jump to navigation

Der Nachteil des Alters…. 31. März, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, berufstätigkeit, gesellschaft, lesen, politik.
Tags: , ,
add a comment

Der Nachteil des Alters wird in Zeiten der durch die Corona-Krise geschlossenen Buchhandlungen und des Liebsten und meiner  eigenen strikten Verweigerung, Bücher und ähnliche“ Dinge über Amazon zu beziehen, zu einem unschätzbaren Vorteil.

Wie das?

Wir zwei Alten haben in unseren Arbeitszimmern gut gefüllte Bücherregale. Sach- und Fachbücher aus den diversen Studien- und Berufsjahren ruhen dort seit den Zeiten ihres regen und auch notwendigen Gebrauchs. Aber auch solche Bücher, die nur der Unterhaltung dienen ohne jeden Bildungsanspruch an den Leser.

Heute Morgen saß der Liebste höchst vergnügt an seinem Schreibtisch und hielt mir ein schmales Bändchen entgegen: „Johann August Schülein – Psychotechnik als Politik – Zur Kritik der Pragmatischen Kommunikationstheorie,  Syndikat, Frankfurt 1976

Nach eigenem Bekunden hat der Liebste nur noch den Schimmer einer Ahnung davon, was ihn bei der nunmehr wieder aufgenommenen Lektüre  dieses wichtigen Werkes erwarten wird.

Ist das nicht wunderbar?

Das Alter hat die Erinnerung an den Inhalt fast vollständig getilgt und nun erwarten ihn völlig neue Höhen der Erkenntnis. Das ist doch großartig.

Ich überlege deshalb, ob ich es ihm gleichtun und  auf die so wenig erfreuliche „Berichterstattung“ verzichten soll, die mir in unzähligen Posts und unglaublichen pseudo-wichtigen Beiträgen bei Facebook ungefragt ins Haus kommen und ob ich die Zeit nicht viel lieber nutzen sollte, mich mit meinen alten Lehrbüchern zu befassen, die ebenso wie die des Liebsten in jetzt zwar sanfter Ruhe, aber wie zuvor stets griffbereit – angefangen seit dem Beginn des Studiums Ende der 60er Jahre –  und immer noch aufrecht im  Regal  stehen….

Dass sie dennoch auch HEUTE  von Nutzen sein könnten, mag man an den wenigen  Titeln ablesen, die ich hier exemplarisch aufliste:

Angesichts der Zahlenspiele,  denen wir  in diesen Tagen ausgesetzt sind, wäre doch „Statistische Methoden und ihre Anwendung, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 1973“ eine lohnende Lektüre…

Nicht minder wichtig – „Erziehung zur Anpassung, Politische Bildung in den Schulen, Wochenschau Verlag Schwalbach 1967“ –  wenn man bei diesem Exemplar nur vom Titel ausgeht und den Inhalt außen vor lässt 😉 Manchen Leuten stünde ein wenig mehr Anpassung an die Erfordernisse der Zeit gut zu Gesicht…

Gut zu gebrauchen sicher auch eine Auffrischung dieses Themas: „Frustration und Aggression, Beltz Studienbuch, Weinheim 1971“ Sind wir nicht alle in dieser Zeit mehr oder weniger frustriert und neigen nicht wenige von uns dazu, darauf mit Aggression zu reagieren? Jedenfalls ist die verbale Aggression, der man bei Facebook mitunter begegnet, erheblich, fast schon eine Straftat.

Im Sinne „unserer“ Altersschwäche hinsichtlich des Gedächtnisses könnte man vielleicht auch von diesen Erkenntnissen profitieren, die einst Jürgen Bredenkamp und Werner Wippich (die ich  während meines Studium in Vorlesungen und Seminaren live erlebte) in Buchform weiterreichten: „Lern- und Gedächtnispsychologie Band I, Kohlhammer, Berlin 1977 Es könnte mir allerdings passieren, dass ich nach der bearbeiteten Hälfte der Lektüre feststellen würde, dass ich zum weiteren Verständnis derselben noch mal kurz auf den voran gegangenen Seiten nachschlagen müsste… 🙂

Sehr zu empfehlen ist auch: „Helmut Thielicke, Von der Freiheit, ein Mensch zu sein, Herder, Freiburg 1981“    Daran, an der Freiheit,  ein Mensch zu sein, hapert es nicht nur in diesen  Zeiten an allen Ecken und Enden.   Vielleicht sollte ich darum mit diesem Buch beginnen und  Statistik,  Gedächtnis und die „Anpassungerziehung“ erst mal außen vor lassen. Ich habe mich noch nie sonderlich gerne kritiklos irgendwem und irgendwas angepasst und werde im Alter bestimmt nicht mehr damit anfangen, schon gar nicht werde ich versuchen, das mit anderen Leuten zu exerzieren…

