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Sapere aude…. 29. September, 2022

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Im Laufe eines interessanten Disputs über eine von mir getätigte Aussage, die meinem Gegenüber aber nicht gefiel, wies mich mein Gesprächspartner auf meine „selbstverschuldete Unmündigkeit im Sinne Kants“ hin.

Nun will ich hier nicht auf die Unverschämtheit des Diskutanten eingehen, mir indirekt nahezulegen, mich im Hinblick auf meinen Verstand doch besser seiner Leitung zu bedienen, als mich fürderhin entschlossen auf meinen eigenen Grips zu verlassen und damit in „selbstverschuldeter Unmündigkeit“ zu verharren.

Ich gehöre bereits seit meiner frühesten Kindheit zu den Menschen, die sich ungern vorschreiben lassen, was und wie sie zu denken haben, wobei ich mich natürlich im Laufe meines Lebens leiten, lehren und belehren ließ – zunächst von Eltern, Großeltern und der Lieblingstante, die teils streng, teils liebevoll das neugierig-aufmüpfige Kind mit Information und Wissen betrauten und dabei darauf achteten, dass das „eigene Denken des Kindes“ auf nicht gar zu viele Abwege geriet. Später mühten sich Lehrerinnen und Lehrer, den wachen Geist der Schülerin anzuregen, zu fördern und zu schulen und in gesellschaftlich verträgliche Bahnen zu leiten, einzuhegen in die Konzepte der vorherrschenden und politisch erwünschten Ansichten und Meinungen in Schule und Gesellschaft. Gleichzeitig wuchs mit diesem Bemühen aber auch das, was man wohl einen „kritischen Geist“ nennen kann. Und dieser kritische Geist war es wohl auch, der es der Studentin damals ermöglichte, den Autoritäten an Fachhochschule und Universität zu widersprechen, wenn die vorgegebene Linie nicht mit der eigenen Denkweise übereinstimmte.

Der kritische Geist ist mir geblieben. Nur weil ein Professorentitel mein Gegenüber schmückt, der ihn als „Meister seines Fachs“ ausweist, heißt das doch – meinem Verständnis nach – noch lange nicht, dass die anerkannte fachliche Überlegenheit generell sein und auf alle anderen Gebieten angewendet werden kann oder gar angewendet werden muss – des Titels zuliebe?.

Der kritische Geist ist mir auch geblieben, wenn es darum geht, Nachrichten nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu durchdenken und einzuordnen. Deshalb konnte ich mich auch nie mit Claus Klebers Verständnis von Journalismus abfinden, das nämlich davon ausging, dass der Moderator der Nachrichtensendungen des ZDf (und der ARD, Kleber sprach für beide Anstalten) die Nachrichten für die Zuschauer einzuordnen habe, damit diese Nachricht, Szenerie und Situation „richtig“ verstehen.

Wenn ich über einen Tatbestand gut informiert werde, die Hintergründe dabei nicht ausgelassen werden, bin ich durchaus in der Lage, sie selbst einzuordnen. Vielleicht geschieht diese Einordnung aber nicht im Sinne des Moderators oder der Richtlinie eines Senders und bleibt vielleicht sogar lückenhaft, aber sollten wir nicht alle in der Meinungsbildung frei sein, uns zu entscheiden, ob wir einer vorgegebenen Ansicht folgen oder uns eigene Gedanken machen?

Ich habe immer schon gesagt, dass Gott mir einen gut funktionierenden Verstand geschenkt hat und es mir gefällt ihn auch zu gebrauchen. Meiner Überzeugung nach ist es sogar unsere Pflicht, den eigenen Verstand einzuschalten und ihn zu einzusetzen, Dinge und auch Ansichten und Meinungen zu hinterfragen.

Ganz sicher – und auch das ist ein Teil meines kritischen Bewusstseins – sind mir aber auch Grenzen gesetzt. Grenzen des Wissens und Grenzen des Verstandes und Verstehens. Deshalb lasse ich mich immer noch gerne belehren – im Sinne von Erweiterung meines Horizonts und Wissens durch sachliche Informationen und auch durch einander widersprechende Expertisen, Meinungen und Ansichten.

Aber ich lasse mich nicht gerne für dumm verkaufen, nicht von Nachrichtenleuten, nicht von Propagandisten, nicht von Politikern und /oder Leuten, die ihre eigene Agenda vertreten.

Nur Mut, gebraucht den Verstand!

WER war das? 28. September, 2022

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Mögliche Pipeline-Sabotage:
EU droht mit einer «robusten und gemeinsamen Reaktion»

Das ist passiert: Die EU hält Sabotage als Ursache für die Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 für wahrscheinlich und droht mit Gegenmassnahmen. «Alle verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass diese Lecks das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung sind», erklärte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell im Namen der 27 Mitgliedstaaten. Jede vorsätzliche Störung der europäischen Energieinfrastruktur sei völlig inakzeptabel und werde «mit einer robusten und gemeinsamen Reaktion beantwortet werden». Auch der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von Sabotage“, erfahre ich von dem sogenannten „Briefing“ der NZZ per Mail.

Also die Empörung der EU kann ich durchaus nachvollziehen, ich teile sie sogar.

Und ich finde auch, dass eine Reaktion folgen muss.

Nur wie sich die EU das mit einer „robusten und gemeinsamen Reaktion“ vorstellt, kommt mir noch etwas rätselhaft vor.

Wenn wir Kinder früher dumme Sachen gemacht hatten und uns herausreden wollten, ja nicht wirklich etwas mitgemacht zu haben, bekamen wir den folgenden Spruch zu hören:

Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Also nach meinem Verständnis ist zwar klar, dass da etwas mit Absicht zerstört wurde, aber wer das war und wer möglicherweise mitgegangen war, ist doch eine reine Mutmaßung (so möglich sie auch immer sein mag!). Und damit, den Übeltäter definitiv zu benennen, befindet man sich doch noch im Reich der Spekulation.

Auf Spekulationen kann man aber doch keine „robuste Reaktion“ aufbauen.

Will sagen, vor dem „Hangen“ kommt das „Fangen“.

Also, wer war es und wer weiß es?

Hin- und hergerissen… 26. September, 2022

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Hin- und hergerissen bin ich angesichts einer Meldung, die die ARD heute veröffentlicht:

Die Deutsche Umwelthilfe regt an, dieses Jahr die Weihnachtsbeleuchtung wegzulassen – wegen der Energie-, aber auch der Klimakrise. Allein der private Stromverbrauch dafür entspreche dem einer mittleren Großstadt pro Jahr.

Das Bild, das sie zur Illustration dieser Forderung eingestellt hat, entspricht dabei ganz sicher nicht den Vorstellungen der Mehrheit der Bevölkerung, was den adventlichen Lichterschmuck privater Haushalte angeht. In meinem Dorf habe ich jedenfalls noch nie in den vergangenen 40 Jahren ähnliche Beleuchtungsorgien zur Weihnachtszeit gesehen, wohl aber festlich mit Schwibbogen und ähnlichen Aufstellern geschmückte Fenster oder einfache Lichterketten an Haustüren oder kleinen Bäumchen im Vorgarten.

„“Angesichts des Kriegs in der Ukraine, der Energieknappheit, aber auch aus Gründen des Klimaschutzes sollten wir einmal innehalten“, so Resch. Er wies auf den Stromverbrauch hin: „Allein die privaten Beleuchtungsorgien verursachen pro Jahr einen Stromverbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden – so viel wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht.““

Natürlich kann man im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten, wobei ich mich daran erinnere, dass im Nachkriegsdeutschland während der Adventszeit Kerzen in die Fenster gestellt wurden, um auf die immer noch nicht heimgekehrte Kriegsgefangenen hinzuweisen. Immer wieder haben Menschen Kerzen angezündet, um auf einen Verlust, auf ein Unrecht, auf politisch Verfolgte aufmerksam zu machen. Warum also nicht auch ein Licht FÜR die Ukraine entzünden?

Natürlich kann man angesichts der Energiekrise auf die Weihnachtsdeko verzichten. Der Verzicht auf die sonst übliche Weihnachtsdekoration wäre einerseits sogar richtig.

