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Teurer Beistand…. 29. Juli, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Dass es teuer wird, hören wir ja immer deutlicher. Solidarität ist eben nicht nur eine freundliche Haltung, sie ist auch ein teures Gut, sowohl ideell wie finanziell.

Ideell werden wir alle eingeschworen auf den Kampf Gut gegen Böse, und es ist völlig klar, wer gut und wer böse ist. Das will ich hier nicht debattieren, denn es wäre vermutlich auch böse, allzu genau nachzufragen, wie gut und böse definiert wird und wer darüber entscheidet. Gestern lieferte Monitor dazu einen „sehr guten“ Beitrag. Böse ist zum Beispiel nach Meinung der Monitor-Redaktion, wer sich gegen Abtreibung ausspricht, evangelikalen Kreisen angehört, sich auf der Seite der orthodoxen Christen wohler fühlt, als bei den bekennenden Atheisten, in Weltanschauungsfragen eine andere Meinung hat als Georg Restle und nicht nur Putin für gefährlich hält, sondern auch anderen Kriegsbefürwortern nicht über den Weg traut. Als besonders gefährliches Beispiel wurde die Regensburgerin Gloria von Turn und Taxis vorgeführt, die alle diese negativen Haltungen von A wie Abtreibung bis Z wie Zelenskyj in ihrer Person vereinigt. In einem Land, das sich bisher so viel auf die herrschende Meinungsfreiheit einbildete, ist es schon ziemlich gefährlich, sich öffentlich so zu positionieren, wie es die einst so schillernde Fürstin wortgewandt und gar nicht furchtsam tut. Auch wenn ich ihr nicht in allen Positionen zustimme, bewundernswert finde ich es schon, dass sie so unumwunden ihre Meinung kundtut, auch wenn sie dafür gescholten wird.

Mehr Mut zu eigenem Denken und Reden wäre uns allen zu wünschen… meine und denke ich. 😉

Die finanzielle Seite unserer uneingeschränkten Solidarität mit der Ukraine ist bereits jetzt spürbar durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Sie wird für viele Familien aber im Herbst zu dramatischen Situationen führen, wenn nämlich die beschlossene „Gasumlage“ zur Rettung der Gasversorger in ganzer Härte auch bei den Endverbrauchern eintrifft.

In einem Paar-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh liegen die zusätzlichen Kosten durch die Umlage laut Check24 zwischen 214 und 714 Euro. Für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 kWh Gas pro Jahr sind Mehrkosten zwischen 89 Euro und 298 Euro zu erwarten. Auch das Verbrauchsportal Verivox hat Modellrechnungen erstellt und kommt zu denselben Zahlen wie Check24.

Das ist für Leute mit einem hohen und vor allem sicheren Einkommen vermutlich zu verkraften, aber für Familien oder einzelne Personen, die ohnehin nicht auf Rosen gebettet sind, wird jeder Euro weniger im geplanten Etat ganz bitter zu Buche schlagen.

Wirtschaftsminister Habeck betonte, dass es Entlastungen für jene Bürger geben werde, die wegen der Umlage an die Armutsgrenze rutschten: „Das ist kein guter Schritt, aber ein notwendiger Schritt.“ Tragbar werde er durch soziale Ausgleichsmaßnahmen.“

Aber auch diese Ausgleichsmaßnahmen bringt ja nicht der Nikolaus oder der Weihnachtsmann. Ich bin immer erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit bei diesen Berechnungen unterschlagen wird, dass das dafür notwendige Geld ja zunächst erwirtschaftet werden und dann in Form von Steuern dem Staat zur Verfügung gestellt werden muss. Geld, das zudem an anderen Stellen nicht mehr ausgegeben werden kann, weil auch der Wirtschaftsminister wie die schwäbische Hausfrau jeden Euro nur einmal einsetzen kann, um damit Notwendiges zu bezahlen.

