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Fremde Feder: Ehe für alle – kein Thema 27. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, familie, familienpolitik, gesellschaft, Kinder - Famile, politik, presse.
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Das Thema „Ehe für alle“ wird gerade dazu missbraucht, einen Machtkampf zwischen den Parteien auszufechten. Volker Beck und die Grünen haben es als Erste  in die Öffentlichkeit getragen, inzwischen sind auch die Regierungsparteien in Landtagen und im Bundestag auf den Zug aufgesprungen, machen gar mögliche Koalitionsverhandlungen nach anstehenden Wahlen davon abhängig, ob der „politische Partner“ ja sagt zu Eheeinheitlichkeit oder nicht.

Ich finde diesen Machtkampf  weder dem Thema, noch den betroffenen Menschen angemessen. Die politischen Eliten des Landes führen ein ebenso absurdes wie würdeloses Theater auf, nur, wie mir scheint, sich in irgendeiner Form im schon beginnenden Bundestagswahlkampf in der öffentlichen Darstellung an vorderster Front zu positionieren. Wen, außer ausgewiesenen Experten  interessieren denn schon so dröge Themen wie „Griechenlandrettung“ oder „Eurorettungsschirm“?  Damit kann man schlecht Wahlkampf machen und noch schlechter Wahlen gewinnen, aber ein Thema, das ans Herz geht, das menschliche Gefühle und Bedürfnisse anspricht, so ein Thema ist doch bestens geeignet, um sich die Zustimmung der Leute zu sichern…

Denn,  ich sage es nur sehr ungern, wer, außer einigen erzkonservativen Christen würde es denn öffentlich wagen, sich aus dem Fenster zu hängen und mit Hinweis auf Kirche, Glaube, Bibel oder gar Gott höchstselbst gegen den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach dem gleichen Recht für alle zu sein? Und was, außer auf christlichen Moralvorstellungen beruhenden Vorurteilen spricht sonst gegen eine „Ehe für alle“?
„Nichts“, meint die Autorin Patrizia von Berlin, deren Beitrag ich hier reblogge…
Meine eigenen Anmerkungen dazu folgen später…. ich muss noch ein bisschen nachdenken darüber, wie ich meine Einstellung und Meinung argumentativ und sprachlich an den Mann, die Frau und die Binnensterne bringe …
(Binnensterne meine ich kein bisschen despektierlich den betroffenen Personen gegenüber… wohl aber mache ich mich lustig über  – und bin manchmal regelrecht sauer auf  – die Sprach- und Schriftverhuntzer, die für jedes „Tierchen ein Pläsierchen“ brauchen, will meinen, um niemanden zu übergehen für alle 100 000 Möglichkeiten eine sprachliche Relevanz fordern! ) Und das deckt sich auch ein bisschen mit dem Ehe-Thema… brauchen wir wirklich einerseits für alles und jeden  die differenzierende Beschreibung und vermischen andererseits alles unterschiedslos zu Einheitsbrei? Können wir nicht bei den bestehenden Regelungen bleiben – sowohl sprachlich, als auch vor dem Gesetz – in dem Bewusstsein unserer Unterschiede und der gleichzeitigen Würde, die unantastbar ist ?

philosophia perennis

Ein Gastbeitrag von Patrizia von Berlin

Ich selbst bin von dem Thema in keinster Weise betroffen. Früher hatte ich ohne jedes Verständnis auf die Forderung der Ehe-Öffnung geblickt und aus diesem Grund habe ich heute noch viel Empathie für die ablehnende Seite. Als ich dann gleichgeschlechtliche Paare kennen lernte, die sich nicht so sehr von klassischen, miteinander älter gewordenen Ehepaaren unterschieden, brach meine recht oberflächliche Weltsicht in dieser Frage sehr schnell zusammen. Alljährliche Tagesschauschnipsel mit nackten Tatsachenberichten der diversen CSDs hatten, so merkte ich, doch ein recht simples Bild entstehen lassen.

Heute befürworte ich die Eheöffnung. Vielleicht gelingt es mir ja bei beiden Seiten ein wenig Verständnis für die andere Seite zu wecken und vielleicht ist meine Entscheidung hilfreich für Andere, die sich eine Meinung bilden wollen.

Die Bundeskanzlerin macht Schlagzeilen

Der Wahlkampf tobt und die Kanzlerin hat nicht nur die, achtlos weggeworfene, Deutschlandfahne wieder hervorgeholt, sondern eine weitere Erleuchtung…

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„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 7. September, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, schule - kinder.
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… der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Daran musste ich bei der Einschulung des ersten Enkelkindes denken.

„Auf dem Dorfe“, so sagte schon der für unsere Schule zuständige  Schulrat vor gut 25 Jahren, „ist die Welt noch in Ordnung!“

Und dem ersten Eindruck und äußeren Schein nach zu urteilen, ist das heute wohl auch noch so.

Die Einschulung wird gefeiert,   29 Kinder beginnen den „Ernst des Lebens“  mit ihren Eltern und vielen Verwandten in der gemeinsamen Dorfkirche zweier Dörfer am Rande der großen Stadt. Jeder Platz in der Kirche ist besetzt, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten der i-Männchen sind gekommen, um  die kleinen Schulanfänger bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. Fröhliche und kindgerechte Lieder werden gesungen und der Pastor hält eine wunderbare und bemerkenswerte Predigt für die Kinder – und ein bißchen auch für die Erwachsenen. Um einen Hut geht es in der Predigt, darum, wozu so ein Hut gut ist: Er schützt vor zuviel Sonne, vor Wind, Regen oder Kälte und selbst vor neugierigen Blicken. Das verstehen wirklich alle.  Das Wort „Hut“, erklärt der Pastor weiter, steckt in dem Wort „behütet“. Und das wünscht er den Kindern, behütet zu sein auf ihrem weiteren Weg – nicht einfach nur mit einem Hut, versteht sich, sondern von GOTT selbst, der Hilfe und Schutz sein will in den herausfordernden Situationen des neuen Lebensweges. Ja, das verstehen auch alle…  wenn vielleicht auch nicht jeder Anwesende um diesen Schutz weiß oder gar darum bittet.

Doch der Pastor bittet darum für alle Kinder und die Eltern, Geschwister und Großeltern und legt jedem neuen Schulkind segnend die Hände auf und stellt jedes Kind unter Gottes Segen.  Am Verhalten einiger Erwachsener ist abzulesen, dass ihnen Kirche und Gottesdienst gänzlich fremd sind. Aber auch sie gehören hier in der Kirche ganz selbstverständlich dazu.

