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Die Schieflage… 6. Dezember, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Die Schieflage in der Berichterstattung über Gewaltverbrechen, die hier in Deutschland geschehen, beschreibt Ulli Kulke für einen Beitrag bei Achgut.

Ich habe zunächst gezögert, über die entsetzliche Tat zu berichten und das damit verbundene Thema überhaupt aufzugreifen, zu „gefährlich“ schien es mir, mit einem entsprechenden Beitrag in eine mir höchst unangenehme Ecke gestellt zu werden. Und doch, eine Stellungnahme dazu muss sein.

So übernehme ich den Kommentar Ulli Kulkes ungekürzt.

Kurzkommentar: Ein Mord und die Asymmetrie des Hinschauens

Beileibe nicht jeder Mordfall in Deutschland schafft es bis in die überregionalen Fernsehnachrichten des ZDF. Anders verhält es sich mit Taten, die auf offener Straße geschehen, vor allem wenn es um gesellschaftlich, beruflich oder auch politisch abgrenzbare Gruppen geht, deren Angehörige mehr als einmal als Täter auftreten. Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf.

So auch bei dem vollendeten Mord und dem Mordversuch mit einem Messer an den beiden 14-jährigen Mädchen bei Ulm gestern früh. Der Tat dringend verdächtig: ein Asylbewerber aus Eritrea. Das ZDF hat im heute-Journal gestern abend darüber berichtet. Als allerletzte Nachricht, 20 Sekunden.

Alle Erfahrung spricht dafür, dass eine vergleichbare Tat, wäre sie ausgeführt worden von Angehörigen einer anderen der genannten abgrenzbaren Gruppen, eine erheblich größere Bedeutung im heute-Journal erfahren hätte, kein Zweifel. Die Berichterstattung wäre mit Stimmen von Augenzeugen, Experten und Politikern angereichert worden, hätte mehr Gewicht erhalten, wäre nach vorne gerückt, wahrscheinlich sogar als erste Meldung.

Es geht hier nicht um Ausländer-Hetze. Meine Befürchtung ist aber, dass eine solche eklatante und vor allem für jeden ersichtliche Asymmetrie in der Gewichtung genau dazu führt, zu Verschwörungsvermutungen, zum Verdruss. Auch die jetzt gerade wieder stark ansteigenden Migrationszahlen dürfen das so nicht rechtfertigen. Ganz im Gegenteil

Soweit der Kommentar, dem ich mich inhaltlich anschließe …. trotz der oben genannten Befürchtung.

Wir können doch nicht schweigen „nur“ weil wir den „Falschen“ in die Hände spielen könnten.

Wie aber könnten wir schweigen, wenn Eltern um ihr Kind weinen, das von einem Menschen ermordet wurde, der hier ein besseres Leben suchte?

N A C H T R A G

Am 7. Dezember berichtet die HAZ „prominent“ auf Seite 32 über den Vorfall.

„Immerhin“ steht der Bericht gleich unter der Ankündigung des pseudoroyalen Netflixauftritt einer Schauspielerin, die nun endlich nach dem eigenen Drehbuch posieren kann, und das in der perfekten Attitüde, Opfer weißer königlicher Rassisten zu sein. Man, besser gesagt, das sich selbst ironisch als „Firma“ bezeichnende britische Königshaus mutete dem ehemaligen amerikanischen „Star“ einer drittklassigen Vorabendserie zu, nach der Heirat mit einem königlichen Prinzen als Mitglied der königlichen Familie nach den Regeln derjenigen zu tanzen, respektive öffentlichkeitswirksam aufzutreten, von deren Geld sie üppig lebte. Nun denn, wem’s gefällt, sich Frau Meghan Herzog als jammerndes Opfer anzusehen….

Aber man erkennt doch an der Stelle, an der über den Mord an dem Mädchen berichtet wird, wie in Deutschland mit Opfern verfahren wird, die nicht durch die Hand eines „Rechten“ starben.

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Gestern auf der Autobahn…. 2. Dezember, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Wir waren gestern kurz am Wiesenhäuschen, um nach dem Rechten zu sehen.

Die Rückfahrt ins hannoversche Umland führte uns zur besten Rushhour an Bremerhaven und Bremen vorbei, in einer Zeitspanne also, die wir eigentlich lieber vermeiden, da in der Phase immer mit einem starken Verkehrsaufkommen zu rechnen ist.

So auch gestern.

Der Liebste fuhr, ich saß entspannt neben ihm und ließ meine Gedanken spazieren gehen.

Angesichts der vielen, vielen Autos und ebenso vielen Lastwagen fragte ich mich, ob dieser Autobahnabschnitt nach dem Verzicht der „Verbrenner“ immer noch so aussehen würde, bzw. so stark befahren sein würde. Nein, vermutete ich. Wo soll denn die Energie für alle diese Fahrzeuge herkommen, die jetzt noch mit Benzin oder Diesel fahren?

Die Verknappung des Erdgases durch die Beendigung der Gasimporte aus Russland macht doch heute schon klar, dass die Energieversorgung Deutschlands nicht durch die Erneuerbaren gesichert werden kann, wenn Industrie und Haushalte im gleichen Umfang wie bisher elektrische Energie verbrauchen. Wie viel weniger wird die Energieversorgung zu sichern sein, wenn der Bedarf der Industrie steigen sollte (wovon man bisher immer ausgehen konnte) und gleichzeitig die Umstellung aller Kraftfahrzeuge auf E-Autos erfolgen wird, was ja in allen veröffentlichten Visionen zu diesem Thema spätesten ab 2036 in Angriff genommen werden soll, da ab dem Jahr keine „Verbrenner“ mehr gebaut werden.

Die Lösung des Problems wird vermutlich darin liegen, dass der Individualverkehr radikal eingeschränkt, wenn nicht gar ganz verboten werden wird und die berühmten „Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher“ nicht mehr selber am Steuer eines Fahrzeugs sitzen dürfen, sondern auf Busse und Bahnen angewiesen sein werden, um längere Wegstrecken zu bewältigen. Für die kurzen Entfernungen im 40km-Bereich empfiehlt sich ja ohnehin (neben dem öffentlichen Nahverkehr) das Fahrrad.

Manchmal kann es hilfreich sein, die geplanten Maßnahmen zu visualisieren, indem man – wie ich es gestern tat – die Vorhaben mit der gegenwärtigen Realität abgleicht.

Passend zum Thema Verkehr und Energie las ich heute einen Beitrag in der HAZ : Die Deutsche Bahn plant ja schon seit Jahren, die vollkommen überlastete Bahnstrecke (Süd-Nord-Verbindung) zwischen Hannover und Hamburg durch eine weitere Streckenführung zu entlasten. Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand in den Orten, die nun mit den konkreten Plänen konfrontiert werden und sich als Anrainer der neuen Strecke wiederfinden.

Weniger Autos auf den Straßen, weniger Güterverkehr auf den Autobahnen, aber bitte die Züge nicht an unserem schönen Ort vorbei donnern lassen.

So kriegen wir sie hin, die Verkehrswende, die Energiewende, die große Rettungsaktion für unseren Planeten.

Ich bin da ganz zuversichtlich!

Angesichts der vielen bürokratischen und sonstigen Hemmnisse bei der Umsetzung all der schönen Gedankenspiele zur Wahrung der Lebensfähigkeit unseres Planeten bin ich auch ganz zuversichtlich, dass ich bis ans Ende meines Lebens, bzw. solange meine geistigen und körperlichen Kräfte es zulassen, noch eigenständig von A nach B fahren kann – am Steuer eines dann vermutlich uralten Benziners, den die Werkstatt meines Vertrauens noch fahrtüchtig hält…

N A C H T R A G

Am 5. Dezember 2022 teilt die HAZ auf Seite 1 ihrer Ausgabe folgende Information mit:

„1,4 Prozent betrug der Anteil von Elektroautos am niedersächsischen Straßenverkehr Ende des vergangenen Jahres – bundesweit lag er bei 1,3 %. Der Anteil an Neuzulassungen insgesamt betrug 2021 14, 9 Prozent und lag damit auch über dem Bundesdurchschnitt.“

Noch Fragen?

Jetzt sind lediglich 1,4% Elektroautos im Gesamtverkehr unterwegs, die restlichen 98,6 % fahren noch mit Diesel oder Benzin.

Die Kraftwerke fahren hart am Limit, um die Stromversorgung in diesem Winter zu sichern. Wie groß wäre aber der Bedarf an sicherer Elektroenergie bei einem Anteil von 50% oder mehr Elektroautos ?

Wenn 14,9% aller Neuwagen Elektroautos sind, bedeutet es doch auch, dass eine immer noch sehr große Mehrheit von Kunden auf die bewährte Verbrennertechnik setzt – und es bedeutet auch, dass die Industrie noch gar nicht in der Lage ist, mehr an E-autos zu produzieren und entsprechend „wenig“ auf den Markt bringt. Man darf gespannt sein, wie rasant die Entwicklung fortschreiten wird, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, ab 2035 keine Verbrenner mehr neu zuzulassen und dennoch den Individualverkehr im gewohnten Umfang zu ermöglichen, bzw. wie weit bis dahin die Überzeugungsarbeit gediehen sein wird, die die Leute dazu veranlassen wird, auf das privat genutzte Auto zu verzichten.

