Nein, das waren die Muslime!“
Moslem: „So ein Blödsinn. Vor zweitausend Jahren gab es noch gar keine Muslime!“
Christ: „Da hat er recht!“
Jude: „Stimmt, dann können wir ja jetzt über Jerusalem sprechen!“

Ja, reden wir über Jerusalem. Und überspringen wir die feindseligen Kommentare der üblichen Verdächtigen von Jakob Augstein bis Michael Lüders, gehen wir an dieser Stelle nicht auf die Phrasen von einer drohenden Gewaltspirale ein, lassen wir die Appeaser außen vor, die vor einer Störung des Friedensprozesses im Nahen Osten warnen. Wir kennen die Sprüche seit Jahren.

Außerdem: Syrien, Jemen, Sunniten gegen Schiiten, Iran gegen Saudi-Arabien, islamischer Fanatismus, arabischer Nationalismus, autokratische Herrscher, die jedes demokratische Pflänzchen im Keim ersticken – der Frieden im Nahen Osten hängt von ganz anderen Dingen ab als vom Sitz der amerikanischen Botschaft in Israel. Die breite Front gegen die Anerkennung der israelischen Hauptstadt durch den amerikanischen Präsidenten war vorhersehbar. Sie ist eine logische Folge des Mainstreams in Politik und Medien, der seit Jahren durch die schrittweise Delegitimierung Israels gekennzeichnet ist.

Reden wir also über Jerusalem. Reden wir darüber, dass diese Stadt schon jüdisch war, als es Christen und Muslime noch gar nicht gab. Dass der erste Tempel vom Sohn Davids fast tausend Jahre vor der Geburt Jesu errichtet wurde. Dass Jerusalem schon vor 3000 Jahren die Hauptstadt von Juda war. Dass erst im 7. und 8. Jahrhundert der Felsendom und die Al-Aqsa Moschee unter islamischer Herrschaft errichtet worden sind, an eben jenem Ort, an dem einst der erste und der zweite Tempel standen, und der den Juden zu dem Zeitpunkt schon seit mehr als eineinhalb Jahrtausenden heilig war. Doch so schwer 3000 Jahre auch wiegen mögen, die Neuzeit wiegt noch schwerer.

Reden wir also über die Gründung Israels, über den Teilungsplan der UNO von 1947, in dem Jerusalem als corpus separatum vorgesehen war, der von den Vereinten Nationen durch einen Treuhänderrat und einen Gouverneur regiert werden sollte. Ausländische Truppen sollten die Stadt schützen und den gleichberechtigten Zugang für Gläubige aller drei abrahamitischen Religionen zu ihren heiligen Stätten sicherstellen. Israel hat diesen Teilungsplan akzeptiert, während eine Allianz aus Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien und Irak schon am Tag nach der Unabhängigkeitserklärung über Israel hergefallen ist. Den Unabhängigkeitskrieg hat Israel gewonnen, das jüdische Viertel der Altstadt Jerusalems und den Osten der Stadt jedoch an Jordanien verloren. In Westjerusalem, das unter israelischer Hoheitsgewalt stand, galt seit 1948 israelisches Recht. 1949, nach dem Waffenstillstandsabkommen, erklärte Premierminister David Ben-Gurion Jerusalem zum untrennbaren Teil Israels und dessen ewiger Hauptstadt, der Beschluss des Parlaments folgte am 4. Januar 1950.

Reden wir darüber, dass während der jordanischen Besatzung von 1949 bis 1967 vom religiösen Interesse an den islamischen Heiligtümern wenig zu spüren war. Einige örtliche Institutionen wurden geschlossen, wie das Arabische Hochkommissariat und der Oberste Muslimische Rat, andere wurden nach Amman verlegt. Daniel Pipes bezeichnet das Jerusalem unter jordanischer Herrschaft als „isolierte Provinzstadt von weniger Bedeutung als Nablus“ und beschreibt die diplomatische Bedeutungslosigkeit der Stadt für die arabische Welt:

„Kein arabischer Führer kam während der neunzehn Jahre, die Jordanien Ostjerusalem kontrollierte, hierher und König Hussein (regierte 1952 – 1999) selbst kam nur selten zu Besuch. König Faysal von Saudi-Arabien sprach nach 1967 oft von seiner Sehnsucht in Jerusalem zu beten, jedoch schien es ihn nie gekümmert zu haben dort zu beten, als er die Chance dazu hatte. Wahrscheinlich am bemerkenswertesten ist, dass die Gründungsurkunde der PLO, der Palästinensische Nationalvertrag von 1964, Jerusalem nicht ein einziges Mal erwähnt oder auch nur andeutet.“

Bis heute steht die politische Symbolik im krassen Gegensatz zum nachlässigen Umgang der palästinensischen Behörden mit den angeblich so bedeutsamen islamischen Stätten Jerusalems.

Reden wir vom antisemitischen Furor während der Besatzungszeit. Nach dem Einmarsch der jordanischen Truppen in Ostjerusalem im Mai 1948 wurden Tausende Juden vertrieben, deren Familien seit Jahrhunderten in der Stadt gelebt hatten. Jordanien verweigerte den Israelis den Zugang zur Klagemauer, dem heiligsten Ort des Judentums, und zum Friedhof auf dem Ölberg, seit mehr als 2500 Jahren eine jüdische Begräbnisstätte, was ein klarer Bruch des Waffenstillstandsabkommens von 1949 war. Hunderte jüdische Gräber wurden von einer Autobahn zerstört, die direkt über den Friedhof geführt wurde.

„Die Grabsteine, die das Andenken von Rabbis und Weisen ehrten, wurden von der Bauabteilung der jordanischen Arabischen Legion für Fußböden und Latrinen verwendet (die Inschriften auf den Steinen waren noch sichtbar, als die Israelis die Stadt befreiten). Das alte jüdische Viertel der Altstadt wurde verwüstet, 58 Jerusalemer Synagogen – manche davon Jahrhunderte alt – wurden zerstört, andere wurden als Vieh- und Hühnerställe genutzt. Direkt neben der Westmauer entstanden Slumsiedlungen.“

Der 1997 wiedererrichtete Große Bogen der Hurva-Synagoge (Von MathKnight, CC BY 2.5)

Schon nach der Sprengung der Hurva-Synagoge 1948 brachte der jordanische Kommandeur Abdullah el Tell die Strategie seiner Truppen präzise auf den Punkt: „Zum ersten Mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich.“ Die Juden vertrieben, ihre Häuser und Synagogen zerstört, ihre Gräber geschändet. Die Hoheit über Ostjerusalem jemals wieder aus der Hand zu geben, ist für Israelis nicht verlockend.

Reden wir darüber, dass die Israelis trotz alldem bei der Rückeroberung der Stadt 1968 auf den Einsatz schwerer Waffen verzichteten, um Moscheen und Kirchen zu schonen. Sie verwehrten den Muslimen nicht den Zugang zu ihren heiligen Stätten und unterstellten den Tempelberg einer autonomen muslimischen Verwaltung: dem Waqf. Die arabisch-palästinensischen Einwohner haben den Status von „ständigen Einwohnern“, können sich innerhalb Israels bewegen und sind auch sozialversichert. Auch der Zugang zur israelischen Staatsbürgerschaft steht ihnen offen. Heute sind rund ein Drittel der Einwohner Jerusalems Muslime.

