jump to navigation

Warum gibt es immer noch Menschen in heißen Ländern? 16. Oktober, 2022

Posted by Rika in aktuell.
Tags: , , , , , , ,
add a comment

Diese Frage muss man doch einfach stellen, nachdem man dieses Statement zur Kenntnis genommen hat:

„Claudia Traidl-Hoffmann: Das Schlimmste für den Körper in Bezug auf Klimawandel bedingte Auswirkungen ist wirklich die Hitze. Die Hitze ist das, was uns am meisten zu schaffen macht, was uns krank macht und was auch wirklich Menschenleben kostet. Insofern ist die Hitze das Gefährlichste.“

Warum also gibt es immer noch Menschen in heißen Ländern?

Ich zumindest stelle diese Frage.

Ich war nämlich schon in heißeren Ländern als Deutschland eines ist und muss rückschauend sagen, dass die Menschen dort recht vergnügt und fit aussehen und – was Lebensfreude angeht – uns Nordlichtern einiges vorauszuhaben scheinen. Kann es daran liegen, dass Menschen sich in der Wärme einfach viel wohler fühlen als in neblig-trüben Sommerwetter, wie wir es immer wieder in Deutschland erleben müssen, vom Wetter im November oder Februar gar nicht erst zu reden!? Und liegt nicht darin auch der Grund, warum so viele nach Malle fliegen (ohne die Absicht am Ballermann abzuhängen), auf griechischen Inseln die Sonne genießen, in die Südsee reisen und es sich unter Palmen gutgehen lassen, im Winter auf die Kanaren fliehen oder gleich ganz in die Karibik auswandern möchten.

Wenn man allerdings allabendlich im Wetterbericht vorgeführt bekommt, dass man bei Temperaturen über 30 ° sich schon dem Höllenfeuer nähert (die Wetterkarten werden dann nämlich immer tiefdunkelrot eingefärbt, so als blicke man von einem Vulkan direkt in den Höllenschlund), muss man ja annehmen, dass ab 30° im Schatten die Todeszone beginnt.

Traidl-Hoffmann: Die vornehmste Aufgabe des Körpers ist es, die Kerntemperatur bei 37 Grad zu halten. Und das ist wichtig für den Körper, für das Gehirn – da funktionieren wir am besten. Wenn es draußen also heiß wird, dann muss der Körper noch mehr Energie aufwenden. Und das erste, was passiert, ist: Gefäße werden weit gestellt und deswegen haben auch Menschen, die dann draußen sind und unter der Hitze leiden, meistens einen hochroten Kopf, fangen an zu schwitzen. Wir versuchen dann, die Körpertemperatur loszuwerden – über die Haut, über die Gefäße. Dann steigt der Blutdruck. Und wenn der Blutdruck steigt, dann ist das erkrankte Herz auch irgendwann überfordert. Oder dann platzt letztendlich ein Gefäß im Gehirn und dann kommt der Schlaganfall oder dann kommt der Herzinfarkt. Und das Wichtige ist: Das passiert natürlich bei Vorerkrankungen, kann aber auch bei völlig Gesunden passieren.“

Das ist ja ein ganz herrliches Horrorszenrio, das uns nun neben dem Waldsterben oder dem Austrockenen der Bäche und Talsperren vor Augen gestellt wird… „dann platzt letztendlich ein Gefäß im Gehirn…“ aber wie gut, dass das nicht den fitten und gesunden Leuten passiert, die bei ca 30° noch Bergwanderungen unternehmen oder gar mit dem Mountainbike im Gebirge unterwegs sind… oder sich bei noch höheren Temperaturen zusätzlich so von der Sonne an irgendeinem Strand rösten lassen, dass sie spätestens mit 56 Jahren dem Hautkrebs erliegen.

Ah ja, wir haben es auch wieder mit den „Vorerkrankten“ zu tun, wofür die alles herhalten müssen….!

Aber diese Schreckensbilder sind noch ausbaufähig, wie Frau Traidl-Hoffmann auf die Frage der „tagesschau“ erläutert:

tagesschau.de: Sind die Menschen in der Stadt eher gefährdet oder die Menschen auf dem Land?

