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Lobgesänge und Schmählieder ….. 16. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik, presse.
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In Zeiten von Corona bin ich meinem Vorsatz untreu geworden, kein Magazin und keine politische Sendung des ZDF zu sehen.
Dabei ist das wirklich sehr lustig, so ein Magazin… und so unterhaltsam.

Am 14. 4. 2020  wurde uns in der Sendung „Frontal 21“ mitgeteilt, dass Frau Merkel schon vor Jahren versprochen hatte bis zum Jahr 2010 in ganz Deutschland schnelles Internet durch Breitband oder Glasfaser bereit zu stellen.
Also seit 10 Jahren hätte es keine blinden Flecke mehr geben dürfen. Es gibt sie aber immer noch, liebe Freunde und das sogar sehr zahlreich und zudem riesig,  was in diesen Gegenden weder Home-Office noch Home-Schooling in Corona-Zeiten möglich macht. Für die Betroffenen ist das ein Desaster erster Güte.

Dann erfuhren wir, dass es doch schon seit Jahren Lieferengpässe für lebenswichtige Medikamente gibt und eine Expertin erklärte, dass der Wiederaufbau pharmazeutischer Produktionsstätten ab heute 10 Jahre dauern würde, sofern jetzt schon alle Genehmigungsverfahren abgeschlossen WÄREN…

Und da darf man doch schon mal die Frage stellen, wie blind die jeweiligen Minister in Frau Merkels Kabinett waren, als sie ohne Not dem Wissensexport und die Verlagerung der Produktion lebenswichtiger Medikamente nach China zugestimmt haben und warum sie nicht angesichts von bekannten Lieferengpässen schon seit Jahren darauf hinwirken, die ehemals weltberühmte Pharmaindustrie nach Deutschland zurück zu holen. Krisen wie diese bringen das Versäumnis auf schmerzhaft Art und Weise an den Tag.

Aus dem Nebel meiner Erinnerungen tauchte zudem an dieser Stelle der Termin zur Eröffnung eines gewissen Flughafens auf….

Aber was war der absolute Höhepunkt der Sendung?
Na, hat jemand eine Ahnung?
Richtig… zum gefühlten 4 Millionsten Male wurde dem staunenden Publikum Trump als Trottel vorgeführt.
Da hätte ich mich beinahe vor grimmigem Gelächter verschluckt.

 

Gestern nun lief in der ARD die Huldigung der Kanzlerin als große Krisenmanagerin des Jahres 2015 in Form eines „Dokudramas“ nach der Vorlage des Sachbuches „Die Getriebenen“, geschrieben von Robin Alexander. Jeder, der hier ab und zu liest, kennt meine Haltung zu Frau Dr. Merkel und wird begreifen, dass ich den Film nicht gesehen habe. Ich kann dazu also auch nichts sagen, bestenfalls könnte ich Aussagen von Menschen zitieren, die sich mit Buch und Film beschäftigt haben und erstaunt darüber sind, dass die massive Kritik an Merkels Vorgehen, wie sie im Buch geäußert wird, im Film so gar keinen Niederschlag findet. Das unterlasse ich aber, da ich ja das Einverständnis der betreffenden Personen einholen müsste. Doch auch die Tatsache mag interessant sein, dass Robin Alexander weder als Berater beim Schreiben des Drehbuchs hinzugezogen wurde, noch den bereits fertigen Film vorab sehen konnte.

Nicht vorenthalten möchte ich aber die grandiose Bewerbung des Polit-Thrillers, die  NDR-Kultur mit diesem Artikel betreibt: „Die Getriebenen“ : Drama um Merkels Flüchtlingspolitik

Unsere wunderbare Kanzlerin und  nimmermüde Kämpferin für die Rettung der Welt und ihre ebenso nimmermüden Hofberichterstatter, sind natürlich überhaupt nicht gleich zu setzen mit den tumben Amerikanern, die ihren Präsidenten für seine Taten loben – und natürlich ist der sich selbst lobende Präsident erst recht nicht mit einer Kanzlerin gleichzusetzen, die für die Lobgesänge alle verfügbaren Medien längst instrumentalisiert hat…

 

Ach ja, einen schönen Text las ich gestern. Er ist ein bisschen lang, aber lohnt sich wirklich.

Und nein, keine Sorge, ich bin kein Trump-Fan, ich bin nur der Meinung, man solle doch immer erst vor der eigenen Haustür kehren und dann beim Nachbarn sauber machen, allerdings nur, sofern er darum bittet…

Immer der Donald: Eine Gebrauchsanleitung

Laschet, Spahn et al – Teil 2 2. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, politik, presse.
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Nachdem ich gestern am späten Abend  im TV die Zusammenfassung der Geschehnisse des Tages und die begleitenden Erläuterungen und Kommentare angeschaut hatte,  habe ich heute den folgenden Text als Nachtrag unter meinem vorhergehenden Blogbeitrag geschrieben.

Das Thema ist mir aber so wichtig, dass ich den Text hier nochmals einstelle:

 

Ich muss mich ein wenig bei den beiden genannten Herren entschuldigen, sie waren zwar die ersten, die mit dieser Aussage an die Öffentlichkeit gingen, sind aber nicht die einzigen, die diese Strategie verfolgen.
Gestern in der Phoenix-Runde saß auch der Hamburger Virologe – dessen Name ich gerade nicht parat habe – und erklärte mit kühler Arroganz, anders kann ich es nicht nennen, dass die Hobbyschneiderinnen ja ruhig weiterhin nähern könnten, es sei zwar nicht falsch, aber auch nicht notwendig, da alle bisher getroffenen Maßnahmen doch greifen und man zudem eifrig an der App arbeite, die mit dazu beitragen soll, die Infektionsrate zu senken.

Ich halte dieses gönnerhaft vorgetragene Statement aus psychologischen Erwägungen für unglücklich:

1. Wir erleben in der Krise gerade eine große Welle der Solidarität und der Bereitschaft, sich zu engagieren. Wenn man das Engagement so schnöde zurückweist, könnte das zu einer unerwünschten Reaktion des Rückzugs führen, nicht nur auf dem Gebiet der Maskennäherei.

2. Die sich widersprechenden Äußerungen – Söder vertritt eine andere Haltung – der verantwortlichen Politiker und ihrer Berater tragen zu der ohnehin vorhandenen Unsicherheit bei, wie und welche Form des Umgangs miteinander und mit der Krise insgesamt zielführend und angemessen sei. Zu sagen, Masken seien nicht erforderlich lassen doch jedwede Spekulation über das Ansteckungsrisiko zu.

3. Statt die Leute darin zu bestärken auch selbst zu improvisieren, werden sie auf die staatliche Versorgung verwiesen, die aber höchst unzuverlässig ist. Und anstelle des frühzeitigen oder rechtzeitigen Einübens in bisher unbekannte und nicht geliebte Taktiken, verschiebt man in diesem „auf Sicht fahren“ eine notwendige Anordnung auf später, wobei es sich in dem gesamten Verlauf der Pandemie gezeigt hat, dass „später“ eben nicht „niemals“ bedeutet und auch bei uns ganz plötzlich vor der Tür steht.

4. Das „Masken-Statement“ ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ohnehin die gesamte Situation um Corona  ( COVID 19  –   SARS-CoV-2 )    für einen riesigen und aufgebauschten Bluff halten und immer noch davon ausgehen, dass eine Grippe gefährlicher sei, als an diesem Virus zu erkranken oder gar zu sterben. Mit jeder dieser Aussagen sinkt die Bereitschaft die Bedrohungslage ernst zu nehmen.

Es ist bedauerlich, dass der psychologische Aspekt und die Wirkung auf die Zuhörer, bei solchen Gesprächsrunden und Aussagen ganz offensichtlich so wenig bedacht wird.“

 

Es geht mir dabei nicht um die Masken allein, das wäre kindisch, es geht mir darum, einmal mehr darauf hinzuweisen, dass die Verantwortlichen immer noch „wie im Nebel“ auf Sicht fahren, ohne erkennbar die Entwicklung in den Nachbarländern als mahnendes Beispiels auch nur – auch für uns Zuschauer erkennbar – ins Auge zu fassen.

Wie schon in vielen anderen Gemengelagen der „Weltpolitik“ sichtbar wurde, halten sich deutsche Politiker immer noch für diejenigen, die „es“ in allen Bereichen besser wissen als alle anderen Staatenlenker um sie herum. Und die Medien folgen ihnen dabei nur allzu willig und zeigen mit den Fingern auf diejenigen, die es ihrer Meinung nach ja noch viel schlechter machen als die Politeliten hierzulande – siehe Trump und sein Krisen-Management – oder aber, und das ist offenbar das größere Vergehen, die es wagen andere Wege zu gehen als von den Deutschen für gut befunden, wie es gerade Herr Kurz in  Österreich vorexerziert.

Es ist diese deutsche Überheblichkeit – wir sind die BESTEN – die mich ungeheuer ärgert. „Wir haben mehr Intensivstationen, deshalb kann nichts schief gehen, wir testen viel früher, deshalb haben wir weniger Infizierte und Tote zu beklagen“ usw. usw.

Dabei stünde es uns gut an in aller Demut zu bekennen, dass es einfach der Faktor Zeit ist, den wir – vollkommen unverdient – den Italienern voraus hatten und haben,  und der dennoch schlecht genutzt wurde –  und dass wir das Glück haben, zudem ein wirtschaftlich erfolgreiches Land zu sein, was uns sowohl von Italien wie von Spanien unterscheidet.

Ich will nicht wieder darauf herumreiten, dass der Zeitfaktor nicht oder zu wenig genutzt wurde – als man die Katastrophe in Italien schon deutlich sehen konnte, wurde hier immer noch beschwichtigend erklärt, man habe alles im Griff.  Ich will auch nicht wieder d übermäßig deutlich daran erinnern, dass die Bundesrepublik auf Katastrophenfälle mit hohen Krankenzahlen offenbar nicht hinreichend gut vorbereitet ist, dass trotz eines Planspiels aus dem Jahr 2012 keine Vorräte an Schutzanzügen und anderen notwendigen Mitteln angelegt wurden, dass es offenbar in den einzelnen Bundesländern keinen Masterplan für den Ausbruch einer großen Epidemie gab oder gibt  und dass zudem die Bundesminister der letzten Regierungen, die für das Gesundheitswesen zuständig waren, Krankenhäuser und Intensivstationen eher ab- als aufgebaut haben.

