jump to navigation

Was in mir so vorgeht…. 11. Februar, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, politik.
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
1 comment so far

Die meisten Leute die ich kenne, machen sich Gedanken darüber, was wohl bei Prominenten aus Politik, Sport oder Personen öffentlichen Lebens welcher Art auch immer jeweils in ihm / in ihr vorgeht und ergehen sich in manchmal wilden, manchmal zärtlichsten Spekulationen darüber, was er oder sie gerade empfindet im Augenblick der Niederlage oder im wunderbaren Siebenten Himmel des Triumphes.

So kann man dann darüber lesen, wie es wohl „dem Martin“ jetzt gehen mag oder seinem Ex-Freund Sigmar, die ja beide ein intrigantes Spiel getrieben haben um Macht, Posten und Einfluss.

Wir erinnern uns gewiss noch:

In einer Nacht- und Nebelaktion hatte der Siggi seinem Freund Martin, der sein Amt in Brüssel turnusgemäß räumen musste,  den Parteivorsitz in der SPD zugeschustert, im Gegenzug übernahm Siggi das Außenamt (auf das der Martin auch schon geschielt hatte) von Frank-Walter , der ja mit Billigung der ideen- und alternativlosen Kanzlerin auf den frei gewordenen Posten des Bundespräsidenten befördert worden war. Ein munteres „Bäumchen wechsel dich“ auf höchster Ebene und ganz ohne die Beteiligung irgendwelcher Parteimitglieder oder gar Wähler. Ein „wie du mir, so ich dir“ in aller freundlichster Absicht selbstverständlich.

Ich hatte damals schon insgeheim gedacht: „Nachtigall, ich hör dir trapsen!“, um es mal etwas salopp auszudrücken. Uns allen war doch sonnenklar, dass Gabriel als Parteivorsitzender der SPD  niemals die Wahl gegen Angela die Erste würde gewinnen können, ganz abgesehen davon, dass er vermutlich auch nicht von der eigenen Basis zum Kanzlerkandidaten gekürt worden wäre. Sigmar Gabriel wäre krachend gescheitert und damit auch die Aussicht, bei der nächsten Wahl nach Merkel in führender Rolle seinem Land dienen zu können. Er hatte, so dachte ich damals, bereits im Vorfeld ziemlich elegant, aber eben auch ziemlich skrupellos den Schwarzen Peter dem lieben Freund Martin zugeschoben.  Der liebe Martin wurde für seinen Mut, sich ins erkennbare Höllenfeuer zu stürzen, gebührend gefeiert. Aber – auch das wissen wir sicher noch – die Begeisterung ließ schnell nach, Martin machte taktische Fehler, kommunizierte höchst unklug, dafür aber mit schnoddriger Selbstüberschätzung, kurzum, der Wahlkampf war zäh, quälend und ziemlich miserabel, die Wahl ging entsprechend verloren. „Schulz“ hieß der Schwarze Peter. Und der ging nicht etwa reumütig in sich, nein, mit gleicher Schnoddrigkeit und trotziger Überheblichkeit verkündete er unmittelbar nach den ersten  Hochrechnungen, seine Partei, die SPD, würde in die Opposition gehen. Eine Groko käme nicht noch einmal in Betracht und er selbst würde niemals unter Merkel in die Regierung eintreten und ein Ministeramt übernehmen.

Ich fand das aufgrund des Wahlergebnisses einleuchtend, nachvollziehbar und auch richtig.

Frau Merkel machte sich daran, eine Regierungskoalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP zu schmieden. Die Sondierungsgespräche hielten die Nation wochenlang in Atem und wurden auf den buchstäblich letzten Metern dieses Marathons von der FDP ziemlich abrupt (aber für mich keinesfalls überraschend) für gescheitert erklärt.

Nun schlug Frank Walters große Stunde.

„Ist es genau die Situation, die Frau Merkel vorausschauend bedacht hat und die sie deshalb auf einen eigenen CDU-Kandidaten für  das Amt des Bundespräsidenten verzichten ließ?“ dachte ich.  Und hat sie es gar so bereits mit Frank Walter verabredet, der Präsident als Sicherheitsgarantie für ihre Kanzlerschaft?

Wie auch immer, der Präsident lieferte. Er lud die noch verbliebenen möglichen Koalitionäre (mit Linken und AfD wollte und konnte die Kanzlerin keine Regierung bilden!) zum Gespräch, redete ihnen ins Gewissen, beschwor die Verantwortung für Deutschland und zwang sie geradezu in die Sondierung.

Innerhalb der SPD begann es zu murmeln und zu grummeln… keine Groko…. Wortbruch… Untergang….

