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Welches Leben zählt? 2. Juli, 2020

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, gesellschaft, integration, medien, politik, sammelsurium.
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Wie in einem Rausch haben sich viele Menschen weltweit und natürlich auch hier in Deutschland der Bewegung „Black Lives Matter“ angeschlossen, haben  viele Leute trotz Corona an großen Demonstrationen teilgenommen und  haben sich viele in den sozialen Medien wortreich dazu geäußert. Fußballspieler knieten vor dem Anpfiff in Demut nieder, um gegen Rassismus ein Zeichen zu setzen, „weiße“ Pastoren wuschen schwarzen Menschen die Füße, in zahlreichen Predigten und Gemeindebriefen fand das Thema seinen wirkmächtigen Niederschlag.

Beschuldigungen gegen weiße Personen des öffentlichen Lebens vergangener Zeiten wurden laut, Denkmäler niedergerissen, die Forderung kamen auf,  Begriffe wie „Mohr“ aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu tilgen, Straßen und Plätze, die einen Namen „weißer Männer“ tragen, umzubenennen. Polizisten wurden unter den Generalverdacht gestellt, rassistisch zu sein, eine Journalistin vergriff sich im Ton und wurde ob ihrer böswilligen, hasserfüllten  Sätze nicht gemaßregelt, sondern mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit und ihren Status als „Migrantin mit Ablehnungserfahrung“ verteidigt.

Menschen, die „All Lives Matter“ schrieben, unterstellte man mit dem schönen Wort „whataboutism“ eine gefährliche Nähe zu Parteien und Gruppen rechter Gesinnung.

 

Heute las ich zwei Texte, der eine kann als sarkastische Glosse zum Thema Rassismus angesehen werden, dem anderen begegnete ich im Gemeindebrief meiner Gemeinde, unsere Pastorin griff „BLM“ auf, verknüpft mit einem wunderbaren Psalm:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Psalm 139,14

Unsere Pastorin schreibt unter anderem:

“ Eine Bewegung die eigentlich nur eine Minimalforderung stellt und zwar,
dass auch das Leben der „Schwarzen“zählt und wichtig ist. Eine Forderung, die eigentlich selbstverständlich sein müsste und doch zeigt diese Bewegung auf, wo auch hier in Deutschland immer wieder Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert und angefeindet werden.
Es ist ein Thema was uns auch betrifft und hoffentlich betroffen macht. Wahrscheinlich merken wir im Nachdenken, wie häufig wir schon Situationen mitbekommen haben, in denen Menschen nicht gleichwertig behandelt wurden oder auch wir selbst in Klischees gedacht haben oder in „Fettnäpfchen“ getreten sind. Gerade Alltagsrassismus passiert beiläufig und macht doch
deutlich, dass es viele Vorurteile und ein latentes Klassendenken gibt.“

 

„Alltagsrassismus“?

Ist das wirklich ein grundsätzliches Problem in Deutschland?

Ich wage das, was hier  Alltagsrassismus genannt wird,  einer anderer Begrifflichkeit zuzuordnen, nämlich der der  „Ausgrenzung“. Ausgrenzung  von Menschen, die sich mehr oder weniger deutlich von der Mehrheit ihrer Mitmenschen unterscheiden und dadurch Benachteiligungen erleiden.

Tatsächlich gibt es in  Deutschland  so etwas wie eine „Alltagsbenachteiligung“.

Dazu eine kleine Exkursion:

Ich habe mein ganzes Berufsleben als Fachlehrerin an Schulen verbracht, in denen Kinder und Jugendliche unterrichtet wurden, die nicht dem „Durchschnitt“ der Schüler entsprachen, die nicht in der Lage waren, dem „normalen“ Unterricht zu folgen, sei es aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten oder ihrer Verhaltensauffälligkeiten oder ihrer körperlich begründeten Einschränkungen.

Während meiner eigenen Schulzeit nannte man diese speziellen Schulen „Hilfsschulen“, in den Sechzigerjahren wurde der Begriff durch den Ausdruck „Sonderschule“ ersetzt.  (In Nordhessen, wo ich die erste Zeit meines Lehrerdasein verbrachte, nannte der  Volksmund  diese Schule „Dummschnuttenschule“.)  Gegen Ende meiner Berufszeit gab es abermals eine Namensänderung, aus der „Sonderschule“ wurde die „Förderschule“.

Die mit dem Begriff Sonderschule verbundene  Assoziation des „Absonderns“, „Aussonderns“ sollte nicht länger prägend sein,  sondern das, was in dieser Schulform Tag für Tag Aufgabe und Anliegen ist: Das Fördern der jungen Menschen, die im Regelschulsystem kaum eine Chance auf Förderung und Bildung haben.

Aber auch dem „Förderschulsystem“ ist der Makel der Abgrenzung und  Ausgrenzung zu eigen, weswegen man in den letzten Jahren intensiv die Forderung der Inklusion aller Schüler in Regelschulen betreibt, sofern das aus räumlichen und personellen, wie personalen  Gründen möglich ist. Noch hakt es an vielen Stellen, weder wird man allen Schülern mit Förderbedarf wirklich gerecht, noch hat man ein einigermaßen zufriedenstellendes System der Versorgung der allgemeinbildenden Schulen mit Förderschullehrern sicher gestellt. Förderschullehrer unterscheiden sich von Grund-, Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrern durch eine spezielle Ausbildung während des Studium für ihre spezielle Aufgabe  als Lehrer an den entsprechenden Einrichtungen.

An meiner Schule gab es Kinder mit höchst unterschiedlichen Förderbedarfen. Und auch die Beschreibung des Förderbedarf hat sich im Laufe der Jahre geändert. Beispielsweise nannte man an meiner ersten Schule in Nordhessen Kinder mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten noch „Lebenspraktisch Bildbare“, wir kürzten das schulintern mit PB ab, „Praktisch Bildbare“. Aus den „Praktisch Bildbaren“ wurde die Bezeichnung   „Geistig Behinderte“, doch auch dieser Bezeichnung haftet etwas Diskriminierendes an. So wurde eine neue Formulierung entwickelt: „Schüler mit geistig-emotionalem Förderbedarf“.

Hat sich damit an dem Bedarf der Kinder, an ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten irgendetwas geändert? Nein, das wohl nicht. Es zeigt aber das Bemühen, Menschen mit einer mehr oder weniger deutlichen Einschränkung nicht allein durch die Begrifflichkeit, ohne die aber in diesem Fall die Schulbehörde nicht auskommen kann, mit einem diskriminierenden Makel zu versehen.

Wir Lehrer haben damals oft mit unseren Schülern über „Behinderung“ gesprochen, denn es war ein viel genutztes Schimpfwort der Schüler untereinander zu sagen: „Du bist behindert!“

Wir haben dem immer unser „jeder Mensch ist behindert“ entgegen gesetzt. Denn jeder Mensch trägt nach unserer Überzeugung in irgendeiner Form eine Behinderung mit sich herum, bei manchen Menschen fällt sie sofort ins Auge, beispielsweise dadurch, dass der Mensch auf den Rollstuhl angewiesen ist oder mit einem Abzeichen unterwegs ist, das ihn als Blinden ausweist, um ihm so einen ihm zustehenden Schutz zu gewähren.

Für mich war es nie ein Thema, mich über Menschen mit einer offensichtlichen Behinderung zu erheben, aber es war auch keine Notwendigkeit, mit besonderer Anteilnahme zu reagieren und womöglich in Mitleid zu zerfließen.  Ich gehe auf die Besonderheit ein, wenn es darum geht, notwendige Hilfe zu gewährleisten, aber ich entmündige einen Menschen nicht, indem ich ihm beispielsweise  jede eigene Initiative sein Leben zu gestalten, nicht mehr zutraue.

Welches Leben zählt?  habe ich diesen Beitrag überschrieben.

J E D E S ! Jedes Leben zählt!

Das ist meine tiefe Überzeugung.

Jedes Leben, unabhängig von seiner Hautfarbe, seinen Eigenheiten, Begabungen, seiner Herkunft oder seiner Religion zählt.

Wenn heute in Deutschland die BLM-Bewegung auf den Schirm gehoben wird und jeder, der sich ihr anschließt sich selbst für einen guten oder sogar besseren Menschen hält, so ist das eine andere Form von „Alltagsrassismus“ oder „Alltagsbenachteiligung“, weil nämlich nicht das Gemeinsame, das MENSCHSEIN AN SICH betont wird, sondern dem Trennenden die  Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.

Das sollte von den Kanzeln wieder gepredigt werden. In der „Ebenbildlichkeit Gottes des Menschen“ ist alles Trennende aufgehoben.

NACHTRAG
Mein Liebster wies mich – nachdem ich ihm den Text vorgelesen hatte – darauf hin, dass es oftmals wichtig sei, den Fokus der Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Problem zu richten, also in Bezug auf BLM darauf, dass Schwarze immer noch benachteiligt werden. Nur so, meinte er, könne man eine Veränderung hinsichtlich des Bewusstseins und (eigenen) Verhaltens bewirken.
Nun, dem kann ich grundsätzlich zustimmen. Aber – und das ist mein Anliegen – darf man nicht dabei stehen bleiben, sondern muss – ja muss – zu der Einsicht gelangen, dass wirklich jeder Mensch seinen Wert nicht seiner Hautfarbe verdankt oder seinen spezielle Fähigkeiten, sondern dass das Menschsein einen Wert an sich hat, der unabhängig von jeder einzelnen Person ist.

