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Sapere aude…. 29. September, 2022

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Im Laufe eines interessanten Disputs (in einem anderen Blog) über eine von mir getätigte Aussage, die meinem Gegenüber aber nicht gefiel, wies mich mein Gesprächspartner auf meine „selbstverschuldete Unmündigkeit im Sinne Kants“ hin.

Nun will ich hier nicht auf die Unverschämtheit des Diskutanten eingehen, mir indirekt nahezulegen, mich im Hinblick auf meinen Verstand doch besser seiner Leitung zu bedienen, als mich fürderhin entschlossen auf meinen eigenen Grips zu verlassen und damit in „selbstverschuldeter Unmündigkeit“ zu verharren.

Ich gehöre bereits seit meiner frühesten Kindheit zu den Menschen, die sich ungern vorschreiben lassen, was und wie sie zu denken haben, wobei ich mich natürlich im Laufe meines Lebens leiten, lehren und belehren ließ – zunächst von Eltern, Großeltern und der Lieblingstante, die teils streng, teils liebevoll das neugierig-aufmüpfige Kind mit Information und Wissen betrauten und dabei darauf achteten, dass das „eigene Denken des Kindes“ auf nicht gar zu viele Abwege geriet. Später mühten sich Lehrerinnen und Lehrer, den wachen Geist der Schülerin anzuregen, zu fördern und zu schulen und in gesellschaftlich verträgliche Bahnen zu leiten, einzuhegen in die Konzepte der vorherrschenden und politisch erwünschten Ansichten und Meinungen in Schule und Gesellschaft. Gleichzeitig wuchs mit diesem Bemühen aber auch das, was man wohl einen „kritischen Geist“ nennen kann. Und dieser kritische Geist war es wohl auch, der es der Studentin damals ermöglichte, den Autoritäten an Fachhochschule und Universität zu widersprechen, wenn die vorgegebene Linie nicht mit der eigenen Denkweise übereinstimmte.

Der kritische Geist ist mir geblieben. Nur weil ein Professorentitel mein Gegenüber schmückt, der ihn als „Meister seines Fachs“ ausweist, heißt das doch – meinem Verständnis nach – noch lange nicht, dass die anerkannte fachliche Überlegenheit generell sein und auf alle anderen Gebieten angewendet werden kann oder gar angewendet werden muss – des Titels zuliebe?.

Der kritische Geist ist mir auch geblieben, wenn es darum geht, Nachrichten nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu durchdenken und einzuordnen. Deshalb konnte ich mich auch nie mit Claus Klebers Verständnis von Journalismus abfinden, das nämlich davon ausging, dass der Moderator der Nachrichtensendungen des ZDf (und der ARD, Kleber sprach für beide Anstalten) die Nachrichten für die Zuschauer einzuordnen habe, damit diese Nachricht, Szenerie und Situation „richtig“ verstehen.

Wenn ich über einen Tatbestand gut informiert werde, die Hintergründe dabei nicht ausgelassen werden, bin ich durchaus in der Lage, sie selbst einzuordnen. Vielleicht geschieht diese Einordnung aber nicht im Sinne des Moderators oder der Richtlinie eines Senders und bleibt vielleicht sogar lückenhaft, aber sollten wir nicht alle in der Meinungsbildung frei sein, uns zu entscheiden, ob wir einer vorgegebenen Ansicht folgen oder uns eigene Gedanken machen?

Ich habe immer schon gesagt, dass Gott mir einen gut funktionierenden Verstand geschenkt hat und es mir gefällt ihn auch zu gebrauchen. Meiner Überzeugung nach ist es sogar unsere Pflicht, den eigenen Verstand einzuschalten und ihn zu einzusetzen, Dinge und auch Ansichten und Meinungen zu hinterfragen.

Ganz sicher – und auch das ist ein Teil meines kritischen Bewusstseins – sind mir aber auch Grenzen gesetzt. Grenzen des Wissens und Grenzen des Verstandes und Verstehens. Deshalb lasse ich mich immer noch gerne belehren – im Sinne von Erweiterung meines Horizonts und Wissens durch sachliche Informationen und auch durch einander widersprechende Expertisen, Meinungen und Ansichten.

Aber ich lasse mich nicht gerne für dumm verkaufen, nicht von Nachrichtenleuten, nicht von Propagandisten, nicht von Politikern und /oder Leuten, die ihre eigene Agenda vertreten.

Nur Mut, gebraucht den Verstand!

Hin- und hergerissen… 26. September, 2022

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Hin- und hergerissen bin ich angesichts einer Meldung, die die ARD heute veröffentlicht:

Die Deutsche Umwelthilfe regt an, dieses Jahr die Weihnachtsbeleuchtung wegzulassen – wegen der Energie-, aber auch der Klimakrise. Allein der private Stromverbrauch dafür entspreche dem einer mittleren Großstadt pro Jahr.

Das Bild, das sie zur Illustration dieser Forderung eingestellt hat, entspricht dabei ganz sicher nicht den Vorstellungen der Mehrheit der Bevölkerung, was den adventlichen Lichterschmuck privater Haushalte angeht. In meinem Dorf habe ich jedenfalls noch nie in den vergangenen 40 Jahren ähnliche Beleuchtungsorgien zur Weihnachtszeit gesehen, wohl aber festlich mit Schwibbogen und ähnlichen Aufstellern geschmückte Fenster oder einfache Lichterketten an Haustüren oder kleinen Bäumchen im Vorgarten.

„“Angesichts des Kriegs in der Ukraine, der Energieknappheit, aber auch aus Gründen des Klimaschutzes sollten wir einmal innehalten“, so Resch. Er wies auf den Stromverbrauch hin: „Allein die privaten Beleuchtungsorgien verursachen pro Jahr einen Stromverbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden – so viel wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht.““

Natürlich kann man im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten, wobei ich mich daran erinnere, dass im Nachkriegsdeutschland während der Adventszeit Kerzen in die Fenster gestellt wurden, um auf die immer noch nicht heimgekehrte Kriegsgefangenen hinzuweisen. Immer wieder haben Menschen Kerzen angezündet, um auf einen Verlust, auf ein Unrecht, auf politisch Verfolgte aufmerksam zu machen. Warum also nicht auch ein Licht FÜR die Ukraine entzünden?

Natürlich kann man angesichts der Energiekrise auf die Weihnachtsdeko verzichten. Der Verzicht auf die sonst übliche Weihnachtsdekoration wäre einerseits sogar richtig.

Er entspräche nämlich dem eigentlichen Charakter dieser Zeit, die in den früheren Jahren der Christenheit als Fastenzeit galt, in der es um die Besinnung auf das Wesentliche ging, nämlich auf die Erinnerung an die Geburt des Erlösers. Dies, die Adventszeit als Fastenzeit zu erleben und zu gestalten, ist in den letzten Jahrzehnten (Jahrhunderten?) dem öffentlichen Bewusstsein verloren gegangen.

Auf der anderen Seite wird Christus als das von Gott gesandte „Licht“ gefeiert, das den Menschen Hoffnung und Weisung gibt. Jesus selbst sagt von sich „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8, 12) und fordert auch seine Nachfolger auf, „Licht der Welt“ zu sein, womit aber ganz sicher nicht der Sinn auf „Beleuchtung“ gelegt ist, wie wir Licht im Allgemeinen verstehen.

