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Warten auf ein Angebot…. 29. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Habe ich hier schon mitgeteilt, dass ich ein höchst ungeduldiger Mensch bin, besonders wenn es darum geht, ein Vorhaben zeitnah – zeitNAH !!! – in Angriff zu nehmen und umzusetzen?

Es war der 9. September, als wir mit einer sehr unerfreulichen Tatsache konfrontiert wurden: Im Häuschen auf der Wiese hatte sich ein nicht unerheblicher Wasserschaden ereignet, der umfangreiche Reparaturmaßnahmen erfordert. Genau, „erfordert„, denn das ist immer noch die angebrachte Zeitform.

Der Schaden wurde der Versicherung gemeldet, die, nach entsprechender Bedenkzeit und nachdem der Schaden ausführlich begutachtet worden war, auch die Kostenübernahme zusagte, da tatsächlich ein Versicherungsfall vorliegt. Da war es schon Oktober. Eine Firma wurde uns empfohlen, die auf die Behebung solcher Schäden spezialisiert ist. Dankbar nahmen wir den Vorschlag an, riefen die Firma an, diese erstellte einen Kostenvoranschlag für die „Abbrucharbeiten“ und wir kamen mit ihr (und der Versicherung) überein, ihr die Behebung des Schadens zu überlassen.

In der ersten Novemberwoche schickte die Firma ein Team, das die Küche ausräumte (nachdem ich die Schränke geleert hatte) und den Fußboden samt Unterbau komplett entfernte. Seitdem ist dort, wo eigentlich die Küche zu nutzen sein sollte, ein großes Loch, das bis auf den Wiesengrund reicht. Einige feuchte Stellen in den tragenden Balken verhinderten aber den sofortigen Wiederaufbau der zuvor abgerissenen Fußbodenkonstruktion. Trocknen und Warten war angesagt.

Am 16. November wurden die Balken von einem Mitarbeiter der Firma für trocken erklärt, ich suchte den neuen Bodenbelag aus, die Firma erstellte einen weiteren Kostenvoranschlag für die Wiederherstellung – jedenfalls wurde uns das zugesichert.

Inzwischen war der warme Spätsommer auch an der Küste in einen „noch warmen“ Herbst übergegangen, der noch warme Herbst wich bald dem frostig kaltem und windreichen Novemberwetter. Eigentlich müsste spätestens zu diesem Zeitpunkt das Häuschen „winterfest“ gemacht werden. Eigentlich, aber noch immer gähnt das dunkle Loch an Stelle der Küche.

Bei einem Anruf zu Beginn der vergangenen Woche versicherte die Firma, der Kostenvoranschlag an die Versicherung sei „raus“. Wir bekamen aber keine Kopie, dafür jedoch die Rechnung für die bisher geleisteten Arbeiten.

Übermorgen ist der 1. Dezember. Noch immer keine Nachricht von Versicherung, Firma oder dem Koordinator der Arbeiten.

Voller Ungeduld rief ich bei der Firma an und wurde von einer sehr freundlichen jungen Frau am Telefon begrüßt, die aber nicht sagen konnte, ob der Kostenvoranschlag „raus“ sei oder nicht.

Wenn man bedenkt, dass auch der bürokratische Weg lang ist und die Arbeiten erst beginnen können, wenn das Okay der Versicherung vorliegt, kann man vermutlich abwägen, wie hoch mein Empörungslevel über diese Verzögerung inzwischen ist.

Geduld ist wirklich nicht meine Stärke.

Aber genau das ist es, was jetzt von mir gefordert wird – und Zuversicht, dass doch noch alles vor Weihnachten geregelt werden kann, wollen doch einige Leute aus meiner Familie Ende Dezember und Anfang Januar den Winter im Häuschen auf der Wiese genießen.

Sollte aber die Schließung des Lochs immer noch nicht begonnen werden können, wünsche ich mir ab sofort sommerliche Temperaturen, so um die 18 – 20°, damit sich der bereits bestehende Schaden nicht noch zu einem Megaschaden entwickelt.

SOFORT, wenn ich bitten darf!

N A C H K L A P P

Nach weiteren Telefongesprächen schwindet die Hoffnung auf eine zügige Wiederherstellung des Häuschens. Ich muss zu allem Überfluss gestehen, dass ich nicht sicher sein kann, ob ich gerade Zeuge des bekannten Spiels „Schwarzer Peter“ bin, wobei der „Schwarze Peter“ wohl eher bei dem Koordinator zu verorten ist, er ist nämlich, im Gegensatz zur Firma, nicht zu erreichen und sein Anrufbeantworter vertröstet mich darauf, so schnell wie möglich angerufen zu werden. Darauf warte ich nun auch schon seit ein paar Stunden…

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Advent, Advent, mein Lichtlein brennt… 23. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Vielleicht – so denke ich – sollten sich die Leute, die heuer für begrenzte Beleuchtung in der Weihnachtszeit werben, doch mal mit der Geschichte des hierzulande so beliebten Brauchs, in der Adventszeit einen Adventskranz aufzuhängen oder aufzustellen, beschäftigen.

Die Idee für dieses Tun, hatte der „Hausvater“ einer Einrichtung für „armer Leute Söhne und Töchter“, die in einer der frühen Sozialeinrichtungen der Stadt Hamburg betreut wurden, damit sie von der Straße kamen.

„Anfang des 19. Jahrhunderts leben im Stadtstaat
Hamburg (der heutigen Innenstadt) 100.000 Men-
schen, 60 Prozent davon in Armut. In den Elends-
stadtteilen sind soziale und hygienische Verhält-
nisse katastrophal. Besonders betroffen sind die
Kinder: Verwahrlosung, Kriminalität und Prostituti-
on sind für sie alltäglich. Nur die wenigsten haben
das Nötige zum Leben. Viele sind körperlich unter-
entwickelt und krank.
Das erlebt auch der junge Theologe Johann Hin-
rich Wichern, als er 1832 vom Studium in Göttingen
und Berlin nach Hamburg zurückkehrt.“

So beginnt die Erzählung über die Geschichte des Rauhen Hauses in Hamburg, nachlesen kann man sie unter dieser Adresse: „Rettungsdorf

Und was hat das mit dem Adventkranz zu tun?

Die Kinder und jungen Menschen, die im Rauhen Haus ein Zuhause gefunden hatten, erfuhren nicht nur Geborgenheit und eine Versorgung mit den ganz alltäglichen Dingen des Lebens, sie wurden ebenso, wie könnte man es von einem Theologen auch anders erwarten, mit der christlichen Lehre vertraut gemacht, zu der damals wie heute die Traditionen der christlichen Feste gehören. Wenn der Herbst aufzieht und mit Dunkelheit und Kälte den Winter ankündigt, steht bald eines der bekanntesten Feste vor der Tür, Weihnachten. Und auch wenn vor 200 Jahren die Geschenke noch lange nicht so üppig waren, wie wir es heute kennen, so dürften sich die Kinder des Rauhen Hauses doch auf ein kleines Geschenk zu Weihnachten gefreut haben und sahen daher dem Fest voller Ungeduld entgegen.

Wer kennt sie nicht, die Frage aller Fragen ungeduldiger Kinder: WIE LANGE NOCH?

Der barmherzige Pastor kam darum auf die Idee, für die Kinder ein sichtbares Zeichen der Wartezeit zu schaffen. Die Geschichte erzählt, dass er ein großes Wagenrad im Betsaal des Rauhen Hauses aufhing und es mit so vielen Kerzen bestückte, wie die Wochen vom 1. Advent bis zum 1. Weihnachtstag Tage haben, große weiße Kerzen für die Sonntage, kleinere rote Kerzen für die Wochentage. Die Anzahl der roten Kerzen war von Jahr zu Jahr unterschiedlich, die der weißen immer gleich. Bei der täglichen abendlichen Andacht brannte die entsprechende Anzahl der Kerzen – und so wurde es von Abend zu Abend heller und festlicher im Betsaal und die Kinder konnten sehen, wie lange es noch dauern würde bis zum Fest.

