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Wer führt Regie und wer zieht die Fäden? 2. November, 2020

Posted by Rika in aktuell.
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Wenn man nicht an ein sich selbst regulierendes und sich stets wiederholendes System, einem „Perpetuum Mobile“ nicht unähnlich, glauben möchte, stellt sich diese Frage doch umso drängender:

Wer führt Regie und wer zieht die Fäden?

Wer um alles in der Welt bedient welche Hebel, Hebel der Macht, Hebel der manipulativen Mobilisierung aufgebrachter Menschenmassen, Hebel in der Berichterstattung und eben auch die Hebel, die das Schweigen verantwortlicher Politiker hier in Deutschland befördern, allen voran die Bremshebel im Bundeskanzleramt, die es bisher verhindert haben, zu den jüngsten Anschlägen Stellung zu beziehen***, seien es die schrecklichen Taten in Frankreich oder der nicht weniger entsetzliche mörderische Überfall auf zwei gänzlich unschuldige Männer in Dresden, der dem einen das Leben und dem anderen den geliebten Partner raubte.

Endlich aber, möchte ich fast sagen, reagiert zumindest eine größer werdende Öffentlichkeit in den sozialen Medien auf die hinterhältigen Morde, die unter Anrufung der islamischen Gottheit verübt werden und die Gesellschaft – vor allem in Frankreich – zutiefst schockieren.

Dass auch hierzulande darüber berichtet wird, ist nicht das Verdienst der eigentlich dafür zuständigen öffentlich-rechtlichen Sender oder der viel gerühmten freien Presse, die halten sich nämlich äußerst vornehm zurück. Zwar wird in dürren Worten über „Nizza“ und mich noch dürreren Sätzen über „Dresden“ gesprochen und geschrieben, aber niemand der Damen und Herren Journalisten und Redakteure wagt sich an die brisante Annahme, diese Taten könnten etwas mit der Religion der Täter zu tun haben, die sich zwar ausdrücklich in Anrufung ihres Gottes zu der koranisch-prophetischen Offenbarung eben dieses höchsten Wesen bekennen, aber dennoch für ihre Religion das Attribut „friedlich“ reklamieren, oder, wie Deutschlands bekanntester Führer der hier lebenden Muslime, Aiman Mazyek, die einzig wahre Erkenntnis veröffentlichte und dem großen Propheten Milde attestierte, eine solche Milde nämlich, die es den gläubigen Nachfolgern des „Gröprophaz“ unmöglich mache, auf möglicherweise beleidigende Äußerungen mit Gewalt zu reagieren.

Demzufolge müssen die Täter unislamische und psychisch eingeschränkt Handelnde gewesen sein. Oder Menschen, die mit ihrem erbärmlichen Leben einfach nicht klar kamen und denen keine anderen Option blieb, als die vermeintlich dafür Verantwortlichen umzubringen. Diese Vermutungen kennen wir ja zur Genüge aus den Verlautbarungen der vergangenen fünf Jahre, wann immer und wo immer sich eine Tat ereignet hat, die mit dem bekannten „Nichts“ zu tun haben könnte, aber aus politisch korrekten Gründen nicht zu tun haben darf.

Weniger furchtsam, etwas unsensibel und möglicherweise sogar beleidigend zum Thema zu schreiben, ist Malca Goldstein-Wolf. Sie beschreibt bei Facebook eine Beobachtung, die sich ihr schon seit einiger Zeit aufgedrängt haben mag, mit einem Text, den ich mit ihrer Erlaubnis hierher kopiere:

Just sayin‘,

man kann es schon als kleine Invasion bezeichnen. Mit zuckersüßem Lächeln schmusen sie sich an Politiker, selbst auf höchster Ebene, an. Charmant, häufig wortgewandt und in Deutschland bestens ausgebildet und sozialisiert, setzen sie an, aus Deutschland das 58. islamische Land der Welt zu kreieren. Sie sagen das nicht so deutlich, wer sich aber die Mühe macht, hinter die Kulissen zu schauen erkennt, dass die vorgespielte Weltgewandtheit hinter den Toren der Muslimbrüderschaft oder der Grauen Wölfe abgestreift wird wie eine Maskerade, die man nur dann nutzt, wenn man ahnungslose Entscheider, seine Agenda listig verfolgend, aufs Glatteis führen will. Sie drängen in die Ministerien, in den Bundestag, wollen Bürgermeister-Ämter erobern und bedienen des Deutschen rötesten Knopf: den Fingerzeig auf dunkelste Zeiten. So gibt man vor, Verfolgungen und Diskriminierung ausgesetzt zu sein, wie einst die Juden im Dritten Reich. Wo das Schuldgefühl einsetzt, schaltet sich offenbar bei einigen Entscheidungsträgern das Hirn aus. Fördergelder fließen für zwielichtige Organisationen, deren Funktionäre oftmals faschistoiden Ideologien folgen. Das Ziel fest im Blick, die Scharia Stück für Stück zu etablieren, haben sie es tatsächlich geschafft, dass in einer westlichen Kultur wie Deutschland überhaupt darüber diskutiert wird, ob es feste Schwimmzeiten nur für Frauen geben muss, ob es Mädchen zuzumuten ist, gemeinsamen Sport mit Jungen zu machen und der Burkini nicht doch zu Deutschland gehört. Spitzfindig klagt man sich als Kopftuch-Lehrerin vor höchste Gerichte, als ob es selbstverständlich ist, dass eine Lehrerin mit Vorbildfunktion auf einer deutschen (!) Schule schon kleine Mädchen auf ihre zukünftige Rolle als unterdrückte Frau in bester islamischer Tradition, vorbereiten darf. Wenn die deutsche Justiz, deren Gesetzgebung in vielen Fällen auf die Unterwanderung durch den politischen Islam nicht gewappnet zu sein scheint, kapitulieren muss, ist der nächste Schritt getan. Von Politikern kann man den Durchblick hinsichtlich des „Scharia-Kartells“ nicht erwarten, zu verworren ist das Konstrukt. Wer aber klärt sie auf? Die Medien selbst sind zu verhalten, es bräuchte dringend einen „Expertenrat für die Unterwanderung der deutschen Politik durch den politischen Islam“. Experten gibt es genügend, wer aber lädt sie in die Ministerien ein, bevor es zu spät ist?“

Ich habe Malca Goldstein- Wolf in einem Kommentar zu ihrem ausgezeichneten Text so geantwortet:

„Malca, seit der Gründung der Muslim-Bruderschaft ist das auch die Zielsetzung der hiesigen Abteilung. Man kann es doch nachlesen in akribisch recherchierten Berichten. Die MB hat vor mehr als 40 Jahren den Marsch durch die Institutionen angetreten mit hervorragend ausgebildeten Leuten, die nahezu allesamt akademische Titel erworben haben und damit für die Öffentlichkeit einer plumpen Auslegung des Islam völlig unverdächtig waren. Es waren nicht die türkischen Gastarbeiter, die diese Entwicklung befördert haben, sie waren bestenfalls das Fußvplk. Es waren die Söhne sehr wohlhabender arabischer, ägyptischer und iranischer Eliten, die in Deutschland studierten und es zu Wohlstand und Ansehen brachten… Ingenieure, Ärzte, Wissenschaftler verschiedener Fakultäten.. (Bestes Beispiel die Attentäter von 9/11 ). Sie machten den Islam gesellschaftsfähig, sie öffneten die Türen zu unseren politischen und wirtschaftlichen Eliten. Sie waren smarte Gesprächspartner und hatten / haben hohes gesellschaftliches Ansehen. Sie würden sich auch nie die Finger schmutzig machen, aber Geld und ideologische Argumente beisteuern zum Kampf gegen die Ungläubigen. Wenn sich jetzt der Kampf von der Bühne der intellektuellen Auseinandersetzung auf die Straße mit blutigen Aktionen verlagert, macht das „lediglich“ die längst stattfindende Entwicklung deutlich.“

Wer hier schon länger mitliest, kennt sie inzwischen, meine Buchempfehlung nämlich:

Stefan Meining, Eine Moschee in Deutschland, Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen, C.H. Beck, München 2011

Würde man (Politiker, Journalisten, bekannte Theologen) allein das Inhaltsverzeichnis lesen, müssten doch schon die Ohren klingeln….

  1. „Halbmond und Hakenkreuz: Die Wurzeln des deutschen Islam (1941 – 1945)
  2. Operationsbasis München: Muslime als Operationsbasis der CIA im Kalten Krieg (1946 -1955)
  3. Die Rückkehr er Alten Herren: Die geheime Islampolitik der Bundesrepublik (1958 -1962)
  4. Grüne Revolutionäre an der Isar: Das islamische Zentrum in München (1963 – 1978)
  5. Verkannte Herausforderungen: Der politische Islam auf dem Vormarsch (1979 -1993)
  6. Sektierer oder Heilsbringer: Das deutsche Gesicht des politischen Islam (1994 – 2000)
  7. Verdächtigungen und Polizeiaktionen: Der 11.September und die Folgen (2001 – 2010)

Epilog: Was bleibt?“

Soweit das Inhaltsverzeichnis, die sehr vielen Unterpunkte abzuschreiben, erspare ich mir, verweise allenfalls auf einen nicht unbekannten Namen: Said Ramadan und die nicht weniger berühmte Fereshta Ludin, deren Kopftuchstreit ein eigenes Unterkapitel gewidmet ist, versehen mit dem Hinweis auf Verbindungen zu weltweiten Netzwerken der Organisation muslimischer Frauen.

Nun noch einmal meine eingangs gestellte Frage:

Wer führt Regie und wer zieht die Fäden, und welche Hebel werden wo von welchen Personen bewegt?

Darauf müssten wir schnellstens eine Antwort finden.

*** Die seltsame geschwurbelte Verlautbarung des Bundeskanzleramtes betrachte ich nicht als Stellungnahme, sondern als „unter den Teppich kehren!“ Und als eine ziemlich miese Haltung dem „Freunde in Frankreich“ gegenüber, mit dem unsere Kanzlerin doch so rührend anschmiegsam eine Gedenkminute abhielt…. zu welchem Gedenken, ist mir gerade entfallen.

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Muslime bilden keine Rasse 25. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, einwanderung, emanzipation, gesellschaft, integration, islam, medien, migration, politik.
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Diese Anzeige wird bei facebook veröffentlicht:

Die anti-muslimische Stimmung in Deutschland hat Auswirkungen auf viele der in Deutschland lebenden Muslim*innen, die sehr frustriert über den öffentlichen Disk

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Heute 17:00 • Muslimisches Jugendwerk
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Mein Kommentar unter der Anzeige:

„Es kann keinen „antimuslimischen Rassismus“ geben, da der Islam nicht als Rasse sondern als Religion geführt wird und Muslime entsprechend keine eigene „Rasse“ bilden, sondern Angehörige einer Religionsgemeinschaft sind. Wobei ich mir persönlich die Bemerkung erlaube, dass ich den Islam nicht als Religion, sondern als Ideologie mit religiösen Zügen ansehe, eine Ideologie, die einen universalen Machtanspruch hat. Dagegen zu opponieren ist jedoch legitim.“

Im Zuge der BLM-Bewegung nutzen muslimische Aktivisten die gegenwärtige Diskussion zum Thema  Rassismus, um sich selber als „Opfer rassistischer Umtriebe“ darzustellen und propagieren gleichzeitig die überaus deutliche Selbstinszenierung als Muslim in einer  „noch“ nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft.  Die Organisation hat ja gar nicht vor, Muslime „nur“ zu politischer Teilhabe aufzurufen, unabhängig von sonstigen religiösen oder ideologischen Zugehörigkeiten, nein, sie fordert explizit dazu auf, sich als Muslim einzubringen in das politische Geschehen.

Die Säkularisierung – also die von christlichen Einflüssen befreite  Gesellschaft – schreitet unaufhaltsam voran und entspricht damit durchaus der schon von Paulus beschriebenen Gewaltenteilung in Kirche und Staat. Diese Teilung haben auch die Gründungsväter der Baptisten in Deutschland vor mehr als  150 Jahren ausdrücklich betont, dabei aber gleichzeitig für alle Religionsgemeinschaften die freie Religionsausübung gefordert.

Was wir heute aber beobachten können, ist doch, dass mit dem Anwachsen der muslimischen Gemeinschaften in Deutschland dieser Trennung von Kirche und Staat zwar für „Kirche“ (durch vor allem grüne und linke Parteien) Geltung verschafft werden soll, in gleichem Atemzug aber für die Besonderheiten islamischer Gepflogenheiten eine Lanze gebrochen wird. Das Beispiel der Kopftuchdebatte muss ich hier nicht erneut aufwärmen, aber die Hinweise auf die Rituale und Gebräuche im Ramadan, die Forderung der Rücksichtnahme auf fastende Muslime oder die Forderung auf Schweinefleisch in Mensen und Kantinen den muslimischen Bürgern zuliebe zu verzichten, sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie Umbenennungen alter Namensgebungen für historisch gewachsene Bräuche von Weihnachts- und Christkindlsmärkten in Wintermärkte oder Lichterfeste.

Die Medien berichten über die Gratulation des Bundespräsidenten  zum Zuckerfest und seine Teilnahme an den speziellen Veranstaltungen zum Ramadan, einen Segensgruß zu Ostern an die Christen oder eine entsprechende Grußbotschaft an die jüdischen Gemeinden zu Pessach ist aber eher  unscheinbar  und findet nicht den Weg in die Abendnachrichten der öffentlich-rechtlichen Sender…. oder fällt gleich ganz aus.

Muslimische Opfern der Gewalt durch einzelne Täter können sich der Anteilnahme durch Frau Merkel sicher sein, Opfer muslimischer Gewalt dagegen erfahren keine Worte des Trostes durch die Kanzlerin –  oder wenn doch, dann erst auf Druck der Öffentlichkeit, die diese Diskrepanz im Verhalten der Offiziellen durchaus „noch“ wahrnimmt.

Die Beispiele ließen sich vermutlich durch viele weitere ergänzen.