Die Ankunft dieses „Lichts“ symbolisch in der Adventszeit zu feiern, indem wir Kerzen anzünden und Lichter am Abend in die Fenster stellen, sollten wir trotz der Energiekrise und trotz aller Bemühungen um die Rettung des Planeten nicht aufgeben, ist es doch ein Zeichen dafür, dass wir aus einem anderen „Licht“ leben als dem, das durch Kraftwerke, gleich welcher Art, mit Strom versorgt und betrieben wird.

Es tut darüber hinaus auch der Seele gut, der Dunkelheit der vor uns liegenden Jahreszeit ein „Licht aufzustecken“, das im wahrsten Sinne des Wortes das Dunkel erhellt.

Dass man dabei aber in Maßen vorgehen sollte – und das betrifft ganz sicher auch die bisher so üppigen Beleuchtungen der Innenstädte zur Haupteinkaufszeit des Jahres -, das versteht sich doch von selbst.

Doch der Mensch lebt eben nicht nur von „Brot allein“, wie die Bibel es in einem anderen Zusammenhang sagt. Wir Menschen benötigen zu unserem Wohlergehen auch Symbole, Zeichen, Rituale, die uns Trost und Hoffnung geben und sogar gerade dann leuchten, wenn die Aussichten dunkel und alles andere als verheißungsvoll und gut sind.

Lasst uns also sorgsam mit dem Licht des Lebens umgehen, im realen, wie im übertragenen Sinn und trotz aller Mängel Lichter anzünden, mit dem Gedanken an den, der die Hoffnung der Welt ist und dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern — und dessen Wiederkunft wir gerade in der Adventszeit hoffnungsvoll entgegensehen.

Glückliche Tage…. 24. September, 2022

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Ja, es waren glückliche Tage auf der Wiese.

Tage, für die ich sehr, sehr dankbar bin.

Aber auch die glücklichen Tage waren nicht gänzlich unbeschwert.

Da waren und sind die Sorgen, die ich mir um den Schaden mache, der im Häuschen entstanden ist und nun behoben werden muss. Ich hoffe inständig, dass die Balkenkonstruktion nicht auch betroffen ist. Aber selbst wenn das so sein sollte, so ist es doch „nur“ ein Schaden, der durch Fachleute behoben werden kann.

Wie viel schwerer wiegen die Besorgnisse, die mit dem Weltgeschehen zusammenhängen. Nicht auszudenken, was passieren wird, wenn der Herr im Kreml seine Drohungen wirklich wahr machen sollte. Noch hoffe ich darauf, dass sich der Kanzler nicht von seinem Weg abbringen lässt, allen Forderungen der „Krieger“ in den Parteien und den darüber schreibenden Journalisten nach schweren Waffen für die Ukraine NICHT nachzugeben und alles zu vermeiden, was den Eindruck erwecken könne, Deutschland sei indirekt oder gar direkt am Krieg in der Ukraine beteiligt. Des Kanzlers Mantra „keine Alleingänge“ sollte endlich auch von denjenigen ernst genommen werden, die so vollmundig von „deutschen“ Waffenlieferungen reden, ohne sich vermutlich auch nur ansatzweise darüber Gedanken zu machen, welche Folgen das haben könnte.

An dieser Stelle sei auf den konfrontativen Auftritt Baerbocks hingewiesen, wie er in der aktuellen Ausgabe des Spiegel (Nr. 38) auf den Seiten 30 ff unter der Überschrift „Baerbock lässt es scheppern“ beschrieben wird. Zitate: “ Ein vertraulicher Austausch zwischen der Annalena Baerbock und Olaf Scholz am Nachmittag im Kanzleramt. …. Einen Tag später sagt Baerbock der FAZ, sie habe Verständnis für die Forderungen der Ukraine nach modernen Kampfpanzern. Die Entscheidung solle man nicht auf die lange Bank schieben. Damit setzt sie sich so deutlich von der Haltung des Kanzlers ab, dass man es auch als kleinen Affont werten kann. … Der FAZ sagte sie, über moderne Kampfpanzer könne nur gemeinsam entschieden werden, in ‚einer Koalition und international‘. …. ‚In der entscheidenden Phase, in der sich die Ukraine gerade befindet, halte ich das aber auch nicht für eine Entscheidung, die lange hinausgezögert werden sollte.‘ Ein Satz, der Scholz zum Handeln bewegen soll.“

Offensichtlich hat Frau Baerbock es immer noch nicht verwunden, dass nicht sie Kanzler wurde und die Richtlinien der Politik bestimmen kann. Schlimm genug, denke ich, dass sie Außenministerin ist und noch schlimmer, dass sie von Diplomatie nichts hält, sondern lieber als Elefant im Porzellanladen auftritt und ihre Gesprächspartner reihenweise abwatscht, siehe Überschrift „Barbock lässt es scheppern“…

Natürlich darf sich „der Westen“ nicht von Moskaus Kriegsrhetorik beeinflussen lassen und mit Maßnahmen reagieren, die der Angst vor einer Ausweitung des Krieges geschuldet sind – Bangemachen gilt nicht! So haben wir als Kinder geantwortet, wenn uns jemand mit Schauergeschichten zähmen wollte. Aber ebenso natürlich müssen alle Schritte doch dahingehend überprüft werden, wie groß der Effekt auf die russische Bereitschaft ist, den Krieg weiterzuführen, respektive ihn zu beenden und wie groß gleichzeitig der Schaden kalkuliert werden muss, der dem eigenen Land durch seine Solidarität mit der Ukraine erwächst.

Schon jetzt zeichnet es sich doch ab, dass die Sanktionen gegen Russland verheerende Auswirkungen auf das gesamte wirtschaftliche Leben in Deutschland haben. Der Mangel an bezahlbarer Energie, die in einem ausgewogenen Verhältnis zu den Kosten sowohl in der Produktion von Industrie und Handwerk, als auch im Verbrauch in den privaten Haushalten steht, ist doch unübersehbar. Es bedarf doch nicht eines Milchmädchens, um zu rechnen und klarzumachen, dass ein Zurückfahren der Produktion unmittelbare Auswirkungen auf die Einnahmen der Firmen UND die des Staates hat, von den Verlusten an Marktanteilen will ich gar nicht reden, auch nicht von den Folgen für die Beschäftigten und ihre Familien. Wie soll der Staat bei sinkenden Steuereinnahmen die extrem hohen Ausgleichszahlungen und dringend notwendige Hilfen finanzieren, wie der Ukraine die versprochenen Millionen und Milliarden für Waffen und Wiederaufbau zur Verfügung stellen?

Dass der Wirtschaftsminister zwar einen deutlich besseren Überblick hat als ich hier an meinem Computer, steht außer Frage, aber ich frage mich schon, ob er den ausreichend großen Sachverstand inzwischen erworben hat, um den Herausforderungen gut überlegt und strukturiert begegnen zu können. Allein sein Gekungel um die Atommeiler lassen doch Schlimmes befürchten, weil der Minister von Amts wegen eben nicht nur für die Wirtschaft zuständig ist, sondern gleichzeitig dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet ist. Da streiten permanent zwei Seelen in der Brust eines Mannes, der bisher vor allem schöne Worte fand, um visionäre Zustände eines klimafreundlichen Deutschlands zu beschreiben, das irgendwie die Versöhnung von Industrie und Umwelt hinbekommt – so ganz ohne qualmende Schlote und CO2 speiende Zerstörer des Planeten, dafür mit „Windradwäldern“ bis zum Horizont und Solarfeldern, die im gleißenden Sonnenlicht funkeln… Gibt es etwas Schöneres als diese Technik in bisher unberührter Natur? Und wäre es nicht wunderbar, wenn Papi und Mami nur noch an drei Tagen in der Woche arbeiten müssten? (Könnten, muss es eigentlich heißen, weil an allen anderen Tagen gar keine Arbeit getan werden kann, denn nicht nur die großen Industrieanlagen lägen ja still und sanft im ewigen Schlaf, auch Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen wären von der Deindustrialisierung betroffen, den Kunden fehlte das Geld für Anschaffungen und Konsumgüter, die nicht landwirtschaftlich erzeugt werden können. Aber das wird der Minister niemals laut sagen!) Schöne neue Welt.