„Auf dem Dorf“, denke ich, „geht das noch, ohne dass zuvor darüber debatiert werden muss“ und bin dankbar für diesen wunderbaren segensreichen Einschulungsgottesdienst.

Im Anschluß ziehen wir alle in langer Prozession hinter einem bunt geschmückten Bollerwagen*** her  ins Nachbardorf zur „großen“ Schule, in deren Turnhalle die „Neuen“ von der Schulleiterin und allen Lehrerinnen begrüßt werden und die Viertklässler ein Theaterstück für die neuen  Mitschüler aufführen.  Die 29 Kinder werden auf zwei Klassen verteilt, 17 Kinder bleiben in der „großen“ Schule, für die anderen 12 geht es zurück ins Nachbardorf und in die „kleine“ Schule….  Dort wird das Enkelkind also seine ersten Schuljahre verbringen. Wie schön!

 

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„Auf dem Dorf herrscht doch noch das Paradies“ meinte der ehemalige Schulrat …. und Recht hat er. Zumindest was dieses Dorf angeht und seine kleine Schule mit einer winzig kleinen Schar neuer Grundschüler.   Dankbar bin ich für die Eltern, Lehrer und die politisch Verantwortlichen, die sich für den Erhalt der kleinen Grundschule eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich aus eigener Anschuung und vielen Kämpfen in früheren Jahren weiß.

Im Haus des i-Männchens wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert…  wir  Erwachsenen erinnerten uns an die Einschulung  der Eltern, Onkel und Tanten des neuen Schulkindes… auch damals gab es den Gottesdienst in der Dorfkirche, die Einschulungsfeier in der Aula der Schule… die Aufregung der Kinder… Tränchen der Rührung und des bewußten Abschiednehmens von einem wichtigen Teil der Kindheit ihres Kindes  bei den Eltern…   Lieder und Theaterspiele…..     und  Schultüten!      Waren die damals auch schon so reich gefüllt…?

 

Und die Gedanken gingen zurück in meine eigene Kindheit. Wie war das damals vor 60 Jahren bei meiner Einschulung, waren die Eltern, waren Oma und Opa mit dabei, ich meine, in der Schule? Gab es eine Feier in der Klasse für die neuen i-Männchen – eine Aula oder Turnhalle hatte meine Schule nicht.

Ich weiß es nicht mehr, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass wir in der ersten Schulstunde ein Lied lernten: „Schön ist die Welt, drum Brüder laßt uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt…“

Der Meinige erzählte, dass er der einzige „Knabe“ gewesen sei, der in der einklassigen Dorfschule eingeschult wurde. So vermerkt es jedenfalls die Dorfchronik des kleinen Dorfes, in dem seine Familie damals als Flüchtlinge  Rettung und Unterkunft gefunden hatte.

 

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***Der geschmückte Bollerwagen mit den Schultüten, die von den  Müttern der Schulkinder gebastelt worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das ist ein Mensch…..“ 19. August, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Die junge Familie war zu einer Hochzeit eingeladen, man feierte fröhlich, die Großeltern hüteten die Kleinen, es wurde spät….

Damit die Eltern am nächsten Morgen nach der Erstversorgung der jungen Söhne noch ein wenig ruhen konnten, setzte der Großvater einen schon lange gehegten Plan um:

Fahren mit der Straßenbahn!

Am frühen Sonntagmorgen sind  er und die Enkel die einzigen Fahrgäste, die am Endpunkt einer hannoverschen Straßenbahnlinie in die Bahn steigen. Der Plan ist, einmal quer durch Hannover zu fahren.  Die Kinder sind fasziniert….  Autofahren kennen sie gut, ebenso Zugfahrten, die Straßenbahn ist aber zumindest für den jüngeren Kleinen ganz neu und ungewohnt.  Je näher die Bahn der Innenstadt kommt, umso mehr Fahrgäste steigen zu.

Toll,  die Bahn fährt auch unterirdisch  durch einen langen, langen Tunnel.

Schon fast am anderen Ende der Stadt steigt eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter ein. Eine hübsche Frau, wie der Großvater später erzählt, hübsch und dunkelhäutig. Der ältere Enkel beachtet die Frau nicht weiter, sein Interesse ist auf Anderes gerichtet. Der jüngere Enkel aber schaut …. und schaut …. und schaut ….   die Frau an und ihr Kind …   dabei sieht man seinem Gesicht an, wie intensiv er nachdenkt.

„Das ist ein Mensch!“, sagt er schließlich.

„Stimmt!“ bekräftigt der Großvater.

Fast drei Jahre alt ist der kleine Mann  und noch nie zuvor hat er einen dunkelhäutigen Menschen von Angesicht zu Angesicht gesehen. Die Person, die vor ihm steht, ist keine Gestalt aus einem Bilderbuch  – sie ist ein Mensch, wie er, wie du und ich.

Was darf es denn kosten? 28. Mai, 2015

Posted by Rika in berufstätigkeit, bezahlung, eltern, erzieher, erzieherinnen, familie, familienpolitik, frauen, gewerkschaft, horterziehung, jugendamt, Kinder - Famile, kita, mütter, soziale arbeit, streik, tarife, väter.
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Was ist sie uns  wert, die Betreuung unserer Kinder?

Wieviel wollen wir investieren in das Krisenmanagement für den sozialen Zusammenhalt von Familien und Gesellschaft?

Männer und Frauen die Eltern werden,  sollen nach Wunsch „der Wirtschaft“ (wer und was ist das eigentlich?) möglichst schnell nach der Geburt eines Kinders wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen zur Wertschöpfung für Betrieb und Gesellschaft.

Und die Kinder?

Die sollen nach dem Willen der meisten Politiker außer Haus – sprich, außerhalb ihrer Familie – von dazu eigens ausgebildeten Menschen nicht nur betreut (im Frühstadium der kindlichen Entwicklung gewickelt, gefüttert, bespaßt), sondern mit zunehmendem Alter auch  pädagogisch wertvoll (und selbstredend  der Gesellschaft dienlich)  allumfassend erzogen werden. Konkret heißt das, ein gerade dem Säuglingsalter entwachsenes Kleinstkind kommt mit 1 Jahr in die Krippe, durchläuft anschließend den auf die Schule vorbereitenden Kindergarten und wird als Schulkind „im Ganztag“ beteut, also bereits vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn bis in den späten Nachmittag hinein, solange eben, bis die Eltern von ihrer wertschöpfenden Arbeit nach Hause kommen.

