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Lob als Ablenkungsmanöver? 13. August, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, flüchtlinge, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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In einem katholischen Magazin berichten die  Vertreter der beiden großen Christlichen Kirchen in Deutschland über die spontane Aktion im Jahr 2015, als tausende Flüchtlinge täglich in Deutschland ankamen und was sie, die Bischöfe, seither besonders bewegt.

Fünf Jahre Willkommenskultur“ ist der Bericht überschrieben. (Bitte das Interview lesen)

Ich will nicht, wie Roland Tichy in seiner durchaus berechtigten kritischen Stellungnahme zu eben diesem Interview, von  einem „bischöflichen Bullerbü“ reden, in dem sich die Bischöfe die Welt schön reden und die Wirklichkeit gekonnt ausblenden.  (Auch diesen Artikel bitte lesen)

Mich beschleicht angesichts der bischöflichen Lobreden zur Flüchtlingsthematik und der eigenen bischöflichen Rolle dabei ein ganz anderer Gedanke:

Benutzen die Bischöfe nicht dieses Thema, um von  weitaus schwierigeren Problemen der Kirche – beider großen Kirchen – abzulenken? Es stehen neben dem Mitgliederschwund doch sehr viele wesentliche Fragen auf der Agenda der inter- wie intrakirchlichen Probleme.

Als Außenstehende – ich bin freikirchliche Christin  – bekomme ich die Fragen nur am Rande mit.

Stichworte sind zum Beispiel:

„gemeinsames Abendmahl von Wiederverheirateten“ in der katholischen Kirche,  „gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christen“, „Ordination von Frauen“,  „Zölibat“, „Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen“, „Papst als Oberhaupt aller Christen“, „was ist Kirche – gehören evangelische und freikirchliche Christen dazu?“ „Mission und Evangelisation“, „Prozess der Säkularisierung der Gesellschaft“, „Kirchensteuer versus Freiwilligkeit“, „Sakramente“…. um nur die Punkte zu nennen, die mir durch die Lektüre zahlreicher Veröffentlichungen bewusst sind.

Noch nicht eingebunden in den „Problem-Katalog“ ist die Frage nach der möglichen gemeinsamen theologischen Basis mit den Freikirchen in Deutschland, insbesondere was das Taufverständnis und die Frage „Sakramente“ angeht. Was ist das Einende, was das Trennende?

Eine weitere strittige Frage ist:  Wie sieht die theologisch begründete Abgrenzung zum Islam und dem islamischen Gottesverständnis aus?

Ich bin immer wieder verwundert, um nicht zu sagen frustriert, dass insbesondere zu dem letztgenannten Punkt – der ja in Bezug auf die überwiegend muslimischen Flüchtlinge nicht uninteressant ist – wenig öffentlich geführte oder doch zumindest dokumentierte   Diskussionen erkennbar sind, und damit meine ich die Gespräche, die doch vermutlich unter Theologen und Fachleuten im Auftrag der Institution „Kirche“ geführt werden und die so aufbereitet werden müssten, dass sie auch  Laien, einfachen Kirchenmitgliedern und interessierten Gemeindeleuten zugänglich und verständlich  sind. Fürchten die Verantwortlichen vielleicht, dass veröffentlichte Debatten möglicherweise das Kirchenvolk verunsichern könnten?

Mit anderen Worten, sollen Interviews wie das oben verlinkte davon ablenken, dass es viele Fragen in beiden Kirchen gibt, die noch lange nicht beantwortet sind?

Dienen auch die diversen Aktivitäten in anderen „Spezialgebieten“ der Kirche, wie „Sorge um die Artenvielfalt“, „Klimaschutz und Erderwärmung“, „Tierwohl und Bewahrung der Schöpfung / Umwelt“ in erster Linie dazu, eine „Pseudoeinheit der Kirchen“ zu suggerieren, die aber näherer Betrachtung nicht standhält?

Wie steht es um die Beantwortung solcher Fragen?

Wenn alle Christen den „Leib Jesu“  bilden und Jesus das Haupt der Gemeinde ist, wie Paulus schreibt, braucht „die Kirche“ dann einen Stellvertreter Christi auf Erden? Ist der Papst der „Heilige Vater“ aller Christen oder doch nur das Oberhaupt der Katholiken?

Was würden die beiden Bischöfe wohl auf diese Fragen antworten?

Glauben wir alle an den gleichen Gott – Christen und Muslime und auch Juden? Nach meiner Wahrnehmung wird das locker-flockig verlautbart, vielleicht, weil  diese Frage zu kompliziert ist, als dass sie zu einem öffentlichen Interview  der beiden Bischöfe taugte, die zudem auf dem Tempelberg ihren muslimischen Begleitern zuliebe das Kreuz  – als Zeichen des gekreuzigten und auferstandenen  Christus – verbargen? Gaben sie damit nicht schon ein deutliches Zeichen?

Diese Fragen offen anzugehen, ist schwierig, da ist es doch ungleich einfacher, ein Rettungsboot ins Mittelmeer zu entsenden und sich voller Eigenlob an die Rettungstaten zu erinnern, die man den Flüchtlingen seit 2015 so nächstenliebend entgegen brachte und bringt.

Um bitte nicht missverstanden zu werden, ich sehe natürlich die Notwendigkeit den Flüchtlingen zu helfen, sie vor dem Ertrinken zu bewahren, das ist gar keine Frage.

Aber diese Arbeit darf nicht darüber hinweg täuschen und erst recht nicht als Ablenkungsmanöver dazu dienen, dass wir Christen Gefahr laufen,  durch einen wohlmeinenden Aktivismus die zentrale Botschaft des Evangeliums aus den Augen zu verlieren:

JESUS ist das Zentrum, sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung sind das angebotene Heil für diese Welt.

Sollte das nicht wieder ins Zentrum der Verkündigung gerückt werden…. und nicht die guten Werke.

Manchmal, so will es mir vorkommen, werden die vielen Gleichnisse Jesu, seine Wundertaten und prophetischen Worte nur dazu gebraucht, eine „christliche Begründung“ für rot-grüne Politik zu haben, die besonders die  evangelische Kirche mit Vorliebe betreibt und von ihren Kanzeln verkündet….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Fremde Feder: Hagia Sophia 25. Juli, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Bei Facebook las ich den bemerkenswerten Text zur Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee, der von Roland Werner mit diesen Worten eingeleitet wurde:

 

Das Ende einer Epoche?!

Die Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee

Doch: Auch wenn die ChristusIkonen verschwinden,
Jesus Christus bleibt.

Lesenswert zu diesem erschütternden Vorgang ist die

Erklärung des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
Erzpriester Radu Constantin Miron

aus Anlass der Umwandlung der Hagia Sophia zur Moschee
Köln/Frankfurt am Main, 23. Juli 2020″

Und hier der eigentliche Text, geschrieben von dem Erzpriester Radu Constantin  Miron

„Der 24. Juli 2020 bedeutet das Ende einer Epoche. Durch einen administrativen Akt des türkischen Staatspräsidenten verliert die Hagia Sophia in Istanbul den Status eines Museums, den sie seit 1935 besaß, und wird zur Moschee gemacht. Dieser staatliche Akt geschieht – wie so häufig in der Türkei – unter scheinbarer Wahrung der Rechtstaatlichkeit.

Das im 6. Jahrhundert gebaute Gotteshaus, das unter Kaiser Justinian als christliche Kirche erbaut wurde und über neun Jahrhunderte als solche diente, wird, wie 1453 nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen, erneut zur Moschee.

Seit dem 1. Februar 1935 stand sie dann als Museum allen Besucherinnen und Besuchern offen, wie es der Gründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, verfügt hatte. Im Bewusstsein der orthodoxen Christinnen und Christen blieb und bleibt die Hagia Sophia allerdings die „Große Kirche Christi“. So ist es kein Zufall, dass Vertreter aller orthodoxen Patriarchate und autokephalen Kirchen gegen die Entscheidung der türkischen Regierung protestiert haben.

Doch auch viele Vertreterinnen und Vertreter anderer Kirchen, europäischer und weltweiter Institutionen, nicht zuletzt der UNESCO, zu deren Welterbe die Hagia Sophia ja gehört, haben ihre Bestürzung über diesen Vorgang geäußert, der offenkundig nicht religiöse Bedürfnisse, sondern innen- und außenpolitische Ambitionen des türkischen Präsidenten befriedigen soll.

Deshalb richten sich diese Proteste – und auch die vorliegende Erklärung – nicht gegen den Islam oder das islamische Gebet, sondern gegen den Missbrauch der Religion, der hier zutage tritt.

Zwei Aspekte, die nur wenig zur Sprache gekommen sind, gilt es dabei besonders hervorzuheben:

Zum einen ist die Hagia Sophia für die weltweite Christenheit nicht – wie behauptet wurde – „irgendein Gebäude, um das auf einmal so viel Aufhebens gemacht wird“. Vielmehr ist sie auch jene Kirche, auf deren Hauptaltar am 16. Juli 1054 der päpstliche Legat Humbert von Silva Candida das Bannschreiben über Patriarch Michael Kerullarios niederlegte, was zur Großen Kirchenspaltung zwischen Ost- und Westkirche führte. Sie ist also der symbolträchtige Ort, an dem damals das Schisma proklamiert wurde und der heute deshalb für alle, die in der Ökumene tätig sind, ein Mahnmal für die Wiederherstellung der Einheit der Kirche darstellt.

Zum anderen lässt die bewusste Wahl des 24. Juli als Datum der Umwidmung nichts Gutes erahnen, handelt es sich doch um den Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne (1923), in dem in den Artikeln 37-44 auch die Rechte der nicht-muslimischen Minderheiten bzw. die Verpflichtung der Türkei, diese und ihre religiösen Einrichtungen zu respektieren, festgeschrieben wurden. In den vergangenen Jahren stellte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan immer wieder diesen Vertrag in Frage.

