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Vorletzte Worte … 18. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich kenne mich und meine Neigung, mich in alle möglichen Diskussionen einzumischen und meinen Senf ungefragt dazuzutun.

Darum kann ich nicht „letzte Worte“ schreiben, ich kann nicht garantieren, dass es letzte sein werden, aber vorletzte zum Thema WM sollten doch geschrieben werden.

Wenn demnächst die Fußballweltmeisterschaft in Quatar / Katar beginnt, werde ich weder die Spiele live noch in der Aufzeichnung schauen. Live habe ich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft schon seit Jahren nicht mehr gesehen, ich halte die Spannung einfach nicht aus – ich schrieb ja schon oft dazu.

Ich werde bei dieser WM aber auch nicht den Aufzeichnungen meine Aufmerksamkeit widmen und verweigere auch das Ansehen jeder Diskussionsrunde der Sportreporter mit sogenannten Experten, wie sie nahezu alle Fernsehanstalten vermutlich täglich präsentieren werden. Selbst die Zeitung erfährt durch mich einen noch nie zuvor dagewesenen Boykott ihrer Sportberichterstattung.

Ich mutiere zum Radikalverweigerer.

Natürlich liegen die Gründe dafür hauptsächlich beim Austragungsort der Mega-Veranstaltung. Diese muss ich hier wohl nicht besonders hervorheben, sie wurden in den letzten Wochen ausführlich diskutiert. Ich hätte mir allerdings diese ausführliche Diskussion bereits VOR der Vergabe durch die FIFA an Katar gewünscht. Denn viele der heute beanstandeten Zustände gab es bereits deutlich VOR der Bewerbung des Emirats.

Die Menschenrechtslage entsprach vor 15 Jahren so wenig wie heute unseren gerne eingeforderten und dann doch vernachlässigten Standards. (deutsche Politiker lassen an dieser Stelle grüßen! Das (Ein)knicksen vor den Scheichs und die Bettelei um Erdgaslieferungen sind doch sicher noch in Erinnerung!)

Die Lage der Frauen in Katar heute entspricht wohl (etwas) weniger derjenigen der Frauen Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts – wir haben dennoch gar keinen Grund, uns stolz über die ehemaligen Kameltreiber in einer unwirtlichen Wüstenregion zu erheben. Immerhin wird heutzutage den katarischen Mädchen jede Bildungsmöglichkeit gewährt, was im 20. Jahrhundert nicht für alle Mädchen in Deutschland galt. Und auch die Rechte der Frauen in Deutschland waren vor 50 Jahren keineswegs vorbildlich.

Das – sich nicht zu überheben – gilt übrigens auch für den Umgang mit Homosexualität. Zu meiner Jugendzeit war das nämlich auch in Deutschland noch ein Tabuthema und die davon Betroffenen standen immer mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie ihrer Liebe nachgaben. Wir sollten unsere Finger bei uns behalten und in uns gehen und uns schämen, dass wir im aufgeklärten Deutschland – vor allem nach Adolf und seinen KZs, in denen auch Homosexuelle gequält und geschunden wurden – so lange gebraucht haben, den Straftatbestand des §175 aufzuheben.

Ob unser Umgang mit den Gastarbeitern seit den späten 50er Jahren wirklich so viel menschlicher und besser war, als der der Araber mit ihren „Arbeitssklaven“, wie unsere Medien voller Abscheu schreiben, mag dahingestellt sein. Die inzwischen alt gewordenen Malocher aus Italien, Spanien, Jugoslawien oder der Türkei in den Bergwerken oder an den Hochöfen der Stahlindustrie des Ruhrgebiets sehen das vermutlich sehr viel realistischer als der smarte Journalist, der von oben herab mit gutmenschlichem Gehabe verurteilt. (Das vernichtende Urteil über die unmenschlichen Bedingungen besteht ja zu Recht, aber „unser Habitus“ in der Angelegenheit ist vollkommen falsch!)

Und damit komme ich zu „uns“.