Und natürlich darf hier der Hinweis nicht fehlen, dass unsere Regierung mit den Regierungen muslimischer Staaten immer wieder bestes Einvernehmen herstellt, obwohl die Menschenrechtsverletzungen in diesen Staaten ausdrücklich mit den besonderen Bestimmungen des Islam durch die Machthaber legitimiert werden. Auf widerwärtige Weise wird das Wegsehen der Regierung hinsichtlich islamischer „Eigenheiten“ an den sogenannten Al-Kuds-Tagen in deutschen Großstädten deutlich, wenn Tausende durch die Straßen ziehen und „Tod Israel, Tod Amerika“ brüllend skandieren.

Um nicht falsch verstanden zu werden:

Ich bin für die Trennung von Kirche und Staat.

Ich bin für die  Religionsfreiheit, sie gilt für alle Religionen in Deutschland; sie betrifft den persönlichen Glauben und die Freiheit, ihn zu leben, zu wechseln oder zu verlassen.

Ich bin für die politische Teilhabe aller hier lebenden Menschen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und Bestimmungen, unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit.

Und schließlich:

Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift zu äußern – auch Muslime, die meinen, Opfer dieser rassistischen Gesellschaft zu sein.

Und jeder Mensch hat das Recht, Widerspruch gegen jegliche Äußerungen einzulegen, die den eigenen Werten, der eigenen religiösen und / oder ideologischen Basis und / oder der eigenen Wahrnehmung nicht entsprechen.

 

Die Schrift an der Wand… 13. Dezember, 2018

Posted by Rika in gesellschaft, integration, islam, medien, migration, mohammed, politik, terrorismus.
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beziehungsweise im SPIEGEL erschien vor nunmehr 11 Jahren.

Und ich kann nicht sagen, dass sie weniger aktuell ist oder etwas von ihrem Realitätsbezug zur deutschen Wirklichkeit eingebüßt hätte. Das Gegenteil ist der Fall.  Eine Freundin hat sie bei facebook aus der Versenkung geholt und ich stelle sie hier ein, weil sie damals prophetisch und wie ein helles Licht auf unsere Gegenwart erschien.

Leider haben wir sie nicht ernst genug genommen…

Broder schrieb am 26. 3. 2007:

„Epidemie des Wahnsinns

Henryk M. Broder über die Furcht vor islamischen Fanatikern
Der 15. Februar 1987 war ein normaler deutscher Wintertag, kühl, feucht und neblig. Es gäbe keinen Grund, sich an diesen Tag zu erinnern, wenn er nicht eine Zäsur markieren würde, wie das vor 20 Jahren kein Mensch ahnen konnte. Die Fatwa über Salman Rushdie war noch nicht verhängt, der Karikaturenstreit nicht ausgebrochen, und doch fand schon eine Art Vorspiel für die kommenden Skandale statt. Es dauerte nur wenige Sekunden, löste aber ein politisches und kulturelles Erdbeben aus, das bis heute nachwirkt.
Rudi Carrell schaute in die Kamera und verlas mit ruhiger Stimme eine fiktive Meldung: „Diese Woche feierte man im Iran den achten Jahrestag der islamischen Revolution. Ajatollah Chomeini wird von der Bevölkerung gefeiert.“ Der Meldung folgte ein Minifilm, in dem der Führer der iranischen Revolution von weiblichen Fans mit BH und Slips beworfen wurde. Es war ein visueller Kalauer: arglos, harmlos, nett. Nur was anschließend passierte, war weder arglos noch harmlos und schon gar nicht nett.
Schon 15 Minuten nach der Sendung beschwerte sich der Botschafter der Islamischen Republik beim Sender und meldete den Vorfall nach Teheran. Dann ging es Schlag auf Schlag. Teheran bestellte den deutschen Botschafter ein und forderte Konsequenzen für die „ungeheuerliche Beleidigung“. Vor der deutschen Botschaft in Teheran zogen Demonstranten auf, die „Tod dem deutschen faschistischen Regime!“ schrien. Deutsche Diplomaten in Iran wurden zur Ausreise aufgefordert, Iran Air stellte seine Flüge nach Deutschland, das Goethe-Institut seinen Betrieb in Teheran ein.
Entsprechend der Parole des Vorsitzenden Mao – „Bestrafe einen, erziehe hundert“ – wurde nicht nur Rudi Carrell diszipliniert, der nie wieder einen Mullah-Witz riskierte, die Botschaft kam auch im gesamten sozio-kulturellen Komplex an: Als zwei Jahre später, 1989, die Todesfatwa über Salman Rushdie verhängt wurde und Ajatollah Chomeini zum Mord an dem Autor der „Satanischen Verse“ aufrief, war die Haltung der deutschen Öffentlichkeit bereits geteilt. Während sich ein Teil des Kulturbetriebs mit Rushdie solidarisierte, meinte der andere, er sei „zu weit gegangen“, habe „unnötig provoziert“ und deswegen keine Solidarität verdient.
Und während über Rushdie noch das Todesurteil schwebte, wurde 1995 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel verliehen. Die Juroren lobten das Lebenswerk der Sufismus-Expertin, wobei sie bereitwillig übersahen, dass die „überzeugte Fundamentalistin“ (Emma) die Fatwa gegen Rushdie theologisch gerechtfertigt hatte: „Beleidigung des Propheten ist nach den meisten islamischen Rechtsschulen ein todeswürdiges Verbrechen.“
So wird das Stück „Die beleidigten Moslems und wir“ seit rund 20 Jahren in verschiedenen Besetzungen aufgeführt, wobei der Plot immer der gleiche bleibt: Dort die verletzten und gekränkten Gläubigen, die gar nicht anders können, als Botschaften abzufackeln, um ihre Ehre zu verteidigen, hier die kleinlauten und ewig bußfertigen Relativisten des Abendlandes, die den „Dialog der Kulturen“ als therapeutisches Selbstgespräch inszenieren: Günter Grass, der als Goodwillgeste gegenüber den in Deutschland lebenden Muslimen eine Kirche in eine Moschee umwandeln möchte; Hans-Christian Ströbele, der einen christlichen Feiertag gegen einen islamischen eintauschen will; Oskar Lafontaine, der „Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion“ entdeckt hat; ein Gericht, das einem Berliner Islamisten erlaubt, seinen Sohn „Dschihad“ – Heiliger Krieg – zu nennen.
Es ist ein langsamer Prozess der Kapitulation vor dem scheinbar Unvermeidlichen. „Nur nicht provozieren“, lautet die Losung, „die Fanatiker könnten böse werden.“ Wie sehr das Verfahren inzwischen zur Routine geworden ist, wurde im Laufe der Auseinandersetzung um die 12 Mohammed-Karikaturen klar, die in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ am 30. September 2005 erschienen waren. Während in Beirut und Damaskus dänische Botschaften brannten und Demonstranten von Islamabad bis London den Tod der Beleidiger forderten, reagierten die Repräsentanten der westlichen Zivilgesellschaft wie Wanderer, die vom Sturm überrascht wurden.
Der ewige Grass, immer vorneweg, wenn es darum geht, den Westen für seine Untaten zu verurteilen, charakterisierte die Ausschreitungen als eine „fundamentalistische Antwort auf eine fundamentalistische Tat“.
Damit stand es sozusagen eins zu eins in einem Länderspiel zweier Fundi-Mannschaften, von denen die eine ein paar Karikaturen in die Welt gesetzt hatte – und die andere daraufhin wie eine Feuerwalze durch das globale Dorf gezogen war. Fritz Kuhn, Fraktionschef der Grünen, sagte, es müsse nun geredet werden „über das Verhältnis der Meinungsfreiheit zu der Verantwortung, die daraus erwächst“, denn: „Manche fühlen sich durch die Karikaturen stigmatisiert. Mich haben sie an die antijüdischen Zeichnungen in der Hitler-Zeit vor 1939 erinnert.“
Ein Satz, mit dem Kuhn, Jahrgang 1955, vor allem eins bewies: dass er sich nie gründlich genug antijüdische Zeichnungen aus der Zeit vor 1939 angesehen hat. Auch der CDU-Abgeordnete Eckart von Klaeden mahnte: „Wir dürfen keinen Beitrag zur Eskalation leisten“ – nachdem Demonstranten in Teheran die österreichische Vertretung mit Brandsätzen attackiert hatten.
Ganz Europa erlebte eine Epidemie des Wahnsinns: Die dänisch-schwedische Firma Arla Foods, die einen Teil ihrer Produkte in islamische Länder exportiert, schaltete in 25 führenden arabischen Zeitungen
Anzeigen, in denen sie sich von den Mohammed-Karikaturen distanzierte. Großbritanniens Außenminister Jack Straw nannte die Veröffentlichung der Karikaturen „unnötig, unsensibel, respektlos und falsch“.
Die Botschaft fand Gehör: Als der Künstler Hans Haacke gefragt wurde, warum es von ihm kein Werk gibt, „das sich mit der Rolle des Islams beschäftigt“, gab er zu Protokoll: „Das wird es so bald wohl auch nicht geben. Das Verhältnis zum Islam erscheint mir so komplex und explosiv, dass ich mich da nicht heranwage.“ Seine Haltung, so Haacke, sei „nicht feige“, sondern „weise“.
Nachdem der Künstler Gregor Schneider seinen „Kubus“, der an die Kaaba von Mekka erinnert, in Berlin und Venedig nicht zeigen durfte, weil die Veranstalter Angst vor islamistischem Terror hatten, ging er in Hamburg denn auch gleich auf Nummer sicher. In der „Kulturzeit“ auf 3sat wurde Schneiders Vorgehen so dargestellt:
„Um eventuellen Protesten bereits im Vorfeld zu begegnen, wurde die Ausstellung gemeinsam mit den Vertretern der muslimischen Gemeinden vorbereitet.“
Wobei der Moderator der „Kulturzeit“ nicht einmal mit einem kurzen Anheben einer Augenbraue die Frage andeutete, ob es denn angehen könne, dass Kunstobjekte, die den Glauben thematisieren, von der Vertretern der betroffenen Religion „bereits im Vorfeld“ abgesegnet werden müssen. Die Antwort war so klar, dass sich die Frage erübrigte.
Von Henryk M. Broder“

DER SPIEGEL 13

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Nein…. keine weiteren Fragen außer diesen:

WARUM LASSEN WIR DEN WAHNSINN GESCHEHEN, WARUM LASSEN WIR IHN IMMER NOCH ZU?

 

Passend dazu auch dieser Text…. „Haben wir schon die Scharia?“

Sarrazins neues Empörungsbuch liegt auf dem Tisch… 7. September, 2018

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… nicht nur auf den Verkaufstischen der Buchhändler, auch auf meinem Schreibtisch.

Nach „Deutschland schafft sich ab“  schafft es nun ein weiteres Buch Thilo Sarrazins in die Hitlisten der Empörungsrklärungsgesänge, um es einfach ganz neutral zu sagen und niemanden zu vergnatzen oder zu beleidigen, der sich bereits einschlägig zum Buch, wie zum Autor geäußert hat.

Soviel kann ich nach dem Lesen der ersten gut 100 Seiten sagen:  Ich kann verstehen, dass manche Leute verstört sind und / oder das Buch in Grund und Boden kritisieren… Ich gehöre allerdings nicht dazu, auch wenn ich noch nicht weit vorgedrungen bin in Thilo Sarrazins, von Statistiken und Zahlen gespeiste Überlegungen zur Lage der Nation.

Jemand, der nicht verurteilt, gleichwohl aber kritisch gelesen hat, ist Dr. Johannes Kandel.

Sehr ausführlich nimmt er zu den einzelnen Kapiteln und Argumentationsgrundlagen Stellung. Es ist ein langer Text. Wer ihn gänzlich gelesen hat, wird darin eine gute Entscheidungshilfe für oder gegen das Buch gefunden haben und ist nicht mehr ganz so hilflos auf die Rezensenten verwiesen, die sich bisher in erstaunlich gleich lautender, negativer Kritik geäußert haben … was mich auf den nicht so schönen Gedanken gebracht hat, ob sie vielleicht alle vom selben Erstkritiker abgekupfert haben könnten….

Mit ausdrücklicher Genehmigung Dr. Kandels stelle ich darum diesen „fast“ Gegenentwurf zum allgemeinen Verdammungsurteil ein. (Aufmerksam geworden bin ich auf die Rezension bei Facebook)

 

Hier nun der lange Text, mit großem Dank an Dr. Kandel für die Arbeit, die er geleistet hat:

Liebe FB Freunde, ich habe Thilo Sarrazins Buch über das Wochenende gelesen und rezensiert. Es ist recht lang geworden, aber – im Gegensatz zu den überwiegend feindseligen Medien – möchte ich wenigstens mitteilen, was in dem Buch drinsteht. Die Rezension setzt einen Kontrapunkt zur Medienhetze. Ich würde mich über weite Verbreitung freuen.

THILO SARRAZIN, Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesell-schaft bedroht. FBV-Verlag, München, 2018. 495 S., € 24,99.

