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Vom Buch der Bücher…. 11. Januar, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube.
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… und seiner Wirkung….

Ich sitze im Gottesdienst meiner Gemeinde.

Unser Pastor hält eine bemerkenswerte Predigt über das Buch der Bücher – die Bibel.  Nachhören kann man sie unter diesem Link   (10. 1. 2016).

Ich werde an eine Geschichte erinnert, die mein Vater immer wieder erzählt hat:

Sein Urgroßvater – also mein Ururgroßvater – und seine Brüder waren in ihrem sauerländischen Dorf für ihre Grobheit und ihren gottlosen Lebenswandel bekannt und dafür, dass sie gern mal zuschlugen, wenn jemand ihnen dumm kam. Dumm kam ihnen ein Erweckungsprediger, der über Land zog und Leute aufforderte, sich neu Gott und Jesus zuzuwenden. Dem Mann wollten sie das Handwerk legen, doch außer dem Argument ihrer Fäuste fiel ihnen nicht viel ein, was sie dem Prediger entgegen setzen konnten. Sie mussten aber noch einen Funken Anstand in sich gespürt haben, der es ihnen verbat, einen frommen Prediger zu verprügeln. Also beschlossen sie, es dem Kerl mit seinen eigenen Mitteln heimzuzahlen, nämlich seine Aussagen über die Bibel zu widerlegen.

Nur hatten die Raufbrüder wohl nicht allzu viel behalten vom Konfirmandenunterreicht, der damals ja noch eine Pflicht für jeden evangelisch getauften Menschen war und ihr Wissen über Gottes Wort war eher mager.

Also mussten sie sich  erst einmal genauer mit dem Buch befassen und darum beschlossen sie, es zu lesen.

So kam es, dass sie gemeinsam die ganze Bibel durchlasen –   von der ersten Seite  „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“,   über die Abrahamgeschichte, die Sache mit Mose und dem Auszug aus Ägypten hinweg, durch alle Gesetzesvorschriften die Aufzählung der Geschlechterfolge hindurch, über Psalmen, Hiob und die Propheten,  durch die Evangelien, die Apostelgeschichte und Briefe,  um schließlich beim letzten Satz der Offenbarung des Johannes zu landen: „Die Gnade des Herrn Jesu sei mit allen.“

Und als sie dort angekommen waren, ging es ihnen so wie Abraham: „Und Abraham glaubte dem HERRN (Gott) …“ Nachzulesen in 1. Mose 15, 6  und im Brief des Apostel Paulus an die Römer, in dem er den oben genannten Vers aus der Torah zitiert, siehe: Römer 4,3

Es war nicht mehr die Rede davon, den Prediger zu widerlegen, ihn anzugreifen. Die Brüder bekehrten sich und ließen sich taufen.

Ich halte das in mehrfacher Hinsicht für eine bemerkenswerte Geschichte.

Wer schon einmal den Vorsatz gefasst hat, die ganze Bibel fortlaufend durchzulesen, wird festgestellt haben, dass das ein heroisches Unterfangen ist, bei dem man leicht an seine Grenzen kommen kann, weil es eben nicht nur erbauliche Geschichten sind, die dort erzählt werden, sondern auch höchst schwer verdauliche Aussagen gemacht werden, die man ohne ergänzenden Kommentar leicht missverstehen kann oder die einem wie die Hieroglyphen Ägyptens erscheinen, obwohl einem die Buchstaben durchaus geläufig sind. „Gott bittet uns in seinem Wort zum Gespräch“, sagte unser Pastor unter anderem und auch, dass es nicht wichtig sei, wenn man auf Anhieb etwas nicht verstehe. Er ermutigte dazu, Gott zu hinterfragen, gar mit ihm zu streiten, wie es etwa Jakob am Jabbok gemacht habe.