Reden wir auch darüber, dass Donald Trump mit der Anerkennung der israelischen Hauptstadt nur eine Jahrzehnte lange diplomatische Scheinheiligkeit beendet. „Seit Jahrzehnten erkennt die internationale Gemeinschaft stillschweigend an, dass die Stadt der jüdischen Könige David, Salomon und Herodes, die Stadt, in der bis zur Zerstörung durch die Römer der Tempel stand, und in der Jesus als „König der Juden“ von den Römern gekreuzigt wurde, die Stadt, die Juden seit 2000 Jahren beim Pessachfest beschwören – „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ –, dass diese Stadt, die nur deshalb Christen und Muslimen heilig wurde, weil sie seit jeher den Juden heilig ist, die Hauptstadt des jüdischen Staates ist und sein muss.“, schreibt Alan Posener dazu in der WELT. Ganz allein ist Trump mit seiner Entscheidung übrigens nicht. Im April dieses Jahres nahm die Welt schweigend zur Kenntnis, dass Russland Westjerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt hat. Und im Mai hat das tschechische Parlament Jerusalem als Hauptstadt anerkannt.

Und zuletzt, reden wir noch darüber, dass es den Frieden keinen Schritt näher gebracht hat, ständig den Druck auf Israel zu erhöhen. Denn selbst die schmerzhaftesten Zugeständnisse Israels reichten den Palästinensern nicht, deren eigentliches Ziel immer lautete: „Geht zurück ins Meer. Oder sucht euch ein anderes Land.

Unabhängig davon, wann bzw. ob die USA ihre Botschaft nach Jerusalem verlegen, markiert die Anerkennung der israelischen Hauptstadt eine Wende in ihrer Nahostpolitik. Schon mit der Ankündigung steigt der Druck auf die arabische Welt, endlich die Realität anzuerkennen: Es kann niemals ein „Rückkehrrecht“ für Palästinenser geben, die nicht in Israel geboren wurden. Und Jerusalem wird die Hauptstadt Israels bleiben. Vielleicht wird es einmal auch die Hauptstadt eines palästinensischen Staates sein, aber nie wieder werden sich die Juden aus ihrer Stadt vertreiben lassen. Je geschlossener Europa sich dem anschließen würde, desto größer wäre die Aussicht auf Erfolg. Leider beweist der Kontinent vorläufig nur, wie recht Dan Shueftan mit seinem Bonmot hatte: „Immer wenn Du Zweifel hast, frag die Europäer – und mach dann das Gegenteil.“

 

Fremde Feder: Das christliche Erwachen gegenüber der Heiligkeit des Tempelbergs bringt prophezeihtes „Haus des Gebets für alle Nationen“ näher 22. Juli, 2017

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", christsein und glaube, fatah, islam, israel, judentum, plo, terrorismus.
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Ich  übernehme den  Text, den ich von heplev übernommen habe, auch wenn der Akzent dort anders gesetzt ist, als ich es hier kommentiere.

Anlass für mein Rebloggen des langen Aufsatzes sind die arabischen Ausschreitungen in Jerusalem, die sich gegen die von Israel installierten Sicherheitskontrollen an den Zugängen zum Tempelberg entzündet haben. (Und der fürchterliche Mord an drei Israelis, die am Shabbat von einem Araber bestialisch umgebracht wurden – getreu dem Aufruf muslimischer Autoritäten folgend, die zum „Tag des Zorns“ als Reaktion auf die neuen Sicherheitskontrollen aufgerufen hatten.)

Israelische Sicherheitskräfte haben in der vergangenen Woche arabisch-israelische  Angreifer erschossen, die zuvor die  drusischen Polizisten mit Schüssen getötet hatten.  Um zu verhindern, dass Waffen von „betenden Muslimen“ auf den Tempelberg gelangen und dort gelagert werden, hat die Polizei in Jerusalem verfügt, dass Metalldetektoren an den Eingängen angebracht werden. Diese gibt es bereits seit Jahren an den Zugängen zur Kotel (Klagemauer) und natürlich auch an den „heiligen Stätten der Muslime“ in Mekka und Medina …. was  aber bisher in keinster Weise als Behinderung für Betende betrachtet wurde.

Zur Klarstellung:   Nicht „Israel“ verhindert, dass Christen im „Haus des Gebets für alle Nationen“ beten können, es ist der Ungeist des sich virulent ausbreitenden Islam extremster Prägung, der ja nicht nur den Tempelberg ganz offiziell seines ureigen Namens beraubt hat (Siehe UN-Resolution), es ist der Islam, der mit Hass gegen Juden (und Christen gleichermaßen) agitiert und jedes jüdische – und damit auch frühchristliche – Zeugnis in Israel und Judäa-Samaria auszulöschen versucht.

Hier in Deutschland, will mir scheinen, erfüllt sich aber gerade eine andere uralte biblische  Prophetie vor unseren Augen:

1. Mose 12, 3  „Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ (Elberfelder Übersetzung)

Moses Mendelsohn übersetzt die gleiche Bibelstelle so:

Ich will nämlich segnen, die dich segnen; wer dir flucht, den will ich verfluchen, und mit dir werden sich alle Geschlechter des Erdreichs segnen.“

Diese Verheißung gilt Abraham  –  und ihm allen Menschen, die G’ttes Bund mit Abraham als ewigen Bund der Verheißung annehmen und anerkennen.

(Meine sehr persönliche Anmerkung dazu: Der Mitgliederschwund der christlichen Kirchen in Deutschland und Europa hat exakt mit dieser Verheißung zu tun….  Die ständige Verurteilung Israels durch christliche Bischöfe und Pfarrer und ihrer „gläubigen Schäfchen“, das Ablegen ihres Kreuzes durch die höchsten deutschen christlichen Vertreter auf dem Tempelberg, das gemeinsame Beten mit den Nachfolgern Mohammeds und der Gleichstellung G’ttes mit dem Allah des Koran in Anbiederung an die, die „Juden vom Gesicht der Erde tilgen wollen“, wie führende islamische Gelehrte in Anlehnung an den Koran fordern, das alles hat Auswirkungen auch auf die Entwicklung der Kirche.)

 

Doch nun zum Text:

 

abseits vom mainstream - heplev

Adam Aliyahu Berkowitz, Breaking Israel News, 20. Juni 2017

sie bringe ich zu meinem heiligen Bergund erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt.
(Jesaja 56,7)

Bisher ist der blutige Kampf um den Tempelberg zwischen Muslimen und Juden ausgetragen worden, aber ein neues Erwachen bei einigen Christen zu dessen Bedeutung schafft eine sich verschiebende vormessianische Wirklichkeit an dem bereits brisanten Ort. Der sich entwickelnde Status der Christen auf dem Tempelberg zeigte sich vor ein paar Wochen in einer muslimisch-christlichen Konfrontation, die beinahe in Gewalt endete.

