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Die Schieflage… 6. Dezember, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Die Schieflage in der Berichterstattung über Gewaltverbrechen, die hier in Deutschland geschehen, beschreibt Ulli Kulke für einen Beitrag bei Achgut.

Ich habe zunächst gezögert, über die entsetzliche Tat zu berichten und das damit verbundene Thema überhaupt aufzugreifen, zu „gefährlich“ schien es mir, mit einem entsprechenden Beitrag in eine mir höchst unangenehme Ecke gestellt zu werden. Und doch, eine Stellungnahme dazu muss sein.

So übernehme ich den Kommentar Ulli Kulkes ungekürzt.

Kurzkommentar: Ein Mord und die Asymmetrie des Hinschauens

Beileibe nicht jeder Mordfall in Deutschland schafft es bis in die überregionalen Fernsehnachrichten des ZDF. Anders verhält es sich mit Taten, die auf offener Straße geschehen, vor allem wenn es um gesellschaftlich, beruflich oder auch politisch abgrenzbare Gruppen geht, deren Angehörige mehr als einmal als Täter auftreten. Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf.

So auch bei dem vollendeten Mord und dem Mordversuch mit einem Messer an den beiden 14-jährigen Mädchen bei Ulm gestern früh. Der Tat dringend verdächtig: ein Asylbewerber aus Eritrea. Das ZDF hat im heute-Journal gestern abend darüber berichtet. Als allerletzte Nachricht, 20 Sekunden.

Alle Erfahrung spricht dafür, dass eine vergleichbare Tat, wäre sie ausgeführt worden von Angehörigen einer anderen der genannten abgrenzbaren Gruppen, eine erheblich größere Bedeutung im heute-Journal erfahren hätte, kein Zweifel. Die Berichterstattung wäre mit Stimmen von Augenzeugen, Experten und Politikern angereichert worden, hätte mehr Gewicht erhalten, wäre nach vorne gerückt, wahrscheinlich sogar als erste Meldung.

Es geht hier nicht um Ausländer-Hetze. Meine Befürchtung ist aber, dass eine solche eklatante und vor allem für jeden ersichtliche Asymmetrie in der Gewichtung genau dazu führt, zu Verschwörungsvermutungen, zum Verdruss. Auch die jetzt gerade wieder stark ansteigenden Migrationszahlen dürfen das so nicht rechtfertigen. Ganz im Gegenteil

Soweit der Kommentar, dem ich mich inhaltlich anschließe …. trotz der oben genannten Befürchtung.

Wir können doch nicht schweigen „nur“ weil wir den „Falschen“ in die Hände spielen könnten.

Wie aber könnten wir schweigen, wenn Eltern um ihr Kind weinen, das von einem Menschen ermordet wurde, der hier ein besseres Leben suchte?

N A C H T R A G

Am 7. Dezember berichtet die HAZ „prominent“ auf Seite 32 über den Vorfall.

„Immerhin“ steht der Bericht gleich unter der Ankündigung des pseudoroyalen Netflixauftritt einer Schauspielerin, die nun endlich nach dem eigenen Drehbuch posieren kann, und das in der perfekten Attitüde, Opfer weißer königlicher Rassisten zu sein. Man, besser gesagt, das sich selbst ironisch als „Firma“ bezeichnende britische Königshaus mutete dem ehemaligen amerikanischen „Star“ einer drittklassigen Vorabendserie zu, nach der Heirat mit einem königlichen Prinzen als Mitglied der königlichen Familie nach den Regeln derjenigen zu tanzen, respektive öffentlichkeitswirksam aufzutreten, von deren Geld sie üppig lebte. Nun denn, wem’s gefällt, sich Frau Meghan Herzog als jammerndes Opfer anzusehen….

Aber man erkennt doch an der Stelle, an der über den Mord an dem Mädchen berichtet wird, wie in Deutschland mit Opfern verfahren wird, die nicht durch die Hand eines „Rechten“ starben.

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Vorletzte Worte … 18. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich kenne mich und meine Neigung, mich in alle möglichen Diskussionen einzumischen und meinen Senf ungefragt dazuzutun.

Darum kann ich nicht „letzte Worte“ schreiben, ich kann nicht garantieren, dass es letzte sein werden, aber vorletzte zum Thema WM sollten doch geschrieben werden.

Wenn demnächst die Fußballweltmeisterschaft in Quatar / Katar beginnt, werde ich weder die Spiele live noch in der Aufzeichnung schauen. Live habe ich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft schon seit Jahren nicht mehr gesehen, ich halte die Spannung einfach nicht aus – ich schrieb ja schon oft dazu.

Ich werde bei dieser WM aber auch nicht den Aufzeichnungen meine Aufmerksamkeit widmen und verweigere auch das Ansehen jeder Diskussionsrunde der Sportreporter mit sogenannten Experten, wie sie nahezu alle Fernsehanstalten vermutlich täglich präsentieren werden. Selbst die Zeitung erfährt durch mich einen noch nie zuvor dagewesenen Boykott ihrer Sportberichterstattung.

Ich mutiere zum Radikalverweigerer.

Natürlich liegen die Gründe dafür hauptsächlich beim Austragungsort der Mega-Veranstaltung. Diese muss ich hier wohl nicht besonders hervorheben, sie wurden in den letzten Wochen ausführlich diskutiert. Ich hätte mir allerdings diese ausführliche Diskussion bereits VOR der Vergabe durch die FIFA an Katar gewünscht. Denn viele der heute beanstandeten Zustände gab es bereits deutlich VOR der Bewerbung des Emirats.

Die Menschenrechtslage entsprach vor 15 Jahren so wenig wie heute unseren gerne eingeforderten und dann doch vernachlässigten Standards. (deutsche Politiker lassen an dieser Stelle grüßen! Das (Ein)knicksen vor den Scheichs und die Bettelei um Erdgaslieferungen sind doch sicher noch in Erinnerung!)

Die Lage der Frauen in Katar heute entspricht wohl (etwas) weniger derjenigen der Frauen Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts – wir haben dennoch gar keinen Grund, uns stolz über die ehemaligen Kameltreiber in einer unwirtlichen Wüstenregion zu erheben. Immerhin wird heutzutage den katarischen Mädchen jede Bildungsmöglichkeit gewährt, was im 20. Jahrhundert nicht für alle Mädchen in Deutschland galt. Und auch die Rechte der Frauen in Deutschland waren vor 50 Jahren keineswegs vorbildlich.

Das – sich nicht zu überheben – gilt übrigens auch für den Umgang mit Homosexualität. Zu meiner Jugendzeit war das nämlich auch in Deutschland noch ein Tabuthema und die davon Betroffenen standen immer mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie ihrer Liebe nachgaben. Wir sollten unsere Finger bei uns behalten und in uns gehen und uns schämen, dass wir im aufgeklärten Deutschland – vor allem nach Adolf und seinen KZs, in denen auch Homosexuelle gequält und geschunden wurden – so lange gebraucht haben, den Straftatbestand des §175 aufzuheben.

Ob unser Umgang mit den Gastarbeitern seit den späten 50er Jahren wirklich so viel menschlicher und besser war, als der der Araber mit ihren „Arbeitssklaven“, wie unsere Medien voller Abscheu schreiben, mag dahingestellt sein. Die inzwischen alt gewordenen Malocher aus Italien, Spanien, Jugoslawien oder der Türkei in den Bergwerken oder an den Hochöfen der Stahlindustrie des Ruhrgebiets sehen das vermutlich sehr viel realistischer als der smarte Journalist, der von oben herab mit gutmenschlichem Gehabe verurteilt. (Das vernichtende Urteil über die unmenschlichen Bedingungen besteht ja zu Recht, aber „unser Habitus“ in der Angelegenheit ist vollkommen falsch!)

Und damit komme ich zu „uns“.

Wer neulich die Dokumentation über die Vergabe der Weltmeisterschaft an Katar gesehen hat, wird nicht umhinkommen, sich intensiv mit der unrühmlichen Rolle zu beschäftigen, die der DFB als einer der mächtigsten Fußballverbände der Welt in dieser Angelegenheit gespielt hat. Man kann doch mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ein energisches Verweigern der Zustimmung innerhalb der FIFA durch den DFB dazu geführt hätte, dass es niemals zu dieser WM in Katar gekommen wäre. Aber unsere großen deutschen Fußballvereine, besoffen von dem Gedanken, mit der „schönsten Nebensache der Welt“ möglichst viel, sehr viel Geld zu verdienen und dabei alle Augen zuzudrücken, wenn es um finanzkräftige Sponsoren geht, deren Logos in den Stadien an prominenter Stelle sichtbar gemacht werden oder auf den Trikots der Spieler prangen, haben sich doch alle weggeduckt bei der Frage, ob man in Katar auflaufen sollte oder lieber nicht – wobei neben den „menschenrechtlichen Bedenken“ sicher auch das Klima in dem Wüstenstaat eine wichtige Rolle spielt und man darum dem Klima „zuliebe“ die Spiele flugs in den Winter, respektive Herbst verschob. (Ein kleiner Hinweis darauf, dass auf der Südhalbkugel gerade der Frühling beginnt, mag hier angebracht sein…)

Und nun zu den Spielern. Glaubt irgendein Mensch in Deutschland denn tatsächlich, dass sich auch nur ein einziger der hochbezahlten Profis aus moralischen Gründen geweigert hätte, nach Katar zu fahren, wenn Hansi Flick ihm am Telefon die frohe Botschaft verkündet hätte, im Aufgebot zu stehen? Da kann man doch genauso gut und getrost an den Mann im Mond glauben oder an den Nikolaus, der in dieser Jahreszeit sicher für alle möglichen Wünsche herhalten muss.

