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Fremde Feder: Ehe für alle – kein Thema 27. Juni, 2017

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, familie, familienpolitik, gesellschaft, Kinder - Famile, politik, presse.
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Das Thema „Ehe für alle“ wird gerade dazu missbraucht, einen Machtkampf zwischen den Parteien auszufechten. Volker Beck und die Grünen haben es als Erste  in die Öffentlichkeit getragen, inzwischen sind auch die Regierungsparteien in Landtagen und im Bundestag auf den Zug aufgesprungen, machen gar mögliche Koalitionsverhandlungen nach anstehenden Wahlen davon abhängig, ob der „politische Partner“ ja sagt zu Eheeinheitlichkeit oder nicht.

Ich finde diesen Machtkampf  weder dem Thema, noch den betroffenen Menschen angemessen. Die politischen Eliten des Landes führen ein ebenso absurdes wie würdeloses Theater auf, nur, wie mir scheint, sich in irgendeiner Form im schon beginnenden Bundestagswahlkampf in der öffentlichen Darstellung an vorderster Front zu positionieren. Wen, außer ausgewiesenen Experten  interessieren denn schon so dröge Themen wie „Griechenlandrettung“ oder „Eurorettungsschirm“?  Damit kann man schlecht Wahlkampf machen und noch schlechter Wahlen gewinnen, aber ein Thema, das ans Herz geht, das menschliche Gefühle und Bedürfnisse anspricht, so ein Thema ist doch bestens geeignet, um sich die Zustimmung der Leute zu sichern…

Denn,  ich sage es nur sehr ungern, wer, außer einigen erzkonservativen Christen würde es denn öffentlich wagen, sich aus dem Fenster zu hängen und mit Hinweis auf Kirche, Glaube, Bibel oder gar Gott höchstselbst gegen den Wunsch gleichgeschlechtlicher Paare nach dem gleichen Recht für alle zu sein? Und was, außer auf christlichen Moralvorstellungen beruhenden Vorurteilen spricht sonst gegen eine „Ehe für alle“?
„Nichts“, meint die Autorin Patrizia von Berlin, deren Beitrag ich hier reblogge…
Meine eigenen Anmerkungen dazu folgen später…. ich muss noch ein bisschen nachdenken darüber, wie ich meine Einstellung und Meinung argumentativ und sprachlich an den Mann, die Frau und die Binnensterne bringe …
(Binnensterne meine ich kein bisschen despektierlich den betroffenen Personen gegenüber… wohl aber mache ich mich lustig über  – und bin manchmal regelrecht sauer auf  – die Sprach- und Schriftverhuntzer, die für jedes „Tierchen ein Pläsierchen“ brauchen, will meinen, um niemanden zu übergehen für alle 100 000 Möglichkeiten eine sprachliche Relevanz fordern! ) Und das deckt sich auch ein bisschen mit dem Ehe-Thema… brauchen wir wirklich einerseits für alles und jeden  die differenzierende Beschreibung und vermischen andererseits alles unterschiedslos zu Einheitsbrei? Können wir nicht bei den bestehenden Regelungen bleiben – sowohl sprachlich, als auch vor dem Gesetz – in dem Bewusstsein unserer Unterschiede und der gleichzeitigen Würde, die unantastbar ist ?

philosophia perennis

Ein Gastbeitrag von Patrizia von Berlin

Ich selbst bin von dem Thema in keinster Weise betroffen. Früher hatte ich ohne jedes Verständnis auf die Forderung der Ehe-Öffnung geblickt und aus diesem Grund habe ich heute noch viel Empathie für die ablehnende Seite. Als ich dann gleichgeschlechtliche Paare kennen lernte, die sich nicht so sehr von klassischen, miteinander älter gewordenen Ehepaaren unterschieden, brach meine recht oberflächliche Weltsicht in dieser Frage sehr schnell zusammen. Alljährliche Tagesschauschnipsel mit nackten Tatsachenberichten der diversen CSDs hatten, so merkte ich, doch ein recht simples Bild entstehen lassen.