 

Muslime bilden keine Rasse 25. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, einwanderung, emanzipation, gesellschaft, integration, islam, medien, migration, politik.
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Diese Anzeige wird bei facebook veröffentlicht:

Die anti-muslimische Stimmung in Deutschland hat Auswirkungen auf viele der in Deutschland lebenden Muslim*innen, die sehr frustriert über den öffentlichen Disk

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Heute 17:00 • Muslimisches Jugendwerk
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Mein Kommentar unter der Anzeige:

„Es kann keinen „antimuslimischen Rassismus“ geben, da der Islam nicht als Rasse sondern als Religion geführt wird und Muslime entsprechend keine eigene „Rasse“ bilden, sondern Angehörige einer Religionsgemeinschaft sind. Wobei ich mir persönlich die Bemerkung erlaube, dass ich den Islam nicht als Religion, sondern als Ideologie mit religiösen Zügen ansehe, eine Ideologie, die einen universalen Machtanspruch hat. Dagegen zu opponieren ist jedoch legitim.“

Im Zuge der BLM-Bewegung nutzen muslimische Aktivisten die gegenwärtige Diskussion zum Thema  Rassismus, um sich selber als „Opfer rassistischer Umtriebe“ darzustellen und propagieren gleichzeitig die überaus deutliche Selbstinszenierung als Muslim in einer  „noch“ nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft.  Die Organisation hat ja gar nicht vor, Muslime „nur“ zu politischer Teilhabe aufzurufen, unabhängig von sonstigen religiösen oder ideologischen Zugehörigkeiten, nein, sie fordert explizit dazu auf, sich als Muslim einzubringen in das politische Geschehen.

Die Säkularisierung – also die von christlichen Einflüssen befreite  Gesellschaft – schreitet unaufhaltsam voran und entspricht damit durchaus der schon von Paulus beschriebenen Gewaltenteilung in Kirche und Staat. Diese Teilung haben auch die Gründungsväter der Baptisten in Deutschland vor mehr als  150 Jahren ausdrücklich betont, dabei aber gleichzeitig für alle Religionsgemeinschaften die freie Religionsausübung gefordert.

Was wir heute aber beobachten können, ist doch, dass mit dem Anwachsen der muslimischen Gemeinschaften in Deutschland dieser Trennung von Kirche und Staat zwar für „Kirche“ (durch vor allem grüne und linke Parteien) Geltung verschafft werden soll, in gleichem Atemzug aber für die Besonderheiten islamischer Gepflogenheiten eine Lanze gebrochen wird. Das Beispiel der Kopftuchdebatte muss ich hier nicht erneut aufwärmen, aber die Hinweise auf die Rituale und Gebräuche im Ramadan, die Forderung der Rücksichtnahme auf fastende Muslime oder die Forderung auf Schweinefleisch in Mensen und Kantinen den muslimischen Bürgern zuliebe zu verzichten, sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie Umbenennungen alter Namensgebungen für historisch gewachsene Bräuche von Weihnachts- und Christkindlsmärkten in Wintermärkte oder Lichterfeste.

Die Medien berichten über die Gratulation des Bundespräsidenten  zum Zuckerfest und seine Teilnahme an den speziellen Veranstaltungen zum Ramadan, einen Segensgruß zu Ostern an die Christen oder eine entsprechende Grußbotschaft an die jüdischen Gemeinden zu Pessach ist aber eher  unscheinbar  und findet nicht den Weg in die Abendnachrichten der öffentlich-rechtlichen Sender…. oder fällt gleich ganz aus.

Muslimische Opfern der Gewalt durch einzelne Täter können sich der Anteilnahme durch Frau Merkel sicher sein, Opfer muslimischer Gewalt dagegen erfahren keine Worte des Trostes durch die Kanzlerin –  oder wenn doch, dann erst auf Druck der Öffentlichkeit, die diese Diskrepanz im Verhalten der Offiziellen durchaus „noch“ wahrnimmt.

Die Beispiele ließen sich vermutlich durch viele weitere ergänzen.

Und natürlich darf hier der Hinweis nicht fehlen, dass unsere Regierung mit den Regierungen muslimischer Staaten immer wieder bestes Einvernehmen herstellt, obwohl die Menschenrechtsverletzungen in diesen Staaten ausdrücklich mit den besonderen Bestimmungen des Islam durch die Machthaber legitimiert werden. Auf widerwärtige Weise wird das Wegsehen der Regierung hinsichtlich islamischer „Eigenheiten“ an den sogenannten Al-Kuds-Tagen in deutschen Großstädten deutlich, wenn Tausende durch die Straßen ziehen und „Tod Israel, Tod Amerika“ brüllend skandieren.

Um nicht falsch verstanden zu werden:

Ich bin für die Trennung von Kirche und Staat.

Ich bin für die  Religionsfreiheit, sie gilt für alle Religionen in Deutschland; sie betrifft den persönlichen Glauben und die Freiheit, ihn zu leben, zu wechseln oder zu verlassen.

Ich bin für die politische Teilhabe aller hier lebenden Menschen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und Bestimmungen, unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit.

Und schließlich:

Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift zu äußern – auch Muslime, die meinen, Opfer dieser rassistischen Gesellschaft zu sein.

Und jeder Mensch hat das Recht, Widerspruch gegen jegliche Äußerungen einzulegen, die den eigenen Werten, der eigenen religiösen und / oder ideologischen Basis und / oder der eigenen Wahrnehmung nicht entsprechen.

 

Ein Hoffnungsträger meldet sich zurück… 23. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, obama, politik, presse, zweistaatenlösung.
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Er war einst der „mächtigste Mann der Welt“, jedenfalls galt er, wie alle anderen amerikanischen Präsidenten auch, als „mächtigster Mann der Welt“. Ob das nun in Bezug auf Obama der Realität entsprach oder eher gottgleicher Verehrung oder einfach nur Ausdruck größter Hoffnung, das kann und will ich nicht beurteilen…

Nun, angesichts der (von der BLM-Bewegung maßgeblich getragenen) Unruhen im Land nach dem Tod eines „Schwarzen“ durch einen „weißen Polizisten“ und dem Wahlkampf vor der anstehenden Präsidentschaftswahl, meldet er sich zurück, Obama, der in Deutschland  als Heilsbringer für das ganze Universum gefeiert wurde, wie kein anderer Präsident vor ihm… Kennedy vielleicht ausgenommen, der sich für alle Zeiten mit seinem berühmten „Ich bin ein Berliner“ den Platz in der Ehrenhalle deutschen Gedenkens gesichert hat.

Obama war und ist der Liebling der deutschen Grünen und Linken, dem selbst die Bundeskanzlerin nach anfänglichem Zögern eine gewisse, für sie schon geradezu unerhörte Belobigung aussprach. (Ich vermute ja, dass das ein klitzekleines bisschen damit zusammenhängen mag, dass Obama Mrs. Merkel zur Anführerin der freien Welt erkor, nachdem er selbst seinen Präsidentenposten an Herrn Trump abgeben musste – dem Willen des Wahlvolks der USA entsprechend.)

Welch eine fürchterliche Ernüchterung für alle Freunde Amerikas, als nach Auszählung aller Stimmen klar war, dass nicht zum ersten Mal eine Frau das Präsidentenamt nach dem ersten schwarzen Präsidenten innehaben würde, sondern ein Mann, der nun nicht in geschliffener Rede und betontem Understatement seine Auftritte absolviert, wie man es doch auf so angenehme Weise gewohnt war.

Ich erspare es mir, hier auf den derzeitigen Amtsinhaber einzugehen oder auf die Art und Weise, wie man ihn und seine politischen Aktivitäten öffentlich seziert und zur Beurteilung frei gibt.

Ich beziehe  mich auf einen Artikel der „Zeit“, den ich aus dem sozialen Netz gefischt und dort so kommentiert habe:

„Es war ein Zeichen der Hoffnung, als der schwarze Barack Obama Präsident der USA wurde. Ich habe damals vor dem Fernseher gesessen und die Feierlichkeiten der Amtseinführung miterlebt und habe vor Freude und Rührung geweint.
Endlich schien das Rassenproblem in den USA ein Gespenst von gestern zu sein.
8 Jahre lang hatte Obama Zeit, viele der nun genannten Forderungen umzusetzen. Wie ist es ihm gelungen?
Wir sahen die Bilder der Präsidentenfamilie im Weißen Haus, eine von den Medien geradezu enthusiastisch gefeierte First Lady in wundervollen Kleidern, und perfekte Inszenierungen
großartiger Feste, glitzernde Weihnachtsbäume und rührende Begegnungen mit Kindern… wir erhielten Ernährungstipps fürs Volk mit Gemüse aus dem präsidialen Garten….