Das alles wird nach dem Ende der Krise zu hinterfragen und aufzuarbeiten sein.

Bis dahin aber sollte alles getan werden, um die Solidarität untereinander und das Engagement eines jeden einzelnen Bürgers zu fördern.

An dieser Stelle danke ich dem Sender NDR1, der genau das seinen Hörern Tag für Tag vermittelt.

Das Wettrennen um den Preis für den besten Virologen sollte aber nun endlich eingestellt und vielmehr alle verfügbaren Kräfte gebündelt werden. Die unterschiedlichen Regionen mit den so verschieden geografischen wie demografischen Verhältnissen erfordern auch differenziertes Vorgehen. In meinem Dorf beispielsweise herrschen schlicht andere Bedingungen als in Hamburg, München, Berlin oder dem 12 km entfernten Hannover. In meinem Dorf fährt keine U-Bahn, kein Bus in dem das Tragen einer Maske sinnvoll wäre, es gibt keine Parkanlagen in denen sich gelangweilte und unvernünftige Jugendliche oder Ignoranten aller Art versammeln könnten und es gibt auch  keine Shopping-Meilen, die zum Flanieren verlocken könnten. In meinem Dorf gibt es Initiativen zur Nachbarschaftshilfe und beim Bäcker dürfen nie mehr als 3 Kunden gleichzeitig im Verkaufsraum bedient werden.

Man sollte darum die unterschiedlichen Vorgehensweisen  nicht gegeneinander ausspielen, sondern die Bevölkerung darüber informieren und aufklären, was in ihrem jeweiligen Bereich sinnvoll und notwendig ist.

Wir würden es verstehen… wir sind ja nicht dumm.

 

 

Spahn, Laschet und Co und die Maskerade… 1. April, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, politik.
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Einfach einmal logisch nachgedacht:

Professionelle Atemschutzmasken sind derzeit Mangelware, sie sind nicht einmal ausreichend für diejenigen vorhanden, die  in sogenannten systemrelevanten Einrichtungen dringend arbeiten müssen und dabei auch immer in Kontakt mit Klienten, Kunden, Patienten, Pflegebedürftigen kommen. Aber es gibt die Möglichkeit zu improvisieren.

Wenn die improvisorischen  Masken NUR den / die  ANDEREN schützen, wie immer wieder durchaus glaubhaft behauptet wird, aber ALLE wenigstens solche Masken tragen würden, wäre dann nicht JEDER  besser und wirksamer geschützt als OHNE Masken durch die Gegend zu laufen?

Mir scheint, im Zuge der Krise ist Spahn, Laschet et al das logische Denken abhanden gekommen, wenn sie treuherzig erklären, man könne auf die Maskenpflicht verzichten und den Gebrauch ja freiwillig stellen….  Es klingt einfach nicht überzeugend, was diese Herren absondern.

 

Und für alle, die es immer noch nicht kapiert haben:

Dieses Corona-Ding ist hochgradig gefährlich. Es mit einer ganz normalen Grippe zu vergleichen, ist fast schon kriminell zu nennen, weil solche Vergleiche  die Leute leichtsinnig machen und zu einem leichtfertigen Umgang mit anderen Menschen verführen.

 

D A R  U M :

ZU  HAUSE  BLEIBEN, wenn es eben geht!

ABSTAND  HALTEN,  wenn man  unterwegs ist!

MASKE  BENUTZEN,  wenn man einkauft, Bus, S-,  U-,  oder D-Bahn   fährt!  

HÄNDE WASCHEN NICHT VERGESSEN !

 

So können wir diejenigen entlassten, die um das Leben der Infizierten und Erkrankten kämpfen.

So können wir es vielleicht schaffen, die Krise einigermaßen gut zu überstehen.

 

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NÄHANLEITUNG FÜR GESICHTSMASKEN

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NACHTRAG am 2. April

Ich muss mich ein wenig bei den beiden genannten Herren entschuldigen, sie waren zwar die ersten, die mit dieser Aussage an die Öffentlichkeit gingen, sind aber nicht die einzigen, die diese Strategie verfolgen.
Gestern in der Phoenix-Runde saß auch der Hamburger Virologe – dessen Name ich gerade nicht parat habe – und erklärte mit kühler Arroganz, anders kann ich es nicht nennen, dass die Hobbyschneiderinnen ja ruhig weiterhin nähern könnten, es sei zwar nicht falsch, aber auch nicht notwendig, da alle bisher getroffenen Maßnahmen doch greifen und man zudem eifrig an der App arbeite, die mit dazu beitragen soll, die Infektionsrate zu senken.

Ich halte dieses gönnerhaft vorgetragene Statement aus psychologischen Erwägungen für unglücklich:
1. Wir erleben in der Krise gerade eine große Welle der Solidarität und der Bereitschaft, sich zu engagieren. Wenn man das Engagement so schnöde zurückweist, könnte das zu einer unerwünschten Reaktion des Rückzugs führen, nicht nur auf dem Gebiet der Maskennäherei.
2. Die sich widersprechenden Äußerungen – Söder vertritt eine andere Haltung – der verantwortlichen Politiker und ihrer Berater tragen zu der ohnehin vorhandenen Unsicherheit bei, wie und welche Form des Umgangs miteinander und mit der Krise insgesamt zielführend und angemessen sei. Zu sagen, Masken seien nicht erforderlich lassen doch jedwede Spekulation über das Ansteckungsrisiko zu.
3. Statt die Leute darin zu bestärken auch selbst zu improvisieren, werden sie auf die staatliche Versorgung verwiesen, die aber höchst unzuverlässig ist. Und anstelle des frühzeitigen oder rechtzeitigen Einübens in bisher unbekannte und nicht geliebte Taktiken, verschiebt man in diesem „auf Sicht fahren“ eine notwendige Anordnung auf später, wobei es sich in dem gesamten Verlauf der Pandemie gezeigt hat, dass „später“ eben nicht „niemals“ bedeutet und auch bei uns ganz plötzlich vor der Tür steht.
4. Das „Masken-Statement“ ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ohnehin die gesamte Situation um Corona-Covid 19 für einen riesigen und aufgebauschten Bluff halten und immer noch davon ausgehen, dass eine Grippe gefährlicher sei als an diesem Virus zu erkranken. Mit jeder dieser Aussagen sinkt die Bereitschaft die Bedrohungslage ernst zu nehmen.

Es ist bedauerlich, dass der psychologische Aspekt und die Wirkung auf die Zuhörer, bei solchen Gesprächsrunden und Aussagen ganz offensichtlich so wenig bedacht wird.

Der Nachteil des Alters…. 31. März, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, berufstätigkeit, gesellschaft, lesen, politik.
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Der Nachteil des Alters wird in Zeiten der durch die Corona-Krise geschlossenen Buchhandlungen und des Liebsten und meiner  eigenen strikten Verweigerung, Bücher und ähnliche“ Dinge über Amazon zu beziehen, zu einem unschätzbaren Vorteil.

Wie das?

Wir zwei Alten haben in unseren Arbeitszimmern gut gefüllte Bücherregale. Sach- und Fachbücher aus den diversen Studien- und Berufsjahren ruhen dort seit den Zeiten ihres regen und auch notwendigen Gebrauchs. Aber auch solche Bücher, die nur der Unterhaltung dienen ohne jeden Bildungsanspruch an den Leser.

Heute Morgen saß der Liebste höchst vergnügt an seinem Schreibtisch und hielt mir ein schmales Bändchen entgegen: „Johann August Schülein – Psychotechnik als Politik – Zur Kritik der Pragmatischen Kommunikationstheorie,  Syndikat, Frankfurt 1976

Nach eigenem Bekunden hat der Liebste nur noch den Schimmer einer Ahnung davon, was ihn bei der nunmehr wieder aufgenommenen Lektüre  dieses wichtigen Werkes erwarten wird.

Ist das nicht wunderbar?

Das Alter hat die Erinnerung an den Inhalt fast vollständig getilgt und nun erwarten ihn völlig neue Höhen der Erkenntnis. Das ist doch großartig.

Ich überlege deshalb, ob ich es ihm gleichtun und  auf die so wenig erfreuliche „Berichterstattung“ verzichten soll, die mir in unzähligen Posts und unglaublichen pseudo-wichtigen Beiträgen bei Facebook ungefragt ins Haus kommen und ob ich die Zeit nicht viel lieber nutzen sollte, mich mit meinen alten Lehrbüchern zu befassen, die ebenso wie die des Liebsten in jetzt zwar sanfter Ruhe, aber wie zuvor stets griffbereit – angefangen seit dem Beginn des Studiums Ende der 60er Jahre –  und immer noch aufrecht im  Regal  stehen….

Dass sie dennoch auch HEUTE  von Nutzen sein könnten, mag man an den wenigen  Titeln ablesen, die ich hier exemplarisch aufliste:

Angesichts der Zahlenspiele,  denen wir  in diesen Tagen ausgesetzt sind, wäre doch „Statistische Methoden und ihre Anwendung, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 1973“ eine lohnende Lektüre…

Nicht minder wichtig – „Erziehung zur Anpassung, Politische Bildung in den Schulen, Wochenschau Verlag Schwalbach 1967“ –  wenn man bei diesem Exemplar nur vom Titel ausgeht und den Inhalt außen vor lässt 😉 Manchen Leuten stünde ein wenig mehr Anpassung an die Erfordernisse der Zeit gut zu Gesicht…

Gut zu gebrauchen sicher auch eine Auffrischung dieses Themas: „Frustration und Aggression, Beltz Studienbuch, Weinheim 1971“ Sind wir nicht alle in dieser Zeit mehr oder weniger frustriert und neigen nicht wenige von uns dazu, darauf mit Aggression zu reagieren? Jedenfalls ist die verbale Aggression, der man bei Facebook mitunter begegnet, erheblich, fast schon eine Straftat.

