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Die Heiligen Drei Könige…. 5. Januar, 2020

Posted by Rika in asyl, aus meinem kramladen, flüchtlinge, gesellschaft, medien, meditatives, politik.
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„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“ Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo denn der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa, denn so steht durch den Propheten geschrieben: „Und du, Bethlehem, Land Juda, du bist keineswegs die Geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.

Nachlesen kann man diese Geschichte (und das, was auf diese Verse folgt) im Evangelium des Matthäus, Kapitel 2, Vers 1 ff.

Soviel sei den Bibelunkundigen noch verraten: Herodes fürchtete um seine Macht und ließ alle  Knaben bis zum Alter von 2 Jahren töten. Josef, der irdische Vater Jesu, hatte aber eine nächtliche Mahnung erhalten und war rechtzeitig mit Maria und dem neugeborenen Kind nach Ägypten geflohen.

Irgendwann und irgendwie setzte aber die Legendenbildung ein und aus den Weisen oder Sterndeutern wurden Könige.  Selbstverständlich waren diese Männer nicht einfache „Weise aus dem Morgenland“, wie es in ihrer Selbstauskunft noch heißt, nein, sie wurden von der Katholischen Kirche  nicht nur in den Adelsstand und zu Königen erhoben, sondern auch zugleich zu Heiligen erklärt. Als evangelisch-freikirchliche Christin ist mir die Heiligenverehrung nicht so ganz geläufig, ich würde eher sagen, sie ist mir suspekt. Aber ich verstehe, dass die Menschen damals wie heute Vorbilder brauchen, an denen sie sich orientieren und von denen sie sich auf magische Weise Hilfe versprechen. „Meine Hilfe kommt von dem  HERRN,  der Himmel und Erde gemacht hat“, wie es im Psalm 121 heißt, reicht da wohl nicht ganz aus, es müssen Heilige her und nach Möglichkeit auch noch irgendwelche Hinterlassenschaften dieser Edlen, die man ansehen oder sogar berühren kann, um die Magie perfekt zu machen. (Das ist heute immer noch so…. wenn ich nur daran denke, wie manche Klamotten, die große Stars getragen hatten, Reliquien gleich  verehrt werden…)

Doch zurück zu den Heiligen Drei Königen.

Morgen ist der Feiertag der Heiligen. Ihnen zu Ehren werden Gottesdienste gefeiert, in den Kirchen werden die Weihnachtskrippen mit den entsprechenden Figuren von Caspar, Melchior und Balthasar bestückt und Kinder ziehen als Sternsinger gewandet von Tür zu Tür, bitten um eine Spende für Hilfsbedürftige in  aller Welt und der sie begleitende Erwachsene gibt dem Haus, der Familie, die die Sternsinger aufgenommen haben, den Segen für das ganze Jahr.

Diese Aktion finde ich – obwohl ich nicht katholisch bin – wirklich ganz hervorragend. Und so ein bisschen beneide ich meine katholische Freundin um das Segenszeichen, das während des ganzen Jahres an ihrer Haustür sichtbar ist. Wir nüchternen Evangelen haben leider nicht nur keine prunkvollen Messen, unsere (freikirchlichen) Pastoren sehen eher wie „du und ich“ aus, wir haben auch wenig genug an „Greifbarem“ an dem wir uns in schweren Zeiten der seelisch-geistlichen Not im wahrsten Sinne des Worte festhalten können… keinen Rosenkranz und keinen Herrgottswinkel im Haus.

Das ist manchmal wirklich sehr karg.

Solchermaßen, aber höchst ungewohnt  karg mag auch manchem Kirchenbesucher in diversen Kirchen Deutschlands heute die Weihnachtskrippe vorgekommen sein. Wie evangelisch-de berichtet, hat nämlich ein „Künstlerkollektiv“ in zahlreichen Kirchen die Heiligen Drei Könige geklaut, um der Verlautbarung nach gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik zu protestieren.

„Die Aktion solle „aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“, erklären die Aktivisten des Künstlerkollektivs.

„Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Ein weiterer König werde im sogenannten Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. Sein Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, werde „als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Zur effektiveren Durchsetzung seiner Abschiebung dürfe er den Landkreis nicht verlassen, heißt es.“

Nun geistern also nicht mehr nur Maria und Josef mit dem Kinde durch die heutige Welt auf der Suche nach einer Flüchtlingsunterkunft, wie man  es in manchen frömmelnden Geschichten lesen konnte, nein, auch die Könige sind offenbar als Wiedergänger der heiligen Drei unterwegs und sitzen im Lager fest.

Das ist ja nun jammerschade. Gewiss hätte sich die Heilige Familie mit dem Kinde über den Besuch der königlichen Heiligen sehr gefreut und natürlich auch über deren Geschenke, die man sicher in kargen Zeiten sehr gut hätte gebrauchen können. Leider ist der heutige Aufenthaltsort der Heiligen Familie aber ebenso unklar wie das Herkunftsland der Könige… damals hieß es ja schlicht, sie seien aus dem Morgenland gekommen. Das könnte heute Syrien sein oder Irak oder der Iran.

NEIN!

Der Iran kann es ganz gewiss heutzutage nicht sein. Das hätte Soleimani mit Sicherheit nicht geduldet, dass sich Männer aufmachen, um den Juden in Bethlehem oder in irgendeinem anderen Ort des von den Mullahs verfluchten Gebildes richtige Geschenke zu bringen, also solche, die wir unter Geschenk verstehen. Soleimanis „Geschenke“ waren Raketen auf israelische Kinder, Terrorangriffe im Jemen, blutiger Terror von Boko Haram, vorzugsweise gegen Christen, die Aufrüstung der Hisbollah zur baldmöglichen Vernichtung Israels, die Unterstützung der Hamas…. https://www.welt.de/politik/ausland/article204727820/Iran-Trump-zu-Soleimani-Haette-vor-vielen-Jahren-getoetet-werden-sollen.html
Lauter Geschenke, die weder die heilige jüdische Familie von damals erfreut hätten, noch die Juden und Israelis von heute. Zum Glück wurde dem Burschen nun das Handwerk gelegt, ausgerechnet von einem Präsidenten, der seit seiner Wahl mit Spott, Häme, Beleidigungen und Verachtung der versammelten deutschen Politikerelite und deren treu ergebener Presse überschüttet wird.

Aber ich schweife ab.

Es geht ja um die entwendeten Könige.

Bei evangelisch.de wird die Aktion sehr wohlwollend berichtet. Mein etwas despektierlich anmutender Kommentar, den ich bei Facebook-evangelisch.de abgab und in dem ich behauptete, es seien doch wohl eher Kriminelle am Werk gewesen (ich halte Diebstahl generell für kriminell) wurde entrüstet zurückgewiesen. Man machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass die Künstlerkollektivisten doch den Gemeinden zugesichert hätten, die Heiligen Könige gut zu behandeln und nach einer angemessenen Frist auch wieder zurück zu geben.

Heutzutage muss es wohl immer um eine richtig spektakuläre Aktion gehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Da reicht kein Spendenaufruf.  Da muss eine Anlandung in einem Hafen mit Gewalt erzwungen werden, oder die Asche jüdischer Opfer des Holocaust entgegen aller  geltenden Regeln der Totenruhe aufgeklaubt und in einer Stele ausgestellt werden oder eben nun – zwar etwas harmloser –  aber im gleichen falsch verstandenen Widerstandskampf gegen was auch immer Heiligenfiguren entwendet werden.