Meine ca. „Elfundneunzig“ Kochbücher könnten mit den hübschen Bebilderungen meinen Appetit und die Lust zu kochen anregen. Rezepte brauche ich eigentlich nicht (mehr), ich koche nach der Nase und lasse mich von dem inspirieren, was mir an Lebensmitteln gerade unter die Augen kommt…. Wobei mein Vorratsschrank zwar gut gefüllt, die genussvolle Zusammenstellung der Vorräte aber schon meine Kreativität herausfordert, soll nicht ein langweiliges Allerweltsessen dabei heraus kommen.

Vielleicht mache ich es aber mit Rücksicht auf meine Nerven, mein Gedächtnis und meinen Seelenfrieden wieder so wie vor einem Jahr, als ich in des Liebsten großem Arbeitszimmer mit einem gebrochenem Bein im Pflegebett lag und las….  nämlich alle mir verfügbaren Bücher von Jane Austen. Keine Weltrettung wird mir auferlegt, eine zuweilen aufblitzende psychologische Tiefgründigkeit regt meinen Geist an,  fordert mich aber niemals drohend mit dem erhobenen Zeigefinger zur Besserung des eigenen  Charakters auf… Es ist einfach nur genussvolles Eintauchen in eine alte Welt – mit durchaus gegenwärtigen Fragen des Lebens.

Wie auch immer.

Es ist doch wunderbar, dass der Nachteil unserer leichten Vergesslichkeit zum Vorteil wird.

So können wir Zwei in unserer häuslichen Quarantäne noch Tage, Wochen und Monate mit Büchern zubringen, die wir alle schon einmal zumindest in Teilen gelesen, aber deren Inhalt wir zu unserem heutigen Glück dem Wortlaut und den logischen Ausführungen nach  fast gänzlich vergessen hatten…  Wir betreten immer wieder Neuland…

Ich muss allerdings ergänzend hinzufügen, dass  der Liebste, im Gegensatz zu mir***,  immer noch brandaktuelle Fachbücher liest, sofern sie in unserer Lieblingsbuchhandlung wieder an Ort und Stelle zu haben sind,  nicht dass jemand auf den Gedanken kommt, er sei nun ein ganz und gar versponnener Professor geworden, der nur noch in der Vergangenheit lebt.

Lesen in Zeiten des Virus…. ein Abenteuer … in jeder Hinsicht.

——————————————————————————–

***Zur Erklärung: Ich habe das Psychologiestudium, das ich nur neben meiner eigentlichen  Arbeit als Fachlehrerin an einer Sonderschule in Nordhessen betreiben konnte,  durch den Umzug von Göttingen nach Hannover und die Geburt unsere Kinder nicht mehr beendet. Mir fehlten am Ende 2 Semester und die Prüfungen zum Diplom.  Meine später wieder aufgenommene   berufliche Arbeit als Fachlehrerin für Werken und Hauswirtschaft an der Förderschule für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten diente vor allen Dingen der praktischen Ausbildung unserer Schüler, der pädagogisch-psychologische  Aspekt meiner Arbeit war zwar für die  persönliche  Kompetenz sehr wichtig, stand aber, anders als bei meinem Mann, nicht   als „Lehrgegenstand“ im Mittelpunkt meiner Aufgabe.

 

 

 

 

 

 

 

Werbung

Opa liest vor…. 18. November, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, lesen, schule - kinder.
Tags: , , , , , ,
3 comments

in der Schule des Enkelkindes nämlich.

Heute ist der „Bundesweite Vorlesetag“  –   und die Schule des Enkelkindes hatte schon vor einiger Zeit nachgefragt, ob Großväter oder Väter an diesem Freitag in der Schule vorlesen könnten.

Und Opa konnte.

Ausgerüstet mit Brille und ‚Vorlesehut‘ (meinem Strohsonnenhut) machte er sich auf den Weg. In der Schule trafen sich  weitere Großväter, Väter und sogar ein „Promi“, um einer jeweils kleinen Gruppe aus einem schon vor gut 10 Tagen ausgewählten Buch vorzulesen.

Sehr vergnügt kam der Liebste nach Hause, erzählte von seiner Erfahrung als Vorleseopa und der Freude, die er dabei empfunden hatte.