Der Präsident hielt großartige Reden und ließ das Militär gegen Rassenproteste aufmarschieren… er bekam auf Vorschuss den Friedensnobelpreis, zog ein ums andere Mal „rote Linien“ gegen syrische Regierungstruppen, die das eigene Volk bedrohten – und tat nichts.
Er hielt eine grandiose Rede in Kairo und ließ Israel im Regen stehen, konnte seine Verachtung für Netanjahu kaum verbergen und machte den Palästinensern nicht einlösbare Hoffnungen…
Obama wird in Deutschland gefeiert wie ein Popstar…. und hat langfristig noch weniger zu bieten, als je ein Popsternchen auf einer schlecht eingespielten CD im Angebot hatte.
Nun macht er sich daran, das Land, sein Land, die USA noch weiter zu spalten, statt die Versöhnung zwischen den verfeindeten Lagern herbeizuführen.
Er hat doch nichts mehr zu verlieren, weil er doch längst alles verloren hat – die Macht, selbst etwas zu verändern.
Er hat nur noch die Macht der Sprache – und nutzt sie zu verstören, statt zu befrieden.“

—–   so mein Kommentar bei facebook    —–

 

Vielleicht, das kann ich eingestehen, sind meine harschen Worte ein Ausdruck der Frustration, die nach und nach auf die Freude folgte, die die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten der USA bei mir ausgelöst hatte. Wer hier schon längere Zeit liest, weiß, dass ich viele politische Entscheidungen gegenwärtiger Staatsoberhäupter daran messe, wie sie sich zu Israel stellen. Das mag für viele Leser etwas kleinkariert sein, aber im Kontext der realen Machtverhältnisse, denen sich Israel in beständiger Bedrohung ausgesetzt sieht, ist das für mich ein wesentliches Kriterium zur Einschätzung politischer Entscheidungsträger, das gilt für deutsche Politiker ebenso wie für alle anderen, die an entscheidender Stelle „Macht“  ausüben oder zumindest glauben, Macht ausüben zu können…. Gabriel, Steinmeier, Maas und Merkel lassen aus deutschen Ämtern grüßen….  Ich habe oft genug dazu Stellung genommen.

An der Stellungnahme für oder gegen Israel scheiden sich für mich die Geister –  und das hat viel mit unserer Vergangenheit einerseits und meinem christlichen Glauben andererseits zu tun…

In Bezug auf Israel beziehe ich mich im Glauben auf einen uralten Text, er findet sich in
1.Mose 12, 3

 

 

 

„Morgens um sieben… 21. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, einwanderung, gesellschaft, integration, medien, migration, politik, presse, terrorismus.
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… ist die Welt noch in Ordnung“  lautete der Titel eines Buches, das später auch verfilmt wurde. Und obwohl ich das Buch damals gelesen habe, kann ich mich beim besten Willen nicht mehr an den Inhalt erinnern.

Aber der Titel gefällt mir immer noch: „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung.“

Damals, als unsere Kinder noch im schulpflichtigen Alter waren, geriet die Welt morgens um sieben allerdings manches Mal in leichte Unordnung, mussten doch während mehrerer Jahre immer mindestens drei unserer  vier Kinder den Zug „kurz nach sieben“ nach Hannover erwischen, um zur Schule zu fahren…  Als der Jüngste auch „Fahrschüler“ wurde, hatte der Älteste das Gymnasium erfolgreich beendet, den beiden anderen Geschwistern stand der Abschluss aber noch bevor.

Ich habe jahrelang den schönen Satz gepflegt, dass ich –  wenn ich morgens gegen 7.30h im Auto saß, um ebenfalls zur Schule zu fahren – den schwierigsten Teil des Tages schon bewältigt hatte, ich war aufgestanden.  Ich bin nämlich eine bekennende Eule.

Und so mag es auch nicht verwundern, dass ich heute erst im späten Verlauf des Vormittags davon erfuhr, dass in Stuttgart die Welt alles andere als in Ordnung war, dass diese Unordnung schon Stunden weit vor „sieben“ begonnen und sich im Laufe der Nacht zu einem echten Krawall gesteigert hatte, in dessen Verlauf Scheiben zu Bruch gingen, Geschäfte geplündert wurden, Polizeiautos demoliert und Beamte sogar verletzt wurden.  Die Welt also weder in Ordnung, noch in sonntäglicher Ruhe war.

Ich gehe davon aus, dass es auch in früheren Jahren zu erheblichen Störungen der Ordnung in den Nächten des Wochenendes gekommen ist, Schlägereien vor Diskotheken und Nachtlokalen keine Seltenheit waren und die Polizei ordnend eingreifen musste. Ab und zu, wenn es wohl allzu hoch her gegangen war, konnte man in der Zeitung am Montagmorgen darüber lesen.

Was sich aber in Stuttgart zur nachtschlafender Zeit abgespielt hatte, war mit eher „verhältnismäßig harmlos“ zu nennenden Saufgelagen oder Prügeleien nicht mehr zu beschönigen.

Und erste Berichte ließen das Schlimmste befürchten.

Wenn es jetzt von Seiten der Polizei heißt, „ein politischer  Hintergrund sei auszuschließen“, wie ich es in einer Notiz las, mag das zwar der Beruhigung der Bevölkerung dienen, die nicht Sorge tragen muss, es könnten US-amerikanische  oder französische Zustände auch hierzulande um sich greifen, aber für mich klingt diese Beschwichtigung eher wie das Pfeifen im Walde, um sich selber Mut zu machen  den Gefahren zu begegnen,  die im Dunkeln lauern.

Wenn sich viele Gruppen vor allem junger Männer zusammen finden, um einer ganz normalen Polizeikontrolle mit massiver Gewalt zu begegnen, so hat das sehr wohl etwas mit einem „politischen Hintergrund“ zu tun.
Der politische Hintergrund ist in der Berichterstattung der letzten Tage zu finden, in der die Polizei in übelster Weise beschimpft und des Amtsmissbrauchs durch Beamte bezichtigt wird – und zwar nicht in der Form, dass man das verfehlte Verhalten einzelner Beamter mit Recht kritisiert, sondern gleich das gesamte „System Polizei“ infrage und unter den Generalverdacht der gewaltsamen Ausübung ihres polizeilichen Auftrags stellt. Eine sogenannte journalistisch tätige, aber nicht näher gendergerecht zu definierende  Person hat in Ausübung der journalistischen Tätigkeit gar von der Polizei als „Abfall“ gesprochen, der auf dem Müll zu entsorgen sei,  und wurde nach einem nicht unerheblichen Sturm der Entrüstung, der sich über die Person ergossen hatte, von der CSU um Verzeihung gebeten… WAS ist das anderes als „politisches Handeln“, sowohl von der journalistisch tätigen Person wie auch von den Verantwortlichen bei der CSU?

Frau Esken mochte in den Tagen zuvor selbstverständlich auch nicht in der Empörung über die – wohlgemerkt in Deutschland arbeitenden – Polizisten zurückstecken, will man sich doch einer Klientel andienen, die die Verhältnisse in den USA  (nach dem gewaltsam durch einen Polizisten herbei geführten  Tod des Verdächtigen George Floyd) 1:1 auf die in der Bundesrepublik herrschende Gewaltenteilung übertragen und daraus durchaus  gewaltsam Potential schlagen.  Was ist das anderes als ein „politischer Hintergrund“?

Gewalt GEGEN die Polizei, die ihrem erteilten Auftrag nachgeht, verdächtige Personen zu überprüfen, möglichen Schaden abzuwenden und ungeklärte Situationen zu klären, ist eine Straftat und  muss in aller Schärfe benannt und geächtet werden. Haben sich Kanzlerin und Präsident inzwischen zu den „Krawallen ohne politischen Hintergrund“ in Stuttgart geäußert?

Liegt ein politischer Hintergrund nur dann vor, wenn man Gewalt mit einer nicht genehmen politischen Haltung in Verbindung bringen kann, oder, um es deutlich zu sagen, wenn man Gewalt dem rechten Parteienspektrum zuordnen kann?

Kneift die Polizei mit diesem Ausdruck vor ihrer eigenen Courage, sich der Gewalt der Straße entschieden entgegen zu stellen und das Kind dann auch beim Namen zu nennen?

Ich will mich nicht an Spekulationen beteiligen, nicht mit dem Finger in die eine oder andere Richtung zeigen.

Aber ich will sehr deutlich sagen, dass ich schwarzsehe für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, wenn man die Ordnungsmacht der Polizei durch unüberlegte politische Statements schwächt, um einer Wählerschaft zu gefallen, mit der man sich die zukünftige Mehrheit zu sichern glaubt.

Ich sehe schwarz für eine Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, die rechtliche Ordnung für alle hier lebenden Menschen durchzusetzen und die aus vermeintlichem „Willkommen für Neuankömmlinge“ von vornherein Menschen ausnimmt, sich an die bestehenden Gesetze zu halten.

Ich sehe schwarz für eine Gesellschaft, die von Journalisten eingelullt wird durch verharmlosende Berichte und so in eine trügerische Falle der Toleranz und vermeintlichen Sicherheit bar jeden Risikos gelockt wird.

Nächte wie in Stuttgart dürfen nicht verharmlost werden. Sie müssen als das benannt werden, das sie sind: eine Gefahr für das einvernehmliche Zusammenleben in einer friedlichen und offenen Gesellschaft.

Was sich bereits bei dem G-20-Gipfel in Hamburg an Gewaltpotential gesellschaftskritischer Gruppen offenbarte, könnte sich als zerstörerischer entfalten, als der politische Gegner selbst,  gegen den sich die Gewalt richtet.

Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es nach der RAF jemals wieder eine Gruppierung schaffen würde, die Gesellschaft  in ihren verbrieften Rechten und Grundfesten anzugreifen   …   um sie zu zerstören?

 

 

Aufgeschnappt und nachgedacht… 15. Juni, 2020

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In diesen Tagen kocht der „Begriff Rassismus“ besonders hoch, was aber vielleicht nicht verwechselt werden sollte mit „Rassismus“.

Nicht alles, was jetzt unter Rassismus subsummiert wird, stellt sich bei näherer Betrachtung auch als solcher heraus… oder vielleicht doch und ganz anders als dargestellt und gemeint?