Vielleicht, so denke ich, hätte man aber auch öffentlich Herrn Kardinal Wölki um eine sehr großzügige Spende für die im Lager festsitzenden Könige und deren Mitleidenden bitten können. Schließlich hat Herr Wölki doch auch schon mal ein Boot vor dem Dom zur Mahnung aufstellen lassen. Vor dem Hohen Dom zu Köln nämlich, in dem sich Teile der Gebeine der Heiligen Drei Könige als Reliquie befinden.

Es ist vermutlich nicht nett von mir, wenn ich dezent darauf hinweise, dass wohl nicht nur früher diese Reliquien der Kirche und damit auch der Stadt Köln jährlich ein hübsches Sümmchen an Pilgergeldern beschert haben….

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Alle, wirklich alle Jahre wieder … 11. Dezember, 2019

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, christsein und glaube, gesellschaft, hass, islam, israel, terrorismus.
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Alle, wirklich alle Jahre wieder vernehmen wir in der Adventszeit frohe Kunde.

Und das nicht nur in den die Adventszeit betreffenden Kreisen frommer und auch nicht so frommer Christen. Nein, auch höchst säkulare Informanten, die mit dem, dessen „Kommen“ die frohe Erwartung im Advent  gilt, nun so gar nichts am Hut haben, beglücken uns mit ihren wunderbaren Erzählungen in der Weihnachtszeit.  So werden wir Frommen mit der unglaublichen Geschichte konfrontiert, wonach das „Heilige Paar“ in leicht veränderter Form auch heute noch nach Herberge suchend durch die Welt geistert, auf der Flucht ist und / oder  nicht willkommen sein soll. Tatsächlich, Jahr für Jahr wiederholt sich die wundersame Reise von Maria und Josef und dem Kind auf die seltsamste und auch geheimnisvollste Weise. Meistens dienen diese Geschichten allerdings  lediglich dazu, uns ob unseres freien und sorgenfreien Lebenswandels in einer freien und gut-wundervollen Welt  ein schlechtes Gewissen zu machen, das wir aber glücklicherweise ganz leicht wieder beruhigen können, indem wir für diverse wohltätige Organisationen Gold, Weihrauch und Myrre spenden – dies aber in der heute üblichen und universal geltenden Währung.

Ich finde es völlig in Ordnung, für Menschen, die nicht so auf Rosen gebettet sind, zu spenden. Aber muss man deshalb diese billigen Vergleiche mit dem damaligen, einzigartigen Geschehen ziehen, wie es die Bibel berichtet? Reicht es nicht zu sagen, dass wir aus Freude darüber und Dankbarkeit dafür, dass Gott sich in Jesus offenbart hat, von unserem Überfluss, Reichtum oder auch von unserem einfachen Einkommen etwas abgeben?

Reicht es nicht zu sagen, dass man aus reinem Erbarmen mit Menschen, die  auf der Flucht sind,  bereit ist zu helfen? Muss man diese unsinnige Parallele wirklich bis zum geht nicht mehr auswalzen, wonach ja auch Maria und Josef Flüchtlinge, gar Migranten waren?

Mich irritiert es von Jahr zu Jahr mehr, dass dieses einzigartige Geschehen   derartig profanisiert   wird, so dass die eigentliche Heilsgeschichte  Gottes gar nicht mehr wahr genommen werden kann, diese unglaubliche Botschaft von  der Menschwerdung dessen, den wir mit unserem menschlichen Verstand nie und nimmer erfassen und begreifen können.

Aber es sind nicht nur die Spendensammler und die Vertreter von NGOs, die an uns mit Hilfe der „Maria-und-Josef-Geschichte“ appellieren.

Es mischen sich auch noch ganz andere Töne und Typen in den Chor der modernen Bibelausleger.

Ganz besonders raffiniert sind die Freunde des grünen Propheten, die mit  reiner und ausnahmslos politisch motivierter Propaganda Stimmung machen.

Da mutieren Maria und Jesus zu den von Juden verfolgten Palästinensern, wird Bethlehem und auch Jerusalem flugs zu  uralten palästinensischen Örtlichkeiten umdefiniert. „Seht her, ihr Leute in Europa und besonders ihr in Deutschland! Wir armen Palästinenser sind die eigentlichen Protagonisten der biblischen Geschichte – auch wenn der Koran es ein bisschen anders darstellen sollte, als ihr es gewohnt seid, erzählt zu bekommen. Maria war eine palästinensische Frau und Josef ein palästinensischer Mann und gemeinsam zogen sie aus dem palästinensischen Nazareth zu dem palästinensischen Bethlehem.“ so oder so ähnlich klingen die Geschichten.
So wird es berichtet von den Propagandisten um Abbas und Konsorten. Und nicht wenige Menschen in Deutschland und Europa sind bereit, diesem Lügenmärchen Glauben zu schenken. Zwar misstrauen Leute zutiefst den biblischen Berichten und sind generell dem Christentum kritisch gegenüber eingestellt, aber irgendetwas wird schon dran sein an den Erzählungen und Behauptungen. Gab es nicht immer schon Palästina und sind nicht die bösen Juden die Eindringlinge, die den Palästinensern das Land streitig machen? Möglich wird der Glaube an dieses Ammenmärchen ja auch dadurch, dass Christen über Jahrhunderte hinweg die jüdische Herkunft des Heilandes schlicht ignorierten. Zwar kann man im Evangelium des Matthäus gleich im ersten Kapitel den kompletten jüdischen Stammbaum Josefs, des irdischen Vaters Jesu nachlesen, aber was heißt das schon? Schließlich wird Jesus ja als „Gottes Sohn“ vorgestellt und das bedeutet nun ja gerade nicht zwangsläufig, dass Jesus Jude war, auch wenn seine leibliche Mutter ein junge jüdische Frau war (Jude ist nach den heute geltenden Regeln der Halacha, wer eine jüdische Mutter hat) und Jesus selbst nach den jüdischen Regeln am 8.Tag beschnitten und wohl auch jüdisch erzogen wurde. Wir Menschen drehen uns die Tatsachen so zurecht, dass sie unser gewohntes Weltbild nicht stören können. Und deshalb – und weil die Kritik an Israel gerade wieder als Wiedergänger des altbekannten Antisemitismus sehr modern  ist – haben Abbas und seine Sympathisanten leichtes Spiel.

Ulrich Sahm hat das bei Facebook in den einleitenden Worten zu einem Bericht bei Audiatur sehr schön formuliert:

„Wer glaubt, dass Weihnachten ein friedliches Freudenfest sei, sollte rechtzeitig umlernen.
Zum palästinensischen Nationalfeiertag Weihnachten übermittelte Präsident Mahmoud Abbas eine Grußbotschaft: „Weihnachten ist ein palästinensischer Nationalfeiertag und Jesus war ein palästinensischer Guerillakämpfer, der gegen Ungerechtigkeit stand“ Weiter sagte er: „Jerusalem ist der dem Himmel am nächsten liegende Punkt und somit die Hauptstadt unseres palästinensischen Staates.“

Jede Wette, dass diese Auslegung der biblischen Berichte über die Umstände rund um die Geburt Jesu auf freundlich geöffnete Ohren treffen.

