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Wenn angeblich die Mehrheit der Deutschen…. 14. März, 2018

Posted by Rika in araber-"palästinenser", flüchtlinge, iran, islam, israel, medien, politik, presse, terrorismus.
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den Herrn Ex-Außenminister Gabriel zu den beliebtesten Politikern zählt – wie die Medien nicht müde werden zu behaupten – und findet, dass er seinen Job gut mache, müsste diese Mehrheit der Deutschen doch auch mit der von ihm vertretenen und verantworteten Außenpolitik vollkommen einverstanden sein.

Das bedeutet doch wohl auch, dass die meisten Deutschen es in Ordnung finden,

dass der Ex-Außenminister mit den herrschenden  Mullahs des Iran freundschaftliche Beziehungen pflegt, ungeachtet der Tatsache, dass Iran eine islamische Diktatur ist, in der Frauen  weniger Rechte haben als Männer (das gefällt vielleicht sogar einigen deutschen Männern recht gut 😉  ), Schwule an Baukränen aufgeknüpft werden, drakonische Strafen bei Missachtung islamischer Regeln drohen und auch ausgeführt werden, der Iran zu den gefährlichsten Kriegstreibern im Nahen Osten gehört und so die gesamte Region destabilisiert, der Islam das alles beherrschende religiöse und staatliche System ist, aus dem es kein Entkommen gibt, die Meinungsfreiheit extrem eingeschränkt ist, Demonstrationen nur FÜR nicht aber gegen die Regierung erlaubt sind, Frauen unter das Kopftuch gezwungen werden und Apostaten mit dem Tode bestraft werden.

Es bedeutet ferner, dass sie es völlig in Ordnung finden , dass der Ex-Außenminister mit der Türkei kungelt und schmutzige Deals vereinbart,  und während er mit seinem türkischen Amtskollegen gemütlich  im eigenen Häuschen in Goslar Tee trinkt, gleichzeitig aber das türkisches Militär die Kurden auf syrischem Gebiet abschlachtet. Die meisten Deutschen scheinen es demnach gut zu finden, dass die Türkei unter Erdogan zu einer islamischen Diktatur umfunktioniert wird mit allen absehbaren negativen  Folgen für die Bevölkerung (siehe Iran!!!),  sie haben vermutlich auch kein Problem damit, dass Menschen gegen Geld gehandelt werden (und dabei beziehe ich mich nur auf den ausgehandelten Deal zum Flüchtlingsproblem!!!) Vor allem aber scheinen sie recht zufrieden damit zu sein, dass deutsche Panzer für die Türken rollen.

Wie um Himmels willen kann man diesen Außenminister gut finden?

Dabei habe ich noch gar nicht daran erinnert, dass sich Herr Gabriel  in Israel wie die Axt im Walde aufgeführt hat, die israelische Regierung brüskierte und sich lieber mit der ultralinken außerparlamentarischen Opposition traf, dass er Israel zum wiederholten Male als  Apartheidsstaat  bezeichnete und den Terror-Finanzierer Abbas als seinen Freund. Gabriel regte eine strategische Partnerschaft mit der Fatah an und förderte damit auch den erstarkenden muslimischen Antisemitismus in Deutschland, der mit dem deutschen Antisemitismus Hand in Hand geht und ungestraft auf Deutschlands Straßen „Tod Israel“ brüllen darf.

Was also war so gut an diesem Außenminister?

Und was, so  frage ich als SPD-Mitglied, war so gut an seiner Parteiführung? Das miese Spiel, dass er mit Schulz veranstaltet hat? Die ständigen Querschüsse, die er während des ohnehin nicht leichten Wahlkampfes von der Seitenlinie aus gegen die eigene Partei  feuerte? Das unredliches und erbärmliche Machtspielchen nach den Sondierungsgesprächen? Seine Bartgeschichte???

Was ist gut an diesem Mann, dass ihn die Medien derart über den grünen Klee loben?

Aber vielleicht finden ihn ja die meisten Deutschen deshalb gut, weil er sehr viel besser reden kann als Frau Merkel und weil er so einen treuherzigen Augenaufschlag zustande bringt wie sonst keiner im Parlament… mit diesem seelenvollen Dackelblick, der noch jeden zum Schmelzen bringt, der nicht eine ausgesprochene Hundephobie hat…

Wer weiß.

Herrn Maas als seinen Nachfolger finden die meisten Deutschen nicht so nett (gut). Das mag daran liegen, dass Eitelkeit weit weniger freundlich bewertet wird, als seelenvolle Augenaufschläge und schöne Reden.

Aber wer weiß. Wenn die Medien erst einmal loslegen mit einer Sympathiekampagne für den smarten Herrn Maas, kann ja nichts mehr schief gehen.  Um Leistung, die ein Minister zu erbringen hat, geht es bei den Beliebtheitswettbewerben, die regelmäßig von den Umfrageinstituten veranstaltet werden, ohnehin nicht.

Wer ist eigentlich heute der beliebteste Politiker im „Politbarometer“?

Weiß man das schon?


NACHKLAPP

Explizit zum Thema „Außenpolitik unter Gabriel“ äußert sich überaus faktenreich Michael Wolffsohn bei Achgut.

http://www.achgut.com/artikel/ein_aussenminister_den_man_nicht_vermissen_muss

Daraus diese kurze Sequenz:

„Seine Streicheleinheiten verstand das Mullah-Regime als Freifahrschein für die Fortsetzung innenpolitischer Unterdrückungen und außenpolitischer Kriegsabenteuer im Irak, Jemen, Libanon und in Syrien. Nach Ausbruch der Massenproteste gegen das Mullah-Regime hatte Gabriel nichts Eiligeres zu tun, als beide Seiten dazu aufzurufen, keine Gewalt einzusetzen.

Im Klartext: Gabriel setzte Unterdrückte und Unterdrücker gleich. Zur selben Zeit wurde in einem Luxuskrankenhaus Hannovers Irans ehemaliger Todesrichter gehegt, gepflegt und vor Rechtsverfolgung geschützt. Mit Wissen und Wirken des Auswärtigen Amtes, also sicher auch Gabriels.

Nicht den Iran, sondern Saudi-Arabien sollten wir, laut Gabriel, als Hauptverantwortliche für Nahostkonflikte und -kriege betrachten. Dass deutsche Firmen jüngst dem Iran Raketenbauteile lieferten, stieß nicht aufs Veto des Gabriel-Amtes. Bereitete er sich für eine Zweitkarriere als Iran-Lobbyist vor?

Gabriels Vorgehen widersprach nicht nur dem ethischen Selbstverständnis und der Staatsräson Deutschlands. Zu dieser gehört das unbedingte Eintreten für die Existenz des jüdischen Staates, Israel. Lippenbekenntnisse dazu kennen wir auch von Gabriel. Zugleich bezeichnete er Israel mehrfach als „Apartheid-Staat“.“

Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

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„Den Preis für die Satten zahlen die Elenden…“ 26. Februar, 2018

Posted by Rika in aktuell, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, politik, soziale arbeit.
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formuliert Gerd Buurmann in einem langen Artikel zum Hype um die „Essener Tafel“.

Gerds Artikel sind oftmals megalang (weil er den Problemkomplex in aller Ausführlichkeit und von „Adam und Eva“ an erklärt)  und benötigen  deshalb auch Durchhaltevermögen und  einen  langen Atem 😉 . Meistens aber trifft er den Punkt – trotz der Länge seiner Beiträge und deshalb weise ich auch immer wieder auf seinen Blog oder seine Artikel hin.

Aus dem langen Schrieb über die Vorgänge rund um die Essener Tafel zitiere ich  hier nur den Schlussabsatz:

Den Preis für die Träumereien der Satten zahlen die Elenden

Alles hat eine Obergrenze! Keine Organisation hat unendlich viel Kapazität und grenzenlose Möglichkeiten. Die Obergrenze liegt immer dort, wo man nicht mehr in der Lage ist, Hilfe zu gewährleisten. Für die Essener Tafel, die niemals angetreten ist, die Flüchtlingskrise zu meistern, ist die Obergrenze erreicht.

Wir reden hier übrigens teilweise von Flüchtlingen, die aus Kriegsgebieten kommen. Dort wurden sie traumatisiert und brutalisiert. Diesen Menschen kann die Essener Tafel überhaupt nicht helfen. Sie ist dafür gar nicht ausgebildet. Dazu braucht es hochspezialisierte Expertinnen und Experten. Warum wird es überhaupt zugelassen, dass durch Krieg und Zerstörung traumatisierte und brutalisierte Menschen mit den sozial schwächsten Deutschen nicht nur konfrontiert, sondern in direkte Konkurrenz gesetzt werden? Wird Deutschland nur noch von zynischen, selbstverliebten und empathielosen Wolkenkuckucksprinzessinnen regiert?

Warum regt sich kein lautstarker Protest gegen all die Politikerinnen und Politiker, die die Frechheit besitzen, ausgerechnet die selbstlosen und hilfsbereiten Menschen zu verleumden, die ihre freie Zeit opfern, um anderen Menschen zu helfen? Diese engagierten Bürgerinnen und Bürger haben lediglich erklärt, dass die Obergrenze ihrer Fähigkeit zu helfen, erreicht ist. Das ist kein Verbrechen!

Außerdem ist es die verfehlte Politik, die überhaupt erst dazu geführt hat, dass die hilfsbereiten Menschen der Essener Tafel brutal an ihre Grenzen gestoßen sind. Sawsan Chebli und Karl Lauterbach verdammen engagierte Bürgerinnen und Bürger, weil sie an ihre Grenzen stoßen. Für diese Kaltschnäuzigkeit gehören beide entlassen!

Dieser Beitrag erscheint auch auf Gerd Buurmanns Blog Tapfer im NirgendwoDort sind auch die zitierten Twitter-Einträge dokumentiert.

 

Den Artikel habe ich von Achgut hierher kopiert. Daraus ergibt sich der letzte Satz.

 

Mir fällt dazu – wieder einmal – auch Tilo Sarrazin ein, der seit Jahren darauf hinweist, was in dieser Gesellschaft schief läuft im „Sozialgefüge“. Leider finden seine Bücher, Artikel und Reden kaum Gehör, bzw. werden sie augenblicklich umgedeutet zu „Rassimus“ und / oder „Fremdenfeindlichkeit“. Die SPD, die Sarrazin vor noch nicht allzu langer Zeit aus eben diesen „Scheingründen“ ausschließen wollte, täte gut daran, auf ihn zu hören…. aber wer liebt schon denjenigen oder achtet ihn wenigstens, der den Finger auf  die schwärende Wunde legt…. An dieser Wunde wird die Gesellschaft in letzter Konsequenz zerbrechen, wenn sie nicht endlich eine Kehrtwende vollzieht.