Er entspräche nämlich dem eigentlichen Charakter dieser Zeit, die in den früheren Jahren der Christenheit als Fastenzeit galt, in der es um die Besinnung auf das Wesentliche ging, nämlich auf die Erinnerung an die Geburt des Erlösers. Dies, die Adventszeit als Fastenzeit zu erleben und zu gestalten, ist in den letzten Jahrzehnten (Jahrhunderten?) dem öffentlichen Bewusstsein verloren gegangen.

Auf der anderen Seite wird Christus als das von Gott gesandte „Licht“ gefeiert, das den Menschen Hoffnung und Weisung gibt. Jesus selbst sagt von sich „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8, 12) und fordert auch seine Nachfolger auf, „Licht der Welt“ zu sein, womit aber ganz sicher nicht der Sinn auf „Beleuchtung“ gelegt ist, wie wir Licht im Allgemeinen verstehen.

Die Ankunft dieses „Lichts“ symbolisch in der Adventszeit zu feiern, indem wir Kerzen anzünden und Lichter am Abend in die Fenster stellen, sollten wir trotz der Energiekrise und trotz aller Bemühungen um die Rettung des Planeten nicht aufgeben, ist es doch ein Zeichen dafür, dass wir aus einem anderen „Licht“ leben als dem, das durch Kraftwerke, gleich welcher Art, mit Strom versorgt und betrieben wird.

Es tut darüber hinaus auch der Seele gut, der Dunkelheit der vor uns liegenden Jahreszeit ein „Licht aufzustecken“, das im wahrsten Sinne des Wortes das Dunkel erhellt.

Dass man dabei aber in Maßen vorgehen sollte – und das betrifft ganz sicher auch die bisher so üppigen Beleuchtungen der Innenstädte zur Haupteinkaufszeit des Jahres -, das versteht sich doch von selbst.

Doch der Mensch lebt eben nicht nur von „Brot allein“, wie die Bibel es in einem anderen Zusammenhang sagt. Wir Menschen benötigen zu unserem Wohlergehen auch Symbole, Zeichen, Rituale, die uns Trost und Hoffnung geben und sogar gerade dann leuchten, wenn die Aussichten dunkel und alles andere als verheißungsvoll und gut sind.

Lasst uns also sorgsam mit dem Licht des Lebens umgehen, im realen, wie im übertragenen Sinn und trotz aller Mängel Lichter anzünden, mit dem Gedanken an den, der die Hoffnung der Welt ist und dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern — und dessen Wiederkunft wir gerade in der Adventszeit hoffnungsvoll entgegensehen.

Rosch ha-Schana 25. September, 2022

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Mit dem Bild, das ich der Wikipedia-Seite entnommen habe, grüße ich meine jüdischen Freundinnen und Freunde und die jüdischen Leser, die meine Seite besuchen und wünsche allen:

שנה טובה ומתוקה

Mögen die Feiertage in Frieden und Ruhe gefeiert werden können und gleichzeitig der Beginn für ein friedvolles Jahr  5783  sein.

Wir alle sehnen uns nach Frieden, nach einem Leben ohne Krieg, Not, Angst und Verlust.

G’TT schenke uns diesen Frieden und SEINEN Segen zu unserem Tun und Lassen.

Glückliche Tage…. 24. September, 2022

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Ja, es waren glückliche Tage auf der Wiese.

Tage, für die ich sehr, sehr dankbar bin.

Aber auch die glücklichen Tage waren nicht gänzlich unbeschwert.

Da waren und sind die Sorgen, die ich mir um den Schaden mache, der im Häuschen entstanden ist und nun behoben werden muss. Ich hoffe inständig, dass die Balkenkonstruktion nicht auch betroffen ist. Aber selbst wenn das so sein sollte, so ist es doch „nur“ ein Schaden, der durch Fachleute behoben werden kann.

Wie viel schwerer wiegen die Besorgnisse, die mit dem Weltgeschehen zusammenhängen. Nicht auszudenken, was passieren wird, wenn der Herr im Kreml seine Drohungen wirklich wahr machen sollte. Noch hoffe ich darauf, dass sich der Kanzler nicht von seinem Weg abbringen lässt, allen Forderungen der „Krieger“ in den Parteien und den darüber schreibenden Journalisten nach schweren Waffen für die Ukraine NICHT nachzugeben und alles zu vermeiden, was den Eindruck erwecken könne, Deutschland sei indirekt oder gar direkt am Krieg in der Ukraine beteiligt. Des Kanzlers Mantra „keine Alleingänge“ sollte endlich auch von denjenigen ernst genommen werden, die so vollmundig von „deutschen“ Waffenlieferungen reden, ohne sich vermutlich auch nur ansatzweise darüber Gedanken zu machen, welche Folgen das haben könnte.

An dieser Stelle sei auf den konfrontativen Auftritt Baerbocks hingewiesen, wie er in der aktuellen Ausgabe des Spiegel (Nr. 38) auf den Seiten 30 ff unter der Überschrift „Baerbock lässt es scheppern“ beschrieben wird. Zitate: “ Ein vertraulicher Austausch zwischen der Annalena Baerbock und Olaf Scholz am Nachmittag im Kanzleramt. …. Einen Tag später sagt Baerbock der FAZ, sie habe Verständnis für die Forderungen der Ukraine nach modernen Kampfpanzern. Die Entscheidung solle man nicht auf die lange Bank schieben. Damit setzt sie sich so deutlich von der Haltung des Kanzlers ab, dass man es auch als kleinen Affont werten kann. … Der FAZ sagte sie, über moderne Kampfpanzer könne nur gemeinsam entschieden werden, in ‚einer Koalition und international‘. …. ‚In der entscheidenden Phase, in der sich die Ukraine gerade befindet, halte ich das aber auch nicht für eine Entscheidung, die lange hinausgezögert werden sollte.‘ Ein Satz, der Scholz zum Handeln bewegen soll.“

Offensichtlich hat Frau Baerbock es immer noch nicht verwunden, dass nicht sie Kanzler wurde und die Richtlinien der Politik bestimmen kann. Schlimm genug, denke ich, dass sie Außenministerin ist und noch schlimmer, dass sie von Diplomatie nichts hält, sondern lieber als Elefant im Porzellanladen auftritt und ihre Gesprächspartner reihenweise abwatscht, siehe Überschrift „Barbock lässt es scheppern“…

Natürlich darf sich „der Westen“ nicht von Moskaus Kriegsrhetorik beeinflussen lassen und mit Maßnahmen reagieren, die der Angst vor einer Ausweitung des Krieges geschuldet sind – Bangemachen gilt nicht! So haben wir als Kinder geantwortet, wenn uns jemand mit Schauergeschichten zähmen wollte. Aber ebenso natürlich müssen alle Schritte doch dahingehend überprüft werden, wie groß der Effekt auf die russische Bereitschaft ist, den Krieg weiterzuführen, respektive ihn zu beenden und wie groß gleichzeitig der Schaden kalkuliert werden muss, der dem eigenen Land durch seine Solidarität mit der Ukraine erwächst.

Schon jetzt zeichnet es sich doch ab, dass die Sanktionen gegen Russland verheerende Auswirkungen auf das gesamte wirtschaftliche Leben in Deutschland haben. Der Mangel an bezahlbarer Energie, die in einem ausgewogenen Verhältnis zu den Kosten sowohl in der Produktion von Industrie und Handwerk, als auch im Verbrauch in den privaten Haushalten steht, ist doch unübersehbar. Es bedarf doch nicht eines Milchmädchens, um zu rechnen und klarzumachen, dass ein Zurückfahren der Produktion unmittelbare Auswirkungen auf die Einnahmen der Firmen UND die des Staates hat, von den Verlusten an Marktanteilen will ich gar nicht reden, auch nicht von den Folgen für die Beschäftigten und ihre Familien. Wie soll der Staat bei sinkenden Steuereinnahmen die extrem hohen Ausgleichszahlungen und dringend notwendige Hilfen finanzieren, wie der Ukraine die versprochenen Millionen und Milliarden für Waffen und Wiederaufbau zur Verfügung stellen?