Die ganze erschütternde Verdrehung der biblischen Geschichte kann man bei  Audiatur nachlesen.

In dem Bericht findet sich auch dieser fulminante Schlusssatz Scheich Essam Rumanas, der der Zeremonie der Weihnachtsbaumbeleuchtung beiwohnte:

„Wir feiern die Erleuchtung des Geburtsbaums Jesu, Friede sei mit ihm, der die Geburt unseres Propheten Mohammad gepredigt hat, Friede sei mit ihm, und wir feiern diese Gelegenheit und auch im Zusammenhang mit dem Jahrestag der ersten Intifada, bei der unserem Volk Tausende von Märtyrern und Verwundeten geschenkt wurden“.

So feiert man wahrlich die Geburt des „Friedefürsten“, wie wir nach den uralten Worten der Bibel Jesus Christus auch nennen.  Tausende von Märtyrern, die nichts Besseres zu tun hatten, als im Namen Allahs des Barmherzigen Juden umzubringen. Juden, wie Jesus einer war.

Noch Fragen?

Oder auch: JESUS IST KEINE METAPHER

 

Passionszeit – Zeit für die Schöpfung… 21. Februar, 2018

Posted by Rika in christsein und glaube.
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meint Annette Kurschus – oder habe ich sie, respektive ihr kurzes Statement  komplett falsch verstanden?

Das liest sich nämlich so:

Es ist gut innezuhalten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und – in Vorbereitung auf das Osterfest – die Schöpfung in all ihrem Leiden und in all ihrer Schönheit in den Blick zu nehmen. So lässt sich neu erfahren: Es ist genug für alle da.

 Quelle

 

Das Wesentliche der christlichen Botschaft in der Passionszeit „in Vorbereitung auf das Osterfest“   ist also „die Schöpfung in allem ihren Leiden und in all ihrer Schönheit“.

 

Nun ist man es ja schon seit Jahren gewohnt, dass „die Schöpfung“ ein zentrales, wenn nicht DAS zentrale Anliegen der „christlichen“ Kirche ist. Bewahrung der Schöpfung, Stoppen des Klimawandel, Sorge um den Anstieg des Meeresspiegel…. welch großartige Botschaft für die Menschen in diesem Land. Aber muss man dazu in eine Kirche gehen? Genügt es nicht einfach, immer mal wieder  bei den Grünen vorbei zu schauen oder Mitglied bei NABU zu sein? Es gibt doch einfach ein gutes Gefühl, wenn man sich für die geschundene Erde und Schöpfung einsetzt, nicht wahr? Das ist doch die wesentliche Aufgabe eines jeden guten Christenmenschen. Und natürlich ist diese Aufgabe „in Vorbereitung auf das Osterfest“ besonders relevant und ganz zentral, denn warum begehen wir das Osterfest, worum geht es Ostern noch mal???

(Über das andere Schwerpunktthema der heutige Christen, nämlich dies „wir glauben alle an den gleichen Gott oder eben  Allah“ will ich mich hier nicht schon wieder auslassen.)

Aber, und das ist die Frage, die sich mir  neben der ‚Relevanz der Schöpfung für Ostern‘ vor allen Dingen stellt, was hat das mit Passion zu tun, mit DER PASSION?

Bisher dachte ich, die Passionszeit diene der Besinnung, des Innehaltens  und der Hinwendung auf Jesus Christus und seinen Tod am Kreuz.

„Jesu, deiner Passion will ich heut gedenken…“  habe ich im Chor gesungen und immer noch klingt es in mir nach, dieses Lied, die Würdigung und Anbetung des „großen Schmerzensmann“, wie Jesus in einem anderen Choral genannt wird.

Aber vielleicht passt es ja heute zur evangelischen Kirche besser, das Sterben am Kreuz nicht mehr als notwendiges Geschehen zu betrachten, dem wir das Heil verdanken, ist es für die Kirche sehr viel angebrachter, der Schöpfung mehr zu huldigen, als dem Schöpfer.  Und, denke ich etwas sarkastisch, passt „Passion um innezuhalten und die Schöpfung in den Blick zu nehmen“ auf jeden Fall gut zu Bischöfen, die auf dem Tempelberg ihr Kreuz verstecken, um Muslime nicht zu beleidigen.

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz.

Folgt dann irgendwann der „Passionszeit ohne Kreuz“  auch eine Kirche ohne Kreuz, ohne Jesu Tod am Kreuz?

Und was dann?

 

Nachklapp

„So lässt sich neu erfahren: Es ist genug für alle da.“  Ist es wirklich das, was wir neu erfahren sollen oder können, dass genug da ist für alle? Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, dass genug für alle da ist. Und ganz sicher ist es wichtig und richtig, auf das Teilen dessen was da ist, aufmerksam zu machen.

Aber so wie wir in der Passionszeit des Leidens Jesu gedenken, so feiern wir Ostern doch aus einem einzigen Grund: „Der HERR ist auferstanden!“ rufen wir einander zu, dessen vergewissern wir uns an Ostern, daraus schöpfen wir die gläubige Hoffnung auf Auferstehung und Ewigkeit.

Jauchzet…. frohlocket…. 10. Dezember, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, judentum, meditatives.
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Seit vielen Jahren ist es im Hause Rika Tradition die Adventszeit mit der wunderbaren ersten Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium einzuläuten….. morgens zum Frühstück…   vor dem Gottesdienstbesuch… am Adventkranz brennt die erste Kerze…

Doch nicht nur zum Frühstück erklingt die Aufforderung zu jauchzen und zu frohlocken, auch beim adventsonntäglichen Kaffeetrinken ergötzen wir uns an der wunderbaren Musik. Das hatte vor zwei Jahren  auch der kleine Enkelsohn mitbekommen und fand großen Gefallen an der Musik. Bei einem der nächsten Besuche fragte er:

„Omi, kann ich den Chor hören?“

„Was meint das Kind mit ‚Chor'“, fragte ich mich…. und dann auch das Kerlchen selbst.

„Den Chor und die Trommel!“ meinte es.

Ich wusste augenblicklich, welche Musik der kleine Mann meinte.

Chor und Trommel.

Das trifft es doch gut. Mit einem ‚Trommelwirbel‘ in die Zeit der Erwartung…

Hier sind sie, der Chor und die Trommel….

 

Jauchzet!  Frohlocket! Auf, preiset die Tage!

Jauchzen und freuen, auch wenn vielen von uns in diesen Tagen so oft  das Herz schwer ist angesichts der vielen bösen Stimmen, die sich erheben gegen das Volk der Juden, aus dessen Mitte ER gekommen ist, CHRISTUS, das Heil der Welt.

Ich wünsche allen Menschen eine schöne, friedliche und gesegnete Zeit des Advent.

 

Was für ein Kreuz…. 6. November, 2016

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau.
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mit dem Kreuz auf dem Tempelberg!