Seine Vorliebe für Symbolpolitik, die mal wieder durch diese Datumswahl deutlich wird, geht also offensichtlich auch zu Lasten der christlichen Minderheit in der Türkei. Ihr Schicksal kann und darf uns als Christen nicht gleichgültig sein. Zu oft haben wir unsere Stimme nicht laut genug erhoben, wenn es um den Genozid an den Armeniern und anderen Völkern, um die Septemberpogrome des Jahres 1955, um die Ermordungen von christlichen Missionaren und Würdenträgern oder die zahllosen Enteignungen von Gebäuden und Grundstücken aller christlichen Kirchen des Landes ging.

Auch die Umwidmung der Hagia Sophia ist eine Enteignung, nicht im immobilienrechtlichen, sondern im geistlichen Sinn. Und sie bedeutet das endgültige Ende einer säkularen, laizistischen, europäischen modernen Türkei, wie sie Atatürk vorschwebte, der die Hagia Sophia zum Museum gemacht hatte.

Der 24. Juli 2020 bedeutet das Ende einer Epoche.

Erzpriester Radu Constantin Miron“

 

Es ist mir wichtig, dieses Zeugnis zu bewahren und weiterzugeben.

Die Heiligen Drei Könige…. 5. Januar, 2020

Posted by Rika in asyl, aus meinem kramladen, flüchtlinge, gesellschaft, medien, meditatives, politik.
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„Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise vom Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.“ Als aber der König Herodes es hörte, wurde er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm; und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo denn der Christus geboren werden solle. Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa, denn so steht durch den Propheten geschrieben: „Und du, Bethlehem, Land Juda, du bist keineswegs die Geringste unter den Fürsten Judas, denn aus dir wird ein Führer hervorkommen, der mein Volk Israel hüten wird.

Nachlesen kann man diese Geschichte (und das, was auf diese Verse folgt) im Evangelium des Matthäus, Kapitel 2, Vers 1 ff.

Soviel sei den Bibelunkundigen noch verraten: Herodes fürchtete um seine Macht und ließ alle  Knaben bis zum Alter von 2 Jahren töten. Josef, der irdische Vater Jesu, hatte aber eine nächtliche Mahnung erhalten und war rechtzeitig mit Maria und dem neugeborenen Kind nach Ägypten geflohen.

Irgendwann und irgendwie setzte aber die Legendenbildung ein und aus den Weisen oder Sterndeutern wurden Könige.  Selbstverständlich waren diese Männer nicht einfache „Weise aus dem Morgenland“, wie es in ihrer Selbstauskunft noch heißt, nein, sie wurden von der Katholischen Kirche  nicht nur in den Adelsstand und zu Königen erhoben, sondern auch zugleich zu Heiligen erklärt. Als evangelisch-freikirchliche Christin ist mir die Heiligenverehrung nicht so ganz geläufig, ich würde eher sagen, sie ist mir suspekt. Aber ich verstehe, dass die Menschen damals wie heute Vorbilder brauchen, an denen sie sich orientieren und von denen sie sich auf magische Weise Hilfe versprechen. „Meine Hilfe kommt von dem  HERRN,  der Himmel und Erde gemacht hat“, wie es im Psalm 121 heißt, reicht da wohl nicht ganz aus, es müssen Heilige her und nach Möglichkeit auch noch irgendwelche Hinterlassenschaften dieser Edlen, die man ansehen oder sogar berühren kann, um die Magie perfekt zu machen. (Das ist heute immer noch so…. wenn ich nur daran denke, wie manche Klamotten, die große Stars getragen hatten, Reliquien gleich  verehrt werden…)

Doch zurück zu den Heiligen Drei Königen.

Morgen ist der Feiertag der Heiligen. Ihnen zu Ehren werden Gottesdienste gefeiert, in den Kirchen werden die Weihnachtskrippen mit den entsprechenden Figuren von Caspar, Melchior und Balthasar bestückt und Kinder ziehen als Sternsinger gewandet von Tür zu Tür, bitten um eine Spende für Hilfsbedürftige in  aller Welt und der sie begleitende Erwachsene gibt dem Haus, der Familie, die die Sternsinger aufgenommen haben, den Segen für das ganze Jahr.

Diese Aktion finde ich – obwohl ich nicht katholisch bin – wirklich ganz hervorragend. Und so ein bisschen beneide ich meine katholische Freundin um das Segenszeichen, das während des ganzen Jahres an ihrer Haustür sichtbar ist. Wir nüchternen Evangelen haben leider nicht nur keine prunkvollen Messen, unsere (freikirchlichen) Pastoren sehen eher wie „du und ich“ aus, wir haben auch wenig genug an „Greifbarem“ an dem wir uns in schweren Zeiten der seelisch-geistlichen Not im wahrsten Sinne des Worte festhalten können… keinen Rosenkranz und keinen Herrgottswinkel im Haus.

Das ist manchmal wirklich sehr karg.

Solchermaßen, aber höchst ungewohnt  karg mag auch manchem Kirchenbesucher in diversen Kirchen Deutschlands heute die Weihnachtskrippe vorgekommen sein. Wie evangelisch-de berichtet, hat nämlich ein „Künstlerkollektiv“ in zahlreichen Kirchen die Heiligen Drei Könige geklaut, um der Verlautbarung nach gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik zu protestieren.

„Die Aktion solle „aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“, erklären die Aktivisten des Künstlerkollektivs.

„Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Ein weiterer König werde im sogenannten Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. Sein Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, werde „als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Zur effektiveren Durchsetzung seiner Abschiebung dürfe er den Landkreis nicht verlassen, heißt es.“

Nun geistern also nicht mehr nur Maria und Josef mit dem Kinde durch die heutige Welt auf der Suche nach einer Flüchtlingsunterkunft, wie man  es in manchen frömmelnden Geschichten lesen konnte, nein, auch die Könige sind offenbar als Wiedergänger der heiligen Drei unterwegs und sitzen im Lager fest.

Das ist ja nun jammerschade. Gewiss hätte sich die Heilige Familie mit dem Kinde über den Besuch der königlichen Heiligen sehr gefreut und natürlich auch über deren Geschenke, die man sicher in kargen Zeiten sehr gut hätte gebrauchen können. Leider ist der heutige Aufenthaltsort der Heiligen Familie aber ebenso unklar wie das Herkunftsland der Könige… damals hieß es ja schlicht, sie seien aus dem Morgenland gekommen. Das könnte heute Syrien sein oder Irak oder der Iran.

NEIN!

Der Iran kann es ganz gewiss heutzutage nicht sein. Das hätte Soleimani mit Sicherheit nicht geduldet, dass sich Männer aufmachen, um den Juden in Bethlehem oder in irgendeinem anderen Ort des von den Mullahs verfluchten Gebildes richtige Geschenke zu bringen, also solche, die wir unter Geschenk verstehen. Soleimanis „Geschenke“ waren Raketen auf israelische Kinder, Terrorangriffe im Jemen, blutiger Terror von Boko Haram, vorzugsweise gegen Christen, die Aufrüstung der Hisbollah zur baldmöglichen Vernichtung Israels, die Unterstützung der Hamas…. https://www.welt.de/politik/ausland/article204727820/Iran-Trump-zu-Soleimani-Haette-vor-vielen-Jahren-getoetet-werden-sollen.html
Lauter Geschenke, die weder die heilige jüdische Familie von damals erfreut hätten, noch die Juden und Israelis von heute. Zum Glück wurde dem Burschen nun das Handwerk gelegt, ausgerechnet von einem Präsidenten, der seit seiner Wahl mit Spott, Häme, Beleidigungen und Verachtung der versammelten deutschen Politikerelite und deren treu ergebener Presse überschüttet wird.

Aber ich schweife ab.

Es geht ja um die entwendeten Könige.

Bei evangelisch.de wird die Aktion sehr wohlwollend berichtet. Mein etwas despektierlich anmutender Kommentar, den ich bei Facebook-evangelisch.de abgab und in dem ich behauptete, es seien doch wohl eher Kriminelle am Werk gewesen (ich halte Diebstahl generell für kriminell) wurde entrüstet zurückgewiesen. Man machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass die Künstlerkollektivisten doch den Gemeinden zugesichert hätten, die Heiligen Könige gut zu behandeln und nach einer angemessenen Frist auch wieder zurück zu geben.

Heutzutage muss es wohl immer um eine richtig spektakuläre Aktion gehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Da reicht kein Spendenaufruf.  Da muss eine Anlandung in einem Hafen mit Gewalt erzwungen werden, oder die Asche jüdischer Opfer des Holocaust entgegen aller  geltenden Regeln der Totenruhe aufgeklaubt und in einer Stele ausgestellt werden oder eben nun – zwar etwas harmloser –  aber im gleichen falsch verstandenen Widerstandskampf gegen was auch immer Heiligenfiguren entwendet werden.

Vielleicht, so denke ich, hätte man aber auch öffentlich Herrn Kardinal Wölki um eine sehr großzügige Spende für die im Lager festsitzenden Könige und deren Mitleidenden bitten können. Schließlich hat Herr Wölki doch auch schon mal ein Boot vor dem Dom zur Mahnung aufstellen lassen. Vor dem Hohen Dom zu Köln nämlich, in dem sich Teile der Gebeine der Heiligen Drei Könige als Reliquie befinden.

Es ist vermutlich nicht nett von mir, wenn ich dezent darauf hinweise, dass wohl nicht nur früher diese Reliquien der Kirche und damit auch der Stadt Köln jährlich ein hübsches Sümmchen an Pilgergeldern beschert haben….

