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Einfach so…. 8. Dezember, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, familie, gesellschaft, Kinder - Famile.
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„Einfach so“ will ich schreiben…. oder, wie es eine meiner Tanten vermutlich formuliert hätte, würde sie noch leben: Frei von der Leber weg.

Draußen zaubert die Nachmittagssonne goldenes Licht und die Krähen sitzen in den Bäumen und krächzen, dass man sich fürchten könnte, würde man, wie die Menschen in früheren Jahrhunderten, dieses Krächzen als böses Omen ansehen – Krankheit und sogar Tod verkündend. Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind in denen Menschen auf die Zeichen der Natur besonders acht gaben und in ihnen Botschaften des Himmels oder der Hölle sahen, je nachdem….

Aber sind diese Zeiten wirklich vorbei?

Haben wir Menschen wirklich aufgehört auf seltsame Zeichen zu achten, uns vor böswilligen Verheißungen in Form von Messages aller Art zu fürchten und sie abzuwehren mit – einem Gegenzauber nicht unähnlichen – Beschwörungsformeln, meist ausgedrückt in wirklich üblen Beschuldigungen, verleumderischen Zuweisungen, seltsamen Theorien, die mehr aus dem Bereich der Fiktion, denn aus gut begründeten Forschungsergebnissen stammen…. ?

Draußen ist das Licht golden und lässt die letzten Blätter an den Bäumen leuchten und den Himmel noch strahlender aussehen als zu sonstigen Tageszeiten.

Am Vogelhäuschen holen sich Meisen und Amseln ihre tägliche Futterration ab, noch ist es nicht kalt, noch liegt kein Schnee, so sehr ich mir auch beides wünsche…. klirrende Kälte, tiefblauen Himmel über einem schneebedeckten Land…. „Übers schneebedeckte Feld wandern wir…“ heißt es in einem Weihnachtslied, das, wenn ich mich nicht irre, auf das Bestreben der Nationalsozialisten zurück geht, christliche Weihnachtslieder durch nicht christliche Winterlieder abzulösen… Ich habe das Lied früher gerne gesungen, es hat eine melancholische, leicht eingängige Melodie und den Text kann man in den Wochen vor Weihnachten auch auf das christliche Fest beziehen…. „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud..“

Wer würde sich nicht auf das Weihnachtsfest freuen, selbst dann, wenn er es aus religiösen Gründen gar nicht feiern würde, sondern nur der schönen kulturellen Begleiterscheinungen wegen, Zusammensein mit der Familie, Kerzenschimmer (früher wohl auch Duft, aber der ist in vielen Häusern den nicht duftenden „Elektrischen“ gewichen), feines Essen und natürlich die Geschenke, die wahlweise unter oder neben dem Tannenbaum liegen oder auch ganz ohne Baum weitergereicht werden und Freude bringen. „Man“ braucht den biblisch- religiösen Bezug doch gar nicht, um all das genießen zu können.

Nach Frau Kässmann, so war es unlängst in einem sozialen Medium zu lesen, gibt es ohnehin „kein Recht auf Weihnachten“. Manno, da hat sie wieder einen Satz rausgehauen, würde ich es mal etwas flapsig beschreiben. Kein Recht auf Weihnachten. Ich habe, muss ich gestehen, nur diesen Kernsatz gelesen und ihre vermutlich erhellenden weiteren Ausführungen dazu nicht auch noch… die wurden nämlich nicht mitgeteilt, ich könnte sie natürlich mit dem Suchmaschinchen finden. Aber auch das ist doch heute in den s.M. (sozialen Medien) so üblich. Jemand schreibt eine provokante Überschrift und schon springt das Kommentatoren-Roulette an und ein vielstimmiger Chor zumeist kritischer Stimmen erhebt sich, ohne dass auch nur einer der Choristen den eigentlichen Text gelesen hätte… (Mir passiert das auch ganz oft, dass ich auf die Titelzeile bereits reagiere… ) Es ist wie das Krähengeschrei da draußen, jeder versucht noch ein bisschen lauter, noch ein bisschen bissiger, noch ein bisschen böswilliger zu schreiben…. Selten nur finden sich ruhige und sachliche Stimmen….

Was könnte Frau Kässmann also gemeint haben mit ihrer provozierenden Feststellung? Es gibt so viele „Rechte“, die wir gedankenlos für uns in Anspruch nehmen, einfordern, als selbstverständlich erachten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob so ein „Recht“ auch wirklich zu Recht besteht. Manches, was wir als „Recht“ ansehen, ist einfach nur eine lieb gewordene Gewohnheit – und erst wenn sie infrage gestellt oder etwa durch Maßnahmen, wie sie jetzt wegen „Corona“ erforderlich werden, bedroht sind, merken wir, dass diese Selbstverständlichkeiten gar nicht so selbstverständlich sind.

Treffen zu Weihnachten mit der gesamten Familie? Geht das überhaupt? Und wollen wir das auch riskieren, wenn die Zahlen, die jeden Tag veröffentlicht werden, eher wie der mittelalterliche Fluch und „Gottseibeiuns“ anmuten, Unheil verheißend wie der Krähengesang, vor dem sich die Leute fürchteten? In unserer Familie kämen immerhin fünf verschiedene Haushalte aus vier verschiedenen Orten zusammen, dazu die Enkelkinder, die in Schulen und Kita gehen…. Da kann bei einem Treffen eigentlich nicht mehr von „social distancing“ die Rede sein, da wird unser Haus und Gärtchen eher zum Spreader.

Aber die Sehnsucht ist doch da, sich zu treffen, einander zu begegnen, miteinander zu klönen, zu singen, zu essen, zu spielen…

Wie können wir es trotz aller Corona-Besorgnisse organisieren?

Wir denken darüber nach, haben sogar schon einen Plan gemacht, der, sollten die Zahlen nicht weiter steigen, auch funktionieren könnte. Und natürlich gibt es einen Plan B und einen Plan C und auch die Einsicht, dass wir vielleicht genötigt sind am 22. Dezember zu sagen: Ihr Lieben alle, es hat keinen Sinn und es ist unfassbar traurig, aber wir – jeder der fünf Haushalte – müssen zu Hause bleiben und im eigenen Haushalt Weihnachten feiern und allenfalls die moderne Technik nutzen, uns zuwinken und per Skype Weihnachtslieder gemeinsam singen ….

Ja, das könnte Frau Kässmann gemeint haben. Es gibt eigentlich kein verbrieftes Recht, „Weihnachten wie immer“ zu feiern, so traurig und bitter das auch immer sein mag.

Aber es gibt natürlich ein Recht auf Weihnachten, darauf, sich an den Ursprung für das Feiern dieses Festes zu erinnern, daran, dass wir der Geburt Jesu gedenken, sein Kommen in die Welt feiern … „uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren“…. wobei es theologisch ja nicht ganz richtig ist auf den Zusatz zu verzichten „vor gut 2000 Jahren“, aber das ließe sich nun wirklich schlecht singen und müsste überdies alle Jahre neu berechnet werden….

Also auf dieses „Weihnachten“ und seine wunderbare Botschaft habe ich jedes Recht der Welt… und ich bin unsagbar dankbar dafür in einem Teil der Welt zu leben, in dem ich die Inanspruchnahme dieses Rechts nicht heimlich erleben muss und ich nicht dafür bestraft werde, wenn ich es öffentlich singend verkünde:

„Freu dich Erd und Sternenzelt, Halleluja, Gottes Sohn kam in die Welt, Halleluja. Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren…“ Noch ist der Stichtag, den wir als „Geburtstag“ annehmen, nicht gekommen, aber er kündigt sich an…. drum sei noch an das andere Lied erinnert: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit….“

 

Draußen wird das Licht weniger …. und die Krähen haben ihr Gekrächze auch eingestellt .

 

 

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Über allen Wipfeln spazierest du…. 29. September, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Wir hatten den (jungen)  Eltern ein „sturmfreies Wochenende“ geschenkt, sprich, wir wollten die Enkel am Freitagmittag übernehmen und bis Sonntag bei uns beherbergen, beköstigen und bespaßen.

Aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden müssen, verkürzte sich sich das  Wochenende um einen Tag, die Enkel kamen am späten Samstagvormittag erst zu uns. Das hinderte uns aber nicht daran, den für diesen Tag gefassten Plan in die Tat umzusetzen. Corona  und Wetter bedingt hatten wir uns überlegt, eine „Draußenaktivität“ mit den Enkeln zu unternehmen, die auch bei weniger schönem Sonnenscheinwetter durchzuführen war.

Wir wollten in den Harz, genauer gesagt, nach Bad Harzburg, noch genauer, wir wollten den Baumwipfelpfad erwandern. Das ist nun nicht unbedingt das größte Wanderabenteuer, das der Harz zu bieten hat, aber zu einer Herausforderung wurde die Unternehmung schon.

Nach den vielen herrlichen und sonnenwarmen Altweibersommertagen begrüßte uns der Samstag mit einem vielschichtigen dunklen Griesegrau. Von der Sonne oder blauem Himmel keine Spur, dafür viele, viele Wolken, die gefährlich nach Regen aussahen.

