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Fremde Feder: Ulrich Sahm zu journalistischer Verantwortung 6. September, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, israel, israelkritik, politik, presse.
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Schon lange stößt es mir bitter und sauer auf, wenn Journalisten in ihren Berichten aus oder über Israel mit zweierlei Maß messen und dabei die alten antisemitischen Vorurteile ihrer deutschen Leserschaft in Form von „gut gemeinter Israelkritik“ bedienen. Zu wahrer Meisterschaft in der „freundlich-kritischen“ Berichterstattung hat es Richard Chaim Schneider gebracht.

Nun hat Ulrich Sahm, ein versierter Kenner Israels und überaus kompetenter und sich sachlicher Berichterstattung verpflichteter Journalist,  auf einen besonders hinterhältigen Bericht Schneiders öffentlich bei „Audiator-online“ geantwortet.

Mit Ulrichs Sahms Erlaubnis stelle ich seinen Text ungekürzt und unkommentiert hier ein:

 

Replik auf Richard C. Schneider bei Tachles

Kein Mensch muss den israelischen Regierungschef und seine Politik mögen. Aber ein Journalist und Gast in Israel hat nicht die Aufgabe, die Menschen dort zu belehren und ihnen zu sagen, was gut oder schlecht für das Land ist. Als Demokrat sollte man zunächst einmal akzeptieren, dass die Mehrheit der Wähler in einem Staat bestimmt, wie die Politik dort auszusehen hat.

Bei der schweizer-jüdischen Publikation „Tachles“ hat Richard Chaim Schneider dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorgehalten, erstmalig die „Wahrheit“ gesagt zu haben: keine Bulldozer mehr zu schicken, „um Juden von ihrem Land zu vertreiben. Man werde weiter siedeln.“ Für Schneider ist das Verhalten des israelischen Premiers kritikwürdig. Doch genau dafür wurde Netanjahu gewählt. Soll er jetzt seine Wähler vor den Kopf stossen? Das klingt als erwarte man entsprechend von der deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Wahlkampf zu hören: „Wir schaffen das nicht“. Damit könnte sie wohl kaum Wählerstimmen gewinnen.

Schneider ist sich zudem absolut sicher, dass Netanjahu zuvor immer nur gelogen habe: „Jedes Wort, das seinem Mund entschlüpft, ist eine Unwahrheit. Hand aufs Herz: Mögen Sie solch einen Politiker? Ja, ja, geschenkt, alle Politiker lügen. Aber so nahezu nonstop ohne Punkt und Komma? Das muss ihm erst mal einer nachmachen.“ (Zitat Ende)

R.C. Schneider scheint also auch von der Klugheit der Israelis nicht viel zu halten, wenn er unterstellt, dass diese seit Jahren wissentlich einen notorischen Lügner wählen. Ein wahrhaft bitteres Resümee für einen, der so viele Jahre im Land war.

Welchen Stellenwert die „Siedlungspolitik“ in Israel hat, seit den Aufbauzeiten vor 1948 und dann infolge der (linken) Regierungen seit 1967 sollte allgemein bekannt sein. Ohne die intensive Siedlungsaktivität vor 1948 wäre der jüdische Staat Israel nicht gegründet worden. Und nach 1967, als Israel grosse mit Arabern bewohnte Gebiete im Gazastreifen wie im Westjordanland eroberte, waren Siedlungen die Antwort der linksgerichteten israelischen Regierungen auf das dreifache „Nein“ der arabischen Staaten in Khartum: „Kein Frieden, keine Verhandlungen, keine Anerkennung“. Das kleine Israel musste mit einer vergleichsweise kleinen Bevölkerung einen Weg finden, die eroberten Gebiete zu kontrollieren, da eine „Rückgabe“ dieser Gebiete von den arabischen Staaten ausgeschlossen worden war. Ariel Scharon redete genauso wie Netanjahu heute, bis der dann 2005 alle Siedler aus dem Gazastreifen gewaltsam herausholte „um des Friedens willen“. Wie „die Palästinenser“ (nicht nur die Hamas) darauf reagierten, nämlich mit 15.000 Raketen auf israelische Bevölkerungszentren, ist den Israelis sehr wohl bewusst.

Die Verfehlung der Regierung (und anderer Stellen), die vertriebenen Siedler nicht zu kompensieren oder ihnen ordentlichen Wohnraum zu verschaffen, muss hier nicht kommentiert werden. Klar ist, dass ein Trauma geblieben ist, das nicht nur die Siedler, sondern auch grosse Teile der israelischen Bevölkerung trifft.

Schneider formulierte einen bemerkenswerten Satz an die Adresse Netanjahus: „Es gibt nur ein Problem: Sie könnten mit ihren Vorstellungen falsch liegen und bitter scheitern. Dann aber wären sie verantwortlich für den Untergang des jüdischen Staates.“

Dieses Endzeit -Raunen ist reine Überheblichkeit und klingt, als betreibe der ehemalige Israel-Korrespondent der ARD in Tel Aviv Wahlkampf für gewisse linksgerichtete/propalästinensische Parteien. Aus guten Gründen haben diese Parteien, die einen totalen Rückzug aus allen besetzten Gebieten inklusive Ostjerusalems propagieren, seit Ausbruch der 2. Intifada im Herbst 2000 (mit über 1.000 israelischen Toten) keine Chance mehr, eine Mehrheit im Land zu erlangen. Wer nun behauptet, dass das, was die Leute gewählt haben, alles eine „falsche“ Politik sei, sollte vielleicht das Volk auswechseln.

Dem Journalisten obliegt es, nüchtern festzustellen: Die Mehrheit der Israelis will offenbar wenig Rücksicht auf die Palästinenser nehmen, zumal die mit Raketen, Messerstechereien, Forderung nach „Rückkehrrecht“ und ihrem Narrativ letztlich eine Zerstörung des jüdischen Staates betreiben.

Wenn Schneider nun meint, dass die Israelis mit der Siedlungspolitik ihren eigenen Untergang betreiben, so entspricht das voll der palästinensischen Politik und Propaganda. Die sorgen mit ständigem Terror dafür, dass die Israelis ihre Siedlungen weiter befestigen. Das mag eine „falsche“ Antwort sein. Doch, wer am Ende Recht behält, falls es überhaupt je zu einem Ende kommt, kann niemand vorhersagen, auch nicht Richard Chaim Schneider.

Aussagen Netanjahus, wie „Israel als einzige Demokratie“ oder das „moralischste Militär“ erinnern zwar an Trumps „Make America Great Again“ oder Merkels „Wir schaffen das“. Doch nicht umsonst sagen selbst Trump Kritiker immer häufiger, es sei besser, wenn man auf die Fakten schaue, als auf die „Sprüche“. Moralforderungen von aussen sind zudem immer ein zweischneidiges Schwert. Die deutsche Bundeswehr ist vielleicht „moralischer“ als die israelische Armee. Die Bundeswehr darf nach dem eindeutigen Veto der SPD ja nicht einmal israelische Drohnen zur Aufklärung einsetzen, weil die auch bewaffnet werden „könnten“.

Das Dumme ist nur, wenn es Krieg gibt, fühlt man sich im Schutzbereich israelischer Soldaten erheblich sicherer als hinter Bundeswehrsoldaten. Ausserdem kann man alles mit Bomben bewaffnen: Schuhe, Kühlschränke, Fahrräder – um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen.

Und was die Palästinenser angeht, um deren Wohl sich Schneider so sehr sorgt, ohne die Ursachen für deren Misere klar zu benennen, so haben die einen vor mehr als 10 Jahren für eine Kadenz von 4 Jahren gewählten „friedfertigen“ Präsidenten, ein Parlament (dummerweise aufgelöst), eigene Gesetze – sogar mit Todesstrafe, etwa für den Verkauf von Land an Juden – Folter für Journalisten und vieles mehr. Warum also wirft man Bibi Netanjahu dumme Sprüche und Unwahrheit vor, wenn auf der anderen Seite Abbas, Maschal, Hanijeh oder Nasrallah als „Verhandlungspartner“ stehen? Wenn man Schneider folgt, wird Netanjahu zum Glück bald in den Knast wandern und dann wäre wohl die Welt wieder in Ordnung. Einschränkend muss hier jedoch erwähnt werden, dass Netanjahu seit Jahren auf der Anklagebank der Medien sitzt, aber Polizei und Staatsanwaltschaft haben bis heute keinen Anhaltspunkt gefunden, den Premierminister zu verhaften und vor Gericht zu zerren. Ehud Olmert und andere Politiker beweisen, dass die israelische Justiz keine Angst hat, sogar einen amtierenden Premierminister oder gar Staatspräsidenten ins Gefängnis zu werfen. Gleichwohl müssen die Anklagepunkte hieb und stichfest sein.

Auf Facebook hat Schneider seine Selbstdarstellung noch gekrönt: „Nun, ich habe immer versucht, das, was gut ist zu zeigen und ebenso das, was schlecht ist.“ Dabei war er lange genug im Nahen Osten, um zu wissen, dass „schlechtes“ für die eine Seite meist „gut“ für die andere Seite ist. Vielleicht aber hat sein neuer Posten in Rom ihm den Weg von der journalistischen Dialektik zum Absolutismus gewiesen – so dass er jetzt definieren kann, was gut oder schlecht ist. An diesem Punkt ist wird es allerdings unmöglich, Schneiders weitere Äusserungen sachlich zu kommentieren, denn auch der Papst ist bekanntlich „unfehlbar“, wenn er explizit ex cathedra spricht.

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Über Ulrich W. Sahm

Ulrich W. Sahm, Sohn eines deutschen Diplomaten, belegte nach erfolgtem Hochschulabschluss in ev. Theologie, Judaistik und Linguistik in Deutschland noch ein Studium der Hebräischen Literatur an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1975 ist Ulrich Sahm Nahost-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien und berichtet direkt aus Jerusalem.

 

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Das schleichende Gift des Jürgen Todenhöfer…. 24. Juli, 2017

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", gesellschaft, hass, islam, israel, medien, terrorismus.
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Nein,

ich werde den ungenießbaren  durch und durch anti-israelischen Facebookeintrag Jürgen Todenhöfers nicht verlinken.

Vielleicht meint jemand, dass ich dann auch keinen Kommentar zu seinem widerlichen Erguss schreiben sollte. Das Argument könnte ich verstehen, aber ich will und werde hier keine Texte eines Antisemiten veröffentlichen, der in widerwärtigster Art und Weise und nicht erst seit heute über Israel berichtet,  eigentlich müsste es heißen gegen Israel polemisiert, wie es im Stürmer des Julius Streicher nicht „schöner“ hätte geschehen können.

Stattdessen gibt es hier bei mir den Link   zu  einen ausgezeichneten  Kommentar bei pro-medienmagazin, den Text kopiere ich  weitgehend hierher:

https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/07/24/juergen-todenhoefer-bietet-israel-hass-fuers-lehrbuch/

 

Daniel Frick verdeutlicht in seinem Text die „Methode Todenhöfer“ auf sehr anschauliche Weise, so schreibt er in der Einleitung:

Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat sich mit einem Facebook-Post dabei besonders hervorgetan. Die wenigen Zeilen sind ein Lehrstück dafür, wie Hetze gegen Israel funktioniert.

Der Eintrag ist nicht ohne Raffinesse geschrieben. Zunächst meint Todenhöfer, keine Regierung der Welt habe das Recht, den muslimischen Palästinensern den „freien Zugang“ zum Tempelberg zu verwehren. Zwei Sätze später sieht er jedoch bereits ein absolutes Zugangsverbot im Anmarsch: „Alles hat man den Palästinensern genommen: Heimat, Freiheit, Menschenrechte. Demnächst auch ihre historische Begegnungsstätte mit Gott?“ Mit dieser Spekulation – ein Zugangsverbot stand aus israelischer Sicht nie zur Debatte – formuliert Todenhöfer nichts anderes als palästinensische Propaganda. Zu lernen ist hier, wie leicht sich Fakten durch Spekulation überdecken lassen.