Heute befürworte ich die Eheöffnung. Vielleicht gelingt es mir ja bei beiden Seiten ein wenig Verständnis für die andere Seite zu wecken und vielleicht ist meine Entscheidung hilfreich für Andere, die sich eine Meinung bilden wollen.

Die Bundeskanzlerin macht Schlagzeilen

Der Wahlkampf tobt und die Kanzlerin hat nicht nur die, achtlos weggeworfene, Deutschlandfahne wieder hervorgeholt, sondern eine weitere Erleuchtung…

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Damit er mir nicht verlustig geht…. der Text der Käßmann’schen Bibelarbeit nämlich 30. Mai, 2017

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Eine Bibelarbeit der ehemaligen Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann hat Irritationen und heftige Kritik auf diversen Seiten ausgelöst.

Ich war in Berlin nicht dabei, kann also keinen Ohrenbericht liefern.

Aber in Zeiten in denen Kirchentage in der veröffentlichten „Mitteilung“ eher Parteitagen der Grünen gleichen, als einem von Gottes Geist bewegten Christentreffen, macht es für mich schon Sinn, genau hinzuhören und hinzusehen was wer gesagt hat, zumal, wenn „wer“ ein so prominenter Mensch ist wie Frau Käßmann.  (Vermutlich gab es unendlich viele spirituelle Angebote von Bibelarbeiten und Gebetstreffen, nur finden und fanden die leider gar keinen Weg in die Veröffentlichung, so dass  bei einem Nicht-Teilnehmer, der nur auf die Berichte in den Medien angewiesen ist, leicht das „Parteitagsfeeling“ entstehen kann.)

Ich hatte Schwierigkeiten eine irgendwie autorisierte Fassung dessen, was Frau Käßmann gesagt haben sollte, zu bekommen. Im Netz kursierten vielerlei Mutmaßungen. Aber zum Glück hat die Landeskirche Hannover nicht nur das Redemanuskript der vorgesehenen  Bibelarbeit eingestellt – denn das war es, was Frau Käßmann eigentlich „machte“, sie hielt eine Bibelarbeit zu einem sehr bekannten Text aus dem Lukasevangelium (Kapitel 1, 39 – 56,  Maria und Elisabeth begegnen sich, zwei Frauen, die sich jeweils mit einer nicht für möglich gehaltenen Schwangerschaft konfrontiert sehen)  -, sondern hat darüber hinaus auch die im ursprünglichen Text nicht vorhandene und wohl auch nicht vorgesehene  Passage in Käßmanns Bibelarbeit über  einen Auszug aus dem vermeintlichen Wahlprogramm der AfD protokolliert und veröffentlicht. Frau Käßmann ist ja für ihre Spontaneität bekannt und dafür, dass sie durchaus sehr deutliche Worte findet – man erinnere sich nur an ihr „Nichts ist gut in Afghanistan“, oder ihren Vorschlag, waffenlos mit Taliban und Terroristen zu verhandeln....  So wird sie wohl einer blitzartigen Eingebung folgend den Bezug zu AfD und „braunem Wind“ im Zusammenhang mit der Auslegung des Lukastextes hergestellt haben.

Warum sie nun aber so heftig darauf insistiert, „falsch“ zitiert und wieder gegeben worden zu sein,  entzieht sich meiner Kenntnis und ich habe wenig Lust, mich an weiteren Spekulationen zur Käßmann’schen Rhetorik zu beteiligen und will hier auch nicht weiter dazu Stellung nehmen mit Ausnahme der von mir bei Facebook getroffenen Aussage, dass eine Bibelarbeit eine Bibelarbeit sein sollte und kein politisches Manifest, und dass ich mir erlaube, meine eigenen Schlüsse aus einem Text zu ziehen und ich es mir verbitte, von vornherein auf eine einzige Interpretation oder Auslegung festgenagelt zu werden. Ich kann und will selber darüber nachdenken und entscheiden, welche Relevanz ein biblischer Text für mein Leben hat. Dazu bedarf es nicht der politischen Belehrungen durch eine ehemalige Bischöfin, die eine „Bibelarbeit“ hält….