Vermutlich werden mir in Deutschland alle nur halbwegs gebildeten Menschen zustimmen, dass das Kreuz auf Kirchtürmen, in Kirchen, Klassenräumen, Amtsstuben und  Krankenhäusern (sofern sie dort noch erlaubt sind), auf Bergspitzen und das, getragen an Ketten in verschiedensten Ausführungen und Größen, nicht einfach nur als ein schmückendes Gebilde oder Kleinod gesehen, sondern  als ein christliches Symbol verstanden wird  (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Es gibt in Deutschland Berufsgruppen, da gehört das Kreuz  – getragen an einer Kette – zwar nicht zur Berufskleidung, aber doch zur Ausstattung und Kennzeichnung der besonderen Beziehung ihres Trägers zu demjenigen, den das Kreuz versinnbildlicht: JESUS CHRISTUS.

Zu den „berufsmäßigen christlichen Kreuzträgern“ gehören nach alter Tradition Angehörige der geistlichen Stände  wie  Bischöfe, Kardinäle und  in Rom der Papst. Manche von ihnen tragen das Kreuz ständig, andere „nur“ bei liturgischen Handlungen.

Es begab sich aber vor kurzer Zeit, dass  eine Gruppe von hohen katholischen und evangelischen  Geistlichen nach  Jerusalem pilgerte, der Stadt, in der alles begann  und in der  sich das Wunder von Pfingsten ereignete, das viele Christen heute als die Geburtsstunde der Kirchen bezeichnen. An diesem geschichtsträchtigen Ort wollte man neu über das nachdenken und  debattieren, was gemeinsam unter „christlicher  Kirche“ zu verstehen und zu leben sei. Nach den Aussagen der Beteiligten strebten  – nach Jahren der  streitbaren Verschiedenheit    –   „[strebten] die evangelische und die katholische Kirche ein Miteinander in versöhnter Verschiedenheit an“.(Quelle)

Zu einer richtigen Pilgerreise nach Jerusalem, so mögen sich die Geistlichen gedacht haben, gehört auch ein Besuch auf dem Tempelberg. Der Tempelberg steht unter jordanischer Verwaltung. Für „normale“ Touristen, sofern sie keine Muslime sind, ist er nur zu bestimmten Zeiten und über einen bestimmten Aufgang zugänglich. Juden ist es nicht erlaubt, auf dem Tempelberg zu beten.   Die evangelischen und katholischen hohen Würdenträger  erfreuten sich aber der Gastfreundschaft  des Scheichs  Omar Awadallah Kiswani

161020-93-000166 Bedford-Strohm und Marx treffen Scheich

Quelle

und  kamen damit  in den Genuß eines unproblematischen Besuchs auf dem „Haram Al-Scharif“.

 Haram Al- Sharif  – das ist  nach Willen der UNESCO die  einzig zutreffende und gültige Bezeichnung des Areals, auf dem einst der  JÜDISCHE TEMPEL  stand.

Der Tempel   (erbaut etwa 950 Jahre vor Chr.)  in dem sich nach dem Zeugnis der Tora   das Allerheiligste befand, das Zentrum mit der Bundeslade, gleichsam die „Beurkundung“  des Bundes, den G’tt der HERR mit seinem Volk Israel geschlossen hatte.

Der Tempel, in dem Jesus nach dem Zeugnis der Bibel nach seiner Geburt  „dargebracht wurde“, in dem er als Zwölfjähriger mit den Schriftgelehrten seiner Zeit über die Tora sprach und aus dessen Vorhof er später Händler und Geldwechsler vertrieb – „Steht nicht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht. Markus 11,17“

Der jüdische Tempel, der  nach  historischem Zeugnis wie die ganze Stadt Jerusalem im Jahr 70 nach Chr. von den Römern zerstört wurde.

Mit der Resolution der UNESCO, den jüdischen Bezug zum Tempelberg und damit auch zu Jerusalem zu verleugnen, ist ein weiterer propagandistischer Schritt gegen Israels Legitimität ein jüdischer Staat zu sein gemacht worden. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass lediglich sechs Staaten, darunter auch Deutschland, gegen die Resolution der UNESCO gestimmt haben.

Diesem Areal also, das  von muslimischen Eroberern ab 686 mit dem Felsendom und später mit der Al Aksa-Moschee bebaut wurde, galt der Besuch des katholischen Kardinals und des evangelischen Bischofs und ihren Begleitern.  Allerdings war der Besuch mit einer kleinen Bitte verbunden:

Die hohe Geistlichkeit sollte doch bitte auf Wunsch des einladenden Gastgebers die sichtbaren Zeichen ihrer Religionszugehörigkeit ablegen, die Kreuze, die unübersehbar an einer Kette hängen, gut sichtbar auf des Bischofs und des Kardinals Brust.

Zitat aus dem Bericht des Sonntagsblatt: „Seitens des Waqf, der muslimischen Religionsbehörde des Tempelbergs, gab es offenbar die klare Maßgabe für die Frauen, das Haupt zu bedecken, und für die Bischöfe, keine sichtbaren Kreuze zu tragen. Erzbischof Ludwig Schick und die anderen Diözesanbischöfe, die ein Jackett trugen, konnten ihre Amtskreuze einstecken.“

Um des lieben Friedens willen, so die Begründung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland – also des höchsten Repräsentanten evangelischer Christen in Deutschland -, sei man der Bitte nachgekommen.

Zitat: „Seine christliche Grundhaltung sei nicht, das Kreuz „demonstrativ vorneweg zu tragen“ und dadurch Zwietracht zu säen, sagte Bedford-Strohm: „Ich habe als Repräsentant einer Religion die Aufgabe, friedensstiftend zu wirken. Wenn ich das nicht tue, werde ich meiner Verantwortung nicht gerecht“, betonte der Ratsvorsitzende.“ (Quelle)

Nicht Zwietracht säen zu wollen ist zweifellos eine einem christlichen Bischof würdige Haltung. Dem Frieden zu dienen, ist ganz zweifellos im Sinne Jesu.

Ich möchte aber den Bischof fragen,  was er den arabischen Christen sagen will, die um ihres Glaubens willen, um des Kreuzes willen verfolgt, bedrängt, bedroht werden gerade auch in den Gebieten, die unter palästinensischer Selbstverwaltung stehen in Bethlehem zum Beispiel.

Ich möchte ihn  – explizit den evangelischen Bischof, der sich in Deutschland so sehr für die Belange der Muslime einsetzt –  fragen, wie er den Christen unter die Augen treten will, die in Syrien und Irak um des Kreuzes willen von Muslimen verfolgt, vergewaltigt, getötet werden,  und nein, ich lasse die Entschuldigung ausdrücklich NICHT gelten, dass es sich bei den Mördern um Islamisten handele, die angeblich  ein falsches Islamverständnis haben.

Ich möchte den Bischof  fragen , was er den Menschen in Ländern unter muslimischer Herrschaft sagen will, die sich vom Islam abwenden und Christen werden und damit Jesus nachfolgen und beinahe buchstäblich“ihr Kreuz auf sich nehmen“, wie es im Evangelium heißt, droht doch Apostaten, vom Islam Abtrünnigen die Todesstrafe, die oft genug auch vollzogen wird .

Ich möchte den Bischof fragen, wie er den christlichen Flüchtlingen unter die Augen treten kann, die um des Kreuzes willen selbst hier in Deutschland in Flüchtlingsunterkünften bedroht werden von Muslimen.

