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Das Leben kann ja so hart sein… 11. Oktober, 2022

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Aus dem Netz gefischt:

„Am 14. Oktober kehrt der abberufene Botschafter in die Ukraine zurück. Frau und Kinder sollen ihn zunächst nicht begleiten.

Aktualisiert

dpa, 7.10.2022aktualisiert 07.10.2022 – 21:40 Uhr

Andrij Melnyk
dpa/Michael KappelerAndrij Melnyk

Der scheidende ukrainische Botschafter, Andij Melnyk, denkt darüber nach, zunächst ohne seine Familie in sein Heimatland zurückzukehren. „Wir überlegen noch, ob ich zunächst alleine fahre“, sagte Melnyk dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Seine Frau Switlana Melnyk sagte, die Umstellung werde für alle eine große Herausforderung. „Wir haben einen 20-jährigen Sohn, der hier studiert, und eine elfjährige Tochter, die in Berlin in die sechste Klasse geht.“

Das größte Problem werde sein, für die gemeinsame Tochter eine Schule mit Schutzbunker zu finden – davon gebe es zu wenige in der Ukraine.

. „Sonst ist nur Online-Unterricht erlaubt“, so die Frau des seit Juli abberufenen Botschafters.

„Jeder Tag ist hart für mich“

Melnyk wird Berlin am 14. Oktober verlassen, um einen neuen Posten im Außenministerium in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu übernehmen. Sein Nachfolger ist der ukrainische Topdiplomat O. Makejew.

Als langjähriger Botschafter in Deutschland hatte der 47-Jährige wegen seiner mitunter unkonventionellen Art der Kommunikation für Kontroversen gesorgt

 – vor allem seit der russischen Invasion in der Ukraine. Im Gespräch mit dem Spiegel hob Melnyk die Unterstützung seiner Frau hervor. „Allein hätte ich das emotional und psychisch nie geschafft. Jeder Tag ist hart, für mich, für uns beide“, sagte er dem Magazin.“ Quelle

Dies ist die Meldung, die mich doch einigermaßen in – nun ja – Irritationen versetzt. Kaum eine andere Person hat meine Nerven in der öffentlichen Debatte seit dem Beginn der Krise in der Ukraine derartig strapaziert, wie der streitlustige und unverschämt fordernde Botschafter.

Auf der rein menschlichen Ebene kann ich den Herrn Ex-Botschafter wirklich gut verstehen. Ich würde natürlich auch für meine Tochter eine Schule aussuchen, die im Falle eines Krieges auch einen bombensicheren Unterstand oder Keller oder Bunker aufweist. Und natürlich würde ich meinen studierenden Sohn nicht aus den ersten Semestern an der Uni in Deutschland reißen, um ihn unter weitaus ungünstigeren Verhältnissen in der Ukraine studieren zu lassen, bzw. ihn schon gar nicht an der Front Erfahrungen sammeln lassen wollen, wie sie unzähligen jungen Männern heute unfreiwillig zugemutet werden. Das können ja die übernehmen, die niemals die Vorzüge einer friedlichen deutschen Universität genossen haben, mag der Botschafter denken, der gar nicht genug kriegen konnte an schweren Waffen, die ja nun nicht ohne die Bedienung durch junge Männer auskommen können….

Und mehr will ich zu diesem Vorgang nicht sagen.

Ich könnte sonst wirklich sehr unhöflich werden.

Interessant auch diese Enthüllungen….

Zitat: „Meine Frau hat mich immer angespornt“, so Andrij Melnyk, der dann auch noch enthüllt, dass er sich bei besonderes provokanten Twitteräußerung zuvor mit seiner Frau abspreche. „Bei manchen Kommentaren, die ich für Medien schreibe und die mir vielleicht zu stark erscheinen, frage ich sie“. Seine Frau ergänzt: „Und ich sage dann oft – lass es stehen. Sage es ihnen.““

Und nun bleibt die Dame im sicheren Westen…. natürlich nur der Kinder wegen…

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Es ist nicht das Wetter…. 17. September, 2022

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Es ist nicht das Wetter, das mich frösteln lässt.

Zwar ist es kühl auf der Wiese, der Wind ist stark und beinahe stürmisch, graue Wolken bedecken den ganzen Himmel und immer wieder kommt es zu heftigen Schauern, aber ich muss mich ja nicht draußen aufhalten und gegen die Kühle im Haus kann ich mich wappnen – mit warmer Kleidung und mit dem Feuer, das ich gegen Abend im Kaminofen entzünden werde, wenn langsam auch alle Aktivitäten im Haus zur Ruhe kommen.

Es ist auch nicht die Aussicht auf die Arbeit und Bürokratie, um den Schaden im Wiesenhaus zu beheben, die mich frösteln lässt. Damit kann ich umgehen, das kriegen wir hin. Wir sind sozusagen „sturmerprobt“.

Es sind die Nachrichten, die mich selbst in der Abgeschiedenheit unserer kleinen Siedlung hinter dem Deich erreichen, obwohl ich Nachrichten nur noch in homöopathischer Dosierung aufnehme und alle Sendungen meide, die meine Ängste schüren und meinen Blutdruck in die Höhe treiben könnten.

Manche der Schreckensmeldungen erreichen mich eben doch.

Ich bin ziemlich irritiert, wie tiefenentspannt viele Menschen zu sein scheinen, die mit gleichmütiger Gelassenheit all diese Ankündigungen an sich abperlen lassen, die uns eigentlich in höchste Alarmbereitschaft versetzen müssten.

Als Beispiel sei der folgende Bericht genannt, den man unter diesem Link lesen kann:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energie-mangel-viele-chemiefirmen-stoppen-die-produktion-18321698.html?GEPC=s13

Daraus zitiere ich einige Passagen

„In der Chemieindustrie macht sich Angst breit. „Wir haben lange davor gewarnt, dass Produktion stillgelegt wird und Unternehmen ganz aussteigen. Und genau das findet jetzt statt“, sagt Wolfgang Große Entrup. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) schildert die Lage im Gespräch mit der F.A.Z. dramatisch. Vor allem im Mittelstand stünden Unternehmen mit dem Rücken zur Wand. „Wir haben sehr viele, die schreien buchstäblich um Hilfe.“

Dabei geht es nicht nur um die Gaspreise, obwohl diese ein riesiges Problem darstellen. Neben den enormen Energiepreisen, sind es weitere Faktoren, die ursächlich mit dem Ukraine-Krieg und den Sanktionen zusammenhängen und die der Industrie das Leben schwer machen – und damit natürlich auch allen Menschen, die durch ihre Arbeitsplätze direkt davon betroffen sind. So heißt es in dem Bericht weiter:

„Nach Große Entrups Worten beginnen jetzt Wertschöpfungsketten zu reißen. Ammoniak, Harnstoff, Adblue, Salzsäure, Vorprodukte für die Pharmaindustrie, selbst Basischemikalien würden schon knapp. „Die Zusammenhänge werden offensichtlich und klar“. Trotzdem werde die Lage in der Politik noch immer unterschätzt. Es gebe viel Aktionismus, viele Kommissionen, aber die nötigen Hilfen kämen nicht an. Und vieles, was versprochen worden sei, etwa der unbürokratische „Fuel Swap“, der Unternehmen ermöglicht, ihren Betrieb kurzfristig auf Öl umzustellen, funktioniere noch nicht.“

Die Lage wird von der Politik wohl auch deshalb immer noch unterschätzt, weil der Wirtschaftsminister ein studierter Schöngeist ist, der zwar wunderbar fein gedrechselte Reden abliefern kann und das Volk mit seinen märchenhaften Umschreibungen der eigentlich rauen Wirklichkeit einlullt und in den Schlaf der Ahnungslosen versetzt und der Kanzler ihn gewähren lässt, vermutlich um das komplizierte Zweckbündnis seiner Regierung nicht zu gefährden, in dem auch Herr Lindner als Finanzminister ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Ganz abgesehen von den jeweiligen Rücksichtnahmen, die jede Partei auf ihre Wählerschaft nehmen muss, um die Garanten für die Wiederwahl bei Laune zu halten. Irgendwann, so fürchte ich, wird das Spiel nicht mehr aufrecht zu halten sein und die Strategie wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Es ist aber ein Irrtum zu denken, mit der CDU an der Spitze ließen sich die Probleme leichter lösen. Wenn man sieht, wie vehement allein Frau von der Leyen die weitere Unterstützung der Ukraine mit Geld und Waffen fordert, kann von einer Abkehr der bisherigen „Kriegspolitik“ der EU und einer möglichen Regierung unter Merz doch gar nicht die Rede sein.

