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Corona – hätte, hätte…. 20. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie, gesellschaft, medien, politik, presse, schule - kinder, Sport, vermischtes.
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Es gibt tausend Gründe diese schönen Formulierungen zu nutzen…. hätte, hätte, wenn und aber…

Aber es macht eigentlich und jetzt schon gar keinen Sinn …. und dennoch muss dieses „hätte“ thematisiert werden.

Seit Tagen und Wochen kann man über Facebook und ähnliche soziale Netzwerke Informationen über Corona –  das Virus Covid 19 – einerseits und die Maßnahmen in diversen Ländern andererseits erhalten. Und seit Tagen und Wochen gab und gibt es Leute, die ein rasches Handeln hier in Deutschland anmahnten und immer noch anmahnen. Sie wurden zunächst nur belächelt, dann in die Ecke der Fake-News-Verbreiter gestellt, offizielle Regierungsvertreter wiegelten ab, verharmlosten, behaupteten gar, „WIR“ seien dem Virus besser als alle anderen Staaten auf der Welt doch hervorragend gewachsen und überhaupt bestünde nicht der leiseste Grund zur Panikmache.

PANIKMACHE  wurde das genannt, was eigentlich Aufgabe der Regierung und Gesundheitsbehörden gewesen WÄRE.

Man nennt das  AUFKLÄRUNG ZUR GEFAHRENABWEHR

Oder – und das ist noch ein weit wichtigeres Verfahren – Organisation und Durchführung von Notfallplänen.

China – das Ursprungsland der sich entwickelnden Pandemie – hat es vorgemacht, ebenso Südkorea, Taiwan, Singapur.  Absolut strikte und sofortige Bekämpfung des Virus mit allen verfügbaren Mitteln. Dazu zählte die schnelle Feststellung einer Infizierung durch Massentests  ebenso wie die Quarantäne, unter die die Betroffenen gestellt wurden. Selbst die Abriegelung eines ganzen Bezirks und die Stilllegung sämtlicher öffentlicher Aktivitäten – Arbeiten in den Fabriken und Geschäften eingeschlossen – zählten zu den drakonischen Maßnahmen. Und diese hatten und haben Erfolg.

Und bei uns?

NICHTS

Jedenfalls NICHTS in einem noch frühen Stadium der Ausbreitung.

Der Bundesgesundheitsminister riet zum gründlichen Händewaschen und Abstand halten – so ungefähr 1 bis 2 Meter.  Die ersten Fälle von Infektionen wurden nicht ernst genommen. Dann hieß es, betroffen seien ja nur die Alten und Leute mit Vorerkrankungen, für alle anderen bestehe so gut wie keine Gefahr. Es war erschreckend, manche Kommentare zu lesen, in denen  die an Coron Verstorbenen im Nachhinein als „vorerkrankt“ vermerkt und so nicht als Opfer der Seuche geführt wurden, als wären sie auch ohne Vorerkrankung zeitnah verstorben. Zynischer kann man kaum mit den Toten und deren Angehörigen umgehen. Corona wird bagatellisiert, Schuld ist die Vorerkrankung, nicht das Virus. So kann man auch die Opferzahlen manipulieren und die Toten in der Statistik als Herzkranke oder Diabetiker verbuchen.

Der oberste Gesundbeter rühmte sich der Tatsache, dass Deutschland ja doppelt oder dreifach so viele Intensivbetten habe wie Italien, in dem das Virus inzwischen fürchterlich wütete und Ärzte und Pflegekräfte bis zur Erschöpfung versuchten, der Lage Herr zu werden. In Italien starben viele, sehr viele Menschen und hier passierte immer noch NICHTS.

Aber hierzulande sickerte entgegen aller Beteuerungen des Ministers durch, dass es möglicherweise nicht genug Schutzkleidung geben könnte – für die Ärzte und alle Personen die im medizinischen Bereich tätig sind. Der Verdacht hat sich inzwischen bestätigt… Schutzkleidung und Mundschutz sind sogar für Kliniken kaum noch zu bekommen.

Selbst als abzusehen war, dass die Entwicklung in Deutschland in einem Abstand von nur 8 – 10 Tagen den italienischen Ereignissen folgte, wurde immer noch nicht energisch genug gehandelt.

Mir blieb mehr und mehr die Spucke weg, ich konnte es nicht fassen. Da lese ich Tag für Tag, was dieses Virus anrichtet, wie schnell es sich verbreitet und die Profis (Spahn ist allerdings kein Mediziner) in diesem Land kommen nicht in die Gänge.

In Südtirol wurde am Montag, den 9. März mitgeteilt, dass aufgrund der Ausbreitung des Virus die Skigebiete schließen. Eine überaus vernünftige Maßnahme  – aber auch sie vermutlich um Tage zu spät beschlossen. Eine große Rückreisewelle aus den Skiparadiesen zog durch Deutschland und brachte den blinden Passagier mit. Schulklassen mussten unter Quarantäne, einige Schüler und auch Lehrer  hatten sich infiziert.

Und immer noch keine erkennbaren drastischen Maßnahmen zum Kampf gegen die Epidemie, die am 11. 3.  – das war vor gut einer Woche  – von der WHO zur Pandemie hochgestuft wurde.

Die deutsche Regierung versteckte sich hinter einer gesamteuropäischen Lösung, die  zu dem Zeitpunkt aber schon längst nicht mehr möglich war und übte sich ansonsten weiter in Beschwichtigungen und episch langen Krisensitzungen, die aber zunächst  nur die üblichen Formulierungen und Ratschläge an das Volk weiter zu geben in der Lage waren.

Den ersten Landsleuten schien aber inzwischen zu dämmern, dass das alles kein gutes Ende nehmen würde, sie begannen, sich mit Vorräten einzudecken. Warum diese Vorratshaltung ausgerechnet Toilettenpapier in solchen Maßen betraf, dass zum Ende der vergangenen Woche binnen Stunden in nahezu allen Geschäften  nicht nur dieser Hygieneartikel komplett ausverkauft war, wird wohl eines der größten Rätsel der gesamten Corona-Misere bleiben.

Ebenfalls gegen Ende der vergangenen Woche beschloss der DFB alle Erst- und Zweitligaspiele komplett abzusagen – zuvor hatten bereits Europaligaspiele vor leeren Rängen stattgefunden, auch diese Vorsichtsmaßnahme war nicht auf deutschem Mist gewachsen, Dank darum an die europäischen Fußballverbände, die vorausschauender gewesen waren als ihr deutscher Mitspieler. Nach und nach zogen alle anderen Sportverbände nach. Trainingseinheiten wurden gestrichen, Sportstätten geschlossen.

Inzwischen hatte man auch festgestellt, dass zwar jüngere Menschen auch Träger des Virus sein können, aber nicht so leicht akut daran erkranken wie ältere Leute. Doch als Überträger kamen selbst die kleinen Kinder, die Schüler und Jugendlichen infrage. Erste Überlegungen wurden am Freitag der vergangenen Woche laut – und mit Beginn dieser Woche auch umgesetzt –  darum Schulen und Kindergärten  zu schließen, bzw. geschlossen zu halten in den Ländern, in denen gerade die Frühjahrsferien zu Ende gegangen waren. Und es wurde dringend darum gebeten, den Kontakt zwischen Kindern / Jugendlichen und den Großeltern zu vermeiden.

Dass das für die allermeisten Familien extreme Problem mit sich bringt, ist ganz sicher selbst  für die, die davon nicht betroffen sind, begreifbar. Besonders schwierig ist es für die Eltern, die nach wie vor ihrer Berufstätigkeit nachgehen müssen. Notgruppen in Kitas und Horten können wirklich nur notdürftig Abhilfe schaffen. Die Großeltern und andere ältere Verwandte fallen als Betreuer für die Kinder ja aus den genannten Gründen aus.

Der Ministerpräsident Niedersachsen veröffentlichte am Montag, den 16. 3. einen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung und Bekämpfung des Virus. Aber vermutlich läuft die Befolgung dieser Maßnahmen viel zu langsam an.