Und ich frage mich, was Juden in Israel und Deutschland zu dieser Geste des „Friedens“ sagen, ein deutscher Bischof, der sein Kreuz ablegt, um den „Haram al Scharif“  besichtigen zu können, in friedvoller Unterwerfung unter die Bitte des gastgebenden Scheichs….

Ich erinnere an den Besuch Papst Benedikts in Jerusalem im Jahr 2009, er besuchte den Tempelberg und trug das Kreuz. Niemand nahm an dem Zeichen seines christlichen Bekenntnisses Anstoß. Und ich bin sicher, dass niemand in Israel an dem Kreuz, das ein Bischof trägt, der  im Bischofsgewand auftritt, Anstoß nimmt, da doch jederman erkennen kann, dass er ein christlicher Geistlicher ist, der ein Sinnbild seines christlichen Glaubens trägt.  Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass man eher schon auf die Äußerungen, die ein deutscher Bischof in Israel über „Siedlungen und Friedenshindernisse“ von sich gibt mit Unmut reagiert.

Ich werfe dem Bischof nicht (in erster Linie)  vor, mit dem Ablegen des Kreuzes Jesus verleugnet zu haben, ich mache ihm zum Vorwurf, dass er seine christlichen Geschwister, die gerade unter Muslimen  in Bedrängnis leben, verraten hat. Es wäre ein starkes Zeichen der Solidarität gewesen, das Kreuz, das unzweideutig auf Christus weist, zu tragen auch und gerade in Gegenwart eines hohen muslimischen Würdenträgers, gerade auf dem Tempelberg.

„Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, sie selig macht, alle die daran glauben!“ sagt Paulus im Römerbrief, 1,16

Das Kreuz ist – auch für die meisten Menschen erkennbar  –  ein Zeichen dieses Evangeliums.

Verzweifelung und Zuspruch… 16. Februar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik, terrorismus.
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Es fehlen mir die Worte das Grauen zu beschreiben, das mich überkommt.

Meine koptischen Brüder sind auf bestialisch-entsetzliches Weise getötet worden. Das Morden wurde gefilmt und ausdrücklich als Videobotschaft mit dem Titel

Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes

an die Christen ausgestrahlt. Den Bericht darüber und eine politische Einordnung des Geschehens kann man in der  FAZ nachlesen. In anderen Medien wird äußerst drastisch die Ermordung der jungen Männer beschrieben und weniger die politische Dimension in den Blick genommen.

Die Männer mussten aber nicht sterben, weil sie etwa imperialistische Bösewichte oder unsoziale Ausbeuter waren. Sie wurden nur aus einem einzigen Grund getötet: Sie waren CHRISTEN. Die Botschaft der Mörder ist unmissverständlich klar:

‚Wir wollen weltweit den Islam als Herrschaftsform etablieren und werden dabei nicht nur über Leichen gehen  (wie viele Revolutionäre vor ihnen das auch schon gemacht haben), nein, wir werden ausdrücklich Christen töten – so wie „wir“ in Frankreich ausdrücklich Juden getötet haben beim Doppelanschlag in Paris im Januar dieses Jahres. Ihr Ungläubigen werdet uns nicht entgehen.‘

Sie – die Anhänger und Mörder des „Islamischer Staat“ – wollen uns ganz bewusst beunruhigen, uns in Angst und Schrecken versetzen.

Angst vor  bestialischen Terror ist keine paranoide Reaktion, sie ist berechtigt und verständlich. Ich nehme sie selber deutlich an mir  wahr…  aber auch ein anderes Gespür, eines, das auch in mir Raum gewinnt.

Denn gegen diese Angst setzt Jesus ein starkes Wort angesichts des eigenen Todes, der ihm, wie er wusste, unmittelbar bevorstand:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“ Johannes 16,33 (Elberfelder Übersetzung)

Das ist kein Pfeifen im Walde und auch keine billige Vertröstung, es entspricht der Realität seines ganzen Lebens.  An keiner Stelle stellt Jesus seinen Nachfolgern in Aussicht, dass unser irdisches Dasein ein Leben in paradiesischen Zuständen sei. Er stellt von Anfang an klar, dass die Nachfolge im Zeichen des Kreuzes steht und das „eigene Kreuz auf sich zu nehmen“ durchaus auch bedeuten kann, Leid und Schmerz zu erfahren und zu ertragen. Wir, die wir in der friedlichen Zeit hier in Deutschland nach den schrecklichen Kriegen leben, haben bisher wenig Grund gehabt, mit der tatsächlichen Bedrohung unseres Lebens rechnen zu müssen, nur weil wir Christen sind. Ganz anders ergeht es doch den Menschen außerhalb unseres Kulturkreises. Die furchtbaren Nachrichten, die uns ja nicht erst seit kurzer Zeit aus Afrika und Asien erreichen, machen doch deutlich, dass Christsein keine Garantie, kein Versprechen auf Lustwandeln in „seligen Höhen“ heißt und auch der gewaltsame Tod durch andere ein nicht auszuschließendes Risiko für Christen bedeuten kann.

Das Entsetzen über die abscheulichen Verbrechen bleibt – ganz ohne Frage. Aber dieses andere Gefühl tritt hinzu: „Ich habe die Welt überwunden!“ Der Tod ist nicht das Letzte, so schrecklich er auch immer sein mag. Jesus selbst sagt:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt.“ Johannes 11,25   (Neue Genfer Übersetzung)

Ich hoffe und bete, dass dies mir und vor allen denen, die in Bedrängnis sind,  in der Stunde des Todes eine feste Gewissheit ist.

Gestern ging es um Christen… 5. August, 2014

Posted by Rika in aus meinem kramladen, baptisten, christenkram, christsein und glaube, gesellschaft.
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Mission unter falscher Flagge

Während die traditionellen Kirchen Mitglieder verlieren, sind die sogenannten Evangelikalen im Aufwind. Sie leben ihren Glauben entschieden, wollen allen davon erzählen – und möglichst alle Un- und Andersgläubigen missionieren. 

 

 

So die Ankündigung der ARD für einen Beitrag, der in der Reihe „Die Story im Ersten“ präsentiert wurde.

Die Autorinnen Mareike Fuchs und Sinje Stadlich haben sich auf den Weg gemacht, das fromm-bunte Völkchen der „Evangelikalen“ in Augenschein zu nehmen. Sie haben sich große Mühe gegeben, die frommen Leute in einem möglichst  – tja, wie soll ich es nennen? „Gut“ kann man das Licht eigentlich nicht nennnen, in dem sie die „Evangelikalen“ erscheinen lassen, nicht einmal „neutral – objektiv“ wäre eine passende Bezeichnung für den Filmbericht, den sie dem Fernsehzuschauer zukommen lassen   zumuten. Denn eine Zumutung war es schon, die ich am späten Abend über mich ergehen ließ, und es hätte gar nicht der schriftlichen Erklärung  auf der Internetseite des Senders bedurft, um sofort zu merken, welche Zielsetzung die beiden  Frauen verfolgen, die sich solch eine akribische Mühe geben, der ursprünglichen Ankündigung,   „gefährliche Christen seien auf dem Vormarsch“, wie es in einem Trailer der ARD  hieß, gerecht zu werden.

Mission unter falscher Flaggge“ ist der Titel  des Werks.