Traidl-Hoffmann: Gerade in der Stadt haben wir diese sogenannten Hitzeinseln. Hier ist es manchmal noch mal vier, fünf Grad heißer als auf dem Land. Dann kommen in der Stadt auch noch andere Umweltfaktoren dazu. Das ist dann eben Umweltverschmutzung, aus der Verkehrsbelastung zum Beispiel. Und dann wird eine Stadt wie Berlin, Hamburg oder München an einem heißen Tag zum Chemiebaukasten. Da entstehen ganz neue chemische Verbindungen, die dann unsere Lungen schädigen, die Schleimhaut schädigen, die Haut schädigen und dann wird alles noch mal schlimmer.“

Merke: OHNE Chemie, keine Katastrophe!!!!

Wer den Menschen richtig dolle Angst einjagen will, weist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass „Chemie“ im Spiel ist. Chemie, das beschwören die Untergangfanatiker, ist das Böse schlechthin, ob man sich nun NaCl auf das Frühstücksei streut oder doch lieber Kochsalz ist eben nicht nur eine Frage der Grundkenntnisse, die man im Chemieunterricht bezogen hat (meistens wohl eher nicht!!!), sondern vor allen Dingen des guten GEFÜHLS. Auch sollte man auf keinen Fall dem gefährlichen H2O zu nahe kommen, schon gar nicht, wenn es in Massen auftritt…. nein, dann wirklich nicht, wie das Ahrtal im letzten Jahr eindrucksvoll gezeigt hat, aber ohne diesen lebenspendenden Glücks- und Segensbringer sollte man in gar keinem Fall in der Wüste spazieren gehen, es würde einen nämlich das Leben kosten.

Chemie, liebe Freunde, ist der Feind der Naturanbeter…. blöd nur, dass ohne Chemie gar kein Leben wäre… Nun ja, aber von jemandem, der in der Schule weder in Chemie noch in Bio aufgepasst hat, kann man wohl auch nicht erwarten, dass er der Warnung vor dem Chemiebaukasten in den Städten NICHT auf den Leim geht und vor Angst erstarrt. Wobei ich keineswegs in Abrede stellen will, dass es in der Tat zu für den Menschen problematischen Zusammensetzungen der Luft kommen kann und dass die verdichtete Bauweise der Städte daran beteiligt ist, wenn sich kein Luftzug regen kann und die Abgase aus Haushalten, Autos und Industrie für eine üble Gemengelage sorgen. (Dazu muss es aber nicht einmal 30° und heißer sein, das, so lernte ich es einst über den Londoner Nebel, passiert sogar im November bei höchstens 12°!) Aber muss jemand, der als Experte ernst genommen werden will, mit dieser Begrifflichkeit auf Lieschen Müller einprügeln… „Stadt wird zum Chemiebaukasten“? Pah!

Eine Steigerung des Gefahrenszenarios erreicht man IMMER, wenn man unschuldige Kinder ins Spiel bringt, wie wir gleich sehen werden:

tagesschau.de: Gibt es Untersuchungen dazu, ob vielleicht Kinder oder Erwachsene besondere Krankheiten ausbilden?

Traidl-Hoffmann: Ja, da sprechen Sie diese vulnerable Gruppen an. Gerade bei diesen Klimawandel bedingten Erkrankungen oder was Hitze anbetrifft, wissen wir, dass kleine Kinder, aber auch Alte und insgesamt Kranke, zu den Empfänglichen, zu den vulnerable Gruppen gehören. Und hinzu kommt, dass wir die Hitze als Thema bagatellisieren. Ich kann nur zitieren aus unsere Zeitung, eine Überschrift vom Sommersportfest: „Rätselhaft. 20 Schüler kollabieren.“ Es war 35 Grad. Warum ist das rätselhaft? Das heißt, wir verbinden Hitze nicht mit Gefahr, sondern wir verbinden Hitze mit Eisessen und baden.“

Ja, warum ist das rätselhaft?

Wieso kann man in Spanien oder Italien überhaupt im Sommer Fussball spielen??? By the way, wie kam eigentlich der Weltfußballverband dazu, die Weltmeisterschaften in eine der heißesten Regionen der Welt zu vergeben…. klar, die Stadien und Hotels werden gekühlt…. nun ja, Energie ist dafür ja genug vorhanden…. aber ich schweife ab.