Nicht einer von denen, die nun nach Katar geflogen sind, haben ihre möglichen Bedenken hinsichtlich der Menschenrechte und dergleichen ernst genommen, mögen sie auch jetzt „Haltung“ zeigen und Regenbogenfähnchen schwingen oder ihre Kapitänsbinde mit diesen Farben schmücken.

Es ist doch eine einzige Heuchelei, die uns jetzt präsentiert wird.

Darum verweigere ich den Spielern und den berichtenden Journalisten, den deutschen Politikern (die jetzt ihre Bedenken anmelden) und den Kataris jegliche Aufmerksamkeit.

Dass die WM ausgerechnet am Ewigkeitssonntag beginnt und während der Adventszeit ausgetragen wird, mag für viele Leute eine zu vernachlässigende Nebensache sein. Dieser Herr sieht das aber anders: Früherer EKD-Chef Schneider will keine WM-Spiele schauen.

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Für mich persönlich spielen auch weitere Gründe eine Rolle, „Katar“ grundsätzlich zu boykottieren – über den Fußball und andere Sportarten hinaus.

Arye Sharuz Shalikar schreibt offen über das Dilemma mit der WM in Katar, (siehe Jüdische Allgemeine) und hebt einen Aspekt ins Bewusstsein, der den meisten Menschen in Deutschland bisher verborgen ist:

Ich stehe da wirklich vor einem Dilemma. Ich lebe in Israel, und anders als den meisten Fußballbegeisterten in Deutschland sind mir Katar und die fragwürdige Rolle, die das Land in der Nahostpolitik spielt, schon länger ein Begriff. Mit den Scheichs hatte ich indirekt schon mehrfach zu tun, insbesondere in meiner Funktion als Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

Es ist kein Geheimnis, dass Katar im Nahen Osten eine äußerst problematische Position einnimmt. Denn lange bevor das Land in Fußballstadien investiert hat, erwarb der Staat sich den Ruf als einer der Hauptgeldgeber radikal-islamistischer Organisationen. Die Liste ist lang und liest sich wie das Who’s who des Terrorismus der letzten Jahrzehnte: Al-Qaida ist ebenso darunter wie der Islamische Staat, die Taliban in Afghanistan und natürlich auch die palästinensische Hamas.

Hunderte Millionen Euro wurden – und werden immer noch – von Katar Jahr für Jahr auf direktem und indirektem Wege an die erbitterten Feinde der freien Welt und an die Hauptverursacher von Mord und Totschlag im Nahen Osten und darüber hinaus investiert. Was könnte man mit diesem Geld für schöne Fußballstadien bauen!

Etwas zugespitzt könnte man sagen, dass es in der islamischen Welt zwei Staaten gibt, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Dschihad, also den sogenannten Heiligen Krieg, zu unterstützen: den Iran als Hochburg des schiitischen Terrors und unseren WM-Gastgeber Katar in Bezug auf sunnitischen Terror. Aus israelischer Sicht ist allen voran Katars Verbindung zur Hamas eine Herausforderung.

Seit Jahrzehnten ist Katar eine Art Kuba des Nahen Ostens und dient Terroristen als Zufluchtsort. Mit seinem Staatssender Al-Dschasira wird über einer Milliarde Muslime weltweit eine ziemlich einseitige Weltanschauung vermittelt.

Al-Dschasira stachelt regelmäßig auf, wenn es bei Unruhen in Jerusalem die radikale Propaganda der Terroristen verbreitet und so mit dazu beiträgt, dass noch mehr Blut fließt. Man könnte noch mehr zu Katar sagen. Man könnte sogar dorthin fliegen und sich die Sache vor Ort anschauen, denn Israel und Katar haben sich zu allem Überfluss auch noch darauf geeinigt, dass internationale Fluglinien (israelische bleiben ausgenommen) Fans aus Israel und den Palästinensergebieten während der WM-Wochen aus Tel Aviv nach Doha fliegen können.

Das Dilemma wird daher nicht kleiner, im Gegenteil: Fußball ist mein Lieblingssport, die WM mein absolutes Lieblingsereignis.“

Soweit Arye Sharuz Shalikar.

Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit Jahren schon mit großer Sorge*** den Einfluss Katars auf die hier lebenden Muslime beobachte. Kaum ein Moscheeneubau, der nicht von Katar (mit)finanziert wird und kaum eine von Katar finanzierte Moschee, in der nicht (auch) zum Dschihad gegen Israel aufgerufen wird.

Eine von Katar ausgerichtete WM poliert natürlich auch das Image der von Katar gestützten Einrichtungen in Deutschland auf – mit dementsprechenden Folgen.

Ganz am Ende meiner vorletzten Worte darf auch der Hinweis auf die wirtschaftlichen Verflechtungen Katars mit deutschen Schlüsselindustrien und Finanzplätzen natürlich nicht fehlen. Wir schauen derzeit argwöhnisch auf China, das natürlich wesentlich größer ist als das kleine Scheichtum am Rande der arabischen Halbinsel, aber der finanzielle Einfluss Katars auf die deutsche Wirtschaft sollte trotzdem nicht unterschätzt werden. Wir haben in Deutschland doch das Sprichwort vom „kleinen Finger, den man dem Teufel reicht“…

Vergesst das nicht. Niemals.

*** Meine Sorge und Kritik gilt ausnahmslos NUR denjenigen Einrichtungen, Institutionen und Personen, für die „Islam“ mehr bedeutet als eine religiös-spirituelle Dimension und die deshalb Sharia gemäß von einem System überzeugt sind und es umsetzen, das umfassend alle Bereiche der religliösen, familiären, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zuständigkeiten regelt und beherrscht.

Kein Kreuz für den Frieden… 5. November, 2022

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Ich schrieb ja schon vor ein paar Jahren über das „Kreuz mit dem Kreuz“ – damals waren es die Bischöfe, die auf dem Tempelberg in Jerusalem ihrem muslimischen Begleiter zuliebe das Kreuz, Sinnbild und Symbol ihres christlichen Glaubens, ablegten. In dieser Woche waren es die Mitarbeiter Annalena Baerbocks, die ein Kreuz aus „protokollarischen Gründen“ entfernen ließen, aber dabei, wie Frau Baerbock im Nachhinein auf Anfragen ausdrücklich betonte, nicht aus politischen, sondern aus organisatorischen Gründen handelten. Das klingt zumindest seltsam! Was soll und kann man sich unter „organisatorisch“ vorstellen, zumal das Kreuz ja nicht im Wege stand, sondern an der Wand befestigt war? (Kleine Anfrage: Kann sich ernsthaft jemand vorstellen, dass im AA etwas entschieden wird, das nicht im Sinne der Chefin ist oder der von ihr bevorzugten Haltung widerstrebt???)

So scheint sich auch in der heutigen Zeit etwas zu bewahrheiten, was schon der Apostel Paulus zum Thema „Kreuz und Gesellschaft“ ansprach, dass nämlich das Wort vom Kreuz denen eine Torheit sei, die damit nichts anfangen können, es aber denen, die es für sich in Anspruch nehmen, „eine Gotteskraft“ ist. (1. Korinther 1, 18)

Nun könnte man ja meinen, dass in der heutigen Zeit jede nur mögliche Kraft genutzt werden sollte, um die Probleme der Gegenwart zu lösen, zuvorderst das dringende Problem, Frieden wieder herzustellen, bzw. zu erhalten. Aber die heutigen Verantwortlichen – und das ist ja in anderen Problemfeldern ebenfalls zu beobachten – verlassen sich statt auf eine wie auch immer benannte Gottheit doch lieber auf ihre eigenen schier unerschöpflichen Kräfte, ob es um die Rettung des Weltklimas durch die Regulierung der Erderwärmung um 2°C genau gehen soll oder eben um die Friedensordnung für Handel und Wandel in einer globalisierten Welt. Sei’s drum. Der moderne Mensch will zwar nicht mehr die (nach biblischer Sicht) „Krönung der Schöpfung“ sein, dafür jedoch in Omnipotenz eines allmächtigen Schöpfers die Welt nach dem eigenen Willen ordnen und regieren.