Dass der Wirtschaftsminister zwar einen deutlich besseren Überblick hat als ich hier an meinem Computer, steht außer Frage, aber ich frage mich schon, ob er den ausreichend großen Sachverstand inzwischen erworben hat, um den Herausforderungen gut überlegt und strukturiert begegnen zu können. Allein sein Gekungel um die Atommeiler lassen doch Schlimmes befürchten, weil der Minister von Amts wegen eben nicht nur für die Wirtschaft zuständig ist, sondern gleichzeitig dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet ist. Da streiten permanent zwei Seelen in der Brust eines Mannes, der bisher vor allem schöne Worte fand, um visionäre Zustände eines klimafreundlichen Deutschlands zu beschreiben, das irgendwie die Versöhnung von Industrie und Umwelt hinbekommt – so ganz ohne qualmende Schlote und CO2 speiende Zerstörer des Planeten, dafür mit „Windradwäldern“ bis zum Horizont und Solarfeldern, die im gleißenden Sonnenlicht funkeln… Gibt es etwas Schöneres als diese Technik in bisher unberührter Natur? Und wäre es nicht wunderbar, wenn Papi und Mami nur noch an drei Tagen in der Woche arbeiten müssten? (Könnten, muss es eigentlich heißen, weil an allen anderen Tagen gar keine Arbeit getan werden kann, denn nicht nur die großen Industrieanlagen lägen ja still und sanft im ewigen Schlaf, auch Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen wären von der Deindustrialisierung betroffen, den Kunden fehlte das Geld für Anschaffungen und Konsumgüter, die nicht landwirtschaftlich erzeugt werden können. Aber das wird der Minister niemals laut sagen!) Schöne neue Welt.

So ähnlich müssen es sich diejenigen vorstellen, die jetzt schon die Kinder aktivieren, um für die Rettung des Planeten auf die Straße zu gehen. Ich staune nicht schlecht, mit welcher Euphorie über den FfF-Tag in den Medien berichtet wird. Ob die Journalisten wirklich verstanden haben, um was es Luisa Neubauer und Co wirklich geht? Autofreie Städte, gar keine Verbrenner mehr – das betrifft auch die Heizungen in den Wohnungen mehrerer Millionen Menschen allein in Deutschland, Öffis und Fahrrad statt Auto, wobei man davon ausgehen muss, dass die Fahrräder in China produziert werden, denn die Produktion dieser Dinger ist ganz sicher in Deutschland nicht CO2-frei zu bewältigen. Keine Textilien mehr aus heimischer Produktion, wir verlagern die Umweltsünde dann eben kurz nach Indien oder Bangladesch. Aber wie kriegt man die Jeans für 5.95 Euro emissionsfrei nach Deutschland geliefert? Durch Lastensegler?

Ach, ich vergaß, die Regeln sollen ja global gelten. Auch keine Umweltsünden in den Ländern außerhalb Europas. Nur noch friedvolle grüne Agrarwirtschaft mit einigen wenigen glücklichen Hühnern, für diejenigen, die nicht vollkommen vegan leben wollen. Schweine- und Rinderhaltung ist ja nicht nur extrem umweltschädlich, sie ist auch ganz eindeutig gegen das Selbstbestimmungsrecht von Schweinen und Kühen – Schafe und Ziegen fallen auch darunter, vermutlich auch Kamele, Esel und Lamas, da bin ich aber nicht ganz sicher.

Dann war da noch der große Abschied von der Queen…. was sage ich, von einer ganzen Epoche, einem Jahrhunderte währenden Zeitalter geradezu.

Niemand wird bestreiten, dass mit dem Tode Queen Elizabeth II. ein „Machtfaktor“ im Weltgeschehen beendet ist, auch wenn diese Macht weniger auf politischem Handeln beruhte, als auf der persönlichen Größe der Queen und ihrem integrativen Einfluss auf die Staaten des Commonwealth. Die Zeit der großen Monarchien ist zu Ende, auch wenn es in Europa natürlich weiterhin „Königshäuser“ geben wird, die ihren repräsentativen Pflichten getreulich nachgehen werden, wobei die Einschränkung gemacht werden muss, dass ihre „Notwendigkeit“ ganz entschieden von der Frage abhängen wird, ob nicht gewählte Präsidenten die kostengünstigere Variante für ein Land und seinen Etat darstellen würde. Wenn sich dann noch Skandal an Skandälchen reiht, werden vermutlich auch die enthusiastischsten Anhänger monarchischer Traditionen ins Grübeln geraten ob der Frage, wie zeitgemäß eine kostspielige Hofhaltung einer skandalträchtigen Königsfamilie immer noch ist.

Ich will an dieser Stelle keine weitere Lobeshymne der wunderbaren Wegführung der Queen singen, aber dennoch einen Aspekt beschreiben, der mich zutiefst berührt hat, trotz des Aufwands an Pomp und Pracht bei den Feierlichkeiten zur Beisetzung der britischen Monarchin. Es war der Moment, in dem die Insignien der Macht – Zepter, Reichsapfel und Krone – vom Sarg der verstorbenen Königin gehoben und auf dem Altar der Kirche von Windsor abgelegt wurden. Die Herrschaft, die ihr – dem Verständnis des Gottesgnadentums nach – von Gott verliehen wurde, wird an ihn, den Höchsten, den „König der Könige“, wie ihn die Bibel benennt, zurückgegeben.

Leider wurde dieser Zusammenhang von den kommentierenden Berichterstattern weder gesehen noch benannt. Dabei waren beide Gottesdienste geprägt von der tiefen Verbundenheit der Königin mit Christus, wie es immer wieder in den Ansprachen, den Lesungen aus dem Neuen Testament und den Psalmen, den Gebeten und Gesängen deutlich wurde.

Und so wurde aus der Queen Elizabeth die „Schwester Elizabeth“, die, wie wir Normalsterblichen, auf Gottes Gnade angewiesen ist und im Glauben mit dem Ewigen Leben in Gottes Herrlichkeit rechnen kann. Dass diese Botschaft in all der prachtvollen Inszenierung nicht untergegangen ist, hoffe ich voller Zuversicht angesichts der 4 Milliarden Menschen, die den Gottesdiensten per Fernsehen beiwohnten. Wann haben je so viele Menschen gleichzeitig einem Gottesdienst folgen und das Zeugnis hören können von Gott dem Schöpfer, Jesus Christus dem Erlöser und dem Heiligen Geist, der uns in aller Wahrheit leitet? Allein dafür hat sich der ungeheure Aufwand gelohnt, ist meine ganz nüchterne Feststellung und Meinung.

Ja, es waren schöne Tage auf der Wiese…. ich habe sie genossen, trotz allem. Ich möchte sie nicht missen. Und ich wünsche mir, dass sie mir in ähnlicher Weise geschenkt sein mögen….

Sonnenaufgänge …. Touren mit dem Trike …. Gespräche am Feuerkorb mit dem Liebsten …. die Ruhe eines Regentages …. das Tosen des Windes …. die wunderbare Schönheit der Schöpfung Gottes.

Habecks Masterplan 8. September, 2022

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Langsam wird klar, wie Robert Habeck regiert. Der Wirtschaftsminister ist, positiv formuliert, verbindlich, wendig und voller Erfindungsreichtum. Wenn er etwas gegen jemanden durchsetzen will, dann sucht er nicht den offenen Streit – sondern lässt seine Leute hinter den Kulissen einen Weg finden...“

Leider ist der Rest dieses Artikels von Petra Pinzler (Warum die Methode Habeck an ihre Grenzen stößt) bei der ZEIT auch hinter den Kulissen (der Bezahlschranke) verborgen. Darum habe ich keine Ahnung, wie es nach diesen schönen Sätzen weitergeht.

Wer verbindlich, wendig und voller Erfindungsreichtum hinter den Kulissen arbeiten lässt, bildet den positiven Gegensatz zu „offenem Streit“, wie ihn diejenigen praktizieren, die öffentlich die Probleme diskutieren und über Lösungswege verhandeln.

Ich würde ja die Methode Habecks als Mauschelei im Hinterzimmer bezeichnen, verbindlich-wendig, eben das Fähnlein der Erkenntnis im Wind der Meinungen oder der Gegenargumente schwenkend und mit Erfindungsreichtum, aber ohne jede Verbindlichkeit, mal das eine, mal das andere geschickt zugunsten der eigenen Darstellung als „Problemlöser“ je nach Problemlage wenden, wie man es ja bei Maischberger beobachten konnte.

