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Abgeguckt und nachgemacht… 7. Juni, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Vor ein paar Tagen schrieb ein Blogger über die „Neun“, die neun Jahre nämlich, die sein Blog nun alt geworden ist.

Nicht, dass ich jetzt zum ersten Mal nachrechne, wie lange ich schon blogge, das kann ich ziemlich genau sagen, aber ab und zu werfe ich einen Blick zurück und nehme mir das Datum des aktuellen Tages vor und schaue nach, was ich vor 5, 10 oder 3 Jahren an dem betreffenden Tag geschrieben habe.

Dabei fällt auf, dass ich in den ersten Jahren des Bloggens mehrmals in der Woche schrieb, in den späteren Jahren aber nur noch einige Male pro Monat. Das hängt jedoch nicht damit zusammen, dass mir die Lust ver – und die Themen ausgegangen wären, nein, ich hatte einfach meine Aktivität verlagert und meinen Senf bei Facebook zu allen möglichen Meinungen und Berichten dazugegeben.

Irgendwann merkte ich, dass ich unendlich viel Zeit bei Facebook verbrachte und geradezu unermüdlich, um nicht zu sagen „süchtig“ dieses Spiel aus Bericht > Kommentar > Kommentar des Kommentars > Kommentar des Kommentars des Kommentars >usw. verfolgte. Und ich merkte, dass es mir nicht gut bekam. Meinem Liebsten war es schon seit langer Zeit aufgefallen und sogar meine Kinder fragten besorgt nach, ob ich mich nicht zu sehr aufriebe und aufrege im Facebook-Betrieb.

Ich beschloss also, meinen Account bei Facebook zu löschen. Das fiel mir anfangs nicht ganz leicht – und richtig schade finde ich es, dass ich dadurch auch meine „jüdisch-israelische Sympathiesanten-Blase“ verloren habe. Das empfinde ich wirklich als herben Verlust. Auch tut es mir um einige wenige „Freunde“ leid, deren Beiträge ich gern gelesen habe, weil sie einfach so interessant und informativ waren. Ich habe aber dennoch niemals erwogen, bei Facebook wieder einzusteigen.

Am 5. Juni vor genau 10 Jahren stellte ich mir die Frage, was das Bloggen mit mir gemacht habe.

Wenn ich heute darüber nachdenke, komme ich zu den nahezu gleichen Überlegungen. Ich bin an vielen Stellen noch eindeutiger, um nicht zu sagen sehr viel rigoroser geworden, auch in meinen Formulierungen. Und ich bin – wohl auch durch die Corona-Zeit, in der ich mit so vielen von meiner Haltung abweichenden Meinungen konfrontiert wurde – weniger kompromissbereit als früher, was jedoch gleichzeitig dazu geführt hat, dass ich mich oftmals allein und einsam fühle in meiner Betrachtung der Welt.

Mein Hadern mit der offiziellen Berichterstattung zu drängenden Problem hat noch weiter zugenommen, ich denke zwar nicht, dass die Meinungsfreiheit „bewusst“ eingeschränkt oder beschnitten wird, wenn aber Nachrichten von den Moderatoren der Nachrichtensendungen „eingeordnet“ werden, mir also quasi das Denken abgenommen werden soll zugunsten einer allgemein üblichen „Haltung“ bei bestimmten Themen, so macht mich das wütend und ich werde renitent, zumal ich immer wieder die Situation erlebe, dass ich aus einer anderen Quelle (die ich für zuverlässig halte) eine leicht abweichende „Nachricht“ zum gleichen Sachverhalt bekomme und damit auch eine gänzlich andere Einschätzung dessen einhergeht, was der Moderator als zutreffend und wichtig einordnet.

Ich will aber auch weiterhin meine Meinung zu den Themen der Zeit äußern und es auch in Kauf nehmen, mir dabei den Mund zu verbrennen, was übrigens in der Reaktion genauso unangenehme ist, wie tatsächlich zu heißen Kaffee getrunken zu haben, nur dass ich es nicht im Mund, sondern eher mit dem Herzen fühle und dem Verstand wahrnehme.

Ein bisschen bin ich auch frustriert, denn meine Leserschaft ist gegenüber den Anfangsjahren deutlich geschrumpft, was aber auch daran liegen kann, dass nicht mehr allzu viele Blogger unterwegs sind, die wie ich ein Sammelsurium aus persönlicher Befindlichkeit, persönlicher Meinung und aktuellen Themen schreiben und gerne mal beim Kollegen schauen, was der so schreibt und macht und tut. Viele Blogs dieses Typs sind inzwischen gar nicht mehr erreichbar, andere Blogger sind komplett in andere soziale Medien abgewandert, zu ihnen gehört auch Lila mit dem „Letter from Rungholt“, was ich außerordentlich bedaure. Geblieben sind die themenbezogenen Blogs und die, die sich sehr früh einen herausragenden Namen gemacht und immer noch viele Leser haben. (Für mich war Achgut immer ein MUSS, doch seit ihren abstrusen Anmerkungen zu Corona habe ich den Blog nur noch als befremdlich erlebt und ihn aus meiner öffentlichen Liste gestrichen!)