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es im Internet oder in der Zeitung gelesen habe: Ein Mann mit nicht weißer Hautfarbe wird in einem Zug von dem Zugbegleiter kontrolliert, dabei stellt sich heraus, dass der Fahrgast keinen gültigen Fahrausweis besitzt. Der Zugbegleiter überprüft daraufhin die Personalien und stellt fest, dass der Mann mit mehr als einer – durch entsprechende Dokumente ausgewiesenen – Identitäten unterwegs ist. Er übergibt den Fahrgast beim nächsten Halt der informierten Bahnhofspolizei.

Die wiederum kontrolliert ebenfalls die diversen Ausweispapiere, behält diese ein, lässt den Mann aber laufen. Kaum haben die Polizeibeamten den Mann frei gelassen und sich abgewandt, erhebt der Mann  ein riesiges Geschrei, das die Polizisten veranlasst zurückzukehren… immer mehr Menschen kommen hinzu, stellen sich schützend vor den Mann und beschimpfen und bedrohen die Polizei, OHNE sich über den Sachverhalt ausreichend gut informiert zu haben. Und natürlich lautet der Vorwurf auf „Rassismus“.

Sogleich erheben sich weitere Stimmen, die behaupten, die Zugbegleiter würden gezielt dunkelhäutige, bzw. nicht weiße Menschen kontrollieren. Das alles sei nicht nur Schikane, sondern auch rassistisch.

Vielleicht hat sich das grundsätzliche Kontrollieren der Fahrausweise in den letzten Jahren geändert, das entzieht sich meiner genauen Kenntnis, aber meine Erfahrung mit Bahnfahrten und Kontrolleuren ist die, dass ausnahmslos alle Leute in einem Abteil kontrolliert werden. Es kann natürlich auf sehr langen Strecken durchaus passieren, dass der Zugbegleiter zum wiederholten Male das Abteil betritt, dabei die, die schon seit 2 Stunden da sitzen wieder erkennt und er deshalb auf eine wiederholte Kontrolle verzichtet, den neu zugestiegenen Mann, der zufällig eine dunkle Hautfarbe hat, aber erstmalig überprüft und so der Eindruck entsteht, der Zugbegleiter habe gezielt den erkennbar „Anderen“ aufgesucht, um ihn zu kontrollieren.

Und es kann tatsächlich auch den einen oder anderen Bahnmitarbeiter geben, der besonders forsch und besonders unangenehm auftritt….

Solche Leute gibt es wirklich, die kenne ich noch aus meiner Zeit als Fahrschülerin auf der kurzen Strecke zwischen Ochtrup und Gronau. Es gab da jemanden, der uns Fahrschüler alle genau kannte, der auch genau wusste, dass wir, bzw. unsere jeweiligen Eltern zu Beginn des Monats die neue Monatskarte gekauft hatten und wir somit die Beförderung mit der damaligen Bundesbahn für den entsprechenden Monat bereits bezahlt hatten. Wir waren eine überschaubar kleine Gruppe von vielleicht maximal 15 Schülern. Es kam aber vor, dass die Fahrkarte zur Fahrt zur nachmittäglichen Sportstunde nun nicht am Turnbeutel hing, sondern zuhause am Ranzen. Damit fehlte die Legitimation zur Beförderung. Und dieser fiese Typ sprach nicht nur eine Verwarnung aus, sondern stellte den  Bußgeldbescheid gleich mit aus…. Ja, ja, es gab diese miesen Leute, die aber doch nur ihre Berufspflicht als deutsche Beamte erfüllten. Die Regeln waren ganz klar, unmissverständlich und ließen keinen Spielraum, wollte sich der Beamte nicht seinem Dienstherrn gegenüber schuldig machen, wie es einige andere taten, die bei uns Fahrschülern ein Auge zudrückten, wenn wir mal (wieder) ohne Fahrkarte angetroffen wurden.

Zurück zu meiner Eingangsgeschichte und damit zu der Frage, ob es tatsächlich „rassistisch“ war, was sich im Zug und auf dem Bahnsteig abgespielt hatte?

Ist es nicht so, dass für alle Menschen, die in Deutschland leben, die gleichen Vorschriften und Gesetze gelten? Man mag sie lästig oder ungerecht finden, aber unser Gesellschaftssystem kann nur wirklich funktionieren, wenn sich alle an die vielen Ge- und Verbote, an Vorschriften, Regelungen und Gesetze halten, die nun einmal das Miteinander auf Straßen und Plätzen, in Zügen, Bussen und Bahnen, in Geschäften, den Schulen und für alle Arbeitsbereiche und Arbeitsplätze regeln. Und dies nahezu ausnahmslos für alle. Besondere Akte der Barmherzigkeit wird es immer geben und manche Übertretung wird sicher auch unverhältnismäßig harsch geahndet. Auch das ist eigentlich „normal“ in einer Gesellschaft, die sich aus so vielen unterschiedlichen Menschen, Typen, Charakteren zusammen setzt.

Da nun Rassismus hinter der Umsetzung und Einhaltung von Vorschriften, die für alle gleich gelten, zu vermuten, nur „weil“ eine Person betroffen ist, die nicht im Aussehen der weißen Mehrheitsgesellschaft entspricht, ist vielleicht von den oben genannten Verteidigern des Schwarzfahrers  gut gemeint, aber ist es umgekehrt nicht auch eine Form von „Rassismus“ den nichtweißen Menschen dieses Landes ihrer Hautfarbe wegen besondere Rechte einzuräumen, sie auszunehmen aus der Gemeinschaft der an Regeln und Vorschriften gebundenen allgemeinen Bevölkerung?

Wem ist wirklich damit gedient?

Wir haben in Deutschland das Grundgesetzt, das alle Menschen unabhängig von Herkunft, Stand oder Religion sowohl unter Schutz stellt, als auch verpflichtet sich an die im GG vereinbarten Grundlagen des Zusammenlebens zu halten.

Darüber hinaus haben wir einen ziemlich gut funktionierenden Justizapparat, der allen Menschen offen steht, die sich aus welchen Gründen auch immer ungerecht behandelt oder sogar diskriminiert fühlen.

Wir sollten vorsichtig umgehen mit dem Vorwurf des „Rassismus“.
Denn auch wenn das Verhalten Einzelner an die dunkle Zeit des Nationalsozialismus erinnern mag, es gibt einen grundlegenden und grundsätzlichen Unterschied:

Diese Regierung und unser Gesetz und die große Mehrheit der Bevölkerung bezieht klar Stellung gegen jede Form des Rassismus, der auch nur im Ansatz demjenigen der nationalsozialistischen „Idee von der Vorherrschaft einer bestimmten Rasse“ zu ähneln scheint.

Gegen Ungerechtigkeiten im alltäglichen Zusammenleben kann, darf, soll und muss man sich wehren, aber nicht mit der „Rassismuskeule“ im Gepäck, sondern mit der konkreten Beschreibung dessen, was man als Unrecht wahrnimmt.

 

 
NACHTRAG:
Dies ist der Link
zum oben genannten Vorfall.

Siehe Kommentar!

Politische Nachtgedanken – oder auch … 9. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, asyl, christsein und glaube, flüchtlinge, frauen, gesellschaft, hass, integration, migration, politik, terrorismus.
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ein Hasswort zum Sonntag.

Auch am Samstag, den 7. März wurde wie an jedem Sonntag bei der ARD das Wort zum Sonntag ausgestrahlt, dieser eigentlich als christliche Botschaft gedachte MiniClip am Ende der Woche. Traten vor vielen Jahren noch Pastoren im würdevollen pastoralen Outfit vor die Fernsehgemeinde und stellten das Evangelium in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen, so hat heutzutage auch in dieser ehrwürdigen Institution der Zeitgeist das Sagen und locker-freundliche Geistliche aller Denominationen nutzen die Gelegenheit, um die politische Sicht auf die Lage der Welt aus christlicher Perspektive zu beschreiben.  (Erinnert sich noch jemand an Dorothee Sölle, die diese Art des Nachtgebets aus der Taufe hob?)

In diesen Tagen und Wochen  wiederholt sich an den Grenzen der EU das dramatische Geschehen, das schon 2015 für herzzerreißende Szenen sorgte und dazu beitrug, dass unsere Regierung nicht nur kurzerhand das Schengen-Abkommen außer Kraft setzte, sondern in Folge der unvorhersehbar großen Flüchtlingszüge – aus Syrien vor allem – mit der Türkei, bzw. dessen Alleinherrscher ein Abkommen schloss, um exakt diese wenig schönen Bilder an den Grenzen  zu vermeiden. Gegen sehr viel Geld versprach Erdogan die Flüchtlinge aus Syrien in der Türkei zu versorgen und sie von der EU fern zu halten. (Ich weiß, dass das eine sehr verkürzte Darstellung ist, aber ich will nicht bei „Adam und Eva“ in diesem konfliktträchtigen Thema anfangen.) Die Vereinbarungen, die die EU mit der Türkei vertraglich aushandelten, waren jedoch auf 4 Jahre begrenzt. Diese Zeit ist abgelaufen. Ein Nachfolgevertrag wurde nicht abgeschlossen.

Gleichzeitig hat Erdogan strategisch geschickt damit begonnen, sein Hoheitsgebiet Richtung Syrien auszudehnen, mit der vorgeschobenen Begründung, er wolle dazu beitragen den Bürgerkrieg in Syrien zu befrieden.  Seine Forderung, darin auch von der EU mit weiteren Zahlungen unterstützt zu werden, lief zunächst ins  Leere, bis er auf die glorreiche Idee kam, die in der Türkei bisher versorgten Flüchtlinge auf den Weg in die EU zu schicken. Das Ergebnis sind die Krawalle an der Grenze zu Griechenland. Flüchtlinge versuchen (durchaus mit Unterstützung der türkischen Behörden) die Grenze zu überwinden, die griechischen Grenzbeamten bemühen sich unter Einsatz von Tränengas und mit Hilfe des Militärs das zu verhindern.