Zum Ordnen und Regieren gehört das regelmäßige Treffen der mächtigsten Wirtschaftsnationen der Welt, kurz „G7“ genannt.

Wer im auswärtigen Amt die glorreiche Idee hatte, diesen illustren Kreis nach Münster und in das dortige Rathaus mit dem historisch bedeutsamen „Friedenssaal“ einzuladen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber es ist sicher nicht nur meine Spekulation, dass man mit der Wahl des Versammlungsortes auch dessen Symbolik im Blick hatte, schließlich einigten sich vor vielen hundert Jahren einander feindlich gegenüberstehende Reiche und religiöse Führer nach jahrelangem Krieg und 5 Jahre währenden Verhandlungen auf einen Vertrag, der als der „Westfälische Friede“ in die Geschichte einging.

Dass damit nicht „Krieg als solcher“ generell und für immer ausgeschlossen war, ist leider eine ebenso historisch belegte Tatsache.

Am gestrigen Freitag nun versammelten sich die Außenminister der G7-Staaten in dem historischen Friedenssaal.

Man beachte die Größe des Saales und das im Verhältnis dazu geradezu bescheiden klein anmutende Kreuz.

Das also sollte den Teilnehmern der Konferenz nicht zugemutet werden können.

„Noch“ ist Deutschland ein christliches Land, auch wenn viele Bürger sich nicht mehr als gläubige Christen verstehen, sondern sich eher im sogenannten „Kulturchristentum“ verankert sehen, noch wissen und begreifen sehr viele Menschen, dass es unsere christlichen (und jüdischen) Wurzeln sind, die den Humanismus bestimmt haben, auf den auch unsere Werte von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ aufbauen, selbst wenn diese aus Frankreich importiert wurden, noch können wir die fundamentalen Bereiche unserer Rechtsordnung auf die Zehn Gebote zurückführen, noch bei unserem Verständnis von Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Toleranz und Barmherzigkeit auf die berühmten Seligpreisungen Jesu hinweisen, auf die Gleichnisse und Beispiele, die Jesus den Menschen seiner Zeit als „Muster“ für ein gedeihliches (und gottgefälliges) Leben auf den Weg gab. Selbst wenn viele Menschen heute nicht mehr die Erlösungstat des „Kreuzes Jesu“ für sich in Anspruch nehmen, so hat doch die ethische Basis seiner Botschaft Bestand. Und sollte darum nicht auch das Kreuz, als Hinweis auf diese Basis in unserer Gesellschaft nach wie vor symbolischen Bestand haben? Glaubt denn wirklich irgendein Mitarbeiter im auswärtigen Amt, dieses kleine Kreuz könnte ernsthaft als „Mission an Andersgläubigen“ oder gar als Beleidigung der Gäste missbraucht und müsse darum entfernt werden?

Würde man etwa, um das Groteske dieses Vorgehens auf eine andere Schiene zu bringen, für die Dauer der Weltmeisterschaft in Katar alle Zeichen der moslemischen Mehrheitskultur und Staatsreligion von allen Moscheen entfernen, um die nichtmuslimischen Gäste dieses Mega-Ereignisses nicht zu beleidigen?

Natürlich hinkt dieser Vergleich. Aber er macht vielleicht deutlich, woran wir hier in Deutschland geradezu kranken:

Um Menschen eines anderen Kulturkreises, einer anderen religiösen Basis nicht in Verlegenheit zu bringen, verleugnen wir uns und unsere Kultur, unsere Religion, unsere Geschichte bis zum Gehtnichtmehr – auch der Hinweis auf Cancel Culture ist hier angebracht. (Wobei ich in diesem speziellen Fall des G7_Treffens ganz bewusst eine Einschränkung machen will: Nicht gläubige Christen verleugnen die Basis ihres Glaubens, es sind liberale und leider gar nicht so tolerante grüne Humanisten / Atheisten, die den Vorgang zu verantworten haben.)

Das aber hat nichts, aber auch gar nichts mit Toleranz oder Willkommenskultur zu tun.

Das ist die Verleugnung und damit die Abschaffung der eigenen Identität.

Man kann es auch so formulieren, wie TE Gerhard Ludwig Kardinal Müller zitiert:

„Um Nichtchristen beim Blick auf die bildliche Darstellung eines unschuldig zum Tode verurteilten Menschen vor einem eventuellen Unbehagen zu schützen, nimmt man die Beleidigung von Millionen Christen in Kauf, für die Jesus von Nazareth die Mitte ihrer Existenz ist.“ …“Es gibt keine religiös homogenen Staaten mehr. In aller Welt müssen darum Menschen verschiedener Religionen lernen, friedlich miteinander auszukommen.“… „Nur verbohrte Ideologien missbrauchen die Staatsgewalt, um den Raum der Öffentlichkeit mit ihrem Atheismus totalitär in Besitz zu nehmen.“

Tichy greift in seinem Beitrag einen weiteren Aspekt auf, den Kardinal Müller benennt und schreibt, bzw. zitiert:

„Der Vorgang ist aus Müllers Sicht daher mehrschichtig. „Europas Werte wurzeln im christlichen Bild vom Menschen als Person, der eben deshalb nicht ein willenloses Objekt der Staatswillkür ist. Jedem Verantwortlichen für das Wohl des deutschen Volkes sollte es zu denken geben, dass bisher nur die beiden atheistischen Diktaturen auf seinem Boden das Kreuz Christi aus öffentlichen Räumen aggressiv entfernt haben. Welche Botschaft vermittelt man an die Staaten, die das fundamentale Menschenrecht auf die Religionsfreiheit von Christen und Andersgläubigen verhöhnen, wenn man in Deutschland mit dem Kreuz eine antichristliche Symbolpolitik betreibt?“

Auch darum ist das Entfernen des Kreuzes aus dem historischen „Friedenssaal“ nicht nachvollziehbar. Aber es macht auf gewiss nicht beabsichtigte Weise deutlich, wes Geistes Kind die Verantwortlichen sind, in diesem Fall Mitarbeiter der Ministerin Annalena Baerbock. Sie wähnen sich im Besitz der absolut gültigen Ordnung und handeln entsprechend. Wir sollten ihnen das nicht durchgehen lassen.

Fadenscheinig durchsichtig… 18. Oktober, 2022

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Fadenscheinig bis zur Durchsichtigkeit ist die Erklärung der australischen Regierung, mit der sie die vor 4 Jahren getroffene Entscheidung, (West)Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, zurücknimmt.

Siehe dazu https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/australien-widerruf-west-jerusalem-101.html

Australien ändert nach vier Jahren eine zentrale Position im Nahostkonflikt: Die Regierung erkennt West-Jerusalem nicht mehr als Hauptstadt Israels an. Sie wolle keinen Ansatz unterstützen, der die Aussicht auf eine Zwei-Staaten-Lösung untergrabe.

Und weiter lesen wir:

„Heute hat die Regierung die frühere und langjährige Position Australiens bekräftigt, dass der endgültige Status von Jerusalem eine Frage ist, die im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Israel und dem palästinensischen Volk gelöst werden sollte“, hieß es von Außenministerin Wong. Australien stehe zu einer Zwei-Staaten-Lösung, in der Israel und ein zukünftiger Palästinenserstaat „in Frieden und Sicherheit“ koexistierten.“

Seit wie vielen Jahren bemüht sich Israel um eine friedliche Lösung des Konflikts, den die Araber mit immer neuen Wendungen zu torpedieren wissen? Sind es 10 oder 15, 30 oder eher doch 74 Jahre und mehr?

Seit der Gründung des Staates ISRAEL im Jahr 1948 haben die arabischen Länder jede Möglichkeit in den Wind geschlagen, einen weiteren arabischen Staat zu etablieren neben den bereits existierenden muslimisch-arabischen Staaten in Israels unmittelbarer Nachbarschaft – Jordanien, Syrien, Ägypten, Saudi-Arabien – dem angrenzenden Libanon, dessen Bevölkerungsanteil aus zunächst überwiegend christlichen Arabern neben der muslimischen Minderheit bestand und dem Irak, der nicht unmittelbar an Israel grenzt, so wenig wie die muslimisch-arabischen Staaten, die Israel noch am gleichen Tag seiner Gründung den Krieg erklärten, um die Juden ins Meer zu treiben…. ein Vorhaben, das immer wieder neu auf die politische Agenda der Gegner Israels gestellt wird, dessen Umsetzung aber die Israelis in allen Kriegen und Terrorakten bisher erfolgreich abwehren konnten.