 

 

Vor vielen Jahren schrieb ich dies in einem meiner Beiträge:

„Dabei fällt mir ein Schüler ein, der so stolz war auf seinen Vater, der jahrelang vergeblich einen neuen Job gesucht hatte, aber immer noch arbeitslos war. Sein Vater engagierte sich bei einer „Tafel“, er, der selber mittellos und auf Hilfe angewiesen war, half anderen – unentgeldlich! Ja, der Junge war stolz auf seinen Vater, ZU RECHT!!!

aus: „Opfer der Gesellschaft

Tafeln….. 24. Februar, 2018

Posted by Rika in gesellschaft, integration, migration, politik, presse, soziale arbeit.
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Eigentlich ist es eine großartige Sache, dass Lebensmittel, die in Hotels, Gaststätten und Geschäften nicht mehr verbraucht bzw. verkauft werden konnten, nicht einfach in der Bio-Tonne landen, sondern denen zur Verfügung gestellt werden, denen es finanziell nicht sonderlich gut geht und die ihr schmales Haushaltsgeld durch die  kostenlose Abgabe der „Tafel“ von Obst, Gemüse, Brot und anderen Lebensmitteln  ein wenig „schonen“ und für andere dringend benötigte Dinge einsetzen können.

Eigentlich aber ist es eine Schande, dass Menschen  angewiesen sind auf  „Brosamen“, um über die Runden zu kommen, die Brosamen**** die übrig bleiben … die von „des Reichen Tische“ fallen… den Tischen der „Wohlstandsgesellschaft“ dieses reichen Landes… es ist eine Schande, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, von ihrer Rente nicht leben können … es ist eine Schande, dass junge Leute keine Anstellung finden, keine Arbeit, von der sie leben können … es ist eine Schande, dass es für viele Menschen in Deutschland, dem Land, in dem wir nach Auskunft der Bundeskanzlerin „gut und gerne leben“  eben   kein „gutes Leben“ gibt …

Eigentlich ist es doch ganz wunderbar, dass Menschen sich ehrenamtlich engagieren zum Wohl derjenigen, die nicht auf der Sonnenseite leben…   eigentlich.

Doch wie man jetzt erfahren musste, geraten immer mehr Helfer an ihre Grenzen, ja, das  System der Hilfeleistungen selbst  kommt an sein Limit. Das musste eine „Tafel“ in Essen erfahren, deren Kundenstamm immer größer geworden war. Zu den bisherigen Bedürftigen gesellten sich in den letzten Monaten zunehmend Flüchtlinge, die – offenbar mit den Regeln nicht vertraut – den Alteingesessenen den Platz in der Warteschlange streitig machten und auch sonst wenig anpassungsfähig zu sein schienen an das was wir so gemeinhin unter  „Ordnung“ verstehen. Die „Tafel“ hat die Notbremse gezogen und die Neuaufnahme von  Flüchtlingen zur Tafel zunächst einmal ausgesetzt. (Die bisherigen „Zugangsberechtigten“  – Einheimischen wie Flüchtlingen – erhalten nach wie vor die gewohnten Rationen an Lebensmitteln zur Unterstützung ihrer Grundversorgung.)

Dem Bekanntwerden dieser Maßnahmen folgte ziemlich prompt  einhellige Kritik an den Verantwortlichen in Essen.  Fremdenfeindlich und rassistisch  sei das Vorgehen, hieß es.

Eigentlich, so denke ich, hätten sich doch all die Kritiker selbst ein Bild machen sollen von den Vorgängen in Essen.

Eigentlich hätten sie sich doch mal eine Woche lang  – wenigstens einen Tag lang – als Helfer in das Team der Tafel einreihen können, um zu sehen und zu merken, was „abgeht“ und wie es sich anfühlt für die Helfer, wie auch für die Gäste der Tafel… Einheimischen wie Zugereisten. Vielleicht würde ihre Kritik nicht ganz so harsch ausfallen.

Eigentlich, denke ich, wäre das ohnehin eine gute Idee…. nicht nur in Essen.

 

*** Brosamen … siehe die biblische Geschichte vom „reichen Mann und armen Lazarus“ …  Lukas 16, 19 ff

 

 

 

 

 

Haben sie oder haben sie nicht…. 23. November, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, gesellschaft.
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… einen Migrationshintergrund nämlich?

Die Rede ist von unseren Kindern.

„Wie das?“ werden sich diejenigen fragen, die mich und unsere Familie etwas kennen.

Dazu muss ich ein wenig ausholen:

Soweit ich die Generationenfolge meiner eigenen Herkunftsfamilie überblicken kann, besteht mein „Migrationshintergrund“ allenfalls darin, dass ein Teil der Vorfahren aus dem Wittgensteiner Land stammen, andere aus dem Westfälischen und wieder andere aus dem Lippischen und Bayrischem. Vor Napoleons Besatzung der Länder und auch wieder danach  waren das in Teilen  eigenständige Herrschaftsgebiete auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland.    (Die ausführliche Darstellung der geschichtlichen  Entwicklung  zur heutigen Bundesrepublik verkneife ich mir. Siehe dazu  „Deutsches Reich„)

Ganz anders sieht es bei der Familie des Liebsten aus:

Zwar ist der Meinige (in den letzten Kriegsmonaten) diesseits der Oder geboren, also bereits im heutigen Staatsgebiet der BRD, aber seine Eltern befanden sich zu dem Zeitpunkt auf der Flucht  „aus der kalten Heimat“***, wie es ein Cousin des Liebsten formulieren würde. Die Vorfahren der Eltern, mütterlicher- wie väterlicherseits,  waren (zu unterschiedlichen Zeiten) dem Aufruf der Zarin „Katharina der Großen“ gefolgt, hatten ihre Heimat in der Pfalz und im Schwäbischen verlassen und  sich „am Schwarzen Meer“, dem  Gebiet der heutigen Ukraine nahe Odessa niedergelassen. Das „Niederlassen“ muss man sich als einen langen und mühsamen Prozess unendlicher Arbeit bei der Urbarmachung des sehr dünn besiedelten,  Steppen ähnlichen  Landes vorstellen.

„Mütterchen Russland“ und die „Väterchen Zaren“ gewährten vertraglich geregelt  den Deutschen zunächst besondere Privilegien, die neuen Siedler erhielten Land zugewiesen, verbunden mit der steuerlichen Erleichterung während der ersten 10 Jahre, sie wurden nicht zum Militärdienst herangezogen und konnten eigenständige  „deutsche Gemeinschaften,  Dörfer und Städte“ bilden, mit eigenen Schulen und Kirchen. (Ich beziehe mich im Folgenden auf die Deutschen am „Schwarzen Meer“, denn dort lebten die Altvorderen des Liebsten.)

Nicht in der ersten, auch nicht der zweiten, aber ab der dritten Generation der „Kolonisten“  stellte sich ein bescheidenes,  Auskommen ein.

Mit dem Ende der Leibeigenschaft im Russischen Reich wurden auch die Privilegien der „Schwarzmeer-Deutschen“ aufgehoben.  Fast zeitgleich wurde das Kaiserreich in Deutschland gegründet und mit dem aufkeimenden neuen Nationalismus in beiden Ländern änderten sich  auch die  politischen Verhältnisse  für die Deutschen in Russland und wurden deutlich schwieriger, das zeigte sich u.a. an so einfachen Tatsachen, dass Russisch die allein zugelassene Amtssprache wurde. Die Großmutter des Liebsten hat Zeit ihres Lebens nur Deutsch gesprochen…. das Russische war ihr fremd.

Gänzlich ungemütlich aber wurde es  für die Deutschen in Russland – wie man sich leicht vorstellen kann – mit dem Beginn des 1. Weltkriegs. Die historischen Fakten sind bekannt.

In Russland folgte auf die Bitternis des Krieges der Schrecken der Revolution mit all ihren fürchterlichen Begleitumständen wie dem Bürgerkrieg mit wechselnden „Erfolgen“ und einer verheerenden Hungersnot.

Der Zar wurde zur Abdankung gezwungen, die Bolschewiki übernahmen das Regiment und wenig später kam Stalin an die Macht.

Damit begann nicht nur für die Deutschen eine furchtbare Leidenszeit. Im Zuge der Stalin’schen „Säuberungswellen“  wurden Tausend und Abertausende Menschen aus reiner Willkür verhaftet, in die grausamen Lager verbracht, ohne Prozess erschossen und, und, und.

Auch die große Familie meines Liebsten war davon betroffen …  Verbannung …. Verhaftung … Trudarmee … Enteignung … willkürliche Lagerhaft mit Todesfolge … Verhöre … Folter …. um nur einige Stichpunkte zu nennen.

 

Es würde hier zu weit führen, die Geschichte der ganzen Familie,  mütterlicher- wie väterlicherseits aufzuschreiben. Irgendwie gelang es den meisten von ihnen zu überleben ….  bis die nächste Katastrophe über sie und die Welt  hereinbrach: Deutschland überfällt die Sowjetunion, der „Große vaterländische Krieg“ beginnt. Die Deutsche Wehrmacht  erreicht und erobert auch die Ukraine. Die Wehrmacht bringt die in der Ukraine lebenden Deutschen unter ihren „Herrschaftsbereich“, so auch meine Schwiegereltern und ihre kleine Tochter  (des Liebsten ältere Schwester)  und ihre Angehörigen.