Als schließlich die Kanzlerin in einer emotional-emotionslosen Rede zu ihrem Volk sprach, gab es eigentlich niemanden mehr, der nicht ausreichend über die Situation informiert gewesen wäre. (Die Rede hatte große emotionale Anteile der Besorgnis und Fürsorge, wurde jedoch mit der größtmöglichen Emotionslosigkeit vorgetragen – ja, vorgetragen wie von einem –  zudem auch schlechten  – Laiendarsteller.) Die Presse sah das am nächsten Tag ja ganz anders. Endlich, jubelte  sie, stelle sich die Kanzlerin an die Spitze des Kampfes gegen Corona.

Da ging mir der Hut hoch.

Wochenlang hatte sie sich verkrochen. Nicht nur das, sie hatte sogar darauf bestanden, dass die Grenzen allesamt geöffnet blieben, um nach wie vor auch Migranten aufnehmen zu können. Dass „Deutschland“ schließlich doch seine Grenzen fast ganz dicht machte, lag aber nicht an der Entschlusskraft der obersten Krisenbewältigerin, es lag schlicht daran, dass unsere europäischen Nachbarn bis auf Belgien und die Niederlande allesamt schon ihre Grenzen nach Deutschland geschlossen hatten. Nun konnte auch Frau Merkel ihre Tatkraft beweisen und ihrerseits Grenzschließungen erklären.   – Für wie dumm hält sie eigentlich die Bevölkerung dieses Landes?  Oder auch nicht ganz falsch gefragt: Wie leicht ließ sich die Bevölkerung dieses Landes für dumm verkaufen?  Und welchen Anteil hatten die Medien an diesem Prozess der Volksverdummung mit ihren Beschwichtigungen, ihren seltsamen Moderatoren, die selbst dann noch lieber Herrn Trump mit Häme und Spott bedachten, als wir doch schon mitten in dem rasanten Prozess steckten, dessen Folgen aus den Fehleinschätzungen der Verantwortlichen zu Beginn der sich ausbreitenden Epidemie / Pandemie jetzt auf so dramatische Weise sichtbar werden.

Nun endlich werden zusätzliche Krankenstationen eingerichtet – wobei ich mich frage, woher denn das dazu gehörige Pflegepersonal kommen soll, die Belegschaft der Krankenhäuser arbeitet doch schon seit Monaten, um nicht zu sagen seit Jahren am Limit. Vom Einsatz der Bundeswehr ist die Rede, davon, dass Hotels und Messehallen zu Notquartieren für betroffene Patienten ausgebaut werden sollen, die noch nicht auf Intensivbetten und Beatmungsgeräte angewiesen sind.

Aus Fürsorge für Patienten in den Krankenhäusern und für die Bewohner in Pflege- und Altenheimen sind alle Besuche in den Einrichtungen untersagt. Für viele ältere Leute, besonders für diejenigen, die von einer Demenz betroffen sind, sind das dramatische Eingriffe in ihr gewohntes Leben. Sie können nicht begreifen, warum der Partner, die Kinder oder Enkel, Freunde oder Verwandte nicht zu Besuch kommen. (So habe ich es heute bei einem Telefongespräch mit einer hochbetagten Freundin erlebt, die die Information, die sie ja bekommen hat, nicht mehr speichern kann und sich so verloren und verlassen fühlt.) Und dennoch ist diese Maßnahme extrem wichtig und richtig.

Die Krise schlägt natürlich voll auf die Wirtschaft durch. Betriebe werden geschlossen, sei es aus Schutzgründen für die Werktätigen, sei es, weil kein Nachschub aus den Nachbarländern mehr über die Autobahnen rollen. VW macht dicht, ebenso andere große Unternehmen der Automobilbranche.

Theater, Opernhäuser, Kinos, Bars, Diskotheken, Gaststätten, Hotels sind seit Tagen geschlossen, der Handel extrem eingeschränkt.  Niemand darf mehr auf die nord- oder ostfriesischen Inseln reisen, Sportanlagen und Schwimmbäder sind dicht, Spielplätze dürfen nicht mehr betreten werden. Alles Maßnahmen, die man schon Anfang Februar vorsorglich hätte treffen können.

HÄTTE

Aber es hätte ja sein können, dass das Virus ausgerechnet um Deutschland einen großen Bogen macht und dann hätte man ja mit diesen Maßnahmen der Wirtschaft einen großen Schaden zugefügt… der kommt nun doch und der Schaden für die Kranken ist ebenfalls hoch.

Ja, und dann geht es auch noch um die Beschneidung unserer Freiheit.

Und die darf natürlich in keinster Weise  beschnitten werden (Achtung, Ironie), weshalb sich die meisten Bundesländer gegen eine umfassende Ausgangssperre wehren, wie sie beispielsweise in Österreich und Frankreich bereits beschlossen wurde. Noch!

Denn es sind die Unbekümmerten hier im Lande, die sich nicht an die Empfehlung halten, einander möglichst aus dem Weg zu gehen, alle direkten Sozialkontakte zu meiden, sich nicht in Gruppen zu versammeln, um den Frühling zu genießen. Aber die Leute sind deppert. Sie sitzen in den Münchener Biergärten beieinander und flanieren in Gruppen über den Jungfernsteg, bevölkern in Schwärmen die Parkanlagen in Berlin und anderen Großstädten und pfeifen auf Mindestabstand und soziale Isolation.

Es gibt sogar Jugendliche, die stolz ihren Widerstand in die Kameras der öffentlich-rechtlichen Sender plärren und sich supercool und toll fühlen. Und die Interviewer lassen ihnen das ohne zu zucken sogar durchgehen…. und tragen so dazu bei, dass dieses asoziale und egoistische Treiben als „Recht der Jugend“ wohlgefällig entschuldigt wird.

Da fällt mir nicht mehr viel dazu ein… Es werden Corona-Partys gefeiert, als gäbe es keinerlei Gefahr.

So wird wohl auch in ganz  Deutschland, wie bereits in Bayern,  bald die allgemeine Ausgangssperre verhängt.

Ach ja…. deutsche Touristen sind weltweit von Schutzmaßnahmen betroffen… sie werden ausgewiesen und sind darauf angewiesen, in einer beispiellosen Rückholaktion mit gecharterten Maschinen aus ihren Urlaubsgebieten ausgeflogen zu werden, weil die meisten Airlines Deutschland nicht mehr anfliegen.  Über 100000 Personen sind davon betroffen.

Das Robert Koch Institut veröffentlichte heute diese Stellungnahme:

Covid-19
Coronavirus-Krise hat laut RKI-Chef „unvorstellbares Ausmaß“ angenommen
Angesichts der weiter schnell steigenden Zahl der Corona-Fälle zeigt sich der Chef des Robert-Koch-Instituts alarmiert.
Die Krise habe ein Ausmaß angenommen, das er sich selbst nie habe vorstellen können, sagte Wieler in Berlin. Die Krankenhäuser müssten jetzt vorbereitet sein. Die Zahl der vom RKI registrierten Corona-Fälle stieg innerhalb eines Tages von 11.000 auf rund 14.000. Die Zahl der Toten lag demnach bei 31.

Die amerikanische Johns Hopkins Universität nennt noch höhere Zahlen. RKI-Präsident Wieler sprach von einem „exponentiellen Wachstum“. Man könne die Corona-Epidemie nur verlangsamen, wenn man vor allem die Regel beachte, Abstand zu halten.

In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, dem 13. April.

 

Als ich diese Nachricht bei Facebook las, kam mir die Galle hoch.

Mein Kommentar zu diesem Artikel:

„Immer wieder mein Erstaunen, dass diesen Fachleuten offenbar verborgen blieb, was mir als Laie schon seit Anfang /Mitte Februar klar vor Augen lag.
Ich verstehe nicht dass man nicht beim ersten Bekanntwerden der Epidemie in China Notfallpläne auch für Deutschland entwarf.
Man will um 2° die Erderwärmung steuern, kriegt aber nicht mal die ausreichende Versorgung mit Schutzkleidung für die Mitarbeiter in den Kliniken hin…“

Dieses Erstaunen geht in eine große Fassungslosigkeit über, in Unverständnis, Ärger, ja sogar Wut.