So werde ich auch in Zukunft bei „himmel und erde“ über alles schreiben, was mir gerade über die Leber läuft oder unter die Nase kommt …. und dabei auch auf meine Seele achtgeben und deshalb ab und zu nur das Gärtchen oder die Wiese zu Wort kommen lassen….

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Fremde Feder: Ehe für alle – kein Thema 27. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, familie, familienpolitik, gesellschaft, Kinder - Famile, politik, presse.
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Das Thema „Ehe für alle“ wird gerade dazu missbraucht, einen Machtkampf zwischen den Parteien auszufechten. Volker Beck und die Grünen haben es als Erste  in die Öffentlichkeit getragen, inzwischen sind auch die Regierungsparteien in Landtagen und im Bundestag auf den Zug aufgesprungen, machen gar mögliche Koalitionsverhandlungen nach anstehenden Wahlen davon abhängig, ob der „politische Partner“ ja sagt zu Eheeinheitlichkeit oder nicht.

Ich finde diesen Machtkampf  weder dem Thema, noch den betroffenen Menschen angemessen. Die politischen Eliten des Landes führen ein ebenso absurdes wie würdeloses Theater auf, nur, wie mir scheint, sich in irgendeiner Form im schon beginnenden Bundestagswahlkampf in der öffentlichen Darstellung an vorderster Front zu positionieren. Wen, außer ausgewiesenen Experten  interessieren denn schon so dröge Themen wie „Griechenlandrettung“ oder „Eurorettungsschirm“?  Damit kann man schlecht Wahlkampf machen und noch schlechter Wahlen gewinnen, aber ein Thema, das ans Herz geht, das menschliche Gefühle und Bedürfnisse anspricht, so ein Thema ist doch bestens geeignet, um sich die Zustimmung der Leute zu sichern…

Denn,  ich sage es nur sehr ungern, wer, außer einigen erzkonservativen Christen würde es denn öffentlich wagen, sich aus dem Fenster zu hängen und mit Hinweis auf Kirche, Glaube, Bibel oder gar Gott höchstselbst gegen den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach dem gleichen Recht für alle zu sein? Und was, außer auf christlichen Moralvorstellungen beruhenden Vorurteilen spricht sonst gegen eine „Ehe für alle“?
„Nichts“, meint die Autorin Patrizia von Berlin, deren Beitrag ich hier reblogge…
Meine eigenen Anmerkungen dazu folgen später…. ich muss noch ein bisschen nachdenken darüber, wie ich meine Einstellung und Meinung argumentativ und sprachlich an den Mann, die Frau und die Binnensterne bringe …
(Binnensterne meine ich kein bisschen despektierlich den betroffenen Personen gegenüber… wohl aber mache ich mich lustig über  – und bin manchmal regelrecht sauer auf  – die Sprach- und Schriftverhuntzer, die für jedes „Tierchen ein Pläsierchen“ brauchen, will meinen, um niemanden zu übergehen für alle 100 000 Möglichkeiten eine sprachliche Relevanz fordern! ) Und das deckt sich auch ein bisschen mit dem Ehe-Thema… brauchen wir wirklich einerseits für alles und jeden  die differenzierende Beschreibung und vermischen andererseits alles unterschiedslos zu Einheitsbrei? Können wir nicht bei den bestehenden Regelungen bleiben – sowohl sprachlich, als auch vor dem Gesetz – in dem Bewusstsein unserer Unterschiede und der gleichzeitigen Würde, die unantastbar ist ?

Das Leben auskosten…. 9. Dezember, 2014

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, meditatives.
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… bis zum letzten Atemzug!

Für Leute, die noch ‚im vollen Saft stehen‘ hat dieser Satz vermutlich eine gänzlich andere Bedeutung als die, über die ich schreiben möchte.

In diesem Jahr ist meine Freundin gestorben …

Sie hat das Leben geliebt, ihre Familie, ihren Mann, ihren Beruf, ihre Schüler, ihre Freunde und Kollegen und Karlchen, ihren Hund. Die Krankheit war ihr Feind, so hat sie es manchmal gesagt, nicht aber der Tod.  Das Sterben war für sie der Übergang in ein neues, anderes, ewiges  Leben, auf das sie sich freute, obwohl sie ihr geliebtes irdisches Leben dafür aufgeben musste. Zu keinem Zeitpunkt hat sie auch nur im Ansatz mit dem Gedanken gespielt, das, ihr irdisches  Leben, durch einen gewaltsamen Eingriff selber zu beenden.

„Nein, Rika!“, hat sie sehr entschieden gesagt, „Das ist nicht der richtige Weg!“  Und sie hat dieses Nein durchaus sehr grundsätzlich und nicht nur für das eigene Ende gemeint.