Die Brüder, die sich durch die gesamte Bibel lasen, verfügten nur über ein sehr bescheidenes Schulwissen und ich kann mir durchaus vorstellen, dass selbst das Lesen schon eine große Herausforderung war, wieviel mehr das Verstehen! Dass sie nicht aufgegeben haben, setzt mich einerseits in Erstaunen, andererseits wird es für mich deutlich, dass bereits da Gottes Geist wirksam wurde. Und das ist das andere Bemerkenswerte an der Geschichte.  Niemand hat die Brüder belehrt oder ihnen das Wort erklärt und dennoch haben sie das Wesentliche begriffen: Es ist Gott selbst, der zu ihnen redet und der sich ihnen in Jesus so zu erkennen gibt, dass sie beschließen, diesem Gott, diesem Jesus zu vertrauen, ihr ganzes Leben zu ändern, ihren raufboldigen Lebensstil aufzugeben und danach zu fragen, was Gott von ihnen will.

Mein Großvater***, der ja seinen Großvater noch gekannt hatte, war ein einfacher Mann mit einer schlichten Schulbildung von ganzen 6 Jahren Volksschule, aber er kannte seine Bibel und verstand es, schwierige Texte zu erklären. Von meinem Vater habe ich die Freude an der Beschäftigung mit biblischen Texten übernommen. Er hatte mir schon als kleinem Kind die großen Gestalten der Bibel nahe gebracht und mich dafür begeistert, über Aussagen der Bibel nachzudenken und mit anderen zu diskutieren. Und natürlich hatte er mich mit Jesus bekannt gemacht und auch ich hatte gespürt und erfahren, was es heißt, diesem Jesus zu vertrauen. Auch ich ließ mich „auf das Bekenntnis meines Glaubens“ taufen.

Manchmal wünschte ich aber, dass ich auch so eine radikale Umkehr erlebt hätte, wie mein Ururgroßvater und seine Brüder, so ein vom „Saulus zum Paulus Erlebnis“ mich ganz und gar ergriffen hätte….  So sind es  „nur“ immer wieder kleine Aha-Erlebnisse, die mich in der Spur Jesu halten oder mich dahin zurückführen, wenn ich mal ein bisschen abseits des Weges meine eigene Spur ziehe…

Das sind die Momente, die mich auch zögern lassen, noch radikalere  Aussagen beispielsweise zum Islam von mir zu geben, als ich es ohnehin schon tue…  Und dann wüsste ich gerne  – HERR, was willst Du, dass ich tun soll?

 

*** Mein Großvater war es auch, von dem ich erstmals warnende Worte in Bezug auf den Islam hörte.  Und das zu einer Zeit ( Ende der 50er Jahre!), als muslimische Einwanderung überhaupt noch kein Thema war…Ich war noch ein Kind und lauschte dem Gespräch der Erwachsenen, die sich, wie hätte es auch anders sein können in dieser Familie, über die Bibel, das Wort und seine Bedeutung unterhielten und dabei heiß darüber diskutierten, ob der Islam Jesus  als Gottes Sohn bezeuge oder eben nicht. Für meinen Großvater und Vater  (und die, mit denen sie darüber redeten) schieden sich an dieser Frage die Geister…

Moloch… 3. Juli, 2013

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", islam, israel, judentum, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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In der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung werden zwei Bücher besprochen, die Israel / Juden zum Thema haben. Da aber dem lesenden Volk offensichtlich nicht zugetraut wird, die Rezension im Sinne der Redaktion der SZ zu verstehen, bedient man sich einer Karikatur, um deutlich zu machen, um was es der verantwortlichen Redakteurin (nicht unbedingt dem Rezensenten) geht: Israel soll an den Pranger gestellt und mittels  des „Moloch“- Bildes die Assoziation  eines  schrecklichen Monster geweckt werden.

Wer sich des Begriffs Moloch (er taucht in der Bildunterschrift auf)  in Bezug auf Israel bedient, zeigt zum einen, wes Geistes Kind er ist und zum anderen, dass es mit seiner Bildung nicht so sehr  weit her sein kann.