Und dies noch: Der Papst betet öffentlich für die baldige Beendigung der Corona-Welle …. und wird ebenso öffentlich dafür belächelt, sogar gescholten.

Gebe Gott, dass selbst den Lästerern nicht das Lachen vergeht….

Und uns allen nicht die Hoffnung auf Gesundung und das Ende der Krise.

HERR erbarme dich.


Nachtrag

Gerade in der Sondersendung des ZDF: Die Ministerpräsidentin des Bundeslandes Rheinland-Pfalz lamentiert darüber, dass Bayern mit der Ausgangssperre vorgeprescht sei, man habe sich doch bei der Ministerpräsidentenkonferenz darauf geeinigt, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen….

W A N N   hätte das denn passieren sollen?

Es entsetzt mich einmal mehr, wie in diesem Land regiert wird und wie geradezu eifersüchtig die Politeliten  auf ihr Prestige achten – und das in einer Krise wie dieser.

Wir alle aber können etwas tun. Wir alle müssen etwas tun.

Darum auch hier der dringende Appell:
B L E I B T . Z U . H A U S E

IHR zumindest, die Ihr nicht zur Arbeit gehen müsst

 

 

 

 

 

 

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„Wir Schwänzen nicht, wir Kämpfen“…. 12. August, 2019

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, schule - kinder.
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(Schreibweise übernommen)

Voller Stolz schreibt ein Opa einen Leserbrief – Spiegel, Ausgabe 33 –  über das Engagement seiner 12-jährigen Enkelin. Diese hat ein Plakat für die fff-Aktivitäten in ihrer Heimatstadt irgendwo in Schleswig-Holstein gemalt.

„Wir Schwänzen nicht, wir Kämpfen“ prangt unübersehbar auf dem schönen Bild, das Autos zeigt die wilde Abgasfahnen in die Welt pusten.

Opa schreibt dazu: „Meine Enkelin, zwölf Jahre, hat es mir erklärt: Für ihre Teilnahme an der „Fridays for Future“ Demo hat sie sich bereit erklärt, den versäumten Unterricht nachzuarbeiten. Dafür nutzte sie das schulfreie Wochenende. Ihr Plakat sagt es: „Wir Schwänzen nicht, wir Kämpfen!““

Ein 12-jähriges Schulkind sollte wissen, dass man Verben klein schreibt… und auch der freundliche Opa sollte das wissen und statt stolz das Plakat öffentlich zur Schau zu stellen, der Enkelin lieber empfehlen, es noch einmal zu überarbeiten, denn sonst könnten Leute wie ich nicht ganz zu Unrecht darauf hinweisen, wie  hoch gefährdet es um die Allgemeinbildung 12-jähriger Schüler in Deutschland bestellt sein mag – und die Frage stellen, ob es nicht sehr viel mehr Sinn machte zu lernen, statt zu kämpfen.

Meine Empfehlung würde ganz besonders dem Physik-, Chemie-, Erdkunde-  und Biologieunterricht gelten, in dem die Kinder Sinnvolles zu den Zusammenhängen von geologischen / geografischen  Gegebenheiten,  Natur und Umwelt erfahren, was für Rettungsaktivitäten   ja nicht ganz unerheblich ist . Das Klima oder gar unseren Planeten retten zu wollen, halte ich ohnehin für menschliche Hybris der schlimmsten Sorte, denn noch verfügen wir nicht über die Sonne und ihre Wirksamkeit, haben keinerlei Einfluss auf das Wetter, das ja in seiner Gesamtheit zum „Klima“ gehört und beiträgt  –  oder ist es umgekehrt, die klimatischen Verhältnisse im Verbund mit den geografischen bestimmen unser Wetter? Ich hab mal während meiner Schulzeit vor rund 50 Jahren etwas von Kontinentalklima gehört, das sich deutlich von den Verhältnissen in Küstenregionen unterscheidet…

Aber das ist ja heute zu vernachlässigen, Klima ist das, was rund um den Globus gerade  Gefahr läuft, durch unser menschliches Dazutun in einer Katastrophe zu enden.

 

 

 

 

Wenn Schüler in der Schule beten wollen… 2. März, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, islam, medien, migration, presse, schule - kinder.
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…  ist das zunächst positiv zu sehen.

Ich erinnere mich gut  an die Zeit, als unsere Kinder noch schulpflichtig waren und  weiter führende Schulen in Hannover besuchten, öffentliche Schulen, nicht konfessionsgebundene. Auf Initiative einiger Schüler wurde ein Schülergebetskreis gegründet, die Schulleitung stellte für dieses Anliegen den Raum der Schülerselbstverwaltung zur Verfügung. Die jungen Leute trafen sich einmal oder zweimal wöchentlich vor dem Unterricht – was  bedeutete, schon zur „nullten“ Stunde anwesend zu sein. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Gebetskreis während der gesamten Schullaufbahn aller unserer Kinder bestand und wie viele Mädchen und Jungen tatsächlich daran beteiligt waren. Sicher bin ich mir aber, dass außer einer einladenden Notiz am „Schwarzen Brett“ und Mund-zu-Mund-Propaganda  der Initiatoren keine weitere Öffentlichkeit hergestellt wurde.  Sicher bin ich mir darüberhinaus auch, dass es nicht um „demonstrare ad oculi“ ging,  mit der die eigene Frömmigkeit zur Schau gestellt werden sollte. Es ging den Jugendlichen tatsächlich um Kontemplation und Gebet, Sammlung, Bitte, Fürbitte, Dank, für sich und alle, die zum Schulleben gehörten.

Zu der Zeit, denke ich, war es eher verpönt beim Beten erwischt zu werden, das war nämlich extrem uncool und wer wollte das schon sein?! Eines unserer Kinder wurde eine zeitlang von guten Freunden gehänselt, weil wir als Familie regelmäßig zum Gottesdienst gingen; auch ein netter Nachbar meinte eines Sonntagsmorgen spöttisch lächelnd: „Na, geht es wieder zum Beten?“    Gebet war eben nichts für moderne und aufgeschlossene Menschen.

Auch heute scheint dieser Trend ungebrochen.

Umso mehr müsste es mich doch freuen, wenn ich in einer Zeitung, respektive ihrer Onlineausgabe lese, dass Schüler in der Schule beten wollen, und es könnte mich gewaltig ärgern, dass die Schulleitung das untersagte.

Nun handelt es sich bei den Gebetswilligen nicht um Jugendliche, die sich ins stille Kämmerchen zurückgezogen haben, um dort ihr Gebet an Gott zu richten. Sie haben ein Gebets-Event veranstaltet in ihrer Schule, „demonstrare an oculi“   gewissermaßen, und die Betonung liegt tatsächlich auf demonstrare, demonstrativ, die Schulleitung nannte es gar „provokativ“ und untersagte diese Form des öffentlich zur Schau gestellten Gebets.

Verschiedene Online-Medien haben sich dieser Sache angenommen, nachdem zunächst bei Facebook der Brief  eingestellt worden war, den die Schulleiterin an das Kollegium geschrieben hatte und  in dem sie anordnet, Verstöße gegen das Gebetsverbot zu melden. Offenbar hatte dieses Schreiben  so hohe Wellen in der Facebook-Community geschlagen, dass auch die örtlichen Zeitungen über die Maßnahme berichteten.