Die geplante Umlage für alle Gaskunden soll voraussichtlich ab dem 1. Oktober gelten. Die genaue Höhe der Umlage solle bis Mitte oder Ende August im Internet veröffentlicht werden, hieß es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Sie hänge davon ab, welche Ausgleichsansprüche die Gasimporteure geltend machten.

Betroffen von der Gasumlage sind Millionen Deutsche. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt. Über die Umlage sollen Versorger die stark gestiegenen Einkaufspreise wegen der zuletzt immer stärker gedrosselten russischen Lieferungen an alle Gasverbraucher weitergeben können. Geplant ist, dass Importeure 90 Prozent der höheren Beschaffungskosten über die Umlage weiterreichen können. Bis Ende September müssen die Importeure ihre Kosten noch selbst tragen.

Ich verkneife mir an dieser Stelle die Frage, wie hoch die Profite der Importeure in den vergangenen Jahren waren und wo sie möglicherweise sicher gebunkert sind…

Der Stadtwerke-Verband fordert von der Politik schnelle Klarheit, um Kundinnen und Kunden rechtssicher über die Höhe der Gasumlage informieren zu können. „Andernfalls müssen Stadtwerke vorübergehend für ihre Kunden die Umlage bezahlen, was die wenigsten auch nur kurze Zeit durchhalten können“, sagte eine Sprecherin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Verband forderte eine Vorbereitungszeit von acht bis zehn Wochen.

Verbraucherschützer pochen indes darauf, dass zusätzliche Entlastungen für Haushalte mit niedrigen Einkommen jetzt schnell kommen. „Wenn die Umlage zum 1. Oktober kommt, muss das Hilfspaket der Bundesregierung für die Verbraucherinnen und Verbraucher stehen“, sagte Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.“

Spätestens im Herbst stehen uns heiße Debatten und kalte Tage bevor.

Heute las ich in der Zeitung, dass die Stadt Hannover überlegt, die Temperatur in den Klassenräumen der Schulen zu drosseln.

Mit den Kindern kann man es ja machen…

Nach zwei Jahren mit schlecht organisierten Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen ist nun Frieren für den Krieg in der Ukraine angesagt….

Der Bumerang, in Form der Sanktionen gegen Russland, ist inzwischen mit aller Wucht bei uns angekommen.

Ich vergaß mitzuteilen, aus welcher Quelle die Zitate stammen. Sie finden sich hier.

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Geteiltes Leid ist halbes Leid… 25. Juli, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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An diesen uralten Spruch mag sich vielleicht Frau von der Leyen erinnert haben und fordert nun alle Länder der EU auf, sich massiv beim Gasverbrauch einzuschränken.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/notfallplaene-gas-101.html

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dringt darauf, dass sich auch Länder mit geringer Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen an Einsparanstrengungen beteiligen. „Auch Mitgliedstaaten, die kaum russisches Gas beziehen, können sich den Folgen eines möglichen Lieferstopps in unserem Binnenmarkt nicht entziehen“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.“

Ganz ehrlich?

Ich finde das ziemlich anmaßend den Ländern gegenüber, die, anders als Deutschland, keine florierende Wirtschaft haben und nur ein deutlich weniger großes Bruttosozialprodukt aufweisen können.

Das hat mit Solidarität gar nichts zu tun, aber sehr viel mit Eigennutz der großen Industrienationen, die doch sehr viel stärker als überwiegend agrarwirtschaftlich ausgerichtete Volkswirtschaften von dem zuverlässigen und bisher relativ preiswerten Stoff abhängen, der das industriell-wirtschaftliche Fortkommen so wunderbar ermöglichte und sicherte.

Warum sollen die armen Länder der EU ihren Sparbeitrag liefern, wenn sie doch zuvor gar nicht an dem erwirtschafteten Reichtum der Großen in ausreichend hohem Maß teilhaben konnten?

Mir leuchtet diese Logik nicht ein.