Sollten alle Stricke reißen, und das Angebot weder bei den Autos noch bei der Energieversorgung die Nachfrage nicht decken können, wird der Markt es richten, respektive der Preis, und wenn auch das keinen Erfolg bei der Reduktion des Individualverkehrs bringt, winken ja immer noch administrative Maßnahmen, bspw. Führerscheinentzug für alle Ü-70…

Not macht bekanntlich erfinderisch.

Advent, Advent, mein Lichtlein brennt… 23. November, 2022

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Vielleicht – so denke ich – sollten sich die Leute, die heuer für begrenzte Beleuchtung in der Weihnachtszeit werben, doch mal mit der Geschichte des hierzulande so beliebten Brauchs, in der Adventszeit einen Adventskranz aufzuhängen oder aufzustellen, beschäftigen.

Die Idee für dieses Tun, hatte der „Hausvater“ einer Einrichtung für „armer Leute Söhne und Töchter“, die in einer der frühen Sozialeinrichtungen der Stadt Hamburg betreut wurden, damit sie von der Straße kamen.

„Anfang des 19. Jahrhunderts leben im Stadtstaat
Hamburg (der heutigen Innenstadt) 100.000 Men-
schen, 60 Prozent davon in Armut. In den Elends-
stadtteilen sind soziale und hygienische Verhält-
nisse katastrophal. Besonders betroffen sind die
Kinder: Verwahrlosung, Kriminalität und Prostituti-
on sind für sie alltäglich. Nur die wenigsten haben
das Nötige zum Leben. Viele sind körperlich unter-
entwickelt und krank.
Das erlebt auch der junge Theologe Johann Hin-
rich Wichern, als er 1832 vom Studium in Göttingen
und Berlin nach Hamburg zurückkehrt.“

So beginnt die Erzählung über die Geschichte des Rauhen Hauses in Hamburg, nachlesen kann man sie unter dieser Adresse: „Rettungsdorf

Und was hat das mit dem Adventkranz zu tun?

Die Kinder und jungen Menschen, die im Rauhen Haus ein Zuhause gefunden hatten, erfuhren nicht nur Geborgenheit und eine Versorgung mit den ganz alltäglichen Dingen des Lebens, sie wurden ebenso, wie könnte man es von einem Theologen auch anders erwarten, mit der christlichen Lehre vertraut gemacht, zu der damals wie heute die Traditionen der christlichen Feste gehören. Wenn der Herbst aufzieht und mit Dunkelheit und Kälte den Winter ankündigt, steht bald eines der bekanntesten Feste vor der Tür, Weihnachten. Und auch wenn vor 200 Jahren die Geschenke noch lange nicht so üppig waren, wie wir es heute kennen, so dürften sich die Kinder des Rauhen Hauses doch auf ein kleines Geschenk zu Weihnachten gefreut haben und sahen daher dem Fest voller Ungeduld entgegen.

Wer kennt sie nicht, die Frage aller Fragen ungeduldiger Kinder: WIE LANGE NOCH?

Der barmherzige Pastor kam darum auf die Idee, für die Kinder ein sichtbares Zeichen der Wartezeit zu schaffen. Die Geschichte erzählt, dass er ein großes Wagenrad im Betsaal des Rauhen Hauses aufhing und es mit so vielen Kerzen bestückte, wie die Wochen vom 1. Advent bis zum 1. Weihnachtstag Tage haben, große weiße Kerzen für die Sonntage, kleinere rote Kerzen für die Wochentage. Die Anzahl der roten Kerzen war von Jahr zu Jahr unterschiedlich, die der weißen immer gleich. Bei der täglichen abendlichen Andacht brannte die entsprechende Anzahl der Kerzen – und so wurde es von Abend zu Abend heller und festlicher im Betsaal und die Kinder konnten sehen, wie lange es noch dauern würde bis zum Fest.

Später wurde Tannengrün um den hölzernen Ring gebunden.

Es gab ziemlich bald Nachahmer dieser schönen neuen Advent-Attraktion, die auf diese Weise sehr schnell zur „Tradition“ wurde. Für den privaten häuslichen Gebrauch war aber der Adventskranz des Rauhen Hauses dann doch zu groß. Man reduzierte den Umfang des Kranzes und auch die Anzahl der Kerzen – diese auf vier, entsprechend den 4 Adventssonntagen.

Inzwischen – ich meine die Zeit seit etwa 100 Jahren bis heute – gibt es neben den traditionellen Kränzen auch alle möglichen Gestecke in allen nur denkbaren Farben und Formen, der Hinweis auf das bevorstehende Christfest ist in vielen Häusern gar nicht mehr der Hauptgrund für ihr Aufstellen. Und auch bei denen, die die Adventszeit mit der Besinnung auf die Menschwerdung Jesu begehen, dienen Adventskranz oder Gesteck, Kerzen, Tannengrün und schmückendes Beiwerk auch dem Gemüt in der selbst heute noch dunklen Jahreszeit.

Und weil künstliches, bzw. elektrisches Licht in finstrer Nacht nicht nur der Beleuchtung des Weges dient, sondern auch ein wenig festlichen Glanz in unsere trüben Tage zaubern soll, bleibt es seit einigen Jahren in der Adventszeit nicht bei den Kerzen auf dem Adventskranz. Lichterketten, Sterne, Engelsgestalten, Weihnachtsmänner, Rehlein, Nikoläuse mit Rentierschlitten, Schneemänner, allesamt großzügig illuminiert beleuchten unsere Dörfer und Städte, dass es eine Art ist. Manche Art ist allerdings einfach zu viel des Guten.

Da trifft es sich doch gut, dass in diesem Jahr die Stromversorgung besonders im Augenmerk des kritischen Betrachters steht. Die Schuld daran tragen zwei höchst unterschiedlich schwerwiegende Drohszenarien, die noch dazu in einander beängstigender Abhängigkeit stehen.

Wir alle wissen, dass in Deutschland bisher der Strom auf zumeist konventionelle Weise durch Kraftwerke erzeugt wird, die entweder von Stein- und Braunkohle oder von Erdgas betrieben werden und darum zum Untergang der Welt in ein paar Jahren führen werden, oder aber von Atomkraftwerken, die, wenn sie nicht sofort zu einem schrecklichen Unglück führen (können), spätestens aber durch ihre Altlasten das Leben auf unserem Planeten gefährden, wenn nämlich die Fässer und Stollen, in denen die Altlasten „sicher“ bewahrt werden, nicht mehr sicher sind und strahlendes Material austritt. Diese Drohung des baldigen oder verzögerten Endes des bewohnbaren Planeten wurde bisher in Sachen weihnachtszeitlicher Illumination der westlichen Hemisphäre als zu vernachlässigendes Risiko eingestuft.

Jetzt aber ist Krieg – und damit erhöht sich die drohende Gefahr für uns alle. Mit Putin macht man keine Geschäfte, schon gar keine, die ihm durch den Verkauf von Erdgas riesige Gewinne bringen, mit der er seinen schmutzigen Krieg gegen die Ukraine (und indirekt auch gegen den solidarischen Westen) finanzieren kann. Kein russisches Gas mehr für die Elektrizitätswerke. Zwar könnte das die Gefahr der Erderwärmung reduzieren, aber ohne sichere Energie keine Sicherheit für Wirtschaft und Haushalte. Also wird Gas sehr teuer von allen möglichen Freunden und Schurkenstaaten bezogen und muss darum sorgfältig eingesetzt werden für die Stromversorgung der wirklich wichtigen Einrichtungen. Das leuchtet ein. Und deshalb sollen die Städte und Dörfer in dieser Adventszeit weniger leuchten.

Ich finde es ja durchaus richtig, um nicht zu sagen, ganz ausgezeichnet, dass ein bisher geradezu überbordendes Lichtermeer sowohl in den öffentlichen, als auch in den privaten Haushalten spürbar eingedeicht wird.

Doch das, was ich heute las, ist dann des Guten (an Einsparung) doch zu viel. Der Weihnachtsbaum vor dem Kanzleramt wird mit weniger LED-Kerzen bestückt als in früheren Jahren und die Leuchtzeit der Funzeln soll auf magere 4 Stunden, von 16.00 bis 20.00 Uhr nämlich begrenzt werden.

Den dezenten Hinweis, den Achgut auf die große Reisegesellschaft, die großzügig mit vielen Fliegern zur Rettung des Planeten nach Sharm El Scheikh aufgebrochen war und dort 3 lange Wochen residiert hatte, gebe ich hier nur stichwortartig wieder. Da spielte weder die Klimaerwärmung durch den Flugverkehr eine Rolle, noch die Sorge um eine generell für möglich gehaltene Energieknappheit. Der Kampf fürs Klima rechtfertigt alle dafür notwendigen Schritte und Flugmeilen.

Allerdings, so stand es auch bei Achgut, wird der Verzicht auf die schöne Beleuchtung des Tannenbaums vorm Kanzleramt das Klima ebenso wenig beeindrucken, wie die Reduktion der Weihnachtsbeleuchtung in Stadt und Land. (Die scheint aber wegen der Kosten einerseits und einem möglichen Black-out andererseits dennoch irgendwie sinnvoll, muss ich der Faktenlage zuliebe doch hinzufügen.)

Was aber hat das mit Johann Hinrich Wichern, dem Rauhen Haus und seinem Adventskranz zu tun?

