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80 JAHRE und 7 Tage… 27. Januar, 2022

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, gesellschaft, HOLOCAUST, judentum, meditatives, politik.
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„80 Jahre und 7 Tage“

 

Diese Zeitspanne nannte der Präsident der Knesset des Staates Israel in seiner Rede im Deutschen Bundestag zum Gedenken der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus und wies darauf hin, dass nur wenige Kilometer vom Reichstag entfernt das Haus am Wannsee steht, in dem vor 80 Jahren und 7 Tagen eine Konferenz hochrangiger Vertreter des Staates, der SS, der Wehrmacht, der Verwaltung stattfand, in der in nur wenigen Stunden das Schicksal der europäischen Juden besiegelt werden sollte, für immer verbunden mit dem Begriff „Endlösung“, der doch nichts anderes besagt, als VERNICHTUNG !

Vernichtung jüdischer Frauen, Männer, Kinder, Säuglinge und Greise aus allen Machtbereichen der Deutschen. Um die Mörder zu schonen – so kann man es in den „Wannsee-Protokollen“ nachlesen – musste das Morden effektiver, „Ressourcen schonender“ durchgeführt werden, der fabrikmäßig durchgeführte Massenmord nahm in einer schönen Villa in einer idyllischen Landschaft seinen Anfang.

Mickey Levy, der Präsident der Knesset, konnte während seiner Rede, in der er Teile des Kaddisch für die jüdischen Toten sprach, nur mühsam die Tränen zurückhalten …

Und dennoch – so dachte und denke ich – trotz der Trauer, trotz des Gedenkens an die Toten, die Entrechteten, Traumatisierten, trotz des Leids, das mit diesem Tag verbunden ist, ist es auch ein Tag des Triumphs des Lebens über die Mordpläne der Henker.

80 Jahre und 7 Tage nach den Beschlüssen zur „Endlösung“ steht der Präsident der Knesset des jüdischen Staates Israel im Parlamentsgebäude und vor den Abgeordneten des Deutschen Volkes und gedenkt der Toten und spricht doch von Aufbruch, Zusammenarbeit und Vertrauen.

ISRAEL und alle Juden weltweit haben in diesem Moment über Hitler und sein Verbrechensregime gesiegt – mit dem leidvollen Opfer von Sechs-Millionen Leben.

Daran will ich alle Tage meines Lebens erinnern.

Der Schrecken und das Morden der Nazis und all ihrer Helfer und Zuträger darf niemals vergessen werden.

Die Mahnung, die Mickey Levy mit nur zwei Worten aussprach, geht an uns alle:

NIE WIEDER

Antisemitismus darf niemals mehr die Oberhand gewinnen, ganz gleich, in welcher „Verkleidung“ er auftritt: nicht in seiner klassischen Form, nicht als Rassismus, nicht als religiöse Pflicht, nicht als Antizionismus, nicht als allgemeine „Kritik an Israel“, und schon gar nicht als neuerlicher Aufruf zur Vernichtung Israels und der Juden, wie es leider immer wieder bei Aufmärschen zum Al-Quds-Tag passiert.

 

 

Der Anregung zum Gedenken an die über eine Million ermordeten jüdischen Kinder folgend, brennen heute Kerzen in unserem Haus, am Fenster meines Arbeitszimmers und am Fenster der Vorderseite des Hauses.

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Die Heiligen Drei Könige…. 5. Januar, 2020

Posted by Rika in asyl, aus meinem kramladen, flüchtlinge, gesellschaft, medien, meditatives, politik.
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„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“ Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo denn der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa, denn so steht durch den Propheten geschrieben: „Und du, Bethlehem, Land Juda, du bist keineswegs die Geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.

Nachlesen kann man diese Geschichte (und das, was auf diese Verse folgt) im Evangelium des Matthäus, Kapitel 2, Vers 1 ff.

Soviel sei den Bibelunkundigen noch verraten: Herodes fürchtete um seine Macht und ließ alle  Knaben bis zum Alter von 2 Jahren töten. Josef, der irdische Vater Jesu, hatte aber eine nächtliche Mahnung erhalten und war rechtzeitig mit Maria und dem neugeborenen Kind nach Ägypten geflohen.