So ähnlich müssen es sich diejenigen vorstellen, die jetzt schon die Kinder aktivieren, um für die Rettung des Planeten auf die Straße zu gehen. Ich staune nicht schlecht, mit welcher Euphorie über den FfF-Tag in den Medien berichtet wird. Ob die Journalisten wirklich verstanden haben, um was es Luisa Neubauer und Co wirklich geht? Autofreie Städte, gar keine Verbrenner mehr – das betrifft auch die Heizungen in den Wohnungen mehrerer Millionen Menschen allein in Deutschland, Öffis und Fahrrad statt Auto, wobei man davon ausgehen muss, dass die Fahrräder in China produziert werden, denn die Produktion dieser Dinger ist ganz sicher in Deutschland nicht CO2-frei zu bewältigen. Keine Textilien mehr aus heimischer Produktion, wir verlagern die Umweltsünde dann eben kurz nach Indien oder Bangladesch. Aber wie kriegt man die Jeans für 5.95 Euro emissionsfrei nach Deutschland geliefert? Durch Lastensegler?

Ach, ich vergaß, die Regeln sollen ja global gelten. Auch keine Umweltsünden in den Ländern außerhalb Europas. Nur noch friedvolle grüne Agrarwirtschaft mit einigen wenigen glücklichen Hühnern, für diejenigen, die nicht vollkommen vegan leben wollen. Schweine- und Rinderhaltung ist ja nicht nur extrem umweltschädlich, sie ist auch ganz eindeutig gegen das Selbstbestimmungsrecht von Schweinen und Kühen – Schafe und Ziegen fallen auch darunter, vermutlich auch Kamele, Esel und Lamas, da bin ich aber nicht ganz sicher.

Dann war da noch der große Abschied von der Queen…. was sage ich, von einer ganzen Epoche, einem Jahrhunderte währenden Zeitalter geradezu.

Niemand wird bestreiten, dass mit dem Tode Queen Elizabeth II. ein „Machtfaktor“ im Weltgeschehen beendet ist, auch wenn diese Macht weniger auf politischem Handeln beruhte, als auf der persönlichen Größe der Queen und ihrem integrativen Einfluss auf die Staaten des Commonwealth. Die Zeit der großen Monarchien ist zu Ende, auch wenn es in Europa natürlich weiterhin „Königshäuser“ geben wird, die ihren repräsentativen Pflichten getreulich nachgehen werden, wobei die Einschränkung gemacht werden muss, dass ihre „Notwendigkeit“ ganz entschieden von der Frage abhängen wird, ob nicht gewählte Präsidenten die kostengünstigere Variante für ein Land und seinen Etat darstellen würde. Wenn sich dann noch Skandal an Skandälchen reiht, werden vermutlich auch die enthusiastischsten Anhänger monarchischer Traditionen ins Grübeln geraten ob der Frage, wie zeitgemäß eine kostspielige Hofhaltung einer skandalträchtigen Königsfamilie immer noch ist.

Ich will an dieser Stelle keine weitere Lobeshymne der wunderbaren Wegführung der Queen singen, aber dennoch einen Aspekt beschreiben, der mich zutiefst berührt hat, trotz des Aufwands an Pomp und Pracht bei den Feierlichkeiten zur Beisetzung der britischen Monarchin. Es war der Moment, in dem die Insignien der Macht – Zepter, Reichsapfel und Krone – vom Sarg der verstorbenen Königin gehoben und auf dem Altar der Kirche von Windsor abgelegt wurden. Die Herrschaft, die ihr – dem Verständnis des Gottesgnadentums nach – von Gott verliehen wurde, wird an ihn, den Höchsten, den „König der Könige“, wie ihn die Bibel benennt, zurückgegeben.

Leider wurde dieser Zusammenhang von den kommentierenden Berichterstattern weder gesehen noch benannt. Dabei waren beide Gottesdienste geprägt von der tiefen Verbundenheit der Königin mit Christus, wie es immer wieder in den Ansprachen, den Lesungen aus dem Neuen Testament und den Psalmen, den Gebeten und Gesängen deutlich wurde.

Und so wurde aus der Queen Elizabeth die „Schwester Elizabeth“, die, wie wir Normalsterblichen, auf Gottes Gnade angewiesen ist und im Glauben mit dem Ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit rechnen kann. Dass diese Botschaft in all der prachtvollen Inszenierung nicht untergegangen ist, hoffe ich voller Zuversicht angesichts der 4 Milliarden Menschen, die den Gottesdiensten per Fernsehen beiwohnten. Wann haben je so viele Menschen gleichzeitig einem Gottesdienst folgen und das Zeugnis hören können von Gott dem Schöpfer, Jesus Christus dem Erlöser und dem Heiligen Geist, der uns in aller Wahrheit leitet? Allein dafür hat sich der ungeheure Aufwand gelohnt, ist meine ganz nüchterne Feststellung und Meinung.

Ja, es waren schöne Tage auf der Wiese…. ich habe sie genossen, trotz allem. Ich möchte sie nicht missen. Und ich wünsche mir, dass sie mir in ähnlicher Weise geschenkt sein mögen….

Sonnenaufgänge …. Touren mit dem Trike …. Gespräche am Feuerkorb mit dem Liebsten …. die Ruhe eines Regentages …. das Tosen des Windes …. die wunderbare Schönheit der Schöpfung Gottes.

Jederzeit…. 31. August, 2022

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Wir wissen es alle, wir sind sterblich!

Zu sterben, auch das wissen wir alle, zumindest könnten wir es wissen, ist nicht an das Alter gebunden, auch wenn wir in jungen Jahren immer davon ausgehen, dass der Tod noch lange nicht an die Tür klopfen wird. Und selbst jetzt, im Alter von fast 73 Jahren, erwarte ich ihn nicht heute oder morgen oder übermorgen … „Der Tod kommt später!“ so meine mehr oder weniger bewusste Annahme, trotz des Wissens darum, dass er jederzeit eintreffen kann.

Ich lebe immer noch so, als sei meine Zukunft unbegrenzt weit und mein Ende noch lange nicht absehbar. Das ist auch gut so, denke ich. Es ist gut, dass auch Menschen meines Alters noch Pläne für die Zukunft schmieden, erwartungsvoll auf das Morgen schauen, auf ein Morgen, das jedoch nicht mit dem kommenden Tag gemeint ist, sondern dessen Erscheinen erst in Wochen, Monaten, gar Jahren angenommen wird: Nächstes Jahr fahre ich mit dem Trike an der Ems oder Elbe entlang, genieße ich mit den Enkeln den Skiurlaub, feiern wir das Fest der Goldenen Hochzeit. Ich freue mich auf diese vielen „Morgen“. Gleichzeitig weiß ich aber, dass dieser bekannte Satz aus dem Neuen Testament auch für mich JEDERZEIT gültig ist: „So Gott, der HERR, will und wir leben!“ (Jakobus 4,15) Mein Ende, so ich es nicht selber in suizidaler Absicht herbeiführe, steht nicht in meiner Macht.