Die Bilder an der Grenze sind nicht schön – ja, es ist zynisch, das so zu sagen und doch enthält diese Bemerkung sehr viel Bedenkenswertes.

Offenbar hat dieses Bedenkenswerte auch Frau Pastorin Behnken zu ihrer geharnischten nächtlichen Politpredigt veranlasst. Hier kann man sie nochmals hören und auch sehen – solange das Video online gestellt bleibt.

 

 

 

 

Ich habe die Wut- und Hassrede nicht live gesehen, sondern bin erst durch Facebook und die dort geschriebenen Kommentare darauf aufmerksam geworden – und habe mir deshalb die Aufzeichnung angesehen.

Mir verschlug es beim Betrachten die Sprache.

Bei Facebook kommentierte ich so:

Es stimmt ja, wir sehen Not und Elend an den Grenzen Europas.
Wir sehen Not und Elend in Afrika, in Afghanistan, in Syrien, in Irak, in viel zu vielen Ländern der Welt.
Und natürlich sind wir auch gefordert zu helfen.
Und die meisten Menschen, die ich kenne, wollen auch helfen, aber sie sind sich nicht sicher, ob die propagierte Art und Weise wie die Hilfe geschehen soll, die richtige ist.
Wie schon im Herbst 2015 so stellt sich mir auch jetzt wieder die Frage, was wir wirklich tun sollen. Alle, die nach Europa und vor allem nach Deutschland wollen wirklich aufnehmen? Überfordert uns das nicht? Ich sagte auch damals schon, dass ich nicht daran zweifle, die finanziellen Mittel dafür bereit stellen zu können, aber kann unsere Gesellschaft die Integration so vieler Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis tatsächlich leisten, ohne daran zu scheitern? Und damit meine ich, dass der bisherige Zusammenhalt dieser Gesellschaft nicht mehr zuverlässig und stark erscheint. Bruchlinien, die bisher zwar erkennbar, aber nicht brüchig waren, brechen tatsächlich auf, man sortiert Menschen ein in die Guten und die Nazis. Dazwischen scheint kein Raum mehr für vorsichtige Kritik an der Politik, kein Raum mehr für die Schwachen im eigenen Land, die Sorge haben oder sogar Angst vor dem Prozess der Veränderung. Nochmals, wem ist damit gedient, grenzenlos zu sein, eine unbestimmte Zahl von Migranten ins Land zu lassen?
„Flüchtlinge“, dieses Wort weckt Erinnerungen an Krieg, Flucht und Vertreibung in der finsteren Zeit des Nationalsozialismus und manche mögen im „Kümmern für Flüchtlinge“ so etwas wie eine nachzuholende Wiedergutmachung sehen… als könne man je wieder gut machen, was Deutschland der Welt angetan hat.
Vielleicht sollten wir aber auch den Mut haben zu unterscheiden zwischen den tatsächlichen „Flüchtlingen“, den Menschen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen und denjenigen, die „nur“ ein besseres Leben wollen. Auch das ist ein legitimer Wunsch, Millionen Europäer sind in die „Neue Welt“ aufgebrochen, weil sie hier keine Zukunft hatten. Aber dieses kleine Europa der EU ist nicht der Kontinent Amerika. Und man muss realistischer Weise doch sagen, dass nicht Millionen Menschen, die sich auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa auf den Weg machen, hier tatsächlich ein erträgliches Auskommen finden werden.
Ich finde es gefährlich, vor dieser Realität die Augen zu schließen und mit dem Gebot christlicher Nächstenliebe alle Argumente vom Tisch zu wischen und denjenigen, die sich der Sicht der kirchlichen Vertreter nicht anpassen wollen oder können, ein schlechtes Gewissen zu machen.
Helfen ja sicher. Aber an Ort und Stelle, mit Kopf, Herz und Hand – mit der realistischen Einschätzung, die der Verstand ermöglicht, mit Mitleid und Barmherzigkeit des Herzens und der Tatkraft bei der Umsetzung der Entscheidungen.
Das war schon 2015 das Gebot der Stunde, aber Frau Merkel entschied sich für einen dreckigen Deal mit Erdogan, dem man – wie sich zeigt – nicht trauen konnte und nicht trauen kann.
Und auch das noch:
Wo bleibt der leidenschaftliche Einsatz für die christlichen Brüder und Schwestern, die unter dem Druck der Verfolgung ächzen und Not leiden und oft genug den Tod ertragen um dieses Glaubens willen.
Da bleiben die Kirchen seltsam stumm. Obwohl genau das schon von Paulus empfohlen wird…. Hilfe üben – den Brüdern und Schwestern zuerst.
Dieses Wort zum Sonntag war eine politische Ansage mit einem winzig kleinen frommen Nachsatz aus den Seligpreisungen…. so viel Evangelium durfte dann gerade noch sein, wobei aber der Name dessen, der diese Seligpreisungen aussprach, verschämt verschwiegen wird, nur der Hinweis auf einen Mann, der vor gut 2000 Jahren lebte…

Dieser Mann – das will ich gerne ergänzen – war, nein ist JESUS CHRISTUS, Heil der Welt.

Ist es nicht interessant, als Pastorin hätte sie doch prima abheben können auf den Bericht aus der Apostelgeschichte, der besagt, dass Paulus in der Nacht einen Traum hatte, in dem er aufgefordert wurde, aus Kleinasien – der heutigen Türkei – nach Europa zu kommen. „Komm herüber und hilf uns“ heißt es da. (Apostelgeschichte 16, 9)  Sie hätte doch gut sagen können, dass wir Christen in Europa nun diejenigen sein sollten,   den Menschen in „Kleinasien“ zu helfen. („Kleinasien“, so wurde noch zu meiner Schulzeit der Bereich des heutigen Nahen Ostens genannt.)  Das hat sie aber nicht, da musste eben die schöne Geschichte von Zeus und Europa herhalten….

Und auch das schrieb ich bei Facebook zu dem Hasswort zum Sonntag:

Die engagierte Frau Pastorin Behnken hätte auch dieses Thema für ihre politischen Nachtgedanken im Wort zum Sonntag wählen können…. zumal ja der Weltfrauentag am Sonntag vor der Tür stand …..

Weltfrauentag: Verfolgt, weil sie Frauen und Christinnen sind

Weltfrauentag: Verfolgt, weil sie Frauen und Christinnen sind

Und auch hier wäre die  Umkehrung des Hilferufes von damals angesagt: Kommt herüber und helft uns!  Doch dazu schweigt die Kirche seit Jahren.

Die verfolgten Brüder und Schwestern sind ihr kein engagiertes Eintreten wert, obwohl eine Empfehlung der Apostel aber genau das ausspricht, nämlich sich zuerst um die Brüder und Schwestern zu kümmern, die in Not sind. Und die Not unter den Christen in muslimisch oder atheistisch-kommunistisch dominierten Ländern ist groß.

 

 

Der Begriff ist das Problem: RASSISMUS 28. Februar, 2020

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Den nachfolgenden hierher kopierten  Kommentar schrieb ich heute bei Facebook zu dem entsprechenden Beitrag der „ZEIT“.

Ich komme im Moment aus Zeitgründen leider nicht dazu, das näher auszuführen. Es ist mir aber wichtig zu warnen, mit dem Begriff „Rassismus“ sorgfältiger umzugehen , als wir es gemeinhin tun.

„Deutschland habe ein Rassismusproblem, meint die Zeit und lässt Menschen zu Wort kommen, die diesen Rassismus erlebt haben.
Ich halte die Formulierung „Rassismusproblem“ für problematisch.
Es gab immer eine Form der Abgrenzung von „Fremden“, das galt nach dem Krieg sogar für die Deutschen aus den deutschen Ostgebieten, sie wurden nicht mit offenen Armen aufgenommen, man sah sie vielerorts als unerwünschte Eindringlinge an, die den Ortsansässigen die bisherigen Privilegien streitig machen „wollten“, beispielsweise durch den Erwerb von Wohnungen, die ohnehin knapp waren oder man neidete ihnen die „Vergünstigungen“, die sie als Flüchtlinge hatten, ohne darüber nachzudenken, dass diese Menschen alles verloren hatten und nun darauf angewiesen waren, dass ihnen die Eingliederung in die westdeutsche Gesellschaft gut gelang.
Wenn sich in der Mehrzahl muslimische Migranten gegen „Rassismus“ wehren, so muss doch die Frage erlaubt sein, seit wann die Religionszugehörigkeit als „Rasse-Merkmal“ betrachtet wird, ein ursprünglich von den Nationalsozialisten zur Abgrenzung von der „deutschen Volksgemeinschaft“ verwendeter Begriff.
Wir haben hier in Deutschland das große Problem, dass über den Islam in seinen vielfältigen Facetten nicht kritisch gesprochen werden kann, ohne dass sofort das Totschlagargument „Rassismus“ zum Einsatz kommt. Meiner Wahrnehmung nach besteht dieses Problem seit der damalige Bundespräsident Wulff völlig ohne Not erklärte, der Islam gehöre zu Deutschland und in der daraufhin einsetzenden Auseinandersetzung Kritiker dieser Aussage sehr schnell mit eben diesem Begriff mundtot gemacht wurden, bzw. gemacht werden sollten.
Eine offene Diskussion ist seitdem hierzulande nicht mehr möglich, der Begriff „Rassismus“ wird inflationär benutzt, um jede Auseinandersetzung von vornherein abzuwürgen.
Man sollte doch gerade in dieser Zeit sorgfältiger mit diesen Begrifflichkeiten umgehen und man sollte auch endlich ohne Scheu dem Islam an den Stellen kritisch begegnen, an denen seine Vertreter – ob im privaten Bereich oder in offizieller Mission – sich durch ihr Verhalten grundsätzlich von der Mehrheitsbevölkerung abgrenzen wollen. Das hat mit der Kopftuchdebatte begonnen, findet die Fortsetzung in der Debatte um Kantinenessen oder im (freiwilligen) Verzicht auf bislang typische – auf der christlichen Religion basierenden – kulturelle Feste und Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten (umbenannt in Lichtermärkte), Weihnachts- oder Osterfeiern in Kindergärten und Schulen.
All das hat nicht das Geringste mit „Rassismus“ zu tun.
Es ist vielmehr die Wahrnehmung der Unterschiede zwischen den seit ewig scheinenden Zeiten hier lebenden „Deutschen“, die dem christlich geprägten Kulturkreis angehören und den neu hinzugekommenen Menschen, die ihre ebenfalls religiös geprägte Kultur mitbrachten und sie erkennbar weiterhin pflegen.
Hört endlich damit auf, uns ein Rassismusproblem anzudichten an Stellen, an denen es um eine völlig andere Gemengelage geht.