Hier kann man es nachlesen:

Schule verbietet muslimischen Schülern „provozierendes Beten“

Es gehört nicht viel dazu sich vorzustellen, welch eine „Ungeheuerlichkeit“  dieses Verbot für viele Muslime darstellt. Welt-Online verzichtet leider in dem Bericht auf die Stellungnahme der Schulbehörde, die sagt nämlich auf die Frage der Rechtmäßigkeit eines solchen Verbots:

„Die Schulleiterin hat dazu die Möglichkeit im Rahmen des Hausrechts. Das verfassungsmäßige Gebot des Funktionierens des Schulbetriebes und des Bildungsauftrags Art 5 GG, geht der Religionsausübungsfreiheit vor.“

Quelle

Wenn tatsächlich, wie  „Der Westen“ berichtet,  sowohl Lehrer wie auch Schüler sich durch die demonstrative Art des Betens bedrängt fühlen, hat die Schulleitung die Pflicht, sich der Sache anzunehmen.  Das wird zwar  von der Bezirksregierung ausdrücklich bestätigt, allerdings nicht in der Weise, dass sie selbst energisch für den Erhalt des Schulfriedens eintritt und ihrerseits das öffentlich zur Schau gestellte Beten in einer staatlich-säkularen Bildungseinrichtung verbietet. Denn das ist doch der eigentliche Grund für das Verbot. In den offenen Räumen der Schule, die von allen Schulangehörigen genutzt werden, werden diese Gebete verrichtet –  vermutlich während der Pause, wenn allgemeines Kommen und Gehen auf den Gängen und in den Toilettenräumen (siehe Bericht) herrscht.

Auch relativ phantasielose Menschen könnten sich doch leicht das Szenario ausmalen, wenn sie sich an ihre eigene Schulzeit erinnern, wie viel mehr ist es aber Leuten geläufig, die in  deutschen Bildungsanstalten ihren Dienst verrichten:

Man   (Junge / Mädchen  – auf die gendergerechte Sprache verzichte ich )  will zur Toilette, im Gang davor stolpert man bereits an einem auf dem Gebetsteppich liegenden Beter vorbei, der noch dazu akribisch darauf bedacht ist, dass kein „Unreiner“ seinen Teppich betritt und möglicherweise sogar heftig wird, wenn das versehentlich doch passiert. Im Waschraum sind zwei von drei intakten Waschbecken belegt von jugendlichen Muslimen, die gerade ihre Füße der rituellen Waschung unterziehen…   Es kommt zu einer leichten Auseinandersetzungen, denn Jugendliche in dem Alter sind selten auf höfliche Umgangsformen bedacht….  „Musst du deine dreckigen Füße ausgerechnet hier waschen?“  Die Frage könnte doch gestellt werden, selbst wenn die Füße nicht dreckig wären, wovon man bei fünfmaligem Gebet am Tag mit jeweils fünf Fußwaschungen durchaus ausgehen kann. Der Aufsicht führende Lehrer ist genervt, wie soll er damit umgehen, dass sich einige Mitschüler über das Gebets-Event beklagen, andere darüber, dass sie beleidigt werden, WEIL sie beten.

Hat jemand, der hier regelmäßig liest, jemals in seinem Leben Aufsicht in einer großen Schule geführt???  Solche und ähnliche Szenen sind eine wahre Freude für alle Beteiligten. Ich frage mich, warum niemand der berichtenden Reporter, die unbesehen davon schreiben,  Leute seien darüber empört, dass die Schulleitung  rassistisch reagiert habe, sich einmal vor Ort das Spektakel während einer ganz normalen Pause  (ganz ohne demonstrative Gebete)  ansehen. Ich bin ziemlich sicher, dass sich allein aus der völlig normalen Situation, die sie an Ort und Stelle erleben, eine andere Sicht und damit auch eine andere Haltung zu dem Geschehen einstellen wird.

Ich vermisse auch den Hinweis darauf, dass es so jungen Leuten durchaus erlaubt ist, die Gebete, die sie nicht nach der gebührenden Ordnung und zu den vorgesehen Zeiten verrichten können, durchaus zu Hause in ihrer gewohnten und dafür auch eingerichteten Umgebung nachholen  zu  können.

Mir drängt sich doch eher der Verdacht auf, dass hier sehr gezielt ein Skandälchen zu Lasten der Schulleitung herbei geschrieben wird, dass Reporter nicht in der Lage zu sein scheinen, die sehr gebräuchliche Schulordnung auch nur einigermaßen wahrnehmen und  nachvollziehen zu können (vielleicht eine sehr späte Reaktion auf den Frust, den sie selbst einst mit Schulleitung in ihrem Schülerdasein erlebt haben?).

Von der falschen Rücksichtnahme auf die religiösen Gefühle derjenigen, die für sich in Anspruch nehmen, der Religion des Friedens anzugehören und  sich dabei (immer) so schnell ereifern, wenn es um die vermeintliche Begrenzung ihrer vermeintlichen Rechte geht, will ich hier gar nicht erst schreiben. Und auch nicht davon, dass ich das zur Schau getragene muslimische Gebet für ein Machtspiel halte, in dem die Jungen vielleicht sogar instrumentalisiert wurden von den Imamen ihrer Moschee. Und ich will auch nicht darüber spekulieren, inwieweit diese Aktion eine Reaktion auf die derzeitige Diskussion um DITIB ist…

Das lässt heute meine Befindlichkeit einfach nicht zu.

Mich erinnert dieser Vorfall  jedoch sehr an das    Stück     Stoff  ,  das viele der Trägerinnen  ebenfalls aus scheinbar religiösen Gründen tragen, mit dem man aber prima demonstrieren kann, anders zu sein als die anderen, besser zudem und vielleicht sogar nicht dazu gehören zu wollen zu der Gemeinschaft der ganz normalen Bewohner dieses Staates:  Atheisten,  Christen, Juden Agnostiker, Heiden, Buddhisten, Naturreligionsanhänger und wer weiß noch was… und eben auch anders  sein zu wollen,  als die  völlig unauffällig hier lebenden Muslime, ohne Gebetsteppich im (Schul)Gepäck und Kopftuch oder Niqab .

Opa liest vor…. 18. November, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, lesen, schule - kinder.
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in der Schule des Enkelkindes nämlich.

Heute ist der „Bundesweite Vorlesetag“  –   und die Schule des Enkelkindes hatte schon vor einiger Zeit nachgefragt, ob Großväter oder Väter an diesem Freitag in der Schule vorlesen könnten.

Und Opa konnte.

Ausgerüstet mit Brille und ‚Vorlesehut‘ (meinem Strohsonnenhut) machte er sich auf den Weg. In der Schule trafen sich  weitere Großväter, Väter und sogar ein „Promi“, um einer jeweils kleinen Gruppe aus einem schon vor gut 10 Tagen ausgewählten Buch vorzulesen.

Sehr vergnügt kam der Liebste nach Hause, erzählte von seiner Erfahrung als Vorleseopa und der Freude, die er dabei empfunden hatte.

Opa ist ein sehr erfahrener Vorleser.

Jeden Abend – na, fast jeden Abend –  hat er für unsere Kinder vor dem Schlafengehen  Geschichten gelesen, Astrid Lindgren war die bevorzugte Autorin. So kamen Michel, Ronja, die Löwenherz-Brüder und viele andere Gestalten der Astrid-Lindgren-Welt in unser Haus. Ich bin sehr froh, dass der Liebste all die Jahre lang diese wichtige Tätigkeit übernommen hatte. Nicht, dass ich nicht gern gelesen hätte, aber eine seit meiner frühen Kindheit bestehende  Besonderheit machte und macht mir das Vorlesen schwer – und nicht nur das Vorlesen, auch das  stille Lesen so ganz für mich allein:

Ich weine,   heule wie ein Schlosshund, schniefe und schnaufe und die Tränen laufen mir in wahren Sturzbächen über das Gesicht.

Schon meine Eltern erkannten sofort an meinen völlig verheulten Augen,  dass ich etwas gelesen hatte, was mich bewegt – und es waren nicht unbedingt traurige Schnulzen…

Jetzt ist es der Liebste, der mich  manchmal beim Lesen beobachtet und natürlich genau merkt, wenn ich wieder ergriffen bin von dem was da schwarz auf weiß gedruckt in mein Leben einbricht. Manchmal neckt er mich dann und bricht damit den Bann, der mich im Weinen gefangen hält.

Als ich das erste Mal in Vertretung des Vaters für die Kinder das abendliche Ritual vollziehen wollte  – die überaus traurige Geschichte von den Brüdern Löwenherz stand auf der Agenda  –  und ich schon nach drei Sätzen kaum noch  sprechen, geschweige denn lesen konnte, waren meine Kinder zutiefst verstört,  „Was ist denn los, Mutti?“ war ihre bange Frage.