Irgendwann und irgendwie setzte aber die Legendenbildung ein und aus den Weisen oder Sterndeutern wurden Könige.  Selbstverständlich waren diese Männer nicht einfache „Weise aus dem Morgenland“, wie es in ihrer Selbstauskunft noch heißt, nein, sie wurden von der Katholischen Kirche  nicht nur in den Adelsstand und zu Königen erhoben, sondern auch zugleich zu Heiligen erklärt. Als evangelisch-freikirchliche Christin ist mir die Heiligenverehrung nicht so ganz geläufig, ich würde eher sagen, sie ist mir suspekt. Aber ich verstehe, dass die Menschen damals wie heute Vorbilder brauchen, an denen sie sich orientieren und von denen sie sich auf magische Weise Hilfe versprechen. „Meine Hilfe kommt von dem  HERRN,  der Himmel und Erde gemacht hat“, wie es im Psalm 121 heißt, reicht da wohl nicht ganz aus, es müssen Heilige her und nach Möglichkeit auch noch irgendwelche Hinterlassenschaften dieser Edlen, die man ansehen oder sogar berühren kann, um die Magie perfekt zu machen. (Das ist heute immer noch so…. wenn ich nur daran denke, wie manche Klamotten, die große Stars getragen hatten, Reliquien gleich  verehrt werden…)

Doch zurück zu den Heiligen Drei Königen.

Morgen ist der Feiertag der Heiligen. Ihnen zu Ehren werden Gottesdienste gefeiert, in den Kirchen werden die Weihnachtskrippen mit den entsprechenden Figuren von Caspar, Melchior und Balthasar bestückt und Kinder ziehen als Sternsinger gewandet von Tür zu Tür, bitten um eine Spende für Hilfsbedürftige in  aller Welt und der sie begleitende Erwachsene gibt dem Haus, der Familie, die die Sternsinger aufgenommen haben, den Segen für das ganze Jahr.

Diese Aktion finde ich – obwohl ich nicht katholisch bin – wirklich ganz hervorragend. Und so ein bisschen beneide ich meine katholische Freundin um das Segenszeichen, das während des ganzen Jahres an ihrer Haustür sichtbar ist. Wir nüchternen Evangelen haben leider nicht nur keine prunkvollen Messen, unsere (freikirchlichen) Pastoren sehen eher wie „du und ich“ aus, wir haben auch wenig genug an „Greifbarem“ an dem wir uns in schweren Zeiten der seelisch-geistlichen Not im wahrsten Sinne des Worte festhalten können… keinen Rosenkranz und keinen Herrgottswinkel im Haus.

Das ist manchmal wirklich sehr karg.

Solchermaßen, aber höchst ungewohnt  karg mag auch manchem Kirchenbesucher in diversen Kirchen Deutschlands heute die Weihnachtskrippe vorgekommen sein. Wie evangelisch-de berichtet, hat nämlich ein „Künstlerkollektiv“ in zahlreichen Kirchen die Heiligen Drei Könige geklaut, um der Verlautbarung nach gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik zu protestieren.

„Die Aktion solle „aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“, erklären die Aktivisten des Künstlerkollektivs.

„Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Ein weiterer König werde im sogenannten Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. Sein Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, werde „als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Zur effektiveren Durchsetzung seiner Abschiebung dürfe er den Landkreis nicht verlassen, heißt es.“

Nun geistern also nicht mehr nur Maria und Josef mit dem Kinde durch die heutige Welt auf der Suche nach einer Flüchtlingsunterkunft, wie man  es in manchen frömmelnden Geschichten lesen konnte, nein, auch die Könige sind offenbar als Wiedergänger der heiligen Drei unterwegs und sitzen im Lager fest.

Das ist ja nun jammerschade. Gewiss hätte sich die Heilige Familie mit dem Kinde über den Besuch der königlichen Heiligen sehr gefreut und natürlich auch über deren Geschenke, die man sicher in kargen Zeiten sehr gut hätte gebrauchen können. Leider ist der heutige Aufenthaltsort der Heiligen Familie aber ebenso unklar wie das Herkunftsland der Könige… damals hieß es ja schlicht, sie seien aus dem Morgenland gekommen. Das könnte heute Syrien sein oder Irak oder der Iran.