Wer neulich die Dokumentation über die Vergabe der Weltmeisterschaft an Katar gesehen hat, wird nicht umhinkommen, sich intensiv mit der unrühmlichen Rolle zu beschäftigen, die der DFB als einer der mächtigsten Fußballverbände der Welt in dieser Angelegenheit gespielt hat. Man kann doch mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ein energisches Verweigern der Zustimmung innerhalb der FIFA durch den DFB dazu geführt hätte, dass es niemals zu dieser WM in Katar gekommen wäre. Aber unsere großen deutschen Fußballvereine, besoffen von dem Gedanken, mit der „schönsten Nebensache der Welt“ möglichst viel, sehr viel Geld zu verdienen und dabei alle Augen zuzudrücken, wenn es um finanzkräftige Sponsoren geht, deren Logos in den Stadien an prominenter Stelle sichtbar gemacht werden oder auf den Trikots der Spieler prangen, haben sich doch alle weggeduckt bei der Frage, ob man in Katar auflaufen sollte oder lieber nicht – wobei neben den „menschenrechtlichen Bedenken“ sicher auch das Klima in dem Wüstenstaat eine wichtige Rolle spielt und man darum dem Klima „zuliebe“ die Spiele flugs in den Winter, respektive Herbst verschob. (Ein kleiner Hinweis darauf, dass auf der Südhalbkugel gerade der Frühling beginnt, mag hier angebracht sein…)

Und nun zu den Spielern. Glaubt irgendein Mensch in Deutschland denn tatsächlich, dass sich auch nur ein einziger der hochbezahlten Profis aus moralischen Gründen geweigert hätte, nach Katar zu fahren, wenn Hansi Flick ihm am Telefon die frohe Botschaft verkündet hätte, im Aufgebot zu stehen? Da kann man doch genauso gut und getrost an den Mann im Mond glauben oder an den Nikolaus, der in dieser Jahreszeit sicher für alle möglichen Wünsche herhalten muss.

Nicht einer von denen, die nun nach Katar geflogen sind, haben ihre möglichen Bedenken hinsichtlich der Menschenrechte und dergleichen ernst genommen, mögen sie auch jetzt „Haltung“ zeigen und Regenbogenfähnchen schwingen oder ihre Kapitänsbinde mit diesen Farben schmücken.

Es ist doch eine einzige Heuchelei, die uns jetzt präsentiert wird.

Darum verweigere ich den Spielern und den berichtenden Journalisten, den deutschen Politikern (die jetzt ihre Bedenken anmelden) und den Kataris jegliche Aufmerksamkeit.

Dass die WM ausgerechnet am Ewigkeitssonntag beginnt und während der Adventszeit ausgetragen wird, mag für viele Leute eine zu vernachlässigende Nebensache sein. Dieser Herr sieht das aber anders: Früherer EKD-Chef Schneider will keine WM-Spiele schauen.

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Für mich persönlich spielen auch weitere Gründe eine Rolle, „Katar“ grundsätzlich zu boykottieren – über den Fußball und andere Sportarten hinaus.

Arye Sharuz Shalikar schreibt offen über das Dilemma mit der WM in Katar, (siehe Jüdische Allgemeine) und hebt einen Aspekt ins Bewusstsein, der den meisten Menschen in Deutschland bisher verborgen ist:

Ich stehe da wirklich vor einem Dilemma. Ich lebe in Israel, und anders als den meisten Fußballbegeisterten in Deutschland sind mir Katar und die fragwürdige Rolle, die das Land in der Nahostpolitik spielt, schon länger ein Begriff. Mit den Scheichs hatte ich indirekt schon mehrfach zu tun, insbesondere in meiner Funktion als Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

Es ist kein Geheimnis, dass Katar im Nahen Osten eine äußerst problematische Position einnimmt. Denn lange bevor das Land in Fußballstadien investiert hat, erwarb der Staat sich den Ruf als einer der Hauptgeldgeber radikal-islamistischer Organisationen. Die Liste ist lang und liest sich wie das Who’s who des Terrorismus der letzten Jahrzehnte: Al-Qaida ist ebenso darunter wie der Islamische Staat, die Taliban in Afghanistan und natürlich auch die palästinensische Hamas.

