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Die Schrift an der Wand… 13. Dezember, 2018

Posted by Rika in gesellschaft, integration, islam, medien, migration, mohammed, politik, terrorismus.
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beziehungsweise im SPIEGEL erschien vor nunmehr 11 Jahren.

Und ich kann nicht sagen, dass sie weniger aktuell ist oder etwas von ihrem Realitätsbezug zur deutschen Wirklichkeit eingebüßt hätte. Das Gegenteil ist der Fall.  Eine Freundin hat sie bei facebook aus der Versenkung geholt und ich stelle sie hier ein, weil sie damals prophetisch und wie ein helles Licht auf unsere Gegenwart erschien.

Leider haben wir sie nicht ernst genug genommen…

Broder schrieb am 26. 3. 2007:

„Epidemie des Wahnsinns

Henryk M. Broder über die Furcht vor islamischen Fanatikern
Der 15. Februar 1987 war ein normaler deutscher Wintertag, kühl, feucht und neblig. Es gäbe keinen Grund, sich an diesen Tag zu erinnern, wenn er nicht eine Zäsur markieren würde, wie das vor 20 Jahren kein Mensch ahnen konnte. Die Fatwa über Salman Rushdie war noch nicht verhängt, der Karikaturenstreit nicht ausgebrochen, und doch fand schon eine Art Vorspiel für die kommenden Skandale statt. Es dauerte nur wenige Sekunden, löste aber ein politisches und kulturelles Erdbeben aus, das bis heute nachwirkt.
Rudi Carrell schaute in die Kamera und verlas mit ruhiger Stimme eine fiktive Meldung: „Diese Woche feierte man im Iran den achten Jahrestag der islamischen Revolution. Ajatollah Chomeini wird von der Bevölkerung gefeiert.“ Der Meldung folgte ein Minifilm, in dem der Führer der iranischen Revolution von weiblichen Fans mit BH und Slips beworfen wurde. Es war ein visueller Kalauer: arglos, harmlos, nett. Nur was anschließend passierte, war weder arglos noch harmlos und schon gar nicht nett.
Schon 15 Minuten nach der Sendung beschwerte sich der Botschafter der Islamischen Republik beim Sender und meldete den Vorfall nach Teheran. Dann ging es Schlag auf Schlag. Teheran bestellte den deutschen Botschafter ein und forderte Konsequenzen für die „ungeheuerliche Beleidigung“. Vor der deutschen Botschaft in Teheran zogen Demonstranten auf, die „Tod dem deutschen faschistischen Regime!“ schrien. Deutsche Diplomaten in Iran wurden zur Ausreise aufgefordert, Iran Air stellte seine Flüge nach Deutschland, das Goethe-Institut seinen Betrieb in Teheran ein.
Entsprechend der Parole des Vorsitzenden Mao – „Bestrafe einen, erziehe hundert“ – wurde nicht nur Rudi Carrell diszipliniert, der nie wieder einen Mullah-Witz riskierte, die Botschaft kam auch im gesamten sozio-kulturellen Komplex an: Als zwei Jahre später, 1989, die Todesfatwa über Salman Rushdie verhängt wurde und Ajatollah Chomeini zum Mord an dem Autor der „Satanischen Verse“ aufrief, war die Haltung der deutschen Öffentlichkeit bereits geteilt. Während sich ein Teil des Kulturbetriebs mit Rushdie solidarisierte, meinte der andere, er sei „zu weit gegangen“, habe „unnötig provoziert“ und deswegen keine Solidarität verdient.
Und während über Rushdie noch das Todesurteil schwebte, wurde 1995 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel verliehen. Die Juroren lobten das Lebenswerk der Sufismus-Expertin, wobei sie bereitwillig übersahen, dass die „überzeugte Fundamentalistin“ (Emma) die Fatwa gegen Rushdie theologisch gerechtfertigt hatte: „Beleidigung des Propheten ist nach den meisten islamischen Rechtsschulen ein todeswürdiges Verbrechen.“
So wird das Stück „Die beleidigten Moslems und wir“ seit rund 20 Jahren in verschiedenen Besetzungen aufgeführt, wobei der Plot immer der gleiche bleibt: Dort die verletzten und gekränkten Gläubigen, die gar nicht anders können, als Botschaften abzufackeln, um ihre Ehre zu verteidigen, hier die kleinlauten und ewig bußfertigen Relativisten des Abendlandes, die den „Dialog der Kulturen“ als therapeutisches Selbstgespräch inszenieren: Günter Grass, der als Goodwillgeste gegenüber den in Deutschland lebenden Muslimen eine Kirche in eine Moschee umwandeln möchte; Hans-Christian Ströbele, der einen christlichen Feiertag gegen einen islamischen eintauschen will; Oskar Lafontaine, der „Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion“ entdeckt hat; ein Gericht, das einem Berliner Islamisten erlaubt, seinen Sohn „Dschihad“ – Heiliger Krieg – zu nennen.
Es ist ein langsamer Prozess der Kapitulation vor dem scheinbar Unvermeidlichen. „Nur nicht provozieren“, lautet die Losung, „die Fanatiker könnten böse werden.“ Wie sehr das Verfahren inzwischen zur Routine geworden ist, wurde im Laufe der Auseinandersetzung um die 12 Mohammed-Karikaturen klar, die in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ am 30. September 2005 erschienen waren. Während in Beirut und Damaskus dänische Botschaften brannten und Demonstranten von Islamabad bis London den Tod der Beleidiger forderten, reagierten die Repräsentanten der westlichen Zivilgesellschaft wie Wanderer, die vom Sturm überrascht wurden.
Der ewige Grass, immer vorneweg, wenn es darum geht, den Westen für seine Untaten zu verurteilen, charakterisierte die Ausschreitungen als eine „fundamentalistische Antwort auf eine fundamentalistische Tat“.
Damit stand es sozusagen eins zu eins in einem Länderspiel zweier Fundi-Mannschaften, von denen die eine ein paar Karikaturen in die Welt gesetzt hatte – und die andere daraufhin wie eine Feuerwalze durch das globale Dorf gezogen war. Fritz Kuhn, Fraktionschef der Grünen, sagte, es müsse nun geredet werden „über das Verhältnis der Meinungsfreiheit zu der Verantwortung, die daraus erwächst“, denn: „Manche fühlen sich durch die Karikaturen stigmatisiert. Mich haben sie an die antijüdischen Zeichnungen in der Hitler-Zeit vor 1939 erinnert.“
Ein Satz, mit dem Kuhn, Jahrgang 1955, vor allem eins bewies: dass er sich nie gründlich genug antijüdische Zeichnungen aus der Zeit vor 1939 angesehen hat. Auch der CDU-Abgeordnete Eckart von Klaeden mahnte: „Wir dürfen keinen Beitrag zur Eskalation leisten“ – nachdem Demonstranten in Teheran die österreichische Vertretung mit Brandsätzen attackiert hatten.
Ganz Europa erlebte eine Epidemie des Wahnsinns: Die dänisch-schwedische Firma Arla Foods, die einen Teil ihrer Produkte in islamische Länder exportiert, schaltete in 25 führenden arabischen Zeitungen
Anzeigen, in denen sie sich von den Mohammed-Karikaturen distanzierte. Großbritanniens Außenminister Jack Straw nannte die Veröffentlichung der Karikaturen „unnötig, unsensibel, respektlos und falsch“.
Die Botschaft fand Gehör: Als der Künstler Hans Haacke gefragt wurde, warum es von ihm kein Werk gibt, „das sich mit der Rolle des Islams beschäftigt“, gab er zu Protokoll: „Das wird es so bald wohl auch nicht geben. Das Verhältnis zum Islam erscheint mir so komplex und explosiv, dass ich mich da nicht heranwage.“ Seine Haltung, so Haacke, sei „nicht feige“, sondern „weise“.
Nachdem der Künstler Gregor Schneider seinen „Kubus“, der an die Kaaba von Mekka erinnert, in Berlin und Venedig nicht zeigen durfte, weil die Veranstalter Angst vor islamistischem Terror hatten, ging er in Hamburg denn auch gleich auf Nummer sicher. In der „Kulturzeit“ auf 3sat wurde Schneiders Vorgehen so dargestellt:
„Um eventuellen Protesten bereits im Vorfeld zu begegnen, wurde die Ausstellung gemeinsam mit den Vertretern der muslimischen Gemeinden vorbereitet.“
Wobei der Moderator der „Kulturzeit“ nicht einmal mit einem kurzen Anheben einer Augenbraue die Frage andeutete, ob es denn angehen könne, dass Kunstobjekte, die den Glauben thematisieren, von der Vertretern der betroffenen Religion „bereits im Vorfeld“ abgesegnet werden müssen. Die Antwort war so klar, dass sich die Frage erübrigte.
Von Henryk M. Broder“

DER SPIEGEL 13

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Nein…. keine weiteren Fragen außer diesen:

WARUM LASSEN WIR DEN WAHNSINN GESCHEHEN, WARUM LASSEN WIR IHN IMMER NOCH ZU?

 

Passend dazu auch dieser Text…. „Haben wir schon die Scharia?“

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Ich habs dann einfach mal geklaut. 7. November, 2018

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, politik, presse.
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„Das kann höchstens ein Anfang sein“: 65 000 Besucher beim „Wir sind mehr“-Konzert in Chemnitz im September.
„Das kann höchstens ein Anfang sein“: 65 000 Besucher beim „Wir sind mehr“-Konzert in Chemnitz im September.

Chemnitz

Eigentlich wirkt Jan Gorkow nicht so, als müsse man Angst um ihn haben. Er ist 1,94 Meter groß, besitzt einen imposant massigen Körper, trägt Vollbart und kurze Hosen, auch bei Herbstwetter. „Freiheit und Hoffnung“ hat er auf eines seiner stämmigen Beine tätowieren lassen. Der 31-jährige Punksänger aus Mecklenburg-Vorpommern strahlt allein durch seine Statur eigentlich eine deutliche Botschaft aus: Man sollte sich besser nicht mit ihm anlegen.

Und doch ist es genau das, wofür Gorkow es mittlerweile auch außerhalb der Musikszene zu erstaunlicher Berühmtheit gebracht hat: Gorkow legt sich gerne an. Vor allem mit Rechtspopulisten, mit Neonazis und mit dem, was manche Wutbürger nennen. Und die wiederum legen sich gern mit ihm an. Gorkow und seine Band mit dem schrägen Namen Feine Sahne Fischfilet sind etwas, von dem man schon gar nicht mehr vermutete, dass es so etwas noch gäbe: Musiker, die mit wütenden Texten und politischer Botschaft nicht nur einen Konzertsaal in Wallung bringen können, sondern auch den ganz großen Politikbetrieb.

„Scheißzecke aus Vorpommern“
„Scheißzecke aus Vorpommern“: Christoph Sell (l) und Jan „Monchi“ Gorkow von der Band „Feine Sahne Fischfilet“.Quelle: dpa

Wenn die Band ein Konzert gibt, gibt es nicht selten Proteste von AfD-Anhängern. Beleidigungen, Beschimpfungen, Hunderte Morddrohungen seien für ihn, der „Scheißzecke aus Vorpommern“, wie er sich selbst nennt, nichts Besonderes mehr. Schon vor zehn Jahren hätten Nazis Aufkleber drucken lassen mit seinem Konterfei – mit gespaltenem Schädel. „Klar“, sagt er, „man hat auch Angst. Aber die Angst darf einen nicht lähmen.“

Feine Sahne Fischfilet ist ein Phänomen. Kaum eine Band tauchte in den vergangenen Monaten so oft in den Nachrichten auf wie die ostdeutsche Punkband. Gorkow hat schon Interviews in der „Tagesschau“ gegeben. Dabei werden die wenigsten Zuschauer ihre Musik je gehört haben.

Je erfolgreicher und bedrohlicher AfD, Pegida und andere rechte Strömungen werden, so scheint es, desto mehr Bedeutung kommt auch dieser Band aus dem Norden Mecklenburg-Vorpommerns zu. Eine Art Gegengewicht zum gängigen Klischee von den Rechten im Osten Deutschlands. Tote-Hosen-Sänger Campino, immerhin so etwas wie der Altvater des politischen Deutschpunks, sagt: „Sie sind ein lebendes Beispiel dafür, dass man Haltung bewahren kann, auch wenn man sich in einem schwierigen Umfeld bewegt und die Zeiten härter werden.“

Tatsächlich hat die Aufmerksamkeit für Feine Sahne Fischfilet viel mit ihrem Umfeld zu tun. Gorkow und seine Band wollen den Rechten in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern nicht das Feld überlassen. Sie wohnen weiterhin in ihren Dörfern – trotz Top-Ten-Charts-Platzierungen, „Tatort“-Soundtrack und neuerdings auch MTV-Music-Awards-Nominierung. Immer wieder spielt Feine Sahne Fischfilet Konzerte auch in den Dörfern im Osten, wo die AfD führende politische Kraft ist. Sie kämpfen um ihre Heimat, obwohl sie ihr eigentlich längst entwachsen sind. Und sie ecken an. Auf mehreren Seiten.

„Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass so ein Konzert höchstens ein Anfang sein kann“: Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Chemnitz am 3. September. Quelle: epd

Ein Montag in Chemnitz im September. Acht Tage sind seit der tödlichen Messerattacke dreier Asylbewerber auf Daniel H. vergangen, sieben seit der Demonstration „gegen Ausländerfeindlichkeit“ voll Hass, Hetze und Hitlergrüßen auf offener Straße. Zehntausende haben sich vor der Johanniskirche versammelt, immer mehr strömen herbei, die Bühne wirkt winzig, selbst Gorkow verschwindet fast neben den riesigen Lautsprechern. Das auf Bannern gedruckte Motto „Wir sind mehr“ ist kaum erkennbar, so gut gefüllt ist der Platz, 65 000 Menschen jubeln ihnen zu. Als Musiker kann man eigentlich nicht viel mehr erreichen. Das Erste, was Gorkow an diesem Abend ins Mikro sagt, ist: „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass das nicht alles sein kann. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass so ein Konzert höchstens ein Anfang sein kann. Und dass verdammt noch mal mehr Menschen den Arsch hochzubekommen haben.“

Polarisierung und Provokation

Es sind Sätze, wie sie immer wieder auf Konzerten von Feine Sahne Fischfilet fallen. Keine pausenfüllenden Moderationen, sondern Ansagen, irgendwo zwischen Haltung, Härte und – das mag erst auf den zweiten Blick deutlich werden – auch Herz. „Wenn alle mutlos sind, halten wir uns fest, komm, schlag zurück – denn Angst frisst Seele auf“, singt Gorkow. Er sagt, er singe es für die, „die dann noch die Fresse aufmachen, wenn es was auf die Fresse gab“.