Später wurde Tannengrün um den hölzernen Ring gebunden.

Es gab ziemlich bald Nachahmer dieser schönen neuen Advent-Attraktion, die auf diese Weise sehr schnell zur „Tradition“ wurde. Für den privaten häuslichen Gebrauch war aber der Adventskranz des Rauhen Hauses dann doch zu groß. Man reduzierte den Umfang des Kranzes und auch die Anzahl der Kerzen – diese auf vier, entsprechend den 4 Adventssonntagen.

Inzwischen – ich meine die Zeit seit etwa 100 Jahren bis heute – gibt es neben den traditionellen Kränzen auch alle möglichen Gestecke in allen nur denkbaren Farben und Formen, der Hinweis auf das bevorstehende Christfest ist in vielen Häusern gar nicht mehr der Hauptgrund für ihr Aufstellen. Und auch bei denen, die die Adventszeit mit der Besinnung auf die Menschwerdung Jesu begehen, dienen Adventskranz oder Gesteck, Kerzen, Tannengrün und schmückendes Beiwerk auch dem Gemüt in der selbst heute noch dunklen Jahreszeit.

Und weil künstliches, bzw. elektrisches Licht in finstrer Nacht nicht nur der Beleuchtung des Weges dient, sondern auch ein wenig festlichen Glanz in unsere trüben Tage zaubern soll, bleibt es seit einigen Jahren in der Adventszeit nicht bei den Kerzen auf dem Adventskranz. Lichterketten, Sterne, Engelsgestalten, Weihnachtsmänner, Rehlein, Nikoläuse mit Rentierschlitten, Schneemänner, allesamt großzügig illuminiert beleuchten unsere Dörfer und Städte, dass es eine Art ist. Manche Art ist allerdings einfach zu viel des Guten.

Da trifft es sich doch gut, dass in diesem Jahr die Stromversorgung besonders im Augenmerk des kritischen Betrachters steht. Die Schuld daran tragen zwei höchst unterschiedlich schwerwiegende Drohszenarien, die noch dazu in einander beängstigender Abhängigkeit stehen.

Wir alle wissen, dass in Deutschland bisher der Strom auf zumeist konventionelle Weise durch Kraftwerke erzeugt wird, die entweder von Stein- und Braunkohle oder von Erdgas betrieben werden und darum zum Untergang der Welt in ein paar Jahren führen werden, oder aber von Atomkraftwerken, die, wenn sie nicht sofort zu einem schrecklichen Unglück führen (können), spätestens aber durch ihre Altlasten das Leben auf unserem Planeten gefährden, wenn nämlich die Fässer und Stollen, in denen die Altlasten „sicher“ bewahrt werden, nicht mehr sicher sind und strahlendes Material austritt. Diese Drohung des baldigen oder verzögerten Endes des bewohnbaren Planeten wurde bisher in Sachen weihnachtszeitlicher Illumination der westlichen Hemisphäre als zu vernachlässigendes Risiko eingestuft.

Jetzt aber ist Krieg – und damit erhöht sich die drohende Gefahr für uns alle. Mit Putin macht man keine Geschäfte, schon gar keine, die ihm durch den Verkauf von Erdgas riesige Gewinne bringen, mit der er seinen schmutzigen Krieg gegen die Ukraine (und indirekt auch gegen den solidarischen Westen) finanzieren kann. Kein russisches Gas mehr für die Elektrizitätswerke. Zwar könnte das die Gefahr der Erderwärmung reduzieren, aber ohne sichere Energie keine Sicherheit für Wirtschaft und Haushalte. Also wird Gas sehr teuer von allen möglichen Freunden und Schurkenstaaten bezogen und muss darum sorgfältig eingesetzt werden für die Stromversorgung der wirklich wichtigen Einrichtungen. Das leuchtet ein. Und deshalb sollen die Städte und Dörfer in dieser Adventszeit weniger leuchten.

Ich finde es ja durchaus richtig, um nicht zu sagen, ganz ausgezeichnet, dass ein bisher geradezu überbordendes Lichtermeer sowohl in den öffentlichen, als auch in den privaten Haushalten spürbar eingedeicht wird.

Doch das, was ich heute las, ist dann des Guten (an Einsparung) doch zu viel. Der Weihnachtsbaum vor dem Kanzleramt wird mit weniger LED-Kerzen bestückt als in früheren Jahren und die Leuchtzeit der Funzeln soll auf magere 4 Stunden, von 16.00 bis 20.00 Uhr nämlich begrenzt werden.

Den dezenten Hinweis, den Achgut auf die große Reisegesellschaft, die großzügig mit vielen Fliegern zur Rettung des Planeten nach Sharm El Scheikh aufgebrochen war und dort 3 lange Wochen residiert hatte, gebe ich hier nur stichwortartig wieder. Da spielte weder die Klimaerwärmung durch den Flugverkehr eine Rolle, noch die Sorge um eine generell für möglich gehaltene Energieknappheit. Der Kampf fürs Klima rechtfertigt alle dafür notwendigen Schritte und Flugmeilen.

Allerdings, so stand es auch bei Achgut, wird der Verzicht auf die schöne Beleuchtung des Tannenbaums vorm Kanzleramt das Klima ebenso wenig beeindrucken, wie die Reduktion der Weihnachtsbeleuchtung in Stadt und Land. (Die scheint aber wegen der Kosten einerseits und einem möglichen Black-out andererseits dennoch irgendwie sinnvoll, muss ich der Faktenlage zuliebe doch hinzufügen.)

Was aber hat das mit Johann Hinrich Wichern, dem Rauhen Haus und seinem Adventskranz zu tun?

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Menschen, denen es ohnehin nicht sonderlich gut geht, die in traurig stimmenden Verhältnissen leben oder ihnen mit Mühe entkommen konnten, und auch die, denen es vergleichsweise gut geht, die aber Sorgen haben vor einer aufziehenden Gefahr, Licht brauchen, „Licht am Horizont“, Licht als Hoffnungszeichen. Gerade in trostlosen Zeiten sind Symbole der Hoffnung so wichtig, als ein mutiges „Dennoch“ oder ein trotziges Aufbegehren, ein Spucken gegen den Wind, ein Pfeifen im finsteren Walde oder Licht, das wie ein Leuchtturm den Schiffen in rauer See den Weg weist.

Deshalb hänge ich auch in diesem Jahr eine Lichterkette auf, leuchtet der Herrnhuter-Stern vor unserem Fenster, zünde ich am Sonntag die erste Kerze am Adventskranz an.

Kein frommer Nachklapp – nur der diskrete Hinweis auf das Beispiel vom Licht, das man nicht unter einen Scheffel stellen soll. In einem immer noch christlich geprägten Land ist „Licht im Advent“ auch der Hinweis auf den, der von sich selber sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Und dessen Geburt wir an Weihnachten feiern.

Vertrauen, Glaube, Hoffnung. Stellt das Licht nicht unter den Scheffel.

Von der Wolle, der Maus und dem Schreck… 14. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich bin wirklich nicht extrem schreckhaft und vor Mäusen fürchte ich mich eigentlich auch nicht, doch dass diese putzigen Tierchen dennoch in der Lage sind, mir als einer gestandenen Frau einen gehörigen Schrecken einzujagen, davon soll hier die Rede sein.

