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Goldener November 11. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Es stimmt natürlich: Dass dieser Monat immer noch mit sonnigen Tagen und golden schimmernden Blättern mein Herz höher schlagen lässt, geht wohl auf das Konto der klimatischen Veränderungen, die von vielen befürchtet, von anderen skeptisch, verneinend betrachtet und vermutlich von einigen wenigen Menschen sogar freudig begrüßt werden.

Ich bin, was die Diskussionen um das Klima angeht, ein Mischling. Zwar leugne ich nicht die Veränderungen, aber ich hege einige Zweifel hinsichtlich des Attribut „menschengemacht“, wobei ich auch da eine kleine Einschränkung machen will: Natürlich verändern wir Menschen unsere Umwelt, seit es uns gibt. Das fiel aber solange kaum bis gar nicht ins Gewicht, solange unsere Anzahl begrenzt war auf zunächst einige Millionen Menschen weltweit oder – wie gegen Mitte des letzten Jahrhunderts – sich unsere Zahl auf 3 Milliarden belief. Man kann sich doch leicht an fünf Fingern abzählen, dass 8 Milliarden Menschen, die wir derzeit sind, deutlich mehr an allen Ressourcen ge- und verbrauchen, als es weniger als die Hälfte der Bewohner dieser Erde bisher getan haben. Hinzu kommt, dass der Wohlstand, der in den westlichen Industrienationen zu einem höheren Gebrauch aller Güter und zu deutlich mehr Konsum geführt hat, inzwischen auch die sogenannten Schwellenländer erreicht hat, die Länder also, die zwar noch nicht vollständig die Segnungen des kapitalistischen Westens genießen, aber doch zu einem nicht geringen Teil bereits jetzt daran partizipieren. Und wer wollte ihnen das verdenken, selbst wenn die Zahl ihrer Einwohner um ein Vielfaches größer ist als die des sogenannten „Westen“. Damit will ich sagen, dass die Schuldzuweisung an die Länder des Westens bezüglich „menschengemacht“ doch auch unter dem Aspekt des unglaublichen Bevölkerungszuwachses der gesamten Welt relativiert werden muss.

So, genug der Erklärungen zu Klima, Wetter und Bevölkerung.

Ich genieße einfach den zauberhaften Anblick, der sich mir vom Schreibtisch am Fenster aus bietet. Im großen nachbarlichen Garten öffnet sich langsam der Laubvorhang wieder und gewährt erste Blicke auf das Fachwerkhaus, das mir im Sommer vollkommen verborgen ist. Abends ist es besonders schön, wenn die Dämmerung eingesetzt hat und durch das Blätterwerk der Bäume die Lichter des Hauses schimmern.

Auch meine Freundin wird dieses goldene Novemberwetter freuen, ist doch dieser Monat sonst eher für Düsternis, graue Tagen, Regen und Wind bekannt, was manchen Menschen, so auch meiner Freundin, tiefes Unbehagen verursacht.

Ich bin ja ein Herbstkind, im Oktober geboren und liebe diese Jahreszeit. Und wenn es draußen stürmt oder nebelgrau ist, der Regen in feinen Rinnsalen unaufhörlich aus den Wolken rieselt, dann geht es mir besonders gut, ich zünde Kerzen an, höre Musik, lese und mache es mir in meinen vier Wänden so gemütlich, wie es nur geht…. ein bisschen herbstlicher Dekokitsch gehört dazu und auch ein Feuer im Kamin.

Was jedoch die besonderen Gedenk- und Feiertage des November angeht, die nehme ich sehr bewusst wahr, ohne dabei der Betrübnis Raum zu geben, wie es manchen Menschen mit den Novemberterminen ergeht.

