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Einfach so…. 8. Dezember, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, familie, gesellschaft, Kinder - Famile.
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„Einfach so“ will ich schreiben…. oder, wie es eine meiner Tanten vermutlich formuliert hätte, würde sie noch leben: Frei von der Leber weg.

Draußen zaubert die Nachmittagssonne goldenes Licht und die Krähen sitzen in den Bäumen und krächzen, dass man sich fürchten könnte, würde man, wie die Menschen in früheren Jahrhunderten, dieses Krächzen als böses Omen ansehen – Krankheit und sogar Tod verkündend. Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind in denen Menschen auf die Zeichen der Natur besonders acht gaben und in ihnen Botschaften des Himmels oder der Hölle sahen, je nachdem….

Aber sind diese Zeiten wirklich vorbei?

Haben wir Menschen wirklich aufgehört auf seltsame Zeichen zu achten, uns vor böswilligen Verheißungen in Form von Messages aller Art zu fürchten und sie abzuwehren mit – einem Gegenzauber nicht unähnlichen – Beschwörungsformeln, meist ausgedrückt in wirklich üblen Beschuldigungen, verleumderischen Zuweisungen, seltsamen Theorien, die mehr aus dem Bereich der Fiktion, denn aus gut begründeten Forschungsergebnissen stammen…. ?

Draußen ist das Licht golden und lässt die letzten Blätter an den Bäumen leuchten und den Himmel noch strahlender aussehen als zu sonstigen Tageszeiten.

Am Vogelhäuschen holen sich Meisen und Amseln ihre tägliche Futterration ab, noch ist es nicht kalt, noch liegt kein Schnee, so sehr ich mir auch beides wünsche…. klirrende Kälte, tiefblauen Himmel über einem schneebedeckten Land…. „Übers schneebedeckte Feld wandern wir…“ heißt es in einem Weihnachtslied, das, wenn ich mich nicht irre, auf das Bestreben der Nationalsozialisten zurück geht, christliche Weihnachtslieder durch nicht christliche Winterlieder abzulösen… Ich habe das Lied früher gerne gesungen, es hat eine melancholische, leicht eingängige Melodie und den Text kann man in den Wochen vor Weihnachten auch auf das christliche Fest beziehen…. „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud..“

Wer würde sich nicht auf das Weihnachtsfest freuen, selbst dann, wenn er es aus religiösen Gründen gar nicht feiern würde, sondern nur der schönen kulturellen Begleiterscheinungen wegen, Zusammensein mit der Familie, Kerzenschimmer (früher wohl auch Duft, aber der ist in vielen Häusern den nicht duftenden „Elektrischen“ gewichen), feines Essen und natürlich die Geschenke, die wahlweise unter oder neben dem Tannenbaum liegen oder auch ganz ohne Baum weitergereicht werden und Freude bringen. „Man“ braucht den biblisch- religiösen Bezug doch gar nicht, um all das genießen zu können.

Nach Frau Kässmann, so war es unlängst in einem sozialen Medium zu lesen, gibt es ohnehin „kein Recht auf Weihnachten“. Manno, da hat sie wieder einen Satz rausgehauen, würde ich es mal etwas flapsig beschreiben. Kein Recht auf Weihnachten. Ich habe, muss ich gestehen, nur diesen Kernsatz gelesen und ihre vermutlich erhellenden weiteren Ausführungen dazu nicht auch noch… die wurden nämlich nicht mitgeteilt, ich könnte sie natürlich mit dem Suchmaschinchen finden. Aber auch das ist doch heute in den s.M. (sozialen Medien) so üblich. Jemand schreibt eine provokante Überschrift und schon springt das Kommentatoren-Roulette an und ein vielstimmiger Chor zumeist kritischer Stimmen erhebt sich, ohne dass auch nur einer der Choristen den eigentlichen Text gelesen hätte… (Mir passiert das auch ganz oft, dass ich auf die Titelzeile bereits reagiere… ) Es ist wie das Krähengeschrei da draußen, jeder versucht noch ein bisschen lauter, noch ein bisschen bissiger, noch ein bisschen böswilliger zu schreiben…. Selten nur finden sich ruhige und sachliche Stimmen….