Die RASSISMUSDEBATTE spaltet nämlich diese Gesellschaft mehr, als alle Unterschiede selbst.“

 

Was ich aber nach wie vor für die weitaus wichtigere Aufgabe halte, ist den Antisemitismus in allen seinen Formen und Facetten aufzudecken und engagiert zu bekämpfen.

Denn meine Beobachtung geht leider auch dahin, dass die Bekämpfung des ausdrücklich gegen Juden und Israel gerichteten Antisemitismus allzu leicht mit der Verhinderung eines kritischen Umgangs mit dem Islam vermischt wird, eben in der Zuweisung der islamkritischen Haltung als „Rassismus“.

Nach wie vor stehe ich zu dieser Aussage:

Zu behaupten, Islamkritik – auch Islamophobie genannt – sei im Kern identisch mit Antisemitismus halte ich für eine besonders perfide Form des letzteren.

Substitution – zur seltsamen Lage in Deutschland… 27. Februar, 2020

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, attentat, aus küche und keller, aus meinem kramladen, gesellschaft, Grüne Ideologen, integration, medien, meine persönliche presseschau, mord, politik, presse.
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Substitution

Ich habe schon einmal eine ähnliche Überschrift für einen Beitrag gewählt… damals ging es um eine Linsensuppen-Substitution https://himmelunderde.wordpress.com/2012/03/01/linsensuppensubstitution/ .

Heute wollte ich mir mit dem Posten eines Suppenrezeptes eine kleine Ablenkung verschaffen, um von den merkwürdigen Zuständen in Deutschland  Abstand zu gewinnen.
Abstand zu der von mir wahrgenommenen Gemengelage hierzulande, dazu gehören – in Stichworten – die seltsamen Vorgänge bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen und die nicht weniger irritierend anmutenden Reaktionen der Kanzlerin und aller rechtschaffenden – nicht zu verwechseln mit rechten – Parteien von tiefrot über rot bis grünlich, wobei „grünlich“ dafür steht, dass die Partei zwar einen frühlingsfrischen grünen Anstrich hat, aber bei näherer Betrachtung doch schon Flecken des rückwärtsgewandten Verfalls aufweisen, warum sich diese Grünen in Thüringen selbst eher vornehm zurückhalten und lieber den grünen Oberphilosophen und schriftstellernden Märchenonkel für sich reden lassen.

Ob man die FDP zu den rechtschaffenden Parteien zählen darf, ist zur Zeit noch nicht ausgemacht, hat sie es doch zugelassen, dass der als Gegenkandidat für den roten Bodo angetretenen Herrn Kemmerich auch (!) und zudem vielleicht mehr aus Versehen von den Mitgliedern der Partei gewählt wurde, die neuerdings in einem Atemzug mit Adolf und Auschwitz genannt wird, was ich persönlich für eine Relativierung der Verbrechen der Nationalsozialisten halte – und zwar für eine von der übelsten Sorte, nicht weil die besagte Partei als ein Ausbund an Freiheit und Hort der Demokratie angesehen werden kann, sondern weil man mit diesem Vergleich die Verbrechen der Nationalsozialisten klein redet und sie so zu dem „Fliegenschiss“ degradiert, den vor nicht allzu langer Zeit einer der Repräsentanten selbiger Partei für die gesamte Zeit  des Tausendjährigenreiches auszumachen glaubte. Ich halte das für eine Scheußlichkeit sondergleichen.

Die anderen Wähler des Herrn Kemmerich sind ganz offenbar in der Thüringischen CDU beheimatet. Hier macht es Sinn, die ThCDU von der Bundes-CDU zu unterscheiden, denn diese brachte  –  sofort nach dem Startschuß von der in Afrika weilenden Kanzlerin –  ihr größtes Missfallen an diesem inakzeptablen Vorgang zum Ausdruck und stellte sich konsequent hinter Frau Dr. Merkel und ihre undemokratische Forderung, das Ergebnis dieser Wahl sofort rückgängig zu machen.  Nun kann man eine Wahl nicht so mir nichts dir nichts rückgängig machen. Immerhin trat Herr Kemmerich von seinem Ministerpräsidentenposten auch aufgrund des Drängens der Bundes-FDP zurück. Nun hat das Land weder eine regierungsfähige Regierung, noch ist ein Ausweg aus dem Dilemma, der nach demokratischen Regeln zustande kommen könnte, überhaupt absehbar. Was dann allerdings ebenfalls  rückgängig gemacht wurde, war die Stellung von Frau AKK als Parteichefin und Kanzleraspirantin, Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte ihren geordneten Rückzug und den Verzicht auf alle ihre Parteiämter an, nur die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands will sie auch weiterhin als Ministerin koordinieren (da gibt es vermutlich nur noch wenig falsch zu machen, weil alles, was je falsch laufen konnte, falsch gelaufen ist).

Nun streiten sich dreieinhalb Herren darüber, wer die Rechtschaffenheit der CDU auch in Zukunft glaubhaft nach innen und außen vertreten soll. Das „dreieinhalb“ bezieht sich nicht auf einen halben Mann, sondern auf einen halben Posten als Kanzleraspirantenkandidat, will doch Herr Spahn nicht selbst den Thron des Regierungschefs besteigen, sondern Herrn Laschett als Steigbügelhalter dienen und dafür den Vize machen. Die anderen beiden Herren, Herr Röttger und Herr Merz, haben ihrerseits schon interessante Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Frau Dr. gemacht, dem einen machte sie einst den Fraktionsvorsitz abspenstig, den anderen feuerte sie als Umweltminister. Man darf gespannt sein, welchem der Herren ihre größere Abneigung gilt und wer darum mit dem höchstmöglichen Sperrfeuer aus der Zentrale der Macht zu rechnen hat, das natürlich nach Kräften mit der geballten Kompetenz an Demagogie und Verunglimpfung einhergehen wird, die die Medien aufzuweisen haben. Im Moment scheint die Medienmeute Hatz auf, bzw. gegen Merz zu machen.

Die Thüringer Inszenierung einer Regierungskrise geriet vorübergehend in den Hintergrund der Berichtertattungen. In Hanau ereignete sich eine furchtbare Tragödie, als ein unter schwerer schizophrener Paranoia leidender Mann neun ihm fremde Menschen, seine eigene Mutter und sich selber erschoss. Der in einem sogenannten „Manifest“ des Täters anklingende,  aber keineswegs als solchen auch ursächlich hinreichend bewiesene „Rassismus“, löste eine Flut von Reaktionen aus, die alle einen gemeinsamen Schwerpunkt  bis heute aufweisen: Die rechte Partei am äußersten rechten Rand muss geächtet, vom Verfassungsschutz überwacht und am besten gleich ganz verboten werden. Zu sagen, es wäre sinnvoll zunächst einmal die polizeilichen Ermittlungen abzuwarten, gleicht schon einem Anfall von Masochismus. Es steht unumstößlich fest, dass solche Taten nur und ausschließlich im bewusstem Hass auf Fremde und Rassismus begangen werden können. Eine schwere psychische  Störung mag man allenfalls bei traumatisierten Menschen annehmen, die aus kulturfremden Ländern hierher kamen und schwere Straftaten begingen, für Menschen aus unserem allgemeinen  kulturellen Umfeld gilt das nicht.

So bleibt auch die Berichterstattung über eine weitere tragische Tat in einem seltsam-nebulösem Dunkel. In dem kleinen nordhessischen Ort Volkmarsen fuhr ein junger Mann seinen Wagen in eine fröhlich feiernde Menschmenge, die den Weg des Karnevalzuges säumte. Bisher ist von 60 Verletzen die Rede, einige von ihnen sehr schwer verletzt, unter ihnen sehr viele Kinder.

Und während  die gesamte politische Elite den Opfern und Angehörigen von Hanau unmittelbar ihr tiefstes Mitgefühl ausdrückte, es in vielen Orten Deutschlands „Demonstrationen gegen Rechts“ gab, Sondersendungen und Talkshows sich des Dramas annahmen, blieb es um Volkmarsen ziemlich still. Der Bundespräsident reiste nicht an, um an Krankenbetten sein Mitgefühl auszudrücken, auch habe ich noch nichts davon gehört, dass den Geschädigten von Volkmarsen eine Entschädigungszahlung zugesagt wurde, wie man sie den Familien der Opfer von Hanau versprach.