Frau v.d.Leyen argumentiert aber gänzlich im Sinne der Großen, wenn sie anmerkt:

Die Volkswirtschaften in der EU seien eng miteinander verwoben, der EU-Binnenmarkt sei das „Herz unserer Wirtschaft“. „Deshalb ist es wichtig, dass alle Mitgliedstaaten die Nachfrage drosseln, dass alle mehr speichern und mit denjenigen Mitgliedern teilen, die stärker betroffen sind“, ergänzte von der Leyen. Energiesolidarität sei ein „Grundprinzip der europäischen Verträge„.

Wer ist denn am stärksten „betroffen“? Doch die Mitglieder, die bisher auch am stärksten von dem so gepriesenen Binnenmarkt profitierten. Haben sie ihren Profit ebenso solidarisch und großzügig „geteilt“? Ich wage das sehr entschieden zu bezweifeln, auch wenn Deutschland zu den größten Beitragszahlern der EU gehört und mit diesen Zahlungen die schwächeren Länder stützt, so ist doch der Gewinn unserer Volkswirtschaft in diesem System des Binnenmarktes im Vergleich immer noch viel größer als unser „Solidaritätsbeitrag“ an andere EU-Mitgliedsländer.

Ich halte darum die Forderung nach solidarischer Einschränkung des (vermutlich ohnehin geringen) Gasverbrauchs für unmoralisch. Aber Moral hat ja in der Politik ohnehin nur dann einen hohen Aufmerksamkeitswert, wenn Wahlen anstehen und die Parteien und Politiker mit moralischen Argumenten zu punkten versuchen.

Dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängte und immer weiter verschärft, auch uns in unterschiedlicher Weise treffen wird, konnte und musste doch allen klar sein, die sich so vehement für alle nur denkbaren Maßnahmen für die Ukraine stark machten. Nun den schwächsten Mitgliedern der EU, die meiner Wahrnehmung nach ohnehin nur zögerlich in die Sanktionspolitik eingestiegen sind, auch noch einen weiteren Verzicht zugunsten des Weiterlaufens unserer Wirtschaft aufzubürden (denn nichts anderes ist der eigentliche Grund für die Forderung), ist in meinen Augen der falsche Weg, dem Problem zu begegnen.

Ob Frau v.d.Leyen eigentlich denkt, bevor sie solche Sätze wie diesen von sich gibt?

Inzwischen liefert Russland in zwölf Mitgliedstaaten nur noch teilweise oder gar nicht mehr Gas“, sagte von der Leyen der dpa. Der Kreml sei kein verlässlicher Partner für die Energieversorgung Europas. „Deswegen muss Europa für den schlimmsten Fall vorbereitet sein: einen vollständigen Stopp der Gaslieferungen, früher oder später.“ Je schneller man handele, desto mehr spare man – und desto sicherer sei man.“

WIR haben auf den Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine mit einem enormen „Wirtschaftskrieg gegen Russland“ geantwortet und erwarten nun allen Ernstes, dass „der Kreml“ das mit dem größten Gleichmut hinnimmt und unverdrossen seine Gaslieferungen an uns fortsetzt?

Wir, der Westen, wollten Russlands Finanzkraft (die „unserer Einschätzung“ nach für den Krieg gegen die Ukraine nicht unerheblich ist) entscheidend schwächen und Russland so in die Knie zwingen. Nun zeigt sich aber, dass die Sanktionen uns nicht minder in die Knie zwingen. Hätte man das nicht von Anfang an wissen MÜSSEN, zumindest aber bedenken sollen? „Was darf es uns denn kosten?“ habe ich schon zu Beginn der Krise gefragt. Offenbar haben die Strategen, die die Sanktionen ausgeheckt haben, sich gar keine Gedanken darüber gemacht, was passieren werde, wenn die Energielieferungen aus Russland teilweise oder gar komplett ausbleiben.

Wie kurzsichtig war und ist diese Strategie und wie kann man oder könnte man heute einen Strategiewechsel vornehmen?