Damit er mir aber nicht verlustig geht, hier nun der komplette Text, wie ihn die Landeskirche Hannover eingestellt hat.

(Aus der Erfahrung heraus, dass manche Links im Laufe der Zeit gelöscht werden und Texte dann nicht mehr auffindbar sind, auf die ich mich bezogen habe, die Komplettversion und nicht nur der Link zum Text. 😉  )

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/nachrichten/2017/05/2017_05_26_2

Der Text  Landeskirche Hannover (es fällt auf, dass der folgende  Satz nicht in allen Veröffentlichungen vorkommt.  „Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“       Mir ist allerdings nicht bekannt, warum das so ist.  (Die Hervorhebung des Satzes im nachfolgenden Text ist von mir.)

Berlin. Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat in einer Bibelarbeit auf dem Kirchentag in Berlin die AfD angegriffen. Die Forderung der rechtspopulistischen Partei nach einer höheren Geburtenrate der „einheimischen“ Bevölkerung entspreche dem „kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten: Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht„, kritisierte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter tosendem Beifall.

Käßmann verwies darauf, dass selbst sie als mehrfache Großmutter bereits türkischstämmige Mitschüler gehabt habe. Diese seien mittlerweile deutsche Eltern von deutschen Kindern.

Die evangelische Theologin nahm den Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium über den Besuch der mit Jesus schwangeren Maria bei der mit Johannes dem Täufer schwangeren Elisabeth auch als Beleg für den Wandel der Rolle der Frau. „In nur einem einzigen biblischen Kapitel gibt es hier zwei Reden von Frauen! Das ist mehr, als mancher Theologenkongress heute zu bieten hat“, rief Käßmann aus. Marias Rede über den Sturz der Mächtigen und die Erhöhung der Niedrigen sei geradezu ein „Revolutionslied“.

Sie halte Frauen allerdings nicht für die besseren Menschen, sagte Käßmann. Das machten die „Hetztiraden von Alice Weidel oder Marine le Pen“ deutlich. Sie rief Männer und Frauen gleichermaßen auf, „widerständig zu sein gegen Rassismus, Sexismus, Hetze gegenüber den Schwachen“.

Den christlichen Glauben nannte die einstige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine „Ermutigung zum Handeln in der Welt“. Wer danach lebe, könne sich „nicht hineinschläfern lassen in die Verantwortungslosigkeit“, äußerte sich Käßmann überzeugt.

Wegen des großen Publikumsandrangs war Käßmanns Bibelarbeit kurzfristig in eine größere Messehalle verlegt worden. Der 5.000 Menschen fassende „CityCube“ war bis auf den letzten Platz besetzt.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

 
 
 

AUSZUG AUS DER BIBELARBEIT VON DR. KÄSSMANN IM WORTLAUT

[…] „Bei uns gibt es diese ständige Beurteilung: Wann ist der richtige Zeitpunkt, was ist die richtige Familienkonstellation?

Im Wahlprogramm der AfD für dieses Jahr ist das sehr klar. Da heißt es: „Die Wertschätzung für die traditionelle Familie geht in Deutschland zunehmend verloren.“1 Erste Frage: Stimmt das?

Weiter: „Die zunehmende Übernahme der Erziehungsaufgabe durch staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen, die Umsetzung des ‚Gender-Mainstreaming‘-Projekts und die generelle Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertgebende gesellschaftliche Grundeinheit.“2 Zweite Frage: Was ist denn das für ein Vorwurf, wen soll der treffen?