Zwar wird der Begriff heute vielfach gebraucht, um etwas Monströses, Furcht einflößend  Unangenehmes zu benennen – Städte werden häufig als Moloch bezeichnet -, aber jede und jeder Kulturschaffende, erst recht jede „Historikerin“ sollte doch  die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs kennen.

Diese findet sich ausgerechnet in der Hebräischen Bibel, Christen eher als „Altes Testament“ geläufig. Dort wird in verschiedenen Bibelstellen sehr eindrücklich davor gewarnt, „dem Moloch zu opfern“.  Dem Moloch zu opfern bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als die eigenen Kinder als Brandopfer einem Götzen zum Opfer zu bringen.

Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass diese Opferrituale in der Antike durchaus üblich waren, den Israeliten aber durch das göttliche Gebot bei Androhung von Strafe diese Praxis absolut strikt untersagt war, wird das  Perfide, die diskriminierende Absicht der verantwortlichen Redakteurin  durch die  Kombination aus rezensiertem Text und dem entsprechend untertitelten Bild    überaus deutlich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es sich – wie man heute lesen kann – um ein bedauerliches „Missverständnis“ handelt. Wer, wie Frau Augstein, sich seit Jahren an Israel abarbeitet und jede Gelegenheit nutzt, gegen den jüdischen Staat zu polemisieren, der ist wenig glaubwürdig, wenn er (sie) im Nachhinein und nach massiver Kritik an diesem Vorgehen beteuert, man habe diese Assoziation „Israel gleich mörderischer Moloch“ nicht wecken wollen.

Warum, wenn man nur eine  (ohnehin schon einseitig israelkritische) Rezension an die Leserschaft bringen will, dann dieses Bild mit diesem Untertitel? (Ich verzichte auf die Darstellung, wer will, kann aber diesem Link folgen, in dem die Jüdische Allgemeine zu Bild und Text nüchtern und sachlich Stellung nimmt.) Es wird doch sicher auch der Süddeutschen nicht entgangen sein, dass seit Jahr und Tag auf der Domplatte ein Herr sein Unwesen treibt, der an der dort von ihm installierten sogenannten „Klagemauer“ Karikaturen zur Untermalung seiner anti-israelischen Aktionen darbietet, die gleichfalls eben diese Assoziationen herausfordern – in bester Manier und nach „erprobter“ Machart des Stürmer.

Sollten nur  knapp 70 Jahre seit dem Niederringen des furchtbaren und mordenden Tausdenjährigenreiches wieder in Zeitungen Pamphlete und Abbildungen zu lesen und zu sehen sein, die denen der damaligen Zeit fast aufs Haar gleichen und die damals dazu dienten, einfache wie gebildete Deutsche einzustimmen auf den millionenfachen Mord an den Juden?

Das kann nicht sein. Dem muss man sich sehr entschieden entgegenstellen, auch wenn die Leute, die so etwas verbrechen, prominente Namen tragen!

Einen weiteren Gedanken will ich zu diesem Thema äußern:

Israel ist von Staaten umgeben, die sehr eindeutig, aber zum Teil mit blumigen Umschreibungen die Vernichtung des Staates Israel fordern und ihre Kinder in diesem Sinn erziehen. Zur Erziehung dieser Kinder gehört es unter anderem sie in der Tradition des Dschihad zu schulen und sie auf ein Leben als Märtyrer vorzubereiten, was eigentlich nichts anderes ist, als sie zu opfern, erwartet man von den Heranwachsenden unter anderem  doch, sich für den Kampf gegen Israel selbst in mörderischer Absicht in die Luft zu sprengen und möglichst viele unschuldige Israelis mit in den Tod zu reißen.  Wir kennen doch die Bilder und Geschichten von arabischen Müttern, die stolz darauf sind, einen „Märtyrer“ geboren und erzogen zu haben!  Es gibt sie doch die Frauen, die ihre Kinder ganz bewusst zum Dschihad erziehen. Noch immer, so könnte man es interpretieren, werden auf diese Weise Kinder dem Moloch geopfert. Dem Götzen des Todes.