NEIN!

Der Iran kann es ganz gewiss heutzutage nicht sein. Das hätte Soleimani mit Sicherheit nicht geduldet, dass sich Männer aufmachen, um den Juden in Bethlehem oder in irgendeinem anderen Ort des von den Mullahs verfluchten Gebildes richtige Geschenke zu bringen, also solche, die wir unter Geschenk verstehen. Soleimanis „Geschenke“ waren Raketen auf israelische Kinder, Terrorangriffe im Jemen, blutiger Terror von Boko Haram, vorzugsweise gegen Christen, die Aufrüstung der Hisbollah zur baldmöglichen Vernichtung Israels, die Unterstützung der Hamas…. https://www.welt.de/politik/ausland/article204727820/Iran-Trump-zu-Soleimani-Haette-vor-vielen-Jahren-getoetet-werden-sollen.html
Lauter Geschenke, die weder die heilige jüdische Familie von damals erfreut hätten, noch die Juden und Israelis von heute. Zum Glück wurde dem Burschen nun das Handwerk gelegt, ausgerechnet von einem Präsidenten, der seit seiner Wahl mit Spott, Häme, Beleidigungen und Verachtung der versammelten deutschen Politikerelite und deren treu ergebener Presse überschüttet wird.

Aber ich schweife ab.

Es geht ja um die entwendeten Könige.

Bei evangelisch.de wird die Aktion sehr wohlwollend berichtet. Mein etwas despektierlich anmutender Kommentar, den ich bei Facebook-evangelisch.de abgab und in dem ich behauptete, es seien doch wohl eher Kriminelle am Werk gewesen (ich halte Diebstahl generell für kriminell) wurde entrüstet zurückgewiesen. Man machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass die Künstlerkollektivisten doch den Gemeinden zugesichert hätten, die Heiligen Könige gut zu behandeln und nach einer angemessenen Frist auch wieder zurück zu geben.

Heutzutage muss es wohl immer um eine richtig spektakuläre Aktion gehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Da reicht kein Spendenaufruf.  Da muss eine Anlandung in einem Hafen mit Gewalt erzwungen werden, oder die Asche jüdischer Opfer des Holocaust entgegen aller  geltenden Regeln der Totenruhe aufgeklaubt und in einer Stele ausgestellt werden oder eben nun – zwar etwas harmloser –  aber im gleichen falsch verstandenen Widerstandskampf gegen was auch immer Heiligenfiguren entwendet werden.

Vielleicht, so denke ich, hätte man aber auch öffentlich Herrn Kardinal Wölki um eine sehr großzügige Spende für die im Lager festsitzenden Könige und deren Mitleidenden bitten können. Schließlich hat Herr Wölki doch auch schon mal ein Boot vor dem Dom zur Mahnung aufstellen lassen. Vor dem Hohen Dom zu Köln nämlich, in dem sich Teile der Gebeine der Heiligen Drei Könige als Reliquie befinden.

Es ist vermutlich nicht nett von mir, wenn ich dezent darauf hinweise, dass wohl nicht nur früher diese Reliquien der Kirche und damit auch der Stadt Köln jährlich ein hübsches Sümmchen an Pilgergeldern beschert haben….

Kantate! „Zehntausend Gründe…“ 29. April, 2018

Posted by Rika in christsein und glaube, meditatives.
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Kantate

So ist die Bezeichnung für diesen Sonntag des Kirchenjahres.

Kantate! Singt!

Schon seit einiger Zeit ist es dieses Lied, das ich immer wieder singe:

Ten Thousands reasons

Wir haben es  auch am  Freitag  bei der Trauerfeier für meine verstorbene Tante Esther gesungen  –   in der deutschen Fassung:

 

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn

Und bete den König an

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an

Ein neuer Tag und ein neuer Morgen
und wieder bring ich dir mein Lob
Was auch vor mir liegt und was immer auch geschehen mag
lass mich noch singen, wenn der Abend kommt

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an

Du liebst so sehr und vergibst geduldig
schenkst Gnade, Trost und Barmherzigkeit
Von deiner Güte will ich immer singen
zehntausend Gründe gibst du mir dafür

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an

Und wenn am Ende die Kräfte schwinden
wenn meine Zeit dann gekommen ist
wird meine Seele dich weiter preisen
zehntausend Jahre und in Ewigkeit

Komm und lobe den Herrn, meine Seele sing
bete den König an
Sing wie niemals zuvor, nur für Ihn
Und bete den König an
Und bete den König an
Und bete den König an

Kantate!   Komm und lobe den HERRN, meine Seele sing….