Und weiter: „Den demografischen Fehlentwicklungen in Deutschland muss entgegengewirkt werden. Die volkswirtschaftlich nicht tragfähige und konfliktträchtige Masseneinwanderung ist dafür kein geeignetes Mittel. Vielmehr muss mittels einer aktivierenden Familienpolitik eine höhere Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung als mittel- und langfristig einzig tragfähige Lösung erreicht werden.“3 Keine Frage mehr, jetzt ist es klar. Frauen sollen Kinder bekommen, wenn sie „biodeutsch“ sind. Das ist eine neue rechte Definition von einheimisch gemäß dem so genannten kleinen Arierparagraphen der Nationalsozialisten: zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht. So einfach klein und eng können selbst die Neonazis sich die Welt im Jahr 2017 nicht malen.

Ich bin mehrfache Großmutter, aber schon ich bin mit Kindern von Einwanderern aus Anatolien in die Schule gegangen, die einen deutschen Pass haben. Ich denke an Fehim, der hat Abitur gemacht, er und seine Frau Ayse sind Deutsche, haben drei Kinder, die studiert haben und sind Großeltern demnach biodeutscher Kinder. […]“

1 Wahlprogramm der AfD 2017, Langfassung S.41
2 Ebd.
3 Ebd.

epd/ekd.de

Zum Text der Bibelarbeit von Margot Käßmann

 
 

Vermutlich bin ich ein Nazi… 23. Oktober, 2015

Posted by Rika in einwanderung, flüchtlinge, integration, islam, meine persönliche presseschau, politik.
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… dabei bin ich seit 35 Jahren SPD-Mitglied und auch meinem Selbstverständnis nach sozial und demokratisch.

Christin bin ich auch.

In manchen Situationen hat das für Irritationen gesorgt. In meinem Ortsverein wurde immer heftig gegen Christen gestänkert, auch in meiner Gegenwart, bis es mir eines Tages zu viel wurde und ich mir das  verbat  –  mit dem Hinweis darauf, gläubige Christin zu sein. Da schluckten die Genossen.  Bei mancher schönen Freizeit mit vielen netten Frommen kam auch das Gespräch auf Politik und die Sozis – auch fromme Christen können stänkern, bis ich die Katze aus dem Sack ließ und mich als „Soze“ zu erkennen gab. Da schluckten die Frommen.

Freikirchlich bin ich auch. Als junges Mädchen machte ich die Erfahrung, dass ich von meinem Religionslehrer als (noch nicht) Getaufte vor der versammelten Klasse als „Heidin“ bezeichnet wurde. Ich setzte mich mutig zu Wehr. Vielleicht schluckte auch der Lehrer, das habe ich damals nicht so genau wahrnehmen können, es war mir auch völlig schnuppe.

Solchermaßen sozialisiert und erfahren glaubte ich mich auf der sicheren Seite was  Nazis und Rassismus angeht. Ich könnte jetzt noch weitere Pluspunkte ins Spiel bringen, die ganz sicher stellen würden,  dass ich bestimmt kein Nazi bin, ja, gar keiner sein kann. Aber alle diese „Beweise“ könnten vermutlich mit der ganzen verbalen Macht derjenigen, die ganz bestimmt keine Nazis sind, aber ca 30% oder mehr der deutschen Bevölkerun dafür halten, mühelos in ihr Gegenteil verkehrt werden. Deshalb lass ich die mal außen vor.