Das von Freunden Sarrazins lang erwartete und von seinen Feinden gefürchtete Buch ist endlich erschienen. Schon nach den ersten fünfzig Seiten fehlt mir jedes Verständnis dafür, warum Random-House das Buch nicht verlegen wollte und die SPD Sarrazin wieder ausschließen will. Der Titel „Feindliche Übernahme“ ist provokativ und soll es auch sein. Diese „feindliche Übernahme“ Deutschlands und Europas geschehe, weil die Muslime in nächster Zukunft aufgrund der demografischen Entwicklungen (siehe seine Prognosen in Tabelle 1, S. 488 f.) eine Mehrheit in Deutschland und Europa bilden könnten (frühes Heiratsalter, Verwandtenehen, Kinderreichtum). Dies würde das Ende der westlichen Zivilisation und Kultur bedeuten, weil der Islam der in Europa über Jahrhunderte erkämpften Moderne in Glaubenslehren und religiöser Praxis diametral entgegengesetzt sei. Denn der Islam

• verweigert den universalen Menschenrechten Anerkennung, d.h. lässt sie nur im Rahmen der Scharia gelten;
• kennt keine Trennung von Religion und Politik, sondern übt totale Herrschaft mittels der bis in die Alltagswelt der Menschen reichenden religiösen Normen (Gottes Gebote, Scharia) aus;
• verkündet die ewige Gültigkeit und Unveränderbarkeit seines grundlegenden Glaubensdo-kuments, des Koran: „Der Koran ist Wort für Wort die göttliche, ewige und letzte Offenba-rung Gottes aus dem Munde des Propheten Mohammed. Neben dem Koran gelten weiterhin die zuverlässig überlieferten Worte des Propheten und seine Lebenspraxis als verbindlich“ (S.214).
• hat die Muslime mit einem unerschütterlichen „Überlegenheitsbewusstsein“ ausgestattet;
• trennt die „Gläubigen“ scharf von den „Ungläubigen“ und weist die Muslime an, die „Un-gläubigen“ zu bekämpfen;
• erlaubt nur Juden und Christen eine gewisse Sonderstellung als „Schriftbesitzer“. Sie dürfen ihren Glauben unter strengen Auflagen praktizieren, sind aber in der islamischen Welt Bürger zweiter Klasse, vom grassierenden Antisemitismus und anhaltenden Verfolgungen von Christen ganz abgesehen;
• befestigt und befördert bis heute die Unterdrückung der Frau;
• bedroht „Abgefallene“ vom Islam („Apostaten“) mit mindestens sozialer Ächtung. In einigen islamischen Staaten wird der Abfall mit der Todesstrafe geahndet.

Das sind durchaus bekannte Tatsachen, mit denen sich Heerscharen von Wissenschaftlern (seit Beginn einer „Islamwissenschaft“ in Deutschland, also ca. Mitte des 19. Jahrhunderts), Politiker, Medienvertreter und Repräsentanten aller nicht-islamischen Religionen seit sehr langer Zeit intensiv beschäftigt haben. Sarrazin präsentiert durchaus Bekanntes, aber in zugespitzten, plakativen Zusammenfassungen und mit gewaltigem Zahlenmaterial (Statistiken, Studien, Meinungsäußerungen, muslimische biographische Aussagen und teilnehmende Beobachtungen). Um es gleich am Anfang zu sagen: das ist informativ und regt zum produktiven Streit an. Es ist ein wichtiger Beitrag zum Islamdiskurs aus Sicht eines ehemaligen Politikers und Amtsinhabers. Sarrazin erhebt nicht den Anspruch, Islamwissenschaft zu betreiben, er nähert sich seinem Forschungsobjekt ganz persönlich.

Nach ausführlicher Koran-Lektüre in der bekannten deutschen Übersetzung von Rudi Paret (1901-1983), einem renommierten Islamwissenschaftler, präsentiert Sarrazin eingangs die grundlegenden Inhalte der „koranischen Offenbarung“ (S. 23-46) mit zahlreichen Koran Zitaten. Allein für die An-strengung, diesen sperrigen, langatmigen, von ständigen Wiederholungen geprägten Text, „von der ersten bis zur letzten Zeile gelesen“ zu haben (S. 23), gebührt dem Autor, der sich als „Agnostiker“ (S. 7)* outet, Respekt. Es ist sicher gut, einen solchen schwierigen Text direkt auf sich wirken zu lassen, gleichwohl können durch diese Art der Lektüre auch unnötige Irritationen entstehen, die sich mit Hilfe einer parallel zu Rate gezogenen Einführung (z.B. Tilman Nagel, Der Koran. München, 2002) vermeiden ließen. Allerdings ist der bereits von Kritikern erhobene Einwand, den Koran könne man nur im arabischen Urtext lesen und verstehen völlig unsinnig. Nähme man das ernst, so schlösse man Millionen nicht-arabisch sprechender Muslime vom Verständnis des Koran aus. Und auch wenn der Koran auf Arabisch „bekannt“ ist, beschränkt sich das „Arabisch-Können“ bei zahlreichen Muslimen auf die mühsam auswendig gelernte Rezitation, ohne jedes Verstehen der Inhalte. Eine textkritische Lesart und ein offener, pluralistischer Diskurs über den Koran ist nicht erwünscht, ja wird, wie zahlreiche „liberale Muslime“ bezeugen, entweder sanktioniert oder ganz unterbunden. Noch widersinniger ist der Vorwurf, der Autor könne nicht Arabisch. Diese arrogante und elitäre Einlassung, nähme man sie ernst, würde im Klartext bedeuten, den Islamdiskurs auf die vermeintlich „Wissenden“ zu beschränken und allen anderen das Recht auf Stellungnahme und Beurteilung abzusprechen. Man stelle sich diese Forderungen einmal im Blick auf andere Sprachen vor, Chinesisch, Russisch, Hebräisch etc. Es gäbe weltweite Kommunikationsabbrüche mit unabsehbaren Folgen für das Zusammenleben von Nationen.

Die koranische Offenbarung und die islamische Weltsicht

Sarrazins surenfundierter Schnelldurchgang durch den Islam mit Erläuterungen zu Gott, Mohammed, Gläubigen, Ungläubigen, Christen, Juden, Dschihad, Frauen, Sexualität, Auferstehung, Hölle, Paradies und Scharia, ist für den Kenner nicht unbedingt neu, für den uninformierten Leser aber eine ganz gute Einführung, wobei natürlich klar ist, dass die Auswahl der Suren auch ein interessegeleiteter Akt ist. Wenn die Sarrazin-Kritiker und seine Feinde aus Politik, Wissenschaft, Medien und Kirchen, die Beschwichtiger und Verharmloser, das Buch überhaupt lesen (!), werden sie schon hier ihre ersten Verdammungsurteile formulieren: zu pauschal, verzerrend, negativistisch, nicht „wissenschaftlich“ usw. Einen Anspruch auf neue Koranforschung erhebt Sarrazin auch nicht, aber er kennt durchaus konträre Forschungsansätze zum Korantext (z.B. Neuwirth, Ohlig, Nagel). Er erläutert das Verhältnis von koranischem Text und „Hadithen“ (Mitteilungen über Mohammeds Aussprüche und Verhalten = „Sunna“).

Der Autor wendet sich gegen die gebetsmühlenartig vorgetragene These, „das habe alles mit dem Islam nichts zu tun“ und zeigt den Zusammenhang von Islam, Islamismus und Terrorismus auf. „Nimmt man den Koran auch nur einigermaßen beim Wort, so ist der Islam beim besten Willen keine Religion des Friedens und der Toleranz, sondern eher eine ‚Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt.‘“ (S. 63 f.) Allein das wird seine Kritiker empören, umso mehr als dass er – bei Anerkenntnis von allen ethnischen und kulturellen Ausprägungen des Islam – ein gemeinsames „Muster“ , eine bestimmte „Weltsicht“ des Islam behauptet: Der Islam sei „dem selbständigen Den-ken grundsätzlich abhold“, er begünstige „Autoritätshörigkeit und Gewaltbereitschaft“, befördere „eine Tendenz zum Beleidigtsein und zur Intoleranz“, behindere „Wissbegier und Veränderungsbereitschaft“, er belaste das „Verhältnis der Geschlechter“ und behindere die „Emanzipation der Frau“. Der Islam stütze „Unbildung, frühe Heirat und Kinderreichtum“. Er fördere „Rückständigkeit“, behindere „Meinungsfreiheit und Demokratie“. Die der „dem Islam innewohnende demografische Sprengkraft“ sei „eine Bedrohung für die Zukunft und die Stabilität der westlichen Welt.“ (S.71) Es ist demnach nicht der „böse“ Islamismus, der das alles verkörpert, sondern es ist der Islam selbst, wobei Sarrazin dies alles nicht umstandslos dem „Wesen“ des Islam zuordnet. „Die Frage nach dem ‚Wesen‘ des Islam ist zwar sinnvoll. Ihr Erkenntniswert wird aber dadurch begrenzt, dass die Frage nach dem ‚Wesen‘ einer Religion nicht getrennt werden kann von der Praxis der Gläubigen“ (S.20). Es kann dem Autor nicht der Vorwurf gemacht werden, er argumentiere „essentialistisch“, d.h. leite aus einem konstruierten „Wesen“ des Islam seine Bewertungen und Urteile ab.

Er beginnt mit scharfen Ansagen, die er in den folgenden Kapiteln 2 bis 4 (S.73-369) zu belegen sucht.

Die islamische Staatenwelt, demografisches Gewicht und Rückständigkeit

Sarrazin beleuchtet die „islamische Staatenwelt von Arabien bis Indonesien“, arbeitet „Problemzonen islamischer Gesellschaften“ heraus und befasst sich eingehend mit „Muslimen in den Gesellschaften des Abendlandes“. Ganz nüchtern präsentiert er zunächst Zahlen über Muslime im Weltmaßstab: Lebten 1950 470 Millionen Muslime auf der Welt (19% der Weltbevölkerung), so sind es jetzt 2,3 Milliarden (31% der Weltbevölkerung), eine Steigerung um das Fünffache. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Bevölkerung in den islamischen Staaten im Vergleich zu Europa sehr jung ist: „2015 betrug das sogenannte Medianalter der Bevölkerung (50 Prozent sind jünger, 50 Prozent sind älter als der Median) in Europa 41,7 Jahre, in Deutschland sogar 46,2 Jahre, in den islamischen Ländern dagegen nur 25,2 Jahre.“ Teile der Öffentlichkeit schauen ja besorgt auf Staaten mit großem Einwanderungsdruck nach Europa „(muslimisches Subsahara-Afrika, Syrien, der Irak und Afghanistan)“. Hier liegt „das Medianalter noch niedriger, nämlich bei 18 bis 20 Jahren“ (S.87). Sarrazin belegt die bekannte Tatsache des kontinuierliche Wachstums der Bevölkerung in der islamischen Welt mit Verweis auf die „Nettreproduktionsrate“ („ein statistisches Maß für die Fruchtbarkeit einer Bevölkerung“, S. 88), am stärksten in Afrika, dessen muslimische Bevölkerung sich in jeder Generation verdoppelt (!). Nach einer aktuellen UNO-Bevölkerungsprognose sollen 2050 in den islamischen Ländern „gut viermal und 2100 gut sechsmal so viele Menschen leben wie in Europa“ (S. 90). Mit dem emeritierten Pädagogik Professor und Soziologen, Gunnar Heinsohn, ist Sarrazin der Auffassung, dass junge Männer zwischen 15 und 20 deutlich gewaltbereiter und aggressiver seien als die Altersgruppe der Älteren zwischen 55 und 60. Die Relation hier zwischen den Jungen und Älteren nennt Heinsohn den „Kriegsindex“ und der liege für Europa bei 0,8 (für Deutschland bei 0,7). Für die gesamte islamische Welt betrage er 3,1. Den größten Kriegsindex hätten Mali (6,5) und Afghanistan (6,0) (S. 89). Darüber ist im wissenschaftlichen und politischen Diskurs gestritten worden mit dem Zwischenergebnis, dass der demographische Faktor und der „Kriegsindex“ in jedem Falle eine wichtige Rolle zur Erklärung jungen Aggressionspotentials spiele. Sarrazin schlussfolgert: Je rückständiger, bildungsferner und wirtschaftlich erfolgloser eine Gesellschaft ist, umso größer ist das Bevölkerungswachstum. Die Bedeutung der Religion in diesem Faktoren Setting lässt sich nicht eindeutig kausal klären. Den relativen Rückstand der islamischen Welt zur Westlichen will der Autor unter Verweis auf den geringen wirtschaftlichen Erfolg (Vergleiche zum Bruttoinlandsprodukt als Messgröße), Innovation, Wissenserwerb und Wissensproduktion (Nobelpreise, Patentanmeldungen, Hochschulranking) sowie die politische Stabilität (Demokratie, Krieg und Frieden) empirisch belegen. Das sind alles plausible Gesichtspunkte, wobei die Defizite im Blick auf Frieden (Konfliktzonen!), Demokratie (z.B. Pressefreiheit) und die fortwirkende Korruption (Belege bei „Transparency International“) schon dramatisch sind. Wie sich „Bevölkerungsexplosion, wirtschaftliche Unterentwicklung, niedrige Bildung, schlechte Regierungspraxis, diktatorische Herrschaftsformen und das nahezu vollständige Fehlen von Demokratie und Meinungsfreiheit“ (S. 99) in den einzelnen islamischen Ländern darstellen, untersucht Sarrazin differenziert für die arabischen Länder, Subsahara-Afrika, Türkei, Iran, Indien, Zentralasien und, Südasien. Diese tour d’horizon bietet hilfreiche Basisinformationen, wobei das Gesamtbild – bei aller länderspezifischen Differenzierung – düster ausfällt. Überall sind Fundamentalismus und Islamismus auf dem Vormarsch, ein moderater und liberaler Islam hat hier keine Chance.

Fazit: Auch wenn der Islam „nicht die einzige Einflussgröße ist“ (bessere Bedingungen im Iran und Malysia!) ist „in allen Ländern (..) die hemmende Wirkung des Islam für Modernisierung, Wissen, Wohlstand und Freiheit übermächtig spürbar, auch macht sich eine wachsende Radikalisierung negativ bemerkbar“ (S. 127). Die Frage der „Rückständigkeit“ des Islam ist ja im Islam-Diskurs häufig diskutiert worden und Befürworter und Gegner prallten stets konfrontativ aufeinander. Nach dem 11. September 2001 sind geradezu Legionen von Schriften erschienen, die dieses Thema aufgriffen. Ich nenne hier nur beispielhaft den amerikanischen Islamwissenschaftler Bernard Lewis („What went wrong“, 2002 und „The Crisis of Islam“, 2003). Ausführlich und eindrücklich ist das auch 2007 von dem Historiker Dan Diner in „Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt“ beschrieben worden. Wer sich selbst ein differenziertes Bild machen will, könnte auch zu den bisher 6 veröffentlichten „Arab Human Development Reports“ greifen (http://www.arab-hdr.org/). Dort sind seit 2002 gewaltige Zahlenmaterialien, zusammengestellt von überwiegend arabischen Autoren, einsehbar.