Der Showdown auf dem Tempelberg involvierte Nate Waller, den Leiter der Aktionen von Hayovel, einer Organisation, die christliche Freiwillige nach Israel bringt, um biblische Prophetie zu erfüllen, indem sie in Weinbergen in Samaria arbeiten. Als regelmäßiger Besucher des Tempelbergs ist Wallers Verbindung zu dem…

Ursprünglichen Post anzeigen 740 weitere Wörter

Holocaust…. 29. Januar, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, judentum, politik.
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Zum ersten Mal mit dem „Begriff“  HOLOCAUST  konfrontiert wurde ich durch die amerikanische Fernsehserie „Holocaust – die Geschichte der Familie Weiss“, die 1979 auch im deutschen Fernsehen gesendet wurde.

Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, den Begriff  HOLOCAUST  je zuvor gehört zu haben.

Wohl erinnere ich mich daran, dass später im Elternrat der Schule meiner Kinder darüber diskutiert wurde, ob man diese Serie Kindern zumuten dürfe. Viele Eltern sprachen sich dagegen aus, ich vertrat damals die Meinung, dass man das, was Deutsche damals jüdischen Kindern „zugemutet“ hatten, die Qualen an Leib, Seele und Geist zu erleiden, durchaus in filmischer Darstellung den heute in Frieden und Freiheit lebenden Kindern zumuten dürfe, zumal die Serie auf schulgerechte Länge gestutzt und um allzu grausame Details „bereinigt“ war.

Für das, was Deutsche den europäischen Juden angetan hatten, gab es meiner Erinnerung nach vor dem Ausstrahlen dieser Fernsehserie  keinen „Begriff“ im allgemeinen Sprachgebrauch, ja, eigentlich gab es auch kaum ein allgemeines Sprechen oder Reden über das  Schreckliche, das Böse, das unaussprechlich Furchtbare. Zu meiner Schulzeit zwischen 1956 und 1966 und auch während meines ersten Studiums  von 1967 – 1972 wurde nicht über  „das“ offen geredet, was  in den nichtjüdischen Familie  in den Gesprächen der Älteren anklang, es wurde von „Judenverfolgung“, verharmlosend von „Reichskristallnacht“ gesprochen,  ganz allgemein erklärt, dass im Dritten Reich Juden  verfolgt und in Lagern umgebracht wurden.

Meine ersten detaillierten Informationen über das Grauen entnahm ich  einem Roman, den meine Eltern im Bücherregal stehen hatten und den ich heimlich las, weil er ja eigentlich für Erwachsene gedacht war, ich aber noch im zarten Teenageralter oder sogar etwas jünger war… so genau weiß ich es nicht mehr. Der Roman hieß „Exodus“, von Leon Uris.

Was ich da las, konnte ich nicht fassen.

Und ich begann zu fragen … meine Eltern, meine Großeltern, Tanten und Onkel, sogar die Freunde meiner Eltern. Manchmal, so erinnere ich es, kam es dabei zu heftigen Diskussionen und Vorwürfen meinerseits. Ich bin in einer gläubig-frommen Familie aufgewachsen. Wir gehörten einer sogenannten Brüdergemeinde an. Ich erfuhr von Bespitzelungen der Gottesdienste durch die Gestapo während der Naziszeit … und von Angst. Meine Großväter lebten aber in der festen Überzeugung, dass, wer die Juden antaste, Gottes Augapfel antaste, so habe ich es von ihnen selbst gehört, aber auf meine vorwurfsvolle Frage, warum sie denn Gottes Augapfel nicht geschützt hätten, gaben sie keine Antwort.

Erst viel später, als ich mich intensiv mit mir selber auseinander gesetzt hatte und mir die Frage gestellt hatte, wie ich damals reagiert hätte, und ich diese Frage nicht wirklich abschließend zu meinen Gunsten beantworten konnte, habe ich aufgehört, meine Familie dafür zu verachten, dass sie nichts gegen Hitler und das Regime unternommen hatte. Im Wissen um das, was geschehen ist, kann man sich leicht zum mutmaßlichen Widerstandskämpfer stilisieren, aber ich bin ein Mensch, der sich schnell begeistern kann, wenn jemand mit genügender Überzeugung für seine Sache wirbt. Ich bin aber auch jemand (geworden), der schlecht damit umgehen kann, wenn anderen Unrecht geschieht, dann mische ich mich ein, argumentativ oder tatkräftig. Wenn ich heute über die Frage nachdenke, wie ich mich verhalten hätte zu Adolfs Zeiten, kann ich mir aufgrund meiner Struktur beides vorstellen, damals nämlich ein Anhänger und Bewunderer gewesen zu sein oder ein erklärter Gegner. Und vielleicht hätte mich die Angst ebenso gelähmt, wie meine Familie damals. Ich bin nicht stolz darauf (und heute habe ich eine sehr klare Haltung)  und genau das macht mich heute wachsam für Situationen und politische Entwickelungen, die ich als gefährlich ansehe. Gefährlich für mich, für unsere Gesellschaft, für die Zukunft.

Doch zurück zu meiner Überschrift über diesen Blogbeitrag:

HOLOCAUST

Wer von uns verbindet den Begriff heute noch so  exclusiv  mit der Vernichtung der europäischen Juden?

Wer denkt bei Holocaust zuerst an  SECHS MILLIONEN GETÖTETE JUDEN ?

In der diesjährigen Gedenkstunde des Bundestages anlässlich des  „Holocaustgedenktages“ am vergangenen Freitag gedachte man der  Euthanasie-Opfer während der Nazizeit; von Juden war in keinem einzigen Satz die Rede.  Nicht dass man mich falsch versteht, ich finde es richtig, auf die vielen, vielen Menschen hinzuweisen, die als „unwertes Leben“  im Zuge der Euthanasie-Aktion der Nazis getötet wurden. Auch sie waren Opfer einer fürchterlichen Ideologie, die sich anmasste, Menschen einen Wert zuzumessen oder abzuerkennen, sie für lebenswert zu halten oder sie „als Last für  den Volkskörper“ dem Tode preis zugeben.

EINSCHUB: Wir müssen meiner Meinung nach gut aufpassen, ob dies nicht in anderer Form wieder zum Tragen kommt, etwa in der pränatalen Diagnostik, wenn es darum geht, ob ein Fötus, ein Kind, das das Down-Syndrom oder eine andere Form der Behinderung  hat, ausgetragen werden soll oder nicht, ob es seiner Familie zumutbar ist oder nicht. Gleiches gilt bei der Frage, welche medizinische Versorgung Schwer- und Schwerstkranken lebenslang zuteil werden darf / soll / muss und unter welchen Umständen der Tod eines alten und / oder schwerkranken Menschen bewusst mit Hilfe von Medikamenten herbei geführt werden soll / darf oder nicht.)