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Menschen, denen es ohnehin nicht sonderlich gut geht, die in traurig stimmenden Verhältnissen leben oder ihnen mit Mühe entkommen konnten, und auch die, denen es vergleichsweise gut geht, die aber Sorgen haben vor einer aufziehenden Gefahr, Licht brauchen, „Licht am Horizont“, Licht als Hoffnungszeichen. Gerade in trostlosen Zeiten sind Symbole der Hoffnung so wichtig, als ein mutiges „Dennoch“ oder ein trotziges Aufbegehren, ein Spucken gegen den Wind, ein Pfeifen im finsteren Walde oder Licht, das wie ein Leuchtturm den Schiffen in rauer See den Weg weist.

Deshalb hänge ich auch in diesem Jahr eine Lichterkette auf, leuchtet der Herrnhuter-Stern vor unserem Fenster, zünde ich am Sonntag die erste Kerze am Adventskranz an.

Kein frommer Nachklapp – nur der diskrete Hinweis auf das Beispiel vom Licht, das man nicht unter einen Scheffel stellen soll. In einem immer noch christlich geprägten Land ist „Licht im Advent“ auch der Hinweis auf den, der von sich selber sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Und dessen Geburt wir an Weihnachten feiern.

Vertrauen, Glaube, Hoffnung. Stellt das Licht nicht unter den Scheffel.

Die Ablass-Prediger… 21. November, 2022

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Wie war das noch zu Luthers Zeiten?

„Wenn das Geld im Kästchen klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt!“

Damals war es nicht die Hitze der Erderwärmung, die den Menschen furchtbare Sorgen bereitete, es war vielmehr das Höllenfeuer, das auf die armen Sünder nach ihrem Dahinscheiden wartete – alternativlos, würde man heute wohl sagen, es sei denn, es fände sich ein Ausweg.

Den Ausweg bot die Kirche – damals noch deutschland- und europaweit katholisch – großzügig und natürlich völlig uneigennützig an, sieht man davon ab, dass die Kirche in Rom etwas klamm war, ein Prachtbau aber dennoch entstehen sollte und man dafür irgendwie Geld generieren musste. So traf es sich doch gut, dass zwei unangenehme Situationen in gegenseitiger Hilfestellung zu einem befriedigenden Ende geführt werden konnten. Die Qual des Fegefeuers, die so drohend dräute, ließ sich mit einer saftigen Geldzahlung durch die Angehörigen des Verstorbenen geschickt vermeiden, zumindest aber verkürzen und die Einnahmen aus dieser außerordentlichen Kirchensteuer beendeten die Sorgen der notleidenden Bauherren in Rom! Perfektes Zusammenspiel.

Luther wird nachgesagt, dass er diese Gaunerei durchschaute und Stimmung gegen die Eintreiber des blühenden Ablasshandels machte. Er war nämlich aufgrund seiner gründlichen Bibelstudien davon überzeugt, dass man – also die sündigen Schäflein der Kirche – nicht mit Geld von seiner Sündenlast befreit wurde, sondern allein durch die Gnade des barmherzigen Gottes.

Natürlich war das eine extrem geschäftsschädigende Ansage für die Händler des Seelenheils. Es entspann sich ein heftiger Streit, der, wie wir wissen, nicht nur zur Spaltung der Kirche, sondern auch zu einem lange währenden Blutvergießen zwischen den Parteien führte, deren eine Seite am Geldsegen für die Kirche durch Ablassbriefe festhalten wollten, und der anderen Seite, die sich aus der Macht Roms löste zugunsten einer, nur dem Glauben gemäßen und von Ablasszahlungen befreiten Ewigkeitserwartung. (Ich habe es etwas verkürzt dargelegt. Man möge mir verzeihen.)

Dass in den vielen Jahren seit Luther immer wieder Prediger, Gurus, Sektierer aufgetreten sind, die den angsterfüllten Menschen den Einlass in das Himmelreich via Geldzahlung leicht machen wollten, geschenkt.

Heute glauben sehr viele Menschen ohnehin nicht mehr an Himmel und Ewigkeit. Für sie gibt es darum auch keine Notwendigkeit, für die „himmlische Zukunft“ vorzusorgen. Ganz anders ist es jedoch um die irdische Zukunft bestellt. Da drohen die fürchterlichsten Katastrophen, wenn man den Verkündigungen der als „Wissenschaftler“ auftretenden modernen Ablasshändler Glauben schenkt.

„Wir rasen auf das Ende der Welt zu, mit dem Bleifuß auf dem Gaspedal!“ So oder so ähnlich hat der UN-Generalsekretär erst neulich die Szenerie beschworen, der wir unweigerlich entgegengehen, wenn wir jetzt nicht handeln. Wobei mich dieses geforderte „Handeln“ auf fatale Weise an die Ablassbriefe erinnern, die das Fegefeuer verkürzen oder verhindern sollten. Die Reichen (Länder sind hier gemeint), die das Geld haben (und besonders klimaschädliche Sünden begangen haben oder immer noch begehen) zahlen an die Armen (Länder) viele Millionen Dollars oder Euro, damit die Sünden der Reichen den Armen nicht weiterhin schaden – oder so ähnlich. Vielleicht steht es ja im Ablassprotokoll, was mit dem Geld geschehen soll, das man als CO2-Steuer entrichtet, um dem Untergang der Welt vorzubeugen. Vielleicht geht es um Aufforstungsprogramme oder Deichbauten an gefährdeten Küsten, um genveränderten gelben Reis, mit dem viel mehr Menschen ernährt werden könnten als von den herkömmlichen 130 oder mehr Sorten. Vielleicht geht es auch um Bildung für alle, damit junge Menschen nicht mehr einem dummen Mädchen folgen (das vor ein paar Jahren wollte, dass wir alle in Panik geraten) und sich eben nicht mehr auf Straßen oder an Bildern festkleben, um den Weltuntergang durch ihr mutiges Tun aufzuhalten.

Ich persönlich würde es ja besser finden, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen und nach Lösungen jenseits der Kleberei zu suchen, also sich mit Bauingenieuren zu beraten, wie man zukünftig bauen sollte, um der Hölle des irdischen Fegefeuers zu entgehen, oder mit Agrarwissenschaftlern zu beraten, welche hitzebeständigen Getreidesorten in regenarmen Regionen genug Ertrag liefern, um die wachsende Erdbevölkerung zu ernähren. Man könnte auch intensiv daran forschen, das ungeliebte – aber für das Pflanzenwachstum dennoch absolut notwendige – CO2 nicht einfach in die Atmosphäre entwischen zu lassen, sondern es nützlichen Funktionen zuzuführen.

Ja, ja, ich gebe zu, das ist etwas aufwendiger und anstrengender, als sich auf einer Autobahn festzukleben oder in einem Baumhaus gegen die Erweiterung einer Straße oder eines Kohleabbaugebiets zu protestieren. Es macht auch vermutlich weniger Spaß, als sich den lieben langen Tag in einem Protestcamp aufzuhalten oder in einer Gruppe machtvoll gegen alles zu demonstrieren, was nach Meinung der in Panik geratenen Kinder und Jugendlichen (Spätpubertierende nicht zu vergessen) zu unserem gemeinsamen Untergang beiträgt.

Also, liebe Leute, Euer Zeitfenster ist nach der Berechnung einer gewissen Frau Hinrichs nur noch 2 höchstens 3 Jahre offen, bis dahin müssen konkrete Schritte unternommen werden. Was Frau Hinrichs genau schrittweise unternehmen will (außer Tempo 100 auf Autobahnen durchzusetzen), ist mir leider nicht ganz klar. Radikal auf alle Energieträger zu verzichten, die Mutter Erde großzügig bereithält, halte ich persönlich ja für die falsche Strategie, zumal gerade das Erdöl ja nicht ausschließlich der Verbrennung anheimgegeben wird, ob in Autos oder in der Zentralheizung, sondern viele segensreiche Dinge daraus entwickelt wurden und werden – und sei es auch nur die Hülle für das Smartphone, ohne das ja kein Mensch mehr eine Weltrevolution zur Rettung des Planeten anzetteln kann. Aber das sehen die Klebe-Aktivisten vermutlich ganz anders.

Statt dem Ablasshandel zu frönen, sollte man einen ressourcenschonenden Umgang mit allen Dingen des täglichen Gebrauchs und Lebens pflegen. Wer nur einseitig gegen Autos mit Verbrennermotor und Kohle- oder Gaskraftwerke eintritt und / oder in der Reduktion von CO2 die seligmachende Erlösung sieht, geht an der Realität vorbei, der Realität einer Welt, in der 8 ACHT !!! Milliarden Menschen atmen und essen MÜSSEN, wenn sie leben wollen, in der sie Kleidung, Wohnraum, Arbeitsstellen und Energie für ein gutes Dasein benötigen.

Das, Ihr Klima-Kleber und Panikschürer, ist die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt.

Deutschland hatte früher hervorragende Tüftler, Erfinder, Arbeiter auf all den Gebieten, die heute so notwendig wären, den Herausforderungen zu entsprechen, die die sich verändernden Gegebenheiten mit sich bringen.

Sich an Gemälde oder Straßen zu kleben und darüber bei Anne Will zu lamentieren, trägt aber zu gar nichts bei, außer zu dem Eindruck einer sich immer mehr auflösenden Gemeinsamkeit der bundesdeutschen Gesellschaft. Leider tragen etliche Politiker zu diesem Eindruck und Desaster bei….

Vorletzte Worte … 18. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich kenne mich und meine Neigung, mich in alle möglichen Diskussionen einzumischen und meinen Senf ungefragt dazuzutun.

Darum kann ich nicht „letzte Worte“ schreiben, ich kann nicht garantieren, dass es letzte sein werden, aber vorletzte zum Thema WM sollten doch geschrieben werden.