Nüchtern und sachlich beschreibt Wikipedia, wie es für sehr viele Deutsche in der Sowjetunion mit dem Fortschreiten des Krieges weiterging:

„Mit einsetzenden Gebietsverlusten der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wurden Russlanddeutsche, insbesondere Schwarzmeerdeutsche, die in den nationalsozialistischen Herrschaftsbereich geraten sind, in den Warthegau umgesiedelt und erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft („Administrativumsiedler“). „

Auch die Eltern des Liebsten gehörten zu denen, die von der deutschen Wehrmacht mehr oder weniger zwangsverfrachtet wurden in den Warthegau.  In den entbehrungsreichen Wirren des Krieges erkrankte das kleine Mädchen und starb an den Folgen der Krankheit und dem Mangel an Medikamenten.  Es muss für die Familie entsetzlich gewesen sein.    In  dieser  Familie lebten zu der Zeit  neben den Eltern des Liebsten auch die Oma und die Schwester meiner Schwiegermutter  – unsere Tante Lina – und ihr 6-jähriger Sohn. Im weiteren Kriegsverlauf  gelang es der Familie  mit einem großen Transport zunächst  Frankfurt an der Oder zu erreichen und in der Nähe in einem Lager notdürftig unter zu kommen. Der Liebste wurde in diesem Lager geboren. Nur drei Monate später mussten sie erneut aufbrechen, die Front näherte sich unaufhörlich und  unüberhörbar. Und sie hatten  „Glück“. In der Nähe des Lagers rastete ein großer Treck und inmitten der Gespanne entdeckte der Vater Leute aus seinem ehemaligen Dorf. Die willigten ein, dass die Großmutter und  die Mutter mit dem Säugling im Kissen auf dem Wagen mitfahren durften, der Vater, Tante L.  und ihr Sohn  gingen wie so viele andere auch zu Fuß neben dem Gespann. Ende Februar 1945 verließ der Treck das Lager an der Oder. Die kleine Familie kam mit dem Treck  bis Wittstock und irgendwie in all dem Durcheinander der letzten Kriegswochen erreichten sie per Bahn ein kleines Dorf in Holstein.  Verwandte des von den Sowjets schon 1937 verschleppten Ehemanns unserer Tante L. lebte dort.  Die Verwandten waren schon in den späten 20-er Jahren aus der Sowjetunion nach Deutschland zurückgekehrt.

Ihr Ehemann selbst aber  war in der Hochzeit der Stalin’schen Säuberungen  eines Tages direkt von seiner Arbeitsstelle in Russland von den Schergen des KGB abgeholt worden, alle Versuche, etwas über seinen Verbleib zu erfahren, waren erfolglos geblieben. Zu der Zeit war Tante L. mit ihrem ersten und einzigen Kind schwanger. Die Mutter des Liebsten  nahm ihre Schwester bei sich auf und sorgte durch ihre Arbeit für das Überleben. Auch nach der Heirat meiner Schwiegereltern blieben alle zusammen.

Und so führte sie der Weg bis in das holsteinische Dorf.

 

Bei Wiki heißt es weiter:

Der Großteil der Administrativumsiedler wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Rahmen der Zwangsrepatriierung nach Russland zurückgebracht. Erst im Rahmen der Ost-West-Entspannung dürfen in den 1970er und 1980er Jahren über 70.000 Russlanddeutsche nach Deutschland umsiedeln.[

Was in nüchternem Amtsdeutsch und  die ganze und  eigentliche Tragik der Betroffenen verschleiernd mit „Zwangsrepatriierung“ bezeichnet wird, besagte nichts anderes, als das nach dem Abkommen (der Siegermächte von Jalta) alle Personen, die vor dem Krieg zum Staatsgebiet der Sowjetunion gehörten und während des Krieges in den Westen nach Deutschland gelangt waren, von den Alliierten an die Sowjets ausgeliefert und in die Sowjetunion zurück verbracht wurden. Allerdings nahm Mütterchen Russland diese Unglücklichen  nicht an ihr liebendes mütterliches Herz, sondern verfrachtete sie in die unwegsamsten Gegenden  Sibiriens oder in die kasachische Steppe, wo sie unbehaust schwerste Zwangsarbeit verrichten mussten und es ihnen unter Strafe verboten war, das ihnen zugewiesene Gebiet zu verlassen – schon gar nicht durften sie in ihre Dörfer am Schwarzen Meer zurückkehren.

Viele Menschen überlebten schon den Transport nicht… noch mehr kamen in den Lagern um.  Erst nach Stalins Tod konnten die Deutschen (und andere von den Sowjets verschleppte Minderheiten) freier über ihren Wohnort verfügen. Eine Ausreise nach Deutschland war aber für die meisten für Jahrzehnte unmöglich.

Aber meine Schwiegerfamilie hatte  „Glück“.

Im Gegensatz zu dem weitaus größten Teil der riesigen  Familie blieben sie nämlich von der so lapidar genannten „Zwangsrepatriierung nach Russland“ verschont, weil der Bürgermeister des kleinen Dorfes den Engländern, die in dem Teil Deutschlands das verhandelte Abkommen mit der Sowjetunion umzusetzen hatten,  auf deren Frage nach „Sowjetbürgern“ erklärte, in seinem Dorf gäbe es keine Sowjetbürger.

Wie durch ein Wunder gelangte auch ein Bruder des Vaters ins holsteinische Dorf und eine weitere Schwester der Mutter mit ihrem Mann. Sie wohnten in einem kleinen Raum auf dem Kornboden eines Bauern, der sie wohl freundlich aufgenommen hatte. Die jüngere Schwester des Liebsten wurde dort geboren.

Und als ein Wunder erschien es den in Holstein Gestrandeten wohl auch, dass sie von einigen wenigen Verwandten, so auch dem Bruder meiner Schwiegermutter  die erlösende Nachricht bekamen, dass auch sie „im Westen“ waren. Aber wie groß war der Preis, den einige zahlen mussten. Sowohl Frau und Kinder des Bruders meines Schwiegervaters, wie auch Frau und Kinder des Bruders meiner Schwiegermutter, sowie weitere Verwandte gehörten zu den Unglücklichen, die bereits auf dem Gebiet der ehemaligen DDR waren und dort von Amerikanern aufgegriffen und an die Sowjets ausgeliefert wurden.

Lange Zeit wussten die Familien nichts voneinander, bis nach und nach über das Rote Kreuz  Nachrichten über den Verbleib einiger Familienmitglieder die Verwandten im Westen erreichten. Briefe wurden geschrieben, Anträge auf Ausreise gestellt…. So viele Male vergeblich. Anfang der 70-er Jahre konnte ein Sohn des Bruders meiner Schwiegermutter mit seiner Familie nach Deutschland ausreisen, 1980 die Tochter mit ihrer Familie.  Auch ein Sohn  des Bruders meines Schwiegervaters konnte Ende der 70-er Jahre mit seiner Familie nach Deutschland kommen. Ihre Geschichten lohnten sich aufgeschrieben zu werden… Die Mühsal der ersten Jahre in der Verbannung, die vielen vergeblichen Versuche, eine Ausreise zu erwirken, das „geheime Leben“ als Deutsche … nur nicht auffallen! Das Ankommen hier in einem fremden Land, in dem sie zunächst wieder als nicht willkommene Fremde behandelt wurden…   ihr starker Akzent verriet sie als „Russen“, wie man in völligem Verkennen der Geschichte keck nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Zeitungen behauptete, obwohl sie selbst sich in allen Zeiten immer als Deutsche empfunden und auch so gelebt hatten … das sich Einfinden in den westdeutschen Alltag … in den Beruf, der trotz aller Ähnlichkeit mit der Arbeit, die sie kannten, sich so anders darstellte… und und und.

Es ist ihnen gelungen, hier eine neues Leben aufzubauen.

Vor einigen Tagen wurde in der Familie ein großes Fest gefeiert … eine Goldene Hochzeit. Einige Mitglieder der großen Verwandtschaft „aus der kalten Heimat“ haben wir dabei getroffen. Und natürlich wurde erzählt … und erzählt…. von früher, der „Repatriierung“, den Entsagungen der ersten Jahre, dem Leben in Kasachstan und dem Ankommen hier.  Und ich, „die Hiesige“, wie mich unsere Tante Ida zu ihren Lebzeiten immer liebevoll nannte,  ich hörte zu… viele Geschichte kannte ich schon, andere waren mir neu.

So auch die des Verwandten, der erzählte, dass er bei der Anmeldung seines Sohnes zum Gymnasium hier in Deutschland  gefragt wurde, ob er einen Migrationshintergrund habe. Der Verwandte verneinte. Daraufhin sprach ihn der Schulleiter auf seinen immer noch leicht zu hörenden Akzent an…  Der Verwandte erzählte dem Schulleiter in kurzen Sätzen die Geschichte seiner Familie, zurückverfolgt bis 1756 … ursprünglich beheimatet in Württemberg … um 1806 ausgewandert ans Schwarze Meer…. immer Deutsche geblieben und gewesen …  1987 zurückgekehrt in die alte Heimat Deutschland.

Das zähle leider nicht, beschied ihm der Schulleiter, er sei ja sowjetischer Staatsbürger gewesen, also habe er rein rechtlich gesehen einen Migrationshintergrund.

Und so denke ich nun  grübelnd darüber nach….. Haben sie oder haben sie nicht … einen Migrationshintergrund** … unsere Kinder…. schließlich waren auch ihre Großeltern rein rechtlich gesehen mal sowjetische Staatsbürger….

 

 

 

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ERKLÄRUNGEN

***  „Kalte Heimat“….  immer wenn eigentlich die Rede von Russland, bzw. der Sowjetunion war, fiel in Unterhaltungen stattdessen der Ausdruck „kalte Heimat“… ich kann es nicht wirklich erklären, vermute aber, dass der Begriff aus der Zeit stammt, als Familienangehörige nach Sibirien verschleppt waren und dort in Erdhütten hausten  – auch im kalten Winter…. Eine andere Erklärung mag die sein, das „die Heimat“ kalt und abstoßend geworden war.

 

„Glück“ –  das setzte ich in Anführungszeichen. Nach der tiefen Überzeugung meiner Schwiegereltern und vieler Verwandter  (und ich teile diese Überzeugung auch, obwohl ich es ja nicht persönlich erlebt habe) war es einzig Gottes Gnade, die sie die vielen Entbehrungen überstehen ließen und die immer wieder im richtigen Moment zu einer unverhofften Begegnung oder Entschärfung einer bedrohlichen Situation führte.  Nicht zuletzt ist das der Hintergrund trotz der schrecklichen Erlebnisse und Erfahrungen für den lebenslang gelebten Wahlspruch meiner Schwiegermutter:

Und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi,“   (Epheser 5,20)

 

Informationen zu den „Deutschen aus Russland“ finden sich hier:

Schicksalswege der Deutschen aus Russland

Geschichte der Russlanddeutschen

Aussiedler und Spätaussiedler

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Schwarzmeerdeutsche

Russlanddeutsche

Migrationshintergrund

 

Migrations-Hintergrund   …..   **dann wär das ja geklärt.