Die Gedenktage des November, mit dem katholischen Feiertag „Allerheiligen“ gleich zu Beginn des Monats, lassen mich innehalten und das Gute, das ich in meinem Leben erfahre, nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. Sie lassen mich die Begrenztheit meines Lebens spüren und mich dennoch hoffnungsvoll bleiben angesichts der Ewigkeit, die wir am Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt, in den Blick nehmen. Der Bus- und Bettag wurde den Erfordernissen der Industrie in den meisten Bundesländern geopfert, so auch in meinem. Der Volkstrauertag, der in meiner Kindheit und Jugend noch für nahezu alle Menschen ein fester Tag im Kalender war, verblasst mehr und mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung. Ich erinnere mich, dass wir Schulkinder in den 60er Jahren mit einer Sammeldose von Haus zu Haus zogen und für die Kriegsgräberfürsorge um eine Spende baten. Damals war der Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch im Bewusstsein aller Menschen, die ihn selbst erlebt hatten. Heute leben nur noch wenige Zeugen und selbst wir Nachkriegskinder nähern uns ja bereits deutlich der Schwelle zur Ewigkeit. Erst der Krieg im europäischen Haus, den Russland der Ukraine aufgebürdet hat, lässt die Furcht vor einem Krieg auch hier bei uns wieder anwachsen. Hatten wir uns doch alle so sehr an den Frieden gewöhnt, an die Sicherheit und Ruhe in unserem Land – trotz der Berichte über die Kriege, die es nach wie vor gab und gibt.

Die Politik ist herausgefordert wie kaum zuvor im Nachkriegsdeutschland, Antworten auf die Probleme zu finden und zu geben, die der Ukraine-Konflikt neu ins Bewusstsein gehoben hat, so sehr, dass wir darüber die Corona-Pandemie beinahe schon als normal abhaken, wenn wir sie nicht gar ganz beiseite geschoben haben und auch das Klima noch ein bisschen machen darf, was es will, ohne dass wir versuchen, ihm Einhalt zu bieten.

Und so hoffe ich, dass und die goldene Pracht des November noch ein wenig erhalten bleibt, um dann dem Dezember Platz zu machen, der wie immer mit der erwartungsfrohen Adventszeit Herzen und Sinne erfreut.

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Altweibertage… 7. September, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Feine Spinnfäden segeln durch die Luft und die Mücken tanzen im letzten warmen Sonnenstrahl. Das Gärtchen zieht sein Herbstkleid an, die Luft kündigt davon und der Himmel ist weit und hoch und gerade auch sehr blau.

Von Altweibersommer zu reden, verkneife ich mir, wer weiß, wie lange diese Herrlichkeit anhält und ob nicht morgen schon das Wetter umschlägt und wir unversehens im Novembergrau versinken.

Altweibertage finde ich passend – passend auch zu meiner eigenen Befindlichkeit, die gerade mit dem Zustand da draußen ganz prächtig in Einklang ist. Ich fühle mich wie ein altes Weib, und eigentlich bin ich das ja auch, in 6 Wochen werde immerhin schon zweiundsiebzig, da waren meine Großmütter schon wirklich sehr alte Frauen, denen man es auch ansah, dass sie alt waren. Die Kleidung der Alten damals hatte nichts gemein mit den schönen farbigen Fummeln, die sich die Frauen meiner Generation so gerne umhängen und glauben, sie wären damit deutlich, deutlich jünger als „um die Siebzig“. Die Friseure verdienen gut an unserem Bedürfnis, die Jugend zumindest auf dem Kopf zu erhalten, Haaren sieht man, wenn sie gut gefärbt sind, das Alter ja nicht an. Ganz anders ergeht es doch dem, was unterhalb der Frisur sichtbar wird, Krähenfüße rings um die Augen, Falten, die Männern ja noch ein markantes Aussehen verleihen, uns aber leider nur alt aussehen lassen, zerknitterte Wangenhaut lässt sich nur vorübergehend mit allerlei Cremes und Puderchen kaschieren, früher oder später bricht der sorgfältig aufgetragene, scheinbar Jugend spendende Firnis auf und all die mühsam überdeckte Vergänglichkeit wird sichtbar… besonders in dem schönen Licht einer tief stehenden Sonne, Herbstlicht eben, passend zum Alter der so sehr darauf bedachten Damen, alterslos zu sein.

Ja, doch, ich liebe diese Jahreszeit, die Altweibertage, die aneinandergereiht einen wunderbaren Altweibersommer ergeben.

Überhaupt, ich liebe den Herbst, diese Jahreszeit, in der man sich ganz der Natur anpassen und das genießen sollte, was in Frühling und Sommer (des Lebens) geworden ist. Nichts mehr, was „muss“, aber vieles, was „darf“, sein darf, noch erlebt und geliebt werden kann. Wie schön.

Hoffen wir, dass der Herbst nicht allzu bald zum Winter wird, wir die Tage noch auskosten können.