Die Eltern hatten diese Vorzeichen dräuenden Regens natürlich auch wahr genommen und die Kinder mit regenfester Bekleidung und zusätzlichen Regenschirmen versorgt. Auch wir trafen Vorsorge, möglichen Wolkenbrüchen zu trotzen.

So ausgerüstet und versehen mit ausreichendem Proviant für ein geplantes Picknick im Grünen machten wir und auf den Weg.

Bei der Abfahrt war es noch trocken, kaum aber hatten wir den Außenbezirk unseres Dorfes erreicht, fielen erste zarte Tropfen auf die Windschutzscheibe, bei der Fahrt über die A2 wurden die Tropfen nicht nur zahlreicher, sondern auch größer und als wir über die Autobahn richtung Bad Harzburg fuhren, schaffte es der Scheibenwischer kaum noch die Wasserfluten zu bändigen und eine freie Sicht auf die Fahrbahn zu ermöglichen…. die freie Sicht auf die Berge war selbstredend durch den Starkregen stark eingeschränkt.

Bei der Ankunft auf dem  Parkplatz in der Nähe der Gondel, die uns auf den Burgberg bringen sollte, regnete es Bindfäden….

Macht nichts, wir sind ja nicht aus Zucker…

Wir standen eine gute halbe Stunde vor dem Seilbahngebäude im Dauerregen, bis wir endlich an der Reihe waren, das Familienkombiticket zu lösen und weitere 20 Minuten warteten wir innerhalb des Gebäudes, bis wir die kleine Gondel besteigen konnten, die uns in ca. fünf Minuten hinauf auf den Berg brachte.  Die Kinder staunten nicht schlecht über dieses Gefährt, waren sie doch von den Skiurlauben in Südtirol eine schnelle Fahrt gewohnt und stellten nun fest, dass so eine Gondel auch ganz langsam bergauf zuckeln kann. Dank des Regens konnten wir die Fahrt jedoch nicht nutzen, die Landschaft zu bewundern…. sie war irgendwie in den Nebelschwaden und Regenfäden nicht auszumachen.

Unsere gute Laune ließen wir uns aber nicht nehmen.

Oben auf dem Berg zogen die Überreste einer alten Burg die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Der tiefe Brunnen hatte es ihnen besonders angetan…. und auch mir kam der Brunnen  sehr gelegen,  ist er doch großzügig mit einem Pavillon überdacht, und die Bänke ermöglichten uns zudem, Teile des mitgebrachten Proviants regenfrei zu genießen.

Nach der kleinen Stärkung machten wir uns auf den Weg bergab. Es ging vorbei an der neu eingeweihten Schwebebahn, die ein wunderbares Gleiten hinab zum Baumwipfelpfad und „atemberaubende Ausblicke“ (so der Prospekt) zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt – lassen kann, muss man wohl angesichts des immer noch heftigen Regens sagen. Wir beobachteten eine Weile die lange Schlange an abenteuerlustigen Personen, die sich an der Station der Baumschwebebahn eingefunden hatten und auch die Schwebenden, zu denen, wie ich am Montag in der Zeitung lesen konnte, auch der Ministerpräsident des schönen Niedersachsen gehört hatte.

Wir zogen es allerdings vor, den rustikalen Weg  bis zum Baumwipfelpfad zu nehmen, und nicht nur die Kinder erfreuten sich an kleinen Skulpturen und seltsam geformten Bäumen, die den Weg so vergnüglich machen…. und machten, trotz des immer noch unermüdlich rinnenden und pladdernden Regens.

Endlich erreichten wir die „Bergstation“ des Pfades. Ungefähr einen Kilometer lang ist dieser aufgeständerte Weg und man wandert tatsächlich in Baumkronenhöhe. Verschiedene Stationen geben Auskunft über die Tierwelt des Harzes, über die unterschiedlichen Bäume und über die Gewässer, die teils künstlich angelegt, teil im natürlichen Bett den Harz durchziehen. Wir waren beinahe als einzige an diesem Tag  auf dem Pfad unterwegs  – und eigentlich sogar froh über den Regen, der immer noch unserer treuer Begleiter war, konnten wir uns doch mühelos vorstellen, wie an herrlichen Sonnentagen ein Heer von Wanderern den Pfad bevölkern   und samt und sonders alle Stationen  belagert sein würden, so dass man zwar trocken, dafür aber leicht gestresst  dennoch im Genuss beeinträchtigt wäre…

Die Aussichtplattform an der Talstation des Pfades gewährleistet bei Sonnenschein sicher einen herrlichen Blick auf die umgebenden Berge… und ganz Mutige werden auch die gläserne Plattform trotz eines leicht mulmigem Gefühl ganz wunderbar finden….

Die Kinder und der Liebste waren jedenfalls begeistert, mich zog es hingegen zum trockenen Auto, war doch meine Regenjacke dem Regen nicht gewachsen und ich spürte, wie langsam kühles Nass Schultern und Arme befeuchteten.  Der „Urknall“ am Ende des Weges  war  für die Kleinen ein echtes Highlight….

Die paar Meter durch den Sintflut ähnlichen Regen schafften wir auch noch, zogen die nassen Regensachen aus und der Liebste fuhr uns sicher zurück ins heimische Dorf…

Bratkartoffeln und Kaminfeuer  rundeten diesen durch und durch schönen Tag ab…

Und einige Zeit später kehrte schläfrige Stille  ein im Hause Rika…. und über allem Wipfeln ward  Ruh….

Der Eid des Hippokrates… 8. Juli, 2020

Posted by Rika in frauen, gesellschaft, Kinder - Famile, mütter, politik.
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Aus gegebenem Anlass zitiere  ich diesen Text.

Der hippokratische Eid

„Ich schwöre bei Appollon dem Arzt und Asklepios und Hygieia und Panakeia und
allen Göttern und Göttinnen, indem ich sie zu Zeugen rufe, daß ich nach meinem
Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Vereinbarung erfüllen werde:
Den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleichzuachten meinen Eltern und ihm an dem
Lebensunterhalt Gemeinschaft zu geben und ihn Anteil nehmen zu lassen an dem
Lebensnotwendigen, wenn er dessen bedarf, und das Geschlecht, das von ihm stammt,
meinen männlichen Geschwistern gleichzustellen und sie diese Kunst zu lehren, wenn
es ihr Wunsch ist, sie zu erlernen ohne Entgelt und Vereinbarung und an Rat und
Vortrag und jeder sonstigen Belehrung teilnehmen zu lassen meine und meines Lehrers
Söhne sowie diejenigen Schüler, die durch Vereinbarung gebunden und vereidigt sind
nach ärztlichem Brauch, jedoch keinen anderen.
Die Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meinem
Vermögen und Urteil, mich davon fernhalten, Verordnungen zu treffen zu
verderblichem Schaden und Unrecht. Ich werde niemandem, auch auf eine Bitte nicht,
ein tödlich wirkendes Gift geben und auch keinen Rat dazu erteilen; gleicherweise
werde ich keiner Frau ein fruchtabtreibens Zäpfchen geben: Heilig und fromm werde
ich mein Leben bewahren und meine Kunst.
Ich werde niemals Kranke schneiden, die an Blasenstein leiden, sondern dies den
Männern überlassen, die dies Gewerbe versehen.
In welches Haus immer ich eintrete, eintreten werde ich zum Nutzen des Kranken, frei
von jedem willkürlichen Unrecht und jeder Schädigung und den Werken der Lust an
den Leibern von Frauen und Männern, Freien und Sklaven.
Was immer ich sehe und höre, bei der Behandlung oder außerhalb der Behandlung, im
Leben der Menschen, so werde ich von dem, was niemals nach draußen ausgeplaudert
werden soll, schweigen, indem ich alles Derartige als solches betrachte, das nicht
ausgesprochen werden darf.
Wenn ich nun diesen Eid erfülle und nicht breche, so möge mir im Leben und in der
Kunst Erfolg beschieden sein, dazu Ruhm unter allen Menschen für alle Zeit; wenn
ich ihn übertrete und meineidig werde, dessen Gegenteil.“

(Hervorhebung von mir)

Die moderne Fassung dieses alten Textes:

Genfer (Ärzte-)Gelöbnis
Vom Weltärztebund 1948 in Genf beschlossene Neufassung der ärztlichen Berufspflichten (in Anlehnung
an den Hippokratischen Eid; vom Dtsch. Ärztetag modifiziert):

„Bei meiner Aufnahme in den ärztl. Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der
Menschlichkeit zu stellen.
Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben. Die Erhaltung u. Wiederherstellung
der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein. Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren. Ich werde mit allen meinen Kräften
die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten und bei der Ausübung meiner
ärztlichen Pflichten keinen Unterschied machen weder nach Religion, Nationalität, Rasse noch nach Parteizugehörigkeit oder sozialer Stellung. Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztlichen Kunst nicht in Widerspruch zu den
Geboten der Menschlichkeit anwenden. Ich werde meinen Lehrern u. Kollegen die schuldige Achtung
erweisen. Dies alles verspreche ich feierlich auf meine Ehre.“

Und dies ist der Anlass:

„Viele junge Ärzte wollen keine Schwangerschaftsabbrüche mehr durchführen. Die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, Bärbl Mielich (Grüne), sagte im Interview mit der Tageszeitung (taz), viele Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, seien 60 Jahre und älter. Es gebe mittlerweile Engpässe in der „Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen“.