Wenn in den Gebieten Grundschulen nach sogenannten Märtyrern benannt werden, nach Mördern also, die viele Juden mit in den Tod rissen, wenn den Mördern zu Ehren Gedenkfeiern in Schulen abgehalten werden und „Ausstellungen“ in Universitäten stattfinden, die den Terror preisen, und dies den Medien keine kritische Betrachtung wert ist, aber Israel als Moloch assoziiert werden soll, dann kann man doch nur von einer Umkehrung der ethischen und moralischen Werte reden, denen wir uns hier in Deutschland (eigentlich) verpflichtet fühlen.

Und ein weiterer sehr kleiner Hinweis sei mir erlaubt: Nicht im Judentum und nicht im Christentum wird „Selbstmord“ glorifiziert, der zum Tod unschuldiger Menschen führt. Die dritte der monotheistischen Religionen hat das aber im Programm! Kein Mord, kein Attentat, kein Selbstmordkommando ohne die ausdrückliche Berufung auf Allah….

Tausche Bibel gegen Koran! 11. April, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, familie, gesellschaft, islam.
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DAS  ist ja mal eine wirklich gute Idee!

25 Millionen Exemplare eines heiligen Buches sollen kostenfrei  an Ungläubige (gemeint sind u.a. Christen, Juden  und alle anderen, die noch nicht zur Ummah gehören!) verteilt werden!

Ich gebe mich an dieser Stelle nicht dem verlockenden Gedanken hin zu überlegen, was wohl passieren würde, wenn – sagen wir mal  evangelikale – Christen auf die Idee kämen, vor den Moscheen in ihrem heimatlichen Gebiet Bibeln zu verteilen, in konkreter „Umsetzung“ der islamischen Initiative, die jedem Haushalt einen Koran schenken möchte! Eine Bibel für jeden muslimischen Haushalt!   Ich höre schon den Volker Beck grummeln…. hach…. Nein, diesen Gedanken führe ich jetzt nicht weiter aus.

Ich will stattdessen eine Idee weitergeben, die mir nach einem Kommentar zum Koranverteilbeitrag bei den Freunden der offenen Gesellschaft gekommen ist:

Ich tausche eine meiner vielen Bibeln gegen einen Koran!

Wenn mir ein freundlicher Missionar  Salafist (wie der nette Herr Vogel z.B.)  eine Koranausgabe schenken will, wehre ich das nicht mit dem  Hinweis auf meine Bedenken gegen eine sich religiös gebende politische Ideologie ab, nein, ich biete ihm freundlich eine meiner Bibeln zum Tausch, frei nach dem Motto:

Nehme Koran – schenke Bibel oder auch:

JESUS statt Mohammed!

Man stelle sich nur mal vor: 25 Millionen Bibeln würden gegen Koranausgaben getauscht!!! So viele Muslime gibt es  in Deutschland ja gar nicht – aber vielleicht so viele Leute, die auch die Bibel nicht kennen…. Welch eine grandiose Gelegenheit Gottes Wort unters Volk zu bringen! Und gegen so einen Tausch können ja auch Volker und seine Freunde eigentlich nichts einzuwenden haben… Oder?

Wem die Idee gefällt, kann sie gerne weitergeben, ich verzichte sogar aufs Urheberrecht!

Jesus, ein Prophet Mohammeds ….? 28. Februar, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam.
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DAS würde das Christentum natürlich vollkommen delegitimieren als „eigenständige“, monotheistische Religion!

Jesus als Wegbereiter Mohammeds, als Prophet, der auf den größten aller gewesenen und  kommenden Propheten hinweist.