Wenn man sich den Zeitplan eines Kindes im Kindergarten- und Grundschulalter vorstellt, das morgens zwischen 6.30 und 7.00 Uhr erwacht und abends gegen 20.00h zu Bett geht, in den ca 12 – 13 Stunden  dazwischen aber an 5 Tagen der Woche mindestens ein Drittel der Zeit im Kindergarten und  als Schulkind mehr als die Hälfte der Zeit in Schule und Hort zubringt, so wird man doch rasch feststellen, dass wesentliche „Betreuungs- und Erziehungsarbeit“ aus der Familie in die Institution Kindergarten-Schule-Hort verlagert wird und „fremde“ Personen anstelle der Eltern prägenden Einfluss auf die Kinder nehmen, sie fördern und fordern, trösten, ermahnen, mit ihnen spielen, lachen singen, ihre kognitiven, musischen und sportlichen  Fähigkeiten individuell fördern (das ist zumindest der Plan!) und ihnen als Ansprechpartner in schwierigen Situationen Beistand bieten.

Das, was in Wahlkampfreden gerne mit „Kinder sind unsere Zukunft“ plakativ verkündet und gepriesen wird, dieses hohe Gut einer Gesellschaft, wird aber in geradezu sträflicher Weise mit einem Minimum an finanzieller Ausstattung versorgt. Damit meine ich, dass sowohl die Zahl der Betreuungs- und Erziehungspersonen in Kitas und Horteinrichtungen in keinster Weise dem geforderten und erwarteten Bildungsauftrag (s.o.) entspricht, wie auch  die Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher nicht im geringsten ihrer verantwortungsvollen Arbeit gerecht wird.

Das geht nicht zusammen.

Man kann nicht qualitativ hochwertige Erziehungsarbeit erwarten, aber nur wenig dafür bezahlen wollen.

Man kann auch nicht erwarten, dass eine Erzieherin / ein Erzieher im Hort  eine Gruppe von 25 Kindern betreut und jedem dieser Kinder so gerecht wird, als würde  dieses wie zu Hause –  als eines von zwei oder maximal drei Kindern –  durch eine einzelne Person (Mutter oder Vater) betreut. Das kann nicht funktionieren. Die Hortbetreuung unterscheidet sich elementar von der schulischen Versorgung – und selbst in der Schule ist der Schlüssel von 1 : 25  doch mehr als problematisch, bleiben Kinder auf der Strecke, weil sie nicht individuell gefördert werden können… wie auch?!

(Ich könnte von einer Horteinrichtung berichten, in der es innerhalb von drei Monaten nicht eine einzige Woche gab, in der alle (5!) tätigen Erzieher-Innen für die 5 Gruppen tatsächlich an jedem Tag auch anwesend waren. Fällt eine Person aus, werden die Kinder der betroffenen Gruppen eben auch noch auf die anderen Gruppen verteilt. Das macht Stress für Kinder und Betreuer, schränkt die ohnehin so geringe Individualzeit für jedes Kind noch weiter ein, führt zu einer dauerhaften Überlastung der unter solchen Bedingungen Arbeitenden.  Und das ist keineswegs die Ausnahme, sondern eher die Regel!)

Was ist sie uns wert, die Arbeit an und mit unseren Kindern?

Und wem schieben wir die Schuld in die Schuhe, wenn es im familiären System mal nicht rund läuft? Wer holt die Kuh vom Eis, oder besser noch, wer verhindert, dass es zu Katastrophen kommt in Familien, die nur dem Namen nach Familie sind, aber eigentlich ein Ort des Schreckens für alle an ihr beteiligten, ob Kinder oder Eltern – Vater, Mutter einzeln oder als Paar?

Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…. und dies nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich zu Schaden gekommen ist, wer rückt dann in den Fokus und muss sich Kritik, die eher heftigster medialer Beschimpfung gleich kommt, gefallen lassen, ohne dass der zuständige politische Verantwortliche sich reumütig gegen die Brust schlägt und sein eigenes Versagen eingesteht?

Machen sich die Leute, die die Forderungen der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen nach einer besseren Eingruppierung ihrer finanziellen Vergütung angesichts des gerade währenden Streiks kritisieren,  eigentlich klar, was es für  die jeweils betreffenden Sozialarbeiter im Jugendamt bedeutet, wenn  ein Kind aus einer völlig desolaten Familiensituation genommen werden muss, wie schwierig es ist abzuwägen was mehr zählt, die elterliche Freiheit oder das Wohl des Kindes, das Recht der Frau auf 5 Kinder von 5 verschiedenen Männern, die dann jeweils ein ziemlich erbärmliches Gastspiel als „Vater“ geben, oder das Recht des Kindes auf geordnete Verhältnisse, in denen die Bedürfnisse des Kinders nicht ständig dem vermeintlichen oder tatsächlichen Recht der Mutter auf selbstbestimmtes Leben untergeordnet werden? Und gibt es eine Statistik, die festhält, wieviele Beratungsgespräche geführt werden, weil Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder restlos überfordert sind, weil die Kommunikation in den Familien praktisch nur noch einer kriegerischen Auseinandersetzung gleicht, weil Eltern ihre Kinder nicht verstehen und Kinder und Jugendliche an ihren Eltern verzweifeln? Wird darüber Buch geführt, wie sehr die geleistete Beratung der Familien dazu beiträgt, dass nicht das gesamte Leben der Betroffenen aus den Fugen gerät und man einen Modus findet, zumindest vernünftig miteinander umzugehen? Und hat diese  Arbeit mit den Familien nicht auch einen hohen gesellschaftlichen Wert, weil die Zukunft der Kindern nicht länger hochgradig belastet oder gar ganz zerstört ist, weil Eltern wieder den Kopf frei bekommen und eine Perspektive für sich und ihre Kinder entdecken?

Können sich die zuständigen Politiker überhaupt vorstellen,  WIE schrecklich es in manchen Haushalten und Familien aussieht und das Kinder zugrunde gehen, weil ihre Mütter und Väter unfähig sind, das eigenen Leben zu bewältigen, geschweige denn auch noch für Kinder zu sorgen?