Aber die Genossen im Parteivorstand nahmen trotz der grummelnden Warnung der Basis die Sondierungsgespräche auf und ließen das Ergebnis (Koalitionsverhandlungen aufnehmen zu wollen)  bei einem Sonderparteitag mit denkbar knapper Mehrheit absegnen, nicht ohne das Versprechen gegeben zu haben, bei den eigentlichen Koalitionsverhandlungen „noch mehr rausholen zu wollen“.

Die Verhandlungen waren kurz, anstrengend und „erfolgreich“, wenn man es für einen Erfolg hält, dass Frau Merkel weiter Kanzlerin bleiben kann und darum zugunsten der SPD auf sogenannte „Schlüsselpositionen“ bei der Vergabe der Ministerien großherzig verzichtete. (Seitdem ist auch das Grummeln an der Parteibasis der CDU deutlich lauter geworden, war es doch zuvor eher ein leises Wispern einiger weniger, die ohnehin nicht mit einem gut dotierten Posten rechnen konnten.)

Ein stolzer Martin Schulz trat vor die Öffentlichkeit und verkündete den Verhandlungserfolg für seine SPD, die er aber fürderhin nicht selber weiter führen, sondern in Andrea Nahles weit geöffnete Hände legen wolle, um… ja um UNTER FRAU MERKEL ALS AUSSENMINISTER IN DIE REGIERUNG EINZUTRETEN!

Potz Blitz und  Tausend!

Dieser Martin aber auch. Da hat er es aber allen gezeigt. Allen voran seinem Freund Sigmar und dann allen Parteimitgliedern, die ohnehin nicht auf Groko-Kurs gehen wollten und auch allen verblüfften Wählern und politischen Gegnern.

„Was zu viel ist, ist zu viel!“ dachte ich und dass das nie und niemals von der Basis der Partei akzeptiert werden würde.

Es ist mir keine Freude, dass ich mit meiner Einschätzung Recht behielt, nicht einmal eine stille Genugtuung. Es macht mich eher ganz fassungslos und auch ein bisschen traurig, dass der Kampf um die Macht zu einem schmutzigen und erbärmlichen Pokerspiel verkommen ist, das nur Verlierer hervorbringt. Martin Schulz ist von seinem noch nicht angetretenen Posten als Außenminister abgetreten und wird nicht länger Parteivorsitzender bleiben.  Sigmar Gabriel hatte öffentlich in einem Zeitungsartikel die mangelnde Solidarität in der SPD beklagt  und sich damit als beleidigte Leberwurst geoutet, unfähig zu menschlicher Größe, Besonnenheit und Selbsterkenntnis…. selbst Parteifreunde nehmen ihm das übel. Angela Merkel hat deutlich an Strahlkraft und an der innerparteilichen Zustimmung eingebüßt.  Andrea Nahles könnte tatsächlich die neue SPD-Vorsitzende werden, aber zu welchem Preis? Und die SPD selbst wird sich wohl nur schwer von diesen Schlägen erholen …. und es ist keinesfalls ausgemacht, dass die Basis bei der geplanten Mitgliederbefragung zur Groko den Vorschlägen des Parteivorstandes folgen wird.

Meine alte SPD gibt es „so“ ja schon längere Zeit nicht mehr…. sie hat sich verändert …. oder bin ich es, die sich so verändert hat, dass ich einfach nicht mehr zu ihr passe?

Das ist es, was in mir vorgeht…

Wie es in all den anderen aussehen mag, was sich in ihnen abspielt? Darüber will ich nicht spekulieren. Ich kann mir zwar Vieles vorstellen, aber darüber schreiben möchte ich nicht.

 

Advertisements

Zwischenruf an einen Journalisten… 17. Juli, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
Tags: , , , , , , , , ,
add a comment

Edo Reents kennt sich aus!

Er sitzt in seinem gut klimatisierten Büro und mault.
Mault über Polizisten, die nicht seinem Ideal von Clint Eastwoods Polizistendarstellung – hart wie Kruppstahl, flink wie Windhunde blöd -äh – zäh wie Leder – entsprechen.
Vermutlich hat Edo Reents jede Menge Erfahrung im Straßenkampf, er weiß wie es ist, bei sommerlicher Hitze mit 20 kg Ausrüstung gemütlich über die Reeperbahn zu flanieren, Frau Kipping nannte das ja „marodieren“. Deshalb mault Herr Reents auch darüber, dass es total ungerecht sei, dass diese marodierenden Weicheier von Polizisten nun auch noch eine Belohnung kriegen sollen, Konzert und Extraurlaub. Unverschämt! Wer belohnt eigentlich die tapferen Kämpfer für das Gute, für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt, die im Schanzenviertel so gewalttätig der geballten Staatsmacht stundenlang Widerstand geleistet haben, Autos abfackelten, Geschäfte plünderten, Steine und Flaschen warfen im Dienste der Entrechteten der ganzen Welt? Und wer belohnt die mutigen Journalisten, die sich das Getümmel ganz aus der Nähe betrachtet haben oder die, die in ihrem Büro sitzen und sich zu Tode langweilen, während draußen der Bär steppt?
Die Welt ist ja sooo ungerecht und am ungerechtesten ist, dass der Staat seine Polizeibeamten verhätschelt, sie mit fürstlichen Gehältern ausstattet und dafür sorgt, dass die 38,5 Stundenwoche penibel eingehalten wird…