Nichts! Gar nichts! Aber die Geschichte ist so herzzerreißend, so traurig oder freudig, so spannend oder zart, dass mir prompt das Wasser in die Augen steigt, die Stimme brüchig wird, der Hals eng, so eng, dass es einfach nicht weiter gehen will mit der Leserei.

Dabei ist es doch  beinahe egal, ob ich eine Geschichte der berühmten Schwedin vorlese oder ein Sachbuch über  was auch immer. Denn ich bin auch ergriffen von den Wundern der Natur, den phantstischen Beschreibungen historischer Ereignisse, biblischen Geschichten  oder ganz sachlich einfach nur von genialem Erfindergeist. Ich schlucke und atme schwer, selbst wenn ich ganz profane Dinge erzähle, aber eben solche, die mich berühren – und mich berührt fast alles.  (Es kann gut sein, dass ich,  gleich wenn ich dem Liebsten diesen kleine Blogeintrag vorlesen will, über meine eigenen wenigen Sätze so gerührt bin, dass ich heulen muss…  ist schon mal vorgekommen)

Die Heulerei über das was mich bewegt, ist ein Familienerbe.

Mein Vater – auch er erzählte und las vor –   konnte prima heulen, manchmal fand ich das nicht so passend.   Sein Vater las mir zwar nicht vor, aber  in manchen  Familiengesprächen, deren stille Zeugin ich als Kind noch war, rührten meinen Großvater bestimmte Themen zu Tränen, die Stimme zitterte  und das verdächtiges Glitzern lag in den Augen.  Mein lieber Cousin väterlichseits leidet ebenfalls am „weinenden Erbe“ und auch mein Bruder ist nicht davon verschont. Natürlich haben wir diverse Techniken entwickelt, um die größten Peinlichkeiten zu vermeiden, aber so richtig will zumindest mir das nicht gelingen.

Und darum liest Opa vor.

Opa liest mit  Begeisterung. Voller Lust und Freude.

Und nicht nur den Enkeln oder den Kindern in der Schule ….  manchmal auch mir…. in der blauen Stunde …. wenn  draußen das Licht ganz zart den frühen Abend ankündigt  und  es drinnen ganz heimelig wird….

…. und jetzt muss ich schon wieder heulen….

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 7. September, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, schule - kinder.
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… der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Daran musste ich bei der Einschulung des ersten Enkelkindes denken.

„Auf dem Dorfe“, so sagte schon der für unsere Schule zuständige  Schulrat vor gut 25 Jahren, „ist die Welt noch in Ordnung!“

Und dem ersten Eindruck und äußeren Schein nach zu urteilen, ist das heute wohl auch noch so.

Die Einschulung wird gefeiert,   29 Kinder beginnen den „Ernst des Lebens“  mit ihren Eltern und vielen Verwandten in der gemeinsamen Dorfkirche zweier Dörfer am Rande der großen Stadt. Jeder Platz in der Kirche ist besetzt, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten der i-Männchen sind gekommen, um  die kleinen Schulanfänger bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. Fröhliche und kindgerechte Lieder werden gesungen und der Pastor hält eine wunderbare und bemerkenswerte Predigt für die Kinder – und ein bißchen auch für die Erwachsenen. Um einen Hut geht es in der Predigt, darum, wozu so ein Hut gut ist: Er schützt vor zuviel Sonne, vor Wind, Regen oder Kälte und selbst vor neugierigen Blicken. Das verstehen wirklich alle.  Das Wort „Hut“, erklärt der Pastor weiter, steckt in dem Wort „behütet“. Und das wünscht er den Kindern, behütet zu sein auf ihrem weiteren Weg – nicht einfach nur mit einem Hut, versteht sich, sondern von GOTT selbst, der Hilfe und Schutz sein will in den herausfordernden Situationen des neuen Lebensweges. Ja, das verstehen auch alle…  wenn vielleicht auch nicht jeder Anwesende um diesen Schutz weiß oder gar darum bittet.

Doch der Pastor bittet darum für alle Kinder und die Eltern, Geschwister und Großeltern und legt jedem neuen Schulkind segnend die Hände auf und stellt jedes Kind unter Gottes Segen.  Am Verhalten einiger Erwachsener ist abzulesen, dass ihnen Kirche und Gottesdienst gänzlich fremd sind. Aber auch sie gehören hier in der Kirche ganz selbstverständlich dazu.

„Auf dem Dorf“, denke ich, „geht das noch, ohne dass zuvor darüber debatiert werden muss“ und bin dankbar für diesen wunderbaren segensreichen Einschulungsgottesdienst.

Im Anschluß ziehen wir alle in langer Prozession hinter einem bunt geschmückten Bollerwagen*** her  ins Nachbardorf zur „großen“ Schule, in deren Turnhalle die „Neuen“ von der Schulleiterin und allen Lehrerinnen begrüßt werden und die Viertklässler ein Theaterstück für die neuen  Mitschüler aufführen.  Die 29 Kinder werden auf zwei Klassen verteilt, 17 Kinder bleiben in der „großen“ Schule, für die anderen 12 geht es zurück ins Nachbardorf und in die „kleine“ Schule….  Dort wird das Enkelkind also seine ersten Schuljahre verbringen. Wie schön!

 

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„Auf dem Dorf herrscht doch noch das Paradies“ meinte der ehemalige Schulrat …. und Recht hat er. Zumindest was dieses Dorf angeht und seine kleine Schule mit einer winzig kleinen Schar neuer Grundschüler.   Dankbar bin ich für die Eltern, Lehrer und die politisch Verantwortlichen, die sich für den Erhalt der kleinen Grundschule eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich aus eigener Anschuung und vielen Kämpfen in früheren Jahren weiß.

Im Haus des i-Männchens wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert…  wir  Erwachsenen erinnerten uns an die Einschulung  der Eltern, Onkel und Tanten des neuen Schulkindes… auch damals gab es den Gottesdienst in der Dorfkirche, die Einschulungsfeier in der Aula der Schule… die Aufregung der Kinder… Tränchen der Rührung und des bewußten Abschiednehmens von einem wichtigen Teil der Kindheit ihres Kindes  bei den Eltern…   Lieder und Theaterspiele…..     und  Schultüten!      Waren die damals auch schon so reich gefüllt…?

 

Und die Gedanken gingen zurück in meine eigene Kindheit. Wie war das damals vor 60 Jahren bei meiner Einschulung, waren die Eltern, waren Oma und Opa mit dabei, ich meine, in der Schule? Gab es eine Feier in der Klasse für die neuen i-Männchen – eine Aula oder Turnhalle hatte meine Schule nicht.

Ich weiß es nicht mehr, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass wir in der ersten Schulstunde ein Lied lernten: „Schön ist die Welt, drum Brüder laßt uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt…“

Der Meinige erzählte, dass er der einzige „Knabe“ gewesen sei, der in der einklassigen Dorfschule eingeschult wurde. So vermerkt es jedenfalls die Dorfchronik des kleinen Dorfes, in dem seine Familie damals als Flüchtlinge  Rettung und Unterkunft gefunden hatte.

 

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***Der geschmückte Bollerwagen mit den Schultüten, die von den  Müttern der Schulkinder gebastelt worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich glaube, mein Schwein pfeift…. 2. März, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, integration, islam, migration, schule - kinder, sharia, wahlrecht.
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sagte man früher wenn man seine Fassungslosigkeit oder sein Erstaunen über eine Situation, ein Ereignis oder eine Behauptung ausdrücken wollte.

Und das ist genau das, was ich hiermit tun will!