Sie selbst folgen diesem Motto konsequent. Nachdem Politiker der AfD und auch der CDU in Sachsen-Anhalt gegen einen Feine-Sahne-Fischfilet-Auftritt im Rahmen der „ZDF@Bauhaus“-Reihe protestiert hatten, und das Konzert daraufhin aus Angst vor vermeintlich linksradikalen Ausschreitungen abgesagt wurde, gaben sie nicht klein bei. Gorkow bezeichnete die Absage durch das Bauhaus als „auf vielen Ebenen erbärmlich“. Ein Konzert in Dessau gab es dennoch: am Deinstagabend – im ausverkauften Brauhaus statt wie geplant im Bauhaus. Organisiert hat es Feine Sahne Fischfilet in Eigenregie.

Punk, Polarisierung, Provokation – die Band selbst ist längst zum Politikum geworden – spätestens seit sie durch das Staatsoberhaupt zum Streitthema im Berliner Politikbetrieb wurde. Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Chemnitzer Veranstaltung gegen rechts auf seiner öffentlichen Facebook-Seite geteilt hatte, kam Kritik von allen Seiten. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (die, wie sich später herausstellte, selbst 2016 ein Festival besuchte, auf dem die Band auftrat) sagte in einem Interview: „Das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln (…), dann halte ich das für mehr alskritisch.“ (Annegret Kamp-Karrenbauer)

Gefahr für die Jugend?

Doch was stimmt denn nun? Sind die Mitglieder von Feine Sahne Fischfilet die Kämpfer gegen die Radikalisierung und den Hass? Oder sind sie selbst die Bösewichter – linksradikal, extremistisch, eine Gefahr für die Jugend, immerhin einst vom Verfassungsschutz beobachtet?

Wer Feine Sahne Fischfilet besser verstehen will, muss sich Jan Gorkows Leben erzählen lassen. Es ist weniger eine Musikerbiografie als vielmehr ein Lehrstück über Jugendkultur in der ostdeutschen Provinz.

Gorkow, von seinen Fans und Freunden nur „Monchi“ genannt, ist 31 Jahre alt, früherer Hansa-Rostock-Ultra, Sohn einer Zahnärztin und eines Bauunternehmers. Er stammt aus Jarmen, Provinz im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Ein 3000-Einwohner-Kaff, aus dem täglich einmal ein Bus Richtung Stadt rausführt. Monchi war schon immer größer, breiter und lauter als die anderen. Schon als Kind habe er selten geschlafen, „er war wie an einen Akku angeschlossen, immer auf Power“, sagen seine Eltern in der Kinodokumentation „Wildes Herz“, die Schauspieler Charly Hübner kürzlich über ihn gedreht hat.

Vom Ultra zum Punk

Zunächst floß Monchis Energie in den Fußball, als Kind ging er mit den Eltern ins Stadion, als Teenager mit den Ultras, dritte Halbzeiten inklusive. „Eine Zeit lang wusste man nicht, wo es mit ihm hinführt“, sagt die Mutter. „Er war immer vorne mit dabei“, sagt der Ex-Ultra-Kumpel. Mit 14 holten seine Eltern ihn aus dem Gewahrsam in Dortmund ab, weil er einen Polizisten angespuckt haben soll. Mit 19 bekam er zwei Jahre auf Bewährung, weil er einen leeren Streifenwagen angezündet hat. „Abgefuckte Zeit, hat mich krass geprägt“, sagt Monchi heute.

Dass der Junge mal Musik macht, hätten seine Eltern nicht gedacht, nicht einmal Monchi selbst. Die Band gründete sich gegen Ende der Schulzeit vor mehr als zehn Jahren, mehr als Zeitvertreib. In einer Gegend geprägt von alten und neuen Nazis, von den Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen früher und den Rekordergebnissen der AfD heute. Vor allem rechtsradikale Musik von Landser fand unter den Jugendlichen in ostdeutschen Dörfern Anklang.

Und weil Feine Sahne Fischfilet zunächst unverfängliche Songs über Saufen und Feiern sang, kamen die – damals noch leicht erkennbaren – Glatzköpfe in Springerstiefeln auch zu ihren Auftritten. „Irgendwann musst du dich dann entscheiden, sonst vereinnahmen sie dich, du muss dich positionieren“, sagte Gitarrist Christoph Sell mal in einem Interview. Und die Jungs begannen, sich zu positionieren – in Songtexten, auf Demonstrationen, mit eigenen Aktionen. Und zwar gegen die Rechten. Aber auch massiv gegen die Polizei: „Wir stellen uns in einem Trupp zusammen / Und schicken den Mob dann auf euch rauf! / Die Bullenhelme, die sollen fliegen / Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein!“, heißt es in dem Lied „Staatsgewalt“ von 2009.

Sie überspannten den Bogen, sie stießen an Grenzen, auch an rechtsstaatliche. Von vielen Texten des 2009 erschienen Debütalbums „Backstage mit Freunden“ distanziert sich die Band heute. Die Platte wurde zwar nicht indiziert, brachte sie aber auf den Schirm des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommerns, wegen einer „explizit antistaatlichen Haltung“. Über die „planmäßig angelegte Beobachtung in exakten Zeiträumen von 2011 bis 2013“ wird Gorkow erst im Nachhinein in einem Brief von der Behörde informiert: „Die polizeilichen Maßnahmen sind abgeschlossen. Mit freundlichen Grüßen.“

Verfassungsschutz beobachtete

„Wir sind keine Unschuldslämmer“, sagt Gorkow heute. „Aber wenn der Verfassungsschutz mehr über uns allein zu berichten weiß als über alle rechtsradikalen Bands, die es in Mecklenburg-Vorpommern gibt, dann ist das das Allerletzte.“ Seit 2015 wird die Band nicht mehr im Verfassungsschutzbericht erwähnt – im gleichen Jahr stellt Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Landtag fest: „Das größte Pro­blem ist der Rechtsextremismus.“ Die Zahl der rechtsextrem motivierten Straftaten sei von landesweit 642 im Jahr 2014 auf 952 im Jahr 2015 gestiegen.

„Keinen Plan B“: Feine Sahne Fischfilet im ausverkauften Ostseestadion. Quelle: OVE ARSCHOLL

Der Ton der Band bleibt auch danach rau, die Polizei ihr Feindbild. „Helme warten auf Kommando / Knüppel schlagen Köpfe ein / Wasser peitscht sie durch die Straßen / Niemand muss Bulle sein!“, singen sie 2015 in „Wut“ – ein Text, den ein Bundespräsident nicht gutheißen kann. „Natürlich wird in Texten bewusst schwarz-weiß gemalt“, sagt Gorkow. Aber wenn jede linke Blockade bei Nazi-Aufmärschen mit Wasserwerfen von der Polizei angegriffen oder durchgeprügelt werde, habe man oft das Gefühl von Hilflosigkeit, sagt er. Und eben: Wut.

Nehmen sie es in Kauf, wenn Wut in Gewalt umschlägt? Tatsächlich macht man es sich wohl zu einfach, in der Band eine reine linksradikale Krawalltruppe zu sehen.

Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern. Feine Sahne Fischfilet geht auf Wahlkampftour: „Noch nicht komplett im Arsch – Zusammenhalten gegen Rechtsruck“. Sie plakatieren und organisieren, es gibt Vorträge und Konzerte in Gegenden, wo nur noch NPD und AfD um die besten Plätze für Wahlplakate streiten. Es war Gorkow, der darauf drang, so etwas durchzuziehen. Er ist jemand, der keiner Konfrontation aus dem Weg geht – früher körperlich, heute politisch. Dafür macht er sich stets selbst ein Bild. 2016 war er mit der Hilfsorganisation MV für Kobane in Syrien, kürzlich mit der Seenotrettung Mare Liberum im Flüchtlingslager auf Lesbos.

Die Bühne ist Ventil und politische Plattform zugleich. Pogen auf Partypunk mit Trompeten und Politik. Er sei kein Sänger und habe von Musik keine Ahnung, sagt Gorkow. Dafür ist es allerdings sehr erfolgreich. Ihr neues Album „Sturm & Dreck“ stieg auf Platz drei der deutschen Charts ein. Ab Donnerstag spielt Feine Sahne Fischfilet ihre bisher größte Tour, 7000 Menschen allein in Düsseldorf, ausverkauft. Ob mit alldem ein Traum in Erfüllung geht? „Nö“, sagt Monchi, „den hatte ich nie. Aber auch keinen Plan B.“

Von Julia Rathcke


Möge sich jeder seine eigenen Gedanken machen…

Religion – Schutz und Freiheit 22. Oktober, 2018

Posted by Rika in aktuell, christsein und glaube, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Der Bundestag debattierte in der vergangenen Woche über  Religionsfreiheit und deren Schutz,  dem  weltweit Geltung zu verschaffen sei.

Religion / Religionsfreiheit  –   ein schwieriges Thema.

Schwierig, weil  auf der einen Seite „Religion“ immer eine öffentlich zugängliche und wirksame Angelegenheit ist durch ihre institutionellen  und / oder  hierarchisch gegliederten Vertretungen mit mehr oder weniger großem Machtanspruch gegenüber den Gläubigen, die sie vertreten,  einerseits und gegenüber den Staaten, in denen sie angesiedelt sind, andererseits.

Auf der anderen Seite bedeutet Religion für die betreffenden „Gläubigen“  im Rahmen ihrer Religionszugehörigkeit eine zutiefst persönliche Beziehung zu dem, was für sie in ihrer jeweiligen Religion lebensbestimmend und relevant ist.

Doch nicht überall auf der Welt wird die Beziehung des einzelnen Gläubigen so unter den gesetzlichen Schutz gestellt, wie es in Deutschland der Fall ist, heißt es doch im Grundgesetzt:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

 

Freiheit des Glaubens, des Gewissens verstehe ich als die persönliche Dimension, Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses  als die institutionalisierte Glaubensfreiheit in Form der   Kirchen- und Gemeindezugehörigkeiten verschiedenster Religionsgemeinschaften.

Dazu erklären Juristen:

Jedermann hat, dies nennt sich individuelle Dimension,  das Recht, seinem Glauben gemäß zu leben. Weiter steht es ihm frei, die kollektive Dimension auszuüben, dies in der Gemeinschaft mit anderen zu tun. Zudem haben die Glaubensgemeinschaften das Recht, sich rechtsförmig zu organisieren.

Ein Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts nach Art. 140 GG des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 137 V WRV der Weimarer Reichsverfassung steht offen.“

Und weitere erklärende Ergänzungen finden sich auf der Seite juraforum :

Unterteilung in positive und negative Freiheit der Religion

Es findet eine Unterteilung in positive und negative Freiheit der Religion statt. Die positive Auslegung ist, dass jeder die Religion seiner Wahl ausüben kann, die negative dagegen, das Verbot für das Staatswesen, einen Bürger zu einer gewissen Weltanschauung oder Religion zu zwingen. Religion ist ein Grundrecht. So hat diese Grundrechtsberechtigung also ein jeder, Ausländer wie Deutscher. Was Minderjährige, Unmündige anbelangt, beginnt deren Religionsfreiheit mit der Einsichtsfähigkeit.

Die Religionsfreiheit betrifft auch die negative Freiheit eben keinen Glauben zu vertreten, sich dazu zu bekennen und diese Überzeugung auch zu leben. Auf die negative Religionsfreiheit geht der Artikel 136 Absatz 3 und Absatz 4 der Weimarer Reichsverfassung ein, die Grundlage für das die Religionsfreiheit betreffende, aktuelle Verfassungsrecht ist. In dem Artikel 33 Absatz 3 GG des Grundgesetzes ist festgehalten, dass, ganz egal welches Religionsbekenntnis, jedermann, jeder Staatsbürger, die bürgerlichen sowie auch die staatsbürgerlichen Rechte wahrnehmen kann, ihm Zugang zu öffentlichen Ämtern gewährt wird. Nach dem Artikel 7 Absatz 3 Satz GG kann ein Lehrer nicht gegen seinen Willen gezwungen werden, eine Religion zu unterrichten.

 

Einen interessanten historischen Rückblick bietet die Seite ebenfalls, ich möchte hier aber nicht näher darauf eingehen.

Dass der Bundestag über ein seit 70 Jahren im Grundgesetz verankertes Recht debattiert, das Recht auf Religionsfreiheit nämlich (siehe oben), hat seinen Grund in den zunehmenden Berichten über Repressalien, die gegen die verschiedensten Religionsgemeinschaften oder einzelne Gläubige (außerhalb Deutschlands) mehr oder weniger „legal“, das heißt im Einklang mit den jeweiligen staatlichen Institutionen und Gesetzen oder aus kultureller Tradition  ausgeübt werden.

In Deutschland erleben wir eine immer stärker zunehmende Säkularisierung, einhergehend mit hohen Austrittszahlen von Mitgliedern der beiden großen Amtskirchen (Katholiken, Protestanten) bei gleichzeitiger Zunahme muslimischer Vereine und Moscheegemeinden. Auch das ein Zeichen für Religionsfreiheit, denn auch die persönliche  „Freiheit  von Religion“ ist als Recht des Einzelnen anzusehen. Der Ausdruck „Vereine“ ist von mir keineswegs despektierlich gemeint, er verdeutlicht vielmehr das Dilemma, dass es zwischen den einzelnen muslimischen  Gemeinden und dem Staat der Bundesrepublik Deutschland immer noch keinen sogenannten „Körperschaftsvertrag“ gibt, wie beispielsweise mit den Jüdischen Gemeinden oder den meisten der evangelischen Freikirchen.  Das Problem liegt allerdings – so ist mein Kenntnisstand – auf der Seite der vielen unterschiedlichen muslimischen Verbände und Gemeinden, die keinen offiziellen Dachverband bilden, weder als gesamte Gemeinschaft der Muslime in Deutschland, noch einen verbindlichen Zusammenschluß  innerhalb ihrer jeweiligen unterschiedlichen theologischen Ausrichtungen der Gemeinden.

Zwar enthält auch die Charta der „allgemeinen Menschenrechte“ einen Passus über Religionszugehörigkeit und Freiheit der Religionsausübung, die Realtität zeigt aber, dass diesem Absatz der Menschenrechtscharta wenig Relevanz in der Umsetzung zu bescheinigen ist –  wie es ohnehin um die Menschenrechte weltweit nicht unbedingt so bestellt ist, wie es die UNO dereinst gefordert und formuliert hat.  Ganz abgesehen davon, hat in Ablehnung der allgemeinen Menschenrechte die muslimische Ummah die Kairoer Erklärung verabschiedet, die ausdrücklich den Islam zur Basis eines jeden Menschenrechts erhebt.