 

Doch nicht nur die Verschleierung von Fakten durch „Spekulation“ machen den „Todenhöfer-Stil“ aus,  in seinem (Todenhöfers) grässlichem Sermon werden historische Tatsachen bewusst verdreht, Daniel Frick bringt es so auf den Punkt:

Todenhöfer nennt den Tempelberg mit dem muslimischen Namen „Haram asch-Scharif“ (Edles Heiligtum). Dagegen ist nichts einzuwenden. Dann stellt er aber die Bezeichnung „Tempelberg“ als die uneigentliche dar, denn nur „der Westen und Israel“ würden das Areal so nennen – so, als ob dies ein künstlicher Begriff ohne historischen Gehalt wäre. Damit ignoriert er nicht nur die Geschichte der beiden jüdischen Tempel, also die jüdische Verbundenheit mit diesem Ort. Er blendet auch aus, dass selbst ein Reiseführer der Islamischen Aufsichtsbehörde Wakf in den 1920er Jahren völlig unbefangen vom „Tempelberg“ sprach, und dabei angab, dies sei der Ort, wo etwa der salomonische Tempel stand.

Herrr Todenhöfer bedient sich dabei allerdings der „neuesten“ Festlegung des Namens für den Tempelberg durch die UN, die ausdrücklich in einer ihrer zahlreichen Resolutionen gegen Israel den jüdischen Bezug zu dem Berg, auf dem einst die beiden jüdischen Tempel standen, verleugnet und einzig die muslimische Version als Begriff zulässt. Gegen diese Festlegung haben neben Deutschland nur 5!!! weitere Staaten gestimmt, zugestimmt haben unbegreiflicherweise auch Staaten, deren Bürger mehrheitlich einer christlichen Kirche angehören und die eigentlich wissen sollten, dass einst Jesus in eben diesem Tempel auf dem Tempelberg saß „und die Schrift auslegte“, wie es in im Lukas-Evangelium berichtet wird (Kap. 2, 41 – 51).

Ein weiteres Merkmal der Israellhetze, dessen sich auch Jürgen Todenhöfer bedient,  ist die bewusste Vertauschung von Ursache und Wirkung. Daniel Frick schreibt dazu:

Bei der Israelhetze kann es hilfreich sein, Ursache und Wirkung bewusst zu vertauschen. Todenhöfer sieht die palästinensische Gewalt als „Folge der völligen Entrechtung“, und zu dieser „Entrechtung“ gehörten die Zugangskontrollen. Dass diese nach der Ermordung zweier israelischer Sicherheitsbeamter am Tempelberg erfolgten – mit Waffen, die auf das Areal geschmuggelt wurden –, ist Todenhöfer keine Zeile wert. Das zu schreiben wäre auch ein zu großes Risiko: Man könnte auf den Gedanken kommen, diese Kontrollen hätten ihr gutes Recht.

Es ist das altbewährte „Spiel“, das selbst Einzug in die angeblich so seriösen öffentlich-rechtlichen Nachrichten gefunden hat. Wie oft schon habe ich mit Entsetzen bei ARD oder ZDF Sätze wie diesen  gehört: „Israelische Polizisten erschossen Palästinenser bei einem versuchten Angriff.“   Nicht der Angriff der Palästinenser  steht im Vordergrund und löst Entsetzen aus, nein, die Schüsse der Polizei werden hochgespielt und erzeugen mitleidige Betroffenheit beim Publikum – und sage niemand, dass das nicht DIE gewünschte Reaktion sei.

Daniel Frick weist darauf hin, dass das Aufstellen der Metalldetektoren zum Schutz der Sicherheit von Todenhöfer als Skandal angesehen wird.   Weltweit dienen solche Detektoren der Sicherheit… bei großen Sportveranstaltungen, an Flughäfen, bei besonders beliebten Publikumsmagneten wie Heiligtümern und Museen, beispielsweise. Das aber ist Herrn Todenhöfer offenbar keine Silbe wert.

Wie subtil, wie unauffällig-raffiniert Sprache sein und benutzt werden kann, um ganz bestimmte Stimmungen zu transportieren und damit eine sehr bestimmte Haltung zu begünstigen, macht Daniel Frick im folgenden Absatz deutlich:

Wer verbrämte Sprache einflechtet, kann einen hetzerischen Text verharmlosen. Todenhöfer beschreibt, wie er sich am Ölberg mit dem biblischen Tötungsverbot befasst hat. Dazu heißt es: „Durch die schattenspendenden Zweige der jahrtausendealten Olivenbäume ging mein Blick hoch zum blauen Himmel über dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee – Wahrzeichen des Islam … Jetzt ziehen dort dunkle Wolken auf. Weil Israel nicht aufhört, immer systematischer, immer provokativer nach den heiligen Stätten der Muslime zu greifen.“ Die Botschaft ist klar: Israelis sind der Störfaktor in der ansonsten meditativen Idylle Jerusalems.

Eine ähnliche Methode wendet beispielsweise auch die arabisch-„christliche“ Autorin Sumaya Farhat-Naser an, die alljährlich in den Wintermonaten durch deutsche Kirchengemeinden tingelt, um tränenreiche Geschichten vorzulesen, die angeblich dem Frieden zwischen Israelis und Arabern dienen sollen, aber nichts anderes als gut getarnte hasserfüllte Propaganda gegen den jüdischen Staat beinhalten. Viele, zu viele Christen – auch unter meinen Freunden – fallen auf diese Masche herein. Umso mehr danke ich Daniel Frick, dass er dieses subversiv wirkende Gift hier exemplarisch sichtbar gemacht hat.

Ebenso eindringlich wie bedrückend liest sich der letzte, zusammenfassende Absatz, Daniel Frick schreibt:

Die letzte Lektion erweist sich letztlich als eine bittere: Jeder, der sich die oben genannten Punkte zu Herzen nimmt, verlässt den Boden der Wahrheit, der Vernunft und des Gebotenen. Er nimmt in Kauf, dass der jüdische Staat weiter verunglimpft und der Hass auf Juden weiter geschürt wird. Und indem er gegen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Lebens protestiert, stellt er sich nicht auf die Seite des Lebens. Es gibt leider Menschen, die mit dieser Lektion leben können. (pro)

 

Dem ist wenig hinzuzufügen.

Versuchen wir, hinter die Fassade der „empathisch“ daher kommenden Berichterstattung aus und über Israel zu blicken, seien wir wachsam für die Fallen, die der jeweilige Autor uns stellt, holen wir – wie bei einer schweren Erkrankung –  eine zweite Expertise ein, hören oder lesen wir  eine weitere Stellungnahme und bilden wir uns eine eigene Meinung, die nicht von Nachrichtensprechern oder Moderatoren „eingeordnet“ ist, wie es neuerdings bei ARD und ZDF ganz offen heißt. Lassen wir uns nicht von falschen oder verdrehten Tatsachen hinters Licht führen, schauen wir genau hin, wer  was mit welcher Absicht sagt oder schreibt.

Und bemühen wir uns,  selbst wahrhaftig zu bleiben – nicht nur wenn es um Israel geht.

Mein DANK gilt „pro“, das den Kommentar Daniel Fricks veröffentlicht hat.

Sicher ist sicher – Die ARD und ihre „Informationsstrategie“ …. 22. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, israelkritik, medien, politik, pressefreiheit.
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Hatte ich auch früher immer schon mal das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen durch die – doch eigentlich den Nachrichten verpflichteten –  Fernsehanstalten vorenthalten werden, so ist mein Misstrauen gegenüber der sachlichen und redlichen Berichterstattung „unseres“ öffentlich-rechtlichen Fernsehens ins Unermessliche gestiegen.

Das galt und gilt insbesondere für die Berichterstattung aus und über Israel, die ich als wenig „ausgewogen“ wahrnahm und als defizitär empfand. Warum, so fragte ich mich manchmal,  haben die verantwortlichen Redakteure nicht die gleichen, wenn nicht gar noch ungleich bessere Möglichkeiten als ich, Behauptungen der „Nahostkorrespondenten“ dahingehend zu prüfen, ob und inwieweit Dichtung und Wahrheit zusammen gehen, respektive auseinanderklaffen. Schließlich gibt es ja nicht nur deutschsprachigen Agenturen, und seit es die geniale Errungenschaft namens Internet gibt, kann man sogar als Verbraucher auch ganz neue Quellen anzapfen, beispielsweise kleine Informationsdienste  oder  – und da schwillt wohl manchem Journalisten der eitel-professionelle Kamm – sich die Welt aus der Perspektive eines Bloggers erklären lassen. Für mich waren es erhellende Momente, „die Welt von Beersheva“ aus zu erkunden oder Briefe aus dem lange versunkenen Rungholt zu lesen. Komisch, habe ich manches Mal gedacht, warum greifen die Nahostexperten eigentlich nicht auch hin und wieder auf diese überaus authentischen Quellen zurück, warum muss ich mich ausschließlich von Leuten belehren lassen, die dafür bezahlt werden, eine Nachricht zur vorherrschenden passenden Meinung der Sender abzuliefern, und zwar so abzuliefern, dass ich schon bei den ersten drei Worten weiß, wohin die Reise gehen wird?  Der übliche Sermon, die übliche Schuldzuweisung, der übliche „Hintergrund“- der mir noch dazu als „Wissen“ verkauft wird, die übliche Betroffenheitslyrik, der übliche erhobene moralische Zeigefinger, der ganz normale übliche Wahnsinn halt, gekoppelt an zumindest unterschwellige, meist aber offene propalästinensische Propaganda und ebenso wahrnehmbaren „üblichen“ Antisemitismus, getarnt als „freundliche“ Israelkritik,  oder sogar vollkommen unverschleiert als harscher „Antizionismus“ daher kommend.

Das Gezerre und Geschacher um die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt: Der Hass auf Juden in Europa“  musste mir nicht erst die Augen für seltsame doppelte Standards in der Be-   ich sollte sagen Ver-urteilung Israels öffnen, das Phänomen war mir schon lange klar, es musste mich auch nicht ohne Aufprallschutz damit konfrontieren, dass eine Dokumentation im Sinne des Wortes eben nicht vor allem sachbezogene Informationen zu liefern hat und dem Zuschauer  genug an  Verstand, Denk- und Urteilsvermögen zugestanden wird, sich eine eigene Meinung auf der Basis des Berichteten bilden zu können, auch dieses, als feinsinnige pädagogische Meinungsbildung im Sinne des Senders geübte Verhalten,   hatte ich längst in der Vergangenheit als Problem erkannt.

Nun aber ist es genug!

Das Fass ist über gelaufen.

Was der WDR – als Teil der ARD – sich in Bezug auf die oben genannte Dokumentation geleistet hat, spottet nicht nur jeder Beschreibung oder ist eine Beleidigung für jeden denkenden Zuschauer,  es ist vielmehr ein absoluter Skandal. Ein Skandal, wie der Sender mit seinen Mitarbeitern umgeht und ein noch größerer Skandal, wie dieser Sender mit dem Thema ANTISEMITISMUS  umgeht.

Eine Facebook-Freundin fragte, warum man in der Diskussion, die auf die Ausstrahlung des mit nachträglichen und   delegitimierenden  Untertiteln versehenen Beitrags folgte,  statt über ANTISEMITISMUS zu sprechen, den Film an sich in die Mangel nahm. Ich habe die Diskussion nicht geschaut… ich schaue Talkshows schon lange nicht mehr, weil ich keine Lust verspüre,  manchen Menschen, die sich für gebildet oder besonders klug oder als Experte empfinden mögen, dabei zuszusehen, wie sie ein unverdauliches Zeug zum Besten geben …. vermutlich bestens entlohnt aus dem Gebührentopf, den ich mit meiner Zwangsabgabe Monat für Monat mit füllen muss. Überlegt hatte ich schon, für diese Diskussionsrunde eine Ausnahme zu machen, aber ich traute meinem Fassungsvermögen nicht, besser gesagt, ich befürchtete, vor Entsetzen, Wut oder Zorn dermaßen aus der Haut zu fahren, dass ich mich anschließend meiner selbst schämen müsste…  Der Liebste  nämlich  verfolgte die Debatte  und saß mit mir im Zimmer unseres kleinen Feriendomizils und ihm wollte ich meinen (möglichen) Tobsuchtsanfall nicht  zumuten.  (Er nahm auf meine Befindlichkeit Rücksicht und setzte Kopfhörer auf…) Dafür „sah“ ich die Runde und verfolgte  die Kommentare, die im Netz sofort aufkamen und  saß so gewissermaßen in der zweiten oder dritten Reihe   oder ganz oben auf der Galerie, auf der man in der Oper zwar noch etwas einigermaßen gut sehen, aber außer der  begleitenden Musik kaum noch etwas verstehen kann (jedenfalls im Hannover’schen Opernhaus ist das so. 😉  )

Eine seltsam anmutende Situation, nicht wahr, die aber auch irgendwie dem Irrwitz entsprach, dem zu folgen ich mich außerstande sah.