Im Untertitel heißt es gar:    In den Fängen radikaler christlicher Gruppen

 

In der Tat hält der Film fast alles, was in der Ankündigung schon angedeutet wird. In dieser  wird zunächst grob der Begriff „Evangelikale“ als Schlagwort eingebracht und gesagt:

 

Dahinter verbirgt sich ein breites Spektrum verschiedenster Glaubensgemeinschaften wie Pfingstgemeinden, Freikirchen, Gemeinschaften der charismatischen Bewegung oder Gemeinden evangelischer Landeskirchen.

An dieser Stelle wäre ein kleiner Link im oben genannten Text  angebracht  (z.B. man findet diesen mühelos im Internet), um dem Leser die Möglichkeit zu geben sich einen kleinen Überblick zu verschaffen, der mehr aussagt als:

Gemeinsam ist ihnen ihr Glaube an die Irrtumslosigkeit der Bibel und an Jesus Christus als den einzigen Retter

„Irrtumslosigkeit der Bibel“  kommt nun mal nicht gut an in einer Welt, die „Irrtumslosigkeit“ allenfalls den Sportberichten im Kicker zubilligt, aber keineswegs einem mehrere Tausend Jahre altem Buch. Noch schlimmer als „Irrtumslosigkeit der Bibel“ ist freilich der Glaube an „Jesus Christus“.

Sollte es den Autorinnen vielleicht entgangen sein, das Christen seit knapp 2000 Jahren an Jesus Christus glauben?  Als in dem Filmbeitrag geradezu verschwörerisch davon die Rede war, dass diese Christen an Jesus glauben, musste ich ja beinahe lachen und stellte laut die Frage:

„Ja, an wen denn sonst?  An den Weihnachtsmann vielleicht?“

Ich muss gestehen, diese Szene und Aussage macht mich vollkommen fassungslos. „Christen glauben an Jesus!“  Was haben sich denn Frau Fuchs und Frau Stadlich gedacht als sie ihre Reportage vorbereiteten, falls sie sich überhaupt vorbereiteten in gründlicher Recherche? Dass Evangelikale eine Sonderbotschaft von Gott erhalten haben und diese nun unter das Volk bringen? Haben die beiden überhaupt schon mal etwas von Jesus gehört, etwas über ihn gelesen, zum Beispiel in dem Buch, das sich nicht irrt?

 

Immerhin „wissen“ sie:

Wer Jesus ablehnt, sei verdammt,

und weisen auf die Erklärung der Evangelischen Allianz hin, dem  Dachverband der Evangelikalen, der etwa 1,3 Millionen Gläubige vertritt.

„Verdammt“, sofern  man es  nicht im Alltag mal eben und ganz nebenbei als Fluch gebraucht, hört sich auch sehr konspirativ und gefährlich an, wenn ein Christ das sagt.  Gottes Ewigkeit und im Gegenpart  die Verdammnis, auch „Hölle“ genannt, sind ja in unserem Leben längst aus der Mode gekommen, sofern mit „Hölle“ nicht eine unangenehme Situation, beispielsweise   Stress im Beruf gemeint ist. Es ist schwierig für Leute von heute, sich mit dem Gedanken an die Zeit nach dem Tod, an die Ewigkeit zu beschäftigen und dabei auch über Hölle und Verdammnis nachzudenken – und leider finden viele auch in den Kirchen wenig Hilfreiches zu diesem Thema.

 

Der weitere Text trifft einige Aussagen zu den verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Evangelischen Allianz. Die Autorinnen verzichten darauf, diese als Ganzes zu verurteilen, sie weisen vielmehr darauf hin, dass die Allianz  mit „radikalen Gruppierungen am Rand“ ihre Schwierigkeiten habe.

Sowohl der Text als auch insbesondere der Film stellen einige dieser  – nach Ansicht der beiden Frauen wohl schwierigen – Gruppen vor. Was im Text noch lediglich als Information mitgeteilt wird, offenbart sich im Film als eine ziemlich willkürlich aus jedem Zusammenhang gerissene Ansammlung von Mitschnitten von Gottesdiensten, Kurzinterviews junger Leute und  seltsam anmutenden Berichten von sogenannten Aussteigern.  Immer wieder werden die Filmabschnitte unterbrochen von Stellungnahmen verschiedener Personen, denen man entweder  einen offiziellen Status innerhalab der Kirche oder der Allianz zubilligt oder die man als „Experte“ bzw. Mitarbeiter einer Behörde vorstellt. Mit Ausnahme  der von Jürgen Werth, dem langjährigen Direktor des „Evangeliumsrundfunk“, fielen diese  Stellungnahmen negativ aus.

So wurde ein Szenario  vorgestellt, als seien evanglikale Christen „Menschenfänger“, die  gefährlich für die seelische / psychische und geistliche  Gesundheit der betroffenen  „Eingefangenen“  seien und aus deren Klauen man sich nicht mehr befreien könne.

Mit Sicherheit gibt es  – wie in allen Gruppierungen, ob sie nun religiös,  parteipolitisch oder sportlich bis ehrenamtlich aktiv sind, Menschen, die weder mit der Struktur der Gruppe, noch mit deren inhaltlichen  Ausrichtungen  oder menschlichen Gegebenheiten klar kommen und ganz sicher gibt es auch bei Christen Gruppierungen, deren Struktur oder Glaubensweise dazu geeignet  ist, Menschen zu verunsichern, bzw. zu entmündigen. Darauf  muss die Gesellschaft  achtgeben und dagegen muss sie vorgehen. Aber es kann nicht angehen, dass in einem Film die christliche Gruppierungen, die mit Freude und Lust ihr Christsein leben und auch in ihren Städten und Gemeinden sich öffentlich zum Wohl der Bürger engagieren, in Bausch und Bogen verurteilt und unter den Generalverdacht gestellt werden,  „gefährlich“ zu sein.

Ich habe schon mehrmals in diesem Blog über das beinahe bösartig zu nenende Vorgehen vermeintlich „gutmeinender“  Journalisten geschrieben und dabei auch von meinen persönlichen Erfahrungen berichtet. Das muss ich hier nicht wiederholen.

 

Es stellt sich mir aber doch die Frage, warum diese mediale Jagd auf Christen angestellt wird, warum  christliche, singende und betende,  fröhliche Jugendliche als „radikal“ bezeichnet und in einem Atemzug mit radikalen Muslimen genannt werden, die mit Waffengewalt für ihre Religion in den Kampf ziehen.

Natürlich gibt es das Phänomen, dass 2000 oder 3000 junge Leute in einem Gottesdienst ausgelassen singen, sogar tanzen und – wie sie es selbst sagen würden – JESUS  feiern. Nach meinem christlichen Verständnis haben sie Grund, Jesus zu feiern. Das wird man allerdings schwer in einem Filmbeitrag erfahren können, der NUR aus der Sicht des kritischen Beobachters  einen fröhlichen Gottesdienst „erlebt“.

Bei Facebook habe ich einem  Kommentator, der sichtlich erschüttert  und nahezu verächtlich nur noch:  „Armes Deutschland“ angesichts des Films sagen konnte, so geantwortet:

„XXX, ja, den Eindruck konnte man leider gewinnen, der sich Ihnen wohl vor allem eingeprägt hat. Die Frage ist, ob man genau diesen Eindruck auch gewinnen „SOLLTE“?  Ob es genau darum ging, Christen zu diskreditieren?