Ich glaube, mein Schwein pfeift…. 2. März, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, integration, islam, migration, schule - kinder, sharia, wahlrecht.
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sagte man früher wenn man seine Fassungslosigkeit oder sein Erstaunen über eine Situation, ein Ereignis oder eine Behauptung ausdrücken wollte.

Und das ist genau das, was ich hiermit tun will!

Allerdings, Schweine pfeifen in der Regel nicht, sie quieken allenfalls, wenn sie sich in Gefahr wähnen…. ich weiß das, der Bauer von gegenüber hat noch  vor etwa  20 bis 25  Jahren regelmäßig in seinem Hof ein oder zwei Schweine geschlachtet… wir konnten das Quieken deutlich hören… und sahen dann das geschäftige Treiben und das Schwein auf der Leiter. Anschließend war Schlachtefest angesagt. Das war damals so üblich auch in unserer Gegend und vermutlich wird es in vielen bäuerlichen Gegenden heute noch so gemacht.

Aber zurück zum Thema: Ich glaube, mein Schwein pfeift!

23 Jahre habe ich als Werk- und Hauswirtschaftslehrerin an Sonder-, respektive Förderschulen  gearbeitet. Die Zubereitung von Gerichten mit Schweinefleisch gehörte ganz selbstverständlich in meinen von den Rahmenrichtlinien gedeckten Unterrichtsplan. In den 6 Jahren vor der 15 Jahre währenden Kinderpause gab es nie auch nur die kleinste Kritik daran, Schweinefleisch zu essen. Es wär an dem damaligen Schulstandort in der Abgeschiedenheit eines nordhessischen Dorfes auch sehr, sehr merkwürdig gewesen, wenn irgendwelche Eltern sich negativ zum Schweinefleisch geäußert hätten.

Bei einem Schlachter machte ich die nähere Bekanntschaft mit dem Handwerk des Schweineschlachtens, betreuten wir Lehrer doch unsere Schüler in den diversen Berufspraktikumsstellen. In aller Herrgottsfrühe fand ich mich beim besten Metzger des Dorfes ein, Meister und Gesellen und auch mein Schüler standen schon bereit. Ein Wagen fuhr vor, 4 oder 5 Schweine, so genau weiß ich es nicht mehr, wurde ausgeladen und vorübergehend in einem kleinen Gehege untergebracht, bis eines nach dem anderen zunächst mit dem Bolzenschußapparat betäubt, dann mit dem Messer abgestochen und den sich anschließenden Arbeitsgängen überlassen wurde… Abbrühen, entfernen der Borsten, abspülen, den Bauch öffnen und alles ausnehmen, was darin befindlich war…  Bis zu diesem Punkt habe ich alles mit angesehen, es war übrigens das erste Mal – und blieb auch das einzige Mal – , dass ich dieser Prozedur beiwohnen konnte. Dann bekam ich einen Schnaps auf meine bestandene „Erstschlachtung“….   das Schwein tat mir zwar ein bisschen leid, aber Wurst, Schinken und Fleisch aß ich auch weiterhin in Maßen und mit Vergnügen.

Nach der Kinderpause – wir lebten bereits im Land mit den meisten Schweinezuchtbetrieben, im schönen Niedersachsen – unterrichtete ich nun mehr ausschließlich das Fach  „Hauswirtschaft“, von den Schüler der Einfachheit halber „Kochen“ genannt. Und das taten sie mit Vergnügen: KOCHEN,  die lästige Ernährungslehre und die unweigerlich notwendigen Abwasch- und Aufräumarbeiten mehr oder weniger  billigend in Kauf nehmend. In den ersten Jahren hatten wir nur zwei oder drei muslimische Schüler an der Schule, die allesamt vollkommen säkular lebten, d.h. irgendwelche zu beachtenden Speisevorschriften gab es nicht. Das änderte sich im Laufe der Zeit. Und ich musste immer häufiger Rücksicht nehmen auf meine muslimischen Schüler. Nicht nur, dass sie kein Schweinefleisch essen durften, es war auch darauf zu achten, dass in Würstchen, die als Geflügelwürstchen ausgewiesen waren, nicht trotzdem Schweinefleisch verarbeitet war, was übrigens sehr oft der Fall ist. Auch das Kleingedruckte auf den Zutatenlisten ist genauestens zu beachten, nicht selten taucht dort der Begriff „Gelatine“ auf, die in aller Regel ebenfalls vom Schwein gewonnen wird. Ich hatte  – und habe es immer noch – viel Verständnis für diese besonderen Bedingungen, denen muslimische Kinder und Jugendliche unterworfen sind.  Ich lernte von meinen Schülern auch, dass es nicht einfach genügt, statt des Schweinefleischs eine Alternative anzubieten, ich musste auch darauf achten, dass die übrigen Lebensmittel für die muslimischen Schüler in einer  getrennten „Küche“ zubereitet wurde. (Mit Küche bezeichneten wir die 4 verschiedenen Küchenzeilen innerhalb der großen Küche, in denen jeweils 2 oder 3 Kinder gemeinsam arbeiteten). Einer meiner Schüler machte mich nämlich eines Tages darauf aufmerksam, dass  Geschirr, Besteck und Küchengeräte auf gar keinen Fall mit „Schwein“ in Berührung kommen dürfe.

In Israel hatte ich vor Ort und bei lieben Freunden das Prinzip der Trennung zwischen „milchigen“ und „fleischigen“  Speisen in Tat und Tun kennen gelernt (per Lektüre war es mir schon bekannt), das ja ebenfalls streng drauf achtet, Milchiges und Fleischiges nicht mit gleichem Geschirr und in gleichen Töpfen zuzubereiten oder anschließend im gleichen Spülbecken zu reinigen.

Ich konnte mich also gut auf diese Bedingungen einlassen.

Ich hätte aber niemals darauf verzichtet, Schweinefleisch zu verarbeiten „nur“ weil meine muslimischen Schüler es nicht essen durften. Es gab immer eine Alternative, wobei ich ehrlicherweise bekennen muss, dass manchmal die Alternative darin bestand, dass die Muslime das  Fleisch einfach nur weglassen und sich deshalb mit den Beilagen begnügen mussten. „Kochen“ in der Schule will ja auch bezahlt sein und oft genug habe ich aus meinem privaten Geldsäckel etwas zugegeben.

Mit der Zeit wurde das Vorgehen ganz normal,  einfach zur  Macht der Gewohnheit, Dinge so oder so zu regeln.

Darum kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, dass sich Mensen an Kitas, Schulen und Unis, in Firmen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen  den Zwang auferlegen, auf Schweinefleisch generell zu verzichten, um Muslimen nicht das gemeinsame Essen schwer oder unmöglich zu machen. Mit etwas gutem Willen lässt sich das doch regeln. So wie es ja in größeren Einrichtungen auch längst Usus ist, täglich ein vegetarisches Gericht anzubieten – und das ist nicht mehr der Milchreis, wie es noch zu meinen Studentenzeiten üblich war. Meine Tochter war immer total begeistert von der Vielfalt der Speisen aus denen sie in ihrer Uni-Mensa auswählen konnte.

Geradezu lächerlich finde ich darum die Erwiderung,  der in ihrer Volkserziehungbessenheit  unverbesserlichen Grünen (und neuerdings auch Mitglieder anderer Parteien),  auf den Vorschlag der CDU in Schleswig-Holstein, Schweinefleisch nicht verpflichtend vom Speiseplan zu entfernen.

So schreibt Frau Göring-Eckardt beispielsweise auf Twitter:

Witzig: fordert Integrationspflicht für Vegetarier. Unsere heißt Mettbrötchen! http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Schweinefleisch-Pflicht-in-oeffentlichen-Kantinen 

 

Das ist so strunzdumm, dass es fast schon wieder amüsant daherkommt, wäre es nicht als typisch grüne Provokation geschrieben.

Mit Sicherheit hat die CDU nicht gefordert, dass Tag für Tag auf jedem Speiseplan jeder Mensa ausschließlich „Schwein“ zu stehen habe…

 

Herr Lindner von den Liberalen gibt sich auch in Ernährungsfragen ganz liberal,  wenn er schreibt:

 

Erst , jetzt . Verrückte Idee:wie wäre es, wenn einfach jeder selbst entscheidet was er isst?CL

 

 

Blickt eigentlich noch irgendein Mensch durch? 25. Februar, 2016

Posted by Rika in flüchtlinge, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, migration, politik, presse, soziale arbeit, wahlrecht.
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Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine so verworrene politische Situation erlebt zu haben, wie ich sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrnehme.

Wenn wir hier im Hannöverschen nicht gerade mit eingefleischten 96-Fans und Anhängern sprechen – die Situation für 96 ist äußerst bedrohlich, der Abstieg steht vor der Tür -, gibt es in den Gesprächen unter Freunden oder mit flüchtigen Bekannten beim zufälligen Treffen an der „berühmt-berüchtigten Fleischtheke“ ***  des Supermarktes um die Ecke eigentlich nur ein Thema:

Die Flüchtlingsfrage.

Dabei sind es zunehmend mehr gar nicht die Flüchtlinge selber, die von besonderem Interesse sind, vielmehr fragen sich die Leute und frage auch ich mich:  „Was geht eigentlich in Frau Merkel vor?“

Denn wir, so scheint es mir zumindest, haben uns doch längst damit abgefunden, dass es Menschen geradezu nach Deutschland treibt, die einen, weil sie vor dem Krieg fliehen, die anderen, weil sie dem Elend ihres Heimatlandes entkommen wollen, die nächsten, weil sie von einem guten Leben in Deutschland träumen.  Längst ist auch klar, dass wir diesem unaufhaltsamen Streben nach Deutschland wenig bis gar nichts entgegen setzen können. Zäune an den Grenzen sind unmoralisch und unmenschlich, Obergrenzen bei der Aufnahme der Flüchtlinge sind gar nicht kalkulierbar, weil: siehe Zäune –  und Europa und Erdogan sowieso nicht mitspielen.