Es ist sicher mehr als eine Spekulation, wenn man davon ausgehen kann, dass diese Kairoer Erklärung in muslimischen Staaten dazu führt, die Rechte der Andersgläubigen – die ja vom Islam allesamt als Ungläubige angesehen werden – weder als schützenswert erachtet noch tatsächlich geschützt werden.

Doch auch den muslimischen Bürgern muslimischer Staaten werden die elementarsten Menschenrechte mit Hinweis auf die Religion vorenthalten, davon zeugen die drakonischen Strafen, die zum Beispiel in Saudi Arabien öffentlich  verhängt und vollzogen werden und von fürchterlichen Stockschlägen über  Verstümmeln (Hände oder Füße abtrennen, das Augenlicht zerstören) bis zur Todesstrafe durch Steinigung oder Enthauptung  das ganze Spektrum an Grausamkeiten abdecken, alles im Namen der Sharia und des Koran.  Der Iran, der derzeit von Deutschland, bzw. der Regierung Deutschlands  so gehätschelt wird wie kaum ein anderes Terrorregime, steht dem in Nichts nach.

Und es muss sicher hier nicht näher ausgeführt werden, dass in nahezu allen muslimischen Staaten der „Abfall vom Islam“, die Apostasie mit dem Tode bestraft wird.

Nun hat sich also der Bundestag des Themas angenommen. In guter demokratischer Gepflogenheit haben die verschiedenen Parteien und Blöcke jeweils eigene Entwürfe zur Diskussion gestellt. Nachlesen kann man die Anträge auf der Seite des Bundestages.

Wie nicht anders zu erwarten waren die Damen und Herren Abgeordneten nicht bereit oder in der Lage, aus den vorliegenden Anträgen eine, von allen gemeinsam getragene Beschlussvorlage zu kreieren, was doch angesichts des Themas durchaus im Bereich des Möglichen hätte sein können oder gar müssen. Natürlich fiel das Abstimmungsergebnis entsprechend aus.

Bei idea liest sich die Abstimmungsentscheidung so:

Berlin (idea) – Der Bundestag hat in seiner Sitzung am 19. Oktober einen Antrag der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD zum Thema Religionsfreiheit beschlossen. Die Abgeordneten verabschiedeten das Papier „Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärken“ mit großer Mehrheit. 331 Abgeordnete stimmten dafür und 81 dagegen; 187 enthielten sich. In der Sitzung berieten die Parlamentarier auch einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und einen der AfD. Beide wurden abgelehnt.

Wie dieser Text bei idea von einer „großen Mehrheit“ reden kann ist mir ein Rätsel.  Laut Auskunft des Bundestages selbst sind in dieser Legislatur  709 Personen Angehörige  des Parlaments. Davon waren bei der Abstimmung 599 Abgeordnete zugegen. Von den 599 Abgeordneten stimmten lediglich 331 für die Annahme des Antrags der Regierungsfraktionen. Ist das eine große Mehrheit? Es sind gerade mal knapp 32 Stimmen mehr als die Hälfte der Anwesenden und nicht mal die Hälfte der Angehörigen des Parlaments. (Auch das Fernbleiben dieser Abstimmung spricht natürlich Bände… es waren ja vermutlich nicht alle 110 abwesenden Personen gleichzeitig erkrankt oder wegen sonstiger politischer Aktivitäten unabkömmlich.

Es ist eine Schande für die Abgeordneten, die sich sonst so viel auf ihre Menschenfreundlichkeit zugute halten und sich darüberhinaus um jeden Käfer, jede Fledermaus und jeden Wolf sorgen, dass sie es nicht fertig gebracht haben, über ihren parteipolitischen Schatten zu springen und den Antrag tatsächlich mit großer Mehrheit – nahezu einstimmig würde ich an dieser Stelle fordern – als Zeichen für die Welt zu verabschieden.  Es spricht gegen den moralischen Impetus derjenigen, die die Annahme des Antrags verweigert haben und die doch sonst so gerne „Zeichen setzen“ gegen Rechts, gegen Antisemitismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, für die Umwelt und den Schutz der Meere,  die Bewahrung der Schöpfung und den Kampf für die Menschenrechte.

Abgestimmt wurde über  diesen Text,

daraus wörtlich zitiert:

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf:
• Geltung und Abgrenzung des Menschenrechts auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit
in Deutschland gegen jegliche Art von Extremismus durch
geeignete Mittel zu wahren;
• den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und die Auseinandersetzung
des religiös motivierten Extremismus weiterhin durch politische Bildung und
Aufklärung intensiv zuführen;
• sich weiterhin mit Nachdruck in ihrer Außen- und Sicherheitspolitik sowie
Entwicklungspolitik auf bi- und multinationaler Ebene für das elementare
Menschenrecht der Religionsfreiheit einzusetzen, zu dem insbesondere die
Rechte, den Glauben zu wechseln, den Glauben öffentlich zu bekennen, für
den Glauben zu werben oder frei von jedem Glauben zu leben, zählen;
• das elementare Menschenrecht auf Religionsfreiheit gezielt bei allen Maßnahmen
zur Minderung von Fluchtursachen einzubeziehen;
• in bilateralen Gesprächen mit Partnerländern immer wieder auf die Universalität
der Menschenrechte hinzuweisen, die nicht durch religiöse und traditionelle
Bestimmungen relativiert oder eingeschränkt werden dürfen;
• weiterhin auf Staaten mit Nachdruck hinzuwirken, den Internationalen Pakt
für bürgerliche und politische Rechte zeitnah zu zeichnen und zu ratifizieren;
• den EU-Leitlinien über die Förderung und den Schutz der Religions- und
Weltanschauungsfreiheit innerhalb der Arbeit der deutschen Auslandsvertretungen
weiterhin größte Beachtung zu schenken;
• die wichtige Arbeit des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für Religions-
und Weltanschauungsfreiheit nach Kräften zu unterstützen;
• sich dafür einzusetzen, das Amt des EU-Sonderbeauftragen für die Förderung
von Religions- und Weltanschauungsfreiheit außerhalb der Europäischen
Union zu verstetigen;
Vorabfassung – wird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 7 – Drucksache 19/5041
• den Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit in der
Wahrnehmung seiner Aufgaben, insbesondere bei dem in gemeinsamer Abstimmung
mit dem Auswärtigen Amt zu erstellenden Bericht zur weltweiten
Lage der Religionsfreiheit, maßgeblich zu unterstützen, indem die deutschen
Auslandsvertretungen u. a. mit der systematischen Erhebung religionsspezifischer
Daten dazu beitragen;
• die personelle Ausstattung der deutschen Botschaften auszubauen, um Maßnahmen
zur Förderung der Menschenrechte und Religionsfreiheit zu unterstützen;
• insbesondere im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten
Halbjahr 2020 für den Schutz und die Förderung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit
gemeinsam mit den EU-Partnern einzutreten;
• weiterhin umgehend und angemessen, möglichst gemeinsam mit anderen EUMitgliedstaaten
auf Berichte über Verletzungen der Religionsfreiheit zu reagieren;

• das Thema „Religion und Entwicklung“ noch stärker in der bilateralen Zusammenarbeit
zu verankern und dazu bedarfsorientiert spezifische Analysen zu
religiösen Akteuren in einzelnen Ländern zur Verfügung zu stellen;
• am Beispiel der von der Terrorherrschaft des IS befreiten Gebiete im Nordirak
ein friedliches Miteinander der verschiedenen religiösen Gruppen mit konkreten
Maßnahmen zugunsten der Versöhnung und der nachhaltigen Konfliktprävention
zu fördern und in diesem Zusammenhang ein koordiniertes Vorgehen
der zuständigen Ressorts der Bundesregierung zu intensivieren;
• PaRD zu einer Plattform weiterzuentwickeln, die konkrete politische Empfehlungen
und Lösungsvorschläge zu entwicklungspolitischen Themen und Regionen
erstellt.
Berlin, den 16. Oktober 2018
Ralph Brinkhaus, Alexander Dobrindt und Fraktion
Andrea Nahles und Fraktion

 

Zu meinem Selbstverständnis als Christin gehört das Recht der freien Religionsausübung  für jeden Menschen, so wie die Trennung von Kirche und Staat, wie es auch vom Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden – Baptisten – vertreten wird.

Manchmal, das gebe ich zu, fällt es mir persönlich schwer, dieses Recht der freien Religionsausübung auch denjenigen hier in Deutschland zuzubilligen, die in ihren Herkunftsländern Christen und / oder Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften  dieses Recht verweigern. Trotzdem halte ich an dem Prinzip der Religionsfreiheit fest  und  setze mich dafür ein, dass jeder Mensch das Recht und die Freiheit hat, seine Religion in freiem Entschluss zu wählen und auszuüben und, wenn es für ihn notwendig erscheint, seine Religionsgemeinschaft auch ohne Nachteil für Leib und Leben verlassen zu können oder die Religionszugehörigkeit zu wechseln. Und ich bin froh darüber, dass in dem begleitenden Text und in der  Abstimmungsvorlage auch diese Problematik  angesprochen und deutlich gemacht wird.

Ich würde mir aber ebenso sehr wünschen, dass die Politik es nicht mehr als notwendig ansehen müsste, sich  der Belange der Gläubigen anzunehmen….  und wir wirklich zur grundsätzlichen Freiheit des Glaubens und der Religonsausübung kämen und zur weltweit gültigen  Trennung von „Kirche“ und Staat.

Dass das vermutlich ein Traum bleibt – bis sich die Zeiten erfüllt haben – ist mir jederzeit bewusst…

Was ich noch zu sagen hätte – und andere vermutlich auch…. 6. September, 2018

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Es ist ja bereits viel gesagt und geschrieben worden zu „Chemnitz“ … aber die Zukunft wird zeigen, dass längst noch nicht alles gesagt wurde.

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, als ich in den Nachrichten (bei ZDF oder ARD) unsere Kanzlerin in ihrem schönsten Uckermärkischen Tonfall und von keiner emotionalen Regung getrübt folgende Worte beinahe im Vorbeigehen, so nebensächlich ließ sie es erscheinen, sprechen hörte:

 

„Meine Reaktion ist, dass wir dort Bilder gesehen haben, die sehr klar Hass und damit auch Verfolgung von unschuldigen Menschen deutlich gemacht haben. Von denen muss man sich distanzieren, das hat Herr Seibert gemacht, das tue ich, das habe ich auch schon getan, und damit ist alles gesagt.“

Die schriftliche Fassung der „Rede“ habe ich diesem Text entnommen, auf den ich gerne hinweise: „Alles gesagt“ ? Noch lange nicht.

Ich will das nicht unwidersprochen lassen.

Wie aber  soll ich nun mit meiner Antwort auf Frau Dr. Merkel beginnen?

Liebe Frau Bundeskanzlerin?

Verehrte Frau Bundeskanzlerin?

Hallo Frau Bundeskanzlerin?

Passt nicht.

Nun,  dann so:

Frau Dr. Merkel,

es ist schon einige Zeit her, dass ich mich mit einem (fiktiven) Brief an Sie wandte. Auch dieser Brief wird vermutlich „fiktiv“ bleiben, das heißt, nicht bis zu Ihnen gelangen.

„Damit ist alles gesagt“, haben Sie Ihr kurzes Statement auf Nachfrage  zu den Vorkommnissen in Chemnitz abgeschlossen. Und an keiner Stelle war Ihnen anzumerken, dass Sie in irgendeiner Weise neben der rein pragmatischen Vorgehensweise zum Geschehen auch so etwas wie „Gefühle“ investiert hätten oder auch nur bereit seien, Gefühle überhaupt zuzulassen, geschweige denn, sie öffentlich zu zeigen. Nun ist es nicht jedem Menschen gegeben, seine (berechtigte ?) Empörung über einen Sachverhalt oder ein Geschehen so zu zeigen, wie es weiland der Trainer des FC Bayern München, Giovanni Trapattoni tat mit seinem berühmt gewordenen Satz: „Ich habe fertig!“ In dem Mann brodelte es, das war im deutlich anzumerken.

Brodelt es auch manchmal in Ihnen? Könnten Sie ab  und zu mal vor Wut ein bisschen kochen oder gar explodieren, wie man es im Volksmund so stilsicher wie gar nicht blumig beschreibt,  ist Ihnen das Gefühl völlig fremd? Dieses Gefühl aus einer Mischung aus Resignation, Ohnmacht, Wut und Zorn.

Ich will Ihnen sagen, dass Ihre unglaubliche Erwiderung auf Chemnitz genau diese Gefühle in mir ausgelöst hat.

Ich fühle mich ohnmächtig, angesichts meiner Machtlosigkeit Ihrer Machtfülle gegenüber. Dabei bin ich streng genommen doch Ihr Souverän.  Ich bin es, die mit meiner Stimme die Partei legitimiert hat, gemeinsam mit Ihnen eine Regierung einzugehen… andere haben mit ihrer Stimme Ihre Partei gewählt, auf dass Sie weiterhin als Kanzlerin regieren und schalten und walten können, wie es Ihnen gefällt, bzw. situativ mal eben in den Kram passt. Meinen Sie nicht, dass Sie mir, dem Souverän, ein wenig mehr an Rechenschaft ablegen müssten über Ihr Verhalten und Ihre Äußerungen zu Chemnitz,  als dieses lächerlich kurze Statement, abgeschlossen mit „damit ist alles gesagt“!? Glauben Sie wirklich, dass es außer mir und einigen anderen renitenten Bürgern dieses schönen Landes kaum jemanden gibt, der nicht gerne mehr wüßte, wie die Kanzlerin  über die Vorgänge von Chemnitz urteilt – und vor allem – was sie zu tun gedenkt, um dem immer größer werdenen Riss in der Gesellschaft und dem damit verbunden Unmut  entgegen zu wirken?