Gehört dein Bauch wirklich dir….? 4. Januar, 2020

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, eltern, familie, familienpolitik, frauen, gesellschaft, Kinder - Famile, mütter, mord, politik, väter.
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„Mein Bauch gehört mir!“

Mit dieser Parole warben prominente Frauen zu Beginn der 70er Jahre für die Löschung des Paragraphen 218, der Abtreibung unter Strafe stellt. Abtreibung, so behaupteten sie, sei das natürliche Recht der Frau, darüber zu entscheiden, ob sie Mutter werden wolle oder eben nicht. Damals, zu Beginn dieser Debatte, hatte ich durchaus Sympathien für die Haltung der Frauen. Es war die Zeit der vielen Diskussionen über Feminismus und Emanzipation, und als junge Frau wollte ich natürlich auch eine moderne und aufgeschlossene Frau sein. Ich habe heftig mit diskutiert im Freundes- und Familienkreis.

Dann beschlossen mein Mann und ich eine Familie zu gründen. Ich wurde  schwanger und wir bekamen unser erstes Kind, einen kleinen Sohn. Drei Geschwister kamen im Laufe der nächsten sieben Jahre hinzu, allesamt sehr erwünscht. Alle wunderbare Kinder – wunderbare Menschen auch heute.

Damit veränderte sich meine Haltung zu Abtreibungen deutlich, zumal die moderne Medizin doch Mittel und Wege bereit stellt, eine Schwangerschaft zu verhüten. Abtreibung als Mittel der „Verhütung“ ein Kind zu bekommen ist die perverseste Abkehr von allen ethischen Grundlagen, die das Menschsein ausmachen.  Natürlich muss es Ausnahmen geben, etwa wenn eine Frau durch ein Gewaltverbrechen schwanger wird und sie sich außerstande sieht – und auch außerstande ist – das Kind dieses Verbrechens auszutragen und zu gebären. Da geht Barmherzigkeit vor Recht und Gesetz.

Heute aber werden durch die „Legalisierung“ des 218 (Abtreibung ist immer noch ein Straftatbestand, die Strafe wird jedoch ausgesetzt)  jährlich allein in Deutschland über 100 000 Kinder im Mutterleib getötet, darunter viele Kinder, die durch die Frühdiagnostik als „behindert“ aussortiert werden – oftmals mit dem ausdrücklichen Zuspruch durch die behandelnden Ärzte. Unsere Gesellschaft erlaubt es sich, im Laufe von nur 10 Jahren mehr als eine Million Menschen das Recht auf Leben abzusprechen und zu töten. Gleichzeitig jammern die Politiker, die diesem Wahnsinn zustimmen, darüber, dass unsere Gesellschaft überaltert und deshalb darauf angewiesen sei, Menschen zu importieren, etwa nach dem gleichen Muster des Denkens, dass man Nahrungsmittel, die in unseren Breiten nicht natürlicherweise wachsen und gedeihen, ja auch einführt, egal woher und zu welchen Bedingungen. Wir haben uns alle an dieses global mögliche „Mehr an Gütern“ längst gewöhnt… ich auch.
Die in diesen Tagen wieder heftig geführte Diskussion um das Recht von Gynäkologen für die Möglichkeit zu werben, in ihrer Praxis eine  Abtreibung vornehmen zu lassen, zeigt, wie virulent nach wie vor die Frage danach ist, wer letztendlich über Leben und Tod entscheidet. Kann man dieses Recht tatsächlich „nur“ der Frau zubilligen, die kein Kind bekommen will oder hat nicht auch das noch ungeborene Kind ein verbrieftes Recht auf Leben?

Heute las ich bei Facebook einen Artikel von Andreas Laun in „Die Tagespost“ zum Thema Abtreibung. Er ist deutlich, streckenweise ungemein schmerzhaft in seiner Ausdrucksweise, und er bringt auch das zum Ausdruck, was mich selber umtreibt.

Ich kopiere den Artikel in voller Länge hierher, weil ich ihn sehr, sehr wichtig und gut finde und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Links im Laufe der Jahre nicht mehr funktionieren und ein Text, auf den ich mich in meinem Kommentar beziehe, plötzlich nicht mehr auffindbar ist.

Hier nun der Text im vollem Umfang:

Warum die Kirche Zeichen setzen muss gegen den Brudermord der Abtreibung.

Mit Kain hat jener Blutstrom begonnen, der seither durch die Weltgeschichte fließt, schäumend und die Täter berauschend. Namen und historische Ereignisse bilden seine Seitenarme: Sie erinnern an Dschingis Khan, an die islamischen Eroberungen ab dem 7. Jahrhundert, an die chinesische Kulturrevolution, an die Genozide an den Armeniern, in Kambodscha und Ruanda, an die Menschenopfer der Azteken, an zwei Weltkriege, an Hitlers Shoa und Stalins Archipel Gulag.
„Gott ist tot, wir haben ihn getötet“, schrieb Friedrich Nietzsche. Brudermord und Gottesmord setzen sich fort in der Geschichte, in einer immer radikaleren Gottlosigkeit der modernen, westlichen Welt, die Gott heute in seinen Geboten, in seiner Offenbarung, in seiner Schöpfung bekämpft. Papst Benedikt XVI. deutete den Holocaust als Versuch, mit dem jüdischen Volk auch seinen Gott und seine Ordnung auszulöschen. Im Anschluss daran formuliert Kardinal Robert Sarah „das größte Verbrechen der modernen Geschichte: Der Hass und der Wille, das jüdische Volks auszumerzen, ist ein Gräuel. Lag alldem nicht der Plan zugrunde, Gott zu töten, indem man das Volk auslöschte, das so viele Jahrhunderte hindurch die Erinnerung an Seinen Bund weitergeben hat.“ Während man Tötungsprogramme in größter Ähnlichkeit zu Diktaturen entwickelt, versucht man den Tod zu besiegen durch wissenschaftliche Projekte. Gleichzeitig organisiert und legalisiert man das Morden und Sterben.
„Blutrausch macht noch süchtiger
als Alkohol und andere Drogen“
Nach den beiden Weltkriegen hätte man annehmen können, die Menschen würden unter dem Eindruck des Erlebten nie wieder Kriege führen. Es kam anders: Viele Kriege wurden seit 1945 geführt, blutig und grausam wie eh und je. Man rüstet weiter und entwickelt trotz Hiroshima und Nagasaki sogar in armen Ländern Atomwaffen. Blutrausch macht noch süchtiger als Alkohol und andere Drogen.
1973 begann das nächste Blutbad, den Zahlen nach größer als alles was es gab, unter dem Schutz und Druck von Heuchelei und legitimierter Lüge. Es begann in den USA mit dem Grundsatzurteil „Roe versus Wade“, durch das in den USA Abtreibung legitimiert wurde. Mittlerweile folgen fast alle Staaten der Welt den Amerikanern, auch unter Druck und mit Hilfe von unbeschreiblich viel Geld. Wenn Gott nicht existiert, lebt der Mensch in einem Vakuum, weil es dann auch keine Ordnung gibt, die nicht der Mensch selbst macht und machen kann. Dann gibt es kein Naturrecht, also kein Recht, das sich aus der von Gott geschaffenen Natur erkennen lässt. Dann gibt es nur menschengemachte Gesetze und Autoritäten. Daraus folgt dann aber, dass der Staat Abtreibung straffrei erklären kann. Eine rechtspositivistische Sicht führte dazu, dass jedes Jahr Millionen von Kindern weltweit ermordet werden. Und dazu, dass arme Länder gedrängt oder erpresst werden, ebenfalls liberale Abtreibungsgesetze zu erlassen. Inzwischen hört man von Veränderungen der Lage, in manchen US-Bundesstaaten wird Abtreibung erneut verboten. So war in der „Tagespost“ zu lesen: „Die Abtreibungslobby hat keine Zukunft, weder in Deutschland noch irgendwo sonst. Und sie weiß es auch oder ahnt es mindestens längst.“ Es wird ein Erwachen kommen, davon bin ich überzeugt. Wir alle werden wie Macbeth rufen: „Zu wissen, dass ich ’s tat. Besser von mir selbst nichts zu wissen!“ Es wird ein bitteres Erwachen sein.
Verlogene Begriffe sollen das Gewissen betäuben
Unsere Zeit hat die Globalisierung des Abtreibungsmordes hervorgebracht. Die Welt betäubt ihr Gewissen immer noch beharrlich, durch verlogene Begriffe wie Unterbrechung, Fleischklumpen, Befreiung der Frau. Die Argumente für Abtreibung sind einfach zu widerlegen, doch die Welt, die so viele Rätsel des Universums gelöst hat, stellt sich dumm. Der Geist der großen und kleineren Mörder lebt weiter und mordet ohne Unterlass. Während man die Erinnerung an den Holocaust wach hält, geht der neue große Mord an den ungeborenen Kindern weiter und weiter. Ihren Müttern will man verbieten zu leiden – an ihrer Erinnerung an das, was sie getan haben und nicht vergessen können.
Bezeichnend, dass es bei der Europawahl kaum ein Politiker wagte, das Thema anzusprechen. Sicherlich, es gibt Politiker in allen Ländern, die gemäß dem Naturrecht, das Gott allen Menschen ins Herz geschrieben hat, denken und auch handeln würden, wenn es ihnen möglich wäre. Aber die Mehrheit tut nicht einmal das, was möglich wäre. Offenbar hat niemand von den mächtigen und einflussreichen Leuten Vladimir Palkos Buch „Die Löwen kommen“ gelesen, über die Feigheit und Blindheit der angeblich christlichen Politiker, die sich bei jeder Gelegenheit zur Rechtsstaatlichkeit bekennen, ohne zu wissen, dass es Rechststaatlichkeit nur gibt, wenn das Naturrecht anerkannt wird. Alle schweigen, wenn etwa eine Hebamme in Norwegen gekündigt wird und keine andere Anstellung erhält, weil sie sich weigert, einer Abtreibung zu assistieren.
Wenn Europa einmal erwacht, muss es sich von der teuflischen Irrlehre befreien, dass die Mehrheit in jedem Fall Recht schaffen kann. Gegen das Massenphänomen Abtreibung steht die jüdisch-christliche Kulturgeschichte Europas. In Goethes „Faust“, einem Hauptwerk der deutschen Literaturgeschichte, spielt Abtreibung eine zentrale Rolle: Gretchen treibt ab und begeht aus der Sicht Goethes damit ein Verbrechen.
„Wie ist es möglich, so viele Frauen zur
Überzeugung zu bringen, sie hätten ein Recht,
ihr eigenes Kind töten zu lassen?“
Wie ist es möglich, so viele Frauen zur Überzeugung zu bringen, sie hätten ein Recht, ihr eigenes Kind töten zu lassen? Bei fast allen Tieren verteidigen die Mütter ihre Jungen sogar dann, wenn sie dabei ihr Leben riskieren. Abtreibung ist gegen den Urinstinkt alles Weiblichen, sogar im Reich der Tiere. In einer Welt, in der der Mensch selbst weithin für ein Tier gehalten wird, sollte es nicht beleidigend sein, an diese Beobachtung zu erinnern: Auch Tiermütter verteidigen ihre Jungen, in vielen Fällen gegen ihre Väter oder fremde Männer. Mit dem Gottesmord und den aus ihm folgenden Morden steht Europa am Abgrund. Es ist im Begriff, Selbstmord zu begehen. Angesichts des globalisierten Abtreibungsmords und seiner Folgen müssten die Befürworter und Täter mit Macbeth rufen: „Wir haben den Schlaf, den unschuldigen Schlaf ermordet.“ Und: „Nicht das Wasser eines Ozeans kann das Blut von unseren Händen waschen.“ Oder auch mit Lady Macbeth: „Noch immer riecht es hier nach Blut.“ Ja, das tut es in Folge der tabuisierten Abtreibungen.
Wir Christen bräuchten für uns und die ganze Welt dringend eine Weltsynode über Kain und Abel: einen gemeinsamen Schrei der Kirche. Und viele Ladys Macbeth, die auf der Bühne der Welt weinen, weil sich das Blut an ihren Händen nicht abwaschen lässt – höchstens durch den Beichtpriester, wie Shakespeare wusste. Man sollte die Stimmen von Papst Johannes Paul II. und von Mutter Teresa hörbar machen. Die Heilige von Kalkutta sagte: „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß töten kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch?“
Europas Bischöfe sollten eine unübersehbare Demonstration planen
Alle Bischöfe Europas sollten eine gemeinsame Demonstration planen, ein Zeichen, das man nicht übersehen kann und das auch in den Medien nicht vertuscht werden kann. Die Kirche sollte akribisch suchen nach den Lecks, durch die die Ideologie des Tötens auch in kirchliche Strukturen eingedrungen ist. Man müsste dies ebenso aufdecken wie die Missbrauchsfälle. Man darf auch hier nichts vertuschen, denn Abtreibung ist der schlimmste Missbrauch eines Kindes. Abtreibung zu „entkriminalisieren“, als ob man ein Verbrechen durch ein Gesetz zu einer guten Tat machen könnte, müsste als unannehmbar gebrandmarkt werden.
Vielleicht ist auch bei vielen Christen, die Abtreibung eigentlich ablehnen, der Gedanke Macbeths eingedrungen: „Zu meinem Vorteil muss sich alles fügen. Ich bin einmal so tief in Blut gestiegen, dass, wollt ich nun im Waten stillstehen, Rückkehr so schwierig wär als durchzugehen.“ Als Christen können wir hinzufügen: Jesus ist durchgegangen, aber nicht als Täter, sondern als Opfer für alle!