Und natürlich hoffe ich, dass das Ende sanft und friedlich sein wird, wie ich es auch bei meinen Eltern erlebt habe. Doch auch das ist weder gewiss noch steht es in meiner Macht.

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als mir mein Telefon die Nachricht vom Tod zweier prominenter Zeitgenossen mitteilte:

Michail Gorbatschow ist tot

Stand: 31.08.2022 05:54 Uhr

Der Friedensnobelpreisträger und frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er galt als einer der Väter der Deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges.

Michail Gorbatschow, der letzte Staatspräsident der Sowjetunion, ist tot. Der Friedensnobelpreisträger von 1990 starb in Moskau im Alter von 91 Jahren. „Heute Abend ist nach schwerer und langer Krankheit Michail Sergejewitsch Gorbatschow gestorben“, teilte das Zentrale klinische Krankenhaus (ZKB) in der russischen Hauptstadt mit. (Quelle und weitere Informationen: https://www.tagesschau.de/ausland/gorbatschow-gestorben-101.html)

„Wie viele Hoffnungen für eine friedlichere Welt haben wir mit diesem Mann verbunden“, denke ich und fühle mich ohnmächtig und traurig angesichts der rauen und radikalen Wirklichkeit, auf die wir heute schauen und in der viel zu viele Menschen leben – ohne Hoffnung, ohne Zuversicht, ohne freudige Erwartung eines guten „Morgen“.

Die andere Nachricht betrifft einen Mann, dem ich persönlich deutlich weniger Achtung entgegenbringe als dem großen Russen.

Hans-Christian Ströbele gestorben

Stand: 31.08.2022 11:23 Uhr

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele ist tot. Er starb bereits am Montag im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit, wie sein Rechtsanwalt mitteilte.

Der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele ist im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Das teilte sein Rechtsanwalt Johannes Eisenberg mit.

In einer Mitteilung schrieb Eisenberg: „Er hat selbst entschieden, dass er den langen Leidensweg, den ihm seine Erkrankung zugemutet hat, nicht mehr fortsetzen wollte, und lebenserhaltende Maßnahmen reduziert. Er war bis zuletzt bei vollem Bewusstsein. Nicht der Geist, der Körper wurde ihm zur Qual und hat ihn am 29. August 2022 verlassen.“ (Quelle und weitere Informationen: https://www.tagesschau.de/eilmeldung/hans-christian-stroebele-tot-101.html)

„Über Tote nur Gutes.“ So will es die Ehrfurcht vor dem Tod selbst.

Ich halte mich daran, erlaube mir aber den diskreten Hinweis, dass die Rolle, die Ströbele in den schrecklichen Jahren der RAF spielte, für mich immer gegenwärtig war und immer im Vordergrund stand auch und gerade in Bezug auf Ströbeles späteres politisches Wirken, mit dem ich mehr oder weniger ständig haderte.

So bleibt mir angesichts dieser so unterschiedlichen Männer und der Nachrichten ihres Todes nur die Bitte, die vor uns schon so viele formuliert haben:

„HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Psalm 90, 12

Garagenglaube… 13. August, 2022

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An meinem Schreibmöbel aus dem blaugelben Möbelhaus ging die Schublade aus den Fugen, sie musste geleert, der Inhalt gesichtet und sortiert werden: Was bleibt, was kann weg?

Ein kleines schwarzes Büchlein fiel mir in die Hände, das ich jahrelang nicht mehr aufgeschlagen oder benutzt hatte.  Auf der ersten von mir beschrifteten Seite steht in Großbuchstaben: SONNTAGSCHULE

„Sonntagschule“, das war über Jahrzehnte der Begriff für den Kindergottesdienst in evangelisch-freikirchlichen Gemeinden. Er ist tatsächlich auf „Schule“ und schulische Unterweisung zurückzuführen. Angesichts der Bildungsarmut viel zu vieler Kinder (und Erwachsener) aus finanziell schwachen Familien wurde (nach amerikanischem Vorbild) eine einfache Schulung zunächst für Lesen und Schreiben angeboten. Die einzige Fibel war die Bibel. So erreichte man gleichzeitig eine relativ gute Bibelkenntnis auch für die Kinder und Erwachsenen, die sonst keine Möglichkeit gehabt hätten, sich unter der Anleitung   von älteren und kenntnisreichen Männern mit biblischen Themen zu befassen.

Sonntagschule hieß es natürlich auch noch in meiner Kindheit. „Sonntagschulonkel“ und „Sonntagschultanten“ erzählten biblische Geschichten, sangen und beteten mit uns und fragten die „goldenen Wochensprüche“ ab, die wir in der jeweils zurückliegenden Woche zu Hause gelernt hatten (oder auch nicht). So kam im Laufe eines Jahres eine beträchtliche Anzahl an Bibelversen zusammen, die wir auswendig hersagen konnten…. manche gerieten auch bald wieder in Vergessenheit.

Als unser jüngstes Kind 1 Jahr alt war, die Sonntagschule um neue Mitarbeiter warb, war es für mich gar keine Frage, mich als „Sonntagschultante“ in das Team einzubringen, wobei wir damals, 1986, nicht mehr als Onkel oder Tante bezeichnet wurden, sondern von den Kindern mit unseren Vornamen angesprochen wurden.

Mir hat die Mitarbeit n der Sonntagschule meiner Gemeinde sehr viel Freude gemacht. Mein schwarzes Büchlein gibt Auskunft über die Themen, mit denen wir uns beschäftigt haben, enthält Vorbereitungen für Familiengottesdienste oder Weihnachtsfeiern, für Mitarbeiterschulungen und Kurzfreizeiten. Davon soll hier aber nicht die Rede sein. Auch nicht davon, dass aus der Sonntagschule die „Kirchen-Kids“ wurden und ein vollständig neues Konzept die alt gewohnte Ordnung ablöste.

Wie es heute ist, entzieht sich meiner unmittelbaren Kenntnis. Ich bin kein Mitarbeiter mehr und auch meine Kinder sind ja längst der Sonntagschule entwachsen.

Mein Büchlein enthält einen Text, den ich am 28. August 1998 schrieb und der auch heute noch auf viele Situationen rund um Gemeinde und Christsein zutrifft. Ich schreibe ihn hiermit ab und auf:

Gedanken zum Christsein

Manchmal gleicht mein Christsein einem Autobesitzer:

Jeden Morgen öffnet er sein Garagentor, sieht, freut sich – ja, da steht er, sein wunderbarer Wagen. Sieht noch aus wie neu. Niemand würde glauben, dass er ihn schon seit Jahren besitzt. Wunderbar, einfach wunderbar, dieses Auto. Und voller Freude über diesen kostbaren Besitz schließt er das Tor wieder und verrichtet all die Dinge seines Tages.

Manche Wege sind lang und mühsam, manche Dinge tragen sich schwer – und da tröstet ihn der Gedanke, dass, wenn er wollte, er ja den Wagen nehmen könnte. Er ist ja da.