Dass alles schnell, viel zu schnell sehr anders sein und kommen kann, zeigen uns die Ereignisse der letzten Wochen, die verheerende Flut, mit deren ungeheurer Zerstörungskraft niemand rechnete. Der chaotische und darum so dramatische Rückzug aus Afghanistan, mit dessen schrecklichen Folgen für das Land und die Menschen, die „dem Westen“ vertraut haben, offenbar auch niemand rechnete, obwohl der Blick zurück in die Geschichte dieses Landes genau das doch wahrscheinlich sein ließ. Der Kampf, der den bevorstehenden Wahlen vorausgeht und der seine ganz eigene Dynamik entfaltet, sodass niemand mit seinem Ausgang sicher rechen kann.

Viel zu viele Rechnungen, denen ein Strich in die Quere kam, die unberechenbar wurden, nicht aufgehen.

Altweibertage, wir alten Frauen sind eigentlich müde, immer wieder neu anzustellende Rechnereien zu betreiben und können es doch nicht lassen… es ist wie die Schminke auflegen, damit man das Gebrechliche des Lebens nicht sofort erkennt, sondern sich der Hoffnung hingeben kann, alles sei doch gut – oder werde irgendwie gut.

Rilke fällt mir ein, sein berühmtes Herbstlied und daraus die letzten Zeilen:

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Oktober – so golden… 25. Oktober, 2020

Posted by Rika in aktuell.
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An diesem letzten Sonntag im Oktober 2020  sitze ich an meinem Schreibtisch und lese, lese verschiedene Beiträge in den sozialen Medien. Manche erinnern mich an eigene Berichte, die ich in früheren Jahren hier im Blog  geschrieben habe… manche stimmen mich nachdenklich, über andere muss ich schmunzeln und wieder andere machen mir auf bedenklich stimmende Weise klar, dass  meine zahlreichen Einlassungen zum Thema Islam heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben, eher ist mein Erschrecken über  die Reaktionen auf die Forderungen muslimischer Verbände, vor allem aber auf die mit dem Koran begründeten  Gewalttaten noch größer geworden.

Ich könnte daran verzweifeln – oder, wie ich es in einem Kommentar bei Facebook schrieb, beinahe verstummen.

Aber das soll heute nicht mein Thema sein.  Ich sitze nämlich nicht nur an meinem Schreibtisch vor dem Fenster und lese oder schreibe, nein, ich schaue auch aus dem Fenster, in den wunderschönen, herbstlich-golden gefärbten Garten des Nachbarn.  Das Bild wirkt etwas verschwommen, was vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass ich es durch das geschlossene Fenster aufgenommen habe und sich eine leichte Spiegelung des Innenraums nicht verhindern ließ…

Als im letzten Jahr meine wunderbare Eberesche gefällt werden musste, weil sie einer unheilbaren Pilzerkrankung zum Opfer gefallen war, empfand ich tiefe Trauer über diesen großen Verlust, war mir der Baum doch so lieb geworden, den ich vor 40 Jahren als kleines Pflänzchen durch Ausbuddeln und Eintopfen „gerettet“ hatte, als es unter dem Zaun eines Spielplatzes seine ersten kleinen Triebe zeigte und mit Sicherheit von den Gärtnern irgendwann als unerwünschter Wildwuchs entfernt worden wäre.

Heute nun denke ich zwar immer noch wehmütig an die wunderschöne Eberesche früherer Jahre, aber zugleich erfreue ich mich an dem großartigen Anblick, der sich mir nun durch die freie Sicht auf Nachbars Garten bietet.

Der Herbst ist ohnehin meine Lieblingsjahreszeit – wobei ich gestehen muss, dass ihm, in den letzten Jahren, der Frühling fast den Rang abgelaufen hat.

Hinter der Mauer, die unseren kleinen Garten von dem großen des Nachbarn trennt, vollzieht sich der Wechsel der Farben von den verschiedenen Grüntönen zu leuchtendem Gelborange, das man beinahe Golden nennen kann. Dazwischen noch einige grüne Blätter, die das Laub der Birken flirrend erscheinen lassen, obwohl kein Wind geht.

Nicht mehr lange, und er Blättervorhang verschwindet – sehr zum Missfallen des Nachbarn, der dann die Unmengen von Laub auffegen muss, die jetzt noch den Blick auf das Nachbarhaus verhindern…

Es ist in jedem Jahr das gleiche großartige Schauspiel, das der Herbst uns bietet und selbst an trüben Tagen ein Leuchten hervorzaubert, wie es sonst nur strahlender Sonnenschein vermag.

Zeit für die Eberesche II 3. Oktober, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Meine geliebte Eberesche ….