Zu unserer Freude hatten wir am Wochenende Besuch vom Jüngsten und seiner Liebsten. Es sei hier verraten, dass die Zwei demnächst Drei sein werden. Aus diesem wunderbaren Grund zog ich einen großen Umzugskarton Karton aus der Abseite im Dachgeschoss hervor, in dem ich aus nostalgischen Gründen einige der schönsten Babysachen aus der Zeit unserer Kinder aufbewahre, unter anderem auch die, die ich selber gestrickt hatte. Es ist nun nicht so, dass das freudig erwartete neue Familienmitglied auf diese Pullover angewiesen wäre, vielmehr sind die kleinen Stricksachen Träger vieler schöner Erinnerungen – hauptsächlich für mich – und natürlich kamen mir sofort viele Gedanken …. Drei oder vier der Pullover, die Tobias damals trug, nahmen die beiden mit nach Hause.

Da die Abseite nun einmal offenstand, mein Langzeitgedächtnis nicht mehr so gut funktioniert, um noch ansagen zu können, was sich in den diversen Kartons an weiteren möglichen Schätzen verbirgt, zog ich einen anderen Karton hervor, lugte vorsichtig hinein und entdeckte zu meiner Freude, dass es die „Wollkiste“ war, die ich ergriffen hatte.

Man muss wissen, dass ich schon vor vielen Jahren alle möglichen und unmöglichen Kleidungsstücke gestrickt und / oder gehäkelt hatte, und weil ich ein umsichtiger Mensch bin, hatte ich immer ein oder zwei Knäuel mehr gekauft, als ich eigentlich für die jeweilige Arbeit brauchte. Man kann sich vorstellen, wie viel „Reste“ im Laufe von nahezu 50 Jahren zusammen kamen, auch wenn ich etliche Wollreste bereits vor Zeiten zu „Knietüchern“ und ähnlich brauchbaren Stücken verarbeitet hatte. Außerdem gehören zu meinem Fundus auch die „wolligen Erbschaften“ meiner Mutter und eine großzügige Spende einer Freundin, die selber gar nicht strickte, aber dennoch Wolle gehortet hatte.

Die Knäuel waren ordentlich in mehreren großen Plastiktüten verpackt, von denen ich gleich die oberste öffnete. Beim Herausnehmen wunderte ich mich über einige kleine dunkle Bröckchen, die unten aus einem Loch der Tüte rieselten….

So ähnliche Bröckchen hatten doch neulich erst den Hinweis auf einen Mitbewohner geliefert, der sich quasi wie ein blinder Passagier unerlaubt ins Wiesenhaus geschlichen hatte.

Die Bröckchen waren ganz eindeutig Mäuseköttel.

Ganz sicher hätten mich drei oder vier Köttel nicht aus der Ruhe gebracht, aber das stetige Rieseln aus der Tüte und aus allen weiteren Beuteln und Tüten, die ich dem großen Karton entnahm, versetzte mich aber augenblicklich in Katastrophenstimmung, bedeutete es doch, dass die Maus inmitten meiner kostbaren Wolle ihr (mäuse-typisches) Unwesen getrieben hatte. Alle, wirklich alle Behältnisse mit Wolle waren angeknabbert oder gar ganz zerbissen und aus allen Tüten rieselten die Hinterlassenschaften (hoffentlich nur ?) einer Maus. Die Maus war recht fleißig gewesen und hatte sich im unteren Bereich des Kartons ein schönes Nest gebaut – umgeben von unendlich vielen Mäusekötteln, noch nie hatte ich so viele auf einem Fleck gesehen! Frau oder Herr Maus – oder ihre gesamte Familie (?) waren allerdings nicht mehr anzutreffen.

Nein! Nein! Ich geriet nicht in Panik, eher war es schiere Fassungslosigkeit, die mich erfasste – und Ärger über den Verlust der schönen Wolle … was hätte ich alles damit anstellen können!

Heute nun haben der Liebste und ich die Wolle entsorgt. So, so schade. Aber wer möchte schon gerne Wolle verarbeiten, die von Mäusekot dekoriert ist und von Mäusepippi getränkt wurde.

Allein der Gedanke daran verleidet doch jeden Wunsch nach Strickarbeit mit Mäusewolle, von den hygienischen Problemen gar nicht erst zu reden!

Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass die unteren Grifföffnungen im Umzugskarton der Maus wohl den Eintritt in ihr wolliges Heim erleichtert hatten, fanden sich doch vor allem im „Untergeschoss“ ihrer Behausung die meisten Zeugen ihres Daseins.

Zum Glück, und dafür bin ich wirklich sehr dankbar, fehlen diese Grifföffnungen am Karton mit der Babykleidung. Natürlich habe ich sehr gründlich nachgeschaut, ob im Karton alles in Ordnung ist. Aber den hat die Maus verschmäht und verschont.

Nicht auszudenken, wie es darin aussehen würde.

Nach dem Ausschütten einer Plastiktüte… leider muss mir wohl die Hand gezittert haben… 😉

Das „Untergeschoss“ der Mausebehausung.

Mäusekot nach dem Entleeren der Tüten… Noch Fragen????

Papier mögen Mäuse übrigens nicht so gerne. In der Abseite stehen nämlich noch die Kartons mit Büchern und Heften aus der Schulzeit der Kinder. Die habe ich heute kontrolliert. Nicht ein verdächtiger Krümel war zu entdecken. Das ist zunächst beruhigend, was aber, wenn die nächste Maus in Ermangelung von Wolle sich doch über Hefte und Bücher hermacht? Schließlich kann man die doch auch fein zerfleddern und zum Nestbau nutzen.

Wir werden die Abseite engmaschig kontrollieren und für den Fall der Fälle eine Falle bereithalten !!! Ich sagte es ja schon an anderer Stelle, im Garten dürfen sich die kleinen Tierchen gerne tummeln, aber ansonsten haben sie striktes Hausverbot und müssen die für sie unangenehmen Konsequenzen tragen.

Da kenne ich nichts (mehr) !!!

Martin – vergessen… 12. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Oh, da erzähle ich seit dem Beginn des Halloween-Zeitalters in Deutschland, dass ich es viel lieber sehe, die Kinder zu beschenken, die am Tag des Heiligen Martin von Haus zu Haus ziehen – und dann passiert mir das:

Ich habe gerade die Vorbereitungen für das gemeinsame Abendessen mit unserem Jüngsten und seiner Gefährtin vorbereitet und sitze in Erwartung der beiden im Wohnzimmer, als es an der Tür klingelt. Nanu, denke ich, sind sie etwa schon da? Sie wollten mir doch Bescheid geben, wenn sie losfahren, wie das?

Aber die da vor der Haustür stehen und mich erwartungsvoll anschauen, sind nicht die „Kinder“ – also unsere Kinder, es sind Kinder, die ich gar nicht kenne und die, kaum dass ich die Tür geöffnet habe, das altbekannte Lied schmettern, das davon erzählt, dass Martin ein guter Mann sei und man doch noch nach Bremen gehen wolle. (Es hat sich mir nie erschlossen, was Bremen mit dem Heiligen zu tun hat, Bremen steht doch eher für die tierischen Musikanten, die vor ihren unbarmherzigen Herren nach Bremen flohen, getreu dem Motto, „Etwas Besseres als den Tod findest du immer!“

Nun also singen die Kinder vor meiner Tür und ich habe nichts, was ich ihnen für die weite Reise nach Bremen mit auf den Weg geben könnte. Es ist mir ganz schrecklich! Ich bin tief beschämt ob meiner Unaufmerksamkeit, was den armen Martin betrifft.