Ich halte nach wie vor daran fest, dass es andere Lösungen geben muss, als den Konflikt mit Waffen bis zum bitteren Ende auszufechten.

Die Erklärung Russlands, der kürzlich erfolgte Beschuss Odessas habe den amerikanischen Waffen gegolten, spricht doch eine mehr als deutliche Sprache, wohin die Reise gehen wird, wenn wir weiterhin auf Waffen, statt auf Verhandlungen setzen!

Kein Ölhafen im Binnenland… 31. Mai, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Oder auch, wie kann man Öl in die Pampa bringen, wenn weit und breit kein Seehafen zur Verfügung steht, der Ölpipeline, die bisher zuverlässig russisches Öl lieferte, aber aus Gründen der Solidarität mit der Ukraine der alles verschließende Riegel vorgeschoben werden soll?

Aber wozu brauchen die Leute denn Öl? Kann man nicht total darauf verzichten? Ich meine, wir wollen / sollen / müssen doch ohnehin aus der Versorgung mit fossilen Brennstoffen aussteigen, da kommt es doch auf drei Monate früher oder später auch nicht mehr an und Putin würde man das schöne Kriegsgeschäft vermiesen.

Blöd ist nur, dass es ja noch gar keine Alternativen zu Erdöl gibt, jedenfalls nicht sofort und auch nicht für alle die Produkte, für die Erdöl unverzichtbar ist. Schließlich landen ja nicht alle Öllieferungen in den Tanks der Autos oder werden zum Beheizen von Wohnungen, Schulen, Kitas, Büros, Altersheimen oder Krankenhäusern genutzt.

Gut, im Sommer muss man alle diese Räumlichkeiten nicht heizen, Kinder, Alte und Kranke können ruhig ein bisschen frieren und in den Büros macht zu viel Wärme sowieso eher schläfrig und fördert nicht unbedingt den Arbeitseifer.

Was stellen sich diese Ungarn wieder an und quer. Haben nicht für fünf Pfennig Mitgefühl mit den Ukrainern, sonst würden sie doch mit Freuden auf die Druschba-Leitung und das russische Öl verzichten. Dieser Orban macht die ganze schöne Einheitsfront kaputt. Und weil der Orban nicht auf sein Öl aus der Leitung verzichten will, meutert der niederländische Ministerpräsident auch. Er will nicht auf die schönen Geschäfte verzichten, die der Ölhafen in Rotterdam mit dem Zeug macht, das von Schiffen aus Russland transportiert wird – und so schnell, das hat sich nun langsam als Erkenntnis durchgesetzt, ist das Öl aus anderen Quellen nicht zu haben, schon gar nicht zu einem günstigen Preis.

Aber Schuld an der bröckelnden Solidaritätsfront sind natürlich die Ungarn.

Welches Land ist eigentlich mit den armen Binnenländern solidarisch, die gar keinen Ölhafen haben, weil sie weit, weit weg von jeder Küste liegen, ob Mittelmeer, Schwarzes Meer, Ost- oder Nordsee?

Ist, was Solidarität angeht, nur die Ukraine das Maß aller Dinge?

Müssen die reichen Industrieländer im Westen der EU nicht auch so ein klitzekleines Bisschen an die „armen Schlucker“ denken, die weiter im Osten der EU ihr ohnehin dürftiges Dasein fristen?

Ich verstehe ja, dass man Putin nicht eine müde Mark, nicht einen einzigen Penny zukommen lassen will zur Finanzierung seines unverantwortlichen Krieges gegen die Ukraine. Aber wie will man denn die Einheit der EU bewahren, wenn man sehenden Auges die östlichen (ehedem zum Warschauer Pakt gehörenden) Ländern in noch größere wirtschaftliche Not treibt, indem man sie zwingt, auf russisches Öl zu verzichten, zu dem es gegenwärtig gar keine Alternative gibt?

WIR verzichten doch auch nicht auf das Gas aus den Weiten Russlands. Weil auch wir dazu noch gar keine Alternative haben.