Heute nun, wieder hier zu Hause mit ordentlichem Internetzugang,  die Nachlese via Internet. Viele Kommentare, viele Meinungen, viele, sehr viele Beiträge…

Ich will sie nicht alle im Einzelnen nennen… das wäre auch ein Tage füllendes Arbeitspensum.

Nur eine sehr bemerkenswerte Information aus dem Hause des WDR will ich hier wiedergeben, macht sie doch deutlich, wie unglaublich skandalös und irrsinnig das Vorgehen des Senders ist. Es handelt sich um die Fragen, die der  WDR kurz auf knapp den Filmemachern,  Joachim Schroeder und Sophie Hafner,   unterbreitete, um sie ganz offensichtlich des unseriösen Arbeitens zu überführen, und um die Antworten der beiden Autoren.

Ich kopiere sie in Gänze, denn sicher ist sicher  – und wer weiß, ob es sich der WDR nicht schnell wieder anders überlegt und seine schöne Dokumentation der eigenen Schande aus dem Netz nimmt.

Hier ist sie …. aber doch nur in Auszügen…. es ist nämlich ein sehr langes trauriges Kapitel, der besseren Lesbarkeit wegen habe ich die vom WDR beanstandeten Stellen und die Fragen dazu rot-braun unterlegt

 

„Offene Fragen zur Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden
in Europa“
 00:14:52
Sein Mausoleum wurde übrigens von der EU mit über 1,5 Millionen mitfinanziert.
 Wir bitten um Quellen und Belege für diese Information

Arafat Museum (kostete $ 7 Million) und das Grab/Mausoleum sind ein zusammengehörender
Komplex
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/1426/A_Visiting_Program_for_the_Martyrs
%E2%80%99_Families_to_Yasser_Arafat_Museum
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/601/The_Mausoleum
Die Yasser Arafat Foundation unterhält das Mausoleum und das Museum und wurde mit 1,5
Millionen Euro EU-Geldern mitfinanziert.
http://www.yaf.ps/?url=posts/show/541/The_Foundation
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.1-5-millionen-von-eu-fuer-museum-palaestinenserhuldigen-arafat.535456f4-adcb-4ff6-8b21-3299cbca8aae.html

….

 00:28:52
Diese großen Organisationen finanzieren hunderte von kleinen NGOs, teils unter
palästinensischer, teils unter israelischer Leitung. Die Dichte an NGOs vor Ort
wird als überproportional angesehen. Aus Israel operieren 398 politische NGOs,
diese Zahlen sind bekannt. Die Zahl an NGOs in der Westbank und in Gaza weiß
niemand genau, laut Spiegel von 2012 sind es über tausend mit Sitz in Ramallah.
 Wir bitten darum, uns den Artikel aus dem Spiegel 2012 zur Verfügung zu
stellen
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/party-feeling-im-krisengebiet-disco-ramallah-a-
806718.html
Hier wird gesagt:
„Mehr als tausend Nichtregierungsorganisationen tummeln sich nach Schätzungen des
proisraelischen Jerusalemer Thinktanks „NGO-Monitor“ im Westjordanland. Und das auf 5655
Quadratkilometern, einer Fläche nicht einmal ein Viertel von Rheinland-Pfalz. Das NGO-MappingProject
von 2007 listet in seiner Statistik 1196 NGO, die meisten haben ihr Büro in Ramallah.

 

…….

 00:29:21
Ein paar Infos zu EAPPI? Leider nein. EAPPI veröffentlicht das Budget nicht. Wir
wissen, das World Council of Churches finanziert die Tochter EAPPI mit und wird
von der Organisation „NGO- Monitor“, als einer der Haupt-Unterstützer von
Boykott-Kampagnen eingeschätzt. Das Budget wird von EAPPI zum Teil weiter
verteilt, zum Beispiel an „Frauen für Frieden“, sie organisieren damit Israel
Boycott Kampagne n. EAPPI beteiligt sich auch an der weltweiten Israel
Apartheidweek. Eine beliebte Propaganda vieler NGOs: Israel betreibe
Rassentrennung wie ehemals Südafrika. Oder auch: Israel tötet palästinensische
Kinder aus Rachsucht. Und das neueste Gerücht von EAPPI für SIE: Israelis
legen nachträglich Messer neben tote Palästinenser.
 Nach unseren Informationen gibt es einen Finanzbericht des World Council of
Churches für das Jahr 2015. Haben Sie dies in Ihren Recherchen
berücksichtigt?

Den WSSCC_Financial_Report_2015_forweb.pdf haben wir berücksichtigt.
Naftali Balanson, NGO MONITOR:
„Basically, EAPPI itself does not publish financial information on its website or in its other
documents. A check of the EAPPI website confirms this.“
Auch die website von EAPPI haben wir dahingehend untersucht und sind zu dem gleichen Ergebnis
gekommen.
Naftali Balanson, NGO MONITOR:
„However, since Richard Mann’s last exchange with you, our researchers have uncovered documents
from WCC that we previously had not seen. The Activities Appendix of WCC’s annual financial reports
(2016 version can be downloaded here:
https://www.oikoumene.org/en/resources/documents/other/wcc-financial-report-2016-activitiesappendix,
pages 10-11) does detail EAPPI program funding and expenditures.
That being said, we have found other information from some of EAPPI’s government funders that
*appears* to contradict what WCC lists. We are still studying this issue, but will not have definitive
answer in the near future.
Bottom line, the statement in the video is correct (EAPPI does not provide financial details), but its
parent body (WCC) does.
The WCC financial reports do not mention EAPPI. Their „Activities Appendix“ does. Both in 2015 and
2016. In 2016, the amount is around 1.5 million CHF.“
Auf der nächsten Seite ein Auszug aus dem WSSCC_Financial_Report_2015_forweb.pdf von 2015.
Es werden keine Zahlen zu EAPPI genannt.   …  …

Welche Quellen und Belege gibt es für die Einschätzung, dass EAPPI HauptUnterstützer
von Boykott-Kampagnen sei? Welche Belege liegen Ihnen für
eine institutionelle Unterstützung der Boykotte oder der Apartheidweek vor?
Wir bitten darum, uns die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu
stellen.

Die Quelle ist im Text benannt: „und wird von der Organisation „NGO- Monitor“, als einer der
Haupt-Unterstützer von Boykott-Kampagnen eingeschätzt.“
Hier der Link zur Seite (von 2017) NGO Monitor:
http://www.ngomonitor.org/ngos/ecumenical_accompaniment_programme_in_palestine_and_israel_eappi_/
Beispiele:
„EAPPI rhetoric includes accusations of “apartheid,” “collective punishment,” “war crimes,” and
“Bantustans”; supporting a Palestinian “right of return”; and promoting the Kairos Palestine
document that calls for BDS against Israel, denies the Jewish historical connection to Israel in
theological terms, and rationalizes, justifies, and trivializes terrorism, calling it “legal resistance.”“
„EAPPI is a partner for the South Africa Team for “Israeli Apartheid Week,” which is “made up of 25
members stretched across South Africa.”“

Bitte sehen Sie auf den nächsten Seiten die Untersuchung von NGO Monitor

……

Ist EAPPI mit den Vorwürfen konfrontiert worden? Wenn ja, bitten wir um
Belege für die Anfrage, inklusive Kenntlichmachung, zu welchem Zeitpunkt
und von wem die Stellungnahme eingefordert worden ist und wie EAPPI sich
dazu verhalten hat.

Der Versuch unseres zuarbeitenden Kollegen und Journalisten Natan Jessen ab Anfang Juni 2016 in
Tel Aviv einen Mitarbeiter von EAPPI vor die Kamera zu bekommen – was ihm scheinbar am 16. Juli
auch gelang. Sehen Sie seinen Text wie folgt:
——– Nachricht ——–
Von: Norbert Jessen
An: Joachim Schröder
„EAPPI hat eine auf der Webseite angegebene Adresse im Büro-Jerusalem mit Telefon
Nummer. Dort antworten nur sporadisch zwei weibliche Stimmen, die immer erst auf
Anfrage bestätigen, dass es sich eine EAPPI Niederlassung handelt. Und dann an den
World Council of Churches weiterleiten, die einen dann an EAPPI zurücksenden. Eine
Leiterin (seinerzeit?) namens Jacquards Hollander soll es auch gegeben haben. Die Dame
war aber ständig 1. außer Hauses, 2. außer Landes. Nach wochenlangen (so weit ich mich
erinnere, war es über einem Monat) Versuchen, gab dann eine der weiblichen Stimmen zu
verstehen, dass es außer Ms. Hollander noch eine Person gebe, die für EAPPI sprechen
könne. Vor malerischer Kulisse vor dem Ölberg, erste Frage meinerseits an diese Person –
dabei stellt sich heraus, dass er gar nicht von EAPPI ist (was er on camera zugibt!),
sondern der Gatte der weiblichen Stimme. (…) Ein Versuch vor etwa zwei Wochen beim
World Council of Churches persönlich vorzusprechen scheiterte. Auch das Klingeln an der
Türe blieb unbeantwortet“

Wir bitten darum, Ihre Quelle für die Propaganda-Vorwürfe vorzulegen, nach
denen die Information gestreut werde, dass Kinder aus Rachsucht getötet
werden sollen und dass Messer neben tote Palästinenser gelegt werden. Bitte
belegen Sie das Gerücht als solches und die Verbindung zu EAPPI.

So sagte es eine Mitarbeiterin von EAPPI, Hannah Griffiths, auf einer Veranstaltung „Tales from the
West Bank: Life Under Occupation“ in London 2016:
„In a public May 2016 event held in London, an EAPPI activist included antisemitic comments,
referring to the”Jewish lobby” in America, accused Israel of planting knives beside the bodies of
Palestinian terrorists, and promoted BDS and other forms of demonization“ (NGO-MONITOR)
An finnischen Universitäten, zusammen mit Finn Church Aid , sprachen Vertreter von EAPPI 2014
von Diskriminierung und dem „vindictively persecuting“ von palästinensischen Kindern von Seiten
Israels.
Quellen:
http://www.ngomonitor.org/ngos/ecumenical_accompaniment_programme_in_palestine_and_israel_eappi_/)
https://www.thejc.com/news/uk-news/church-group-that-sends-volunteers-to-the-west-bank-towitness-life-under-occupation-1.57656

….

….

00:30:11 O-Ton Edelgard Meyer zu Utrup
Ja, das ist eine ganz große Belastung, sich zu sagen, eigentlich tun die was
Ähnliches, was ihnen selbst widerfahren ist, durch dieses Hineinsteigern in die
Opferpsyche. Wenn man so durch die Familie geprägt ist, dann sitzt da schon ein
Schuldgefühl. Man hat sich einfach das Opfer-Sein tief in der Seele eingegraben
oder eingraven lassen, das wird ja auch vielleicht bei dieser Generation jetzt
instrumentalisiert…es tut mir bitter leid, auch für die Israelis, wir sind keine, die
gegen Israel hetzen, wir gönnen ihnen ihren Staat, aber wir möchten nicht, dass
sie an ihrem eigenen Ast derart energisch sägen wie sie es tun.
 Was war das Thema des Interviews und welche Frage wurde zu dieser
Antwort gestellt? Gibt der O-Ton die komplette Antwort wieder? Wenn nein
bitten wir um ein Transkript der vollständigen Antwort im Kontext der
konkreten Frage.