Nein, was mich in diesen Tagen befürchten lässt, doch ein Nazi zu sein, ist die einfache Tatsache, dass ich die Flüchtlingskrise mit Sorge betrachte. Ich gehöre nicht zu denjenigen die meinen, wir müssten oder sollten die halbe Welt retten – ob wir das können und schaffen oder nicht. Ich bin auch nicht der Meinung, dass alle verabredeten Übereinkünfte der EU-Staaten wegen der anhaltenden Bestrebungen vieler Menschen (in zugegebenermaßen schwierigsten Bedingungen) nach Deutschland zu kommen  außer Kraft gesetzt werden müssten oder dürften. Noch leben wir in einem Rechtsstaat und ich hoffe doch sehr, dass das so bleibt. Auch finde ich nicht, dass Deutschland farblos oder gar einfarbig ist und darum unbedingt und um den Preis des friedlichen Miteinanders „bunter“ werden muss. Selbst bei mir auf dem Land am Rand der großen Stadt finde ich es jetzt schon schön bunt. Von mir aus kann das so bleiben. Ich stimme auch nicht mit vielen Kirchenoberen überein, die meinen Imame könnten getrost in Kirchen Allah anrufen und sowieso sei es völlig gleichgültig an wen wir glauben und zu wem wir beten. An der Stelle bin ich ziemlich eindeutig, wie man an vielen meiner Blogbeiträge zum Thema Islam unschwer erkennen kann. Und wenn es spießig ist, Deutschland als meine Heimat zu betrachten, mein Land schön zu finden und es zu lieben, dann bin ich bestimmt ein Spießer, wobei ich schon Wert darauf legen, dass zu meinem Inventar der Spießigkeit keine Gartenzwerge gehören, wohl aber ein gepflegtes Gärtchen und dass ich ein winziges Deutschlandfähnchen habe (seit dem Sommermärchen), das ich zu fussballerischen Weltereignissen sogar aus dem Kellerverlies hervorhole und es dezent im heimischen Garten zur Schau stelle.

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Dass ich immer wieder mal aus gegebenem Anlaß mit einem Israelfähnchen spazieren gehe, fällt wohl eher nicht auf patriotisches Spießertum, oder?

Alle diese von mir genannten Merkmale treffen aber auf Menschen zu, die nach Meinung eines Kommentators im Deutschlandfunk ganz eindeutig als „Nazis“ anzusehen sind. Jedenfalls traf mich heute beinahe der Schlag, als ich das hörte und mir eingestehen musste:

Mensch, Rika, du bist ein Nazi.

Wer hätte das gedacht. Man lernt doch immer noch was dazu über sich und die Welt. Und an Leuten wie mir, so sagte der Mann im Radio, liegt es, dass Flüchtlingswohnheime brennen und Fremdenhass zunimmt. Das hätte ich ja nun erst recht nicht vermutet. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen ein Flüchtlingswohnheim anzuzünden oder gegen Ausländer zu hetzen.  Ausländerhetze wird einem allerdings schon dann attestiert, wenn man kritisch dem Islam gegenüber steht.  Eine kritische Haltung zum Christentum, zu Bischöfen und Päpsten wird zum Glück aber weiterhin als notwendig und legitim angesehen, es gilt der  kirchlichen Obrigkeit und dem missionierenden Kolonialismus entschieden entgegen zu treten und den christlichen Glauben zu brandmarken als ein Hindernis für Fortschritt und Wissenschaft.  Bei Islam ist das jedoch ganz anders. Da ist man mit einer kritischen Einstellung  bereits ein Rassist, wie ich unlängst hörte. Wobei mir allerdings noch nicht bekannt war, dass „Islam“ eine Rasse ist. Da habe ich wohl in der Schule nicht aufgepasst. Früher dachte ich, Islam sei eine Religion, in letzter Zeit denke ich eher, dass es sich  bei „Islam“ um eine religiöse Ideologie mit faschistischen Anklängen handelt –  Hamed Abdel Samad hat ein Buch darüber geschrieben, ich habe es gelesen.

Wie dem auch sei, der Mann im Radio macht Leute wie mich für schreckliche Sachen verantwortlich.

Dabei will ich nur in Ruhe und Frieden in diesem Land leben, tue niemandem etwas zu leide und rufe weder zu Anschlägen gegen Flüchtlinge noch zum Sturz der Regierung auf.

Ich gehe noch nicht einmal abends in meinem Dorf spazieren, geschweige denn in Dresden.