Manchmal denke ich, die vielen klugen Leute, die alle so hervorragende Vorschläge für noch strengere Sanktionen machen, sitzen in warmen Häusern, gut versorgt mit allen Dingen, die das Leben angenehm machen und stellen Forderung um Forderung, WEIL SIE SELBER DAVON (dem Himmel sei Dank) NICHT BETROFFEN SIND!

Dazu fallen mir die uralten Ratschläge ein, die man als Kind oft zu hören kriegte: An die eigene Nase fassen …. Vor der eigenen Haustür kehren …. wie du mir, so ich dir = in diesem Fall andersherum: wie ich dir, so du mir… was ich mir nicht zumuten will, mute ich auch keinem anderen zu…

Und dann gibt es ja noch die vielen Menschen, die selbst beim besten Willen nicht noch weiter Verzicht üben können, ganz egal, was Putin mit der Ukraine anstellt, weil sie jetzt schon darben.

Vor Wochen, als der Krieg noch jung war, stellte ich schon einmal die Frage:

Was wollen wir uns denn die verbal so großzügig angebotene Solidarität kosten lassen? Entspricht unsere Leistung der kleinen Spende aus einem übervollen Geldbeutel, oder doch eher dem Scherflein der armen Witwe, wie es in einem Gleichnis Jesu so plastisch benannt wird.

Ich denke, solange wir aus vollem Säckel schöpfen und dabei nicht in der Grundversorgung unseres Landes zu kurz kommen, haben wir gar kein Recht, mit den Fingern auf die Länder zu zeigen, die bisher nicht auf der Sonnenseite standen und denen jede weitere Einschränkung empfindlich weh tun würde.

Eine Freundin machte neulich auf die Aber- und Abermilliarden Dollar oder Euro aufmerksam, die in Form von Waffen in die Welt geschleudert werden und weitere Milliarden an Werten zerstören. Niemand auf Gottes schöner Erde müsste mehr Hunger oder Not leiden, würde man das Geld zur Bekämpfung des Hungers einsetzen oder in Bildungsangebote für alle Kinder dieser Welt.

Recht hat sie.

Wie verhältnismäßig ist also die Forderung nach noch mehr Waffen und noch mehr Sanktionen, Putin hin oder her?

Und was ist mit den hungernden Kindern im Jemen?

Was mit den Frauen und Mädchen in Afghanistan, die wir so schmählich im Stich gelassen haben.

Denkt irgendein Mensch auch nur noch darüber nach? Reicht es mit dem guten Gefühl, gegen Putin und für die Ukraine zu sein?

Ich werde die Frage von Zeit zu Zeit immer wieder stellen.

UAwg.

Hier in diesem wunderbaren Land… 23. März, 2020

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, medien, politik.
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Eigentlich – ja,  jetzt folgt sofort die Einschränkung – eigentlich schätze ich „Achgut“ und teile meistens die Ein- und Ansichten der Autoren zu den Plagen und Problemen der Zeit.

Natürlich gilt das auch für diesen Artikel und seinen Autor und die Veröffentlichung von Meinung und Bedenken. Das ist gar keine Frage.

Aber in der gegenwärtigen Lage möchte ich doch lieber das Heft des Handels den Medizinern überlassen, statt den Bedenkenträgern zu folgen, die unsere Freiheitsrechte in Gefahr sehen; ich bin nämlich davon überzeugt, dass eine Ausnahmesituation auch Ausnahmemaßnahmen erfordert und dass wir mit dem Ende des Ausnahmefalles auch wieder zur demokratischen Normalität zurückfinden werden.

Aber vorerst unterstütze ich alle dringend erforderlichen Maßnahmen, die allerdings meiner unmaßgeblichen Meinung nach ohnehin zu spät kommen:

Hier, in diesem wunderbaren Land, geht es angesichts der Krise durch Corona nämlich höchst sonderbar zu.