Problemzonen islamischer Gesellschaften

Sarrazin sieht seine grundsätzlichen Überlegungen zum Islam durch die Beschreibungen der sozialen und politischen Wirklichkeit in der islamischen Welt bestätigt. Nun spitzt er seine Beobachtungen zu einer Grundthese zu. Es sei die „innere Logik der Religion des Islam“ (S.130), den Anschluss an die Moderne verloren zu haben, in erster Linie durch Ignoranz und Intoleranz gegenüber dem westlichen Fortschritt in Kultur (Bildung!), Wirtschaft und Politik (Demokratie!). Statt „Individualismus“ regiere das „Prinzip der Unterwerfung“ (S. 132 ff.). Sein Kronzeuge ist der Basler Kulturhistoriker Jacob Burckhardt (1818-1897), der in seinen, 1905 aus dem Nachlass erschienenen, „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ den dominanten Kollektivismus in der Religion des Islam herausstellt. Ob diese, vor 150 Jahren formulierten, Wahrnehmungen des Islam auch die Gegenwart des Islam treffend beschreiben, wird sicherlich von Sarrazins Gegnern angezweifelt. Es ist ja nur eine Momentaufnahme und unklar ist, auf welche Quellen sich Burckhardt bezieht und ob er die Schriften der zu seiner Zeit sich gerade entwickelnden Islamwissenschaft zur Kenntnis genommen hat (z.B. Theodor Nöldekes epochemachendes Werk, „Geschichte des Qorans“, 1860). Ein Verweis auf zahlreiche kritische Stimmen gegenwärtiger islamischer Intellektueller wäre hier hilfreich gewesen. Denn an der Tatsache, des Vorrangs des Kollektivs vor dem Individuum lässt sich nichts deuteln, selbst wenn man das Sufitum mit seiner betonten persönlichen Mensch-Gott Beziehung als Gegenbeleg anführte.

Kunst und Kultur

Harsch fallen Sarrazins Urteile zu Kultur und Kunst des Islam aus, auch angelehnt an Burckhardt. Doch dass „Kunstfeindlichkeit und Bilderstürmerei (..) in gewissem Sinne zum islamischen Glaubens-kern“ zählen (S.140), ist dann doch überzogen, denn die islamistischen Barbareien der Taliban („Bamiyan“!) und des IS sind Ausdruck einer ultra-islamistischen, terroristischen Sichtweise und nicht Allgemeingut von Muslimen. Es gibt zudem sehr alte Traditionen im Islam in puncto Malerei (z.B. Wand-, Miniatur-, Keramik-, Glasmalerei), Kalligraphie, Ornamentkunst (Stichwort: „Arabeske“), Dichtkunst (Hafiz aus Persien!), Buchillustrationen, Architektur (obgleich der Moscheebau oströmischen Vorbildern folgt), Weberei und auch teilweise Musik (z.B. Musiktheorien von al-Kindi und al-Farabi, türkische Volks- u. Kunstmusik, auch Popmusik), die zumindest erwähnt werden sollten. Ganz richtig sieht der Autor aber die Defizite in der Bildenden Kunst durch das (koranisch nicht belegte) „Bilderverbot“.

Wissenschaft und Technik

Das Zurückbleiben des Islam in Wissenschaft und Technik ist eine gut belegte Tatsache und Sarrazin sieht die Ursachen in der „islamischen Umgebungskultur“ (S.143). So wird die Neuauflage einer Debatte über Genetik vermieden. Fazit an dieser Stelle: „Solange man diese Ursachen nicht im Genetischen sucht und eine ‚Erbdummheit der Muslime‘ ausschließt, bleibt nur der kulturelle Einfluss des Islam“ (S.144). Immer wieder wurde in den letzten Jahren heiß über den Beitrag des Islam zur europäischen und Weltkultur diskutiert, häufig auch in apologetischer Absicht, bis zu absurden Behauptungen, der Koran enthalte das gesamte Weltwissen. Über diesen islamischen Einfluss muss weiter gestritten werden (das Paradebeispiel „Al-Andalus“ als „Glorie“ des islamischen Einflusses auf Europa fehlt im Buch). Sarrazin gesteht dem Islam immerhin in einzelnen Bereichen (z.B. „indische Mathematik“) eine Vermittlungsfunktion zu, die allerdings mit der Eroberung Bagdads durch die Mongolen 1258 (nicht wie falsch im Buch 1253, S. 147) endete. Doch die genuinen Leistungen des Islam z.B. im Blick auf Astronomie, Geometrie und Medizin sowie die Übersetzungen von griechischen Autoren durch arabische Wissenschaftler (allerdings unter substantieller Mithilfe christlicher Übersetzer!) sollten auch nicht gering geschätzt werden.

Mangel an kognitiver Kompetenz

Unter Hinzuziehung international anerkannter Testverfahren (TIMMS, PISA) konstatiert Sarrazin einen Mangel an „kognitiver Kompetenz“ in der islamischen Welt feststellt, denn das „islamische Bildungsideal“ ziele vor allem auf die Herausbildung des gläubigen Muslim. Er gibt aber seiner Hoff-nung Ausdruck, dass in der islamischen Welt „möglichst viele Talente blühen“ mögen und dass es ihr gelinge, „die Beschränktheit und die Vorprägungen abzuschütteln, die sich historisch aus der Reli-gion des Islam ergeben haben“ (S. 164).

Frauen und Kopftuch

Der Autor ist der Auffassung, dass alles was an dem Islam „problematisch ist und die Rückständigkeit der islamischen Länder bewirkt“ habe mit dem Geschlechterverhältnis und der Stellung der Frau zu tun habe. (S.165). Damit spricht Sarrazin eine in der Tat zentrale Problemzone an. Schon der Koran sei von einer großen „Gleichgültigkeit gegenüber den Frauen“ geprägt (Suren 4,34, 2,32 und 2,33, Bekleidungsvorschriften: Suren 24,30; 24,31; 24,60; 33, 32; 33,51; 33,59) Diese Gleichgültigkeit drücke sich in strikten Normen und Praxis der Unterordnung aus, die bis heute anhielten, ja sich durch das Vordringen des konservativen und fundamentalistischen Islam befestigt und vertieft hätten. (S. 164 – 188 und 351-368): „Die Stellung der Frau im Islam fördert Bildungsferne, Arbeitsmarktdistanz, frühe Heirat und hohe Kinderzahlen. Wo immer Muslime sind, sind sie stets die kinderreichste Gruppe. Das Beharren auf traditionellen Bekleidungsvorschriften und die umfassende gesellschaftliche und familiäre Aufsicht über den Umgang und das sexuelle Verhalten der Frauen liefern einen entscheidenden Beitrag zur anhaltenden demografischen Expansion der islamischen Welt, darunter auch der muslimischen Minderheiten in den Ländern des Westens“ (S. 351). Die Unterordnung der Frau unter den Mann und das islamische Kollektiv, die strikte Kontrolle ihrer Sexualität („Jungfrauenwahn“) durch Verhüllungszwang und frühe Heirat ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien, Reports, TV-Dokumentationen, erschütternde Berichte von Frauen aus dem islamischen Alltag und teilnehmende Beobachtungen hinreichend belegt worden. Hinzu kommt: Gewalt gegen Frauen ist in der Welt des Islam endemisch, die Männerdominanz allgegenwärtig. 70% befragter Männer in Ägypten befürworten die weibliche Beschneidung (Genitalverstümmelung) und mehr als 50% der Frauen. Sarrazin fasst zusammen, was bekannt ist. Die verzweifelten Versuche, selbsternannter „Feministinnen“, dies zu bestreiten oder – noch absurder – etwa den realislamischen Kopftuchzwang gar als „Emanzipation“ zu verkaufen, zerschellen an der traurigen Realität. Sarrazin hält somit fest: „Die Verbreitung des Kopftuchs und weitergehender Verhüllungen der Frauen in der islamischen Welt korreliert eng mit einer konservativen Auslegung des Islam und einer eher wörtlichen Interpretation des Korans sowie der überkommenen muslimischen Verhaltensnormen. Sie korreliert eng mit einer Ablehnung der Werte der abendländischen Aufklärung, mit einer Distanz zur abendländischen Demokratie, mit niedrigen Bildungsleistungen und mit Rückständigkeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Technik“ (S. 167) Die für die Frauen gesetzten religiösen und kulturellen Verhaltensnormen widersprechen eklatant nicht nur den Menschenrechten, sondern den Erfordernissen einer modernen Gesellschaft. Dabei ist gerade die Bildung der Frauen unverzichtbar, wird aber aus Furcht vor einer Einschränkung der Männerdominanz und der Gefährdung der traditionell-konservativen Geschlechterordnung abgewehrt (S. 183).

Intensiv wird die „Kopftuchfrage“ erörtert, die hierzulande immer wieder neu aufbricht, weil sie unser politisches und gesellschaftliches Leben unmittelbar betrifft. Insofern ist der „Kampf um das Kopftuch“ ein „Kampf um die künftige Rolle und die demografische Vorherrschaft des Islam. Beim beharrlichen Kampf der islamischen Verbände in Europa um die Bedeckung der muslimischen Frauen geht es also nicht nur um eine traditionelle Religionsauffassung. Hier findet vielmehr ein gesellschaftlicher Machtkampf statt. Die muslimischen Frauen sollen früh heiraten und viele Kinder bekommen, um den künftigen Einfluss des Islam zu mehren. Und sie sollen natürlich nur Muslime heiraten“ (S. 352).
Das Kopftuch ist zum militanten Symbol des Islamismus geworden und seine männlichen „Kämpfer“ versuchen die Verhüllung Mädchen schon vor Erreichen der Pubertät aufzuzwingen und die Vermummung zur selbstverständlichen Praxis des muslimischen Frauenalltags zu machen. Sarrazin gibt dafür eine Reihe von treffenden Beispielen und zitiert die Rechtsanwältin Seyran Ates, eine langjährige Kämpferin gegen das Kopftuch aus praktischen Erfahrungen. Aufschlussreich sind auch die Angaben des Autors zu Heiratsverhalten und Geburtenhäufigkeit. Laut Koran (Sure 5,5; 2,221) dürfen Frauen keine „ungläubigen“ Männer heiraten und es ist nicht verwunderlich, dass intrareligiöse Ehen kaum vorkommen (S. 356). Die von Sarrazin bemühten Statistiken zur Geburtenhäufigkeit sind eindeutig. Frauen mit Migrationshintergrund (die Religion wird nicht erfasst!) haben deutlich mehr Kinder als solche ohne bei fortwirkendem Trend. Die ethnische Aufschlüsselung zeigt, dass die Anzahl der Kinder in islamischen Ländern signifikant hoch ist (z.B. Pakistan, Afghanistan, Syrien, Irak, Marokko etc. ) (S. 356 ff.) Die überall in Europa zunehmende Verschleierung signalisiert u.a. eine „schleichende Islamisierung durch Einwanderung und Geburtenzahl“ (S. 361) Dafür gibt es eine Reihe krasser Beispiele aus Frankreich (Badinter, Finkielkraut) und ein Gefahrenszenario, das der französische Autor Michel Houellebecq in seinem bedrückenden Roman „Unterwerfung“ literarisch aufbereitet.

Mentale Aspekte und Parallelgesellschaften

Schon seit Jahren haben sich in „mentaler, religiöser und ethnischer Hinsicht Inseln“ gebildet, „die der Kultur, dem Lebensstil und den Werten des Abendlandes feindselig bis gleichgültig gegenüberstehen“ (S.365). Diese, auch „Parallelgesellschaften“ genannten, Inseln sind geprägt von dem Glauben an „die Überlegenheit des Islam, das Desinteresse an der westlichen Kultur, die sichtbare Abgrenzung durch Zeichen des Glaubens, die Bildungsferne“ den „Familienzusammenhalt, die Unterdrückung der Frau“, den „Kinderreichtum und die von der Kultur der Aufnahmeländer abgeschiedene Lebensweise“ (S. 366). Sarrazin bezieht sich bei der Analyse von Parallelgesellschaften u.a. auf den ehemaligen Bürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky und den Islamwissenschaftler Ralph Ghadban, die Entwicklungen aus eigener Anschauung beeindruckend beschrieben haben.*** Wie es in Europa, von Malmö, Molenbeek bis Berlin-Neukölln zur fortschreitenden Ausbildung von Parallelgesellschaften kommt, beschreibt Sarrazin mit einer Fülle von Fakten zur neueren Geschichte der Zuwanderung und erläutert, dass die im Diskurs über Zuwanderung immer wieder vorgebrachten historischen Analogien (Nordamerika, Hugenotten, osteuropäische Juden etc.), im Blick auf die muslimischen Migrati-onsbewegungen in die Irre führen (S. 242 ff.). Die muslimische Zuwanderung findet statt, „obwohl Religion und Kultur der Aufnahmeländer abgelehnt werden“ (S.245). Hier tickt eine Zeitbombe aus demografischen Faktoren (die Minderheit wird zur Mehrheit), der sozioökonomischen Situation (Bildungsstände, Berufsabschlüsse, Arbeitsmarktbeteiligung, Transferabhängigkeit, Arbeitslosigkeit u.a.) und der seit 2015 ungebremsten Zuwanderung vor allem muslimischer Migranten. Sarrazin bietet eine Fülle von Daten aus amtlichen Statistiken und zahlreichen Studien zu Migranten in Europa und Deutschland. Dieses Material muss im Islamdiskurs gebührend zur Kenntnis genommen werden und sollte auch unsere Beamten Im Innenministerium beschäftigen, die gerade die Neuauflage der – aus Sicht des Rezensenten gescheiterten – Islamkonferenzen vorbereiten. Trotz der Problematik der unterschiedlichen statistischen Methoden und Verfahren und den verschiedenen methodologischen Ansätzen der Studien, die der Autor in Rechnung stellt, ergibt sich ein düsteres Bild. Die Tendenzen in ganz Europa zur Herausbildung von religiös-kulturell bestimmten Parallelgesellschaften mit klaren Abgrenzungen zur Mehrheitsgesellschaft, Kommunikationsabbrüchen, autoritären und teilweise menschenrechtsfeindlichen Binnenstrukturen (die insbesondere Frauen massiv betreffen!) und auch höherer Krimina-litätsbelastung, sind vor dem Hintergrund des präsentierten Materials offensichtlich (S. 246 – 338). Es sind muslimische Kleinwelten entstanden, die nicht mehr integrierbar sind, weil schon ihre mentalen Dispositionen, z.B. männliche Dominanz, Verteidigung der „Ehre, die zwischen den Beinen der Schwestern und Ehefrauen angesiedelt wird und mit der Unterdrückung der Frau eng verbunden ist“, Behauptung von der „Überlegenheit der Religion des Islam und der Stärke der Muslime in der Welt“, dem entgegenstehen (S. 322). Radikalisierung und Ausbreitung fundamentalistischer Lesarten des Islam verstärken sich. An den Rändern formiert sich ein gefährlicher Extremismus, der sich u.a. in der Zunahme des Salafismus (zurzeit rd. 10.000 Mitglieder in Deutschland) zeigt. Es drohe, wie es der algerische Schriftsteller Boualem Sansal,** Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2011, gesagt hat im Falle der Mehrheit der Muslime eine „Glaubensdiktatur“ (S. 368).