Können Sie sich denn beim besten Willen nicht in Ihre „Landsleute der ehemaligen DDR“ hineinversetzen und deren Resignation spüren, die ja nicht erst seit 2015 nur mühsam unter der Decke gehalten wird? Was glauben Sie denn,  wie viele Menschen seit der Wende mit einer plötzlich über sie herein gebrochenen,  existenziellen Situation und daraus folgender Gefühlslage konfrontiert waren oder immer noch sind und bis heute fertig werden müssen?  Menschen,   die zu DDR-Zeiten einem – im Verhältnis gut bezahlten –  Beruf nachgingen mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienten und der ihnen ein positives Selbstwertgefühl gab, einem Beruf, der aber nach der Wende  nichts mehr galt oder dessen sie  verlustig wurden, weil ganze Fabriken und Betriebe „abgewickelt“ wurden  und die Leute  deshalb in finanzielle Not und ins gesellschaftliche Abseits stürzten?  Die wenigsten Menschen hatten doch das große Glück wie Sie es hatten, mit der Welle der politischen Neuverteilung von Macht und Zuständigkeiten  plötzlich in eine gut bezahlte und ebenso angesehene  Position der ursprünglich westdeutschen Parteienlandschaft gespült zu werden. Viel zu viele Menschen haben nicht nur ihren Arbeitsplatz verloren, viel zu vielen gingen auch alle bis dahin geltenden politischen oder ideologischen Sicherheiten verloren. Die DDR und das gesamte gesellschaftliche Gefüge und wirtschaftliche System hatte von jetzt auf gleich  abgewirtschaftet und leider haben es die zuständigen Politiker der Wendezeit nicht verstanden,  die Menschen nicht gleich mit über Bord zu werfen, die ja zumeist gar kein anderes Bezugssystem hatten oder kannten, als den real existierenden Sozialismus – von dem ich als „Wessi“ in keinster Weise überzeugt war. HabenSie das denn alles schon vergessen? Was haben die sogenannten Altparteien denn den in ihren Grundfesten erschütterten  ehemaligen SED-Wählern zur neuen Identitätsfindung angeboten?  „Blühende Landschaften“ hat Herr Kohl versprochen… aber es hat mehr als 15 Jahre gedauert, nicht wahr? Und in manchen Landschaften blühen heute  zwar die Blumen, Straßen und Bahnverbindungen sind gut ausgebaut, Städte hübsch saniert,   aber die Arbeitsplätze sind dünn gesät. Arbeitsplätze!  Bis heute sind die Renten der Ostdeutschen nicht denen der Westdeutschen angeglichen. Glauben Sie nicht, dass man sich darüber „wie Flasche leer“ fühlen kann, um noch einmal Trapattoni zu zitieren?  Wer hat denn diese Leere gefüllt, und ich meine jetzt nicht in erster Linie eine materielle „Füllung“. Welchen ideologischen, aber leider fehl leitenden,  Weltverbesserern,  haben SIE, Frau Dr. Merkel denn in Ihrer immerhin schon 13 Jahre währenden Regierungszeit wirklich sinnvoll etwas entgegen gesetzt? Diese Frage dürfen Sie gerne an Ihre jetzigen und bisherigen Koalitionspartner weiter geben und auch an die  argumentativ kaum vorhandene bisherige Opposition der Grünen und Linken. Die einen kleben an ihren alten Modellen eines sich menschlich gebenden Sozialismus, die anderen wollen die Schöpfung bewahren und dem Braunkohletagebau das Totenlied singen. (Was ja unter Umweltschutzmaßnahmen gar nicht mal so schlecht ist… aber was dann, rein arbeitsmarkttechnisch nachgefragt???)  Und schielen Sie, Frau Dr. Merkel, nicht sehr viel mehr auf „uns Besserwessis“ als größere Wählergruppe, als auf IHRE ehemaligen Landsleute?  Was sagen Sie den Leuten?

Aber Sie haben ja Recht.

Rechte sind in unserem Land gefährlich für den Fortbestand der Demokratie. Doch was haben Sie denn unternommen gegen den erkennbaren Rechtsruck im ehedem antifaschistischen Bruderland von Sowjetunion und Kuba? Es ist doch seit Jahren bekannt, dass „die Rechten“ (und damit meine ich jetzt nicht die AfD, die es ja so lange noch gar nicht gibt) einen enormen Zulauf ausgerechnet im Osten haben… Es soll, so wurde mir erzählt, Dörfer in Meck-Pom geben, in denen traut sich nicht mal mehr die Polizei Widerworte gegen rechte Rädelsführer zu geben. Und das nicht erst seit 2015. Das alles ist doch schon so lange bekannt. Haben Sie denn wirklich Augen und Ohren davor verschlossen? Die Aktionen rechtsradikaler Sturmtruppgruppen gegen Flüchtlingsunterkünfte gab es schon vor 20 Jahren. Damals habe ich Vietnamesen eherenamtlich Deutschunterricht erteilt, die aus dem Osten in den Westen geflohen waren – nicht nur der brauen Horden wegen, sondern auch, weil man die ehemaligen Arbeitssklaven der DDR zurück nach Vietnam schicken wollte.

Alles schon vergessen?

Eine Zuspitzung erfuhr die „rechte Situation“ mit dem großen Andrang von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens. Was zunächst eine wirklich gute humanitäre Geste war, erwies sich doch im weiteren Verlauf des anhaltenden  Begehrens von Migranten aller Art nach Deutschland zu kommen, als ein kaum bis nicht mehr handelbares Unterfangen. Wer damals schon darauf hinwies, dass Integration – und um die ging es doch auch – nicht mit  „Dach über dem Kopf“, „Essen auf dem Tisch“, Bekleidung und Sprachkurs getan sein konnte, wurde ganz schnell mundtot gemacht mit den unschönen Begriffen wie „Fremdenfeindlichkeit“, „Rassismus“, Islamophobie. Dabei war es doch  unabdingbar  und ist es immer noch, dass Zusammenleben eben nicht von Tag zu Tag neu auszuhandeln ist, wie manche Migrantenverbände es illusionsreich forderten, sondern   sich an unseren Gesetzen und an den allgemein gültigen Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders zu orientieren hat –  Stichwort achtsames Miteinander,  Schutz des Eigentums, Schutz der persönlichen Unversehrtheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, um nur einige der Bereiche zu nennen, die immer wieder eklatant verletzt werden. Da hilft es auch nicht, dass die einzelnen Fälle tatsächlich „nur“ Einzelfälle sind. Im Bewusstsein der Menschen, die ohnehin ideologisch  auf schwankendem Boden stehen oder sich auch nur so empfinden, ist jeder Einzelfall ein Fall zu viel.  Haben Sie eigentlich keine Psychologen in Ihrem Beraterteam, die Ihnen das sehr einfach und sehr plausibel erklären könnten oder verlassen Sie sich ausschließlich auf alle möglichen Experten von „Terrorismus“ über „Rassismus“ bis „Islamismus“, die aber doch alle nur – so scheint es mir jedenfalls – abwiegeln und / oder aber auf die  mit dem Finger zeigen, die sich der neuen Welt des Multikuli, die mehr ist als (italienische) Eisdiele und (türkische) Dönerbude,  nicht so recht anzupassen wissen oder vor den Folgen einer schlecht organisierten Migration warnen.

Sehen Sie, Frau Dr. Merkel, aus diesen vielen Imponderabilien, die Sie weder in der Hand haben, noch steuern können, über die Sie aber auch nicht mit den Menschen reden (sieht man mal von Ihren Sommergesprächen oder den schönen Plaudereien mit Anne Will ab,) erwächst mit dem Gefühl der Resignation und Ohnmacht auch ganz langsam ein Gefühl der Wut. Wut auf alles, was man als Verlust tatsächlich bereits erlebt hat oder auf den, den man für die Zukunft befürchtet. Und es war so vorhersagbar wie es politisch riskant ist, in so einer Situation wenden sich viele Menschen denen zu, die mit einfachen Worten die Lösung der Probleme versprechen. (Einfach sind Ihre Worte ja meistens auch, aber leider auch sehr nebulös und verschwurbelt. Klare Ansagen gab es zum Atomausstieg = alternativlos, zur Griechenlandrettung = alternativlos, zur Eurorettung = alternativlos, zu ihrer Regierung = alternativlos.)

Eine Alternative für verunsicherte Bürger hatten und haben Sie nicht zu bieten, denn Ihr „Wir schaffen das“ lässt ja leider offen, wie und mit welchen Mitteln Sie was zu schaffen gedenken, bzw. uns zumuten   auftragen es zu schaffen.

Derweil nehmen wir Bürger wahr, dass Schulen vermodern, Altenheime und Krankenhäuser, Kitas und Lehrerkollegien  personell chronisch  unterbesetzt sind, dass dringende Infrastrukturmaßnahmen auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden, immer mehr Schlüsselindustrien mit dem Gedanken spielen, sich nach China abzusetzen (wenn sie es nicht schon längst in Angriff genommen haben) und die bisherige  „gefühlte Sicherheit“ einer „gefühlten Unsicherheit“ gewichen ist – und es ist egal, ob die Sicherheitslage tatsächlich verändert ist oder nicht.  Gefühle, Frau Dr. Merkel, sind manchmal sehr viel wirkmächtiger als  Fakten.  Erinnern Sie sich an Regine Hildebrand? Diese Frau hatte so viele oder so wenig Mittel wie alle anderen Politiker nach der Wende, um sofort paradiesische Zustände herbei führen zu können, aber sie hatte GEFÜHL, Empathie nennt man das auch. Die Menschen fühlten sich verstanden, auch wenn sich an ihren Umständen nicht das Geringst geändert hatte. Wenn „Regine“ sagte „wir kriegen das schon hin“, war es zwar auch wie ein „wir schaffen das“, aber ihr nahm man ab, dass sie sich mit aller Kraft auch dafür einsetzte.  Spürt man Ihnen dieses „WIR“ und Wollen überhaupt noch ab? Fragen Sie doch mal die Leute in Sachsen.

Als Gerhard Schröder in der berühmten Elefanten-Runde nach der Wahl, die er verloren hatte, großspurig gegen Sie  vom Leder zog, habe ich mich als Genossin für ihn geschämt. Das war unanständig.

Wissen Sie was,  das, was Sie mit Ihrem „und damit ist alles gesagt“ so herablassend geäußert haben, ist schlimmer als jedes „Basta“ des Exkanzlers Schröder.

Und so, Frau Dr. Merkel, ist aus meiner Resignation, meiner Ohnmacht, meiner Wut langsam Zorn geworden. Dass der sich nicht in unschönen Texten wie denen der tapfer singenden Streiter gegen Rechts in Chemnitz äußert oder gar in Aktionen, wie sie die Antifa in Hamburg an den Tag gelegt hat und schon gar nicht im Heben des Arms zum Gruß einer faschistischen Idee (Erdogan, mit dem Sie so gute Geschäfte machen, lässt an dieser Stelle grüßen), ist neben meiner guten Erziehung und Kinderstube meinem eigentlich schon brüchig werdenen Glauben an Willy Brandts Aufforderung „mehr Demokratie wagen“ geschuldet – und meiner christlichen Basis… die ich hier aber nicht weiter für politische Zwecke instrumentalisieren möchte, wie es heute so viele Leute – nicht nur der Kirche – tun…

 

Sie müssen mir nicht danken für diesen kleinen Ausflug in eine politisch-psychologische  Gedankenwelt….

Nicht die Ihre …

Rika Herrmann

 

 

 

Wie eine „offene Gesellschaft“ funktioniert…. 3. September, 2018

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wurde mir soeben mit aller Deutlichket demonstriert:

In Hannover gibt es einen Unterstützerkreis zur Flüchtlingshilfe.  Ich finde das Anliegen diese Gruppe außerordentlich gut, zumal „meine Gemeinde“ schon seit vielen Jahren in die Flüchtlingsarbeit involviert ist durch ein sehr gut geführtes „Flüwo“, wie wir es liebevoll nennen. Wir – mein Mann und  ich – unterstützen die Arbeit des Flüwo  seit dem Beginn auf unterschiedliche Weise.   Das nur zur Erklärung.

 

Heute las ich bei facebook folgenden Artikel, der von dem Unterstützerkreis eingestellt worden war:

 

 

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Gegen-Rassismus-Friedensweg-zieht-am-Montag-durch-Hannover

 

Die Geschehnisse in Chemnitz haben mich ziemich stark berührt. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich die Berichterstattung in nahezu allen Medien für ziemlich einseitig und linkslastig empfunden habe und empfinde. Auch dem angesagten Konzert in Chemnitz sehe ich mit ziemlich gemischten Gefühlen entgegen, spielen dort doch auch Bands auf, die sich nicht gerade dadurch auszeichnen, dass sie den Rechtsstaat Deutschland ausdrücklich unterstützen. Wer dazu auffordert gegen Polizisten gewaltsam vorzugehen, wie es in einem Lied der Band „Feine Sahne Fischfilet“ angekündigt wird, kann in meinen Augen nicht zur Befriedung der Situation in Chemnitz beitragen. Und wer in Hannover gegen Rassismus unter dem Motto „bunt statt braun“ demonstriert und eine Abordnung „gegen Rechts“ nach Chemnitz schickt, setzt – nach meinem Verständnis von Gesellschaft und Demokratie – das falsche Zeichen,  weil ganz gezielt ein nicht unerheblicher Teil unserer Gesellschaft ausgegrenzt wird, und eben nicht nur die bekennenden Nazis, die es ja seit eh und je gibt, sondern  auch diejenigen Menschen, die sich eher im konservativen  politischen Lager einfinden und sich selber aber nicht als „Rechte“ oder „Rechts“ im Sinne von Neonazis empfinden und verstehen.  Mit welchen Recht stellen „wir“ Menschen in die rechte Ecke, nur weil sie sich gegen die Politik der Bundesregierung aussprechen, einer Politik, die an vielen Stellen durchaus kritikwürdig ist. Dass diese Kritik aber von der bisherigen Opposition des Bundestages (FDP, Grüne, Llinkspartei) weitgehend ausbleibt und letztlich nur von der neuen, als „rechts“einsortierten Partei“ AfD betrieben wird, müssen meinem Dafürhalten nach Demokraten nicht nur „dulden“, sondern als das normale Spiel der Kräfte anerkennen, und zwar sowohl diejenigen, die eine nennenswerte Opposition der Grünen und der FDP vermissen, wie auch die, die die AfD für die Ausgeburt des Bösen und den Wiedergänger unglückseliger Politiker im Sinne und Gefolge des GröFaZ halten.

Nur mit dem Finger auf die „Rechten“ zu zeigen und sie aus der demokratischen Gesellschaft auszuschließen, ist nach meiner Ansicht weder demokratisch, noch sinnvoll. Es geht doch im politischen Geschehen um das miteinander Aushandeln von kleinsten gemeinsamen Nennern und der Umsetzung politischer Überzeugungen in aktives Handeln – und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es das nicht auch mit den sogenannten Rechten der AfD geben kann.

Zur Erinnerung:

Vor den „Ostverträgen“ stritten die Parteien der damaligen Bonner Republik wie die Kesselflicker um das, was politisch möglich vs unmöglich, durchsetzbar oder eben nicht war. Es waren heftig geführte Debatten, die ihren Niederschlag auch in den Medien fanden. Gibt es diese Debatten im Berliner Reichstag heutiger Tage? Zählen Fakten und die Analyse  real existierender Strömungen und Gegebenheiten überhaupt noch oder ist nicht alle Debatte von vornherein ein Geplänkel um die Deutungshoheit, die vor allen Dingen aber von der Kanzlerin in ihrem Sinne als alternativlos und gegeben bestimmt wird?