Die Themen des Interviews u.a.:
– Die Arbeit von EAPPI
– Dass EAPPI sich „leider“ noch nicht an Boykottkampagnen beteilige.
Zitat, Edelgard Meyer zu Utrup:
„ Unsere Organisation kann dazu noch nicht verstehen, zu meinem Bedauern. Wir fordern aber
natürlich eine Kennzeichnung der Waren, die auf Westjordanland-Gebiet produziert sind von Israeli.
(…) Also das mit dem Boykott kann ich nicht wirklich – ich kann es persönlich gut verstehen, aber
unsere Organisation zieht da noch nicht 100 % mit“
– Kinder in israelischer Kriegshaft
– Der zweite Teil des IVs dreht sich um ihre Motivation für EAPPI zu arbeiten.
Statement davor:
Frage: „Wenn ich noch eine private Frage stellen darf, wie kommt es, dass sie sich so sehr für den
Nahostkonflikt interessieren?“
Antwort: „Ich habe jahrzehntelang geschlafen: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, wo man
einfach nicht – gottesfroh war, dass Juden eine Heimstadt bekommen haben und wo man nicht
realisiert hat, dass in diesem Land (zeigt auf Karte hinter sich) hundert, fünfhundert Dörfer alleine
sind bei der – im Moment der – Unabhängigkeitserklärung sind in den Jahren ’47 und ’48
niedergemacht worden. Wir haben nicht realisiert, dass dieser Streifen am Mittelmeer, ein
fruchtbares Land, das ja natürlich besiedelt war und nicht wie man uns hat glauben gemacht, ein
leeres Land gewesen sei. Da habe ich mich so geschämt, als ich das so in den 70er Jahren endlich
realisiert habe, dass ich mich dazu verdonnert habe richtig hinzusehen, nachdem ich so lange nicht
hingeguckt habe.“

 

00:30:56
Zwischen 2013 und 2015 überweisen sie über 800.000 Euro an B’Tselem, eine
israelische NGO, die Israel Apartheid und Nazi-Methoden vorwirft. Ein
hochrangiger Mitarbeiter sagt dem Journalisten Tuvia Tenenbom ins Gesicht:
Dass der Holocaus eine Lüge und zudem eine Erfindung der Juden gewesen sei.
 Wir bitten um den Quellennachweis für die 800.000 Euro

An dieser ist vor 2 Wochen der Text und das Logo im Bild geändert worden. Die Passage bezieht sich
nun auf Brot für die Welt und die Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst (2012) und geht
nach wie vor wie oben zitiert weiter.
Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst überweist 2013 – 2015
618.862 NIS (2015) + NIS 1,927,198 (2014) + NIS 810,425 (2013)
3.356.485 NIS = 846.109,55 €
an B’tselem.
Quelle:
http://www.ngo-monitor.org/funder/bread_for_the_world_eed/

 Wir bitten um Quellenangabe zu dem Vorwurf, dass B’Tselem Israel Apartheid
und Nazi-Methoden vorwerfe, und die entsprechenden Unterlagen.

NGO MONITOR auf ihrer Website zu B’tselem:
Apartheid:
Accuses Israel of “apartheid,” perpetrating “war crimes,” “beating and abus[ing]” Palestinians,
“demolition of [Palestinian] houses as punishment,” and forced “deportations.”
Former CEO Jessica Montell has said: “I think the word apartheid is useful for mobilizing people
because of its emotional power. In some cases, the situation in the West Bank is worse than
apartheid in South Africa.”
Nazi-methods:
In April 2010, staff member and NGO activist Lizi Sagie resigned after the organization came under
pressure for statements made on her personal blog, including: “The IDF Memorial Day is a
pornographic circus of glorifying grief and silencing voices,” “Israel is committing Humanity’s worst
atrocities…Israel is proving its devotion to Nazi values…Israel exploits the Holocaust to reap
international benefits.”
Sehen Sie hier:
http://www.ngo-monitor.org/ngos/b_tselem/
Sehen Sie zudem diese Recherche zum Thema Arpartheids-Vorwurf des Weiteren:
http://www.btselem.org/press_releases/20040809
„The Forbidden Road Regime in the West Bank – An Apartheid Practice“
„By unlawfully discriminating against Palestinians based on their national origin, the Forbidden
Roads Regime is reminiscent of the apartheid system that existed in South Africa. The regime
violates fundamental principles of international law that are binding on the State of Israel.“
Apartheid- und Nazimethoden:
Alexander Feuerherdt:
„Auch die israelische NGO «B’Tselem» sollte äusserst kritisch gesehen werden. Sie verunglimpft
Israel als «Apartheidstaat» und hat ihm in der Vergangenheit auch vorgeworfen, Nazimethoden
anzuwenden. Unlängst geriet die Vereinigung in die Kritik, weil einer ihrer Aktivisten dem
amerikanisch-israelischen Publizisten Tuvia Tenenbom vor laufender Kamera sagte, der Holocaust
sei «eine Lüge» und «eine Erfindung der Juden». «B’Tselem» dementierte die Äusserung zunächst,
dann erfolgte eine halbherzige Distanzierung und schliesslich die Ankündigung, sich von dem
Mitarbeiter zu trennen.

 

Wir bitten um Quellenangabe für die angebliche Aussage des zitierten
Mitarbeiters, der Holocaust sei eine Erfindung der Juden gewesen

Es handelt sich um den Mitarbeiter Atef Abu Roub .
– Das ist die Aussage in dem IV von Tuvia Tenenbom.
– Quelle:

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/50/israel-tuvia-tenenbom-allein-unter-juden
– Tuvia Tenenbom „Allein unter Juden“, suhrkamp, Nov. 2014
http://freebeacon.com/issues/btselem-apologizes-over-holocaust-denying-staffer/
https://www.algemeiner.com/2014/10/05/israeli-human-rights-group-btselem-admits-holocaustdenier-in-ranks-video/
http://www.audiatur-online.ch/2014/10/14/von-links-ins-aus/
Ulrich W. Sahm:
„Mit der Glaubwürdigkeit kämpft auch die Menschenrechtsorganisation B‘tselem. Der bekannte
Autor Tuvia Tenenbom hatte unter dem Deckmantel, deutscher Journalist zu sein, vom
palästinensischen Mitarbeiter von B‘tselem, Atef Abu Roub, in einem gefilmten Interview erfahren,
dass der Holocaust an 6 Millionen Juden „eine Lüge“ sei. B‘tselem dementierte, einen
Holocaustleugner zu beschäftigen. Erst Wochen später wies B‘tselem auf seiner hebräischen
Homepage die Behauptung von Abu Roub „mit Abscheu“ zurück. B‘tselem hatte 2009 die UNO mit
vielen Angaben über Menschenrechtsverletzungen beliefert, die ungeprüft in den „GoldstoneReport“
aufgenommen worden sind. Zahlreiche Angaben erwiesen sich als falsch. Das war mit ein
Grund, weshalb sich Richard Goldstone von seinem eigenen Report distanzierte.

00:32:30
Seriösen Schätzungen zufolge überweisen die EU, europäische Regierungen,
europäische Kirchen sowie von der EU mitfinanzierte UN-Organisationen jährlich
100 Millionen Euro Steuergelder an politisc he NGOs, die überwiegend
israelfeindliche Kampagnen betreiben. Deutschlands Anteil daran – ca. 10
Millionen Euro jährlich. Wieviel die ungezählten NGOs in palästinensischen
Gebieten bekommen, weiß niemand genau.
 Wir bitten darum, uns die Belege für die Einschätzung, es handele sich um
NGOs, die „überwiegend israelfeindliche Kampagnen“ betreiben, zur
Verfügung zu stellen.

Zitat Naftali Balanson (NGO Monitor):
——– Nachricht ——–Betreff: Re:
Datum: Thu, 15 Jun 2017 11:50:21 +0300
Von: Naftali Balanson
An: Joachim Schroeder
„NGO Monitor follows hundreds of European-funded Israeli, Palestinian, and European NGOs that
are, to varying degrees active in political campaigns that target the State of Israel. For the dozens of
Israeli, Palestinian, and some of the European groups, most of which claim to promote human rights,
hostile political advocacy against Israel is their primary, if not exclusive focus. Even the European
NGOs with a more international agenda, when it comes to Israel they engage in political warfare,
including calls for boycotts and sanctions.“
Quote von Richard Mann (NGO Monitor)

….

….

Bitte geben Sie Auskunft über das Bildmaterial: um welche Veranstaltung(en)
handelt es sich (Ort und Datum)?

Veranstaltung: Nuit Debout
Ort: Place de la République, Paris und Demonstrationen von Nuit Debout um den Place de la
République, Paris.
Datum: Zwischen dem 28.05.16 und dem 30.05.16


 01:15:24
Einblendung: Paris, 13. November 2015 / Paris, 13 novembre 2015
Im Rahmen der Terroroffensive kommen im Konzerthaus Bataclan 90 Menschen
ums Leben, hunderte werden verletzt. Die ehemaligen Besitzer waren kurz zuvor
nach Israel ausgewandert. Jahrelang hatten sie hier Spenden-Galas für Israel
organisiert. Seit 2008 wurden die jüdischen Inhaber massiv bedroht. 2011 entging
das Bataclan nur knapp einem geplanten Anschlag.
Internationale Ermittlungen führten rechtzeitig zur Festnahme der Attentäter.
 Das Bataclan wird hier in einer Reihung verschiedener tatsächlicher
Anschläge mit eindeutig antisemitischem Hintergrund aufgeführt.
Bitte legen Sie uns hier Belege und Quellen vor, die zu der Bewertung führen,
es habe sich um antisemitischen Terror gehandelt?

Zum Anschlag auf das Bataclan möchten wir unter anderem auf eine Recherche von Alexander
Feuerherdt hinweisen:
Bataclan: Ein antisemitischer Anschlag
Auf den Artikel in der taz:
http://www.taz.de/!5251354/
Sowie:
http://www.juedische-allgemeine.de/index.php/article/view/

01:19:47
„Palästina: Kommt ausgerüstet, mit Mörsern, Feuerlöschern, Knüppeln, Kommt
zahlreich: Wir nehmen uns das Judenviertel von Sarcelles vor“, steht in einem der
vielen Aufrufe.
Über 3.000 Demonstranten kommen. Molotow-Cocktails fliegen gegen die
Synagoge. Polizisten verhindern die Stürmung. Die Menge schreit: „Tod den
Juden“, „Hitler hatte recht“. Die gewalttätige Meute plündert eine von Juden
geführte Apotheke und einen koscheren Supermarkt, beide werden in Brand
gesteckt. Die Polizei spricht von einer „Pariser Intifada“.

 Bitte stellen Sie uns die Quelle/Belege zur Verfügung, aus denen sich ableiten
lässt, dass 3.000 Demonstranten vor Ort waren.

https://www.bayernkurier.de/ausland/1141-franzosen-die-frankreich-verabscheuen/

 

 

Soweit in Auszügen das Frage- und Antwort-Tribunal, das der WDR veranstaltet hat….

 

Möge jeder denkende Mensch seine eigenen Schlüsse daraus ziehen

 

Gut zu lesen ist auch diese Einordnung….:

Der WDR-Faktencheck zur Antisemitismus-Doku im Faktencheck

 

 

 

 

 

Ich hätte das nicht tun sollen…. 4. Dezember, 2016

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, israel, israelkritik.
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Nach Gottesdienst heute am Morgen und Familienzeit bis in den Nachmittag, wollte ich (endlich) bei facebook allen meinen „Freunden“ und allen, die es betrifft, einen schönen  und gesegneten Advent wünschen und anschließend diesen Wunsch auch hier im Blog weitergeben.

Das tat ich auch mit großer innerer Ruhe und Freude. Siehe hier.

„Nur schnell noch mal ein bisschen stöbern  bei facebook und dann im Blog schreiben“, dachte ich und stöberte….