Weiter sagte die Grünen-Politikerin: „In Stuttgart beispielsweise hat 2015 eine Tagesklinik geschlossen, in der sehr viele Frauen aus dem ganzen Bundesland versorgt worden sind. Und wenn ich so etwas höre, sehe ich einen Handlungsbedarf.“ Deshalb prüfe das Land Baden-Württemberg, ob hierzu eine Pflicht an Unikliniken eingeführt werden kann. Bislang ist dies nicht möglich, da Schwangerschaftsabbrüche keine Kassenleistung sind. Mielich: „Deshalb prüfen wir, inwiefern wir die Unikliniken, die ja dem Land unterstehen, dazu verpflichten können. Ob wir etwa Neueinstellungen davon abhängig machen können, dass Ärzte und Ärztinnen bereit sind, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.

Grund für Weigerung für Mielich offen

Einen Grund, warum Ärzte sich weigern, Abtreibungen durchzunehmen, sieht sie nicht. „Für mich ist die Frage nicht beantwortet, warum die jungen Mediziner und Medizinerinnen das nicht machen wollen. Ob das daran liegt, dass sie sich gar keine Gedanken machen und das Problem nicht sehen, oder ob sie aus persönlichen, ethischen Gründen nicht wollen. Oder ob sie Angst haben vor Verfolgung und einem schlechten Image.“

Eine Abtreibung ist in Deutschland grundsätzlich unter Strafe gestellt. Innerhalb der ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft bleibt der Eingriff unter anderem dann straffrei, wenn zuvor eine Beratung stattgefunden hat oder die Schwangerschaft auf ein Sexualverbrechen zurückzuführen ist.“  (Hervorhebungen von mir)

Quelle

Für mich sind die Äußerungen der Staatssekretärin unfassbar – unfassbar empathielos was das Thema insgesamt betrifft und ein unfassbar offenes Zeugnis für die Schlichtheit des Gemüts dieser Frau, die sich offensichtlich noch um Medizin und das Selbstverständnis der Ärzte gekümmert hat, nie etwas von dem Eid gehört hat, der Ärzte dazu verpflichtet, Leben zu retten, statt es zu nehmen und sich niemals selbst  mit den ethischen Fragen und Problemen eines Schwangerschaftsabbruch befasst hat. Ich kann nur vermuten, dass sie unreflektiert die Forderungen vieler linker und grüner Frauen bedient, die einen Abbruch für das natürliche Recht der Frau halten. Dass allerdings auch in letzter Zeit  CDU-Frauen und sogar Stimmen aus dem kirchlichen Bereich sich diesen Forderungen anschließen, will ich nicht unterschlagen. Es sind für mich deutliche Zeichen einer Verschiebung aller Werte, für die neben „der Kirche selbst“ auch gerade die als „christlich“ firmierte Partei bisher eingetreten sind.

Eine Gesellschaft in der Zwang auf Ärzte ausgeübt werden soll Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, in der in den Schwangerschaftskonfliktberatungen Frauen, die ein Kind mit  Trisomie 21 erwarten, zum Abbruch aufgefordert werden  und in der die  assistierte Selbsttötung als Fortschritt propagiert wird, ist dabei ihre ethische Basis und ihr moralisches Fundament zu verlieren.

Mussten Ärzte noch vor 40 Jahren mit harten Strafen rechnen, wenn sie Abbrüche vornahmen, so sollen sie heute gezwungen werden, genau das zu tun.

Mich entsetzt diese Entwicklung von Jahr zu Jahr mehr.

Ja nicht schlafende Hunde wecken…. oder lieber doch? 24. März, 2020

Posted by Rika in christsein und glaube, eltern, familie, familienpolitik, freunde, gesellschaft, Kinder - Famile, medien, politik, presse, soziale arbeit.
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Man findet in Zeiten der Krise die abenteuerlichsten Ideen, Theorien, Hypothesen und entsprechend viele Vorschläge zur Bewältigung derselben.

Einer dieser Vorschläge veranlasst mich zu diesem Gedanken, den man getrost zur Spezies der Verschwörungstheorien  zählen könnte, dessen Umsetzung für manche Menschen allerdings  gefährlicher wäre, als in der Realität schlafende (bissige)  Hunde zu wecken.

Am 26. 2., also vor weniger als einem Monat, erging folgende Nachricht in der Sendung der ARD an die Zuschauer an den Bildschirmen:

Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ in Paragraf 217 Strafgesetzbuch für nichtig erklärt. Der Staat und die Gesellschaft müssen akzeptieren, wenn Einzelne nicht mehr leben wollen.

In den folgenden Sätzen erläutert der Autor, Kolja Schwarz,  die nähren Bedingungen und Schlussfolgerungen des Gerichts, dessen Urteil man hier nachlesen kann.

Das im Grundgesetz verankerte Persönlichkeitsrecht garantiert ein Recht auf selbstbestimmtes Leben. Daraus ergibt sich auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Das ist die zentrale Botschaft des Urteils. „Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und diese in Anspruch zu nehmen“, führt Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle in seinen einführenden Worten aus.

Das Urteil ist eindeutig. Die Achtung und der Schutz der Menschenwürde und der Freiheit seien so grundlegende Prinzipien der Verfassung, dass Staat und Gesellschaft akzeptieren müssten, wenn Menschen sich als Akt autonomer Selbstbestimmung das Leben nehmen wollen. Sie dürfen selbst entscheiden, wann sie ihr Leben für lebenswert halten. Eine Bewertung dieser Entscheidung anhand allgemeiner Wertvorstellungen, religiöser Gebote, gesellschaftlicher Leitbilder oder Überlegungen objektiver Vernünftigkeit verbiete sich.

Es geht mir in diesem Beitrag allerdings nicht um die Diskussion „Sterbehilfe ja oder nein“, „selbstbestimmtes Sterben – Für und Wider“.

Meine Haltung ist zwar an dieser Stelle sehr eindeutig, soll aber jetzt nicht Gegenstand einer längeren Debatte oder Diskussion sein.

Nur zur Klarstellung: Ich lehne die Freigabe der Sterbehilfe im Grundsatz ab, befürworte dagegen den Ausbau der Palliativmedizin und der Hospize, schließe aber im genau zu prüfenden Einzelfall nicht aus, dem Sterbenden zu ermöglichen den Tod zu erleichtern und  den bereits begonnenen Sterbeprozess zu verkürzen. Immer bezogen auf die letzte Phase eines ungewöhnlich lang andauernden Sterbens und nach Ausschöpfung aller palliativen Mittel.

Zur weiteren Erklärung: Ich engagiere mich ehrenamtlich in der Hospizarbeit und kann aus dem ergangenen Urteil für mich und diese Arbeit keine andere Haltung einnehmen.

Die Gefahr, die ich in diesem Urteil für die Zukunft aber bereits schon in den den Urteil vorausgehenden   Diskussionen  gesehen habe, lautet auf einen knappen Nenner gebracht:

Schwer und schwerst erkrankte Menschen, hochbetagte und / oder an Demenz leidende Menschen bedeuten nüchtern betrachtet  einen enormen Aufwand an Pflege, Personal, Zeit und Geld. Noch kann sich unsere Gesellschaft diesen Aufwand leisten, noch können sich vielleicht Familien und Angehörige diesen Aufwand mit Hilfe von Pflegediensten und  Hospizen leisten, selbst wenn es trotzdem noch eine riesige Belastung – auch finanzieller Art – für die Betroffenen darstellt.

Wie leicht aber kann eine Situation eintreten, in der sich weder die Einzelnen in den Familien, noch die Gesellschaft insgesamt einen hohen Aufwand für Kranke, Alte, Demente leisten können oder wollen. Und können wir ausschließen, dass so eine Situation jetzt, in naher oder ferner Zukunft eintreffen wird, so meine Frage. Könnte dann dieses Gesetz nicht dazu führen, Alte, Kranke, Demente noch weit vor dem Sterbeprozess mit sanftem Druck davon zu überzeugen, dass ihr Leben doch nicht mehr wirklich lebenswert sei, die zu erwartenden Schmerzen oder Schwierigkeiten ihnen auch das letzte bisschen an Würde rauben könnte und es doch ein Leichtes sei, diesen Schwierigkeiten  mit Hilfe eines „Medikaments“ zu entgehen (diese Art von pharmakologischer Mixtur verdient eigentlich den Namen Medikament nicht, da es nicht der Gesundung eines Menschen, sondern dessen Tötung dient)?

Die Eröffnung eines sanften Weges in einen schnellen und leichten Tod kann gleichzeitig auch zur Lösung dringender und drängender Probleme in Familien, Pflegheimen und nicht zuletzt in den  zuständigen Versorgungskassen dienen.

Die Gefahr – so scheint es jetzt – war keineswegs nur hypothetisch.