Institutionalisierter Islam

Der institutionalisierte Islam (Moscheevereine, Verbände) scheint weder willens noch in der Lage zu sein, als Integrationshelfer zu dienen. Im Gegenteil. Die großen Muslimverbände verstärken eher fundamentalistische Tendenzen, verteidigen mit Zähnen und Klauen das Kopftuch und weisen die Frauen in ihre untergeordnete Stellung ein: „Die islamischen Verbände in Deutschland vertreten durchweg einen konservativen Kopftuch-Islam. Sehr konservativ, häufig offen islamistisch und radikal ist auch der Islam, der von vielen Imamen in den Moscheen gepredigt wird. Gleitend sind hier die Übergänge zum politischen Islam, zum Salafismus und zur Rechtfertigung von Gewalt und Terror“ (S. 338 ff.) Der „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZMD) brachte das Kunststück fertig, sich in seiner „Islamischen Charta“ von 2002 um eine ganz klare Stellungnahme zu Menschenrechten und Demokratie zu drücken. Wer die verschwurbelten Formulierungen der Charta genau liest, dem wird bald klar, dass auch hier der Scharia der Vorrang vor den Menschenrechten eingeräumt wird (S. 343).

Liberaler Islam

Auch auf den sogenannten „liberalen Islam“ setzt Sarrazin wenig Hoffnungen: „Weltweit sind die liberalen Muslime, wie immer ihre konkrete Position ist, in einer winzigen hoffnungslosen Minderheit. Und entsprechend ratlos sind sie, wie sie den gelebten Islam und die Mehrheit der Muslime in ihrem Sinne ändern können“ (S. 377). Islamkritische Musliminnen und Muslime wie z.B. Necla Kelek, Seyran Ates, Güner Balci, Elham Manea, Hamed Abdel Samad, Mouhanad Khorchide, Ahmad Mansour u.a. werden im Diskurs häufig gemieden, politisch und medial fast geächtet. Lädt man sie mal in eine der Talkshows ein, werden sie von ihren Gegnern gut eingerahmt. Trotz dieser traurigen Lage halte ich es für wichtig, die religiös-kulturellen Wertvorstellungen, politischen Ideen und Konzeptionen dieser Minderheit im Diskurs am Leben zu halten und die Versuche der Einwirkung auf die muslimischen Gemeinschaften nicht aufzugeben.

Was ist zu tun?

Nach der Präsentation der geballten Macht schlechter Botschaften sollten nun Antworten auf die vielen Fragen und Problemfelder gegeben werden. Das unternimmt Sarrazin im letzten Kapitel.

Eine erste Schlussfolgerung ist die Zulassung von Kritik an Religionen. „Ehrfurcht“ darf sie nicht schützen (S. 369). Hier tritt nun – m.E. ohne Not! – Sarrazin aus seinem eingangs erwähnten Agnostizismus heraus und betritt den Weg des radikalen Atheisten: „Wissenschaftlich gesehen, ist jede Religion nichts als ein Aberglaube, der von vielen geteilt wird, und eine Weltreligion ist ein Aberglaube, der von besonders vielen Menschen über besonders lange Zeit geteilt wird“ (S. 370). Eine solche apodiktische Behauptung wird die „Freidenker“ und „Humanisten“ erfreuen, die Ähnliches verkünden, sie ist aber religionswissenschaftlich abwegig. Die Religionswissenschaft ist längst über die „Aberglaube-Theorie“, die Ähnlichkeiten mit der „Priesterbetrugsthese“ hat, hinaus. Sie untersucht rational die vielfältigen Manifestationen religiöser Lehren und Praxis und versucht sich immer wieder neu an der Formulierung eines Begriffs von Religion. Es ist nicht ihre Aufgabe, über „Wahrheit“ oder „Unwahrheit“ einer Religion zu rechten. Sarrazin möchte auch „Religion“ von „Moral“ scharf trennen. Er hält die Verbindung von Religion und Moral für „unsinnig und gefährlich“ (S. 370). Das ist nicht schlüssig. Es ist m.E. müßig, darüber zu streiten, ob man (mit Darwin) Gefühl und Moral als Ergebnis natürlicher Selektion betrachtet oder Religion und Moral als anthropologische Konstanten des Menschseins sieht. Das ist ein, zwar interessanter, aber „Nebenkriegsschauplatz“ der eigentlichen Intention von Sarrazins Buch: die Bedrohlichkeit des Islam für die aufgeklärte westliche Zivilisation und Kultur darzustellen. Was sollen wir denn angesichts von 4,3 – 4,7 Millionen Muslimen (geschätzt) in Deutschland tun?

Rolle des Staates

Der säkular-neutrale Staat, so verstehe ich den Autor, setzt Normen, auch und gerade für Religionen. Er ist neutral, aber nicht religiös-theologisch „inkompetent“ wie der Sachverständigenrat für Integration behauptete (S. 372). Der Staat muss Religionen bewerten und unter Umständen der Religionsfreiheit Grenzen setzen. „Deshalb ist in Deutschland Polygamie verboten, neunjährige Mädchen dürfen nicht verheiratet werden, und Männer und Frauen werden im Erbrecht gleich behandelt. All das widerspricht der Religion des Islam. Es ist eine Frage pragmatischer Funktionalität, nicht mehr und nicht weniger, wo und wie der Staat Religionen Grenzen setzt und wie er das tut. Würde er darauf prinzipiell verzichten, könnte er eine zentrale staatliche Aufgabe nicht erfüllen, nämlich die Spielregeln der Gesellschaft festzulegen und dem Verhalten des Einzelnen Grenzen aufzuzeigen“ (S. 374).
Sarrazin moniert zu Recht, dass weder Kritik noch Grenzsetzung ausreichend geschehen und im Falle von Islam häufig aus Furcht, in die rechte Ecke gestellt zu werden, entweder nur weichgespült geübt werden oder ganz unterbleiben (S. 377 ff.). Tabuisierungen und politische Korrektheit sind Hindenisse einer offenen streitigen Debatte.

Ein demokratiekompatibler Islam?

Sarrazin möchte nicht, dass „geistige Engführungen (…) unser Denken behindern“ (S. 382) und fragt danach, ob der Islam sich nicht ändern könnte. Für einen liberalen und demokratiekompatiblen Islam sieht er zurzeit keine Chance, auch werde sich am frühen Heiratsverhalten und Kinderkriegen muslimischer Frauen nichts ändern. Die Hoffnung auf eine verstärkte Zuwendung von Muslimen zur säkularisierten Variante von Islam erscheint ihm ebenso unwahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass aufgrund der dargelegten Rückständigkeiten des Islam Muslime den Weg in die Spitzenpositionen der Gesellschaft finden.

Identität

Sarrazin empfiehlt die „Selbstvergewisserung der deutschen und europäischen Identität“ und die klare Definition „eigener Interessen“ (S. 388): „Die Bedrohung der europäischen oder westlichen Identität setzt dort ein, wo eine allmähliche demografische Überwältigung durch den Islam stattfin-det. Deshalb haben wir in Deutschland und Europa das Recht, ja sogar die Pflicht, dieser Bedrohung durch demografische Überwältigung vorausschauend entgegenzutreten“ (S. 387 f.) Das bedeute konkret, dass die muslimische Einwanderung wirksam beschränkt werden müsse.

Einwanderungspolitik

Weiterhin schlägt er eine „Befreiung der Einwanderungspolitik von Ideologie und Wunschdenken“ vor. Das hieße vor allem die Fluchtursachen bekämpfen, aber nicht mit vielem Geld: „Fluchtursachen bekämpfen heißt: die kulturellen Einstellungen in den Krisenländern ändern, Unwissenheit, Korruption und schlechte Regierungspraxis bekämpfen. Dabei kann und muss der Westen helfen. Aber er darf dabei nicht als Vormund auftreten und muss den Stolz der Völker in den Krisenländern respektieren. Der Erfolg ist ungewiss und wird viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen“ (S. 390). Sarrazin verneint, dass wir aus wirtschaftlichen Gründen Einwanderung brauchen, hält es aber für eine moralische Pflicht, armen Ländern zu helfen. Hart geht er mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung seit 2015 ins Gericht und listet die gröbsten Fehler auf (S. 392 ff.). Das ist für die Kritiker der Bundesregierung eine gute Zusammenfassung, für ihre Unterstützer wahrscheinlich unbegründete Miesmacherei. Eine Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten ist jedoch dringend erforderlich.

Asyl- und Flüchtlingspolitik

Vor dem Hintergrund der Fehlentwicklungen sei eine „Reform der Flüchtlings- und Asylpolitik“ überfällig (S. 396 ff.) Die wichtigsten Änderungen: Erstens sollte die Genfer Flüchtlingskonvention von 1950 dahin gehend geändert werden, dass für „Flüchtlinge möglichst nah an ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten gesorgt wird“ (S. 396). Zweitens dürften staatliche Leistungen an Flüchtlinge erst fließen und Klageberechtigungen entstehen, wenn der Betreffende einen Aufenthaltsstatus bekommen hat, der ihm nach einer Prüfung von 30 Tagen entweder zugesprochen oder verweigert wird. In der Wartezeit befindet er sich in einer Art „Transitzone“ in der das Ausländerrecht nicht gilt. Alle Zuständigkeiten sollen auf eine Stelle konzentriert werden bis das Verfahren abgeschlossen ist. „Ein weiterer Rechtsweg über die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist ausgeschlossen“ (S. 397). Alle abgelehnten Asylbewerber und alle illegalen Einwanderer, für die eine Zentraldatei angelegt werden soll, müssen abgeschoben werden. Wenn Boote mit Flüchtlingen und illegalen Einwanderern aufgebracht werden, sollen diese, nach ggf. notwendiger medizinischer Versorgung, unverzüglich an ihre Ausgangspunkte zurückgebracht werden.

Außen- und Entwicklungspolitik

Sodann plädiert Sarrazin für „eine der islamischen Welt zugewandte und ernsthafte Außen- und Entwicklungspolitik“ (S. 399). Diese Politik sollte vor allem darauf gerichtet sein, „die Wanderung der Menschen nach Deutschland und Europa vorbeugend zu verhindern. Jene Staaten, die ungeregelte Auswanderung konsequent unterbinden und illegale Einwanderer freiwillig zurücknehmen, sollten mit Zahlungen aus Europa an ihre Staatshaushalte belohnt werden. Jene Länder dagegen, die nicht kooperieren, sollten von allen Zahlungen abgeschnitten werden“ (S. 401).

Islampolitik

Was Sarrazin unter der Forderung nach einer „robuste(n) und realistische(n) nationale(n) Islampolitik“ (S. 402) vorträgt, ist eine Zusammenfassung nicht neuer, gleichwohl höchst kontroverser Forderungen nach einer neuen Verhältnisbestimmung von Staat und Religion. Er möchte den „Rest von Staatskirchentum“ (S. 402) beseitigen, den es noch in Deutschland gebe. Da das staatskirchenrechtliche System „immer nur historisch erklärbar war“ (S. 403), hat es auch den „fortschreitende(n) Bedeutungsverlust“ der christlichen Kirchen nicht aufhalten können (Ebda.). Ganz falsch sei es, mit dem Anspruch auf Gleichbehandlung, den Islam an den staatskirchenrechtlichen Privilegien („Körperschaften des Öffentlichen Rechtes“) zu beteiligen. Er schlägt vor, dass sich Religionsgemeinschaften nach dem Vereinsrecht organisieren sollten: „Das deutsche Vereinsrecht bietet alle Möglichkeiten, um christliche Kirchen und andere Religionsgemeinschaften staatsfern zu organisieren und in diesem Rahmen freie Religionsausübung zu praktizieren“ (S. 405). Sarrazin kennt als staats- und rechtswissenschaftlich ausgewiesener (Dr. rer. pol.) Volkswirt die staatskirchenrechtliche Lage genau und weiß, dass er hier in ein Wespennest stößt. Er steht mit dieser Forderung in der Tradition des bis zum Gothaer Programm der SPD 1875 zurückreichenden Programmsatzes von der „Erklärung der Religion zur Privatsache“. Die Mehrheits-SPD (MSPD) gab diesen Grundsatz 1919 faktisch auf, indem sie auch den Kirchenartikeln der Weimarer Reichsverfassung zustimmte, die bis heute Bestandteil des Grundgesetzes sind (Art. 140). Die SPD revidierte ihre Stellung zu den Kirchen im Godesberger Programm 1959 und versteht sich seitdem als „Partner“ der Kirchen. Sarrazins Forderung nach Eliminierung des geltenden Staatskirchenrechts wird zwar von linken SPD Kreisen, sowie Humanisten und Freidenkern unterstützt, würde aber zurzeit keine politische Mehrheit im Bundestag finden. Es müsste dann auch der Art.7, Absatz 3 des GG fallen, der den konfessionellen Religionsunterricht als „ordentliches Lehrfach“ ausweist, der in „Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ erteilt wird. Sarrazin hält den konfessionsgebundenen Religionsunterricht für obsolet und will ihn zugunsten von mehr Geschichte und Gemeinschaftskunde abschaffen. Denn: „Konfessionsgebundener Religionsunterricht ist immer eine einseitige Indoktrinierung unter Umgehung des kritischen, fragenden Verstandes“ (S. 408). Das ist m.E. eine (ganz unnötige) Polemik, die nur der Unkenntnis der geltenden und praktizierten religionspädagogischen Standards geschuldet ist. Religionspädagogik geht von der Lebenswirklichkeit der Schüler aus und will sie in ihrer Religion beheimaten. Dabei wird stets auf interreligiöse Orientierung und auch Kooperation mit (in Berlin z.B.) den Fächern Ethik und Lebens-kunde (erteilt vom Humanistischen Verband) geachtet. Die Zukunft des islamischen Religionsunter-richts ist offen und ich teile die Kritik und Bedenken Sarrazins.
Richtig erscheint mir seine Forderung, islamische Theologie an den Hochschulen bei den philosophi-schen Fakultäten anzusiedeln und islamischen Beiräten nur eine beratende Funktion zuzusprechen. Das Beispiel der Institutionalisierung islamischer Theologie an der Humboldt-Universität in Berlin mit Vertretern der konservativen und fundamentalistischen Islamverbände sollte ein warnendes Beispiel sein.