Das hätte ich nicht tun sollen, denn ich landete bei Gerd Buurmann und seinem Beitrag. Und schon war die ganze schöne und frohe Adventstimmung im Eimer.

Nach dem  bischöflich-kreuzlosen Besuch auf dem Tempelberg und an der Klagemauer war mein Bedarf an christlicher Unterwerfung unter den Islam bei gleichzeitiger  „christlicher Israelf(r)ei(u)ndschaft“ eigentlich für Wochen gedeckt und ich wollte mir nicht vorstellen, dass das binnen kürzester Zeit doch noch zu toppen sei.  Aber, liebe Besucher dieses Blogs, liebe Freunde,  schlimmer geht immer, um diese blöde Floskel mal „sinnvoll“, wenn auch mit großem Frust zu gebrauchen.

Gerd Buurmann schreibt aus gegebenem Anlaß an Mitri Rahem, einem, nein dem Pastor aus Bethlehem, der immer wieder mit seiner großen Liebe zum Land und Staat Israel    auf sich aufmerksam macht. Pfarrer Mitri Rahem hat einen begeisterten Fanclub auch in Deutschland. Lauter liebe fromme Christenmenschen, die mit der größtmöglichen Inbrunst Israel auf den rechten Weg bringen möchten;  darunter ist zu verstehen, dass sie den Staat Israel am liebsten von allen zionistischen (also vor allem jüdischen) Bewohnern reinigen und befreien möchten, damit die armen Palästinenser endlich in Frieden leben können. Ich weiß, ich klinge gerade sehr unfreundlich, zynisch und sarkastisch.

Vor allem bin ich aber vollkommen ohnmächtig und grenzenlos traurig, wieder einmal mit einem uralten Phänomen christlicher Denkweise konfrontiert zu sein, einem uralten Antijudaismus nämlich. Denn wie anders sollte ich es benennen, wenn aus jeder Zeile des Pfarrers aus Bethlehem mir dieser Vorwurf entgegenspringt:

Israel und die Juden sind  das Problem, das den Frieden in der Welt verhindert.

Gerd Buurmann schlüsselt das Phänomen weiter auf… ich werde das hier nicht selbst tun, sondern kopiere Teile seines Textes hierher und setze den Link zu seinem Blogbeitrag:

Er beginnt mit dem Pfarrerwort:

Die Gemeinde zwischen der Nakba (1948) und der Naksah (1967)
Die Zeit Pastors Schehadeh

Der arabisch-israelische Krieg in 1948 war eine Katastrophe für die Bevölkerung Palästinas. Unter den etwa 900.000 vertrieben Palästinensern waren mehr als 55.000 Christen. Infolge dieser Vertreibung durch Israel wurden die christliche Städte in ihrer Demographie umgewalzt: Die größten an der Küste liegenden Städte, die über einen beträchtlichen christlichen Bevölkerungsanteil verfügten, fielen 1948 in zionistische Hände.“ 

Diese Behauptungen läßt Gerd Buurmann nicht unwidersprochen und schreibt einen offenen Brief an den Gottesmann:

„Lieber Pfarrer Rahem,

es gehört zu der Tradition der christlichen Kirche, in der Adventszeit postfaktisch Lügen über Juden zu verbreiten. Diesmal nehmen Sie sich dieser Aufgabe an. Ich möchte Sie korrigieren.

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus, Sie sagen 900.000 Flüchtlingen, andere sprechen von 500.000 Flüchtlingen. Der andere Flüchtlingsstrom, den Sie nicht erwähnen, bestand aus 850.000 Flüchtlingen. Beginnen wir also mit den Flüchtlingen, die Sie erwähnen.“

Den ganzen Brief kann man am Originalort nachlesen.

Ich hätte den Pfarrer nicht mit „Lieber Pfarrer“, angeredet, sowenig wie mit „sehr gehrter Herr Pfarrer“.

Ich würde schreiben:

Herr Pfarrer, schämen Sie sich nicht,  so unverschämte Lügen gegen Juden zu verbreiten?

Das wäre wenig christlich, aber entspräche meinem aktuellen Gemütszustand. Und so bin ich Gerd Buurmann dankbar, dass er in ruhiger Sachlichkeit auf Herrn Mitri Rahem antwortet.

Meine Adventsgedanken schreibe ich noch …  wenn ich mich wieder gefangen habe.

Ich bitte um Verständnis!

Fremde Feder: „10 Dinge über den israelisch-arabischen Konflikt…“ 10. November, 2015

Posted by Rika in araber, araber-"palästinenser", fatah, gesellschaft, israel, plo, politik, terrorismus.
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Diesen sehr lesenswerten Artikel entdeckte ich bei  Facebook und stelle ihn hier ungekürzt und unkommentiert ein, weil er für nahezu jedes Gespräch über Israel hilfreiche  Argumente bietet:

Dies ist die „Quelle“

10 Dinge über den israelisch-arabischen Konflikt, die Du noch nicht wusstest

 

Als Tourguide in Israel spreche ich tagtäglich über Geschichte, Religionen, die Wüste und alles andere, was Israel zu bieten hat. Doch um ein Thema scheinen wir dabei auf Zehenspitzen herum zu schleichen: den israelisch-arabischen Konflikt. Manchmal denke ich, dass dieses Thema eigentlich interessanter ist als alle anderen. Ich versuche hier nun die wichtigsten Punkte aus hunderten Gesprächen und Diskussionen zusammenzufassen.

Der israelisch-arabische Konflikt ist unwichtiger als allgemein angenommen

Versuche mal den folgenden Satz zu vollenden: „Der israelisch-arabische Konflikt ist wichtig, weil…” Du wirst merken, dass es keine gute Antwort gibt. Der Konflikt ist einer der kleinsten der Welt. Israel ist ein winziges Land ohne strategische Bedeutung. Weder in Israel noch in einem der angrenzenden Länder gibt es Öl. Der einzige Grund dafür, dass man so viel über Israel hört, ist, dass die Menschen entschieden haben, es sei wichtig. Einen objektiven Grund gibt es nicht.

Jeder Moment, den sich die Weltöffentlichkeit mit diesem Konflikt beschäftigt ist ein Moment, in dem sie sich nicht mit den wirklich großen und bedeutsamen Problemen auseinander setzt: mit China, der weltgrößten Wirtschaftsmacht, wo Milliarden Menschen unter einer Diktatur leben, dem blutigen Krieg in Syrien oder dem Völkermord, der grade im Sudan verübt wird.

Die Medien der Welt sind von Israel besessen

Das Medium ist die Nachricht. Normalerweise ist die Wahrscheinlichkeit, dass über ein Ereignis in den Medien berichtet wird, umso größer, je näher und je dramatischer es ist. Diese Regel gilt nicht für den israelisch-arabischen Konflikt. Der kleinste Zwischenfall in Israel landet sofort weltweit in den Schlagzeilen. Hier ist noch ein wichtiger Fakt: In mehr als 100 Jahren des Konfliktes, sind ungefähr 25.000 Palästinenser ums Leben gekommen. In der gesamten arabischen Welt haben in den letzten 50 Jahren mehr als 15.000.000 Menschen ihr Leben verloren. Über sie oder über die Millionen, die in Afrika ermordet werden (oder über 80% der Weltbevölkerung, die unter totalitären Regimes leben) hört man viel weniger. Ein Grund dafür ist, dass es für ausländische Reporter einfach ist, in Israel zu arbeiten. Es gibt eine moderne Infrastruktur, Pressefreiheit und Sicherheit für die Journalisten. Auch die Palästinenser fühlen sich in Israel in Sicherheit. Man beachte, dass Palästinenser niemals anonym sprechen, oder ohne ihr Gesicht zu zeigen, so wie Menschen es tun, wenn sie Angst vor der Obrigkeit haben. Israel ist nicht perfekt, andere Länder sind es auch nicht, aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch das Recht, Missstände zu beklagen, ein Privileg ist, dass nur wenigen Menschen der Welt vergönnt ist.

(mehr …)

Fremde Feder: „Zurück auf den Boden der Wirklichkeit“ 18. März, 2015

Posted by Rika in aktuell, araber, gesellschaft, israel, israelkritik, obama, wahlen in israel, wahlrecht.
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Sie haben sich so viel Mühe gegeben, Netanjahu in Grund und Boden zu verdammen, ihn ins rechtsradikale Lager zu verbannen, ihn als „Friedenshindernis“ zu brandmarken…. hat nichts genutzt. Die Israelis haben (leider, leider, wie in deutschen Medien unendlich bedauert wird)  nicht die Position Obamas ( der nach dem letzten Stand der Dinge noch nicht zum Wahlsieg gratulierte…. schlechter Stil, ganz schlechter!)  und seiner deutschen Lieblingsfreundfeinde übernommen und Netanjahu des Feldes verwiesen, nein, sie haben ihn wieder gewählt….  und, so denke ich, sie wissen, was sie tun!

Ich verstehe zu wenig von Politik und noch viel weniger von israelischer Politik, um das „richtig“ einordnen zu können ohne in Bibbi-Lobgesänge oder in Bibi-Verdammungsorgien ala Slomka oder wie sie alle heißen auszubrechen.

Da verlasse ich mich lieber auf den Mann meines Vertrauens, der nach eigenem Bekunden sehr viel Münchhausen in sich trägt, seit Jahren in Israel lebt und mit der Materie bestens vertraut ist:

Ulrich Sahm

Und der sieht die Dinge so:

abseits vom mainstream - heplev

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. März 2015

Wie konnte es sein, dass Benjamin Netanjahu entgegen allen Prognosen, im Widerspruch zu einer feindseligen Presse, Druck aus dem Ausland und persönlichen Attacken auf ihn und seine Frau Sara die Wahlen haushoch gewonnen hat? Seine Likudpartei erhielt nach Auszählung von 99% der echten Wählerstimmen 30 Mandate, während das sozialistische „Zionistische Lager“ nur 24 Mandate bekam. Zusammen mit anderen Parteien des „rechten Blocks“ glaubt Netanjahu „umgehend“ eine neue und stabile Rechtsregierung errichten zu können.

Die sehr ideologische linke Meretzpartei erhielt nur 4 Mandate, knapp über der Sperrklausel. Die „vorzügliche Parlamentarierin“ Zahava Galon von Meretz wird zwar von Freund und Feind in der Knesset für ihre Gradlinigkeit hoch gelobt. Dennoch kündigte sie an, zurücktreten zu wollen. „Ein schwerer Verlust für die Knesset“, gesteht der Likudabgeordnete Ofir Akunis im Fernsehen.

Aiman Odeh feierte den überragenden Sieg seiner arabischen „gemeinsamen Liste“ mit „großer Sorge“. 14 Mandate…

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Aus dem Nähkästchen geplaudert…. 9. März, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, judentum, medien, politik, terrorismus.
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Um es gleich ganz klar zu sagen: Es geht nicht um mein Nähkästchen, weder um dessen Inhalt, der ist zwar  mannigfaltig und interessant, noch  um dessen Anwendung im Hause Rika. Es geht auch nicht um Klatsch und Tratsch, mit dem man den Begriff „Nähkästchenplauderei“ am ehesten in Verbindung bringt.