Der Holocaust, die geplante und straff organisierte Vernichtung der Juden hatte aber noch eine weitere,  eine andere erschreckendere Dimension, sie richtete sich ausdrücklich und ausschließlich, mit dem vermeintlich legalen Hinweis auf die angeblich „mindere Rasse“  gegen die Angehörigen des jüdischen Volkes – und gleichzeitig  traf es Deutsche, Holländer, Ungarn, Franzosen, Griechen, Italiener, Ukrainer, Polen… allesamt jüdische Bürger ihrer jeweiligen Heimatländer

In vielen Städten, so auch in Hannover, gibt es ein Mahnmal oder eine Gedenkstätte, auf den Holocaust hinzuweisen. In Hannover wurde seit der Errichtung des Mahnmals an dieser Stelle der Opfer gedacht. Das Mahnmal liegt zentral, mitten in der Stadt, alle (den Behörden bekannten) Namen der Hannover’schen Opfer sind eingraviert, ihr Alter ist angegeben, das Datum und der Ort ihrer Deportation. Sie, die Opfer, sollten wieder mitten in die Stadt zurück geholt werden, als ein Zeichen, dass sie hierher gehörten und gehören.  Am Holocaustgedenktag legten Vertreter der Stadt Hannover, des Landes Niedersachsen und die der jüdischen Gemeinden in Hannover dort Kränze nieder und es wurde in Ansprachen der Menschen gedacht.  Ich habe in all den Jahren ebenfalls das Mahnmal aufgesucht am Tag des Gedenkens, habe eine Kerze angezündet oder Blumen hinterlegt an der Stelle, an der der Name eines Angehörigen meiner Freundin eingraviert ist. In diesem Jahr wunderte ich mich und war verstört, dass weder Kränze noch Blumen am Mahnmal zu sehen waren. Dann fiel mir ein, dass in Hannover Ahlem, auf dem Gelände der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule  die zentrale Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust eingerichtet worden ist, weil dort die hannoverschen Juden von SS und Gestapo gesammelt wurden, bevor  von dort aus die Deportationen selbst begann.

Ahlem liegt weit vom Zentrum entfernt.

Wer nimmt es überhaupt wahr, dass dort der ermordeten jüdischen Bürger Hannovers  gedacht wird?

Doch vermutlich nur diejenigen, die sich ohnehin mit dem Thema beschäftigen.

Zwar waren in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler einer berufsbildenden Schule an der Gedenkzeremonie beteiligt,  doch  für die meisten Hannoveraner blieb das Erinnern „unsichtbar“, so wenig im Bewusstsein der Bürger, wie die Tat damals, denke ich ….

Im Internet lese ich und das Fernsehen berichtete auch bereits, dass Herr Trump in seiner Ansprache zum Gedenken an den Holocaust zwar der „Opfer“ gedachte, aber mit keinem Wort die Juden erwähnte. Und natürlich wird er dafür heftig kritisiert.

Aber vielleicht ist es auch ganz anders, als alle Kritiker ihm vorwerfen, und für ihn ist allein schon der Begriff   „HOLOCAUST“ explizit und eindeutig, eben „nur“  verbunden mit der Vernichtung der europäischen Juden, und es kommt ihm darum gar nicht in den Sinn, extra auf die „jüdischen Opfer“ hinzuweisen.

Bei uns in Deutschland gibt es Gruppierungen, die von einem „Holocaust“ an Tieren reden, die von einem „Holocaust“ fantasieren, der in Gaza stattgefunden haben soll, verübt durch Israelis, die angeblich aus dem Holocaust nichts gelernt hätten.

Der beinahe schon inflationäre Gebrauch des Begriffs, der ursprünglich für das „Singuläre“ für die  Vernichtung des europäischen Judentums  stand, kann meiner Meinung nach dazu führen, dass immer weniger Menschen sich mit dem furchtbaren Schrecken der Ermordung von 6 Millionen Juden befassen.

Ich habe mir schon vor einiger Zeit angewöhnt  das hebräische Wort „Shoah“ zu gebrauchen, wenn ich über die Vernichtung der Juden spreche.

In Israel käme vermutlich kein Mensch auf die Idee, SHOAH anders zu verstehen…..

oder das Wort anders zu gebrauchen.

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Siehe dazu auch diese Erklärung bei HaGalil

Es ist der 9. November 2016 9. November, 2016

Posted by Rika in gesellschaft, hass, judentum, politik.
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Der 9. November ist ein denkwürdiger Tag.

Das wissen wir alle.

Heute diskutiert die halbe Welt über das Wahlergebnis in den USA, Donald Trump wurde gewählt, er wird der nächste Präsident.

 

Vielleicht denkt die halbe Welt heute nicht an den Tag des Infernos, als am 9. November 1938  in Deutschland die Synagogen brannten.

Das möchte ich bei all dem Hype um die als „Weltuntergang“ beschworene Wahl Donald Trumps nicht  vergessen.

 

.

 

2032

Das Bild war Teil einer Ausstellung von Synagogen-Bildern in der Marktkirche Hannover.

 

Die Synagogen brannten und bald auch  Menschen, jüdische Menschen.

 

 

 

 

 

Der neunte November neunzehnhundertachtunddreißig war nicht der Anfang, der lag weit davor,  er war „nur“ der Auftakt zum Schlimmsten….“    (himmel und erde 2013)

 

 

 

Anti-israelische Propaganda … 15. September, 2015

Posted by Rika in aktuell, israel, judentum, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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… im von Zwangsgebühren finanzierten Rundfunk…  rechtzeitig zu Rosch ha-Schana.

Man hätte ja vielleicht anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes eine interessante und informative Sendung darüber machen können, wieso das jüdische Neujahr nichts mit Silvester zu tun hat und darüberhinaus nicht an einen festen Termin im gregorianischen Kalender gebunden ist. Man hätte über die wunderbaren Gebräuche berichten können, die sich rund um das Fest entwickelt haben, ja, man hätte sogar den Zusammenhang der Hohen Feiertag von Rosh HaShana über Jom Kippur bis zu Sukkot darlegen und erklären lönnen.

Und ich kann mir gut vorstellen,  dass es genug Hörerinnen und Hörer geben würde, die so eine Sendung mit Interesse verfolgen, weil sie einfach etwas mehr über das Judentum erfahren.

Man hätte…  aber man hat nicht.

Man hat es stattdessen vorgezogen, eine Sendung  anti-israelischer Propaganda mit dem Titel

„Baustelle Palästina“   Architektur unter der Besatzung

zu präsentieren, getreu wohl dem unausgesprochenen Leitmotiv  der Kulturschaffenden im deutschen Rundfunkwesen, dass es nichts Positives über Israel zu vermelden gibt – und wenn es doch einmal unumgänglich ist, über Israels  Kompetenz in Wissenschaft und Technik zu berichten, dann auf jeden Fall aber mit dem deutlichen Hinweis, dass Israel nicht müde wird, die Palästinenser zu schikanieren und zu unterdrücken.

Und damit auch in der oben genannten Sendung von vornherein klar ist, was der Zuhörer als wesentlichen Ertrag der Sendung behalten soll, wird sie in dem begleitenden Text so eingeleitet:

Im „Heiligen Land“ sind Zerstörung und Wiederaufbau tägliche Realität. Im Westjordanland, in Ostjerusalem und in Gaza ringen palästinensische Denkmalschützer, Kulturschaffende, Architekten und Stadtplaner in diesem Spannungsfeld.

Zerstörung und Wiederaufbau – darunter geht es nicht. Und selbstverständlich ist für Zerstörung Israel verantwortlich, während der mühsame Wiederaufbau nur unter den schrecklichsten Bedingungen durch die „Palästinenser“ bewerkstelligt werden muss. An dieser Stelle sei mir gestattet darauf hinzuweisen, dass der „Wiederaufbau des völlig zerstörten Gazastreifens“ leider, leider immer noch nicht wirklich in Gang gekommen ist, weil die von Israel gelieferten Baumaterialen umgehend von der Hamas für den dringend erforderlichen „Wiederbau“ der Terrortunnel und Kommandostellen der „Freiheitskämpfer“ requiriert und eingesetzt wurde. Aber das erfahren die Hörer der Sendung natürlich nicht.