Hunderte Millionen Euro wurden – und werden immer noch – von Katar Jahr für Jahr auf direktem und indirektem Wege an die erbitterten Feinde der freien Welt und an die Hauptverursacher von Mord und Totschlag im Nahen Osten und darüber hinaus investiert. Was könnte man mit diesem Geld für schöne Fußballstadien bauen!

Etwas zugespitzt könnte man sagen, dass es in der islamischen Welt zwei Staaten gibt, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Dschihad, also den sogenannten Heiligen Krieg, zu unterstützen: den Iran als Hochburg des schiitischen Terrors und unseren WM-Gastgeber Katar in Bezug auf sunnitischen Terror. Aus israelischer Sicht ist allen voran Katars Verbindung zur Hamas eine Herausforderung.

Seit Jahrzehnten ist Katar eine Art Kuba des Nahen Ostens und dient Terroristen als Zufluchtsort. Mit seinem Staatssender Al-Dschasira wird über einer Milliarde Muslime weltweit eine ziemlich einseitige Weltanschauung vermittelt.

Al-Dschasira stachelt regelmäßig auf, wenn es bei Unruhen in Jerusalem die radikale Propaganda der Terroristen verbreitet und so mit dazu beiträgt, dass noch mehr Blut fließt. Man könnte noch mehr zu Katar sagen. Man könnte sogar dorthin fliegen und sich die Sache vor Ort anschauen, denn Israel und Katar haben sich zu allem Überfluss auch noch darauf geeinigt, dass internationale Fluglinien (israelische bleiben ausgenommen) Fans aus Israel und den Palästinensergebieten während der WM-Wochen aus Tel Aviv nach Doha fliegen können.

Das Dilemma wird daher nicht kleiner, im Gegenteil: Fußball ist mein Lieblingssport, die WM mein absolutes Lieblingsereignis.“

Soweit Arye Sharuz Shalikar.

Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit Jahren schon mit großer Sorge*** den Einfluss Katars auf die hier lebenden Muslime beobachte. Kaum ein Moscheeneubau, der nicht von Katar (mit)finanziert wird und kaum eine von Katar finanzierte Moschee, in der nicht (auch) zum Dschihad gegen Israel aufgerufen wird.

Eine von Katar ausgerichtete WM poliert natürlich auch das Image der von Katar gestützten Einrichtungen in Deutschland auf – mit dementsprechenden Folgen.

Ganz am Ende meiner vorletzten Worte darf auch der Hinweis auf die wirtschaftlichen Verflechtungen Katars mit deutschen Schlüsselindustrien und Finanzplätzen natürlich nicht fehlen. Wir schauen derzeit argwöhnisch auf China, das natürlich wesentlich größer ist als das kleine Scheichtum am Rande der arabischen Halbinsel, aber der finanzielle Einfluss Katars auf die deutsche Wirtschaft sollte trotzdem nicht unterschätzt werden. Wir haben in Deutschland doch das Sprichwort vom „kleinen Finger, den man dem Teufel reicht“…

Vergesst das nicht. Niemals.

*** Meine Sorge und Kritik gilt ausnahmslos NUR denjenigen Einrichtungen, Institutionen und Personen, für die „Islam“ mehr bedeutet als eine religiös-spirituelle Dimension und die deshalb Sharia gemäß von einem System überzeugt sind und es umsetzen, das umfassend alle Bereiche der religliösen, familiären, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zuständigkeiten regelt und beherrscht.

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Aus… aus…. aus…. das Spiel ist aus. 28. Juni, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, politik.
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Das Spiel ist aus.

Das Spiel nämlich, die schönste Nebensache der Welt zur Hauptsache zu machen, zum absolut wichtigsten Thema unserer Zeit.