Was könnte Frau Kässmann also gemeint haben mit ihrer provozierenden Feststellung? Es gibt so viele „Rechte“, die wir gedankenlos für uns in Anspruch nehmen, einfordern, als selbstverständlich erachten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob so ein „Recht“ auch wirklich zu Recht besteht. Manches, was wir als „Recht“ ansehen, ist einfach nur eine lieb gewordene Gewohnheit – und erst wenn sie infrage gestellt oder etwa durch Maßnahmen, wie sie jetzt wegen „Corona“ erforderlich werden, bedroht sind, merken wir, dass diese Selbstverständlichkeiten gar nicht so selbstverständlich sind.

Treffen zu Weihnachten mit der gesamten Familie? Geht das überhaupt? Und wollen wir das auch riskieren, wenn die Zahlen, die jeden Tag veröffentlicht werden, eher wie der mittelalterliche Fluch und „Gottseibeiuns“ anmuten, Unheil verheißend wie der Krähengesang, vor dem sich die Leute fürchteten? In unserer Familie kämen immerhin fünf verschiedene Haushalte aus vier verschiedenen Orten zusammen, dazu die Enkelkinder, die in Schulen und Kita gehen…. Da kann bei einem Treffen eigentlich nicht mehr von „social distancing“ die Rede sein, da wird unser Haus und Gärtchen eher zum Spreader.

Aber die Sehnsucht ist doch da, sich zu treffen, einander zu begegnen, miteinander zu klönen, zu singen, zu essen, zu spielen…

Wie können wir es trotz aller Corona-Besorgnisse organisieren?

Wir denken darüber nach, haben sogar schon einen Plan gemacht, der, sollten die Zahlen nicht weiter steigen, auch funktionieren könnte. Und natürlich gibt es einen Plan B und einen Plan C und auch die Einsicht, dass wir vielleicht genötigt sind am 22. Dezember zu sagen: Ihr Lieben alle, es hat keinen Sinn und es ist unfassbar traurig, aber wir – jeder der fünf Haushalte – müssen zu Hause bleiben und im eigenen Haushalt Weihnachten feiern und allenfalls die moderne Technik nutzen, uns zuwinken und per Skype Weihnachtslieder gemeinsam singen ….

Ja, das könnte Frau Kässmann gemeint haben. Es gibt eigentlich kein verbrieftes Recht, „Weihnachten wie immer“ zu feiern, so traurig und bitter das auch immer sein mag.

Aber es gibt natürlich ein Recht auf Weihnachten, darauf, sich an den Ursprung für das Feiern dieses Festes zu erinnern, daran, dass wir der Geburt Jesu gedenken, sein Kommen in die Welt feiern … „uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren“…. wobei es theologisch ja nicht ganz richtig ist auf den Zusatz zu verzichten „vor gut 2000 Jahren“, aber das ließe sich nun wirklich schlecht singen und müsste überdies alle Jahre neu berechnet werden….

Also auf dieses „Weihnachten“ und seine wunderbare Botschaft habe ich jedes Recht der Welt… und ich bin unsagbar dankbar dafür in einem Teil der Welt zu leben, in dem ich die Inanspruchnahme dieses Rechts nicht heimlich erleben muss und ich nicht dafür bestraft werde, wenn ich es öffentlich singend verkünde:

„Freu dich Erd und Sternenzelt, Halleluja, Gottes Sohn kam in die Welt, Halleluja. Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren…“ Noch ist der Stichtag, den wir als „Geburtstag“ annehmen, nicht gekommen, aber er kündigt sich an…. drum sei noch an das andere Lied erinnert: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit….“

 

Draußen wird das Licht weniger …. und die Krähen haben ihr Gekrächze auch eingestellt .