Stattdessen geht es nach der Vorstellung eines architektonischen Meisterwerkes, das gleichzeitig als „politisches Manifest“ beschrieben und gefeiert wird,  so weiter:

Es geht bei den Architekten von ShamsArd aus Ramallah aber nicht allein um Ästhetik – oder um Ökologie. Bauen ist in einem Land, das permanent von den Israelis kontrolliert wird, ein politischer Akt:

„Der Markt für Baumaterialien in Palästina ist schwierig, da alle Materialien importiert werden müssen – aus den arabischen Nachbarstaaten, oder vom israelischen Besatzungsstaat. Wir wollen aber Unabhängigkeit in unserer Architektur. Wir müssen die Kontrolle über unsere Architektur und das Baumaterial haben, denn die Israelis könnten ja die Exporte stoppen. (…) Wir wollen nicht von Israel abhängen – weder beim Bauen, noch beim Essen, noch beim Leben. Wenn eine Nation nicht ihre eigene Produktion entwickelt, gibt es keine Freiheit.“

Es ist natürlich unangenehm, dass man beim Bauen, Essen und Leben so total von den Importen aus den arabischen Nachbarstaaten abhängig ist und richtig schrecklich ist natürlich die Abhängigkeit von den verhassten Israelis, das leuchtet doch selbst den objektivsten und sanftmütigsten Zuhörern unmittelbar ein. Da hätte es eigentlich des nächsten Hiebs gegen Israel gar nicht mehr bedurft:

Wie sehr Architektur immer auch ein Ausdruck der Herrschaftsverhältnisse ist, zeigt sich im Alltag palästinensischer Architekten überdeutlich. Die Gebiete des Gaza-Streifens und des Westjordanlandes sind streng abgeriegelt von Israel – ein Kontakt zwischen beiden Palästinensergebieten ist kaum möglich. Auf den Straßen sind Check Points zu passieren. Eingeteilt ist Palästina in die Zonen A, B und C. Nur in der A-Zone hat die Palästinensische Autonomiebehörde das alleinige Sagen – und damit auch das Baurecht. In der B-Zone kontrollieren Israelis und Palästinenser gemeinsam. Die C-Zone allerdings – der Großteil der Palästinenser-Gebiete – untersteht allein den Israelis. Dort ist das Bauen für die Palästinenser streng verboten. Von Palästinensern errichtete Häuser werden von Bulldozern gnadenlos plattgemacht.

„Herrschaftsverhältnisse“ ist ein ganz wunderbarer Kampfbegriff der antiimperialistisch ausgerichteten Nichtherrscher unter Linken und Grünen und mir aus längst verflossenen Göttinger Studienzeiten immer noch seltsam vertraut, lagen doch auf den Tischen in der Mensa, in den Seminarräumen und Hörsaalgebäuden entsprechende Flugblätter aus, die uns alle auf den antiimperialistischen Kampf gegen „Herrschaftsverhältnisse“ einzustimmen hatten.  Und wenn nicht die RAF ihren Kampf gegen jene furchtbaren Strukturen, die uns so ein unbeschwertes Leben in der vom Kapitalismus beherrschten BRD ermöglichten, wenn also die RAF ihren Kampf nicht so gewaltsam auch mit Hilfe der Palästinenser und ihres Terrorchefs Arafat ausgetragen hätte, wer weiß, vielleicht hätten mich die Streitschriften doch noch zu einer halbwegs guten Linken gemacht… so aber… Nun ja.

Zurück zu den Bauten in der C-Zone: „Die C-Zone allerdings – der Großteil der Palästinenser-Gebiete – untersteht allein den Israelis. Dort ist das Bauen für die Palästinenser streng verboten. Von Palästinensern errichtete Häuser werden von Bulldozern gnadenlos plattgemacht.“ Natürlich fällt es den Berichterstattern unseres staatstragenden Rundfunks gar nicht ein, ebenso darüber zu berichten, dass es Israelis bei Strafe verboten ist, in der A- oder B-Zone zu bauen, und schon gar nicht kommen sie auf den Gedanken zu erwähnen, das selbstredend für jegliches Bauen und egal in welcher Zone, in denen die Israelis mitreden, eine Genehmigung notwendig ist und deshalb sämtlichen Gebäuden, die ohne Genehmigung errichtet werden, der Abrissbagger zu Leibe rückt. (Chaja hat das in mehrern Beiträgen sehr gut beschrieben!) Das trifft auch auf die Häuser der sogenannten „Siedler“ zu.

Dass die Moderatoren und Redakteure von keinerlei historischen Kenntnissen  in ihren Bemühungen um den Kampf gegen „Herrschaftsverhältnisse“ gebremst werden, geschenkt. Und so hörte ich dann auch voller Erstaunen diese (hier schriftlich wiedergegebene) Passage:

Einzelne Initiativen im Land wollen das Alte bewahren – oder im Krieg zerstörte Häuser wieder aufbauen: 4000 Häuser wurden allein in Nablus, einer 2000 Jahre alten Stadt, durch die israelischen Bombardements zerstört – viele von historischem Wert. Aber es gibt keine Denkmalschutz-Gesetze, kaum Geld und wenig Bewusstsein in der Bevölkerung. Für Quais Assali ist Denkmalschutz eine Frage der palästinensischen Identität:

„Nicht nur die palästinensische Architektur ist durch die Okkupation bedroht, sondern auch die Kultur. Die Menschen glauben, sie hätten keine eigene Geschichte, kein Erbe, weil ihnen die Okkupation aufgezwungen wird. Zugleich erleben sie gerade eine gesichtslose Moderne. Da ist es schwierig, die eigene Identität zu bewahren.“

Quais Assali

Die Moderatoren vergessen zu erwähnen, dass die von den Arabern  „Nablus“ genannte Stadt  die Nachfolgerin des alten Sichem ist, das schon zu biblischen Zeiten – schon vor rund 4000 Jahren –  existierte und in der Bibel mehrfach genannt wird.

Kleiner Exkurs: Das Internet ist eine Quelle der Erkenntnis, so findet sich dort das „Handbuch zur biblischen Alterthumskunde, von Ernst Friedr. Karl Rosenmüller,  der Theologie Doctor, und der morgenländischen Literatur ordentl. Professor zu Leipzig„. Erschienen ist das gute Stück „1827 zu Leipzig in der Baumgärtnerschen Buchhandlung“ und es behandelt in seinem Zweiten Teil „Palästina, oder das Land der Hebräer„. In seinem dritten Kapitel widmet sich der Professor „Samaria“ und den „Städten Samaria’s“ . Darin ist wiederholt die Rede von Sichem, nicht aber von Nablus.