Im Sinne „unserer“ Altersschwäche hinsichtlich des Gedächtnisses könnte man vielleicht auch von diesen Erkenntnissen profitieren, die einst Jürgen Bredenkamp und Werner Wippich (die ich  während meines Studium in Vorlesungen und Seminaren live erlebte) in Buchform weiterreichten: „Lern- und Gedächtnispsychologie Band I, Kohlhammer, Berlin 1977 Es könnte mir allerdings passieren, dass ich nach der bearbeiteten Hälfte der Lektüre feststellen würde, dass ich zum weiteren Verständnis derselben noch mal kurz auf den voran gegangenen Seiten nachschlagen müsste… 🙂

Sehr zu empfehlen ist auch: „Helmut Thielicke, Von der Freiheit, ein Mensch zu sein, Herder, Freiburg 1981“    Daran, an der Freiheit,  ein Mensch zu sein, hapert es nicht nur in diesen  Zeiten an allen Ecken und Enden.   Vielleicht sollte ich darum mit diesem Buch beginnen und  Statistik,  Gedächtnis und die „Anpassungerziehung“ erst mal außen vor lassen. Ich habe mich noch nie sonderlich gerne kritiklos irgendwem und irgendwas angepasst und werde im Alter bestimmt nicht mehr damit anfangen, schon gar nicht werde ich versuchen, das mit anderen Leuten zu exerzieren…

Meine ca. „Elfundneunzig“ Kochbücher könnten mit den hübschen Bebilderungen meinen Appetit und die Lust zu kochen anregen. Rezepte brauche ich eigentlich nicht (mehr), ich koche nach der Nase und lasse mich von dem inspirieren, was mir an Lebensmitteln gerade unter die Augen kommt…. Wobei mein Vorratsschrank zwar gut gefüllt, die genussvolle Zusammenstellung der Vorräte aber schon meine Kreativität herausfordert, soll nicht ein langweiliges Allerweltsessen dabei heraus kommen.

Vielleicht mache ich es aber mit Rücksicht auf meine Nerven, mein Gedächtnis und meinen Seelenfrieden wieder so wie vor einem Jahr, als ich in des Liebsten großem Arbeitszimmer mit einem gebrochenem Bein im Pflegebett lag und las….  nämlich alle mir verfügbaren Bücher von Jane Austen. Keine Weltrettung wird mir auferlegt, eine zuweilen aufblitzende psychologische Tiefgründigkeit regt meinen Geist an,  fordert mich aber niemals drohend mit dem erhobenen Zeigefinger zur Besserung des eigenen  Charakters auf… Es ist einfach nur genussvolles Eintauchen in eine alte Welt – mit durchaus gegenwärtigen Fragen des Lebens.

Wie auch immer.

Es ist doch wunderbar, dass der Nachteil unserer leichten Vergesslichkeit zum Vorteil wird.

So können wir Zwei in unserer häuslichen Quarantäne noch Tage, Wochen und Monate mit Büchern zubringen, die wir alle schon einmal zumindest in Teilen gelesen, aber deren Inhalt wir zu unserem heutigen Glück dem Wortlaut und den logischen Ausführungen nach  fast gänzlich vergessen hatten…  Wir betreten immer wieder Neuland…

Ich muss allerdings ergänzend hinzufügen, dass  der Liebste, im Gegensatz zu mir***,  immer noch brandaktuelle Fachbücher liest, sofern sie in unserer Lieblingsbuchhandlung wieder an Ort und Stelle zu haben sind,  nicht dass jemand auf den Gedanken kommt, er sei nun ein ganz und gar versponnener Professor geworden, der nur noch in der Vergangenheit lebt.

Lesen in Zeiten des Virus…. ein Abenteuer … in jeder Hinsicht.

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***Zur Erklärung: Ich habe das Psychologiestudium, das ich nur neben meiner eigentlichen  Arbeit als Fachlehrerin an einer Sonderschule in Nordhessen betreiben konnte,  durch den Umzug von Göttingen nach Hannover und die Geburt unsere Kinder nicht mehr beendet. Mir fehlten am Ende 2 Semester und die Prüfungen zum Diplom.  Meine später wieder aufgenommene   berufliche Arbeit als Fachlehrerin für Werken und Hauswirtschaft an der Förderschule für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten diente vor allen Dingen der praktischen Ausbildung unserer Schüler, der pädagogisch-psychologische  Aspekt meiner Arbeit war zwar für die  persönliche  Kompetenz sehr wichtig, stand aber, anders als bei meinem Mann, nicht   als „Lehrgegenstand“ im Mittelpunkt meiner Aufgabe.

 

 

 

 

 

 

 

Alles zum Schutz der Bevölkerung… 29. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, familie, gesellschaft, politik.
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ALLES?

Tun die Verantwortlichen in der Regierung, allen voran der Minister für das Gesundheitswesen, wirklich alles für den Schutz der Bevölkerung?

Ich muss sagen, da mehren sich mit jedem Tag meine Zweifel.

Hätte, wenn und aber auf die Vergangenheit zu beziehen, ich sagte es ja schon, ist ein gänzlich sinnloses Unterfangen. Aber „hätte“ oder „müsste“ in der Gegenwart, machte durchaus Sinn.

Müsste man nicht noch strengere Maßnahmen ergreifen?

Hätten nicht noch mehr Kontrollen einen Sinn und positiven Effekt?

 

Ein Beispiel gefällig?

Ich schrieb ja von den jungen Leuten, die ihre Reise so unerwartet plötzlich abbrechen mussten. Von Madagaskar aus waren sie mit dem letzten Flieger nach Addis Abeba gelangt  (der Flug war ohnehin für ihre Weiterreise von Madagaskar aus gebucht gewesen und konnte zum Glück umgebucht werden) um von dort aus den Heimflug nach Deutschland antreten zu können.

Während sie bei der Einreise in Addis Abeba Angaben über ihren letzten Aufenthaltsort und ebenso über den Aufenthalt in Äthiopien machen mussten und ihr Fieber gemessen wurde, passierte nach der Landung in Frankfurt NICHTS.
D.h. so ganz stimmt es nicht. Die Passagiere, die 7 Stunden lang mit rund 300 anderen an Bord der Maschine gewesen waren, durften aus Sicherheitsgründen nur Gruppenweise das Flugzeug verlassen, durchliefen dann die Einreisekontrolle – lediglich der Pass war vorzuweisen – und fanden sich dann in der gleichen Menschenmenge wie im Flieger am Gepäckband wieder. Keine weiteren Kontrollen, keine Fragen, kein Fiebermessen, nichts dergleichen, womit man zumindest den Anschein hätte wahren können, man habe alles für die gesundheitliche Sicherheit sowohl der einreisenden wie der anwesenden Menschen in Deutschland getan.

Addis Abeba, so erzählte es unser Sohn, ist in diesen Tagen ein Drehkreuz im internationalen Luftverkehr. Menschen aus allen möglichen Ländern Asiens, Indonesiens und Afrika landen dort, um in alle möglichen Länder den Weiterflug anzutreten.  Neben der Warteschlange zum Check-In, in der die jungen Leute standen, warteten auch  andere  Reisende auf ihre Abfertigung, die augenscheinlich zum Weiterflug in asiatische Gegenden bereit waren, und für  größtmögliche Sicherheit durch Ganzkörperschutzanzüge und Atemschutzmasken gesorgt hatten.

Überhaupt, so berichteten es Sohn und Freundin, war in Addis Abeba deutlich mehr an Aufwand zum Schutz der Bevölkerung zu sehen als hier in Deutschland. Vor jedem Geschäft, jedem Restaurant standen große Wasser- und Seifenbehälter, die man vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Gebäudes zu nutzen hatte. Und so wunderten sich die beiden sehr, dass am Frankfurter Flughafen nichts, aber auch gar nichts zu sehen war, das zumindest der Handhygiene hätte dienen können.

Mein Mann und ich waren in den Tagen vor der Ankunft der Weltenbummler davon ausgegangen, dass sie unter Umständen in Frankfurt zunächst eine Quarantänestation durchlaufen müssten, zumindest aber Angaben darüber zu machen hätten, wo sie sich in Zukunft aufhalten würden, um dort in Quarantäne abzuwarten, ob sie sich bereits im Reiseland oder aber im Flugzeug den Virus eingefangen hatten oder nicht.

Im Sinne  einer Verhütung der Ausweitung des Virus war ich zudem davon ausgegangen, dass die jeweiligen Passagiere eines Flugzeugs als Gruppe /Kohorte erfasst und man so in der Lage sein würde, im Fall der Infektion Einzelner diese Infizierten einerseits zu isolieren und andererseits rasch und zeitnah ihre möglichen Kontaktpersonen im Flieger zu informieren und zu testen.

Wird uns nicht immer in den Nachrichten und Sondersendungen erzählt, in Deutschland sei die Rate der Infizierten deshalb vergleichsweise niedrig, weil so intensiv getestet würde, also vielmehr Personen durch Tests erfasst würden als in unseren so geplagten Nachbarländern? Warum verzichtet man dann darauf die Ankömmlinge aus der ganzen weiten Welt zu testen? Weil sie möglicherweise noch keine deutlichen Anzeichen der Krankheit haben?

Mir ist das unbegreiflich.

Allerdings könnte es verständlich werden wenn man davon ausgeht, dass an Testmaterial ähnlich großer Mangel herrscht wie an Atemschutzmasken und Schutzkleidung. Und meine stille Befürchtung ist, dass auch die so sehr gepriesene Anzahl an „ausreichenden“  Intensivbetten und Beatmungsgeräten sich  in letzter Konsequenz als frommer Traum herausstellen wird, die Aussage zwar stimmen mag, dass wir in Deutschland mehr Einrichtungen zur Verfügung haben als andere Länder, aber die Befürchtung ist doch, dass diese bei weitem nicht ausreichend sein werden…. das wird ja mittlerweile auch von offiziellen Stellen leise angemahnt, warum es so dringend ist, die Kontaktsperre aufrecht zu halten.

Wobei ich wieder bei der Ausgangsfrage bin:

Warum wird dann aber bei der Einreise nach Deutschland nicht getestet.

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Um es aber ganz deutlich zu sagen:

Ich bin sehr froh über alle Anstrengungen die unternommen werden, „den Laden am Laufen zu halten“, wie ich es erst  heute in einem Text las. Versäumnisse und Fehler zu machen sind auch Teil der menschlichen Natur, das ist nicht der Punkt meiner Klage.