 

 

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Ein christlich-muslimisches Friedefreudeeierkuchenfest namens Weihnachten… 8. Dezember, 2016

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam, migration.
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wird heute, am 8. Dezember,  in meinem heimischen Regionalblättchen, der  HAZ,   unter dem Titel:

Weihnacht geht auch christlich-muslimisch

thematisiert   (interessanterweise weicht der Online-Titel von dem der Printausgabe ab… warum nur?)

und im Untertitel erfahren wir:

„Stattreisen und das Deutsch-Türkische Netzwerk bieten gemeinsam Weihnachtsmarkt-Rundgänge an“.

Ist das nicht schön? Und so integrativ, nicht wahr?

Besonders gut hat mir dieser Satz gefallen:  „Sicher die  (gemeint sind die christlichen Schwiegereltern des türkischen Rundgangspartners)  gehen später auch noch in die Kirche, aber sonst spielen die christlichen Wurzeln des Festes an Heiligkabend kaum eine Rolle bei den Hatipoglus.“

Die „christlichen Wurzeln“ spielen kaum eine Rolle.

Wozu braucht man auch Wurzeln für so ein Fest, noch dazu christliche? Wozu braucht man überhaupt Wurzeln?  Fragt den Baum!  Kappt man seine Wurzeln, verdorrt er, wie der wurzellose Weihnachtsbaum, den man lediglich in einen Baumständer stellt,  uns so anschaulich vor Augen führt; nach nur wenigen Wochen rieseln seine Nadeln, der Baum verdorrt.

Das Deutsch-Türkische Netzwerk feiert ein Weihnachten für alle, ganz ohne Wurzeln, ja, es scheint sogar eifrig damit beschäftigt zu sein,  das christliche Weihnachtsfest  durch  Vereinnahmung seiner christlichen  Bedeutung  zu entkleiden,  darf doch (siehe Text) natürlich auch der Hinweis auf den „türkischen“ Nikolaus nicht fehlen.

Zitat: „Ach ja, es darf natürlich auch nicht vergessen werden, dass der Heilige Nikolaus eigentlich ein Türke war. ‚Er lebte im griechischen Myra, dem heutigen Ort Demre in der Nähe von Antalya‘, sagt Weihnachtsführerin Siebecke.

Immerhin erwähnt Frau Siebecke, dass der Ort ursprünglich Myra hieß. Aber ihre Argumentation blendet ansonsten den historischen Bezug (die Wurzeln gewissermaßen)  völlig aus, denn  das ehedem „griechische Myra“ (man erinnere sich an den Geschichtsunterricht – Kleinasien – griechisch, da war doch was….   und dann der Eroberungszug der Römer) war zur Zeit des Bischofs keineswegs türkisch, sondern gehörte noch zum Machtbereich der römischen Kaiser. Es war noch lange Zeit bis Mohammed und dem Erstarken des Islam und der Unterwerfung der christlichen Gemeinden als Dhimmis unter den muslimischen Machtanspruch.  Ist doch gut, wenn man solche Details einfach unerwähnt lassen kann.

Mir fällt dazu unser Besuch in Demre ein, und ich kopiere einen Text hierher, den ich vor Jahren als kritische Auseinandersetzung  geschrieben habe:

Und selbst wenn gar keine Gewalt im Spiel sein sollte, wirft der absolute  Machtanspruch des Islam doch einige nachdenkliche Fragen auf. Ein simples Beispiel mag das verdeutlichen: Wir besuchten während unserer letzten Türkeireise unter anderem auch den alten Bischofssitz des bis heute verehrten Nikolaus von Myra, der heutige Name der Stadt ist Demre. Die ehemalige Basilika ist erst in den letzten Jahrzehnten aus dem Schlamm des Demre-Flusses ausgegraben und sorgfältig restauriert worden. Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis christlichen Lebens in Kleinasien vor der Invasion muslimischer Eroberer.  Allzu viel Aufmerksamkeit wollen die Türken den frühen Christen aber nicht widmen, den wenigen gegenwärtigen aber auch nicht. So findet sich in dem angegliederten Museum  nicht ein einziges „christliches“ Buch, dafür aber jede Menge Koran-Ausgaben und Bücher, die sich mit dem Leben und Wirken Mohammeds beschäftigen.  Es sind diese „Kleinigkeiten“, die meine Besorgnis befördern.  In jeder (christlichen) Buchhandlung Hannovers kann ich Korane erwerben und andere „muslimische Religionsliteratur“, aber im Museum der Basilika des weltberühmten Nikolaus findet sich nichts Christliches, nicht einmal eine Biografie oder historische Erzählung über diesen bedeutenden Mann,   wohl aber jede Menge Kitsch in den umgebenden Andenkenläden… Nikoläuse aller Art.“  ( https://himmelunderde.wordpress.com/2014/12/15/keine-angst-sie-sind-die-guten/ )

Wohlgemerkt, es geht mir bei meiner Kritik nicht darum, dass Türken oder andere Muslime in Hannover weihnachtliches Brauchtum pflegen, denn auch für viele „Christen“ ist Weihnachten zu purem Brauchtum verkommen, losgelöst von der eigentlichen Botschaft dieses Festes. Es geht mir in meiner Kritik darum, dass es Bereiche gibt, in denen das ursprünglich „Eigene“ – in diesem Fall das Christliche –  völlig undifferenziert verknüpft wird mit dem neu hinzu gekommenen (urspünglich) „Fremden“ und dabei das „Eigene“ überdeckt  und bis zur Unkenntlichkeit verbogen wird, um es möglich zu machen, das „Eigene“ und / in  das „Neue“ zu vereinen, als falsch verstandenen Ausdruck des Willkommens.

So konnte man beispielsweise dieser Tage bei facebook ein wunderbares Plakat betrachten, das sinngemäß verkündete: „Alle Christen glauben an Allah“. Wenn man in naiver Treuherzigkeit der Begründung der (katholischen) Initiatoren folgt, die auf die Übersetzung  des arabischen Wortes „Allah“ mit „Gott“ hinweisen, kann man diesem Satz zustimmen. Wer aber den „Allah“ des Koran mit dem „Gott“ der Bibel vergleicht, müsste zumindest leichte Bedenken bekommen, so einfach mir nichts dir nichts zu erklären, alle Christen glaubten an Allah, selbst wenn orientalische Christen tatsächlich den Begriff „Allah“ verwenden. Umgekehrt könnte man ja auch plakatieren, „Alle Muslime glauben an Gott“, ich kann mir aber vorstellen, dass das für Muslime mit ungleich größeren Bedenken verbunden wäre, weckt der Begriff „Gott“ doch allzu deutlich die Assoziation an den Gott der Christen, den „Dreieinigen“, und daran zu glauben, käme für Muslime einer Gotteslästerung gleich, die mit dem Tod bestraft wird.

Herr Abbas erklärte Jesus zum „Palästinenser“, weil Jesus ja bekanntlich in Bethlehem geboren wurde, das nach dem Verständnis der Neu-Palästinenser in „Palästina“ liegt, wobei der Herr „Präsident“ Abbas geschickt verschweigt, dass Bethlehem in Judäa liegt und Judäa eines der Gebiete ist, die jeweils den einzelnen  (jüdischen)  Stämmen der 12 Stämme Israels nach dem Zeugnis der Bibel zugewiesen wurden, gut zweitausend  (2000)  Jahre vor dem Aufkommen der Lehre Mohammeds und lange vor der Umbenennung des jüdischen Landes durch die Römer in die Bezeichnung Syrien-Palästina. Das Lukas-Evangelium berichtet über die Lage des Landes zur Zeit der  Geburt Jesu: „Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Ausgustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Es ging aber auch Josef aus Galiäa, aus Nazareth, hinauf nach Judäa, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war…“ (Lukas 2,1 – 4   …  Elberfelder übersetzung) Für alle, die sich in Geschichte nicht sonderlich gut auskennen:  Augustus war der erste römische Kaiser und herrschte von 31 vor bis 14 nach Christus.