 

 

Wieder ist es Zeit ihr Loblied zu singen. Nach dem schrecklichen Rupfen vor fünf  Jahren hat sie sich prima erholt und  hat – wie um uns zu zeigen, dass sie unverwüstlich ist –  unglaublich viele neue Triebe gebildet, so dass sie nun fast wieder so hoch ist wie vor dem Rupfen.

 

Der Liebste wird vermutlich nicht noch einmal auf die Leiter steigen…   so wächst und wächst das  einstmals so kleine Bäumchen und erfreut die Vogelwelt  – und uns natürlich auch.

 

 

 

 

Unglaublich viele Beeren hat die Eberesche  in diesem Jahr angesetzt und so herrscht ein reges und munteres Fressen in dem  dichten Geäst  und dem immer noch erstaunlich grünen Blätterwald. Die Amseln machen sich über die Beeren her und entwickeln dabei bewunderungswürdige Taktiken um auch die äußersten Beeren zu erreichen. Viele Meisen tummeln sich in den Zweigen, sie jagen wohl eher kleinste Spinnen, Käfer und Insekten.

Goldener Oktober  im Gärtchen … und doch ist es unverkennbar Herbst geworden… allem Sonnenschein zum Trotz. Im Schatten ist es schon empfindlich kühl da draußen und drinnen wärmt seit gestern wieder die Heizung.

eberesche

 

Meiner Seele tut es gut, einfach nur in das herbstlich goldene Gärtchen zu schauen….

Das Gärtchen wartet… 28. Oktober, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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auf meine ordnende Hand, vor allem aber darauf, dass ich es endlich winterfest mache.

Ich habe schon ein richtig schlechtes Gewissen. Denn seit die Wiese am Meer Freude und Arbeit bedeutet, ist das Gärtchen in die zweite Reihe gerückt; eigentlich müsste es heißen: Gerückt worden.

Von mir!

Nicht, dass ich mich nicht kümmern wollte, aber seit dem letzten Arbeitseinsatz auf der Wiese zwickt  der Rücken und verhindert jede Gartenarbeit.

Vielleicht ist das Gärtchen ja jetzt ein bisschen beleidigt, weil ich ihm nicht mehr meine ungeteilte Aufmerksamkeit widme. Ich verspreche aber mit meinem großen Gärtnerinnenehrenwort, dass ich ihm wieder alle Liebe und Pflege zukommen lassen werde, sobald die Wiese „fertig“ ist (das wird zwar noch ein bisschen dauern, aber das muss man dem Gärtchen ja nicht verraten!)

 

 

Zum Glück hat der Winter bei uns noch nicht Einzug gehalten.

Ich komme nämlich auch morgen nicht dazu, die Blätter zusammenzufegen, die Pumpen aus den kleinen Teichen zu nehmen und die Terrassenmöbel der „Schwedenecke“ ins Häuschen zu räumen. Denn morgen beginnt wieder eine „Wiesenwoche“, d.h. der letzte Arbeitseinsatz vor dem Winter. Ein paar Büsche müssen noch eingepflanzt und ein paar Blumenzwiebeln verbuddelt werden…. (Selbstverständlich werde ich mir die größte Zurückhaltung auferlegen und dem besten Ehemann die körperlich schweren Arbeiten freiwillig überlassen, ich übernehme dafür die Verantwortung für die Durchführung… 😉  ) Aber dann, ich schwöre, dann ist das Gärtchen dran und es wird so fein und winterfest gemacht, wie es mir nur möglich ist.

Hoffentlich hat der Winter noch ein bisschen Geduld und verweilt noch ein wenig im Süden bevor er zu uns in den Norden kommt…. Sonst könnte es zum ersten Mal nach 30 Jahren passieren, dass das Gärtchen unversorgt der kalten Jahreszeit standhalten muss…

*****

Ach ja, der Eberesche geht es gut! Sie hatte in diesem Jahr nur mäßig Blüten angesetzt und demzufolge kaum Früchte,  die wenigen haben die Amseln schon vertilgt. Dafür hat sie sehr viele neue Zweige gebildet, was nach dem „Rupfen“ vor zwei Jahren ausgesprochen schön ist, wobei der Meinige schon darauf lauert, die neuen Triebe einzukürzen, man soll ja die Bäume bekanntlich nicht in den Himmel wachsen lassen, schon gar nicht, wenn sie die Aussicht aus dem Arbeitszimmer versperren… 😉

 

 

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