Noch viel weniger, wenn man die Beteiligung der Grünen in Betracht ziehen muss, wehren die sich doch mit allen rhetorischen Mitteln gegen eine Forderung, die der Verband der chemischen Industrie erhebt:

„Der Branchenverband will sich diesen Montag mit seinem dramatischen Appell und einem ganzen Forderungskatalog nach Berlin wenden. Um Zeit zu gewinnen und die Strompreise zu dämpfen müssen nach seinen Vorstellung zunächst alle Kraftwerke ans Netz. Auch die bestehenden Kohle- und Atomkraftwerke. Auch wenn ein kurzfristiges Überschreiten des nationalen CO-2-Budgets nicht zu vermeiden sei, wie Große Entrup sagt.“

Weder wird die Grüne Basis dem Weiterlaufen der Atomkraftwerke zustimmen, noch werden sie vorübergehend die Schritte zur Bewältigung der Klimakrise verlangsamen oder ganz einstellen, zumal die sanfte Deindustrialisierung, wie sie „Grünen Visionären“ vorschwebt, ein Kernpunkt „Grüner Politik“ ist, die auf dem Umweg über die Ukrainekrise so ganz nebenbei und quasi unter dem Radar läuft.

Es ist nicht anzunehmen, dass Grüne Politiker sich des Hilferufs der Industrie entgegenkommend annehmen werden, das Zähneknirschen, sollten sie tatsächlich auf die Bedenken eingehen, ist doch deutlich zu hören.

Die Bedenken und der Ruf nach Hilfe aber werden laut und lauter:

„In Not geratene Versorger sollen nach dem Willen des VCI mit einer Beteiligung des Staates „zielgerichtet und temporär“ gestützt werden. Die angekündigte Strompreisbremse für den Basisverbrauch müsse auf industrielle Verbraucher ausgedehnt werden. Das schon beschlossene Energiekostendämpfungsprogramm sollte zudem verlängert und auf den Mittelstand angepasst werden. Betreiber von Chemieparks – Kern der Chemieproduktion in Deutschland – würden davon aktuell nicht profitieren.

Wie teuer die Hilfsmaßnahmen würden, darüber könne man heute nur spekulieren, sagt Groß Entrup. Klar sei aber, dass die Politik Unternehmen und Wertschöpfungsketten nur „von vorne“ retten könne. „Das Geld wird der Staat sowieso ausgeben müssen. Besser jetzt in die Struktur als nächstes Jahr zur Finanzierung der Arbeitslosigkeit.“

Die Aussichten auf die nächsten Wochen und Monate sind mindestens so grau wie die Wolken über der Wiese. Dabei ist es nur der Notruf einer Sparte, den ich hier aufgegriffen habe. Von kleinen mittelständischen Betrieben anderer Branchen ist hier nicht die Rede, auch nicht von den Familien, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten, von Alten mit schmaler Rente oder Menschen mit geringem Einkommen.

Das alles lässt mich frösteln. Leider helfen dagegen weder dicke Pullover noch warme Socken…. und selbst mein Gottvertrauen könnte langfristig auf die Probe gestellt werden… jedenfalls was den irdischen Teil betrifft, der ja noch mein Dasein bestimmt, so sehr die Aussicht auf den Himmel auch tröstlich ist.

Im Stil eines absolutistischen Herrschers … 2. September, 2022

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Im Stil eines absolutistischen Herrschers verkündet Frau Minister Baerbock, dass sie der Ukraine am möglichen Unwillen der Deutschen vorbei jegliche Unterstützung gewährleistet, die sie (im Überschwang der Gefühle) jemals zugesagt hatte.

„Wenn ich den Menschen in der Ukraine das Versprechen gebe: ‚Wir stehen an eurer Seite, solange ihr uns braucht´, dann werde ich diese Versprechen einhalten. Egal, was meine deutschen Wähler denken. Aber ich werde die Menschen in der Ukraine wie versprochen unterstützen“, sagte Baerbock nach dem informellen Treffen der EU-Außenminister auf einer Podiumsdiskussion am Mittwoch in Prag.“ Quelle

Dass Frau Baerbock in größenwahnähnlicher Selbstüberschätzung unterwegs ist, wissen wir ja nicht erst seit diesem Statement, das wurde doch schon im vergangenen Jahr deutlich, als sie ihren Lebenslauf manipulierte, um ihre Leistungen großartiger darzustellen, als sie eigentlich sind. Es kostete sie vermutlich das Kanzleramt, aber hinzugelernt hat sie daraus NICHT.

„Egal, was meine deutschen Wähler denken!“

Was „ihre“ deutschen Wähler denken, kann Frau Baerbock in der Tat total egal sein, viele ihrer Anhänger haben nämlich längst das eigene Denken eingestellt und plappern fröhlich nach, was die vermeintliche Lichtgestalt der Grünen von sich gibt und folgen ihr blindlings nach – selbst auf dem Kriegspfad, den Frau Baerbock vom ersten Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine beschritten hat.

Zitat: „„Wir werden an der Seite der Ukraine stehen, und das bedeutet, dass die Sanktionen auch im Winter aufrechterhalten werden, selbst wenn es für Politiker sehr schwierig wird“, sagte die Grünen-Politikerin weiter.“

Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen…. „wenn es für Politiker sehr schwierig wird“!!!! Oh, es könnte für Frau Baerbock schwierig werden, die Ärmste! Dass es für viele einfache Bürger bereits sehr schwierig ist, ist ihr offenbar …egal!

Damit macht sie einmal mehr deutlich, wie wenig sie tatsächlich an ihre Aufgabe denkt und dafür umso mehr an ihr eigenes Wohlergehen.

Noch niemals habe ich eine derartige Äußerung eines Politikers vernommen, so selbstbezogen wie naiv.

Kein Grüner vor ihr hat so einen Satz jemals in die Welt posaunt und damit sein erbärmliches Innerstes offen gelegt. Es kann für Politiker schwierig werden…. Kann man sich so eine Offenbarung bei Joschka Fischer vorstellen, der jahrelang immer damit konfrontiert war, unpopuläre Entscheidungen treffen zu müssen?

Und kein verantwortlicher Politiker der Grünen vor ihr hat jemals so unverhohlen für den Krieg und gegen diplomatische Lösungen gesprochen, wie es Frau Außenminister tut, auch wenn sie natürlich beteuert, man habe alle nötigen diplomatischen Wege erkundet. Es ist ein Unterschied, ob man einen Weg erkundet oder ihn zielstrebig beschreitet. Ich kann in Frau Baerbocks Äußerungen zum Ukraine-Konflikt nicht erkennen, dass sie ihre gesamte Energie auf eine nicht-militärische Lösung ausrichtet, forderte sie doch von Beginn an die Lieferung (und ihren Einsatz) schwerer Waffen für die Ukraine und hält bis zum heutigen Tag an diesen Forderungen fest.

