jump to navigation

„Emma“ – eine Leseempfehlung…. 1. August, 2017

Posted by Rika in emanzipation, familie, frauen, gesellschaft.
Tags: , , , , , ,
2 comments

Als junge Fachlehrerin legte ich in den frühen 70er Jahren demonstrativ die „Emma“ auf meinen Platz am Lehrertisch… ich war ja so fortschrittlich, emanzipiert und großartig-modern, dem Feminismus nicht abhold….

Wir waren ein überwiegend junges Kollegium mit einem jungen Schulleiter, aber es gehörten auch einige „alte Knaben“ und nicht mehr ganz jugendliche, um nicht  zu sagen  ältere Damen zu unserer pädagogisch wertvollen ( ja, was denn auch sonst 🙂 )  Lehrerriege. Schülerinnen und Schüler gab es noch nicht, Lehrerinnen und Lehrer auch nicht. Man war Lehrer oder Schüler.  Allenfalls gebrauchte  man in der weiteren persönlichen Beschreibung den Ausdruck „die Schülerin xyz“ oder „die Lehrerin xxx“.  In der Vielzahl jedoch waren es Lehrer und Schüler. Basta.

Möglicherweise, das erinnere ich aber nicht genau, kann es sogar das Bestreben der damaligen  „Emma“ gewesen sein, die Geschlechterzuordnung in der Begrifflichkeit deutlich zu machen,  dem gesellschaftlichen Rang der Frauen und Mädchen  einfach mehr Aufmerksamkeit und Gewicht zu geben.

Es waren die Jahre der ersten kleinen – und dennoch so großen –  Veränderungen in der Bewusstwerdung von  männlich/weiblich.  „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ mischten die wenigen Talkshows auf,  und wir Frauen sollten lernen, dass wir nicht als Mädchen geboren, sondern dazu gemacht würden….  (erschienen als Buch von Ursula Scheu)   eine Behauptung, der ich eine zeitlang widerspruchslos folgte, bis mir nach der Geburt meiner wunderbaren Tochter so sehr  deutlich wurde, dass sie sich doch schon rein äußerlich von ihren ebenso wunderbaren Brüdern unterschied und ich eigentlich nicht wollte,  sie zu einem „Nicht-Mädchen“,  aber eben auch „Nicht-Jungen“  zu machen, denn sie war ja KEIN Junge!  Sie, so wurde mir beinahe schlagartig klar, als ich dieses kleine Wesen eines späten Abends in den Armen hielt und stillte, sollte sich in ihrer Entwicklung  ihrer Weiblichkeit bewusst werden  und sie genießen können, was aber nicht bedeutete, dass sie nicht auch das alles machen und ausprobieren dürfte, was ihren Brüdern in den Sinn kam…  Ich wollte, so nahm ich mir sehr bewusst vor,  unsere Tochter ihren ureigensten Weg gehen lassen….  Und ich glaube, dass sie das bis heute tut.

 

Wie auch immer,

mehrere Jahre war die „Emma“ der Quell meiner weiblichen Weiterentwickelung, bis ich mich schließlich für „genug emanzipiert“ hielt und auf weitere Emmalektüre verzichtete.  Alice Schwarzer war nicht mehr das große Vorbild, sondern eine Frau wie viele andere auch, die im öffentlichen Leben mehr oder weniger deutlich Position bezogen zu den verschiedensten Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Wesentlich  für mich war es in den Jahren der Familienzeit und Kindererziehung eine Balance gefunden zu haben zwischen meiner  „Rolle“  / Arbeit in der Familie (und dem ehrenamtlichen Engagement in Kindergarten, Schule und Gemeinde)  und meiner nach der Kinderpause neu aufgenommenen Berufstätigkeit und darin „meinen“ ureigensten Erkenntnissen und Empfindungen folgen zu können, nicht nach einem Schema leben zu müssen, das mir von außen aufgedrückt wurde. Ich war immer sehr gerne „nur Hausfrau“ in der Zeit, als die Kinder noch klein waren und habe das nicht als einen Makel oder eine Minderwertigkeit hinsichtlich einer wie auch immer formulierten gesellschaftlichen Relevanz erlebt. Im Gegenteil. Ich war – und bin es heute noch – stolz darauf, gemeinsam mit meinem Mann unsere vier Kinder auf ihrem Weg ins Leben und darüber hinaus begleitet und beraten zu haben, und so daran beteiligt zu sein, dass sie einen guten Platz in Gesellschaft und Beruf gefunden haben.  Ich halte das – diese „Familienarbeit“ –  generell für eine große gesellschaftliche Leistung aller Frauen, die in meinen Augen viel zu wenig Wertschätzung durch die Politik und in den Medien  erfährt.

Und nach diesem kleinen Einschub zurück zu  „Emma“.
Ein Artikel nämlich, auf den ich bei facebook aufmerksam wurde,  könnte mich verleiten, wieder einmal eine „Emma“ zu erstehen…

Zumindest aber bringt er mich dazu, ihn  hier als Link weiterzureichen, denn er beschäftigt sich mit einem wundersamen Phänomen unserer Zeit, dem ich so abhold bin, wie man nur sein kann. Ich könnte allerdings mein ablehnendes Unbehagen nicht so präzise begründet in Worte fassen:

Emma:  „Sargnägel des Feminismus“

Daraus dieser kurze Auszug, in dem es um die vermeintliche Wissenschaftlichkeit der sogenannten „Gender Studies“ geht:

Der angestrengte Jargon schaukelt gewichtige Denkleistungen vor, der junge Erwachsene weder zum kritischen Befragen der Gegenwart animiert, noch zu unabhängigen Denkerinnen und Denkern ausgebildet – sie werden vielmehr eingeschüchtert. Weil sie unweigerlich annehmen, dass das, was sie in einem universitären Rahmen zu hören bekommen, intellektuell gewichtig sein muss, wird ihr Verstand nicht geschärft, sondern vernebelt.

Konkreter: Das Studium der Gender Studies macht Studierende oftmals nicht schlauer, sondern in vielen Fragen dümmer. Sie lernen nicht, globale Probleme objektiv zu erfassen, sondern sie durch eine hochgradig antiimperialistische Agenda zu filtern. Ein Workshop, den Dietze zu „Ethnosexismus und Migration“ anbot, befasste sich etwa mit „abendländischen Überlegenheitsnarrativen, zum Beispiel der Demokratie als der besten aller Regierungsformen, der Säkularität als der besten aller Rationalitäten“. Womit „der Überzeugung“ widersprochen werden sollte, dass die westliche Welt über „ein maximal fortgeschrittenes sexuelles Regime“ verfügen. Die Verächtlichkeit gegenüber Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit, die sich durch diese Botschaft aus dem akademischen Paralleluniversum zieht, ist ebenso offenkundig wie die subkutane Faszination für religiös legitimierte Diktaturen, in denen es weder das eine noch das andere gibt.