Geht es aber um Fakten, wie sie die Gesetze der Natur, der Physik und Mathematik unerschütterlich und gar nicht zu wenden darstellen, dann kommt die Methode Habeck an ihre Grenzen, dann bringt es der Redekünstler allenfalls noch fertig, mit immer neuen sprachlichen Wendungen das Gegenüber so zu verwirren und / oder einzuschläfern, dass man seine Ahnungslosigkeit, die er geschickt mit Worten zu verbergen sucht, kaum wahrnehmen kann. Frau Maischberger war aber nicht nur hellwach, sie war auch sehr gut vorbereitet und ließ den Minister nicht vom Haken ihrer Fragen.

Die Experten aber, die Herrn Habeck gründlich und deutlich die Faktenlage klarmachen, und das eben nicht im Hinterzimmer, sondern auch offen wagen, werden sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen, als lägen sie im „Streit“ mit Habeck?

Wieso seine Gasumlage ein schwerer Fehler war, sollte nicht offen diskutiert werden können, wie es um die Energieversorgung – und damit um die Existenz der Betriebe bestellt ist, die mit ihrer Produktion komplett vom Gas, zumindest aber von zuverlässiger und bezahlbarer Energie abhängen, kann nicht offen debattiert werden, warum sich ein AKW nicht als Notfallreserve eignet, sondern im (durchaus reduzierten) Dauerbetrieb gehalten werden muss, darf nicht berichtet werden, OHNE mit dem Attribut „Streit“ versehen zu werden? Ist es Streit, wenn bei Sachthemen kritisch nachgefragt wird?

Gerade in Bezug auf die Energieversorgung ist Offenheit und Transparenz das einzige Mittel, um Vertrauen in der Bevölkerung für die Maßnahmen zu erhalten. Das gilt insbesondere auch für das Thema „Kernenergie und Atomkraftwerke“, das ganz sicher bei den Wählern der Grünen heftige Reaktionen hervorrufen wird.

Zum Thema Habeck und die AKW empfehle ich diesen Artikel:

Daraus diese Absätze:

Auf der Pressekonferenz erklärte der Wirtschafts- und Energieminister, dass die beiden Kernkraftwerke genutzt werden könnten, „wenn es die Situation gebiete“. Am wichtigsten war Habeck die Feststellung, am Atomausstieg festzuhalten: „Das heißt auch: Alle drei derzeit in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke werden planmäßig Ende 2022 regulär vom Netz gehen. Am Atomausstieg, wie er im Atomgesetz geregelt ist, halten wir fest. Neue Brennelemente werden nicht geladen und Mitte April 2023 ist auch für die Reserve Schluss.“

So formuliert Habeck verbindlich-wendig, dass alles beim Alten bleibt, aber, das Volk könne beruhigt sein, wenn es zum Notfall kommen sollte, könne man ja flugs die AKWe hochfahren.

Dass das aber ganz und gar nicht geht, muss ihm da bereits klar gewesen sein, wie in dem Artikel zu lesen ist:

Nun wird bekannt, dass die Geschäftsführung der Preussen Elektra, die das Kernkraftwerk Isar 2 betreibt, sich am Dienstag mit einem Brief an den für energiepolitische Fragen zuständigen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Patrick Graichen, der zudem ein enger Vertrauter Habecks ist, gewandt hat. Preussen Elektra bestätigt, so wie der Stresstest es auch ergeben hatte, dass der Versorgungsbeitrag der drei Kernkraftwerke erforderlich sei, aber die Idee, sie in einen Reservebetrieb zu schicken, um sie bei Bedarf wieder hochzufahren, technisch nicht möglich wäre.“

„In dem Schreiben von Guido Knott, dem Chef von Preussen Elektra, das dem Spiegel vorliegt, heißt es: „Zwei der drei laufenden Anlagen zum Jahreswechsel in die Kaltreserve zu schicken, um sie bei Bedarf hochzufahren, ist technisch nicht machbar und daher ungeeignet, um den Versorgungsbeitrag der Anlagen abzusichern.“ Knott verwies darauf, dass dem Ministerium seit dem 25. August bekannt ist, dass „ein flexibles Anheben oder Drosseln der Leistung nicht mehr möglich ist“. Offensichtlich hat Habeck die technischen Einwände ignoriert oder schlichtweg nicht verstanden.“

Und weiter:

Robert Habeck, der sich schon mit der wunderlichen Welt des Insolvenzrechts auseinanderzusetzen hatte, zeigte sich irritiert über den Brief der Preussen Elektra und kommentierte: „Ich habe den Brief mit einiger Verwunderung heute Morgen zur Kenntnis genommen.“ Wieso das? Ihm waren doch schon Ende August die Monita zur Kenntnis gebracht worden. In Habecks Augen hatte die Preussen Elektra das Konzept der Einsatzreserve nicht verstanden, bei dem es sich nicht um das Hoch- und Herunterfahren des Kraftwerks handele, sondern um die Entscheidung, ob die beiden AKWs überhaupt benötigt würden oder nicht. Was heißt das? Ging es nur um graue Theorie? Nur um ein Spiel der Phantasie oder eine theoretische Überlegung, lediglich um ein Gedankenspiel? Sollte die Öffentlichkeit mit dem Formelkompromiss beruhigt werden, mit dem das grüne Wirtschaftsministerium hoffte, über die Niedersachsen-Wahl am 9. Oktober zu kommen? Doch die Taktik des „Wasche mir den Pelz, doch mache mich nicht nass“ mag auf grünen Parteitagen und in der Mirakelwelt grüner Stuhlkreise funktionieren, in der Physik, in der Technik, in der Wirtschaft funktioniert sie nicht, da sind klare Ansagen vonnöten, denn das Atom hört nicht auf Ideologie.“

Wäre Habeck, was manche Leute inzwischen für möglich halten, wirklich zu dumm, das zu verstehen, müsste man ihm wegen schwerwiegender mangelnder Kompetenz die Führung des Wirtschaftsministeriums entziehen. Es wäre doch unverzeihlich, einen Mann, dem die kognitiven Möglichkeiten fehlen, die Materie, mit der er es zu tun hat, zu durchschauen, in so einer verantwortungsvollen Position zu halten, noch dazu in einer Krise, wie sie die Bundesrepublik kaum je erlebt hat.

Da der Minister aber immerhin von einer Universität promoviert wurde, kann man ihm mangelnde Intelligenz wohl kaum zuschreiben.

Eher sollte man sich mit der „Methode Habeck“ beschäftigen, wie sie von seiner Biografin beschrieben wird:

Der Grünen-Vorsitzende stellt es gern so dar, als sei seine steile Parteikarriere eine Verkettung von glücklichen Zufällen; tatsächlich ist sie eher das Ergebnis von gut kaschierter Zielstrebigkeit und erheblichem Einsatz. Habeck hat kein Problem damit, dass andere in seinem Interesse zurückstecken müssen. „Er hält sich für Gottes Geschenk an die Menschheit“, sagt ein Grünen-naher Politikwissenschaftler, der es sich mit niemandem verscherzen und deshalb anonym bleiben möchte.“

Bei einem weniger gut aussehenden Schwiegermutter-Typ würde man vermutlich nicht von „Methode“ sprechen, sondern von eiskaltem Vorgehen gegen den politischen Gegners, ob innerparteilich oder parteiübergreifend.

Tatsächlich baut Habeck, so beschreiben es Freunde, einen gewissen Druck auf, wenn er seine fairen Vier-Augen-Gespräche führt. „Guck mal, hier bin ich“, signalisiere er dann, „ich würde den Job super machen, und am Ende profitieren wir alle.“ Dem Konkurrenten schiebt er so die Verantwortung dafür zu, mit der eigenen, weniger strahlenden Persönlichkeit womöglich ein schlechteres Ergebnis für die Grünen zu holen. So machte er es nicht nur bei Hentschel, so machte er es wohl auch bei der grünen Spitzenfrau Monika Heinold, die er bei der Landtagswahl 2012 nicht als Co-Kandidatin neben sich haben wollte, obwohl sie auf Platz eins der Landesliste stand. Eine gewisse Genugtuung dürfte es dementsprechend für Heinold bedeutet haben, dass Habeck mit seiner Solonummer kein wesentlich besseres Ergebnis holte als die Doppelspitze 2009.“

…..