Allerdings, Schweine pfeifen in der Regel nicht, sie quieken allenfalls, wenn sie sich in Gefahr wähnen…. ich weiß das, der Bauer von gegenüber hat noch  vor etwa  20 bis 25  Jahren regelmäßig in seinem Hof ein oder zwei Schweine geschlachtet… wir konnten das Quieken deutlich hören… und sahen dann das geschäftige Treiben und das Schwein auf der Leiter. Anschließend war Schlachtefest angesagt. Das war damals so üblich auch in unserer Gegend und vermutlich wird es in vielen bäuerlichen Gegenden heute noch so gemacht.

Aber zurück zum Thema: Ich glaube, mein Schwein pfeift!

23 Jahre habe ich als Werk- und Hauswirtschaftslehrerin an Sonder-, respektive Förderschulen  gearbeitet. Die Zubereitung von Gerichten mit Schweinefleisch gehörte ganz selbstverständlich in meinen von den Rahmenrichtlinien gedeckten Unterrichtsplan. In den 6 Jahren vor der 15 Jahre währenden Kinderpause gab es nie auch nur die kleinste Kritik daran, Schweinefleisch zu essen. Es wär an dem damaligen Schulstandort in der Abgeschiedenheit eines nordhessischen Dorfes auch sehr, sehr merkwürdig gewesen, wenn irgendwelche Eltern sich negativ zum Schweinefleisch geäußert hätten.

Bei einem Schlachter machte ich die nähere Bekanntschaft mit dem Handwerk des Schweineschlachtens, betreuten wir Lehrer doch unsere Schüler in den diversen Berufspraktikumsstellen. In aller Herrgottsfrühe fand ich mich beim besten Metzger des Dorfes ein, Meister und Gesellen und auch mein Schüler standen schon bereit. Ein Wagen fuhr vor, 4 oder 5 Schweine, so genau weiß ich es nicht mehr, wurde ausgeladen und vorübergehend in einem kleinen Gehege untergebracht, bis eines nach dem anderen zunächst mit dem Bolzenschußapparat betäubt, dann mit dem Messer abgestochen und den sich anschließenden Arbeitsgängen überlassen wurde… Abbrühen, entfernen der Borsten, abspülen, den Bauch öffnen und alles ausnehmen, was darin befindlich war…  Bis zu diesem Punkt habe ich alles mit angesehen, es war übrigens das erste Mal – und blieb auch das einzige Mal – , dass ich dieser Prozedur beiwohnen konnte. Dann bekam ich einen Schnaps auf meine bestandene „Erstschlachtung“….   das Schwein tat mir zwar ein bisschen leid, aber Wurst, Schinken und Fleisch aß ich auch weiterhin in Maßen und mit Vergnügen.

Nach der Kinderpause – wir lebten bereits im Land mit den meisten Schweinezuchtbetrieben, im schönen Niedersachsen – unterrichtete ich nun mehr ausschließlich das Fach  „Hauswirtschaft“, von den Schüler der Einfachheit halber „Kochen“ genannt. Und das taten sie mit Vergnügen: KOCHEN,  die lästige Ernährungslehre und die unweigerlich notwendigen Abwasch- und Aufräumarbeiten mehr oder weniger  billigend in Kauf nehmend. In den ersten Jahren hatten wir nur zwei oder drei muslimische Schüler an der Schule, die allesamt vollkommen säkular lebten, d.h. irgendwelche zu beachtenden Speisevorschriften gab es nicht. Das änderte sich im Laufe der Zeit. Und ich musste immer häufiger Rücksicht nehmen auf meine muslimischen Schüler. Nicht nur, dass sie kein Schweinefleisch essen durften, es war auch darauf zu achten, dass in Würstchen, die als Geflügelwürstchen ausgewiesen waren, nicht trotzdem Schweinefleisch verarbeitet war, was übrigens sehr oft der Fall ist. Auch das Kleingedruckte auf den Zutatenlisten ist genauestens zu beachten, nicht selten taucht dort der Begriff „Gelatine“ auf, die in aller Regel ebenfalls vom Schwein gewonnen wird. Ich hatte  – und habe es immer noch – viel Verständnis für diese besonderen Bedingungen, denen muslimische Kinder und Jugendliche unterworfen sind.  Ich lernte von meinen Schülern auch, dass es nicht einfach genügt, statt des Schweinefleischs eine Alternative anzubieten, ich musste auch darauf achten, dass die übrigen Lebensmittel für die muslimischen Schüler in einer  getrennten „Küche“ zubereitet wurde. (Mit Küche bezeichneten wir die 4 verschiedenen Küchenzeilen innerhalb der großen Küche, in denen jeweils 2 oder 3 Kinder gemeinsam arbeiteten). Einer meiner Schüler machte mich nämlich eines Tages darauf aufmerksam, dass  Geschirr, Besteck und Küchengeräte auf gar keinen Fall mit „Schwein“ in Berührung kommen dürfe.

In Israel hatte ich vor Ort und bei lieben Freunden das Prinzip der Trennung zwischen „milchigen“ und „fleischigen“  Speisen in Tat und Tun kennen gelernt (per Lektüre war es mir schon bekannt), das ja ebenfalls streng drauf achtet, Milchiges und Fleischiges nicht mit gleichem Geschirr und in gleichen Töpfen zuzubereiten oder anschließend im gleichen Spülbecken zu reinigen.

Ich konnte mich also gut auf diese Bedingungen einlassen.

Ich hätte aber niemals darauf verzichtet, Schweinefleisch zu verarbeiten „nur“ weil meine muslimischen Schüler es nicht essen durften. Es gab immer eine Alternative, wobei ich ehrlicherweise bekennen muss, dass manchmal die Alternative darin bestand, dass die Muslime das  Fleisch einfach nur weglassen und sich deshalb mit den Beilagen begnügen mussten. „Kochen“ in der Schule will ja auch bezahlt sein und oft genug habe ich aus meinem privaten Geldsäckel etwas zugegeben.

Mit der Zeit wurde das Vorgehen ganz normal,  einfach zur  Macht der Gewohnheit, Dinge so oder so zu regeln.

Darum kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, dass sich Mensen an Kitas, Schulen und Unis, in Firmen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen  den Zwang auferlegen, auf Schweinefleisch generell zu verzichten, um Muslimen nicht das gemeinsame Essen schwer oder unmöglich zu machen. Mit etwas gutem Willen lässt sich das doch regeln. So wie es ja in größeren Einrichtungen auch längst Usus ist, täglich ein vegetarisches Gericht anzubieten – und das ist nicht mehr der Milchreis, wie es noch zu meinen Studentenzeiten üblich war. Meine Tochter war immer total begeistert von der Vielfalt der Speisen aus denen sie in ihrer Uni-Mensa auswählen konnte.

Geradezu lächerlich finde ich darum die Erwiderung,  der in ihrer Volkserziehungbessenheit  unverbesserlichen Grünen (und neuerdings auch Mitglieder anderer Parteien),  auf den Vorschlag der CDU in Schleswig-Holstein, Schweinefleisch nicht verpflichtend vom Speiseplan zu entfernen.

So schreibt Frau Göring-Eckardt beispielsweise auf Twitter:

Witzig: fordert Integrationspflicht für Vegetarier. Unsere heißt Mettbrötchen! http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Schweinefleisch-Pflicht-in-oeffentlichen-Kantinen 

 

Das ist so strunzdumm, dass es fast schon wieder amüsant daherkommt, wäre es nicht als typisch grüne Provokation geschrieben.

Mit Sicherheit hat die CDU nicht gefordert, dass Tag für Tag auf jedem Speiseplan jeder Mensa ausschließlich „Schwein“ zu stehen habe…

 

Herr Lindner von den Liberalen gibt sich auch in Ernährungsfragen ganz liberal,  wenn er schreibt:

 

Erst , jetzt . Verrückte Idee:wie wäre es, wenn einfach jeder selbst entscheidet was er isst?CL

 

 

Das Urteil zum Tuch …. 13. März, 2015

Posted by Rika in gesellschaft, Kinder - Famile, migration, schule - kinder.
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mag juristisch völlig richtig  und gut begründet sein, es geht dennoch in die falsche Richtung.