Was mich aber beinahe noch mehr, als dieses „egal, was meine deutschen Wähler denken“ aufregt, ist ihre erkennbare Überschätzung der Zuständigkeit ihres Amtes. Nicht das Außenamt entscheidet über die politische Strategie in diesem überaus ernsten Konflikt mit seinen nicht abzusehenden Folgen für uns, unser Land, unsere Wirtschaft, unsere Bevölkerung. Es geht doch nicht darum, was Frau Baerbocks Wähler denken, es geht darum, wie gut und vor allem wie schnell es gelingt, die Krise zu meistern, die doch unübersehbar mit den Sanktionen verbunden ist, mit denen der Westen Putin zum Einlenken zwingen wollte und will.

Die Bewältigung der Krise erfordert eine gemeinsame Anstrengung aller an der Regierung beteiligten Ministerien, da kann doch nicht in selbstherrlichem Absolutismus die Frau Minister Baerbock entscheiden, ob und wie und wie lange SIE die Ukraine unterstützen will. Die Sprache sei den Menschen gegeben, die Gedanken zu verbergen, so oder so ähnlich habe ich es einmal gelesen, und nach wie vor halte ich es für die Basis der Diplomatie, mit dem gesprochenen Wort sorgfältig umzugehen, die Strategien eben nicht offenzulegen für jedermann, egal ob Freund oder Feind. Aber vielleicht denkt Frau Baerbock ja, sie könne mit ihren Zusagen Herrn Putin beeindrucken und ihn das Fürchten lehren.

Eher – das ist mein ganz persönlicher Eindruck – lehrt sie uns, die Deutschen, das Fürchten, die Furcht vor einer Regierung nämlich, die die Interessen des „deutschen Volkes“ (dem zu dienen die Minister feierlich versprachen) sträflich vernachlässigen zugunsten eines Vorgehens „gegen Putin“. Das, so will es mir zunehmend mehr scheinen, ist der wesentliche Beweggrund für alle bisher getroffenen Entscheidungen und vorgenommenen Maßnahmen. Die Verteidigung der Ukraine ist längst zu einem Stellvertreterkrieg des Westens gegen Putin (und nicht einmal gegen Russland) geworden.

Wir werden in eine Auseinandersetzung gezwungen, die bereits jetzt das Potenzial hat, die Basis unserer Lebensumstände nachhaltig zu gefährden, wenn nicht gar zu zerstören.

Deshalb machen mich die Äußerungen Frau Baerbock nicht „nachdenklich“, sondern unfassbar wütend. Wir wurden nicht und werden nicht gefragt, ob wir den von ihr beschriebenen und auch bereits beschrittenen Weg mitgehen wollen, einen Weg, bei dem es doch nicht mehr um die Unterstützung für die Ukraine geht, auch nicht um die Verteidigung unserer westlichen Werte, sondern um die grundsätzliche Vernichtung des politischen Gegners namens Putin.

Putin, das will ich in aller Deutlichkeit sagen, ist ein tyrannischer und kaum berechenbarer Diktator, ihn international kalt zustellen, ist leider nicht gelungen, aber unseren Lebensstandard deutlich zu gefährden, um ihn in die Knie zu zwingen, halte ich mehr denn je für den falschen Weg.

Zitat: „Strategische Kommunikationsbemühungen sollten deswegen darauf abzielen zu zeigen, wie die Unterstützung für die Ukraine langfristig die Sicherheit Europas erhöhe und warum Sanktionen notwendig und effizient seien.“

Strategische Kommunikationsbemühungen“ stellt sich Frau Baerbock darunter vor, die Überlegungen andersartiger Zielsetzungen als die ihren, die ja auf eine militärische Lösung hinauslaufen, nicht zum Zuge kommen zu lassen? Strategische Kommunikationsbemühungen im Sinne von „Manipulation“ der Bevölkerung, sich der Sicht der Frau Baerbock und ihrer Follower anzuschließen?

An dieser Stelle wird für mich die Forderung nach einem Machtwort des Kanzlers laut und lauter.

Herr Scholz, weisen Sie Ihre Minister in ihre Schranken, stehen Sie zu Ihrem Wort, das Sie am Anfang Ihrer Regierung gaben: Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Das gilt meines Erachtens auch Ihrem Vizekanzler, der sich immer noch weigert, die Energiesicherheit unseres Landes vor die ideologischen Grundsätze seiner Partei zu stellen.

Sie haben „Führung“ versprochen. Bitte stelle Sie klar, dass weder Frau Baerbock, noch Herr Habeck die Führung dieses Landes innehaben, auch wenn die Medien genau diesen Eindruck zu vermitteln suchen. Machen Sie von Ihrer Richtlinienkompetenz (endlich?) Gebrauch.


Siehe zum gleichen Thema: „Egal, was meine deutschen Wähler denken

Zum Lachen ist mir gerade nicht zumute…. 8. Juli, 2022

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Nein, zum Lachen ist mir wirklich nicht zumute, eher könnte ich aus der Haut fahren, zumindest aber seufzend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Am frühen Morgen liefert mir das Smartphone schon die unangenehmsten Nachrichten frei Haus. Ich könnte das natürlich ignorieren und so tun, als wäre die Welt um mich herum in bester Ordnung.

Nun, um mich herum, also direkt vor, in und hinter unserem Haus ist die Welt ja in schönster Ordnung. Zwar müsste ich dringend Hof und Gosse vorm Haus kehren und im Haus allen möglichen hausfraulichen Pflichten nachkommen, auch könnte das Gärtchen meine ordnende Hand gebrauchen, wächst da doch alles so munter vor sich hin, ganz gleich, ob ich meinen Segen dazu gegeben habe oder nicht. Die freundlichen Nachbarn haben während unserer Wiesentage die Blumen auf der Terrasse vor dem Verdursten gerettet und den Briefkasten davor bewahrt, überzuquellen. So betrachtet, habe ich gar keinen Grund, mit dem Zustand meiner kleinen Welt zu hadern.

Aber alles, was mein Telefon mir an Neuigkeiten zumutet, dient doch eher dazu, meinen Blutdruck in die Höhe zu treiben, als mich in gewohnter und geliebter Sicherheit zu wiegen.

Gestern, so erfuhr ich, sei der Kanzler von einer jungen Aktivistin arg bedrängt worden. Die junge Dame, so las ich, ist Mitglied in irgendeiner „rettet-die-Welt-Initiative“ und studiert – man höre und sei begeistert – seit Oktober Politikwissenschaften. Mit diesen damit bereits erworbenen herausragenden Kenntnissen kann sie natürlich dem Kanzler gute Ratschläge erteilen, wie er sein Amt zu führen habe…. jedenfalls überschlugen sich die Journalisten geradezu darin, die Aktivistin für ihre Kanzlerschelte zu loben. Wer irgendwann mal studiert hat UND gleichzeitig Aktivist für irgendwas war, hat eine Ahnung davon, wie viel Zeit in den Erwerb von Wissen investiert werden kann, wenn man doch „mal eben schnell die Welt retten“ will und muss. Ich behaupte mal, dass das mit dem Wissenserwerb so ein bisschen schmalspurig, wenn überhaupt funktioniert. Aber wen kümmert das, wenn man – als Sender – mit einem attraktiven jungen Mädchen mit kessem Mundwerk für Quote und damit auch Kasse sorgen kann.