Wenn demnächst die Fußballweltmeisterschaft in Quatar / Katar beginnt, werde ich weder die Spiele live noch in der Aufzeichnung schauen. Live habe ich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft schon seit Jahren nicht mehr gesehen, ich halte die Spannung einfach nicht aus – ich schrieb ja schon oft dazu.

Ich werde bei dieser WM aber auch nicht den Aufzeichnungen meine Aufmerksamkeit widmen und verweigere auch das Ansehen jeder Diskussionsrunde der Sportreporter mit sogenannten Experten, wie sie nahezu alle Fernsehanstalten vermutlich täglich präsentieren werden. Selbst die Zeitung erfährt durch mich einen noch nie zuvor dagewesenen Boykott ihrer Sportberichterstattung.

Ich mutiere zum Radikalverweigerer.

Natürlich liegen die Gründe dafür hauptsächlich beim Austragungsort der Mega-Veranstaltung. Diese muss ich hier wohl nicht besonders hervorheben, sie wurden in den letzten Wochen ausführlich diskutiert. Ich hätte mir allerdings diese ausführliche Diskussion bereits VOR der Vergabe durch die FIFA an Katar gewünscht. Denn viele der heute beanstandeten Zustände gab es bereits deutlich VOR der Bewerbung des Emirats.

Die Menschenrechtslage entsprach vor 15 Jahren so wenig wie heute unseren gerne eingeforderten und dann doch vernachlässigten Standards. (deutsche Politiker lassen an dieser Stelle grüßen! Das (Ein)knicksen vor den Scheichs und die Bettelei um Erdgaslieferungen sind doch sicher noch in Erinnerung!)

Die Lage der Frauen in Katar heute entspricht wohl (etwas) weniger derjenigen der Frauen Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts – wir haben dennoch gar keinen Grund, uns stolz über die ehemaligen Kameltreiber in einer unwirtlichen Wüstenregion zu erheben. Immerhin wird heutzutage den katarischen Mädchen jede Bildungsmöglichkeit gewährt, was im 20. Jahrhundert nicht für alle Mädchen in Deutschland galt. Und auch die Rechte der Frauen in Deutschland waren vor 50 Jahren keineswegs vorbildlich.

Das – sich nicht zu überheben – gilt übrigens auch für den Umgang mit Homosexualität. Zu meiner Jugendzeit war das nämlich auch in Deutschland noch ein Tabuthema und die davon Betroffenen standen immer mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie ihrer Liebe nachgaben. Wir sollten unsere Finger bei uns behalten und in uns gehen und uns schämen, dass wir im aufgeklärten Deutschland – vor allem nach Adolf und seinen KZs, in denen auch Homosexuelle gequält und geschunden wurden – so lange gebraucht haben, den Straftatbestand des §175 aufzuheben.

Ob unser Umgang mit den Gastarbeitern seit den späten 50er Jahren wirklich so viel menschlicher und besser war, als der der Araber mit ihren „Arbeitssklaven“, wie unsere Medien voller Abscheu schreiben, mag dahingestellt sein. Die inzwischen alt gewordenen Malocher aus Italien, Spanien, Jugoslawien oder der Türkei in den Bergwerken oder an den Hochöfen der Stahlindustrie des Ruhrgebiets sehen das vermutlich sehr viel realistischer als der smarte Journalist, der von oben herab mit gutmenschlichem Gehabe verurteilt. (Das vernichtende Urteil über die unmenschlichen Bedingungen besteht ja zu Recht, aber „unser Habitus“ in der Angelegenheit ist vollkommen falsch!)

Und damit komme ich zu „uns“.

Wer neulich die Dokumentation über die Vergabe der Weltmeisterschaft an Katar gesehen hat, wird nicht umhinkommen, sich intensiv mit der unrühmlichen Rolle zu beschäftigen, die der DFB als einer der mächtigsten Fußballverbände der Welt in dieser Angelegenheit gespielt hat. Man kann doch mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ein energisches Verweigern der Zustimmung innerhalb der FIFA durch den DFB dazu geführt hätte, dass es niemals zu dieser WM in Katar gekommen wäre. Aber unsere großen deutschen Fußballvereine, besoffen von dem Gedanken, mit der „schönsten Nebensache der Welt“ möglichst viel, sehr viel Geld zu verdienen und dabei alle Augen zuzudrücken, wenn es um finanzkräftige Sponsoren geht, deren Logos in den Stadien an prominenter Stelle sichtbar gemacht werden oder auf den Trikots der Spieler prangen, haben sich doch alle weggeduckt bei der Frage, ob man in Katar auflaufen sollte oder lieber nicht – wobei neben den „menschenrechtlichen Bedenken“ sicher auch das Klima in dem Wüstenstaat eine wichtige Rolle spielt und man darum dem Klima „zuliebe“ die Spiele flugs in den Winter, respektive Herbst verschob. (Ein kleiner Hinweis darauf, dass auf der Südhalbkugel gerade der Frühling beginnt, mag hier angebracht sein…)

Und nun zu den Spielern. Glaubt irgendein Mensch in Deutschland denn tatsächlich, dass sich auch nur ein einziger der hochbezahlten Profis aus moralischen Gründen geweigert hätte, nach Katar zu fahren, wenn Hansi Flick ihm am Telefon die frohe Botschaft verkündet hätte, im Aufgebot zu stehen? Da kann man doch genauso gut und getrost an den Mann im Mond glauben oder an den Nikolaus, der in dieser Jahreszeit sicher für alle möglichen Wünsche herhalten muss.

Nicht einer von denen, die nun nach Katar geflogen sind, haben ihre möglichen Bedenken hinsichtlich der Menschenrechte und dergleichen ernst genommen, mögen sie auch jetzt „Haltung“ zeigen und Regenbogenfähnchen schwingen oder ihre Kapitänsbinde mit diesen Farben schmücken.

Es ist doch eine einzige Heuchelei, die uns jetzt präsentiert wird.

Darum verweigere ich den Spielern und den berichtenden Journalisten, den deutschen Politikern (die jetzt ihre Bedenken anmelden) und den Kataris jegliche Aufmerksamkeit.

Dass die WM ausgerechnet am Ewigkeitssonntag beginnt und während der Adventszeit ausgetragen wird, mag für viele Leute eine zu vernachlässigende Nebensache sein. Dieser Herr sieht das aber anders: Früherer EKD-Chef Schneider will keine WM-Spiele schauen.

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Für mich persönlich spielen auch weitere Gründe eine Rolle, „Katar“ grundsätzlich zu boykottieren – über den Fußball und andere Sportarten hinaus.

Arye Sharuz Shalikar schreibt offen über das Dilemma mit der WM in Katar, (siehe Jüdische Allgemeine) und hebt einen Aspekt ins Bewusstsein, der den meisten Menschen in Deutschland bisher verborgen ist:

Ich stehe da wirklich vor einem Dilemma. Ich lebe in Israel, und anders als den meisten Fußballbegeisterten in Deutschland sind mir Katar und die fragwürdige Rolle, die das Land in der Nahostpolitik spielt, schon länger ein Begriff. Mit den Scheichs hatte ich indirekt schon mehrfach zu tun, insbesondere in meiner Funktion als Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

Es ist kein Geheimnis, dass Katar im Nahen Osten eine äußerst problematische Position einnimmt. Denn lange bevor das Land in Fußballstadien investiert hat, erwarb der Staat sich den Ruf als einer der Hauptgeldgeber radikal-islamistischer Organisationen. Die Liste ist lang und liest sich wie das Who’s who des Terrorismus der letzten Jahrzehnte: Al-Qaida ist ebenso darunter wie der Islamische Staat, die Taliban in Afghanistan und natürlich auch die palästinensische Hamas.

Hunderte Millionen Euro wurden – und werden immer noch – von Katar Jahr für Jahr auf direktem und indirektem Wege an die erbitterten Feinde der freien Welt und an die Hauptverursacher von Mord und Totschlag im Nahen Osten und darüber hinaus investiert. Was könnte man mit diesem Geld für schöne Fußballstadien bauen!

Etwas zugespitzt könnte man sagen, dass es in der islamischen Welt zwei Staaten gibt, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Dschihad, also den sogenannten Heiligen Krieg, zu unterstützen: den Iran als Hochburg des schiitischen Terrors und unseren WM-Gastgeber Katar in Bezug auf sunnitischen Terror. Aus israelischer Sicht ist allen voran Katars Verbindung zur Hamas eine Herausforderung.

Seit Jahrzehnten ist Katar eine Art Kuba des Nahen Ostens und dient Terroristen als Zufluchtsort. Mit seinem Staatssender Al-Dschasira wird über einer Milliarde Muslime weltweit eine ziemlich einseitige Weltanschauung vermittelt.

Al-Dschasira stachelt regelmäßig auf, wenn es bei Unruhen in Jerusalem die radikale Propaganda der Terroristen verbreitet und so mit dazu beiträgt, dass noch mehr Blut fließt. Man könnte noch mehr zu Katar sagen. Man könnte sogar dorthin fliegen und sich die Sache vor Ort anschauen, denn Israel und Katar haben sich zu allem Überfluss auch noch darauf geeinigt, dass internationale Fluglinien (israelische bleiben ausgenommen) Fans aus Israel und den Palästinensergebieten während der WM-Wochen aus Tel Aviv nach Doha fliegen können.