 

 

 

Ich wünsche allen die hier lesen einen gesegneten Sonntag Kantate.

Vor 94 Jahren wurde sie geboren… 20. Februar, 2018

Posted by Rika in familie, meditatives.
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meine Mutter.

Doch solange ich denken kann, gab es immer diesen Mann an ihrer Seite….

 

verlobungsbild-oma-opa

Das Verlobungsbild meiner Eltern  – Silvester ’42

Aber auch daran muss ich heute denken:

Denn heute vor 9 Jahren haben wir sie aus dem Krankenhaus geholt – nach intensiven Verhandlungen meines Bruders ( Prof. Dr. med)) mit einem Stationsarzt, der unsere Mutter weiteren diagnostischen Behandlungen zuführen wollte, obwohl wir alle doch wussten, dass ihr Leben sehr bald zu Ende gehen würde. Der sie ambulant betreuende und behandelnde Kardiologe hatte ihr bei einer gut 14 Monate zurückliegenden Kontrolluntersuchung gesagt, dass ihre Lebenszeit ohne eine notwendige Operation auf maximal ein bis eineinhalb  Jahre begrenzt sein würde.  Sie hatte die Operation abgelehnt und wir hatten nicht versucht, sie dazu zu überreden. Wir hatten es akzeptiert, dass sie sehr klar bekannte, keine verlängernden Maßnahmen mehr zu wollen. Sie hatte in der Rückschau auf ihr Leben gesagt, dass es gut war und es nun gut sei „heimgehen“ zu dürfen, eintreten zu können in Gottes ewige Herrlichkeit.

Ich bin heute noch meinem Bruder sehr, sehr dankbar, dass er  mit seiner geballten Fachkompetenz  einen sehr  halsstarrigen Berufskollegen in die Schranken wies. Der Liebste und ich hatten alles versucht, die Mutter „frei“ zu bekommen,  waren aber daran gescheitert uns als „Nicht-Mediziner“  gegen einen Arzt durchzusetzen.

So haben wir zum letzten Mal Mutters Geburtstag feiern können …   in dem Pflegeheim  in dem die Eltern zuletzt lebten  …    gemeinsam mit ihren Mann, unserem Vater, der sein Krankenbett nicht mehr verlassen konnte.

Mutter wurde  von Tag zu Tag schwächer… ihr Herz hatte keine Kraft mehr.

 

 

Ihr langes, friedliches Abschiednehmen und Sterben hatte begonnen…

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden…“

Auch das fällt mir heute ein….

Ich bin dankbar für das Leben meiner Mutter, dankbar dafür, dass ich sie begleiten konnte bis an die Schwelle zur Ewigkeit …

„Elschen“, wie mein Vater seine Frau liebevoll nannte, wurde 85 Jahre alt.

Dank sei Gott für ihr Leben und für alles, was sie mir, was sie uns war.

 

Das neue Jahr 2018 1. Januar, 2018

Posted by Rika in meditatives.
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will ich nicht mit Klagen beginnen, nicht mit Kritik an all den vielen politischen Entscheidungen, die mich so bekümmern.

Ich kopiere einfach einige Strophen aus Dietrich Bonhoeffers bewegendem Gedicht hierher, das ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit gedacht war…

Und ich sage ganz ausdrücklich, dass nichts, ab auch gar nichts in meinem privaten Leben oder dem öffentlichen Leben der Bundesrepublik Deutschland vergleichbar ist mit der Situation Bonhoeffers zum Jahreswechsel 44 / 45 und auch nicht mit der Situation Deutschlands in den letzten Monaten des schrecklichen Krieges, den Deutschland unter der Regierung der Nationalsozialisten um Adolf Hitler angezettelt hatte, nichts, aber auch nichts ist vergleichbar mit dem mörderischen Treiben der Nazis, das die beinahe vollständige Vernichtung des europäischen Judentums mit Millionen von Toten zur Folge hatte.