Die Erwähnung Nablus hingegen kann man in einem alten Reisebericht aus dem Jahr 1837 nachlesen. Der Ort stand bis zur Einrichtung des britischen „Mandatsgebiet Palästina“ unter türkischer Herrschaft. Nach der Staatsgründung wurde Israel bekanntlich von seinen arabischen Nachbarn mit einem verheerenden Krieg konfrontiert, in dessen Folge „Nablus“ unter jordanische Besatzung fiel.

Es verwundert mich jedoch  nicht, dass,  Zitat s.o. :  „Die Menschen glauben, sie hätten keine eigene Geschichte, kein Erbe, …“ Wie sollen sie, die Menschen, die heute im von Arafat erfundenen Staat Palästina leben,  eine eigene Geschichte haben, wenn sie in der Mehrheit und  bis auf die wenigen durch die arabischen Gebiete ziehenden Beduinen  und die im Land lebenden Drusen doch so gut wie nichts mit der tatsächlichen Geschichte des Landes zu tun haben, sondern erst im Zuge der vermehrten Besiedlung des Landes durch Juden, die aus der Diaspora in ihr angestammtes Land zurückkehrten, als Lohnarbeiter aus den umliegenden arabischen Gebieten nach dem damals allgemein so genannten Landstrich „Palästina“ einwanderten. Die behauptete reiche arabische Kultur im Land hat es doch so nie gegeben!

Welche Identiät hätten sie also bewahren können, von der in der Sendung die Rede ist?

Juden aber, egal in welchem Land der Welt sie gelebt haben und leben, haben niemals ihre jüdische Identität, die IMMER  mit dem „Land der Väter“ und mit Jerusalem auf engste verknüpft war, verloren. (Oft genug ist ihnen das zum schrecklichen Verhängnis geworden.) Sie wussten immer und waren sich dessen absolut sicher,  die uralte Stadt Jerusalem  ist das eigentliche kulturelle und spirituelle Zentrum  jüdischen Lebens ….  Der  Satz „Nächstes Jahr in Jerusalem“ war / ist Teil jeder Sederfeier in der Diaspora.

Aber das können die Verantwortlichen der Kultursendung natürlich nicht wissen und vermutlich ergeht es ihnen ähnlich wie Frau Merkel, für die das „Internet“ noch vor kurzer Zeit absolutes „Neuland“ war, sie konnten sich leider auch nicht im Internet informieren und so auf die Sendung vorbereiten. So mussten sie der anti-israelischen, pro-palästinensischen Propaganda einfach hilflos zuhören….

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Nachlesen und hören kann man die Sendung unter diesem Link.

AD MEA VE ESRIM….. 15. Juni, 2015

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„Hundertundzwanzig sollst du werden!“ lautet ein traditioneller jüdischer  Wunsch zum Geburtstag.

Und das ist es, was ich „Dienste in Israel“ anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von Herzen wünsche.

Ich erinnere mich vage an einen Gottesdienst in meiner Gemeinde im  Frühsommer vor 34 oder 35 Jahren. Mitglieder unserer Gemeinde berichteten über ihre Reise nach Israel. Sie hatten aber  keine gewöhnliche Urlaubsreise als Touristen gemacht, sie kamen vielmehr von einem Erntehelfereinsatz in einem Kibbuz zurück und hatten auch eine große Kiste Orangen mit gebracht, um zu verdeutlichen was sie dort unten in der Nähe des Gazastreifens eigentlich gemacht hatten:  Orangen geerntet.

Das war, so erinnere ich mich, das erste Mal, dass ich etwas von „Dienste in Israel“ erfuhr.

Immer wieder in den darauf folgenden Jahren gab es in meiner Gemeinde viele Impulse aus und für Israel, Informationen über die Arbeit von „HaGOSCHRIM“, den „Brückenbauern“, wie die Organisation in Israel auch genannt wird. Junge Leute aus Deutschland gehen als Volontäre für drei, sechs, neun oder zwölf Monate nach Israel, arbeiten in einem Kibbuz oder in einer der vielen sozialen Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen –  Senioren im Pflegeheim oder schwer- und schwerstbehinderte junge und auch ältere  Menschen.  In Deutschland werden sie durch „Dienste in Israel“ auf Land, Leute und ihre Aufgabe vorbereitet (inklusive einem ersten Anfängerkurs Hebräisch),  in Israel werden sie duch Mitarbeiter von DiI betreut – Wohnung und Büro sind in Jerusalem – und von den Ansprechpartnern in den Einrichtungen eingewiesen, angeleitet und begleitet. Ich habe die Wohnung in der „Hagai schewa“ als einen Ort der Begegnung kennengelernt …. unser ältester Sohn war 13 Monate als Volontär im Land, zunächst hatte er nur einen dreimonatigen Kibbuz-Einsatz geplant, dann kam sein Anruf…  „Ich würde gerne länger bleiben…!“ Aus organisatorischen Gründen musste er nach einem weiteren „Urlaubsmonat“ in Israel zurück nach Deutschland kommen und dann drei Monate später erneut nach Israel aufbrechen für 9 Monate Dienst in einem Altenheim in Kfar Saba…

DIENSTE IN ISRAEL  – was wäre es ohne die Volontäre und was wäre es  ohne die schier unermüdliche Arbeit von Fridegart und Egon Maschke und aller nachfolgenden Leiter und Mitarbeiter ? Ich erinnere mich daran, dass Fridegart, wann immer sie hörte, dass jemand aus dem Großraum Hannover nach Israel reiste,  mit der Bitte an die Reisenden herantrat, doch eine „Kleinigkeit“ für die Mitarbeiter im Jerusalemer Büro mitzunehmen, und so kam es, dass ich einmal mit einem riesigen Kochtopf zu meinen Füßen den Flug nach Israel antrat und dieses Ding dann auch noch per Bus und Scherut durchs halbe Land transportierte….  Jeder und jede, die mit Maschkes jemals wegen Israel in Kontakt waren, könnten ähnliche Geschichten erzählen…. und über allem stand immer der vertrauensvolle Auspruch : „Be’Esrat HaSchem“  – mit Gottes Hilfe  und der dazu gehörende Dank „Toda laEl“ –  „Dank sei GOTT“ – „wem sonst“, wie Fridegart oft und gern hinzufügte….

Am vergangenen Wochenende dann das große Fest.

Ein Fest der Begegnung und des Dankes – TODA RABA, TODA LA’EL!

Rückblick auf die 40 Jahre, Erinnerung an die Anfänge, Ehrung der Begründer des Werkes – Fridegart und Egon Maschke -, Dank an die vielen, vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in all den Jahren. Dank auch an die israelischen Behörden, ohne die das alles gar nicht möglich wäre, Dank an die vielen Spender, ohne deren finanzielle Hilfe eben auch gar nichts mgölich wäre, denn DiI finanziert sich zum allergrößten Teil aus Spenden.

Immer waren junge deutsche Volontäre von DiI im Land, selbst in den schwierigen Zeiten der Intifada und der kriegerischen Auseinandersetzungen. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst wärend des ersten Golfkrieges. Die Mitarbeiterin des Jerusalemer Büros hatte noch am frühen Morgen ein Fax an die Gemeinde geschickt – sie hatten, so berichtete sie damals, einen Raum der Wohnung als Schutzraum gegen mögliche Gasangriffe durch die irakische Armee eingerichtet… aber sonst ging es ihnen gut….