Aber vielleicht habe ich auch nicht mehr richtig zugehört oder nachgelesen. Irgendwann schaltet nämlich mein Selbsterhaltungstrieb auf „Abstand und Ruhe“, weil ich es einfach nicht mehr ertrage, mich mit den Ereignissen selbst, aber auch mit den Reaktionen darauf intensiver zu befassen.

Heute, „nach Hanau und Volkmarsen“, beherrschen wieder die Umtriebe der CDU-Granden die Zeitungen.

Und so ganz am Rande nimmt auch langsam die Berichterstattung über die Gefahr, die von einem in China ausgebrochenen Virus ausgeht, Fahrt auf…. allerdings will es mir scheinen, dass nicht Corona selbst  im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern die unglückliche Figur, die der Herr Minister Spahn dabei macht, hatte er doch bei ersten vorsichtigen Meldungen die Gefahr für uns hier in Deutschland heruntergespielt, inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die sogar eine Pandemie nicht ausschließen wollen und sorgenvoll darauf hinweisen, dass die medizinischen Einrichtungen möglicherweise auch hier bei uns nicht allzu gut darauf vorbereitet seien.

In Krisenzeiten kann eine gute Suppe durchaus über augenblickliche Sorgen hinweghelfen, hier geht es jetzt zur Suppe: Aber Achtung, sie ist nicht vegan, nicht einmal vegetarisch!

Man nehme

500 g Gehacktes halb und halb (natürlich nur vom Biobauern)

2 Stangen Porree (schön kräftig biodynamisch gewachsen)

3 große Zwiebeln

2 säuerliche Äpfel

1 Pck passierte Tomaten (500 g)

200ml Sahne

1 gehäuften El Rosenpaprika

Salz und Pfeffer nach Geschmack

1El Zucker-Zimt-Gemisch

1 Bechertasse Basmatireis

Zubereitung:

Porree sehr gründlich waschen, die äußeren Blätter entfernen, das dunkle Grün abschneiden, die Porreestangen der Länge nach halbieren und in  in sehr feine Halbringe schneiden.

Die Zwiebeln schälen und in grobe Stücke schneiden

Die Äpfel schälen und grob raffeln

Den Basmatireis in einem Sieb unter kaltem Wasser abspülen und mit der doppelten Menge Wasser und einem Teelöffel Salz in einem hohen und großem Topf zum Kochen bringen, auf die kleinste Energiezufuhr schalten und den Reis ausquellen lassen.

Das Gehackte in einer Pfanne mit hohem Rand gut anbraten, danach die Zwiebeln hinzufügen und glasig werden lassen, beide Zutaten gut vermischen, die geraffelten Äpfel auf die Hackfleisch-Zwiebel-Mischung geben und die Zucker-Zimt-Mischung  darüber streuen und unterheben. Danach den Porree hinzufügen.  Alles gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Rosenpaprika würzen,  einige Minuten leicht köcheln lassen.

Die passierten Tomaten zu dem ausgequollenem Reis geben und gut verrühren, anschließend den Pfanneninhalt zu dem Reis geben, alles gut vermischen,  gekochtes Wasser zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist  und mit Sahne verfeinern.

Ich habe noch eine Handvoll eingeweichter Rosinen zugegeben, das ist aber  nicht jedermanns Geschmack. Mir schmeckt das allerdings sehr gut…

 

 

 

Die Heiligen Drei Könige…. 5. Januar, 2020

Posted by Rika in asyl, aus meinem kramladen, flüchtlinge, gesellschaft, medien, meditatives, politik.
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„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“ Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo denn der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa, denn so steht durch den Propheten geschrieben: „Und du, Bethlehem, Land Juda, du bist keineswegs die Geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.

Nachlesen kann man diese Geschichte (und das, was auf diese Verse folgt) im Evangelium des Matthäus, Kapitel 2, Vers 1 ff.

Soviel sei den Bibelunkundigen noch verraten: Herodes fürchtete um seine Macht und ließ alle  Knaben bis zum Alter von 2 Jahren töten. Josef, der irdische Vater Jesu, hatte aber eine nächtliche Mahnung erhalten und war rechtzeitig mit Maria und dem neugeborenen Kind nach Ägypten geflohen.

Irgendwann und irgendwie setzte aber die Legendenbildung ein und aus den Weisen oder Sterndeutern wurden Könige.  Selbstverständlich waren diese Männer nicht einfache „Weise aus dem Morgenland“, wie es in ihrer Selbstauskunft noch heißt, nein, sie wurden von der Katholischen Kirche  nicht nur in den Adelsstand und zu Königen erhoben, sondern auch zugleich zu Heiligen erklärt. Als evangelisch-freikirchliche Christin ist mir die Heiligenverehrung nicht so ganz geläufig, ich würde eher sagen, sie ist mir suspekt. Aber ich verstehe, dass die Menschen damals wie heute Vorbilder brauchen, an denen sie sich orientieren und von denen sie sich auf magische Weise Hilfe versprechen. „Meine Hilfe kommt von dem  HERRN,  der Himmel und Erde gemacht hat“, wie es im Psalm 121 heißt, reicht da wohl nicht ganz aus, es müssen Heilige her und nach Möglichkeit auch noch irgendwelche Hinterlassenschaften dieser Edlen, die man ansehen oder sogar berühren kann, um die Magie perfekt zu machen. (Das ist heute immer noch so…. wenn ich nur daran denke, wie manche Klamotten, die große Stars getragen hatten, Reliquien gleich  verehrt werden…)

Doch zurück zu den Heiligen Drei Königen.

Morgen ist der Feiertag der Heiligen. Ihnen zu Ehren werden Gottesdienste gefeiert, in den Kirchen werden die Weihnachtskrippen mit den entsprechenden Figuren von Caspar, Melchior und Balthasar bestückt und Kinder ziehen als Sternsinger gewandet von Tür zu Tür, bitten um eine Spende für Hilfsbedürftige in  aller Welt und der sie begleitende Erwachsene gibt dem Haus, der Familie, die die Sternsinger aufgenommen haben, den Segen für das ganze Jahr.

Diese Aktion finde ich – obwohl ich nicht katholisch bin – wirklich ganz hervorragend. Und so ein bisschen beneide ich meine katholische Freundin um das Segenszeichen, das während des ganzen Jahres an ihrer Haustür sichtbar ist. Wir nüchternen Evangelen haben leider nicht nur keine prunkvollen Messen, unsere (freikirchlichen) Pastoren sehen eher wie „du und ich“ aus, wir haben auch wenig genug an „Greifbarem“ an dem wir uns in schweren Zeiten der seelisch-geistlichen Not im wahrsten Sinne des Worte festhalten können… keinen Rosenkranz und keinen Herrgottswinkel im Haus.

Das ist manchmal wirklich sehr karg.

Solchermaßen, aber höchst ungewohnt  karg mag auch manchem Kirchenbesucher in diversen Kirchen Deutschlands heute die Weihnachtskrippe vorgekommen sein. Wie evangelisch-de berichtet, hat nämlich ein „Künstlerkollektiv“ in zahlreichen Kirchen die Heiligen Drei Könige geklaut, um der Verlautbarung nach gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik zu protestieren.

„Die Aktion solle „aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“, erklären die Aktivisten des Künstlerkollektivs.

„Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Ein weiterer König werde im sogenannten Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. Sein Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, werde „als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Zur effektiveren Durchsetzung seiner Abschiebung dürfe er den Landkreis nicht verlassen, heißt es.“

Nun geistern also nicht mehr nur Maria und Josef mit dem Kinde durch die heutige Welt auf der Suche nach einer Flüchtlingsunterkunft, wie man  es in manchen frömmelnden Geschichten lesen konnte, nein, auch die Könige sind offenbar als Wiedergänger der heiligen Drei unterwegs und sitzen im Lager fest.

Das ist ja nun jammerschade. Gewiss hätte sich die Heilige Familie mit dem Kinde über den Besuch der königlichen Heiligen sehr gefreut und natürlich auch über deren Geschenke, die man sicher in kargen Zeiten sehr gut hätte gebrauchen können. Leider ist der heutige Aufenthaltsort der Heiligen Familie aber ebenso unklar wie das Herkunftsland der Könige… damals hieß es ja schlicht, sie seien aus dem Morgenland gekommen. Das könnte heute Syrien sein oder Irak oder der Iran.

NEIN!

Der Iran kann es ganz gewiss heutzutage nicht sein. Das hätte Soleimani mit Sicherheit nicht geduldet, dass sich Männer aufmachen, um den Juden in Bethlehem oder in irgendeinem anderen Ort des von den Mullahs verfluchten Gebildes richtige Geschenke zu bringen, also solche, die wir unter Geschenk verstehen. Soleimanis „Geschenke“ waren Raketen auf israelische Kinder, Terrorangriffe im Jemen, blutiger Terror von Boko Haram, vorzugsweise gegen Christen, die Aufrüstung der Hisbollah zur baldmöglichen Vernichtung Israels, die Unterstützung der Hamas…. https://www.welt.de/politik/ausland/article204727820/Iran-Trump-zu-Soleimani-Haette-vor-vielen-Jahren-getoetet-werden-sollen.html
Lauter Geschenke, die weder die heilige jüdische Familie von damals erfreut hätten, noch die Juden und Israelis von heute. Zum Glück wurde dem Burschen nun das Handwerk gelegt, ausgerechnet von einem Präsidenten, der seit seiner Wahl mit Spott, Häme, Beleidigungen und Verachtung der versammelten deutschen Politikerelite und deren treu ergebener Presse überschüttet wird.

