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Demnächst dann lieber summen? 5. März, 2018

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, emanzipation, gesellschaft.
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Als irgendwann den DDR-Oberen aufging, welche provozierende Aussage in der neu geschaffenen Hymne der Deutschen Demokratischen Republik besungen wurde –  „Deutschland einig Vaterland“  –  beschloss das Politbüro zukünftig auf das Absingen des inkriminierenden Textes zu verzichten und nur noch die Musik sprechen zu lassen. Das Provokante war aber nicht das Vaterland an sich, es war das „einig Vaterland“, eine Formulierung, die sich auf  die ersehnte Einheit des geteilten  Deutschland bezog und die nicht mehr der politischen Linie der DDR  entsprach.

Ungemach droht dem „Vaterland“ heute wieder. Wieder in einer Hymne, unserer gemeinsamen Hymne des  inzwischen wieder vereinten Landes. Aber nicht mehr, weil die Politik mit „einig Vaterland“ Probleme hat oder hätte, nein. die Gründe sind sehr, sehr  viel schwerwiegender.

Vermutlich  gibt es Frauen, die sich im „Vaterland“ der Hymne nicht ausreichend repräsentiert und gänzlich ausgeschlossen fühlen bei der schönen Zeile „brüderlich mit Herz und Hand“. Das mag die Gleichstellungsbeauftragte des  Familienministeriums anlässlich des ‚Internationalen Frauentages‘ zu der hirnrissigen Idee verführt haben, die  Nationalhymne gendergerecht umzutexten. Aus Vaterland soll Heimatland werden und auch die Brüderlichkeit soll  der Courage weichen…. „brüderlich mit Herz und Hand“ wird zu „couragiert mit Herz und Hand“. Quelle

Ich weiß ja nicht, ob die gendergerechte Gleichstellungsbeauftrage jemals in ihrem Leben mit Jungs gespielt und dabei eine Blutsbrüderschaft wie weiland Winnetou und Old Shatterhand geschlossen hat. (Hab ich gemacht) Und was ist mit bruderschaftlichen Trinkgelagen? Ich habe noch nie davon gehört, dass man auf eine „Schwesternschaft“ das Glas erhebt.  Hat man da schon mal nachgeforscht?

Na?

Deshalb also:  Sag mal, liebe Genossin Kristin Rose-Möhring, mich nicht repräsentierende Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte, geht’s noch?

Was ist das wieder für ein alberner, Sprache verhunzender Vorschlag? Wo kommen wir denn hin, wenn wir alte Texte verändern, nur um den ideologischen Forderungen der neumodischen  Pseudowissenschaft  sogenannter  Gender-Studies zu entsprechen?

Übrigens hatten wir das schon mal, dass ideologische Irreführung dazu führte, sich alter Texte anzunehmen, um sie dem herrschenden Zeitgeist der politischen Eliten anzupassen. Damals machten sich sogenannte „Deutsche Christen“ daran, die Bibel „judenrein“ zu schreiben und alle jüdischen oder auf das Judentum verweisenden Begriffe auszurotten und durch deutsche Namensgebungen zu ersetzen. Zum Glück sind die Deutschen Christen mit dem 1000-jährigen Reich untergegangen, an ihrem eigenen Wahn gescheitert und untergegangen durch den Sieg der Alliierten – Engländer, Franzosen, Amerikaner, Russen und all ihrer weltweiten Verbündeten gegen den Wahnsinn der Nationalsozialisten.

Bevor wir also die schönen alten Texte unserer wunderbaren,  neuen,  gendergerechten  Vielfalt anpassen – und morgen oder übermorgen vielleicht schon wieder eine Umformung nötig ist – sollten wir vorläufig lieber auf das Singen verzichten und nur noch feierlich summend die Musik begleiten… man könnte ja ergänzend mit den Fingern schnipsen oder mit den Füßen wippen, um die intensive innere Beteiligung zu demonstrieren….

 

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Nun denke ich noch darüber nach, was aus ‚Muttersprache“ und  „Mutterboden“ werden soll, wenn die Männer sich benachteiligt fühlen sollten….

Einelternteilsprache und   Einelternteilboden wäre denkbar…  da umgeht man geschickt die Zuordnung nach Vater oder Mutter.

Was sagt eigentlich der Genosse und  Ostfriese Johann Saathof dazu, der, der neulich im Bundestag seine Rede auf Platt vorgetragen hat. … welche Alternative hat er in diesem komplizierten Fall auf Lager?

 

 

 

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