 

Ich denke, dass ich dem nichts hinzufügen muss oder sollte.

Alle, wirklich alle Jahre wieder … 11. Dezember, 2019

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, christsein und glaube, gesellschaft, hass, islam, israel, terrorismus.
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Alle, wirklich alle Jahre wieder vernehmen wir in der Adventszeit frohe Kunde.

Und das nicht nur in den die Adventszeit betreffenden Kreisen frommer und auch nicht so frommer Christen. Nein, auch höchst säkulare Informanten, die mit dem, dessen „Kommen“ die frohe Erwartung im Advent  gilt, nun so gar nichts am Hut haben, beglücken uns mit ihren wunderbaren Erzählungen in der Weihnachtszeit.  So werden wir Frommen mit der unglaublichen Geschichte konfrontiert, wonach das „Heilige Paar“ in leicht veränderter Form auch heute noch nach Herberge suchend durch die Welt geistert, auf der Flucht ist und / oder  nicht willkommen sein soll. Tatsächlich, Jahr für Jahr wiederholt sich die wundersame Reise von Maria und Josef und dem Kind auf die seltsamste und auch geheimnisvollste Weise. Meistens dienen diese Geschichten allerdings  lediglich dazu, uns ob unseres freien und sorgenfreien Lebenswandels in einer freien und gut-wundervollen Welt  ein schlechtes Gewissen zu machen, das wir aber glücklicherweise ganz leicht wieder beruhigen können, indem wir für diverse wohltätige Organisationen Gold, Weihrauch und Myrre spenden – dies aber in der heute üblichen und universal geltenden Währung.

Ich finde es völlig in Ordnung, für Menschen, die nicht so auf Rosen gebettet sind, zu spenden. Aber muss man deshalb diese billigen Vergleiche mit dem damaligen, einzigartigen Geschehen ziehen, wie es die Bibel berichtet? Reicht es nicht zu sagen, dass wir aus Freude darüber und Dankbarkeit dafür, dass Gott sich in Jesus offenbart hat, von unserem Überfluss, Reichtum oder auch von unserem einfachen Einkommen etwas abgeben?

Reicht es nicht zu sagen, dass man aus reinem Erbarmen mit Menschen, die  auf der Flucht sind,  bereit ist zu helfen? Muss man diese unsinnige Parallele wirklich bis zum geht nicht mehr auswalzen, wonach ja auch Maria und Josef Flüchtlinge, gar Migranten waren?

Mich irritiert es von Jahr zu Jahr mehr, dass dieses einzigartige Geschehen   derartig profanisiert   wird, so dass die eigentliche Heilsgeschichte  Gottes gar nicht mehr wahr genommen werden kann, diese unglaubliche Botschaft von  der Menschwerdung dessen, den wir mit unserem menschlichen Verstand nie und nimmer erfassen und begreifen können.

Aber es sind nicht nur die Spendensammler und die Vertreter von NGOs, die an uns mit Hilfe der „Maria-und-Josef-Geschichte“ appellieren.

Es mischen sich auch noch ganz andere Töne und Typen in den Chor der modernen Bibelausleger.

Ganz besonders raffiniert sind die Freunde des grünen Propheten, die mit  reiner und ausnahmslos politisch motivierter Propaganda Stimmung machen.

Da mutieren Maria und Jesus zu den von Juden verfolgten Palästinensern, wird Bethlehem und auch Jerusalem flugs zu  uralten palästinensischen Örtlichkeiten umdefiniert. „Seht her, ihr Leute in Europa und besonders ihr in Deutschland! Wir armen Palästinenser sind die eigentlichen Protagonisten der biblischen Geschichte – auch wenn der Koran es ein bisschen anders darstellen sollte, als ihr es gewohnt seid, erzählt zu bekommen. Maria war eine palästinensische Frau und Josef ein palästinensischer Mann und gemeinsam zogen sie aus dem palästinensischen Nazareth zu dem palästinensischen Bethlehem.“ so oder so ähnlich klingen die Geschichten.
So wird es berichtet von den Propagandisten um Abbas und Konsorten. Und nicht wenige Menschen in Deutschland und Europa sind bereit, diesem Lügenmärchen Glauben zu schenken. Zwar misstrauen Leute zutiefst den biblischen Berichten und sind generell dem Christentum kritisch gegenüber eingestellt, aber irgendetwas wird schon dran sein an den Erzählungen und Behauptungen. Gab es nicht immer schon Palästina und sind nicht die bösen Juden die Eindringlinge, die den Palästinensern das Land streitig machen? Möglich wird der Glaube an dieses Ammenmärchen ja auch dadurch, dass Christen über Jahrhunderte hinweg die jüdische Herkunft des Heilandes schlicht ignorierten. Zwar kann man im Evangelium des Matthäus gleich im ersten Kapitel den kompletten jüdischen Stammbaum Josefs, des irdischen Vaters Jesu nachlesen, aber was heißt das schon? Schließlich wird Jesus ja als „Gottes Sohn“ vorgestellt und das bedeutet nun ja gerade nicht zwangsläufig, dass Jesus Jude war, auch wenn seine leibliche Mutter ein junge jüdische Frau war (Jude ist nach den heute geltenden Regeln der Halacha, wer eine jüdische Mutter hat) und Jesus selbst nach den jüdischen Regeln am 8.Tag beschnitten und wohl auch jüdisch erzogen wurde. Wir Menschen drehen uns die Tatsachen so zurecht, dass sie unser gewohntes Weltbild nicht stören können. Und deshalb – und weil die Kritik an Israel gerade wieder als Wiedergänger des altbekannten Antisemitismus sehr modern  ist – haben Abbas und seine Sympathisanten leichtes Spiel.