Der Koran „degradiert“ Jesus ja immer schon, macht ihn zu einem zwar großen,  aber immerhin „nur“ zu einem Propheten, der auf den noch größeren, nach ihm kommenden hinweisen soll. Aber nun soll eine uralte christliche Schrift aufgetaucht sein, die das ebenfalls behauptet, bzw. bezeugen soll. Endlich könnte man damit den Christen „beweisen“, in welch großem Irrtum sie sich schon seit 2000 Jahren befinden.

Das hat doch was!

Und ich kann verstehen, dass DAS  den Türken prima in den Kram passt. Schließlich haben sie wenig zu bieten an „altislamischen“ Heiligtümern, wie man sie etwa auf der arabischen Halbinsel findet,  dafür aber umso mehr historische Zeugnisse der frühen Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei.

Was muss das für ein Ärgernis sein!

Ausgerechnet im Land des neu aufblühenden Islam finden sich  so viele der  frühchristlichen Zeugnisse außerhalb Israels.

Und diese Zeugnisse der frühen Christen stehen allesamt in einem plausiblen Zusammenhang zu den Berichten der Bibel über die Ausbreitung des Christentums in „Kleinasien“, wie es früher hieß. Nachlesen kann man diese Berichte in der „Apostelgeschichte“  (z.B. Kapitel 13, 14, 16, 18,19,20)

Dass selbst die heutigen Türken sich der christlichen Vergangenheit ihres schönen Landes nicht ganz entledigen wollen,  weil sich damit ja auch unter Christen prima Reklame für eine Türkeireise machen lässt, lässt sich an so simplen Tatsachen ablesen, wie denen der Reiseveranstalter, die „Touren auf den Spuren des Apostels Paulus“ anbieten.

Von Mohammed dagegen keine Spur! NICHTS! Nicht mal ein Pferdehufabdruck oder ein heiliger Baum, unter dem er vielleicht mal geschlafen haben könnte….  Stattdessen alte Höhlenkirchen mit deutlichen christlichen Darstellungen in den phantastischen Fresken und  alte Spuren jüdischer Gemeinden, die sogar lange vor den Christen schon in Kleinasien anzutreffen waren…  Ein Jammer!

Und nun das „Barnabas-Evangelium„.

Barnabas, auch das wissen wir durch die Apostelgeschichte, war ein frühes Mitglied der jungen Gemeinde in Jerusalem, wurde  Bundesgenosse des Paulus, sein Weggefährte und Mitstreiter für die Sache des Evangeliums von Jesus Christus. Allerdings waren die beiden unterschiedlicher Meinung, wie sie ihre „Missionsfahrten“ fortsetzen sollten. Auch darüber berichtet die Bibel ganz offen.  (Apostelgeschichte 15, 35 – 41) Die beiden Apostel sind weise genug, den Streit nicht eskalieren zu lassen. Sie gehen fortan getrennte Wege. Barnabas, so wird  berichtet, ging zurück in sein Geburtsland „Zypern“.

Um ihn, wie um die meisten der bekannten frühen Christen,  bilden sich im Laufe der Jahre viele Legenden.  (Diese Legenden sind mir als evangelisch-freikirchlicher Christin zumeist vollkommen fremd und da, wo sie mir mal begegnen, um es deutlich zu sagen, auch ziemlich suspekt!)

Zu der Legendenbildung gehört auch, dass Barnabas der Schreiber eines Briefes gewesen sei. Dieses Schreiben war von Beginn an umstritten, so dass es nicht in den Kanon der Bücher und Briefe des Neuen Testaments aufgenommen wurde.  Auch das ihm zugeschriebene „Barnabas-Evangelium“ aus dem 16. Jahrhundert findet vor den Augen der Bibelwissenschaftler keine Gnade. Es wurde und wird als Fälschung betrachtet.

JETZT EIN NEUER VERSUCH!