Und welche Rolle spielen die Medien? Sind sie die einstmals unabhängige Kraft, die den Finger auf die offensichtlichen Schwachpunkte politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Realitäten legt oder machen sie sich  nicht doch mehr und mehr zum Handlanger der „es geht uns doch so gut und wir schaffen das Politik“ der Berliner Regierenden?

Nur nicht daran rühren, und nur nicht aufdecken, was das „Volk“ zunächst nur im stillen Kämmerlein bedachte und nun,  mehr und mehr so leise vor sich hinmurmelt…  nicht den Leu wecken, der sich brüllend erheben könnte gegen die schöne heile Welt deutscher Weltpolitik.

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf angesichts der Ankündigung des Unterstützerkreises Hannoverscher Flüchtlingspolitik….  und ich schrieb einen entsprechenden Kommentar. Er wurde umgehend zurück gewiesen. Ich verdeutlichte mein Ansinnen…. und auch das wurde zurückgewiesen. Schließlich wies ich darauf hin, dass es einmal eine Demo gegen „Rechts“ und Rassismus in Hannover gegeben habe, an der Frau Roth teilnahm und in der man „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ unwidersprochen rufen konnte.

Daraufhin wurde ich an die Netiquette erinnert. Mein entsprechendes Nachfragen  „warum, wieso, weshalb“ wurde nicht mehr beantwortet. Stattdessen wurden alle meine Kommentare gelöscht.

 

Dummerweise – ich habe halt noch nichts dazu gelernt aus ähnlichen Begebenheiten – habe nichts  von dem gespeichert, was ich geschrieben hatte.

 

Aber ich bin selbstverständlich unendlich begeistert darüber, wie die „offene Gesellschaft“ funktioniert, wie man mit denen umgeht, die unangenehme Fragen stellen oder Kommentare schreiben.

 

Lieber Unterstützerkreis: So wird das nichts mit „bunt statt braun“….   allenfalls billige ich Euch „Rot-Tiefrot-Schwarzrot-Grün“ statt Braun zu.

Wer andere Meinungen von vornherein ausbremst, ist nicht offen, sondern ganz, ganz fest geschlossen.

Und ich werde jetzt nicht meinen Farbkasten öffnen, um das Gemisch auch optisch zu überprüfen, das sich aus Rot, Schwarzrot, Tiefrot  und Grün ergibt….

 

NACHTRAG

Ich erinnere mich noch zu gut an den damaligen Radikalenerlass, der Angehörige vor allem der DKP  von allen „Ämtern“, die der Staat an Beamte zu vergeben hatte, ausschloß. Ich empfand das damals als ein großes Unrecht, weil es auch Menschen betraf, die als Briefträger oder Schaffner bei der Bundesbahn arbeiten wollten  und ganz sicher nicht an ihrem Arbeitsplatz die Umwandlung unserer Bundesrepublikanischen Gesellschaft in ein Staatswesen DDR II verwandeln wollten.

Seitdem hege ich ein tiefes Misstrauen gegenüber allen Tendenzen, Menschen aufgrund ihrer politischen Einstellung ausgrenzen zu wollen. Nach meiner persönlichen Überzeugung ist das zutiefst undemokratisch.  Mit dem politischen Gegnern kämpft man durch sachliche Argumente und nicht durch Verbote, es sei denn, die entsprechende Partei sei ausdrücklich nicht verfassungskonform und strebe den Umbau unseres Staatswesens hin zu diktatorischen Verhältnissen an.  Die politischen Parteien sind daran gescheitert, die NPD per Gesetz verbieten zu lassen aus eben den genannten Gründen. Wir müssen uns als Demokraten mit denen auseinandersetzen, die glauben, mit NPD und AfD eine Neuauflage des Nationalsozialismus zu erreichen.

ABER, ich halte auch nichts davon, die LINKE darin zu bestärken, eine Neuauflage der DDR bundesweit zu etablieren.

Und erst recht halte ich nichts davon, wenn die sogenannte bürgerliche Mitte vor beiden Bewegungen die Augen fest verschließt, bzw. je nach Ausganglage das rechte oder linke Auge ganz fest zukneift.

 

 

 

 

Verschwurbelte Sätze… 2. April, 2018

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sind wir ja von der Kanzlerin gewohnt.

Es erstaunt mich aber einigermaßen, wenn eine sonst wortmächtige Frau einen derartig verdrucksten Satz wie diesen in die Welt predigt:

Deutschland wird nicht mehr so sein, dass es keinen Islam gibt“ – das ist die Kurzfassung, wie sie in der „Welt“ als Titel verbreitet wird. Nur ein wenig ausführlicher, aber nicht minder verschwurbelt die Langfassung:

Der Islam wird praktiziert in Deutschland. Und Deutschland wird nicht mehr so sein, dass es keinen Islam gibt“.

Was sich wie eine unumstößliche Tatsachenbeschreibung anhört, ist einerseits die unterwürfige Anbiederung an die Religion des Friedens bei völligem Ausblenden der Inhalte, die von dieser „Religion“ in den  Moscheen gepredigt und verbreitet wird, und andererseits teilt Frau Kässmann damit (vermutlich ganz unfreiwillig)  das dschihadistische Prinzip mit, nach dem der Islam seit Mohammed die Unterwerfung der Völker unter den Islam betreibt. Der Islam gewinnt die Oberhand entweder durch kriegerische Handlungen – wie in der unglaublich schnellen Expansion in der unmittelbaren Zeit seiner Entstehung – oder durch den schleichenden Prozess der „Unterwanderung“ – Muslime siedeln sich an… leben unauffällig in ihren neuen „Wirtsländern“ …  bilden immer größer werdende  Gemeinschaften und erheben ihre Stimme, zunächst verhalten, dann immer lauter, fordernder und unüberhörbar werdend. An diesem Punkt sind und / oder erleben wir uns  in Deutschland. Wenn dann noch hochrangige Politiker oder Kleriker in ihren Ansprachen und Predigten beteuern, der Islam gehöre zu Deutschland, ist der nächste Schritt nahezu vollzogen, der nämlich die religiös-rechtlichen Grundsätze des Islam (Sharia ist das harmlos klingende Stichwort) in die gesellschaftliche Ordnung des Gemeinwesens einbringt – mit als „Religionsfreiheiten“ getarnten, eingeforderten   Rücksichtnahmen auf die von Mohammed aufgestellten Regeln des Zusammenlebens.

Frau Kässmann betrachtet offensichtlich den Islam – wie viele ihrer Berufskollegen auch  – in erster Linie als eine Religion, die dem Christentum nahezu gleich ist und schließt dabei den machtpolitischen Aspekt völlig aus.

Aber auch Welt-online blendet diesen Zusammenhang aus und schreibt zitierend:

 Wie kann man die Menschen und ihren Glauben so auseinanderdividieren?“, sagte die 59-jährige evangelische Theologin in Bezug auf die Differenzierung Seehofers. „Im Moment habe ich den Eindruck, dass sich viele Muslime, die in dritter, vierter Generation hier leben, wirklich ausgegrenzt fühlen, und das halte ich für ein ernstes Problem.“

 

Wenn Frau Kässmann von „Glauben“ spricht, wird dieser Begriff  so eingesetzt, wie er von Christen üblicherweise gebraucht und verstanden wird.  Dass im Islam „Glaube“ aber  nicht vor allem ein „Vertrauen auf / in eine höhere Macht“ bedeutet, sondern  „Islam“ ein alle Lebensbereiche umfassendes Herrschaftssystem  ist, verschweigt die Theologin tunlichst – und damit müsste ihre Aussage als infame Verharmlosung angesehen werden.

Gänzlich seltsam aber mutet der Bericht an, wenn er in Bezug auf die Kritiker des Islam, die sich beispielsweise bei Pegida finden und äußern,  Frau Kässmanns Haltung so beschreibt:

Den aktuellen Zulauf für Rechtspopulisten erklärt sich Käßmann vor allem mit Angst, die in Abgrenzung münde. Mit dieser Angst „müssen wir offensiv umgehen, und das funktioniert meines Erachtens nur durch Begegnung“. Mit Menschen, die zum Beispiel bei Pegida mitlaufen, sollte das Gespräch gesucht werden, „wenn sie es denn zulassen und einen nicht gleich niederbrüllen“.

Dem „Tagesspiegel“ gegenüber beklagte Käßmann die zunehmende verbale Aggressivität in der Gesellschaft. „Wenn ich eine brüllend pöbelnde Menge sehe, habe ich das Gefühl: Die sind desintegriert. Mit denen möchte ich nicht alleine bleiben“, sagte sie. Viele hätten Angst, sich öffentlich zu äußern, weil sie sofort verbal wüst attackiert würden. „Lasst uns mal im Ton abrüsten“, sagte sie.

Eine „pöbelnde Menge“ ist in der Tat nicht besonders vertrauenserweckend und ich kann verstehen, dass sie „mit denen nicht alleine bleiben“ möchte.  Eine pöbelnde Menge, die in den Straßen deutscher Großstädte „Tod Israel“ brüllt und dabei laut und vernehmlich ihren „größten Herrn“ namens Allah anruft, scheint sie aber nicht weiter zu beunruhigen.  Vielleicht hat sie ja zu den muslimischen Antisemiten und Israelhassern Stellung bezogen, das entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Der Islam wird praktiziert in Deutschland. Und Deutschland wird nicht mehr so sein, dass es keinen Islam gibt“.

Findet Euch damit ab, ist die indirekte Botschaft.

Ich für meinen Teil setze mich dafür ein, dass Deutschland ein Land bleiben kann, in dem das gesellschaftliche und politische Miteinander sich an unserem Grundgesetz orientiert und die Achtung der allgemeinen Menschenrechte nicht durch die Religion des Islam definiert wird ***  und Religionsfreiheit nicht als Floskel zur Durchsetzung der eigenen muslimisch-religiösen Gesetze   missbraucht wird.

Ich wende mich entschieden gegen die allmählich schleichend fortschreitende  Islamisierung unserer Gesellschaft, wie sie aber –  leider  –   von christlichen Würdenträgern und Klerikern durch  undifferenziertes Eintreten für den Islam in unerträglicher Weise gefördert wird.

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***

Siehe hier Informationen zur von Muslimen verfassten  Kairoer Erklärung der Menschenrechte, daraus dieser Absatz:

Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte weicht von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in vieler Hinsicht ab, vor allem dadurch, dass sie eindeutig nur diejenigen Rechte anerkennt, welche im Einklang mit der Schari’a stehen. [6] Artikel 24 legt fest: „Alle in dieser Erklärung festgelegten Rechte und Freiheiten sind der islamischen Schari’a nachgeordnet.“ [7] Artikel 19 besagt: „Es gibt keine Verbrechen und Strafen außer den in der Schari’a festgelegten“. [8] Die Rolle des islamischen Rechts als alleinige Quelle der Rechtsfindung wird durch Artikel 25 bestätigt, dieser legt fest: „Die islamische Schari’a ist die alleinige Referenz für die Erklärung oder Erläuterung aller Artikel dieser Erklärung“. [9]Die Kairoer Erklärung unterstreicht ihren Ursprung im Islam als der „wahren Religion“ [10] und der Lebensart der islamischen Gesellschaft (Umma), die als beste aller menschlichen Gesellschaften beschrieben und der eine zivilisierende und historische Rolle [11] zugeschrieben wird.

Bei fast jedem Verweis auf die Menschenrechte macht die Kairoer Erklärung die Einschränkung, dass diese Rechte im Einklang mit der Schari’a ausgeübt werden müssten. Artikel 22 zum Beispiel beschränkt die Redefreiheit auf diejenigen Meinungsäußerungen, die dem islamischen Recht nicht widersprechen. [12] Auch das Recht zur Ausübung öffentlicher Ämter könne nur in Übereinstimmung mit der Schari’a wahrgenommen werden. [13]

Die Kairoer Erklärung steht im Widerspruch zum internationalen Verständnis der Menschenrechte, weil sie die Unumstößlichkeit der Religionsfreiheit nicht anerkennt. [14] Artikel 5 verbietet jede Einschränkung des Heiratsrechts, was „Rasse“, „Hautfarbe“ oder „Nationalität“ betrifft, führt allerdings die Religion nicht auf, so dass Männer und Frauen auf Grundlage ihre Religionszugehörigkeit Heiratsbeschränkungen unterworfen werden können.

Die Erklärung unterstützt die Gleichstellung von Mann und Frau nicht, sie stellt vielmehr die Überlegenheit des Mannes fest. Der Artikel 6 garantiert Frauen gleiche Würde, aber nicht Gleichstellung in anderen Belangen. Weiterhin legt der Artikel dem Mann die Verantwortung für den Unterhalt der Familie auf, der Frau wird keine entsprechende Rolle zugewiesen.

Der Text spricht für sich und muss nicht weiter kommentiert werden.

 

 

 

Wenn der Islam zu Deutschland gehört…. 17. März, 2018

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wie es seit Wulffs Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit im Jahr 2010 immer mehr zur Kanzlerinnen-Doktrin geworden ist, geht es nicht einfach nur um die „Religion“ namens Islam, nein, dann  gehört  das gesamte  islamische System, das untrennbar aus  Koran, Sunna und Hadith   miteinander verwoben ist, ebenfalls zu Deutschland.

Was aber bedeutet das?

Auf einer muslimischen Internetseite wird dazu Folgendes gesagt:

Die Art und Weise, wie Mohammed inmitten seiner Gemeinde lebte und seine Pflichten als beispielhafter muslim erfüllte, wie er die Gläubigen auf den Wegen Gottes führte und die erforderlichen Regeln festlegte – all das verdeutlicht seinen Weg (sunna). Das Leben des Propheten hat also für gläubige muslime absoluten Vorbildcharakter, jede seiner Handlungen ist göttlich inspiriert.

Wie im Kapitel

► Mohameds Handlungen sind von Allah göttlich legitimiert

dargelegt wird, sind alle Taten und Anweisungen des Propheten unhinterfragt und unhinterfragbar.