 

 

Mein mütterlicher Rat – etwas salopp formuliert und alles andere als wissenschaftlich begründet, lautet daher:
Liebe Frauen, Mädchen, Männer und Knaben, nehmt Euch diesen Emma-Text zu Herzen, genießt Eure jeweilige biologische Einzigartigkeit ganz ohne jeden politisch-ambitionierten Weltverbesserungswahn….
Und bleibt – oder werdet wieder – ‚ganz normal‘ … ohne jeden Genderquatsch und sprachverhunzende Binnensterne oder Genderneuwortschöpfungen….

 

 

 

mein kleines lebenszeichen…. 24. März, 2017

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie.
Tags: , , , , ,
2 comments

liebe leute,

es geht mir gut. die op  ist am 13. 3. wie geplant und gut verlaufen… ich bin begeistert von der modernen medizin, dank derer ich gar keine schmerzen beim aufwachen und auch danach hatte … in der klinik schmerzkatheter …  zuhause pillen und tropfen….

ich bin so dankbar für alle leute in der klinik, die den patienten durch ihre individuellen begabungen, ihr können und wissen das leben erleichtern … das gilt für die mitarbeiter auf der station ebenso wie natürlich für die hervorragenden ärzte und die fachleute im op…

GOTT SEI DANK UND LOB

nun wieder zu hause   (schon seit dem 15. 3.) geht alles einen guten gang … der liebste ist ein wunderbarer pfleger … die freundin und nachbarin kocht hin und wieder für uns … gestern wurden die fäden gezogen … die physiotherapie ist angelaufen (nicht so angenehm, aber dennoch gut!) … sogar die nächte sind erträglich – trotz „leibgurt mit haltestellen“ –  orthese nennt man das ding.

ich hoffe und wünsche, dass alles so gut weiter verläuft wie bisher….

 

nur die schreiberei ist etwas mühsam, deshalb gibt es hier wenig zu lesen  ….  bzw. nichts zu lesen über meine speziellen themen, auch wenn es mir in den fingern kribbelt …    und keine großbuchstaben  🙂  die umstellerei ist nämlich blöd.

euch allen danke ich für euer an mich denken und wünsche euch eine gute zeit.

eure rika

Opa liest vor…. 18. November, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, lesen, schule - kinder.
Tags: , , , , , ,
2 comments

in der Schule des Enkelkindes nämlich.

Heute ist der „Bundesweite Vorlesetag“  –   und die Schule des Enkelkindes hatte schon vor einiger Zeit nachgefragt, ob Großväter oder Väter an diesem Freitag in der Schule vorlesen könnten.

Und Opa konnte.

Ausgerüstet mit Brille und ‚Vorlesehut‘ (meinem Strohsonnenhut) machte er sich auf den Weg. In der Schule trafen sich  weitere Großväter, Väter und sogar ein „Promi“, um einer jeweils kleinen Gruppe aus einem schon vor gut 10 Tagen ausgewählten Buch vorzulesen.

Sehr vergnügt kam der Liebste nach Hause, erzählte von seiner Erfahrung als Vorleseopa und der Freude, die er dabei empfunden hatte.

Opa ist ein sehr erfahrener Vorleser.

Jeden Abend – na, fast jeden Abend –  hat er für unsere Kinder vor dem Schlafengehen  Geschichten gelesen, Astrid Lindgren war die bevorzugte Autorin. So kamen Michel, Ronja, die Löwenherz-Brüder und viele andere Gestalten der Astrid-Lindgren-Welt in unser Haus. Ich bin sehr froh, dass der Liebste all die Jahre lang diese wichtige Tätigkeit übernommen hatte. Nicht, dass ich nicht gern gelesen hätte, aber eine seit meiner frühen Kindheit bestehende  Besonderheit machte und macht mir das Vorlesen schwer – und nicht nur das Vorlesen, auch das  stille Lesen so ganz für mich allein:

Ich weine,   heule wie ein Schlosshund, schniefe und schnaufe und die Tränen laufen mir in wahren Sturzbächen über das Gesicht.

Schon meine Eltern erkannten sofort an meinen völlig verheulten Augen,  dass ich etwas gelesen hatte, was mich bewegt – und es waren nicht unbedingt traurige Schnulzen…

Jetzt ist es der Liebste, der mich  manchmal beim Lesen beobachtet und natürlich genau merkt, wenn ich wieder ergriffen bin von dem was da schwarz auf weiß gedruckt in mein Leben einbricht. Manchmal neckt er mich dann und bricht damit den Bann, der mich im Weinen gefangen hält.

Als ich das erste Mal in Vertretung des Vaters für die Kinder das abendliche Ritual vollziehen wollte  – die überaus traurige Geschichte von den Brüdern Löwenherz stand auf der Agenda  –  und ich schon nach drei Sätzen kaum noch  sprechen, geschweige denn lesen konnte, waren meine Kinder zutiefst verstört,  „Was ist denn los, Mutti?“ war ihre bange Frage.

Nichts! Gar nichts! Aber die Geschichte ist so herzzerreißend, so traurig oder freudig, so spannend oder zart, dass mir prompt das Wasser in die Augen steigt, die Stimme brüchig wird, der Hals eng, so eng, dass es einfach nicht weiter gehen will mit der Leserei.

Dabei ist es doch  beinahe egal, ob ich eine Geschichte der berühmten Schwedin vorlese oder ein Sachbuch über  was auch immer. Denn ich bin auch ergriffen von den Wundern der Natur, den phantstischen Beschreibungen historischer Ereignisse, biblischen Geschichten  oder ganz sachlich einfach nur von genialem Erfindergeist. Ich schlucke und atme schwer, selbst wenn ich ganz profane Dinge erzähle, aber eben solche, die mich berühren – und mich berührt fast alles.  (Es kann gut sein, dass ich,  gleich wenn ich dem Liebsten diesen kleine Blogeintrag vorlesen will, über meine eigenen wenigen Sätze so gerührt bin, dass ich heulen muss…  ist schon mal vorgekommen)

Die Heulerei über das was mich bewegt, ist ein Familienerbe.