Auch gegenüber Cem Özdemir ging Habeck in gewohnter Weise vor, als es 2017 um die Spitzenkandidatur ging. Er rief Özdemir an und teilte ihm mit, dass das zwar jetzt irgendwie blöd sei, sich aber nicht vermeiden lasse: Er werde gegen Özdemir kandidieren. Formal kann man gegen eine solche Konkurrenz gar nichts einwenden, jeder Grüne hat schließlich das Recht, sich um jede Parteiposition zu bewerben. Aber aus der Perspektive des Angegriffenen, der jetzt plötzlich gegen Habecks Charme, sein Charisma und seine Entschlossenheit anzutreten hat, mag sich das trotzdem manchmal wie Nötigung anfühlen.“

Die Methode Habeck scheiterte bei Frau Maischberger, weil die kluge Journalistin nicht nur gut vorbereitet war, ich sagte es bereits, sondern auch eine große Erfahrung im Umgang mit Blendern, Scharlatanen und machtbewussten Selbstverliebten hat.

Habeck wurde demaskiert und vorgeführt, seine Methode funktionierte nicht.

Man kann nur hoffen, dass das mehr und mehr in das Bewusstsein der Leute dringt und sie – vor allen Dingen die Frauen – sich nicht mehr von der smarten Teddybärfassade blenden lassen. Ich darf das sagen, ich bin eine Frau.


Wer wissen möchte, welche Auswirkungen Habecks Masterplan für Deutschland hat und wie die Methode Habeck erkennbar schwerwiegende Veränderungen herbeiführen wird, sollte diesen Beitrag lesen:

Die Deindustrialisierung Deutschlands hat begonnen

Zehn Prozent der deutschen Mittelständler sehen sich vor dem Zusammenbruch. Stahlfabriken machen dicht, Papierfabriken stehen vor dem Aus. Der Papierhersteller Hakle ist erst der Anfang. Die Aluminiumindustrie hat ihre Produktion weitgehend stillgelegt. Alarmierend ist auch die Lage von Chemie- und Düngemittelfabriken.

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Ist es Sarkasmus oder pure Verzweiflung, wenn ich vermute, dass Putin mit seinem Angriff auf die Ukraine ungewollt (?) den grünen Plänen für ein industriearmes Deutschlands ganz wunderbar in die Hände spielt, zumal auch die USA als Unterstützer der Ukraine von einem schwachen Deutschland und einer nicht minder schwachen EU profitieren werden…

Nicht mal die Haltung ist überzeugend… 7. September, 2022

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Nach Frau Baerbock ist „Haltung“ die neue wesentliche Basis der Politik und wird umgesetzt mit „klarer Kante“ zeigen.

Aber da sitzt der wichtigste Mann des Kabinetts bei Maischberger und bietet eine jammervolle Gestalt, von „Haltung“ kann keine Rede sein und der „klaren Kante“ fehlen schlicht Wissen, fachliche Kompetenz und Ausdrucksvermögen. (Wer kein ausreichendes Wissen von Fach und Materie hat, kann auch nicht wirklich darüber Auskunft geben, da helfen selbst schöngeistige Formulierungen nicht weiter.)

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/irre-habeck-aussagen-bei-maischberger-weiss-der-minister-nicht-was-eine-insolven-81246176.bild.html

Habeck wird unsicher, formuliert vorsichtig: „Man würde dann insolvent werden, wenn man mit der Arbeit immer größeres Minus macht.“ Maischberger zusehends fassungslos: „Ja. Aber: Wie wollen Sie denn kein größeres Minus machen, wenn Sie Leute bezahlen, aber nichts mehr verkaufen?“

Der Bundeswirtschaftsminister verheddert sich immer weiter in seinen Erklärungen, sagt: „Ich weise darauf hin, dass es nicht automatisch eine Insolvenzwelle geben muss. Aber es kann sein, dass sich bestimmte Geschäfte nicht mehr rentieren und die dann eingestellt werden. Vielleicht werden sie später wieder aufgenommen, das kann ja sein. Also, das ist dann ja keine klassische Insolvenz.““

Maischberger fasst nach weiteren gestotterten Erklärungen Habecks zusammen:

„Moderatorin Maischberger hakt noch einmal nach : „Also, die sind dann pleite, weil sie nicht mehr arbeiten können, aber melden nicht Insolvenz an. Ich glaube, den Punkt muss man sich tatsächlich noch mal überlegen, aber ich hab das Gefühl, die richtige Antwort ist da noch nicht gefallen bei Ihnen …““

Es passiert äußerst selten, dass ich „BILD“ zitiere, aber dieser Bericht muss einfach sein.
Wir sind nicht nur in einer schweren Krise, wir haben einen Wirtschaftsminister, der in Bezug auf „Wirtschaft“ keine Qualifikationen vorzuweisen hat. Eine Formulierung, mit der ich es höflich ausdrücken könnte, nämlich „keine Qualifikationen zu haben scheint“, ist nach diesen entlarvenden Äußerungen wirklich nicht mehr angebracht.
Es ist ein Trauerspiel, ein Desaster, eine Offenlegung von fachlicher Inkompetenz, wie man sie selten bei einem Minister gesehen hat, schon gar nicht bei einem, der ein solch entscheidendes Ministerium leitet.

Ein Märchen war die bisherige politische Karriere des Dr. phil. Robert Habeck, der vor seiner Zeit als Politiker der Grünen gemeinsam mit seiner Frau Märchenbücher schrieb.

Das Schöne an Märchen ist ja, dass am Ende meistens alles gut wird.

Den Glauben, dass mit diesem Wirtschaftsminister überhaupt noch irgendetwas gut werden kann, habe ich spätesten seit dem heutigen Morgen verloren, als ich mich mit der geballten Inkompetenz des Wirtschaftsministers Robert Habeck konfrontiert sah.

Schöne Reden, Haltung, Authentizität, wie sie so sehr von Journalisten und Wählern bewundert werden, sind leider keine hinreichenden Fähigkeiten, einer Krise zu begegnen, wenn eben keine Sachkompetenz vorhanden ist.

NUR schöne Reden, Haltung und die viel gepriesene Authentizität sind allenfalls für Schönwetterzeiten tauglich, um das Wahlvolk mit freundlichen Geschichten zu beglücken und bei der Stange zu halten.

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Reicht es nicht schon jetzt? 6. September, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Die Statistik des Krieges in der Ukraine listet die ARD wie folgt auf:

„Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine am 24. Februar sind nach Angaben aus Kiew 50.150 russische Soldaten getötet worden. Das teilte der ukrainische Generalstab bei Facebook mit.

Den Angaben zufolge wurden zudem 2077 Panzer, 4484 gepanzerte Fahrzeuge, 236 Flugzeuge und 207 Hubschrauber zerstört. Unabhängig bestätigen lassen sich die Zahlen nicht.“

Selbst wenn diese Zahlen nicht der Realität entsprechen sollten – „dem britischen Verteidigungsministerium zufolge [sind]etwa 25.000 [russische Soldaten gefallen] -müssten doch allen, die immer noch nach weiteren schweren Waffen rufen, allein die schieren Opferzahlen an Menschenleben auf der Seele liegen und dazu führen, einen radikalen Schwenk zu vollziehen und dringender als je zuvor auf ein Ende des Krieges zu drängen, zumindest einen lang andauernden Waffenstillstand zu fordern, der weiteres Blutvergießen verhindert und auf Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien hinauslaufen müsste.

Stopp, stopp the war in Vietnam now! sangen wir einst bei den Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, in dem rund 50000 amerikanische GIs fielen!

Sollten wir nicht wieder auf die Straßen gehen?

Es ist bestimmt unpopulär, und sicher gibt es viele Leute, die mich für diese Aussagen rügen werden, aber längst ist doch die Ukraine nicht mehr nur die sich verteidigende Kriegspartei, die verhindern will, dass Putins Soldaten weitere Gebietsgewinne gelingen könnten und die der Westen in dieser Verteidigungsstrategie auch nach wie vor bedingungslos zu unterstützen bereit ist, wie ja Frau Baerbock unlängst mitteilte. Doch die Ukraine will nicht länger nur den russischen Vormarsch aufhalten, sie will bereits besetzte Gebiete zurückerobern – das gilt sogar für die Krim.