Im Netzt kursieren schon seit ein paar Tagen seltsame Umschreibungen, wonach man den alten und hochbetagten an Covid 19 erkrankten Menschen doch nicht mehr helfen könne.  Aus Italien erreichen uns Berichte, in denen Mediziner unter Tränen davon erzählen, dass sie die Alten abweisen und sie in den sicheren Tod nach Hause entlassen müssen, um die wenigen Kapazitäten, die den Kliniken noch bleiben, den jüngeren zu überlassen, denen , die nach ihrer Gesundung noch eine gesellschaftlich relevante Arbeit ausführen können.

Im Internet ist gleichfalls ein  Artikel über D.R. Precht zu finden, da philosophiert der Haus- und Hofphilosoph der öffentlich-rechtlichen Sender  über die schwierige Frage, ob die egoistische Natur des Menschen dem Fortbestand der Menschheit entgegenstünde. Manche der im Internet kursierenden Statements offenbaren eine Herzlosigkeit und emotionale Kälte, dass einem das Blut in den Adern gefrieren könnte… wie z.B. das der Ehefrau eines ebenfalls in den öffentlich-rechtlichen Sendern häufig gesehen bunten Vogels, die munter darüber plappert, dass man Alte ohnehin nicht mehr brauche…. ergo, auch nicht mehr päppeln und behandeln müsse.  Eine andere interessante Gruppe hält das Sterben der Alten in der Corona-Pandemie für einen Fehler der Dokumentation und Statistik und somit seien alle getroffenen Maßnahmen einer falschen Voraussetzung gefolgt, denn eigentlich seien die armen Menschen ja nicht dem Virus zum Opfer gefallen, sondern wären sowieso gestorben. Und noch andere sehen in den hohen Opferzahlen unter alten Menschen eine durchaus erwünschte Entlastung der Kranken- und Pflegekassen.

Es macht mich ziemlich sprachlos – oder sehr zornig – wie man überhaupt zu so einer Haltung kommen kann. Dieses empathie- und würdelose Umgehen mit alten Menschen in der jetzigen Krisensituation macht mir deutlich,  zu welchem  Denken der Mensch, wenn es ihm selbst an den Kragen geht, fähig ist und dass es gar nicht unwahrscheinlich ist, dass diesem Denken auch die Taten folgen.

Solange aber die Politik nicht auch in diesem Modus ist, beschwichtigte ich meine Sorgen, wird es nicht zu dem kommen was ich im Stillen doch befürchten muss, nämlich zu einer gezielten Nichtversorgung und damit einem Sterbenlassen von Menschen, deren Leben für die Gesellschaft nichts mehr einbringt, sondern nur kostet: Kraft, Zeit, Arbeit, Plätze im Gesundheitswesen und vor allem GELD.

Aber auch in dieser beschwichtigenden  Annahme sehe ich mich bereits getäuscht.

In den USA soll es angeblich diesen Politiker geben, der diese Forderung stellt:

Coronavirus in den USA: Vize-Gouverneur von Texas fordert Großeltern auf, für ihre Enkel zu sterben

Texas Vizegouverneur: Großeltern sind bereit, für ihre Enkel zu sterben
Alle müssten in der Coronakrise Opfer erbringen, sagte Vizegouverneur Dan Patrick. Aber die Wirtschaft müsse weiterlaufen. Er selbst sei bereit, dafür sein Leben zu geben.
24.03.2020, 11:43 Uhr

Dan Patrick Bob Daemmrich/ imago images / ZUMA Press
Wohl kaum eine andere Frage wird derzeit so stark debattiert: Wie lautet die richtige Strategie im Umgang mit der Coronakrise? Während Regierungen auf der ganzen Welt auf strikte Isolation von Infizierten und Ausgangssperren setzen, fordert der amerikanische Vizegouverneur Dan Patrick nun einen anderen Weg – und vertritt eine absurde These.

Es könne nicht sein, dass die Wirtschaft der Coronakrise geopfert werde, sagte der Politiker aus Texas in einem Fernsehinterview auf Fox News. Man müsse wenigstens diskutieren, ob nicht die älteren Bürger geopfert werden sollten. „Ich denke, es gibt da draußen viele Großeltern wie mich, ich habe sechs Enkel. Ich will nicht, dass das ganze Land geopfert wird“, so Patrick.
Es habe ihn als älteren Bürger niemand gefragt, ob er sein Leben im Tausch gegen das Amerika riskieren würde, das alle liebten – um es für seine Enkel zu erhalten. Er selbst sei bereit, sein Leben zu geben.
Der Moderator hakte nach: „Sie sagen, dass dieses Virus Ihnen das Leben nehmen könnte. Aber es gibt für Sie etwas, das schlimmer ist als der Tod?“ Patricks Antwort darauf war kurz. „Ja“, sagte er.

Sind das die schlafenden Hunde, die man besser nicht wecken sollte?

Oder MUSS man die Gefahr sehr laut benennen, um sie rechtzeitig abwehren zu können?

Und wird die so nett formulierte  Forderung des amerikanischen Politikers auch hier Nachahmer unter unseren Politikern finden?   Gedacht werden diese Optionen ja auch hier schon und sogar nicht nur hinter der hohlen Hand dem Nebenmann ins Ohr getuschelt.

„Opa, Oma, macht Euch bereit zugunsten Eurer Kinder und Enkel ins Paradies zu gehen… hier die Pille für den Weg.“ 

Welches Monster haben wir gefüttert….?

Es graust mich vor so einer Gesellschaft.

DAS VIERTE GEBOT

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,

auf daß dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

Gehört dein Bauch wirklich dir….? 4. Januar, 2020

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„Mein Bauch gehört mir!“

Mit dieser Parole warben prominente Frauen zu Beginn der 70er Jahre für die Löschung des Paragraphen 218, der Abtreibung unter Strafe stellt. Abtreibung, so behaupteten sie, sei das natürliche Recht der Frau, darüber zu entscheiden, ob sie Mutter werden wolle oder eben nicht. Damals, zu Beginn dieser Debatte, hatte ich durchaus Sympathien für die Haltung der Frauen. Es war die Zeit der vielen Diskussionen über Feminismus und Emanzipation, und als junge Frau wollte ich natürlich auch eine moderne und aufgeschlossene Frau sein. Ich habe heftig mit diskutiert im Freundes- und Familienkreis.

Dann beschlossen mein Mann und ich eine Familie zu gründen. Ich wurde  schwanger und wir bekamen unser erstes Kind, einen kleinen Sohn. Drei Geschwister kamen im Laufe der nächsten sieben Jahre hinzu, allesamt sehr erwünscht. Alle wunderbare Kinder – wunderbare Menschen auch heute.

Damit veränderte sich meine Haltung zu Abtreibungen deutlich, zumal die moderne Medizin doch Mittel und Wege bereit stellt, eine Schwangerschaft zu verhüten. Abtreibung als Mittel der „Verhütung“ ein Kind zu bekommen ist die perverseste Abkehr von allen ethischen Grundlagen, die das Menschsein ausmachen.  Natürlich muss es Ausnahmen geben, etwa wenn eine Frau durch ein Gewaltverbrechen schwanger wird und sie sich außerstande sieht – und auch außerstande ist – das Kind dieses Verbrechens auszutragen und zu gebären. Da geht Barmherzigkeit vor Recht und Gesetz.

Heute aber werden durch die „Legalisierung“ des 218 (Abtreibung ist immer noch ein Straftatbestand, die Strafe wird jedoch ausgesetzt)  jährlich allein in Deutschland über 100 000 Kinder im Mutterleib getötet, darunter viele Kinder, die durch die Frühdiagnostik als „behindert“ aussortiert werden – oftmals mit dem ausdrücklichen Zuspruch durch die behandelnden Ärzte. Unsere Gesellschaft erlaubt es sich, im Laufe von nur 10 Jahren mehr als eine Million Menschen das Recht auf Leben abzusprechen und zu töten. Gleichzeitig jammern die Politiker, die diesem Wahnsinn zustimmen, darüber, dass unsere Gesellschaft überaltert und deshalb darauf angewiesen sei, Menschen zu importieren, etwa nach dem gleichen Muster des Denkens, dass man Nahrungsmittel, die in unseren Breiten nicht natürlicherweise wachsen und gedeihen, ja auch einführt, egal woher und zu welchen Bedingungen. Wir haben uns alle an dieses global mögliche „Mehr an Gütern“ längst gewöhnt… ich auch.
Die in diesen Tagen wieder heftig geführte Diskussion um das Recht von Gynäkologen für die Möglichkeit zu werben, in ihrer Praxis eine  Abtreibung vornehmen zu lassen, zeigt, wie virulent nach wie vor die Frage danach ist, wer letztendlich über Leben und Tod entscheidet. Kann man dieses Recht tatsächlich „nur“ der Frau zubilligen, die kein Kind bekommen will oder hat nicht auch das noch ungeborene Kind ein verbrieftes Recht auf Leben?

Heute las ich bei Facebook einen Artikel von Andreas Laun in „Die Tagespost“ zum Thema Abtreibung. Er ist deutlich, streckenweise ungemein schmerzhaft in seiner Ausdrucksweise, und er bringt auch das zum Ausdruck, was mich selber umtreibt.