Natürlich hätte ich der deutschen Fußballnationalmannschaft ein Weiterkommen bei der WM in Russland gegönnt, gar keine Frage.  Es kam anders. Aber musste es auf so eine fürchterlich blamable Weise geschehen? Ich kann mich bei dieser Stellungnahme allerdings nicht auf mein eigenes Urteil als Zuschauerin oder gar Fußballexpertin berufen, denn erstens bin ich keine Expertin und zweitens habe ich das Spiel gar nicht gesehen. Ich kann aber lesen…. und was mir bisher unter die Augen gekommen ist, bestätigt allemal, dass sich die „Mannschaft“ nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. „Kein Teamgeist“ wird attestiert …  keine Führungspersönlichkeit  sei zu erkennen gewesen…. von Rudelbildung innerhalb der „Mannschaft“ ist die Rede ….   offenbar mangelnde Kondition gepaart mit mangelndem Willen zum Sieg  machten das Desater komplett….    „unsere Qualität“ wurde nicht umgesetzt –  wenn ich dieses verschwurbelte Geschwafel schon höre, die Spieler HABEN vermutlich spielerische Qualitäten, aber SIND doch nicht „Qualität an sich“! Der Trainer redet über seine Spieler wie ein Baumarkleiter über Qualitätswerkzeuge.  Aber vielleicht sind für  Herrn Löw (und Fußballstrainer generell) die Spieler nichts anderes als „Werkzeuge“, die er nach Belieben einsetzen kann, gemäß einem Konstruktionsplan, den er erdacht hat und bei dem die Werkzeuge nur Mittel zum Zweck sind, ohne eigenen (kreativen)  Anteil, sieht man eben von den spielerischen Qualitäten ab. Hummels hatte nach dem desaströsen Spiel gegen Mexiko, das auch wegen eines nicht wirklich guten strategischen Plan des Trainers verloren ging,  sehr verhalten eine kritische Anmerkung gemacht, die in diese Richtung zielte.  Er habe einige Vorschläge gemacht, aber darauf sei man nicht eingegangen, ließ er sinngemäß verlauten.

Nun also das Aus für die „Mannschaft“. Wobei ich ähnlich wie bei dem Begriff „Qualität“ die sprachliche Ausdrucksweise, die Verknappung und Verhunzung  beklage, die auch beim Fußball immer mehr um sich greift.

Denn einfach nur „Mannschaft“  zu sagen oder zu schreiben, ist wohl leider nicht nur eine zeitsparende Abkürzung für „deutsche Nationalmannschaft“, es scheint mehr die Formel für ein neues Verständnis davon zu sein,  wie der Fußball heute gesellschaftlich gesehen wird und welche Funktion er zu übernehmen hat. „Die Mannschaft“ als Abbild der schönen, neuen, bunten Multikultigesellschaft in der wir heute leben, bzw. uns nach Ansicht mancher Politikgrößen in linken, grünen und ehedem schwarzen Parteien   empfinden und verstehen sollen. Und da sind die Begriffe „deutsch“ und „National“ doch ziemlicih von gestern. Ich würde allerdings nicht soweit gehen zu sagen, sie seien Ausdruck einer „rechten Gesinnung“, wie es manche Politiker formulieren würden, die auch lieber eine Regenbogenfahne, denn eine Fahne in den Nationalfarben an ihrem Balkon hissen, um ihrer Begeisterung für den weltumspannenden Fußball freien Lauf zu lassen….

Der Fußball, besser gesagt, die Spiele der deutschen Nationalmannschaft  können in diesen Tagen nun nicht mehr den Kitt bilden, der vorübergehend den tiefen Riß zukleistern soll, der sich seit Monaten immer tiefer und immer bedrohlicher auftut. Fußball überlagert nun nicht mehr die so drängenden Fragen danach, welchen Weg Deutschland in Zukunft gehen sollte oder müsste oder einfach auch nur könnte.  Denn sicher ist, dass wir zwar „Qualität“ haben, aber doch nicht die nötige Quantiät, alle Notlagen dieser Welt zu stemmen.

Und es ist gut, dass die Trainerin an der Spree nun nicht länger einsam gefasste Pläne mit unserer –  der „hier schon länger Lebenden“ –   Hilfe umsetzen kann, sondern Co-Trainer und Spieler darauf dringen, ein Wörtchen oder auch zwei mitzureden und nicht nur eine Möglichkeit als alternativlos ins Auge gefasst und mit Macht umgesetzt wird, ob die Spieler da nun mitmachen wollen und /  oder können oder nicht.