Im Iran, in Afghanistan, in der Türkei vor Erdogan, in vielen Ländern gab es einmal  Zeiten, in denen muslimische  Frauen sich ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit frei bewegen konnten. Erst die rigide Auslegung des Koran unter den Mullahs in Iran, den Taliban in Afgahanistan und die Kehrtwende unter Erdogan in der Türkei zwangen Frauen dort unter die Tücher. (Wobei in  der Türkei „das Kopftuch“ meiner Wahrnehmung nach in großen Städten von prozentual weniger muslimischen Frauen getragen wird als in den größeren Städten hierzulande.

Warum sollen Frauen in unserem aufgeklärten Deutschland aber diesem Zwang ausgesetzt sein – und sage mir niemand, dass es gar keinen Zwang gebe   (Die Schule in Neu-Ulm lässt grüßen aus der Ferne!) Und was ist von den Muslimas zu halten, die das Ding demonstrare ad oculi spazieren führen, nicht weil sie besonders fromm sind, sondern weil sie sich ganz bewusst von der nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft abgrenzen und abwenden wollen. Das alles wird von dem Urteil  aber in Zukunft abgedeckt. Den Preis bezahlen die Mädchen und Frauen, die aus den alten Traditionen ausbrechen wollen und nicht dürfen und denen muslimische, Kopftuch tragende Lehrerinnen künftig als „Vorbild“ vor die Nase gesetzt werden.

Das macht mich fassungslos.

Und noch etwas ärgert mich zutiefst:

Die Ausführung dieses Urteils bleibt doch an den Leuten an der untersten Stelle der Verantwortlichkeit  hängen, an den Schulleitern, die nun auch noch darüber entscheiden müssen, ob der Schulfriede durch eine Kopftuch tragende Lehrerin gestört wird oder nicht.

Ich sehe es schon vor meinem geistigen Auge: Lehrerzimmer einer mittelgroßen Grundschule, 18 Frauen, 3 Männer….  Zwei der Frauen beschließen aufgrund des Urteils, das Kopftuch nun auch außerhalb des „Reli“ zu tragen… 3 Kolleginnen ist das gänzlich egal, 4 sind pikiert, 4 weitere stimmen jubelnd zu und der Rest mag sich nicht äußern, um nicht als rassitisch, islamophob oder unkollegial zu gelten. Die Männer finden Haare zwar auch attraktiver als Tuch, halten aber die Klappe…  Die Zustimmung in der Elternschaft ist dürftig, die Ablehnung größer und das Murren hebt an. Unter den Schülerinnen nimmt das gegenseitige das Mobbing zu…

Nun soll die Schulleitung es richten…. als hätte die nicht schon genug an der Backe!

Nein, dieses Urteil ist zwar (vermutlich)   juristisch einwandfrei, aber pädagogisch vollkommen unsinnig.  Wer aber ist für Schule zuständig?

Richtig, Pädagogen sind es , Lehrerinnen, Lehrer und im besonders günstigen Fall auch  weitere pädagogische Fachkräfte, Sozialpädaginnen*** und Sozialpädagogen, Erzieherinnen, Erzieher.

Ihnen erweist  man mit diesem Urteil einen Bärendienst.

———————————————————————-

***Eine der Klägerinnen ist Sozialpädagogin, in unseren Medien ist aber wieder einmal ungenau berichtend von „zwei Lehrerinnen“ die Rede, wobei ich noch nicht ganz genau nachgelesen habe, ob das Urteil nur für die angestellten Personen gilt (die Klägerinnen waren nicht Beamtinnen) oder für alle im Schuldienst arbeitenden weiblichen Personen.

„Hetz-Parolen an Grundschulen…. 10. März, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, familie, gesellschaft, islam, Kinder - Famile, medien, politik, schule - kinder.
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… Wer das Kreuz malt, kommt in die Hölle“…

ist ein Artikel der „Augsburger Allgemeine“ übertitelt.

Kinder in einer Neu-Ulmer Grundschule haben anlässlich der Anschläge von Paris in einem dazu anberaumten Unterrichtsgespräch mit drastischen Aussagen die Lehrer ihrer Schule (völlig ungeplant und unfreiwillig) geschockt.

Mir geht es hier jedoch nicht um eine weitere kritische Stellungnahme zum Islam, wer hier ab und zu liest, dem ist meine Haltung und Einstellung zu dem Thema bekannt.  Ich möchte das Augenmerk auf ein, wie ich finde,  sehr viel schwerwiegenderes Thema lenken:

Die Verantwortlichkeit der Eltern.

In dem Artikel wird dargelegt, dass die Kinder, die die verstörenden Aussagen über Christen und Juden und den Umgang mit anderen Religionen machten, durch die Imame der Koranschulen indoktriniert seien:

Die Lehrer an der Neu-Ulmer Schule wollen in der Folge wissen, woher die Hass-Sätze stammen, sie haken bei den Schülern nach. Es stellt sich heraus: vor allem aus den Koranschulen, die viele Kinder nach der Schule besuchen. Besonders viele und besonders heftige Aussagen kommen nach Angaben der Rektorin von Schülern, die regelmäßig am Wochenende für mehrere Stunden in einer bestimmten Moschee im Stadtteil Schwaighofen „unterrichtet“ werden….

Damit wird öffentlich den Koranschulen die Verantwortung für die ethisch-moralische Entwicklung der Kinder zugeschustert, die Eltern bleiben damit weitgehend außen vor.

Das finde ich allerdings grotesk! Welches sechs-, sieben- oder achtjährige Kind kommt von sich aus auf die Idee, eine Koranschule zu besuchen? Kinder im Grundschulalter sind zwar neugierig und interessieren sich für alles mögliche, aber ich wage doch sehr entschieden zu bezweifeln, dass die Teilnahme am Koranunterricht in einer Moschee aus eigenem Antrieb erfolgt. Es sind die Eltern, die ihre Kinder dorthin schicken und es sind die Eltern, die ihre Kinder ausgerechnet in einer sehr konservativ ausgerichtete Moschee unterweisen lassen.

Und sind es in aller Regel nicht auch die Eltern, die am ehesten erfahren, was die Kinder gelernt haben? Interessieren sich Mama und Papa nicht dafür, was der Imam gesagt hat? Fragen sie nicht danach, was in der Schule unterrichtet wird?

Ich bin verwundert über diesen Artikel, der die Eltern nur am Rande in der Verantwortung sieht.

Ich habe als Mutter doch jedes Recht und vor allem jede Pflicht, mich darüber zu informieren, was meine Kinder lernen und wenn mir Aussagen von ihnen zu Ohren kommen, die meiner eigenen Vorstellung von Moral, Ethik, sozialem Verhalten oder was auch immer entgegenlaufen, dann bin ich doch in höchstem Maße alarmiert und stelle die Lehrer / Prediger / Pastoren / Jugendleiter oder Erzieher zur Rede und überlasse die religiöse, ethische und soziale Erziehung meiner Kinder nicht länger Leuten, die das Gegenteil von dem erzählen, was mir wichtig ist.

Man kann doch getrost davon ausgehen, dass die Eltern der betroffenen Kinder in Neu-Ulm vollkommen im Einklang sind mit dem, was der Imam ihren Kindern erzählt – und meiner Meinung nach müsste die Schlussfolgerung sein, mit den Eltern in speziell angesetzten Elternabenden über die problematischen Aussagen und Ansichten zu reden. Mit einem Brief an die Eltern, wie er an der betroffenen Schule laut Aussage der Zeitung verschickt wurde, ist es aber nicht getan.

Mir fiel – als ich den Artikel las – auf der Stelle die Geschichte mit  den Steine werfenden „Kindern“ in Hannover anlässlich eines Stadtteilfestes ein. Auch damals fragte ich mich, warum niemand auf die Idee gekommen war, mit den Eltern der Kinder und Jugendlichen zu reden, sie in die Verantwortung zu nehmen.