Wenn ein Kind zu Tode kommt – und leider passiert das selbst dann immer wieder, wenn das Jugendamt bereits ein Auge auf die Familie geworfen hat -, ist das Geschrei groß. Aber ist irgendeiner derjenigen, die auch über die finanziellen Mittel für die personelle Versorgung der Jugendämter zu entscheiden haben auch nur ansatzweise bereit, mehr Geld zu inverstieren? Und „ein Auge“ ist entschieden zu wenig, aber mehr geht doch gar  nicht, weil die Zuständigkeit  des einzelnen Mitarbeites im Jugendamt für Jugendliche und Familien so bemessen ist, dass die Zeit einfach nicht  ausreicht, um alle „Fälle“ gleichermaßen ständig „im Auge“ haben zu können.

Was darf sie also kosten, die leider so nötige „Jugend- und Sozialpflege“?

Wenn in den Medien immer mehr Kritik an den Streikenden geübt wird, so macht das doch deutlich, wie wenig Wertschätzung der sozialen und pädagogischen Arbeit  zuteil wird, wie wenig im öffentlichen Bewusstsein der Wert „unserer Kinder“ wirklich verankert ist und dass es leider auch den Eltern, die jetzt mit zunehmender Kritik reagieren, doch vor Allem doch um den eigenen Arbeitsplatz geht und erst in zweiter Linie um das Wohl der Kinder. (Die Einschränkung dieser etwas provokanten Formulierung findet sich hier: „Kind und Karriere gut vereinbar“ Nicht allen Müttern ist es vergönnt, zu Hause bleiben zu können, selbst wenn sie es wollten. Etliche MÜSSEN zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und viele tragen ihn ganz allein! )

Was würde denn passieren, wenn sich tausende Eltern von ihrer Arbeitsstelle abmeldeten,  weil sie ihre Kinder betreuen müssen und eben nicht mit letzter Kraft irgendwelche Betreungsmöglichkeiten organisieren und bereitstellen, damit sie der Arbeitswelt erhalten bleiben? Wären nicht auch die Arbeitgeber berufstätiger Mütter und Väter aufgerufen, sich aktiv für eine bessere Betreuungsversorgung einzusetzen?

Tragt die Diskussion um die gerechte Betreuung unserer Kinder in die Betriebe, Firmen, Anwaltskanzleien, Fabriken, Geschäfte, Verwaltungen, nicht nur der Städte und Gemeinden, auch die der Krankenhäuser und  Großkonzerne. Macht „der Wirtschaft“ klar, dass es ohne gute und auch gut bezahlte Betreuungsarbeit nichts ist mit Wertschöpfung und Bruttosozialprodukt, dass für das Funktionieren der Gesellschaft eben nicht nur die „produktive“ Arbeit  wichtig ist, sondern der Arbeit in dem sozialen Bereich eine mindestens ebeno große Bedeutung zukommt und darum auch entsprechend gut ausgestattet und bezahlt werden muss.

Wenn Familien eine gute finanzielle Basis haben sollen an der beide Eltern durch Berufsarbeit mitwirken  und dennoch Kindern eine gute Betreuung zukommen soll, müssen wir es uns als Gesellschaft etwas kosten lassen….

Und sage niemand, dass das nicht machbar sei in diesem Staat.

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Vor drei Jahren habe ich bereits Ähnliches geschrieben:

Kinder? Nein, danke, woll’n wir uns nicht leisten!

Passend zu dem Thema, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt,  habe ich diesen Beitrag entdeckt:

Aus der Schule geflogen, im Heim gelandet“

Ich kann es mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen…. 24. Mai, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, meine persönliche presseschau.
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in meinem Alter Vierlingen gerecht zu werden – wohlgemerkt neu und viel zu früh geborenen Vierlingen.

Schon als noch relativ junge Mutter von vier Kindern (ich wurde kurz nach  der Geburt unseres vierten Kindes 36) war mir klar, dass es für mich leichter sei,  vier Kinder nacheinander zu gebären, zu pflegen, versorgen und groß zu ziehen, als zwei Kinder auf einmal.

Inzwischen sind alle unsere Kinder erwachsen, wunderbare, eigenständige, liebevolle Menschen.  Und ich, mit meinen 65 Jahren, freue mich an unseren drei Enkelkindern, genieße es, mit ihnen zusammen zu sein, ihre Entwicklung zu beobachten und liebevoll zu begleiten,  mit ihnen zu spielen, ihnen vorzulesen, mit ihnen in den Zoo zu gehen oder einfach nur auf dem Spielplatz oder in unserem Gärtchen zu toben.  Ab und zu betreuen der Liebste und ich eines oder auch zwei der Enkelkinder einen ganzen Tag lang, auch das genießen wir sehr, aber wir sind auch nicht traurig, wenn die Kleinen abends wieder in ihren eigenen Bettchen und unter der Obhut der Eltern schlafen.

Ich stelle es mir auch schwierig vor, ganz allein ein Kind groß zu ziehen, geschweige denn vier.

Wieviel Energie, wieviel Kraft ist dazu nötig. Wie viel muss organisiert werden, wenn der Alltag mal nicht rund läuft, eines der Kinder erkrankt oder gar die Mutter selber.

Noch weniger als die tagtägliche Organisation mit allen Imponderabilien hat man zuverlässig sicher und vorhersehbar die Zukunft in der Hand. Natürlich kann auch eine junge Frau plötzlich und schwer erkranken, das ist gar keine Frage, aber meiner Erfahrung nach werden die Kräfte mit zunehmendem Alter nicht mehr, sondern nehmen eher ab als zu.

In zehn Jahren, wenn die Kinder normal und gesund aufwachsen, kommen sie langsam in die Pubertät, dann ist ihre Mutter 75, in 20 Jahren, wenn die schulische Ausbildung normalerweise beendet ist und der Einstieg in Beruf oder Studium bewälltigt ist, 85. Wie mag es ihr dann gehen?  Wird sie noch alle fünf Sinne ordentlich beieinander haben, werden ihre Knochen noch halten und der Körper fit genug sein für alle weiteren anstehenden Aufgaben?

Wenn aber die Kinder dauerhaft pflegebedürftig sein sollten – was GOTT verhüten möge -, wer trägt dann die Last der Pflege, die Sorge, und auch die finanziellen Belastungen? Bürdet sie dann die Verantwortung ihren bereits erwachsenen Kindern auf – wollen die das? Oder überlässt sie das auch RTL, diesem Trash-Sender, mit dem sie ja laut Medienberichten einen Vertrag abgeschlossen hat?