Schnell suchen der Liebste und ich noch die wenigen Süßigkeiten zusammen, die wir noch vorrätig haben, die aber eigentlich nicht geeignet sind, sie an 6 Martinssänger zu verteilen.

Mit vielen entschuldigenden Erklärungen und der Versicherung, dass ich im kommenden Jahr ganz bestimmt vorbereitet sein werde und sie gerne wieder kommen und an meiner Tür klingeln dürfen, entlasse ich die Kinder in dunkler Nacht Richtung „Bremen“.

Wie konnte mir das nur passieren?

Die Woche war „voll“ und auf dieses Datum hatte ich nicht geachtet… wohl auch deshalb nicht, weil an den beiden Tagen (10./11. 11.) wichtige Termine anstanden und zudem „unsere Kinder“ doch alle schon groß sind, die Enkel im anderen Dorf wohnen und wohl auch, weil in den zurückliegenden Corona-Jahren niemand an der Tür klingelte, von Martin erzählte und unterwegs nach Bremen war, ein Traditionsbruch sozusagen.

Im nächsten Jahr will ich vorbereitet sein.

Kann mich einer von meinen freundlichen Lesern vielleicht am 8. November daran erinnern, dass der Heilige Martin wieder durch die Lande zieht, besser gesagt, die Kinder, die an den Heiligen erinnern ?!!

Goldener November 11. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Es stimmt natürlich: Dass dieser Monat immer noch mit sonnigen Tagen und golden schimmernden Blättern mein Herz höher schlagen lässt, geht wohl auf das Konto der klimatischen Veränderungen, die von vielen befürchtet, von anderen skeptisch, verneinend betrachtet und vermutlich von einigen wenigen Menschen sogar freudig begrüßt werden.

Ich bin, was die Diskussionen um das Klima angeht, ein Mischling. Zwar leugne ich nicht die Veränderungen, aber ich hege einige Zweifel hinsichtlich des Attribut „menschengemacht“, wobei ich auch da eine kleine Einschränkung machen will: Natürlich verändern wir Menschen unsere Umwelt, seit es uns gibt. Das fiel aber solange kaum bis gar nicht ins Gewicht, solange unsere Anzahl begrenzt war auf zunächst einige Millionen Menschen weltweit oder – wie gegen Mitte des letzten Jahrhunderts – sich unsere Zahl auf 3 Milliarden belief. Man kann sich doch leicht an fünf Fingern abzählen, dass 8 Milliarden Menschen, die wir derzeit sind, deutlich mehr an allen Ressourcen ge- und verbrauchen, als es weniger als die Hälfte der Bewohner dieser Erde bisher getan haben. Hinzu kommt, dass der Wohlstand, der in den westlichen Industrienationen zu einem höheren Gebrauch aller Güter und zu deutlich mehr Konsum geführt hat, inzwischen auch die sogenannten Schwellenländer erreicht hat, die Länder also, die zwar noch nicht vollständig die Segnungen des kapitalistischen Westens genießen, aber doch zu einem nicht geringen Teil bereits jetzt daran partizipieren. Und wer wollte ihnen das verdenken, selbst wenn die Zahl ihrer Einwohner um ein Vielfaches größer ist als die des sogenannten „Westen“. Damit will ich sagen, dass die Schuldzuweisung an die Länder des Westens bezüglich „menschengemacht“ doch auch unter dem Aspekt des unglaublichen Bevölkerungszuwachses der gesamten Welt relativiert werden muss.

So, genug der Erklärungen zu Klima, Wetter und Bevölkerung.

Ich genieße einfach den zauberhaften Anblick, der sich mir vom Schreibtisch am Fenster aus bietet. Im großen nachbarlichen Garten öffnet sich langsam der Laubvorhang wieder und gewährt erste Blicke auf das Fachwerkhaus, das mir im Sommer vollkommen verborgen ist. Abends ist es besonders schön, wenn die Dämmerung eingesetzt hat und durch das Blätterwerk der Bäume die Lichter des Hauses schimmern.

Auch meine Freundin wird dieses goldene Novemberwetter freuen, ist doch dieser Monat sonst eher für Düsternis, graue Tagen, Regen und Wind bekannt, was manchen Menschen, so auch meiner Freundin, tiefes Unbehagen verursacht.

Ich bin ja ein Herbstkind, im Oktober geboren und liebe diese Jahreszeit. Und wenn es draußen stürmt oder nebelgrau ist, der Regen in feinen Rinnsalen unaufhörlich aus den Wolken rieselt, dann geht es mir besonders gut, ich zünde Kerzen an, höre Musik, lese und mache es mir in meinen vier Wänden so gemütlich, wie es nur geht…. ein bisschen herbstlicher Dekokitsch gehört dazu und auch ein Feuer im Kamin.

Was jedoch die besonderen Gedenk- und Feiertage des November angeht, die nehme ich sehr bewusst wahr, ohne dabei der Betrübnis Raum zu geben, wie es manchen Menschen mit den Novemberterminen ergeht.

Die Gedenktage des November, mit dem katholischen Feiertag „Allerheiligen“ gleich zu Beginn des Monats, lassen mich innehalten und das Gute, das ich in meinem Leben erfahre, nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. Sie lassen mich die Begrenztheit meines Lebens spüren und mich dennoch hoffnungsvoll bleiben angesichts der Ewigkeit, die wir am Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt, in den Blick nehmen. Der Bus- und Bettag wurde den Erfordernissen der Industrie in den meisten Bundesländern geopfert, so auch in meinem. Der Volkstrauertag, der in meiner Kindheit und Jugend noch für nahezu alle Menschen ein fester Tag im Kalender war, verblasst mehr und mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung. Ich erinnere mich, dass wir Schulkinder in den 60er Jahren mit einer Sammeldose von Haus zu Haus zogen und für die Kriegsgräberfürsorge um eine Spende baten. Damals war der Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch im Bewusstsein aller Menschen, die ihn selbst erlebt hatten. Heute leben nur noch wenige Zeugen und selbst wir Nachkriegskinder nähern uns ja bereits deutlich der Schwelle zur Ewigkeit. Erst der Krieg im europäischen Haus, den Russland der Ukraine aufgebürdet hat, lässt die Furcht vor einem Krieg auch hier bei uns wieder anwachsen. Hatten wir uns doch alle so sehr an den Frieden gewöhnt, an die Sicherheit und Ruhe in unserem Land – trotz der Berichte über die Kriege, die es nach wie vor gab und gibt.

Die Politik ist herausgefordert wie kaum zuvor im Nachkriegsdeutschland, Antworten auf die Probleme zu finden und zu geben, die der Ukraine-Konflikt neu ins Bewusstsein gehoben hat, so sehr, dass wir darüber die Corona-Pandemie beinahe schon als normal abhaken, wenn wir sie nicht gar ganz beiseite geschoben haben und auch das Klima noch ein bisschen machen darf, was es will, ohne dass wir versuchen, ihm Einhalt zu bieten.

Und so hoffe ich, dass und die goldene Pracht des November noch ein wenig erhalten bleibt, um dann dem Dezember Platz zu machen, der wie immer mit der erwartungsfrohen Adventszeit Herzen und Sinne erfreut.

Holz … Holz …. Holz! 29. Oktober, 2022

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Als wir vor 11 Jahren das kleine Blockhaus auf der Wiese hinter dem Deich bauten, verzichteten wir auf einen Anschluss an das Gasnetz und vertrauten ganz darauf, das Häuschen mit einem leistungsstarken Kaminofen auch im strengsten Winter warmhalten zu können. Bisher ging die Rechnung immer auf. Holz oder Holzbriketts für „normale“ Wintertemperaturen, Braunkohle und auch Steinkohle für eisige Tage sorgen dafür, dass das Wiesenhaus bei allen Wetterlagen schön warm ist.