► Die Unabänderlichkeit der Heilsbotschaft Allahs

 

 

Weiter heißt es:

2. Autorität der sunna

Wenn sich zu einem bestimmten Sachverhalt oder einer Streitfrage im ahadith Erläuterungen oder Anweisungen finden, dann sind sie für den Gläubigen verbindlich. Im Lexikon des Islam heißt es dazu:

Die Autorität der sunna ist im Koran verankert, der von den muslimen fordert, sich der Führung des Propheten zu unterwerfen und ihm zu folgen. Die Gläubigen dürfen sich Gott und seinem Gesandten nicht widersetzen und  dürfen ihnen den Gehorsam nicht verweigern:

Sure 33, Vers 21: Wahrlich in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.

Sure 72, Vers 23: Allein eine Predigt von Allah und Seine Sendung liegt mir ob, und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, für den ist Dschahannams Feuer ewig und immerdar.

Sure 4, Vers 14: Wer aber gegen Allah und Seinen Gesandten rebelliert und Seine Gebote übertritt, den führt Er ein in ein Feuer, ewig darinnen zu verweilen, und es trifft ihn schändende Strafe.

Der Prophet gilt als die letzte Instanz bei allen Entscheidungen eines muslims. Ein Gläubiger darf, wenn Allah und sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, in dieser Angelegenheit nicht mehr frei zu wählen:

Sure 33, Vers 36: Und nicht geziemt es einem gläubigen Mann oder Weib, wenn Allah und Sein Gesandter eine Sache entschieden hat, die Wahl in ihren Angelegenheiten zu haben. Und wer gegen Allah und Seinen Gesandten aufsässig wird, der ist in offenkundigem Irrtum.

Die Anwesenheit des Propheten inmitten der Gemeinde gilt somit als Garantie für die Wahrheit der Glaubenslehre und die Richtigkeit der getroffenen Maßnahmen … denn seine Autorität ist ihm von Allah selbst verliehen:

Sure 4, Vers 64: Und wir entsandten Gesandte nur, daß ihnen gehorcht würde mit Allahs Erlaubnis. Und wenn sie, nachdem sie wider sich gesündigt, zu dir kämen und Allah um Verzeihung bäten, und der Gesandte für sie um Verzeihung bäte, wahrlich, sie würden Allah vergebend und barmherzig erfinden.

So gilt der Grundsatz:

Sure 4, Vers 80: Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer den Rücken kehrt … so haben wir dich nicht entsandt zum Hüter über sie.

(Digitale Bibliothek: A. T. Khoury, L. Hagemann, P. Heine: Lexikon des Islam, S. 325, Verlag Herder)

► Die absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und Seinem Gesandten

 

(Hervorhebung der Textteile von mir)

Das Vorbild, das Mohammed mit seiner Lebensführung allen ihm nachfolgenden Generationen von  Muslimen gegeben hat, hat bis in die Gegenwart  „Gesetzescharakter“ und absolute Gültigkeit:

3. Das Vorbild aus der sunna hat absoluten Gesetzescharakter

Die hadith-Sammlungen sind nach Kapiteln geordnet. In der Sammlung von Muslim sind die Begebenheiten zum „Heiligen Krieg“ (Kitab Al-Jihad wa’l-Siyar) in Kapitel 19 zusammengetragen und umfassen die Nummern 4293 bis 4472, also 179 Einträge. Wie absolut die Vorbildfunktion Mohameds Gültigkeit hat läßt sich auch daran erkennen, daß dieses Kapitel zusätzlich in 50 thematische Unterkapitel eingeteilt ist. Da wie gesagt jede Handlung des Propheten als göttlich inspiriert angesehen wird, hat man folgerichtig aus jeder Handlung oder Anweisung des Propheten eine zu befolgende Regel abgeleitet. Diese Gebote haben denselben Anspruch auf absolute Richtigkeit und sind ebenso wie die koranischen Gebote strikt einzuhalten. Hier einige Kostproben:     Quelle

 

Die ewige Gültigkeit der aus Koran und Sunna abgeleiteten Gesetze verhindert jede wie auch immer geartete Reform des Islam zu einem System, das  in Deutschland oftmals als „Euro-Islam“  bezeichnet wird. Die Vorstellung, der von Mohammed eingesetzte Islam könnte im Sinne moderner, europäischer Auffassungen vorsichtig  reformiert werden, käme aber der Apostasie gleich, dem Abfall vom Islam.

Die Frau Bundeskanzlerin ließ sich in ihrer Erwiderung auf Seehofers Stellungnahme, der Islam gehöre NICHT zu Deutschland  dazu hinreißen  Herrn Seehofer  zu kritisieren:

Angela Merkel (CDU) hat sich in der Debatte um die Rolle des Islams in Deutschland von den Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) deutlich distanziert. Deutschland sei zwar stark vom Christentum geprägt, aber inzwischen lebten vier Millionen Muslime in Deutschland, sagte die CDU-Chefin bei einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven am Freitag in Berlin. „Diese Muslime gehören auch zu Deutschland und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam.“ Man wolle einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert. „Wir müssen alles tun, um das Zusammenleben gut zu gestalten zwischen den Religionen.“

(Quelle)

und macht damit deutlich, dass sie im Wesentlichen immer noch nicht begriffen hat, dass der Islam keine Religion wie jede andere ist, sondern in erster Linie ein pseudoreligiöses Konstrukt mit absolutem Machtanspruch. Das gilt im übrigen auch für alle Politiker und Medienschaffenden, die sich in ähnlicher Weise zum Islam äußern und damit der Islamisierung weltweit Vorschub leisten.

„Lesen bildet“ …. habe ich mal gelesen. Man müsste es eben auch in diesem Fall tun, das Lesen.

„Einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert“, wie es die Kanzlerin etwas verschwurbelt formuliert, kann und wird es nicht geben, weil er in nahezu allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen  geradezu konträre Positionen vertritt.

Nehmen wir nur den Satz in der weiteren Merkel’schen Rede, in der sie die Religionsfreiheit anspricht, die in Deutschland gewährt wird. Religionsfreiheit  bedeutet die freie Ausübung der Religion, zu der ein Mensch sich bekennt. Der Islam duldet aber keine anderen Religionen als ebenbürtig und gleichberechtigt an. Es redet ausdrücklich davon, dass Judentum und Christentum Fälschungen der ursprünglichen islamischen Lehre seien und Mohammed als letzter Prophet Allahs gesandt wurde, um die „Fälschungen“ rückgängig zu machen. Wer als Jude oder Christ zum Islam konvertiert, kehrt nach islamischen Lesart zurück in das „Haus des Islam“. Dieses Haus zu verlassen, ist jedoch bei Todesstrafe verboten. Diese schlichte Tatsache allein schon widerspricht unserem Grundgesetz.

Frau Merkel und alle, die ihr in der Einlassung zum Islam folgen, zeigen, dass sie sich nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt haben und relativ blind Leuten wie Ayman Mazyek folgen, der ihnen Sand in die Augen streut, ganz im Sinne des „Dschihad“ nämlich, den zu führen, jedem Muslim aufgetragen ist und an dessen Ende die weltweite Unterwerfung unter den Islam steht. Islam ist Unterwerfung.

Aus vermeintlicher Toleranz werfen sie die Prinzipien über Bord, die uns die Freiheit in unserer Gesellschaft sichert.

Natürlich gehört dazu die Religionsfreiheit.

Es ist gut, dass wir in Deutschland das Prinzip der Religionsfreiheit haben und jeder seine Religion  leben kann.

Aber man muss dieses Gesetz doch trennen von den Inhalten, die von den Religionen verbreitet und gelebt werden. Der Inhalt und damit auch der ethische und moralische Gehalt der bisher in Deutschland vorherrschenden Religion  ist doch gleichzeitig der, der die Geschichte Deutschlands geprägt und sein gesellschaftliches Gefüge und seine Kultur bestimmt hat. In den mehr als 1000 Jahren seit der großen Christianisierung des von vielen verschiedenen Stämmen bewohnten Gebietes, das heute „Deutschland“ ist, haben sich doch kulturelle, religiöse und rechtliche Grundsätze herausgebildet, die eben auf diesem „Christentum“ fußen, das wiederum auf dem noch älteren Judentum basiert. Den Islam, als gemeinsame Identität, hat es in Deutschland nie gegeben. Und deshalb kann man mit Fug und Recht unterscheiden und wie Seehofer, Söder und sehr viele Menschen sagen:

Menschen mit einem deutschen Pass gehören unterschiedslos zu Deutschland, Menschen aus anderen Ländern, die hier leben und arbeiten und unsere gesellschaftlichen Ordnungen und Gesetze respektieren und einhalten, sind  als Mitbürger willkommen.

Der Islam aber gehört NICHT  zu Deutschland und zwar aus den Gründen, die im Islam selbst zu finden sind. Er ist mit unserem Rechtssystem, mit unserer Auffassung von Demokratie, Menschenrechten, Gleichberechtigung und freier Religionsausübung NICHT kompatibel.

Und niemand muss sich wegen dieser Meinung und Auffassung kritisieren lassen.

Meine Entscheidungsfreiheit… 13. März, 2018

Posted by Rika in gesellschaft, politik, pressefreiheit.
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wird mir – gar nicht freundlicherweise – abgenommen!

Noch, so denke ich, sollte ich es doch sein, die darüber entscheidet, dass ich lesen kann, was und weil ich es lesen will …  welche Zumutungen ich ertragen möchte  …  welche Informationen ich erhalten möchte, die über die übliche Versorgung durch die Öf-Re und die angesagten Medien hinausgehen  …    welche Meinung ich einholen möchte und und und.

Aber ganz offensichtlich ist das kindliches Wunschdenken!

Zu meiner Blogroll gehört auch ein Blog, der sich „philosophia perennis„*** nennt. Sein Autor ist David Berger.

David Berger ist ganz unbestritten ein überaus streitbarer Geist, der für seine Überzeugungen eintritt und sich dabei  nicht scheut, sich mit mächtigen Institutionen – wie beispielsweise  der katholischen Kirche – und prominenten Personen des öffentlichen und staatlichen Lebens anzulegen, selbst wenn es ihm persönlich zum Nachteil gereicht. Seine  provozierenden Einlassungen  werden oftmals als „rechts“ verordnet, vor allem dann, wenn es um die Themenkomplexe „Islam“ und  „Zuwanderung“ geht.

Ich habe „philosophia perennis“ in meine Blogroll aufgenommen, weil ich es wichtig finde, mich auch über nicht ganz dem Mainstream zuzuordnende Meinungen authentisch informieren zu können und dies durch einen Autor,  dessen wissenschaftliches wie sprachliches  Niveau deutlich über dem vieler seiner Kritiker liegt.

Heute nun machte ich die seltsame Entdeckung, dass ich den Blog nicht mehr über meine Blogroll erreichen kann. Statt des Blog wird mir eine Mahnung angezeigt:

„Dies ist keine sichere Verbindung“

und ich habe keine Möglichkeit, trotz der Mahnung die Seite aufzurufen.

(Mein schönes Mobiltelefon zeigt mir übrigens die gleiche Mahnung auf, wenn ich versuche von meinem Blog aus die Seite des christlichen Medienmagazins „pro“ zu erreichen.)

Warum, so frage ich mich, übernimmt eine wie auch immer geartete, definierte und technisch eingerichtete „Institution“ die Herrschaft über meine ureigenste Zuständigkeit, die Nutzung meiner Quellen  nämlich, die es möglich machen, mich zu informieren?

Würde ich versuchen irgendwelche Seiten mit Pronokram oder Pädophilie aufzurufen oder Seiten, auf denen ich mich zu irgendwelchen Straftaten mit irgendwelchen dubiosen Leuten verabreden würde,  könnte ich das Blockieren ja noch verstehen, aber so????

Ich hatte schon bei facebook mitbekommen,  dass David Berger dort immer wieder temporär gesperrt ist, wegen angeblicher,  den Gemeinschaftsstandards nicht entsprechender Beiträge. Da ich seine Artikel aber über „himmel und erde“ nach wie vor erreichen und in ihnen keinerlei „Standardverletzungen“ erkennen konnte, vermutete ich die netten Genossen von der Spitzel- und Streich-Kompanie am Werk, die dem Maas’schen Gesetz zur Überwachung der Meinungsäußerung in den sozialen Netzwerken gründlich zum Durchbruch verhelfen sollten.

(By the way, dass facebook aber  Seiten zulässt, auf denen in schlimmster Stürmer-Machart gegen Israel gehetzt wird,  macht es für mich aber  ganz offensichtlich, was von diesen    „Standards“ zu halten ist.)

Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen, dass die Stasi-Spitzel von heute mein unscheinbares Blögchen daraufhin untersuchen, wer auf meiner Blogroll steht und diesen unliebsamen Jemand dann einfach mundtot machen.

Es wird wohl „der Algorithmus“ sein, gefüttert mit den inkriminierenden Schlagworten, der sein heilsbringendes Werk tut, um mich vor bösen  Meinungen zu schützen.

ICH ABER BRAUCHE DIESEN SCHUTZ NICHT!

Ich kann nämlich selber denken … und mir MEINE Meinung bilden und kann dies umso besser, je größer der Teller ist und je besser ich über seinen Rand blicken kann auf die Welt und die Welt der Meinungen um mich herum.

Das ist übrigens mein gutes RECHT!

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***  Es ist interessant, dass der Blog mit dem Suchmaschinchen zu finden ist und ich ihn hier auch verlinken kann.

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Kleiner Hinweis:

Ein netter Mann aus H. gab mir den entscheidenden Rat für die mögliche Ursache des nicht mehr funktionierenden Link.  Siehe Kommentare! Ich habe das Problem behoben, lasse den Artikel aber stehen, da die Meinungsfreiheit nicht nur durch „technisches Unvermögen“ (in diesem Fall meinem Unvermögen)  in Gefahr gerät.

Man muss sich immer wieder vergewissern, dass sie noch funktioniert – die Freiheit – auch die der Meinung.

 

 

Aussteiger mit Tradition…. 5. März, 2018

Posted by Rika in gesellschaft, medien, politik.
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Nein, ich meine in diesem Fall mit  „Aussteiger“ nicht die „üblichen“ einzelnen Individuen, die ihr vom ganz normalen Wahnsinn beherrschtes   Leben hinter sich lassen und sich irgendwo in der schönen weiten oder auch nahen wilden Welt in eine kleine ökologische und / oder esoterische Nische zurückziehen und sich die Welt machen, wie es ihnen gefällt. Es geht – wie schon in dem Beitrag  über den „Abschied vom Diesel“ um die Artikelserie, die bei Achgut von verschiedenen Autoren geschrieben wird und sich auf die  –  auf ideologischen Konstrukten basierenden – Veränderungen bezieht, die sich leise, schleichend und von den meisten Bürgern dieses Landes kaum wahrgenommen vollzieht: Der Ausstieg aus bisher bestehenden  Grundannahmen  in gesellschaftlichen / ökonomischen / familiären / ökologischen / wissenschaftlichen  Belangen und Bereichen.