Ich wähle diese Überschrift –  und damit verbinde ich gleichsam ein Gefühl der Ohnmacht, das ich seit Jahren empfinde – für den Hinweis auf einen Artikel, in welchem  ein Insider  die seltsam anmutende Übereinkunft beschreibt, mit der Medien sich eines Landes annehmen, das im Vergleich zu den meisten Ländern dieser Erde winzig ist, dessen Bevölkerung und  Politik aber mit Argusaugen beobachtet, beschrieben und damit gleichzeitig  zum Zentrum des weltpolitischen Interesses gemacht wird:

ISRAEL

Keinem anderen Land der Welt wird eine derartige Aufmerksamkeit zuteil, wie dem kleinen Staat im Vorderen Orient. Kaum ein anderer Politiker steht so sehr im Focus der öffentlichen Kritik, wie der jeweilige Ministerpräsident des Staates Israel – unabhängig davon, welcher politischen Partei und Richtung er jeweils angehört. Denn eines ist so gewiss wie das Amen in der Kirche: Ein israelischer Ministerpräsident kann nach den kommentierenden Medien – vor allem unseres Landes – eigentlich NICHTS richtig machen, vielmehr ist davon auszugehen, dass er grundsätzlich ALLES falsch macht. Das jedenfalls ist die betrübliche Quintessenz meiner höchst eigenen Beobachtung der grundsätzlich „kritischen“ Berichterstattung aus Nah-Ost, die an Israel und seiner Politik immer das bekannte Haar in der Suppe findet und mit schönster Regelmäßigkeit aus der „Brühe“ zieht und geradezu genüsslich betrachtet, während die Herren von Fatah und Hamas so etwas wie Narrenfreiheit genießen. Meine Tochter würde stattdessen wohl eher  den Begriff „Welpenbonus“ wählen, bedeutet der doch, dass man jemandem – entsprechend einem  jungen Tier,  ganz  egal ob Wolf oder Schaf –   den Status  des zu Schützenden   zubilligt.  Und das ist es doch, was man den mörderischen Terrortruppen von Hamas oder Fatah  zugesteht: Schutz vor Kritik, völlig egal, wie grausam und fürchterlich ihre Aktionen gegen die ansonsten doch so beschworene „Menschlichkeit“ sind. Geht es um oder gegen Israel, hat ein kleines Kind, das von Steine werfenden Arabern so schwer verletzt wird, dass es an den Folgen stirbt, jedes Recht auf „Menschlichkeit“ verwirkt, spielt „Angriff gegen die Menschlichkeit“ keine Rolle, wenn Rabbiner beim Morgengebet in ihrer Synagoge abgeschlachtet werden. Dann – wenn es gegen Israel geht – sind diese Angriffe „Ausdruck der unterdrückten Minderheit“, die mit dem Mantra von der „Besatzung durch Israel“ allemal gerechtfertigt werden.

Mich hat das – und man kann es in allen meinen Stellungnahmen dazu hier bei „himmel und erde“ (exemplarisch hier) nachlesen – immer schon sehr irritiert und immer wieder fassungslos gemacht. Ich konnte und kann nicht verstehen, dass kluge Menschen (ich halte Journalisten zumindest nicht für dumm) so einseitig über einen Konflikt berichten, der doch alles andere als eindimensional zu betrachten und zu bewerten ist. Es hat mich wütend gemacht – und macht es mich noch – dass „die Siedlungen“ zum Gradmesser der Friedfertigkeit erklärt werden, der Charta der Hamas aber gar keine Beachtung geschenkt wird und auch das öffentliche Gerede des Herrn Abbas von einem zu bildenden „judenreinen Palästina“ niemanden der kritischen Journalistengarde auf die Idee bringt, DAS für zutiefst rassistisch zu halten und dem Tatbestand der Apartheid entsprechend zu beschreiben und zu verurteilen, wo hingegen Israel immer wieder als „Apartheidsstaat“ diskriminiert wird, obwohl arabische Bürger in Israel   die gleichen demokratischen Rechte und Freiheiten genießen wie die jüdische Bevölkerung.

Nicht erst nach der Lektüre des oben bereits genannten und unten verlinkten Artikels, aber durch ihn  ist  mir aufs Neue klar geworden, dass es nur einen einzigen Grund geben kann, der Menschen, die ansonsten durchaus zu differenzieren verstehen, zu dieser einseitigen Haltung gegenüber Israel veranlasst: Israel ist der Staat des jüdischen Volkes.  Es sind JUDEN gegen die sich die manchmal nur dürftig verschleierte Wut und Verachtung richtet. Seit Israel aus der Knechtschaft Ägyptens befreit wurde und sich durch seine monotheistische Gottesbeziehung und die damit verbundenen kultischen Erfordernisse und Gesetze von seinen umgebenden Nachbarn deutlich unterschied, ist es – wie die Propheten der Bibel sagen – zum Stein des Anstoßes und zum Zankapfel der Mächtigen der Welt geworden. Sie, die Menschen, wurden verfolgt, gedemütigt, gemordet und verbannt, weil sie Juden waren.  Ich habe lange in der Annahme gelebt, dass diese anti-jüdischen Ressentiments und die daraus resultierenden Haltungen und Handlungen nach der Shoa nicht mehr das vorherrschende Element in der Beziehung zu Juden (und damit vor allem auch zu Israel)  sein könnten, sein würden…..  Ich habe mich getäuscht. „Leider“ zu sagen, drückt nur unzureichend aus, was ich dabei empfinde und was mir durch den Kopf geht. Es ist entsetzlich!

Hier nun, nach dieser langen Vorrede, der Link zum oben genanten Artikel Matti Friedmans, den ich bei heplev entdeckte und der in der „Jüdische Allgemeine“ erschienen war:

„Reporter mit Grenzen“

Daraus dieses Zitat:

In meiner Zeit als Korrespondent habe ich erlebt, wie Israels Mängel überzeichnet wurden, während die Fehler seiner Feinde nicht vorkamen. Ich habe miterlebt, wie die Gefahren für Israel ignoriert oder als Fantasieprodukte verhöhnt wurden, sogar, wenn diese Gefahren sich immer wieder ganz real manifestierten. Ich habe gesehen, wie ein fiktionales Bild Israels und seiner Feinde produziert, gepflegt und verbreitet wurde, indem bestimmte Einzelheiten aufgebauscht, andere ignoriert wurden und das Gesamtergebnis als akkurates Bild der Wirklichkeit verkauft wurde.

Das entspricht genau meiner Wahrnehmung der Berichterstattung durch die Medien, die für mich ja – zum Glück – inhaltlich immer wieder durch Bloggerinnen vor Ort in Israel  (und die guten Blogs hierzulande)  „nachjustiert“ wurden.

Und auch die Aussage dieses Zitats ist leider zutreffend:

Die einzige Gruppe, die derzeit in der westlichen Welt Objekt eines systematischen Boykotts ist, sind die Juden – heute unter dem bequemen Begriff »Israel«. Der einzige Staat der Welt, dem Unis eigene »Apartheidwochen« widmen, ist der jüdische Staat. Gegen kein anderes Land und kein anderes Volk werden heutzutage derartige Taktiken eingesetzt, gleich wie ungeheuerlich die ihnen zugeschriebenen Menschenrechtsverletzungen sind.

Der Antisemitismus, der niemals verschwunden oder gar „besiegt“ war, zeigt  im Umgang mit Israel sein erschreckend aggressives Gesicht und wird – zu meinem Entsetzen – mit jedem Artikel in den Zeitungen und Magazinen,  mit jeder Nachricht und nahezu jedem Kommentar in unseren Gebühren finanzierten „Staatsmedien“ von ARD und ZDF hoffähiger gemacht.

Es ist nicht verwunderlich, dass Matti Friedman mit dieser Aussage seinen Artikel schließt:

Man sollte denken, dass die Entwicklung neuer und komplexer Konfliktlagen im Nahen Osten die Fixierung der Medien auf Israel etwas abgemildert hätte. Israel ist schließlich nur ein Nebenkriegsschauplatz. An einem Vormittag im Irak sterben mehr Menschen als im Westjordanland und Jerusalem im ganzen Jahr. Stattdessen hat sich die Israel-Obsession der Medien gerade in den vergangenen Jahren paradoxerweise noch weiter verfestigt. Dafür steht der BBC-Reporter, der eine jüdische Frau in Paris nach dem mörderischen Anschlag auf einen koscheren Supermarkt Anfang Januar live auf dem Sender wissen ließ: »Viele Kritiker der Politik Israels würden sagen, dass auch die Palästinenser sehr unter Juden zu leiden haben.« In anderen Worten: Alles kann auf die Besatzung zurückgeführt werden, und Juden sind im Zweifelsfall an Mordanschlägen gegen sie selbst schuld. Kein Wunder, dass so viele Juden in Westeuropa inzwischen wieder nach den Koffern schauen.

Hervorhebung von mir…..  übrigens ist dies, die Rückverweisung der Verantwortung an die Juden selbst für das, was man ihnen antut, schon eine offen angewandte Taktik solcher Geistesgrößen wie Goebbels oder dem „Gröfaz“ selbst. „Beste“ Nazi-Strategie und Stürmer-Rhetorik.   Ob sich die Medienschaffenden dessen eigentlich bewusst sind?

Experten für den Frieden? 21. August, 2014

Posted by Rika in aktuell, araber-"palästinenser", israel, terrorismus.
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In Deutschland gibt es überaus viele Experten, darunter besonders viele „Nahostexperten“. Diese haben sich nun mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt mit der Bitte, eindeutige Schritte gegen Israel zu unternehmen. Zuvorderst wird die Beendigung der „Blockade des Gazastreifens“  angemahnt, sowie die Stärkung der palästinensischen Präsenz in Ost-Jerusalem, die Aufgabe der Siedlungspolitik (bzw. der Siedlungen) und die Errichtung des Staates Palästina.

Es fällt auf, dass die versammelte Expertenschar ihre Forderungen ausschließlich an Israel richtet, nicht aber im Gegenzug die Forderung nach einer sofortigen Einstellung aller Terroraktionen gegen Israel an die „Palästinenser“  gestellt wird oder gar von diesen verlangt wird, die Existenz und das Fortbestehen des jüdischen Staates bedingungslos anzuerkennen.

Ich finde es sehr interessant, die Namen der Experten    der erklärten Gegner Israels zu erfahren. Da sie so freundlich waren, diese als „Unterzeichner“ unter den offenen Brief zu setzen, bin ich jetzt so offen, sie  hier zu versammeln, die Experten, die allesamt gegen Israel votieren!

Mag sich ein jeder seine Gedanken darüber machen…..