Hier, in diesem schönen Land, können immer noch Menschen aus aller Herren Länder einreisen, ohne in den Flughäfen befragt und möglicherweise getestet zu werden – aus sicherer Quelle weiß ich, das  sogar in Addis Abeba ein Fragebogen ausgefüllt werden muss und auf Fieber getestet wird… (Einige werden jetzt sagen, das sei nur für die Galerie.)

Hier, in diesem Land mit den angeblich höchsten Standards im Gesundheitssystem, gibt es gar nicht ausreichend genug Tests, um jeden möglichen Verdachtsfall zu überprüfen. (Und vermutlich gibt es auch gar nicht genug medizinisch geschultes Personal, das die Tests durchführen könnte.

Hier, in diesem wunderbaren Land, gibt es für das medizinische und sonstige Personal in Krankenhäusern und Praxen weder genug Schutzanzüge noch ausreichende Mengen an Atemmasken, weshalb in einigen abgelegenen Orten die Ärzte schon zu Maleranzügen greifen, um halbwegs sicher zu sein…

Hier, in diesem besten aller demokratischen Länder, zanken sich die Verantwortlichen von Bund- und Landesregierungen darum, welche Maßnahmen sofort ergriffen und welche auf die lange Bank geschoben werden können und in ihrer Eitelkeit einerseits und dem Run auf die Kanzlernachfolge andererseits, lassen sie jedes vernünftige Zusammenarbeiten vermissen.

Hier, in diesem herrlichsten aller sozialen Länder, gibt es Leute, die es natürlich finden, alte Menschen, die ohnehin die Sozial-, Renten- und Krankenkassen unnötig belasten, ruhig dem „normalen“ Verlauf einer durchaus möglichen, tödlich ausgehenden Infektion mit Corona zu überlassen…. „Ein bisschen Schwund ist immer“, mag der Vater des Gedanken sein oder schlimmer noch „Besser die als ich!“

Hier, in diesem großartigen Land, streiten sich die Dichter und Denker um die Deutungshoheit ihrer (oftmals komplett unwissenschaftlichen) „Analysen“ und mehren sich die aberwitzigsten Theorien und Erklärungen der Art von „wieso-weshalb, warum die Lage sei wie sie ist und was weshalb deshalb zu tun sei“.  Eine Kakophonie selten vernommenen Ausmaßes ertönt im Land.

Hier, in diesem Land mit dem besten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt, machen sich Journalisten zunächst über die Maßnahmen anderer Länder lustig, um sie alsbald nach Eintreten der Besorgnis erregenden Umstände auch hierzulande zu bejubeln und der großen Dame im Kanzleramt, die wochenlang nichts von sich hören ließ, ihre untertänigste Referenz und Lobeshymnen zu erweisen.

Hier, in diesem Land in dem ich geboren bin und wirklich gerne lebe, wünsche ich mir sehr, dass „wir schaffen das“ nicht nur eine längst verbrauchte Floskel ist, sondern wir solidarisch miteinander umgehen, die Schwachen stützen – gerade auch mit finanziellen Mitteln -, die Regeln zum Wohle aller Menschen einhalten und endlich aufhören, denen das Leben unnötig durch seltsame Beiträge in den sozialen Medien schwer machen, die zum Teil bis an die Grenzen des Erträglichen und bis zur eigenen Erschöpfung daran arbeiten, dass wir heil durch diese Krise kommen, den Ärzten, Krankenpflegerinnen und Pflegern, den Laboranten, Pharmakologen, aber auch  den Putzkolonnen, Müllwerkern, Polizisten, Feuerwehrleuten und  Rettungsdiensten, den Mitarbeitern in den Verwaltungen und Verkehrsbetrieben und den vielen Menschen, die für den Nachschub an Lebensmitteln und all der Dinge sorgen, die wir trotz oder gerade auch in Quarantänezeiten benötigen….

Danach, da bin ich sicher, wird es um Analyse und Bewertung der Mittel und Maßnahmen gehen, die trotz eines bestehenden Unsicherheitsfaktors getroffen wurden.