Mein Vater – auch er erzählte und las vor –   konnte prima heulen, manchmal fand ich das nicht so passend.   Sein Vater las mir zwar nicht vor, aber  in manchen  Familiengesprächen, deren stille Zeugin ich als Kind noch war, rührten meinen Großvater bestimmte Themen zu Tränen, die Stimme zitterte  und das verdächtiges Glitzern lag in den Augen.  Mein lieber Cousin väterlichseits leidet ebenfalls am „weinenden Erbe“ und auch mein Bruder ist nicht davon verschont. Natürlich haben wir diverse Techniken entwickelt, um die größten Peinlichkeiten zu vermeiden, aber so richtig will zumindest mir das nicht gelingen.

Und darum liest Opa vor.

Opa liest mit  Begeisterung. Voller Lust und Freude.

Und nicht nur den Enkeln oder den Kindern in der Schule ….  manchmal auch mir…. in der blauen Stunde …. wenn  draußen das Licht ganz zart den frühen Abend ankündigt  und  es drinnen ganz heimelig wird….

…. und jetzt muss ich schon wieder heulen….

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 7. September, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, eltern, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, schule - kinder.
Tags: , , , ,
2 comments

… der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Daran musste ich bei der Einschulung des ersten Enkelkindes denken.

„Auf dem Dorfe“, so sagte schon der für unsere Schule zuständige  Schulrat vor gut 25 Jahren, „ist die Welt noch in Ordnung!“

Und dem ersten Eindruck und äußeren Schein nach zu urteilen, ist das heute wohl auch noch so.

Die Einschulung wird gefeiert,   29 Kinder beginnen den „Ernst des Lebens“  mit ihren Eltern und vielen Verwandten in der gemeinsamen Dorfkirche zweier Dörfer am Rande der großen Stadt. Jeder Platz in der Kirche ist besetzt, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten der i-Männchen sind gekommen, um  die kleinen Schulanfänger bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. Fröhliche und kindgerechte Lieder werden gesungen und der Pastor hält eine wunderbare und bemerkenswerte Predigt für die Kinder – und ein bißchen auch für die Erwachsenen. Um einen Hut geht es in der Predigt, darum, wozu so ein Hut gut ist: Er schützt vor zuviel Sonne, vor Wind, Regen oder Kälte und selbst vor neugierigen Blicken. Das verstehen wirklich alle.  Das Wort „Hut“, erklärt der Pastor weiter, steckt in dem Wort „behütet“. Und das wünscht er den Kindern, behütet zu sein auf ihrem weiteren Weg – nicht einfach nur mit einem Hut, versteht sich, sondern von GOTT selbst, der Hilfe und Schutz sein will in den herausfordernden Situationen des neuen Lebensweges. Ja, das verstehen auch alle…  wenn vielleicht auch nicht jeder Anwesende um diesen Schutz weiß oder gar darum bittet.

Doch der Pastor bittet darum für alle Kinder und die Eltern, Geschwister und Großeltern und legt jedem neuen Schulkind segnend die Hände auf und stellt jedes Kind unter Gottes Segen.  Am Verhalten einiger Erwachsener ist abzulesen, dass ihnen Kirche und Gottesdienst gänzlich fremd sind. Aber auch sie gehören hier in der Kirche ganz selbstverständlich dazu.

„Auf dem Dorf“, denke ich, „geht das noch, ohne dass zuvor darüber debatiert werden muss“ und bin dankbar für diesen wunderbaren segensreichen Einschulungsgottesdienst.

Im Anschluß ziehen wir alle in langer Prozession hinter einem bunt geschmückten Bollerwagen*** her  ins Nachbardorf zur „großen“ Schule, in deren Turnhalle die „Neuen“ von der Schulleiterin und allen Lehrerinnen begrüßt werden und die Viertklässler ein Theaterstück für die neuen  Mitschüler aufführen.  Die 29 Kinder werden auf zwei Klassen verteilt, 17 Kinder bleiben in der „großen“ Schule, für die anderen 12 geht es zurück ins Nachbardorf und in die „kleine“ Schule….  Dort wird das Enkelkind also seine ersten Schuljahre verbringen. Wie schön!

 

20160806_1203331

 

„Auf dem Dorf herrscht doch noch das Paradies“ meinte der ehemalige Schulrat …. und Recht hat er. Zumindest was dieses Dorf angeht und seine kleine Schule mit einer winzig kleinen Schar neuer Grundschüler.   Dankbar bin ich für die Eltern, Lehrer und die politisch Verantwortlichen, die sich für den Erhalt der kleinen Grundschule eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich aus eigener Anschuung und vielen Kämpfen in früheren Jahren weiß.

Im Haus des i-Männchens wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert…  wir  Erwachsenen erinnerten uns an die Einschulung  der Eltern, Onkel und Tanten des neuen Schulkindes… auch damals gab es den Gottesdienst in der Dorfkirche, die Einschulungsfeier in der Aula der Schule… die Aufregung der Kinder… Tränchen der Rührung und des bewußten Abschiednehmens von einem wichtigen Teil der Kindheit ihres Kindes  bei den Eltern…   Lieder und Theaterspiele…..     und  Schultüten!      Waren die damals auch schon so reich gefüllt…?

 

Und die Gedanken gingen zurück in meine eigene Kindheit. Wie war das damals vor 60 Jahren bei meiner Einschulung, waren die Eltern, waren Oma und Opa mit dabei, ich meine, in der Schule? Gab es eine Feier in der Klasse für die neuen i-Männchen – eine Aula oder Turnhalle hatte meine Schule nicht.

Ich weiß es nicht mehr, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass wir in der ersten Schulstunde ein Lied lernten: „Schön ist die Welt, drum Brüder laßt uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt…“

Der Meinige erzählte, dass er der einzige „Knabe“ gewesen sei, der in der einklassigen Dorfschule eingeschult wurde. So vermerkt es jedenfalls die Dorfchronik des kleinen Dorfes, in dem seine Familie damals als Flüchtlinge  Rettung und Unterkunft gefunden hatte.

 

20160806_1115591

***Der geschmückte Bollerwagen mit den Schultüten, die von den  Müttern der Schulkinder gebastelt worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kein Scherz diesmal….. 9. Februar, 2016

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie.
Tags: , , ,
4 comments

Der Liebste stand vor meinem Bett: „Komm schnell, wir haben Wasser im Keller!“

Mein wunderbarer Mann macht jeden Morgen das Frühstück und ich darf noch ein wenig ruhen. Erst wenn der Kaffee heiß und schwarz auf dem Tisch steht trolle ich mich aus dem warmen Bett ins Bad und von dort zum Frühstück. Manchmal beschleunigt der Liebste diese schöne morgendliche Routine mit einem kleinen Scherz, der mich eilig aufstehen lässt. Wir haben beide unseren Spaß  daran.