Ich kopiere den Artikel in voller Länge hierher, weil ich ihn sehr, sehr wichtig und gut finde und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Links im Laufe der Jahre nicht mehr funktionieren und ein Text, auf den ich mich in meinem Kommentar beziehe, plötzlich nicht mehr auffindbar ist.

Hier nun der Text im vollem Umfang:

Warum die Kirche Zeichen setzen muss gegen den Brudermord der Abtreibung.

Mit Kain hat jener Blutstrom begonnen, der seither durch die Weltgeschichte fließt, schäumend und die Täter berauschend. Namen und historische Ereignisse bilden seine Seitenarme: Sie erinnern an Dschingis Khan, an die islamischen Eroberungen ab dem 7. Jahrhundert, an die chinesische Kulturrevolution, an die Genozide an den Armeniern, in Kambodscha und Ruanda, an die Menschenopfer der Azteken, an zwei Weltkriege, an Hitlers Shoa und Stalins Archipel Gulag.
„Gott ist tot, wir haben ihn getötet“, schrieb Friedrich Nietzsche. Brudermord und Gottesmord setzen sich fort in der Geschichte, in einer immer radikaleren Gottlosigkeit der modernen, westlichen Welt, die Gott heute in seinen Geboten, in seiner Offenbarung, in seiner Schöpfung bekämpft. Papst Benedikt XVI. deutete den Holocaust als Versuch, mit dem jüdischen Volk auch seinen Gott und seine Ordnung auszulöschen. Im Anschluss daran formuliert Kardinal Robert Sarah „das größte Verbrechen der modernen Geschichte: Der Hass und der Wille, das jüdische Volks auszumerzen, ist ein Gräuel. Lag alldem nicht der Plan zugrunde, Gott zu töten, indem man das Volk auslöschte, das so viele Jahrhunderte hindurch die Erinnerung an Seinen Bund weitergeben hat.“ Während man Tötungsprogramme in größter Ähnlichkeit zu Diktaturen entwickelt, versucht man den Tod zu besiegen durch wissenschaftliche Projekte. Gleichzeitig organisiert und legalisiert man das Morden und Sterben.
„Blutrausch macht noch süchtiger
als Alkohol und andere Drogen“
Nach den beiden Weltkriegen hätte man annehmen können, die Menschen würden unter dem Eindruck des Erlebten nie wieder Kriege führen. Es kam anders: Viele Kriege wurden seit 1945 geführt, blutig und grausam wie eh und je. Man rüstet weiter und entwickelt trotz Hiroshima und Nagasaki sogar in armen Ländern Atomwaffen. Blutrausch macht noch süchtiger als Alkohol und andere Drogen.
1973 begann das nächste Blutbad, den Zahlen nach größer als alles was es gab, unter dem Schutz und Druck von Heuchelei und legitimierter Lüge. Es begann in den USA mit dem Grundsatzurteil „Roe versus Wade“, durch das in den USA Abtreibung legitimiert wurde. Mittlerweile folgen fast alle Staaten der Welt den Amerikanern, auch unter Druck und mit Hilfe von unbeschreiblich viel Geld. Wenn Gott nicht existiert, lebt der Mensch in einem Vakuum, weil es dann auch keine Ordnung gibt, die nicht der Mensch selbst macht und machen kann. Dann gibt es kein Naturrecht, also kein Recht, das sich aus der von Gott geschaffenen Natur erkennen lässt. Dann gibt es nur menschengemachte Gesetze und Autoritäten. Daraus folgt dann aber, dass der Staat Abtreibung straffrei erklären kann. Eine rechtspositivistische Sicht führte dazu, dass jedes Jahr Millionen von Kindern weltweit ermordet werden. Und dazu, dass arme Länder gedrängt oder erpresst werden, ebenfalls liberale Abtreibungsgesetze zu erlassen. Inzwischen hört man von Veränderungen der Lage, in manchen US-Bundesstaaten wird Abtreibung erneut verboten. So war in der „Tagespost“ zu lesen: „Die Abtreibungslobby hat keine Zukunft, weder in Deutschland noch irgendwo sonst. Und sie weiß es auch oder ahnt es mindestens längst.“ Es wird ein Erwachen kommen, davon bin ich überzeugt. Wir alle werden wie Macbeth rufen: „Zu wissen, dass ich ’s tat. Besser von mir selbst nichts zu wissen!“ Es wird ein bitteres Erwachen sein.
Verlogene Begriffe sollen das Gewissen betäuben
Unsere Zeit hat die Globalisierung des Abtreibungsmordes hervorgebracht. Die Welt betäubt ihr Gewissen immer noch beharrlich, durch verlogene Begriffe wie Unterbrechung, Fleischklumpen, Befreiung der Frau. Die Argumente für Abtreibung sind einfach zu widerlegen, doch die Welt, die so viele Rätsel des Universums gelöst hat, stellt sich dumm. Der Geist der großen und kleineren Mörder lebt weiter und mordet ohne Unterlass. Während man die Erinnerung an den Holocaust wach hält, geht der neue große Mord an den ungeborenen Kindern weiter und weiter. Ihren Müttern will man verbieten zu leiden – an ihrer Erinnerung an das, was sie getan haben und nicht vergessen können.
Bezeichnend, dass es bei der Europawahl kaum ein Politiker wagte, das Thema anzusprechen. Sicherlich, es gibt Politiker in allen Ländern, die gemäß dem Naturrecht, das Gott allen Menschen ins Herz geschrieben hat, denken und auch handeln würden, wenn es ihnen möglich wäre. Aber die Mehrheit tut nicht einmal das, was möglich wäre. Offenbar hat niemand von den mächtigen und einflussreichen Leuten Vladimir Palkos Buch „Die Löwen kommen“ gelesen, über die Feigheit und Blindheit der angeblich christlichen Politiker, die sich bei jeder Gelegenheit zur Rechtsstaatlichkeit bekennen, ohne zu wissen, dass es Rechststaatlichkeit nur gibt, wenn das Naturrecht anerkannt wird. Alle schweigen, wenn etwa eine Hebamme in Norwegen gekündigt wird und keine andere Anstellung erhält, weil sie sich weigert, einer Abtreibung zu assistieren.
Wenn Europa einmal erwacht, muss es sich von der teuflischen Irrlehre befreien, dass die Mehrheit in jedem Fall Recht schaffen kann. Gegen das Massenphänomen Abtreibung steht die jüdisch-christliche Kulturgeschichte Europas. In Goethes „Faust“, einem Hauptwerk der deutschen Literaturgeschichte, spielt Abtreibung eine zentrale Rolle: Gretchen treibt ab und begeht aus der Sicht Goethes damit ein Verbrechen.
„Wie ist es möglich, so viele Frauen zur
Überzeugung zu bringen, sie hätten ein Recht,
ihr eigenes Kind töten zu lassen?“
Wie ist es möglich, so viele Frauen zur Überzeugung zu bringen, sie hätten ein Recht, ihr eigenes Kind töten zu lassen? Bei fast allen Tieren verteidigen die Mütter ihre Jungen sogar dann, wenn sie dabei ihr Leben riskieren. Abtreibung ist gegen den Urinstinkt alles Weiblichen, sogar im Reich der Tiere. In einer Welt, in der der Mensch selbst weithin für ein Tier gehalten wird, sollte es nicht beleidigend sein, an diese Beobachtung zu erinnern: Auch Tiermütter verteidigen ihre Jungen, in vielen Fällen gegen ihre Väter oder fremde Männer. Mit dem Gottesmord und den aus ihm folgenden Morden steht Europa am Abgrund. Es ist im Begriff, Selbstmord zu begehen. Angesichts des globalisierten Abtreibungsmords und seiner Folgen müssten die Befürworter und Täter mit Macbeth rufen: „Wir haben den Schlaf, den unschuldigen Schlaf ermordet.“ Und: „Nicht das Wasser eines Ozeans kann das Blut von unseren Händen waschen.“ Oder auch mit Lady Macbeth: „Noch immer riecht es hier nach Blut.“ Ja, das tut es in Folge der tabuisierten Abtreibungen.
Wir Christen bräuchten für uns und die ganze Welt dringend eine Weltsynode über Kain und Abel: einen gemeinsamen Schrei der Kirche. Und viele Ladys Macbeth, die auf der Bühne der Welt weinen, weil sich das Blut an ihren Händen nicht abwaschen lässt – höchstens durch den Beichtpriester, wie Shakespeare wusste. Man sollte die Stimmen von Papst Johannes Paul II. und von Mutter Teresa hörbar machen. Die Heilige von Kalkutta sagte: „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß töten kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch?“
Europas Bischöfe sollten eine unübersehbare Demonstration planen
Alle Bischöfe Europas sollten eine gemeinsame Demonstration planen, ein Zeichen, das man nicht übersehen kann und das auch in den Medien nicht vertuscht werden kann. Die Kirche sollte akribisch suchen nach den Lecks, durch die die Ideologie des Tötens auch in kirchliche Strukturen eingedrungen ist. Man müsste dies ebenso aufdecken wie die Missbrauchsfälle. Man darf auch hier nichts vertuschen, denn Abtreibung ist der schlimmste Missbrauch eines Kindes. Abtreibung zu „entkriminalisieren“, als ob man ein Verbrechen durch ein Gesetz zu einer guten Tat machen könnte, müsste als unannehmbar gebrandmarkt werden.
Vielleicht ist auch bei vielen Christen, die Abtreibung eigentlich ablehnen, der Gedanke Macbeths eingedrungen: „Zu meinem Vorteil muss sich alles fügen. Ich bin einmal so tief in Blut gestiegen, dass, wollt ich nun im Waten stillstehen, Rückkehr so schwierig wär als durchzugehen.“ Als Christen können wir hinzufügen: Jesus ist durchgegangen, aber nicht als Täter, sondern als Opfer für alle!