So betrachtet ist es vielleicht sogar gut, dass das Turnier für „unsere Mannschaft“ aus ist und wir uns als Nation jetzt wieder ganz auf das konzentrieren können, was not tut und Not macht.

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten…. 26. Juni, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Diese uralte Fußballweisheit muss ins Reich der Fabeln verwiesen werden.

Zwar ist der Ball immer noch rund – rein zweidimensional betrachtet  natürlich, denn eigentlich ist er eine Kugel, doch  „rund“ gilt nicht nur für die Fläche, wie  der „Matherechner“ bestätigt, siehe hier!♥

Also, ganz zweifelsohne:  der Ball ist rund.

Aber die Zeit….

Mit der Zeit hat sich die Zeit, bzw. die Dauer eine Fußballspiels doch ganz schön verschoben. Einfachen Zuschauern wie mir ist es manchmal überhaupt nicht verständlich,  warum und wieso noch so viele Minuten aufgeschlagen werden, obwohl es keine nennenswerten Verzögerungen gegeben hat – schwere Verletzungen etwa oder Massenschlägereien zum Beispiel. Natürlich leuchtet es mir ein, dass man jedoch die Bayern solange spielen lassen muss, dass sie doch noch das Siegtor schießen können.  Meistens gelingt es ihnen ja auch, vermutlich, weil die jeweiligen Gegner so sauer werden über die Extrawurst, die den Bayern gebraten wird, dass sie nicht mehr ordentlich verteidigen und schwupps, ist es wieder geschehen und der Ball „zappelt im Netz“ (auch so ein altmodischer Ausdruck, dabei sind Bälle doch keine Fische, die gemeinhin an der Angel zappeln…)

Dank dieser sehr großzügigen Zusatzration an Zeit hat Deutschland (ich meine natürlich die Nationalmannschaft) doch noch eine Chance für das Weiterkommen bei der WM. Da atmeten wir alle ganz dankbar auf.

Das Weiterkommen der „Mannschaft in Berlin“ aber scheint fast ebenso gefährdet zu sein, wie das der Mannschaft im fernen Russland. Und auch im Fall der Berliner Mannschaft fällt der kritische Blick auf Bayern.  Wie es scheint, schielen die Bayern nämlich nicht etwa auf Verlängerung –  wie die Münchener bei Bundesligaspielen  –    sie stellen vielmehr den Fortgang des ganzen restlichen Spiels infrage. Wird die Legislatur gemessen an den 90 Minuten eines Fußballspiels,  befindet sich die Berliner Regierungsmannschaft nach meiner oberflächlich-unvollkommenen Berechnung jetzt so etwa in Minute 21. Die Bayern reklamieren  nicht nur einen bösen Regelverstoß des Mannschaftsführers – also der Kapitänin – sie monieren außerdem unerlaubtes Ballhalten….    sie will den Ball persönlich über die Tor-, sprich  Ziellinie spielen, und wenn es sein muss eben mit Hilfe der Legionäre aus Junkers Reich.

 

Ja, ja !!! Ich weiß. Das ist gerade ein ganz blöder Vergleich, der noch dazu auf allen Beinen hinkt….

Aber he, es ist WM und in Berlin ist gerade so ein schönes Chaos… da bietet sich doch der  Spruch von Ball und Spiel geradezu an. Außerdem bewahrt es mich davor, sehr unschicklich und unfein über das zu schreiben, was die hohe Dame aus der Uckermark und der alte bayrische Löwe mit Hilfe ihrer unzähligen Vasallen gerade veranstalten. Immerhin, die Spielberichterstattung wird langsam aber sicher immer realitätsnaher…. Kritikloses  Beschönigen können sich die Sportreporter nicht mehr leisten, denn auch die vielen bisher stillen Bundestrainer werden langsam munter …. und das Publikum murrt….

Liebe HAZ, was machst du da…? 8. November, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen, meine persönliche presseschau.
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Ich bin vor ziemlich genau 35 Jahren mit meinem Mann in das schöne Hannover gekommen. Wir sind damit beide keine gebürtigen Hannoveraner, nicht einmal gebürtige Niedersachsen. Unsere Kenntnisse der Geschichte Hannovers resultieren aus den mageren Informationen im Geschichtsunterricht und dem, was wir im Laufe der Zeit via Zeitung, Magazinen, Museen und Büchern so mitbekommen haben. Wir beide also, mein Mann und ich, hegen nicht den geringsten Groll gegen andere niedersächsische Städte, warum auch.