Dieses Lied erinnere mich daran, was geschehen ist, es sei mir Verantwortung für die Zukunft in unserem Land, es sei mir Trost in dunklen Tagen, die nicht ausbleiben werden – wenn auch nicht mit den dramatischen Umständen jener Tage….

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar, –
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr;

noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das Du uns geschaffen hast.

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Entnommen habe ich den Text dieser Seite,       die es wert ist, aufmerksam gelesen zu werden.

Jauchzet…. frohlocket…. 10. Dezember, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, judentum, meditatives.
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Seit vielen Jahren ist es im Hause Rika Tradition die Adventszeit mit der wunderbaren ersten Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium einzuläuten….. morgens zum Frühstück…   vor dem Gottesdienstbesuch… am Adventkranz brennt die erste Kerze…

Doch nicht nur zum Frühstück erklingt die Aufforderung zu jauchzen und zu frohlocken, auch beim adventsonntäglichen Kaffeetrinken ergötzen wir uns an der wunderbaren Musik. Das hatte vor zwei Jahren  auch der kleine Enkelsohn mitbekommen und fand großen Gefallen an der Musik. Bei einem der nächsten Besuche fragte er:

„Omi, kann ich den Chor hören?“

„Was meint das Kind mit ‚Chor'“, fragte ich mich…. und dann auch das Kerlchen selbst.

„Den Chor und die Trommel!“ meinte es.

Ich wusste augenblicklich, welche Musik der kleine Mann meinte.

Chor und Trommel.

Das trifft es doch gut. Mit einem ‚Trommelwirbel‘ in die Zeit der Erwartung…

Hier sind sie, der Chor und die Trommel….

 

Jauchzet!  Frohlocket! Auf, preiset die Tage!

Jauchzen und freuen, auch wenn vielen von uns in diesen Tagen so oft  das Herz schwer ist angesichts der vielen bösen Stimmen, die sich erheben gegen das Volk der Juden, aus dessen Mitte ER gekommen ist, CHRISTUS, das Heil der Welt.

Ich wünsche allen Menschen eine schöne, friedliche und gesegnete Zeit des Advent.

 

Noch haben sie eine Stimme… 28. Januar, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, judentum, meditatives.
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… die Überlebenden der Todes- und Vernichtungslager.

Es ist an uns, auf sie zu hören.

Es ist an uns, derer zu gedenken, die ihrer Stimme, ihrer Würde, ihres Lebens beraubt wurden.

Und es ist an uns, für sie zu reden und zu bezeugen, dass sie lebten und leben wollten und Deutsche ihnen genau das nicht zubilligten…

damals nicht …

und heute?

Stellvertretend für die Vielen….

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Mahnmal in Hannover….

Ihre Namen sind… 9. Januar, 2015

Posted by Rika in gesellschaft, islam, meditatives, terrorismus.
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Die Namen der Opfer des Attentates in Paris habe ich bisher nur hier gelesen:

 

Gudrun Eussner geht in ihrer Reaktion auf die Terrortaten  nicht nur und nicht  in erster Linie auf die Täter und die „muslimischen und sonstigen Opfer“, wie Freiheit der Meinung, der Kunst usw, usw. ein,  sondern tut  das, was eigentlich das Naheliegendste und Wichtigste hätte sein sollen und müssen,

den Opfern einen Namen geben!

Ich kopiere ihren Text mit den Namen der Opfer hierher:

 

Wer seines Namens beraubt wird, dem wird die Beziehung zu Gott aberkannt.

Charlie Hebdo : Cabu, Charb, Wolinski, Maris et les autres, tués dans l’attaque. Cabu, Charb, Wolinski, Maris und die anderen beim Angriff getöteten, titelt zum Beispiel Le Parisien. „Die anderen“, das sind die restlichen acht ermordeten Menschen. Erst einen Tag später fällt es einigen Medien auf, daß die meisten Namen fehlen, und sie liefern nach: Wer sind die Opfer des Attentats auf Charlie Hebdo?