Ganz hervorragend zur Weltrettung passt es, dass die Mieter eines hier nicht näher zu nennendem Wohnungskonzerns, der seine Wohnungen mittels Gaszentralheizung auf die bisher geforderten Wärmestandards brachte, sich auf deutlich niedrigere Temperaturen in den Wohnungen einstellen müssen. Ab Herbst, so teilte mein Telefon mit, würden die Raumtemperaturen dem mangelnden Gasvorrat angepasst und vor allem zur Nacht deutlich abgesenkt. Das müsste doch die Weltretterin freuen. Und vielleicht hat sie ja eine Oma, die ihr – wie ich es könnte – erzählen kann, wie es damals in ihrer Jugend war, als wir nicht die Welt retten, sondern der eigenen Haut ein ganz klein wenige Gutes angedeihen lassen wollten.

Bei uns war es in den Jahren meiner Kindheit in den 50er Jahren nämlich so: Gegen Ende des Sommers lieferte der Kohlenhändler Steinkohle in Form von „Eierkohlen“ an und Braunkohle in Form von Briketts. Mit der Steinkohle wurde der Dauerbrandofen in der Küche befeuert, auf dem in den Wintermonaten auch gekocht wurde. Die Briketts sollten den Dauerbrand auch während der Nacht gewährleisten, dennoch senkte sich die Raumtemperatur in den kalten Winternächten so deutlich ab, dass es morgens kalt war in der Küche und darum mein Vater oder meine Mutter schleunigst das Feuer im Ofen wieder in Gang setzten. Der Gasherd war nur für die Sommerküche zuständig. Die Küche war für unsere Familie während der Woche der einzige Raum, in dem überhaupt geheizt wurde, das Wohnzimmer blieb ebenso kalt wie das Schlafzimmer, ein weiteres Zimmer gab es nicht zu heizen. Küchen waren damals noch so konzipiert, dass man darin auch um einen Esstisch herum mit mehr als zwei Personen sitzen konnte, hatten also weder etwas mit den modernen Koch- und Esslandschaften, die heute mindesten 30 m² Fläche erfordern, noch mit den auch einmal modernen kleinen „nur-zum-Kochen-geigneten-Küchen“ etwas zu tun, waren aber – zumindest in der Mietwohnung, die wir mit 4 Personen bewohnten, nur geringfügig kleiner als die „gute Stube“, die nur an Sonn- und Feiertagen beheizt wurde. Gewaschen wurde sich nur mit kaltem Wasser, gebadet wurde nur am Sonnabend.

Als ich 10 Jahre alt waren, bezogen wir ein winziges Reihenhaus, dessen Kachelofen von der Küche aus mit Koks befeuert wurde und das ganze kleine Haus wärmen sollte, was ihm aber in kalten und windreichen Wochen nur unzureichend gut gelang. Der Vermieter hatte Erbarmen und baute ein neues Heizelement ein, das mit Öl betrieben wurde. Dazu wichen die Koksvorräte im Keller einem riesigen Tank für das Öl…

Wieder ein paar Jahre später zogen wir in eine größere Stadt und dort in ein Mehrfamilienhaus „mit Zentralheizung“! Welch ein Luxus. Zwar wurde das warme Wasser im Bad immer noch mit einer Gastherme bereitgestellt, aber mit dem Heizvorgang selbst hatten wir nicht mehr zu tun, als die Regler an den Heizkörpern auf und zu zu drehen…

So war es auch in den ersten Wohnungen, die der Liebste und ich nach unserer Hochzeit bewohnten.

In unserem Haus hält eine Fußbodenheizung die Räume warm, die Heizungsanlage im Keller liefert auch das warme Wasser, das selbstverständlich aus allen Wasserhähnen fließt (nur der Wasserhahn am Waschbecken im Keller liefert ausschließlich kaltes Wasser.) Das ganze Haus ist zu jeder Jahreszeit angenehm temperiert, nur an den sehr wenigen sehr heißen Sommertagen ist es selbst mir zu warm im Haus. Meine Wohlfühltemperatur liegt so um die 23° – 24° C. Heute wird sie definitiv nur mit Mühe erreicht, bzw. hält sich die Restwärme der vergangenen Tage noch ein wenig. Draußen ist es grau und trüb, die Sonne lässt sich nicht blicken, der Wind geht mäßig. Rudi Carell, der vor Jahren musikalisch klagte: „Wann wird es mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war?“ würde auch heute wieder in diese Klage einstimmen. Die heißen Tage, in denen das Wasser im Freibad allein durch die Sonne mal 26° warm wurde, gab es in meiner Kindheit und Jugendzeit nämlich noch – „auch schon“, würden die Klimaexperten allenfalls und nur ungern zugeben.

Warum ich das so ausführlich schreibe? Nun, weil sich viele junge Leute heute gar nicht mehr vorstellen können, wie mühsam in früheren Jahren die Wärme in der Wohnung erzeugt wurde. Kohle, egal ob Stein- oder Braunkohle ist ja inzwischen für die Versorgung in den privaten Wohnungen so gut wie nicht mehr anzutreffen. Das wird vermutlich nicht nur die Klimaschützer sehr freuen, auch diejenigen, die das mühsame Geschäft des Heizens nicht mehr auf diese Weise betreiben müssen.

Bleibt allerdings die Frage aller Fragen, wie die Wohnungen in dem bevorstehenden Winter tatsächlich warm genug beheizt werden können, wenn das russische Gas ganz ausbleibt und die möglichen Gaslieferungen aus anderen Quellen nur zu astronomisch hohen Preisen zu gewährleisten sein werden…. Ob die junge Aktivistin freiwillig Verzicht leisten wird, möchte ich sie stellvertretend für alle fragen, die sich für den Stop des Klimawandels verbal ins Zeug legen, aber vermutlich – wie ich es jedenfalls tue – die Vorzüge eines reibungslos funktionierenden Wärme- und Energiekonzepts genießen, wie wir es heut NOCH zur Verfügung haben, und das nun auf mehrfache Weise extrem unter Druck geraten ist.

Wobei wir bei dem nächsten Thema wären, das schon am frühen Morgen meine Aufmerksamkeit erregte und meine Nerven strapazierte.

Putin und der Krieg in der Ukraine.

Putin, so viel ist klar und wird auch mittlerweile allen klar sein müssen, wird seine „Spezialoperation“ nicht beenden, schon gar nicht, wenn der Westen auch weiterhin seine uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine erklärt – was nach Putins Verständnis nichts anderes bedeutet, als dass der Westen die Ukraine auch weiterhin befähigt, mit den russischen kriegerischen Aktivitäten Schritt zu halten. Die Russen schießen und zerbomben, was das Zeug hält, die Ukrainer schießen zurück. Die Zerstörung des östlichen Teils der Ukraine schreitet zügig voran, an Verhandlungen ist nicht zu denken. Im Gegenteil, der Herr der Ukraine fordert schwere Waffen, damit er die von den Russen eingenommenen Gebiete zurückerobern kann. Wie lange soll denn dieser Wahnsinn noch weiter gehen? Wie viele Menschen sollen noch sterben in diesem sinnlosen Kampf um das Recht, über ein Gebiet zu herrschen? Denn um nichts anderes geht es doch. Putin wähnt sich im Recht, die Separatistengebieten des Donbass in seinen Herrschaftsbereich einzufügen, die Regierung in Kiew sieht das naturgemäße anders und will nun endlich die Separatisten im Osten der Ukraine wieder unter ihre Fittiche nehmen, obwohl diese bereits vor Jahren ihre Absicht bekundet haben, in einer eigenen und autonomen Regierung über ihr Wohl und Wehe selbst entscheiden zu wollen.