Aber vermutlich gibt es ihn, den Groll gegen eine Stadt, und seit ein Fußballverein besagter Stadt den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hat, wird er mit großem Tamtam in den heimatlichen Käseblättchen – der HAZ und der NP – beschrieen und beschrieben. Kaum eine Woche verging seither, ohne dass in irgendeiner Form der ewigen Feindschaft zwischen den beiden Städten in besagten Käseblättchen gehuldigt wurde, ja, anders kann man es nicht mehr nennen – Huldigung der Feindschaft zwischen Hannover und Braunschweig.

Und seit ca drei Wochen vergeht kaum ein Tag, an dem NICHT darüber geschrieben würde – findet doch heute das große Derby zwischen Hannover 96 und den Braunschweiger Löwen im ehemaligen Niedersachsenstadion statt. Von möglichen Ausschreitungen wird gemunkelt, von großer Polizeipräsenz ist die Rede, die Fan-Aktivitäten werden überwacht, die Kneipenwirte in der Innenstadt fürchten um ihr Mobiliar und die Geschäftsleute um ihre Schaufenster, der Bierausschank im Stadion wird gänzlich alkoholfrei sein (gar nicht so schlecht!!! 😉 ) – weiß die HAZ zu berichten,  die Oberbürgermeister beider Städte werden Händchen haltend abgelichtet wie weiland Kohl und Mitterand über den Gräbern von Verdun.

Sag mal, HAZ, geht’s noch?

Was fällt dir eigentlich ein, ein Fußballspiel derart zum Kriegsereignis hochzujubeln?

Bist du dir nicht darüber im Klaren, dass erst deine völlig überzogene Berichterstattung die Stimmung erzeugt, die du mit größt möglicher Falschheit beklagst. Wenn Scheiben zu Bruch gehen, Menschen sich gegenseitig Schaden zufügen, die Polizisten massiv eingreifen sollten, dann ist das nicht in erster Linie der sogenannten Feindschaft zwischen Braunschweig und Hannover geschuldet, sondern deiner überaus dämlichen, um nicht zu sagen überaus verwerflichen Berichterstattung und vorbereitender Stimmungsmache für ein Fußballspiel.

In Hannover leben nämlich inzwischen mindestens soviel Zugewanderte wie seit Generationen Ansässige und die haben bisher gar nichts, nicht das Geringste mitbekommen von ewiger Rivalität und haben auch nicht das leiseste Interesse daran! Und schon gar nicht ist es angebracht angesichts der Tatsache, dass wir in Deutschland seit 1918 die Monarchie abgeschafft haben, immer noch mit den alten fürstlichen Spitzfindigkeiten hausieren zu gehen und Zwistigkeiten  ans Tageslicht zu zerren, die Jahrhunderte her sind. Das wäre vielleicht in einem Oberseminar für niedersächsische Geschichte angebracht, allenfalls noch im Geschichtsunterricht der Sek. I,   aber es ist absolut lächerlich diese in einen Zusammenhang mit einem Fußballspiel zweier Bundesligisten zu stellen, zumal bei dem Spiel kaum ein Spieler auflaufen wird, der auf eine lupenreine und generationenlange  hannöversche oder braunschweigische Vergangenheit stolz sein könnte, ganz abgesehen davon, dass diese Art von Stolz spätestens seit Adolfszeiten  eine höchst zweifelhafte Angelegenheit wäre und ist!

Und überhaupt:

Es ist nur ein Fußballspiel.

Geht das in deinen bornierten Kopf???

NACHTRAG:

Ein Freund hatte nachgefragt, daher diese zusätzlichen Informationen.

Das letzte Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig war vor 37 Jahren und ging 2 : 0 aus. Vor 37 Jahren waren aber viele der heute durch die Presse  angeheizten Fans noch gar nicht geboren!