Es geht mich eigentlich nichts an. Niemanden von uns geht es an. Trotzdem habe ich eine Meinung dazu. Und die ist, klipp und klar auf den Punkt gebracht:

 Eine Frau, die sich mit 65 Jahren einer künstlichen Befruchtung unterzieht, mit allen Risiken, die diese Prozedur auch schon bei jüngeren Frauen mit sich bringt,  handelt  egoistisch und ist im höchsten Maße verantwortungslos.

Wer kümmert sich eigentlich um die Rechte dieser Kinder?

Das Urteil zum Tuch …. 13. März, 2015

Posted by Rika in gesellschaft, Kinder - Famile, migration, schule - kinder.
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mag juristisch völlig richtig  und gut begründet sein, es geht dennoch in die falsche Richtung.

Im Iran, in Afghanistan, in der Türkei vor Erdogan, in vielen Ländern gab es einmal  Zeiten, in denen muslimische  Frauen sich ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit frei bewegen konnten. Erst die rigide Auslegung des Koran unter den Mullahs in Iran, den Taliban in Afgahanistan und die Kehrtwende unter Erdogan in der Türkei zwangen Frauen dort unter die Tücher. (Wobei in  der Türkei „das Kopftuch“ meiner Wahrnehmung nach in großen Städten von prozentual weniger muslimischen Frauen getragen wird als in den größeren Städten hierzulande.

Warum sollen Frauen in unserem aufgeklärten Deutschland aber diesem Zwang ausgesetzt sein – und sage mir niemand, dass es gar keinen Zwang gebe   (Die Schule in Neu-Ulm lässt grüßen aus der Ferne!) Und was ist von den Muslimas zu halten, die das Ding demonstrare ad oculi spazieren führen, nicht weil sie besonders fromm sind, sondern weil sie sich ganz bewusst von der nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft abgrenzen und abwenden wollen. Das alles wird von dem Urteil  aber in Zukunft abgedeckt. Den Preis bezahlen die Mädchen und Frauen, die aus den alten Traditionen ausbrechen wollen und nicht dürfen und denen muslimische, Kopftuch tragende Lehrerinnen künftig als „Vorbild“ vor die Nase gesetzt werden.

Das macht mich fassungslos.

Und noch etwas ärgert mich zutiefst:

Die Ausführung dieses Urteils bleibt doch an den Leuten an der untersten Stelle der Verantwortlichkeit  hängen, an den Schulleitern, die nun auch noch darüber entscheiden müssen, ob der Schulfriede durch eine Kopftuch tragende Lehrerin gestört wird oder nicht.

Ich sehe es schon vor meinem geistigen Auge: Lehrerzimmer einer mittelgroßen Grundschule, 18 Frauen, 3 Männer….  Zwei der Frauen beschließen aufgrund des Urteils, das Kopftuch nun auch außerhalb des „Reli“ zu tragen… 3 Kolleginnen ist das gänzlich egal, 4 sind pikiert, 4 weitere stimmen jubelnd zu und der Rest mag sich nicht äußern, um nicht als rassitisch, islamophob oder unkollegial zu gelten. Die Männer finden Haare zwar auch attraktiver als Tuch, halten aber die Klappe…  Die Zustimmung in der Elternschaft ist dürftig, die Ablehnung größer und das Murren hebt an. Unter den Schülerinnen nimmt das gegenseitige das Mobbing zu…

Nun soll die Schulleitung es richten…. als hätte die nicht schon genug an der Backe!

Nein, dieses Urteil ist zwar (vermutlich)   juristisch einwandfrei, aber pädagogisch vollkommen unsinnig.  Wer aber ist für Schule zuständig?

Richtig, Pädagogen sind es , Lehrerinnen, Lehrer und im besonders günstigen Fall auch  weitere pädagogische Fachkräfte, Sozialpädaginnen*** und Sozialpädagogen, Erzieherinnen, Erzieher.

Ihnen erweist  man mit diesem Urteil einen Bärendienst.

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***Eine der Klägerinnen ist Sozialpädagogin, in unseren Medien ist aber wieder einmal ungenau berichtend von „zwei Lehrerinnen“ die Rede, wobei ich noch nicht ganz genau nachgelesen habe, ob das Urteil nur für die angestellten Personen gilt (die Klägerinnen waren nicht Beamtinnen) oder für alle im Schuldienst arbeitenden weiblichen Personen.

„Hetz-Parolen an Grundschulen…. 10. März, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, familie, gesellschaft, islam, Kinder - Famile, medien, politik, schule - kinder.
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… Wer das Kreuz malt, kommt in die Hölle“…

ist ein Artikel der „Augsburger Allgemeine“ übertitelt.

Kinder in einer Neu-Ulmer Grundschule haben anlässlich der Anschläge von Paris in einem dazu anberaumten Unterrichtsgespräch mit drastischen Aussagen die Lehrer ihrer Schule (völlig ungeplant und unfreiwillig) geschockt.

Mir geht es hier jedoch nicht um eine weitere kritische Stellungnahme zum Islam, wer hier ab und zu liest, dem ist meine Haltung und Einstellung zu dem Thema bekannt.  Ich möchte das Augenmerk auf ein, wie ich finde,  sehr viel schwerwiegenderes Thema lenken:

Die Verantwortlichkeit der Eltern.

In dem Artikel wird dargelegt, dass die Kinder, die die verstörenden Aussagen über Christen und Juden und den Umgang mit anderen Religionen machten, durch die Imame der Koranschulen indoktriniert seien:

Die Lehrer an der Neu-Ulmer Schule wollen in der Folge wissen, woher die Hass-Sätze stammen, sie haken bei den Schülern nach. Es stellt sich heraus: vor allem aus den Koranschulen, die viele Kinder nach der Schule besuchen. Besonders viele und besonders heftige Aussagen kommen nach Angaben der Rektorin von Schülern, die regelmäßig am Wochenende für mehrere Stunden in einer bestimmten Moschee im Stadtteil Schwaighofen „unterrichtet“ werden….

Damit wird öffentlich den Koranschulen die Verantwortung für die ethisch-moralische Entwicklung der Kinder zugeschustert, die Eltern bleiben damit weitgehend außen vor.