Ich habe den Beitrag mit sehr gemischten Gefühlen angesehen, einerseits erinnerten mich einige Szenen an meine Jugend (ich bin jetzt fast 65 ) in der ich mit Begeisterung für Jesus auf die Straße ging. Was für ein wunderbarer HERR! Heute bin ich immer noch von Jesus tief beeindruckt, ja, begeistert, aber mein Stil, das mitzuteilen, hat sich verändert. Ich würde gerne mit Ihnen in Ruhe darüber sprechen können, wie es ist, tatsächlich von Gottes Geist, von Jesus berührt zu werden, eine Form der Heilung zu erleben, die nichts mit unserem medizinischen Verständnis von Heilung zu tun hat, aber dafür mein ganzes Menschsein erfasst.

Damit bin ich bei „andererseits“ in meinen Gefühlen angesichts des Beitrags. Für Leute, die nur die Strenge liturgischer Gottesdienste kennen, ist es vermutlich überaus befremdlich Gottesdienste dieser Art via Fernsehen zu „erleben“.  Sie erleben sie ja nicht, sie beobachten ihn nur mit und durch die Augen derjenigen, die die Bilder und die Filme zusammen gestellt haben.

Und da setzt auch meine Kritik an dem Beitrag an: Hintergrundwissen über Freikirchen wurde gar nicht vermittelt, es wurde mit Begriffen hantiert, die für die meisten Leute heute nicht mehr aktuell sind, beispielsweise den „Zehnten zu geben“. (Die Kirchensteuer wird übrigens nach ähnlichen Gesichtspunketen erhoben, nur dass das nicht der „Zehnte“ vom Netto- oder gar Bruttogehalt ist, sondern ein gewisser Prozentsatz von den Steuern, die der Staat erhebt!) In meiner Baptistengemeinde ist es durchaus noch üblich, den „Zehnten“ zu geben, aber wer nichts hat, kann auch nichts geben, so einfach ist das…. Es ist schade, das all das in Bausch und Bogen verdammt und verurteilt wurde. Über die Frage gleichgeschlechtlicher Liebe wurde in diesem Thread schon an anderer Stelle etwas gesagt, auch da versuchte der Beitrag eine ganz bestimmt Stimmung gegen Christen zu erzeugen. Ich finde das sehr schade und möchte Sie darum einladen, einfach mal in einen ganz normalen freikirchlichen Gottesdienst in Ihrem Ort oder in der Nähe Ihres Ortes zu gehen… Vielleicht ändern Sie dann Ihre Meinung von „armes Deutschland“ in „gut für Deutschland, dass es noch Christen gibt, die nicht an den Weihnachtsmann, sondern tatsächliclh an Jesus Christus glauben“.“

 

Das würde ich auch den beiden Autorinnen von Herzen wünschen, dass sie tatsächlich „Jesus begegnen“, wie wir Frommen es nennen und IHN erfahren und erleben als das Beste, was ihnen in ihrem Leben passieren kann.

 

Noch einen Gedanken will  ich zu bedenken geben:

Wir haben gerade eine wunderbare Zeit der Fußballweltmeisterschaft erlebt und dabei gesehen, wie „gottgleich“  die großartigsten Spieler der Welt von ihren Anhängern verehrt wurden, wie begeistert die Leute auf den Straßen getanzt und gesungen haben, wie euphorisch die Massen beim Public Viewing waren.

Warum können nicht Menschen, für die Jesus großartiger ist als Manuel Neuer  oder Messi  auch ihrer Begeisterung über ihren wunderbaren  Gott  Ausdruck geben? Warum rückt man sie in die Nähe gefährlicher Radikaler wenn sie doch nichts anderes tun, als Gott zu ehren und anderen Menschen davon zu berichten?

 

——–

Eine nüchterne Erwiderung auf den Film, die auch auf die dort erhobenen Vorwürfe gegen einzelne Personen oder Gruppen eingeht (was ich nicht leisten konnte),  gibt es hier:

„ARD: Freikirchliche Gottesdienste als ausgeübte Gewalt“

Tausche Bibel gegen Koran! 11. April, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, familie, gesellschaft, islam.
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DAS  ist ja mal eine wirklich gute Idee!

25 Millionen Exemplare eines heiligen Buches sollen kostenfrei  an Ungläubige (gemeint sind u.a. Christen, Juden  und alle anderen, die noch nicht zur Ummah gehören!) verteilt werden!

Ich gebe mich an dieser Stelle nicht dem verlockenden Gedanken hin zu überlegen, was wohl passieren würde, wenn – sagen wir mal  evangelikale – Christen auf die Idee kämen, vor den Moscheen in ihrem heimatlichen Gebiet Bibeln zu verteilen, in konkreter „Umsetzung“ der islamischen Initiative, die jedem Haushalt einen Koran schenken möchte! Eine Bibel für jeden muslimischen Haushalt!   Ich höre schon den Volker Beck grummeln…. hach…. Nein, diesen Gedanken führe ich jetzt nicht weiter aus.

Ich will stattdessen eine Idee weitergeben, die mir nach einem Kommentar zum Koranverteilbeitrag bei den Freunden der offenen Gesellschaft gekommen ist:

Ich tausche eine meiner vielen Bibeln gegen einen Koran!

Wenn mir ein freundlicher Missionar  Salafist (wie der nette Herr Vogel z.B.)  eine Koranausgabe schenken will, wehre ich das nicht mit dem  Hinweis auf meine Bedenken gegen eine sich religiös gebende politische Ideologie ab, nein, ich biete ihm freundlich eine meiner Bibeln zum Tausch, frei nach dem Motto:

Nehme Koran – schenke Bibel oder auch:

JESUS statt Mohammed!

Man stelle sich nur mal vor: 25 Millionen Bibeln würden gegen Koranausgaben getauscht!!! So viele Muslime gibt es  in Deutschland ja gar nicht – aber vielleicht so viele Leute, die auch die Bibel nicht kennen…. Welch eine grandiose Gelegenheit Gottes Wort unters Volk zu bringen! Und gegen so einen Tausch können ja auch Volker und seine Freunde eigentlich nichts einzuwenden haben… Oder?

Wem die Idee gefällt, kann sie gerne weitergeben, ich verzichte sogar aufs Urheberrecht!

Jesus, ein Prophet Mohammeds ….? 28. Februar, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam.
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DAS würde das Christentum natürlich vollkommen delegitimieren als „eigenständige“, monotheistische Religion!

Jesus als Wegbereiter Mohammeds, als Prophet, der auf den größten aller gewesenen und  kommenden Propheten hinweist.

Der Koran „degradiert“ Jesus ja immer schon, macht ihn zu einem zwar großen,  aber immerhin „nur“ zu einem Propheten, der auf den noch größeren, nach ihm kommenden hinweisen soll. Aber nun soll eine uralte christliche Schrift aufgetaucht sein, die das ebenfalls behauptet, bzw. bezeugen soll. Endlich könnte man damit den Christen „beweisen“, in welch großem Irrtum sie sich schon seit 2000 Jahren befinden.

Das hat doch was!

Und ich kann verstehen, dass DAS  den Türken prima in den Kram passt. Schließlich haben sie wenig zu bieten an „altislamischen“ Heiligtümern, wie man sie etwa auf der arabischen Halbinsel findet,  dafür aber umso mehr historische Zeugnisse der frühen Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei.