  • Prof. Dr. Helga Baumgarten, Politikwissenschaftlerin, Birzeit University (Westjordanland)
  • Prof. Dr. Ulrike Freitag, Direktorin, Zentrum Moderner Orient (ZMO), Berlin
  • Prof. em. Dr. Karin Kulow, Arabistin & Islamwissenschaftlerin, Berlin
  • Wiltrud Rösch-Metzler, Bundesvorsitzende, pax christi, Berlin
  • Prof. Dr. Udo Steinbach, Islamwissenschaftler, Berlin
  • Peter Röhrig, ehem. Landesdirektor Deutscher Entwicklungsdienst (DED) in Ramallah & EZ-Berater, Berlin
  • Dr. Reiner Bernstein, Historiker & Publizist, Genfer Initiative Deutschland, München
  • Judith Bernstein, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe, München
  • Dr. René Wildangel, Leiter, Palästina/Jordanien-Büro Heinrich-Böll-Stiftung, Ramallah
  • Dr. Bahman Nirumand, Journalist & Autor, Berlin
  • Wolfgang Schmidt, Propst, Jerusalem
  • Dr. Gerhard Fulda, Botschafter a.D. & Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG)
  • Almut Hoffmann, ZFD-Koordinatorin Weltfriedensdienst e.V., Bethlehem
  • Riad Othman, Leiter, Palästina/Israel-Büros von medico international, Ramallah
  • Prof. em. Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler, Friedensforscher & Soziologe, Edermünde
  • Dr. Michael Lüders, Islamwissenschaftler & Politik- und Wirtschaftsberater & Publizist/Autor, Berlin
  • Loay Mudhoon, Redaktionsleitung Qantara.de: Dialog mit der islamischen Welt, Deutsche Welle, Bonn
  • Manuela Römer, Medienberaterin und -trainerin, AnNajah National University, Nablus (Westjordanland)
  • Kai Wiedenhöfer, Dokumentarfotograf, Berlin
  • Prof. em. Dr. Stefan Wild, Islamwissenschaftler, Universität Bonn
  • Dr. Katja Hermann, Islamwissenschaftlerin, Ramallah
  • Johanna von Toggenburg, Advocacy Coordinator Ewash (The Emergency Water and Sanitation-Hygiene Group), Jerusalem
  • Tessa Lambrich, Juristin, Ramallah
  • Jakob Rieken, Politikwissenschaftler, Jerusalem
  • Thomas König, Agraringenieur & Entwicklungshelfer im Auja-Umweltbildungszentrum, Al Auja, Jericho (Jordan-Tal)
  • Tsafrir Cohen, Nahostreferent medico international, Frankfurt
  • Prof. em. Dr. Helmut Mejcher, Hamburg
  • Dr. Marianne Schmidt-Dumont, Hamburg
  • Christian Sterzing, ehem. MdB & ehem. Leiter des Palästina-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung & Autor/Publizist, Edenkoben
  • Dr. Stephan Rosiny, GIGA Institut für Nahoststudien, Hamburg
  • Thimna Bunte, ZFD-Fachkraft, KURVE Wustrow  Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V., Al-Walajeh (Westjordanland)
  • Dr. André Bank, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA Institut für Nahost-Studien, Hamburg
  • Prof. em. Dr. Mohssen Massarrat, Universität Osnabrück
  • Dr. Anja Zorob, Islam- & Wirtschaftswissenschaftlerin, Bochum
  • Clemens Messerschmid, Hydrogeologe, Ramallah
  • Prof. Dr. Arshin Adib-Moghaddam, Professor in Global Thought and Comparative Philosophies, School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London
  • Stefan Wagler, Psychologe und ZFD-Fachkraft für den Weltfriedensdienst e.V., Bethlehem
  • Prof. Dr. Mustafa Gencer, Historiker an der Abant İzzet Baysal University, Bolu (Türkei) 
  • Kerstin Gollembiewski, ZFD-Koordinatorin Palästina/Israel, KURVE Wustrow, Ramallah
  • Prof. Dr. Andreas Kaplony, Arabist & Islamwissenschafter, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. med. Günter H. Seidler, Leiter Sektion Psychotraumatologie, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
  • Alexandra Senfft, Autorin & Publizistin
  • Dr. Thomas K. Gugler, Exzellenzcluster „Religion und Politik“, Zentrum für Islamische Theologie, Universität Münster
  • Dr. Sonja Hegasy, stellv. Leiterin des Zentrums Moderner Orient (ZMO), Berlin
  • Dr. Mohammad Gharaibeh, Islamwissenschaftler & wissenschaftlicher Koordinator des Annemarie-Schimmel-Kollegs, Universität Bonn
  • Nirit Sommerfeld, Schauspielerin & Israel-Palästina-Reisen, München
  • Jörn Böhme, ehem. Leiter des Israel-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Petra Salz, Betriebswirtin & Therapeutin, Silwan (Ost-Jerusalem)
  • Dr. Ludwig Watzal, Journalist & Redakteur, Bonn
  • Ali Fathollah-Nejad, Research Fellow, Deutsches Orient-Institut, Berlin
  • Gesa Heym-Halayqa, International Office, Freie Universität Berlin
  • Dr. Ulrike Stehli-Werbeck, Dozentin für Arabistik, Universität Münster & Universität Basel
  • Svenja Oberender, Programmkoordinatorin, Heinrich-Böll-Stiftung, Ramallah
  • Alia Rayyan, Direktorin, Al-Hoash Gallery, Jerusalem
  • Joachim Paul, ehem. Leiter des Palästina-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung, Tunis 
  • Petra Schöning, Politikwissenschaftlerin, Köln
  • Dr. Bassam Helou, Vorstandsmitglied Deutsch-Arabische Gesellschaft (DAG), Sankt Goar
  • Bernhard Hillenkamp, Berater/ Referent Nahost im forumZFD & langjähriger KZE für medico International BMZ-Projekt in Gaza
  • Dr. Fritz Balke, stellv. Vorsitzender Nahost-Forum e.V., Berlin
  • Nora Lafi, Historikerin am Zentrum Moderner Orient, Berlin
  • Miriam Shabafrouz, Politikwissenschaftlerin, Frankfurt
  • Dr. des. Luay Radhan, Islamwissenschaftler, Heidelberg
  • Dr. Sophia Hoffmann, freiberufliche Beraterin, Berlin
  • Elhakam Sukhni, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Islamische Theologie, Universität Osnabrück
  • Iris Hefets, Psychotherapeutin, Jüdische Stimme für gerechten Frieden im Nahost, Berlin
  • Robert Jesse, Islamwissenschaftler & Development Advisor in Palästina
  • Dr. Lisa Franke, Arabistin/Islamwissenschaftlerin, Universität zu Köln
  • Katharina Kretzschmar, Doktorandin der Geschichte, Technische Universität Berlin
  • Charlotte Joppien, Doktorandin, Department of Anthropology, Macquarie University, Sydney
  • Neda Noraie-Kia, Politikwissenschaftlerin, Berlin
  • Shelley Harten, Doktorandin, Freie Universität Berlin, gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • Dr. Ahmed Badawi, Direktor, Transform e.V. – Zentrum für Konfliktbearbeitung und politische Entwicklung, Berlin
  • Michaela Birk, Geschäftsführerin, Transform e.V. – Zentrum für Konfliktbearbeitung und politische Entwicklung, Berlin
  • Angelika Vetter, Vorsitzende Institut für Palästinakunde e.V., Bonn
  • Nadine Schnelzer, Nahostwissenschaftlerin & Übersetzerin, Erlangen
  • Sarah Albrecht, Islamwissenschaftlerin, Freie Universität Berlin
  • Jochi Weil-Goldstein, ehem. Projektverantwortlicher für Palästina und Israel bei medico international Schweiz, Zürich
  • Dr. Gerlinde Wunder, Gerontologin, Ramallah 
  • Dr. Stephan Milich, Arabist & Übersetzer, Universität zu Köln
  • Hermann Kuntz, Pfarrer, zahlreiche Gruppenleitungen nach Israel/Palästina, Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk, Berlin
  • Dr. Viktoria Waltz, ehem. Partnerschaftsbeauftragte TU Dortmund / Birzeit University & ehem. Regierungsberaterin beim Ministry of Housing (MOH) Gaza/Ramallah
  • Anna-Lena Punken, Politikwissenschaftlerin, Hamburg
  • Tanya Ury, Künstlerin & Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Köln 
  • Lerke Scholing, Dipl.-Pädagogin & Lehrauftrag an der Universität Lüneburg zum Nahost-Konflikt
  • Martin Forberg, Dozent, Mitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte, Berlin
  • Eva Johais, Politikwissenschaftlerin, Universität Duisburg-Essen
  • Dr. Jochim Varchmin, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München & AK Nahost Berlin
  • Lothar Heusohn, Dipl.-Soziologe, Ulmer Volkshochschule
  • Galit Altshuler, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
  • Ali Memari Fard, Vorstandsmitglied der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG), Dessau-Roßlau
  • Fionn Harnischfeger, Politikwissenschaftler, München
  • Prokop Bowtromiuk, freischaffender Redakteur
 

Weitere UnterzeichnerInnen

  • Dr. Bettina Marx, Journalistin
  • Prof. Dr. jur. habil. Hans-Georg Ebert, Universitätsprofessur Islamisches Recht, Orientalisches Institut, Universität Leipzig  
  • Prof. Dr. Thomas Bauer, Arabist und Islamwissenschaftler, Universität Münster
  • Malika Bouziane, Research Associate, Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin
  • Günther Orth, Übersetzer und Dolmetscher für Arabisch, Berlin
  • Jan Busse, Politikwissenschaftler, Berlin
  • Dr. Christiane Fröhlich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH), Universität Hamburg
  • Dr. Christoph Marcinkowski, Islamwissenschaftler, Leiter der Fachstelle Menschenrechte und Religionsfreiheit, missio Aachen
  • Prof. em. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler, Hamburg
  • Layla Al-Zubaidi, Leiterin des Büros Südliches Afrika, ehem. Leiterin des Büros Mittlerer Osten der Heinrich-Böll-Stiftung, Kapstadt
  • Azadeh Zamirirad, Politikwissenschaftlerin, Universität Potsdam
  • Dr. Ulrike Dufner, Politikwissenschaftlerin, Istanbul
  • Dr. Hermann Düringer, ehem. Leiter der Evangelischen Akademie Arnoldshain, zahlreiche Tagungen zu Nahost
  • Jörg Tiedjen, Redakteuer „Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten“ (INAMO), Berlin
  • Ruth Fruchtman, Autorin, Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. (EJJP  European Jews for a Just Peace, Deutschland)
  • Mike Thanner, Politikwissenschaftler, Jerusalem
  • Dr. Rüdeger Baron, Politikwissenschaftler, Mitglied im AK Palästina des Nürnberger Evangelischen Forums für den Frieden
  • Nuray Atmaca, M.A. Politik und Wirtschaft des Nahen und Mittleren Ostens (Universität Marburg)
  • Zuher Jazmati, Orientwissenschaftler, Marburg & Berlin
  • Hanna Pfeifer, Politikwissenschaftlerin, Universität Magdeburg
  • Jürgen Jung, Schauspieler und Politologe, Mitglied von Salam Shalom Arbeitskreis Palästina-Israel e. V. München

Liebe Regierung, 20. Juli, 2014

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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7 comments

ja, ja, ich weiß, es ist Sommer und da macht man es sich gerne nett im Grünen. Das Wochende beginnt schon Donnerstag kurz nach 12.00h, man träumt von Ruhe, Sonne Urlaub.

Urlaub macht ja nun die Chefin, habe ich gelesen. Drei Wochen. Es sei ihr gegönnt nach den vielen Rettungsarbeiten in Europa und der Welt.

Aber liebe Regierung, irgendjemand muss doch in eurem Laden die Stallwache halten. Das war ja sogar an meiner früheren Schule so, da musste immer jemand nach der realen Post im Briefkasten und den Mails im Computer sehen, es könnte ja etwas Wichtiges dabei sein und es wäre doch ganz schön blöd, wenn am Ende des Urlaubs der Chef wieder in  sein Amtszimmer kommt und da liegt die Post, die er schon vor 14 Tage hätte beantworten müssen.

Ausserdem war an meiner Schule immer ein Hausmeister in regelmäßigen  Abständen damit beschäftigt nachzuschauen, ob wirlich alle Wasserhähne geschlossen, kein Fenster mehr geöffnet und keine Tür unverriegelt geblieben war und auch danach zu sehen, ob nicht heimlich ein Unbefugter sich Einlass verschafft hatte und Wasserhähne und Fenster manipuliert  oder etwas aus den Fächern des Kollegiums im Lehrerzimmer geklaut hatte.

Das war ungeheuer beruhigend für alle Kolleginnen und Kollegen, dass die Schule auch im Urlaub sozusagen im „stand by“ blieb und niemand dummes Zeug mit ihr trieb.

Siehst du, liebe Regierung, ich habe aber nun den Eindruck, dass bei dir niemand mehr zuständig ist.

Gerade tobt durch Deutschland eine furchtbare Welle schrecklicher Demonstrationen mit wirklich hässlichen antisemitischen Hasstiraden, die von Tausenden Demonstranten, die angeblich für den Frieden in Gaza sind, geschrien, gejohlt und gegrölt werden. Es werden Schilder gezeigt, die zum Hass auf Israel auffordern und die ganz, ganz böse Sachen über Juden sagen.

Die Leute machen ein Getöse, dass  es ein Graus ist und ich mir zum ersten Mal vorstellen kann, wie das damals bei Adolf und Goebbels war, wenn die die Massen auf die Straßen schickten, um gegen die Juden Stimmung zu machen.

Damals, so habe ich es im Geschichtsunterricht gelernt, hat man diese fiesen Parolen gegen Juden auch in den Volksempfängern hören können. In jedem Haushalt stand so ein Gerät. Glücklicherweise ist die Technik der heutigen Rundfunkempänger ja sehr viel besser geworden und auch die Versorgung der Bevölkerung mit Fernsehgeräten ist nahezu lückenlos.

Leider muss ich aber mitteilen, dass die Programmgestaltung doch sehr zu wünschen übrig lässt und ich manchmal vor den Nachrichten des ZDF und der ARD sitze und weder Augen noch Ohren traue, weil das, was da berichtet wird über Israel und Gaza, so gar nicht dem Kenntnisstand entspricht, den ich mir dank der Internetverbindungen ins weltweite Angebot erworben habe. Und dann frage ich mich, ob denn die Damen und Herren Redakteure gar nicht über einen Internetanschluß verfügen oder aber, wenn sie doch das Internet nutzen können, sie einer Anweisung folgen, nur die Israelis verantwortlich zu machen und Fatah und Hamas mit Samthandschuhen anzufassen.