Opa ist ein sehr erfahrener Vorleser.

Jeden Abend – na, fast jeden Abend –  hat er für unsere Kinder vor dem Schlafengehen  Geschichten gelesen, Astrid Lindgren war die bevorzugte Autorin. So kamen Michel, Ronja, die Löwenherz-Brüder und viele andere Gestalten der Astrid-Lindgren-Welt in unser Haus. Ich bin sehr froh, dass der Liebste all die Jahre lang diese wichtige Tätigkeit übernommen hatte. Nicht, dass ich nicht gern gelesen hätte, aber eine seit meiner frühen Kindheit bestehende  Besonderheit machte und macht mir das Vorlesen schwer – und nicht nur das Vorlesen, auch das  stille Lesen so ganz für mich allein:

Ich weine,   heule wie ein Schlosshund, schniefe und schnaufe und die Tränen laufen mir in wahren Sturzbächen über das Gesicht.

Schon meine Eltern erkannten sofort an meinen völlig verheulten Augen,  dass ich etwas gelesen hatte, was mich bewegt – und es waren nicht unbedingt traurige Schnulzen…

Jetzt ist es der Liebste, der mich  manchmal beim Lesen beobachtet und natürlich genau merkt, wenn ich wieder ergriffen bin von dem was da schwarz auf weiß gedruckt in mein Leben einbricht. Manchmal neckt er mich dann und bricht damit den Bann, der mich im Weinen gefangen hält.

Als ich das erste Mal in Vertretung des Vaters für die Kinder das abendliche Ritual vollziehen wollte  – die überaus traurige Geschichte von den Brüdern Löwenherz stand auf der Agenda  –  und ich schon nach drei Sätzen kaum noch  sprechen, geschweige denn lesen konnte, waren meine Kinder zutiefst verstört,  „Was ist denn los, Mutti?“ war ihre bange Frage.

Nichts! Gar nichts! Aber die Geschichte ist so herzzerreißend, so traurig oder freudig, so spannend oder zart, dass mir prompt das Wasser in die Augen steigt, die Stimme brüchig wird, der Hals eng, so eng, dass es einfach nicht weiter gehen will mit der Leserei.

Dabei ist es doch  beinahe egal, ob ich eine Geschichte der berühmten Schwedin vorlese oder ein Sachbuch über  was auch immer. Denn ich bin auch ergriffen von den Wundern der Natur, den phantstischen Beschreibungen historischer Ereignisse, biblischen Geschichten  oder ganz sachlich einfach nur von genialem Erfindergeist. Ich schlucke und atme schwer, selbst wenn ich ganz profane Dinge erzähle, aber eben solche, die mich berühren – und mich berührt fast alles.  (Es kann gut sein, dass ich,  gleich wenn ich dem Liebsten diesen kleine Blogeintrag vorlesen will, über meine eigenen wenigen Sätze so gerührt bin, dass ich heulen muss…  ist schon mal vorgekommen)

Die Heulerei über das was mich bewegt, ist ein Familienerbe.

Mein Vater – auch er erzählte und las vor –   konnte prima heulen, manchmal fand ich das nicht so passend.   Sein Vater las mir zwar nicht vor, aber  in manchen  Familiengesprächen, deren stille Zeugin ich als Kind noch war, rührten meinen Großvater bestimmte Themen zu Tränen, die Stimme zitterte  und das verdächtiges Glitzern lag in den Augen.  Mein lieber Cousin väterlichseits leidet ebenfalls am „weinenden Erbe“ und auch mein Bruder ist nicht davon verschont. Natürlich haben wir diverse Techniken entwickelt, um die größten Peinlichkeiten zu vermeiden, aber so richtig will zumindest mir das nicht gelingen.

Und darum liest Opa vor.

Opa liest mit  Begeisterung. Voller Lust und Freude.

Und nicht nur den Enkeln oder den Kindern in der Schule ….  manchmal auch mir…. in der blauen Stunde …. wenn  draußen das Licht ganz zart den frühen Abend ankündigt  und  es drinnen ganz heimelig wird….

…. und jetzt muss ich schon wieder heulen….

Eine Buchempfehlung wie eine Liebeserklärung… 14. April, 2010

Posted by Rika in israel, lesen.
Tags:
2 comments

Es gibt so viele deprimierende Berichte über dieses kleine  faszinierende Land im Nahen Osten, dass man schon gar nicht mehr mitzählen kann.  Es gibt so wenige Berichte über dieses Land  in den etablierten deutschen TV-Anstalten, Zeitungen und Magazinen, die eine wie mich nicht mit ohnmächtiger Wut erfüllen!