Und nun die Enthüllung in Ankara – die Regierung bestätigt die Existenz des Manuskripts, das man schon vor zwölf Jahren einer Schmugglerbande abgenommen habe, die Polizei (!) schätzt das Alter auf „2000 bis 1500 Jahre“, also vor der Entstehung des Islam. Und nun spekulieren die türkischen Medien, der Beweis sei erbracht – eine Ankündigung des Kommens Mohammeds, hundert Jahre vor seiner Geburt. Schon 1986 geisterte das Evangelium nach Barnabus durch türkische Medien. Damals war von seinem Fund auf dem Berg Mem in Uludere (Süd-Anatolien) die Rede.

Ein 2000 bis 1500 Jahre altes Buch aus der Feder Barnabas, jedenfalls älter als der Islam selbst (wobei Muslime ja der Meinung sind, dass der Islam seit Anbeginn der Zeit die eigentliche Gottesoffenbarung darstellt, es aber Mohammed vorbehalten war, dies wieder in das Bewusstsein der Menschen zu prügeln bringen, allein mit der Kraft des Wortes, versteht sich), welch eine wunderbare Fügung!  Endlich ein „greifbares“ Dokument, dass den Islam in der Türkei sozusagen als „schon immer beheimatet“ darstellt. Die vielen Erboberungskriege der „Muselmanen“, wie man es verharmlosend und beschönigend  erzählt, sprechen dagegen eine andere Sprache!

Dumm deshalb für die Türken, dass auch dieses Manuskript dem kritischen Auge des Betrachters nicht standhalten kann, wie weltonline schreibt:

Nur, ganz so leicht, wie es jetzt dargestellt wird, ist es nicht. Der Bibelforscher Timothy Law aus Oxford hält das Manuskript für eine Fälschung. Die goldenen Lettern, Leder statt Pergament und witzigerweise sogar, wie er zu entziffern meinte, die Inschrift „Im Jahr 1500 des Herrn“ machen es seiner Ansicht nach unmöglich, dass das Werk echt sein könnte. Law steht mit seiner Kritik nicht allein.

Es wäre ja zu schön für die eigene Bedeutung innerhalb der islamischen Welt, wenn man endlich auch etwas vorweisen könnte, was sich als „Heiligtum“ und Pilgerstätte eignet. (Vielleicht hegt die Türkei die heimliche Befürchtung, dass es mit den christlichen Pilgern zu den Stätten des „Apostel Paulus“ bald ein Ende haben könnte, wenn die Regierung den Prozess der vollständigen Islamisierung des Landes weiter so vorantreibt wie bisher???)

Die Türkei aber, mit ihren Führungsambitionen in der islamischen Welt, will es in einem Museum ausstellen.Es sieht fast so aus, als wolle hier jemand mit staatlicher Hilfe eine Legende bilden – auch politisch schadet es der Türkei nicht, eine „Reliquie“ zu besitzen, die die Wahrheit des Islam und den Irrtum der Christen mit der vermeintlich „wahren“ Bibel“ belegt.

Hervorhebung von mir.

Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben, bzw. Boris Kálnouky, der Autor dieses Berichtes. Er lässt jedenfalls  keinen Zweifel daran,  wie man „die wahre Bibel“ einschätzen sollte.

Es ist ein taktisches Manöver, dass die Identität der Türkei „islamischer“ erscheinen lassen soll, als sie der Geschichte nach ist!

An dieser Stelle ist es angebracht, auf die

Vertreibung und Ermordung der christlichen armenischen Bevölkerung der Türkei

hinzuweisen!

Und ebenso auf die ethnische Bereinigung, die stattfand und in deren Folge tausende christliche Griechen das Land verlassen mussten – die Fairness gebührt zu sagen, dass ebenfalls tausend muslimische Türken aus Griechenland ausgesiedelt wurden!

Die Türkei, als neuer starker islamisch ausgerichteter Staat im Vorderen Orient, versucht offenbar mit allen Mitteln ihr Gewicht im Kanon muslimischer Staaten zu verstärken.

Ich bin gespannt, ob und wie christliche Publizisten, Parteien und die Vertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland auf diese Taktik reagieren.