Das, was ich schon lange wahrnehme, aber nicht konkret in Worte fassen und schon gar nicht belegen konnte, weil mir dazu einfach die Mittel der Recherche fehlen, wird an wenigen exemplarischen Modellen dargestellt und somit deutlich gemacht. Es ist das Verdienst von Achgut, diesen nahezu geräuschlos verlaufenden  Prozess der Veränderung – der sehr viel stärker in unser Leben eingreifen wird, als es bisher denkbar ist – sichtbar und erkennbar  zu machen.

Der zuletzt erschienene Artikel trägt den Titel : „Gefühlte Wissenschaft“ und   beschäftigt sich u.a. mit der Abkehr von anerkannten wissenschaftlichen Methoden des Erkenntnisgewinns …

Wissenschaft ist aus gutem Grund ein nachdenklicher und vorsichtiger Prozess: Alles darf kritisiert und angezweifelt werden. Wissen muss revidierbar bleiben. Der Zweifel ist das methodische Prinzip der gesamten modernen Naturwissenschaft. Dieses aufklärerische Prinzip ist beispielsweise beim Thema Klimawandel weitgehend außer Kraft gesetzt. In der öffentlichen Debatte gilt „Klimaschutz“ als hochmoralisches Anliegen.

Die aus wissenschaftlichen Versuchen gewonnenen Erkenntnisse werden – sollte ich besser sagen wurden bisher – nur dann in den Kanon des Wissens aufgenommen, wenn nachfolgende Versuche in /  zu unterschiedlichen Bedingungen  sie bestätigten, um auszuschließen, dass zufällig auftretende  Variablen das Ergebnis beeinflusst haben könnten.  Das macht Wissenschaft aus und das macht sie gleichzeitig auch so spannend.  „Der Zweifel ist die Mutter der Erkenntnis.“ Und daneben ist  das alte Wort des Sokrates zugeschrieben wird, „Ich weiß, das ich nichts weiß“  der Urgrund allen Erkenntnis- und Wissensgewinn, meint es doch nichts anderes, als dass jede neu gewonnenen Einsicht den Blick der Neugier weitet für das, was hinter dem Horizont des bisherigen Wissens liegt, es sind die Fragen nach diesem „Dahinter“ die Menschen antreibt ihr Dasein zu erforschen, die Geheimnisse des Lebens zu entschlüsseln.

Wir wissen, dass es in der Geschichte immer wieder machtvolle Versuche der Herrschenden gegeben hat, neues Wissen und Erkennen, das durch diesen Forscherdrang gewonnen wurden,  zu unterdrücken und / oder ins Reich des Bösen zu verweisen. „Und sie bewegt sich doch!“ lernten wir in der Schule. Das trotzige Aufbegehren des Gelehrten Galileo Galilei   gegen die mächtige katholische Kirche, die religiös verbrämtes Weltbild in Gefahr sah, wonach nämlich die Erde der FEST STEHENDE Mittelpunkt der Welt sei, um den sich alles andere dreht.

Umgekehrt ist es auch keine neue Erkenntnis, dass die Herrschenden immer versucht haben, die Wissenschaft für die Interessen des Staates einzuspannen. Und vermutlich ist es auch nicht neu, dass dabei nicht unbedingt den strengen Regeln der Wissenschaft der Vorrang gegeben wurde, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse „passend gemacht “ wurden zugunsten der jeweiligen vorherrschen ideologischen Ausrichtung der Machteliten und aus  einer Arbeitshypothese ein quasi dogmatisches Modell wurde.

Dirk Maxeiner beschreibt dieses Vorgehen im Zusammenhang mit den wissenschaftlichen Untersuchungen zu Klima und Klimaveränderung (s.o.) und führt weiter aus:

Wer an den vorherrschenden Szenarien zweifelt, dessen moralische Integrität wird umgehend in Frage gestellt. Es hängen mittlerweile auch nicht nur politische, sondern auch massive ökonomische Interessen an der Erzählung von der Klimakatastrophe. Der Zweifler stellt schließlich auch die Sinnhaftigkeit der zur Vermeidung der hypothetischen Katastrophe eingeleiteten praktischen Maßnahmen in Frage.  ….   Der Übergang von Pseudo-Wissenschaft zu magischem Denken ist inzwischen erfolgreich absolviert. …  Politiker wollen ihre Entscheidungen durch einen breiten wissenschaftlichen Konsens legitimeren. Deshalb wurde das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) in den achtziger Jahren von der UN ins Leben gerufen, um den Klima-Sachverstand aus aller Welt zusammenzutragen und eine einheitliche Aussage daraus zu kondensieren. Das IPCC-Prozedere ist damit kein wissenschaftliches, sondern ein von der „neuen Klasse“ beherrschtes diplomatisches Verfahren. Schlüsselpositionen haben dabei jene Wissenschaftsfunktionäre inne, die den Wortlaut einer kurzen Zusammenfassung der vielen tausend Seiten umfassenden Studien und Arbeiten festlegen.

Hervorhebung von mir.

Diese kurzen Zusammenfassungen aber sind es, die unter das Volk getrommelt werden, so verkürzt, dass sie zu der seit Jahren etablierten „grünen Meinung“ passen. Wer beachtet die Details und wer von uns könnte mühelos nachvollziehen und damit auch erkennen, was die Studie tatsächlich aussagt?  Ich kann  doch gar nicht beurteilen, was die Forschungsergebnisse  für die Zukunft bedeuten und bin deshalb auf die Redlichkeit der „Wissenschaftsfunktionäre“ angewiesen. Wobei, das muss man doch in aller Deutlichkeit sagen, die Klima-Lobbyisten niemals gegen die Interessen ihrer lukrativen Auftraggeber agieren würden.

Am Beispiel des Klima-Themenkomplexes bringt Dirk Maxeiner einen weiteren Gedankengang  ins Spiel. Er zeigt auf, wie  totalitäre Systeme in der jüngeren Vergangenheit mit utopischen Plänen sich des Klimas „bemächtigen“ wollten und zieht einen Vergleich zu den heutigen Experten:

Deshalb reiften in den Köpfen der (sowjetischen) Planer noch phantastischere Projekte: Holzkohlenstaub, so wurde diskutiert, sollte die Eiskappen des Nordpols gezielt abschmelzen. Fünfzig Jahre später ist es wieder so weit – allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Eine von ökologistischen Untergangsszenarien verunsicherte Öffentlichkeit fürchtet – diesmal in einer Art negativem Machbarkeitswahn – ihr irdisches Tun werde die Pole dahinschmelzen lassen. Kohlendioxid (CO2), das nach der Verbrennung fossiler Rohstoffe aus Schloten und Auspuffen in den Himmel steigt, könne den alten sowjetischen Traum doch noch wahr machen – unfreiwillig.

Die heutigen Klimaschützer werden in ihrem Machbarkeitswahn den sozialistischen Klimaplanern von einst immer ähnlicher. Die vernünftige Idee, die Umwelt zu schonen und Ressourcen und Energie zu sparen, genügt offenbar nicht mehr. Stattdessen glauben Klimaschützer, wie weiland die sowjetischen Großtechnokraten, Stoffströme umleiten und die Biosphäre nach einem großen Plan managen zu können.

Einfügung von mir.

Einer der Protagonisten der ‚Klimakontrolle durch den Menschen‘ ist Herr Schellnhuber. Maxeiner schreibt:

Er träumt von einem Elite-Zirkel, „bei dem die 100 bis 200 weltbesten Wissenschaftler einige Jahre in einem Kolleg zusammenarbeiten“, und, wenn diese die Lage als bedrohlich ansähen, „müssten sie  schnellstmöglich eine neue Weltgesellschaft erfinden“.

 

und macht darauf aufmerksam, dass das keineswegs eine neue Strategie, sondern bereits tief in der  Umweltideologie der Grünen verankert sei.

Und wie schon zu Zeiten Galileis sind es die Herrschenden, die darüber wachen, welche Utopie erlaubt, welcher Erkenntnis gefolgt und welche Fragen und Zweifel verboten sind. Herr Maxeiner beschreibt das so:

Eine Nomenklatur von Umweltbürokraten und Wissenschaftsfunktionären, von Politikern und Wirtschaftslobbyisten glaubt sich in der Lage, über planetare Stoff- und Menschenströme befinden zu können. Ihr Traum ist eine globale Öko-Regulierungsbehörde – und deren oberstes Gebot lautet: Du sollst keine Zweifel ha­ben. In Deutschland ist diese Maxime mittlerweile auch in andere Politikbereiche – etwa die Zuwanderungsdebatte – eingedrungen und wird mit dem Adjektiv „alternativlos“ gekennzeichnet. Skeptische Fragen oder das Bemühen von empirischen Daten und praktischen Beobachtungen werden als destruktiv ausgemustert.

In Klimadingen gelten folgende Fragen als unanständig. Erstens: Hat die Erde sich tatsächlich bereits über ein von der Natur verursachtes Maß hinaus erwärmt? Zwei­tens: Wird Sie sich weiter erwärmen? Und drittens: Wenn ja, ist das überhaupt schlimm? Besonders letztere Frage gilt als zynisch.

 

Ich erlebe es immer wieder, dass kluge Leute in meinem Freundeskreis absolut verstört reagieren, wenn ich Misstrauen in Bezug auf die Vorstellungen der Klimaretter erkennen lasse und  ich eine ebenso logische wie einfachste Frage stelle, nämlich die, wie es möglich sein kann, auf 2 Grad genau die Erderwärmung steuern zu wollen, erlebe ich es in meinem schlichten Eigenheim doch immer wieder, dass nicht einmal die Temperatur in meinem Wohnzimmer punktgenau meinen Vorstellungen und Eingaben entsprechend eingehalten wird… und dabei haben wir eine neue, supermoderne, computergesteuerte Heizungsanlage.

Einschub:

Doch nicht nur in Bezug auf „Klima“ haben Skepsis und Zweifel in der gegenwärtigen Diskussion keinen leichten Stand, um nicht zu sagen, sind sie vollkommen unerwünscht und darum auch kaum wahrnehmbar in einer  öffentlichen Debatte, die doch eigentlich in den Medien geführt werden müsste. Wir erleben gerade eine seltsame Paradoxie: Der Begriff „Fakenews“ steht hoch oben auf der Agenda der Schlagworte, wobei man „Schlag“ getrost wörtlich nehmen kann. Fakenews, so möchte ich beinahe sagen, sind  die „News“, die nicht von den großen Sendeanstalten, den meinungsbildenden Magazinen und Zeitungen und den Berliner Politakteuren abgesegnete worden sind. „Fakes“ sind Hirngespinste, die sich eben nicht an Fakten orientieren. Und dabei sind es gerade und gleichzeitig in vielen Fällen  die gleichen medialen und politischen Eliten, die seltsam faktenrestistent ihre Heilsbotschaften verkünden und keinen Widerspruch, keinen Zweifel erlauben und vielmehr einen großen Teil ihrer Energie darauf verwenden, das „Volk“ (der Begriff gilt auch als verpönt), also die Bevölkerung im Sinne ihrer Heilslehre umzuerziehen. Das beginnt mit Veggiedays und Vorschriften für gesunde Ernährung (den bewährten Hauswirtschaftsunterricht früherer Jahrzehnte, in denen Schüler noch alles Notwendige über Ernährung und Nahrungszubereitung lernten, hat man inzwischen aus dem Curriculum allgemeinbildender Schulen entfernt, allenfalls finden noch AGs zum fröhlichen Kochen statt),  setzt sich in dem fort, was ich gerne als „Gender-Wahn“ bezeichne, äußerlich  kenntlich gemacht an Binnensternen und auf der pädagogischen Ebene durch Erziehungsratgeber für das Vorschulalter, in denen schon drei- bis 6-jährige Kinder sich mit der Frage beschäftigen sollen, wie viele Geschlechter es außer den ihnen sichtbaren – Jungen und Mädchen – noch möglich sind, bzw. sich mit der Forderung vertraut machen sollen, die Vielfalt der Geschlechter als gegeben anzusehen.  Die Frühsexualisierung unserer Kinder, die als zerstörerisch für eine gute Entwicklung der Kinder angesehen wurde und  die man noch vor wenigen Jahren vor allen Dingen den Werbeleuten in die Schuhe schieben wollte, wird heute mit Fleiß betrieben, wie mein Schwiegervater selig sagen würde, gefördert und gefordert ausgerechnet von den Familienministerien und Kultusbehörden des Bundes und der Länder. Eltern, die sich in organisierten Demonstrationen dagegen zur Wehr setzen, werden beleidigt, beschimpft und in die „reaktionäre Ecke“ gestellt. (Einschub Ende)

Wie sich die diktatorische Umerziehung der Gesellschaft im Sinne einer als alternativlos angesehenen Ideologie auswirken kann, reißt Herr Maxeiner kurz so an:

Im letzten Jahrhundert hat sich zweimal, 1917 in Russland und 1933 in Deutschland gezeigt, was einer Gesellschaft wiederfährt, deren politisches System von einer Weltanschauung beherrscht wird, die den Untergang beschwört und radikale Veränderungen fordert, um ihn abzuwehren. Das Konstrukt drohender Katastrophen wird zur Tatsache erklärt. Basierend auf dieser Wissens-Anmaßung wird einem massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte das Wort geredet. Die Expertengremien suggerieren wissenschaftliche Exaktheit und leiten daraus scheinbar vernünftige und moralisch gebotene Verhaltensforderungen ab.

 

Mit der Etablierung der „GRÜNEN“ in der deutschen Parteienlandschaft, wurde ein ideologisches Konstrukt machtvoll ins Bewusstsein der Mehrheit der Bevölkerung gerufen, das aber  bereits  lange vor den 1980er Jahren seinen Anfang genommen hatte. Maxeiner schreibt:

Die Idealisierung des Naiven und vermeintlich Natürlichen ist weit oben in Staat und Gesellschaft angekommen. Ihre Spur zieht sich von Rousseau über die der Romantik, die Wandervögel und die Hippies bis zum Ökologismus unserer Tage. Im deutschsprachigen Kulturraum waren solche Strömungen immer besonders beliebt. Durch’s bürgerliche Wohnzimmer zog schon zu Urgroßvaters Zeiten der wehmütige Duft des Sentimentalismus.