Erdogan…. wie, so frage ich mich seit Wochen, wie kann die Kanzlerin ausgerechnet auf diesen Machtmenschen ihre ganze Hoffnung setzen? Auf einen Politiker, der ungehemmt und ungebremst einen Krieg gegen Teile der Bevölkerung seines Landes führt? Ich sage bewusst „Teile der Bevölkerung seines Landes“, denn nach Erdogan gehören Kurden ganz offensichtlich nicht zu seinem Staatsvolk und vermutlich sehen die Kurden das inzwischen ganz genauso. Wie kann Frau Merkel mit einem Politiker Geschäfte machen – und nichts anderes ist es doch, wenn sie ihm Milliarden (EU-Gelder) gegen die Verwahrung der Flüchtenden innerhalb des türkischen Reiches bietet und darüberhinaus  verlangt, die Grenzen zu Europa so zu sichern, dass Deutschland seine Grenzen offen halten kann für einen ungestörten Warenaustausch innerhalb der EU – wie also kann Frau Merkel Geschäfte machen mit einem Präsidenten, der die Meinungsfreiheit in seinem Land beschneidet, die Opposition kalt stellt, Kritiker in Gefängnisse stecken läßt, die Pressefreiheit einschränkt, das Demonstrationsrecht aushebelt und die ISIS-Kämpfer im Nachbarland Syrien mit Waffen, Nachschub und medizinischer Versorgung unterstützt, von den jüngsten direkten Eingriffen in die Kämpfe ganz zu schweigen?

By the way, noch herrscht bei uns Pressefreiheit – die Presse ist frei  zu sagen, was die Regierung vorschlägt, und auch die Meinungsfreiheit ist noch sicher gestellt, jedenfalls  solange sich das Volk nicht in „Pack“, „Schande“, „keine Menschen“, „Abschaum“, „braunen Dreck“, „Faschisten“, „Dunkeldeutsche“ oder „Verbrecher“ verwandelt und darum Meinungen von sich gibt, die nicht nur höchst unschön sind, sondern im höchsten Maße auch Schande für Deutschland bedeuten könnten, im Ausland zumal, das doch gerade erst über die überwältigend wunderbare Weltoffenheit der Deutschen in Entzücken geraten war. (Die Regierungschefs der befreundeten und nicht ganz so befreundeten Staaten hegen allerdings mehr oder weniger offen Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit politischen Leitlinie der deutschen Kanzlerin und wollen sich ihrem „Welcome Refugees“ nur sehr bedingt bis gar nicht anschließen.

Apropos Leitlinie.

Gibt es die?  Ich meine, so richtig klar ausformuliert und auch für das Volk erkennbar?!

Nein, ich meine jetzt  nicht die auf Hochglanzpapier gedruckten Wahlprogrammeversprechungen, die sind eh für die Katz…  immer schon gewesen, das zumindest kann ich  als mehr als 40 Jahre lang  aktive, Stimme vergebende Wählerin mit Fug und Recht behaupten. Ich meine die Leitlinien der Politik, die sich erkennbar auch  im Alltag bemerkbar machen. Nein, damit meine ich jetzt nicht die Beschränkungen, die uns aus irgendwelchen Gründen von jetzt auf gleich aufgelegt werden in Form von Geldzahlungen, die wegen der erneuerbaren Energien zu entrichten sind oder weil die Funk- und Fernsehanstalten qualitativ hochwertige Leistungen erbringen und  wir Konsumenten in Absprache mit den Regierenden die dazu notwendigen Fördermittel  in Form von Gebühren zu abzugeben haben, egal, ob wir überhaupt über die notwendigen Empfangsgeräte wie Radio oder Fernsehen verfügen oder nicht, um nur diese Beispiele zu nennen. Ich meine solche Leitlinien wie beispielsweise „Bildungspolitik“, worunter ich mehr verstehe, als die minimalste Grundsicherung des Lernens  (an maroden Schulen) und Lehrens durch permanent überforderte – weil zu wenige – Pädagogen oder die Früherziehung an Kitas in  größtmöglichen Gruppen bei minimalster Personaldecke in Form von 1 (in Worten einer)  qualifizierten Erzieherin und 1 Sozialassistent/en/in für 25 Kinder oder den täglichen Kampf der Studenten, um wenigsten noch einen Treppen- oder Fensterbankplatz im ansonsten völlig überfüllten Hörsaal zu ergattern, damit man den Credit Point für die verpflichtend notwendige Teilnahme an der Vorlesung erhält – erforderlich  für den Bachelor- oder Masterabschluß.

Es wäre auch schön, wenn sich politischer Gestaltungswille bei der Verkehrswegeplanung durchsetzen würde und die notwendigen Baumaßnahmen nicht im endlosen Chaos mit nicht mehr vorhersagbarem Ende Steuergelder in unvorstellbarer Höhe verschlingen würden. Großartig fände ich es, wenn hingegen dem Verbraucher, also mir, es völlig frei gestellt bliebe, welche Glühlampe meine Wohnung erhellen darf, um nur ein Beispiel zu nennen,  und die ständigen Belehrungen über Nahrungsmittel, Schweinezucht, die angeblich begrüßenswerte Ansiedlung von Wölfen und den notwendigen Schutz der Umwelt unterblieben. Das nervt nämlich. So wie mich auch die Klimaerwärmungsdebatten immer wieder ungläubig staunend machen. Glaubt man denn allen Ernstes, den Wärmegehalt  der Atmosphäre unseres Planeten auf zwei Grad genau regeln zu können, wie etwa die Temperatur im Wohnzimmer eines Hauses mittels eines genau justierten Thermostats? Für mich fällt dies unter das Stichwort „Imponderabilien“, also Zustände und Situationen, die sich meiner Kontrolle entziehen. Dass wir die Resourcen der Erde gleichwohl nicht gedankenlos verplempern dürfen zugunsten des eigenen (sowieso zeitlich begrenzten) Nutzen und Frommen versteht sich dagegen von selbst und ist ein anderes Thema.

Nervig finde ich auch, dass die Regierenden meinen, mich fürsorglich an die Hand nehmen zu müssen, weil mir eigenes Denken nicht zugemutet werden kann oder weil man mich mit  klar benannten Schwierigkeiten und Problemen nicht verunsichern oder gar ängstigen möchte. Die meisten von uns meistern ihr Leben doch auch ohne einen ständigen Vormund, der ihnen sagt, was zu tun und zu lassen ist. Nicht umsonst reden wir doch vom Selbstbestimmungsrecht und von der Wahrnehmung unserer demokratischen Rechte. Dies, die demokratischen Rechte wahrzunehmen, kann sich doch nicht darin erschöpfen, alle Jubeljahre ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu machen und ansonsten „die da oben machen zu lassen“ im guten Glauben, dass sie es schon richten werden. Dieser gute Glaube ist mir in den letzten Monaten und Wochen ohnehin gründlich abhanden gekommen. Ich habe nicht den Eindruck, dass „die da oben es richten werden“. Schlimmer als auf einem Hühnerhof geht es in Parteien und Regierungen zu, egal ob auf Landes- oder Bundesebene. Alles gackert, scharrt, plärrt und kräht durcheinander. Außer dem ständig wiederholten Mantra der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ ist doch keine klare Linie, kein Plan, keine Ordnung und erst recht keine geregelte Vorgehensweise seit dem Beginn der Flüchtlingskrise zu erkennen, und selbst das Mantra wird zunehmend mehr nur noch gemurmelt und nicht mehr kraftvoll mit energisch unterstützenden Hand- und Armbewegungen verbreitet.

Noch schlimmer als das Durcheinander der Regieanweisungen der Regierenden empfinde ich die Zumutungen der Medien die für sich die Deutungshoheit über das, was gut oder böse, richtig oder falsch sei in Anspruch nehmen, und uns mit einer kaum oder nicht mehr  zu ertragenden  Penetranz Tag für Tag unter die Nase reiben, in die Ohren predigen, in die Augen streuen was zu meinen, zu denken und zu tun sei und was nicht und die dabei die Klaviatur der Betroffenheit längst über Gebühr bedienen und  meine Gefühle strapazieren, bis ich mit völliger Resignation oder wütendem Protest auf alle die Bilder und Sprüche reagiere, die an meinen barmherzigen Edelmut appelieren wollen. Dabei gehört es doch zu meinem  Menschsein, dass sich mein Herz regt, wenn ich Unrecht sehe, wenn ich Menschen in Not erlebe. Das geht doch ganz sicher den meisten von uns so. Aber wenn neben mir eine Sirene dauerhaft Alarm heult und das Blaulicht, das um Achtung bittet, gar nicht mehr erlischt, schaltet mein Organismus irgendwann aus reinem Selbstschutz auf OFF / OUT / ENDE   oder auf Flucht, weg vom Alarm, weg von der eingeforderten Verantwortung für eine Misere, die ich nicht zu verantworten habe. Bei vielen derjenigen, die einst gutgläubig und unbescholten waren, und die jetzt auf so schreckliche Art und Weise gegen die eingeforderte Solidarität rebbelieren, so denke ich, hat das System nicht nur auf Flucht, sondern bereits auf Angriff geschaltet.

Das entsetzt mich, macht mich ohnmächtig…

meine Gedanken beginne sich im  Kreis zu drehen….

Leere breitet sich aus.

Ich blicke nicht mehr durch.

Vielleicht geht es der Kanzlerin genauso – aber sie darf es nicht sagen, es könnte mich – und EUCH ALLE  –   ja verunsichern….

 

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*** „berühmt-berüchtigte Fleischtheke“: Ein Lehrer an der Grundschule unserer Kinder war erbittert darüber, dass viele Dinge, die doch eigentlich direkt mit ihm, dem Lehrer, besprochen werden sollten, zuerst und manchmal auch ausschließlich beim kleinen Supermarkt unseres Dorfes an der Fleischtheke verhandelt würde. Die „Fleischtheke“ wurde zu einem geflügelten Wort im Lehrerzimmer und unter uns Eltern.

 

Das fällt mir so als Nachklapp ein: Unsere Politiker stehen auch an „Fleischtheken“ bei Will,  Maischberger, Illner und co….   und wir sind pikiert, weil wir ihnen bloß zuschauen und zuhören können bei ihrem mediengerechten Auftritten. Aber was hat das mit politischem Handeln zu tun?

 

Was doch zu erwarten war … 16. Januar, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, flüchtlinge, frauen, gesellschaft, integration, medien, migration, politik, terrorismus.
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Noch  sind die Diskussionen um die Ereignisse in Köln nicht verstummt, werden in den üblichen Redeveranstaltungen bei Plasberg, Maischberger, Illner und so weiter die üblichen Worthülsen kunstreich gedrechselt, versuchen nimmermüde Politikerklärer hinter das soziokulturelle Geheimnis von Massenaufläufen zu kommen, die das Ziel haben  Frauen und Mädchen sexuell zu belästigen, predigen die üblichen Volksbeschwörer, das alles habe nichts mit der Religion zu tun, der mehrheitlich die Schutz suchenden Flüchtlinge/Asylanten/Migranten anghören und versichern Regierungsmitglieder bzw bezweifeln Oppositionsleute  und ihre jeweiligen Parteigenossen, dass  alles Notwendige unternommen werde, dass  bereits vorhandenen Gesetze  angewendet werden, bzw. neue geschaffen und dass überhaupt alles getan wird, damit die (jeweilige)  Partei bei den nächsten Wahlen keine Einbußen erleidet    die Parteien an dem rechten Rand der Gesellschaft keinen Zulauf erhalten.