Machen wir uns doch endlich mal klar, dass wir uns mit den Waffenlieferungen auch in einen inner-ukrainischen Konflikt einmischen, der allerdings, das muss deutlich gesagt werden, massiv von Russland angetrieben und verstärkt wurde und wird.

Der Krieg in der Ostukraine besteht ja eben nicht erst seit dem 24. Februar 2022. DAS wird doch in den meisten Gesprächsrunden komplett ausgeblendet. Wenn immer wieder in den Berichten von den „Separatisten“ die Rede ist, die im Osten der Ukraine kämpfen, so sind das doch zumeist Ukrainer, die aber ihrem Selbstverständnis nach russischer Abstammung sind. Wir sollten aufhören, das der Einfachheit halber auszublenden. Vielmehr sollte das in der Argumentation um mögliche Friedensverhandlungen eine größere Rolle spielen. Die Ukraine wird Russland nicht in die Knie zwingen können, schon gar nicht, ohne die Waffenlieferungen des Westens. Das aber macht meinem Verständnis nach den Westen zu einem Mitspieler in dieser blutigen und zerstörerischen Angelegenheit und die Frage wird sein, wie lange Putin sich dieses Mitspielen noch gefallen lassen wird. Die Frage müsste auch möglich sein, wie viele weitere Milliarden wir zunächst in die Zerstörung der Ukraine stecken wollen ( SCHWERE WAFFEN ZERSTÖREN NÄMLICH IMMER, WENN SIE ZUM EINSATZ KOMMEN!!!) , um dann ein Vielfaches davon in den Aufbau der völlig zerstörten Infrastruktur und der Gebiete stecken zu müssen. Denn das sind doch die Forderungen der Ukraine, die nicht erst seit heute im Raum stehen.

Wie lange, glauben die Regierungen des Westens, kann man diese Sinnlosigkeit der eigenen Bevölkerung noch als absolute Notwendigkeit verkaufen, die zudem von der Bevölkerung immer mehr Zugeständnisse hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse erfordern?

Und wie wahrscheinlicher wird zudem durch Putin die Ausweitung der „Spezialoperation“ auf die Unterstützerstaaten des Westens?

Angesichts dieser Schreckensszenarien rege ich mich ja kaum noch darüber auf, dass Hunderttausende Tonnen von Beton in den Boden versenkt werden – egal ob in Landschaftsschutzgebieten oder in herrlichen Buchenwälder, am Rand des Wattenmeeres oder vor den ostfriesischen Inseln – um die Giganten der Lüfte (nein, damit meine ich nicht die schützenswerten großen Adler und ihre etwas kleineren Artgenossen) gut sichtbar auf 2 % der Fläche eines jeden Bundeslandes zu verankern. Stellt Euch doch mal diesen Wahnsinn vor! Jedes Windrad braucht ein entsprechend großes und tief in den Boden reichendes Fundament, sonst wird es nämlich umgepustet, statt Strom zu liefern. Vermutlich sind es die gleichen Leute, die gar kein Problem mit dieser Zubetonierung großer Areale haben, die sich aber über jeden cm Straße aufregen, der neu eine Landschaft versiegelt. Guckt es Euch an, die eigentlichen Fundamente werden mit einer dünnen Bodenschicht bedeckt, auf der ein paar mickrige Grashalme und eventuell noch bienenfreundliche Blümchen wachsen, aber unter der dünnen Alibiwiese kann kein einziger Tropfen Wasser mehr in tiefere Erdschichten eindringen, lebt kein Regenwurm, kein Maulwurf, nicht mal eine armselige Assel. Ist alles tot! Und was diese Fundamente am Meeresboden für Schäden anrichten, danach fragt ohnehin niemand, der so vehement gegen den Tunnel unter der Ostsee zu Felde zieht, wegen der Zerstörung des Meeresbodens….

Und da soll ich mir nicht die Haare raufen?

Zum Glück herrschte am heutigen Morgen Ruhe an der Corona-Front… aber, liebe Freunde, auch das ist trügerisch. Die nächste Welle kommt bestimmt – und ich gehe jede Wette ein, dass bis dahin die Schulen immer noch nicht darauf eingerichtet sein werden und es immer noch zu viele Menschen geben wird, die das ohnehin alles für nicht ernst zu nehmenden Alarmismus halten und sich jeder Impfung ebenso verweigern, wie dem Tragen der Masken, das vermutlich auch wieder zwingend notwendig sein wird.

Heute wartet noch die Frauenfussballnationalmannschaft – ist das nicht ein herrliches Wort! – mit dem ersten Spiel auf….

Ihr wisst, wo Ihr mich ganz sicher nicht finden werdet – nicht, weil es Frauen sind, die spielen, sondern weil ich Spiele, bei denen es um ewas geht, gar nicht mehr anschaue, ganz egal in welchem Mannschafts-Sportwettkampf wer auch immer spielt…

…….

Aber bleibt zuversichtlich, das, so erwiderte Rabbi Wolf auf einen Fragesteller, der ihn um einen Rat fürs Leben gefragt hatte, sei das Wichtigste, mit dem man sich am Morgen beschäftigen sollte… sich um die Zuversicht für diesen Tag kümmern… (So berichtete es unserer Pastor jedenfalls in seiner letzten Predigt.)

Soll man über so eine Aussage lachen oder doch einfach nur weinen? 28. Juni, 2022

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Spiegel-Online, kurz „SPON“, lockt mich immer wieder mal mit Angeboten, die mir aber nur in einem Satz, (höchstens deren zwei) schmackhaft gemacht werden und mich dazu verleiten sollen, den ganzen Artikel zu lesen, der natürlich hinter der Bezahlschranke ist. Nicht, dass ich nicht für einen guten Beitrag bezahlen wollte, „ein jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert“ heißt es ja schon in der Bibel, aber wir bezahlen schon die Printausgabe, deren größten Anteil ich sowieso meinem hohen Blutdruck zuliebe nicht lese, da steht mir nicht der Sinn nach weiteren zu bezahlenden Aufregern. Mir reichen in diesem Fall die Locksätze vollkommen, lauten sie doch:

Statt als gestaltender Akteur und Schutzmacht für Osteuropa aufzutreten, produziert die Bundesregierung faule Kompromisse und verbales Leergut. Es mangelt an historischem Ehrgeiz.“

So schreibt der Journalist Ullrich Fichtner.

„Gestaltender Akteur“ hört sich doch richtig gut an. Wobei Herr Fichtner – es mag sein, dass ich ihm Unrecht tue, weil ich ja den ganzen Inhalt nicht kenne – vermutlich der Meinung ist, die Regierung und der ihr vorstehende Kanzler müsse den begeisterten Journalisten folgen und eine Form der „Führung“ präsentieren, die ihrem Geschmack entspricht. Nun ist aber Olaf Scholz nicht der Mann, der erkennbar den „Führer“ spielt, „Dank sei Gott“, möchte ich da laut und deutlich sagen, hatten wir doch schon vor vielen Jahren einen Führer, der mit martialischem Auftreten das gemeine Volk ins Verderben führte.

Das braucht doch heute ganz bestimmt kein Mensch!

Der Kanzler führt selbstverständlich die Regierung, aber in der Weise, die er vor sich und den Menschen, die diese Regierung gewählt haben, verantworten kann. Dazu gehört es gewiss nicht, dass er sich aufschwingt und unser Land mutig in einen Krieg führt – oder was meint der Herr Fichtner mit dem Begriff „Schutzmacht„?