Das Dilemma wird daher nicht kleiner, im Gegenteil: Fußball ist mein Lieblingssport, die WM mein absolutes Lieblingsereignis.“

Soweit Arye Sharuz Shalikar.

Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit Jahren schon mit großer Sorge*** den Einfluss Katars auf die hier lebenden Muslime beobachte. Kaum ein Moscheeneubau, der nicht von Katar (mit)finanziert wird und kaum eine von Katar finanzierte Moschee, in der nicht (auch) zum Dschihad gegen Israel aufgerufen wird.

Eine von Katar ausgerichtete WM poliert natürlich auch das Image der von Katar gestützten Einrichtungen in Deutschland auf – mit dementsprechenden Folgen.

Ganz am Ende meiner vorletzten Worte darf auch der Hinweis auf die wirtschaftlichen Verflechtungen Katars mit deutschen Schlüsselindustrien und Finanzplätzen natürlich nicht fehlen. Wir schauen derzeit argwöhnisch auf China, das natürlich wesentlich größer ist als das kleine Scheichtum am Rande der arabischen Halbinsel, aber der finanzielle Einfluss Katars auf die deutsche Wirtschaft sollte trotzdem nicht unterschätzt werden. Wir haben in Deutschland doch das Sprichwort vom „kleinen Finger, den man dem Teufel reicht“…

Vergesst das nicht. Niemals.

*** Meine Sorge und Kritik gilt ausnahmslos NUR denjenigen Einrichtungen, Institutionen und Personen, für die „Islam“ mehr bedeutet als eine religiös-spirituelle Dimension und die deshalb Sharia gemäß von einem System überzeugt sind und es umsetzen, das umfassend alle Bereiche der religliösen, familiären, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zuständigkeiten regelt und beherrscht.

Goldener November 11. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Es stimmt natürlich: Dass dieser Monat immer noch mit sonnigen Tagen und golden schimmernden Blättern mein Herz höher schlagen lässt, geht wohl auf das Konto der klimatischen Veränderungen, die von vielen befürchtet, von anderen skeptisch, verneinend betrachtet und vermutlich von einigen wenigen Menschen sogar freudig begrüßt werden.

Ich bin, was die Diskussionen um das Klima angeht, ein Mischling. Zwar leugne ich nicht die Veränderungen, aber ich hege einige Zweifel hinsichtlich des Attribut „menschengemacht“, wobei ich auch da eine kleine Einschränkung machen will: Natürlich verändern wir Menschen unsere Umwelt, seit es uns gibt. Das fiel aber solange kaum bis gar nicht ins Gewicht, solange unsere Anzahl begrenzt war auf zunächst einige Millionen Menschen weltweit oder – wie gegen Mitte des letzten Jahrhunderts – sich unsere Zahl auf 3 Milliarden belief. Man kann sich doch leicht an fünf Fingern abzählen, dass 8 Milliarden Menschen, die wir derzeit sind, deutlich mehr an allen Ressourcen ge- und verbrauchen, als es weniger als die Hälfte der Bewohner dieser Erde bisher getan haben. Hinzu kommt, dass der Wohlstand, der in den westlichen Industrienationen zu einem höheren Gebrauch aller Güter und zu deutlich mehr Konsum geführt hat, inzwischen auch die sogenannten Schwellenländer erreicht hat, die Länder also, die zwar noch nicht vollständig die Segnungen des kapitalistischen Westens genießen, aber doch zu einem nicht geringen Teil bereits jetzt daran partizipieren. Und wer wollte ihnen das verdenken, selbst wenn die Zahl ihrer Einwohner um ein Vielfaches größer ist als die des sogenannten „Westen“. Damit will ich sagen, dass die Schuldzuweisung an die Länder des Westens bezüglich „menschengemacht“ doch auch unter dem Aspekt des unglaublichen Bevölkerungszuwachses der gesamten Welt relativiert werden muss.

So, genug der Erklärungen zu Klima, Wetter und Bevölkerung.

Ich genieße einfach den zauberhaften Anblick, der sich mir vom Schreibtisch am Fenster aus bietet. Im großen nachbarlichen Garten öffnet sich langsam der Laubvorhang wieder und gewährt erste Blicke auf das Fachwerkhaus, das mir im Sommer vollkommen verborgen ist. Abends ist es besonders schön, wenn die Dämmerung eingesetzt hat und durch das Blätterwerk der Bäume die Lichter des Hauses schimmern.

Auch meine Freundin wird dieses goldene Novemberwetter freuen, ist doch dieser Monat sonst eher für Düsternis, graue Tagen, Regen und Wind bekannt, was manchen Menschen, so auch meiner Freundin, tiefes Unbehagen verursacht.

Ich bin ja ein Herbstkind, im Oktober geboren und liebe diese Jahreszeit. Und wenn es draußen stürmt oder nebelgrau ist, der Regen in feinen Rinnsalen unaufhörlich aus den Wolken rieselt, dann geht es mir besonders gut, ich zünde Kerzen an, höre Musik, lese und mache es mir in meinen vier Wänden so gemütlich, wie es nur geht…. ein bisschen herbstlicher Dekokitsch gehört dazu und auch ein Feuer im Kamin.

Was jedoch die besonderen Gedenk- und Feiertage des November angeht, die nehme ich sehr bewusst wahr, ohne dabei der Betrübnis Raum zu geben, wie es manchen Menschen mit den Novemberterminen ergeht.

Die Gedenktage des November, mit dem katholischen Feiertag „Allerheiligen“ gleich zu Beginn des Monats, lassen mich innehalten und das Gute, das ich in meinem Leben erfahre, nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. Sie lassen mich die Begrenztheit meines Lebens spüren und mich dennoch hoffnungsvoll bleiben angesichts der Ewigkeit, die wir am Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt, in den Blick nehmen. Der Bus- und Bettag wurde den Erfordernissen der Industrie in den meisten Bundesländern geopfert, so auch in meinem. Der Volkstrauertag, der in meiner Kindheit und Jugend noch für nahezu alle Menschen ein fester Tag im Kalender war, verblasst mehr und mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung. Ich erinnere mich, dass wir Schulkinder in den 60er Jahren mit einer Sammeldose von Haus zu Haus zogen und für die Kriegsgräberfürsorge um eine Spende baten. Damals war der Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch im Bewusstsein aller Menschen, die ihn selbst erlebt hatten. Heute leben nur noch wenige Zeugen und selbst wir Nachkriegskinder nähern uns ja bereits deutlich der Schwelle zur Ewigkeit. Erst der Krieg im europäischen Haus, den Russland der Ukraine aufgebürdet hat, lässt die Furcht vor einem Krieg auch hier bei uns wieder anwachsen. Hatten wir uns doch alle so sehr an den Frieden gewöhnt, an die Sicherheit und Ruhe in unserem Land – trotz der Berichte über die Kriege, die es nach wie vor gab und gibt.

Die Politik ist herausgefordert wie kaum zuvor im Nachkriegsdeutschland, Antworten auf die Probleme zu finden und zu geben, die der Ukraine-Konflikt neu ins Bewusstsein gehoben hat, so sehr, dass wir darüber die Corona-Pandemie beinahe schon als normal abhaken, wenn wir sie nicht gar ganz beiseite geschoben haben und auch das Klima noch ein bisschen machen darf, was es will, ohne dass wir versuchen, ihm Einhalt zu bieten.

Und so hoffe ich, dass und die goldene Pracht des November noch ein wenig erhalten bleibt, um dann dem Dezember Platz zu machen, der wie immer mit der erwartungsfrohen Adventszeit Herzen und Sinne erfreut.

Bitte nie wieder… 9. November, 2022

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Nie wieder!

Nie wieder, so verkünden es die Betroffenheitsredner, dürfe es zu Antisemitismus kommen, schließlich, so behaupten sie, habe Deutschland aus seiner Vergangenheit gelernt.

Heute, an diesem Datum, werden wieder Reden gehalten, auch von solchen Menschen, deren Taten Hohn auf ihre Reden sprechen. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ich diese Doppelbödigkeit der Redenschwinger im Umgang mit den Gedenktagen zum Holocaust und den lebendigen Juden in Israel und hierzulande kaum noch ertragen kann.

Darum schließe ich mich der Bitte an, die Michael Wolffsohn so äußert:

„»Nie wieder!« So lautet die bundesdeutsche Synthese aus Beichte und gleichzeitiger Selbst-Absolution. Also nie wieder deutsches Herrenmenschentum, Nazismus oder sonstige Faschismen ganz allgemein und, im Besonderen, nie wieder Judenhass, Auschwitz, »Endlösung«.

Dieses »Nie wieder« ist sozusagen die auf Hochglanz gedruckte ethische Visiten- und zugleich Eintrittskarte des neuen Deutschland. Demonstrativ wird sie sowohl am Eingang zur jüdischen als auch allgemein zur zivilisierten Welt abgegeben.“

Doch die Hochglanzreden halten nicht, was sie versprechen. Die Wirklichkeit sieht anders aus, wie Herr Wolffsohn aufzeigt.