Ich beziehe mich darauf, dass beschwichtigende Parolen ausgegeben werden, die näherer Betrachtung nicht standhalten. Es würde mich weniger ärgern, dass bei der Einreise nicht getestet wird, wenn offen darüber geredet würde  – auch und gerade von den Verantwortlichen – dass die von mir angesprochenen Maßnahmen alle vorhandenen Kapazitäten an Personal wie Material hoffnungslos sprengen würden und man sich wirklich  auf die aller notwendigsten Sicherheitsmaßnahmen beschränken MUSS.

Ich bin sicher, dass das Verständnis für die Ausgangssperre angesichts  mangelnder anderweitiger Möglichkeiten und Kapazitäten größer wäre, wenn das genau so auch kommuniziert würde.  Aber so, wie wir schon in einem noch sehr frühen Stadium der Pandemie beschwichtigt wurden, hier sei ja alles bestens im Griff, so werden wir auch jetzt nach dem Motto informiert:

Alles, was das ganze Ausmaß der Krise offen legen würde, könnte die Bevölkerung verunsichern.

Damit wird der angeblich „mündige Bürger“ aber entmündigt, ihm wird eben nicht zugemutet, selber im größtmöglichen Maße Verantwortung zu übernehmen und  Sorge für sich und andere zu tragen.

Dass die „systemrelevanten Personengruppen“ über jedes Maß hinaus belastet werden, hängt zu einem nicht unwesentlichen Teil damit zusammen, dass sich große Teile der Bevölkerung immer noch aufgrund unzureichender Information in einer trügerischen Sicherheit wiegen und entsprechend unsinnig verhalten.

 

 Ihr, die IHR nicht unbedingt zur Arbeit gehen müßt,  BLEIBT ZU HAUSE !

Bleibt noch hinzuzufügen, dass „unsere Weltenbummler“ sich jetzt natürlich in Quarantäne befinden, zum eigenen Schutz und dem ihrer Familie.

Ja nicht schlafende Hunde wecken…. oder lieber doch? 24. März, 2020

Posted by Rika in christsein und glaube, eltern, familie, familienpolitik, freunde, gesellschaft, Kinder - Famile, medien, politik, presse, soziale arbeit.
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Man findet in Zeiten der Krise die abenteuerlichsten Ideen, Theorien, Hypothesen und entsprechend viele Vorschläge zur Bewältigung derselben.

Einer dieser Vorschläge veranlasst mich zu diesem Gedanken, den man getrost zur Spezies der Verschwörungstheorien  zählen könnte, dessen Umsetzung für manche Menschen allerdings  gefährlicher wäre, als in der Realität schlafende (bissige)  Hunde zu wecken.

Am 26. 2., also vor weniger als einem Monat, erging folgende Nachricht in der Sendung der ARD an die Zuschauer an den Bildschirmen:

Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ in Paragraf 217 Strafgesetzbuch für nichtig erklärt. Der Staat und die Gesellschaft müssen akzeptieren, wenn Einzelne nicht mehr leben wollen.

 

In den folgenden Sätzen erläutert der Autor, Kolja Schwarz,  die nähren Bedingungen und Schlussfolgerungen des Gerichts, dessen Urteil man hier nachlesen kann.

Das im Grundgesetz verankerte Persönlichkeitsrecht garantiert ein Recht auf selbstbestimmtes Leben. Daraus ergibt sich auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Das ist die zentrale Botschaft des Urteils. „Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und diese in Anspruch zu nehmen“, führt Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle in seinen einführenden Worten aus.

Das Urteil ist eindeutig. Die Achtung und der Schutz der Menschenwürde und der Freiheit seien so grundlegende Prinzipien der Verfassung, dass Staat und Gesellschaft akzeptieren müssten, wenn Menschen sich als Akt autonomer Selbstbestimmung das Leben nehmen wollen. Sie dürfen selbst entscheiden, wann sie ihr Leben für lebenswert halten. Eine Bewertung dieser Entscheidung anhand allgemeiner Wertvorstellungen, religiöser Gebote, gesellschaftlicher Leitbilder oder Überlegungen objektiver Vernünftigkeit verbiete sich.

 

Es geht mir in diesem Beitrag allerdings nicht um die Diskussion „Sterbehilfe ja oder nein“, „selbstbestimmtes Sterben – Für und Wider“.

Meine Haltung ist zwar an dieser Stelle sehr eindeutig, soll aber jetzt nicht Gegenstand einer längeren Debatte oder Diskussion sein.

Nur zur Klarstellung: Ich lehne die Freigabe der Sterbehilfe im Grundsatz ab, befürworte dagegen den Ausbau der Palliativmedizin und der Hospize, schließe aber im genau zu prüfenden Einzelfall nicht aus, dem Sterbenden zu ermöglichen den Tod zu erleichtern und  den bereits begonnenen Sterbeprozess zu verkürzen. Immer bezogen auf die letzte Phase eines ungewöhnlich lang andauernden Sterbens und nach Ausschöpfung aller palliativen Mittel.

Zur weiteren Erklärung: Ich engagiere mich ehrenamtlich in der Hospizarbeit und kann aus dem ergangenen Urteil für mich und diese Arbeit keine andere Haltung einnehmen.

Die Gefahr, die ich in diesem Urteil für die Zukunft aber bereits schon in den den Urteil vorausgehenden   Diskussionen  gesehen habe, lautet auf einen knappen Nenner gebracht:

Schwer und schwerst erkrankte Menschen, hochbetagte und / oder an Demenz leidende Menschen bedeuten nüchtern betrachtet  einen enormen Aufwand an Pflege, Personal, Zeit und Geld. Noch kann sich unsere Gesellschaft diesen Aufwand leisten, noch können sich vielleicht Familien und Angehörige diesen Aufwand mit Hilfe von Pflegediensten und  Hospizen leisten, selbst wenn es trotzdem noch eine riesige Belastung – auch finanzieller Art – für die Betroffenen darstellt.

Wie leicht aber kann eine Situation eintreten, in der sich weder die Einzelnen in den Familien, noch die Gesellschaft insgesamt einen hohen Aufwand für Kranke, Alte, Demente leisten können oder wollen. Und können wir ausschließen, dass so eine Situation jetzt, in naher oder ferner Zukunft eintreffen wird, so meine Frage. Könnte dann dieses Gesetz nicht dazu führen, Alte, Kranke, Demente noch weit vor dem Sterbeprozess mit sanftem Druck davon zu überzeugen, dass ihr Leben doch nicht mehr wirklich lebenswert sei, die zu erwartenden Schmerzen oder Schwierigkeiten ihnen auch das letzte bisschen an Würde rauben könnte und es doch ein Leichtes sei, diesen Schwierigkeiten  mit Hilfe eines „Medikaments“ zu entgehen (diese Art von pharmakologischer Mixtur verdient eigentlich den Namen Medikament nicht, da es nicht der Gesundung eines Menschen, sondern dessen Tötung dient)?

Die Eröffnung eines sanften Weges in einen schnellen und leichten Tod kann gleichzeitig auch zur Lösung dringender und drängender Probleme in Familien, Pflegheimen und nicht zuletzt in den  zuständigen Versorgungskassen dienen.

Die Gefahr – so scheint es jetzt – war keineswegs nur hypothetisch.

Im Netzt kursieren schon seit ein paar Tagen seltsame Umschreibungen, wonach man den alten und hochbetagten an Covid 19 erkrankten Menschen doch nicht mehr helfen könne.  Aus Italien erreichen uns Berichte, in denen Mediziner unter Tränen davon erzählen, dass sie die Alten abweisen und sie in den sicheren Tod nach Hause entlassen müssen, um die wenigen Kapazitäten, die den Kliniken noch bleiben, den jüngeren zu überlassen, denen , die nach ihrer Gesundung noch eine gesellschaftlich relevante Arbeit ausführen können.

Im Internet ist gleichfalls ein  Artikel über D.R. Precht zu finden, da philosophiert der Haus- und Hofphilosoph der öffentlich-rechtlichen Sender  über die schwierige Frage, ob die egoistische Natur des Menschen dem Fortbestand der Menschheit entgegenstünde. Manche der im Internet kursierenden Statements offenbaren eine Herzlosigkeit und emotionale Kälte, dass einem das Blut in den Adern gefrieren könnte… wie z.B. das der Ehefrau eines ebenfalls in den öffentlich-rechtlichen Sendern häufig gesehen bunten Vogels, die munter darüber plappert, dass man Alte ohnehin nicht mehr brauche…. ergo, auch nicht mehr päppeln und behandeln müsse.  Eine andere interessante Gruppe hält das Sterben der Alten in der Corona-Pandemie für einen Fehler der Dokumentation und Statistik und somit seien alle getroffenen Maßnahmen einer falschen Voraussetzung gefolgt, denn eigentlich seien die armen Menschen ja nicht dem Virus zum Opfer gefallen, sondern wären sowieso gestorben. Und noch andere sehen in den hohen Opferzahlen unter alten Menschen eine durchaus erwünschte Entlastung der Kranken- und Pflegekassen.

Es macht mich ziemlich sprachlos – oder sehr zornig – wie man überhaupt zu so einer Haltung kommen kann. Dieses empathie- und würdelose Umgehen mit alten Menschen in der jetzigen Krisensituation macht mir deutlich,  zu welchem  Denken der Mensch, wenn es ihm selbst an den Kragen geht, fähig ist und dass es gar nicht unwahrscheinlich ist, dass diesem Denken auch die Taten folgen.

Solange aber die Politik nicht auch in diesem Modus ist, beschwichtigte ich meine Sorgen, wird es nicht zu dem kommen was ich im Stillen doch befürchten muss, nämlich zu einer gezielten Nichtversorgung und damit einem Sterbenlassen von Menschen, deren Leben für die Gesellschaft nichts mehr einbringt, sondern nur kostet: Kraft, Zeit, Arbeit, Plätze im Gesundheitswesen und vor allem GELD.

Aber auch in dieser beschwichtigenden  Annahme sehe ich mich bereits getäuscht.