Einschub:  Der linke Rand der Gesellschaft ist ja dank jahrelanger Indoktrination zu DDR-Zeiten  – Faschismus und damit verbundener Rassenwahn und Fremdenfeindlichkeit gab es nur im kapitalistischen Westen – ohnehin über jegliche Xenophobie erhaben und müsste nur noch dahingehend  zivilisiert werden, dass seine jungen Heißsporne nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit fremde Autos abfackeln oder verkleidet als „Antifa“ ganze Straßenzüge im antifaschistischen Kampf zerlegen oder weitgehend friedfertige Demonstrationen gewaltsam ins Chaos stürzen. Einschub Ende

Die Auseinandersetzung um die Bewältigung der Flüchtlingskrise gerät in eine neue Phase. Es lassen sich die Ungereimtheiten bisheriger Berichterstattung nicht länger beibehalten: einerseits wird vor Terrorangriffen gewarnt, andererseits wird genau diese Gefahr heruntergespielt mit dem Hinweis, man wolle niemanden unter Generalverdacht stellen und  – siehe oben – nicht den falschen Parteien in die Hände spielen.

Nach dem bejubelten „Willkommen, willkommen“   wird jetzt die Skepsis thematisiert: „Schaffen wir das wirklich?“ Und es wird langsam klar, dass „wir“ zwar die finanzielle Herausforderung wuppen können, daran habe ich kaum gezweifelt – „wer, wenn nicht wir“ -, dass es uns aber kaum gelingen wird, die tatsächliche Integration der Flüchtlinge in unser Wertesystem mit der notwendigen Geschwindigkeit, die der permanent große Zuwachs junger muslimisch sozialisierter Männer nötig macht, zu bewerkstelligen, zumal erschwerend hinzukommt, dass die Neuankömmlinge hier auf Muslime treffen, die 5, 10 oder mehr Jahre in Deutschland leben und gar nicht daran denken, sich in unser Gesellschaftssystem zu integrieren, gar nicht erst von denen zu reden, die in der 3. oder 4. Generation muslimischer Einwanderung in Deutschland leben und den Islam als Basis ihres Shariah konformen Zusammenlebens ganz neu für sich entdecken.

Jetzt wird laut darüber nachgedacht,  karnevalistische Veranstaltungen stark einzuschränken, weil die Sicherheit für Abertausende nicht zu gewährleisten ist. (Das wird sich im Sommer bei den vielen schönen Freiluftveranstaltungen im öffentlichen Raum fortsetzen.)  Flüchtlingsmännern wird der Zugang zu öffentlichen Schwimmbädern verwehrt, weil Frauen massiv belästigt wurden und  sich in ihrer Sicherheit bedroht fühlen. Immer mehr „Einzelfälle“  sexueller Belästigung durch „südländisch aussehende Männer“ aus allen Teilen Deutschlands werden berichtet und auch die Geschehnisse in den Asylunterkünften werden nicht länger unter den Teppich gekehrt, weil es einfach nicht mehr zu verheimlichen ist, dass es Probleme gibt, mehr Probleme, als sich die Verantwortlichen offenbar im Vorfeld vorstellen konnten. Endlich wird das große offizielle Schweigen gebrochen, das zwar eher nicht „von Oben“ angeordnet wurde, dem sich aber zu viele Öffentlichkeitsarbeiter in den Medien freiwillig unterworfen haben, um die schöne Willkommenskultur nicht in Verlegenheit zu bringen.

Das alles war doch zu erwarten und es gab viele Menschen die das ganz ohne prophetische Fähigkeiten schon frühzeitig klar erkannt hatten. Es ist das Versagen der Politiker und der Medien, dass sie die Bedenkenträger, die Mahner und Warner nicht ernst genommen und sie stattdessen ins Abseits gestellt haben.

Dietrich Bonhoeffer wird der Satz zugeschrieben, „dem Rad in die Speichen fallen“, manchmal, so denke ich, ist es besser zu versuchen das Rad zu verlangsamen, es anzuhalten, als es in falscher  Hoffnung auf einen guten Ausgang ungebremst laufen zu lassen. Und so hoffe ich, dass das zarte Pflänzchen „Einsicht“ in die Notwendigkeit einer Neuausrichtung unserer Willkommenskultur nicht niedergetrampelt wird, von wem auch immer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Terror hat viele Gesichter…. 7. Januar, 2016

Posted by Rika in aktuell, araber, asyl, gesellschaft, integration, islam, mohammed, sharia, terrorismus.
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Bisher, so schien es, wurden Terrorakte von sogenannten „Islamisten“ vor allem in den Ländern außerhalb Europas verübt.  Aber auch  unsere europäischen Nachbarn bekamen bereits den Terror zu spüren, wobei in diesen Fällen die Berichterstatter gerne darauf verwiesen, dass die tristen Lebensbedingungen junger muslimischer Männer zu Gewaltausbrüchen führe oder aber  – sofern Juden Opfer muslimischer Gewalttäter wurden – Israels Politik dafür die Verantwortung trüge.

Für uns in Deutschland war der Terror weit weg…

Scheinbar.

Als bereits im Herbst erste – nur sehr verhalten vorgetragene – Meldungen über sexuelle Übergriffe durch  muslimische Männer auf muslimische  Frauen in mehreren Flüchtlingsunterkünften in den sozialen Netzwerken auftauchten  (die sonst über jeden rechtslastig stinkenenden Furz berichtenden  Medien hielten sich sehr, sehr bedeckt) konnte ich nicht verstehen, dass man allein reisenden Frauen oder Frauen mit kleinen Kindern zumutete, ohne jede Wahrung der Intimsphäre inmitten junger Männer zu kampieren. Im Gegensatz offenbar zu den Verantwortlichen für Flüchtlingsunterkünfte hatte ich schon früh davon gehört, dass sexuelle Übergriffe auf Frauen  in muslimisch dominierten Gesellschaften Sharia konform durchaus eher die Regel als die Ausnahme sind.

Als immer wieder mit dem Anschwellen des Flüchtlingsstroms von Übergriffen muslimischer Flüchtlinge auf christliche Flüchtlinge in den Flüchtlingsheimen die Rede war, entsetzte mich die schier unglaubliche Floskel, Muslime könnten durch die Anwesenheit der Christen in den Unterkünften schon mal das Zusammenleben einüben. (Wenn ich den Link finde, gibt es hier die Quelle dazu)

Als im November das Freundschaftsspiel der Niederländischen Nationalmannschaft gegen die Deutsche Nationalelf in Hannover sehr, sehr kurzfristig abgesagt wurde, weil den für die Sicherheit zuständigen Behörden eine akute Terrorwarnung vor islamischen Attentätern ins Haus geflattert war, löste die seltsam verquaste Mitteilung des Bundesinnenministers bei mir in erster Linie das Gefühl aus, der Herr Minister hielte das Volk für  zu dumm und  man könne ihm  nicht zumuten, realistisch über die Sicherheitslage in Hannover und darüber hinaus in Deutschland aufgeklärt zu werden.

Als zudem nach den Anschlägen in Paris klar wurde, dass der Kopf der Attentäter mit falschem Pass offenbar unbehelligt und im Gemenge der Flüchtlinge durch Deutschland reisen konnte, verstand ich die Weigerung der Kanzlerin,  Deutschlands Grenzen besser zu kontrollieren und zu schützen,  nicht mehr.

Als die Behörden in der Adventszeit nicht mehr ausschließen mochten, dass es zu terroristischen Anschlägen durch Islamisten auf Weihnachtsmärkten kommen könnte und man deshalb die Polizeipräsenz verstärken würde, dachte ich, dass damit bereits ein Ziel der islamischen Terrororganisationen erreicht sei: Die allgemeine Verunsicherung der Bevölkerung.

Als in etlichen europäischen Großstädten die öffentlichen Silvesterfeiern mit dem Hinweis auf mögliche Terrorakte durch Islamisten abgesagt wurden, dachte ich, dass damit der Angriff auf den westlich-europäischen Lebensstil bereits im vollen Gange sei.

Als ich wieder und wieder von den Nachrichtenleuten in den öffentlich-rechtlichen Volksmanipulieranstalten hörte, Terror durch Islamisten habe weder etwas mit Islam noch mit Muslimen und schon gar nichts mit den ins Land einwandernden muslimischen Flüchtlingen zu tun, musste ich eine lange Blog-Pause einlegen, um nicht verbal übergriffig zu werden.

Die Pause ist jetzt vorbei.

Der Terror, von dem wir täglich hören, ob in afrikanischen Staaten von Boko Haram begangen oder  in asiatischen Ländern durch ISIS, Taliban oder alQaida,  trägt ein und dieselbe hässliche Fratze: Es ist die dunkle Seite der  Religion des Friedens  – und eigentlich will sie mir  eher als die einzige Seite dieser  Religion gleichen Ideologie  erscheinen, die Angst und Schrecken verbreitet seit dem ersten Auftreten ihres Propheten und  Kriegsherrn Mohammed.   Dieser beruft sich auf die Anweisungen Allahs, der eben nicht nur barmherzig ist – wie er in einigen Suren gepriesen wird, sondern  seinen Anhängern auch befiehlt, Hass, Gewalt und Blutorgien an denen zu verüben, die sich nicht seinem Diktat unterwerfen. Die Islamisierung des gesamten östlichen und südlichen Mittelmeerraums geschah weniger durch überzeugende Missionierung durch das Wort, als vielmehr mit Hilfe des Schwertes. Das wird sehr häufig einfach übersehen.  Der Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung islamischer Belange, hat sich bis heute nicht geändert. Keine einzige der von den Anhängern des Propheten verübten Terrorakte, die  nicht ausdrücklich im Namen Allahs begangen wird. Aber „unsere“ Politiker, Kleriker, Medienschaffenden werden, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht müde uns mit der ständigen Wiederholung des Mantras Islam sei Friede , Islam habe nichts mit Islamismus zu tun und Islamisten nichts mit Islam zu „beruhigen“ – bei gleichzeitiger Beschimpfung derjenigen,  die sich als resistent gegen die Beeinflussung erweisen und Widerworte geben, mal laut und öffentlich in durchaus nicht immer angemesserner Art und Weise ( jedoch die Demonstrationsfreiheit in Anspruch nehmend), mal mit intellektueller Eleganz  in Büchern, Artikeln, Diskussionsrunden. Wobei zu den Diskussionsrunden gesagt werden muss, dass dem renitenten Widerständler gegen das Mantra der Regierung meistens ein halbes Dutzend regierungstreue Vasallen permanent ins Wort fallen dürfen, ohne von irgendeiner Moderatorin, einem Moderator dafür in die Schranken gewiesen zu werden.