Aber irgendetwas in seiner Stimme verriet mir augenblicklich, dass es kein Spaß war, um mich schneller aus dem Bett zu bringen. Ich lief hinter ihm her in den Keller. Sanft und friedlich schimmerte mir das Wasser entgegen, das bereits mehr als knöchelhoch die unterste Treppenstufe umspülte.

Kein Scherz.

Mit nackten Füßen watete ich durch das eiskalte Wasser von einem Raum in den anderen. Wasser überall. Der Liebste hatte schon den Haupthahn der Wasserleitung abgestellt, denn es war nicht klar, woher das viele Nass kam. In meinem Näh- und Bügelzimmer schwappte das Wasser in die Wäschekörbe,  im großen Keller standen die Hinterlassenschaften meiner verstorbenen Eltern im Wasser, ebenso die Kartons mit Büchern und alten Schulsachen der Kinder, Kartons mit Erinnerungsstücken aus allen Phasen ihrer Kinder- und Jugenzeit. Eine leere Gießkanne schwamm lustig auf dem Wasser, statt  wie sonst üblich das Wasser in sich zu transportieren, die Werkzeugkiste macht zwar einen äußerst robusten Eindruck, aber wasserdicht ist sie leider nicht. Natürlich hatte das Wasser auch nicht vor den Schränken Halt gemacht, es kräuselte sich bereits auf den unteren Fachböden.  Es sah nach einem entsetzlichen Desaster aus, denn ich bin eine begnadete Sammlerin und horte jede Menge Schätze in Kisten, Körben und Kartons und viele davon stehen auf dem Fußboden unter der Tischtennisplatte, die schon seit ewigen Zeiten nicht mehr bespielt wird und darum auch zum Abstellen aller möglichen Utensilien dient…

Zum Glück hatten aber, wie sich später herausstellte, weder Waschmaschne noch Trockner oder Gefrierschrank Schaden genommen.

Wir riefen die Feuerwehr. Die kam sehr promt und sehr schnell und pumpte das Wasser ab. Allerdings nicht alles, ein kleiner, etwa 1/2 cm hoher Spiegel blieb stehen. Den schöpften wir mit Kehrblechen ab und wischten ihn mit Tüchern auf. Es dauerte buchstäblich Stunden. Über die feine Funktion meines schlauen Telefons benachrichtigte ich die übrige Familie von der morgendlichen Heimsuchung. Einer der „Jungsbrüder“ konnte es dienstlich so einrichten, dass er noch am selben Tag zu uns kam und uns half, die Kisten – sofern sie noch tragbar waren – in die oberen Stockwerke des Hauses zu transportieren und diejenigen, die bereits zu sehr  aufgeweicht waren, gleich an Ort und Stelle zu sortieren in: das muss weg und das kann eventuell gerettet werden. Ich konnte dem allen nur relativ hilflos zusehen, mein Rücken lässt es seinfach nicht zu, schwere Lasten zu tragen. Abends kam der zweite der Jungsbrüder und half ebenfalls nach Kräften zu retten, was zu retten war, bzw. eben zu entsorgen, was entsorgt werden musste.

Die Versicherung schickte ein Unternehmen das Gebläse und Trocknungsapparate aufstellte, die geben nun Tag und Nacht ein monotones Summen und Brummen von sich. Die Männer rissen auch die Teppichböden raus (dabei mussten sie um die Möbel herumschneiden, denn die hatten wir in der Kürze der Zeit noch nicht leeren können) und nahmen sie zum Glück auch gleich mit. Sie machten unmissverständlich klar, dass das Näh- und Bügelzimmer grundsaniert werden müsste – wir hatten damals das Zimmer als Arbeitszimmer für meinen Mann aufwendig ausgebaut, einen 6 cm starken  isolierenden Fußboden aufgebracht und die Kellerwände mit Fermazellplatten verkleidet und alles wohnlich tapeziert und eingerichtet.

Ich legte Zettel, Hefte, Bücher zum Trocknen im Wohnzimmer auf dem Fußboden aus  – ein Lob der Fußbodenheizung – und wusch mehrere Ladungen Wäsche, die von den Fluten nass geworden war und stockig zu werden drohte.  Und ich trennte mich von vielen Schätzen! Was noch wirklich schön und brauchbar war, brachten wir als Spende zum Sozialkaufhaus, es wurde dankend angenommen, anderes landete da, wo es vermutlich in einigen Jahren ohnehin gelandet wäre – auf dem Wertstoffhof.

Der Liebste und C. fuhren 6 oder 7 Autoladungen zum Wertstoffhof.

In der vergangenen Woche kam eine Firma, um den Fußboden im Näh- und Bügelzimmer rauszureißen und die Fermazellplatten in 60 cm Höhe von den Wänden zu schneiden. Unter dem Fußboden hatte sich bereits in den wenigen Tagen der Schimmel breit gemacht, die Wände fühlen sich feucht an. Es wird nach Meinung der Fachleute weitere 3 – 4 Wochen dauern, bis sie wirklich trocken sind. Erst dann können wir uns an die Renovierung machen, die Schränke und Regale wirder an die Wände rücken und einräumen und alle die Dinge, die nun in den oberen Zimmern lagern, wieder im Keller an Ort und Stelle bringen.

Inzwischen –  der Rohrbruch war am 20. 1. – habe ich mich von dem Schock erholt. Ich hätte nie gedacht, dass mich so ein eher harmloses Ereignis derartig lähmen könnte, aber das war das Gefühl: Ich habe gar keine Energie, ich bin völlig kraftlos.

Und dabei war es doch nur ein  Frostsschaden. Eine Wasserleitung war infolge der strengen Kälte geplatzt. Mit Schaudern und allergrößtem Mitgefühl denke ich an die Leute, die von äußeren Hochwassern heimgesucht werden, an Dreck und Unrat, den solche Wassermassen mitbringen. Und ich denke an die, die durch Unwetter  oder Katastrophen gar ihr ganzes Heim verlieren.

Ich bin unendlich dankbar, dass die Heizung nicht ausgefallen ist, warmes Wasser bereit stand und steht und wir bei allem Schaden und aller Arbeit doch so glimpflich davon gekommen sind. Dankbar bin ich für meine Familie, die durch tatkräftige Unterstützung und durch liebevolles Aufmuntern und Gebet dazu beigetragen hat, dass wir schnell zu einem normalen Alltag und Umgang mit dem Problem zurück gefunden haben.