Daran musste ich heute denken, als ich im Besprechungszimmer des ambulanten Hospiz-Dienstes saß und mit der Leiterin sehr ausführlich über meine Motivation und  Einstellung redete, die mich vor nun beinahe 4 Jahren  veranlasst hatte, an einem Kurs für ehrenamtliche  Mitarbeiter  in der Hospiz-Arbeit teilzunehmen. (Mit dem heutigen Gespräch beginnt meine ehrenamtliche Mitarbeit in dem oben genannten Dienst.) Damals lag das Sterben meiner Eltern noch nicht so lange  zurück und ich hatte bei der Begleitung meiner Eltern gemerkt, dass ich vor der Fremdheit des Sterbens keine Angst hatte, nicht davor zurückschreckte. Das mag daran liegen, dass ich selbst noch relativ jung mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert wurde und ich mich aufgrund dieser Erfahrung selber sehr intensiv mit dem Sterben und den damit verbundenen Fragen auseinander gesetzt hatte.  In dem Kurs zur Sterbebegleitung wurden diese eigenen Anteile ebenso thematisiert, wie die Fragen des  Umgangs und der Kommunikation mit den Betroffenen, den Sterbenden und den Angehörigen. Ausführlich wurden wir mit den Belangen der Hospiz-Arbeit ebenso vertraut gemacht, wie mit den Möglichkeiten und Grenzen der Palliativ-Versorgung schwerst kranker Patienten.  Immer und immer wieder ging es um die Würde des Menschen angesichts des Todes und darum, wie das Leben bis zum buchstäblich letzten Atemzug  lebenswert bleibt.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Wert, den das Leben eines Menschen (bis zuletzt) hat und auf der Wertschätzung, die dem Sterbenden bis zuletzt zuteil wird durch die, die ihn begleiten – unabhängig davon, ob und wie der betroffene Mensch sich  den  Fragen nach dem Sinn und Ende  des Lebens gestellt hat oder nicht. Wie begegne ich Fragen und Ängsten, wie nehme ich den sterbenden Menschen wahr,  und bin ich mir immer dessen bewusst, dass meine Begleitung wirklich „nur“ eine Begleitung und keine Leitung oder gar Anleitung zum Sterben ist und der Sterbende  selbst letztlich  derjenige ist, der Takt und Rhythmus vorgibt, nach dem ich mich richte, selbst dann noch, wenn keine bewussten „Anweisungen“ mehr an mich gerichtet werden (können)!?

Für mich bedeutet das auch, sehr bewusst den Tod als den Schlusspunkt des irdischen Lebens zu akzeptieren.

Das, den Tod als Schlusspunkt des irdischen Lebens akzeptieren,  tun sicherlich auch diejenigen, die meinen, sie müssten ihrem Leben selbst ein Ende setzen, weil sie befürchten, dem möglichen Schrecken des eigentlichen Endes nicht gewachsen zu sein. In der derzeitigen öffentlichen Debatte um die aktive Sterbehilfe geht es ja nicht darum, dem Tod auszuweichen – der ist so unausweichlich, wie nichts sonst auf dieser Welt -, es geht darum, das Ende selbst bestimmen zu können, weil der Gedanke, es – besser gesagt, das „WIE“ – nicht ertragen zu können, ein unaussprechlicher Schrecken ist.

Diesem angsterfüllten Schrecken vor dem „WIE“  zu begegnen ist meiner Auffassung nach die eigentliche und  sehr wesentliche Aufgabe der öffentlichen Debatte um Sterben und Sterbehilfe.  Statt nach gesetzlichen Wegen der legalisierten Tötung von Todkranken zu fragen, sollte wir verstärkt danach fragen, wie wir das Sterben in Würde erleichtern können und was wir tun können, um noch mehr als bisher die palliative Versorgung Schwerstkranker sicher zu stellen. Diese Aspekte werden meiner Wahrnehmung nach viel zu wenig beachtet – und / oder „lediglich“ im Hinblick auf die Finanzierbarkeit  diskutiert.

Denn machen wir uns nichts vor: Es kostet die Gesellschaft sehr, sehr viel weniger, den Einzelnen das Mittel zu finanzieren, das  den eigenen Tod herbeiführt, als dafür zu sorgen, dass jeder das Leben in Würde und ohne Schmerzen bis zum letzten Atemzug auskosten kann.

Schieben wir die Sterbenden nicht ab!

Nötigen wir sie nicht, ihrem Leben selbst mit Hilfe von Medikamenten ein Ende zu setzen, indem wir sie allein der Angst vor einem bitteren Ende überlassen.

Und für die, die glauben, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang in eine neue ewige Wirklichkeit ist, gilt bis heute das Wort des Apostel Paulus:

„Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. “  Philipper 1,21

Meine Eltern und meine Freundin sind in diesem Bewusstsein gestorben….

Das wünsche ich mir auch.

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