Ulrich Sahm hat das bei Facebook in den einleitenden Worten zu einem Bericht bei Audiatur sehr schön formuliert:

„Wer glaubt, dass Weihnachten ein friedliches Freudenfest sei, sollte rechtzeitig umlernen.
Zum palästinensischen Nationalfeiertag Weihnachten übermittelte Präsident Mahmoud Abbas eine Grußbotschaft: „Weihnachten ist ein palästinensischer Nationalfeiertag und Jesus war ein palästinensischer Guerillakämpfer, der gegen Ungerechtigkeit stand“ Weiter sagte er: „Jerusalem ist der dem Himmel am nächsten liegende Punkt und somit die Hauptstadt unseres palästinensischen Staates.“

Jede Wette, dass diese Auslegung der biblischen Berichte über die Umstände rund um die Geburt Jesu auf freundlich geöffnete Ohren treffen.

Die ganze erschütternde Verdrehung der biblischen Geschichte kann man bei  Audiatur nachlesen.

In dem Bericht findet sich auch dieser fulminante Schlusssatz Scheich Essam Rumanas, der der Zeremonie der Weihnachtsbaumbeleuchtung beiwohnte:

„Wir feiern die Erleuchtung des Geburtsbaums Jesu, Friede sei mit ihm, der die Geburt unseres Propheten Mohammad gepredigt hat, Friede sei mit ihm, und wir feiern diese Gelegenheit und auch im Zusammenhang mit dem Jahrestag der ersten Intifada, bei der unserem Volk Tausende von Märtyrern und Verwundeten geschenkt wurden“.

So feiert man wahrlich die Geburt des „Friedefürsten“, wie wir nach den uralten Worten der Bibel Jesus Christus auch nennen.  Tausende von Märtyrern, die nichts Besseres zu tun hatten, als im Namen Allahs des Barmherzigen Juden umzubringen. Juden, wie Jesus einer war.

Noch Fragen?

Oder auch: JESUS IST KEINE METAPHER

 

Glockengeläut für die Rettung des Planeten 28. November, 2019

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Heute lese ich in meiner Tageszeitung, dass am morgigen Freitag die Glocken der großen Marktkirche in Hannover läuten werden – Punkt 12.oo Uhr, und dass man eine Andacht abhalten wird zur Rettung des Klimas.

Morgen ist nämlich der 29. November und die Klimaretter der FfF-Bewegung haben zu einer machtvollen und weltweiten Demonstration aufgerufen. Da muss die evangelische Kirche, die in Deutschland für den lutherischen Zweig der Protestanten ja ihr Hauptquartier (EKD) in Hannover hat, natürlich ein deutliches Zeichen zur Unterstützung setzen, Andacht und Glockengeläut und vermutlich auch das eine oder andere Statement der Kirchenführer vor laufenden Kameras und zahlreichen Mikrofonen. 

Eigentlich kann man nichts dagegen haben, dass Andachten abgehalten werden…

Ich finde es aber ein bisschen einseitig mit der Beandachtung. Andachten zur Rettung der Seelen finden nämlich nicht so öffentlichkeitswirksam statt, wenn überhaupt. Das kann ich allerdings so genau ja nicht wissen, weil es weder in meiner Zeitung steht, noch in der Tagesschau verkündet wird.

Andachten zur Rettung des Klimas haben ja durchaus biblische Vorbilder, wenn man das Gebet um Regen, wie es die alten Israeliten bereits vor der Geburt Christi übten, auch als „Klimarettung“ begreifen möchte. Regen ist immerhin ein wesentlicher Teil dessen, was wir Wetter nennen, und Wetter wiederum macht gemeinsam mit anderen Faktoren das aus, was uns als „Klima“ so herzergreifend an selbiges Herz gelegt wird.

In der Bibel wird eine spektakuläre Geschichte erzählt: Es hat lange Wochen, Monate, ja sogar Jahre nicht geregnet, die Felder sind vertrocknet, das Vieh darbt genauso wie die Menschen, eine Katastrophe ist nicht mehr abzuwenden, es sei denn, man würde die höhere Macht anrufen und um Beistand, beziehungsweise Einsicht und Erbarmen mit den armen Menschen bitten. Die armen Menschen der damaligen Zeit hatten es nämlich  einfach zu anstrengend gefunden, sich an die Ge- und Verbote zu halten, die ihnen der Gott ihrer Vorväter, der „Schöpfer Himmels und der Erden“, wie man ihn auch betitelte, aufgetragen hatte. Sie hatten sich unter Anleitung ihres Königs bequem eingerichtet in ihrer Wahlgötterwelt, die von Baal und seinen Priestern bestimmt wurde. Der König hatte sich diesem schönen Götter-Kult angepasst und an den Altären des Baal vergessen, dass er eigentlich sein Königtum, ja, sein ganzes Sein dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs verdankte. Der Prophet Elia, der ihn immer wieder mal auf diesen EINEN hinwies und ihm gleichzeitig klar machte, dass die Trockenheit ein deutliches Zeichen Gottes sei, nicht länger den falschen Göttern zu folgen, redete aber gegen den Wind, er fand kein Gehör.

Schließlich, als das Murren und Leiden des Volkes zu groß wurde, ließ sich Ahab, der König, auf einen Wettstreit ein.  Er ordnete an, dass sowohl die Priester des Baal an einem Altar Opfer bringen und um Regen bitten würden, als auch der Prophet Elia.  Ich erspare es mir, die ganze Geschichte hier weiter zu erzählen, wer will, kann sie ja in der Bibel nachlesen im Buch der Könige: 1. Könige, Kapitel 18, ab Vers 16.   Der Wettstreit endet schließlich damit, dass die Priester der falschen Götter elendig versagen, Elia aber Gehör bei Gott findet und das Land durch den Regen endlich wieder fruchtbar wird.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass die Freude über Gottes Segen durch  Regen nicht sehr lange anhielt und die Menschen ziemlich bald wieder fremden Göttern huldigten, Göttern, die sie in Form von Statuen verehrten…

Nun ja, das hat sich bis heute wohl nicht geändert. Auch wir erheben immer noch alle möglichen ideellen wie materiellen Gottheiten und erwarten von ihnen die Rettung aus Schwierigkeiten und Gefahr. Und so läuten eben die Glocken in Hannovers größtem Kirchturm zur Ehre der „Bewegung“, die in seltsamer Verklärung menschlicher Hybris angetreten ist, die Welt zu retten.

SOS möchte ich da schreien, SAVE OUR SOULS …. und lass uns erkennen, dass wir nicht Gott sind, nicht einmal kleine Götter.

 

Die Anführer der Bewegung und ihre vielen Nach- und Mitläufer verkünden ganz offen, dass sie nicht eher Ruhe geben werden, bis sie die Macht haben, die Zukunft dieser Welt zu entscheiden. Sie wähnen sich als stark, gar als die Stärkeren….  Wenn sie sich da mal nicht irren… denn Gott lässt sich nicht spotten.

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Und hier zum xten Mal meine Erklärung: Ja, wir haben den Auftrag, die Schöpfung zu verwalten, zu bewahren und zu pflegen. Wir sollen sorgsam mit unserer Umwelt, mit der Natur und den Ressourcen umgehen. Wir sollen für Chancengleichheit für alle Menschen einstehen, denn sie alle sind Geschöpfe Gottes. 

Aber wir haben nicht die Macht, die Temperaturen auf unserem Planeten auch nur um ein Zehntelgrad zu justieren, wir verfügen weder über die Sonne, noch über Meer, Wolken und Wind.

CO2 ist die neue Gottheit, die wie eine Monstranz vor den „FfF-Kriegern“ hergetragen wird – sie dient aber nicht der Umwelt, sondern der Ausbeutung der Menschen, denn im Namen der CO2-Verhinderung werden Gesetze erlassen, Ge- und Verbote ausgesprochen und lauern Zwangsmaßnahmen und die Einschränkung der Freiheit für die Meinungsäußerung in Schrift und  Rede.

 

„Lidl lohnt sich“ – streng neutral! 2. September, 2017

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Griechische Produkte werden gerne  mit Fotos aus Griechenland beworben…

So auch bei Lidl:

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Quelle zu diesen Bildern: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1693459307353195&set=a.204135822952225.52422.100000674263585&type=3&theater

 

Blauer Himmel, blaues Meer, weiße Gebäude… das assoziiert  Sommerlaune und Urlaubsfeeling.

Damit aber Konsumenten aus einem nicht „griechisch-orthodoxen“ (also christlichen)   Kulturkreis problemlos die wunderbaren Produkte aus DEM ur-europäischen  Kulturland schlechthin kaufen können, müssen zuvor die lästigen Hinweise auf die religiöse Ausrichtung der Gebäude mit den hübschen blauen Dächern getilgt werden. Man könnte sich ja als Angehöriger der Religion des Friedens durch die Symbole der Anhänger des Nazareners beleidigt fühlen, müssen sich die Marketingstrategen bei Lidl gedacht haben, und wer möchte schon auf potentielle Kunden verzichten, nicht wahr? Oder haben sich die Strategen mit der wechselvollen Geschichte Griechenlands befasst und hielten es deshalb für angemessen, auf die christliche Symbolik zu verzichten?

Zur Erinnerung:

Nach der griechischen Mythologie entführte der mächtige Gott Zeus in der Gestalt eines Stieres die schöne Jungfrau Europa von den Gestaden Phöniziens und ließ sich mit ihr am Strand  der griechischen Insel Kreta zur lustvollen Vermählung nieder.  Als Zeichen der Ehrerbietung für die außergewöhnlich schöne Eroberung des Göttervaters  wurde der Erdteil, zu dem Kreta gehört, nach der Schönen „Europa“ genannt.