Zu dem Terror, den wir via Nachrichten, Intenet, TV und Printmedien täglich aufnehmen, der uns aber nicht wirklich und direkt betrifft, gesellt sich der Meinungsterror derjenigen, die entgegen aller Wahrnehmung dessen was um uns herum passiert, vom friedlichen Islam reden und  vor bösen Islamophoben warnen.

Dabei hat der Terror  viele Gesichter …

Hass und Gewalt bedürfen nicht einmal tödlicher Waffen, um „Menschsein“ zu vernichten, Menschen abgrundtief  zu erniedrigen, zu verletzen, ihnen ihre Würde zu rauben, ihre Unschuld, ihr Vertrauen in unser gesellschaftliches Zusammenleben und in die Sicherheit unserer Ordnungen, ihnen das Leben selbst zu vergällen, die Freude auszutreiben mit brutaler, zielgerichteter Gewalt.

Die Frauen in Köln haben das erfahren, erlebt, erlitten …. statt fröhlicher Silvesterfeiern ein Horrortrip der Extreme.

Doch nicht nur die Frauen in Köln. Auch  in anderen Städten Deutschlands werden immer mehr Übergriffe auf Frauen gemeldet.

Und die Politiker schweigen lange, melden sich erst zu Wort, als die Verlautbarungen über sexuelle Übergriffe auf Frauen durch „mutmaßlich“ arabische / nordafrikanische / muslimische Männern nicht mehr zu überhören sind durch die Informationen in den sozialen Netzwerken. Wer nun aber glaubt, das „unsere“ Politiker ganz entschieden Partei ergreifen für die Frauen und mit aller Schärfe gegen die Terrorbanden vorgehen, sieht sich getäuscht. Die große Sorge gilt den Flüchtlingen, die doch bitte nicht unter Generalverdacht zu stellen sind (was ich ausdrücklich nicht tue), die noch größere Angst haben sie aber vor den „Rechtspopulisten“, die nun Oberwasser kriegen  und am Ende sogar Wahlen entscheidend beeinflussen könnten.

Wenn in einer ersten Reaktion auf die Sexualdelikte von Köln in einer öffentlichen Verlautbarung davon die Rede ist, wie Frauen sich verhalten sollten, damit „so etwas nicht passieren kann“, dann ist das nicht nur ein Armutszeugnis für diejenigen, die solche Äußerungen machen, dann ist das ein Einknicken vor der „Kultur“ derjenigen, für die unverschleierte, ohne männliche Begleiter spazieren gehende Frauen „Schlampen“, „Nutten“, „Huren“ sind, die man in aller Öffentlichkeit ungestraft erniedrigen und missbrauchen kann.

Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen, eine Demütigung und Erniedrigung aller jungen Mädchen, die nichts anderes vorhaben, als ihr Leben frei zu gestalten und so zu leben,  wie ihre männlichen Altersgenossen eben auch. Dazu gehört sich zu kleiden wie man möchte, auszugehen, wann man möchte, zu lieben wen man möchte und NEIN zu sagen, wenn es einem nicht gefällt, dass ein anderer einem allzu dicht auf die Pelle rückt.

Dass sexuelle Übergriffe auf Frauen durch den Islamischen Staat als Terror geächtet  und dementsprechend bekämpft wird, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Und ich halte gar nichts von der relativierenden Aussage, dass Vergewaltigungen zum Kriegshandwerk dazu gehören und durchaus üblich waren und ist und auch in hundert Jahren noch sein werden. Das ist eine nicht einmal stillschweigende Übereinkunft mit  Vergewaltigern und eine zusätzlich Vergewaltigung aller Opfer solcher Täter.

Dass  sexuelle Übergriffe auf Frauen auch in Deutschland (ähnlich wie schon seit Jahren in Schweden) sozusagen als Kollateralschaden behandelt werden könnte, „man“ sie in Kauf nimmt, um nicht als fremdenfeindlich oder gar rassistisch zu gelten, das ist die Sorge, die mich getrieben hat, diesen Text zu verfassen, der nicht jedem gefallen wird.

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Und dies noch:

Ist es nicht geradezu ein Hohn, dass in München mit einem unvorstellbar großen Polizeiaufgebot der Hauptbahnhof geräumt und gesperrt wurde, weil man von einer Bombendrohung oder ähnlicher Gewalt ausging und in Köln „lediglich“ tausend unbewaffnete Männer unter den Augen der völlig unterbesetzten Polizeikräfte einen widerlichen Terror an Frauen begehen konnten – vor Kölns größtem christlichen Heiligtum, dem Dom (mit Reliquien der Könige aus dem Morgenland!)?

An diese Form des Terror hatte niemand gedacht – und wohl auch nicht denken können….  aber genau dieser Terror wird subtil nachwirken … bald ist Karneval in Köln. Im letzten Jahr hatte man einen Mottowagen verändert, um Muslime nicht zu verägern oder zu provozieren. Wo und wie wird Prinz Karneval in diesem Jahr sein Zepter schwingen können? Schon ist zu hören, dass Verbandsmuslime Forderungen stellen….

 

NACHTRAG:

Bei spiegel online wird vorsichtig formuliert, es sei noch nicht sicher, ob die Täter von Köln Ausländer gewesen seien…..

Ach Ihr Leute vom Spiegel…..Nach den Schilderungen der Frauen waren das alles fesche  Jungs aus der Eifel, die sich mal einen flotten Abend inner richtigen Stadt machen wollten… gelle? Da sollte doch mal das wunderbare Poizeiteam aus Hengasch tätig werden… Vielleicht finden die die Übeltäter….

Und an anderer Stelle las ich, dass es Drogendealer gewesen seien…. das finde ich auch ganz nett…  1000 Drogendealer verabreden sich zur Silvesterparty in Köln – und dann gibts keinen Schnee…

 

Und etwas schuldbewusst gebe ich zu, dass ich es mit der Unschuldsvermutung nun gar nicht genau genommen habe… weder bei den Jungs aus der Eifel, noch bei den mutmaßlich vermutlichen mit Drogen dealenden  (und/ oder)  muslimischen Heißspornen aus Nordafrika oder so…

 

 

Die Arbeisbeschaffungsmaßnahme der IG Metall 25. Oktober, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, einwanderung, gesellschaft, gewerkschaft, integration, migration, politik.
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Zuerst las ich darüber bei facebook, dann hörte ich ein Interview im Radio mit dem neuen IG-Metall Vorsitzenden, Jörg Hofmann.

Herr Hofmann fordert alle Betriebe seines Zuständigkeitsbereiches auf, „Arbeitnehmer  [zu] entlassen, die offen rassistische und fremdenfeindliche Kommentare    IM  INTERNET  veröffentlichen“.

(Hervorhebung von mir)

Wohl gemerkt, es geht nicht um Mitarbeiter, die im Betrieb vor Ort fremdenfeindliche Äußerungen tun, es geht auch nicht um Anfeindungen gegen Ausländer im Betrieb und auch nicht um Mobbing, das sind ja alles Tatbestände, die in der Regel durch die (firmeninternen) Arbeitsplatzrichtlinien geregelt sind. Den Betriebsfrieden störende Handlungen im Betrieb, die Verunglimpfung  und das Mobben von Arbeitskollegen müssen sofort und in aller gebotenen  Schärfe  geahndet werden, wobei  vermutlich  vor der fristlosen Entlassung in aller Regel Gespräche und Abmahnungen erfolgen werden. Darüber darf es und wird es keine Diskussionen geben. Das ist gesellschaftlicher Konsens.

Aber das ist nicht das, was Herr Hofmann wiederholt sagte und wohl auch meint.

Es geht um fremdenfeindliche Kommentare im Netz.

Wie stellt Herr Hofmann sich die Kontrolle vor?

Um den Veröffentlichungen im Internet nachgehen zu können, müssten die Betriebe einen sogenannten Netz-Wart einstellen, nicht zu verwechseln mit dem „Netzwart“, wie er etwa  bei unserem VC Grapbsch (meinem Lieblingsvolleyballverein) tätig ist, ehrenhalber natürlich und damit beauftragt, vor Spielbeginn das Netzt ordentlich aufzuhängen und nach Spielende wieder sorgfältig im Netzschrank zu verwahren .

Nein, es geht um eine Person die Obacht gibt, dass nur ja niemand aus der Belegschaft nicht genehme Kommentare gegen Flüchtlinge, Ausländer und Migranten im weltweiten Internet verbreitet.

Die Rede ist von Aufpassern.

Die Idee ist nicht neu.

Ein Blick in unsere nicht allzu ferne Vergangenheit genügt.

Ich war noch ein Kind als ich das Wort „Blockwart“ zum ersten Mal hörte. Es hatte keinen schönen Klang, obwohl der, der es sagte, ein überaus liebenswerter Mensch war – mein geliebter Großvater. Er redete über einen Mann im Nachbarhaus. Kein angenehmer Zeitgenosse, wie ich seinen Worten entnehmen konnte, einer, vor dem er regelrecht Angst gehabt hatte in den dunklen Jahren des Tausendjährigenreiches, das noch nicht sehr lange zurücklag, damals und immer noch seine langen und vor allem düsteren Schatten warf.

Dieser Blockwart war ja nicht nur dafür zuständig zu überprüfen, ob der Splitterschutz vor den Kellerfenstern in Ordnung war für den Fall, dass eine Bombe nahe des Hauses für Verherung sorgte  und ob bei „Verdunkelung“ wirklich alles dunkel blieb und kein einziges Lichtlein die Dunkelheit erhellte.  Das ist durchaus doppeldeutig zu verstehen. Denn der Blockwart war auch gleichzeitig beauftragt darauf zu achten, wer in seinem Zuständigkeitsbereich gegen die gültige Parteilinie der NSDAP heimlich still und leise aufbegehrte  oder gar öffentlich seinen Unmut äußerte und damit Unruhe stiftete im schönen  deutschen Reich und so versuchte, Zuversicht und Licht in das Dunkel der ideologischen Finsternis zu bringen.