Wie aus dem Bericht der ARD hervorgeht, hat auch die Ukraine schwere Opfer an Menschenleben zu beklagen:

„Die eigenen Verluste gibt die ukrainische Regierung seltener an – zuletzt war die Rede von etwa 9000 getöteten und 7000 vermissten ukrainischen Soldaten. Die Vereinten Nationen zählen außerdem 5700 getötete Zivilisten – die Zahl der zivilen Opfer könnte den Angaben zufolge aber wesentlich höher sein.“

Da muss doch zumindest die Frage erlaubt sein, ob es tatsächlich durch das Festhalten an der territorialen Größe der Ukraine gerechtfertigt ist, immer weitere Soldaten in den Tod zuschicken.

ZÄHLEN DIE MENSCHENLEBEN GAR NICHTS ?

Und kann die ukrainische Regierung die Toten nur den Russen, sprich Putin, anlasten, trägt sie nicht auch selber die Verantwortung für ihre Leute?

Ich habe natürlich gut reden, hier an meinem Schreibtisch, an einem milden Septembertag, in einem niedersächsischen Dorf, fernab von Kriegsgetöse und Wehgeschrei der betroffenen Menschen.

Und doch rede ich.

Nehme ich es mir heraus, nachzufragen:

Wie lange soll der Wahnsinn noch weitergehen, sollen Menschen sterben, Kinder im Schrecken des Krieges aufwachsen müssen, Alte, die kaum ein paar gute Jahre hatten, wieder Not und Elend erleiden und zwei Völker, die sich fast so ähnlich sind wie mein Bruder und ich aufeinander einschlagen, bis alles zerstört ist, für das zu kämpfen sich eben NICHT gelohnt hat?

Über die materiellen Verluste will ich nicht reden. Die kann man, so zynisch es klingt, leicht mit Geld ausgleichen, obwohl sich auch da natürlich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellt.

Ist es da nur eine dürre Hoffnung, wenn die ARD davon berichtet, dass den Russen – salopp gesagt – streckenweise die Puste ausgeht und es zu Engpässen bei den Kriegsmaschinen kommt?

„Die Einsätze der russischen Truppen werden dadurch erschwert, dass es ihnen an Aufklärungsdrohnen fehlt, sagen britische Geheimdienstexperten. „Angesichts von Verlusten auf dem Schlachtfeld ist es wahrscheinlich, dass Russland Schwierigkeiten hat, seine Bestände an unbemannten Luftfahrzeugen aufrechtzuerhalten“, heißt es in dem Lagebericht, den das britische Verteidigungsministerium täglich seit Beginn des Angriffskriegs bei Twitter veröffentlicht.“

Ist es nicht verrückt, dass britische Geheimdienste offenbar jede Bewegung der verfeindeten Parteien minutiös beobachten und aufzeichnen können, aber daraus keine Strategie erwächst, den Krieg zu beenden?

„Die begrenzte Verfügbarkeit von Aufklärungsdrohnen dürfte das taktische Lagebewusstsein der Kommandeure vermindern und Einsätze zunehmend behindern“, so der Bericht. In den vergangenen Jahren habe Russland verstärkt auf Drohnen gesetzt, um Ziele etwa für die Artillerie auszumachen. Diese seien aber anfällig für Abschüsse und elektronische Störsignale.“

Zu allen Zeiten war bei kriegerischen Auseinandersetzungen das Lagebewusstsein der Kommandeure von Faktoren wie Geografie, Wetter, Personal, Material und Nachschub abhängig. So erging es bereits Napoleon in seinem großen russischen Feldzug und der deutschen Wehrmacht im Winter vor Stalingrad.

Was haben die Verantwortlichen aus den verlustreichen Kämpfen vergangener Jahrhunderte und Jahrzehnte gelernt?

Das Leben höher zu schätzen als den Sieg?

Diese Annahme wird wohl immer ein Wunschtraum bleiben.

Und so werden sie weiter kämpfen um das Recht, über ein Stück Land zu herrschen, egal, wie viele Menschen noch dafür geopfert werden.

Die Frau des ukrainischen Präsidenten machte unlängst die zynische Bemerkung, wir im Westen zählten unsere Pfennige, sie zählten die Toten. Sie sagte das nicht, um über die Toten zu weinen, sondern um uns anzuklagen, dass wir nicht bereit seien, noch mehr und mehr und mehr an schweren Waffen zu liefern….

Putin, ich muss es eigentlich nicht wiederholen, ist für den Angriff auf die Ukraine zur Rechenschaft zu ziehen, für die Verbrechen, die im Zuge dieses Krieges verübt wurden und immer noch werden.

Aber Putin, so ist meine Befürchtung ja nicht erst seit heute, sitzt absolut am längeren Hebel, mag er auch gerade ein bisschen knapp an Aufklärungsdrohnen sein. An Menschen fehlt es ihm nicht – und er wird nicht zögern, mehr und viel mehr junge Männer an die Front zu schicken und damit die Opferzahlen zu erhöhen.

Er wird – nach Meinung westlicher „Experten“ – auch nicht zögern, die Atomenergie als Waffe einzusetzen. Das ist der Vorwurf, den Selenskyj an Russland richtet, doch nicht der Einsatz einer Atomwaffe ist damit gemeint, sondern der mögliche Gau im Kernkraftwerk Saporischschja:

„Am von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja bleibt die Lage nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weiter angespannt. Das größte AKW Europas sei zum zweiten Mal „nur einen Schritt von einer nuklearen Katastrophe entfernt“, so Selenskyj.“

Aber können wir (hier im Westen) uns wirklich darauf verlassen, dass ukrainische Soldaten NICHT um das Kraftwerk kämpfen, es NICHT beschießen werden, um diesen Gau auszuschließen? Und welches Interesse könnte Russland an der Zerstörung des Kraftwerks haben, wären doch weite Teile des russischen Gebiets ebenfalls von einem atomaren Supergau betroffen.

„Was ein ukrainischer Mitarbeiter des Atomkraftwerks berichtet, sei besorgniserregend, sagte auch ARD-Reporter Michael Heussen bei tagesschau24. Der Mitarbeiter sage, der Reaktor, der vom Netz genommen wurde, sei noch in der Lage, die Kühlsysteme zu betreiben – aber das werde nicht lange funktionieren.“

So unklar die Beweislage hinsichtlich der Toten (siehe oben) tatsächlich ist, so diffus stellt sich doch die kampfbedingte Lage um Saporischschja dar.

Was sagt eigentlich der britische Geheimdienst dazu?

Ist es nicht an der Zeit, auch der Ukraine klarzumachen, dass wir zwar jede erdenkliche humanitäre Hilfe zu leisten bereit sind und uns auch am Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur und Städte großzügig beteiligen werden (sofern dafür noch Mittel vorhanden sein werden, Sarkasmus aus!), dass aber eine Fortführung des Krieges nicht länger von uns alimentiert werden wird.

Und ist es nicht an der Zeit, Putin zu signalisieren, dass wir im Westen Europas immer noch an einer friedlichen Nachbarschaft mit Russland interessiert sind und keineswegs vorhaben, auch noch die Ukraine in die Nato aufzunehmen?

Wären das nicht notwendige Schritte auf dem Weg zu einer Friedenslösung?

München 1972 5. September, 2022

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In Erinnerung an das Verbrechen, das vor 50 Jahren vor aller Augen in München geschah.

Ich war seit den Spielen von Rom, 1960, eine glühende Anhängerin „Olympias“, wie ich – und viele andere – den Begriff „Olympische Spiele“ verkürzte.

Natürlich hing ich auch bei „unseren“ Spielen in München vor dem Fernsehgerät, wann immer es der Beruf zuließ. Auch wenn der Apparat mir nur schwarz-weiß-Bilder lieferte, dass die Spiele bunt waren und unbeschwert-fröhlich, das bekam ich natürlich mit und ich freute mich darüber.

Wie schlagartig und auf welch fürchterliche Weise Buntheit und Fröhlichkeit vorbei waren, muss ich hier sicher nicht ausführlich darstellen, ebenso wenig das Entsetzen, dass sich mir sofort einstellt, die Trauer, die Anteilnahme mit den getöteten Israelis und ihren Angehörigen.

Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass dieser furchtbare Terror gegen Juden in Deutschland während der Olympischen Spiele überhaupt möglich sein könnte. Mit dieser Einschätzung stand ich ganz offenbar nicht allein. Auch die für die allgemeine Sicherheit der Sportler insgesamt zuständigen Stellen hatten offensichtlich den arabischen Terror nicht auf dem Schirm.

Ein sträfliches Versagen der Sicherheitsbehörden, wie wir heute wissen – und wie man es auch 1972 hätte wissen müssen, zumindest aber wissen können, gab es doch bereits in allen Jahren in Israel brutale Anschläge gegen die israelische Bevölkerung durch arabische Kämpfer der PLO, hatte es Entführungen von Flugzeugen durch die Anhänger der FATAH und ihrer Terroristen gegeben. (siehe hier)

Ich muss das jetzt nicht weiter ausführen. Vielmehr möchte ich auf einen Artikel hinweisen, den Michael Wolffsohn im Tagesspiegel veröffentlichte:

Olympia-Attentat von München 1972 Deutschland hat versagt – und macht bis heute Fehler in der Israelpolitik

Der palästinensische Terror bei Olympia am 5. September 1972 zeigte: Deutschlands Umgang mit Israel war problematisch. Und er ist es noch. Ein Gastbeitrag. Michael Wolffsohn

Herr Wolffsohn leitet seinen Artikel so ein:

Bundesdeutschlands Versagen am 5. September 1972 im Kampf gegen den Terrorismus hatte historische Ursachen. Nicht nur gegen den palästinensischen Terrorismus, denn dieser kooperierte eng mit der deutschen RAF und anderen westeuropäischen sowie japanischen Linksterroristen. Auch mit Rechtsterroristen.

Das deutsche Versagen hatte sozusagen Methode, geschichtsbedingt. Markiert sei hier der „Historische Ort“ von Olympia 1972 bezüglich der deutsch-israelischen Beziehungen.“

Deutschlands Verhalten am und seit dem 5. September 1972 war der sichtbare Beginn bundesdeutscher Selbstamnestierung gegenüber Israel und Juden, ja, vom Holocaust. Parteiübergreifend wird es bis heute ganz anders verkauft: Israels Sicherheit sei deutsche Staatsräson.“

Der Vorwurf wiegt nicht nur schwer, er macht vielmehr die schwerwiegende Verfehlung deutscher Israel-Politik deutlich. Michael Wolffsohn fährt fort:

In dauerhafte, vollmundige, realitätsleere Wortform wurde diese „Garantie“ im März 2008 von Angela Merkel vor Israels Parlament gegossen. Dabei konnte und kann Deutschland – Folge der jahrzehntelangen Vernachlässigung der inneren und äußeren Sicherheit – weder die eigene Sicherheit noch die eines anderen Staates garantieren.“

Im Rückblick auf München schreibt er:

Als rundum erneuertes, heiteres, lebenspralles Deutschland wollte sich die Bonner Republik 1972 präsentieren. Bayerische Liberalität statt Preußentum. Widerstandskämpfer Willy Brandt statt Massenmörder Adolf Hitler. Nicht Bund deutscher Mädel, sondern das deutsche „Fräuleinwunder“, personifiziert von fröhlichen Olympia-Hostessen. Neu-Deutschland als Anti-Alt-Deutschland.

Die Welt war erleichtert – endlich ein normales Deutschland. Wahr ist, dass jenes Neu-Deutschland 1972 noch lange nicht so neu war wie es nach innen und außen schien und auch im Rückblick immer noch verklärend scheint. 1972 war die Bonner Republik ein Sowohl-als-auch-Deutschland, sowohl Neu- Anti-NS- als auch Alt-NS-Deutsch. Sozusagen ein Zwitter.“

Dass nicht nur das Sommermärchen in Wirklichkeit kein Märchen war, sondern auch die märchenhafte Verklärung deutscher Nachkriegspolitik mit der Wirklichkeit, die in der Vergangenheit lag, nicht übereinstimmte, machen diese Aussagen deutlich:

Ein Blick aufs politische Personal beweist diese These. Das politische Märchen besagt: Die Regierung Brandt/Scheel wäre NS-frei gewesen. Das hatte am 24. November 1969 Brandt-Intimus und Kanzleramtsstaatssekretär Egon Bahr Israels Botschafter Ben Nathan verkündet. Deshalb werde man Israel gegenüber frei von Schuldgefühlen auftreten. Dass Bahr diesbezüglich „keine Komplexe“ hatte, versteht sich aufgrund seiner jüdischen Mutter und Großmutter von selbst.

Doch wer weiß um die bei ihnen gar nicht so harmlose NSDAP-Mitgliedschaft der SPD-Minister Karl Schiller, Horst Ehmke und Erhard Eppler sowie der FDP-Minister Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher und Josef Ertl? Noch mehr Braun gab es auf der Bundesländer-Ebene. Vom SPD-Blechtrommler Günter Grass und Helmut Schmidts Schriftsteller-Freund Siegfried Lenz ganz zu schweigen.

Als nichtdeutscher, von Alt- und Neudeutschland hofierter zentraler Akteur trat 1972 als personelle Brücke zu 1936 der amerikanische IOC- Präsident Avery Brundage auf. Ihm hatten es Hitler und die Seinen zu verdanken, dass trotz zahlreicher Bedenken die olympischen Winter- und Sommerspiele im nationalsozialistischen Deutschland stattfanden. „The games must go on“ verlangte Brundage 1972 am Tag nach dem palästinensischen Terrorakt. Das honorierte bei der Schlussfeier Amts-Deutschland auf der Stadiontafel ausdrücklich. „Thank you, Avery Brundage.““

Wie bitter, wie unsagbar furchtbar dieses „Thank you“ tatsächlich war und bis heute ist, macht folgende Beschreibung der Versäumnisse deutlich:

„Seit 1969 hatte es auch in Deutschland wiederholte Warnungen vor und Erfahrungen mit palästinensischem Terror gegeben. Sie wurden in den Wind geschlagen. Scharfe Sicherheitsmaßnahmen, wozu? Nahost, Palästinenserterror? Weit weg! Im neuen, friedlichen, seit 1970 auch ostpolitisch versöhnten Bundesdeutschland könne und werde es keine Terrorakte geben, träumte man in Bonn und Bayern. Bis 2022 blieb Deutschland ein Träumerland. Auch mit Putins Krieg und Gaserpressung hatte Deutschlands Politik, von Ausnahmen abgesehen, nicht gerechnet – Unfähigkeit zum realistischen, strategischen Denken, überparteilich.“

Und in unsäglicher Arroganz und grotesker Selbstüberschätzung der deutschen Behörden kam es zum nächsten Fehler, wie Michael Wolffsohn darstellt:

Dann der Ernst- und Notfall am 5. September 1972. Das antiterrorerfahrene Israel bot Hilfe an. Systematisch und teils hochnäsig wiesen Bonn (SPD/FDP) und München (CSU) das Angebot zurück. Den herbeifliegenden Mossad-Chef ließ man zwei Stunden über München kreisen, um sein Eingreifen ohne Eklat zu verhindern. Nach seiner Landung wollte der Israeli helfen. Nein danke, hieß es, einen Bruch deutscher Souveränität lasse man nicht zu. Wer wollte sie brechen?“

Altbekannte Stereotype deutschen Antisemitismus wurden sichtbar, wie Herr Wolffsohn deutlich macht:

Wollten etwa „die“ Juden Deutschland bevormunden? Zumindest diese alt- und neudeutschen Töne „hört“ man bei der Lektüre der relevanten Dokumente heraus.“

Auch die israelische Reaktion und Einschätzung vermittlet der Autor:

srael tobte und warnte: Die Palästinenser würden sicher die drei überlebenden, in Bayern inhaftierten Terroristen freipressen.

So geschehen am 29. Oktober 1972. Palästinensische Gesinnungsgenossen entführten eine Lufthansa-Maschine. Die drei in Bayern inhaftierten Terroristen wurden von Deutschland in Windeseile freigelassenen. Die Attentäter gingen fröhlich im libyschen Tripolis von Bord.