„….und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, …“ Epheser 5, 20

 

 

 

 

 

 

Danke… 31. Dezember, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , , , ,
2 comments

für ein so reiches und gutes  Jahr 2015 mit seinen vielen kleinen und großen Freuden, schönen Erlebnissen, Begegnungen mit Freunden, der Freude mit der Familie…

Danke für all das Gute, das ich erfahren habe und worüber ich ansatzweise auch hier bei himmel und erde berichtet habe. Alles aufzuzählen, dafür reicht jetzt die Zeit nicht…. Silvester steht vor der Tür und will gebührend gefeiert werden.

Die traurigen Ereignisse will ich nicht vergessen oder verdrängen. Wenn Menschen leiden, Freunde in Not geraten,  krank werden, sterben, so berührt mich das tief. Ich denke an sie – ohne sie jetzt genauer zu nennen.

Mit einer Ausnahme… aus der Zeitung erfuhr ich gestern, dass ein ehemaliger Kollege von mir im Alter von nur 39 Jahren am 25. Dezember ganz plötzlich verstorben ist. Seine Frau und seine kleinen Töchter, seine Eltern, die ganze Familie trauert um ihn – und auch ich kann nicht fassen, dass so ein junges und hoffnungsvolles Leben  nicht mehr auf dieser Erde weiter lebt, liebt, lacht, arbeitet…

Auch das gehört zu diesem jetzt zur Neige gehenden Jahr…

Alles gehört zu meinem Leben, nichts will ich von mir werfen wie ein altes schmutziges Kleid.

 

Und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi.  Epheser 5,20

 

Allen, die hier ab und zu lesen, wünsche ich von Herzen ein gutes, glückliches, freundliches und segensreiches Jahr

                                                      2 0 1 6

 

20150704_192323

Ambulanter Hospizdienst: Ich mach hier mal ein bisschen Werbung… 5. November, 2015

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, politik.
Tags: , , , , , , , , , , , , ,
1 comment so far

Es ist überaus erfreulich, dass im Deutschen Bundestag beschlossen wurde, die Situation Sterbender zu verbessern und die Palliativversorgung totkranker Menschen und die Hospizarbeit zu fördern. (Siehe dazu den Gesetzentwurf)

Dass viele Menschen erhebliche Angst vor den letzten Tagen und Wochen vor ihrem Dahinscheiden haben, nicht aber vor dem Tod selbst, das ist viel zu lange viel zu wenig beachtet worden. Ich wage sogar zu behaupten, dass ohne die in der Öffentlichkeit schon seit langem heftig und kontrovers geführte  Debatte um aktive Sterbehilfe das Thema „Umgang mit Sterbenden“ niemals den Weg in den Bundestag gefunden hätte und die Hospizarbeit auch weiterhin eher ein Schattendasein am Rande der „Krankheitswirtschaft“ führen würde.

Es sind die schrecklichen Erfahrungen mit aktiver „Sterbehilfe“ während der NS-Zeit, die die Debatte um begleiteten Suizid so heikel und schwierig macht. Wenn man, wie von einigen Abgeordneten gefordert, die ärztliche Hilfe zum Suizid totkranker Menschen straffrei stellt, öffnet man damit nicht gleichzeitig dem Missbrauch Tor und Tür? Wenn schwerkranken Menschen durch manipulative Propaganda nahe gelegt wird, es sei ein Gewinn, ihrem  Leben vorzeitig selbst ein Ende zu setzen, um so Schmerzen, Einsamkeit und der drohenden Fremdbestimmung durch pflegende Angehörige oder Pflegedienste zu entgehen, wenn zudem Angehörigen suggeriert wird, das sei alles im rechtlichen Rahmen des Erlaubten, werden wir dann in einigen Jahren möglicherweise erleben, dass man auch nicht gar so schwerkranke Personen drängt, ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil es einfach kostenfünstiger für die Familien, die Krankenkassen und die Gesellschaft ist? Wann ist ein altes und schwaches Leben, wann ein von schwerster Krankheit gezeichnetes Leben noch lebenswert und wer bestimmt das?

Die Fragen um  Suizid und die rechtlichen Voraussetzungen will der Bundestag klären und darüber abstimmen, welche gesetzlichen Bestimmungen in Zukunft gelten sollen bei der Frage nach Leben und  selbstbestimmtenTod, wobei das „selbstbestimmt“ nicht nur eine Frage des erklärten Willen, sondern auch der jeweiligen Umstände dessen ist, der willens ist sich zu töten,  respektive  sich töten zu lassen.  Menschen, die (noch) körperlich in der Lage sind, Suizid zu begehen aus Angst vor dem Altwerden oder  in schwerer Krankheit und bei zu erwartenden Schmerzen, wird es immer geben und vermutlich werden auch viele Menschen genau das tun:  ihrem Leben selbst und ohne fremde Hilfe ein Ende setzen. Für diese Menschen muss der Gesetzgeber keine neuen Gesetze beschliessen. Mit dem eingetretenen Tod entzieht sich der Mensch auch der irdischen Gerichtsbarkeit.  Für diejenigen aber, die „nur“ mit Hilfe anderer aus dem Leben scheiden können, muss es Regeln und Gesetze geben, andernfalls würde sich doch jeder, der bei einer Selbstötung hilfreich zur Hand geht, sich des Totschlags oder der Beihilfe zum Totschlag strafbar machen.

In der Debatte um die rechtlichen Bestimmungen zur Tötung auf Verlangen, zur „assistierten Selbsttötung“ und wie die Handlungen sonst noch heißen mögen, wird aber leider beinahe gänzlich übersehen, dass es eine andere Möglichkeit gibt, dem Tod entgegen zu gehen, das Sterben zu erleichtern. Die Rede ist – wie oben schon angedeutet – von einer deutlich verbesserten Palliativversorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. Ich habe es sowohl in der Begleitung meiner Eltern, als auch währende des Sterbens meiner Freundin erlebt, dass die körperlichen Schmerzen und Beschwernisse sterbender Menschen durch die begleitenden Ärzte deutlich – wenn auch vielleicht nicht vollständig – gemindert werden können. Allerdings müsste auch für diese Form der Sterbebegleitung zumindest das Gesetz über den Gebrauch von Betäubungsmitteln dahingehend geändert werden, dass man dem oben genannten Personenkreis die unbegrenzte Einnahme schmerzlindernder Medikamente straffrei zubilligt. Ich bin keine Ärztin und kann demzufolge wenig über die lebensverkürzenden Aspekte unbeschränkter Gaben von Morphium und ähnlichen Medikamenten sagen, aber angesichts des ohnehin nahenden Todes sollte das ein zu vernachlässigender Gesichtspunkt sein. Es muss immer darum gehen, den Leidenden Schmerzen zu ersparen. (Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies der oben angeführten Fragestellung real und rechtlich sehr nahe kommen könnte.)