Daraus zitiere ich nur einige Abschnitte:

„Der Nie-wieder-Lack ist zwar nicht ab, doch er glänzt deutlich weniger. Sowohl in den Augen der allgemein zivilisierten, vornehmlich EU-europäischen, als auch und erst recht in der Wahrnehmung der jüdischen Welt. Deutsche Überheblichkeit, diesmal als belehrender Moralismus verpackt, gehört wieder zum deutschen Alltag. Nein, kein diskriminatorisches deutsches »Herrenmenschentum« wie unter Kaiser Wilhelm oder gar ein liquidatorisch-millionenmörderisches wie unter Hitler, sehr wohl jedoch der durchaus auch explizite und penetrante, angemaßte Anspruch auf moralische Hegemonie.“

„Betroffenheit Wenn auf eine »Mohrenstraße«, zu Recht oder nicht, betroffen reagiert wird, bemühen sich gerade diese Milieus darum, die gefühlte Diskriminierung zu korrigieren. Jüdische Betroffenheit dagegen zählt nicht. Anschauungsunterricht bot die diesjährige »documenta«. Ausgerechnet während des Festreigens »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« brach der Damm. Für jedermann sichtbar.

Von Bund, Land und Stadt subventioniert, wurden Antisemitismen wie zu Zeiten des NS-Hetzblattes »Der Stürmer« salonfähig. 738.000 Besucherinnen und Besucher dankten es der deutschen Politik und »Kulturelite« und kamen zur Ausstellung. Das waren zwar 17 Prozent weniger als 2017, aber immerhin. Zwei der mitverantwortlichen Kuratoren wurden mit einer Gastprofessur in Hamburg belohnt. Dort gilt, versteht sich: »Kein Platz für Antisemitismus«.“

Dass Politiker auch in früheren Jahren nicht hielten, was sie in ihren Reden versprachen, macht Michael Wolffsohn ebenfalls deutlich und schließt seine Ausführungen, in denen er die Diskrepanz zwischen Reden und Tun deutlich macht, mit dieser Bitte:

Bitte: nie wieder »Nie wieder!« hinausposaunen, sondern statt schöner Worte endlich einmal wirksame Taten.“

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/eine-bitte/

Panikorchester in Sharm El Sheikh 7. November, 2022

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13 Tage, gut 30.000 Teilnehmer, fast 200 Staaten: Im ägyptischen Badeort Sharm El-Sheikh beginnt die UN-Klimakonferenz.

Sharm El Sheikkh am südlichen Zipfel des Sinai, malerisch gelegen am Roten Meer, ist der diesjährige Tagungsort der „“Conference of the Parties“, also die Konferenz der Parteien – gemeint sind jene Staaten, die die sogenannte Klima-Rahmenkonvention unterschrieben haben.“, wie die ARD berichtet.

Es geht darum – wie ja mittlerweile jedes Kind weiß -, die Erderwärmung auf 1.5° C zu begrenzen, weil sonst das Leben auf unserem schönen Planeten nicht mehr möglich ist. Aus blühenden Landschaften wird wüstes Land, die Ozeane treten über die Ufer, Gletscher schmelzen ebenso wie das Eis des Nordpols, Flüsse versiegen…. der Untergang der Welt steht unmittelbar bevor.

Da die Klimawissenschaftler immer noch nicht das Rädchen gefunden haben, mit dem sie die Sonne selbst um das für den Menschen zuträgliche Maß regeln können, müssen die Faktoren in den Griff zu bekommen sein, die die Strahlung der Sonne in der Atmosphäre beeinflussen, also alle die Emissionen, die die Menschen in die Luft blasen und die dort ein schreckliches Unheil anrichten.

Die ARD drückt das ein bisschen wissenschaftlicher aus und schreibt:

„Die Wissenschaft warnt die Politik schon seit Jahrzehnten: Zu viele Treibhausgase in der Luft, also vor allem Kohlendioxid (CO2) und Methan, sorgen dafür, dass sich die Erde immer weiter aufheizt und teilweise unbewohnbar werden könnte. Auch gibt es je nach Region häufiger Stürme, Dürren und Überschwemmungen – mit vielen Millionen Opfern. Erste Weltklimakonferenzen gab es deshalb schon Ende der 1970er- und in den 1980er-Jahren.“

Ich gehe in meiner Einfalt davon aus, dass es je nach Region immer schon lang anhaltende Wetterkapriolen gab, die den Menschen zu schaffen machten, Missernten durch schreckliche Überschwemmungen nach wochenlangem Regen oder furchtbare Dürre, wenn das feuchte Nass ausblieb. In allen Perioden menschlichen Lebens auf dieser Erde gab es völlig ohne menschliche Einflüsse klimatische Veränderungen, die so dramatisch waren, dass ursprüngliche Siedlungsräume verlassen wurden.

Heutzutage bekommen wir Dank der weltweiten Vernetzung der Informationsmedien die Katastrophenmeldungen jederzeit frei Haus geliefert, die Schreckensmeldungen häufen sich und die Berichterstatter und Experten vermitteln das Bild einer Welt, die dem durch Menschen verschuldeten Untergang entgegengeht. Natürlich kommt man dabei nicht umhin, sich als Erdbewohner entsetzlich schuldig zu fühlen, weil man heizt, kühlt und kocht, mit dem Auto fährt oder durch die Gegend fliegt, Kinder in die Welt gesetzt hat, die nicht nur zur Verschärfung der Umweltkatastrophe durch ihre bloße Existenz beitragen, sondern zudem auch noch die Suppe auslöffeln müssen, die wir Alten ihnen durch unser unverantwortliches Tun eingebrockt haben.

Unser verwerfliches Tun (in den zivilisierten Industrienationen) bestand bisher im Wesentlichen darin, die Lebensumstände der Bevölkerung zu verbessern, indem man

1. Werkzeuge und Maschinen (Industrie) erfand, die die Schwerstarbeit übernehmen konnten, die zuvor zum frühen Tod der Arbeiter geführt hatte,

sich 2. die Brennstoffe aus dem Schoß von Mutter Erde zunutze machte, die die Maschinen antrieben,

3. Ackerbau und Landwirtschaft förderte, um die wachsende Erdbevölkerung ernähren zu können,

4. in medizinische Forschung investierte, um schwere Krankheiten besiegen zu können, die zuvor die Erdbevölkerung regelmäßig um etliche Prozentpunkte reduzierte,

5. Bildung für möglichst alle Menschen bereitstellte, damit Forschung, Ingenieurskunst, Kultur und die Verbesserung der Lebensumstände überhaupt möglich sein konnten und Menschen nicht im Stande der unmündigen Dummheit und damit in der Abhängigkeit von den wenigen bleiben mussten, die über Wissen – das bekanntlich Macht ist – verfügten.

Man nennt das auch Fortschritt!

Doch der Fortschritt ist aber nicht nur Segen, sondern vor allen Dingen Fluch, folgt man den Ideologen, die am liebsten zwar alle Bequemlichkeiten weiterhin genießen möchten, aber zugleich den Urzustand des Planeten wieder herzustellen gedenken, wie er vor der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies geherrscht haben mag. Leider vergessen die Ideologen, dass wir nicht mehr mit 3 Milliarden Menschen die Erde bevölkern, wie es noch zu meiner Grundschulzeit vor 65 Jahren war, sondern wir uns inzwischen mit nahezu 8 Milliarden Menschen Luft, Wasser, Nahrung und alles, was dazu gehört, teilen müssen.

Das – die ausreichende Versorgung aller Menschen weltweit mit Nahrung, Wohnung, Arbeit, Bildung – ist für mich die Hauptaufgabe, die wir heute zu bewältigen haben.

Schon lange bevorzuge ich deshalb eine Strategie, mit der wir uns auf bedrohliche Situationen einstellen, NICHT, indem wir versuchen, an der Temperaturschraube zu drehen, sondern indem wir – wie in allen Jahrtausenden bisher – unseren Grips einsetzen und Lösungen für mögliche, tatsächliche oder prophezeite Probleme finden. Das schließt das Anliegen der Natur- und Umweltschützer nicht aus, sorgsam mit den (noch) vorhandenen Ressourcen umzugehen und Energieträger zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse von 8 Milliarden Menschen in den ganz unterschiedlichen Klimazonen und den damit verbundenen Bedingungen zugeschnitten sind.

Das gilt im übrigen auch für den Schutz der Lebensräume vor wetterbedingten Notlagen.

Ein einfaches Beispiel dazu konnte ich in den letzten Wochen und Monaten vor Ort beobachten: In Erwartung des steigenden Meeresspiegels wurde an unserem Küstenabschnitt an der Nordsee der Deich erhöht. Doch auch in der Vergangenheit ersannen die Bewohner dieses Teils unseres Vaterlandes Methoden, sich dem Meer und seiner Naturgewalt anzupassen. Das Land, auf dem unser Wiesenhäuschen steht, wurde in den zurückliegenden Jahrhunderten der Nordsee abgetrotzt. Waren es in der Vorzeit aufgeschüttete Warften /Wurten, die das eigene Haus oder Gehöft vor der totalen Überflutung bei schweren Winterstürmen bewahrten, kamen die Menschen auf die Idee, gemeinsam nicht nur ihre Häuser, sondern auch das sie umgebende Acker- und Weideland zu schützen, sie bauten Deiche, legten Entwässerungsgräben und Sieltore an und verbesserten die Struktur und Aufbau der Deiche in all den Jahren bis heute.

Ein wunderbares Beispiel für die unermüdliche Arbeit zum Schutz von Hab, Gut und Leben kann man in unserem Nachbarland, den Niederlanden bewundern, dessen bewohnte Fläche zum nicht unerheblichen Teil UNTER dem Meeresspiegel liegt.

Es waren Holländer, die auch im norddeutschen Raum ihr Wissen anboten, das Land vor dem Wüten des Meeres zu schützen.