Ein interessanter Artikel zum Derby findet sich online bei  Frankfurter Rundschau

Die SZ berichtet so

Das schreibt der Tagesspiegel

Ähnlich lautende Berichte finden sich bei zahlreichen,  online zur Verfügung stehenden Zeitungen und Magazinen.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass die Berichterstattung der HAZ und der Neuen Presse in Hannover wesentlich zur Verschärfung der Stimmung beigetragen hat. Statt der erwünschten Deeskalation immer wieder neue Sticheleien. Hätte man gar nicht über die angeblich so angespannte Situation berichtet, wäre es (vielleicht) ein ganz normales Nordderby geworden, wie eines zwischen Hannover und Bremen oder Hamburg oder Wolfsburg oder (früher) Bielefeld. So aber wurde mit jedem neuen Bericht die Stimmung weiter aufgeheizt. Dass es bei allen Bundesligavereinen durchgeknallte und verrückte Fans gibt, geschenkt! Dass es darüber hinaus sogenannte Fans gibt, die mehr an der Randale als an einem guten (manchmal auch nicht so gutem) Spiel interessiert sind, ist sicher  auch keine neue Erkenntnis.  Aber dass man die ganz normalen Bürger zweier Städte in die „normale“ Konkurrenz rivalisierender Fußballclubs einbezieht und eine Städtefeindschaft im Heimatblättchen beschwört,

das nenne ich verantwortungslos!

Mein armes Herz…. 23. April, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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wir hatten damals noch keinen Fernseher…. aber die Nachbarn waren nett und luden uns ab und zu ein, besonders schöne oder wichtige Sendungen im Fernsehen mit ihnen gemeinsam anzuschauen. Und so kam ich zu meinen ersten aufregenden Fußballerlebnissen rechtzeitig zur WM in England 1966. (Es war kein Tor!!!)

Welch eine Dramaturgie, wie aufregend und unglaublich spannend und wie toll die Jungs aussahen, die sich da für Deutschland mächtig ins Zeug legten…  Ich muss ja gestehen, dass ich den Franz damals sehr attraktiv fand, aber mein sportliches Herz schlug ganz eindeutig für Hans Tilkowski, den Torhüter!  Und natürlich war ich IMMER für Borussia Dortmund, auch als der Hans Dortmund den Rücken zukehrte….   Da geht es mir wie dem Schreiber dieses Textes, den ich heute entdeckte. Zwar stamme ich auch aus der Gegend von Hagen (und besaß gemeinsam mit meinem Bruder auch so ein Aral-Sammelbuch 🙂  ),    habe aber als (junges) Mädchen   Fußball allenfalls auf der Straße gespielt und bin leider noch niemals im Borussen-Stadion gewesen….   Das ist wirklich schade. Denn heute könnte ich sie gar nicht mehr aushalten, diese Wahnsinnsatmosphäre im Stadion…   (Ich habe einmal meinen Mann zu einem Fußballspiel der 96er gegen den HSV im Niedersachsenstadion begleitet und wäre fast vor Aufregung am Herzkasper  gestorben, wie würde es mir erst in Dortmund gehen?!!!   Ich kann ja nicht einmal via Fernsehen wirklich wichtige Spiele live verfolgen.)

Mein Herz!

Aber was mir heute wirklich Herzschmerzen verursacht, ist das  Verhalten der Bayern, die dem BVB den hoffnungsvollsten Nachwuchs abwarben mit Geld, so viel Geld, dass einem schwindelig wird und dies ausgerechnet zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt in die Medien lancierten.  (Ich bin befangen, ich weiß, und lange nicht so fair wie     Jürgen Klopp!)

Mein armes Herz!

Von Hoeneß habe ich im Gegensatz zu vielen anderen noch nie viel gehalten und es schockt mich keineswegs, dass er sein Geld in der Schweiz bunkert und nun aus Angst vor dem Knast schnell den Notausgang genommen hat. Mag er auch ein herzensguter Sankt Martin sein für alle armseligen Schlucker dieser Welt, seinem Wort kann man nicht trauen!

Wundert sich jemand, wenn ich heute Barca die Daumen drücke?

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