Neben einer guten palliativen Versorgung schwerstkranker Menschen und Sterbender, spielen aber auch die  menschlichen Begleitumstände Sterbender eine nicht unerhebliche Rolle. Viele Angehörige sind mit der Begleitung ihrer totkranken Familienmitglieder überfordert, manche sind aus zeitlichen oder räumlichen Gegebenheiten dazu gar nicht in der Lage, sei es, dass die Angehörigen berufstätig sind und damit  der Sterbende  in der gemeinsamen Wohnung nicht ausreichend gut betreut werden kann oder die Angehörigen sogar in einer anderen Stadt wohnen. Für diese Fälle gibt es seit einigen Jahren ambulante Hospizdienste. Eigens dafür ausgebildete und zumeist ehrenamtlich tätige Mitarbeiter helfen stundenweise in der Begleitung sterbender Menschen. Leider sind diese Dienst noch nicht ausreichend zahlreich im gesamten Bundesgebiet angesiedelt und können daher den vorhandenen Bedarf noch nicht decken. Dies soll nun durch die heute im Bundestag beschlossenen Massnahmen verbessert werden.

Ein anderer Punkt ist, dass ambulante Hospizdienste noch viel zu wenig im öffentlichen Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind. Und deshalb mache ist jetzt ein bisschen Reklame für „meinen“ Hospizdienst mit diesem Text, den ich heute für eine Information über „uns“ geschrieben habe:

„Der ambulante Hospizdienst informiert:

In den letzten Tagen und Wochen debattierte der Deutsche Bundestag über verschiedene Entwürfe für eine Gesetzesänderung zur Sterbehilfe ( Suizidbeihilfe), und wenn sie diese Zeilen lesen, wird darüber abgestimmt worden sein. Aus Angst vor Schmerzen, Einsamkeit oder dem Verlust des selbstbestimmten Lebens verlangen immer mehr schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen nach (ärztlicher) Sterbehilfe und der gesetzlichen Regelung, diese straffrei zu stellen. Neben dieser Debatte verabschiedete der Bundestag am 5. 11. 2015 ein Palliativ- und Hospiz-Gesetzt zur besseren Versorgung sterbender Menschen.

In diesem Sinne setzt der ambulante Hospizdienst einen entsprechend eigenen  Akzent in der Frage der „Sterbehilfe“ :   „Mit uns: Leben gestalten bis zuletzt.“ Unter diesem Leitgedanken informiert der Dienst in dem neu gestalteten Flyer über die Angebote zur Hilfe für Sterbende und  Angehörige und weist auf die Möglichkeiten hin,  auch in den letzten Wochen des Lebens  Würde und Lebensqualität zu erhalten. Ehrenamtliche Mitarbeiter – koordiniert von der Leiterin des Dienstes, Birthe Möller,   –  bieten nach den Bedürfnissen der Sterbenden und in Absprache mit  Angehörigen oder Ärzten und Pflegeeinrichtungen  ihre Zeit an zum Zuhören, Vorlesen, Beten, für Gespräche  oder einfach nur um da zu sein, wenn Angehörige keine Zeit haben oder fehlen. Sie unterstützen Angehörige auch in organisatorischen Angelegenheiten, etwa beim Gang zum Bestatter.

Der ambulante Hospizdienst bietet auch in der Zeit nach dem Tod  Hilfe für Angehörige  an:  Trauernden Menschen Raum und Zeit zu geben für Gespräche, den Austausch über Gefühle, angstfrei reden zu können über das Erleben des Todes eines nahestehenden und lieben Menschen und die Einsamkeit danach, das ermöglicht das „Trauerfrühstück“ im Kirchröder Turm einmal im Monat an einem Samstagmorgen unter dem Leitgedanken: „Gemeinsam weniger einsam.“  Ehrenamtliche Mitarbeiter richten in einem festlich gestalteten Raum das Frühstück aus und bieten nicht nur einen liebevollen „gastronomischen Service“  an, sondern sind für die Trauernden persönlich da. Auf diese Möglichkeit weist der  neue Flyer „Trauerfrühstück“ hin. Er ist so gestaltet, dass er  als Einladungskarte an Betroffene weiter gegeben werden kann.

Die verschiedenen Aufgaben des  ambulanten Hospizdienstes werden von Ehrenamtlichen wahrgenommen. Mit dem Flyer „Zeitschenker werden“ wirbt der Dienst um Menschen die bereit sind,  sich ausbilden zu lassen, um mithelfen zu können, „die Situation von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu verbessern“, wie es in dem Text des Flyers heißt. Wir brauchen mehr Mitarbeiter.

Es ist uns ein großes Anliegen, die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes vielen Leuten bekannt zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen.  Wir weisen darum hiermit auf die Flyer hin, die in den Gemeinden ausliegen und bitten sehr darum, von ihnen Gebrauch zu machen, sie an Betroffene weiter zu reichen oder sie in größerer Zahl  auszulegen, etwa nach persönlicher Rücksprache in Apotheken oder Arztpraxen, beim Friseur oder beim Bäcker oder – oder – oder. Natürlich können Flyer auch über  die Geschäftsstelle des Hospizdienstes im Diakoniewerk Kirchröder Turm e.V., Kirchröder Straße 46 bezogen werden.  Noch wird an der Website des ambulanten Hospizdienstes gearbeitet, wenn sie aber fertig gestellt sein wird, ist auch dies eine Möglichkeit, den Hospizdienst durch  Links persönlich weiter bekannt zu machen. Die Webadresse lautet: www.ambulanter-hospizdienst-hannover.de  Sie findet sich auch auf jedem Flyer.

Man zündet doch kein Licht an, um es unter einen Scheffel zu stellen, heißt es sinngemäß in der Bibel. Wir wollen das Licht der Hilfe auf einen Leuchter stellen, dass es Menschen zu Gute kommt, die Hilfe brauchen.