Und so stelle ich mir in meinem kindlichen Optimismus vor, dass man für nahezu alle Problemzonen dieser Erde individuelle Lösungen entwickeln kann und ich bin davon überzeugt, dass das, die Suche nach diesen Lösungen, die bessere Strategie ist, als die Erderwärmung auf 1,5° zu begrenzen und genau regeln zu wollen.

Machen wir uns doch bitte nichts vor, in einer Zeit, in der jeder Staat um das eigene Wohl und Wehe bedacht ist, wird es uns nicht gelingen, eine gemeinsame Strategie zur Reduzierung der Treibhausemissionen zu erreichen, zumal dem unterschiedlichen Entwicklungsstand der Länder Rechnung getragen werden muss. Aber es kann gelingen, für jedes Fleckchen Erde eine bedarfsgerechte Lösung zu finden und allen Menschen die Teilhabe an den Segnungen zukommen zu lassen, die wir heute schon genießen.

Ich gieße aber dennoch Wasser in den Wein der Zuversicht, denn eine für alle Erdbewohner gleiche Chance auf ein gutes Leben kann nur erreicht werden, wenn wir „Reichen“ bereit sind, unseren Lebensstandard zu reduzieren. Die Erde, dies feste Überzeugung hege ich, kann uns alle tragen und nähren, aber der Überfluss an allen verfügbaren Gütern, den wir in den hoch entwickelten Ländern ständig zur Verfügung haben, wird nicht in gleicher Weise für alle bereitstehen.


Abschließend noch diese Bemerkung: Interessant ist der Rückblick des ARD-Berichts auf die Zeit der ersten Klimatage, zeigt sich darin doch, wie wenig erfolgreich die Strategie zur Begrenzung der Treibhausemissionen bisher war. „Die erste COP unter dem Dach der Klima-Rahmenkonvention fand 1995 in Berlin statt. Deutsche Verhandlungsführerin war damals übrigens Angela Merkel, als Umweltministerin unter Kanzler Helmut Kohl. Schon vor mehr 27 Jahren setzte sich der Gipfel das Ziel festzuschreiben, bis wann und wie stark weltweit der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase reduziert werden soll.“

WARUM HÄLT MAN ABER IMMER NOCH AN DER ERFOLGLOSEN STRATEGIE FEST ?

Erlauben will ich mir hier auch die lästerliche Frage, wie klimaschädlich die Anreise und Versorgung von gut 30000!!! Teilnehmern aus 200 !!! Staaten zur Reduzierung von Treibhausgasen sein mag.

Kein Kreuz für den Frieden… 5. November, 2022

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Ich schrieb ja schon vor ein paar Jahren über das „Kreuz mit dem Kreuz“ – damals waren es die Bischöfe, die auf dem Tempelberg in Jerusalem ihrem muslimischen Begleiter zuliebe das Kreuz, Sinnbild und Symbol ihres christlichen Glaubens, ablegten. In dieser Woche waren es die Mitarbeiter Annalena Baerbocks, die ein Kreuz aus „protokollarischen Gründen“ entfernen ließen, aber dabei, wie Frau Baerbock im Nachhinein auf Anfragen ausdrücklich betonte, nicht aus politischen, sondern aus organisatorischen Gründen handelten. Das klingt zumindest seltsam! Was soll und kann man sich unter „organisatorisch“ vorstellen, zumal das Kreuz ja nicht im Wege stand, sondern an der Wand befestigt war? (Kleine Anfrage: Kann sich ernsthaft jemand vorstellen, dass im AA etwas entschieden wird, das nicht im Sinne der Chefin ist oder der von ihr bevorzugten Haltung widerstrebt???)

So scheint sich auch in der heutigen Zeit etwas zu bewahrheiten, was schon der Apostel Paulus zum Thema „Kreuz und Gesellschaft“ ansprach, dass nämlich das Wort vom Kreuz denen eine Torheit sei, die damit nichts anfangen können, es aber denen, die es für sich in Anspruch nehmen, „eine Gotteskraft“ ist. (1. Korinther 1, 18)

Nun könnte man ja meinen, dass in der heutigen Zeit jede nur mögliche Kraft genutzt werden sollte, um die Probleme der Gegenwart zu lösen, zuvorderst das dringende Problem, Frieden wieder herzustellen, bzw. zu erhalten. Aber die heutigen Verantwortlichen – und das ist ja in anderen Problemfeldern ebenfalls zu beobachten – verlassen sich statt auf eine wie auch immer benannte Gottheit doch lieber auf ihre eigenen schier unerschöpflichen Kräfte, ob es um die Rettung des Weltklimas durch die Regulierung der Erderwärmung um 2°C genau gehen soll oder eben um die Friedensordnung für Handel und Wandel in einer globalisierten Welt. Sei’s drum. Der moderne Mensch will zwar nicht mehr die (nach biblischer Sicht) „Krönung der Schöpfung“ sein, dafür jedoch in Omnipotenz eines allmächtigen Schöpfers die Welt nach dem eigenen Willen ordnen und regieren.

Zum Ordnen und Regieren gehört das regelmäßige Treffen der mächtigsten Wirtschaftsnationen der Welt, kurz „G7“ genannt.

Wer im auswärtigen Amt die glorreiche Idee hatte, diesen illustren Kreis nach Münster und in das dortige Rathaus mit dem historisch bedeutsamen „Friedenssaal“ einzuladen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber es ist sicher nicht nur meine Spekulation, dass man mit der Wahl des Versammlungsortes auch dessen Symbolik im Blick hatte, schließlich einigten sich vor vielen hundert Jahren einander feindlich gegenüberstehende Reiche und religiöse Führer nach jahrelangem Krieg und 5 Jahre währenden Verhandlungen auf einen Vertrag, der als der „Westfälische Friede“ in die Geschichte einging.

Dass damit nicht „Krieg als solcher“ generell und für immer ausgeschlossen war, ist leider eine ebenso historisch belegte Tatsache.

Am gestrigen Freitag nun versammelten sich die Außenminister der G7-Staaten in dem historischen Friedenssaal.

Man beachte die Größe des Saales und das im Verhältnis dazu geradezu bescheiden klein anmutende Kreuz.

Das also sollte den Teilnehmern der Konferenz nicht zugemutet werden können.

„Noch“ ist Deutschland ein christliches Land, auch wenn viele Bürger sich nicht mehr als gläubige Christen verstehen, sondern sich eher im sogenannten „Kulturchristentum“ verankert sehen, noch wissen und begreifen sehr viele Menschen, dass es unsere christlichen (und jüdischen) Wurzeln sind, die den Humanismus bestimmt haben, auf den auch unsere Werte von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ aufbauen, selbst wenn diese aus Frankreich importiert wurden, noch können wir die fundamentalen Bereiche unserer Rechtsordnung auf die Zehn Gebote zurückführen, noch bei unserem Verständnis von Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Toleranz und Barmherzigkeit auf die berühmten Seligpreisungen Jesu hinweisen, auf die Gleichnisse und Beispiele, die Jesus den Menschen seiner Zeit als „Muster“ für ein gedeihliches (und gottgefälliges) Leben auf den Weg gab. Selbst wenn viele Menschen heute nicht mehr die Erlösungstat des „Kreuzes Jesu“ für sich in Anspruch nehmen, so hat doch die ethische Basis seiner Botschaft Bestand. Und sollte darum nicht auch das Kreuz, als Hinweis auf diese Basis in unserer Gesellschaft nach wie vor symbolischen Bestand haben? Glaubt denn wirklich irgendein Mitarbeiter im auswärtigen Amt, dieses kleine Kreuz könnte ernsthaft als „Mission an Andersgläubigen“ oder gar als Beleidigung der Gäste missbraucht und müsse darum entfernt werden?

Würde man etwa, um das Groteske dieses Vorgehens auf eine andere Schiene zu bringen, für die Dauer der Weltmeisterschaft in Katar alle Zeichen der moslemischen Mehrheitskultur und Staatsreligion von allen Moscheen entfernen, um die nichtmuslimischen Gäste dieses Mega-Ereignisses nicht zu beleidigen?

Natürlich hinkt dieser Vergleich. Aber er macht vielleicht deutlich, woran wir hier in Deutschland geradezu kranken:

Um Menschen eines anderen Kulturkreises, einer anderen religiösen Basis nicht in Verlegenheit zu bringen, verleugnen wir uns und unsere Kultur, unsere Religion, unsere Geschichte bis zum Gehtnichtmehr – auch der Hinweis auf Cancel Culture ist hier angebracht. (Wobei ich in diesem speziellen Fall des G7_Treffens ganz bewusst eine Einschränkung machen will: Nicht gläubige Christen verleugnen die Basis ihres Glaubens, es sind liberale und leider gar nicht so tolerante grüne Humanisten / Atheisten, die den Vorgang zu verantworten haben.)

Das aber hat nichts, aber auch gar nichts mit Toleranz oder Willkommenskultur zu tun.

Das ist die Verleugnung und damit die Abschaffung der eigenen Identität.