Ach ja,ich vergaß, am besten orientieren sich unsere Polizisten an englischen Krimis mit korrupten und brutalen Cops oder an Till Schwaiger, das sind die wahren Heroes und es erbittert Herrn Reents ganz offensichtlich, dass der deutsche Michel Typen wie „Harry, hol schon mal den Wagen-Derrick“ oder Horst Krause oder Marie Brandt den Vorzug geben…
Er ist erbittert darüber, dass die Typen im deutschen Film nicht so ganz dem entsprechen, was auf den Polizeirevieren eigentlich los sein soll…. Oder ist es umgekehrt? Sollen uns prügelnde Polizisten im Film einstimmen in eine links-grüne Begrifflichkeit von „Polizeistaat“? Weil DAS die Realität ist und nicht der nette Schutzmann um die Ecke, der Polizist, dein Freund und Helfer?
Mensch, Edo, was haben Sie sich eigentlich bei Ihrem schmierigen Geschreibsel gedacht???

Und mehr sag ich jetzt nicht dazu. Den Text des „Zwischenrufs“  habe ich sehr spontan bei Facebbok geschrieben,  als Kommentar auf den unten verlinkten Artikel.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/krawalle-bei-g20-gipfel-polizisten-werden-gehaetschelt-15108937.html?GEPC=s6

Deutschland an der Seite Israels… 8. März, 2012

Posted by Rika in araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, meine persönliche presseschau, terrorismus.
Tags: , , , , , , , , ,
2 comments

Das ist ein Traum!

Ein Wunschtraum, mein Wunschtraum.

Träume sind irgendwann einmal zu Ende, spätestens, wenn der Wecker klingelt oder das menschliche Rühren den Träumer aus dem Bett treibt.

Manche Träumer aber träumen mit offenen Augen, in vollem Bewusstsein und mit hellem Verstand. Heute ist mir schlagartig klar gemacht worden, dass ich selbst in so einem jahrelangen Tagtraum vor mich in träumte und dabei die lästige Gegenwart in Form von Gesprächen mit Freunden, Zeitungsartikeln, Nachrichtensprechern, Internetforen oder sonstigen irgendwie gearteten, negativen Meinungsäußerungen über Israel als „Ausnahmeerscheinung“ betrachtete,  zwar unschön und ärgerlich (geärgert habe ich mich ziemlich viel!!!), frustrierend und oft genug geradezu niederschmetternd furchtbar und deprimierend, sie  aber eben nicht als DIE REALITÄT angesehen habe.

Heute las ich mit wachem Bewusstsein und hellem Verstand und nach einem guten Frühstück einen Artikel bei welt-online, der mir mit großer Deutlichkeit den Traum von „Deutschland an der Seite Israels“ ausgetrieben hat.

„Woher die abgründige Distanz gegenüber Israel?“

fragt Michael Wolffsohn in dem Artikel und gibt – neben einem Rückblick auf Jahre der „Freundschaft“ zwischen Deutschland und Israel – auch selbst die Antwort. Die ist ebenso ernüchternd wie beschämend:

Woher die abgründige Distanz der Deutschen gegenüber Israel? Antisemitismus? Sind die Deutschen Israel und Juden gegenüber unbelehrbar? Im Gegenteil, die Deutschen haben ihre geschichtliche Lektion so gut gelernt, dass Israel heute in ihren Augen verkörpert, was Deutschland einst war, und mit diesem alten Deutschland identifiziert sich das neue nicht.

Wir sind heute  die besten Deutschen aller Zeiten. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt: „NIE  WIEDER KRIEG“   heißt unsere Parole…

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen lehnt, als Lehre aus ihrer Geschichte, Gewalt als legitimes Mittel der Politik ab. Sie sagen: „Nie wieder Täter!“

Die Phase, in der tausende junge Leute gerne aber auch: „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ skandierten und Steine werfend durch die Innenstädte der Großstädte zogen, wird als Emanzipationsbewegung betrachtet, die die Gesellschaft vom Muff der Tausend Jahre befreit hat, der  unter den Talaren seine säuerlich-piefige Tradition konserviert hatte, ein Protetbewegung also,  die der jungen Republik ein neues und modernes Gesicht gab, fernab von Kaiserreich und noch weiter entfernt vom Tausendjährigen Reich. Doch das (die „Revolution“ der 68er) ist inzwischen, der Geschichte sei Dank, ja nun auch Geschichte …. !