Und auch dies noch zum Schluss:  Für alle, die nicht persönlich als Sterbebegleiter oder Trauerbegleiter arbeiten können, aber dennoch mithelfen wollen, dass Menschen im Sterben  nicht der Ausweglosigkeit von Angst und Einsamkeit hilflos ausgesetzt sind,  weisen wir auf unser Spendenkonto hin. Ohne Spenden kann der ambulante Hospizdienst seinen Dienst langfristig nicht erbringen. Die Kontodaten findet man auf jedem Flyer.“

„So geht Integration….“ 2. Oktober, 2015

Posted by Rika in aktuell, einwanderung, emanzipation, frauen, gesellschaft, integration, muslimische frauen, politik, sharia, vollverschelierung.
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,
3 comments

schrieb eine Nutzerin bei facebook

und postete den Beitrag über  die wunderbare Hilfsbereitschaft vieler Frauen, die einer  Flüchtlingsfrau einen Friseurbesuch ermöglichen wollten. Das Problem war weniger die Finanzierung einer solchen Hilfeleistung, als vielmehr die Tatsache, dass die Betroffene unter dem Recht von Sharia und Ehemann steht. Der Ehemann untersagt seiner Frau, die Vollverschleierung im öffentlichen Raum abzulegen oder sich gar – was beim Barte des Propheten ganz und gar nicht erlaubt ist – von einem männlichen Friseur bedienen zu lassen, ja, nicht einmal die Anwesenheit eines Mannes in dem entsprechenden Salon sei statthaft, man benötige vielmehr einen separaten Raum, zu dem – außer dem Ehemann natürlich – nur weibliche Arbeitskräfte Zutritt haben (die ja eigentlich nach  islamischer Logik ebenfalls verschleiert sein müssten, damit der Eheman sein lüsterndes Auge   nicht über Gebühr im Zaum halten müsste…)

Es meldeten sich ungemein viele Frauen, die Adressen von halal-Friseurläden posteten, um das nett gemeinte Angebot eines Friseurbesuches für eine Flüchtlingsfrau zu ermöglichen.

Aber „geht so Integration“?

So geht Hilfsbereitschaft, aber nicht Integration.

Denn das, was die Frauen so liebevoll-freundlich anbieten, ist doch nichts anderes als die Zementierung der Separation sehr traditioneller muslimischer Frauen vom öffentlichen Leben. Die Frau gilt  als Eigentum des Mannes und kein anderer Mann soll sie zu Gesicht bekommen.

Haben wir Frauen in Deutschland  jahrelang Debatten zum Thema „Emanzipation“ geführt, um vor einer religiös-archaischen Männersippe den Bückling zu machen?

Viele Frauen in Deutschland regen sich meiner Meinung nach zu Recht darüber auf, dass die katholische Kirche Frauen den Zugang zu sämtlichen kirchlichen und geistlichen Ämtern bis heute verweigert.  – Ich möchte allerdings ausdrücklich hervorheben, dass die evangelische Kirche das bis vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls getan hat und in manchen Freikirchen auch heute noch nach dem Wort des Apostel Paulus verfahren wird, das da lautet: „Das Weib schweige in der Gemeinde.“

Aber es herrscht doch ein geradezu lautes Schweigen der (gleichen ?)  Frauen, wenn es darum geht, den Herrschaftsanspruch muslimischer Männer über ihre Frauen an den öffentlichen Pranger zu stellen. Die gleichen muslimischen Männer, die ihre Frauen unter Kopftuch, Niqab oder Burka zwingen, begrapschen unverschleierte (deutsche) Frauen mit den Augen und ihre Bezeichnungen für modern und  westlich gekleidete Frauen sind alles andere als schmeichelhaft. (Das Problem, dass muslimische Väter nicht mit Lehrerinnen reden wollen, weil sie eine FRAU sind, gibt es ja nicht erst seit heute, ist aber bisher in der Öffentlichkeit weitgehend unter den Teppich gekehrt worden,)

Warum weisen wir diese Männer nicht in die Schranken?

Warum machen wir nicht SIE für die Zügelung ihrer scheinbar überbordenenden sexuellen Lust verantortlich, statt ihnen zuzugestehen, ihre Frauen unter Kartoffelsack ähnlich Gebilde zu stecken oder sie gleich ganz aus dem öffentlichen Leben fern zu halten, nur damit ja kein anderer Mann auf schmutzig-unzüchtige Gedanken kommen kann?

Haben wir nicht dafür gekämpft, dass Frauen nicht nur nominell vor dem Gesetz gleichberechtigt sind, sondern auch als gleichwerte und gleich wertvolle Menschen in der Gesellschaft geachtet werden, deren Wort etwas gilt, deren Argumente man ernst nimmt? Sollten unsere Politikerinnen  am Ende nur die Alibifrauen sein, die öffentlich die Verwirklichung des Gleichheitsanspruchs dokumentieren, gleichsam ala  „lass die Mädels man reden, machen tun wir!“? Die Kanzlerin quasi als erste Machtquotenfrau Deutschlands (Heide Simonis möge mir verzeihen… 🙂 )!

Das kann es doch nicht sein!

Als ich vor gut 40 Jahren meinen damaligen Schulrat fragte, ob das Dienstrecht es zuließe, dass ich neben meiner Arbeit an der Schule ein Psychologiestudium aufnehme, antwortete dieser wirklich sehr, sehr freundliche und nette Herr, dass es dem Dienstrecht völlig gleichgültig sei, ob ich in meiner Freizeit Tennis spielte oder studierte, aber „Frau Rika, besinnen Sie sich doch auf ihre wahren Werte als Frau und Mutter!“  Zu einem der Themen meiner mündlichen Prüfung im zweiten Examen wählte ich „Emanzipation“, was mir die freundliche Belehrung seitens des Schulrates (bei Einreichung meiner Themen) einbrachte, Emanzipation bedeute „aus der Hand geben“ was dem Ursprung nach meinte, eine Tochter aus der väterlichen Gewalt zu entlassen …   und vermutlich hat er in Gedanken hinzugefügt, aber nur, um sie der Gewalt des Ehemanns unterzuordnen.

Mehr als vierzig Jahre ist das her. Ein langer Zeitraum für mich, aber ein Klacks in der gesellschaftlichen Entwicklung seit der Zeit der alten Römer. Dass die Entwicklung der Emanzipation der Frau bisher an den  Männern im muslimischen Kulturraum vorbeigegangen ist, bedeutet aber doch nicht, dass ich diese Männer als Frau aktiv darin unterstütze, in ihrem archaischen Denken zu verbleiben. (Das gilt auch für die immer noch in christlich frommen Kreisen anzutreffenden Haltungen und Vorstellungen.)

Integration in unsere Gesellschaft kann nicht bedeuteten, dass wir die Entwicklung anhalten oder sogar zurückdrehen. Muslimische Männer haben sich unserer Rechtsvorstellung anzupassen, nicht wir unsere Rechtsvorstellung den muslimischen Männern.

……..

Und ich hoffe sehr, dass es mehr als Wahlkampfgetöse ist, was Julia Klöckner zu diesem Thema zu sagen hat und dass sie damit eine Debatte angestoßen hat, die nicht so bald verstummt. Manches braucht einen langen Atem.