Das führt mich zu der kaum zu erschütternden Überzeugung, dass Mrs. Wrong (freudsche Versprecher sind meistens erhellend) und mit ihr alle Menschen guten Willen wohl auf das Kommen des Messias warten müssen und ER vermutlich eher kommt, als dass die ehemaligen „Araber“, heute als „Palästinenser“ formierend, zu Friedensverhandlungen bereit sein werden, in denen sie Israel als JÜDISCHEN STAAT anerkennen und auf das Rückkehrrecht der – sich von den knapp 500000 geflohenen Araber des Jahres 1948 auf heutige schlappe 5 Millionen sich stetig vermehrenden – Flüchtlinge verzichten.

Einen guten, wenn auch tendenziell pro-palästinensischen, Rückblick auf die Gründungszeit gibt es hier. Da ich aber nicht tendenziell, sondern absolut proisraelisch bin, gleicht sich das wohl aus. 🙂

Dass die israelische Regierung von der Entscheidung der australischen Regierung nicht erfreut ist, wird man unschwer erkennen und vielleicht sogar nachvollziehen können. In dem Bericht der ARD heißt es lapidar:

„Der israelische Ministerpräsident Jair Lapid kritisierte Australiens Entscheidung. Jerusalem sei „die ewige und vereinte Hauptstadt Israels, und daran wird sich nie etwas ändern“, so Lapid laut Mitteilung seines Büros. „Wir können nur hoffen, dass die australische Regierung andere Angelegenheiten ernster und professioneller angeht.“ Auch das israelische Außenministerium zeigte sich laut örtlichen Medienberichten „tief enttäuscht“ über die Entscheidung, die „aus kurzsichtigen politischen Erwägungen“ resultiere. Im Laufe des Tages soll der australische Botschafter in Israel, Paul Griffiths, einbestellt werden.“

Dass JERUSALEM Israel „ewige Hauptstadt“ ist, liegt zwar weit in der Vergangenheit begründet, aber allen Menschen, die sich nur ein ganz klein wenig jemals mit Judentum und jüdischer Geschichte befasst haben, müsste klar sein, dass Jerusalem auch Israels Hauptstadt bleiben wird, ist Jerusalem doch trotz Vertreibung seiner Bewohner im Jahre 70 nach der Zeitrechnung und trotz der nachfolgenden immer wieder erfolgten Eroberung durch andere Staaten immer das Herz des Judentums geblieben.

Wie absurd wäre daher die Vorstellung eines Jüdischen Staates ohne eine jüdische Hauptstadt namens JERUSALEM ?

Besucht man als Tourist Israel und Jerusalem, begegnen einem auf Schritt und Tritt die Zeugen jüdischen Lebens in und aus allen Jahrhunderten seit mehr als 3000 Jahren.

Als Christen müsste uns das jüdische Erbe dieses Landes und die Bewahrung dieses Erbes besonders am Herzen liegen, fußt doch unter Glaube auf den, der im Tempel von Jerusalem lehrte, in Jerusalem am Kreuz starb, in Jerusalem vom Tode auferstand – Jesus Christus, der in der jüdischen Tradition lebte und selbst im Todeskampf seinen Gott und Vater mit den Worten eines alten jüdischen Psalms anrief.

Die weiteren Absätze des oben verlinkten Berichts will ich hier weder einstellen, noch kommentieren, da jeder lesen kann und sich ohnehin eine eigene Meinung dazu bilden wird. Dass aber die Palästinenser jetzt jubeln und von der Zwei-Staaten-Lösung faseln, die sie in all den letzten Jahren immer und immer wieder geschickt zu verhindern wussten, kann nur der gutheißen, der einem alten Muster nachhängt, in dem „der Jude“ immer schon der Verfemte war, ganz egal ob als einzelne Person, als Gruppe oder nun eben als Staat unter Staaten – Als EINZIGER JÜDISCHER Staat unter den vielen Staaten, die in der UN vertreten sind.

Darum bekümmert es mich auch, dass unsere Regierung sich nicht dem Vorbild Trumps angeschlossen und unsere Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt hat.

Wo noch machen unsere Botschafter, Außenminister und Kanzler ihre Antrittsbesuche? Wo steht das Parlament, wo ist der Sitz der israelischen Regierung?

Kleiner Hinweis, Tel Aviv ist es nicht.

Ach so, um auf „fadenscheinig“ und „durchsichtig“ zurückzukommen:

Die geopolitischen Interessen der Staaten einerseits, die Jerusalem als Israels Hauptstadt ablehnen, sind in dieser krisenhaften Zeit größer geworden, und andererseits spielen vermutlich auch Faktoren eine Rolle, die nicht in der großen Politik zu suchen sind, sondern eher in dem Privatissime, das jeder Politiker eben auch mitbringt.

Das ist die Frau, die nun glücklich ist, wieder den alten Status hergestellt zu haben: Penny Wong

Irrsinnig – komisch – lesen! 1. September, 2022

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Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen und zu unterschiedlichen Zeiten hier mitgeteilt, dass ich mit der „Achse“ und ihren Artikeln nicht mehr so einverstanden bin, wie ich es vor „Corona“ war. Das hat natürlich Gründe, die ich hier aber nicht beschreiben und schon gar nicht diskutieren will.

Vielmehr weise ich auf die „Chronik des Irrsinns“ hin, die Claudio Casula bei „Achgut“ zusammengestellt hat. Man – also ich – könnte gleichzeitig quietschen vor (Lese)Vergnügen und heulen über den Irrsinn, der in solch geballter Form auftritt, dass man – also ich – es kaum ertragen kann:

https://www.achgut.com/artikel/chronik_des_irrsinns_der_august_2022

Kleine Kostproben gefällig?

Bitte sehr:

“ Claudia Kemfert, Wirtschaftswissenschaftlerin und Energiewende-Märchenerzählerin der Nation, nennt die Argumente gegen die Energiewende – wie Dunkelflaute und dass nachts die Sonne nicht scheint – „altbewährte Mythen“.“

„Kika-Moderator Matondo Castlo nimmt gerade an einem israelfeindlichen Jugend-Festival in Farkha (Westjordanland) teil, das von der marxistischen „Palestinian People’s Party“ organisiert wird, die seit Jahrzehnten gegen Israel hetzt und Terroristen verherrlicht. Der Sender kennt Castlo aber als „sehr engagierten und stets am Wohl der Kinder orientierten Menschen, der sich in seiner Arbeit als Coach, Musiker und Erzieher deutlich gegen Hass und Gewalt positioniert“. Na dann!“

„In einem tagesthemen-Kommentar meint eine Sabrina Fritz, der Staat gebe Milliarden für Elektroautos, neue Medikamente oder dass wir günstig mit der Bahn fahren. Er könne aber „nicht immer nur geben, er muss auch mal nehmen“. Ach, wissen Sie, Sabrina: Der Staat gibt doch nur, was er uns vorher genommen hat! Man nennt das Steuern. Und davon nimmt der deutsche Staat viel. Er nimmt uns auch monatlich 18,36 Euro, damit wir uns Ihren gequirlten Mist anhören müssen.“

„Der Chef des Umweltbundesamtes, der den Grünen nahestehende Dirk Messner, liebäugelt mit einer CO₂-Steuer für Kühe. Die furzen nämlich alle drei Minuten und emittieren so übers Jahr jeweils 100 kg Methan. Wie üblich eine Milchmädchenrechnung, weil die Rindviecher nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als die Pflanzen, die sie fressen, vorher durch Photosynthese gebunden haben. Aber Geld stinkt ja nicht, wusste schon der römische Kaiser Titus Flavius Vespasianus.“

„Genderei im Endstadium: In der WDR-Sendung „Lokalzeit“ stellt Moderator Stefan Fuckert seine Interviewpartnerin als „Intensivkrankenschwesterin“ vor. Ich habe mich nicht verhört, er sagt es dann gleich nochmal. Auch WDR-Moderatorin Catherine Vogel spricht von einer „Krankenschwesterin“. Laut Sender ein „Versprecher“. Hä? Eine Versprecherin, wenn schon!“

„Der NDR hat mit Henry Gross zwar einen gut entlohnten Musik-Chef, leistet sich aber noch einen Dieter Petereit als „Musikberater“ und lässt sich bzw. den Gebührenzahler das bis zu 50.000 Euro im Jahr kosten. Dass Herr Petereit auch der Lebensgefährte von Sabine Rossbach, der Direktorin des NDR-Landesfunkhauses in Hamburg ist – reiner Zufall!“

„Lange nichts mehr von größeren Geldbeträgen gehört, die von Asylbewerbern gefunden und umgehend bei der Polizei abgegeben werden. Aber jetzt wird es ein wenig origineller, fasten your seatbelt: „Von der Straßenbahn aus entdeckt Asylbewerber Mostafa Mahmoud einen verletzten Babyvogel. Er fährt zurück, versorgt ihn, gibt ihm einen Namen. Jetzt ist ,Abbas‘ im Flüchtlingscamp Neuss eine Legende.“ Illustriert ist die herzergreifende Geschichte mit einem Foto von gleich vier Migranten (neben Mostafa noch Zoheir, Khalil und Mohammed), die das Taubenbaby gefunden und gerettet haben sollen. Darauf ein Paulaner!“

Ich hoffe, dass das Taubenbaby gesund und munter ist und ihm ein so langes Leben beschieden ist, wie seinem Namenspatron, dem Holocaustleugner Dr. Mahmud Abbas, der Terroristen und Mörder mit unseren Steuergeldern finanziert und von einem Staat Palästina „vom Meer bis zum Fluss“ ganz ohne Israel dazwischen träumt. Dass sich die Presse nicht schämt, diese Story so ganz ohne leise Kritik an Abbas dem Schlächter zu verbreiten, wundert mich allerdings gar nicht mehr. (Wenn ich mich richtig erinnere, schrieb ich mal einen ironischen Beitrag über Abbas als Friedenstaube… oder war er gar ein Friedensengel? Siehe dazu auch den undassbar einseitigen und israelkritischen Bericht des Spiegel , wie er nicht schlimmer sein könnte!)