In Griechenland, so lernte ich es einst im Geschichtsunterricht, wurde eine Form der politischen Verfasstheit zum  Vorläufer dessen, was wir heute Demokratie nennen – Herrschaft des Volkes.

Das griechische Kernland, so lernte ich es im Religionsunterricht und so kann man es in der Apostelgeschichte (in der Bibel) nachlesen, wurde neben den griechischen Städten in Kleinasien und Syrien zur Keimzelle des jungen Christentums. Die sogenannten Missionsreisen des Apostel Paulus führten ihn in griechische Städte – nach Rom ging er nur, um dort zu sterben -, die Mehrzahl seiner „Briefe“  richten sich an „griechische“ Gemeinden oder Personen. Griechisch war die Verkehrssprache der damaligen Welt und das „Neue Testament“ wurde zuerst auf Griechisch verfasst. Deshalb gehören auf griechische Kirchengebäude  die Symbole, die von Christus zeugen!

Griechenland, so lernte ich es aus der Literatur, wurde allerdings –  wie viele andere Mittelmeerländer – von osmanisch-muslimischen Eroberern  zu einem großen Teil unter die Herrschaft des Islam gestellt. Diese endete erst in der ersten Hälfte des 19.  Jahrhundert. Heute leben  laut wiki etwa 500000 Muslime im Land.

Für Muslime könnten Kirchen und die verhassten Kreuze auf den Verpackungen von Olivenöl, Joghurt oder sonstigen Produkten aus Griechenland also tatsächlich eine Kränkung sowohl hinsichtlich der religiösen wie historischen Gegebenheiten darstellen und somit die Kaufentscheidung beeinflussen.

Und so könnte man mit einer gewissen Rechtfertigung  und  deutschem Übereifer in Sachen Toleranz Rücksicht auf die Gefühle derer legen, die empfindlicher (selbst für scheinbare oder unabsichtliche)  Beleidigungen sind, als wir robusten Mitteleuropäer – mit oder ohne christlichen Hintergrund -, denen man schon mal ein harsches „islamophob“ oder „rassistisch“ an den Kopf knallt, wenn wir leise Kritik üben an den merkwürdigen kulturellen Besonderheiten, die wir immer wieder in Magazinen und Berichten zur Kenntnis nehmen können wie:  Steinigungen von Ehebrecherinnen, Enthauptungen von Christen, Aufhängen von Schwulen an Baukränen, öffentlichen Auspeitschungen für Kinkerlitzchen, Abhacken von Händen oder Füßen,  Töten von Apostaten oder Ehrenmorden an Töchtern sowie  Zerstörung von uralten Kulturgütern oder Kirchen im Namen der Religion des Friedens und des allergrößten Propheten aller Zeiten.

 

Sehr geschätzte Manager und Strategen von Lidl,

LOHNT SICH DAS WIRKLICH ?

 

 

 

 

 

 

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… 7. September, 2016

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… der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Daran musste ich bei der Einschulung des ersten Enkelkindes denken.

„Auf dem Dorfe“, so sagte schon der für unsere Schule zuständige  Schulrat vor gut 25 Jahren, „ist die Welt noch in Ordnung!“

Und dem ersten Eindruck und äußeren Schein nach zu urteilen, ist das heute wohl auch noch so.

Die Einschulung wird gefeiert,   29 Kinder beginnen den „Ernst des Lebens“  mit ihren Eltern und vielen Verwandten in der gemeinsamen Dorfkirche zweier Dörfer am Rande der großen Stadt. Jeder Platz in der Kirche ist besetzt, Väter, Mütter, Großeltern, Geschwister, Onkel und Tanten der i-Männchen sind gekommen, um  die kleinen Schulanfänger bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. Fröhliche und kindgerechte Lieder werden gesungen und der Pastor hält eine wunderbare und bemerkenswerte Predigt für die Kinder – und ein bißchen auch für die Erwachsenen. Um einen Hut geht es in der Predigt, darum, wozu so ein Hut gut ist: Er schützt vor zuviel Sonne, vor Wind, Regen oder Kälte und selbst vor neugierigen Blicken. Das verstehen wirklich alle.  Das Wort „Hut“, erklärt der Pastor weiter, steckt in dem Wort „behütet“. Und das wünscht er den Kindern, behütet zu sein auf ihrem weiteren Weg – nicht einfach nur mit einem Hut, versteht sich, sondern von GOTT selbst, der Hilfe und Schutz sein will in den herausfordernden Situationen des neuen Lebensweges. Ja, das verstehen auch alle…  wenn vielleicht auch nicht jeder Anwesende um diesen Schutz weiß oder gar darum bittet.

Doch der Pastor bittet darum für alle Kinder und die Eltern, Geschwister und Großeltern und legt jedem neuen Schulkind segnend die Hände auf und stellt jedes Kind unter Gottes Segen.  Am Verhalten einiger Erwachsener ist abzulesen, dass ihnen Kirche und Gottesdienst gänzlich fremd sind. Aber auch sie gehören hier in der Kirche ganz selbstverständlich dazu.

„Auf dem Dorf“, denke ich, „geht das noch, ohne dass zuvor darüber debatiert werden muss“ und bin dankbar für diesen wunderbaren segensreichen Einschulungsgottesdienst.

Im Anschluß ziehen wir alle in langer Prozession hinter einem bunt geschmückten Bollerwagen*** her  ins Nachbardorf zur „großen“ Schule, in deren Turnhalle die „Neuen“ von der Schulleiterin und allen Lehrerinnen begrüßt werden und die Viertklässler ein Theaterstück für die neuen  Mitschüler aufführen.  Die 29 Kinder werden auf zwei Klassen verteilt, 17 Kinder bleiben in der „großen“ Schule, für die anderen 12 geht es zurück ins Nachbardorf und in die „kleine“ Schule….  Dort wird das Enkelkind also seine ersten Schuljahre verbringen. Wie schön!

 

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„Auf dem Dorf herrscht doch noch das Paradies“ meinte der ehemalige Schulrat …. und Recht hat er. Zumindest was dieses Dorf angeht und seine kleine Schule mit einer winzig kleinen Schar neuer Grundschüler.   Dankbar bin ich für die Eltern, Lehrer und die politisch Verantwortlichen, die sich für den Erhalt der kleinen Grundschule eingesetzt haben und immer noch einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, wie ich aus eigener Anschuung und vielen Kämpfen in früheren Jahren weiß.

Im Haus des i-Männchens wurde mit der ganzen Familie kräftig gefeiert…  wir  Erwachsenen erinnerten uns an die Einschulung  der Eltern, Onkel und Tanten des neuen Schulkindes… auch damals gab es den Gottesdienst in der Dorfkirche, die Einschulungsfeier in der Aula der Schule… die Aufregung der Kinder… Tränchen der Rührung und des bewußten Abschiednehmens von einem wichtigen Teil der Kindheit ihres Kindes  bei den Eltern…   Lieder und Theaterspiele…..     und  Schultüten!      Waren die damals auch schon so reich gefüllt…?

 

Und die Gedanken gingen zurück in meine eigene Kindheit. Wie war das damals vor 60 Jahren bei meiner Einschulung, waren die Eltern, waren Oma und Opa mit dabei, ich meine, in der Schule? Gab es eine Feier in der Klasse für die neuen i-Männchen – eine Aula oder Turnhalle hatte meine Schule nicht.

Ich weiß es nicht mehr, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass wir in der ersten Schulstunde ein Lied lernten: „Schön ist die Welt, drum Brüder laßt uns reisen, wohl in die weite Welt, wohl in die weite Welt…“

Der Meinige erzählte, dass er der einzige „Knabe“ gewesen sei, der in der einklassigen Dorfschule eingeschult wurde. So vermerkt es jedenfalls die Dorfchronik des kleinen Dorfes, in dem seine Familie damals als Flüchtlinge  Rettung und Unterkunft gefunden hatte.

 

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***Der geschmückte Bollerwagen mit den Schultüten, die von den  Müttern der Schulkinder gebastelt worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bedrängnis erkennen… 22. August, 2014

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Johannes Gerloff hat einen sehr guten Artikel über die Situation und  Vertreibung der Christen im Irak geschrieben.

Ich stelle ihn hier ungekürzt ein:

Die Apokalypse des irakischen Christentums

Christen und andere „Ungläubige“ zu vernichten ist das erklärte Ziel islamistischer Extremisten im Irak. Eine der ältesten christlichen Kulturen der Welt steht vor dem Aus. Eine Analyse von Johannes Gerloff

Die Bilder sind grauenhaft. Aneinander gekettete Frauen werden reihenweise als Sex-Sklaven feilgeboten. Männer müssen sich in Massengräber legen, wo sie durch Kopfschüsse getötet werden. Kreuze, an denen blutüberströmte menschliche Körper hängen. Nicht nur Soldaten, sondern auch Kleinkinder werden enthauptet, die abgeschnittenen Köpfe auf Pfählen zur Schau gestellt – was die Täter dann fotografieren und stolz im Internet veröffentlichen.

Begleitet werden die Bilder von Schreckensgeschichten, die kaum unabhängig überprüft werden können. Aber sie haben Wirkung: Tausende orientalische Christen sind auf der Flucht. In der Mitte des zweiten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert steht eine der ältesten christlichen Kulturen weltweit vor dem Aus.