Eine Schutzmacht muss meinem Verständnis nach nämlich bereit sein, die eigenen Soldaten ins Getümmel zu schicken – und in den sicheren Tod -, um damit den Schutz auch auszuführen. Es ist geradezu irrsinnig zu glauben, man könne eine „Schutzmacht“ sein, ohne den damit verbundenen Aufgaben auch zu entsprechen. Waffenlieferungen alleine werden dem, was man unter „Schutzmacht“ versteht, wohl kaum gerecht.

Und da sind wir bei dem nächsten Punkt, der mich dazu bewegt, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen:

Wie stark ist unsere Bundeswehr?

Über wie viele Waffen und Waffensysteme verfügt sie, die einer hochgerüsteten Armee, wie der Russlands, Paroli bieten könnte?

Der Konjunktiv ist da durchaus angebracht. Wir verfügen weder über genug Waffen – ganz gleich welcher Kategorie -, noch über ausreichend große Kampfverbände. Ich erinnere daran, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde und die Berufssoldaten vor allen Dingen zu Friedensmissionen in ferne Länder geschickt werden, aber wohl kaum in der Lage sein werden, unser Land ohne die Hilfe „unserer Schutzmacht USA“ und ohne die Verbündeten der Nato auch nur einen Tag lang gegen einen Angriff aus Russland zu verteidigen. Wovon redet also Herr Fichtner, wenn er von Schutzmacht schwafelt, als die wir in Osteuropa auftreten sollten?

Ob die NATO, die wir als „Schutzmacht“ zur Erfüllung dieser Funktion aber dringend brauchten, sich aber von unserem Kanzler führen lassen möchte, wage ich dann doch sehr zu bezweifeln. Welches Land verfügt über hochmoderne Waffensysteme, mit denen man auch Putin in Angst und Schrecken versetzen könnte – weitreichende Trägerraketen, Atomsprengköpfe und dergleichen? Wenn mich nicht alles täuscht, trifft das innerhalb der NATO lediglich auf Großbritannien, Frankreich und die USA zu. Und die werden wohl kaum Herrn Scholz den roten Knopf überlassen. Was ist auch ausgesprochen begrüße.

Und was, so frage ich mal in die Runde, sind „faule Kompromisse“? Was ist „verbales Leergut“?

Kann ein Regierungschef nicht immer nur das zusagen, von dem er auch tatsächlich weiß, dass er diese Zusagen einhalten kann? Ist darum die Zusage des Kanzlers, der Ukraine jede Hilfe zu gewähren, die man aus eigener Kraft leisten kann, ein „fauler Kompromiss“? Und muss nicht diese Zusage immer wieder an die realen Bedingungen angepasst werden, die AKTUELL herrschen? Wenn keine schweren Waffen zur Verfügung stehen, weil die Bundeswehr selber kein brauchbares Material hat, kann man keine schweren Waffen ad hoc liefern, aber man kann die Zusage treffen, sich darum zu kümmern, dass diese Waffen geliefert werden.

Meine Güte, ist das denn so schwer zu verstehen?

Wer nicht an extremen kognitiven Ausfällen leidet, müsste doch in der Lage sein, genau das zu begreifen. Und er müsste aufhören mit der unsäglichen Beschimpfung des Kanzlers, der sich doch nach Kräften um Lösungen bemüht, die allen ZUMUTBAR sind, dabei kann er nicht nur die Verteidigung der Ukraine im Blick haben, sondern muss auch auf die eigene Bevölkerung Rücksicht nehmen…. zeigen sich doch jetzt bereits die unangenehmen Folgen für uns alle, die alleine mit den Sanktionen gegen Russland verbunden sind, wie groß wären die Folgen und wie schrecklich für uns alle, wenn der Kanzler sich nun auch noch als erkennbar entscheidender Kriegsherr aufspielen würde, als Schutzherr gegen Putin? Das ist und wäre doch im höchsten Maße suizidal. (Von dem historischen Verbrechen an der Sowjetunion mal ganz abgesehen!) Das kann doch kein Mensch wollen!

Damit bin ich beim nächsten Punkt, über den ich nicht einmal mehr „höhnisch lächeln“ könnte!

ES MANGELT AN HISTORISCHEM EHRGEIZ.“ So die Worte des Herrn Fichtner.

Klingelt es bei dem Wort „historisch“? Oder bei dem Wort „Ehrgeiz“?

Historisch war der Ehrgeiz des Führers des Tausendjährigenreiches, sich die Welt untertan zu machen, zumindest aber Europa, die Juden bei der Gelegenheit zu vernichten, die sogenannten „Untermenschen“ des Ostens zu versklaven und sich die wertvollen Bodenschätze unter die dreckigen Nägel zu reißen.

Vermutlich hat Herr Fichtner von diesem historischen Ehrgeiz noch nie gehört. Man sollte ihm unentgeltlichen Geschichtsunterricht ermöglichen.

Aber vielleicht habe ich ja den guten Herrn Fichtner auch völlig falsch verstanden, und seine Klage über den Mangel an historischem Ehrgeiz bezieht sich gar nicht auf die Funktion der militärischen Schutzmacht, sondern er vermisst den historischen Ehrgeiz, in diesem Konflikt für Frieden zu sorgen??? Wobei das aber eigentlich nicht der Fall sein kann, werden die Bemühungen des Kanzlers, sich nach wie vor mit Putin auf unerfreuliche Gespräche einzulassen, mit dem Ziel, den Krieg zu beenden, von den Journalisten nur müde belächelt, als Schwäche verstanden und als fehlende Führung ausgelegt.

Auf „Führung“ im Sinne von Maulhelden, die in jeder Talkshow ihre Weisheiten, Pläne und Absichten verbreiten, wie man es bei gewissen Politikern beobachten kann, die reihum bei Lanz, Will, Maischberger und Illner das Wahlvolk zu beeindrucken suchen, kann ich gut verzichten.

Beobachten kann man auch in diesen Tagen, dass die unaufgeregte Führung durch Herrn Scholz nicht jedermanns Sache ist und (außer dem von den Journalisten geforderten militärischen Führungsgehabe) die Diplomatie im Hintergrund nichts zählt, las ich doch das gar nicht schöne Wort vom „Drückeberger Deutschland“, was auch ganz eindeutig einen Bezug zum militärischen Einsatz hat und eben nicht die Friedensbemühungen meint.

„Drückeberger“ – ganz sicher ist das auch ein militärisch aufgeladener Begriff, der eine Rolle spielte im „Reich des Bösen, 1932 bis 1945“, und mit dem man (allerdings immer schon) junge Männer belegte, die sich nicht jubelnd für Führer (Kaiser, König) Volk und Vaterland in den Tod stürzen wollten.

So hoffe ich nach wie vor inständig, dass der Kanzler sich nicht irremachen lässt von Leuten wie Herrn Fichtner oder Frau Slomka und Co., die schon seit Beginn des Krieges nichts anderes fordern können, als den Krieg mit allen Mitteln und bis zum Äußersten zu führen und die den Kanzler in die Pflicht nehmen wollen, die Rolle des Führers als KRIEGSHERR in diesem schrecklichen Szenario zu übernehmen.


Herr Fichtner, hat sich mehrfach mit militärischen Belangen auseinandergesetzt, er sollte diese Polemik unterlassen.