Alle Indizien deuten darauf hin, dass diese Entführung von der SPD/FDP-Bundesregierung und der bayerischen CSU-Landesregierung mit den Palästinensern vorab gemeinsam orchestriert wurde.

Trotzdem bat Israels Ministerpräsidenten Golda Meir im Juni 1973 den „Genossen Willy“, dem ägyptischen Präsidenten Sadat ihren Friedensvorschlag zu überbringen. Brandt versprach’s – und tat nichts. Am 6. Oktober 1973 begannen Ägypten und Syrien den Jom-Kippur-Krieg gegen Israel.

Nach wenigen Tagen hing Israels Existenz am seidenen Faden. Die USA wollten dem bedrohten Judenstaat Waffennachschub aus und über Deutschland liefern. Kommt nicht infrage, hieß es. Terror, München 1972. Krieg, Nahost 1973. Beide Male ließ Deutschland Israel im Stich.“

Es ist eine furchtbare Realität, die sich da offenbart. Und sie setzt sich bis heute fort, wie M. Wolffsohn schreibt:

Ebenso von 1977 bis 1979/82 unter Helmut Schmidts und Genschers SPD/FDP Koalition im israelisch-ägyptischen Friedensprozess. Anders als in seinen Erinnerungen geschildert, hat Schmidt diese bahnbrechende Initiative mächtig torpediert, dafür aber deutsche Panzer an das israelfeindliche Saudi-Arabien liefern wollen.

Anders die Kohl-Genscher-Koalition von CDU/CSU und FDP. Sie war willig, aber unfähig, illegale Hilfen deutscher Unternehmen bei der chemischen und technischen Aufrüstung des neuen starken Mannes gegen Israel zu unterbinden: Iraks Saddam Hussein. Anfang 1991, im Zweiten Golfkrieg, schlugen irakische Raketen in Israel ein. Tief betroffen bewilligte Deutschland daraufhin dem jüdischen Staat großzügige Hilfen bei Kauf und Lieferung atomwaffenfähiger deutscher U-Boote.

Sie sollten (und können noch heute) Israel ermöglichen, im Fall der atomaren Fälle einen nuklearen Zweitschlag auszuführen. Stopp der Lieferung, hieß es dann unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer (SPD und Grüne). Während der Kanzler und spätere Freund Putins seine Israel-Abneigung nie verhehlte, bemühte sich Außenminister Joschka Fischer zartwortreich um gute Stimmung zwischen Berlin und Jerusalem.

Die Ampel setzt den falschen Kurs fort

Verbal folgte Angela Merkel Fischers Beispiel. Mit ihrer Sicherheits-“garantie“ für Israel übertraf sie die einstige Grünen-Ikone sogar. Mehr noch, unter ihrer Regie stimmten die wechselnden Koalitionspartner SPD und FDP auch der subventionierten Lieferung deutscher Korvetten an Israel zum Schutz seiner Gasförderanlagen im Ost-Mittelmeer zu.

Aber höchst initiativ und mehr als nur gezwungenermaßen auch dem Atomabkommen mit dem Iran, das Israel als existenzielle Bedrohung betrachtet.

Trotz netter Worte in oder nach Israel setzt die Ampelkoalition diesen aus israelischer Sicht lebensbedrohlichen Kurs fort. Zu Recht oder nicht? Das ist nicht die Frage. Fest steht: Seit Olympia 1972 hat sich Deutschland von Israels Existenzsicherheit aus fehlendem Willen, Können oder beidem abgekoppelt. Allen gegenteiligen Bekundungen zum Trotz. „Normalität“ eben.“

Soweit der Artikel zum Gedenken an das Münchener Verbrechen.

Und wie schon zu allen Gedenkreden an den Gedenktagen zum Holocaust, so auch hier:

Ich kann diese Reden unserer Politiker, die vor Betroffenheit und eigenener Ergriffenheit triefen, nicht mehr ertragen und halte sie für pure Heuchelei, solange dem Terror, den Drohungen des Iran, den Arabern und Palästinensern nicht mit einer klaren Ansage seitens der deutschen Regierung begegnet wird, in der Art, wie ich sie hier fordere:

ISRAEL IST EIN JÜDISCHER STAAT OHNE WENN UND ABER!

Wer Israel angreift, seine Sicherheit gefährdet, es bedroht oder seine Existenz delegitimiert, wird von der deutschen Regierung zur Rechenschaft gezogen. Das gilt auch für deutsche Politiker oder deren Sympathisanten, die via NGOs und BDS Israel bekämpfen.

Gute Nachrichten sehen anders aus… 5. September, 2022

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Russlands Gas-Lieferstopp treibt die Preise in Richtung Rekordhoch. Seit Freitag verteuerte sich Gas um etwa 35 Prozent. Wegen der Energiekrise wächst die Angst vor einer Rezession.

Von Thomas Spinnler, tageschau.de

Der erneute Stopp russischer Gaslieferungen hat den Gaspreis nach oben schießen lassen. Heute kletterte der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas um etwa 72,5 Euro auf zuletzt 281 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Plus von rund 35 Prozent auf die Notierung vom vergangenen Freitag. Der TTF-Kontrakt gilt als eine Richtschnur für das europäische Preisniveau.

Damit ist eine Zeit tendenziell sinkender Preise zumindest vorerst beendet. In der vergangenen Woche waren die Notierungen noch gefallen; Investoren hatten damit auf die Tatsache reagiert, dass die europäische Gasspeicher schneller befüllt wurden als erwartet. Aktuell sind beispielsweise die deutschen Gasspeicher zu rund 86 Prozent befüllt. Im vergangenen Jahr hatte der Stand zu diesem Zeitpunkt des Jahres noch bei etwa 60 Prozent gelegen.“     

Quelle

„Aktuell sind beispielsweise die deutschen Gasspeicher zu rund 86 Prozent befüllt. Im vergangenen Jahr hatte der Stand zu diesem Zeitpunkt des Jahres noch bei etwa 60 Prozent gelegen.“    

Das ist doch tröstlich, dass die Gasspeicher bereits zu 85 % gefüllt sind, da können wir uns doch alle beruhigt zurücklehnen ….

Die Frage ist nur, von wem und wie und zu welchem Preis wird gerade das Gas eingeführt, das nicht in den Speichern landet, sondern sofort verbraucht werden soll und muss, da sowohl die Industrie, wie die Gaskraftwerke und auch die privaten Haushalte am Gas hängen, ob sie wollen oder nicht!

Noch ist das Wetter gut, die Gasheizungen bleiben im niedrigen Modus, versorgen die Bewohner allenfalls mit warmem Wasser.

Dass aber gleichzeitig die Preise sämtlicher Versorgungsgüter steigen und steigen, geht bei dieser „tröstlichen“ Bekanntgabe der bereits zu 85% gefüllten Speicher nahezu komplett unter, bzw. wird verschämt mit der Aussage „Wegen der Energiekrise wächst die Angst vor einer Rezession.“ umschrieben. Die Angst um eine Rezession haben sicherlich die verantwortlichen Politiker und Bankfachleute, die berühmten „kleinen Leute“ bangen aber darum, wie sie einigermaßen heil und ohne große Schulden aufzuhäufen durch den Herbst und Winter kommen können.

Wohl denen, die einen gut gefüllten Kleiderschrank mit warmen Klamotten haben und nicht auch noch hohe Ausgaben für Winterkleidung befürchten müssen. Denn dass wir uns alle nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich warm anziehen müssen, ist ganz sicher keine Spökenkiekerei.

Als ehemalige Fachlehrerin für ‚Familienhauswesen‘ und mit den Erfahrungen der Nachkriegskindheit erlaube ich mir auch den Hinweis darauf, dass es vernünftig ist, bereits jetzt einen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln anzulegen, u.a. auch solchen, die bereits „gar gekocht“ und in Dosen gut verschlossen sind. Wer weiß, wie es mit der Stromversorgung weitergehen wird, da macht es Sinn, sich auf alte Methoden der Vorratshaltung zu besinnen und weniger Lebensmittel in der Tiefkühltruhe zu horten, als vielmehr in Einweckgläsern und Dosen bereitzuhalten für den großen Blackout… oder einfach nur, um vor den steigenden Preisen einen kleinen Vorsprung hinzulegen.

Bleibt besonnen, klug und weise – und gesund!

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