Wir können nicht sicher sein, welche Faktoren zur Bewältigung einzig und allein ausschlaggebend sind, aber wir können ganz sicher sein, dass Nichtstun, ja selbst  Zaudern und  Zögern nicht zur Linderung  der Folgen dieser Pandemie beitragen werden.

Das gilt sowohl für die medizinischen, wie für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen  Aspekte dieser Situation, die ja nicht nur unser schönes Land betreffen, sondern die weltweit Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen wie der Völker haben werden.

 

 

 

 

 

 

Deutschland an der Seite Israels… 8. März, 2012

Posted by Rika in araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, meine persönliche presseschau, terrorismus.
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Das ist ein Traum!

Ein Wunschtraum, mein Wunschtraum.

Träume sind irgendwann einmal zu Ende, spätestens, wenn der Wecker klingelt oder das menschliche Rühren den Träumer aus dem Bett treibt.

Manche Träumer aber träumen mit offenen Augen, in vollem Bewusstsein und mit hellem Verstand. Heute ist mir schlagartig klar gemacht worden, dass ich selbst in so einem jahrelangen Tagtraum vor mich in träumte und dabei die lästige Gegenwart in Form von Gesprächen mit Freunden, Zeitungsartikeln, Nachrichtensprechern, Internetforen oder sonstigen irgendwie gearteten, negativen Meinungsäußerungen über Israel als „Ausnahmeerscheinung“ betrachtete,  zwar unschön und ärgerlich (geärgert habe ich mich ziemlich viel!!!), frustrierend und oft genug geradezu niederschmetternd furchtbar und deprimierend, sie  aber eben nicht als DIE REALITÄT angesehen habe.

Heute las ich mit wachem Bewusstsein und hellem Verstand und nach einem guten Frühstück einen Artikel bei welt-online, der mir mit großer Deutlichkeit den Traum von „Deutschland an der Seite Israels“ ausgetrieben hat.

„Woher die abgründige Distanz gegenüber Israel?“

fragt Michael Wolffsohn in dem Artikel und gibt – neben einem Rückblick auf Jahre der „Freundschaft“ zwischen Deutschland und Israel – auch selbst die Antwort. Die ist ebenso ernüchternd wie beschämend:

Woher die abgründige Distanz der Deutschen gegenüber Israel? Antisemitismus? Sind die Deutschen Israel und Juden gegenüber unbelehrbar? Im Gegenteil, die Deutschen haben ihre geschichtliche Lektion so gut gelernt, dass Israel heute in ihren Augen verkörpert, was Deutschland einst war, und mit diesem alten Deutschland identifiziert sich das neue nicht.

Wir sind heute  die besten Deutschen aller Zeiten. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt: „NIE  WIEDER KRIEG“   heißt unsere Parole…

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen lehnt, als Lehre aus ihrer Geschichte, Gewalt als legitimes Mittel der Politik ab. Sie sagen: „Nie wieder Täter!“

Die Phase, in der tausende junge Leute gerne aber auch: „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ skandierten und Steine werfend durch die Innenstädte der Großstädte zogen, wird als Emanzipationsbewegung betrachtet, die die Gesellschaft vom Muff der Tausend Jahre befreit hat, der  unter den Talaren seine säuerlich-piefige Tradition konserviert hatte, ein Protetbewegung also,  die der jungen Republik ein neues und modernes Gesicht gab, fernab von Kaiserreich und noch weiter entfernt vom Tausendjährigen Reich. Doch das (die „Revolution“ der 68er) ist inzwischen, der Geschichte sei Dank, ja nun auch Geschichte …. !

Wobei ich mir die Bemerkung erlaube, dass doch eigentlich diejenigen, die damals zum Zerstören des Zerstörerischen aufriefen, am ehesten Verständnis für eine Bevölkerung aufbringen müssten, die seit ihrer beginnenden Staatlichkeit bis heute in extremer Weise dem Zerstörerischen um sie herum ausgeliefert ist.