In den USA soll es angeblich diesen Politiker geben, der diese Forderung stellt:

 

 

Coronavirus in den USA: Vize-Gouverneur von Texas fordert Großeltern auf, für ihre Enkel zu sterben

Texas Vizegouverneur: Großeltern sind bereit, für ihre Enkel zu sterben
Alle müssten in der Coronakrise Opfer erbringen, sagte Vizegouverneur Dan Patrick. Aber die Wirtschaft müsse weiterlaufen. Er selbst sei bereit, dafür sein Leben zu geben.
24.03.2020, 11:43 Uhr

Dan Patrick Bob Daemmrich/ imago images / ZUMA Press
Wohl kaum eine andere Frage wird derzeit so stark debattiert: Wie lautet die richtige Strategie im Umgang mit der Coronakrise? Während Regierungen auf der ganzen Welt auf strikte Isolation von Infizierten und Ausgangssperren setzen, fordert der amerikanische Vizegouverneur Dan Patrick nun einen anderen Weg – und vertritt eine absurde These.

Es könne nicht sein, dass die Wirtschaft der Coronakrise geopfert werde, sagte der Politiker aus Texas in einem Fernsehinterview auf Fox News. Man müsse wenigstens diskutieren, ob nicht die älteren Bürger geopfert werden sollten. „Ich denke, es gibt da draußen viele Großeltern wie mich, ich habe sechs Enkel. Ich will nicht, dass das ganze Land geopfert wird“, so Patrick.
Es habe ihn als älteren Bürger niemand gefragt, ob er sein Leben im Tausch gegen das Amerika riskieren würde, das alle liebten – um es für seine Enkel zu erhalten. Er selbst sei bereit, sein Leben zu geben.
Der Moderator hakte nach: „Sie sagen, dass dieses Virus Ihnen das Leben nehmen könnte. Aber es gibt für Sie etwas, das schlimmer ist als der Tod?“ Patricks Antwort darauf war kurz. „Ja“, sagte er.

 

Sind das die schlafenden Hunde, die man besser nicht wecken sollte?

Oder MUSS man die Gefahr sehr laut benennen, um sie rechtzeitig abwehren zu können?

Und wird die so nett formulierte  Forderung des amerikanischen Politikers auch hier Nachahmer unter unseren Politikern finden?   Gedacht werden diese Optionen ja auch hier schon und sogar nicht nur hinter der hohlen Hand dem Nebenmann ins Ohr getuschelt.

„Opa, Oma, macht Euch bereit zugunsten Eurer Kinder und Enkel ins Paradies zu gehen… hier die Pille für den Weg.“ 

Welches Monster haben wir gefüttert….?

Es graust mich vor so einer Gesellschaft.

 

DAS VIERTE GEBOT

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,

auf daß dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

 

 

Hier in diesem wunderbaren Land… 23. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, medien, politik.
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Eigentlich – ja,  jetzt folgt sofort die Einschränkung – eigentlich schätze ich „Achgut“ und teile meistens die Ein- und Ansichten der Autoren zu den Plagen und Problemen der Zeit.

Natürlich gilt das auch für diesen Artikel und seinen Autor und die Veröffentlichung von Meinung und Bedenken. Das ist gar keine Frage.

Aber in der gegenwärtigen Lage möchte ich doch lieber das Heft des Handels den Medizinern überlassen, statt den Bedenkenträgern zu folgen, die unsere Freiheitsrechte in Gefahr sehen; ich bin nämlich davon überzeugt, dass eine Ausnahmesituation auch Ausnahmemaßnahmen erfordert und dass wir mit dem Ende des Ausnahmefalles auch wieder zur demokratischen Normalität zurückfinden werden.

Aber vorerst unterstütze ich alle dringend erforderlichen Maßnahmen, die allerdings meiner unmaßgeblichen Meinung nach ohnehin zu spät kommen:

Hier, in diesem wunderbaren Land, geht es angesichts der Krise durch Corona nämlich höchst sonderbar zu.

Hier, in diesem schönen Land, können immer noch Menschen aus aller Herren Länder einreisen, ohne in den Flughäfen befragt und möglicherweise getestet zu werden – aus sicherer Quelle weiß ich, das  sogar in Addis Abeba ein Fragebogen ausgefüllt werden muss und auf Fieber getestet wird… (Einige werden jetzt sagen, das sei nur für die Galerie.)

Hier, in diesem Land mit den angeblich höchsten Standards im Gesundheitssystem, gibt es gar nicht ausreichend genug Tests, um jeden möglichen Verdachtsfall zu überprüfen. (Und vermutlich gibt es auch gar nicht genug medizinisch geschultes Personal, das die Tests durchführen könnte.

Hier, in diesem wunderbaren Land, gibt es für das medizinische und sonstige Personal in Krankenhäusern und Praxen weder genug Schutzanzüge noch ausreichende Mengen an Atemmasken, weshalb in einigen abgelegenen Orten die Ärzte schon zu Maleranzügen greifen, um halbwegs sicher zu sein…

Hier, in diesem besten aller demokratischen Länder, zanken sich die Verantwortlichen von Bund- und Landesregierungen darum, welche Maßnahmen sofort ergriffen und welche auf die lange Bank geschoben werden können und in ihrer Eitelkeit einerseits und dem Run auf die Kanzlernachfolge andererseits, lassen sie jedes vernünftige Zusammenarbeiten vermissen.

Hier, in diesem herrlichsten aller sozialen Länder, gibt es Leute, die es natürlich finden, alte Menschen, die ohnehin die Sozial-, Renten- und Krankenkassen unnötig belasten, ruhig dem „normalen“ Verlauf einer durchaus möglichen, tödlich ausgehenden Infektion mit Corona zu überlassen…. „Ein bisschen Schwund ist immer“, mag der Vater des Gedanken sein oder schlimmer noch „Besser die als ich!“

Hier, in diesem großartigen Land, streiten sich die Dichter und Denker um die Deutungshoheit ihrer (oftmals komplett unwissenschaftlichen) „Analysen“ und mehren sich die aberwitzigsten Theorien und Erklärungen der Art von „wieso-weshalb, warum die Lage sei wie sie ist und was weshalb deshalb zu tun sei“.  Eine Kakophonie selten vernommenen Ausmaßes ertönt im Land.

Hier, in diesem Land mit dem besten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt, machen sich Journalisten zunächst über die Maßnahmen anderer Länder lustig, um sie alsbald nach Eintreten der Besorgnis erregenden Umstände auch hierzulande zu bejubeln und der großen Dame im Kanzleramt, die wochenlang nichts von sich hören ließ, ihre untertänigste Referenz und Lobeshymnen zu erweisen.

Hier, in diesem Land in dem ich geboren bin und wirklich gerne lebe, wünsche ich mir sehr, dass „wir schaffen das“ nicht nur eine längst verbrauchte Floskel ist, sondern wir solidarisch miteinander umgehen, die Schwachen stützen – gerade auch mit finanziellen Mitteln -, die Regeln zum Wohle aller Menschen einhalten und endlich aufhören, denen das Leben unnötig durch seltsame Beiträge in den sozialen Medien schwer machen, die zum Teil bis an die Grenzen des Erträglichen und bis zur eigenen Erschöpfung daran arbeiten, dass wir heil durch diese Krise kommen, den Ärzten, Krankenpflegerinnen und Pflegern, den Laboranten, Pharmakologen, aber auch  den Putzkolonnen, Müllwerkern, Polizisten, Feuerwehrleuten und  Rettungsdiensten, den Mitarbeitern in den Verwaltungen und Verkehrsbetrieben und den vielen Menschen, die für den Nachschub an Lebensmitteln und all der Dinge sorgen, die wir trotz oder gerade auch in Quarantänezeiten benötigen….

Danach, da bin ich sicher, wird es um Analyse und Bewertung der Mittel und Maßnahmen gehen, die trotz eines bestehenden Unsicherheitsfaktors getroffen wurden.

Wir können nicht sicher sein, welche Faktoren zur Bewältigung einzig und allein ausschlaggebend sind, aber wir können ganz sicher sein, dass Nichtstun, ja selbst  Zaudern und  Zögern nicht zur Linderung  der Folgen dieser Pandemie beitragen werden.

Das gilt sowohl für die medizinischen, wie für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen  Aspekte dieser Situation, die ja nicht nur unser schönes Land betreffen, sondern die weltweit Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen wie der Völker haben werden.

 

 

 

 

 

 

Corona – hätte, hätte…. 20. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie, gesellschaft, medien, politik, presse, schule - kinder, Sport, vermischtes.
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Es gibt tausend Gründe diese schönen Formulierungen zu nutzen…. hätte, hätte, wenn und aber…

Aber es macht eigentlich und jetzt schon gar keinen Sinn …. und dennoch muss dieses „hätte“ thematisiert werden.

Seit Tagen und Wochen kann man über Facebook und ähnliche soziale Netzwerke Informationen über Corona –  das Virus Covid 19 – einerseits und die Maßnahmen in diversen Ländern andererseits erhalten. Und seit Tagen und Wochen gab und gibt es Leute, die ein rasches Handeln hier in Deutschland anmahnten und immer noch anmahnen. Sie wurden zunächst nur belächelt, dann in die Ecke der Fake-News-Verbreiter gestellt, offizielle Regierungsvertreter wiegelten ab, verharmlosten, behaupteten gar, „WIR“ seien dem Virus besser als alle anderen Staaten auf der Welt doch hervorragend gewachsen und überhaupt bestünde nicht der leiseste Grund zur Panikmache.

PANIKMACHE  wurde das genannt, was eigentlich Aufgabe der Regierung und Gesundheitsbehörden gewesen WÄRE.

Man nennt das  AUFKLÄRUNG ZUR GEFAHRENABWEHR

Oder – und das ist noch ein weit wichtigeres Verfahren – Organisation und Durchführung von Notfallplänen.

China – das Ursprungsland der sich entwickelnden Pandemie – hat es vorgemacht, ebenso Südkorea, Taiwan, Singapur.  Absolut strikte und sofortige Bekämpfung des Virus mit allen verfügbaren Mitteln. Dazu zählte die schnelle Feststellung einer Infizierung durch Massentests  ebenso wie die Quarantäne, unter die die Betroffenen gestellt wurden. Selbst die Abriegelung eines ganzen Bezirks und die Stilllegung sämtlicher öffentlicher Aktivitäten – Arbeiten in den Fabriken und Geschäften eingeschlossen – zählten zu den drakonischen Maßnahmen. Und diese hatten und haben Erfolg.