Ralf Zintarra, der jetzige  Leiter von DiI berichtete, dass er ständig auf die besondere Situation in Israel reagieren müssen, so sei er auch in der vergangenen Woche während der Vorbereitungen auf das Fest hier in Hannover angerufen worden von der Mitarbeiterin in Jerusalem, die ihn wegen des neuerlichen Raketenangriffs aus Gaza kontaktierte….

Wir hier, in unserem friedlichen Deutschland, das seit der Kapitulation vor 70 Jahren keinen Luftangriff auf Städte und Gemeinden  mehr erlebt hat, können uns doch gar nicht vorstellen, wie es ist, unter der ständigen Bedrohung zu leben…. und auch die Zeiten der RAF mit ihren mörderischen Angriffen auf völlig unschuldige Menschen liegt längst hinter uns… erinnern wir uns eigentlich noch an die Zeit?

Wie ist es, wenn man nicht  sicher sein kann, dass in Bus oder Bahn, in Geschäften oder Restaurants, Diskotheken, Kinos bei Freiluftveranstaltungen alles friedlich ist, man jederzeit  – JEDERZEIT –  mit einem Bombenattentat rechnen MUSS ? Das aber war lange grausame Realität in Israel – und ist es ja zum Teil immer noch!  Und wäre nicht der Schutzzaun, der verhindern soll, dass Attentäter ungehindert die grüne Linie passieren und ins israelische Kernland eindringen können, würden wir auch heute immer wieder von solchen schweren Anschlägen hören…. die „kleinen“, die dennoch passieren (mit dem Auto in die wartende Gruppe an der Haltestelle fahren, Steine auf Autos schleudern, Messerattacken, Überfälle auf Juden in den Siedlungen und… und… und) sind doch  unseren Medien keine einzige Zeile wert, ebensowenig wie die vielen Raketenangriffe AUF  Israel… unsere Medien machen erst mobil, wenn Israel seinerseits sich gegen die Angriffe zu Wehr setzt.

Auch mit dieser Realität sind die Volontäre konfrontiert.

Das aber –  die komplizierte politische und bedrohte  Lage  Israels, wie sie beispielsweise in diesem Artikel  beschrieben wird –  kam bei dem wunderbaren Fest nur andeutungsweise zum Ausdruck. Der Blick richtet sich auf die Aufgaben in der Zukunft.

So lautet dann auch das Motto des Festes:

   לְ הִ פָ גֵ ׁש  וְ לְ הַ כִ יר   –  לִ בְ נֹות  אֶ ת  הֶ עָ תִ יד  בְ יַ חַ ד

“ Einander begegnen   –    Gemeinsam Zukunft bauen   „

und weist weit über die Tage des Feierns hinaus.

Gebe der Ewige, dass mein Wunsch zum Jubiläum über die Zeit hinaus gesegnete und segensreiche  Wirklichkeit sei…

Pfingsten und Schawuot…. 24. Mai, 2015

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Frohe Pfingsten!

wünsche ich allen christlichen Leserinnen und Lesern, und

CHAG SCHAWUOT SAMEACH

den jüdischen Freunden von „himmel und erde“.

In diesem Jahr beschert der Kalender wieder  die zeitliche Übereinstimmung  beider Feste, die ja auch im Ursprung des „christlichen Pfingstfestes“ bestand, wie es die Apostelgeschichte beschreibt.

Und auch wenn Juden und Christen ein höchst unterschiedliches Gottesverständnis haben, das ich hier und heute weder  beschreiben noch negieren und schon gar nicht beurteilen will, so wünsche ich uns allen doch die Kraft des göttlichen Geistes, die unser menschliches  Dasein und Leben ermöglicht, die uns inspiriert,  uns trägt und hält – so wie es  uns nach TANACH und NT zugesagt ist.

„Schmücket das Fest mit Maien!“ heißt es in einem alten Pfingstlied….  und zu Schawuot singt man – wie mir mein Hebräischlehrer einst glaubhaft versicherte – u.a.  „EREZ SAWAT CHALAW UDWASCH“.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen schöne und gesegnete Feiertage!

Aus dem Nähkästchen geplaudert…. 9. März, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, judentum, medien, politik, terrorismus.
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Um es gleich ganz klar zu sagen: Es geht nicht um mein Nähkästchen, weder um dessen Inhalt, der ist zwar  mannigfaltig und interessant, noch  um dessen Anwendung im Hause Rika. Es geht auch nicht um Klatsch und Tratsch, mit dem man den Begriff „Nähkästchenplauderei“ am ehesten in Verbindung bringt.

Ich wähle diese Überschrift –  und damit verbinde ich gleichsam ein Gefühl der Ohnmacht, das ich seit Jahren empfinde – für den Hinweis auf einen Artikel, in welchem  ein Insider  die seltsam anmutende Übereinkunft beschreibt, mit der Medien sich eines Landes annehmen, das im Vergleich zu den meisten Ländern dieser Erde winzig ist, dessen Bevölkerung und  Politik aber mit Argusaugen beobachtet, beschrieben und damit gleichzeitig  zum Zentrum des weltpolitischen Interesses gemacht wird:

ISRAEL

Keinem anderen Land der Welt wird eine derartige Aufmerksamkeit zuteil, wie dem kleinen Staat im Vorderen Orient. Kaum ein anderer Politiker steht so sehr im Focus der öffentlichen Kritik, wie der jeweilige Ministerpräsident des Staates Israel – unabhängig davon, welcher politischen Partei und Richtung er jeweils angehört. Denn eines ist so gewiss wie das Amen in der Kirche: Ein israelischer Ministerpräsident kann nach den kommentierenden Medien – vor allem unseres Landes – eigentlich NICHTS richtig machen, vielmehr ist davon auszugehen, dass er grundsätzlich ALLES falsch macht. Das jedenfalls ist die betrübliche Quintessenz meiner höchst eigenen Beobachtung der grundsätzlich „kritischen“ Berichterstattung aus Nah-Ost, die an Israel und seiner Politik immer das bekannte Haar in der Suppe findet und mit schönster Regelmäßigkeit aus der „Brühe“ zieht und geradezu genüsslich betrachtet, während die Herren von Fatah und Hamas so etwas wie Narrenfreiheit genießen. Meine Tochter würde stattdessen wohl eher  den Begriff „Welpenbonus“ wählen, bedeutet der doch, dass man jemandem – entsprechend einem  jungen Tier,  ganz  egal ob Wolf oder Schaf –   den Status  des zu Schützenden   zubilligt.  Und das ist es doch, was man den mörderischen Terrortruppen von Hamas oder Fatah  zugesteht: Schutz vor Kritik, völlig egal, wie grausam und fürchterlich ihre Aktionen gegen die ansonsten doch so beschworene „Menschlichkeit“ sind. Geht es um oder gegen Israel, hat ein kleines Kind, das von Steine werfenden Arabern so schwer verletzt wird, dass es an den Folgen stirbt, jedes Recht auf „Menschlichkeit“ verwirkt, spielt „Angriff gegen die Menschlichkeit“ keine Rolle, wenn Rabbiner beim Morgengebet in ihrer Synagoge abgeschlachtet werden. Dann – wenn es gegen Israel geht – sind diese Angriffe „Ausdruck der unterdrückten Minderheit“, die mit dem Mantra von der „Besatzung durch Israel“ allemal gerechtfertigt werden.