Aber ich schweife ab.

Es geht ja um die entwendeten Könige.

Bei evangelisch.de wird die Aktion sehr wohlwollend berichtet. Mein etwas despektierlich anmutender Kommentar, den ich bei Facebook-evangelisch.de abgab und in dem ich behauptete, es seien doch wohl eher Kriminelle am Werk gewesen (ich halte Diebstahl generell für kriminell) wurde entrüstet zurückgewiesen. Man machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass die Künstlerkollektivisten doch den Gemeinden zugesichert hätten, die Heiligen Könige gut zu behandeln und nach einer angemessenen Frist auch wieder zurück zu geben.

Heutzutage muss es wohl immer um eine richtig spektakuläre Aktion gehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Da reicht kein Spendenaufruf.  Da muss eine Anlandung in einem Hafen mit Gewalt erzwungen werden, oder die Asche jüdischer Opfer des Holocaust entgegen aller  geltenden Regeln der Totenruhe aufgeklaubt und in einer Stele ausgestellt werden oder eben nun – zwar etwas harmloser –  aber im gleichen falsch verstandenen Widerstandskampf gegen was auch immer Heiligenfiguren entwendet werden.

Vielleicht, so denke ich, hätte man aber auch öffentlich Herrn Kardinal Wölki um eine sehr großzügige Spende für die im Lager festsitzenden Könige und deren Mitleidenden bitten können. Schließlich hat Herr Wölki doch auch schon mal ein Boot vor dem Dom zur Mahnung aufstellen lassen. Vor dem Hohen Dom zu Köln nämlich, in dem sich Teile der Gebeine der Heiligen Drei Könige als Reliquie befinden.

Es ist vermutlich nicht nett von mir, wenn ich dezent darauf hinweise, dass wohl nicht nur früher diese Reliquien der Kirche und damit auch der Stadt Köln jährlich ein hübsches Sümmchen an Pilgergeldern beschert haben….

Alle, wirklich alle Jahre wieder … 11. Dezember, 2019

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, christsein und glaube, gesellschaft, hass, islam, israel, terrorismus.
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Alle, wirklich alle Jahre wieder vernehmen wir in der Adventszeit frohe Kunde.

Und das nicht nur in den die Adventszeit betreffenden Kreisen frommer und auch nicht so frommer Christen. Nein, auch höchst säkulare Informanten, die mit dem, dessen „Kommen“ die frohe Erwartung im Advent  gilt, nun so gar nichts am Hut haben, beglücken uns mit ihren wunderbaren Erzählungen in der Weihnachtszeit.  So werden wir Frommen mit der unglaublichen Geschichte konfrontiert, wonach das „Heilige Paar“ in leicht veränderter Form auch heute noch nach Herberge suchend durch die Welt geistert, auf der Flucht ist und / oder  nicht willkommen sein soll. Tatsächlich, Jahr für Jahr wiederholt sich die wundersame Reise von Maria und Josef und dem Kind auf die seltsamste und auch geheimnisvollste Weise. Meistens dienen diese Geschichten allerdings  lediglich dazu, uns ob unseres freien und sorgenfreien Lebenswandels in einer freien und gut-wundervollen Welt  ein schlechtes Gewissen zu machen, das wir aber glücklicherweise ganz leicht wieder beruhigen können, indem wir für diverse wohltätige Organisationen Gold, Weihrauch und Myrre spenden – dies aber in der heute üblichen und universal geltenden Währung.

Ich finde es völlig in Ordnung, für Menschen, die nicht so auf Rosen gebettet sind, zu spenden. Aber muss man deshalb diese billigen Vergleiche mit dem damaligen, einzigartigen Geschehen ziehen, wie es die Bibel berichtet? Reicht es nicht zu sagen, dass wir aus Freude darüber und Dankbarkeit dafür, dass Gott sich in Jesus offenbart hat, von unserem Überfluss, Reichtum oder auch von unserem einfachen Einkommen etwas abgeben?

Reicht es nicht zu sagen, dass man aus reinem Erbarmen mit Menschen, die  auf der Flucht sind,  bereit ist zu helfen? Muss man diese unsinnige Parallele wirklich bis zum geht nicht mehr auswalzen, wonach ja auch Maria und Josef Flüchtlinge, gar Migranten waren?

Mich irritiert es von Jahr zu Jahr mehr, dass dieses einzigartige Geschehen   derartig profanisiert   wird, so dass die eigentliche Heilsgeschichte  Gottes gar nicht mehr wahr genommen werden kann, diese unglaubliche Botschaft von  der Menschwerdung dessen, den wir mit unserem menschlichen Verstand nie und nimmer erfassen und begreifen können.

Aber es sind nicht nur die Spendensammler und die Vertreter von NGOs, die an uns mit Hilfe der „Maria-und-Josef-Geschichte“ appellieren.

Es mischen sich auch noch ganz andere Töne und Typen in den Chor der modernen Bibelausleger.

Ganz besonders raffiniert sind die Freunde des grünen Propheten, die mit  reiner und ausnahmslos politisch motivierter Propaganda Stimmung machen.

Da mutieren Maria und Jesus zu den von Juden verfolgten Palästinensern, wird Bethlehem und auch Jerusalem flugs zu  uralten palästinensischen Örtlichkeiten umdefiniert. „Seht her, ihr Leute in Europa und besonders ihr in Deutschland! Wir armen Palästinenser sind die eigentlichen Protagonisten der biblischen Geschichte – auch wenn der Koran es ein bisschen anders darstellen sollte, als ihr es gewohnt seid, erzählt zu bekommen. Maria war eine palästinensische Frau und Josef ein palästinensischer Mann und gemeinsam zogen sie aus dem palästinensischen Nazareth zu dem palästinensischen Bethlehem.“ so oder so ähnlich klingen die Geschichten.
So wird es berichtet von den Propagandisten um Abbas und Konsorten. Und nicht wenige Menschen in Deutschland und Europa sind bereit, diesem Lügenmärchen Glauben zu schenken. Zwar misstrauen Leute zutiefst den biblischen Berichten und sind generell dem Christentum kritisch gegenüber eingestellt, aber irgendetwas wird schon dran sein an den Erzählungen und Behauptungen. Gab es nicht immer schon Palästina und sind nicht die bösen Juden die Eindringlinge, die den Palästinensern das Land streitig machen? Möglich wird der Glaube an dieses Ammenmärchen ja auch dadurch, dass Christen über Jahrhunderte hinweg die jüdische Herkunft des Heilandes schlicht ignorierten. Zwar kann man im Evangelium des Matthäus gleich im ersten Kapitel den kompletten jüdischen Stammbaum Josefs, des irdischen Vaters Jesu nachlesen, aber was heißt das schon? Schließlich wird Jesus ja als „Gottes Sohn“ vorgestellt und das bedeutet nun ja gerade nicht zwangsläufig, dass Jesus Jude war, auch wenn seine leibliche Mutter ein junge jüdische Frau war (Jude ist nach den heute geltenden Regeln der Halacha, wer eine jüdische Mutter hat) und Jesus selbst nach den jüdischen Regeln am 8.Tag beschnitten und wohl auch jüdisch erzogen wurde. Wir Menschen drehen uns die Tatsachen so zurecht, dass sie unser gewohntes Weltbild nicht stören können. Und deshalb – und weil die Kritik an Israel gerade wieder als Wiedergänger des altbekannten Antisemitismus sehr modern  ist – haben Abbas und seine Sympathisanten leichtes Spiel.

Ulrich Sahm hat das bei Facebook in den einleitenden Worten zu einem Bericht bei Audiatur sehr schön formuliert:

„Wer glaubt, dass Weihnachten ein friedliches Freudenfest sei, sollte rechtzeitig umlernen.
Zum palästinensischen Nationalfeiertag Weihnachten übermittelte Präsident Mahmoud Abbas eine Grußbotschaft: „Weihnachten ist ein palästinensischer Nationalfeiertag und Jesus war ein palästinensischer Guerillakämpfer, der gegen Ungerechtigkeit stand“ Weiter sagte er: „Jerusalem ist der dem Himmel am nächsten liegende Punkt und somit die Hauptstadt unseres palästinensischen Staates.“

Jede Wette, dass diese Auslegung der biblischen Berichte über die Umstände rund um die Geburt Jesu auf freundlich geöffnete Ohren treffen.

Die ganze erschütternde Verdrehung der biblischen Geschichte kann man bei  Audiatur nachlesen.

In dem Bericht findet sich auch dieser fulminante Schlusssatz Scheich Essam Rumanas, der der Zeremonie der Weihnachtsbaumbeleuchtung beiwohnte:

„Wir feiern die Erleuchtung des Geburtsbaums Jesu, Friede sei mit ihm, der die Geburt unseres Propheten Mohammad gepredigt hat, Friede sei mit ihm, und wir feiern diese Gelegenheit und auch im Zusammenhang mit dem Jahrestag der ersten Intifada, bei der unserem Volk Tausende von Märtyrern und Verwundeten geschenkt wurden“.

So feiert man wahrlich die Geburt des „Friedefürsten“, wie wir nach den uralten Worten der Bibel Jesus Christus auch nennen.  Tausende von Märtyrern, die nichts Besseres zu tun hatten, als im Namen Allahs des Barmherzigen Juden umzubringen. Juden, wie Jesus einer war.

Noch Fragen?

Oder auch: JESUS IST KEINE METAPHER