Es sind diese Verwischungen „unserer“ christlichen Aussagen mit  denen  der Anhänger des Islam und die willfährige Übernahme der Deutungen durch die sich in ihrer Toleranz allzu wohl fühlenden  Christen, die massiv die christliche Identität bedrohen. Dem gilt es ganz entschieden entgegen zutreten und klar zu unterscheiden nach kulturellem Brauchtum und der christlichen Bedeutung unserer Feste, unserer Begriffe, unseres Bekenntnisses und Glaubens.

Insofern stimme ich sogar Frau Merkel zu, die dazu aufforderte, Weihnachtslieder zu singen, um das „Christliche“ zu stärken. Sie hat nur vergessen zu sagen, dass wir dazu die Gesangbücher  der Kirchen nehmen  und weniger auf „Leise rieselt der Schnee“ oder „Oh, Tannenbaum“ zurückgreifen sollten,  von „Jingle bells“ und „Dreaming of a white Christmas“ ganz zu schweigen.

Weihnachtliches Brauchtum ist wirklich schön und herzerwärmend und daran können sich alle erfreuen, die Glitzerwelten und Glühweinschwaden für typisch „weihnachtlich“ halten, die gerne Weihnachtsgeschenke machen und ebenso gerne annehmen und in stimmungsvoller Friedfertigkeit sich in familiärer Harmonie die Bäuche vollschlagen mit weihnachtlichen Köstlichkeiten.

Und, so denke ich gerade etwas lästerlich, wäre es darum für sehr viele Menschen tatsächlich viel besser, ein „Wintermärchenfest“ zu begehen und das Weihnachtsfest wieder als Christfest denen zu überlassen, die an denjenigen glauben, dessen Geburt am Christfest gefeiert wird JESUS CHRISTUS, Gottes Sohn.

Hier einige wenige meiner Lieblingsweihnachts- und Adventlieder:

Tochter Zion, freue dich…

Macht hoch die Tür

Wachet auf, ruft uns die Stimme

Oh du fröhliche … gnadenbringende Weihnachtszeit

Es ist ein Ros‘ entsprungen….

Wie soll ich dich empfangen…

Lobt Gott ihr Christen allegleich…

Eine Weihnachtserzählung… 25. Dezember, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube.
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…  nach dem Lukas-Evangelium

 

Die Frau, die auf der niedrigen Steinmauer saß und suchend über den Platz blickte, sah müde aus. Sie war erschöpft. Lange waren sie und Josef unterwegs gewesen, um von Nazareth hierher nach Bethlehem zu kommen. Augustus, der Kaiser in Rom und Herrscher des römischen Reiches hatte ein Gesetz erlassen, wonach jeder sich in der Stadt, aus der er stammte, registrieren lassen musste, Viele waren nach Bethlehem gekommen und es war schwierig für den Aufenthalt hier eine Unterkunft zu finden.

Sie hatten schon in vielen Häusern nachgefragt, aber niemand war bereit sie aufzunehmen.

Maria spürte die mitleidigen Blicke der Menschen. Sie legte die Hände auf ihren Leib, spürte ihr Kind und seine kräftigen Stöße, spürte sein  Leben und ahnte, nein, wusste, dass die Geburt des Kindes bald sein würde.

Das Kind.

Sie hatte es nicht gewünscht, auch nicht gewollt und schon gar nicht geplant!

Sie dachte an die letzten Wochen und Monate und konnte immer noch nicht recht begreifen, was da mit ihr geschah. Wie ein Traum war es ihr vorgekommen, als damals der Bote Gottes zu ihr gekommen war und gesagt hatte, dass sie ein Kind gebären würde, das einmal „Sohn des Höchsten“ heißen und von dem man sagen würde, dass sein Königreich kein Ende haben würde. Sie hatte nur ungläubig gefragt: „Ich soll ein Kind haben? Ich bin doch nicht einmal verheiratet und auch nie mit einem Mann zusammen gewesen!“ Aber der Engel hatte erwidert, dass der Geist Gottes bei ihr sein würde und ihr geboten, das Kind „Jesus“ zu nennen. So hatte sie Ja gesagt zu diesem Kind.