 

Ich denke, dass ich dem nichts hinzufügen muss oder sollte.

Ich bin Oma …. und ’ne ganz patente Frau…. 28. Dezember, 2019

Posted by Rika in familie, frauen, gesellschaft, Grüne Ideologen, Kinder - Famile, mütter, medien, politik, presse.
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Wie oft, so denke ich gerade, mussten sich Busfahrer während langer Fahrten mit Schulklassen oder sonstigen lustigen Reisegesellschaften das berühmte Lied über die Motorrad fahrende Oma anhören? Mir fallen spontan mindestens zwei Reisen aus meiner lange zurück liegenden Jugendzeit ein, während derer wir die lange Busfahrt durch intensives Singen dieses und ähnlicher Spaßlieder ein wenig erträglich gestalteten. Ob das den Busfahrern wohl gefallen hat?

Diese Version des Oma-im-Hühnerstall-Liedes spuckte mir das Suchmaschinchen aus:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad
(Liederbuch 1980)

Text: anonym
Melodie: nach „Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen“

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad

1.Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Motorrad, Motorrad, meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, meine Oma ist ne ganz patente Frau.

2.Meine Oma lernt im Suppenteller schwimmen, ja schwimmen, ja schwimmen, meine Oma lernt im Suppenteller schwimmen und der Opa fährt im Schlauchboot hinterher.

3.Meine Oma fährt im Panzer zum Finanzamt …

4.Meine Oma hat im Backenzahn ein Radio …

5.Meine Oma bäckt im Kühlschrank eine Torte …

6.Meine Oma hat nen Schlüsselbund mit Kompass …

7.Meine Oma hat nen Nachttopf mit Beleuchtung …

8.Meine Oma hat nen Löffel mit Propeller …

9.Meine Oma hat ne Teekanne mit Schutzblech …

10.Meine Oma hat ne Glatze mit Geländer …

11.Meine Oma hat nen Petticoat aus Wellblech … |
[S. 43]

12. Meine Oma hat nen Goldfisch, der raucht Pfeife …

13. Meine Oma hat nen Sturzhelm mit Antenne …

14. Meine Oma hat nen Papagei mit Blue Jeans …

15. Meine Oma hat im Strumpfband nen Revolver …

16. Meine Oma hat Klosettpapier mit Blümchen …

17. Meine Oma hat nen Bandwurm, der gibt Pfötchen …

18. Meine Oma hat ne Brille mit Gardinen …

19. Meine Oma hat nen Waschbecken mit Sprungbrett …

20. Meine Oma hat nen Krückstock mit nem Rücklicht …

21. Meine Oma hat nen Kochtopf mit nem Lenkrad …

22.
Meine Oma hat nen Dackel, der trägt Höschen …

23. Meine Oma guckt die Tagesschau mit’m Fernrohr …

24. Meine Oma springt auf Stelzen in die Disco …

25. Meine Oma …………………….

26. Meine Oma ……………………..

27. Meine Oma ……………………..“

Quelle: http://www.liederlexikon.de/lieder/meine_oma_faehrt_im_huehnerstall_motorrad/editionc

Alle diese Strophen besingen auf witzige Weise eine Oma, die mitten im Leben steht, den einen oder anderen liebenswerten Spleen pflegt und sehr kreative Lösungen für absonderliche Probleme aller Art zu finden scheint, kurz, diese Oma ist, wie auch der Refrain nach jeder Strophe betont, „eine ganz patente Frau“.

Nun leben wir ja im Zeitalter des Wandels, des Klimawandels, um genau zu sein, noch genauer, im Zeitalter des menschengemachten Klimawandels. Und da sich das Jahr dem Ende zuneigt und man auch einen lustigen Beitrag im Rückblick auf das Gewesene produzieren wollte, so mussten sich wohl die Verantwortlichen beim WDR gedacht haben, sollte man doch kreativ werden. Kinder, so werden sie außerdem gedacht haben, gehen immer. Kinder sind fröhlich, spontan, witzig und erwärmen schon beim Zuschauen das Herz aller Menschen. Leider war aber die Kreativabteilung des WDR so ein wenig in Zeitdruck. Einen Sketch zu basteln war wohl nicht mehr möglich, aber ein kleines Gedicht, besser noch ein Liedchen, von Kindern gesungen, das müsste noch zu schaffen sein. Aber Text und eine dazu passende eigene Komposition… nein, das war nicht mehr zu leisten. Aber es gibt ja eine Menge lustiger Melodien, die man mit einem neuen Text versehen kann. Und dann spielte auch noch der Zufall perfekt in die Hände der unter Druck stehenden Verantwortlichen. Da hatte doch so ein junger Mensch (dessen Name mir nicht einfällt, dem ich aber auch nicht die Ehre geben will, meine Zeit in die Googelei zu inverstieren)  neulich erst mit harschen Worten darüber getwittert, dass sich doch bitte schön die Großeltern nicht mehr in die Zukunft der Enkel einzumischen hätten, da die Omas und Opas ja ohnehin bald abtreten würden – oder vielleicht sogar sollten, so genau habe ich den wichtigen Beitrag nicht mehr im Kopf. Aber „Großeltern“ ergaben das alles entscheidende Stichwort. Gab es da nicht mal was mit ’ner Oma?

Und schon wurde die alte Oma im Hühnerstall reaktiviert, mit ein paar neuen, aber wenig originellen Attributen versehen, der Kinderchor zum Einsingen des Elaborats einbestellt und fertig war der satirische Beitrag zum Jahresrückblick des WDR:

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. …

Meine Oma fährt mit ´nem SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. …

Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett. Weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet.

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert, geläutert, geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ‘ne Kreuzfahrt.

 

Das hätte, wenn – wie gesagt – schon nicht originell, aber wenigstens doch ein bisschen witzig sein können, hätte man den Originalrefrain beibehalten und eine leicht verpeilte,, aber ansonsten doch ganz patente Oma präsentiert.

Aber patente Omas (so vermute ich) sind für die modernen Macher der Unterhaltungssendungen allenfalls  die „Omas gegen Rechts“, doch die kommen ja bei Klima nicht vor. Und alle anderen Omas sind nicht nur von gestern, sondern ebenso anrüchig wie „alte weiße Männer“, mit denen will auch niemand etwas zu tun haben, die stellt man am besten ins Abseits. Also musste natürlich und zwangsläufig der Refrain geändert werden. Das war allerdings eine recht schwierige Aufgabe, da ja der Text dem Takt des Liedes angeglichen werden musste.  Also irgendwie rein taktmäßig so klingen wie „eine ganz patente Frau“, ohne aber das verflixte „patent“. Und Frau klingt ja auch irgendwie nach vorgestern und passt nicht in ein satirisches Lied. Aber coolen Menschen fällt natürlich dann doch die passende Formulierung ein:

Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau

Die Macher fanden das vermutlich megacool und megawitzig. Und auch so dicht am Puls der Zeit. So, liebe Leute, springt man schnell noch auf den mit jugendlichem Elan dahin brausenden Umweltschutzzug auf. Prima.

Aber, und das finde ich persönlich außerordentlich tröstlich, das Publikum zeigte in seiner Reaktion wesentlich mehr Verstand als alle WDR-Verantwortlichen zusammen und sehr viel freundliche Menschlichkeit den Omas gegenüber und sogar Mitgefühl für das gescholtene Borstenvieh, das ja ebenfalls auf ganz gemeine und ehrabschneidende Weise in einem Lied verhohnepipelt wurde.

Es ergoss sich ein wahrer Shitstorm über den WDR und die Kreativabteilung des Senders. Mir persönlich taten die jungen Sängerinnen leid, die in Bild und Ton und für alle gut erkennbar ihre Omas durch den Dreck zogen…. ob sie das ihrer eigenen Oma wohl zu Heiligabend in der guten Stube singen würden, fragte ich mich? Vielleicht schon. Sind doch unsere lieben Kinder inzwischen recht abgebrüht, was die öffentliche Beschimpfung anderer Leute angeht. Nur, dass es bisher immer darum ging, ganz allgemein die bösen Klimaleugner in die ihnen zugestandenen Ecken zu stellen oder mutig am FfF-Tag Schilder zu präsentieren, auf denen die Unbelehrbaren mit unschönen Ausdrücken bedacht werden. Omas standen bisher nicht unter Generalverdacht.