Wobei ich mir die Bemerkung erlaube, dass doch eigentlich diejenigen, die damals zum Zerstören des Zerstörerischen aufriefen, am ehesten Verständnis für eine Bevölkerung aufbringen müssten, die seit ihrer beginnenden Staatlichkeit bis heute in extremer Weise dem Zerstörerischen um sie herum ausgeliefert ist.

Umgekehrt haben Israelis und Juden aus ihrer Geschichte gelernt: „Nie wieder Opfer!“ Deshalb halten sie Gewalt, notfalls auch vorwegnehmende, für ein legitimes Mittel der Politik. Erst recht, wenn sie ihr Überleben bedroht sehen, zum Beispiel durch iranische Atombomben.

Aber das Gegenteil ist der Fall, nicht Verständnis für die in ihrer Existenz bedrohten Israelis findet sich bei den ehedem jungen, wilden Linken, nein, überbordende und oftmals geradezu hasserfüllte Kritik an Israel ist das Credo der Linken und Grünen und, folgt man Herrn Wolffsohns Rückblick auf die Zeit von 1952 bis heute,  eigentlich nahezu aller politischen Kräfte von damals bis zur Gegenwart.  Dabei schmücken  sich die vereinigten deutschen Israelkritiker mit dem edelsten aller völkerverbindenden Attribute, dem der Solidarität, der Solidarität mit den Entrechteten und Verfolgten!    Nein, nicht die Verfolgten des  DrittenReichs und der  Vernichtungsmaschinerie der Nazis sind gemeint.

Die Solidarität gilt den arabischen Brüdern (von Schwestern ist meistens eher nicht die Rede), den „Palästinensern im von Israel besetzten Palästina“, wie es so schön heißt. Dabei übersehen die Sympathisanten  in ihrer uneingeschränkten Solidarität, dass sie sich ausgerechnet mit denen solidarisieren, die schon zu Adolfs Zeiten den gleichen Gedanken wie die Nazis von damals hatten: Die Juden müssen vernichtet, zumindest aber ins Meer befördert werden.

Bis heute hat sich an der Marschrichtung und Zielsetzung nichts geändert. Das zeigt die Charta der Hamas genauso wie die Doktrin der PLO.

Israel das zionistische Gebilde muss nicht nur nach Meinung der arabischen Interessenvertreter verschwinden, auch nach Ansicht der Mullahs im Iran   soll „das Gebilde“ von der Landkarte ausradiert, aus dem Buch der Geschichte getilgt werden. Der religiöse Führer des Iran spannte den Bogen sogar noch weiter und will, wie weiland die Deutschen, das „Krebsgeschwür“ aus dem Volkskörper (er meint mit „Volk“ die gesamte Menschheit!) herauslösen, entfernen, vernichten.

An diesem Punkt  irrt darum  Herr Wolffsohn, wenn er meint,  die Deutschen hätten (grundsätzlich) aus ihrer Geschichte gelernt, nein die Deutschen wollen nur nicht den Führer geben, ansonsten halten sie in Treue  fest  an  der Tradition der JudenIsraelfeindschaft. Damit es aber nicht so auffällt und sie nicht wieder zum Buhmann der Geschichte werden (denn das ist es, was sie wirklich nachhaltig quält), geben sie an Gedenktagen wundervoll reuemütige Erklärungen ab, die auch schon mal darin gipfeln, dass sich der Holocaust niemals wiederholen dürfte  unter, bzw. an  den Muslimen, die die Juden von heute seien, oder halten Reden in Israel in denen sie beteuern, dass sie „fest an der Seite Israels stehen“, oder schweigen beharrlich, wenn es angebracht wäre, arabisch-palästinensischen Terror zu verurteilen oder verteilen Preise an angebliche Friedensstifter, die aber hinter der Maske des Friedenschaffenden uralten Antisemitismus betreiben und ihn sogar als biblische Wahrheit verkaufen, wie neulich erst Pfarrer Raheb so eindrucksvoll vorführte!

„Deutschland an der Seite Israels“ das war (m)ein schöner Traum bis heute!

„Deutschland an der Seite Israels“ könnte hingegen für Israel zum Albtraum werden, wer braucht schon jemanden an seiner Seite, der einem das Messer an die Kehle hält.