Man kann es auch so formulieren, wie TE Gerhard Ludwig Kardinal Müller zitiert:

„Um Nichtchristen beim Blick auf die bildliche Darstellung eines unschuldig zum Tode verurteilten Menschen vor einem eventuellen Unbehagen zu schützen, nimmt man die Beleidigung von Millionen Christen in Kauf, für die Jesus von Nazareth die Mitte ihrer Existenz ist.“ …“Es gibt keine religiös homogenen Staaten mehr. In aller Welt müssen darum Menschen verschiedener Religionen lernen, friedlich miteinander auszukommen.“… „Nur verbohrte Ideologien missbrauchen die Staatsgewalt, um den Raum der Öffentlichkeit mit ihrem Atheismus totalitär in Besitz zu nehmen.“

Tichy greift in seinem Beitrag einen weiteren Aspekt auf, den Kardinal Müller benennt und schreibt, bzw. zitiert:

„Der Vorgang ist aus Müllers Sicht daher mehrschichtig. „Europas Werte wurzeln im christlichen Bild vom Menschen als Person, der eben deshalb nicht ein willenloses Objekt der Staatswillkür ist. Jedem Verantwortlichen für das Wohl des deutschen Volkes sollte es zu denken geben, dass bisher nur die beiden atheistischen Diktaturen auf seinem Boden das Kreuz Christi aus öffentlichen Räumen aggressiv entfernt haben. Welche Botschaft vermittelt man an die Staaten, die das fundamentale Menschenrecht auf die Religionsfreiheit von Christen und Andersgläubigen verhöhnen, wenn man in Deutschland mit dem Kreuz eine antichristliche Symbolpolitik betreibt?“

Auch darum ist das Entfernen des Kreuzes aus dem historischen „Friedenssaal“ nicht nachvollziehbar. Aber es macht auf gewiss nicht beabsichtigte Weise deutlich, wes Geistes Kind die Verantwortlichen sind, in diesem Fall Mitarbeiter der Ministerin Annalena Baerbock. Sie wähnen sich im Besitz der absolut gültigen Ordnung und handeln entsprechend. Wir sollten ihnen das nicht durchgehen lassen.

Professoren für Gedöns… 29. Oktober, 2022

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Als der in Ungnade gefallene Altkanzler Gerhard Schröder noch einer der Meinungsführer in der Republik war, konnte man sich – ohne gescholten zu werden – über „die“ Professoren und ihre Spezialgebiete lustig machen, die heute den Diskurs bestimmen und sich dabei auf eine breite Unterstützung durch grün-gegenderte Politiker stützen. Heute gilt es als Qualitätsmerkmal für Politiker, wenn sie in irgendeiner Form zur machtvollen Minderheit derjenigen gehören, die nicht cis oder weiß oder hetero, wenigstens aber bunt und laut à la Claudia Roth sind. (Die ursprüngliche Bedeutung des Schröder’schen Gedöns ist längst von den „weichen Ministerämtern“ auf die ebenfalls weichen Fächer übergegangen.)

Mit „Gedöns“ sind solche Fächer gemeint, für die man weder eine mathematische, noch eine naturwissenschaftliche oder überhaupt eine Begabung brauchte (sage ich etwas despektierlich!), dafür aber so gut quatschen kann, dass man sein Gegenüber mit schier endlosen Diskussionsbeiträgen in den Wahnsinn treiben kann. Die Seminare der Fachleute für Gedöns waren damit den Grundsatzdebatten der Grünen nicht unähnlich.

Aus diesen Gedöns-Fächern kristallisierte sich in den letzten Jahren jedoch eine „wissenschaftliche Disziplin“ heraus, die man heute weder ignorieren noch kritisieren, noch überhaupt infrage stellen darf. „Gender“ mit all seinen /ihren / Facetten ist die neue Macht an den Universitäten, denen sich nahezu alle anderen Fachbereiche unterzuordnen haben, wenn schon nicht hinsichtlich ihrer eigentlichen wissenschaftlichen Profession, so doch zumindest in der sprachlichen Darstellung derselben.

Nachdem sehr viel Forschungseifer und vermutlich ebenso viel Forschungsgelder in die Erforschung und Begründung für Binnensterne, Unterstriche, Doppelpunkte bei der sprachlichen Darstellung von handelnden oder teilnehmenden oder anwesenden Personen investiert wurde, stellt sich nun ein neuer Forschungsschwerpunkt als unbedingt notwendig heraus:

Personalpronomen: Ansätze einer interdisziplinären Grammatik der Person.

Das jedenfalls ist das Thema einer Tagung, die an der Universität Bielefeld stattgefunden hat und sich mit den notwendigen Erweiterungen in der Fragestellung beschäftigte. „Da Personalpronomen „unterschiedliche Identitätskonzepte“ ausdrückten, lauteten die zentralen Fragen der Konferenz: Wie persönlich ist das Personalpronomen? Wie politisch ist die Grammatik?“ (Zitate und Thema entdeckte ich in dem Beitrag bei Achgut „Pronomensalat„)

Liebe Freunde der deutschen Sprache, gewöhnt euch daran, die Sprache ist nichts, mein Genus ist alles, lautet das neue Credo, wobei ich mir den einschränkenden Hinweis erlaube, dass „mein Genus“ vor allen Dingen bedeutet, nicht cis, nicht weiß, nicht binär, nicht hetero zu sein. Nur wer dieser Gruppe angehört, hat nämlich Verfügungsgewalt über die gewaltsame Veränderung der Sprache. Wir – also ich und alle, die gleich mir darauf pfeifen, ob das „Geschlecht der Sprache“ mit dem „Geschlecht des sprachlich Gemeinten“ (Lehrer, Bäcker, Minister, Lokomotivführer) übereinstimmt – haben keinerlei Rechte mehr an der Entwicklung unserer Muttersprache. Wir dürfen nur noch artig ausführen, was der oben genannte Personenkreis sich zur Wahrung der Geschlechtsidentität bei Substantiven und Pronomen ausgedacht hat.

Noch sind – ihrer grammatikalischen Konstruktion wegen – Verben vom Umbau ausgeschlossen, aber wenn erst mal ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie im Orkus der Sprachverhunzung gelandet sind, geht es auch den Verben an den Kragen. Jede Wette, wetten? Dann ist es vorbei mit dem malerischen Konjugieren – ich laufe, du läufst, er, sie, es läuft, wir laufen, ihr lauft, sie laufen… dann gibt es vermutlich nur noch eine Form für alle und alles. Und ich dachte immer, wir würden auf eine schöne, bunte und vielfältige Zukunft lossteuern. Geschenkt!

Aber wenn ich die letzten Absätze des oben zitierten Beitrags lese, schwant mir Übles:

Das Handelsblatt führt in diesem Kontext an, dass vor allem in den USA immer mehr junge Menschen explizit ihre Pronomen angäben, etwa in E-Mail-Signaturen oder Social-Media-Profilen. Viele sich als „nicht-binäre“ Personen definierende Menschen würden im Englischen auf die Pronomen „they/them“, also die eigentliche 3. Person Plural zurückgreifen.

Konferenz-Leiterin Körte ergänzt, dass sich im Deutschen einfach die Nennung des Namens durchsetze – wie oben zitierte Medien bereits unter Beweis stellten. Körte ist eine Anhängerin dieser Idee, „weil wir dann keine neuen Worte erfinden müssen“. Als Beispiel liefert sie folgenden Satz: „Steffi putzt sich die Zähne, bevor Steffi ins Bett geht.”

Dass dies eher an die Ausdrucksweise eines Vorschulkindes erinnert, stört die Literaturwissenschaftlerin nicht, ebenso wenig eine mögliche „Sprachverunstaltung“. Denn: „Wichtiger wäre, dass niemand diskriminiert wird.“ Es gehe neben der Repräsentation auch um „Verantwortung, die ich dafür habe, respektvoll und anerkennend meinem Gegenüber zu begegnen, für den respektvollen Umgang miteinander“. Die schnöden Gefilde der Literaturforschung scheint die Wissenschaftlerin hinter sich gelassen und die Klärung der Pronomen-Frage zu ihrem Hauptanliegen erhoben zu haben. Man kann nur hoffen, dass das Sprachgefühl der Allgemeinheit diesen Ideen einen Strich durch die Rechnung macht.“ (Hervorhebung von mir)

Meinen Respekt haben die Leute der Sprachdiktatur ausdrücklich nicht.

Ich halte es eher mit einer Vision, die meinem Verständnis von dem „Menschenbild Gottes“ entspricht:

So wenig wie wir Gott, den Schöpfer aller Menschen, definieren können, so sehr könnten wir uns jedoch in dem wiederfinden, was die Bibel sagt: Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Und mehr an Auskunft ist nicht zu bekommen. Das muss reichen. Gott ist unendlich, seine Menschen in all ihren Erscheinungs- und Daseinsformen sind es auch. DAS sollte mehr und mehr unser Bewusstsein bestimmen und nicht die Frage, wie wir diese wunderbare Tatsache sprachlich zum Ausdruck bringen können, wollen wir nicht einer immer weiter gehenden Differenzierung der Geschlechter in der einfältigen Zersetzung der Sprache Vorschub leisten.

GOTT allen Seins – und wir seine Geschöpfe – alle so, wie wir ganz besonders und individuell geschaffen sind.

Im Nachsinnen über das gerade Geschriebene denke ich, ob nicht der „Verlust des Glaubens“ an einen Schöpfergott die Menschen dazu zwingt, ihre Identität auf andere Weise zu suchen und in solch seltsamen Konstruktionen sichtbar zu machen? Je weniger wir uns unseres „göttlichen Ursprungs“ und eines göttlichen Vaters bewusst sind, umso dringender müssen wir uns unserer Identität versichern, uns sichtbar und erkennbar machen – und da wir nicht mehr „nackt wie im Garten Eden“ sind, muss die Sprache dazu herhalten, unser „Geschaffensein“ ohne Schöpfergott zu betonen.

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