Und natürlich verstanden sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bisher immer auch als Streiter gegen Hass und Intoleranz. Die ARD hat sogar einen eigenen Faktenfinder, um all die Hasser zu widerlegen, die ungefragt ihre unausgegorenen Statements und üble Beschimpfungen per Internet unter die Leute zu bringen wünschen.  Für die Belehrung der Bürger sind nämlich ganz alleine die mit unseren Gebühren finanzierten  Medien zuständig, allenfalls noch die Ableger der ehemals großen Magazine – nein, nicht die Bunte oder das Goldene Blatt…

Auch die Sprachüberwachung zur Erkennung von Hass und Gewalt steht ganz allein den damit beauftragten Rechercheteams zu, die im Sinne der Netzdurchsetzungsverordnung tätig werden. „Feine Sahne Fischfilet“ allerdings darf (durfte) sogar mit freundlichster Billigung des Bundespräsidenten  „Bulle……..ne und Fresse einschlagen“ besingen, andere dürfen das nicht.

Ach, ich verstehe,  gemessen an „Bullen……ne“ ist „Umweltsau“ doch ganz harmlos. Oder?

Kein „harmlos“. Vielmehr eine energische Zurückweisung.

Denn die „Umweltsau“ wusste Danny Hollek noch zu steigern und veröffentlichte diesen netten Satz:

„Lass mal über die Großeltern reden, von denen, die jetzt sich über #Umweltsau aufregen. Eure Oma war keine #Umweltsau. Stimmt. Sondern eine #Nazisau.“

Bei Facebook gefunden, habe ich das so kommentiert:

„Ich bin die Enkelin und die Tochter derjenigen, die als „Nazisau“ beschimpft werden und gleichzeitig als Oma die so bezeichnete „Umweltsau“… und ich habe mir bislang nicht vorstellen können, dass diese Titulierungen im Einklang stehen können mit dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Hass und Verachtung scheinen nun auch als Standard im öffentlich-rechtlichen Sprachgebrauch zu werden.“

Der schleichende Verfall ethischer / moralischer Übereinkommen für unsere und in unserer Gesellschaft wird so überdeutlich erkennbar.

Und mehr möchte ich eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht hinzufügen.

 

Doch dies noch: Ich bin Oma und ’ne ganz patente Frau!

 

 

 

 

Eine Provokation soll es sein… 18. März, 2018

Posted by Rika in aktuell, frauen, gesellschaft, Kinder - Famile, mütter, mord, politik, väter.
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sich für menschliches Leben einzusetzen.

„Spahn provoziert neuen GroKo-Krach über Abtreibungen

 

Ich gebe ja zu, dass Herr Spahn  drastische Worte gewählt hat, als er einen Vergleich zog zwischen der Fürsorge für tierische Lebewesen und der für menschliche (ungeborene) Lebewesen.

Aber vielleicht ist es dringender denn je geboten, mit eben solchen drastischen Worten und Vergleichen den Wahnsinn zu verdeutlichen, der derzeit in Deutschland grassiert.

Wegen der schützenswerten Juchtenkäfer wurde jahrelang um den Bau von Stuttgart 21 gestritten. In Hannover musste, bevor der Klagesmarkt umgebaut werden konnte, ein seltenes Kraut aus den Ritzen zwischen den Pflastersteinen sorgsam entfernt und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden. Die Elbvertiefung wird mit dem Ringen um eine äußerst seltene Spezies im Uferbereich immer wieder juristisch bekämpft und damit verzögert. Wölfen sichert man einen überaus hohen Schutzstatus zu. Gegen Massentierhaltung gibt es heftige Proteste (wohl zu Recht).

Ungeborenes Leben hat weniger Fürsprecher in der öffentlichen Debatte.

Mehr als Einhunderttausend  Ungeborene werden Jahr für Jahr abgetrieben. Das entspricht in der schieren Anzahl der Getöteten in etwa der Bevölkerung einer Stadt wie Göttingen oder Hildesheim.

In der jetzt geführten Debatte geht es aber mitnichten um ein generelles Verbot von Abtreibungen, diese juristische Angelegenheit wurde schon vor Jahren mit der Änderung des § 218 geregelt. Was die Abtreibungsbefürworter auf die Palme bringt, ist die neu entflammte Debatte darüber, ob ein Gynäkologe im Internet auf seine Praxis aufmerksam machen und dabei auch den Hinweis auf die Durchführung von Abtreibungen geben kann oder nicht. Dieses Verfahren wird durch den § 219 geregelt. Die Werbung für Abtreibung ist demnach per Gesetz verboten.

Bei einer Anzahl von mehr als 100 000 Abtreibungen pro Jahr kann man doch davon ausgehen, dass die abtreibungswilligen Frauen bisher keine Probleme hatten, eine entsprechende Einrichtung für ihr Vorhaben zu finden. Von daher verstehe ich die angeblich  dringende Notwendigkeit nicht, den Paragraphen 219 nun gänzlich zu streichen, wie es die (nur vermutete Mehrheit der) SPD fordert.

Frau Barley wird mit diesen Worten in dem oben verlinkten Artikel zitiert:

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) betonte. «Ich verlasse mich auf das Wort der Kanzlerin, die zugesagt hat, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden.» Es gehe nicht um Werbung, sondern um Information. «Daran muss jetzt die gesamte Bundesregierung arbeiten», sagte Barley der Deutschen Presse-Agentur. Ärzte bräuchten Rechtssicherheit und Frauen Unterstützung in einer Krisensituation.

 

Mir erschließt sich die Forderung nach mehr Rechtssicherheit für Abtreibungsärzte nicht. Es geht bei § 219 doch nicht um die Abtreibung an sich, sondern schlicht und ergreifend darum, ob ein Arzt im Internetauftritt seiner Praxis auf die Spezialbehandlung „Abtreibung“ hinweisen darf oder nicht. An seiner rechtlichen Situation hinsichtlich der Tötung von menschlichem Leben – dieses Tun nämlich straffrei zu stellen – ändert sich doch gar nichts. Und auch für  die betroffenen Frauen ändert sich nichts.

Wenn Frauen und die mit ihnen sympathisierenden Männer so massiv gegen den § 219 auftreten, bedeutet das doch in erster Linie, dass auf diesem Weg die Abtreibung menschlichen Lebens endgültig zu  einer ganz „normalen“  ärztlichen Tätigkeit erklärt werden soll, wie etwa die Entfernung des Blinddarms oder der Rachenmandeln. Bisher hat es doch offenbar funktioniert, dass Frauen die Ärzte fanden, die den Eingriff vornehmen. Wozu also die Änderung?

Und hat Herr Spahn nicht Recht?

Machen nicht insbesondere die Grünen ein ziemliches Gewese um alles was lebt, mit Ausnahme um noch nicht geborene Menschen?

Und ist das nicht ein ganz schrecklicher Skandal?

Ein Skandal insbesondere in einem Land, das so viel auf seine sozialen Errungenschaften hält. Ungewollt Schwangere, die sich in einer Notlage befinden, müssen und können mehr Unterstützung finden, als es bisher schon möglich ist. Dass das mit der Information über die Ärzte, die Abtreibungen vornehmen geschehen soll,  kann doch nicht zu dieser notwendigen Unterstützung zählen!

DAS LEBEN ZU SCHÜTZEN muss die eigentliche und wichtige Aufgabe zum Thema Abtreibung sein. Dazu gehört auch der Schutz der Frauen, die mit einer Abtreibung ein hohes gesundheitliches und psychisches Risiko eingehen, dessen Langzeitfolgen aber in einer Krisensituation kaum zu übersehen sind. Verantwortung für Frauen kann darum eben auch bedeuten, sie darin zu stärken, ein nicht geplantes und / oder nicht gewolltes Kind dennoch zu bekommen.

„Kein Mensch ist illegal!“ lautet ein Schlagwort im Umgang mit Migration.  Ungeborene Kinder haben diesen Zuspruch in gleicher Weise verdient und das Recht, in Deutschland zu leben und aufzuwachsen

 

By the way,  der demographische Wandel macht auch den Grünen und Linken Sorgen, sie plädieren für nahezu ungebremste Einwanderung, um der immer mehr schrumpfende Bevölkerung ein bisschen entgegen zu wirken.  Aber 100000 Kinder nicht leben zu lassen, ist für sie gar kein Problem.

Da kann man doch ins Grübeln kommen über die ethischen und moralischen Werte….

Oder?

 

 

Ein Himmel für den Schneemann… 6. März, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Am Sonntag war die junge Familie bei uns – wie so oft und zu unserer  Freude.

Spät am Nachmittag sollte es zurück ins eigene Heim gehen. Beim Verabschieden von uns Großeltern treffen Kinder und Enkel auf die freundlichen Nachbarn …. man kommt ins Gespräch über dies und das. Die Nachbarin unterhält sich mit dem jüngsten Enkelkind. Das kleine Mädchen ist fast  dreieinhalb Jahre alt und findet es toll mit der netten Frau zu reden.