Doch in diesem Sommer kamen wir des Brennholzes wegen zum ersten Mal in leichte Schwierigkeiten.

Mit der Energie-, bzw. Gaskrise, die durch den Ukraine-Krieg Russlands ausgelöst wurde, kamen plötzlich sehr viele Leute auf die Idee, den Kamin oder Kaminofen nun tatsächlich in Betrieb nehmen zu wollen, der bisher allenfalls an besonderen Tagen der Gemütlichkeit wegen genutzt wurde oder sogar gänzlich nur der Dekoration wegen das Wohnzimmer zierte. Der bisherige Holzlieferant hielt sich wohl der verstärkten Nachfrage wegen bedeckt und konnte oder wollte uns keine Zusage für Kaminholz machen.

Wir haben aber einen sehr netten und vor allen Dingen auch sehr kompetenten Nachbarn, der sich in diesen Dingen bestens auskennt und Augen und Ohren offen hielt und tatsächlich einen neuen Holzlieferanten ausfindig machte, der uns auf die Warteliste nahm. Und so warteten wir geduldig, aber mit leichtem Bangen, ob die Lieferung auch tatsächlich noch vor dem großen Frost eintreffen würde.

Heute nun meldet der jüngste Sohn Vollzug!

Er verbringt mit seiner Liebsten das lange Wochenende im Häuschen auf der Wiese – und mein Liebster ist froh, dass der Sohn sich des Holzes annehmen und es im Holzschober verstauen wird.

Ich freue mich auch und sage „herzlichen Dank, lieber Bias!“

Danke auch an unsere lieben Nachbarn!

In den nächsten 3 – 4 Wochen werden wir das Haus winterfest machen, d.h., alles, was jetzt noch draußen auf der Wiese steht, ins Gartenhäuschen räumen, den Strandkorb auf die Terrasse verfrachten und gut vertäuen (vor zwei Jahren hat ihn der Sturm einfach mal kurz umgepustet), Wasser abstellen und ablassen und alles was einfrieren könnte, mit in unser ständiges Wohnhaus nehmen, damit durch platzende Behälter kein Schaden entsteht. Ab und zu werden wir nach dem Rechten sehen und dann auch das Wasser wieder anstellen (bei der Abreise die gleiche Prozedur wie beschrieben!) und mit dem Holz das Häuschen auf angenehme Temperaturen bringen…. wobei meine Wohlfühltemperatur nicht bei 19° liegt…. muss ich zu meiner Schande bekennen.

Die Zuspitzung…. 21. Oktober, 2022

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Schon in der großen Flüchtlingswelle 2015 waren die Probleme, die mit dem Zuzug so vieler Menschen verbunden sind, offensichtlich. Dabei ging es auch damals darum, den Flüchtlingen menschenwürdige Unterkünfte anbieten zu können, sie zu kleiden, zu ernähren, ihnen aber nicht nur ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern auch etwas Hoffnung auf ein besseres Leben machen zu können.

Schon damals war ich davon überzeugt, dass der finanzielle Aspekt dabei die geringste Rolle spielen würde, aber die Eingliederung in unser Gesellschaftssystem sich weitaus schwieriger darstellen könnte, als alle anderen Probleme, die allein bei der großen Zahl der Flüchtlinge entstehen.

Damals waren es zudem die kulturellen Unterschiede, die „alles andere“ bedeuteten.

Die sind in der jetzigen Situation zwar geringer, dafür nehmen die strukturellen Probleme immer größere Dimensionen an.

Am Beispiel eines Berichts der ARD kann man es für einen einzigen Aspekt deutlich machen:

https://www.tagesschau.de/inland/gefluechtete-schulen-101.html

Durch den Krieg sind Hunderttausende ukrainische Kinder und Jugendliche nach Deutschland gekommen. Schulplätze für sie zu finden ist schwierig – eine Belastung für Geflüchtete und die Kommunen.

Wer die Situation an den Schulen zu „normalen Bedingungen“ kennt, wundert sich vermutlich gar nicht. Eher ist man als Insider doch geneigt, relativ dankbar dafür zu sein, dass endlich das Problem, das Deutschlands Schulen schon seit Jahren haben, offen und unübersehbar zutage tritt.

Es gibt zu wenig Lehrer.

Schulgebäude sind marode.

Klassenräume fehlen.

Allein diese drei Punkte machen das Dilemma deutlich. Schon für den bisherigen Betrieb galten diese Punkte als DIE Stressfaktoren für Schüler, Lehrer und Schulverwaltung. Von 1985 – 1998 war ich Elternvertreterin in verschiedenen Schulformen und auch einige Jahre im Stadtelternrat meiner Heimatgemeinde. (In meinem Beruf als Fachlehrerin war ich mehr als 20 Jahre an einer Förderschule tätig.)

IMMER ging es um die schlechte Infrastruktur an den Schulen selbst, um deutliche Mängel an den Gebäuden, angefangen von fehlenden Klassenräumen bis hin zu unzumutbaren Sanitäranlagen. Das fiel damals und fällt heute in den Zuständigkeitsbereich der Kommunen.

IMMER fehlten Lehrer. Dafür sind die Schulämter in den Schulbezirken zuständig, die schon seit Jahrzehnten vor allen Dingen den Mangel verwalten, den Mangel an Fachlehrern an Grundschulen, Gymnasien, Gesamtschulen, Hauptschulen und sogar an Förderschulen.

Die Problemlage spitzte sich zu mit der schlecht vorbereiteten Einführung der Inklusion. Schüler, die sonst nicht ohne guten Grund an den für sie konzipierten Förderschulen unterrichtet wurden, mussten nun durch den politischen Willen der Verantwortlichen im Kultusministerium in den jeweiligen Regelbetrieb der Schulen integriert werden, was aber, folgt man den Klagen der Kolleginnen und Kollegen an den betroffenen Schulen, nur unzureichend gelingt. Die Förderschullehrer werden stundenweise von Schule zur Schule und Klasse zur Klasse geschickt, ohne dabei aber an der jeweiligen Stelle auch tatsächlich ihrer Aufgabe, die schwachen Schüler zu fördern, wirklich gerecht werden zu können.

DAS war bereits die Lage an den Schulen bei der großen Flüchtlingswelle in 2015 und den folgenden Jahren.

Durch den Ukraine-Krieg hat das Problem nochmals deutlich an Schärfe zugenommen.

Der Not der geflüchteten Familien stehen knappe Ressourcen in den Kommunen gegenüber. Allein in Nordrhein-Westfalen waren im Sommer fast 4400 Lehrerstellen unbesetzt, außerdem fehlt es an Räumlichkeiten für den Unterricht. Bis Ende August wurden nach Angaben des nordrhein-westfälischen Schulministeriums für rund 35.000 Personen Schulplätze gefunden. Mehr als 2000 ukrainische Kinder und Jugendliche in NRW hatten bis dahin aber noch überhaupt keinen Schulplatz.

Hinzu kommt eine rechtliche Besonderheit im Umgang mit Geflüchteten aus der Ukraine. Anders als Asylbewerber dürfen sie sich ihren Wohnort in vielen Fällen frei aussuchen. Dadurch entstehen regionale Ungleichheiten. Nicht immer landen die Geflüchteten dort, wo Schulplätze zur Verfügung stehen. In einigen Gegenden ist die Nachfrage nach Schulplätzen wesentlich höher als anderswo, gerade Großstädte sind besonders beliebt und gefragt.