Erwartungen an Muslime

Sarrazin schreibt: „Das Verhältnis der Muslime zu Staat und Gesellschaft bedarf einer klaren Erwartungshaltung“ (S. 409) und meint konkret, dass Muslime

• ihren „Überlegenheitsanspruch“ und die Einteilung der Gesellschaft in „Gläubige“ und „Un-gläubige“ aufgeben sollten, unter „Verzicht darauf, sich kollektiv durch die Bedeckung und Verschleierung der Frauen optisch von der Mehrheitsgesellschaft abzuheben“ (S. 410);
• den Vorrang des Staates und seinem Recht vor der Religion akzeptieren, was im Blick auf die Meinungsfreiheit besonders dringlich wäre (Beispiele: Karikaturenstreit, Salman Rushdie, Charlie Hebdo);

Entschieden plädiert Sarrazin für eine neue Konstruktion der Islamkonferenz. Für die teilnehmenden Verbände sollte es „ein Quorum über die nachgewiesene Mindestzahl der von ihnen vertretenen Mitglieder geben. Auch sollten nur solche Verbände teilnehmen dürfen, bei denen eine direkte oder indirekte Finanzierung aus ausländischen Quellen nachweislich ausgeschlossen ist“ (S. 412). Damit wären zurzeit fast alle Verbände ausgeschlossen, was allerdings schwer umzusetzen sein wird. Aber der Autor möchte auch grundsätzlich keinen „Sonderstatus“ für muslimische Verbände, der über die Gewährung individueller Bürgerrechte hinausgehe.

Integrationspolitik und Bildung

Sarrazin nimmt Bezug auf die Integrationspolitik und fordert ihre Entmystifizierung (S.413). Es müsse zugegeben werden, dass sie gescheitert sei (Hamed Abdel Samad!). In der Bildungspolitik müsse es darum gehen „kulturelle Assimilation“ zu unterstützen und auf „Integration durch Leistung setzen“ (S. 413). Dazu seien qualifizierte Testverfahren zur Leistungsmessung notwendig. Auch fordert er, wie schon angesprochen, ein neues staatsbürgerkundliches Schulfach – anstelle des Religionsunterrichts: „Statt des Religionsunterrichts sollte es ein für alle verpflichtendes Schulfach geben, das Fragen der Ethik, der Staatsbürgerkunde und der Gemeinschaftskunde umfasst. Auch die Ideengebäude von politischen Theorien und Religionen zählen dazu“ (S. 417). Das setzte einen großen Konsens von Bildungspolitikern und Pädagogen voraus, den ich zurzeit nicht erkennen kann.

Kopftuch

In deutlichem Dissens zu den Urteilen des BVerfG zum Kopftuch (2003, 2015) möchte Sarrazin das Kopftuch gänzlich aus der Schule verbannen (S. 419).

Falsche Anreize

Sozialpolitisch hält Sarrazin eine Reduktion „falscher Anreize“ für notwendig. Das beträfe vor allem die kinderreichen muslimischen Familien: „Es wäre richtiger, wenn man die Geldleistungen für Kinder generell stark reduzieren würde. Dieses Geld ist in Kitas und Ganztagsschulen besser ange-legt“ (S. 420). Dies wird schon seit langem diskutiert und wäre in der Tat ein besserer Beitrag zur Integration.

Daten über den Islam

Ganz zum Schluss seines Buches fordert der Autor, dass „über den Islam und die Muslime in Deutschland und Europa (..) transparent, offen und vollständig berichtet werden“ muss (S. 421). Hier sind vor allem die amtlichen Stellen gefordert, die offizielle Statistiken zur Religionsangehörig-keit und dem sozioökonomischen Status von Religionsangehörigen liefern müssen. Das wäre tatsächlich eine wichtige Grundlage für Politik und Zivilgesellschaft und hilfreich für Messungen zum Stand der Integration.

Abschließende Bemerkung

Im Gegensatz zu der versammelten Macht der politischen Eliten und ihrer medialen Claqeure, die das Buch schon im Vorfeld verdammten und dann in einer Mischung aus Dummheit, Ignoranz und Schmähkritik (Süddeutsche Zeitung!) verurteilten, halte ich das Buch für hilfreich. Es ist informativ und erörtert die wesentlichen kontroversen Fragen, die im Islamdiskurs ja schon länger diskutiert werden. Es regt aber an, neu nachzudenken und kann insofern auch als kritisches Nachschlagewerk zur Wirklichkeit des Islam in Deutschland und Europa dienen. Der oft zugespitzte und provokative Stil mag manchen stören, doch ist das auch ein Mittel die Dinge auf den Punkt zu bringen. Ich hoffe, dass sich viele Menschen mit Sarrazins Buch auseinandersetzen, weil es sich lohnt. Es bleibt abzuwarten wie sich die feindselige Front aus Wissenschaft, Politik, Medien und Kirchen verhalten wird. Totschweigen und auf den Index setzen wäre genauso inakzeptabel wie die – bislang zu beobachtende – oberflächliche, vorurteilsbehaftete und einseitige Verurteilung, die sich auch wieder auf die Person Thilo Sarrazins kapriziert. Der Autor wusste, was er tat als er dieses Buch schrieb. Es war ein mutiger Schritt. Und solcher Mut ist unser Gesellschaft weithin abhanden gekommen.

*Ein „Agnostiker“ ist jemand, der die Existenz einer höheren Macht ( eines „Gottes“ etc.) für „nicht geklärt“ und „nicht klärbar“ hält.
**„Allahs Narren. Wie der Islamismus die Welt erobert“. Merlin-Verlag, Gifkendorf, 2013.
*** Heinz Buschkowsky, „Die andere Gesellschaft“. Berlin, 2014. Derselbe, „Neukölln ist überall“. Berlin, 2012. Ralph Ghadban, Die Libanon Flüchtlinge in Berlin. Berlin, 2000. Derselbe, „Islam und Islamkritik. Vorträge zur Integrationsfrage“. Berlin, 2011.

Dr. Johannes Kandel
3. September 2018

Kleine Anfrage an Facebook 15. November, 2017

Posted by Rika in antisemitismus, araber, gesellschaft, hamas, hass, integration, islam, mohammed, terrorismus.
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Kleine Anfrage:
Sitzen bei den Facebook-Blockwarten eigentlich nur die Freunde von der grünen Fraktion des Propheten, glühende Sympathisanten von Hisbollah, Hamas und IS, die es völlig in Ordnung finden, dass Juden in Deutschland auf die fürchterlichste Weise hier auf facebook beleidigt, geschmäht und mit Todesdrohungen eingeschüchtert werden sollen, facebook-„freunde“, die nichts dabei finden, wenn schlimmste antisemitische Sprüche hier veröffentlicht werden, aber in Schnappatmung geraten, wenn man sich kritisch darüber auslässt, dass eine ohnehin blöde Puppe demnächst mit Hidschab nicht schöner wird? Wie kann es sein, dass eine Frau gesperrt wird, nur weil sie sich kritisch zu dem Missbrauch äußert, der an kleinen muslimischen Mädchen verübt wird, indem man diese unschuldigen KINDER unter das Tuch der Unterdrückung zwingt? Zu sagen der Islam sei – nein, IST ein pseudoreligiöses Konstrukt mit der faschistischen Allmachtsvorstellung, die ganze Welt beherrschen zu wollen, wiegt schwerer als der Aufruf zu Mord an Juden oder an der nicht zu überhörenden Aussage, Israelis seien ins Meer zu befördern?

Was ist falsch an der Kritik an Mohammed, einem Räuber, Kinderschänder, Vergewaltiger und blutrünstigem Kriegsherr aus zutiefst unrühmlich-archaischen Zeiten?


Geht’s eigentlich noch?

Ich erwarte eine Antwort. Aber pronto!

Fremde Feder: Das christliche Erwachen gegenüber der Heiligkeit des Tempelbergs bringt prophezeihtes „Haus des Gebets für alle Nationen“ näher 22. Juli, 2017

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", christsein und glaube, fatah, islam, israel, judentum, plo, terrorismus.
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Ich  übernehme den  Text, den ich von heplev übernommen habe, auch wenn der Akzent dort anders gesetzt ist, als ich es hier kommentiere.

Anlass für mein Rebloggen des langen Aufsatzes sind die arabischen Ausschreitungen in Jerusalem, die sich gegen die von Israel installierten Sicherheitskontrollen an den Zugängen zum Tempelberg entzündet haben. (Und der fürchterliche Mord an drei Israelis, die am Shabbat von einem Araber bestialisch umgebracht wurden – getreu dem Aufruf muslimischer Autoritäten folgend, die zum „Tag des Zorns“ als Reaktion auf die neuen Sicherheitskontrollen aufgerufen hatten.)

Israelische Sicherheitskräfte haben in der vergangenen Woche arabisch-israelische  Angreifer erschossen, die zuvor die  drusischen Polizisten mit Schüssen getötet hatten.  Um zu verhindern, dass Waffen von „betenden Muslimen“ auf den Tempelberg gelangen und dort gelagert werden, hat die Polizei in Jerusalem verfügt, dass Metalldetektoren an den Eingängen angebracht werden. Diese gibt es bereits seit Jahren an den Zugängen zur Kotel (Klagemauer) und natürlich auch an den „heiligen Stätten der Muslime“ in Mekka und Medina …. was  aber bisher in keinster Weise als Behinderung für Betende betrachtet wurde.

Zur Klarstellung:   Nicht „Israel“ verhindert, dass Christen im „Haus des Gebets für alle Nationen“ beten können, es ist der Ungeist des sich virulent ausbreitenden Islam extremster Prägung, der ja nicht nur den Tempelberg ganz offiziell seines ureigen Namens beraubt hat (Siehe UN-Resolution), es ist der Islam, der mit Hass gegen Juden (und Christen gleichermaßen) agitiert und jedes jüdische – und damit auch frühchristliche – Zeugnis in Israel und Judäa-Samaria auszulöschen versucht.

Hier in Deutschland, will mir scheinen, erfüllt sich aber gerade eine andere uralte biblische  Prophetie vor unseren Augen:

1. Mose 12, 3  „Ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ (Elberfelder Übersetzung)

Moses Mendelsohn übersetzt die gleiche Bibelstelle so:

Ich will nämlich segnen, die dich segnen; wer dir flucht, den will ich verfluchen, und mit dir werden sich alle Geschlechter des Erdreichs segnen.“

Diese Verheißung gilt Abraham  –  und ihm allen Menschen, die G’ttes Bund mit Abraham als ewigen Bund der Verheißung annehmen und anerkennen.

(Meine sehr persönliche Anmerkung dazu: Der Mitgliederschwund der christlichen Kirchen in Deutschland und Europa hat exakt mit dieser Verheißung zu tun….  Die ständige Verurteilung Israels durch christliche Bischöfe und Pfarrer und ihrer „gläubigen Schäfchen“, das Ablegen ihres Kreuzes durch die höchsten deutschen christlichen Vertreter auf dem Tempelberg, das gemeinsame Beten mit den Nachfolgern Mohammeds und der Gleichstellung G’ttes mit dem Allah des Koran in Anbiederung an die, die „Juden vom Gesicht der Erde tilgen wollen“, wie führende islamische Gelehrte in Anlehnung an den Koran fordern, das alles hat Auswirkungen auch auf die Entwicklung der Kirche.)

 

Doch nun zum Text:

 

abseits vom mainstream - heplev

Adam Aliyahu Berkowitz, Breaking Israel News, 20. Juni 2017

sie bringe ich zu meinem heiligen Bergund erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt.
(Jesaja 56,7)

Bisher ist der blutige Kampf um den Tempelberg zwischen Muslimen und Juden ausgetragen worden, aber ein neues Erwachen bei einigen Christen zu dessen Bedeutung schafft eine sich verschiebende vormessianische Wirklichkeit an dem bereits brisanten Ort. Der sich entwickelnde Status der Christen auf dem Tempelberg zeigte sich vor ein paar Wochen in einer muslimisch-christlichen Konfrontation, die beinahe in Gewalt endete.

Der Showdown auf dem Tempelberg involvierte Nate Waller, den Leiter der Aktionen von Hayovel, einer Organisation, die christliche Freiwillige nach Israel bringt, um biblische Prophetie zu erfüllen, indem sie in Weinbergen in Samaria arbeiten. Als regelmäßiger Besucher des Tempelbergs ist Wallers Verbindung zu dem…

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Wenn Schüler in der Schule beten wollen… 2. März, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, islam, medien, migration, presse, schule - kinder.
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…  ist das zunächst positiv zu sehen.