Vergangenheit – Gegenwart…. 31. Mai, 2022

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Heute, nur wenige Stunden nachdem ich den vorigen Beitrag geschrieben hatte, las ich eine erschütternde Betrachtung über den Krieg in der Ukraine – geschrieben von einer Person, deren Großeltern den Massenerschießung der Nationalsozialisten entkommen waren…

Angesichts dieses Berichts schäme ich mich meines vorherigen Beitrags – und weiß dennoch, dass dieser Krieg mehr als nur eine mögliche Betrachtung erzwingt. Meine Scham bezieht sich nicht auf den Inhalt dessen, was ich gesagt habe, aber auch für mich gilt, dass der Ton die Musik macht.

Von meinem Schreibtisch und Sessel aus lässt es sich leicht schreiben, was „man“ tun und sagen, lassen oder machen sollte….

Meine Wirklichkeit ist eine andere als die Wirklichkeit der Menschen in der umkämpften Zone, aber auch meine Wirklichkeit darf erzählt und mitgeteilt werden, meine Ängste, meine Sorgen, meine Wut, mein Unverständnis für die, denen ich Verständnislosigkeit vorwerfe.

Aber ich halte trotz allem fest an der Vorstellung, dass es einen anderen Weg geben muss, diesen Krieg zu beenden, als den, ihn mit Waffen bis zur völligen Zerstörung des Landes immer weiter auszufechten.

Hier nun der Bericht, der mich getroffen hat …. ins Mark meiner Selbstgerechtigkeit.

https://www.mena-watch.com/von-babyn-jar-nach-mariupol/

Den letzten Worten Yana Barinowas schließe ich mich an, nicht zögernd, hoffnungsvoll:

„Man kann apokalyptisch über das Ende der menschlichen Zivilisation auf der Erde spekulieren. Man kann aber auch mit dem Aufbau einer neuen Zivilisation voller Verantwortung beginnen, in der neue Beziehungen zwischen dem Menschen und der Natur, dem Planeten, der Welt vorherrschen. Und »Verantwortung« ist das Schlüsselwort dazu. Die Verantwortung eines Staates ist ungeheuerlich wichtig, denn es ist einzig und allein seine Aufgabe, einen neuen Rahmen für Wirtschaft, Recht und Lebensgefühl zu schaffen, in dem der Wert des Lebens zum Alpha und Omega jeder politischen Entscheidung wird.“

Der WERT des Lebens!

ES GIBT KEINEN HÖHEREN WERT !

Kein Ölhafen im Binnenland… 31. Mai, 2022

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Oder auch, wie kann man Öl in die Pampa bringen, wenn weit und breit kein Seehafen zur Verfügung steht, der Ölpipeline, die bisher zuverlässig russisches Öl lieferte, aber aus Gründen der Solidarität mit der Ukraine der alles verschließende Riegel vorgeschoben werden soll?

Aber wozu brauchen die Leute denn Öl? Kann man nicht total darauf verzichten? Ich meine, wir wollen / sollen / müssen doch ohnehin aus der Versorgung mit fossilen Brennstoffen aussteigen, da kommt es doch auf drei Monate früher oder später auch nicht mehr an und Putin würde man das schöne Kriegsgeschäft vermiesen.

Blöd ist nur, dass es ja noch gar keine Alternativen zu Erdöl gibt, jedenfalls nicht sofort und auch nicht für alle die Produkte, für die Erdöl unverzichtbar ist. Schließlich landen ja nicht alle Öllieferungen in den Tanks der Autos oder werden zum Beheizen von Wohnungen, Schulen, Kitas, Büros, Altersheimen oder Krankenhäusern genutzt.

Gut, im Sommer muss man alle diese Räumlichkeiten nicht heizen, Kinder, Alte und Kranke können ruhig ein bisschen frieren und in den Büros macht zu viel Wärme sowieso eher schläfrig und fördert nicht unbedingt den Arbeitseifer.

Was stellen sich diese Ungarn wieder an und quer. Haben nicht für fünf Pfennig Mitgefühl mit den Ukrainern, sonst würden sie doch mit Freuden auf die Druschba-Leitung und das russische Öl verzichten. Dieser Orban macht die ganze schöne Einheitsfront kaputt. Und weil der Orban nicht auf sein Öl aus der Leitung verzichten will, meutert der niederländische Ministerpräsident auch. Er will nicht auf die schönen Geschäfte verzichten, die der Ölhafen in Rotterdam mit dem Zeug macht, das von Schiffen aus Russland transportiert wird – und so schnell, das hat sich nun langsam als Erkenntnis durchgesetzt, ist das Öl aus anderen Quellen nicht zu haben, schon gar nicht zu einem günstigen Preis.

Aber Schuld an der bröckelnden Solidaritätsfront sind natürlich die Ungarn.

Welches Land ist eigentlich mit den armen Binnenländern solidarisch, die gar keinen Ölhafen haben, weil sie weit, weit weg von jeder Küste liegen, ob Mittelmeer, Schwarzes Meer, Ost- oder Nordsee?

Ist, was Solidarität angeht, nur die Ukraine das Maß aller Dinge?

Müssen die reichen Industrieländer im Westen der EU nicht auch so ein klitzekleines Bisschen an die „armen Schlucker“ denken, die weiter im Osten der EU ihr ohnehin dürftiges Dasein fristen?

Ich verstehe ja, dass man Putin nicht eine müde Mark, nicht einen einzigen Penny zukommen lassen will zur Finanzierung seines unverantwortlichen Krieges gegen die Ukraine. Aber wie will man denn die Einheit der EU bewahren, wenn man sehenden Auges die östlichen (ehedem zum Warschauer Pakt gehörenden) Ländern in noch größere wirtschaftliche Not treibt, indem man sie zwingt, auf russisches Öl zu verzichten, zu dem es gegenwärtig gar keine Alternative gibt?

WIR verzichten doch auch nicht auf das Gas aus den Weiten Russlands. Weil auch wir dazu noch gar keine Alternative haben.

Manchmal denke ich, die vielen klugen Leute, die alle so hervorragende Vorschläge für noch strengere Sanktionen machen, sitzen in warmen Häusern, gut versorgt mit allen Dingen, die das Leben angenehm machen und stellen Forderung um Forderung, WEIL SIE SELBER DAVON (dem Himmel sei Dank) NICHT BETROFFEN SIND!

Dazu fallen mir die uralten Ratschläge ein, die man als Kind oft zu hören kriegte: An die eigene Nase fassen …. Vor der eigenen Haustür kehren …. wie du mir, so ich dir = in diesem Fall andersherum: wie ich dir, so du mir… was ich mir nicht zumuten will, mute ich auch keinem anderen zu…

Und dann gibt es ja noch die vielen Menschen, die selbst beim besten Willen nicht noch weiter Verzicht üben können, ganz egal, was Putin mit der Ukraine anstellt, weil sie jetzt schon darben.

Vor Wochen, als der Krieg noch jung war, stellte ich schon einmal die Frage:

Was wollen wir uns denn die verbal so großzügig angebotene Solidarität kosten lassen? Entspricht unsere Leistung der kleinen Spende aus einem übervollen Geldbeutel, oder doch eher dem Scherflein der armen Witwe, wie es in einem Gleichnis Jesu so plastisch benannt wird.

Ich denke, solange wir aus vollem Säckel schöpfen und dabei nicht in der Grundversorgung unseres Landes zu kurz kommen, haben wir gar kein Recht, mit den Fingern auf die Länder zu zeigen, die bisher nicht auf der Sonnenseite standen und denen jede weitere Einschränkung empfindlich weh tun würde.