Viel Spaß mit dem restlichen Irrsinn, den ich nicht hierher kopiert habe.

Das Lied von der Zweistaatenlösung 11. Februar, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Wieso, so frage ich mich schon seit Jahren, glaubt alle Welt, sich intensiv in die Belange des Staates Israel ungefragt einmischen zu müssen – von „dürfen“ ist ja nicht einmal die Rede.

Nun also auch Frau Baerbock, die – laut Pressemitteilung – zum zweiten Mal Israel einen Besuch abstattete, zum ersten Mal als Außenministerin der Bundesrepublik Deutschland.

Wie alle ihre Vorgänger sang auch sie das Lied von dem unumstößlichen Existenzrecht Israels, das auch für sie nicht verhandelbar sei.

Hat man jemals bei einem politisch motivierten Besuch eines anderen Landes vernommen, das Existenzrecht dieses gerade besuchten Landes sei „nicht verhandelbar“? Ist eigentlich noch niemandem der begleitenden und berichtenden Pressemeute aufgefallen, dass allein schon in der Formulierung und Behauptung vom „Existenzrecht Israels“ so etwas wie eine unausgesprochene Vermutung des Gegenteils enthalten ist? Wenn ich ausdrücklich etwas, was doch „eigentlich“ ganz selbstverständlich ist, solchermaßen betone, schwingt immer auch die Möglichkeit mit, es könne ganz anders sein und darum müsse stets und ständig das „eigentlich Selbstverständliche“ hervorgehoben und betont werden.

Warum man aber in dem betroffenen Land selbst zu dieser Formulierung greift, statt sie in den Ländern deutlich zu machen, die ja tatsächlich Israels Existenz bedrohen und bei Kundgebungen die Auslöschung des Staates fordern, ist mir nicht ganz klar. Dabei bieten sich doch sehr viele Gelegenheiten in den unzähligen Gegebenheiten auf kulturellen wie wirtschaftlichen Feldern, den Gegnern Israels die Leviten zu lesen, an vorderster Front dem Iran und seinen Mullahs, die nicht müde werden, die Vernichtung Israels zu fordern, wie seinen türkischen und arabischen und leider auch deutschen Sympathisanten hier in Deutschland, die gerne in machtvollen Demonstrationen ihre Absicht kundtun, das „Gebilde“ zwischen Mittelmeer und Jordan umwandeln zu wollen in ein „judenfreies Palästina“. Natürlich muss man das Recht Israels in Gesprächen mit allen Staaten wieder und wieder betonen, die mehr oder weniger unverhohlen Israel die Gegnerschaft ansagen.

Damit das Lied vom „Existenzrecht Israels“ aber bei Israels Gegnern nicht zu großen Unmut auslöste, so meine Vermutung, sang Frau Baerbock auch noch das Lied von der „Zweistaatenlösung“, die sie, getreu dem deutschen Narrativ vom Frieden in Nahost, für die einzige sinnvolle Lösung hält. Um diese Erzählung glaubwürdig weitersagen zu können, muss aber auch Frau Baerbock, wie alle ihre Vorgänger, die Augen ganz fest vor der Tatsache verschließen, dass es neben Herrn Abbas in Ramallah auch die Hamas in Gaza gibt. Das ist natürlich nichts Neues, neu ist auch nicht, dass die Hamas schon vor vielen Jahren eine Charta verabschiedete, in der sie alle Muslime der Welt zum Kampf gegen Israel auffordert und dabei ganz klarmacht, dass dieser Kampf so lange geführt werde, wie Israel als Staat existiere. Man kann das nachlesen. Es gibt keine Revision der Charta, die auf die Auslöschung Israel verzichten würde.

Bei ihrem Besuch in Ramallah hat Frau Baerbock vermutlich nicht das Arbeitszimmer des ewigen Präsidenten Abbas betreten. Sonst hätte sie sehen können, dass Herr Abbas nämlich gar kein Interesse an einer Zweistaatenlösung hat. Der große Präsident des nicht existierenden Volkes der Palästinenser läßt sich nämlich gerne vor einer Landkarte in seinem Arbeitszimmer ablichten, die nur einen einzigen Staat zwischen Mittelmeer und Jordan zeigt:

„Palästina“

Ein Staatsgebiet „Palästina“ ganz ohne irgendein Israel!

Aber das, Israel, müsste rein theoretisch, wenn es um die friedliche Zweistaatenlösung ginge, auch auf der Landkarte des Herrn Abbas, zwischen dem Mittelmeer und einem – in welchen Grenzen auch immer vorhandenem – „Palästina“ liegen.

Allein schon deshalb halte ich das Lied von der Zweistaatenlösung, das unsere Politiker immer anstimmen, wenn es um den angeblichen Friedensprozess geht, für eine einzige, große, lügenhafte Märchenerzählung.

Und ich frage mich, ob sie allen Ernstes wirklich daran glauben oder es sich beim Absingen dieses Lügenliedes nicht doch nur um reine Propaganda zugunsten des Friedens in Deutschland handelt. Immerhin leben in Deutschland genug Leute,

die der in der Charta der Hamas genannten Ummah angehören …

genug Leute, die mit der FATAH und ihrem militärischen Arm der PLO immer schon geliebäugelt haben, gar eine strategische Partnerschaft mit ihr anstreben, wie weiland die Jusos unter Andrea Nahles, oder, wenn wir noch weiter zurückdenken, die den vielen Sympathisanten und Unterstützern der RAF angehörten und / oder als aktive Kämpfer der RAF mit den Terroristen des Yasser Arafats gemeinsame Sache in den Ausbildungslagern der Terrororganisation der PLO machten …

genug Leute, die noch von der Nahost-Doktrin der ehemaligen DDR beeinflusst sind …

ganz abgesehen von denjenigen, die immer noch oder schon wieder antisemitischen Grundsätzen folgend, Juden an sich und Israel insbesondere ablehnen. BDS lässt auch an dieser Stelle grüßen und vergessen wir doch bitte nicht die unrühmliche Rolle, die Grüne bei der Abstimmung im Bundestag über das Verbot von BDS gespielt haben.

All das bedeutet für mich, zusammengefasst, dass Frau Baerbock, frisch im Amt und ohne jede Erfahrung auf dem Gebiet der Außenpolitik, doch bitte zunächst einmal den Mund halten sollte, bevor sie große Töne spuckt und meint, sie sei berufen, einen wie auch immer gearteten Friedensprozess wieder neu anzukurbeln.

Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sind deutsche Politiker ohnehin die völlig falschen, Israel irgendwelche Vorschläge zu machen, wie Israel mit seinen Nachbarn und Feinden umgeht. Vor 80 ACHTZIG JAHREN beschlossen Deutsche in der Wannseekonferenz, die Juden Europas rigoros der Endlösung anheimzugeben, der Vernichtung auszuliefern, der Auslöschung. Bis 1945 setzten sie diesen Beschluss konsequent um. Es kostete SECHSMILLIONEN Menschen das Leben. Abertausende, die dem Horror der Vernichtungslager entkamen, waren traumatisiert und für ihr Leben gezeichnet.

Ich denke, wir haben nicht darüber zu befinden, was Israel tun oder lassen soll.

Lob als Ablenkungsmanöver? 13. August, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, flüchtlinge, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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In einem katholischen Magazin berichten die  Vertreter der beiden großen Christlichen Kirchen in Deutschland über die spontane Aktion im Jahr 2015, als tausende Flüchtlinge täglich in Deutschland ankamen und was sie, die Bischöfe, seither besonders bewegt.