 

Diese „Idealisierung, angekommen in Staat und Gesellschaft“, geht mit einem besonderen Wesenszug der Deutschen einher, der schon einmal zu verhängnisvollen Auswirkungen führte, der Hybris nämlich, sich im Besitz des Steins der Weisen  zu wähnen und  darüberhinaus befugt und beauftragt zu sein, die ganze Welt im Sinne der gewonnenen Erkenntnisse belehren zu müssen und mit nahezu allen Mitteln alle anderen Gemeinschaften und Staaten auf den gleichen Kurs zu bringen. (Frau Merkel ist eine Expertin auf dem Gebiet der erpresserischen Erziehung anderer Staaten – ihr Mittel ist jedoch nicht die kriegerische Gewalt der Hitler-Regierung, ihr Mittel ist das von deutschen Steuerzahlern erbrachte „Vermögen“ des Staates, dessen Sachwalter doch eigentlich zu Gunsten Deutschland und seiner Bevölkerung dieses Vermögen einsetzen sollte… meine ich in aller Naivität.)

 

Dirk Maxeiner fährt fort (und damit schließe ich die Übernahme seines Textes) und schreibt:

Der in den siebziger Jahren rasant anwachsenden grünen Bewegung gelang es, sich als neu und historisch unbelastet darzustellen. Doch der Ökologismus war keinesfalls, wie bis heute viele denken, 1970 vom Club of Rome in Deutschland eingeführt worden. Er hat eine lange nationale Geschichte, die in der Romantik begann, in der Lebensreformbewegung um 1900 eine erste Blüte erlebte und dann – das wurde jahrzehntelang unter den Tisch gekehrt – von den Nazis aufgegriffen und propagandistisch reiflich genutzt wurde.

Keine deutsche Regierung vor 1998 (die erste rot-grüne Koalition) war so mit Öko-Ideologie befrachtet wie die nationalsozialistische. Hitler war bekanntermaßen Tierversuchsgegner und Vegetarier. Weniger bekannt dürfte sein, dass Reichsbauernführer Walther Darré persönlich dafür sorgte, dass der Führer immer frisches Bio-Gemüse bekam. Oder, dass Hitler der Reichsvogelmutter Lina Hähnle versicherte, „seine schützende Hand über die Hecken“ zu halten und für „verstärkten Vogelschutz“ eintrat. Himmler pries in einer Rede die alten Germanen, die „von der göttlichen Ordnung der ganzen Pflanzen- und der ganzen Tierwelt überzeugt waren“. Er schwadronierte über die Rechte von Mäusen und Ratten und warnte davor, über solche Betrachtungen zu lachen. „Es wäre besser,“ meinte er, „wir pietätlosen Menschen würden unser Haupt neigen vor der Tiefe und Größe dieser Weltanschauung.“

 

Wenn wir  wirklich  –   den Maxeiner’schen Befürchtungen – entsprechend aussteigen aus dem bisherigen Gefüge unseres gesellschaftlichen Konsens und Zusammenhalts und den Weg der hier beschriebenen ideologischen Utopie weiter gehen, stehen wir in einer ebenso gefährlichen wie unrühmlichen Tradition. Unsere bisher geübte (vermeintliche) Abkehr vom deutschen Faschismus wird auf eine geradezu beängstigende Art und Weise  reaktiviert. Es sind nicht die rassistischen und später kriegerischen  Mitteln der Unterdrückung, die diesen Faschismus kennzeichnen, es ist die Beschneidung des Einzelnen hinsichtlich seiner Entscheidungsfähigkeit und Entscheidungsmöglichkeit, es ist die Beschneidung unserer Wahrnehmung mit Hilfe einer uns auferlegten Schablone, die weder den Blick nach rechts noch nach links erlaubt, die andere Hypothesen nicht einmal zulässt, geschweige denn hinterfragt. Es ist die Vereinheitlichung der Individuen zu einer manipulierbaren Masse, der das eigene Denken  mit den freundlichsten Worten zuerst abgenommen und dann verboten wird.

Der neue Faschismus kommt in „Flecktarn“ daher…  in unseren Breiten ist das  braun-grün.

 

Den ganzen Artikel Dirk Maxeiners kann man unter diesem Link lesen:

Deutschland steigt aus (5): Gefühlte Wissenschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dringende Leseempfehlung… 16. Februar, 2018

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, islam, mohammed, politik, sharia.
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Hätte ich nicht gerade erst mein diesjähriges Vorhaben zur Fastenzeit bei Facebook kundgetan – nämlich während der Passionszeit auf Facebook komplett zu verzichten – würde ich diesen Artikel mit der dringenden Bitte um Weiterreichen bei Facebook posten.

Ich will aber an meinem Vorhaben festhalten und nicht bereits am zweiten Tag wieder an den Nagel hängen.

Worum geht es?

Ich möchte auf einen Artikel aufmerksam machen, der sich mit dem sogenannten  „politischen Islam“ beschäftigt – nüchtern, sachlich, ohne unnötige Polemik, dafür sehr,  kenntnisreich:

Kalter Schnee, helles Licht, nasses Wasser, politischer Islam

Daraus diese einleitenden Absätze:

Die französische, englische oder auch deutsche Islamkritik steht erst ganz am Anfang, jedenfalls was die allgemeine Besprechbarkeit betrifft, nicht zuletzt heißt das: was in Presse und Funk publiziert wird und was in den Parlamenten, universitären Hörsälen und öffentlich-schulischen Klassenzimmern zum Islam zur Sprache kommen darf.

Denn dass es Kenner des Islam gab und gibt, ist leider nach wie vor weniger von – allerdings, von politischer – Bedeutung. Dort nämlich, wo sich Tilman Nagel seit wenigen Jahrzehnten aufhält oder Ignaz Goldziher sich vor vielen Jahrzehnten befunden hat, dort im Bereich der Kenntnis zum Islam steht die – allerdings, die politische – deutsche Öffentlichkeit noch nicht. Schon eher verhält es sich so, dass jeder die universell-menschenrechtswidrigen und überhaupt den Bürgerbegriff (citoyen, citoyenne) aushebelnden Fakten nennende Kritiker Zensur erlebt – nichtabgedruckte Leserbriefe, weggerissene Mikrofone, die hastige Distanzierung des Moderators, eisiges Schweigen –, sobald es nicht um den Taoismus, nicht den Hinduismus, nicht die Bahai, sondern sobald es um die Religion nach Koran und Sunna geht, um den Islam.

 

Ja, es gibt diese Kenner, und ja, „man“ könnte sich ohne Mühe umfassend informieren, aber „man“, speziell unsere Regierung zieht es vor, sich mit den Herren der Dithib oder mit dem „Zentralrat der Muslime in Form von Herrn Mazyek“ zusammen zu setzen und sich Sand in die Augen streuen und Bohnen in die Ohren stopfen zu lassen. „Nichts hören, nichts sehen und bitte auch nichts sagen“ ist die Devise, denn jede auch nur ansatzweise kritische Äußerung zum Islam könnte ja die muslimische Gemeinschaft in Deutschland beleidigen, da nimmt „man“ es lieber in Kauf, dass die nicht-muslimische Bevölkerung „dumm“ bleibt, die Erkenntnisse  über den Islam könnten ja die Menschen hierzulande verunsichern. Und diejenigen, die nicht länger im Tal der Ahnungslosigkeit verharren und darum warnend ihre Stimme erheben, die schiebt man ab und hängt ihnen das schöne Schild „Rassist“ oder wahlweise „islamophob“ um den Hals und stellt sie in die Schmuddelecke  namens  „Rechts“.

Sehr geschickt ist auch die Taktik, islamische Erscheinungsformen von der „Urfom Islam“ zu lösen und in „lieb und friedlich“ und „islamistisch und gefährlich“ zu zerlegen. Selbstverständlich gibt es in Deutschland vor allem und überwiegend den „friedlichen Islam“, sagen die Islamverbände und die Unkundigen stimmen ihnen zu. Man räumt zwar ein, dass Salafisten nun nicht gerade zu den freundlichen Vertretern der Religion des Friedens gehören, aber im Prinzip dürfen wir uns beruhigt zurück legen und darauf vertrauen, dass „wir“ von ihnen solange nichts zu befürchten haben, wie wir uns nur anständig – sprich: unterwürfig – gegenüber dem Islam im Allgemeinen verhalten und mehr und mehr schariakonforme Regeln beachten, Kopftücher nicht länger beklagen, auf Schweinefleisch in Mensen und Kantinen verzichten, Frauenbadetage in streng abgeschirmten öffentlichen Schwimmbädern für „menschenfreundlich“ halten und es normal finden,  dass muslimische Frauen in ihren Herkunftsländern weniger Rechte haben und deshalb auch in Deutschland unterdrückt werden können. Die Liste ließe sich locker erweitern.

Jacques Auvergne beschreibt es so:

Um nur ja das Heilsobjekt Islam nicht zu beflecken, redet man um das Thema herum. Man versteckt sich hinter hastig aufgefalteten und bunt angemalten Kulissen wie „Salafismus“, die Anhänger leben islamisch-urgemeindlich (vor 855 d. allgemeinen Zeitrechnung), ausgerichtet am für jeden Muslim vorbildlichen frühen Islam, oder „Wahhabismus“, de facto ist das der Fiqh nach Ibn Hanbal, echter sunnitischer Islam. Oder man tut alarmiert über den geisterhaft bleibenden „Islamismus“, ein Begriff, zu dem Tilman Nagel nüchtern feststellte: „Eine Unterscheidung von Islam und Islamismus ist ohne Erkenntniswert: Sie sind so lange nicht voneinander zu trennen, wie Koran und Sunna als absolut und für alle Zeiten wahr ausgegeben werden.“

2017 sprechen zwei deutsche Lager empört vom „politischen Islam“. Einerseits die oft der SPD oder noch öfter Bündnis 90/Die Grünen zurechenbaren wohlstandsverwöhnten Kirchenkritiker oder Sonnenscheinatheisten, auf der anderen Seite finden sich Nationalisten oder sonstige Gegenmodernisten. Jene, gerne organisiert in hpd und gbs, argumentieren dann und wann schon mal ein bisschen gegen Beschneidung oder Kopftuch und benötigen, um über das eigentliche Problem, über den Islam nur ja nicht reden zu müssen, seit fünf Jahren eine nicht ernst zu nehmende Schreckgestalt, ihren Popanz namens Islamismus oder politischer Islam. Mit der Bemerkung, dass man ja den weltweiten „Humanismus“ unterstütze und grundsätzlich gegen jede Religion sei, versucht der zeitgenössische Schönwettergottlose sich aus der Islamdebatte herauszuwinden:

 

Ich beklage schon seit Jahren, dass  die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Islam nicht geführt wird, Politiker sich ausschweigen und  Kirchenführer vielmehr beschönigend von den „Gemeinsamkeiten“ reden, die Juden, Christen und Muslime doch in den drei abrahamitischen Religionen hätten: „Wir beten doch alle zum gleichen Gott.“ ist eine beliebte Floskel. Aber ist das so? Kennen sie ihren Katechismus nicht? Spätestens mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis hört doch die Gemeinsamkeit auf… aber vermutlich wird das demnächst  ins Archiv der theologischen Erkenntnis abgeschoben, wer glaubt denn noch an Jungfrauengeburt oder an die Gottessohnschaft Jesu und die  Auferstehung von den Toten? Da kann man als doch gleich die muslimische Lesart von „Isa“ übernehmen oder als Christ verzweifelt und gemeinsam mit  Juden auf das Erscheinen des Messias hoffen….  Denn während Christen die „Hebräische Bibel“ – das „Alte Testament“ – als für Christen verbindliche Offenbarung Gottes erkennen, der das „Neue Testament“ als Fortschreibung der Heilsgeschichte folgt, bezichtigt der Koran Juden und Christen der Verfälschung der göttlichen Offenbarung, um klar zu stellen, dass nunmehr nur der Koran das letztgültige Wort Allahs sei, dem sich alle Menschen zu unterwerfen haben und betreibt selbst in unverschämter Weise die Fälschung der biblischen Botschaft im Sinne der neuen, von Mohammed gegebenen Interpretation biblischer Quellen. Aber ich lenke vom Thema ab….

Der Islam, schreibt  Auvergne,  ist untrennbar mit den archaischen Regeln verbunden, die der Kriegsherr und Religionserfinder Mohammed vor 1400 Jahren aufstellte. Der Autor erinnert an den Ursprung mit wenigen Sätzen:

 Im Jahre 627 wurden alle Männer des Stammes Banu Quraiza, einer der drei jüdischen Stämme der Stadt Yathrib nachmalig Medina, mit Zustimmung und unter Aufsicht des Propheten getötet, die Frauen und Kinder auf dem Sklavenmarkt verkauft. Mohammeds Gemeindeordnung von Medina oder Verfassung von Medina schuf keine multikulturelle und multireligiöse Heiterkeit, sondern die Herrschaft der Muslime über die Nichtmuslime. Bis heute gilt Mohammed, der zeit seines Lebens mehr als 60 Kriege führte, als das durch jeden Muslim unbedingt nachzuahmende Vorbild. Von einem politischen Mohammed zu reden ist ein Pleonasmus, den sich die kulturelle Moderne, anders gesagt den sich die an ihrer Abschaffung nicht interessierte freiheitliche Demokratie nicht leisten sollte.

Denn Islam bedeutet Herrschaft und Unterwerfung ….  und so schließt auch der Text:

Nach Koran und Sunna ist der Mensch gar nicht zur Herrschaft befugt, vielmehr muss er den Gesetzgeber, Allah, als König einsetzen: politischer geht es nicht. Eine unpolitische Religion in Wortwörtlichkeit zu Sure und Hadith gibt es nicht, die buchstabengetreue Lesart ist dem Mufti, Scheich und dem muslimischen Endanwender Pflicht.

Kalter Schnee, helles Licht, nasses Wasser, politischer Islam. Gemäß Hadith und Idschma, dem Konsensus der islamischen Rechtsgelehrten (wir erinnern uns: Ulama, Sg. Alim), ist der Abfall vom Islam mit der Todesstrafe zu ahnden, das sagt nicht der „politische Islam“ sondern der Islam. Seit 14 Jahrhunderten bedroht einen jeden Murtadd (vgl. ridda, Islamapostasie) nicht der politische Islam oder der Islamismus, sondern der Islam.

Als Islamkritiker oder als Ex-Muslim erspare man der Öffentlichkeit, den mutigen muslimischen Säkularen und nicht zuletzt den weltweit der Scharia keineswegs zu unterwerfenden muslimischen Frauen und Kindern daher das Gerede vom „political Islam“ oder „politischen Islam“ und nenne das zivilisatorische und juristische, nicht zuletzt frauenrechtliche Problem Nummer Eins bei seinem Namen.

Islam.

 

Reden wir über den Islam. Kritisch. Offen. Ohne Furcht. Aufrecht, nicht unterwürfig.