Was muss das für ein Ärgernis sein!

Ausgerechnet im Land des neu aufblühenden Islam finden sich  so viele der  frühchristlichen Zeugnisse außerhalb Israels.

Und diese Zeugnisse der frühen Christen stehen allesamt in einem plausiblen Zusammenhang zu den Berichten der Bibel über die Ausbreitung des Christentums in „Kleinasien“, wie es früher hieß. Nachlesen kann man diese Berichte in der „Apostelgeschichte“  (z.B. Kapitel 13, 14, 16, 18,19,20)

Dass selbst die heutigen Türken sich der christlichen Vergangenheit ihres schönen Landes nicht ganz entledigen wollen,  weil sich damit ja auch unter Christen prima Reklame für eine Türkeireise machen lässt, lässt sich an so simplen Tatsachen ablesen, wie denen der Reiseveranstalter, die „Touren auf den Spuren des Apostels Paulus“ anbieten.

Von Mohammed dagegen keine Spur! NICHTS! Nicht mal ein Pferdehufabdruck oder ein heiliger Baum, unter dem er vielleicht mal geschlafen haben könnte….  Stattdessen alte Höhlenkirchen mit deutlichen christlichen Darstellungen in den phantastischen Fresken und  alte Spuren jüdischer Gemeinden, die sogar lange vor den Christen schon in Kleinasien anzutreffen waren…  Ein Jammer!

Und nun das „Barnabas-Evangelium„.

Barnabas, auch das wissen wir durch die Apostelgeschichte, war ein frühes Mitglied der jungen Gemeinde in Jerusalem, wurde  Bundesgenosse des Paulus, sein Weggefährte und Mitstreiter für die Sache des Evangeliums von Jesus Christus. Allerdings waren die beiden unterschiedlicher Meinung, wie sie ihre „Missionsfahrten“ fortsetzen sollten. Auch darüber berichtet die Bibel ganz offen.  (Apostelgeschichte 15, 35 – 41) Die beiden Apostel sind weise genug, den Streit nicht eskalieren zu lassen. Sie gehen fortan getrennte Wege. Barnabas, so wird  berichtet, ging zurück in sein Geburtsland „Zypern“.

Um ihn, wie um die meisten der bekannten frühen Christen,  bilden sich im Laufe der Jahre viele Legenden.  (Diese Legenden sind mir als evangelisch-freikirchlicher Christin zumeist vollkommen fremd und da, wo sie mir mal begegnen, um es deutlich zu sagen, auch ziemlich suspekt!)

Zu der Legendenbildung gehört auch, dass Barnabas der Schreiber eines Briefes gewesen sei. Dieses Schreiben war von Beginn an umstritten, so dass es nicht in den Kanon der Bücher und Briefe des Neuen Testaments aufgenommen wurde.  Auch das ihm zugeschriebene „Barnabas-Evangelium“ aus dem 16. Jahrhundert findet vor den Augen der Bibelwissenschaftler keine Gnade. Es wurde und wird als Fälschung betrachtet.

JETZT EIN NEUER VERSUCH!

Und nun die Enthüllung in Ankara – die Regierung bestätigt die Existenz des Manuskripts, das man schon vor zwölf Jahren einer Schmugglerbande abgenommen habe, die Polizei (!) schätzt das Alter auf „2000 bis 1500 Jahre“, also vor der Entstehung des Islam. Und nun spekulieren die türkischen Medien, der Beweis sei erbracht – eine Ankündigung des Kommens Mohammeds, hundert Jahre vor seiner Geburt. Schon 1986 geisterte das Evangelium nach Barnabus durch türkische Medien. Damals war von seinem Fund auf dem Berg Mem in Uludere (Süd-Anatolien) die Rede.

Ein 2000 bis 1500 Jahre altes Buch aus der Feder Barnabas, jedenfalls älter als der Islam selbst (wobei Muslime ja der Meinung sind, dass der Islam seit Anbeginn der Zeit die eigentliche Gottesoffenbarung darstellt, es aber Mohammed vorbehalten war, dies wieder in das Bewusstsein der Menschen zu prügeln bringen, allein mit der Kraft des Wortes, versteht sich), welch eine wunderbare Fügung!  Endlich ein „greifbares“ Dokument, dass den Islam in der Türkei sozusagen als „schon immer beheimatet“ darstellt. Die vielen Erboberungskriege der „Muselmanen“, wie man es verharmlosend und beschönigend  erzählt, sprechen dagegen eine andere Sprache!

Dumm deshalb für die Türken, dass auch dieses Manuskript dem kritischen Auge des Betrachters nicht standhalten kann, wie weltonline schreibt:

Nur, ganz so leicht, wie es jetzt dargestellt wird, ist es nicht. Der Bibelforscher Timothy Law aus Oxford hält das Manuskript für eine Fälschung. Die goldenen Lettern, Leder statt Pergament und witzigerweise sogar, wie er zu entziffern meinte, die Inschrift „Im Jahr 1500 des Herrn“ machen es seiner Ansicht nach unmöglich, dass das Werk echt sein könnte. Law steht mit seiner Kritik nicht allein.

Es wäre ja zu schön für die eigene Bedeutung innerhalb der islamischen Welt, wenn man endlich auch etwas vorweisen könnte, was sich als „Heiligtum“ und Pilgerstätte eignet. (Vielleicht hegt die Türkei die heimliche Befürchtung, dass es mit den christlichen Pilgern zu den Stätten des „Apostel Paulus“ bald ein Ende haben könnte, wenn die Regierung den Prozess der vollständigen Islamisierung des Landes weiter so vorantreibt wie bisher???)

Die Türkei aber, mit ihren Führungsambitionen in der islamischen Welt, will es in einem Museum ausstellen.Es sieht fast so aus, als wolle hier jemand mit staatlicher Hilfe eine Legende bilden – auch politisch schadet es der Türkei nicht, eine „Reliquie“ zu besitzen, die die Wahrheit des Islam und den Irrtum der Christen mit der vermeintlich „wahren“ Bibel“ belegt.

Hervorhebung von mir.

Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben, bzw. Boris Kálnouky, der Autor dieses Berichtes. Er lässt jedenfalls  keinen Zweifel daran,  wie man „die wahre Bibel“ einschätzen sollte.

Es ist ein taktisches Manöver, dass die Identität der Türkei „islamischer“ erscheinen lassen soll, als sie der Geschichte nach ist!

An dieser Stelle ist es angebracht, auf die

Vertreibung und Ermordung der christlichen armenischen Bevölkerung der Türkei

hinzuweisen!

Und ebenso auf die ethnische Bereinigung, die stattfand und in deren Folge tausende christliche Griechen das Land verlassen mussten – die Fairness gebührt zu sagen, dass ebenfalls tausend muslimische Türken aus Griechenland ausgesiedelt wurden!

Die Türkei, als neuer starker islamisch ausgerichteter Staat im Vorderen Orient, versucht offenbar mit allen Mitteln ihr Gewicht im Kanon muslimischer Staaten zu verstärken.

Ich bin gespannt, ob und wie christliche Publizisten, Parteien und die Vertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland auf diese Taktik reagieren.

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