Umgekehrt haben Israelis und Juden aus ihrer Geschichte gelernt: „Nie wieder Opfer!“ Deshalb halten sie Gewalt, notfalls auch vorwegnehmende, für ein legitimes Mittel der Politik. Erst recht, wenn sie ihr Überleben bedroht sehen, zum Beispiel durch iranische Atombomben.

Aber das Gegenteil ist der Fall, nicht Verständnis für die in ihrer Existenz bedrohten Israelis findet sich bei den ehedem jungen, wilden Linken, nein, überbordende und oftmals geradezu hasserfüllte Kritik an Israel ist das Credo der Linken und Grünen und, folgt man Herrn Wolffsohns Rückblick auf die Zeit von 1952 bis heute,  eigentlich nahezu aller politischen Kräfte von damals bis zur Gegenwart.  Dabei schmücken  sich die vereinigten deutschen Israelkritiker mit dem edelsten aller völkerverbindenden Attribute, dem der Solidarität, der Solidarität mit den Entrechteten und Verfolgten!    Nein, nicht die Verfolgten des  DrittenReichs und der  Vernichtungsmaschinerie der Nazis sind gemeint.

Die Solidarität gilt den arabischen Brüdern (von Schwestern ist meistens eher nicht die Rede), den „Palästinensern im von Israel besetzten Palästina“, wie es so schön heißt. Dabei übersehen die Sympathisanten  in ihrer uneingeschränkten Solidarität, dass sie sich ausgerechnet mit denen solidarisieren, die schon zu Adolfs Zeiten den gleichen Gedanken wie die Nazis von damals hatten: Die Juden müssen vernichtet, zumindest aber ins Meer befördert werden.

Bis heute hat sich an der Marschrichtung und Zielsetzung nichts geändert. Das zeigt die Charta der Hamas genauso wie die Doktrin der PLO.

Israel das zionistische Gebilde muss nicht nur nach Meinung der arabischen Interessenvertreter verschwinden, auch nach Ansicht der Mullahs im Iran   soll „das Gebilde“ von der Landkarte ausradiert, aus dem Buch der Geschichte getilgt werden. Der religiöse Führer des Iran spannte den Bogen sogar noch weiter und will, wie weiland die Deutschen, das „Krebsgeschwür“ aus dem Volkskörper (er meint mit „Volk“ die gesamte Menschheit!) herauslösen, entfernen, vernichten.

An diesem Punkt  irrt darum  Herr Wolffsohn, wenn er meint,  die Deutschen hätten (grundsätzlich) aus ihrer Geschichte gelernt, nein die Deutschen wollen nur nicht den Führer geben, ansonsten halten sie in Treue  fest  an  der Tradition der JudenIsraelfeindschaft. Damit es aber nicht so auffällt und sie nicht wieder zum Buhmann der Geschichte werden (denn das ist es, was sie wirklich nachhaltig quält), geben sie an Gedenktagen wundervoll reuemütige Erklärungen ab, die auch schon mal darin gipfeln, dass sich der Holocaust niemals wiederholen dürfte  unter, bzw. an  den Muslimen, die die Juden von heute seien, oder halten Reden in Israel in denen sie beteuern, dass sie „fest an der Seite Israels stehen“, oder schweigen beharrlich, wenn es angebracht wäre, arabisch-palästinensischen Terror zu verurteilen oder verteilen Preise an angebliche Friedensstifter, die aber hinter der Maske des Friedenschaffenden uralten Antisemitismus betreiben und ihn sogar als biblische Wahrheit verkaufen, wie neulich erst Pfarrer Raheb so eindrucksvoll vorführte!

„Deutschland an der Seite Israels“ das war (m)ein schöner Traum bis heute!

„Deutschland an der Seite Israels“ könnte hingegen für Israel zum Albtraum werden, wer braucht schon jemanden an seiner Seite, der einem das Messer an die Kehle hält.

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