Qui sont les victimes de l’attentat à Charlie Hebdo ?

Es sind Bernard Maris, Volkswirt und, in der letzten Nummer, Rezensent des Buches von Michel Houellebecq, die Karikaturisten Jean Cabut alias Cabu, Georges Wolinski, Bernard Verlhac alias Tignous, Stéphane Charbonnier alias Charb und Philippe Honoré, Franck Brinsolaro, der für die Sicherheit von Stéphane Charbonnier zuständige Polizist, Elsa Cayat, Psychoanalytikerin und Kolumnistin, Mustapha Ourrad, Korrektor, der Hausmeister Frédéric Boisseau, Michel Renaud, der zu Besuch anwesende Gründer des Festivals von Clermont-Ferrand, sowie der Polizist Ahmed Merabet, der im Viertel auf Streife ging.

Mögen sie in Frieden ruhen.

 

Hervorhebung von mir.

Dank an Gudrun Eussner!

NACHTRAG:

Christian, alias Naftoli   Neugebauer schreibt in facebook:

„Die vier jüdischen Opfer islamischen Terrorismus in Paris, ermordet in einem jüdischen Supermarkt: Yoav Hattab, Philippe Braham, Yohan Cohen and François-Michel Saada“

 

Symbolik…. 6. Januar, 2015

Posted by Rika in gesellschaft, meditatives, politik.
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Was für ein großartiges Symbol für Klarheit, Offenheit, Transparenz, Erkennen:

LICHT !

„Es werde Licht!“ heißt es in Genesis 1,3

Licht ist die Voraussetzung für Leben schlechthin, für Wahrnehmen, Erkennen, Sehen, Unterscheiden, Wissen….

Finsternis und Dunkelheit steht für das Gegenteil. Das fehlende Licht verhindert das klare Sehen, den Durchblick, das Blicken über den Tellerrand, die Wahrnehmung des Anderen, die weite Sicht bis zum fernen Horizont.

Wir reden vom „finsteren Mittelalter“ und denken mit Schaudern an Inquisition, Hexenverbrennung, Stigmatisierung der nach Wahrheit Suchenden, an die Macht kirchlicher Wahrheitsprediger und den dumpfen Aberglauben des unwissenden Volkes.

Wir kennen doch den berühmten Song aus der Dreigroschenoper:  „Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht, doch man siehet die im Lichte, die im Dunkel sieht man nicht….“

Noch erinnern sich viele von uns an „Dunkeldeutschland“ und wissen, dass mit diesem Begriff die Gebiete der ehemaligen DDR gemeint waren,  die von „Westsendern“ und  „Westfersehen nicht erreicht wurden und für die   Karl Eduard und seine Deutungshoheit des Zeitgeschehens  wesentliche Quelle für Erkenntnis war, wobei ich nicht sagen will, dass die Deutungshoheit der West-Medien „wahrer waren“ oder die DDR-Bürger außer  Stande waren, sich ihren eigenen Reim auf die politischen Zustände zu machen.

Und nun lässt man ausgerechnet die Leute  im Dunkeln stehen, denen man ohnehin mangelnden Durchblick vorwirft, denen man unterstellt, trüben Ideen nachzulaufen, das eigenen Denken den Vorsängern zu überlassen, Angst vor Veränderungen zu haben (Dunkelheit erzeugt Angst, nicht wahr?!), sich an das Eigene zuklammern und andere aussperren zu wollen.

Das helle Licht der Aufklärung ist doch mehr als nur eine schöne Metapher!

Man hätte die Angsthasen und „Abendlandretter“, wie manche sie schon benennen, in das hellste Licht tauchen und so die dumpfen Schatten der Vergangenheit des Tausendjährigenreiches und all seiner Vorgängerreiche aus Unwissenheit und  Dummhalten des Volkes  vertreiben und Klarheit, Offenheit, Wahrnehmung und Transparenz eine Chance geben sollen.