Eine Freundin machte neulich auf die Aber- und Abermilliarden Dollar oder Euro aufmerksam, die in Form von Waffen in die Welt geschleudert werden und weitere Milliarden an Werten zerstören. Niemand auf Gottes schöner Erde müsste mehr Hunger oder Not leiden, würde man das Geld zur Bekämpfung des Hungers einsetzen oder in Bildungsangebote für alle Kinder dieser Welt.

Recht hat sie.

Wie verhältnismäßig ist also die Forderung nach noch mehr Waffen und noch mehr Sanktionen, Putin hin oder her?

Und was ist mit den hungernden Kindern im Jemen?

Was mit den Frauen und Mädchen in Afghanistan, die wir so schmählich im Stich gelassen haben.

Denkt irgendein Mensch auch nur noch darüber nach? Reicht es mit dem guten Gefühl, gegen Putin und für die Ukraine zu sein?

Ich werde die Frage von Zeit zu Zeit immer wieder stellen.

UAwg.

Himmel über der Erde… 26. Mai, 2022

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Heute ist Christi Himmelfahrt, ein Feiertag, der in der öffentlichen Wahrnehmung meistens umgewidmet wird zum Tag der Väter.

Ich muss gestehen, dass „Himmelfahrt“ der am meisten von mir vernachlässigte christliche Feiertag ist und ich ihn meistens privat ebenfalls umwidme zum „es-geht-mir-gut-Tag“, an dem ich Beine und Seele baumeln lasse, dabei durchaus immer wieder mal zum Himmel aufschaue, analog wie im übertragenen Sinn.

Dass Jesus „zum Himmel auffuhr“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt, muss doch als Rückkehr „zum Vater“ verstanden werden, beten wir doch auf sein Geheiß hin: „Unser Vater im Himmel“… Christi Himmelfahrt, ein Vatertag der sehr besonderen Art, wie er in der gesamten Geschichte nur einmal berichtet wird.

Nach diesem langen Vorspann will ich aber zu meinem eigentlichen Vorhaben kommen und Bilder zeigen, die ich auf der Wiese gemacht habe… Himmelsbilder. Die passen heute doch besonders gut.

Jesaja 55:9

„Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / so weit reichen meine Gedanken über alles hinaus, was ihr euch denkt, / und meine Möglichkeiten über alles, was für euch machbar ist.

NBH: NeÜ bibel.heute

GOTT braucht keine Machbarkeitsstudie.

Und noch etwas gilt heute wie gestern und morgen auch noch:

Gottes Gnade reicht so weit der Himmel ist

„Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten. 4Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. 5Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande.…“ Psalm 108,4

Das – GOTTES GNADE – gilt uns, der Ukraine, Russland und sogar Putin.

Was man sonst nicht erfährt… 3. Mai, 2022

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Wie immer, wenn ich einen fremden Text verlinke, kann ich mich weder für den Autor, noch für den Wahrheitsgehalt verbürgen.

Oft genug überlege ich, ob ich einen Text weitergeben kann, der mir zu sehr gegen den Mainstream gerichtet ist, so dass ich ihn für pure Propaganda oder blanke Abwehr aller uns beschriebenen Gewissheiten in Bezug auf das jeweilige Thema halte.

Manchmal möchte ich mich nicht der Gefahr aussetzen, auf der falschen Seite der Geschichte oder der politischen Parteinahme zu stehen.

Und manchmal werfe ich alle diese Überlegungen über den Haufen und verlinke einen Text, der so irritierend ist, dass man es kaum aushält:

Emma oder Emma 30. April, 2022

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Ich habe ja vermutlich schon darüber geschrieben, dass ich in meiner Junglehrerzeit eine begeisterte „Emma“-Leserin war. Emma brachte ganz neue Gedanken zur Stellung der Frau in der Gesellschaft ins Spiel. Das gefiel mir. Mehrere Jahre hatte ich Emma abonniert. Irgendwann aber war ich des feministischen Kampfes überdrüssig geworden, er entsprach nicht (mehr) meiner Lebenswirklichkeit, ich hatte und habe, so glaube ich zumindest, meine Rolle im privaten wie gesellschaftlichem Leben gefunden und meine Energie reichte so gerade eben aus, ihr im Alltag gerecht zu werden. Mehr an Aufwand für meine Rolle als eigenständige Frau konnte ich nicht leisten – und für den allgemeinen Kampf der Frauen um Gleichberechtigung und ähnlich wichtige Themen auch nicht. Hinzu kam, dass manche der Themen, die Alice Schwarzer in ihrer „Emma“ diskutierte, an meiner eigenen Einstellung grundsätzlich vorbeigingen und gehen, als Beispiel mag hier nur die Debatte um Abtreibung gelten, in der ich absolut NICHT die Emma-Position vertreten kann und will.

Der Ukraine- Konflikt aber hat „Emma“ auf eine ganz andere Weise ins Spiel gebracht, allerdings ist damit nicht die Emma Alice Schwarzers gemeint, sondern die Emma einer Frau, die gut 200 Jahre früher auf ihre Weise ein Recht für sich in Anspruch nahm, das bis dahin den Männern vorbehalten schien. „Schien“ schreibe ich deshalb, weil es vermutlich kein Rechtsgrundsatz war, dass Frauen KEINE Romane schreiben dürfen, vielmehr lag es vermutlich an den Frauen, dass sie sich nicht zutrauten, Bücher zu schreiben und darum in der Folge auch nicht mit ihren Büchern auf den von Männern dominierten Markt strebten. Jane Austen, diese wunderbare Autorin spitzfindig-kritischer und herrlich selbstironischer Bücher über Frauen, die sich doch mehr oder weniger allesamt dem Diktat der gesellschaftlichen Normen freiwillig beugten, hatte aus Sorge, man könne die Bücher einer Frau verschmähen, zunächst auch unter einem männlichen Synonym geschrieben. Bis es ihr der Erfolg ihrer Bücher erlaubte, ihre wahre Identität als AutorIN preiszugeben.

Ich hatte auch früher schon „Emma“, Jane Austens Emma, gelesen. Vor einigen Wochen wurde ich auf den Film aufmerksam, der nicht nur dem Namen nach mit diesem Roman in Einklang steht, sondern eine unterhaltsam moderne Version bietet und dennoch an dem stilvollen Gepräge in wunderbarer Ausstattung und Kleidung der damaligen Zeit festhält.

Sehr sehenswert ist dieser Film und er war (und ist) wohltuender Balsam (weil pure Ablenkung) für meine von der aktuellen Situation des Ukrainekonflikts erschütterte Seele. Es ist ja nicht nur der furchtbare Krieg selbst, der mich zutiefst berührt, es ist auch die mir oft unerträglich scheinende Berichterstattung der Journalisten und der damit einhergehende, unmerkliche „Sog des Krieges“, dem auch die verantwortlichen Politiker kaum entrinnen können.

Ich muss sicher nicht auf meine diversen Einlassungen zu diesem Thema hinweisen.

Dass ich nun wieder dazu Stellung nehme, liegt an dem kritischen Beitrag eines anderen Bloggers, der sich heftig und – wie ich finde – unerhört unanständig mit einem „offen Brief“ der anderen „Emma“-Autorin auseinandersetzt. (Den Blogger will ich hier nicht verlinken und ihm auch hier keine Bühne bieten!)

Alice Scharzer hat – gemeinsam mit anderen Unterzeichnern – Olaf Scholz angeschrieben.

Und so ist es für mich Zeit, der „Schwarzer-Emma“ heute den Vorzug vor der „Austen-Emma“ zu geben.

Hier der Link zu dem Brief, den ich in ganzer Länge in den ersten Kommentar unter diesem Text kopiere.

Ich empfehle diese „Emma“ in jeder Hinsicht zu unterstützen.

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