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Ich war nie gut in Geografie… 2. Januar, 2020

Posted by Rika in klima, medien, politik.
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Ich war leider nie gut in Geografie. Zwar hatte ich keine Mühe, mir die diversen Informationen zu merken, aber ganz offensichtlich ließ mich mein visuelles Gedächtnis immer dann im Stich wenn es darum ging, Städte, Flüsse, Berge oder ähnliche geografische Fixpunkte zielgenau auf einer Landkarte zu orten.

Ich hatte immer nur eine ziemlich ungenaue Vorstellung davon, wo beispielsweise Bayreuth in Deutschland liegt oder wo genau sich Burkina Faso befindet.

Ähnlich ergeht es mir auch mit Spitzbergen. Ich weiß nur, dass diese Inselgruppe irgendwo weit nördlich von Hannover und jenseits des Nordpolarkreises im Nordmeer liegt. So bin ich natürlich sehr dankbar für alle Informationen, die meine Wissenslücken irgendwie schließen oder zumindest verkleinern.

Gestern zum Beispiel blieb ich beim Zappen durch die Programme bei einer sehr sehenswerten Sendung über Reisende auf großen und auch kleinen Schiffen im Nordmeer hängen. Die Reisegruppe machte nämlich einen Besuch auf Spitzbergen. Und die Stimme aus dem Off erzählte mir, dass wegen des Klimawandels Spitzbergen nun nicht mehr dauerhaft schneebedeckt sei… wie vielleicht noch vor 30 Jahren, eine Zeitangabe  fehlte nämlich, die wäre aber meiner Meinung nach doch notwendig gewesen.

Mehr intuitiv als vom bewussten Wissen gesteuert, wollte ich dieser Off-Stimme nicht glauben. Irgendetwas stimmte nicht an der Geschichte.

Heute Morgen, noch im Aufwachen, fiel es mir wieder ein: Nonnengänse!

Vor Jahren hatte ich einen Film über Nonnengänse gesehen, die im Sommer ihre – für unsere Verhältnisse – öden Brutplätze in Spitzbergen aufsuchen, um dort ihr Jungen auszubrüten und aufzuziehen. Die jungen Nonnengänse müssen sich in der kurzen Vegetationszeit soviel Fett anfressen, dass sie die strapaziöse Flugreise über tausende Kilometer zurück in ihre Winterquartiere überhaupt schaffen. Wie, so dachte ich heute Morgen, können junge Nonnengänse aber auf den total verschneiten Inseln Spitzbergens überhaupt genug Fressbares finden und wie dumm wäre es von Mutter Natur, die Entenvögel noch dazu mit einem Instinkt auszurüsten, der sie in unwirtliches Gelände führt, um ausgerechnet da ihre Jungen aufzuziehen?

Ich hatte im Herbst riesige Schwärme von Nonnengänsen beobachtet, die auf dem Nachbarfeld unserer Wiese sich den notwendigen Reiseproviant für ihren Weg zurück ins Winterquartier in die wärmeren Gebieten Europas anfutterten. Die Nönnchen blieben 3 – 4 Tage, dann war das Feld abgegrast und die Gänse verschwunden. Ich hatte mit Interesse die Tiere beobachtet und im Internet nähere Informationen über sie gesucht und auch gefunden.

Hier zum Beispiel, der wunderschönen Fotos wegen … und auch hier, da die Informationen sehr gut sind.

Die Nonnengänse und Spitzbergen ließen mir heute Morgen  keine Ruhe.

Besser gesagt, die Informationspolitik des Bildungsfernsehens ließ und lässt mir keine Ruhe. Es ist die verkürzte Darstellung eines Sachverhaltes zur Befeuerung einer ganz bestimmten, ideologisch bevorzugten Theorie, die mich irritiert.  So wie die Stimme aus dem Off berichtete, muss man davon ausgehen, dass Spitzbergen erst seit wenigen Jahren im Sommer eisfreie Küstenzonen hat und natürlich wird das – wie sollte es auch anders sein – mit dem menschengemachten Klimawandel in Beziehung gebracht. Aber so sind die realen Verhältnisse nun einmal nicht. Mit ein wenig mehr Bewusstsein für „Wahrheit“ hätte der Off-Mann darauf hinweisen können, dass es in der langen Geschichte Spitzbergens sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen gab und der Wandel, den wir heute registrieren, seit ewigen Zeiten vonstatten geht.

Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder doch?

 

 ERGÄNZUNG
Man könnte mich angesichts dieses kurzen Statements für kleinkariert halten, aber es ist genau diese Methode der Halbwahrheiten und Weglassungen in den allgemeinen Sendungen wie in den Nachrichtenportalen, die mein bisher großes Vertrauen in die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zunichte gemacht haben. Viel zu viele Beispiele unlauterer Berichte, nebulöser Behauptungen ließen sukzessive meinen Glauben an sachlich richtige Informationen schwinden. Es ist nichts mehr von ihm geblieben.

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