Kinder schnappen zwar auch außerhalb ihres Elternhauses viel auf von Meinungen und Einstellungen, aber die Basis für ihr Handeln wird zuallererst im Elternhaus gelegt – selbst dadurch, dass Eltern passiv bleiben und ihre Kinder dem „Zeitgeist von draußen“ überlassen. Auch „Nichtstun“  wird in der elterlichen Erziehungspraxis zum  „aktiven Handeln“. Das Vakuum, das durch die mangelnde elterliche Zuwendung und Belehrung entsteht, wird durch andere Leute gefüllt. Und Kinder lernen schnell.

Ich habe seit Jahren ein Beispiel vor Augen:  Meine Tochter hat wunderschöne rote Haare (zwei ihrer drei Brüder übrigens auch). Eines Tages kam sie weinend aus dem Kindergarten, eine ihrer besten Freundinnen hatte zu ihr gesagt, dass rote Haare nicht nur nicht schön, sondern auch ein ausgesprochener Makel seien und in früheren Zeiten Frauen und Mädchen mit roten Haaren als Hexe verbrannt worden seien.

Wie kann ein knapp vier- oder fünfjähriges Kind das wissen, wenn es solche Sätze nicht im Elternhaus oder bei den Großeltern gehört hat?

Mich hat das gleichermaßen nachdenklich wie zornig gemacht, denn ich sah, dass meine kleine Tochter unter diesen Bemerkungen litt! (In Solidarität mit ihr habe ich einen Sommer lang meine blonden Haare rot gefärbt 🙂  )

Es sind wir Eltern, die unseren Kindern die Maßstäbe für ein gutes Miteinander mit auf den Weg geben.

Das gilt auch heute noch, auch wenn die Kinder heute durch die Ganztagsbetreuung in Kitas und Horteinrichtungen stärker als früher „fremden“ Einflüssen ausgesetzt sind.  Eltern (und auch wir Großeltern) haben die Pflicht, genau hinzusehen und achtsam zu sein für das,  was unsere Kinder prägt und mit denen im Gespräch zu sein, denen wir die Erziehung der Kinder in so vielen Stunden des Tages überlassen.

NACHTRAG

Weil Kinder heute weitgehend außerhalb ihres Elternhauses betreut und erzogen werden, ist es umso wichtiger, dass die Menschen, die diese Arbeit leisten, bestens ausgebildet sind und anständig und ihrer verantwortlichen Arbeit gemäß bezahlt werden. Das, die Sache mit der anständigen Bezahlung,  hat sich leider noch nicht in den zuständigen Behörden rumgesprochen, wohingegen sie die gut ausgebildeten  Erzieher und Pädagogen dankend und mit Kusshand annehmen.

Gefühlte Wirklichkeit…. 14. August, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, gesellschaft, meine persönliche presseschau, schule - kinder.
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Das mit den gefühlten Temperaturen gibt es ja schon länger. Das Thermometer misst   -3°C aber wir empfinden es mindestens   -10°C kalt, weil, so wird das Phänomen erklärt, Wind und Luftfeuchtigkeit mit dazu beitragen, die Umgebungstemperatur als kälter wahrzunehmen als sie ist.

Dennoch wird der Wetterbericht immer die tatsächlich gemessene Temperatur mitteilen und allenfalls  die „gefühlte“ als zusätzliche Information mitliefern.

Daran musste ich denken als ich heute in meiner Tageszeitung und in den Online-Medien einen Bericht über die Diskriminierung von jungen Menschen in Schulen, Universitäten und Ausbildungsstätten las.

Ich bin davon überzeugt, dass es diese Diskriminierung tatsächlich gibt, unser menschliches und mitmenschliches Verhalten ist leider von Natur aus nicht einfach nur „gut“, wir alle haben unsere Schattenseiten, Abgründe und weniger angenehme Eigenschaften, die dazu beitragen können, andere Menschen auszugrenzen aufgrund unterschiedlichster Kriterien. Das ist beklagenswert und natürlich ist es eine gesellschaftliche Herausforderung und Aufgabe, diese Ausgrenzungen und Diskriminierungen wahrzunehmen und dagegen anzugehen. Insofern finde ich es absolut richtig, eine Studie aufzulegen, die sich dieses Themas annimmt.

Ich habe die Studie nicht  gelesen, kann also nicht wirklich zu ihr Stellung nehmen. In den Artikeln, die über sie berichten, wird fast einheitlich getitelt:

Viele Migranten fühlen sich diskriminiert

Menschen mit ausländischen Wurzeln, aber auch Behinderte, Schwule und Lesben klagen über Benachteiligungen im Bildungsbereich und im Berufsleben.

Mit Sicherheit geben die Betroffenen Auskunft über ihre „gefühlte“ Situation, mit Sicherheit leiden sie unter der Situation, mit Sicherheit ist es ihr berechtigtes Anliegen, ihre Situation so zu verbessern, dass sie sich nicht mehr diskriminiert „fühlen“ müssen.

Die Frage aber, die sich mir stellt, ist die: Stimmt die eigene Wahrnehmung, diskriminiert zu sein, schlechter behandelt zu werden, ausgegrenzt zu werden, mit den tatsächlichen Bedingungen vor Ort überein? Tut die Gesellschaft – im Bildungssystem wie in den Betrieben und Geschäften –  wirklich zu wenig für diejenigen, die als Migranten, Behinderte, Homosexuelle unter uns leben, um ihnen das Ausgegrenztsein zu ersparen?

Seit meinem Studium vor gut 40 Jahren, als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Selbstwahrnehmung / Fremdwahrnehmung beschäftigte und mir dabei ganz Seifensieder aufgingen hinsichtlich meiner eigenen „Betroffenheit“ bei Gefühlen des Ausgegrenztseins, der Missachtung meiner Person und Bedürfnisse, stelle ich mir immer wieder die Frage: Ist das tatsächlich so, wie ich die Situation wahrnehme und welche Rolle spielen meine eigenen persönlichen Anteile sowohl bei meiner Wahrnehmung als auch bei der Einschätzung der Situation.

Dieses Abklopfen auf die „eigenen Anteile“ war mir immer wichtig in Bezug auf meinen Beruf als Lehrerin und bei der Erziehung unserer vier Kinder, und zwar sowohl hinsichtlich „meiner“ Rolle und Anteile, als auch als Frage an die Schüler und Kinder gerichtet, die mir eine Situation schilderten, in der sie sich falsch oder ungerecht behandelt fühlten oder wenn sie mir über einen Konflikt mit einem anderen Kind / Schüler berichteten und sich über andere beschwerten.

Was ist MEIN, was ist DEIN Anteil an der Situation?

Ist es wirklich so, wie ich oder du es wahrnehme / wahrnimmst?

Welche Erwartungen hege ich, hegst du an deine Mitmenschen, deinen Lehrer, Vater, Chef, die Mutter oder Freundin, an die Bedingungen, mit denen ich, mit denen du leben musst?

Wie sehr bestimmen die Erwartungen die Wahrnehmung der Realität?

Was kann ich, was kannst du  zur Lösung beitragen?

Ich hoffe sehr, dass der Bericht in diesem Sinn abgefasst ist und es nicht nur um eine „gefühlte Wirklichkeit“ geht, die mit der Realität nur bedingt übereinstimmt.

Und natürlich hoffe ich darauf, dass sicherlich vorhandene Missstände aufgedeckt, Konflikte offen benannt und Lösungen erarbeitet werden, die nicht nur die gefühlte, sondern die tatsächliche Situation der Betroffenen spürbar und effektiv verändert …. zum Besseren!

Geld … 24. April, 2009

Posted by Rika in gesellschaft, schule - kinder.
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ein junge wacht morgens auf

neben seinem bett liegt ein geldschein

50 euro

sagt der junge

und auch

dass er daran gemerkt habe

dass er geburtstag hat

er wäscht sich

zieht sich an

frühstückt nichts

wie jeden morgen

allein

–  die mutter schläft noch –

wartet auf das schülertaxi

das ihn zur schule fährt

.

Hey, du hast heute Geburtstag!

Herzlichen Glückwunsch!

.

Mitschüler, Lehrerinnen, Lehrer, alle Mitarbeiter an der Schule gratulieren!

.

manche mütter haben ihre kinder einfach nicht verdient!

Was wird auch diesen Kindern?

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