Dabei standen die Zeichen unmissverständlich an der Wand. Was heute grauenhaft Wirklichkeit wird, wurde durch Graffiti an den Hauswänden der irakischen Großstädte Bagdad und Mossul seit Jahren angekündigt. Und der dort angesprühte anti-christliche Hass war keineswegs präzedenzlos. Bereits vor eineinhalb Jahrzehnten drohten islamistische Wandschmierereien in Ägypten: „Zuerst die Samstag-Leute! Dann die Sonntag-Leute!“

Auslöschung mit System

Tatsächlich ist die Massenvertreibung der christlichen Bevölkerung des arabisch-islamischen Orients eine konsequente Fortsetzung der erklärten, planmäßigen und erfolgreichen ethnischen Säuberung der arabischen Juden, der „Samstag-Leute“. Waren Mitte 20. Jahrhunderts noch mehr als eine Million Juden in der arabischen Welt beheimatet, so ist diese heute praktisch „judenrein“.

Jetzt sind Zentren, Organisationen und Institutionen der „Sonntag-Leute“ „legitime Ziele“ extremistischer Muslime. Sie wollen erklärtermaßen „alle Ungläubigen töten, wo immer sie ihrer habhaft werden können“. Mit „Ungläubigen“ sind aus Sicht der Muslime alle Andersgläubigen gemeint, nicht nur Christen, sondern auch Jesiden und Muslime der jeweils anderen Glaubensrichtungen.

Aus Perspektive der Christen erwächst die Bedrohung aber nicht nur von Seiten sunnitischer Islamisten, etwa der Muslimbruderschaft, der Al-Qaida und ihrer „Töchter“, der Nusra-Front oder des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS), sondern auch von schiitischen Gruppierungen. So ordnete im Jahr 2012 der Großajatollah Sajid Ahmad al-Hassani al-Baghdadi in einem Interview mit dem ägyptischen Fernsehsender Al-Baghdadiah die uneingeschränkte Unterwerfung oder Ermordung aller Christen im Irak an.

Systematisch haben radikale Muslime im Irak über Jahre hinweg ein Klima des Schreckens,

(mehr …)

Margot Kässmann…. 13. August, 2014

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hat den Redakteuren –  Christiane Hoffmann und  René Pfister – des Magazin  „Der Spiegel“ ein Interview gegeben unter dem  etwas provozierenden Titel: „Beten mit den Taliban“.

Ich habe zunächst über das Internet   davon  erfahren, z. B. hier   hier    und hier   und in vielen Kommentaren bei Facebook.

Am Montag   die Druckausgabe des „Spiegel“  im Briefkasten … und sofort das ganz Interview gelesen!

Es ist ein interessantes Gespräch, das mit der Frage eröffnet wird:

Frau Kässmann, war es ein gerechter Krieg, als die Alliierten Deutschland von der Herrschaft der Nazis befreiten?

die Frau Kässmann so beantwortet:

Es war sicherlich ein Krieg mit einer guten Intention und am Ende die Befreiung vom Naziterror. Aber mir fällt es schwer, Kriege zu rechtfertigen. Es gibt nur einen gerechten Frieden. Wenn es zu einem Krieg kommt, ist das immer ein Versagen, weil es nicht schon viel früher Versuche gegeben hat, Waffengewalt zu verhindern.

Wie schon in dieser Eingangssequenz deutlich wird,  ist das Gespräch vor allem durch die Art des verbalen Schlagabtauschs interessant: Die Spiegel-Journalisten stellen provokante Thesen / Fragen zur Debatte, Frau Käsmann antwortet mit nicht minder provozierenden Statements, wie es das in den Medien so hart kritisierte Zitat zeigt:

Ich fände es gut, wenn die Bundesrepublik auf eine Armee verzichten könnte wie etwa Costa Rica. Natürlich weiß ich, dass das eine Utopie ist, allein wegen der Einbindung Deutschlands in die NATO.“

Dabei unterschlagen die Kommentatoren in den Blogs und Foren  jedoch die etwas provozierende Frage der Interviewer, die der oben zitierten Antwort vorausgeht, nämlich:

„Warum sagen Sie nicht gleich: Schafft die Bundeswehr ab!“

Dieser  Ausschnitt   markiert jedoch schon fast das Ende des Gesprächs.

Auffällig an dem Gesprächsverlauf zuvor, ist,  wie sehr  sich Frau Kässmann darum bemüht, nicht konkret zu werden, sie flüchtet sich geradezu von einem  friedlichen Statement zum nächsten und zieht immer neue Karten mit weiteren Stichworten aus  ihrem umfangreichen Zettelkasten fromm-friedlicher Sprüche. Wann immer die Journalisten eine Frage stellen, holt Frau Kässmann die passende  ausweichende Antwort aus ihrem schier unerschöpflichen Repertoire.

Zum Beispiel:

Spiegel: Ist für die evangelische Kirche eine militärische Intervention überhaupt zu rechtfertigen?

Antwort Kässmann:

Ich bin Pazifistin, aber keine Radikalpazifistin. Für mich ist Gewaltfreiheit immer die vorrangige Option. Ich kann mir aber vorstellen, und so steht es auch in einer Denkschrift der EKD aus dem Jahr 2007, dass unter strengen Kriterien  „eine Art internationaler Polizeiaktion“ möglich ist.

Das ist, denke ich, eine durchaus diskussionswürdige Idee, wobei es in dieser kurzen Passage jedoch völlig offen bleibt, wie so eine „internationale Polizeiaktion“ aussehen könnte, wer die Aktion auf den Plan riefe, wie die Bewaffnung wäre, welche Zielsetzung dem Einsatz zugrunde läge und wer überhaupt die „Polizei“ stellen sollte. Das alles bleibt im Interview sehr vage und müsste an Ort und Stelle in der Denkschrift nachgelesen werden.

Die prompte  Nachfrage der Journalisten, was das genau hieße, „präzisiert“ Frau Kässmann so:

Die evangelische Kirche hat insgesamt sieben Kriterien aufgestellt, die erfüllt sein müssen, damit ein Einsatz gerechtfertigt ist. So muss zum Beispiel unter allen Umständen dafür gesorgt werden, dass Zivilisten geschont werden. Außerdem muss es ein UNO-Mandat geben.

Natürlich wird  diese Aussage umgehend gekontert, Spiegel:

Damit hätte der Krieg der Alliierten gegen Hitler und der Einsatz der Nato im Kosovo nicht stattfinden dürfen. Bei beiden kamen Zivilisten zu schaden, und im Kosovo gab es kein UNO-Mandat. Wäre es nicht ehrlicher von Ihnen zu sagen: Ich bin ganz  gegen Kriegseinsätze, ohne diese rhetorischen Verrenkungen?

Damit nähern sich die Kontrahenten langsam dem Kern der „Kampfzone um Krieg und Frieden“. Frau Kässmann:

Meine Position ist, dass wir alles tun müssen, um Kriege als Institution abzuschaffen. Ich persönlich finde es sehr positiv, dass die Deutschen eine solche Abneigung gegen Krieg entwickelt haben.

Wer in unserer schönen Bundesrepublik würde den Satz, „Krieg als Institution abzuschaffen“ nicht unterschreiben wollen. Es ist ein wunderbares Ziel, auf eine grausame und den Tod bringende Institution verzichten zu wollen.  Aber leider ist die Wirklichkeit auf unserem Planeten eine völlig andere. Kriege werden geführt, immer noch und wohl auch immer wieder.

Es mag für Frau Kässmann und viele ihrer NachfolgerInnen  persönlich ja sehr schön sein, dass die Deutschen eine Abneigung gegen den Krieg entwickelt haben, und hätte sie gesagt, „gegen einen Krieg zu sein, den WIR, die Deutschen anzetteln oder den unsere Verbündeten in der NATO anzuzetteln gedenken und den wir dann ob wir wollen oder nicht, mittragen müssen“ – so könnte ich ihr im Kern zustimmen. Die Abneigung,  einen Krieg anzuzetteln, teile ich nämlich auch. Aber ganz anders sieht es doch aus, wenn wir zu Hause auf dem Sofa sitzen und uns via Fernsehen die grauenhaftesten Bilder aus den Kriegsgebieten dieser Erde präsentiert werden und wir dann nur seufzend die Hände in den Schoß legen und sagen: „Da kann man nichts machen. Ich bin ja gegen den Krieg, aber ich rufe eine Spendenaktion für die Opfer ins Leben….!“

Denn das ist die Konsequenz, die man  aus den nächsten beiden Dialog-Szenen schlussfolgern müsste:

Spiegel: Der Historiker Heinrich August Winkler hat kürzlich gesagt, es sei ein pathologischer Lernprozess, wenn die Deutschen aus den dunklen Kapiteln ihrer Geschichte den Schluss ziehen, sich in einer weltpolitischen Nische zu verstecken.

Kässmann: Was soll daran pathologisch sein? Sind die Schweizer pathologisch oder die Schweden? Ich fände es gut, wenn wir als Konsequenz aus den Schrecken des 20. Jahrhunderts sagen: Wir beteiligen uns nicht an Kriegseinsätzen.

Mir kommt Frau Kässmanns Erwiderung an dieser Stelle unredlich, ja, unverantwortlich verantwortungslos vor.  Sie weist einmal  auf Staaten hin, die im großen Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs bereits „neutral“  und nicht Kriegspartei waren, die also gar nicht  den oben genannten „Lernprozess“ durchlaufen mussten, sondern bereits viel früher zu einer anderen politischen Haltung in Bezug auf Allianzen in Kriegs- und Friedenszeiten gekommen waren und bis heute dabei geblieben sind.   Zum anderen unterschlägt sie, dass  „nur“ durch den enormen militärischen Einsatz der Alliierten und durch größte menschliche Opfer  der Schrecken der Naziherrschaft über Europa gewendet werden konnte. Gegenwärtig erleben wir in Syrien und Irak einen furchtbaren und mörderischen Krieg gegen vollkommen unschuldige Menschen, die auf die blutigste Weise gemordet und abgeschlachtet werden. Wenn je ein „gerade wir Deutschen“ in der Argumentation berechtigt war oder ist, dann in dieser. Gerade wir Deutschen können uns nicht mit heimlichem Schauder zurücklehnen und uns nicht zuständig fühlen, die verfolgten Menschen aus ihren Qualen zu befreien.