Die großen Brüder spielen lieber mit den letzten Schneeresten die noch im Hof liegen und natürlich machen sie auch Schneebälle und werfen vorsichtig in die  Richtung der Erwachsenen. Die Frau Nachbarin formt nun ihrerseits einen Schneeball, aber nicht um ihn zu werfen. Sie setzt ihn vorsichtig auf die Bordsteinkante….   rollt einen zweiten, kleineren und  legt ihn auf den ersten. Von der niedrigen Buchsbaumhecke zupft sie zwei winzige Blättchen ab und drückt sie in den kleineren Ball….  das sind die Augen!, erkennen wir. Als Nase spendiere ich ein Streichholz…  Das kleine Mädchen ist entzückt.  …. „Noch einen“, bittet sie und so entsteht ein weiterer kleiner Schneemann.  Und noch einen baut die nette Frau von nebenan, einen noch kleineren. Da stehen sie nun, weiß, kalt und fein. Sie sehen aus wie Vater, Mutter, Kind der Familie Schneemann. Die letzten Schneemännerchen im Hof.

Gestern, wie immer am Oma-und-Opa-Tag, geht der Großvater mit den beiden jüngeren Enkeln zum Kinderturnen.  Die Drei müssen an den Schneemännerchen vorbei.  Die plötzliche „Wärme“ hat den kleineren der Schneemänner schon schmelzen lassen.

Das kleine Mädchen betrachtet den traurigen Rest, denkt lange nach  und kommt dann zu einem tröstlichen Schluss und sagt:

„Der ist jetzt schon im Himmel.“

 

 

Fremde Feder: Ehe für alle – kein Thema 27. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, familie, familienpolitik, gesellschaft, Kinder - Famile, politik, presse.
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Das Thema „Ehe für alle“ wird gerade dazu missbraucht, einen Machtkampf zwischen den Parteien auszufechten. Volker Beck und die Grünen haben es als Erste  in die Öffentlichkeit getragen, inzwischen sind auch die Regierungsparteien in Landtagen und im Bundestag auf den Zug aufgesprungen, machen gar mögliche Koalitionsverhandlungen nach anstehenden Wahlen davon abhängig, ob der „politische Partner“ ja sagt zu Eheeinheitlichkeit oder nicht.

Ich finde diesen Machtkampf  weder dem Thema, noch den betroffenen Menschen angemessen. Die politischen Eliten des Landes führen ein ebenso absurdes wie würdeloses Theater auf, nur, wie mir scheint, sich in irgendeiner Form im schon beginnenden Bundestagswahlkampf in der öffentlichen Darstellung an vorderster Front zu positionieren. Wen, außer ausgewiesenen Experten  interessieren denn schon so dröge Themen wie „Griechenlandrettung“ oder „Eurorettungsschirm“?  Damit kann man schlecht Wahlkampf machen und noch schlechter Wahlen gewinnen, aber ein Thema, das ans Herz geht, das menschliche Gefühle und Bedürfnisse anspricht, so ein Thema ist doch bestens geeignet, um sich die Zustimmung der Leute zu sichern…

Denn,  ich sage es nur sehr ungern, wer, außer einigen erzkonservativen Christen würde es denn öffentlich wagen, sich aus dem Fenster zu hängen und mit Hinweis auf Kirche, Glaube, Bibel oder gar Gott höchstselbst gegen den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach dem gleichen Recht für alle zu sein? Und was, außer auf christlichen Moralvorstellungen beruhenden Vorurteilen spricht sonst gegen eine „Ehe für alle“?
„Nichts“, meint die Autorin Patrizia von Berlin, deren Beitrag ich hier reblogge…
Meine eigenen Anmerkungen dazu folgen später…. ich muss noch ein bisschen nachdenken darüber, wie ich meine Einstellung und Meinung argumentativ und sprachlich an den Mann, die Frau und die Binnensterne bringe …
(Binnensterne meine ich kein bisschen despektierlich den betroffenen Personen gegenüber… wohl aber mache ich mich lustig über  – und bin manchmal regelrecht sauer auf  – die Sprach- und Schriftverhuntzer, die für jedes „Tierchen ein Pläsierchen“ brauchen, will meinen, um niemanden zu übergehen für alle 100 000 Möglichkeiten eine sprachliche Relevanz fordern! ) Und das deckt sich auch ein bisschen mit dem Ehe-Thema… brauchen wir wirklich einerseits für alles und jeden  die differenzierende Beschreibung und vermischen andererseits alles unterschiedslos zu Einheitsbrei? Können wir nicht bei den bestehenden Regelungen bleiben – sowohl sprachlich, als auch vor dem Gesetz – in dem Bewusstsein unserer Unterschiede und der gleichzeitigen Würde, die unantastbar ist ?

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 7. September, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, schule - kinder.
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… der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Daran musste ich bei der Einschulung des ersten Enkelkindes denken.

„Auf dem Dorfe“, so sagte schon der für unsere Schule zuständige  Schulrat vor gut 25 Jahren, „ist die Welt noch in Ordnung!“

Und dem ersten Eindruck und äußeren Schein nach zu urteilen, ist das heute wohl auch noch so.

Die Einschulung wird gefeiert,   29 Kinder beginnen den „Ernst des Lebens“  mit ihren Eltern und vielen Verwandten in der gemeinsamen Dorfkirche zweier Dörfer am Rande der großen Stadt. Jeder Platz in der Kirche ist besetzt, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten der i-Männchen sind gekommen, um  die kleinen Schulanfänger bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. Fröhliche und kindgerechte Lieder werden gesungen und der Pastor hält eine wunderbare und bemerkenswerte Predigt für die Kinder – und ein bißchen auch für die Erwachsenen. Um einen Hut geht es in der Predigt, darum, wozu so ein Hut gut ist: Er schützt vor zuviel Sonne, vor Wind, Regen oder Kälte und selbst vor neugierigen Blicken. Das verstehen wirklich alle.  Das Wort „Hut“, erklärt der Pastor weiter, steckt in dem Wort „behütet“. Und das wünscht er den Kindern, behütet zu sein auf ihrem weiteren Weg – nicht einfach nur mit einem Hut, versteht sich, sondern von GOTT selbst, der Hilfe und Schutz sein will in den herausfordernden Situationen des neuen Lebensweges. Ja, das verstehen auch alle…  wenn vielleicht auch nicht jeder Anwesende um diesen Schutz weiß oder gar darum bittet.

Doch der Pastor bittet darum für alle Kinder und die Eltern, Geschwister und Großeltern und legt jedem neuen Schulkind segnend die Hände auf und stellt jedes Kind unter Gottes Segen.  Am Verhalten einiger Erwachsener ist abzulesen, dass ihnen Kirche und Gottesdienst gänzlich fremd sind. Aber auch sie gehören hier in der Kirche ganz selbstverständlich dazu.

„Auf dem Dorf“, denke ich, „geht das noch, ohne dass zuvor darüber debatiert werden muss“ und bin dankbar für diesen wunderbaren segensreichen Einschulungsgottesdienst.

Im Anschluß ziehen wir alle in langer Prozession hinter einem bunt geschmückten Bollerwagen*** her  ins Nachbardorf zur „großen“ Schule, in deren Turnhalle die „Neuen“ von der Schulleiterin und allen Lehrerinnen begrüßt werden und die Viertklässler ein Theaterstück für die neuen  Mitschüler aufführen.  Die 29 Kinder werden auf zwei Klassen verteilt, 17 Kinder bleiben in der „großen“ Schule, für die anderen 12 geht es zurück ins Nachbardorf und in die „kleine“ Schule….  Dort wird das Enkelkind also seine ersten Schuljahre verbringen. Wie schön!

 

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„Auf dem Dorf herrscht doch noch das Paradies“ meinte der ehemalige Schulrat …. und Recht hat er. Zumindest was dieses Dorf angeht und seine kleine Schule mit einer winzig kleinen Schar neuer Grundschüler.   Dankbar bin ich für die Eltern, Lehrer und die politisch Verantwortlichen, die sich für den Erhalt der kleinen Grundschule eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich aus eigener Anschuung und vielen Kämpfen in früheren Jahren weiß.

Im Haus des i-Männchens wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert…  wir  Erwachsenen erinnerten uns an die Einschulung  der Eltern, Onkel und Tanten des neuen Schulkindes… auch damals gab es den Gottesdienst in der Dorfkirche, die Einschulungsfeier in der Aula der Schule… die Aufregung der Kinder… Tränchen der Rührung und des bewußten Abschiednehmens von einem wichtigen Teil der Kindheit ihres Kindes  bei den Eltern…   Lieder und Theaterspiele…..     und  Schultüten!      Waren die damals auch schon so reich gefüllt…?

 

Und die Gedanken gingen zurück in meine eigene Kindheit. Wie war das damals vor 60 Jahren bei meiner Einschulung, waren die Eltern, waren Oma und Opa mit dabei, ich meine, in der Schule? Gab es eine Feier in der Klasse für die neuen i-Männchen – eine Aula oder Turnhalle hatte meine Schule nicht.

Ich weiß es nicht mehr, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass wir in der ersten Schulstunde ein Lied lernten: „Schön ist die Welt, drum Brüder laßt uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt…“

Der Meinige erzählte, dass er der einzige „Knabe“ gewesen sei, der in der einklassigen Dorfschule eingeschult wurde. So vermerkt es jedenfalls die Dorfchronik des kleinen Dorfes, in dem seine Familie damals als Flüchtlinge  Rettung und Unterkunft gefunden hatte.

 

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***Der geschmückte Bollerwagen mit den Schultüten, die von den  Müttern der Schulkinder gebastelt worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

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