Wenn die dunkle Jahreszeit beginnt erhellen wir unsere Innenstädte mit hell leuchtenden Lichtobjekten, schlingen Lichterketten um Tannen, Treppengeländer, an Dachkanten entlang und Küchenfenstern. (Doch nicht nur wegen des Advents und in der berechtigten Vorfreude auf ein Fest, das uns – den Christen zumindest-  das Licht der Liebe Gottes immer wieder neu bewusst werden lässt.)

Nicht von ungefähr wurde doch das Christfest (Weihnachtsfest)  in den identischen Zeitraum der (ehemals heidnischen) Sonnenwendfeiern gelegt – die Menschen feierten zu allen Zeiten das Licht.

Goethe lobt in  in seinem „Osterspaziergang“:

„Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, Aus Handwerks- und Gewerbesbanden, Aus dem Druck von Giebeln und Dächern, Aus der Straßen quetschender Enge, Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.“ (Hervorhebung von mir)

Neulich las ich einen wunderbaren Text aus dessen letzten Absatz ich  diesen Gedanken zitiere: „Während Dunkelheit sich in Anwesenheit von Licht immer sogleich aufzulösen pflegt, vermag selbst die stärkste Dunkelheit niemals ein Licht auszulöschen. Mag das Licht auch noch so klein sein, es bleibt offenbar der untilgbare „Schatten Gottes““ (Quelle NDR kultur, Glaubenssachen, Reiner Lassek)

Und weil heute Epiphanias oder „Dreikönig“ ist, noch ein paar  Gedanken hinterher:

Die Weisen – Könige – aus dem Morgenland folgten dem Licht des Sterns von Bethlehem. Nicht die Dunkelheit beflügelt Menschen  aufzubrechen, es sei denn, ihr zu entkommen, es drängt sie zum Licht.  Katholischem Glauben nach sind es die Gebeine der „Heiligen drei Könige“, die dem Dom zu Köln als besonderes  Heiligtum dienen. Welch eine Ironie, dass ausgerechnet der Dom zur Dunkelheit beiträgt….

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über die  da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Jesaja 9,2

Lasst ihnen ein Licht aufgehen und lasst sie nicht im Dunkeln stehen, die Leute von PEGIDA !

NACHTRAG

Der Liebste sieht das alles ein wenig anders als ich …. das führt zu sehr intensiven Gesprächen. Danke dafür!

Das Leben auskosten…. 9. Dezember, 2014

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, meditatives.
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… bis zum letzten Atemzug!

Für Leute, die noch ‚im vollen Saft stehen‘ hat dieser Satz vermutlich eine gänzlich andere Bedeutung als die, über die ich schreiben möchte.

In diesem Jahr ist meine Freundin gestorben …

Sie hat das Leben geliebt, ihre Familie, ihren Mann, ihren Beruf, ihre Schüler, ihre Freunde und Kollegen und Karlchen, ihren Hund. Die Krankheit war ihr Feind, so hat sie es manchmal gesagt, nicht aber der Tod.  Das Sterben war für sie der Übergang in ein neues, anderes, ewiges  Leben, auf das sie sich freute, obwohl sie ihr geliebtes irdisches Leben dafür aufgeben musste. Zu keinem Zeitpunkt hat sie auch nur im Ansatz mit dem Gedanken gespielt, das, ihr irdisches  Leben, durch einen gewaltsamen Eingriff selber zu beenden.

„Nein, Rika!“, hat sie sehr entschieden gesagt, „Das ist nicht der richtige Weg!“  Und sie hat dieses Nein durchaus sehr grundsätzlich und nicht nur für das eigene Ende gemeint.