Kann man es den Geflüchteten verdenken, dass sie lieber in größeren Städten leben möchten als in einem kleinen Dorf im „Bergischen Land“ oder im ländlichen Münsterland (NRW)? Ich bin ziemlich sicher, dass das Problem auch in Niedersachsen besteht und Familien lieber in Hildesheim oder Oldenburg wohnen möchten, als in einem Örtchen im Wendland oder im bäuerlichen Gebiet zwischen Ems, Weser und Elbe. Dort aber mag die Lage weniger prekär sein, obwohl auch dort die Schulverwaltung nicht beliebig viele neue Lehrer einstellen könnte, wenn der Zuzug von schulpflichtigen Kindern die räumlichen und personellen Ressourcen einer Schule / Gemeinde übersteigt.

So kann man den folgenden Kommentar wohl nur als das Mäntelchen betrachten, das die Not nur notdürftig bedeckt:

„Etwas weniger angespannt ist die Lage im ländlich gelegenen Lindlar. Die Gemeinde, rund 30 Kilometer von Köln entfernt, habe die Aufnahme von ukrainischen Schülerinnen und Schülern bisher gut bewältigen können, sagt Bürgermeister Georg Ludwig.

Kinder im Grundschulalter besuchen jeweils die „wohnortnächstgelegene Grundschule“, so der Bürgermeister: „In den weiterführenden Schulen werden alle ukrainischen Schülerinnen und Schüler passend ihrer Vorbildung aufgenommen und beschult.“ Inzwischen aber stoßen auch die Schulen hier in einzelnen Jahrgängen an Aufnahmegrenzen, sagt Bürgermeister Ludwig.““

Dass es auch für die geflüchteten Eltern der Kinder schwer ist, mit dem Mangel klar zu kommen, macht dieser Absatz deutlich:

Natalia, die Mutter der beiden Kinder, die in Düsseldorf auf die Hauptschule gehen, hat die Hoffnung noch nicht aufgeben. Sie sucht weiterhin nach Gymnasiumsplätzen für ihre Kinder. Eine Sprecherin der für Schulfragen zuständigen Bezirksregierung in Düsseldorf teilt auf Anfrage von tagesschau.de mit, es sei „aus Kapazitätsgründen nicht möglich, allen Wünschen nach einer Erstförderung an einem Gymnasium zu entsprechen“.“

Hinzu kommt in Deutschland natürlich auch der nicht zu umgehende Weg der Bürokratie. Und der sieht einfach vor, dass die Flüchtlingskinder zunächst eine Vorbereitungsklasse durchlaufen, in der sie sprachlich fit gemacht werden sollen, um dem Unterricht folgen zu können. Dabei kann man offenbar nicht auf die unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten der einzelnen Kinder Rücksicht nehmen und auch nicht auf die sozialen Bedingungen ihres Elternhauses, das je nachdem unterstützend wirken kann oder leider auch nicht. Ein Problem übrigens, das grundsätzlich für alle Kinder in allen Schulen gilt.

Für Flüchtlinge gelten diese Bedingungen:

Allerdings finde die „Erstförderung“ von Geflüchteten aus der Ukraine unabhängig von der Schulform statt, dabei stehe der Spracherwerb im Vordergrund: „Erst nach in der Regel zwei Jahren beraten und entscheiden die Lehrkräfte, die in der Erstförderung unterrichtet haben, an welcher Schulform die Schülerin oder der Schüler ihre oder seine Schullaufbahn erfolgreich fortsetzen kann“, so die Sprecherin der Bezirksregierung. Eine lange Wartezeit für Eltern und Kinder.“

Was natürlich auch überhaupt nicht auf dem Zettel steht, ist die noch ungewisse Corona-Lage, die es den Kindern in den Schulen zusätzlich schwer macht. Ich hege den Verdacht, dass die meisten Schulen in Deutschland immer noch nicht in der Lage sind, flexibel auf die Entwicklung reagieren zu können, sieht man von den „bewährten“ Mitteln ab, die Kinder in den Distanzunterricht der elterlichen Behausung zu schicken oder vor Ort in den Klassenzimmern alle 20 Minuten die Fenster aufzureißen…

Unsere Kinder, das beklage ich nicht erst seit heute, stehen ganz hinten in der Reihe derjenigen, für die der Staat Geld locker macht. Dass sie die dringend benötigten „Fachkräfte von morgen“ sind, scheinen die Verantwortlichen nicht sehen zu wollen und trägt dazu bei, die Lösung der oben genannten Probleme auch weiterhin weit von sich zu schieben.

Schröders „faule Säcke“ wirkt dabei vermutlich ebenso nach, wie bei den Kitas die Vorstellungen der Verantwortlichen, dass „Erziehung jeder kann, der selber Kind und im Kindergarten war“, was ganz sicher dazu beiträgt, den Beruf der Erzieher so unattraktiv wie möglich zu machen – hinsichtlich der Entlohnung der Erzieher und der strukturellen Bedingungen in den Kitas und Horteinrichtungen.

Wer wird heute noch aus Überzeugung und mit Begeisterung Lehrer oder Erzieher? Der Fachkräftemangel auf diesem Gebiet ist doch unübersehbar.

Und der Staat?

Der tut NICHTS !

Kleiner Einschub:

In meiner Heimatstadt Lehrte kam der Bürgermeister auf die glorreiche Idee, Erzieher als Lehrlinge vor Ort in der Kita und in Eigenregie der Stadt auszubilden, Learning bei doing, sozusagen… WER geht dann aber noch den lehrstoffreichen Weg einer 4-jährigen Fachschulausbildung, bei der die Theorie in allen pädagogischen, psychologischen, sozialen und rechtlichen Aspekten in den Unterrichtsfächern von Bedeutung ist und die Praxis dennoch nicht fehlt? Ich bin gespannt, ob und wann die GEW warnend ihren Finger erhebt, weil auf diese Weise „Erzieher zweiter Klasse“ ausgebildet werden. Ich habe es noch nicht an prominenter Stelle gelesen. Noch warte ich vergeblich darauf.

Sapere aude…. 29. September, 2022

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Im Laufe eines interessanten Disputs (in einem anderen Blog) über eine von mir getätigte Aussage, die meinem Gegenüber aber nicht gefiel, wies mich mein Gesprächspartner auf meine „selbstverschuldete Unmündigkeit im Sinne Kants“ hin.

Nun will ich hier nicht auf die Unverschämtheit des Diskutanten eingehen, mir indirekt nahezulegen, mich im Hinblick auf meinen Verstand doch besser seiner Leitung zu bedienen, als mich fürderhin entschlossen auf meinen eigenen Grips zu verlassen und damit in „selbstverschuldeter Unmündigkeit“ zu verharren.

Ich gehöre bereits seit meiner frühesten Kindheit zu den Menschen, die sich ungern vorschreiben lassen, was und wie sie zu denken haben, wobei ich mich natürlich im Laufe meines Lebens leiten, lehren und belehren ließ – zunächst von Eltern, Großeltern und der Lieblingstante, die teils streng, teils liebevoll das neugierig-aufmüpfige Kind mit Information und Wissen betrauten und dabei darauf achteten, dass das „eigene Denken des Kindes“ auf nicht gar zu viele Abwege geriet. Später mühten sich Lehrerinnen und Lehrer, den wachen Geist der Schülerin anzuregen, zu fördern und zu schulen und in gesellschaftlich verträgliche Bahnen zu leiten, einzuhegen in die Konzepte der vorherrschenden und politisch erwünschten Ansichten und Meinungen in Schule und Gesellschaft. Gleichzeitig wuchs mit diesem Bemühen aber auch das, was man wohl einen „kritischen Geist“ nennen kann. Und dieser kritische Geist war es wohl auch, der es der Studentin damals ermöglichte, den Autoritäten an Fachhochschule und Universität zu widersprechen, wenn die vorgegebene Linie nicht mit der eigenen Denkweise übereinstimmte.