Fünf Jahre Willkommenskultur“ ist der Bericht überschrieben. (Bitte das Interview lesen)

Ich will nicht, wie Roland Tichy in seiner durchaus berechtigten kritischen Stellungnahme zu eben diesem Interview, von  einem „bischöflichen Bullerbü“ reden, in dem sich die Bischöfe die Welt schön reden und die Wirklichkeit gekonnt ausblenden.  (Auch diesen Artikel bitte lesen)

Mich beschleicht angesichts der bischöflichen Lobreden zur Flüchtlingsthematik und der eigenen bischöflichen Rolle dabei ein ganz anderer Gedanke:

Benutzen die Bischöfe nicht dieses Thema, um von  weitaus schwierigeren Problemen der Kirche – beider großen Kirchen – abzulenken? Es stehen neben dem Mitgliederschwund doch sehr viele wesentliche Fragen auf der Agenda der inter- wie intrakirchlichen Probleme.

Als Außenstehende – ich bin freikirchliche Christin  – bekomme ich die Fragen nur am Rande mit.

Stichworte sind zum Beispiel:

„gemeinsames Abendmahl von Wiederverheirateten“ in der katholischen Kirche,  „gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christen“, „Ordination von Frauen“,  „Zölibat“, „Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen“, „Papst als Oberhaupt aller Christen“, „was ist Kirche – gehören evangelische und freikirchliche Christen dazu?“ „Mission und Evangelisation“, „Prozess der Säkularisierung der Gesellschaft“, „Kirchensteuer versus Freiwilligkeit“, „Sakramente“…. um nur die Punkte zu nennen, die mir durch die Lektüre zahlreicher Veröffentlichungen bewusst sind.

Noch nicht eingebunden in den „Problem-Katalog“ ist die Frage nach der möglichen gemeinsamen theologischen Basis mit den Freikirchen in Deutschland, insbesondere was das Taufverständnis und die Frage „Sakramente“ angeht. Was ist das Einende, was das Trennende?

Eine weitere strittige Frage ist:  Wie sieht die theologisch begründete Abgrenzung zum Islam und dem islamischen Gottesverständnis aus?

Ich bin immer wieder verwundert, um nicht zu sagen frustriert, dass insbesondere zu dem letztgenannten Punkt – der ja in Bezug auf die überwiegend muslimischen Flüchtlinge nicht uninteressant ist – wenig öffentlich geführte oder doch zumindest dokumentierte   Diskussionen erkennbar sind, und damit meine ich die Gespräche, die doch vermutlich unter Theologen und Fachleuten im Auftrag der Institution „Kirche“ geführt werden und die so aufbereitet werden müssten, dass sie auch  Laien, einfachen Kirchenmitgliedern und interessierten Gemeindeleuten zugänglich und verständlich  sind. Fürchten die Verantwortlichen vielleicht, dass veröffentlichte Debatten möglicherweise das Kirchenvolk verunsichern könnten?

Mit anderen Worten, sollen Interviews wie das oben verlinkte davon ablenken, dass es viele Fragen in beiden Kirchen gibt, die noch lange nicht beantwortet sind?

Dienen auch die diversen Aktivitäten in anderen „Spezialgebieten“ der Kirche, wie „Sorge um die Artenvielfalt“, „Klimaschutz und Erderwärmung“, „Tierwohl und Bewahrung der Schöpfung / Umwelt“ in erster Linie dazu, eine „Pseudoeinheit der Kirchen“ zu suggerieren, die aber näherer Betrachtung nicht standhält?

Wie steht es um die Beantwortung solcher Fragen?

Wenn alle Christen den „Leib Jesu“  bilden und Jesus das Haupt der Gemeinde ist, wie Paulus schreibt, braucht „die Kirche“ dann einen Stellvertreter Christi auf Erden? Ist der Papst der „Heilige Vater“ aller Christen oder doch nur das Oberhaupt der Katholiken?

Was würden die beiden Bischöfe wohl auf diese Fragen antworten?

Glauben wir alle an den gleichen Gott – Christen und Muslime und auch Juden? Nach meiner Wahrnehmung wird das locker-flockig verlautbart, vielleicht, weil  diese Frage zu kompliziert ist, als dass sie zu einem öffentlichen Interview  der beiden Bischöfe taugte, die zudem auf dem Tempelberg ihren muslimischen Begleitern zuliebe das Kreuz  – als Zeichen des gekreuzigten und auferstandenen  Christus – verbargen? Gaben sie damit nicht schon ein deutliches Zeichen?

Diese Fragen offen anzugehen, ist schwierig, da ist es doch ungleich einfacher, ein Rettungsboot ins Mittelmeer zu entsenden und sich voller Eigenlob an die Rettungstaten zu erinnern, die man den Flüchtlingen seit 2015 so nächstenliebend entgegen brachte und bringt.

Um bitte nicht missverstanden zu werden, ich sehe natürlich die Notwendigkeit den Flüchtlingen zu helfen, sie vor dem Ertrinken zu bewahren, das ist gar keine Frage.

Aber diese Arbeit darf nicht darüber hinweg täuschen und erst recht nicht als Ablenkungsmanöver dazu dienen, dass wir Christen Gefahr laufen,  durch einen wohlmeinenden Aktivismus die zentrale Botschaft des Evangeliums aus den Augen zu verlieren:

JESUS ist das Zentrum, sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung sind das angebotene Heil für diese Welt.

Sollte das nicht wieder ins Zentrum der Verkündigung gerückt werden…. und nicht die guten Werke.

Manchmal, so will es mir vorkommen, werden die vielen Gleichnisse Jesu, seine Wundertaten und prophetischen Worte nur dazu gebraucht, eine „christliche Begründung“ für rot-grüne Politik zu haben, die besonders die  evangelische Kirche mit Vorliebe betreibt und von ihren Kanzeln verkündet….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welches Leben zählt? 2. Juli, 2020

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, gesellschaft, integration, medien, politik, sammelsurium.
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Wie in einem Rausch haben sich viele Menschen weltweit und natürlich auch hier in Deutschland der Bewegung „Black Lives Matter“ angeschlossen, haben  viele Leute trotz Corona an großen Demonstrationen teilgenommen und  haben sich viele in den sozialen Medien wortreich dazu geäußert. Fußballspieler knieten vor dem Anpfiff in Demut nieder, um gegen Rassismus ein Zeichen zu setzen, „weiße“ Pastoren wuschen schwarzen Menschen die Füße, in zahlreichen Predigten und Gemeindebriefen fand das Thema seinen wirkmächtigen Niederschlag.

Beschuldigungen gegen weiße Personen des öffentlichen Lebens vergangener Zeiten wurden laut, Denkmäler niedergerissen, die Forderung kamen auf,  Begriffe wie „Mohr“ aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu tilgen, Straßen und Plätze, die einen Namen „weißer Männer“ tragen, umzubenennen. Polizisten wurden unter den Generalverdacht gestellt, rassistisch zu sein, eine Journalistin vergriff sich im Ton und wurde ob ihrer böswilligen, hasserfüllten  Sätze nicht gemaßregelt, sondern mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit und ihren Status als „Migrantin mit Ablehnungserfahrung“ verteidigt.

Menschen, die „All Lives Matter“ schrieben, unterstellte man mit dem schönen Wort „whataboutism“ eine gefährliche Nähe zu Parteien und Gruppen rechter Gesinnung.

 

Heute las ich zwei Texte, der eine kann als sarkastische Glosse zum Thema Rassismus angesehen werden, dem anderen begegnete ich im Gemeindebrief meiner Gemeinde, unsere Pastorin griff „BLM“ auf, verknüpft mit einem wunderbaren Psalm:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Psalm 139,14

Unsere Pastorin schreibt unter anderem:

“ Eine Bewegung die eigentlich nur eine Minimalforderung stellt und zwar,
dass auch das Leben der „Schwarzen“zählt und wichtig ist. Eine Forderung, die eigentlich selbstverständlich sein müsste und doch zeigt diese Bewegung auf, wo auch hier in Deutschland immer wieder Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert und angefeindet werden.
Es ist ein Thema was uns auch betrifft und hoffentlich betroffen macht. Wahrscheinlich merken wir im Nachdenken, wie häufig wir schon Situationen mitbekommen haben, in denen Menschen nicht gleichwertig behandelt wurden oder auch wir selbst in Klischees gedacht haben oder in „Fettnäpfchen“ getreten sind. Gerade Alltagsrassismus passiert beiläufig und macht doch
deutlich, dass es viele Vorurteile und ein latentes Klassendenken gibt.“

 

„Alltagsrassismus“?

Ist das wirklich ein grundsätzliches Problem in Deutschland?

Ich wage das, was hier  Alltagsrassismus genannt wird,  einer anderer Begrifflichkeit zuzuordnen, nämlich der der  „Ausgrenzung“. Ausgrenzung  von Menschen, die sich mehr oder weniger deutlich von der Mehrheit ihrer Mitmenschen unterscheiden und dadurch Benachteiligungen erleiden.