„Das ist ein Mensch…..“ 19. August, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
Tags: , , , , ,
3 comments

Die junge Familie war zu einer Hochzeit eingeladen, man feierte fröhlich, die Großeltern hüteten die Kleinen, es wurde spät….

Damit die Eltern am nächsten Morgen nach der Erstversorgung der jungen Söhne noch ein wenig ruhen konnten, setzte der Großvater einen schon lange gehegten Plan um:

Fahren mit der Straßenbahn!

Am frühen Sonntagmorgen sind  er und die Enkel die einzigen Fahrgäste, die am Endpunkt einer hannoverschen Straßenbahnlinie in die Bahn steigen. Der Plan ist, einmal quer durch Hannover zu fahren.  Die Kinder sind fasziniert….  Autofahren kennen sie gut, ebenso Zugfahrten, die Straßenbahn ist aber zumindest für den jüngeren Kleinen ganz neu und ungewohnt.  Je näher die Bahn der Innenstadt kommt, umso mehr Fahrgäste steigen zu.

Toll,  die Bahn fährt auch unterirdisch  durch einen langen, langen Tunnel.

Schon fast am anderen Ende der Stadt steigt eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter ein. Eine hübsche Frau, wie der Großvater später erzählt, hübsch und dunkelhäutig. Der ältere Enkel beachtet die Frau nicht weiter, sein Interesse ist auf Anderes gerichtet. Der jüngere Enkel aber schaut …. und schaut …. und schaut ….   die Frau an und ihr Kind …   dabei sieht man seinem Gesicht an, wie intensiv er nachdenkt.

„Das ist ein Mensch!“, sagt er schließlich.

„Stimmt!“ bekräftigt der Großvater.

Fast drei Jahre alt ist der kleine Mann  und noch nie zuvor hat er einen dunkelhäutigen Menschen von Angesicht zu Angesicht gesehen. Die Person, die vor ihm steht, ist keine Gestalt aus einem Bilderbuch  – sie ist ein Mensch, wie er, wie du und ich.

Sein Hut, der hat vier Ecken…. 20. Juli, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , , , , , ,
4 comments

Da steht er nun, der Hut, und es ist eine helle Freude ihn zu betrachten.

Es ist, so wurde uns erzählt, bei den Chemikern an der Uni in Hamburg ein beliebter Brauch, dem „Delinquenten“ nach der Verteidigung, der Disputation im Promotionsverfahren,  einen eigens für ihn gestalteten Doktorhut zu überreichen.  Und so ist auf dem Geviert des Hutes alles  das versammelt, was den damit frisch dekorierten jungen Mann auszeichnet, bzw. und besser gesagt, was typisch ist für ihn abseits des akademischen Betriebes, dem er lang genug angehörte, um  den Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit zu bieten,  die  diversen Eigenheiten und Eigenschaften kennenlernen und studieren zu können.

Wieviel Arbeit in diesem Hut steckt, denke ich …  und meine beides, die Arbeit „am“ Hut und  die Arbeit „für“ den Hut:   die lange Zeit des offiziellen Lernens an Schule und Universität –  Büffeln für Prüfungen und Klausuren, wieder und wieder,  Laborarbeit während der gesamten Studienzeit, Schreiben der Bachelorarbeit, der Masterarbeit und schließlich ganz gezielt das Arbeiten für die Doktorarbeit im Labor und das Schreiben der Arbeit selbst.

Dankbar sind wir, die Eltern, dass wir unseren Sohn all die Jahre begleiten konnten, seinen „offiziellen Lernweg“ ebenso wie das Lernen, das das Leben selbst mitbringt, erfordert, ausmacht …   das Miteinander in der Familie und den sozialen Strukturen – Freundschaften, Kolleginnen und Kollegen, Gruppen in Freizeit und  Gemeinde.

Wir freuen uns mit ihm über „den Hut“ und darüber, dass er immer noch der liebenswerte „Kleine“*** ist, eingebettet in den Kreis seiner Geschwister und der Familie. Und so waren wir als Familie auch (fast) alle  dabei, als er im Hörsaal seine Dissertation „verteidigte“  –  dabei will ich gerne gestehen, dass es mir ebenso  ging wie meinem kleinen Enkel, der seinen Vater flüsternd fragte: „Papa, was redet der Bias da?“,  denn außer den Wörtern in den einleitenden und  verbindenen Sätzen  verstand ich eigentlich so gut wie nichts von dieser doch sehr eigenen Sprache mit der Chemiker die Wirksamkeit bestimmter Stoffe, Verbindungen und Verfahren beschreiben. Es war dennoch sehr beeindruckend für mich diesem Vortrag zu folgen, den „der Kleine“ souverän, flüssig und eloquent vor dem Publikum aus Prüfungsausschuß, Kolleginnen und Kollegen seiner Arbeitsgruppe,  Studierenden, Freunden hielt – so als hätte er in den letzten Jahren nichts anderes getan, als wissenschaftliche Referate und Vorträge zu halten. Die anschließende Befragung bewältigte er sicher und mit konzentrierter Aufmerksamkeit…..  Mutterherz, bleib ruhig!  Er macht es so gut!

Der erste Gratulant war sein Doktorvater –  ihm schlossen sich die beiden prüfenden Professoren an und dann in langer Reihe alle im Hörsaal Anwesenden, der Liebste schätzte sie auf etwa 60 Personen.  …  „der Hut“  wurde überreicht und anschließend   lange und ausführlich gefeiert …. An dieser Stelle sei es erlaubt, nicht nur die HutbastlerInnen lobend zu würdigen, sondern auch die netten Menschen, die mit vielen Köstlichkeiten das Buffet bereicherten und die „Feierlocation“ gestalteten und dekorierten! Chapeau!

Welch ein wunderschöner Tag!

Doktorhut Tobias

Herzlichen Glückwunsch, lieber Tobias!

Alles Gute und Gottes Segen für Deinen weiteren „Lern- und Lebensweg“!

“Sagt allezeit für alles dem GOTT und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus.” Epheser 5,20…   Das fällt an solch einem Tag ganz leicht….

……………………………………………………………………………………………………………………………

*** Unsere beiden jüngsten Kinder wurden von ihren Geschwistern (und auch von uns Eltern) immer  zusammenfassend „die Kleinen“ genannt … und manchmal nenne ich sie immer noch so…. und scheine dabei zu vergessen, dass die „Kleinen“ doch inzwischen „groß“ sind und  wunderbare, erwachsene Menschen und „der Kleine“  ein Mann !  Ich bin so dankbar für diese tiefe Verbundenheit zu ihm –  wie wir sie zu allen unserer Kinder haben und die Kinder untereinander…  Ja, Dank sei GOTT, wem sonst.