Daran musste ich heute denken, als ich im Besprechungszimmer des ambulanten Hospiz-Dienstes saß und mit der Leiterin sehr ausführlich über meine Motivation und  Einstellung redete, die mich vor nun beinahe 4 Jahren  veranlasst hatte, an einem Kurs für ehrenamtliche  Mitarbeiter  in der Hospiz-Arbeit teilzunehmen. (Mit dem heutigen Gespräch beginnt meine ehrenamtliche Mitarbeit in dem oben genannten Dienst.) Damals lag das Sterben meiner Eltern noch nicht so lange  zurück und ich hatte bei der Begleitung meiner Eltern gemerkt, dass ich vor der Fremdheit des Sterbens keine Angst hatte, nicht davor zurückschreckte. Das mag daran liegen, dass ich selbst noch relativ jung mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert wurde und ich mich aufgrund dieser Erfahrung selber sehr intensiv mit dem Sterben und den damit verbundenen Fragen auseinander gesetzt hatte.  In dem Kurs zur Sterbebegleitung wurden diese eigenen Anteile ebenso thematisiert, wie die Fragen des  Umgangs und der Kommunikation mit den Betroffenen, den Sterbenden und den Angehörigen. Ausführlich wurden wir mit den Belangen der Hospiz-Arbeit ebenso vertraut gemacht, wie mit den Möglichkeiten und Grenzen der Palliativ-Versorgung schwerst kranker Patienten.  Immer und immer wieder ging es um die Würde des Menschen angesichts des Todes und darum, wie das Leben bis zum buchstäblich letzten Atemzug  lebenswert bleibt.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Wert, den das Leben eines Menschen (bis zuletzt) hat und auf der Wertschätzung, die dem Sterbenden bis zuletzt zuteil wird durch die, die ihn begleiten – unabhängig davon, ob und wie der betroffene Mensch sich  den  Fragen nach dem Sinn und Ende  des Lebens gestellt hat oder nicht. Wie begegne ich Fragen und Ängsten, wie nehme ich den sterbenden Menschen wahr,  und bin ich mir immer dessen bewusst, dass meine Begleitung wirklich „nur“ eine Begleitung und keine Leitung oder gar Anleitung zum Sterben ist und der Sterbende  selbst letztlich  derjenige ist, der Takt und Rhythmus vorgibt, nach dem ich mich richte, selbst dann noch, wenn keine bewussten „Anweisungen“ mehr an mich gerichtet werden (können)!?

Für mich bedeutet das auch, sehr bewusst den Tod als den Schlusspunkt des irdischen Lebens zu akzeptieren.

Das, den Tod als Schlusspunkt des irdischen Lebens akzeptieren,  tun sicherlich auch diejenigen, die meinen, sie müssten ihrem Leben selbst ein Ende setzen, weil sie befürchten, dem möglichen Schrecken des eigentlichen Endes nicht gewachsen zu sein. In der derzeitigen öffentlichen Debatte um die aktive Sterbehilfe geht es ja nicht darum, dem Tod auszuweichen – der ist so unausweichlich, wie nichts sonst auf dieser Welt -, es geht darum, das Ende selbst bestimmen zu können, weil der Gedanke, es – besser gesagt, das „WIE“ – nicht ertragen zu können, ein unaussprechlicher Schrecken ist.

Diesem angsterfüllten Schrecken vor dem „WIE“  zu begegnen ist meiner Auffassung nach die eigentliche und  sehr wesentliche Aufgabe der öffentlichen Debatte um Sterben und Sterbehilfe.  Statt nach gesetzlichen Wegen der legalisierten Tötung von Todkranken zu fragen, sollte wir verstärkt danach fragen, wie wir das Sterben in Würde erleichtern können und was wir tun können, um noch mehr als bisher die palliative Versorgung Schwerstkranker sicher zu stellen. Diese Aspekte werden meiner Wahrnehmung nach viel zu wenig beachtet – und / oder „lediglich“ im Hinblick auf die Finanzierbarkeit  diskutiert.

Denn machen wir uns nichts vor: Es kostet die Gesellschaft sehr, sehr viel weniger, den Einzelnen das Mittel zu finanzieren, das  den eigenen Tod herbeiführt, als dafür zu sorgen, dass jeder das Leben in Würde und ohne Schmerzen bis zum letzten Atemzug auskosten kann.

Schieben wir die Sterbenden nicht ab!

Nötigen wir sie nicht, ihrem Leben selbst mit Hilfe von Medikamenten ein Ende zu setzen, indem wir sie allein der Angst vor einem bitteren Ende überlassen.

Und für die, die glauben, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang in eine neue ewige Wirklichkeit ist, gilt bis heute das Wort des Apostel Paulus:

„Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. “  Philipper 1,21

Meine Eltern und meine Freundin sind in diesem Bewusstsein gestorben….

Das wünsche ich mir auch.

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