Blockwart zu sein, bedeutete Befugnisse zu haben und Macht auszuüben. Vor dem Blockwart konnte man nie sicher sein. Gleichzeitig verhinderte der Blockwart die Sicherheit für einen bestimmten Personenkreis  – nicht erst  in den schrecklichen Kriegszeiten.  Juden und  im Sinne der Partei „zweifelhafte Volksgenossen“ wurden der GESTAPO gemeldet  und später in fürchterlichen Bombennächten wurde ihnen der Zugang  zum Bunker oder zum „sicheren Keller“ verwehrt. Blockwarte waren gleichzeitig Augen, Ohren, Hände und Füsse der Partei und des Führers. Und wenn meine Großeltern und Eltern vom Blockwart sprachen, löste das in mir  dummpfe Ängste aus, obwohl ich doch vier Jahre nach Kriegsende geboren wurde.

Diese Ängste und  Schrecken haben ihre sehr nachhaltigen Spuren hinterlassen. Und so wundert es mich gar nicht, dass  diese Erinnerungen augenblicklich  beim Lesen der oben genannten Nachricht wieder auftauchten.

Herr Hofmann reaktiviert den Blockwart, nur lässt er ihn nicht mehr um die Häuser schleichen, er beauftragt ihn vom sicheren Platz aus das Internet dahingehend zu beobachten, ob jemand gegen die „Parteilinie“ (ja, die gibt es heute wieder, die Linie der Partei der guten Menschen) verstößt. ich weiß zwar nicht so genau, wie Herr Hofmann sich das konkret vorstellt, aber ich hätte da  Ideen für  Stellenausschreibungen und mehr.

„Gesucht werden in jeder Hinsicht integere Persönlichkeiten, die den Werten und Normen unserer Gewerkschaft entsprechen und die willens sind  darüber zu wachen, dass niemand diesen Werten zuwider handelt, sei es in Wort, Schrift oder Bild. Die Personen sollten über ein ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein (im Sinne des  Vorstandes der IG-Metall) und gute IT-Kenntnisse verfügen.  Betriebe, in denen aufgrund der Zahl ihrer Mitarbeiter ein Personalrat tätig ist, müssen einen Internetüberwachungswart einstellen, bzw. können einen Mitarbeiter dazu mit entsprechenden Deputatsstunden abordnen. 

Allen anderen Betrieben wird empfohlen, sich regionsweise  zu einem Internetüberwachungsverein zusammen zu schließen und einen  Netzwart gegen entsprechendes Entgeld fest einzustellen.  Bewerber mit Migrationshintergrund werden bevorzugt.“  

 Über die Meinungsfreiheit im Hinblick auf Internetäußerungen entscheidet der Netzwart nach den von der IG-Metall vorgegebenen Kriterien.

Darüberhinaus sollte in jedem Ort eine Meldestelle eingerichtet werden, in der jeder Bürger seine Netzbeobachtungen melden kann. Die Verwaltung der Meldestelle obliegt der oder dem Migrationsbeauftragten oder einer von ihr oder ihm beauftragten und  i.S. der oben genannten Qualifikation zuverlässigen Person. Der so beauftragte Stelleninhaber wird aus dem „Fond zur Abwehr von volksschädigendem Verhalten“ bezahlt.

Der IG-Metall wird es so mühelos gelingen, viele der jetzt neu eingewanderten Menschen in Arbeit und Lohn zu bringen. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die sich in jeder Hinsicht  für die Gesellschaft Gewinn bringend auszahlen wird.

PS  Ich hätte vielleicht auch noch den Stasi-Vergleich bemühen können, aber davon kann ich aus eigener Anschauung – und diese ist mir gegenwärtig – nichts sagen.

Vermutlich bin ich ein Nazi… 23. Oktober, 2015

Posted by Rika in einwanderung, flüchtlinge, integration, islam, meine persönliche presseschau, politik.
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… dabei bin ich seit 35 Jahren SPD-Mitglied und auch meinem Selbstverständnis nach sozial und demokratisch.

Christin bin ich auch.

In manchen Situationen hat das für Irritationen gesorgt. In meinem Ortsverein wurde immer heftig gegen Christen gestänkert, auch in meiner Gegenwart, bis es mir eines Tages zu viel wurde und ich mir das  verbat  –  mit dem Hinweis darauf, gläubige Christin zu sein. Da schluckten die Genossen.  Bei mancher schönen Freizeit mit vielen netten Frommen kam auch das Gespräch auf Politik und die Sozis – auch fromme Christen können stänkern, bis ich die Katze aus dem Sack ließ und mich als „Soze“ zu erkennen gab. Da schluckten die Frommen.

Freikirchlich bin ich auch. Als junges Mädchen machte ich die Erfahrung, dass ich von meinem Religionslehrer als (noch nicht) Getaufte vor der versammelten Klasse als „Heidin“ bezeichnet wurde. Ich setzte mich mutig zu Wehr. Vielleicht schluckte auch der Lehrer, das habe ich damals nicht so genau wahrnehmen können, es war mir auch völlig schnuppe.

Solchermaßen sozialisiert und erfahren glaubte ich mich auf der sicheren Seite was  Nazis und Rassismus angeht. Ich könnte jetzt noch weitere Pluspunkte ins Spiel bringen, die ganz sicher stellen würden,  dass ich bestimmt kein Nazi bin, ja, gar keiner sein kann. Aber alle diese „Beweise“ könnten vermutlich mit der ganzen verbalen Macht derjenigen, die ganz bestimmt keine Nazis sind, aber ca 30% oder mehr der deutschen Bevölkerun dafür halten, mühelos in ihr Gegenteil verkehrt werden. Deshalb lass ich die mal außen vor.

Nein, was mich in diesen Tagen befürchten lässt, doch ein Nazi zu sein, ist die einfache Tatsache, dass ich die Flüchtlingskrise mit Sorge betrachte. Ich gehöre nicht zu denjenigen die meinen, wir müssten oder sollten die halbe Welt retten – ob wir das können und schaffen oder nicht. Ich bin auch nicht der Meinung, dass alle verabredeten Übereinkünfte der EU-Staaten wegen der anhaltenden Bestrebungen vieler Menschen (in zugegebenermaßen schwierigsten Bedingungen) nach Deutschland zu kommen  außer Kraft gesetzt werden müssten oder dürften. Noch leben wir in einem Rechtsstaat und ich hoffe doch sehr, dass das so bleibt. Auch finde ich nicht, dass Deutschland farblos oder gar einfarbig ist und darum unbedingt und um den Preis des friedlichen Miteinanders „bunter“ werden muss. Selbst bei mir auf dem Land am Rand der großen Stadt finde ich es jetzt schon schön bunt. Von mir aus kann das so bleiben. Ich stimme auch nicht mit vielen Kirchenoberen überein, die meinen Imame könnten getrost in Kirchen Allah anrufen und sowieso sei es völlig gleichgültig an wen wir glauben und zu wem wir beten. An der Stelle bin ich ziemlich eindeutig, wie man an vielen meiner Blogbeiträge zum Thema Islam unschwer erkennen kann. Und wenn es spießig ist, Deutschland als meine Heimat zu betrachten, mein Land schön zu finden und es zu lieben, dann bin ich bestimmt ein Spießer, wobei ich schon Wert darauf legen, dass zu meinem Inventar der Spießigkeit keine Gartenzwerge gehören, wohl aber ein gepflegtes Gärtchen und dass ich ein winziges Deutschlandfähnchen habe (seit dem Sommermärchen), das ich zu fussballerischen Weltereignissen sogar aus dem Kellerverlies hervorhole und es dezent im heimischen Garten zur Schau stelle.

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Dass ich immer wieder mal aus gegebenem Anlaß mit einem Israelfähnchen spazieren gehe, fällt wohl eher nicht auf patriotisches Spießertum, oder?

Alle diese von mir genannten Merkmale treffen aber auf Menschen zu, die nach Meinung eines Kommentators im Deutschlandfunk ganz eindeutig als „Nazis“ anzusehen sind. Jedenfalls traf mich heute beinahe der Schlag, als ich das hörte und mir eingestehen musste:

Mensch, Rika, du bist ein Nazi.

Wer hätte das gedacht. Man lernt doch immer noch was dazu über sich und die Welt. Und an Leuten wie mir, so sagte der Mann im Radio, liegt es, dass Flüchtlingswohnheime brennen und Fremdenhass zunimmt. Das hätte ich ja nun erst recht nicht vermutet. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen ein Flüchtlingswohnheim anzuzünden oder gegen Ausländer zu hetzen.  Ausländerhetze wird einem allerdings schon dann attestiert, wenn man kritisch dem Islam gegenüber steht.  Eine kritische Haltung zum Christentum, zu Bischöfen und Päpsten wird zum Glück aber weiterhin als notwendig und legitim angesehen, es gilt der  kirchlichen Obrigkeit und dem missionierenden Kolonialismus entschieden entgegen zu treten und den christlichen Glauben zu brandmarken als ein Hindernis für Fortschritt und Wissenschaft.  Bei Islam ist das jedoch ganz anders. Da ist man mit einer kritischen Einstellung  bereits ein Rassist, wie ich unlängst hörte. Wobei mir allerdings noch nicht bekannt war, dass „Islam“ eine Rasse ist. Da habe ich wohl in der Schule nicht aufgepasst. Früher dachte ich, Islam sei eine Religion, in letzter Zeit denke ich eher, dass es sich  bei „Islam“ um eine religiöse Ideologie mit faschistischen Anklängen handelt –  Hamed Abdel Samad hat ein Buch darüber geschrieben, ich habe es gelesen.

Wie dem auch sei, der Mann im Radio macht Leute wie mich für schreckliche Sachen verantwortlich.

Dabei will ich nur in Ruhe und Frieden in diesem Land leben, tue niemandem etwas zu leide und rufe weder zu Anschlägen gegen Flüchtlinge noch zum Sturz der Regierung auf.

Ich gehe noch nicht einmal abends in meinem Dorf spazieren, geschweige denn in Dresden.