Das finde ich allerdings grotesk! Welches sechs-, sieben- oder achtjährige Kind kommt von sich aus auf die Idee, eine Koranschule zu besuchen? Kinder im Grundschulalter sind zwar neugierig und interessieren sich für alles mögliche, aber ich wage doch sehr entschieden zu bezweifeln, dass die Teilnahme am Koranunterricht in einer Moschee aus eigenem Antrieb erfolgt. Es sind die Eltern, die ihre Kinder dorthin schicken und es sind die Eltern, die ihre Kinder ausgerechnet in einer sehr konservativ ausgerichtete Moschee unterweisen lassen.

Und sind es in aller Regel nicht auch die Eltern, die am ehesten erfahren, was die Kinder gelernt haben? Interessieren sich Mama und Papa nicht dafür, was der Imam gesagt hat? Fragen sie nicht danach, was in der Schule unterrichtet wird?

Ich bin verwundert über diesen Artikel, der die Eltern nur am Rande in der Verantwortung sieht.

Ich habe als Mutter doch jedes Recht und vor allem jede Pflicht, mich darüber zu informieren, was meine Kinder lernen und wenn mir Aussagen von ihnen zu Ohren kommen, die meiner eigenen Vorstellung von Moral, Ethik, sozialem Verhalten oder was auch immer entgegenlaufen, dann bin ich doch in höchstem Maße alarmiert und stelle die Lehrer / Prediger / Pastoren / Jugendleiter oder Erzieher zur Rede und überlasse die religiöse, ethische und soziale Erziehung meiner Kinder nicht länger Leuten, die das Gegenteil von dem erzählen, was mir wichtig ist.

Man kann doch getrost davon ausgehen, dass die Eltern der betroffenen Kinder in Neu-Ulm vollkommen im Einklang sind mit dem, was der Imam ihren Kindern erzählt – und meiner Meinung nach müsste die Schlussfolgerung sein, mit den Eltern in speziell angesetzten Elternabenden über die problematischen Aussagen und Ansichten zu reden. Mit einem Brief an die Eltern, wie er an der betroffenen Schule laut Aussage der Zeitung verschickt wurde, ist es aber nicht getan.

Mir fiel – als ich den Artikel las – auf der Stelle die Geschichte mit  den Steine werfenden „Kindern“ in Hannover anlässlich eines Stadtteilfestes ein. Auch damals fragte ich mich, warum niemand auf die Idee gekommen war, mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen zu reden, sie in die Verantwortung zu nehmen.

Kinder schnappen zwar auch außerhalb ihres Elternhauses viel auf von Meinungen und Einstellungen, aber die Basis für ihr Handeln wird zuallererst im Elternhaus gelegt – selbst dadurch, dass Eltern passiv bleiben und ihre Kinder dem „Zeitgeist von draußen“ überlassen. Auch „Nichtstun“  wird in der elterlichen Erziehungspraxis zum  „aktiven Handeln“. Das Vakuum, das durch die mangelnde elterliche Zuwendung und Belehrung entsteht, wird durch andere Leute gefüllt. Und Kinder lernen schnell.

Ich habe seit Jahren ein Beispiel vor Augen:  Meine Tochter hat wunderschöne rote Haare (zwei ihrer drei Brüder übrigens auch). Eines Tages kam sie weinend aus dem Kindergarten, eine ihrer besten Freundinnen hatte zu ihr gesagt, dass rote Haare nicht nur nicht schön, sondern auch ein ausgesprochener Makel seien und in früheren Zeiten Frauen und Mädchen mit roten Haaren als Hexe verbrannt worden seien.

Wie kann ein knapp vier- oder fünfjähriges Kind das wissen, wenn es solche Sätze nicht im Elternhaus oder bei den Großeltern gehört hat?

Mich hat das gleichermaßen nachdenklich wie zornig gemacht, denn ich sah, dass meine kleine Tochter unter diesen Bemerkungen litt! (In Solidarität mit ihr habe ich einen Sommer lang meine blonden Haare rot gefärbt 🙂  )

Es sind wir Eltern, die unseren Kindern die Maßstäbe für ein gutes Miteinander mit auf den Weg geben.

Das gilt auch heute noch, auch wenn die Kinder heute durch die Ganztagsbetreuung in Kitas und Horteinrichtungen stärker als früher „fremden“ Einflüssen ausgesetzt sind.  Eltern (und auch wir Großeltern) haben die Pflicht, genau hinzusehen und achtsam zu sein für das,  was unsere Kinder prägt und mit denen im Gespräch zu sein, denen wir die Erziehung der Kinder in so vielen Stunden des Tages überlassen.

NACHTRAG

Weil Kinder heute weitgehend außerhalb ihres Elternhauses betreut und erzogen werden, ist es umso wichtiger, dass die Menschen, die diese Arbeit leisten, bestens ausgebildet sind und anständig und ihrer verantwortlichen Arbeit gemäß bezahlt werden. Das, die Sache mit der anständigen Bezahlung,  hat sich leider noch nicht in den zuständigen Behörden rumgesprochen, wohingegen sie die gut ausgebildeten  Erzieher und Pädagogen dankend und mit Kusshand annehmen.

Pädagogisch wertvoll….. 3. März, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Da sind sie versammelt, die jungen Elternpaare samt Kindern, Großmutter und Tante im Hause Rika.

Der Kuchen ist gegessen, Kaffee, Saft und Tee getrunken, die Erwachsenen sitzen noch plaudernd am Tisch, während die lieben Kleinen sich über die Spielzeugkiste hermachen, Bauklötze, Kuscheltiere, Ball und Autos daraus hervorkramen und sich – zunächst – vergnügt damit beschäftigen.  Die Enkel sind natürlich  längst vertraut mit Umgebung, Wohnraum, Kiste und deren Inhalt, nicht so die kleine Tochter des befreundeten Ehepaares. Sie ist gerade zwei Jahre alt und das jüngste Spielkind in der Runde – denn das Baby mit seinen vier Monaten gehört noch nicht in diese Kategorie.