Tatsächlich gibt es in  Deutschland  so etwas wie eine „Alltagsbenachteiligung“.

Dazu eine kleine Exkursion:

Ich habe mein ganzes Berufsleben als Fachlehrerin an Schulen verbracht, in denen Kinder und Jugendliche unterrichtet wurden, die nicht dem „Durchschnitt“ der Schüler entsprachen, die nicht in der Lage waren, dem „normalen“ Unterricht zu folgen, sei es aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten oder ihrer Verhaltensauffälligkeiten oder ihrer körperlich begründeten Einschränkungen.

Während meiner eigenen Schulzeit nannte man diese speziellen Schulen „Hilfsschulen“, in den Sechzigerjahren wurde der Begriff durch den Ausdruck „Sonderschule“ ersetzt.  (In Nordhessen, wo ich die erste Zeit meines Lehrerdasein verbrachte, nannte der  Volksmund  diese Schule „Dummschnuttenschule“.)  Gegen Ende meiner Berufszeit gab es abermals eine Namensänderung, aus der „Sonderschule“ wurde die „Förderschule“.

Die mit dem Begriff Sonderschule verbundene  Assoziation des „Absonderns“, „Aussonderns“ sollte nicht länger prägend sein,  sondern das, was in dieser Schulform Tag für Tag Aufgabe und Anliegen ist: Das Fördern der jungen Menschen, die im Regelschulsystem kaum eine Chance auf Förderung und Bildung haben.

Aber auch dem „Förderschulsystem“ ist der Makel der Abgrenzung und  Ausgrenzung zu eigen, weswegen man in den letzten Jahren intensiv die Forderung der Inklusion aller Schüler in Regelschulen betreibt, sofern das aus räumlichen und personellen, wie personalen  Gründen möglich ist. Noch hakt es an vielen Stellen, weder wird man allen Schülern mit Förderbedarf wirklich gerecht, noch hat man ein einigermaßen zufriedenstellendes System der Versorgung der allgemeinbildenden Schulen mit Förderschullehrern sicher gestellt. Förderschullehrer unterscheiden sich von Grund-, Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrern durch eine spezielle Ausbildung während des Studium für ihre spezielle Aufgabe  als Lehrer an den entsprechenden Einrichtungen.

An meiner Schule gab es Kinder mit höchst unterschiedlichen Förderbedarfen. Und auch die Beschreibung des Förderbedarf hat sich im Laufe der Jahre geändert. Beispielsweise nannte man an meiner ersten Schule in Nordhessen Kinder mit eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten noch „Lebenspraktisch Bildbare“, wir kürzten das schulintern mit PB ab, „Praktisch Bildbare“. Aus den „Praktisch Bildbaren“ wurde die Bezeichnung   „Geistig Behinderte“, doch auch dieser Bezeichnung haftet etwas Diskriminierendes an. So wurde eine neue Formulierung entwickelt: „Schüler mit geistig-emotionalem Förderbedarf“.

Hat sich damit an dem Bedarf der Kinder, an ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten irgendetwas geändert? Nein, das wohl nicht. Es zeigt aber das Bemühen, Menschen mit einer mehr oder weniger deutlichen Einschränkung nicht allein durch die Begrifflichkeit, ohne die aber in diesem Fall die Schulbehörde nicht auskommen kann, mit einem diskriminierenden Makel zu versehen.

Wir Lehrer haben damals oft mit unseren Schülern über „Behinderung“ gesprochen, denn es war ein viel genutztes Schimpfwort der Schüler untereinander zu sagen: „Du bist behindert!“

Wir haben dem immer unser „jeder Mensch ist behindert“ entgegen gesetzt. Denn jeder Mensch trägt nach unserer Überzeugung in irgendeiner Form eine Behinderung mit sich herum, bei manchen Menschen fällt sie sofort ins Auge, beispielsweise dadurch, dass der Mensch auf den Rollstuhl angewiesen ist oder mit einem Abzeichen unterwegs ist, das ihn als Blinden ausweist, um ihm so einen ihm zustehenden Schutz zu gewähren.

Für mich war es nie ein Thema, mich über Menschen mit einer offensichtlichen Behinderung zu erheben, aber es war auch keine Notwendigkeit, mit besonderer Anteilnahme zu reagieren und womöglich in Mitleid zu zerfließen.  Ich gehe auf die Besonderheit ein, wenn es darum geht, notwendige Hilfe zu gewährleisten, aber ich entmündige einen Menschen nicht, indem ich ihm beispielsweise  jede eigene Initiative sein Leben zu gestalten, nicht mehr zutraue.

Welches Leben zählt?  habe ich diesen Beitrag überschrieben.

J E D E S ! Jedes Leben zählt!

Das ist meine tiefe Überzeugung.

Jedes Leben, unabhängig von seiner Hautfarbe, seinen Eigenheiten, Begabungen, seiner Herkunft oder seiner Religion zählt.

Wenn heute in Deutschland die BLM-Bewegung auf den Schirm gehoben wird und jeder, der sich ihr anschließt sich selbst für einen guten oder sogar besseren Menschen hält, so ist das eine andere Form von „Alltagsrassismus“ oder „Alltagsbenachteiligung“, weil nämlich nicht das Gemeinsame, das MENSCHSEIN AN SICH betont wird, sondern dem Trennenden die  Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.

Das sollte von den Kanzeln wieder gepredigt werden. In der „Ebenbildlichkeit Gottes des Menschen“ ist alles Trennende aufgehoben.

NACHTRAG
Mein Liebster wies mich – nachdem ich ihm den Text vorgelesen hatte – darauf hin, dass es oftmals wichtig sei, den Fokus der Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Problem zu richten, also in Bezug auf BLM darauf, dass Schwarze immer noch benachteiligt werden. Nur so, meinte er, könne man eine Veränderung hinsichtlich des Bewusstseins und (eigenen) Verhaltens bewirken.
Nun, dem kann ich grundsätzlich zustimmen. Aber – und das ist mein Anliegen – darf man nicht dabei stehen bleiben, sondern muss – ja muss – zu der Einsicht gelangen, dass wirklich jeder Mensch seinen Wert nicht seiner Hautfarbe verdankt oder seinen spezielle Fähigkeiten, sondern dass das Menschsein einen Wert an sich hat, der unabhängig von jeder einzelnen Person ist.

 

Muslime bilden keine Rasse 25. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, einwanderung, emanzipation, gesellschaft, integration, islam, medien, migration, politik.
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Diese Anzeige wird bei facebook veröffentlicht:

Die anti-muslimische Stimmung in Deutschland hat Auswirkungen auf viele der in Deutschland lebenden Muslim*innen, die sehr frustriert über den öffentlichen Disk

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Heute 17:00 • Muslimisches Jugendwerk
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Mein Kommentar unter der Anzeige:

„Es kann keinen „antimuslimischen Rassismus“ geben, da der Islam nicht als Rasse sondern als Religion geführt wird und Muslime entsprechend keine eigene „Rasse“ bilden, sondern Angehörige einer Religionsgemeinschaft sind. Wobei ich mir persönlich die Bemerkung erlaube, dass ich den Islam nicht als Religion, sondern als Ideologie mit religiösen Zügen ansehe, eine Ideologie, die einen universalen Machtanspruch hat. Dagegen zu opponieren ist jedoch legitim.“

Im Zuge der BLM-Bewegung nutzen muslimische Aktivisten die gegenwärtige Diskussion zum Thema  Rassismus, um sich selber als „Opfer rassistischer Umtriebe“ darzustellen und propagieren gleichzeitig die überaus deutliche Selbstinszenierung als Muslim in einer  „noch“ nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft.  Die Organisation hat ja gar nicht vor, Muslime „nur“ zu politischer Teilhabe aufzurufen, unabhängig von sonstigen religiösen oder ideologischen Zugehörigkeiten, nein, sie fordert explizit dazu auf, sich als Muslim einzubringen in das politische Geschehen.

Die Säkularisierung – also die von christlichen Einflüssen befreite  Gesellschaft – schreitet unaufhaltsam voran und entspricht damit durchaus der schon von Paulus beschriebenen Gewaltenteilung in Kirche und Staat. Diese Teilung haben auch die Gründungsväter der Baptisten in Deutschland vor mehr als  150 Jahren ausdrücklich betont, dabei aber gleichzeitig für alle Religionsgemeinschaften die freie Religionsausübung gefordert.