Und Josef, ihr Verlobter?

Der war nicht begeistert von der seltsamen Schwangerschaft. Sie hatte es wohl gemerkt wie er sie heimlich beobachtete, sie hatte gespürt, dass er sie verlassen wollte. Ein Wunder, dass er immer noch bei ihr war. Ein Wunder?

Aber da kam er ja. Sie sah seinem Gesicht an, dass er keine Unterkunft gefunden hatte. „Maria, es tut mir leid, nirgends gibt es einen Raum für uns. Nur dort am Dorfrand, siehst du den kleinen Stall? Der Besitzer hat uns erlaubt, dort erst einmal zu bleiben.

Maria nahm ihr Bündel auf und ging müde hinter Josef her auf den Stall zu. Sie war ein bisschen ängstlich. Ihr erstes Kind sollte sie gebären und außer Josef würde niemand da sein, ihr zu helfen.

„Dort also“, dachte sie, „dort!“

 

Inzwischen war es Abend geworden. Menschen und Tiere hatten sich zur Ruhe begeben, das hektische Treiben hatte sich gelegt, die letzten Lichter waren verloschen.

Draußen auf den Feldern brannten vereinzelt kleine Feuer. Die Hirten ließen sie brennen als Schutz gegen die Kälte der Nacht und zur Abwehr möglicher Gefahren durch wilde Tiere oder Gesindel. Aber auch die Gespräche der Hirten waren längst verstummt. Einige der Männer schliefen schon, andere, die wachen mussten, dösten vor sich hin, sahen in die Glut, hingen ihren Gedanken nach.

Da! Plötzlich! Was war das?

Einer der Hirten schreckte auf. Helles Licht lag über den Feldern, dabei hätte er schwören können, dass es höchstens Mitternacht war.

War da nicht auch eine Gestalt? Und eine Stimme?

Jetzt waren auch die anderen Hirten wach, sie scharten sich ängstlich zusammen.

„Habt keine Angst!“ hörten sie die Stimme rufen. „Freuen sollt ihr euch, denn große Freude ist den Menschen bereitet worden und bald werden es alle wissen: In Bethlehem ist ein Kind geboren. Es ist der Gesalbte des HERRN, der Retter! Geht hinüber zu dem Stall dort, da werdet ihr das Kind finden! Es liegt in Windeln gewickelt in einer Krippe!“

Ein Kind in Bethlehem? Das war doch nichts Besonderes! Kinder gab es dort doch genug!

Die Hirten waren immer noch furchtsam. Doch plötzlich waren bei der Gestalt viele, viele, himmlischen Heerscharen gleich und die Hirten hörten sie singen:

„Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden allen Menschen, die Gott wohl gefallen!“

Die Hirten staunten und standen wie erstarrt!

Doch dann rafften sie eilig ein paar Sachen zusammen und liefen hinüber nach Bethlehem. Sie fanden den Stall, sahen Maria und Josef und in der Krippe das Kind. Es war so, wie der Engel es gesagt hatte.

 

Die Hirten aber erzählten alles weiter und sie priesen und lobten Gott für das, was sie gehört und gesehen hatten.

 

(Lukas 2, 1 – 2o,  nacherzählt von Rika)

Vor Jahren habe ich „diese“ Weihnachtsgeschichte in der Christvesper meiner Gemeinde erzählt. Sie war mir in Vergessenheit geraten, durch einen Zufall habe ich sie wieder entdeckt und damit

 wünsche ich denen die sich zu Christus bekennen ein frohes und gesegnetes Christfest und allen Menschen geruhsame, stressfreie und harmonische Feiertage.

PAX ET BONUM 

Eure Rika

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