Eine besondere Freude bereiten ihm die Wochenenden. Dann haben er und sein Wagen ihren großen Auftritt. Das Auto wird aus der Garage gefahren, im Hof abgestellt und es beginnt seine liebste Stunde der Woche. Er putzt und reinigt seinen Wagen, poliert die Zierleisten, dass es nur so blinkt, wienert den glänzenden Lack und sorgt dafür, dass die Scheiben streifenlos klar sind. Natürlich überprüft er auch die Funktion der Scheinwerfer und Blinklichter. Ja! Alles tadellos in Ordnung. Ein herrliches Auto. Bevor er es zurück in die Garage fährt, geht er noch einmal voller Dankbarkeit und Freude um dieses schöne Fahrzeug herum. Ja, das ist schon ein tolles Gefühl, Besitzer eines solchen Prunkstücks zu sein. Nun aber schnell wieder in die Garage, damit dem Prachtstück ja nichts passiert, dass ja keine Abnutzungserscheinungen oder gar Kratzer und Schrammen sein wunderbares Auto ruinieren.

Absurd?

Ja, sicher, völlig absurd. Sinn und Zweck eines Autos besteht doch nicht darin, in einer Garage zu stehen und nur ein „Besitz“ zu sein, vielleicht eine Wertanlage.

Und doch verhalten wir uns oft so in unserem Christsein, mit unserem Glauben. Wir sehen nach, ob er da ist, pflegen ihn beim wöchentlichen Gottesdienst, aber nutzen ihn nicht. Nicht wirklich.

 

………………………..

Soweit mein Text.

Ich will ihn einfach so stehen lassen, nicht zusätzlich kommentieren oder weitere Gedanken anfügen.

Aber, heute ist Samstag, einen gesegneten Sonntag wünsche ich allen, die hier lesen… und Segen für jeden Tag der Woche…!

 

Treffen mit Gott… 3. August, 2022

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Treffen mit Gott und vielen Leuten am Deich in Otterndorf.

Wie das?

Ein mutiges Herz braucht man für dieses Treffen nicht unbedingt, obwohl genau das, „Mutiges Herz“, das Thema des diesjährigen großen Events christlicher Teenies und Jugendlicher ist, das, wie auch schon in vergangenen Jahren, auf dem großen Freizeitgelände in Otterndorf – gleich hinter dem Deich – stattfindet.

Angereist sind Teilnehmer und Mitarbeiter – Ehrenamtliche wie Hauptamtliche der Gemeinden – aus nahezu allen Bundesländern Deutschlands. Der Veranstalter ist das GJW – also das „Gemeindejugendwerk“ des Bundes evangelisch-freikirchlicher Gemeinden.

Vom frühen Morgen bis zur Schlussandacht mitten in der Nacht geht es um „singen, beten, loben den Herrn“, wie wir es früher in einem Kanon oft gesungen haben und in vielen Facetten und Formen und mit allen Sinnen auch heute noch erleben.

Und natürlich geht es auch um Beziehungen, Beziehungen untereinander und Beziehung mit Gott.

Beziehungen sind toll, aber manchmal können sie auch ganz schön stressig sein; da ist es gut, sich darüber auszutauschen, wie das Miteinander erlebt wird, wie es gut funktionieren kann, aber auch darüber, was vielleicht stört oder gar eine Beziehung zerstört oder von Anfang an unmöglich macht. Das gilt natürlich für das Miteinander mit anderen Leuten, es gilt aber auch für das Miteinander mit Gott. Denn auch das kann ganz schön kompliziert oder aufregend sein, wenn man noch ganz frisch in Beziehung zu ihm ist oder die anfängliche Begeisterung im Alltag unterzugehen und zu erlöschen droht oder „Gott“ einfach kaum noch spürbar ist. Wie gehe ich damit um, wo finde ich Rat, Hilfe, Unterstützung?

Das im ganz persönlichen Leben zu beleuchten, erfordert tatsächlich oft genug ein „mutiges Herz“.

Ein mutiges Herz kann auch im ganz normalen Alltag von Vorteil sein, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, neue Wege zu wagen, eine eigene Meinung zu entwickeln und auch zu behaupten.

Ich finde es toll, dass das GJW den Raum für diese „Forschungsarbeit“ ermöglicht, den sicheren Rahmen für intensive Gespräche und den Austausch über persönliches Erleben bietet und darüber hinaus auch die Freude, den Spaß und das Vergnügen nicht zu kurz kommen lässt.

Manche Leute mögen sich gar nicht vorstellen können, wie viel Spaß es macht, in einer riesigen Versammlung Lobpreislieder zu singen, und dabei zu beten, zu tanzen und zu weinen vor Freude und Glück.

Philipper 4, 4 fällt mir dazu ein: „Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“

Um das Geheimnis der Freude an Gott wusste auch schon Nehemia: „Seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ Nehemia 8,10 Die Elberfelder übersetzt: „Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN, sie ist euer Schutz!“

Und so wünsche ich allen Teilnehmern und Mitarbeiter des BUJU ein mutiges Herz und Schutz durch die Freude am HERRN, und GOTTES guten Segen auch über die Zeit des BUJU hinaus.

Den Raum wechseln…. 4. Januar, 2022

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Menschen, die wie ich als Christen von der tiefen Hoffnung – ja Gewissheit – durchdrungen sind, dass mit dem Tod zwar das irdische Leben erlischt, aber in der Ewigkeit Gottes das Leben in anderer Form weitergehen wird, sprechen manchmal auch davon, nur den Raum zu wechseln, den irdischen Raum gegen den himmlischen Raum zu tauschen.

Das hat gestern eine alte Freundin und ehemalige Kollegin des Liebsten getan, sie hat den irdischen Lebenskreis verlassen und „darf nun schauen, was sie geglaubt hat“, wie es früher so oft in den Todesanzeigen gläubiger Menschen formuliert wurde.

Sie, die Freundin unserer Familie, hatte ein langes und segensreiches Leben, das in den frühen 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann, durch den Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft streckenweise nahezu unerträglich wurde, in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg ein unglaubliches Maß an Erleben und Erfahrungen auch außerhalb Deutschlands, sogar außerhalb Europas brachte und in den Jahren der aktiven Zusammenarbeit im Kollegium, dem sie und der Liebste angehörten, zu einem Segen für sehr viele der Studenten wurde, die von ihrem reichen Erfahrungsschatz in und aus der Arbeit mit Gruppen profitierten.

An unserem Familienleben nahm sie fast bis zuletzt Anteil durch lebhaftes Interesse an den Werdegängen unserer inzwischen erwachsenen vier Kinder, ja sogar auch noch am Leben der Enkel.

Sie selbst blieb aus Gründen, die ich hier nicht näher erklären möchte, ehe- und damit auch kinderlos.

Wer ihr begegnete, hatte ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, konnte sich ihrer Anteilnahme sicher sein und, wenn er es denn wollte, sich auf tiefgehende Gespräche über die Sinnhaftigkeit des Lebens, des eigenen, wie das der Gesellschaft, einlassen – niemals an der Oberfläche, immer achtsam im Ausdruck, durchaus auch kritisch, aber niemals verletzend oder – selbst unsichtbare – Grenzen überschreitend.

Sie war eine außerordentlich bemerkenswerte Frau – und dabei so sich selbst zurücknehmend und bescheiden, dass viele Leute erst im zweiten, dritten oder gar vierten Blick bemerkten, welch außergewöhnliches Leben sich in der klugen und zarten Person verbarg.