Liebe Regierung, ich will nicht hoffen, dass du dahinter stehst. Aber es macht mich schon sehr nachdenklich, dass zum Beispiel Herr Todenhöfer in der ARD die Deutungsheoheit zum Gaza-Konflilkt innehat. Wäre es nicht Sache des Außenministers, da mal Klartext zu reden oder hat etwa Herr Steinmeier mal kurzerhand und vorübergehend seine Aufgabe, zur Außenpolitik Stellung zu nehmen, an Herrn Todenhöfer delegiert?

Das wäre mir persönlich aber gar nicht lieb. Denn der Herr Todenhöfer scheint nicht mehr ganz im Besitz aller geistigen Kräfte und Fähigkeiten zu sein, die man für so eine komplizierte Aufgabe doch benötigt. Liebe Regierung, wenn man die Facebook-Seite des Herrn Todenhöfer mal genauer durch liest, und dort vor allem die Kommentare anschaut, könnte man meinen, das „Dritte Reich“ sei wieder über uns hereingebrochen – als gruseliger Wiedergänger sozusagen, so schrecklich wird dort gegen Juden gewettert und der Herr Tofenhöfer unternimmt nichts dagegen.

Aber nicht nur die Außenpolitik erfüllt mich mit Sorge.

Sag mal, liebe Regierung, ist der Innenminister auch in Urlaub gefahren?

Seit einer Woche tobt der antisemitische Mob auf den Straßen Deutschlands und da hätte ich doch schon mal ganz gerne ein Wörtchen unseres Innenministers zu diesem schändlichen Treiben gehört. Aber nix da, kein Sterbenswörtchen ist verlautbart worden.

Kann es sein, dass der Minister das nicht mitbekommen hat?  Eigentlich ja wohl nicht, liebe Regierung, denn dafür, für das was innerhalb Deutschlands so passiert, haben wir doch den Innenminister. Und er muss es doch erfahren haben, dass aus einem Polizeiwagen heraus in Frankfurt ein Mann brüllen durfte: „Kindermörder Israel!“  Mir hat das nicht gefallen. Und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es dem Innenminister gefallen hat. Auch die Sprechchöre in Berlin waren doch eigentlich überaus unanständig: „Jude, Jude feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“  Das haben schon damals die Pimpfe unter Adolf geschrieen. Liebe Regierung und wir haben doch die Nazis endgültig aufgearbeitet. Ach nein, wir haben die Vergangenheit aufgearbeitet, aber mir scheint, die Nazis gleich mit. So wie man einen alten Tisch beim Schreiner aufarbeiten lässt, damit er wieder wie neu aussieht.  Ist das wirklich in deinem Sinne, liebe Regierung, die Nazis ganz wie neu aussehen zu lassen? Noch dazu mit einer neuen,  grässlich judenfeindlichen, islamischen Politur versehen?

Liebe Regierung, bitte melde dich bei deiner überaus irritierten, aber treuen Staatsbürgerin Rika,   damit ich beruhigt den restlichen Sommer genießen kann und ganz sicher weiß, dass Herr Todenhöfer nicht in deinem Sinn spricht, Herr Kleber vom ZDF auch nicht, auch nicht die Leute vom Deutschlandfunk und anderen öffentlichrechtlichen Medien, die ich ja mit meinen Gebühren finanziere. Ich möchte auch, dass du klar stellt, dasss wir keinen rechten  und auch keinen linken Islamfaschismus in Deutschland brauchen und darum auch diese grässlichen Parolen nichts mit Meinungsfreiheit, dafür aber viel mit Judenhass zu tun haben und du das auch nicht für Deutschland willst.

Das wäre mir sehr wichtig.

 

Mit freundlich-unsicheren Grüßen (ob ich dir noch trauen kann)

Deine Rika

 

 

 

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Bitte meinen Hinweis zur Diskussion (siehe oben) beachten.

Aus der Vergangenheit lernen… 13. Februar, 2014

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, israel, terrorismus.
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4 comments

WIR, soviel ist klar, haben längst aus der Vergangenheit gelernt – oder vielleicht doch nicht?

Diese ebenso bange wie berechtigte Frage muss man sich stellen, wenn man – wie ich – in den Kommentaren zu Berichten aus oder über Israel immer wieder die Forderung liest: Die Israelis müssen doch etwas aus ihrer Vergangenheit gelernt haben oder sich zumindest Mühe geben aus der Vergangenheit zu lernen. Und wenn sie schon nichts gelernt hätten, müssten eben Leute wie Frau Ashton, Herr Steinmeier oder jüngst Herr Schulz sie darüber belehren, was sie zu lernen hätten. Das, was sie aus „ihrer Vergangenheit“ gelernt haben sollten oder lernen müssten bleibt freilich  bei den meisten Kommentaren in vagen Andeutungen stecken und bezieht sich meistens ebenso nebulös auf ihr Verhältnis zu den arabischen Nachbarn und den „Palästinensern“, die ja in den sechziger Jahren ein bis dahin nie dagewesenes Volk wurden.

Schauen wir uns doch mal die Vergangenheit an.

Ich tue das sehr vorsichtig, weil ich weder Historikerin noch Israel-Expertin bin. Aber schon der erste Blick in die relativ junge Vergangenheit ist aufschlussreich – und der noch weiter zurück nicht minder!

Zum besseren Fortgang der Friedensgespräche wurde Israel von den amerikanischen Freunden gedrängt seinen guten Willen zu zeigen durch die Freilassung palästinensischer Gefangener. Bei den Gefangenen handelte es sich nicht um Hühnerdiebe, wie man sich leicht denken kann, es waren vielmehr ohne Ausnahme solche Menschen, die Anschläge auf israelische Zivilisten entweder geplant oder unterstützt und / oder selber ausgeführt hatten. Anschläge, bei denen israelische Staatsbürger zu Tode gekommen und andere schwer verletzt worden waren. Die israelische Regierung ließ sich auf diesen Deal ein, trotz der heftig geführten Debatte im Land, trotz der vielen traumatisierten Opfer, trotz der Trauer der vielen hinterbliebenen Angehörigen.  Und wie sah die Antwort auf die Freilassung aus?   Mörder und Totschläger wurden frenetisch bejubelt und gefeiert – kann man das als besondere Vertrauen bildende Maßnahme verstehen?  Was lernen die Israelis aus dieser Situation? Unter Schmerzen wird ein Abkommen getroffen und von den Palästinensern mit Füßen getreten.

Ist es etwa das, was Israel aus seiner Vergangenheit lernen soll?

Im Jahr 2005 räumt Israel den Gazastreifen, d.h. es leben fortan keine „Siedler“ mehr in dem Gebiet, die Armee hat keine Veranlassung mehr im Gazastreifen Präsenz zu zeigen und tut das auch nicht. Was folgt aber auf diesen Abzug? Raketenterror aus dem Gazastreifen, Terroraktionen, die Entführung Gilad Shalids, der erst nach sehr langer Zeit von der Hamas frei gelassen wird.

Ist es etwa das, was Israel aus seiner Vergangenheit lernen soll?

Israel zieht sich im Zuge der Verhandlungen mit Ägypten vollständig aus dem Sinai zurück. Lange Zeit herrscht Ruhe in dem Gebiet, Touristen  wie Israelis können ungehindert den Sinai bereisen (hab ich 1995 ausprobiert, gemischte Reisegruppe aus Europäern und Israelis, toll!!!) solange in Ägypten der „Pharao“ Mubarak an der Regierung ist. Mit dem „ägyptischen Frühling“ ändert sich die Lage, der Sianai wird instabil, islamische Terrorbanden zerstören Gasleitungen, verschleppen Touristen, morden Flüchtlinge, machen entspannte Sinai-Trips zum Horrortrip.

Ist es das, was Israel aus seiner Vergangenheit lernen soll?

Ich überschlage ein paar Jahre, die kriegerischen Auseinandersetzungen, die mörderischen Aktionen arabischer Terroristen, die Angriffe der arabischen Nachbarn auf den jüdischen Staat, möchte aber die Frage nicht auslassen, was Israel aus den Angriffen lernen sollte. Sich nicht zu Wehr setzen, vielleicht? Die Charta der Hamas einfach ignorieren, die wüsten Beschimpfungen aus dem Iran nicht zur Kenntnis nehmen, gar nicht  darauf eingehen, dass Hundertausende  „Tod den Juden“ brüllen, nicht nur in Teheran, nein, auch in Berlin, in Hannover… ?

Der israelischen Staatgründung, bei der Ben Gurion ausdrücklich den arabischen Nachbarn und den arabischen Bürgern des neuen Staates Israel die Hand zum Frieden reichte, folgte ein blutiger Krieg, den Israel nur mit Mühe überstand und in dessen Folge Jordanien nicht nur das sogenannte Westjordanland, sondern auch   den jüdischen Teil des alten Jerusalem besetzte, den Juden das Betreten der jüdischen Altstadt Jerusalems verbot, und damit auch das Beten an der Westmauer des ehemaligen jüdischen Tempels nicht mehr möglich war.

Was sollen die Israelis aus der Vergangenheit lernen?

Im ersten Weltkrieg kämpften und starben deutsche jüdische Soldaten für „Kaiser und Vaterland“. Es war ihr Kaiser, ihr Vaterland. Und nur 15 Jahre später wurden Juden aller öffentlichen Ämter enthoben, durften sie weder Richter noch Lehrer oder Professoren sein, begann der Prozess der Ausgrenzung  von Juden aus der deutschen Gesellschaft.  Heute werden im Gedenken an die Reichspogromnacht salbungsvolle Reden gehalten, für die Juden Deutschlands war es damals das endgültige Signal für ihr bevorstehendes Martyrium, der Auftakt zur Vernichtung der europäischen Juden.

Was sollen die Israelis aus der Vergangenheit lernen?

Vor der kurzen Zeit der relativen Freiheit für Juden in Deutschland waren Juden unter ständigem Druck, sie hatten keine bürgerlichen Rechte, dafür aber umso mehr die Pflicht für Sondersteuern. Sie waren nicht sicher vor den christlichen Nachbarn, immer wieder kam es zu furchtbaren Pogromen,  zu Übergriffen, Zerstörung jüdischen Eigentums,  zu Morden und blutigen Gewaltorgien.

Was sollen Israelis aus der Vergangenheit lernen.

Luther, dessen Lebenswerk wir in der Luther-dekade gedenken, verfluchte die Juden und rief zu Hass und Verfolgung auf. Seine Schriften trugen / tragen wesentlich dazu bei, das jahrhundertelang Christen ein sehr gestörtes, um nicht zu sagen ausgesprochen feindliches Verhältnis zu Juden hatten und viele noch heute haben.

Was soll Israel aus der Vergangenheit lernen?

Die grausamen Zustände des Mittelalters, die Übergriffe auf Juden in Zusammenhang mit Pest-Epedemien und den Kreuzzügen muss ich hier nicht näher beschreiben, ebenso wenig die Vertreibung der Juden aus Spanien, Frankreich, Deutschland…. oder die Vertreibung der Juden aus den arabischen Ländern nach der Staatsgründung Israels.

Was also soll Israel aus der Vergangenheit lernen?

Israel hat aus der Vergangenheit gelernt.

Nie wieder sollen Juden der feindlich gesinnten Umwelt schutzlos ausgeliefert sein.

Die Frage nach dem, was aus der Vergangenheit gelernt werden sollte, muss letztlich an uns Nicht-Juden  zurückfallen und auch und vor allem jenen gestellt werden, die Israel aus dem Buch der Geschichte oder  von der Landkarte tilgen wollen.

(Wenn ich Zeit habe – gerade habe ich leider gar keine Zeit – werde ich die einzelnen Abschnitte mit Links versehen…. und Quellen nennen.)