Das kleine Mädchen nimmt Kontakt auf zu Spielzeug und den beiden Knaben, vorsichtig, freundlich, sich immer der Gegenwart der Eltern vergewissernd. Ein  Ball hat es ihm angetan, es greift ihn und hält ihn gut fest. Aber  ausgerechnet heute erregt dieser Ball auch das Interesse des jüngeren Knaben und im (von mir vermuteten) Bewusstsein des Enkel-Hausrechts entwindet er den Ball dem verdutzten kleinen Mädchen. Das erhebt mit Recht Einspruch, ein mächtig lautes Protestgeschrei erklingt, ein herzzerreißendes, alles übertönendes Weinen … Tränen fließen …. Mama und Papa sollen helfen und trösten.  Der kleine Junge ist zwar ein wenig irritiert, aber durchaus zufrieden mit seinem Erfolg. Seine Eltern hingegen sind nicht einverstanden, schließlich sei das andere Kind hier zu Gast und überhaupt, man nehme nicht einfach so Sachen anderen Kindern aus der Hand,  intervenieren sie beim Sohnemann  und   dass es gar nicht nett sei,  was er dem Mädchen angetan hat …. „Sieh mal, wie traurig es ist. Gib doch den Ball zurück!“

„NEIN!“ protestieren die Eltern des weinenden Kindes zu unserer Verblüffung.

Ihre Tochter, so erklären sie, gehe nämlich ziemlich rabiat mit dem  Kind ihrer  Tagesmutter um, nehme ihm jedes Spielzeug weg, schubse es auch mal vom Stühlchen, setze immer seinen Willen durch und das andere Kind lasse das alles ziemlich widerstandslos mit sich geschehen.  (Offenbar auch mit Billigung der Tagesmutter, denke ich im Stillen.) Darum sei es gut, dass ihr heute das passiere, was sie ständig dem anderen Kind zumute. Der Junge solle seinen Ball ruhig behalten, die Tochter müsse lernen, mit so einer Situation klar zu kommen.

Inzwischen hatte der Junge den Ball dem Mädchen ganz sanft vor die Füße gelegt….

Das Weinen verstummt….   das Mädchen nimmt den Ball wieder auf….

Das Gespräch der Erwachsenen dreht sich einige Minuten über die Tücken pädagogisch wert- und sinnvollen Handelns bei divergierenden Zielen – wobei ich an dieser Stelle bemerken will, dass bis auf den Vater des kleinen Mädchens alle anwesenden Erwachsenen per Hochschulstudium ausgebildete  Pädagogen sind….

Entrümpeln…. 29. Januar, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Vor 33 Jahren im Februar zogen wir in unser Haus, der Liebste, „die Jungsbrüder“ und ich.

Das Haus bot wunderbar viel Platz, auch dann noch, als „die Kleinen“ die Familie größer werden ließen.

Als echtes Kind der Nachkriegszeit (geboren 1949) hatte ich früh gelernt: „Das kann man noch gebrauchen!“ Gemeint waren Stoffe, Wollreste, Holzbretter, Nägel, Schnürbänder, Einmachgläser, Bücher, Spiele, Puppen, Teddybären und kleine Autos, Jacken, Hosen, Mützen, Handschuhe, Koffer, Taschen und Tüddelkram, also eigentlich alles! Und in der Tat waren meine Großmutter, meine  Mutter und alle ihre Schwestern sehr geschickt darin, aus dem, was man noch gebrauchen konnte, sinnvolle neue Nutzungen zu kreieren – das galt natürlich in erster Linie für Stoffe, Wolle und Kleidungsstücke, aber auch die einen oder anderen Dinge wurden einem neuen nützlichen Zweck zugeführt. (Der Meinige berichtet ähnliche Erfahrungen mit seinem Vater, da geht es um Steine, die abgeklopft und dann zum Bau des Gartenhäuschens genutzt wurden, um Nägel, die wieder gerade gebogen wurden und um Werkzeuge und Werkstoffe im weitesten Sinn und aller Art.)

Wie man sich nach dieser langen Einleitung sicherlich schon denken kann, setzte auch ich die Tradition des „das kann man noch gebrauchen“ fort, und so sammelten sich im Laufe der Jahre viele, viele Sachen in den Schränken und Regalen der Zimmer ebenso, wie in den Schränken und Regalen im Keller und in zahllosen Kisten und Kartons auf dem Spitzboden des Hauses.

Das große Haus kann das verkraften. Nur wir, der Liebste und ich, denken immer öfter mit Sorge an den Tag, an dem wir (oder unsere Nachgeborenen) das Haus räumen müssen, weil wir die Treppen nicht mehr schaffen und in eine kleinere Wohnung ziehen müssen  oder der Herrgott einen anderen Aufenthaltsort für uns bereitet hat und dann die Kinder vor der Aufgabe stehen, das „das kann man noch gebrauchen“ zu entsorgen. Weder die eine, noch die andere Option ruft bei mir Begeisterung hervor, wobei ich mich schon mit dem Gedanken an den Himmel beschäftige und ihn auch durchaus attraktiv finde, aber den Kindern das Entrümpel zuzumuten, nein, dieser Gedanke behagt mir ganz und gar nicht.

Es war mir schwer, die letzte kleine Wohnung der Eltern nach ihrem Tod auszuräumen… manche der „das kann man noch gebrauchen“ meiner Mutter liegen heute wohlverwahrt in einem Karton im Schrank… ein bisschen Adventsschmuck, Nähzeug, etwas Wolle, Stoffreste, die sie vermutlich noch verarbeiten wollte, Briefe und Karten ihrer Freunde  und viele, viele Bücher meines Vaters, die sich nicht mehr innerfamiliär verteilen ließen…. aber Bücher in den Abfall, zumal Vatis Bücher?

Mit den Feiertagen – und das geht vermutlich den meisten Menschen ähnlich – wuchs die Flut dessen, was wir schon seit annodunnemal entsorgen wollten, weiter an.

Heute nun schritten der Liebste und ich zur Tat, beluden das Auto mit Kartons und Körben voller Dinge, die definitiv nicht mehr gebraucht werden würden, jedenfalls hatte ich mir  fest vorgenommen, nicht den 47. Karton und das 138. Gummiband zu behalten, auch nicht die Wärmeplatte, die nicht mehr funktioniert oder das Bügeleisen, das allenfalls noch dekorativen Zwecken dienen könnte, wäre es nicht zu modern und von der Farbgebung her zu hässlich, als das es noch zur Zierde der Wohnung gereichte. Der vertrocknete Adventkranz hatte auch ausgedient und da ich noch ca. 3 -6 Strohkränze unterschiedlicher Größe für den Fall der Fälle horte, besteht auch gar kein Grund, einen weiteren meiner Sammlung hinzuzufügen. Auch die nicht mehr passenden Rollos der Dachflächenfenster (die Fenster wurden schon vor Jahren durch größere ersetzt!) boten wenig Verheißungsvolles für weitere Nutzung und wurden mit verladen, ebenso einige ausrangierte Blumentöpfe.  Das alles konnte ich leichten Herzens der Abfallwirtschaft überantworten.

