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Heute nur Wetter…. und vielleicht noch Wolken… 14. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Was ich in den letzten Tagen auf allen Kanälen an Meinung, Haltung, Zumutung erfahre, macht mich geradezu stumm vor Ohnmacht.

Deshalb will ich weder zu weißem Rassismus noch zu möglichen anderen Farben und Schattierungen dieses Phänomens Stellung nehmen, das unter anderem Namen das Miteinander der Menschen kennzeichnet seit die ersten Lebewesen auf die der Begriff „Mensch“ zutrifft,  diesen Planeten bevölkern.

Es ging doch niemals in erster Linie darum die Andersartigkeit der Menschen zum Ausschlusskriterium zu machen, WEIL Menschen sich durch äußere Merkmale von der sie umgebenden Mehrheit unterschieden, es ging – und geht auch heute noch – immer darum, dass Macht ausgeübt wird, die Macht des Stärkeren, des Mutigeren, des besser Bewaffneten, des Wissenden über die vermeintlich Unwissenden, des Einheimischen über den Fremden, um Ausbeutung der Schwachen durch die Starken…  und …  und  …. und.

Und immer gab es Konstrukte die Ausübung der Macht zu rechtfertigen oder – im besseren Fall – zu überwinden. Manche dieser letzt genannten Konstrukte erwiesen sich als unzulänglich, andere als grundfalsch und wieder andere als annehmbar, aber gleichzeitig als Herausforderung in der Umsetzung, sowohl  für den Einzelnen, wie auch für die Gesellschaft.

Gerade fegt ein Furor der Schuldzuweisungen und Selbstanklagen durch unser Land, dass mir Hören und Sehen vergeht. Eine „vorgebliche Wut“ ungeheuren Ausmaßes droht die Gesellschaft zu erfassen, wie es sie seit der Zeit Rudi Dutschkes, der Studentenunruhen und in später Folge seit dem Terror der RAF nicht mehr gegeben hat.  Die Zerstörung des gesellschaftlichen Konsens, als  einer auf dem Grundgesetz basierenden Übereinkunft aller gesellschaftlichen Kräfte scheint möglich. Eine seltsame Allianz aus Regierung, Opposition, APO, Medien und NGOs treiben diesen Prozess an – undifferenziert, grell, in übertriebener Bereitschaft, alles, aber auch alles auf den Prüfstand der mit „Rassismus“ betitelten  Anklage zu stellen.

Ich verweigere mich diesem Aufruhr, ich mach nicht mit.

Ich rede über das Wetter.

Es regnet da draußen, feine „Bindfäden“, kaum vom Wind zerstoben in alle Richtungen, stetig und ruhig. Mein Gärtchen freut sich und ich mich auch. Ich muss nicht gießen, die Wiese nicht sprengen, den Fischen kein frisches und kaltes Wasser zukommen lassen…  auch die Grabpflege erübrigt sich fast vollständig und die Bauern scheinen endlich beruhigt, dass kein weiterer trockener Sommer die Ernte der Feldfrüchte schmälert.

Natürlich bin ich dem Wetter im Prinzip relativ hilflos ausgeliefert. Und ebenso natürlich kann ich Regenzeug und Gummistiefel anziehen, kann den Regenschirm aufspannen und vorsichtig die Pfützen meiden, die sich auf dem Hof und den Gehwegen bilden. Es gibt jedoch keinen Knopf, den ich nur zu tätigen brauchte, um den himmlischen Wassersegen abzustellen. DAS kann weder ich, noch irgendjemand sonst wirklich beeinflussen. Gott sei Dank, möchte ich da voller Inbrunst sagen. Man stelle sich nur vor, jemand hätte nun auch noch Gewalt über „Wolken Luft und Winden“, wie es so schön in einem Lied heißt, das ich immer gerne gesungen habe.

„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege, des, der den Himmel lenkt. Der Wolken Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Paul Gerhard hat dieses Lied gedichtet… in einer Zeit, die von größten Nöten und Heimsuchungen in der Folge des Dreißigjährigen Krieges  geprägt war.

Wer heute sich diesem „Befiehl du deine Wege“ anvertraut, wird leicht eines Fatalismus beschuldigt, der jede eigene Anstrengung zur Lösung schwieriger Problem zugunsten des Eingreifens des Allmächtigen unterlässt. Doch ist nicht das Vertrauen auf Gott, das Loslassen des Drangs, alles selbst in die Hand nehmen zu müssen, eine der schwersten und anstrengendsten Übungen überhaupt, dieses Eingestehen der eigenen Ohnmacht gegenüber dem, was unabänderlich erscheint und vielfach auch tatsächlich ist – jedenfalls nicht zu meinem Machtbereich gehört?

Ich kann dem Wetter trotzen, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann „nur“ reagieren.

Das ist das Gute am Wetter, ich bin nicht verantwortlich zu machen, dass es regnet, friert, schneit oder eben ein trockener Sommer die Dürre mit sich bringt.

Ich bin aber dafür verantwortlich entsprechende Kleidung bereit und  das Dach dicht zu halten, Fenster und Türen bei Sturm und Kälte zu schließen und die Vorsorge vor den Unbillen des Wetters  zu treffen, die tatsächlich in meiner Macht steht.

 

 

(Ein Gewitter zieht auf…. Tiers am Rosengarten)

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Regensturm an der Nordsee…

 

„Solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht….“

Was ist der Mensch, dass er dieser Zusage Gottes an den Fortbestand der Erde  etwas entgegensetzen könnte….

 

 

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