Und bei uns?

NICHTS

Jedenfalls NICHTS in einem noch frühen Stadium der Ausbreitung.

Der Bundesgesundheitsminister riet zum gründlichen Händewaschen und Abstand halten – so ungefähr 1 bis 2 Meter.  Die ersten Fälle von Infektionen wurden nicht ernst genommen. Dann hieß es, betroffen seien ja nur die Alten und Leute mit Vorerkrankungen, für alle anderen bestehe so gut wie keine Gefahr. Es war erschreckend, manche Kommentare zu lesen, in denen  die an Coron Verstorbenen im Nachhinein als „vorerkrankt“ vermerkt und so nicht als Opfer der Seuche geführt wurden, als wären sie auch ohne Vorerkrankung zeitnah verstorben. Zynischer kann man kaum mit den Toten und deren Angehörigen umgehen. Corona wird bagatellisiert, Schuld ist die Vorerkrankung, nicht das Virus. So kann man auch die Opferzahlen manipulieren und die Toten in der Statistik als Herzkranke oder Diabetiker verbuchen.

Der oberste Gesundbeter rühmte sich der Tatsache, dass Deutschland ja doppelt oder dreifach so viele Intensivbetten habe wie Italien, in dem das Virus inzwischen fürchterlich wütete und Ärzte und Pflegekräfte bis zur Erschöpfung versuchten, der Lage Herr zu werden. In Italien starben viele, sehr viele Menschen und hier passierte immer noch NICHTS.

Aber hierzulande sickerte entgegen aller Beteuerungen des Ministers durch, dass es möglicherweise nicht genug Schutzkleidung geben könnte – für die Ärzte und alle Personen die im medizinischen Bereich tätig sind. Der Verdacht hat sich inzwischen bestätigt… Schutzkleidung und Mundschutz sind sogar für Kliniken kaum noch zu bekommen.

Selbst als abzusehen war, dass die Entwicklung in Deutschland in einem Abstand von nur 8 – 10 Tagen den italienischen Ereignissen folgte, wurde immer noch nicht energisch genug gehandelt.

Mir blieb mehr und mehr die Spucke weg, ich konnte es nicht fassen. Da lese ich Tag für Tag, was dieses Virus anrichtet, wie schnell es sich verbreitet und die Profis (Spahn ist allerdings kein Mediziner) in diesem Land kommen nicht in die Gänge.

In Südtirol wurde am Montag, den 9. März mitgeteilt, dass aufgrund der Ausbreitung des Virus die Skigebiete schließen. Eine überaus vernünftige Maßnahme  – aber auch sie vermutlich um Tage zu spät beschlossen. Eine große Rückreisewelle aus den Skiparadiesen zog durch Deutschland und brachte den blinden Passagier mit. Schulklassen mussten unter Quarantäne, einige Schüler und auch Lehrer  hatten sich infiziert.

Und immer noch keine erkennbaren drastischen Maßnahmen zum Kampf gegen die Epidemie, die am 11. 3.  – das war vor gut einer Woche  – von der WHO zur Pandemie hochgestuft wurde.

Die deutsche Regierung versteckte sich hinter einer gesamteuropäischen Lösung, die  zu dem Zeitpunkt aber schon längst nicht mehr möglich war und übte sich ansonsten weiter in Beschwichtigungen und episch langen Krisensitzungen, die aber zunächst  nur die üblichen Formulierungen und Ratschläge an das Volk weiter zu geben in der Lage waren.

Den ersten Landsleuten schien aber inzwischen zu dämmern, dass das alles kein gutes Ende nehmen würde, sie begannen, sich mit Vorräten einzudecken. Warum diese Vorratshaltung ausgerechnet Toilettenpapier in solchen Maßen betraf, dass zum Ende der vergangenen Woche binnen Stunden in nahezu allen Geschäften  nicht nur dieser Hygieneartikel komplett ausverkauft war, wird wohl eines der größten Rätsel der gesamten Corona-Misere bleiben.

Ebenfalls gegen Ende der vergangenen Woche beschloss der DFB alle Erst- und Zweitligaspiele komplett abzusagen – zuvor hatten bereits Europaligaspiele vor leeren Rängen stattgefunden, auch diese Vorsichtsmaßnahme war nicht auf deutschem Mist gewachsen, Dank darum an die europäischen Fußballverbände, die vorausschauender gewesen waren als ihr deutscher Mitspieler. Nach und nach zogen alle anderen Sportverbände nach. Trainingseinheiten wurden gestrichen, Sportstätten geschlossen.

Inzwischen hatte man auch festgestellt, dass zwar jüngere Menschen auch Träger des Virus sein können, aber nicht so leicht akut daran erkranken wie ältere Leute. Doch als Überträger kamen selbst die kleinen Kinder, die Schüler und Jugendlichen infrage. Erste Überlegungen wurden am Freitag der vergangenen Woche laut – und mit Beginn dieser Woche auch umgesetzt –  darum Schulen und Kindergärten  zu schließen, bzw. geschlossen zu halten in den Ländern, in denen gerade die Frühjahrsferien zu Ende gegangen waren. Und es wurde dringend darum gebeten, den Kontakt zwischen Kindern / Jugendlichen und den Großeltern zu vermeiden.

Dass das für die allermeisten Familien extreme Problem mit sich bringt, ist ganz sicher selbst  für die, die davon nicht betroffen sind, begreifbar. Besonders schwierig ist es für die Eltern, die nach wie vor ihrer Berufstätigkeit nachgehen müssen. Notgruppen in Kitas und Horten können wirklich nur notdürftig Abhilfe schaffen. Die Großeltern und andere ältere Verwandte fallen als Betreuer für die Kinder ja aus den genannten Gründen aus.

Der Ministerpräsident Niedersachsen veröffentlichte am Montag, den 16. 3. einen Maßnahmenkatalog zur Eindämmung und Bekämpfung des Virus. Aber vermutlich läuft die Befolgung dieser Maßnahmen viel zu langsam an.

Als schließlich die Kanzlerin in einer emotional-emotionslosen Rede zu ihrem Volk sprach, gab es eigentlich niemanden mehr, der nicht ausreichend über die Situation informiert gewesen wäre. (Die Rede hatte große emotionale Anteile der Besorgnis und Fürsorge, wurde jedoch mit der größtmöglichen Emotionslosigkeit vorgetragen – ja, vorgetragen wie von einem –  zudem auch schlechten  – Laiendarsteller.) Die Presse sah das am nächsten Tag ja ganz anders. Endlich, jubelte  sie, stelle sich die Kanzlerin an die Spitze des Kampfes gegen Corona.

Da ging mir der Hut hoch.

Wochenlang hatte sie sich verkrochen. Nicht nur das, sie hatte sogar darauf bestanden, dass die Grenzen allesamt geöffnet blieben, um nach wie vor auch Migranten aufnehmen zu können. Dass „Deutschland“ schließlich doch seine Grenzen fast ganz dicht machte, lag aber nicht an der Entschlusskraft der obersten Krisenbewältigerin, es lag schlicht daran, dass unsere europäischen Nachbarn bis auf Belgien und die Niederlande allesamt schon ihre Grenzen nach Deutschland geschlossen hatten. Nun konnte auch Frau Merkel ihre Tatkraft beweisen und ihrerseits Grenzschließungen erklären.   – Für wie dumm hält sie eigentlich die Bevölkerung dieses Landes?  Oder auch nicht ganz falsch gefragt: Wie leicht ließ sich die Bevölkerung dieses Landes für dumm verkaufen?  Und welchen Anteil hatten die Medien an diesem Prozess der Volksverdummung mit ihren Beschwichtigungen, ihren seltsamen Moderatoren, die selbst dann noch lieber Herrn Trump mit Häme und Spott bedachten, als wir doch schon mitten in dem rasanten Prozess steckten, dessen Folgen aus den Fehleinschätzungen der Verantwortlichen zu Beginn der sich ausbreitenden Epidemie / Pandemie jetzt auf so dramatische Weise sichtbar werden.

Nun endlich werden zusätzliche Krankenstationen eingerichtet – wobei ich mich frage, woher denn das dazu gehörige Pflegepersonal kommen soll, die Belegschaft der Krankenhäuser arbeitet doch schon seit Monaten, um nicht zu sagen seit Jahren am Limit. Vom Einsatz der Bundeswehr ist die Rede, davon, dass Hotels und Messehallen zu Notquartieren für betroffene Patienten ausgebaut werden sollen, die noch nicht auf Intensivbetten und Beatmungsgeräte angewiesen sind.

Aus Fürsorge für Patienten in den Krankenhäusern und für die Bewohner in Pflege- und Altenheimen sind alle Besuche in den Einrichtungen untersagt. Für viele ältere Leute, besonders für diejenigen, die von einer Demenz betroffen sind, sind das dramatische Eingriffe in ihr gewohntes Leben. Sie können nicht begreifen, warum der Partner, die Kinder oder Enkel, Freunde oder Verwandte nicht zu Besuch kommen. (So habe ich es heute bei einem Telefongespräch mit einer hochbetagten Freundin erlebt, die die Information, die sie ja bekommen hat, nicht mehr speichern kann und sich so verloren und verlassen fühlt.) Und dennoch ist diese Maßnahme extrem wichtig und richtig.

Die Krise schlägt natürlich voll auf die Wirtschaft durch. Betriebe werden geschlossen, sei es aus Schutzgründen für die Werktätigen, sei es, weil kein Nachschub aus den Nachbarländern mehr über die Autobahnen rollen. VW macht dicht, ebenso andere große Unternehmen der Automobilbranche.

Theater, Opernhäuser, Kinos, Bars, Diskotheken, Gaststätten, Hotels sind seit Tagen geschlossen, der Handel extrem eingeschränkt.  Niemand darf mehr auf die nord- oder ostfriesischen Inseln reisen, Sportanlagen und Schwimmbäder sind dicht, Spielplätze dürfen nicht mehr betreten werden. Alles Maßnahmen, die man schon Anfang Februar vorsorglich hätte treffen können.

HÄTTE

Aber es hätte ja sein können, dass das Virus ausgerechnet um Deutschland einen großen Bogen macht und dann hätte man ja mit diesen Maßnahmen der Wirtschaft einen großen Schaden zugefügt… der kommt nun doch und der Schaden für die Kranken ist ebenfalls hoch.