Ich erinnere mich gut  an die Zeit, als unsere Kinder noch schulpflichtig waren und  weiter führende Schulen in Hannover besuchten, öffentliche Schulen, nicht konfessionsgebundene. Auf Initiative einiger Schüler wurde ein Schülergebetskreis gegründet, die Schulleitung stellte für dieses Anliegen den Raum der Schülerselbstverwaltung zur Verfügung. Die jungen Leute trafen sich einmal oder zweimal wöchentlich vor dem Unterricht – was  bedeutete, schon zur „nullten“ Stunde anwesend zu sein. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Gebetskreis während der gesamten Schullaufbahn aller unserer Kinder bestand und wie viele Mädchen und Jungen tatsächlich daran beteiligt waren. Sicher bin ich mir aber, dass außer einer einladenden Notiz am „Schwarzen Brett“ und Mund-zu-Mund-Propaganda  der Initiatoren keine weitere Öffentlichkeit hergestellt wurde.  Sicher bin ich mir darüberhinaus auch, dass es nicht um „demonstrare ad oculi“ ging,  mit der die eigene Frömmigkeit zur Schau gestellt werden sollte. Es ging den Jugendlichen tatsächlich um Kontemplation und Gebet, Sammlung, Bitte, Fürbitte, Dank, für sich und alle, die zum Schulleben gehörten.

Zu der Zeit, denke ich, war es eher verpönt beim Beten erwischt zu werden, das war nämlich extrem uncool und wer wollte das schon sein?! Eines unserer Kinder wurde eine zeitlang von guten Freunden gehänselt, weil wir als Familie regelmäßig zum Gottesdienst gingen; auch ein netter Nachbar meinte eines Sonntagsmorgen spöttisch lächelnd: „Na, geht es wieder zum Beten?“    Gebet war eben nichts für moderne und aufgeschlossene Menschen.

Auch heute scheint dieser Trend ungebrochen.

Umso mehr müsste es mich doch freuen, wenn ich in einer Zeitung, respektive ihrer Onlineausgabe lese, dass Schüler in der Schule beten wollen, und es könnte mich gewaltig ärgern, dass die Schulleitung das untersagte.

Nun handelt es sich bei den Gebetswilligen nicht um Jugendliche, die sich ins stille Kämmerchen zurückgezogen haben, um dort ihr Gebet an Gott zu richten. Sie haben ein Gebets-Event veranstaltet in ihrer Schule, „demonstrare an oculi“   gewissermaßen, und die Betonung liegt tatsächlich auf demonstrare, demonstrativ, die Schulleitung nannte es gar „provokativ“ und untersagte diese Form des öffentlich zur Schau gestellten Gebets.

Verschiedene Online-Medien haben sich dieser Sache angenommen, nachdem zunächst bei Facebook der Brief  eingestellt worden war, den die Schulleiterin an das Kollegium geschrieben hatte und  in dem sie anordnet, Verstöße gegen das Gebetsverbot zu melden. Offenbar hatte dieses Schreiben  so hohe Wellen in der Facebook-Community geschlagen, dass auch die örtlichen Zeitungen über die Maßnahme berichteten.

Hier kann man es nachlesen:

Schule verbietet muslimischen Schülern „provozierendes Beten“

Es gehört nicht viel dazu sich vorzustellen, welch eine „Ungeheuerlichkeit“  dieses Verbot für viele Muslime darstellt. Welt-Online verzichtet leider in dem Bericht auf die Stellungnahme der Schulbehörde, die sagt nämlich auf die Frage der Rechtmäßigkeit eines solchen Verbots:

„Die Schulleiterin hat dazu die Möglichkeit im Rahmen des Hausrechts. Das verfassungsmäßige Gebot des Funktionierens des Schulbetriebes und des Bildungsauftrags Art 5 GG, geht der Religionsausübungsfreiheit vor.“

Quelle

Wenn tatsächlich, wie  „Der Westen“ berichtet,  sowohl Lehrer wie auch Schüler sich durch die demonstrative Art des Betens bedrängt fühlen, hat die Schulleitung die Pflicht, sich der Sache anzunehmen.  Das wird zwar  von der Bezirksregierung ausdrücklich bestätigt, allerdings nicht in der Weise, dass sie selbst energisch für den Erhalt des Schulfriedens eintritt und ihrerseits das öffentlich zur Schau gestellte Beten in einer staatlich-säkularen Bildungseinrichtung verbietet. Denn das ist doch der eigentliche Grund für das Verbot. In den offenen Räumen der Schule, die von allen Schulangehörigen genutzt werden, werden diese Gebete verrichtet –  vermutlich während der Pause, wenn allgemeines Kommen und Gehen auf den Gängen und in den Toilettenräumen (siehe Bericht) herrscht.

Auch relativ phantasielose Menschen könnten sich doch leicht das Szenario ausmalen, wenn sie sich an ihre eigene Schulzeit erinnern, wie viel mehr ist es aber Leuten geläufig, die in  deutschen Bildungsanstalten ihren Dienst verrichten:

Man   (Junge / Mädchen  – auf die gendergerechte Sprache verzichte ich )  will zur Toilette, im Gang davor stolpert man bereits an einem auf dem Gebetsteppich liegenden Beter vorbei, der noch dazu akribisch darauf bedacht ist, dass kein „Unreiner“ seinen Teppich betritt und möglicherweise sogar heftig wird, wenn das versehentlich doch passiert. Im Waschraum sind zwei von drei intakten Waschbecken belegt von jugendlichen Muslimen, die gerade ihre Füße der rituellen Waschung unterziehen…   Es kommt zu einer leichten Auseinandersetzungen, denn Jugendliche in dem Alter sind selten auf höfliche Umgangsformen bedacht….  „Musst du deine dreckigen Füße ausgerechnet hier waschen?“  Die Frage könnte doch gestellt werden, selbst wenn die Füße nicht dreckig wären, wovon man bei fünfmaligem Gebet am Tag mit jeweils fünf Fußwaschungen durchaus ausgehen kann. Der Aufsicht führende Lehrer ist genervt, wie soll er damit umgehen, dass sich einige Mitschüler über das Gebets-Event beklagen, andere darüber, dass sie beleidigt werden, WEIL sie beten.

Hat jemand, der hier regelmäßig liest, jemals in seinem Leben Aufsicht in einer großen Schule geführt???  Solche und ähnliche Szenen sind eine wahre Freude für alle Beteiligten. Ich frage mich, warum niemand der berichtenden Reporter, die unbesehen davon schreiben,  Leute seien darüber empört, dass die Schulleitung  rassistisch reagiert habe, sich einmal vor Ort das Spektakel während einer ganz normalen Pause  (ganz ohne demonstrative Gebete)  ansehen. Ich bin ziemlich sicher, dass sich allein aus der völlig normalen Situation, die sie an Ort und Stelle erleben, eine andere Sicht und damit auch eine andere Haltung zu dem Geschehen einstellen wird.

Ich vermisse auch den Hinweis darauf, dass es so jungen Leuten durchaus erlaubt ist, die Gebete, die sie nicht nach der gebührenden Ordnung und zu den vorgesehen Zeiten verrichten können, durchaus zu Hause in ihrer gewohnten und dafür auch eingerichteten Umgebung nachholen  zu  können.

Mir drängt sich doch eher der Verdacht auf, dass hier sehr gezielt ein Skandälchen zu Lasten der Schulleitung herbei geschrieben wird, dass Reporter nicht in der Lage zu sein scheinen, die sehr gebräuchliche Schulordnung auch nur einigermaßen wahrnehmen und  nachvollziehen zu können (vielleicht eine sehr späte Reaktion auf den Frust, den sie selbst einst mit Schulleitung in ihrem Schülerdasein erlebt haben?).

Von der falschen Rücksichtnahme auf die religiösen Gefühle derjenigen, die für sich in Anspruch nehmen, der Religion des Friedens anzugehören und  sich dabei (immer) so schnell ereifern, wenn es um die vermeintliche Begrenzung ihrer vermeintlichen Rechte geht, will ich hier gar nicht erst schreiben. Und auch nicht davon, dass ich das zur Schau getragene muslimische Gebet für ein Machtspiel halte, in dem die Jungen vielleicht sogar instrumentalisiert wurden von den Imamen ihrer Moschee. Und ich will auch nicht darüber spekulieren, inwieweit diese Aktion eine Reaktion auf die derzeitige Diskussion um DITIB ist…

Das lässt heute meine Befindlichkeit einfach nicht zu.

Mich erinnert dieser Vorfall  jedoch sehr an das    Stück     Stoff  ,  das viele der Trägerinnen  ebenfalls aus scheinbar religiösen Gründen tragen, mit dem man aber prima demonstrieren kann, anders zu sein als die anderen, besser zudem und vielleicht sogar nicht dazu gehören zu wollen zu der Gemeinschaft der ganz normalen Bewohner dieses Staates:  Atheisten,  Christen, Juden Agnostiker, Heiden, Buddhisten, Naturreligionsanhänger und wer weiß noch was… und eben auch anders  sein zu wollen,  als die  völlig unauffällig hier lebenden Muslime, ohne Gebetsteppich im (Schul)Gepäck und Kopftuch oder Niqab .

Ein Fest für muslimische Kinder zu Ostern…. 1. April, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, islam, migration, politik, terrorismus.
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Jeder Mensch wird begreifen, dass es für Kinder nicht einfach ist, wenn nahezu alle Kinder in der Nachbarschaft nach Ostereiern und Schokohasen suchen dürfen, aber man selber nicht mit suchen darf.

Das mögen sich die Verantwortlichen in einer Bremer Moschee gedacht  und nach einem Ausweg aus dem Dilemma gesucht haben. Begreiflicherweise können streng gläubige Muslime wohl kaum Ostern feiern, ist Ostern doch das wichtigste Fest im christlichen Leben und Kalender:

Jesus ist vom Tode auferstanden und hat so dem Tod die Macht genommen.

Mit dieser Aussage unterscheidet sich das Christentum ganz zentral vom Islam,  der Jesus (Isai) lediglich die ehrenhafte Stellung eines Propheten einräumt und ansonsten von Kreuzestod, Erlösung  und Auferstehung nichts wissen will und darüber hinaus auch eine sehr viel andere Vorstellung von Ewigkeit und Paradies bietet, als es das  Christentum tut. Mit den grundsätzlichen Aussagen zum Paradies im Islam habe ich mich zwar noch nicht auseinandergesetzt, ich kenne nur die Zusagen für Märtyrer, denen zufolge im Paradies auf den tapferen Kämpfer 72 Jungfrauen und nie endende – vor allem sexuelle – Freuden warten.  Was für die muslimischen Frauen nach dem Tod folgt, ist mir leider nicht geläufig.

Aber zurück zu den Bremer Muslimen und ihrer Notlage, für ihre Kinder ein fröhliches Fest zu arrangieren eben  losgelöst von allen christlichen Aussagen und pseudochristlichen Bräuchen, zu denen (den pseudochristlichen Bräuchen)  meiner Meinung nach ja auch der Osterhase gehört…

Die Bremer Muslime sind auf die grandiose Idee gekommen, am   OSTERSONNTAG   den Geburtstag Mohammeds zu feiern.

Nun verhält es sich mit Mohammeds Geburtstag allerdings so, dass der nach dem muslimischen Festtagskalender in Jahr 2016 auf den 11. / 12. Dezember fällt, weit entfernt also vom 27. März.

Natürlich kann man einen Geburtstag auch am nicht amtlichen Datum feiern, das macht die Queen ja auch so, weil ihr vermutlich das Wetter im April zu unbeständig ist und damit ungeeignet für die großen Paraden, die ihr zu Ehren abgehalten werden. Ich habe auch einen sehr lieben Freund, der seinen Geburtstag „richtig“ erst ein halbes Jahr nach dem offiziellen Datum feiert, weil der eigentliche Tag so arg kurz vor Heiligabend liegt. … Vermutlich gibt es viele Menschen, die aus begreiflichen Gründen die Geburtstagsfeier auf ein anderes Datum verlegen.

Wenn aber     AM HÖCHSTEN CHRISTLICHEN FEIERTAG    Mohammeds Geburtstag gefeiert wird, dann werde ich hellhörig. Gehört es doch zur muslimischen Tradition des   Dschihad, in der Welt der Ungläubigen das Banner des Propheten aufzurichten. Leider wissen  die meisten der hier lebenden „Ungläubigen“  zu wenig über den Islam und seine Strategie zur  Islamisierung der Welt und machen sich wenig Gedanken über Moscheen, die in christlichen Vierteln errichtet werden und sicher noch weniger kritische Gedanken über Kinderfeste zu Ehren des Propheten-Geburtstages   am höchsten Feiertag der Christen.   Eine Moschee    ist nicht etwa ein „Gotteshaus“  im christlichen Sinn, sie ist vielmehr  ein Zeichen des Anspruchs des Islam,  über das Gebiet zu „herrschen“ in dem die Moschee steht.    Vor diesem Hintergrund  ist auch jede Belegung eines christlichen Feiertages durch ein muslimisches Fest nicht einfach nur als eine nett gemeinte Alternative für Muslime, die auch den Feiertag nutzen wollen, zu verstehen. ( By the way, hat man je öffentlich darüber nachgedacht, wieso ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit die Muslimverbände den „Tag der offenen Moschee“ ausgerufen haben und seither feiern?)