Mich hat das – und man kann es in allen meinen Stellungnahmen dazu hier bei „himmel und erde“ (exemplarisch hier) nachlesen – immer schon sehr irritiert und immer wieder fassungslos gemacht. Ich konnte und kann nicht verstehen, dass kluge Menschen (ich halte Journalisten zumindest nicht für dumm) so einseitig über einen Konflikt berichten, der doch alles andere als eindimensional zu betrachten und zu bewerten ist. Es hat mich wütend gemacht – und macht es mich noch – dass „die Siedlungen“ zum Gradmesser der Friedfertigkeit erklärt werden, der Charta der Hamas aber gar keine Beachtung geschenkt wird und auch das öffentliche Gerede des Herrn Abbas von einem zu bildenden „judenreinen Palästina“ niemanden der kritischen Journalistengarde auf die Idee bringt, DAS für zutiefst rassistisch zu halten und dem Tatbestand der Apartheid entsprechend zu beschreiben und zu verurteilen, wo hingegen Israel immer wieder als „Apartheidsstaat“ diskriminiert wird, obwohl arabische Bürger in Israel   die gleichen demokratischen Rechte und Freiheiten genießen wie die jüdische Bevölkerung.

Nicht erst nach der Lektüre des oben bereits genannten und unten verlinkten Artikels, aber durch ihn  ist  mir aufs Neue klar geworden, dass es nur einen einzigen Grund geben kann, der Menschen, die ansonsten durchaus zu differenzieren verstehen, zu dieser einseitigen Haltung gegenüber Israel veranlasst: Israel ist der Staat des jüdischen Volkes.  Es sind JUDEN gegen die sich die manchmal nur dürftig verschleierte Wut und Verachtung richtet. Seit Israel aus der Knechtschaft Ägyptens befreit wurde und sich durch seine monotheistische Gottesbeziehung und die damit verbundenen kultischen Erfordernisse und Gesetze von seinen umgebenden Nachbarn deutlich unterschied, ist es – wie die Propheten der Bibel sagen – zum Stein des Anstoßes und zum Zankapfel der Mächtigen der Welt geworden. Sie, die Menschen, wurden verfolgt, gedemütigt, gemordet und verbannt, weil sie Juden waren.  Ich habe lange in der Annahme gelebt, dass diese anti-jüdischen Ressentiments und die daraus resultierenden Haltungen und Handlungen nach der Shoa nicht mehr das vorherrschende Element in der Beziehung zu Juden (und damit vor allem auch zu Israel)  sein könnten, sein würden…..  Ich habe mich getäuscht. „Leider“ zu sagen, drückt nur unzureichend aus, was ich dabei empfinde und was mir durch den Kopf geht. Es ist entsetzlich!

Hier nun, nach dieser langen Vorrede, der Link zum oben genanten Artikel Matti Friedmans, den ich bei heplev entdeckte und der in der „Jüdische Allgemeine“ erschienen war:

„Reporter mit Grenzen“

Daraus dieses Zitat:

In meiner Zeit als Korrespondent habe ich erlebt, wie Israels Mängel überzeichnet wurden, während die Fehler seiner Feinde nicht vorkamen. Ich habe miterlebt, wie die Gefahren für Israel ignoriert oder als Fantasieprodukte verhöhnt wurden, sogar, wenn diese Gefahren sich immer wieder ganz real manifestierten. Ich habe gesehen, wie ein fiktionales Bild Israels und seiner Feinde produziert, gepflegt und verbreitet wurde, indem bestimmte Einzelheiten aufgebauscht, andere ignoriert wurden und das Gesamtergebnis als akkurates Bild der Wirklichkeit verkauft wurde.

Das entspricht genau meiner Wahrnehmung der Berichterstattung durch die Medien, die für mich ja – zum Glück – inhaltlich immer wieder durch Bloggerinnen vor Ort in Israel  (und die guten Blogs hierzulande)  „nachjustiert“ wurden.

Und auch die Aussage dieses Zitats ist leider zutreffend:

Die einzige Gruppe, die derzeit in der westlichen Welt Objekt eines systematischen Boykotts ist, sind die Juden – heute unter dem bequemen Begriff »Israel«. Der einzige Staat der Welt, dem Unis eigene »Apartheidwochen« widmen, ist der jüdische Staat. Gegen kein anderes Land und kein anderes Volk werden heutzutage derartige Taktiken eingesetzt, gleich wie ungeheuerlich die ihnen zugeschriebenen Menschenrechtsverletzungen sind.

Der Antisemitismus, der niemals verschwunden oder gar „besiegt“ war, zeigt  im Umgang mit Israel sein erschreckend aggressives Gesicht und wird – zu meinem Entsetzen – mit jedem Artikel in den Zeitungen und Magazinen,  mit jeder Nachricht und nahezu jedem Kommentar in unseren Gebühren finanzierten „Staatsmedien“ von ARD und ZDF hoffähiger gemacht.

Es ist nicht verwunderlich, dass Matti Friedman mit dieser Aussage seinen Artikel schließt:

Man sollte denken, dass die Entwicklung neuer und komplexer Konfliktlagen im Nahen Osten die Fixierung der Medien auf Israel etwas abgemildert hätte. Israel ist schließlich nur ein Nebenkriegsschauplatz. An einem Vormittag im Irak sterben mehr Menschen als im Westjordanland und Jerusalem im ganzen Jahr. Stattdessen hat sich die Israel-Obsession der Medien gerade in den vergangenen Jahren paradoxerweise noch weiter verfestigt. Dafür steht der BBC-Reporter, der eine jüdische Frau in Paris nach dem mörderischen Anschlag auf einen koscheren Supermarkt Anfang Januar live auf dem Sender wissen ließ: »Viele Kritiker der Politik Israels würden sagen, dass auch die Palästinenser sehr unter Juden zu leiden haben.« In anderen Worten: Alles kann auf die Besatzung zurückgeführt werden, und Juden sind im Zweifelsfall an Mordanschlägen gegen sie selbst schuld. Kein Wunder, dass so viele Juden in Westeuropa inzwischen wieder nach den Koffern schauen.

Hervorhebung von mir…..  übrigens ist dies, die Rückverweisung der Verantwortung an die Juden selbst für das, was man ihnen antut, schon eine offen angewandte Taktik solcher Geistesgrößen wie Goebbels oder dem „Gröfaz“ selbst. „Beste“ Nazi-Strategie und Stürmer-Rhetorik.   Ob sich die Medienschaffenden dessen eigentlich bewusst sind?

Noch haben sie eine Stimme… 28. Januar, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, judentum, meditatives.
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… die Überlebenden der Todes- und Vernichtungslager.

Es ist an uns, auf sie zu hören.

Es ist an uns, derer zu gedenken, die ihrer Stimme, ihrer Würde, ihres Lebens beraubt wurden.

Und es ist an uns, für sie zu reden und zu bezeugen, dass sie lebten und leben wollten und Deutsche ihnen genau das nicht zubilligten…

damals nicht …

und heute?

Stellvertretend für die Vielen….

20150127_173309[1]

Mahnmal in Hannover….