Nun hat sie die Grenze überschritten, die die Räume trennt.

Im hohen Alter von 98 Jahren ist sie gestern friedlich gestorben, „heimgegangen“ in Gottes Ewigkeit.

Wir werden ihr ein liebendes Andenken bewahren und danken Gott für ihr segensreiches Leben.

Meine ehrliche Antwort auf eine aufrichtig gestellte Frage… 23. November, 2021

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Ich erhielt eine E-Mail von einer Leserin meines Blogs, die mich auf den vorherigen Beitrag ansprach und fragte, wie dieser mit meiner Selbstauskunft zu „himmel und erde“, wie ich sie ja verfasst habe, in Einklang zu bringen sei.

Vielleicht fällt diese von ihr wahrgenommene Diskrepanz auch anderen irritierend auf. Ich habe in einer Mail auf ihre Anfrage geantwortet – und stelle diese Antwort hier ein, um ein wenig näher meine Beweggründe zu erklären:

Liebe X,

aufrichtigen Dank für das aufrichte Feedback und die Nachfrage.

Ich will sie gerne beantworten.

Dazu zitiere ich zunächst meinen Eingangssatz:

„Was sind das – was seid Ihr – nur für schreckliche Ignoranten und Verharmloser der NS-Zeit, die immer wieder die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie mit der Willkür und dem Terror vor allem gegen Juden, aber auch gegen andere Minderheiten vergleichen?“

Es geht mir nicht um eine andere Meinung zum Impfgeschehen, auch wenn ich über viele Statements ungläubig den Kopf schütteln muss. Es geht mir in dem Beitrag explizit um diejenigen, die ihren Widerstand mit dem Widerstand gegen das NS-Regime vergleichen, oder, schlimmer noch, die sich selbst mit den Opfern des Regimes auf eine Stufe stellen.

Seit ich – geboren 1949 –  mit ungefähr  14 Jahren oder sogar noch jünger das Buch „Exodus“ von Leon Uris gelesen habe und mit den unvorstellbaren, schrecklichen Taten der Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus konfrontiert wurde,   hat mich immer wieder in veränderter Form die Frage bewegt  und  ich  habe sie mit Vehemenz meinen Eltern und Großeltern gestellt: Warum habt ihr das, die Verfolgung und Ermordung von 6 Millionen europäischen Juden, zugelassen, warum habt ihr das Morden an den Juden einfach ignoriert.

Viel später in meinem Leben ist mir klar geworden, dass ich diese Frage aus der sicheren Position eines Kindes der Nachkriegszeit gestellt habe, ich selber aber gar nicht sicher weiß, wie ich mich denn verhalten hätte. Die Frage blieb dennoch bestehen, aber die Anklage gegen meine (direkten eigenen) Altvorderen wurde schwächer, ich wurde barmherziger.

1992 war ich zum ersten Mal in Israel, inzwischen deutlich meiner eigenen charakterlichen Anteile bewusst, und in dem Gefühl, tatsächlich zum Volk der Täter zu gehören, auch wenn es – Dank sei Gott – in meiner Familie keine aktiven „Parteigenossen“ und schon gar keine (aktiven) Täter gab (aktive Widerständler gab es aber auch nicht). Aber mit dieser Einstellung „ich gehöre zum Tätervolk und nicht zu den Opfern“  besuchte ich die Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem – und es traf mich bis ins Mark. Die Dokumente und Briefe, mit denen dem „Führer“ mitgeteilt wurde, eine Stadt sei „judenrein“, die nüchtern verfassten Protokolle über die Sterberate durch Arbeit und mangelnder Ernährung in den Arbeitslagern, die Bilder von Bergen menschlicher Haare, Schuhen, Brillen, die Aufzählung der Namen der gemordeten Kinder….  Das Grauen so hautnah zu spüren… Ich bin seitdem noch einige Male in Yad Vaschem gewesen, zuletzt 2018, der Schrecken, die Scham, das Grauen wirkt auf mich und in mir unverändert fort.

Ich bin  hier in Deutschland in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gewesen, allein und später als Begleiterin von Jugendgruppen… Es ist ein stiller Ort, der die Schrecken nicht spiegelt, aber in der Dokumentationsstätte sehr gut medial darstellt und erfahrbar macht.

Im Oktober habe ich an einem Schweigemarsch in Hamburg teilgenommen, der nach dem Angriff auf einen Juden, der dabei schwere Verletzungen davontrug, auf Initiative einer jüdischen Facebook-Freundin organisiert wurde. 300 Leute nahmen daran teil, einige, wie ich, die nicht in Hamburg wohnen, waren extra angereist. 300 Menschen demonstrieren schweigend gegen den erstarkenden Antisemitismus, aber Tausende demonstrieren gegen die Corona-Regeln.

 Es kommen Menschen in den Corona-Zeiten daher und vergleichen die jetzige Regierung mit der Diktatur Adolf Hitlers, die Umsetzung der Impfmöglichkeiten und die Einschränkungen, die wir ja durch die Welle erleben, mit dem Druck, der Verfolgung und  den unglaublichen Zuständen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Das macht mich fassungslos. Das macht mich unglaublich fassungslos. Das macht mich auch wütend. Dafür habe ich gar kein Verständnis. Das finde ich schändlich, widerwärtig. Ich kann meiner Verachtung für Leute, die solche Vergleich auch nur anstellen und weitergeben, gar nicht in passenden Worten Ausdruck geben.

Zugleich erlebe ich eine extrem rasante Zunahme des Antisemitismus in Deutschland. Meine jüdischen Freunde stehen nahezu alle vor der Frage, ob es nicht besser sei, Deutschland zu verlassen und nach Israel auszuwandern. Ich lese von Beleidigungen jüdischer Kinder in den Schulen, von Mobbing, Anfeindungen, tätlichen Übergriffen – auch auf Erwachsene.

Und da kommen Impfgegner daher und nehmen für sich in Anspruch, wie die Juden – weiland und heute wieder – „Opfer“ zu sein, noch dazu Opfer des besten demokratischen Staates, den Deutsche je hatten!

Angesichts dieser Gemengelage finde ich meinen Blogbeitrag   extrem harmlos, ja, geradezu freundlich formuliert.

Es geht mir nicht darum, irgendeine Meinung zu kritisieren. Ich kritisiere und verachte „diese besondere Meinung und Haltung“ und kann sie auch nicht mit dem Mäntelchen christlicher Nächstenliebe zudecken. Im Gegenteil. Es entsetzt mich, dass auch bekennende Christen solche Ansichten, wie ich sie im Blog kritisiere, vertreten.

 Jeder hat natürlich das Recht, sich gegen eine Impfung zu entscheiden, aber er sollte sich gut überlegen, wie er das begründet und seine möglichen Ängste vor der Impfung nicht hinter dem „Pseudomut als Widerstandskämpfer“ verstecken.

Schon gar nicht richtet sich meine Kritik gegen diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen oder können. Für die habe ich vollstes Verständnis. Ich habe sogar ein gewisses Verständnis für diejenigen, die meinen, Gott würde sie auf andere Weise vor der Ansteckung mit Corona bewahren und die deshalb die Impfung ablehnen. So eine Argumentation kenne ich aus anderen Bezügen, beispielsweise bei psychologischen Themen. Zum Zahnarzt geht man selbstverständlich, auch einen Blinddarm lässt man sich operieren, aber für psychische Probleme ist  bitte  nur Gott selbst zuständig.