Auf diese Zusammenhänge hat der Artikel bei Achgut, durch den ich auf die Bremer Festivitäten aufmerksam wurde, nicht hingewiesen. Er beschäftigt sich vielmehr mit den „Gastgebern“ der Veranstaltung, zu  denen auch die höchst ehrenwerten Herren  von Millî Görüş gehören. Ja, ja, das ist die Gesellschaft, die bislang vom Verfassungsschuß als  „islamistisch“ eingestuft wurde und bei „islamistisch“ weiß jeder dank der zahlreichen „islamistischen“ Anschläge, die allesamt nichts mit dem Islam zu tun haben sollen,  dass sich das nicht auf die besonders fromme Variante muslimischer Religionsausübung bezieht (denn dann hätte ja „islamistisch“ etwas mit Islam zu tun!), sondern auf  die besonders gewalttätige. Neuerdings aber, so stellt Peter Grimm in seinem Artikel bekümmert fest, hat der Verfassungsschutz allerdings seine kritische Beobachtung deutlich heruntergefahren, denn, Zitat:  „Millî Görüş sitzt inzwischen ja mit dem Segen des Bundesinnenministers am Tisch der Deutschen Islamkonferenz und kann dort direkt mit der Bundesregierung um eigene Privilegien feilschen. Frühere Innenminister wollten Islamisten, die den Verfassungsschutzämtern doch in verdächtiger Entfernung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stehen schienen, nicht am Tisch der Islamkonferenz haben und luden anfänglich stattdessen lieber ein paar liberale Muslime und Kritiker der Islamverbände ein. Diese Zeiten haben sich spätestens mit Innenminister de Maiziere geändert. Als der zur Islamkonferenz einlud, waren die Liberalen draußen und ein paar Verbände mit einst mangelhafter Verfassungstreue bekamen ihren Platz am Verhandlungstisch.“ (Zitatende)

Und weil selbst der  Innenminister unseres schönen (manchmal doch recht süd-/ mittel-amerikanisch anmutenden Bananen-) Staates keine Problem mit islamistischen Muslimvertretern hat, hat auch Christian Weber, seines Zeichens Präsident der Bremischen Bürgerschaft im schönen Bremen – übrigens eine Hochburg antisemitischer Umtriebe und antiisraelischer Geschäftigkeit – kein Problem damit, das Kinderfest zur Ehren des angeblichen  Geburtstages des Propheten Mohammed an   OSTERSONNTAG    mit seiner Anwesenheit zu beehren….

Wobei man schon ein bisschen verwundert darüber sein könnte, dass ein Präsident der Bürgerschaft ein Kinderfest besucht. Meines Wissens nach ist noch niemals der Oberbürgermeister der wunderbaren Stadt Hannover in meiner Gemeinde erschienen, wenn es dort den unvergleichlich guten    „Safki“ – Samstag für Kinder – gibt.

(Aber wir in Niedersachsen – und in Hannover zumal -, haben es ja auch nicht so mit gönnerhaftem Auftreten sozialdemokratischer B-Promis….   Wir haben Schröder, das muss einfach für alle Zeit genügen.)

Halten wir fest:

Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft besucht ein Kinderfest zu Ehren des Propheten Mohammeds an OSTERSONNTAG

Der Prophet Mohammed hat nicht an OSTERSONNTAG  Geburtstag, sondern erst im Dezember

Gastgeber des Kinderfestes ist u.a. der islamistische Verein Millî Görüş

Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft beehrt Islamisten mit seiner Anwesenheit

Eine Islamisierung findet aber nach den Regeln der guten und gutgläubigen „Ungläubigen“  dieses Staates nicht statt.

 

Selbstverständlich gilt für muslimische Feste die Religionsfreiheit …. das will ich der Vollständigkeit halber betonten, ohne alle anderen Aussagen damit zu relativieren.

 

 

 

 

 

Fremde Feder: Wie Täter und Opfer sich wandeln 11. Februar, 2016

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Immer und immer wieder ist es notwendig darauf aufmerksam zu machen, was das  „Verhältnis“ von  Palästinensern und Israel ausmacht, denn zu viele Menschen hierzulande übernehmen völlig kritiklos die Lesart palästinensischer Propaganda, die es inzwischen zu wahrer Meisterschaft gebracht hat.

Gut, dass Ulrich Sahm genauso hartnäckig wieder und wieder das Bild ein wenig zurecht rückt:

 

 

Ein kurzer Abriss des palästinensischen Terrors. Die Klischees sind bekannt: Palästinenser führen einen Befreiungskampf gegen die « Besatzung». Die weltweit verfolgten Juden behaupten sich mit einem waffenstarrenden Ministaat gegen Vernichtungsdrohungen aus mehreren Richtungen. Nebenbei unterdrücken Sie „die“ Palästinenser (wie man im Ausland auch israelische Araber pauschal nennt) angeblich im eigenen Staat. Dass die rund 2…

Quelle: Wie Täter und Opfer sich wandeln

Hannover, der Terror, ein abgesagtes Fußballländerspiel …. 18. November, 2015

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und viele Fragen.

Es ist kurz nach halb acht. Der Liebste steht im Flur und macht sich startklar für die Fahrt zum Stadion in Hannover.

Länderspiel…  ein Klassiker…  Deutschland gegen Holland, pardon, gegen die Niederlande.

Das Telefon klingelt. Unser Sohn ist am Apparat: „Papa, hast du es schon mitgbekommen? Das Länderspiel ist abgesagt wegen einer Terrorwarnung!“

Nein, Papa hatte es nicht mitbekommen, ich übrigens auch nicht, obwohl ich (das muss ich hier etwas schamhaft  bekennen) vor der Glotze saß und mich an den Rosenheimcops amüsierte. Kein Balken unter dem Bild, der die wichtige Eilmeldung verkündet hätte. Das Smartphone wusste bereits mehr. „Wegen akuter Gefährdungslage ist das Länderspiel in Hannover zwischen  Deutschland und den Niederlanden abgesagt.“

Aha.

„Oh“, dachte ich, „dann  war die Besorgnis also doch nicht nur ein irreales Hirngespinst, sondern durchaus berechtigt.“  Und ich war froh, dass der Liebste nicht meinem Vorschlag entsprechend schon früher losgefahren war und noch heil und sicher mit mir nun auf weitere Informationen wartete.

Die Rosenheimcops wurden für eine Minidurchsage unterbrochen. Claus Kleber teilte mit bedeutungsschwerer Stimme mit was mir bereits wussten. Spiel abgesagt…. in Kürze mehr Informationen. …      Dann durften die Cops in Rosenheim weiter ermitteln.

Ich begann mit meinen eigenen „Ermittlungen“ via PC und Internet, wurde aber nicht wirklich schlauer. Von einem Gegenstand war die Rede, der  bereits eine Stunde zuvor eine erste Reaktion der Sicherheitskräfte verursacht hatte…. herrenloser Koffer, harmlos. …  Seltsam dann die Bemerkung in einem weiteren ZDF-Spezial über eine Gefährdung, die aus den „eigenen Reihen“ käme,  im Internet wusste der „Mirror“ inzwischen von einer Ambulance zu informieren, die voller Sprengstoff sei.

„Große Güte“, dachte ich… „das wäre ja entsetzlich geworden.“

Kathrin Müller-Hohenstein berichtete  über ihre verschlungenen Wege zum ZDF-Studio…. was ich etwas seltsam fand, liegt das Studio doch direkt am Maschsee und ist in wenigen Minuten vom Stadion aus zu erreichen… aber vielleicht hatten die Sicherheitskräfte ja die direkte Straße gesperrt. Das ZDF spielte einen Kurzbericht über mutige Hannoveraner ein, die mit Kerzen in der Hand vor dem Neuen Rathaus stehend dem Terror die Stirn bieten wollten ….   die Sicherheitskräfte …    und die Fans, die enttäuscht die Arena und das Stadiongelände verließen.  Beeindruckende Bilder, aber keinerlei erhellende Information.

Die lieferte auch die später am Abend angesetzte Pressekonferenz mit dem Bundesinnenminister und dem Landesinnenminister nicht.

Es sei im Laufe des Abends zu einer Zuspitzung in der Gefährdungslage gekommen, ließ der Bundesminister verlauten  und  man habe reagieren müssen. Der Landesminister hob hervor, es habe keine Verhaftungen gegeben und Sprengstoff sei nicht gefunden worden.  Die Herren schienen bedrückt und irgendwie ziemlich kleinlaut, jedenfalls interpretierte ich ihren Gesichtsausdruck so.

Man habe mit dem Spiel ein Zeichen setzen wollen, dass man sich vom Terror nicht kleinkriegen lasse, nun aber, angesichts der Gefährdungslage das Zeichen gesetzt, dass man stark sei, dem Terror zu begegnen. Wirklich überzeugend klang das für mich nicht.

Der Innenminister der Bundesrepublik bat die Zuschauer um Vertrauen, man wolle nicht mehr Informationen preisgeben, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen und darüberhinaus den Terroristen keinen Hinweis darauf zu geben, wie man ihnen auf die böse Schliche gekommen sei.

Ausgerechnet der Innenminister, der wie kein anderer in den letzten Wochen um Verwirrung bei den chaotischen Bedingungen der Flüchtlingssituation gesorgt hatte, wirbt um Vertrauen. Da bleibt einem selbst der Spott im Halse stecken.

Wie ein kleines Kind fühle ich mich von dem Herrn Minister  behandelt und ich muss daran denken, wie ich damals meinen noch sehr kleinen Kindern die Angst vor dem Gewitter nahm: Wetterleuchten am Horizont, Donner ist zu hören…  „Seht mal, wie schön es aussieht, wenn der Himmel plötzlich so hell aufleuchtet …. und stellt euch vor, da oben sitzt einer und schlägt eine große Pauke (einer unserer Söhne trommelte schon als Kleinkind für sein Leben gern, heute spielt er Schlagzeug!)  Das fanden die Kinder irgendwie lustig….

Ich bin aber kein kleines Kind und lustig finde ich die Ausflüchte der beiden Innenminister ganz und gar nicht.

Sie wollen mir weißmachen, sicherheitsmäßig alles im Griff zu haben.

Haben sie?

Trauen sie am Ende ihren eigenen Sicherheitskräften nicht? Wie kann es sein, dass man darüber spekuliert, in einem der Einsatzwagen vor Ort sei ein Sprengsatz deponiert .    Laut K.M.H. wurde sogar der Ü-Wagen des ZDF für eine gründliche Untersuchung konfisziert,   soll mich das beruhigen?

Sicherheit geht anders.

Wer je mit einer israelischen Maschine nach Israel geflogen ist, kennt das Prozedere. Nette Menschen stellen Fragen. Einige der Fragen lauten: „Wer hat Ihren Koffer gepackt? Hatte jemand Zugang zu Ihrem Gepäck? Hat Ihnen jemand etwas mitgeben wollen? War Ihr Gepäck beaufsichtigt, konnte jemand sich an Ihrem Gepäck zu schaffen machen?“ Mit anderen Worten, konnte irgendein Bösewicht einen Sprengsatz im Gepäck deponieren, der zu einer ganz bösen Überraschung der Passagiere führen könnte.

Hatten die Sicherheitskräfte ihre Polizei- und sonstigen Einsatzwagen vor dem Einsatz überprüft?  Gab es die Möglichkeit für fremde Personen sich den Einsatzwagen zu nähern, sie gar zu betreten? Waren sie beaufsichtigt? Die ganze Zeit?

Ja? Dann ist ja alles im grünen Bereich.

Nein?  Warum nicht?

Es muss wohl das „Nein“ gewesen sein, warum sonst hätte man  nach der Absage des Spiels damit begonnen, die Einsatzwagen nach Sprengstoff zu  durchsuchen?  Nur weil man einen entsprechenden Hinweis von „den Diensten“ erhalten hat? Wenn man doch so sicher ist, alles Notwendige für die Sicherheit getan zu haben, warum dann diese Reaktion?

Es blieb alles ruhig. Nur am Bahnhof erschnüffelte ein auf Sprengstoff spezialisierter Hund ein verdächtiges Gepäckstück. Heute steht in der Zeitung, es sei „im ZUG“  kontrolliert gesprengt worden.  „Vermutlich war es ein Chinaböller, den verschreckte Fans im Zug vergessen hatten“, ist meine ganz despektierliche Annahme.

Was ein mutiges Zeichen gegen den Terror hätte werden sollen, ist ein Zeichen wachsweichen Einknickens vor dem Terror geworden. Um nicht missverstanden zu werden, die Ordnungskräfte haben sich vorbildlich verhalten und die Entscheidung, das Spiel abzusagen, war nach Lage der Dinge sicher richtig.

Aber die Fragen an unsere Sicherheitsbehöden bleiben. Die Frage auch, wie wir zukünftig informiert werden über relevante Fragen unserer Sicherheit.

Haben die Terroristen des „Islamischer Staat“ nicht mit ihrer Taktik, uns hinter die Fichte zu führen und mit der Finte rechts anzutäuschen und links zuzuschlagen nicht bereits ihr Ziel erreicht unsere Freiheit zu beschneiden?

Bleibt nicht  die Frage, ob das Einknicken gegenüber den Terroristen nicht schon damit beginnt, dass man  jede ihrer Drohungen zum Anlass nimmt, den eigenen Lebensstil zu überprüfen, sich dem Zwang ihrer Drohgebärden zu beugen, selber auf klare Argumente und deutliche Ansagen zu verzichten, um „sie nicht zu provozieren“?

Wenn es „nach Paris“ reicht, eine Drohung zu lancieren, um uns  in Angst und Schrecken zu versetzen und uns in unserer Lebensweise extrem zu stören, was ist dann die Antwort darauf?

Was ist z.B. mit den Bundesligaspielen am Wochenende??? Was mit Konzerten in den Sälen und Arenen unserer Republik??? Was mit Diskotheken???

Vielleicht sollten sich unsere Sicherheitsorgane  von Israelis beraten lassen… die sind seit Jahr und Tag dieser Art des Terror ausgesetzt … und bislang hat die deutsche Regierung nur wenig Verständnis für das unnachgiebige Vorgehen der israelischen Regierung gezeigt, keine Handbreit dem Terror nachzugeben. Aber das wird sich vermutlich ändern.

Helmut Schmidt, der in der vergangenen Woche starb, hat das „unseren“ Terroristen gegenüber durchexerziert: „Wir lassen uns von Terroristen nicht erpressen!“ Es waren furchtbare Tage. Aber ohne seinen mutigen Entschluß, sich der RAF und ihren palästinensischen Helfershelfern nicht zu beugen, wären die Zeiten für uns noch schlimmer geworden, dessen bin ich mir ziemlich sicher.

Was bleibt also nach diesem „Spiel in Hannover“   –  einem Fußballspiel, das nicht gespielt wurde – und einem  Katz-und-Maus-Spiel, auf das sich die Regierenden einließen?

Fragen…. zu viele unbeantwortete Fragen….

 

 

 

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