Es ist zynisch zu sagen, wir hätten aus dem Schrecken des vergangenen Jahrhundert das gelernt, die Verfolgten dieses Jahrhunderts ihrem eigenen Schrecken zu überlassen. Das wäre oder ist nämlich die  Konsequenz der Kässmann’schen Haltung.

Die Interviewer haken nach:

Also sind Sie dafür, dass die Kirche jegliche Form von Gewalt ablehnt.

Antwort Kässmann:

Das ist meine Vision, ja. Altbundeskanzler Schmidt hat einmal gesagt, Leute mit Visionen sollten zum Arzt gehen. Aber ich finde die biblische Vision vom Frieden wunderbar. Friede und Gerechtigkeit werden sich küssen, heißt es in der Bibel. Was für ein schönes Bild!

Ja, was für ein schönes Bild! Welch eine herrliche Vision! Wer würde sich das nicht wünschen?

Aber muss ich  die  promovierte Theologin wirklich darauf hinweisen, dass sie diese „Vision“ völlig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert? Entnommen ist dieser Vers (11)   dem Psalm 85  in dem ein nicht näher genannter „Chorleiter“  sich im  Gebet  an  Gott wendet, ihm dafür dankt, dass ER, Gott  „die Gefangenschaft Jakobs wendet“, „die Ungerechtigkeit seines Volkes vergibt“ , „seinen Grimm zurückgezogen hat“ . Und er – der Chorleiter – bittet den „HERRN“ um Gnade, „gewähre uns dein Heil“.…. „Fürwahr, nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, damit Herrlichkeit wohne in unserem Land. Gnade und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst. Wahrheit wird sprossen aus der Erde, Gerechtigkeit herniederschauen vom Himmel.“  (nach der Elberfelder Übersetzung zitiert) Die „Wahrheit“ wird nicht von Menschen verkündet, sie stellt sich ein, wie die Pflanze, die aus der Erde sprosst;  wirkliche Gerechtigkeit zu gewährleisten, dazu sind wir, die Menschen,  nach Ansicht dieses uralten Gebets ganz offensichtlich nicht imstande, sie wird  „vom Himmel“  geleistet.  Noch, so muss man dem Psalm entnehmen, ist der friedliche Zustand, den der Betende beschreibt,  nicht eingetroffen. Das Böse ist immer noch in der Welt. Und auch die  Voraussetzung für diesen paradiesischen Zustand ist bis heute nicht erfüllt,  nämlich „Gott zu fürchten“, wie es im Psalmwort heißt,  ihn zu ehren, seinen Worten zu folgen, könnte man dieses „fürchten“ interpretieren.  Wäre es darum einer Theologin nicht angemessener, diesem Ziel zu folgen,  Gott in den Mittelpunkt ihrer Mission zu   stellen, statt zu einem gnadenlosen Pazifismus aufzurufen, der dazu beiträgt, dass Menschen im grausamen Elend bleiben?

Und das scheinen auch die Spiegel-Journalisten zu meinen, wenn sie auf die Kässmann’sche „Vision“ erwidern:

Das stimmt. Das Problem beginnt dort, wo man sich eine Realität zusammenträumt und dann Politikern Handlungsanweisungen mit auf den Weg gibt.

Aus- und abweichend antworte Margot Kässmann darauf:

Warum setzen Sie Gewaltfreiheit immer mit Träumerei gleich? In Liberia haben Frauen mit Sitzblockaden einen Friedensprozess erzwingen. Es ärgert mich, dass solche Geschichten nie erzählt werden. Nach Ihrer Logik hätte es auch die friedliche Revolution in der DDR nie geben dürfen.

Frau Kässmann nimmt hier eine elegante Wendung vor.  Statt von Krieg und Frieden zwischen Staaten redet sie nun von Gewaltfreiheit im Staat,  statt von zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen zu sprechen,  bringt sie die Rede auf innerstaatliche Konflikte. Weder haben die Frauen in Liberia, noch haben die Menschen in der damaligen DDR gegen einen „äußeren Feind“ gekämpft. Sie haben sich friedlich mit Problemen des eigenen Lebens und des eigenen Landes auseinandergesetzt und sind gegen die jeweiligen Zustände im friedlichen Protest auf die Straße gegangen. Das ist doch eine völlig andere Situation als die, in der sich beispielsweise die Christen und Yeziden im Irak befinden, die willkürlich angegriffen und ermordet werden. Sollten sie sich mit Kerzen auf den Markplatz setzen und so dem „Islamischen Staat“ trotzen oder gar Einhalt gebieten?

An dieser Stelle des Interviews fällt dann die oben zitierte Frage nach der Abschaffung der Bundeswehr und folgt die Kässmann’sche Antwort (s.o.), die  mit einem weiteren Satz ergänzt wird:

Es wäre schön, wenn wir darauf verzichteten, Waffen in alle Welt zu liefern.

Die Spiegel-Redakteure lassen sich auf dieses Argument ein, fragen aber, was gegen Exporte in NATO-Länder spräche, die ja „versprochen haben, uns in der Stunde der Gefahr beizustehen“.

Darauf Frau Kässmann:

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass ein Land mit der Vergangenheit wie Deutschland sich nicht dadurch hervortun muss, „schöne“ und technisch ausgefeilte Waffen in die ganze Welt zu liefern. Welche Widersprüche durch Waffenexporte entstehen können, sehen wir doch jetzt am Beispiel Russlands. Es steht Deutschland gut an zu sagen: Wir exportieren Frieden und nicht Rüstung.

(Der Spiegel, Ausgabe 33,  11. 8. 2014, Seiten 23 und  24)

Soweit der von mir hervorgehobene Dialog.

Und wieder schafft Frau Kässmann eine elegante Wendung mit dem Hnweis auf die Waffenlieferung in alle Welt. Auch das ein Argument, über das man nicht nur wegen der enormen wirtschaftlichen Bedeutung und der Sicherung von Arbeitsplätzen trefflich streiten kann.  Ich verstehe zu wenig von wirtschaftlichen Fragen, um da kompetent mitreden zu können, könnte mich aber schon mit dem Gedanken anfreunden, auf die Herstellung von Waffen zu verzichten zugunsten von „Pflugscharen“, um mit dem biblischen Bild zu sprechen, das seit  den 80er Jahren auf den Kirchentagen so mit Hingabe diskutiert wird. Auch ich bin voller Überzeugung und mit Begeisterung und einem großen „Friedens-Sendungsbewusstsein“ wochenlang mit dem „lila Tuch“ umher gelaufen.

„Friedliche Technologie“ in die Welt zu liefern bedeutet aber doch nicht im gleichen Arbeitsgang „Frieden“ zu exportieren, zumal nahezu jede noch so friedliche  Technologie zu unfriedlichen Zwecken umfunktioniert werden kann.

Es bleibt  darum nachzufragen, wie der Export von Frieden geschehen soll oder kann.

Stelle ich mich auf die Straßen und Marktplätze und rufe „Friede sei mit euch“?  Verteile ich Flyer mit der schönen Friedenshymne Marin Luther Kings,  „I have a dream“?  Lade ich zu Symposien über „Friedensarbeit“ ein, zu Friedenskongressen, Friedensgebeten? Und wenn ja, wo? Hier in Deutschland, in Europa, in Russland, China, Nordkorea?  In Nigeria, dem Irak, Iran, Syrien, Afghanistan? Verlese ich die berühmte „Erklärung der Menschenrechte“?  Darf ich eine Bibel mitbringen oder wäre der Koran oder eine Buddha-Statue angemessen?

Verteile ich kostenlos Medikamente, Nahrungsmittel, Kleidung,  Süßigkeiten?

Biete ich Antiaggressionstraining bei den Salafisten an? Empfehle ich Herrn Erdogan, von seinen Bemühungen Abstand zu nehmen, ein neues „Osmanisches Reich“ zu errichten? Bemühe ich mich um  die Abschaffung aller Folterkeller und Methoden? Weise ich Monsanto in die Schranken und die Pharmakonzerne, die einen unglaublichen Reibach mit genau den Medikamenten machen, die in Afrika Leben retten könnten?

Wer würde mir helfen? Das THW oder doch lieber das Rote Kreuz?  Der Rote Halbmond oder der Magen David Adom? Sollten mich Geistliche  begleiten oder lieber Parteifreunde?

Wie macht man das, „Frieden exportieren“?

Diplomaten aussenden, die Außenminister aller Länder der Erde einberufen, die UN bemühen?

MARGOT, wie hast du dir das vorgestellt? Ich meine, so ganz konkret, nicht nur rein theoretisch?

Dazu wurde Frau Kässmann jedoch  nicht befragt und dazu hat sie auch nichts gesagt.

Aber das, genau das würde mich brennend interessieren.

So bleibt es bei den bekannten Reden und Friedensbekenntnissen der Margot Kässmann, die sich gut anhören, aber leider so gut wie gar nichts bewirken bei denen, die mit Gewalt die Welt erobern wollen – ob es nun die kleine Welt ihrer eigenen Lebensumstände ist oder die große, weite Welt, die wir uns mit so vielen Menschen teilen MÜSSEN… weil es nur diese eine Welt gibt.

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Einen guten Kommentar von Jan Fleischhauer gibt es hier

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