In den meisten „Reportagen“ und „Dokumentationen“ wird so viel gelogen, verdreht, vertuscht, verheimlicht, verfälscht und mit Schuldzuweisungen gegen Staat und Bürger gearbeitet, dass man, wäre es Pinocchio, der das berichtet, auf seiner Nase bis zum Mond spazieren könnte.

Über eine Ausnahme, ja geradezu DIE Ausnahme“Erscheinung“ unter den vielen nichtssagenden und trotzdem verlogenen Berichterstattern liest man bei   Gudrun Eussner

Ulrich Sahm ist die Ausnahmeerscheinung. Er hat ein neues Buch geschrieben:

„ALLTAG IM GELOBTEN LAND“

Gudrun Eussner beginnt ihre überaus lesenswerte Rezension mit den Worten:

Am 21. April wird der Autor des Buches 60 Jahre, 40 davon lebt er in Israel.

Ein Zufall ist sein Lebensweg nicht.

…  und beendet sie mit:

Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, Ulrich Sahm! (10)

Gudrun Eussner
14. April 2010

Den Glückwünschen schließe ich mich gerne an, nicht ohne einen Dank auszusprechen an die Rezensentin, die nicht nur Lust auf ein großartiges Buch macht!

Danke!

Aus der Seele gesprochen…. 3. Februar, 2010

Posted by Rika in islam, lesen.
Tags:
add a comment

leute, die hier regelmäßig lesen, haben es sicher schon bemerkt: himmel und erde beschäftigt sich in den letzten monaten nicht so sehr mit dem genüsslichen  aus küche oder keller oder mit den schönen dingen des lebens, selbst familie und beruf finden hier nur noch einen geringen wiederhall und auch die eigenen religiösen basics werden in letzter Zeit sträflich vernachlässigt  – sogar Israel, das die ganz große  liebe ist,  spielt nur eine nebenrolle -, himmel und erde  „geht schwanger“ oder liegt sogar schon  in wehen mit einem schwierigen thema: islam

nicht, weil es gerad hip ist oder weil ich mich als expertin empfinde und nun  mit belehrendem eifer  meine mitmenschen „missionieren“ will (würde der liebste gatte sagen, das sagt er immer, wenn er den eindruck hat, ich wolle alle welt von meinen ansichten überzeugen… 😉  …)

nein, ich will nicht missionieren, nicht überzeugen oder auch nur überreden, will nicht polemisieren – obwohl sich manches von dem, was ich schreibe, schon so anhört… es liegt mir auf der seele, dieses schwierige thema.

und es verstört mich, dass man (ja, ich meine auch mich selbst!)  nicht dazu stellung nehmen kann, ohne gefahr zu laufen, in unliebsame ecken gestellt zu werden, sofern man nicht ausdrücklich und explizit und vor allem nahezu kritiklos muslime und muslimische migranten, den koran, mohammed in seiner güte und allah in seiner weisheit als ganzes und der einfachheit halber vollständig und grundsätzlich anerkennt und beteuert, dass islamismus mit islam nichts, aber auch nicht das geringst zu tun habe.

heute habe ich einen artikel gelesen  – bin über achgut dazu gekommen – der mir aus der seele spricht:

„Für die Muslime – gegen den Islam
von Frank A. Meyer“

Herr Meyer spricht interessante vergleiche und sachverhalte an, die man unbedingt lesen sollte:

z.b.:

„In der Schweiz hat eine Gruppe Intellektueller das Minarettverbot als Ausdruck „einer latenten Infektion“ bezeichnet. Sie zitierte dabei ostentativ aus dem Vorwort des Schriftstellers und Auschwitzüberlebenden Primo Levi zu „Ist das ein Mensch?“ – und rückte die Minarettgegner damit in die Nähe von Nazis und Holocaust.

Auch die militanten deutschen Islamfunktionäre missbrauchen die deutsche Geschichte: In perfider Gleichsetzung mit dem „Zentralrat der Juden in Deutschland“ nennen sie ihren Zusammenschluss „Zentralrat der Muslime in Deutschland“.

Antiislamismus gleich Antisemitismus – eine wahrhaft ­demagogische Gleichung!“

und in der zusammenfassung hat es mir dieser satz besonders  angetan:

„Es ist also an der Zeit, die Muslime willkommen zu heißen. Und mit dem Kotau vor dem Islam Schluss zu machen.“

besser kann man es nicht sagen!

%d Bloggern gefällt das: