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Sicher ist sicher – Die ARD und ihre „Informationsstrategie“ …. 22. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, israelkritik, medien, politik, pressefreiheit.
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Hatte ich auch früher immer schon mal das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen durch die – doch eigentlich den Nachrichten verpflichteten –  Fernsehanstalten vorenthalten werden, so ist mein Misstrauen gegenüber der sachlichen und redlichen Berichterstattung „unseres“ öffentlich-rechtlichen Fernsehens ins Unermessliche gestiegen.

Das galt und gilt insbesondere für die Berichterstattung aus und über Israel, die ich als wenig „ausgewogen“ wahrnahm und als defizitär empfand. Warum, so fragte ich mich manchmal,  haben die verantwortlichen Redakteure nicht die gleichen, wenn nicht gar noch ungleich bessere Möglichkeiten als ich, Behauptungen der „Nahostkorrespondenten“ dahingehend zu prüfen, ob und inwieweit Dichtung und Wahrheit zusammen gehen, respektive auseinanderklaffen. Schließlich gibt es ja nicht nur deutschsprachigen Agenturen, und seit es die geniale Errungenschaft namens Internet gibt, kann man sogar als Verbraucher auch ganz neue Quellen anzapfen, beispielsweise kleine Informationsdienste  oder  – und da schwillt wohl manchem Journalisten der eitel-professionelle Kamm – sich die Welt aus der Perspektive eines Bloggers erklären lassen. Für mich waren es erhellende Momente, „die Welt von Beersheva“ aus zu erkunden oder Briefe aus dem lange versunkenen Rungholt zu lesen. Komisch, habe ich manches Mal gedacht, warum greifen die Nahostexperten eigentlich nicht auch hin und wieder auf diese überaus authentischen Quellen zurück, warum muss ich mich ausschließlich von Leuten belehren lassen, die dafür bezahlt werden, eine Nachricht zur vorherrschenden passenden Meinung der Sender abzuliefern, und zwar so abzuliefern, dass ich schon bei den ersten drei Worten weiß, wohin die Reise gehen wird?  Der übliche Sermon, die übliche Schuldzuweisung, der übliche „Hintergrund“- der mir noch dazu als „Wissen“ verkauft wird, die übliche Betroffenheitslyrik, der übliche erhobene moralische Zeigefinger, der ganz normale übliche Wahnsinn halt, gekoppelt an zumindest unterschwellige, meist aber offene propalästinensische Propaganda und ebenso wahrnehmbaren „üblichen“ Antisemitismus, getarnt als „freundliche“ Israelkritik,  oder sogar vollkommen unverschleiert als harscher „Antizionismus“ daher kommend.

Das Gezerre und Geschacher um die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt: Der Hass auf Juden in Europa“  musste mir nicht erst die Augen für seltsame doppelte Standards in der Be-   ich sollte sagen Ver-urteilung Israels öffnen, das Phänomen war mir schon lange klar, es musste mich auch nicht ohne Aufprallschutz damit konfrontieren, dass eine Dokumentation im Sinne des Wortes eben nicht vor allem sachbezogene Informationen zu liefern hat und dem Zuschauer  genug an  Verstand, Denk- und Urteilsvermögen zugestanden wird, sich eine eigene Meinung auf der Basis des Berichteten bilden zu können, auch dieses, als feinsinnige pädagogische Meinungsbildung im Sinne des Senders geübte Verhalten,   hatte ich längst in der Vergangenheit als Problem erkannt.

Nun aber ist es genug!

Das Fass ist über gelaufen.

Was der WDR – als Teil der ARD – sich in Bezug auf die oben genannte Dokumentation geleistet hat, spottet nicht nur jeder Beschreibung oder ist eine Beleidigung für jeden denkenden Zuschauer,  es ist vielmehr ein absoluter Skandal. Ein Skandal, wie der Sender mit seinen Mitarbeitern umgeht und ein noch größerer Skandal, wie dieser Sender mit dem Thema ANTISEMITISMUS  umgeht.

Eine Facebook-Freundin fragte, warum man in der Diskussion, die auf die Ausstrahlung des mit nachträglichen und   delegitimierenden  Untertiteln versehenen Beitrags folgte,  statt über ANTISEMITISMUS zu sprechen, den Film an sich in die Mangel nahm. Ich habe die Diskussion nicht geschaut… ich schaue Talkshows schon lange nicht mehr, weil ich keine Lust verspüre,  manchen Menschen, die sich für gebildet oder besonders klug oder als Experte empfinden mögen, dabei zuszusehen, wie sie ein unverdauliches Zeug zum Besten geben …. vermutlich bestens entlohnt aus dem Gebührentopf, den ich mit meiner Zwangsabgabe Monat für Monat mit füllen muss. Überlegt hatte ich schon, für diese Diskussionsrunde eine Ausnahme zu machen, aber ich traute meinem Fassungsvermögen nicht, besser gesagt, ich befürchtete, vor Entsetzen, Wut oder Zorn dermaßen aus der Haut zu fahren, dass ich mich anschließend meiner selbst schämen müsste…  Der Liebste  nämlich  verfolgte die Debatte  und saß mit mir im Zimmer unseres kleinen Feriendomizils und ihm wollte ich meinen (möglichen) Tobsuchtsanfall nicht  zumuten.  (Er nahm auf meine Befindlichkeit Rücksicht und setzte Kopfhörer auf…) Dafür „sah“ ich die Runde und verfolgte  die Kommentare, die im Netz sofort aufkamen und  saß so gewissermaßen in der zweiten oder dritten Reihe   oder ganz oben auf der Galerie, auf der man in der Oper zwar noch etwas einigermaßen gut sehen, aber außer der  begleitenden Musik kaum noch etwas verstehen kann (jedenfalls im Hannover’schen Opernhaus ist das so. 😉  )

Eine seltsam anmutende Situation, nicht wahr, die aber auch irgendwie dem Irrwitz entsprach, dem zu folgen ich mich außerstande sah.

Heute nun, wieder hier zu Hause mit ordentlichem Internetzugang,  die Nachlese via Internet. Viele Kommentare, viele Meinungen, viele, sehr viele Beiträge…

Ich will sie nicht alle im Einzelnen nennen… das wäre auch ein Tage füllendes Arbeitspensum.

Nur eine sehr bemerkenswerte Information aus dem Hause des WDR will ich hier wiedergeben, macht sie doch deutlich, wie unglaublich skandalös und irrsinnig das Vorgehen des Senders ist. Es handelt sich um die Fragen, die der  WDR kurz auf knapp den Filmemachern,  Joachim Schroeder und Sophie Hafner,   unterbreitete, um sie ganz offensichtlich des unseriösen Arbeitens zu überführen, und um die Antworten der beiden Autoren.

Ich kopiere sie in Gänze, denn sicher ist sicher  – und wer weiß, ob es sich der WDR nicht schnell wieder anders überlegt und seine schöne Dokumentation der eigenen Schande aus dem Netz nimmt.

Hier ist sie …. aber doch nur in Auszügen…. es ist nämlich ein sehr langes trauriges Kapitel, der besseren Lesbarkeit wegen habe ich die vom WDR beanstandeten Stellen und die Fragen dazu rot-braun unterlegt

 

„Offene Fragen zur Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden
in Europa“
 00:14:52
Sein Mausoleum wurde übrigens von der EU mit über 1,5 Millionen mitfinanziert.
 Wir bitten um Quellen und Belege für diese Information

Arafat Museum (kostete $ 7 Million) und das Grab/Mausoleum sind ein zusammengehörender
Komplex
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/1426/A_Visiting_Program_for_the_Martyrs
%E2%80%99_Families_to_Yasser_Arafat_Museum
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/601/The_Mausoleum
Die Yasser Arafat Foundation unterhält das Mausoleum und das Museum und wurde mit 1,5
Millionen Euro EU-Geldern mitfinanziert.
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/541/The_Foundation
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.1-5-millionen-von-eu-fuer-museum-palaestinenserhuldigen-arafat.535456f4-adcb-4ff6-8b21-3299cbca8aae.html

….

 00:28:52
Diese großen Organisationen finanzieren hunderte von kleinen NGOs, teils unter
palästinensischer, teils unter israelischer Leitung. Die Dichte an NGOs vor Ort
wird als überproportional angesehen. Aus Israel operieren 398 politische NGOs,
diese Zahlen sind bekannt. Die Zahl an NGOs in der Westbank und in Gaza weiß
niemand genau, laut Spiegel von 2012 sind es über tausend mit Sitz in Ramallah.
 Wir bitten darum, uns den Artikel aus dem Spiegel 2012 zur Verfügung zu
stellen
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/party-feeling-im-krisengebiet-disco-ramallah-a-
806718.html
Hier wird gesagt:
„Mehr als tausend Nichtregierungsorganisationen tummeln sich nach Schätzungen des
proisraelischen Jerusalemer Thinktanks „NGO-Monitor“ im Westjordanland. Und das auf 5655
Quadratkilometern, einer Fläche nicht einmal ein Viertel von Rheinland-Pfalz. Das NGO-MappingProject
von 2007 listet in seiner Statistik 1196 NGO, die meisten haben ihr Büro in Ramallah.

 

…….

 00:29:21
Ein paar Infos zu EAPPI? Leider nein. EAPPI veröffentlicht das Budget nicht. Wir
wissen, das World Council of Churches finanziert die Tochter EAPPI mit und wird
von der Organisation „NGO- Monitor“, als einer der Haupt-Unterstützer von
Boykott-Kampagnen eingeschätzt. Das Budget wird von EAPPI zum Teil weiter
verteilt, zum Beispiel an „Frauen für Frieden“, sie organisieren damit Israel
Boycott Kampagne n. EAPPI beteiligt sich auch an der weltweiten Israel
Apartheidweek. Eine beliebte Propaganda vieler NGOs: Israel betreibe
Rassentrennung wie ehemals Südafrika. Oder auch: Israel tötet palästinensische
Kinder aus Rachsucht. Und das neueste Gerücht von EAPPI für SIE: Israelis
legen nachträglich Messer neben tote Palästinenser.
 Nach unseren Informationen gibt es einen Finanzbericht des World Council of
Churches für das Jahr 2015. Haben Sie dies in Ihren Recherchen
berücksichtigt?

Den WSSCC_Financial_Report_2015_forweb.pdf haben wir berücksichtigt.
Naftali Balanson, NGO MONITOR:
„Basically, EAPPI itself does not publish financial information on its website or in its other
documents. A check of the EAPPI website confirms this.“
Auch die website von EAPPI haben wir dahingehend untersucht und sind zu dem gleichen Ergebnis
gekommen.
Naftali Balanson, NGO MONITOR:
„However, since Richard Mann’s last exchange with you, our researchers have uncovered documents
from WCC that we previously had not seen. The Activities Appendix of WCC’s annual financial reports
(2016 version can be downloaded here:
https://www.oikoumene.org/en/resources/documents/other/wcc-financial-report-2016-activitiesappendix,
pages 10-11) does detail EAPPI program funding and expenditures.
That being said, we have found other information from some of EAPPI’s government funders that
*appears* to contradict what WCC lists. We are still studying this issue, but will not have definitive
answer in the near future.
Bottom line, the statement in the video is correct (EAPPI does not provide financial details), but its
parent body (WCC) does.
The WCC financial reports do not mention EAPPI. Their „Activities Appendix“ does. Both in 2015 and
2016. In 2016, the amount is around 1.5 million CHF.“
Auf der nächsten Seite ein Auszug aus dem WSSCC_Financial_Report_2015_forweb.pdf von 2015.
Es werden keine Zahlen zu EAPPI genannt.   …  …

Welche Quellen und Belege gibt es für die Einschätzung, dass EAPPI HauptUnterstützer
von Boykott-Kampagnen sei? Welche Belege liegen Ihnen für
eine institutionelle Unterstützung der Boykotte oder der Apartheidweek vor?
Wir bitten darum, uns die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu
stellen.

Die Quelle ist im Text benannt: „und wird von der Organisation „NGO- Monitor“, als einer der
Haupt-Unterstützer von Boykott-Kampagnen eingeschätzt.“
Hier der Link zur Seite (von 2017) NGO Monitor:
http://www.ngomonitor.org/ngos/ecumenical_accompaniment_programme_in_palestine_and_israel_eappi_/
Beispiele:
„EAPPI rhetoric includes accusations of “apartheid,” “collective punishment,” “war crimes,” and
“Bantustans”; supporting a Palestinian “right of return”; and promoting the Kairos Palestine
document that calls for BDS against Israel, denies the Jewish historical connection to Israel in
theological terms, and rationalizes, justifies, and trivializes terrorism, calling it “legal resistance.”“
„EAPPI is a partner for the South Africa Team for “Israeli Apartheid Week,” which is “made up of 25
members stretched across South Africa.”“

Bitte sehen Sie auf den nächsten Seiten die Untersuchung von NGO Monitor

……

Ist EAPPI mit den Vorwürfen konfrontiert worden? Wenn ja, bitten wir um
Belege für die Anfrage, inklusive Kenntlichmachung, zu welchem Zeitpunkt
und von wem die Stellungnahme eingefordert worden ist und wie EAPPI sich
dazu verhalten hat.

Der Versuch unseres zuarbeitenden Kollegen und Journalisten Natan Jessen ab Anfang Juni 2016 in
Tel Aviv einen Mitarbeiter von EAPPI vor die Kamera zu bekommen – was ihm scheinbar am 16. Juli
auch gelang. Sehen Sie seinen Text wie folgt:
——– Nachricht ——–
Von: Norbert Jessen
An: Joachim Schröder
„EAPPI hat eine auf der Webseite angegebene Adresse im Büro-Jerusalem mit Telefon
Nummer. Dort antworten nur sporadisch zwei weibliche Stimmen, die immer erst auf
Anfrage bestätigen, dass es sich eine EAPPI Niederlassung handelt. Und dann an den
World Council of Churches weiterleiten, die einen dann an EAPPI zurücksenden. Eine
Leiterin (seinerzeit?) namens Jacquards Hollander soll es auch gegeben haben. Die Dame
war aber ständig 1. außer Hauses, 2. außer Landes. Nach wochenlangen (so weit ich mich
erinnere, war es über einem Monat) Versuchen, gab dann eine der weiblichen Stimmen zu
verstehen, dass es außer Ms. Hollander noch eine Person gebe, die für EAPPI sprechen
könne. Vor malerischer Kulisse vor dem Ölberg, erste Frage meinerseits an diese Person –
dabei stellt sich heraus, dass er gar nicht von EAPPI ist (was er on camera zugibt!),
sondern der Gatte der weiblichen Stimme. (…) Ein Versuch vor etwa zwei Wochen beim
World Council of Churches persönlich vorzusprechen scheiterte. Auch das Klingeln an der
Türe blieb unbeantwortet“

Wir bitten darum, Ihre Quelle für die Propaganda-Vorwürfe vorzulegen, nach
denen die Information gestreut werde, dass Kinder aus Rachsucht getötet
werden sollen und dass Messer neben tote Palästinenser gelegt werden. Bitte
belegen Sie das Gerücht als solches und die Verbindung zu EAPPI.

So sagte es eine Mitarbeiterin von EAPPI, Hannah Griffiths, auf einer Veranstaltung „Tales from the
West Bank: Life Under Occupation“ in London 2016:
„In a public May 2016 event held in London, an EAPPI activist included antisemitic comments,
referring to the”Jewish lobby” in America, accused Israel of planting knives beside the bodies of
Palestinian terrorists, and promoted BDS and other forms of demonization“ (NGO-MONITOR)
An finnischen Universitäten, zusammen mit Finn Church Aid , sprachen Vertreter von EAPPI 2014
von Diskriminierung und dem „vindictively persecuting“ von palästinensischen Kindern von Seiten
Israels.
Quellen:
http://www.ngomonitor.org/ngos/ecumenical_accompaniment_programme_in_palestine_and_israel_eappi_/)
https://www.thejc.com/news/uk-news/church-group-that-sends-volunteers-to-the-west-bank-towitness-life-under-occupation-1.57656

….

….

00:30:11 O-Ton Edelgard Meyer zu Utrup
Ja, das ist eine ganz große Belastung, sich zu sagen, eigentlich tun die was
Ähnliches, was ihnen selbst widerfahren ist, durch dieses Hineinsteigern in die
Opferpsyche. Wenn man so durch die Familie geprägt ist, dann sitzt da schon ein
Schuldgefühl. Man hat sich einfach das Opfer-Sein tief in der Seele eingegraben
oder eingraven lassen, das wird ja auch vielleicht bei dieser Generation jetzt
instrumentalisiert…es tut mir bitter leid, auch für die Israelis, wir sind keine, die
gegen Israel hetzen, wir gönnen ihnen ihren Staat, aber wir möchten nicht, dass
sie an ihrem eigenen Ast derart energisch sägen wie sie es tun.
 Was war das Thema des Interviews und welche Frage wurde zu dieser
Antwort gestellt? Gibt der O-Ton die komplette Antwort wieder? Wenn nein
bitten wir um ein Transkript der vollständigen Antwort im Kontext der
konkreten Frage.

Die Themen des Interviews u.a.:
– Die Arbeit von EAPPI
– Dass EAPPI sich „leider“ noch nicht an Boykottkampagnen beteilige.
Zitat, Edelgard Meyer zu Utrup:
„ Unsere Organisation kann dazu noch nicht verstehen, zu meinem Bedauern. Wir fordern aber
natürlich eine Kennzeichnung der Waren, die auf Westjordanland-Gebiet produziert sind von Israeli.
(…) Also das mit dem Boykott kann ich nicht wirklich – ich kann es persönlich gut verstehen, aber
unsere Organisation zieht da noch nicht 100 % mit“
– Kinder in israelischer Kriegshaft
– Der zweite Teil des IVs dreht sich um ihre Motivation für EAPPI zu arbeiten.
Statement davor:
Frage: „Wenn ich noch eine private Frage stellen darf, wie kommt es, dass sie sich so sehr für den
Nahostkonflikt interessieren?“
Antwort: „Ich habe jahrzehntelang geschlafen: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, wo man
einfach nicht – gottesfroh war, dass Juden eine Heimstadt bekommen haben und wo man nicht
realisiert hat, dass in diesem Land (zeigt auf Karte hinter sich) hundert, fünfhundert Dörfer alleine
sind bei der – im Moment der – Unabhängigkeitserklärung sind in den Jahren ’47 und ’48
niedergemacht worden. Wir haben nicht realisiert, dass dieser Streifen am Mittelmeer, ein
fruchtbares Land, das ja natürlich besiedelt war und nicht wie man uns hat glauben gemacht, ein
leeres Land gewesen sei. Da habe ich mich so geschämt, als ich das so in den 70er Jahren endlich
realisiert habe, dass ich mich dazu verdonnert habe richtig hinzusehen, nachdem ich so lange nicht
hingeguckt habe.“

 

00:30:56
Zwischen 2013 und 2015 überweisen sie über 800.000 Euro an B’Tselem, eine
israelische NGO, die Israel Apartheid und Nazi-Methoden vorwirft. Ein
hochrangiger Mitarbeiter sagt dem Journalisten Tuvia Tenenbom ins Gesicht:
Dass der Holocaus eine Lüge und zudem eine Erfindung der Juden gewesen sei.
 Wir bitten um den Quellennachweis für die 800.000 Euro

An dieser ist vor 2 Wochen der Text und das Logo im Bild geändert worden. Die Passage bezieht sich
nun auf Brot für die Welt und die Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst (2012) und geht
nach wie vor wie oben zitiert weiter.
Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst überweist 2013 – 2015
618.862 NIS (2015) + NIS 1,927,198 (2014) + NIS 810,425 (2013)
3.356.485 NIS = 846.109,55 €
an B’tselem.
Quelle:
http://www.ngo-monitor.org/funder/bread_for_the_world_eed/

 Wir bitten um Quellenangabe zu dem Vorwurf, dass B’Tselem Israel Apartheid
und Nazi-Methoden vorwerfe, und die entsprechenden Unterlagen.

NGO MONITOR auf ihrer Website zu B’tselem:
Apartheid:
Accuses Israel of “apartheid,” perpetrating “war crimes,” “beating and abus[ing]” Palestinians,
“demolition of [Palestinian] houses as punishment,” and forced “deportations.”
Former CEO Jessica Montell has said: “I think the word apartheid is useful for mobilizing people
because of its emotional power. In some cases, the situation in the West Bank is worse than
apartheid in South Africa.”
Nazi-methods:
In April 2010, staff member and NGO activist Lizi Sagie resigned after the organization came under
pressure for statements made on her personal blog, including: “The IDF Memorial Day is a
pornographic circus of glorifying grief and silencing voices,” “Israel is committing Humanity’s worst
atrocities…Israel is proving its devotion to Nazi values…Israel exploits the Holocaust to reap
international benefits.”
Sehen Sie hier:
http://www.ngo-monitor.org/ngos/b_tselem/
Sehen Sie zudem diese Recherche zum Thema Arpartheids-Vorwurf des Weiteren:
http://www.btselem.org/press_releases/20040809
„The Forbidden Road Regime in the West Bank – An Apartheid Practice“
„By unlawfully discriminating against Palestinians based on their national origin, the Forbidden
Roads Regime is reminiscent of the apartheid system that existed in South Africa. The regime
violates fundamental principles of international law that are binding on the State of Israel.“
Apartheid- und Nazimethoden:
Alexander Feuerherdt:
„Auch die israelische NGO «B’Tselem» sollte äusserst kritisch gesehen werden. Sie verunglimpft
Israel als «Apartheidstaat» und hat ihm in der Vergangenheit auch vorgeworfen, Nazimethoden
anzuwenden. Unlängst geriet die Vereinigung in die Kritik, weil einer ihrer Aktivisten dem
amerikanisch-israelischen Publizisten Tuvia Tenenbom vor laufender Kamera sagte, der Holocaust
sei «eine Lüge» und «eine Erfindung der Juden». «B’Tselem» dementierte die Äusserung zunächst,
dann erfolgte eine halbherzige Distanzierung und schliesslich die Ankündigung, sich von dem
Mitarbeiter zu trennen.

 

Wir bitten um Quellenangabe für die angebliche Aussage des zitierten
Mitarbeiters, der Holocaust sei eine Erfindung der Juden gewesen

Es handelt sich um den Mitarbeiter Atef Abu Roub .
– Das ist die Aussage in dem IV von Tuvia Tenenbom.
– Quelle:

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/50/israel-tuvia-tenenbom-allein-unter-juden
– Tuvia Tenenbom „Allein unter Juden“, suhrkamp, Nov. 2014
http://freebeacon.com/issues/btselem-apologizes-over-holocaust-denying-staffer/
https://www.algemeiner.com/2014/10/05/israeli-human-rights-group-btselem-admits-holocaustdenier-in-ranks-video/
http://www.audiatur-online.ch/2014/10/14/von-links-ins-aus/
Ulrich W. Sahm:
„Mit der Glaubwürdigkeit kämpft auch die Menschenrechtsorganisation B‘tselem. Der bekannte
Autor Tuvia Tenenbom hatte unter dem Deckmantel, deutscher Journalist zu sein, vom
palästinensischen Mitarbeiter von B‘tselem, Atef Abu Roub, in einem gefilmten Interview erfahren,
dass der Holocaust an 6 Millionen Juden „eine Lüge“ sei. B‘tselem dementierte, einen
Holocaustleugner zu beschäftigen. Erst Wochen später wies B‘tselem auf seiner hebräischen
Homepage die Behauptung von Abu Roub „mit Abscheu“ zurück. B‘tselem hatte 2009 die UNO mit
vielen Angaben über Menschenrechtsverletzungen beliefert, die ungeprüft in den „GoldstoneReport“
aufgenommen worden sind. Zahlreiche Angaben erwiesen sich als falsch. Das war mit ein
Grund, weshalb sich Richard Goldstone von seinem eigenen Report distanzierte.

00:32:30
Seriösen Schätzungen zufolge überweisen die EU, europäische Regierungen,
europäische Kirchen sowie von der EU mitfinanzierte UN-Organisationen jährlich
100 Millionen Euro Steuergelder an politisc he NGOs, die überwiegend
israelfeindliche Kampagnen betreiben. Deutschlands Anteil daran – ca. 10
Millionen Euro jährlich. Wieviel die ungezählten NGOs in palästinensischen
Gebieten bekommen, weiß niemand genau.
 Wir bitten darum, uns die Belege für die Einschätzung, es handele sich um
NGOs, die „überwiegend israelfeindliche Kampagnen“ betreiben, zur
Verfügung zu stellen.

Zitat Naftali Balanson (NGO Monitor):
——– Nachricht ——–Betreff: Re:
Datum: Thu, 15 Jun 2017 11:50:21 +0300
Von: Naftali Balanson
An: Joachim Schroeder
„NGO Monitor follows hundreds of European-funded Israeli, Palestinian, and European NGOs that
are, to varying degrees active in political campaigns that target the State of Israel. For the dozens of
Israeli, Palestinian, and some of the European groups, most of which claim to promote human rights,
hostile political advocacy against Israel is their primary, if not exclusive focus. Even the European
NGOs with a more international agenda, when it comes to Israel they engage in political warfare,
including calls for boycotts and sanctions.“
Quote von Richard Mann (NGO Monitor)

….

….

Bitte geben Sie Auskunft über das Bildmaterial: um welche Veranstaltung(en)
handelt es sich (Ort und Datum)?

Veranstaltung: Nuit Debout
Ort: Place de la République, Paris und Demonstrationen von Nuit Debout um den Place de la
République, Paris.
Datum: Zwischen dem 28.05.16 und dem 30.05.16


 01:15:24
Einblendung: Paris, 13. November 2015 / Paris, 13 novembre 2015
Im Rahmen der Terroroffensive kommen im Konzerthaus Bataclan 90 Menschen
ums Leben, hunderte werden verletzt. Die ehemaligen Besitzer waren kurz zuvor
nach Israel ausgewandert. Jahrelang hatten sie hier Spenden-Galas für Israel
organisiert. Seit 2008 wurden die jüdischen Inhaber massiv bedroht. 2011 entging
das Bataclan nur knapp einem geplanten Anschlag.
Internationale Ermittlungen führten rechtzeitig zur Festnahme der Attentäter.
 Das Bataclan wird hier in einer Reihung verschiedener tatsächlicher
Anschläge mit eindeutig antisemitischem Hintergrund aufgeführt.
Bitte legen Sie uns hier Belege und Quellen vor, die zu der Bewertung führen,
es habe sich um antisemitischen Terror gehandelt?

Zum Anschlag auf das Bataclan möchten wir unter anderem auf eine Recherche von Alexander
Feuerherdt hinweisen:
Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag
Auf den Artikel in der taz:
http://www.taz.de/!5251354/
Sowie:
http://www.juedische-allgemeine.de/index.php/article/view/

01:19:47
„Palästina: Kommt ausgerüstet, mit Mörsern, Feuerlöschern, Knüppeln, Kommt
zahlreich: Wir nehmen uns das Judenviertel von Sarcelles vor“, steht in einem der
vielen Aufrufe.
Über 3.000 Demonstranten kommen. Molotow-Cocktails fliegen gegen die
Synagoge. Polizisten verhindern die Stürmung. Die Menge schreit: „Tod den
Juden“, „Hitler hatte recht“. Die gewalttätige Meute plündert eine von Juden
geführte Apotheke und einen koscheren Supermarkt, beide werden in Brand
gesteckt. Die Polizei spricht von einer „Pariser Intifada“.

 Bitte stellen Sie uns die Quelle/Belege zur Verfügung, aus denen sich ableiten
lässt, dass 3.000 Demonstranten vor Ort waren.

https://www.bayernkurier.de/ausland/1141-franzosen-die-frankreich-verabscheuen/

 

 

Soweit in Auszügen das Frage- und Antwort-Tribunal, das der WDR veranstaltet hat….

 

Möge jeder denkende Mensch seine eigenen Schlüsse daraus ziehen

 

Gut zu lesen ist auch diese Einordnung….:

Der WDR-Faktencheck zur Antisemitismus-Doku im Faktencheck

 

 

 

 

 

Vor langer Zeit… 18. Juni, 2017

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, hamas, israelkritik, medien, politik, presse.
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als der Islam noch nicht als zu Deutschland gehörend ein allgegenwärtiges Reizthema  und „Antisemitismus“ in Wort und Tat geächtet war, konnte man in einem  Bericht des Deutschlandfunks das Folgende  lesen, das ich ungekürzt   einstelle, verbunden mit der Frage: Was ist seither in Deutschland geschehen, dass eine Dokumentation bei ARTE, die sich explizit des Themas  „Antisemitismus“  annimmt, nicht gezeigt werden darf.

(Bekanntlich hatte BILD den Film für 24 Stunden oneline gestellt, so dass sich der WDR, der die Produktion betreut hatte, nun genötigt sieht, sie doch auszustrahlen, allerdings nicht ohne den Hinweis, dass über formale Mängel und Ungenauigkeiten im Anschlu an die Ausstrahlung des Films bei und mit Maischberger diskutiert werden wird.)

Hier nun der Text:

Judenhass im Namen Allahs?

Islamismus und Antisemitismus in Deutschland

Die Sprache der Internetseite <em>cihadnet.com</em> ist türkisch. „Schuld sind Amerika und seine Sponsoren“ steht auf einem Button. Ein Klick – und man empfängt dynamisch-martialische Trommelmusik. Dazu öffnen sich in rhythmischem Wechsel Bilder. Sie zeigen Kriegsopfer, vermutlich aus dem Irak und aus Palästina. – Verletzte, Frauen und Kinder, Fliehende, Gefangene. Der Bilderwechsel wird unterbrochen von Kopien kleiner Markenembleme: Coca-Cola, Marlboro, Macdonalds, Mobil Oil, Milka. „Das sind Schweine, die man nicht mästen soll“, rät eine Textsequenz. Eine andere schärft dem Leser ein, derartige Waren nicht zu konsumieren, weil sie als Bombe zurückkehren könnten.

Von Dorothea Jung

 Metin Kaplan, türkischer Islamistenführer (AP)
Metin Kaplan, türkischer Islamistenführer (AP)

 

 

Ein Klick weiter – die Gesichter von George Bush und Ariel Sharon. Beide mit Rotstift fett durchgestrichen. „Kafir“- Ungläubiger – hat jemand darüber gekritzelt. Während hinter den Köpfen von Bush und Sharon ein Maschinengewehr heraufzieht, brennt gegenüber der Davidstern in der US-Flagge und führt zu einer Boykottliste, auf der Firmen verzeichnet sind, die angeblich Israel unterstützen. Dann erscheint eine Koransure:

Bekämpfet sie! Allah wird sie strafen durch eure Hände und sie mit Schmach bedecken. Er wird euch Sieg über sie verleihen und wird heilen die Herzen eines gläubigen Volks! 

Dass man über die Homepage der türkischen Gotteskrieger zu den Webseiten von Hizbollah, Hamas und Al Quaida gelangt, wundert dann kaum noch. Wie unter einem Brennglas verdichtet zeigt diese Internet-Seite, mit welchen Versatzstücken Islamisten ihre antisemitische Ideologie ausrüsten: 

 

Sie präsentieren antijüdische Standpunkte als die einzig richtige Antwort auf Israels Verhalten im Palästina-Konflikt.
Sie legitimieren ihre Aufrufe zur Gewalt mit dem Koran.
Sie beschimpfen die Juden als Schweine oder Affen.
Sie bezeichnen die USA als Unterstützer einer jüdischen Weltverschwörung.

Wer glaubt, dass derartige antisemitische Stereotypen sich wohl auf einer Internetseite türkischer Islamisten finden lassen, aber nicht in der bundesdeutschen Wirklichkeit, der täuscht sich. Nach Auffassung von Verfassungsschützer Herbert Landolin Müller ist auch in Deutschland die Kritik an Israel ein Eingangstor zu antisemitischen Ressentiments. „Islamisten in der Bundesrepublik verkleiden ihren Antisemitismus häufig als Antizionismus“, sagt der Islamwissenschaftler:

Jetzt gibt es natürlich den Bereich, und das merken manche deutsche Kritiker gar nicht, wie hier die Grenzen verschwinden zwischen einer berechtigten Kritik an einer Regierung in Israel und deren Verhalten gegenüber Palästinensern – und an dem Verbreiten von Ressentiments, die sich auf den Juden im Allgemeinen beziehen – er ist falsch, er ist habgierig, er fühlt sich als das auserwählte Volk. Wo also hier diese Kritik an einem nationalistischen Projekt fließend übergeht in uns sattsam bekannte Vorurteile und Thesen, die von einer jüdischen Weltverschwörung wissen wollen.

Berlin, im April 2002. Durch die Innenstadt zieht eine große Palästina-Solidaritätsdemonstration. Die Polizei hat eine Reihe von Spruchbändern und Plakaten konfisziert, die sie für antisemitisch hielt. Doch arabische Schlachtrufe unterbindet sie nicht. Denn die Polizei versteht kein arabisch. Und so artikulieren sich die fanatisierten Glaubenskrieger der Hamas ungehindert auf den Straßen der Deutschen Hauptstadt.

Mancher Schlachtruf rechtfertigt den Judenhass mit Hilfe der historisch verbürgten Feldzüge des Propheten Mohammed gegen jüdische Stämme – zum Beispiel in der Oase Chaibar – die von der Hamas zum Triumph-Ort über die Juden hochstilisiert wird. 

„Die Hamas soll ihre Revolution vollenden“, rufen die Demonstranten. „Die Hamas soll, wie einst Mohammed in Chaibar, die Juden vernichten. Mohammed wird zurückkehren und siegen“, skandieren sie. Ein junges Mädchen – kein Kopftuch und höchstens 18 Jahre alt – trägt ein Plakat mit Fotomontagen.

Eine Demonstrantin auf der Palästina-Demonstration:

Das ist ein Schimpanse, der stellt Sharon dar, mit einem Foto von Sharon und dem Körper von einem Schimpansen. Und darunter ist Bush, der ihn umarmt. Auch Schimpanse. Und da stand eigentlich: Wer ist die Weltmacht? Und das musste ich wegen dem Polizisten wegmachen.

Dieses Plakat, das Ariel Sharon als großen Affen zeigt, der auf seinem Arm den kleinen Affen George Bush trägt, vereint westliche und islamistische Stereotypen des Antisemitismus. So die Islamismusexpertin Claudia Dantschke vom Berliner Zentrum für Demokratische Kultur. Sie weist auf das Größenverhältnis der beiden Figuren hin.

Es ist der große Affe Ariel Sharon, der für die Juden steht, es ist der kleine Affe in den Armen des großen Affen George Bush, der für die USA steht, dahinter verbirgt sich das klassische, europäische antisemitische Stereotyp der jüdischen Weltverschwörung. Damit wird gesagt, dass die Juden faktisch in Amerika alles lenken und leiten, und sie bestimmen auch die Weltpolitik in Form einer jüdischen Unterwanderung der USA. Und dadurch, dass beide Personen als Affen dargestellt werden, kommt hier noch gleichzeitig ein im islamischen Kontext verbreitetes religiöses antisemitisches Stereotyp zum Ausdruck. 

„In aller Regel begründen Islamisten die Verhöhnung der Juden als Affen mit dem Koran“, sagt der Islamwissenschaftler Herbert Landolin Müller vom Verfassungsschutz in Baden Württemberg:

 

An diversen Koran-Stellen muss man eben zur Kenntnis nehmen, dass bei Juden allgemein von verachteten oder von verworfenen Affen die Rede ist, also eine quasi Enthumanisierung der Juden im allgemeinen, begründet aus der Differenz zwischen Mohammed und jüdischen Stämmen in der damaligen Urgemeinde in Medina, und an diesen, an diesen Antihaltungen knüpft dann dieser religiöser Antijudaismus an.

 

Im Anschluss an die Pro-Palästina-Demonstration versammelt sich eine kleine Gruppe muslimischer Jugendlicher und schreit laut: „Wir wollen keine Judenschweine“. Wer den Antisemitismus im islamistischen Kontext erforscht wie Claudia Dantschke, erkennt bei derartigen Schlachtrufen nicht nur die judenfeindliche Hetzrede, sondern auch eine darüber hinaus gehende kulturelle Erniedrigung:

Wenn man sich die Welt anschaut, wo Menschen mit jüdischem Hintergrund, mit muslimischen Hintergrund leben, wo das Schwein eine ganz klare abwertende Konnotation hat, das heißt: Schweinefleisch ist im Judentum und im Islam verboten zu essen. Es gibt also ein kollektives Ekelempfinden gegenüber Schwein, selbst bei denen, die inzwischen nicht mehr religiös sind. All diese Sachen werden geweckt, und insofern kann man das Ganze dann als klassisch antisemitischen Stereotyp vor diesem kulturellen Hintergrund werten.

Die Polizei schreitet nicht gegen die Skandierer ein. Kein Passant regt sich auf. Darin zeigt sich für Annetta Kahane, dass der Antisemitismus muslimischer Extremisten in die Mehrheitsgesellschaft hineinwirkt. Annetta Kahane ist Vorsitzende der Amadeou-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert – und sie ist Mitglied der jüdischen Gemeinde in Berlin. 

Ich war ja auf dieser Demonstration. Da sind Slogans gesagt worden jenseits des Korankontextes, also die wirklich direkt antisemitisch waren, die sich keine NPD-Demo in diesem Land hätte trauen dürfen, das wäre sofort aufgelöst worden von der Polizei. Und das hat mich auch damals sehr getroffen, und mich hat auch sehr getroffen, dass alle, die an dieser Demonstration teilgenommen haben, um sie zu teilen, um die Slogans zu teilen, sich daran nicht gestoßen haben.

Berlin, 30. November 2002. Al Quds-Tag, der Tag zur Befreiung Jerusalems. Seit Jahren nutzen Islamisten den letzten Freitag im Fastenmonat Ramadan, um, wie es in einem Aufruf heißt, an die grausamen Verbrechen des Zionismus zu erinnern. Idee: Ayatollah Chomeni. Ausführende: Hizbollah-Anhänger und Verteidiger der iranischen Mullah-Diktatur. Auf Plakaten Fotos erschossener Kinder. Nach Angaben der Veranstalter ermordet von israelischen Soldaten.

„Allah ist groß! Sieg für den Islam! Tod für Israel! Krieg, Krieg bis zum Sieg! Einmarsch, Einmarsch nach Jerusalem!“ skandieren die Demonstranten.

Juliane Wetzel, Historikerin am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, macht darauf aufmerksam, dass diese Betonung von „Kindermord“ und „Blut-Fließen“ Assoziationen weckt mit einem antisemitischen Stereotyp aus dem europäischen christlichen Mittelalter, dem des Ritualmordes:

Es geht um die, das Jahrhunderte alte Stereotyp des Christuskindes, das eben ermordet wird von den Juden, um das Blut zu bekommen, um die Matze zu backen. Wobei man inzwischen sagen muss, dass es auch in den arabischen Ländern eine andere Konnotation gibt, nämlich die, dass jetzt arabische Kinder dafür ermordet werden. Ein Film vom syrischen Fernsehen zeigt also wirklich in grausamster Weise die Ermordung eines Jungen, der richtig geschächtet wird, und das Blut spritzt. Es sind drastische Bilder. Und gerade diese religiös motivierten, mit Hass erfüllten Stereotypen kommen auch in den arabischen Ländern zunehmend zum Tragen.

Und werden von Hasspredigern zumindest assoziativ genutzt, um in Medien, weltweit im Internet oder in ihren Gemeinden die Judenfeindschaft anzufachen. Und wenn dann auch noch die Familien undiskutiert und unhinterfragt antisemitisches Gedankengut pflegen, ist es vor allem für jugendliche Muslime gefährlich, meint Claudia Dantschke:

Jugendliche, die in so einem Kontext groß werden, eventuell hier noch im Milieu leben ohne eigene Perspektiven, beruflich, sozial; wo also ein gewisser Frust sich aufbaut, da wirken diese Feindbilder in einer Form, dass sie dann in dem Moment, wo vor ihnen ein sichtbar erkennbarer Jude steht, auch aggressiv werden können. 

Ein Milieu, das antisemitische Feindbilder auf verschiedenen Ebenen in die Köpfe der Jugendlichen transportiert, wirkt sich auch auf junge Muslime aus, die nicht unbedingt den Islamisten zuzurechnen sind. Der Berliner Rabbiner Walther Rothschild hat es im Januar 2001 erlebt:

Spät abends, ein paar Jungs. Als ich vorbeilaufen wollte, habe ich etwas gesagt, dann sind sie auf mich gekommen, einer hat gefragt: „Sind Sie jüdisch?“ ich sag: „Ja, natürlich.“ Er sagte: „Ich hasse alle Juden!“ Ich fragte, wie viele Juden er denn kenne. Dann hat er meinen Hut vom Kopf genommen, ich wollte ihn zurückholen – kam aus dem Nirgendwo SPLAPP eine Faust ins Auge. Und dann: Vorbei. Später hat die Polizei die Leute gefasst. Ein Libanese, ein Iraker und ein Türke, wenn ich recht erinnere. Für mich war die Frage: Wieso dieser Satz „Ich hasse alle Juden!“? Das haben die sicher nicht im Kinderkanal gelernt.

Der Hass kommt aus arabischen und türkischen Internetseiten, aus Fernsehprogrammen, die über Satellit zu empfangen sind, aus Zeitungen, die es hier am Kiosk gibt, von konventionellen Buchläden und von den Büchertischen in den Moscheen. Herbert Landolin Müller beobachtet dabei eine Tendenz zur Vermischung von antisemitischen Spielarten aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Man fände beispielsweise in zahlreichen arabischen Buchläden Ausgaben von Hitlers Mein Kampf oder die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion – ein antisemitischer Urtext, eine Fälschung, die die angebliche jüdische Weltverschwörung belegen sollte. Und in türkischen oder arabischen Zeitungen vielfach antisemitische Karikaturen, die an die Hitlerzeit erinnern. Herbert Landolin Müller:

Diese Karikaturen haben Sie auch, wenn Sie die eine oder andere – normale – in Anführungszeichen Tageszeitung in der arabisch islamischen Welt aufschlagen, dann sehen Sie dieses Erbe des Herrn Streicher, also ich vergleiche hier mit dem Blatt „Der Stürmer“, dann können Sie im Grunde tagtäglich neue Varianten dieses, dieser Darstellung des Juden nachvollziehen.

Entscheidend für die Implementierung antisemitischer Stereotype in die muslimischen Gemeinden in Deutschland sind die Schriften der geistigen Vordenker und religiösen Oberhäupter. Da wäre zum Beispiel Hassan al-Banna, der 1928 in Ägypten die Muslimbruderschaft gegründet hat. Seine Publikationen kann man sich von vielen Internetseiten herunterladen. Al-Bannas Texte radikalisierten unter anderem seinen Landsmann Sayid Qutb, dessen auch ins Deutsche übersetzte Pamphlete Herbert Landolin Müller zufolge von Islamisten in Deutschland ebenfalls geschätzt werden:

Bei diesem Mann muss man eben feststellen, er hat also nicht nur einen Korankommentar geschrieben. Der Mann hat auch ein Buch geschriebenUnser Kampf mit den Juden, und hier legt er im Grunde alles dar, was man im Grunde genommen in „Mein Kampf“ auch finden könnte.

Dem Ineinandergreifen von antisemitischen Spielarten aus unterschiedlichen Kulturkreisen fügte im Jahre 1993 der deutsche Konvertit Andreas Abu Bakr Rieger ein einprägsames Kapitel bei. Rieger biederte sich bei einer Tagung der islamistischen Kaplanbewegung als Gesinnungsgenosse an. Und wurde stürmisch gefeiert. 

Takbir, Allahu Akbar. Wir haben heute hier sehr viele Kämpfer gesehen; das hat uns sehr viel Mut gemacht. Wie die Türken haben wir Deutschen in der Geschichte schon oft für ’ne gute Sache gekämpft; obwohl ich zugeben muss, dass meine Großväter bei unserem gemeinsamen Hauptfeind nicht ganz gründlich waren. 

Abu Bakr Rieger ist heute der Herausgeber der Islamischen Zeitung, IZ. Das Medium versteht sich als Brücke zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, ist professionell gemacht und im Stil moderat. Mag sein, dass Rieger heute diesen Auftritt bereut, aber zu einem Interview mit dem Deutschlandfunk war er nicht bereit. Auch nachdem er direkt konfrontiert wurde mit einer Beschreibung seines Auftritts bei den Kaplan-Jüngern, die auf der Internet-Seite „www Sicherheit – heute Punkt de“ veröffentlicht wurde, konnte er sich zu einer deutlichen Distanzierung nicht durchringen. Er schrieb:

Bei den hier genannten und von Ihnen benutzten Anwürfen aus dem „Sicherheitsbereich“ beunruhigt mich auch die unterschwellige Bereitschaft der Autoren, uns in einem Atemzug mit Hitler, Bin Laden, Massenmord oder Holocaust zu nennen, da nur so die gewünschte öffentliche Aufmerksamkeit erzwungen werden kann. Ansonsten ergeben sich meine langjährigen Positionen, unsere absolute Gesprächsbereitschaft oder Haltungen aus der Islamischen Zeitung und meiner eigenen Webseite. 

Wenn alles so eindeutig ist, bleibt zu fragen, warum sich der Herausgeber der Islamischen Zeitung dann nicht unmissverständlich von seiner antisemitischen Äußerung distanziert. Auch macht stutzig, dass er auf einer Internetseite als Redner einer Konferenz in Pretoria im Oktober 2003 annonciert und dort als weltweiter Führer der islamistischen Murabitun Bewegung bezeichnet wird. Diese Kalifats-Bewegung wird Herbert Landolin Müller zufolge von einem Scheich namens Abdelqadir al Sufi geführt:

Das Hauptwerk des Scheich Abdel Kader Al Sufi ist im Grunde eine Ablehnung der parlamentarischen Demokratie, an einer Stelle steht ganz deutlich, dass er sie ablehnt, weil sie jüdisch sei, die Banken sind für ihn auch jüdisch, Papiergeld ist im Grunde Teil des großen Verschwörungskonzeptes. Dagegen müsste man eine Goldwährung setzen und hier praktisch die Welt vom jüdischen Zins und den Banken, Zugriff der Banken und der Börsen zu entziehen. 

Für Müller drängt sich der Eindruck auf, dass es bei der Islamischen Zeitung eine Art doppelter Präsentationsebene gibt: eine für die deutsche Öffentlichkeit und eine andere nach innen gegenüber den muslimischen Gesinnungsgenossen. Die eine ist liberal, und die andere schert sich nicht um westliche Werte. Ähnliches vermuten Islamismusexperten bei zahlreichen muslimischen Gruppierungen in der Bundesrepublik. So sind in den Gemeinden der größten islamistischen Organisation in Deutschland, nämlich der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, die Schriften des Adnan Oktar alias Harun Yahya weit verbreitet. Dieser Autor war einst Apologet der sogenannten Holocaustlüge und ist jetzt auf antisemitische Ideen von jüdischer Freimaurerei und Weltverschwörung umgestiegen. Claudia Dantschkle:

Die Bücher des Harun Yahya, Dutzende von Büchern sind sehr stark verbreitet in Milli-Görüs-Moscheen. Das habe ich selbst erlebt. Das habe ich auch von muslimischen Türken, die in Milli-Görüs-Moscheen verkehren, immer wieder betont und gesagt bekommen. Ich habe es auch erlebt auf in Milli-Görüs-Einrichtungen stattfindenden islamischen Buchwochen, wo das gesamte Kompendium der Bücher des Harun Yahya zu erwerben sind. 

Doch die neue Führungsspitze von Milli Görüs weiß, dass die deutsche Öffentlichkeit beim Thema Antisemitismus sensibel reagiert. Sie versucht in jüngster Zeit, Zeugnisse plakativer Judenfeindschaft aus ihren Reihen zu verbannen. So wurden die Harun-Yahya-Bücher aus dem offiziellen Milli-Görüs-Buchkatalog entfernt. Dennoch tauchen Zweifel an einem Richtungswechsel auf. Zum Beispiel auf einer Anhörung zum Thema Islamismus vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages in dieser Woche. Dort outete sich der als Experte geladene Professor Werner Schiffauer von der Europa-Universität Viadrina als Fürsprecher der neuen Milli-Görüs-Führung. Er meinte, sein positives Urteil mit dem Hinweis untermauern zu können, dass Milli Görüs doch dem „Islamic Council of Fetwa-Research“ beigetreten sei; einer Institution, in der islamische Rechtsgelehrte nach neuen Lösungen für Muslime in Europa suchen. Der Journalist Ahmed Senyurt, der im Ausschuss ebenfalls als Experte befragt wurde, konterte:

Der Chef dieses ‚European Fatwa Research‘ ist Dr. Yussuf Quaradawi. Dr. Yussuf Quaradawi ist jener Scheich, der momentan maßgeblich die Interpretation des Islam in der arabischen, wie auch in der westlichen Welt bestimmt, in dem er Selbstmordattentate legitimiert! Er rechtfertigt religiös motivierte Gewalt gegen andere. Und jener Dr. Yussuf Quaradawi ist einer der einflussreichsten islamischen Gelehrten dieser Welt! 

Die im Innenausschuss des Deutschen Bundestages befragten Experten haben die Abgeordneten darauf hingewiesen, dass antisemitische Ressentiments bei islamistischen Gruppierungen in Deutschland verbreitet sind. In ihrem Abschlussstatement kündigte die Vorsitzende des Ausschusses, Staatssekretärin Cornelie Sonntag-Wolgast an, diesem Thema zukünftig besondere Aufmerksamkeit zu schenken.““

 

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So weit der vom Deutschlandfunk veröffentlichte Beitrag, gefunden habe ich ihn eher zufällig bei Wiki zum Thema Al Quds-Tag,  im Quellenverzeichnis unter der Nr. 14  „Judenhass im Namen Allahs“.

Ich will hier keinen weiteren Kommentar abgeben, da der Text für sich spricht.

Ich möchte allerdings in Bezug auf die umstrittene Dokumentation auf folgende Texte verweisen, die andere Blogger eingestellt haben:

(mehr …)

Aus dem Netz gefischt: Christenverfolgung nicht dramatisieren… 30. Mai, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, terrorismus.
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Es war Kirchentag…

Treffen evangelischer Christen….

C H R I S T E N

Christen werden verfolgt …. drangsaliert …. entrechtet …. misshandelt … getötet….

Wir lesen darüber immer wieder  in einigen wenigen Medien, denn nicht alle Journalisten halten das für berichtenswert.

 

Da spricht ein Bischof ein „wahres Bischofswort“:

 

 

Bild könnte enthalten: 1 Person, Text

Bischof (von altgriechisch ἐπίσκοπος epískopos ‚Aufseher‘, ‚Hüter‘, ‚Schützer‘)…“ Quelle

Und statt einer Zurechtweisung durch seine bischöflichen Kollegen….   Schweigen!

 

Da bleibt einem armen Christenmenschen das Wort im Halse stecken, weswegen es hier auch keine weiteren Aussagen von mir  gibt, nur noch der Hinweis auf den Fundort

und den Blick auf   diesen Text….

 

Der Fairness halber auch diese Einordnung des bischöflichen Wortes, die zwar nachvollziehbar ist, aber sicher nur für einen sehr geringen Teil der unter  Verfolgung leidenden Christen zutrifft.

 

Damit er mir nicht verlustig geht…. der Text der Käßmann’schen Bibelarbeit nämlich 30. Mai, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Eine Bibelarbeit der ehemaligen Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann hat Irritationen und heftige Kritik auf diversen Seiten ausgelöst.

Ich war in Berlin nicht dabei, kann also keinen Ohrenbericht liefern.

Aber in Zeiten in denen Kirchentage in der veröffentlichten „Mitteilung“ eher Parteitagen der Grünen gleichen, als einem von Gottes Geist bewegten Christentreffen, macht es für mich schon Sinn, genau hinzuhören und hinzusehen was wer gesagt hat, zumal, wenn „wer“ ein so prominenter Mensch ist wie Frau Käßmann.  (Vermutlich gab es unendlich viele spirituelle Angebote von Bibelarbeiten und Gebetstreffen, nur finden und fanden die leider gar keinen Weg in die Veröffentlichung, so dass  bei einem Nicht-Teilnehmer, der nur auf die Berichte in den Medien angewiesen ist, leicht das „Parteitagsfeeling“ entstehen kann.)

Ich hatte Schwierigkeiten eine irgendwie autorisierte Fassung dessen, was Frau Käßmann gesagt haben sollte, zu bekommen. Im Netz kursierten vielerlei Mutmaßungen. Aber zum Glück hat die Landeskirche Hannover nicht nur das Redemanuskript der vorgesehenen  Bibelarbeit eingestellt – denn das war es, was Frau Käßmann eigentlich „machte“, sie hielt eine Bibelarbeit zu einem sehr bekannten Text aus dem Lukasevangelium (Kapitel 1, 39 – 56,  Maria und Elisabeth begegnen sich, zwei Frauen, die sich jeweils mit einer nicht für möglich gehaltenen Schwangerschaft konfrontiert sehen)  -, sondern hat darüber hinaus auch die im ursprünglichen Text nicht vorhandene und wohl auch nicht vorgesehene  Passage in Käßmanns Bibelarbeit über  einen Auszug aus dem vermeintlichen Wahlprogramm der AfD protokolliert und veröffentlicht. Frau Käßmann ist ja für ihre Spontaneität bekannt und dafür, dass sie durchaus sehr deutliche Worte findet – man erinnere sich nur an ihr „Nichts ist gut in Afghanistan“, oder ihren Vorschlag, waffenlos mit Taliban und Terroristen zu verhandeln....  So wird sie wohl einer blitzartigen Eingebung folgend den Bezug zu AfD und „braunem Wind“ im Zusammenhang mit der Auslegung des Lukastextes hergestellt haben.

Warum sie nun aber so heftig darauf insistiert, „falsch“ zitiert und wieder gegeben worden zu sein,  entzieht sich meiner Kenntnis und ich habe wenig Lust, mich an weiteren Spekulationen zur Käßmann’schen Rhetorik zu beteiligen und will hier auch nicht weiter dazu Stellung nehmen mit Ausnahme der von mir bei Facebook getroffenen Aussage, dass eine Bibelarbeit eine Bibelarbeit sein sollte und kein politisches Manifest, und dass ich mir erlaube, meine eigenen Schlüsse aus einem Text zu ziehen und ich es mir verbitte, von vornherein auf eine einzige Interpretation oder Auslegung festgenagelt zu werden. Ich kann und will selber darüber nachdenken und entscheiden, welche Relevanz ein biblischer Text für mein Leben hat. Dazu bedarf es nicht der politischen Belehrungen durch eine ehemalige Bischöfin, die eine „Bibelarbeit“ hält….

Damit er mir aber nicht verlustig geht, hier nun der komplette Text, wie ihn die Landeskirche Hannover eingestellt hat.

(Aus der Erfahrung heraus, dass manche Links im Laufe der Zeit gelöscht werden und Texte dann nicht mehr auffindbar sind, auf die ich mich bezogen habe, die Komplettversion und nicht nur der Link zum Text. 😉  )

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2017/05/2017_05_26_2

Der Text  Landeskirche Hannover (es fällt auf, dass der folgende  Satz nicht in allen Veröffentlichungen vorkommt.  „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“       Mir ist allerdings nicht bekannt, warum das so ist.  (Die Hervorhebung des Satzes im nachfolgenden Text ist von mir.)

Berlin. Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat in einer Bibelarbeit auf dem Kirchentag in Berlin die AfD angegriffen. Die Forderung der rechtspopulistischen Partei nach einer höheren Geburtenrate der „einheimischen“ Bevölkerung entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten: Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht„, kritisierte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter tosendem Beifall.

Käßmann verwies darauf, dass selbst sie als mehrfache Großmutter bereits türkischstämmige Mitschüler gehabt habe. Diese seien mittlerweile deutsche Eltern von deutschen Kindern.

Die evangelische Theologin nahm den Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium über den Besuch der mit Jesus schwangeren Maria bei der mit Johannes dem Täufer schwangeren Elisabeth auch als Beleg für den Wandel der Rolle der Frau. „In nur einem einzigen biblischen Kapitel gibt es hier zwei Reden von Frauen! Das ist mehr, als mancher Theologenkongress heute zu bieten hat“, rief Käßmann aus. Marias Rede über den Sturz der Mächtigen und die Erhöhung der Niedrigen sei geradezu ein „Revolutionslied“.

Sie halte Frauen allerdings nicht für die besseren Menschen, sagte Käßmann. Das machten die „Hetztiraden von Alice Weidel oder Marine le Pen“ deutlich. Sie rief Männer und Frauen gleichermaßen auf, „widerständig zu sein gegen Rassismus, Sexismus, Hetze gegenüber den Schwachen“.

Den christlichen Glauben nannte die einstige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine „Ermutigung zum Handeln in der Welt“. Wer danach lebe, könne sich „nicht hineinschläfern lassen in die Verantwortungslosigkeit“, äußerte sich Käßmann überzeugt.

Wegen des großen Publikumsandrangs war Käßmanns Bibelarbeit kurzfristig in eine größere Messehalle verlegt worden. Der 5.000 Menschen fassende „CityCube“ war bis auf den letzten Platz besetzt.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

 
 
 

AUSZUG AUS DER BIBELARBEIT VON DR. KÄSSMANN IM WORTLAUT

[…] „Bei uns gibt es diese ständige Beurteilung: Wann ist der richtige Zeitpunkt, was ist die richtige Familienkonstellation?

Im Wahlprogramm der AfD für dieses Jahr ist das sehr klar. Da heißt es: „Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in Deutschland zunehmend verloren.“1 Erste Frage: Stimmt das?

Weiter: „Die zunehmende Übernahme der Erziehungsaufgabe durch staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen, die Umsetzung des ‚Gender-Mainstreaming‘-Projekts und die generelle Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertgebende gesellschaftliche Grundeinheit.“2 Zweite Frage: Was ist denn das für ein Vorwurf, wen soll der treffen?

Und weiter: „Den demografischen Fehlentwicklungen in Deutschland muss entgegengewirkt werden. Die volkswirtschaftlich nicht tragfähige und konfliktträchtige Masseneinwanderung ist dafür kein geeignetes Mittel. Vielmehr muss mittels einer aktivierenden Familienpolitik eine höhere Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung als mittel- und langfristig einzig tragfähige Lösung erreicht werden.“3 Keine Frage mehr, jetzt ist es klar. Frauen sollen Kinder bekommen, wenn sie „biodeutsch“ sind. Das ist eine neue rechte Definition von einheimisch gemäß dem so genannten kleinen Arierparagraphen der Nationalsozialisten: zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht. So einfach klein und eng können selbst die Neonazis sich die Welt im Jahr 2017 nicht malen.

Ich bin mehrfache Großmutter, aber schon ich bin mit Kindern von Einwanderern aus Anatolien in die Schule gegangen, die einen deutschen Pass haben. Ich denke an Fehim, der hat Abitur gemacht, er und seine Frau Ayse sind Deutsche, haben drei Kinder, die studiert haben und sind Großeltern demnach biodeutscher Kinder. […]“

1 Wahlprogramm der AfD 2017, Langfassung S.41
2 Ebd.
3 Ebd.

epd/ekd.de

Zum Text der Bibelarbeit von Margot Käßmann

 
 

Warum, Herr Steinmeier? 11. Mai, 2017

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", fatah, gesellschaft, hamas, israel, politik, presse, terrorismus, zweistaatenlösung.
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Warum ausgerechnet eine Kranzniederlegung an Arafats Grab?

Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen, Herr Bundespräsident Steinmeier?

Ehrung für einen großen Staatsmann, Menschenfreund, Friedensbringer?

Was um alles in der Welt hat Sie und Ihre Berater dazu bewogen, ausgerechnet nach dem desaströsen Besuch des Herrn Außenminister Gabriel in Israel nun einen neuerlichen Anlauf zu nehmen, Israel und die Israelis zu brüskieren?

Sicher, damals, Anfang der 90er Jahre, vor einer gefühlten Ewigkeit lag eine Aufbruchsstimmung in der Luft, Frieden schien möglich zwischen den bis dahin durch Terrorakte gegen Israel  berühmt-berüchtigten Arabern (unter Arafats ideologischer und taktischer Führung) und den Israelis und ihrem Ministerpräsidenten Rabin. Das Abkommen von Oslo schien die Türen für einen Frieden weit geöffnet zu haben. Der Nobelpreis an die beiden israelischen Politiker, Rabin und Peres und an Arafat schien das zu besiegeln.Und natürlich war es auch ein sehr bewegendes Zeichen, als Arafat der Witwe des durch den Mordanschlag eines jüdischen Extremisten getöteten Rabin einen Kondolenzbesuch abstattete.

Es war, wie wir heute wissen, nur ein Zeichen für die westliche Welt, ein abgekartetes Täuschungsmanöver, das dazu diente, die wahren Ziele zu verschleiern.

Nichts hat sich seither geändert in den Beziehungen zwischen den „Palästinenser“ genannten Gegnern des jüdischen Staates und Israel. Im Gegenteil. Die Schrecken der sogenannten „Al Aqsa-Intifada“ sind doch noch nicht vergessen, so wenig wie der immer währende Terror, der von Gaza aus gegen Israel geführt wird oder der der vielen (kleinen) Attentate gegen israelische Bürger durch „Palästinenser“. Ungebrochen gilt die Charta der Hamas, die zwar in neuer „scheinmoderater“  Sprache daher kommt, aber nach wie vor an der Vernichtung des Staates Israel fest hält. Nichts hat sich geändert am „Friedenswillen“ der palästinensischen  Führung in Ramallah, die zwar wortreich und blumig ihren großen inneren Drang zum  Frieden unterstreicht, aber gleichzeitig die Attentäter auf jüdische Zivilisten mit hohen Renten belohnt, Schulen nach sogenannten Märtyrern, sprich Selbstmordattentätern in Israel benennt, die viele zivile Opfer auf ihrer „Habenseite“ verbuchen,  und die in den arabisch-sprachigen Medien dazu aufruft, im Kampf gegen die „Besatzung“ nicht nachzulassen, wobei nach „palästinensischer“ Lesart  nicht etwa die umstrittenen Gebiete von Samaria und Judäa gemeint sind, wie man den naiven Westler glauben lässt, sondern eben das gesamt Gebiet „vom Meer bis zum Fluss“, also ganz Israel inbegriffen.

Aber zurück zu der Frage:

Warum ehren Sie, Herr Dr. Steinmeier ausgerechnet in diesen Tagen Yassir Arafat, einen der größten Verbrecherführer im Nahen Osten.

Haben Sie denn nie davon gehört? Haben Ihre Berater sich denn nicht informiert?

Es waren vor allem die von Jassir Arafat geführte Fatah und die PFLP (Volksfront für die Befreiung Palästinas), die den Terror ins Ausland verlagerten und so mehr Publizität und politischen Einfluss erreichten, als sie mit Anschlägen gegen den erklärten Feind – den Staat Israel – jemals gewinnen konnten.
„Zwischen 1968 und 1980“, so der amerikanische Terrorismusforscher Bruce Hoffman, seien palästinensischen Gruppen „für mehr internationale Terrorakte verantwortlich“ gewesen „als jede andere Bewegung“. Darüber hinaus gelang ihnen der Aufbau des ersten internationalen Terrornetzwerks, das von der japanischen Roten Armee über die katholische IRA, die Fraktionen des deutschen Linksterrorismus und den Terrorsöldner Carlos bis hin zur Geheimarmee für die Befreiung Armeniens (Asala) reichte.

Quelle: Spiegel

Nun mögen einige Menschen einwenden, dass sei „vor Oslo“ gewesen und somit sei durch die Oslo-Verträge eine andere, friedlichere Seite Arafats zum Tragen gekommen. Weit gefehlt.  Aus dem veröffentlichten Terminkalender geht hervor, dass Sie auch an den Gräbern Rabins und Peres‘ einen Kranz in Ehrerbietung niedergelegt haben. War es das Anliegen  mit dieser Geste den Oslo-Prozess in Erinnerung zu rufen?  Aber  Oslo ist gescheitert.

Denn zu keiner Zeit hat Arafat das Ziel aus den Augen verloren, den Staat Israel zu zermürben und zu vernichten. In allen seinen Ansprachen an „sein Volk“ geht es um dieses große Ziel. Ein mögliches Abkommen mit Israel, ja selbst die auch von der deutschen Regierung so viel beschworene „Zweistaatenlösung“ wird immer und von allen arabisch-muslimisch-„palästinensischen“  Akteuren als „Zwischenschritt“ zur endgültigen Lösung  angesehen und auch so kommuniziert,  der vollständigen Übernahme aller „palästinensischen Gebiete“ nämlich zwischen Mittelmeer und Jordan.

Camp David, Madrid, Roadmap….  alle Zusammentreffen galten  nur dazu, dem Westen Sand in die Augen zu streuen, auf alle Verhandlungen folgte das NEIN der „palästinensischen“ Führung mit Hinweis auf den einzig möglichen Schuldigen: Israel.

Selbst die Räumung Gazas hat an der negativen Haltung der Linken in Deutschland und selbst bei den maßgeblichen Vertretern Ihrer Partei nichts geändert. Für Sie und Ihre ideologischen Genossen ist nach wie vor einzig Israel in der Pflicht, Zugeständnisse für einen Frieden zu machen, der aber doch immer mehr zu eine Utopie geworden ist. Die Hamas hält an Ihrer Charta ebenso fest wie Sie an dem unentwegten Mantra, die Siedlungen seien das Friedenshindernis. Israel, das müssten doch sogar Sie begreifen, hat die Räumung Gazas einen nahezu unentwegten Beschuss durch Raketen der Hamas eingebracht.

Doch nicht nur der Terror gegen Israel hat vielfältige Formen angenommen, vielfältig und ins Unermessliche gesteigert ist auch die gegen Israel gerichtete Propaganda, sowohl arabisch-palästinensischer Politiker und Medien, wie auch die der Sympathisanten der „Palästinenser“ hier in Deutschland. In den Straßen Berlins dürfen anlässlich des Al-Quds Tages militante Araber, Türken, „Deutsch-Palästinenser“ und ewig-gestrige Linke wie Rechte ungestraft zur Vernichtung Israels aufrufen und dabei Parolen brüllen, die denen des Stürmer und der Nationalsozialisten im Dritten Reich in nichts nachstehen. Polizei? Staatsanwalt? Prozess?

Die UNO gibt der Forderung muslimischer Staaten nach und erklärt der Tempelberg in Jerusalem habe keinerlei Bezug zu Juden und Judentum… Der Protest noch unter Ihrer Zeit als Außenminister war, gemessen an Ihren Forderungen an Israel, wie eine sanfte  Fata Morgana… er fand praktisch nicht statt.

Aber wissen Sie es denn wirklich nicht besser, Herr Dr. Steinmeier?

Haben Sie denn in all den Jahren nichts, aber auch gar nichts dazu gelernt?

Ist es Ihnen nie in den Sinn gekommen, die palästinensische Führung mit Nachdruck dazu auf zu fordern, endlich und endgültig Israel als jüdischen Staat anzuerkennen?

Wie kommt es, dass sie immer noch an uralt linken Anti-Positionen in Bezug auf Israel festhalten und sich sogar nicht entblöden, als höchster Repräsentant Deutschlands einen Kranz an Arafats Grab nieder zu legen.

Mir fehlt dafür jedes Verständnis.

Und ich sage sehr deutlich, Sie, Herr Bundespräsident, handeln nicht in meinem Namen.

Ich verzichte darauf, hier alle Links einzustellen, die mühelos belegen können, welch Geistes Kind Arafat ist. Es reicht, wenn Sie, Herr Präsident,  sich vor ihm verbeugen, ich gebe ihm nicht die Ehre meiner Aufmerksamkeit und die meiner Leserinnen und Leser.

Stattdessen empfehle ich zur Lektüre diesen Text, den ich bei facebook entdeckt habe.

Diesen Auszug daraus:

Wenn Frank-Walter Steinmeier demonstrieren wollte, an wessen Seite das von ihm repräsentierte Deutschland steht, dann ist ihm das gelungen: Mit Yassir Arafat ehrte er einen Menschen, der ein Friedensstifter hätte sein können, bis an sein Lebensende aber noch jede Konfliktlösung vehement hintertrieb, die »Palästinenser« so um einen unabhängigen Staat brachte und um Milliarden betrog.

Und indem er sich »ehren« ließ mit einem Empfang durch »Soldaten«, die Terroristen, an deren Händen das Blut zahlreicher Juden klebt, als ihre »Kameraden« betrachten, als »Kämpfer« gar für »Freiheit und Frieden« und als »Märtyrer«, verriet Frank-Walter Steinmeier anschaulich, was von vielfach beschworenen zivilisatorischen Grundwerten bleibt, überläßt man sie nur seinesgleichen.

Quelle

Sie, Herr Steinmeier, haben mir in Ihrem überaus kritisch-politischen  Verhalten gegenüber  Israel, bei gleichzeitiger Duldung der arabischen  wie iranisch-muslimischen Vernichtungsdrohungen gegen den jüdischen Staat schlussendlich  klar gemacht, dass Sie weder als Diplomat noch als Präsident dieses Landes  Ehre verdient haben, nicht einmal die, die Sie dem Mörder und Terroristen Arafat zukommen ließen.

Meine Achtung vor Ihrer Amtsführung haben Sie endgültig verloren.

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Was mich aber fast ebenso verstört wie die Kranzniederlegung als solche ist die Tatsache, dass in den deutschen Medien darüber so berichtet wird, als sei es die größte Selbstverständlichkeit der Welt. Nicht eine kritische Silbe in den MSM.

Mag sich jemand die Welle der Empörung vorstellen, wenn ein ranghoher Politiker eines „befreundeten“ Landes ausgerechnet am Grab von Erich Mielke im stummen Gedenken die Ehrung vollzieht…. oder die Gräber der RAF besucht, um den Kampf der linken Genossen gegen die bürgerliche Gesellschaft der BRD zu würdigen ….  von möglichen Nazi-Kultmalen ganz zu schweigen.

Sollte diese tiefe mediale Ruhe  ein Zeichen für die allgemeine Zustimmung zu Israelbashing und Judenhass sein, fein verkleidet in „Kritik unter Freunden“ und Händchen halten mit den „Verfolgten“?

Von der Kanzlerin natürlich auch kein Wort.

Fremde Feder: Kinderkram? 28. April, 2017

Posted by Rika in aktuell.
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In Ergänzung zu meinem Blogbeitrag über die vollkommen undiplomatische Aktion des Sigmar Gabriel in Israel:

abseits vom mainstream - heplev

Benjamin Netanyahu hat ein Treffen mit Bundesaußenminister Gabriel abgesagt, weil dieser sich unbedingt mit – so hallt es aus unsere Medien – „Menschenrechtsgruppen“ treffen will, „die Israels Siedlungspolitik kritisieren“.

So kann man es natürlich auch ausdrücken. Vor allem kann man die Zusammenhänge außen vor lassen. Und man kann, wie Gabriel auch, Entscheidendes ausblenden oder weglassen.

Erst einmal zur Berichterstattung. In unserem Lokalradio wie auch im WDR hieß es in den Nachrichten (und der weiteren „Berichterstattung“, Netanyahu habe wegen Gabriels Treffen mit „Menschenrechtsgruppen, die Israels Siedlungspolitik kritisieren“ mit der Absage des Termins mit dem Deutschen gedroht. Im WDR heißt es noch „linke Menschenrechtsgruppen“ – und damit ist klar, dass sie die guten sind, denn Netanyahu ist bekannt rechts und damit auf der falschen Seite.

Unsere herzallerliebste Moderatorin des Lokalradios meinte kommentieren zu müssen, dass Netanyahu sich wie ein kleines Kind verhalte – und machte die entsprechenden Geräusche dazu. Der WDR wurde…

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So blöd kann selbst der Sigi nicht sein… 26. April, 2017

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber-"palästinenser", fatah, freunde, gesellschaft, hamas, israel, meine persönliche presseschau, politik, terrorismus.
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Man stelle sich vor, man sei neu in ein Amt gewählt worden und wolle nun seine Antrittsbesuche machen, um sich als neuer Amtsträger zu präsentieren und natürlich dabei gleichzeitig um gute und gedeihliche Zusammenarbeit zu bitten.

Einer der diplomatisch herausfordernden Besuche wäre es, sich mit jemandem treffen zu müssen, den man – gelinde gesagt – nicht leiden kann, aber das Amt gebietet es, mit eben dieser Person doch in relativ gutem Einvernehmen zu sein.

Bevor man also seinen Besuch antritt, informiert man sich so ein bisschen darüber, welche der verborgenen Fettnäpfchen auf jeden Fall ausgelassen werden müssen, damit es nicht zu einer unschönen Begegnung kommt.

Sie, Du und ich würden das so machen, oder? Jedenfalls auf der informellen Ebene würden wir das so machen.

Wir würden es auf jeden Fall vermeiden, den zu Besuchenden an mögliche unangenehme Be- oder Gegebenheiten zu erinnern, etwa an seinen gerade erst verflossenen Liebhaber, an 25 kilo Übergewicht, an missratenen Kinder, an eine wenig attraktive Gattin / hässlichen Gatten oder was auch immer auf der rein persönlichen Ebenen so an extremen Fettnäpfchen lauern könnte. Wir würden doch alles vermeiden, den Besuchskontakt vor die Wand zu fahren, oder?

Sie, Du und ich würden wohl auch auf der „amtlichen Ebene“ herauszufinden suchen, wer der Widersacher des zu Besuchenden ist, mit wem er gerade im Clinch ist oder wer ihm größtmöglichen Schaden zufügen möchte, wir würden das herauszufinden suchen, damit wir nicht Gefahr laufen, ausgerechnet diese Personen als  mögliche Gesprächspartner  bei unserem Antrittsbesuch ebenfalls zu beehren. Wir, Sie, Du  ich, fänden das peinlich und unpassend, stelle ich mir dank meiner guten Kinderstube jedenfalls so vor.

Wir würden aber auch bei „guten Freunden“ nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und den Freund bei der ersten sich bietenden Gelegenheit damit konfrontieren, was er unserer Meinung nach gerade wieder verbockt hat und erst recht würden wir nicht zu den Leuten gehen und sie unserer Unterstützung versichern, von denen wir genau wissen, dass der „gute Freund“ gerade extreme Probleme mit ihnen hat. Nein, Sie, Du und ich würden das nicht machen. Wir würden erst mal in aller Ruhe mit dem „guten Freund“ bei einem schönen Essen reden, ein bisschen Wein oder Bier dazu trinken, für eine angenehme Atmosphäre sorgen und dann, wenn die ‚Gesprächstemperatur‘ auch für schwierige Themen geeignet erscheint, unsere nicht ganz so schönen Anliegen vortragen, beispielsweise unser Bemühen, einen Nachbarschaftskonflikt zu entschärfen oder dergleichen. Auf keinen Fall würden wir erst mit den Nachbarn und dann mit dem „gute Freund“ sprechen.

Wenn nun der neu gekürte Außenminister eines Staates seinen Antrittsbesuch als Außenminister bei einem „befreundeten Staat“ macht, wie geht er dann am besten und am diplomatischsten vor?

Nun, er wird, so denke ich, seine Berater konsultieren und sich über die außen- wie innenpolitische Lage des „befreundeten Staates“ auf den neuesten Stand bringen lassen – siehe Fettnäpfchenvermeidung und Diplomatie.

Alsdann, so stelle ich mir weiter vor, wird er aufgrund dieser Informationen seine notwendigen Besuchstermine vor Ort in einen zeitlich wie thematisch passenden Rahmen bringen.

Was sieht so ein Besuchsprotokoll vor?  Dem Staatspräsidenten die Aufwartung machen, ein Gespräch mit dem Regierungschef des Landes führen, eine kulturelle Einrichtung besuchen, sich für besondere wissenschaftliche oder wirtschaftliche Institutionen interessieren, die humanitären Aufgaben des Landes nicht vergessen und natürlich auch den Oppositionsführern des Parlaments ein offenes Ohr schenken. Wenn dann noch Zeit ist und alle anderen Termine gut verlaufen sind, kann man sich auch noch mit Vertretern der Außerparlamentarischen Opposition treffen… hier in Deutschland wäre das möglicherweise der Unterstützerkreis des NSU oder ehemalige Mitglieder der RAF, ein „Schwarzer Block der Antifa“  oder die „Identitären“  in Meck-Pom, vielleicht sogar die „Reichsbürger“.  Alles sehr „ehrenwerte“ Vereinigungen, die nichts anderes im Sinn haben, als den offiziellen Staat in Frage zu stellen  oder sogar zu zerstören…  (Frau Merkel und Herr Steinmeier als Kanzlerin und Präsident wären bestimmt ganz entzückt, wenn der Außenminister eines „befreundeten Staates“ diese Gruppierungen sehr gezielt aufsuchen würde.)

Was um alles in der Welt hat aber unseren Herrn Außenminister Sigmar Gabriel geritten, als er bei seinem Antrittsbesuch als Außenminister in ISRAEL  jede diplomatische Vorgehensweise über den Haufen warf und noch vor einem Treffen mit  dem Regierungschef Netanjahu ankündigte, sich mit den höchst umstrittenen, aber dennoch von EU gepäppelten und finanziell großzügig ausgestatteten APO-Gruppen „Breaking the Silence“ und B’Tselem treffen zu wollen, die mit ihren Aktionen den Terroristen von Fatah und Hamas in die Hände spielen und Abbas (Gabriel nennt ihn ‚mein Freund‘) immer wieder Munition liefern in der EU und bei der UN  gegen Israel zu agitieren.

„So blöd kann selbst der Sigi nicht sein“ habe ich  diesen Beitrag überschrieben.

Das ist nicht fein von mir.

Aber ich muss doch davon ausgehen, dass Herr Gabriel nach seinem desaströsen Auftritt in Hebron vor ein paar Jahren wenigsten irgendetwas dazu gelernt hat. Er ist doch nicht dumm. Immerhin hat er studiert, war mal Ministerpräsident des schönen Bundeslandes in dem ich lebe, „mein (noch)“  Parteichef , Merkels Wirtschaftsminister und Vizekanzler… ein bisschen Grips gehört doch dazu, um das zu schaffen.

Wenn er also nicht so blöd sein kann, sich dermaßen dämlich zu benehmen, dann, so muss ich doch annehmen,

HAT ER ES MIT VOLLER ABSICHT GETAN.

Und natürlich frage ich mich, WARUM ???

Klügere und politisch versiertere Leute als ich mögen dieser Frage auf den Grund gehen.

Ich will mich auch nicht als Küchenpsychologin versuchen, obwohl ich durchaus die dafür notwendigen Voraussetzungen mit brächte.

Aber wie kann ein Mann am ‚JomhaShoa‘   in ‚Yad Vaschem‘  einen Kranz niederlegen und große Betroffenheit angesichts der deutschen Schuld an der unfassbaren Tragödie zum Ausdruck bringen und nur einen Tag später alle politische und diplomatische Vernunft fahren lassen?

cui bono

Wem dient es…

Bald sind Wahlen in Deutschland – und wie der Antisemitismus-Bericht der Bundesregierung als traurige Gewissheit ausweist, ist der deutsche Antisemitismus virulent wie nie, unterstützt von den muslimisch-arabischen Zuwanderern und sind 40% der Deutschen gegen Israel gestimmt…

 

Wenn das kein Grund ist, sich in Israel wie der Elefant im Porzellanladen aufzuführen. …

Einige Vertreter  der deutschen Medien sind darum auch voll des Lobes für unseren tapferen Außenminister, der sich dem einzigen Schurken im ganzen, ach so friedlichen nahen Osten nicht gebeugt hat….

 

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NACHTRAG

Einen sehr guten Artikel dazu hat Alex Feuerherdt geschrieben, daraus dieser abschließende Absatz als Zitat:

Selbstverständlich hat Sigmar Gabriel es nicht lassen können, zu beteuern, welch großer Freund Israels er doch sei. In einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung behauptete er, die „pro-israelische Einstellung“ sei ein „Markenzeichen der deutschen Sozialdemokratie“, und verstärkte die Peinlichkeit seines Auftritts sogar noch mit dem unsäglichen Satz: „Sozialdemokraten waren wie Juden die ersten Opfer des Holocausts.“ Nicht des Nationalsozialismus, nein, der Shoa – was bekanntlich nicht stimmt und lediglich dazu dient, sich auf die gleiche Stufe zu stellen wie die Opfer der Judenvernichtung. Nachdem der aus einer Täterfamilie stammende deutsche Minister sich so selbst auf die moralisch gute Seite der Geschichte bugsiert hatte, konnte er daran gehen, gezielt jenen Eklat zu provozieren, der in Deutschland nun Benjamin Netanjahu angelastet wird. Der aber war bloß nach dem Motto verfahren: Gott, bewahre mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich allein fertig.

Quelle

Besser kann man die Unverschämtheit der Gabriel’schen Taktik kaum zusammenfassen.

 

 

 

 

Ist das die richtige Methode… 24. April, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau, politik, presse, wahlrecht.
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auf die AfD zu antworten?

Bei Facebook (wo sonst 😉  )  sah ich den Link zu einem Bericht des   focus  , wonach zukünftig alle Maritim-Hotels den Mitgliedern der AfD verschlossen bleiben sollen, sofern sie dort irgendwelche Treffen oder gar Parteitage abhalten möchten. Zur Begründung wurde angeführt, „man“ wolle die Mitarbeiter schützen.

Ich habe heute wenig Zeit, hier in meinem Blog ausführlich auf diese interessante Begründung einzugehen und kopiere nur meinen Kommentar hierher, den ich unter die entsprechende Mitteilung bei Facebook geschrieben habe:

„Sind denn die Mitarbeiter von den Parteimitgliedern der AfD belästigt worden? Wenn in einer DEMOKRATIE nicht verbotene Parteien mit Gewalt durch „Demokraten“ an der Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte gehindert werden, liegt dann die Verantwortung in diesem Fall bei der AfD oder nicht vielmehr bei den sogenannten „Demokraten“? Die Frage muss auch erlaubt sein, inwieweit die permanente Berichterstattung in den Medien dazu beigetragen hat, dass sich die „Demokraten“ radikalisieren und gegen eine nicht verbotene Partei hetzen und sogar mit Gewalt agieren, siehe Autos abfackeln und dergleichen. Ich mache mir sehr viel mehr Sorge um meine demokratischen Rechte wie beispielsweise die Meinungsfreiheit, als um den möglichen Einzug der AfD in den Bundestag. Ich befürchte vielmehr, dass das Trommeln gegen die AfD eher dazu beiträgt, diese zu stärken, weil vermutlich auch andere Leute auf die Idee kommen könnten, dass irgendetwas mit dem Demokratieverständnis der Demokraten nicht stimmen kann. “

 

Ich betrachte  tatsächlich mit großer Sorge die Entwicklung im Umgang mit den Menschen, die ihre Meinung abweichend von der, wie es scheint, großen Einheitsmeinungspartei Deutschlands äußern, sei es in Kommentaren, Blogbeiträgen oder eben in der Ausübung ihrer Rechte als politische Partei.

Unsere Gesellschaft verändert sich  – rasant – will mir scheinen.

Dabei spielt für mich der Islam und sein zunehmender, nicht zu übersehender Einfluss eine sehr wesentliche Rolle…..  Ich sage das ja nicht erst gestern oder seit dem Aufkommen der AfD .

Eine kritische Haltung zu der Religion des Friedens gilt bereits als „rechtspopulistisch und rassistisch“, während man getrost Christen in ihren vielfältigen gemeindlich organisierten Strukturen hemmungslos kritisieren und sogar verteufeln darf. Dass da etwas nicht stimmen kann in der Wahrnehmung des unveräußerlichen Rechts auf Meinungsfreiheit, müsste doch eigentlich allen denen bewusst werden, die sich so vehement gegen die „Islamophobie“ wenden, sie sogar mit „Antisemitismus“ gleichsetzen und  dabei einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen, was die eigentliche Basis des Islam, gleich welcher Ausprägung ist:  nämlich ein im tiefen Grunde menschenunfreundlicher, um nicht zu sagen menschenfeindlicher und mit unserem Verständnis von Menschenrechten und Demokratie nicht kompatibler Koran und seine begleitenden Schriften.

So wenig ich als Christin nur die mir genehmen Bibelstellen aus der Gesamtheit der biblischen Schriften extrahieren kann, um mir ein  bequemes Glaubensfundament zu verschaffen, so wenig kann man  in Bezug auf Menschenrechte und  Relevanz für unser Miteinander nur die Suren des Koran als Basis annehmen, die nicht die Gewalt gegen und die Vernichtung der Andersdenkenden und Andersgläubigen (im Koran ist von „Ungläubigen die Rede“ ) fordern.

Mir ist es mehr und mehr schleierhaft, wie sowohl christliche wie atheistische Politiker und Medienmacher diesen Aspekt schlicht aus ihren Überlegungen ausklammern.

Und statt darüber zu debattieren, zu diskutieren, ja, zu streiten, werden die, die Kassandra gleich ihre mahnende Stimme erheben, kalt gestellt, indem man sie als rassistisch und islamophob diskreditiert.


An anderer Stelle mehr dazu…. jetzt kommen gleich meine Enkel und ich muss und will meine Gedanken auf diesen wunderbaren Aspekt meines gegenwärtigen Lebens ausrichten.

 

 

 

Die feine Gesellschaft von Köln…. 22. April, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Diese wunderbare Auflistung der rechtschaffenden Kölner Vereine und Verbände, die sich alle gegen den Parteitag der AfD in Köln zur Wehr setzen,  habe ich bei facebook gefunden und reiche sie hiermit nahezu kommentarlos weiter.

Außerdem erleichtert diese Dokumentation die Mobilisierung der Kölner zu möglichen anderen notwendigen politischen Protesten.  Wäre doch sehr schade, wenn man nicht auf die Liste zurückgreifen könnte, wenn es darum geht, beispielsweise für  Recht und  Grundgesetz oder ähnlich wichtige Institutionen auf die Straße zu gehen….

(Die Verbände und Vereine könnte man doch auch bitten, gemeinsam nach Berlin zu fahren und dort Flagge zu zeigen und gegen den islam-faschistischen Al-Kuds-Tag zu demonstrieren, wenn sich nämlich zu diesem Anlass  Menschen versammeln, um in den Straßen Berlins  „Kindermörder Israel“  oder Schlimmeres wie  „Juden ins Gas“ zu brüllen. Ist nur mal so ein Gedanke….)

 

++ Unterstützer/innen Aufruf KSSQ für den 22. April (Stand 21.4.) Ein genauer Blick lohnt sich.

1. „Aufstehen gegen Rassismus“
2. Aidshilfe Köln e.V.
3. Aktion Neue Nachbarn – Flüchtlingshilfe im Stadtdekanat Köln
4. AMNESTY INTERNATIONAL Bezirk Köln
5. Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Mittelrhein e.V.

6. Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der Köln SPD (AfA Köln)
7. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Köln (ASF Köln)
8. Arsch Huh e.V.
9. AWO Kreisverband Köln e.V.
10. Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.

11. Bündnis „Schäl Sick gegen Rassismus“
12. Bündnis 90/Die GRÜNEN Köln
13. Bürgerzentrum Alte Feuerwache e.V.
14. Bürgerzentrum Ehrenfeld e.V.
15. Caritasverband Köln

16. CDU Köln
17. Centrum Schwule Geschichte e.V.
18. CollgneAlliance – Gesellschaft zur Förderung der Städtepartnerschaften der Stadt Köln e.V.
19. Delbrücker gegen Rechts
20. Der andere Buchladen GmbH
21. Der Paritätische NRW Kreisgruppe Köln

22. Deutscher Beamtenbund, Kreisverband Köln
23. Deutscher Gewerkschaftsbund, Stadtverband Köln
24. Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Köln
25. DFG-VK Köln
26. DGB Jugend Köln
27. DIDF Bundesvorstand
28. Die Linke, Kreisverband Köln

29. Ev. Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
30. Evangelischer Kirchenverband Köln und Region

31. FDP Köln
32. Förderkreis Hochbunker k101 e.V.
33. Friedensbildungswerk Köln
34. Gewerkschaft NGG
35. Hochschule für Musik und Tanz
36. IG BCE Bezirk Köln-Bonn

37. IG Keupstraße
38. IG Metall Köln-Leverkusen
39. Initiative Willkommen in der Moselstraße

40. Integrationsrat der Stadt Köln

41. Jusos Köln

42. KAB – Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Stadtverband Köln
43. Katholikenausschuss Köln
44. Katholische Jugendagentur Köln gGmbH
45. Klubkomm-Verband Kölner Clubs und Veranstalter e.V.
46. KLuST e.V.

47. Köln SPD
48. Kölner Appell gegen Rassismus e.V.
49. Kölner CSD-Demonstration
50. Kölner Flüchtlingsrat

51. Kölner Initiative freies Theater
52. Kölner Jugendring
53. Kölner Künstler Theater

54. Kölner Runder Tisch für Integration
55. Kölner Theaterkonferenz
56. Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

57. Landesintegrationsrat

58. Loss mer singe e.V.
59. LSVD NRW e.V. Lesben- und Schwulenverband NRW
60. Melanchthon Akademie Köln

61. Piratenpartei Köln
62. Pro Familia
63. Radioclub Böcklerplatz

64. Rat der Religionen

65. Rom e.V.
66. Rubicon. e.V.
67. Ruderverein Rodenkirchen
68. Schauspiel Köln

69. SKM – Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Köln
70. Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln
71. SPDqueer Köln
72. SWAF – Start with a friend

73. ver.di Arbeitskreis Antifaschismus – Antidiskriminierung
74. Ver.di Bezirk Köln
75. ver.di Vertrauensleute der Uniklinik Köln

76. Verein EL-DE-Haus e.V. – Förderverein des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln
77. Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Corinto/El Realejo

78. Verein zur Förderung des politischen Kabaretts e.V.

79. VVN-BdA Köln
80. ZAKO – Zentraler Arbeitskreis Offensiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Ver.di Bundesverwaltung)

81. ZAMUS – Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V.

82. Zentrum für islamische Frauenforschung und Frauenförderung

 

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Beeindruckend, nicht wahr?

So viel Mut hätte ich den Kölnern gar nicht zugetraut.

Und man beachte, wie tolerant sie mit Minderheiten umgehen, die auch zu ihrer Stadt gehören…

KÖLNER,  IHR seid wirklich die GRÖSSTEN

(Narren der Republik) !

Das Kreuz mit den Haken…. 20. April, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, wahlrecht.
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Eigentlich ist es eine ganz wunderbare Idee, die  in Text und Bild dargestellt wird.

Eigentlich könnte – ja, müsste – ich sie nach Kräften unterstützen.

Bild könnte enthalten: 3 Personen, Personen, die lachen, Text

Quelle:

Eigentlich.

Denn welcher Christ, welche Christin würde nicht für die  „Würde des Menschen“, für die „Solidarität mit allen“  aufstehen, die in in seinem / ihrem jeweiligen Umfeld leben?

Aber das Bild hat einen Haken, besser gesagt, die Motivation zu diesem Bild hat einen Haken, einen gewaltigen Haken.

Wir leben in einem Land, in dem das Recht auf freie Meinungsäußerung durch unser Grundgesetz verbrieft ist.

Wir leben in einem Land, in dem in geheimer Wahl diejenigen bestimmt werden, die die Regierung eines Landes oder der Bundesrepublik Deutschlands stellen sollen.

Wir leben in einem Land, in dem sich  Parteien zur Wahl stellen können, die laut Gesetz nicht verboten sind.

Wir leben in einem Land, in dem sich die Bürger des Landes frei versammeln können, wie unlängst die Veranstaltungen zum Referendum in der Türkei gezeigt haben.

Manchen Leuten hat das nicht gefallen, diese Wahlwerbung auf deutschem Boden  für ein Referendum in der Türkei, mir auch nicht. Und am liebsten hätte ich nach einem generellen Verbot gerufen… habe ich möglicherweise sogar in dem einen oder anderen Kommentar bei facebook zum Beispiel auch getan, ich weiß es nicht mehr so genau.

Vielen Leuten in diesem Land behagt die (jetzige) Politik schon seit einigen Jahren nicht mehr, sie fühlten sich in ihrem politischen Willen von den großen Parteien nicht mehr hinreichend repräsentiert und fanden auch bei FDP, Linken und Grünen  oder noch kleineren Parteien keine politische Heimat. So gründeten sie ihre eigene Partei und nannten sie „Alternative für Deutschland“.  Bei näherer Betrachtung der Alternative stellt sich allerdings für eine große Mehrheit der Wahlberechtigten heraus, dass die „Alternative für Deutschland“ mitnichten eine Alternative zum herkömmlichen Parteienspektrum ist, ja, mehr noch, dass sie Ideen und Gedanken in ihr politisches Konzept geschrieben hat, die eine allzu große Nähe zu einem längst überwunden geglaubten Nationalsozialismus aufweisen, wenn auch geschickt formuliert und gut getarnt, so dass man bei erstem Überfliegen nicht sofort an NPD und „Drittes Reich“ denkt, wohl aber eine Ahnung empfindet, dass hinter den schönen Worten ganz andere Ziele stecken könnten….

Ich bleibe hier bewusst bei dieser vagen Umschreibung, weil es mir nicht in erster Linie um die Inhalte der neuen Partei geht, sondern vor allem darum, wie man sich ihrer erwehren will. Da setzen die Streiter für Demokratie und Menschenwürde nicht auf die politische Debatte, sondern auf massive Proteste und Widerstand mit allen verfügbaren Mitteln.

In Köln soll der Wahlparteitag der AfD stattfinden  …  und mit ihm ein gewaltiger Proteststurm über und durch die Stadt fegen.

Linke, Grüne, Gewerkschaften und Kirchen vereinen sich in einem einzigen großen Aufstand gegen eine Partei, die ihr „gutes Recht“ wahrnehmen und ihren Parteitag abhalten will.  Und wie das in einer Demokratie so ist, auch dieser große Protest ist „gutes Recht“.  Das will ich ausdrücklich betonen und dagegen richtet sich auch nicht mein Beitrag hier.

Ich finde es aber absurd, um nicht zu sagen gedankenlos-zynisch, einerseits mit einem Plakat zu werben, das an Doppelbödigkeit viel zu bieten hat und andererseits im Begleittext davon zu reden, das Christen für die „Solidarität mit allen aufstehen, die in Köln leben“.

Das Kreuz, von dem namentlich die Rede ist, ist in kirchlichem Kontext für mich immer und zuerst das Kreuz Christi – und selbstverständlich soll die Kirche für dieses Kreuz werben.  Die Optik des Plakats lässt aber auch an das Kreuz denken, das wir Wahlberechtigten demnächst in den Wahlkabinen als Zeichen unseres politischen Willens machen. Auch dagegen gibt es meinerseits keine Einwände. Dann ist da noch das Wortspiel mit Haken und Kreuz…. nur völlig ahnungslose,  politisch naive oder vollkommen dumme Menschen denken da nicht an das Symbol der Nazis in Hitlers Tausendjährigemreich. Und ganz sicher ist diese Assoziation ganz bewusst so gewählt.

Für die „Würde des Menschen aufstehen, die unantastbar ist“ halte ich für eine gute Idee.

Aber gilt diese Würde  nur den Menschen mit dem richtigen Parteibuch?  Wird sie nur denen zugestanden, die auf der Seite der regierungstreuen Mitglieder der Gesellschaft stehen, allenfalls noch auf der Seite der kleinen Oppositionsparteien im Bundestag und Landtag von NRW?

„Für die Solidarität mit allen aufstehen, die in Köln leben“    aber auf gar keinen Fall  mit denen, die heimlich oder offen mit der AfD liebäugeln? Soll ich, muss ich das so verstehen?

Und warum hat man es dann nicht so klar benannt?

„Wir sind gegen die Solidarität mit AfDlern und ihren Sympathisanten!“

Das hört sich nach Ausgrenzung an, nicht wahr?

Damit würde man genau das machen, was man der AfD vorwirft: Abgrenzen, ausgrenzen, Bürgerrechte denen absprechen, die „noch nicht so lange hier wohnen“ (wie unsere Bundeskanzlerin sagen würde).   DAS  darf auf gar keinen Fall sein,  (finde ich ja auch), aber Menschen  Solidarität und Würde streitig machen, die ihre politischen Rechte wahrnehmen, das geht.

Das ist verlogen  und weder der Kirche angemessen,  noch unseres Rechtsstaates würdig.

WÄHLT EIN ANDERES PLAKAT   UND EINEN ANDEREN BEGLEITTEXT, damit ihr –  gerade ihr Kirchen*** –  nicht eurer Glaubwürdigkeit verlustig geht.

*** „Kommt her zu mir alle“, sagt Jesus. Er grenzt nicht aus. Er hält sich nicht fern. Er setzt sich mit korrupten Zöllnern und  Zinseinnehmern an einen Tisch, redet mit „Sündern und Pharisäern“ gleichermaßen.

Wer am Tempelberg das Kreuz ablegt und  nicht laut gegen die Verfolgung der Christen in islamischen Ländern protestiert,  hat kein Recht mit dem Kreuz Politik zu machen.

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NIEMAND hat das Recht,mit dem Kreuz Politik zu machen –  und sei es aus noch so edlen Gründen. Das Kreuz dient denen zum Heil, die an den glauben, der am Kreuz gestorben ist und von den Toten auferstand. Einen anderen Sinn hat dieses Kreuz nicht!

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