 

20150129_115807[1]

 

Aber bei einem Teil, fiel mir das doch ausgesprochen schwer und ich habe lange mit mir gerungen, den Karton vielleicht doch ein weiteres Mal in irgendeine Ecke zu stellen, um ihn der Nachwelt zu erhalten.

20150129_115801[1]

 

Das ist nämlich nicht irgendein Karton, weit gefehlt, es ist der „Fernseher“ der kreativen  Kleinen, den diese, in Ermangelung eines echten, eigenhändig herstellten und ihrer Puppen-und-Teddy-Ecke zugesellten. Wie man sieht, läuft gerade  die „Sesamstraße“…..

So etwas schmeißt man doch nicht in den Müll!

Eigentlich nicht…. aber dann doch…..   😦

 

Die Veilchen blühen schon … 7. März, 2014

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile, Sport.
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… im Gärtchen neben Krokussen und Schneeglöckchen.

Die Sonne scheint, die Vögel lärmen in den Büschen und Bäumen,  es ist Frühling! Unverkennbar!

Und wir fahren in den Schnee.

Das erscheint mir heute irgendwie gar nicht so richtig zu stimmen, viel besser würde es zum Wetter passen auf  die Wiese zu fahren, Blumen zu pflanzen, die Nase in den Wind zu halten und den Maulwurf zu vergraulen, der vermutlich inzwischen seine eifrige Buddeltätigkeit ohne größere Störungen durch menschliche Wesen auf der gesamten Wiese verrichtet…. im Januar fanden wir ja schon eine Hügellandschaft vor….!

Meinem Rücken würde allerdings weder Gartenarbeit auf der Wiese noch Skifahren gefallen, zwar kann ich  wieder ein bisschen durch die Gegend laufen und kleinere Tätigkeiten im Haus übernehmen, aber an Skifahren mag ich eher nicht denken, allenfalls könnte ich es auf der Miara versuchen, einer Anfängerpiste, die ein nur ganz leichtes Gefälle hat und ohne größere Herausforderungen zu bewältigen ist. Meine Freunde, denen ich mein Leid klagte, meinten allerdings, so wie sie mich kennen, würde ich ganz bestimmt die Zähne zusammenbeißen und mich von so einem bisschen Zwicken nicht aufhalten lassen und auch die roten Pisten nicht auslassen (schwarze fahre ich mancher Zipperlein wegen nicht mehr). Sie könnten sich diesmal allerdings  täuschen…

Wenn ich  so zurückdenke, haben wir uns auch früher immer wieder mal auf den Weg in den Schnee gemacht wenn und obwohl  hier bei uns schon die Narzissen und Forsythien blühten. Wir sind oft mit den Kindern zur Familien-Ski-Freizeit nach Südtirol gefahren und da die Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern anreisten, war es meistens „um Ostern“, wenn fast alle Schüler (und Lehrer) in Deutschland Ferien hatten. Manchmal lag Ostern schon ziemlich spät im April, dann grünten unten in Bruneck bereits die Bäume, oben auf der Glatze lag nur noch auf den Pisten Schnee und in den Wiesen daneben blühten die wilden Krokusse.   Spätestens ab Mittag wurde der Schnee weich und sulzig, was der Freude der Kinder aber keinen Abbruch tat, mir hingegen auch damals nicht sonderlich behagte. Die jüngeren Kinder bauten nachmittags nach dem Skifahren Buden im Wald, spielten Räuber und Ritter….  oder nahmen am „Kinderprogramm“ teil, wie auch die etwas älteren Kinder  „ihre“ Veranstaltungen hatten. Es waren für die ganze Familie wunderbare, schöne, (beinahe) stressfreie und entspannende Tage!  „Beinahe“ deshalb, weil spätestens um 9.00h die ganze Familie – Vater, Mutter und vier Kinder –  an der Gondelstation zu sein hatte, das war ein ungeschriebenes und ehernes Gesetz! Das hieß, nach dem Frühstück die Skiklamotten anziehen – vorher noch der übliche Gang zur Toilette -, Ski und Stöcke aus dem Skikeller in die Box befördern, Handschuhe, Mütze, Brille, Pass und Skischuhe nicht vergessen, den Rucksack fertig gepackt haben, alle Kinder auf den Sitzen im Auto (mit Kinderrückbank)*** verfrachten, losfahren, einen Parkplatz möglichst nah an der Treppe zur Gondelstation ergattern, Skischuhe anziehen, den beiden „Kleinen“ die Stöcke in die Hand drücken, für uns Eltern die eigenen Ski und die der Jungsbrüder  schultern –  die „Jungsbrüder“ trugen die leichteren Ski  der „Kleinen“  -, losstapfen, keinen dabei verlieren!  An der Gondel warten! Lange warten!   Die Warterei verkürzten wir uns mit Erzählungen der Art „weißt du noch?“, mit Ratespielen oder auch mit lustigen Gesängen, waren doch meistens auch andere Familien aus unserer Gruppe mit uns aufgebrochen.  Manchmal müssten wir die Kinder auch vor allzu rabiaten Dränglern schützen…

Dann wurde irgendwann  eine schnellere Seilbahn gebaut und noch eine zweite und die Warterei verkürzte sich deutlich! Und auch die Kinder wurden groß, konnten ihre Sachen selber tragen und mit unserem  zweiten Auto dank eigenem Führerschein auch schon mal früher oder später losfahren.  

Schön war’s …. und wenn ich so daran denke…..

kriege ich doch Lust auf Schnee, Ski und Pisten!

Die „Kinder“ werden mir fehlen – und angesichts dieser nostalgischen Erinnerungen auch die gute Gemeinschaft in der Freizeit mit Singen, Bibelarbeiten, Doppelkopfrunden, Klönen… und natürlich dem unvermeidlichen „Bunten Abend“!

Der Meinige und ich werden ganz allein unser 40-jähriges Kronplatzjubiläum  trotz und alledem genießen

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*** Das umfangreiche Gepäck wurde für die An- und Abreise zur Unterkunft in einem Anhänger transportiert, der während der Freizeit auf dem Gelände parkte!