Ja, und dann geht es auch noch um die Beschneidung unserer Freiheit.

Und die darf natürlich in keinster Weise  beschnitten werden (Achtung, Ironie), weshalb sich die meisten Bundesländer gegen eine umfassende Ausgangssperre wehren, wie sie beispielsweise in Österreich und Frankreich bereits beschlossen wurde. Noch!

Denn es sind die Unbekümmerten hier im Lande, die sich nicht an die Empfehlung halten, einander möglichst aus dem Weg zu gehen, alle direkten Sozialkontakte zu meiden, sich nicht in Gruppen zu versammeln, um den Frühling zu genießen. Aber die Leute sind deppert. Sie sitzen in den Münchener Biergärten beieinander und flanieren in Gruppen über den Jungfernsteg, bevölkern in Schwärmen die Parkanlagen in Berlin und anderen Großstädten und pfeifen auf Mindestabstand und soziale Isolation.

Es gibt sogar Jugendliche, die stolz ihren Widerstand in die Kameras der öffentlich-rechtlichen Sender plärren und sich supercool und toll fühlen. Und die Interviewer lassen ihnen das ohne zu zucken sogar durchgehen…. und tragen so dazu bei, dass dieses asoziale und egoistische Treiben als „Recht der Jugend“ wohlgefällig entschuldigt wird.

Da fällt mir nicht mehr viel dazu ein… Es werden Corona-Partys gefeiert, als gäbe es keinerlei Gefahr.

So wird wohl auch in ganz  Deutschland, wie bereits in Bayern,  bald die allgemeine Ausgangssperre verhängt.

Ach ja…. deutsche Touristen sind weltweit von Schutzmaßnahmen betroffen… sie werden ausgewiesen und sind darauf angewiesen, in einer beispiellosen Rückholaktion mit gecharterten Maschinen aus ihren Urlaubsgebieten ausgeflogen zu werden, weil die meisten Airlines Deutschland nicht mehr anfliegen.  Über 100000 Personen sind davon betroffen.

Das Robert Koch Institut veröffentlichte heute diese Stellungnahme:

Covid-19
Coronavirus-Krise hat laut RKI-Chef „unvorstellbares Ausmaß“ angenommen
Angesichts der weiter schnell steigenden Zahl der Corona-Fälle zeigt sich der Chef des Robert-Koch-Instituts alarmiert.
Die Krise habe ein Ausmaß angenommen, das er sich selbst nie habe vorstellen können, sagte Wieler in Berlin. Die Krankenhäuser müssten jetzt vorbereitet sein. Die Zahl der vom RKI registrierten Corona-Fälle stieg innerhalb eines Tages von 11.000 auf rund 14.000. Die Zahl der Toten lag demnach bei 31.

Die amerikanische Johns Hopkins Universität nennt noch höhere Zahlen. RKI-Präsident Wieler sprach von einem „exponentiellen Wachstum“. Man könne die Corona-Epidemie nur verlangsamen, wenn man vor allem die Regel beachte, Abstand zu halten.

In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, dem 13. April.

 

Als ich diese Nachricht bei Facebook las, kam mir die Galle hoch.

Mein Kommentar zu diesem Artikel:

„Immer wieder mein Erstaunen, dass diesen Fachleuten offenbar verborgen blieb, was mir als Laie schon seit Anfang /Mitte Februar klar vor Augen lag.
Ich verstehe nicht dass man nicht beim ersten Bekanntwerden der Epidemie in China Notfallpläne auch für Deutschland entwarf.
Man will um 2° die Erderwärmung steuern, kriegt aber nicht mal die ausreichende Versorgung mit Schutzkleidung für die Mitarbeiter in den Kliniken hin…“

Dieses Erstaunen geht in eine große Fassungslosigkeit über, in Unverständnis, Ärger, ja sogar Wut.

Und dies noch: Der Papst betet öffentlich für die baldige Beendigung der Corona-Welle …. und wird ebenso öffentlich dafür belächelt, sogar gescholten.

Gebe Gott, dass selbst den Lästerern nicht das Lachen vergeht….

Und uns allen nicht die Hoffnung auf Gesundung und das Ende der Krise.

HERR erbarme dich.


Nachtrag

Gerade in der Sondersendung des ZDF: Die Ministerpräsidentin des Bundeslandes Rheinland-Pfalz lamentiert darüber, dass Bayern mit der Ausgangssperre vorgeprescht sei, man habe sich doch bei der Ministerpräsidentenkonferenz darauf geeinigt, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen….

W A N N   hätte das denn passieren sollen?

Es entsetzt mich einmal mehr, wie in diesem Land regiert wird und wie geradezu eifersüchtig die Politeliten  auf ihr Prestige achten – und das in einer Krise wie dieser.

Wir alle aber können etwas tun. Wir alle müssen etwas tun.

Darum auch hier der dringende Appell:
B L E I B T . Z U . H A U S E

IHR zumindest, die Ihr nicht zur Arbeit gehen müsst

 

 

 

 

 

 

Der Begriff ist das Problem: RASSISMUS 28. Februar, 2020

Posted by Rika in antisemitismus, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, integration, islam, migration, politik.
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Den nachfolgenden hierher kopierten  Kommentar schrieb ich heute bei Facebook zu dem entsprechenden Beitrag der „ZEIT“.

Ich komme im Moment aus Zeitgründen leider nicht dazu, das näher auszuführen. Es ist mir aber wichtig zu warnen, mit dem Begriff „Rassismus“ sorgfältiger umzugehen , als wir es gemeinhin tun.

„Deutschland habe ein Rassismusproblem, meint die Zeit und lässt Menschen zu Wort kommen, die diesen Rassismus erlebt haben.
Ich halte die Formulierung „Rassismusproblem“ für problematisch.
Es gab immer eine Form der Abgrenzung von „Fremden“, das galt nach dem Krieg sogar für die Deutschen aus den deutschen Ostgebieten, sie wurden nicht mit offenen Armen aufgenommen, man sah sie vielerorts als unerwünschte Eindringlinge an, die den Ortsansässigen die bisherigen Privilegien streitig machen „wollten“, beispielsweise durch den Erwerb von Wohnungen, die ohnehin knapp waren oder man neidete ihnen die „Vergünstigungen“, die sie als Flüchtlinge hatten, ohne darüber nachzudenken, dass diese Menschen alles verloren hatten und nun darauf angewiesen waren, dass ihnen die Eingliederung in die westdeutsche Gesellschaft gut gelang.
Wenn sich in der Mehrzahl muslimische Migranten gegen „Rassismus“ wehren, so muss doch die Frage erlaubt sein, seit wann die Religionszugehörigkeit als „Rasse-Merkmal“ betrachtet wird, ein ursprünglich von den Nationalsozialisten zur Abgrenzung von der „deutschen Volksgemeinschaft“ verwendeter Begriff.
Wir haben hier in Deutschland das große Problem, dass über den Islam in seinen vielfältigen Facetten nicht kritisch gesprochen werden kann, ohne dass sofort das Totschlagargument „Rassismus“ zum Einsatz kommt. Meiner Wahrnehmung nach besteht dieses Problem seit der damalige Bundespräsident Wulff völlig ohne Not erklärte, der Islam gehöre zu Deutschland und in der daraufhin einsetzenden Auseinandersetzung Kritiker dieser Aussage sehr schnell mit eben diesem Begriff mundtot gemacht wurden, bzw. gemacht werden sollten.
Eine offene Diskussion ist seitdem hierzulande nicht mehr möglich, der Begriff „Rassismus“ wird inflationär benutzt, um jede Auseinandersetzung von vornherein abzuwürgen.
Man sollte doch gerade in dieser Zeit sorgfältiger mit diesen Begrifflichkeiten umgehen und man sollte auch endlich ohne Scheu dem Islam an den Stellen kritisch begegnen, an denen seine Vertreter – ob im privaten Bereich oder in offizieller Mission – sich durch ihr Verhalten grundsätzlich von der Mehrheitsbevölkerung abgrenzen wollen. Das hat mit der Kopftuchdebatte begonnen, findet die Fortsetzung in der Debatte um Kantinenessen oder im (freiwilligen) Verzicht auf bislang typische – auf der christlichen Religion basierenden – kulturelle Feste und Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten (umbenannt in Lichtermärkte), Weihnachts- oder Osterfeiern in Kindergärten und Schulen.
All das hat nicht das Geringste mit „Rassismus“ zu tun.
Es ist vielmehr die Wahrnehmung der Unterschiede zwischen den seit ewig scheinenden Zeiten hier lebenden „Deutschen“, die dem christlich geprägten Kulturkreis angehören und den neu hinzugekommenen Menschen, die ihre ebenfalls religiös geprägte Kultur mitbrachten und sie erkennbar weiterhin pflegen.
Hört endlich damit auf, uns ein Rassismusproblem anzudichten an Stellen, an denen es um eine völlig andere Gemengelage geht.

Die RASSISMUSDEBATTE spaltet nämlich diese Gesellschaft mehr, als alle Unterschiede selbst.“

 

Was ich aber nach wie vor für die weitaus wichtigere Aufgabe halte, ist den Antisemitismus in allen seinen Formen und Facetten aufzudecken und engagiert zu bekämpfen.

Denn meine Beobachtung geht leider auch dahin, dass die Bekämpfung des ausdrücklich gegen Juden und Israel gerichteten Antisemitismus allzu leicht mit der Verhinderung eines kritischen Umgangs mit dem Islam vermischt wird, eben in der Zuweisung der islamkritischen Haltung als „Rassismus“.

Nach wie vor stehe ich zu dieser Aussage:

Zu behaupten, Islamkritik – auch Islamophobie genannt – sei im Kern identisch mit Antisemitismus halte ich für eine besonders perfide Form des letzteren.

Substitution – zur seltsamen Lage in Deutschland… 27. Februar, 2020

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, attentat, aus küche und keller, aus meinem kramladen, gesellschaft, Grüne Ideologen, integration, medien, meine persönliche presseschau, mord, politik, presse.
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Substitution

Ich habe schon einmal eine ähnliche Überschrift für einen Beitrag gewählt… damals ging es um eine Linsensuppen-Substitution https://himmelunderde.wordpress.com/2012/03/01/linsensuppensubstitution/ .