Was wir heute aber beobachten können, ist doch, dass mit dem Anwachsen der muslimischen Gemeinschaften in Deutschland dieser Trennung von Kirche und Staat zwar für „Kirche“ (durch vor allem grüne und linke Parteien) Geltung verschafft werden soll, in gleichem Atemzug aber für die Besonderheiten islamischer Gepflogenheiten eine Lanze gebrochen wird. Das Beispiel der Kopftuchdebatte muss ich hier nicht erneut aufwärmen, aber die Hinweise auf die Rituale und Gebräuche im Ramadan, die Forderung der Rücksichtnahme auf fastende Muslime oder die Forderung auf Schweinefleisch in Mensen und Kantinen den muslimischen Bürgern zuliebe zu verzichten, sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie Umbenennungen alter Namensgebungen für historisch gewachsene Bräuche von Weihnachts- und Christkindlsmärkten in Wintermärkte oder Lichterfeste.

Die Medien berichten über die Gratulation des Bundespräsidenten  zum Zuckerfest und seine Teilnahme an den speziellen Veranstaltungen zum Ramadan, einen Segensgruß zu Ostern an die Christen oder eine entsprechende Grußbotschaft an die jüdischen Gemeinden zu Pessach ist aber eher  unscheinbar  und findet nicht den Weg in die Abendnachrichten der öffentlich-rechtlichen Sender…. oder fällt gleich ganz aus.

Muslimische Opfern der Gewalt durch einzelne Täter können sich der Anteilnahme durch Frau Merkel sicher sein, Opfer muslimischer Gewalt dagegen erfahren keine Worte des Trostes durch die Kanzlerin –  oder wenn doch, dann erst auf Druck der Öffentlichkeit, die diese Diskrepanz im Verhalten der Offiziellen durchaus „noch“ wahrnimmt.

Die Beispiele ließen sich vermutlich durch viele weitere ergänzen.

Und natürlich darf hier der Hinweis nicht fehlen, dass unsere Regierung mit den Regierungen muslimischer Staaten immer wieder bestes Einvernehmen herstellt, obwohl die Menschenrechtsverletzungen in diesen Staaten ausdrücklich mit den besonderen Bestimmungen des Islam durch die Machthaber legitimiert werden. Auf widerwärtige Weise wird das Wegsehen der Regierung hinsichtlich islamischer „Eigenheiten“ an den sogenannten Al-Kuds-Tagen in deutschen Großstädten deutlich, wenn Tausende durch die Straßen ziehen und „Tod Israel, Tod Amerika“ brüllend skandieren.

Um nicht falsch verstanden zu werden:

Ich bin für die Trennung von Kirche und Staat.

Ich bin für die  Religionsfreiheit, sie gilt für alle Religionen in Deutschland; sie betrifft den persönlichen Glauben und die Freiheit, ihn zu leben, zu wechseln oder zu verlassen.

Ich bin für die politische Teilhabe aller hier lebenden Menschen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und Bestimmungen, unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit.

Und schließlich:

Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift zu äußern – auch Muslime, die meinen, Opfer dieser rassistischen Gesellschaft zu sein.

Und jeder Mensch hat das Recht, Widerspruch gegen jegliche Äußerungen einzulegen, die den eigenen Werten, der eigenen religiösen und / oder ideologischen Basis und / oder der eigenen Wahrnehmung nicht entsprechen.

 

Ein Hoffnungsträger meldet sich zurück… 23. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, obama, politik, presse, zweistaatenlösung.
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Er war einst der „mächtigste Mann der Welt“, jedenfalls galt er, wie alle anderen amerikanischen Präsidenten auch, als „mächtigster Mann der Welt“. Ob das nun in Bezug auf Obama der Realität entsprach oder eher gottgleicher Verehrung oder einfach nur Ausdruck größter Hoffnung, das kann und will ich nicht beurteilen…

Nun, angesichts der (von der BLM-Bewegung maßgeblich getragenen) Unruhen im Land nach dem Tod eines „Schwarzen“ durch einen „weißen Polizisten“ und dem Wahlkampf vor der anstehenden Präsidentschaftswahl, meldet er sich zurück, Obama, der in Deutschland  als Heilsbringer für das ganze Universum gefeiert wurde, wie kein anderer Präsident vor ihm… Kennedy vielleicht ausgenommen, der sich für alle Zeiten mit seinem berühmten „Ich bin ein Berliner“ den Platz in der Ehrenhalle deutschen Gedenkens gesichert hat.

Obama war und ist der Liebling der deutschen Grünen und Linken, dem selbst die Bundeskanzlerin nach anfänglichem Zögern eine gewisse, für sie schon geradezu unerhörte Belobigung aussprach. (Ich vermute ja, dass das ein klitzekleines bisschen damit zusammenhängen mag, dass Obama Mrs. Merkel zur Anführerin der freien Welt erkor, nachdem er selbst seinen Präsidentenposten an Herrn Trump abgeben musste – dem Willen des Wahlvolks der USA entsprechend.)

Welch eine fürchterliche Ernüchterung für alle Freunde Amerikas, als nach Auszählung aller Stimmen klar war, dass nicht zum ersten Mal eine Frau das Präsidentenamt nach dem ersten schwarzen Präsidenten innehaben würde, sondern ein Mann, der nun nicht in geschliffener Rede und betontem Understatement seine Auftritte absolviert, wie man es doch auf so angenehme Weise gewohnt war.

Ich erspare es mir, hier auf den derzeitigen Amtsinhaber einzugehen oder auf die Art und Weise, wie man ihn und seine politischen Aktivitäten öffentlich seziert und zur Beurteilung frei gibt.

Ich beziehe  mich auf einen Artikel der „Zeit“, den ich aus dem sozialen Netz gefischt und dort so kommentiert habe:

„Es war ein Zeichen der Hoffnung, als der schwarze Barack Obama Präsident der USA wurde. Ich habe damals vor dem Fernseher gesessen und die Feierlichkeiten der Amtseinführung miterlebt und habe vor Freude und Rührung geweint.
Endlich schien das Rassenproblem in den USA ein Gespenst von gestern zu sein.
8 Jahre lang hatte Obama Zeit, viele der nun genannten Forderungen umzusetzen. Wie ist es ihm gelungen?
Wir sahen die Bilder der Präsidentenfamilie im Weißen Haus, eine von den Medien geradezu enthusiastisch gefeierte First Lady in wundervollen Kleidern, und perfekte Inszenierungen
großartiger Feste, glitzernde Weihnachtsbäume und rührende Begegnungen mit Kindern… wir erhielten Ernährungstipps fürs Volk mit Gemüse aus dem präsidialen Garten….

Der Präsident hielt großartige Reden und ließ das Militär gegen Rassenproteste aufmarschieren… er bekam auf Vorschuss den Friedensnobelpreis, zog ein ums andere Mal „rote Linien“ gegen syrische Regierungstruppen, die das eigene Volk bedrohten – und tat nichts.
Er hielt eine grandiose Rede in Kairo und ließ Israel im Regen stehen, konnte seine Verachtung für Netanjahu kaum verbergen und machte den Palästinensern nicht einlösbare Hoffnungen…
Obama wird in Deutschland gefeiert wie ein Popstar…. und hat langfristig noch weniger zu bieten, als je ein Popsternchen auf einer schlecht eingespielten CD im Angebot hatte.
Nun macht er sich daran, das Land, sein Land, die USA noch weiter zu spalten, statt die Versöhnung zwischen den verfeindeten Lagern herbeizuführen.
Er hat doch nichts mehr zu verlieren, weil er doch längst alles verloren hat – die Macht, selbst etwas zu verändern.
Er hat nur noch die Macht der Sprache – und nutzt sie zu verstören, statt zu befrieden.“

—–   so mein Kommentar bei facebook    —–

 

Vielleicht, das kann ich eingestehen, sind meine harschen Worte ein Ausdruck der Frustration, die nach und nach auf die Freude folgte, die die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten der USA bei mir ausgelöst hatte. Wer hier schon längere Zeit liest, weiß, dass ich viele politische Entscheidungen gegenwärtiger Staatsoberhäupter daran messe, wie sie sich zu Israel stellen. Das mag für viele Leser etwas kleinkariert sein, aber im Kontext der realen Machtverhältnisse, denen sich Israel in beständiger Bedrohung ausgesetzt sieht, ist das für mich ein wesentliches Kriterium zur Einschätzung politischer Entscheidungsträger, das gilt für deutsche Politiker ebenso wie für alle anderen, die an entscheidender Stelle „Macht“  ausüben oder zumindest glauben, Macht ausüben zu können…. Gabriel, Steinmeier, Maas und Merkel lassen aus deutschen Ämtern grüßen….  Ich habe oft genug dazu Stellung genommen.

An der Stellungnahme für oder gegen Israel scheiden sich für mich die Geister –  und das hat viel mit unserer Vergangenheit einerseits und meinem christlichen Glauben andererseits zu tun…

In Bezug auf Israel beziehe ich mich im Glauben auf einen uralten Text, er findet sich in
1.Mose 12, 3

 

 

 

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