Gott hat uns einen gut funktionierenden Verstand gegeben. Wir dürfen ihn auch nutzen, um Probleme zu bewältigen. Corona ist ein Problem und die Impfung – und alle Einschränkungen – sind Teil der Lösung.

In diesem Sinne, alles Gute, Gesundheit und Segen für Sie,

Ihre „Rika“


Die wenigen Angaben in Klammern, habe ich nachträglich für diesen Beitrag eingefügt.

Meine Bezüge auf Gott sind dem Brief und der Anfrage geschuldet die mir gestellt wurde. Darin wird ausdrücklich meine christliche Grundhaltung angesprochen.

Auch Christen dürfen wütend werden…. und müssen nicht alles in frommer Haltung ertragen.

Einfach so…. 8. Dezember, 2020

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„Einfach so“ will ich schreiben…. oder, wie es eine meiner Tanten vermutlich formuliert hätte, würde sie noch leben: Frei von der Leber weg.

Draußen zaubert die Nachmittagssonne goldenes Licht und die Krähen sitzen in den Bäumen und krächzen, dass man sich fürchten könnte, würde man, wie die Menschen in früheren Jahrhunderten, dieses Krächzen als böses Omen ansehen – Krankheit und sogar Tod verkündend. Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind in denen Menschen auf die Zeichen der Natur besonders acht gaben und in ihnen Botschaften des Himmels oder der Hölle sahen, je nachdem….

Aber sind diese Zeiten wirklich vorbei?

Haben wir Menschen wirklich aufgehört auf seltsame Zeichen zu achten, uns vor böswilligen Verheißungen in Form von Messages aller Art zu fürchten und sie abzuwehren mit – einem Gegenzauber nicht unähnlichen – Beschwörungsformeln, meist ausgedrückt in wirklich üblen Beschuldigungen, verleumderischen Zuweisungen, seltsamen Theorien, die mehr aus dem Bereich der Fiktion, denn aus gut begründeten Forschungsergebnissen stammen…. ?

Draußen ist das Licht golden und lässt die letzten Blätter an den Bäumen leuchten und den Himmel noch strahlender aussehen als zu sonstigen Tageszeiten.

Am Vogelhäuschen holen sich Meisen und Amseln ihre tägliche Futterration ab, noch ist es nicht kalt, noch liegt kein Schnee, so sehr ich mir auch beides wünsche…. klirrende Kälte, tiefblauen Himmel über einem schneebedeckten Land…. „Übers schneebedeckte Feld wandern wir…“ heißt es in einem Weihnachtslied, das, wenn ich mich nicht irre, auf das Bestreben der Nationalsozialisten zurück geht, christliche Weihnachtslieder durch nicht christliche Winterlieder abzulösen… Ich habe das Lied früher gerne gesungen, es hat eine melancholische, leicht eingängige Melodie und den Text kann man in den Wochen vor Weihnachten auch auf das christliche Fest beziehen…. „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud..“

Wer würde sich nicht auf das Weihnachtsfest freuen, selbst dann, wenn er es aus religiösen Gründen gar nicht feiern würde, sondern nur der schönen kulturellen Begleiterscheinungen wegen, Zusammensein mit der Familie, Kerzenschimmer (früher wohl auch Duft, aber der ist in vielen Häusern den nicht duftenden „Elektrischen“ gewichen), feines Essen und natürlich die Geschenke, die wahlweise unter oder neben dem Tannenbaum liegen oder auch ganz ohne Baum weitergereicht werden und Freude bringen. „Man“ braucht den biblisch- religiösen Bezug doch gar nicht, um all das genießen zu können.

Nach Frau Kässmann, so war es unlängst in einem sozialen Medium zu lesen, gibt es ohnehin „kein Recht auf Weihnachten“. Manno, da hat sie wieder einen Satz rausgehauen, würde ich es mal etwas flapsig beschreiben. Kein Recht auf Weihnachten. Ich habe, muss ich gestehen, nur diesen Kernsatz gelesen und ihre vermutlich erhellenden weiteren Ausführungen dazu nicht auch noch… die wurden nämlich nicht mitgeteilt, ich könnte sie natürlich mit dem Suchmaschinchen finden. Aber auch das ist doch heute in den s.M. (sozialen Medien) so üblich. Jemand schreibt eine provokante Überschrift und schon springt das Kommentatoren-Roulette an und ein vielstimmiger Chor zumeist kritischer Stimmen erhebt sich, ohne dass auch nur einer der Choristen den eigentlichen Text gelesen hätte… (Mir passiert das auch ganz oft, dass ich auf die Titelzeile bereits reagiere… ) Es ist wie das Krähengeschrei da draußen, jeder versucht noch ein bisschen lauter, noch ein bisschen bissiger, noch ein bisschen böswilliger zu schreiben…. Selten nur finden sich ruhige und sachliche Stimmen….

Was könnte Frau Kässmann also gemeint haben mit ihrer provozierenden Feststellung? Es gibt so viele „Rechte“, die wir gedankenlos für uns in Anspruch nehmen, einfordern, als selbstverständlich erachten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob so ein „Recht“ auch wirklich zu Recht besteht. Manches, was wir als „Recht“ ansehen, ist einfach nur eine lieb gewordene Gewohnheit – und erst wenn sie infrage gestellt oder etwa durch Maßnahmen, wie sie jetzt wegen „Corona“ erforderlich werden, bedroht sind, merken wir, dass diese Selbstverständlichkeiten gar nicht so selbstverständlich sind.

Treffen zu Weihnachten mit der gesamten Familie? Geht das überhaupt? Und wollen wir das auch riskieren, wenn die Zahlen, die jeden Tag veröffentlicht werden, eher wie der mittelalterliche Fluch und „Gottseibeiuns“ anmuten, Unheil verheißend wie der Krähengesang, vor dem sich die Leute fürchteten? In unserer Familie kämen immerhin fünf verschiedene Haushalte aus vier verschiedenen Orten zusammen, dazu die Enkelkinder, die in Schulen und Kita gehen…. Da kann bei einem Treffen eigentlich nicht mehr von „social distancing“ die Rede sein, da wird unser Haus und Gärtchen eher zum Spreader.

Aber die Sehnsucht ist doch da, sich zu treffen, einander zu begegnen, miteinander zu klönen, zu singen, zu essen, zu spielen…

Wie können wir es trotz aller Corona-Besorgnisse organisieren?

Wir denken darüber nach, haben sogar schon einen Plan gemacht, der, sollten die Zahlen nicht weiter steigen, auch funktionieren könnte. Und natürlich gibt es einen Plan B und einen Plan C und auch die Einsicht, dass wir vielleicht genötigt sind am 22. Dezember zu sagen: Ihr Lieben alle, es hat keinen Sinn und es ist unfassbar traurig, aber wir – jeder der fünf Haushalte – müssen zu Hause bleiben und im eigenen Haushalt Weihnachten feiern und allenfalls die moderne Technik nutzen, uns zuwinken und per Skype Weihnachtslieder gemeinsam singen ….

Ja, das könnte Frau Kässmann gemeint haben. Es gibt eigentlich kein verbrieftes Recht, „Weihnachten wie immer“ zu feiern, so traurig und bitter das auch immer sein mag.