Heute wollte ich mir mit dem Posten eines Suppenrezeptes eine kleine Ablenkung verschaffen, um von den merkwürdigen Zuständen in Deutschland  Abstand zu gewinnen.
Abstand zu der von mir wahrgenommenen Gemengelage hierzulande, dazu gehören – in Stichworten – die seltsamen Vorgänge bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen und die nicht weniger irritierend anmutenden Reaktionen der Kanzlerin und aller rechtschaffenden – nicht zu verwechseln mit rechten – Parteien von tiefrot über rot bis grünlich, wobei „grünlich“ dafür steht, dass die Partei zwar einen frühlingsfrischen grünen Anstrich hat, aber bei näherer Betrachtung doch schon Flecken des rückwärtsgewandten Verfalls aufweisen, warum sich diese Grünen in Thüringen selbst eher vornehm zurückhalten und lieber den grünen Oberphilosophen und schriftstellernden Märchenonkel für sich reden lassen.

Ob man die FDP zu den rechtschaffenden Parteien zählen darf, ist zur Zeit noch nicht ausgemacht, hat sie es doch zugelassen, dass der als Gegenkandidat für den roten Bodo angetretenen Herrn Kemmerich auch (!) und zudem vielleicht mehr aus Versehen von den Mitgliedern der Partei gewählt wurde, die neuerdings in einem Atemzug mit Adolf und Auschwitz genannt wird, was ich persönlich für eine Relativierung der Verbrechen der Nationalsozialisten halte – und zwar für eine von der übelsten Sorte, nicht weil die besagte Partei als ein Ausbund an Freiheit und Hort der Demokratie angesehen werden kann, sondern weil man mit diesem Vergleich die Verbrechen der Nationalsozialisten klein redet und sie so zu dem „Fliegenschiss“ degradiert, den vor nicht allzu langer Zeit einer der Repräsentanten selbiger Partei für die gesamte Zeit  des Tausendjährigenreiches auszumachen glaubte. Ich halte das für eine Scheußlichkeit sondergleichen.

Die anderen Wähler des Herrn Kemmerich sind ganz offenbar in der Thüringischen CDU beheimatet. Hier macht es Sinn, die ThCDU von der Bundes-CDU zu unterscheiden, denn diese brachte  –  sofort nach dem Startschuß von der in Afrika weilenden Kanzlerin –  ihr größtes Missfallen an diesem inakzeptablen Vorgang zum Ausdruck und stellte sich konsequent hinter Frau Dr. Merkel und ihre undemokratische Forderung, das Ergebnis dieser Wahl sofort rückgängig zu machen.  Nun kann man eine Wahl nicht so mir nichts dir nichts rückgängig machen. Immerhin trat Herr Kemmerich von seinem Ministerpräsidentenposten auch aufgrund des Drängens der Bundes-FDP zurück. Nun hat das Land weder eine regierungsfähige Regierung, noch ist ein Ausweg aus dem Dilemma, der nach demokratischen Regeln zustande kommen könnte, überhaupt absehbar. Was dann allerdings ebenfalls  rückgängig gemacht wurde, war die Stellung von Frau AKK als Parteichefin und Kanzleraspirantin, Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte ihren geordneten Rückzug und den Verzicht auf alle ihre Parteiämter an, nur die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands will sie auch weiterhin als Ministerin koordinieren (da gibt es vermutlich nur noch wenig falsch zu machen, weil alles, was je falsch laufen konnte, falsch gelaufen ist).

Nun streiten sich dreieinhalb Herren darüber, wer die Rechtschaffenheit der CDU auch in Zukunft glaubhaft nach innen und außen vertreten soll. Das „dreieinhalb“ bezieht sich nicht auf einen halben Mann, sondern auf einen halben Posten als Kanzleraspirantenkandidat, will doch Herr Spahn nicht selbst den Thron des Regierungschefs besteigen, sondern Herrn Laschett als Steigbügelhalter dienen und dafür den Vize machen. Die anderen beiden Herren, Herr Röttger und Herr Merz, haben ihrerseits schon interessante Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Frau Dr. gemacht, dem einen machte sie einst den Fraktionsvorsitz abspenstig, den anderen feuerte sie als Umweltminister. Man darf gespannt sein, welchem der Herren ihre größere Abneigung gilt und wer darum mit dem höchstmöglichen Sperrfeuer aus der Zentrale der Macht zu rechnen hat, das natürlich nach Kräften mit der geballten Kompetenz an Demagogie und Verunglimpfung einhergehen wird, die die Medien aufzuweisen haben. Im Moment scheint die Medienmeute Hatz auf, bzw. gegen Merz zu machen.

Die Thüringer Inszenierung einer Regierungskrise geriet vorübergehend in den Hintergrund der Berichtertattungen. In Hanau ereignete sich eine furchtbare Tragödie, als ein unter schwerer schizophrener Paranoia leidender Mann neun ihm fremde Menschen, seine eigene Mutter und sich selber erschoss. Der in einem sogenannten „Manifest“ des Täters anklingende,  aber keineswegs als solchen auch ursächlich hinreichend bewiesene „Rassismus“, löste eine Flut von Reaktionen aus, die alle einen gemeinsamen Schwerpunkt  bis heute aufweisen: Die rechte Partei am äußersten rechten Rand muss geächtet, vom Verfassungsschutz überwacht und am besten gleich ganz verboten werden. Zu sagen, es wäre sinnvoll zunächst einmal die polizeilichen Ermittlungen abzuwarten, gleicht schon einem Anfall von Masochismus. Es steht unumstößlich fest, dass solche Taten nur und ausschließlich im bewusstem Hass auf Fremde und Rassismus begangen werden können. Eine schwere psychische  Störung mag man allenfalls bei traumatisierten Menschen annehmen, die aus kulturfremden Ländern hierher kamen und schwere Straftaten begingen, für Menschen aus unserem allgemeinen  kulturellen Umfeld gilt das nicht.

So bleibt auch die Berichterstattung über eine weitere tragische Tat in einem seltsam-nebulösem Dunkel. In dem kleinen nordhessischen Ort Volkmarsen fuhr ein junger Mann seinen Wagen in eine fröhlich feiernde Menschmenge, die den Weg des Karnevalzuges säumte. Bisher ist von 60 Verletzen die Rede, einige von ihnen sehr schwer verletzt, unter ihnen sehr viele Kinder.

Und während  die gesamte politische Elite den Opfern und Angehörigen von Hanau unmittelbar ihr tiefstes Mitgefühl ausdrückte, es in vielen Orten Deutschlands „Demonstrationen gegen Rechts“ gab, Sondersendungen und Talkshows sich des Dramas annahmen, blieb es um Volkmarsen ziemlich still. Der Bundespräsident reiste nicht an, um an Krankenbetten sein Mitgefühl auszudrücken, auch habe ich noch nichts davon gehört, dass den Geschädigten von Volkmarsen eine Entschädigungszahlung zugesagt wurde, wie man sie den Familien der Opfer von Hanau versprach.

Aber vielleicht habe ich auch nicht mehr richtig zugehört oder nachgelesen. Irgendwann schaltet nämlich mein Selbsterhaltungstrieb auf „Abstand und Ruhe“, weil ich es einfach nicht mehr ertrage, mich mit den Ereignissen selbst, aber auch mit den Reaktionen darauf intensiver zu befassen.

Heute, „nach Hanau und Volkmarsen“, beherrschen wieder die Umtriebe der CDU-Granden die Zeitungen.

Und so ganz am Rande nimmt auch langsam die Berichterstattung über die Gefahr, die von einem in China ausgebrochenen Virus ausgeht, Fahrt auf…. allerdings will es mir scheinen, dass nicht Corona selbst  im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern die unglückliche Figur, die der Herr Minister Spahn dabei macht, hatte er doch bei ersten vorsichtigen Meldungen die Gefahr für uns hier in Deutschland heruntergespielt, inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die sogar eine Pandemie nicht ausschließen wollen und sorgenvoll darauf hinweisen, dass die medizinischen Einrichtungen möglicherweise auch hier bei uns nicht allzu gut darauf vorbereitet seien.

In Krisenzeiten kann eine gute Suppe durchaus über augenblickliche Sorgen hinweghelfen, hier geht es jetzt zur Suppe: Aber Achtung, sie ist nicht vegan, nicht einmal vegetarisch!

Man nehme

500 g Gehacktes halb und halb (natürlich nur vom Biobauern)

2 Stangen Porree (schön kräftig biodynamisch gewachsen)

3 große Zwiebeln

2 säuerliche Äpfel

1 Pck passierte Tomaten (500 g)

200ml Sahne

1 gehäuften El Rosenpaprika

Salz und Pfeffer nach Geschmack

1El Zucker-Zimt-Gemisch

1 Bechertasse Basmatireis

Zubereitung:

Porree sehr gründlich waschen, die äußeren Blätter entfernen, das dunkle Grün abschneiden, die Porreestangen der Länge nach halbieren und in  in sehr feine Halbringe schneiden.

Die Zwiebeln schälen und in grobe Stücke schneiden

Die Äpfel schälen und grob raffeln

Den Basmatireis in einem Sieb unter kaltem Wasser abspülen und mit der doppelten Menge Wasser und einem Teelöffel Salz in einem hohen und großem Topf zum Kochen bringen, auf die kleinste Energiezufuhr schalten und den Reis ausquellen lassen.

Das Gehackte in einer Pfanne mit hohem Rand gut anbraten, danach die Zwiebeln hinzufügen und glasig werden lassen, beide Zutaten gut vermischen, die geraffelten Äpfel auf die Hackfleisch-Zwiebel-Mischung geben und die Zucker-Zimt-Mischung  darüber streuen und unterheben. Danach den Porree hinzufügen.  Alles gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Rosenpaprika würzen,  einige Minuten leicht köcheln lassen.

Die passierten Tomaten zu dem ausgequollenem Reis geben und gut verrühren, anschließend den Pfanneninhalt zu dem Reis geben, alles gut vermischen,  gekochtes Wasser zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist  und mit Sahne verfeinern.

Ich habe noch eine Handvoll eingeweichter Rosinen zugegeben, das ist aber  nicht jedermanns Geschmack. Mir schmeckt das allerdings sehr gut…