Der kritische Geist ist mir geblieben. Nur weil ein Professorentitel mein Gegenüber schmückt, der ihn als „Meister seines Fachs“ ausweist, heißt das doch – meinem Verständnis nach – noch lange nicht, dass die anerkannte fachliche Überlegenheit generell sein und auf alle anderen Gebieten angewendet werden kann oder gar angewendet werden muss – des Titels zuliebe?.

Der kritische Geist ist mir auch geblieben, wenn es darum geht, Nachrichten nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu durchdenken und einzuordnen. Deshalb konnte ich mich auch nie mit Claus Klebers Verständnis von Journalismus abfinden, das nämlich davon ausging, dass der Moderator der Nachrichtensendungen des ZDf (und der ARD, Kleber sprach für beide Anstalten) die Nachrichten für die Zuschauer einzuordnen habe, damit diese Nachricht, Szenerie und Situation „richtig“ verstehen.

Wenn ich über einen Tatbestand gut informiert werde, die Hintergründe dabei nicht ausgelassen werden, bin ich durchaus in der Lage, sie selbst einzuordnen. Vielleicht geschieht diese Einordnung aber nicht im Sinne des Moderators oder der Richtlinie eines Senders und bleibt vielleicht sogar lückenhaft, aber sollten wir nicht alle in der Meinungsbildung frei sein, uns zu entscheiden, ob wir einer vorgegebenen Ansicht folgen oder uns eigene Gedanken machen?

Ich habe immer schon gesagt, dass Gott mir einen gut funktionierenden Verstand geschenkt hat und es mir gefällt ihn auch zu gebrauchen. Meiner Überzeugung nach ist es sogar unsere Pflicht, den eigenen Verstand einzuschalten und ihn zu einzusetzen, Dinge und auch Ansichten und Meinungen zu hinterfragen.

Ganz sicher – und auch das ist ein Teil meines kritischen Bewusstseins – sind mir aber auch Grenzen gesetzt. Grenzen des Wissens und Grenzen des Verstandes und Verstehens. Deshalb lasse ich mich immer noch gerne belehren – im Sinne von Erweiterung meines Horizonts und Wissens durch sachliche Informationen und auch durch einander widersprechende Expertisen, Meinungen und Ansichten.

Aber ich lasse mich nicht gerne für dumm verkaufen, nicht von Nachrichtenleuten, nicht von Propagandisten, nicht von Politikern und /oder Leuten, die ihre eigene Agenda vertreten.

Nur Mut, gebraucht den Verstand!

Rosch ha-Schana 25. September, 2022

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Mit dem Bild, das ich der Wikipedia-Seite entnommen habe, grüße ich meine jüdischen Freundinnen und Freunde und die jüdischen Leser, die meine Seite besuchen und wünsche allen:

שנה טובה ומתוקה

Mögen die Feiertage in Frieden und Ruhe gefeiert werden können und gleichzeitig der Beginn für ein friedvolles Jahr  5783  sein.

Wir alle sehnen uns nach Frieden, nach einem Leben ohne Krieg, Not, Angst und Verlust.

G’TT schenke uns diesen Frieden und SEINEN Segen zu unserem Tun und Lassen.

Glückliche Tage…. 24. September, 2022

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Ja, es waren glückliche Tage auf der Wiese.

Tage, für die ich sehr, sehr dankbar bin.

Aber auch die glücklichen Tage waren nicht gänzlich unbeschwert.

Da waren und sind die Sorgen, die ich mir um den Schaden mache, der im Häuschen entstanden ist und nun behoben werden muss. Ich hoffe inständig, dass die Balkenkonstruktion nicht auch betroffen ist. Aber selbst wenn das so sein sollte, so ist es doch „nur“ ein Schaden, der durch Fachleute behoben werden kann.

Wie viel schwerer wiegen die Besorgnisse, die mit dem Weltgeschehen zusammenhängen. Nicht auszudenken, was passieren wird, wenn der Herr im Kreml seine Drohungen wirklich wahr machen sollte. Noch hoffe ich darauf, dass sich der Kanzler nicht von seinem Weg abbringen lässt, allen Forderungen der „Krieger“ in den Parteien und den darüber schreibenden Journalisten nach schweren Waffen für die Ukraine NICHT nachzugeben und alles zu vermeiden, was den Eindruck erwecken könne, Deutschland sei indirekt oder gar direkt am Krieg in der Ukraine beteiligt. Des Kanzlers Mantra „keine Alleingänge“ sollte endlich auch von denjenigen ernst genommen werden, die so vollmundig von „deutschen“ Waffenlieferungen reden, ohne sich vermutlich auch nur ansatzweise darüber Gedanken zu machen, welche Folgen das haben könnte.

An dieser Stelle sei auf den konfrontativen Auftritt Baerbocks hingewiesen, wie er in der aktuellen Ausgabe des Spiegel (Nr. 38) auf den Seiten 30 ff unter der Überschrift „Baerbock lässt es scheppern“ beschrieben wird. Zitate: “ Ein vertraulicher Austausch zwischen der Annalena Baerbock und Olaf Scholz am Nachmittag im Kanzleramt. …. Einen Tag später sagt Baerbock der FAZ, sie habe Verständnis für die Forderungen der Ukraine nach modernen Kampfpanzern. Die Entscheidung solle man nicht auf die lange Bank schieben. Damit setzt sie sich so deutlich von der Haltung des Kanzlers ab, dass man es auch als kleinen Affont werten kann. … Der FAZ sagte sie, über moderne Kampfpanzer könne nur gemeinsam entschieden werden, in ‚einer Koalition und international‘. …. ‚In der entscheidenden Phase, in der sich die Ukraine gerade befindet, halte ich das aber auch nicht für eine Entscheidung, die lange hinausgezögert werden sollte.‘ Ein Satz, der Scholz zum Handeln bewegen soll.“

Offensichtlich hat Frau Baerbock es immer noch nicht verwunden, dass nicht sie Kanzler wurde und die Richtlinien der Politik bestimmen kann. Schlimm genug, denke ich, dass sie Außenministerin ist und noch schlimmer, dass sie von Diplomatie nichts hält, sondern lieber als Elefant im Porzellanladen auftritt und ihre Gesprächspartner reihenweise abwatscht, siehe Überschrift „Barbock lässt es scheppern“…

Natürlich darf sich „der Westen“ nicht von Moskaus Kriegsrhetorik beeinflussen lassen und mit Maßnahmen reagieren, die der Angst vor einer Ausweitung des Krieges geschuldet sind – Bangemachen gilt nicht! So haben wir als Kinder geantwortet, wenn uns jemand mit Schauergeschichten zähmen wollte. Aber ebenso natürlich müssen alle Schritte doch dahingehend überprüft werden, wie groß der Effekt auf die russische Bereitschaft ist, den Krieg weiterzuführen, respektive ihn zu beenden und wie groß gleichzeitig der Schaden kalkuliert werden muss, der dem eigenen Land durch seine Solidarität mit der Ukraine erwächst.