Aber es gibt natürlich ein Recht auf Weihnachten, darauf, sich an den Ursprung für das Feiern dieses Festes zu erinnern, daran, dass wir der Geburt Jesu gedenken, sein Kommen in die Welt feiern … „uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren“…. wobei es theologisch ja nicht ganz richtig ist auf den Zusatz zu verzichten „vor gut 2000 Jahren“, aber das ließe sich nun wirklich schlecht singen und müsste überdies alle Jahre neu berechnet werden….

Also auf dieses „Weihnachten“ und seine wunderbare Botschaft habe ich jedes Recht der Welt… und ich bin unsagbar dankbar dafür in einem Teil der Welt zu leben, in dem ich die Inanspruchnahme dieses Rechts nicht heimlich erleben muss und ich nicht dafür bestraft werde, wenn ich es öffentlich singend verkünde:

„Freu dich Erd und Sternenzelt, Halleluja, Gottes Sohn kam in die Welt, Halleluja. Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren…“ Noch ist der Stichtag, den wir als „Geburtstag“ annehmen, nicht gekommen, aber er kündigt sich an…. drum sei noch an das andere Lied erinnert: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit….“

 

Draußen wird das Licht weniger …. und die Krähen haben ihr Gekrächze auch eingestellt .

 

 

Lob als Ablenkungsmanöver? 13. August, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, flüchtlinge, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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In einem katholischen Magazin berichten die  Vertreter der beiden großen Christlichen Kirchen in Deutschland über die spontane Aktion im Jahr 2015, als tausende Flüchtlinge täglich in Deutschland ankamen und was sie, die Bischöfe, seither besonders bewegt.

Fünf Jahre Willkommenskultur“ ist der Bericht überschrieben. (Bitte das Interview lesen)

Ich will nicht, wie Roland Tichy in seiner durchaus berechtigten kritischen Stellungnahme zu eben diesem Interview, von  einem „bischöflichen Bullerbü“ reden, in dem sich die Bischöfe die Welt schön reden und die Wirklichkeit gekonnt ausblenden.  (Auch diesen Artikel bitte lesen)

Mich beschleicht angesichts der bischöflichen Lobreden zur Flüchtlingsthematik und der eigenen bischöflichen Rolle dabei ein ganz anderer Gedanke:

Benutzen die Bischöfe nicht dieses Thema, um von  weitaus schwierigeren Problemen der Kirche – beider großen Kirchen – abzulenken? Es stehen neben dem Mitgliederschwund doch sehr viele wesentliche Fragen auf der Agenda der inter- wie intrakirchlichen Probleme.

Als Außenstehende – ich bin freikirchliche Christin  – bekomme ich die Fragen nur am Rande mit.

Stichworte sind zum Beispiel:

„gemeinsames Abendmahl von Wiederverheirateten“ in der katholischen Kirche,  „gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christen“, „Ordination von Frauen“,  „Zölibat“, „Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen“, „Papst als Oberhaupt aller Christen“, „was ist Kirche – gehören evangelische und freikirchliche Christen dazu?“ „Mission und Evangelisation“, „Prozess der Säkularisierung der Gesellschaft“, „Kirchensteuer versus Freiwilligkeit“, „Sakramente“…. um nur die Punkte zu nennen, die mir durch die Lektüre zahlreicher Veröffentlichungen bewusst sind.

Noch nicht eingebunden in den „Problem-Katalog“ ist die Frage nach der möglichen gemeinsamen theologischen Basis mit den Freikirchen in Deutschland, insbesondere was das Taufverständnis und die Frage „Sakramente“ angeht. Was ist das Einende, was das Trennende?

Eine weitere strittige Frage ist:  Wie sieht die theologisch begründete Abgrenzung zum Islam und dem islamischen Gottesverständnis aus?

Ich bin immer wieder verwundert, um nicht zu sagen frustriert, dass insbesondere zu dem letztgenannten Punkt – der ja in Bezug auf die überwiegend muslimischen Flüchtlinge nicht uninteressant ist – wenig öffentlich geführte oder doch zumindest dokumentierte   Diskussionen erkennbar sind, und damit meine ich die Gespräche, die doch vermutlich unter Theologen und Fachleuten im Auftrag der Institution „Kirche“ geführt werden und die so aufbereitet werden müssten, dass sie auch  Laien, einfachen Kirchenmitgliedern und interessierten Gemeindeleuten zugänglich und verständlich  sind. Fürchten die Verantwortlichen vielleicht, dass veröffentlichte Debatten möglicherweise das Kirchenvolk verunsichern könnten?

Mit anderen Worten, sollen Interviews wie das oben verlinkte davon ablenken, dass es viele Fragen in beiden Kirchen gibt, die noch lange nicht beantwortet sind?

Dienen auch die diversen Aktivitäten in anderen „Spezialgebieten“ der Kirche, wie „Sorge um die Artenvielfalt“, „Klimaschutz und Erderwärmung“, „Tierwohl und Bewahrung der Schöpfung / Umwelt“ in erster Linie dazu, eine „Pseudoeinheit der Kirchen“ zu suggerieren, die aber näherer Betrachtung nicht standhält?

Wie steht es um die Beantwortung solcher Fragen?

Wenn alle Christen den „Leib Jesu“  bilden und Jesus das Haupt der Gemeinde ist, wie Paulus schreibt, braucht „die Kirche“ dann einen Stellvertreter Christi auf Erden? Ist der Papst der „Heilige Vater“ aller Christen oder doch nur das Oberhaupt der Katholiken?

Was würden die beiden Bischöfe wohl auf diese Fragen antworten?

Glauben wir alle an den gleichen Gott – Christen und Muslime und auch Juden? Nach meiner Wahrnehmung wird das locker-flockig verlautbart, vielleicht, weil  diese Frage zu kompliziert ist, als dass sie zu einem öffentlichen Interview  der beiden Bischöfe taugte, die zudem auf dem Tempelberg ihren muslimischen Begleitern zuliebe das Kreuz  – als Zeichen des gekreuzigten und auferstandenen  Christus – verbargen? Gaben sie damit nicht schon ein deutliches Zeichen?

Diese Fragen offen anzugehen, ist schwierig, da ist es doch ungleich einfacher, ein Rettungsboot ins Mittelmeer zu entsenden und sich voller Eigenlob an die Rettungstaten zu erinnern, die man den Flüchtlingen seit 2015 so nächstenliebend entgegen brachte und bringt.

Um bitte nicht missverstanden zu werden, ich sehe natürlich die Notwendigkeit den Flüchtlingen zu helfen, sie vor dem Ertrinken zu bewahren, das ist gar keine Frage.

Aber diese Arbeit darf nicht darüber hinweg täuschen und erst recht nicht als Ablenkungsmanöver dazu dienen, dass wir Christen Gefahr laufen,  durch einen wohlmeinenden Aktivismus die zentrale Botschaft des Evangeliums aus den Augen zu verlieren:

JESUS ist das Zentrum, sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung sind das angebotene Heil für diese Welt.

Sollte das nicht wieder ins Zentrum der Verkündigung gerückt werden…. und nicht die guten Werke.

Manchmal, so will es mir vorkommen, werden die vielen Gleichnisse Jesu, seine Wundertaten und prophetischen Worte nur dazu gebraucht, eine „christliche Begründung“ für rot-grüne Politik zu haben, die besonders die  evangelische Kirche mit Vorliebe betreibt und von ihren Kanzeln verkündet….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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