Schon jetzt zeichnet es sich doch ab, dass die Sanktionen gegen Russland verheerende Auswirkungen auf das gesamte wirtschaftliche Leben in Deutschland haben. Der Mangel an bezahlbarer Energie, die in einem ausgewogenen Verhältnis zu den Kosten sowohl in der Produktion von Industrie und Handwerk, als auch im Verbrauch in den privaten Haushalten steht, ist doch unübersehbar. Es bedarf doch nicht eines Milchmädchens, um zu rechnen und klarzumachen, dass ein Zurückfahren der Produktion unmittelbare Auswirkungen auf die Einnahmen der Firmen UND die des Staates hat, von den Verlusten an Marktanteilen will ich gar nicht reden, auch nicht von den Folgen für die Beschäftigten und ihre Familien. Wie soll der Staat bei sinkenden Steuereinnahmen die extrem hohen Ausgleichszahlungen und dringend notwendige Hilfen finanzieren, wie der Ukraine die versprochenen Millionen und Milliarden für Waffen und Wiederaufbau zur Verfügung stellen?

Dass der Wirtschaftsminister zwar einen deutlich besseren Überblick hat als ich hier an meinem Computer, steht außer Frage, aber ich frage mich schon, ob er den ausreichend großen Sachverstand inzwischen erworben hat, um den Herausforderungen gut überlegt und strukturiert begegnen zu können. Allein sein Gekungel um die Atommeiler lassen doch Schlimmes befürchten, weil der Minister von Amts wegen eben nicht nur für die Wirtschaft zuständig ist, sondern gleichzeitig dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet ist. Da streiten permanent zwei Seelen in der Brust eines Mannes, der bisher vor allem schöne Worte fand, um visionäre Zustände eines klimafreundlichen Deutschlands zu beschreiben, das irgendwie die Versöhnung von Industrie und Umwelt hinbekommt – so ganz ohne qualmende Schlote und CO2 speiende Zerstörer des Planeten, dafür mit „Windradwäldern“ bis zum Horizont und Solarfeldern, die im gleißenden Sonnenlicht funkeln… Gibt es etwas Schöneres als diese Technik in bisher unberührter Natur? Und wäre es nicht wunderbar, wenn Papi und Mami nur noch an drei Tagen in der Woche arbeiten müssten? (Könnten, muss es eigentlich heißen, weil an allen anderen Tagen gar keine Arbeit getan werden kann, denn nicht nur die großen Industrieanlagen lägen ja still und sanft im ewigen Schlaf, auch Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen wären von der Deindustrialisierung betroffen, den Kunden fehlte das Geld für Anschaffungen und Konsumgüter, die nicht landwirtschaftlich erzeugt werden können. Aber das wird der Minister niemals laut sagen!) Schöne neue Welt.

So ähnlich müssen es sich diejenigen vorstellen, die jetzt schon die Kinder aktivieren, um für die Rettung des Planeten auf die Straße zu gehen. Ich staune nicht schlecht, mit welcher Euphorie über den FfF-Tag in den Medien berichtet wird. Ob die Journalisten wirklich verstanden haben, um was es Luisa Neubauer und Co wirklich geht? Autofreie Städte, gar keine Verbrenner mehr – das betrifft auch die Heizungen in den Wohnungen mehrerer Millionen Menschen allein in Deutschland, Öffis und Fahrrad statt Auto, wobei man davon ausgehen muss, dass die Fahrräder in China produziert werden, denn die Produktion dieser Dinger ist ganz sicher in Deutschland nicht CO2-frei zu bewältigen. Keine Textilien mehr aus heimischer Produktion, wir verlagern die Umweltsünde dann eben kurz nach Indien oder Bangladesch. Aber wie kriegt man die Jeans für 5.95 Euro emissionsfrei nach Deutschland geliefert? Durch Lastensegler?

Ach, ich vergaß, die Regeln sollen ja global gelten. Auch keine Umweltsünden in den Ländern außerhalb Europas. Nur noch friedvolle grüne Agrarwirtschaft mit einigen wenigen glücklichen Hühnern, für diejenigen, die nicht vollkommen vegan leben wollen. Schweine- und Rinderhaltung ist ja nicht nur extrem umweltschädlich, sie ist auch ganz eindeutig gegen das Selbstbestimmungsrecht von Schweinen und Kühen – Schafe und Ziegen fallen auch darunter, vermutlich auch Kamele, Esel und Lamas, da bin ich aber nicht ganz sicher.

Dann war da noch der große Abschied von der Queen…. was sage ich, von einer ganzen Epoche, einem Jahrhunderte währenden Zeitalter geradezu.

Niemand wird bestreiten, dass mit dem Tode Queen Elizabeth II. ein „Machtfaktor“ im Weltgeschehen beendet ist, auch wenn diese Macht weniger auf politischem Handeln beruhte, als auf der persönlichen Größe der Queen und ihrem integrativen Einfluss auf die Staaten des Commonwealth. Die Zeit der großen Monarchien ist zu Ende, auch wenn es in Europa natürlich weiterhin „Königshäuser“ geben wird, die ihren repräsentativen Pflichten getreulich nachgehen werden, wobei die Einschränkung gemacht werden muss, dass ihre „Notwendigkeit“ ganz entschieden von der Frage abhängen wird, ob nicht gewählte Präsidenten die kostengünstigere Variante für ein Land und seinen Etat darstellen würde. Wenn sich dann noch Skandal an Skandälchen reiht, werden vermutlich auch die enthusiastischsten Anhänger monarchischer Traditionen ins Grübeln geraten ob der Frage, wie zeitgemäß eine kostspielige Hofhaltung einer skandalträchtigen Königsfamilie immer noch ist.

Ich will an dieser Stelle keine weitere Lobeshymne der wunderbaren Wegführung der Queen singen, aber dennoch einen Aspekt beschreiben, der mich zutiefst berührt hat, trotz des Aufwands an Pomp und Pracht bei den Feierlichkeiten zur Beisetzung der britischen Monarchin. Es war der Moment, in dem die Insignien der Macht – Zepter, Reichsapfel und Krone – vom Sarg der verstorbenen Königin gehoben und auf dem Altar der Kirche von Windsor abgelegt wurden. Die Herrschaft, die ihr – dem Verständnis des Gottesgnadentums nach – von Gott verliehen wurde, wird an ihn, den Höchsten, den „König der Könige“, wie ihn die Bibel benennt, zurückgegeben.

Leider wurde dieser Zusammenhang von den kommentierenden Berichterstattern weder gesehen noch benannt. Dabei waren beide Gottesdienste geprägt von der tiefen Verbundenheit der Königin mit Christus, wie es immer wieder in den Ansprachen, den Lesungen aus dem Neuen Testament und den Psalmen, den Gebeten und Gesängen deutlich wurde.

Und so wurde aus der Queen Elizabeth die „Schwester Elizabeth“, die, wie wir Normalsterblichen, auf Gottes Gnade angewiesen ist und im Glauben mit dem Ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit rechnen kann. Dass diese Botschaft in all der prachtvollen Inszenierung nicht untergegangen ist, hoffe ich voller Zuversicht angesichts der 4 Milliarden Menschen, die den Gottesdiensten per Fernsehen beiwohnten. Wann haben je so viele Menschen gleichzeitig einem Gottesdienst folgen und das Zeugnis hören können von Gott dem Schöpfer, Jesus Christus dem Erlöser und dem Heiligen Geist, der uns in aller Wahrheit leitet? Allein dafür hat sich der ungeheure Aufwand gelohnt, ist meine ganz nüchterne Feststellung und Meinung.

Ja, es waren schöne Tage auf der Wiese…. ich habe sie genossen, trotz allem. Ich möchte sie nicht missen. Und ich wünsche mir, dass sie mir in ähnlicher Weise geschenkt sein mögen….

Sonnenaufgänge …. Touren mit dem Trike …. Gespräche am Feuerkorb mit dem Liebsten …. die Ruhe eines Regentages …. das Tosen des Windes …. die wunderbare Schönheit der Schöpfung Gottes.

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