Warum kollabieren in Israel nicht fortwährend die Schüler, wenn sie draußen Sport machen???? Warum bin ich alte vorgeschädigte Frau in Israel nicht bei unseren Besichtigungen in der „Bruthitze“ kollabiert? Wieso kann man in warmen Ländern überhaupt im Sommer Sport treiben oder Arbeiten verrichten???

Weil jeder Mensch in Israel – und anderen heißen Ländern – AUSREICHEND VIEL TRINKT! Die Einheimischen lernen es von dem Tag an, an dem sie auf die Welt kommen, würde ich fast behaupten, wir Touristen werden von aufmerksamen Guides alle naselang darauf hingewiesen. „Trinkpause!!!“ Eine Kopfbedeckung ist ebenfalls ratsam, zumindest für die Zugereisten. (Das war auch in diesem Sommer die Mahnung unseres freundlichen Hotelbesitzers in Südtirol, der uns vor jeder Wanderung daran erinerte, genug zu trinken mitzunehmen!)

Weitere apokalyptischen Reiter, die die Frau Hofmann bemüht, verkneife ich mir. Natürlich gibt es Menschen, die mit der Wärme / Hitze nicht gut zurechtkommen, deren Basisleiden durch die äußeren Bedingungen an manchen Tagen verschlechtert werden. Ich will das doch gar nicht bestreiten. Aber diese Panikmache regt mich auf, das bringt mich auf die Palme, da sterbe ich eher an einem Herzschlag durch die Aufregung, als durch einen Hitzekoller.

Nur noch diese abschließende Bemerkung, und dann mag es auch gut sein, sich an diesem wunderbaren sonnigen Spätsommertag im Oktober mit „Wetter und seinen Auswirkungen“ zu beschäftigen:

tagesschau.de: Was müsste sich ändern, damit wir besser mit der Situation klarkommen?

Traidl-Hoffmann: Wir müssen mindestens zwei Dinge tun. Erstens müssen wir uns natürlich anpassen an den Klimawandel. Das nennt sich Klimaresilienz, denn der Klimawandel ist da. Wir müssen Frühwarnsysteme entwickeln für Patienten. Wir müssen aber auch gleichzeitig unsere Städte anders gestalten. Wir brauchen grüne Städte, wir brauchen Städte mit einer hohen Artenvielfalt. Wir brauchen Städte, die gesund machen oder gesund halten und nicht krank machen. Und die zweite Sache ist ganz wichtig: Wir haben in dieser Anpassung einfach Grenzen. Ab 42 Grad Körpertemperatur ist Leben nicht mehr möglich, dann sterben wir. Das bedeutet, dass wir auch gleichzeitig versuchen müssen, dass der Klimawandel abgemildert wird, weil sonst ein Überleben der Menschen nicht möglich ist.“

„Ab 42 Grad Körpertemperatur ist Leben nicht mehr möglich, dann sterben wir.“ Stimmt, bei hohem Fieber sterben wir. Das weiß doch schon beinahe jedes Kind. Ich halte es aber für eine Unverschämtheit und für absolut unseriös, hier zwei sehr unterschiedliche Szenarien miteinander zu verknüpfen.

Aber in Sachen Klimawandel, bzw. dessen Bekämpfung ist ja inzwischen jedes Mittel und jedes an den Haaren herbeigezogene Argument recht, die Leute auf den Endsieg einzuschwören…

Was die Klimaresilienz angeht, so könnte man doch auch hier in Deutschland von den Ländern lernen, in denen die Temperaturen (mancher Orts nicht nur im Sommer) seit Jahrhunderten deutlich über der 25°-Marke liegen, bei der es in Deuschland hitzefrei gibt.. Man könnte doch beispielsweise schlussfolgern, dass die Vorgehensweise der Menschen (in den wärmeren Ländern), in der Mittagshitze ein Päuschen einzulegen, doch ein sehr gutes Beispiel ist, wie man sich an die „Hitze“ anpassen kann – und eben nicht etwas mit Faulheit oder so zu tun hat, wie man in Deutschland früher allzu leichtfertig wie hochmütig über Italiener und Spanier hergezogen hat, die traditionell Siesta hielten. Man könnte schauen, wie es Araber anstellen, an der Hitze nicht zu sterben, wie Menschen in Indien, auf den Philipinen, in Thailand, auf den Bahamas oder in Mexiko mit sommerlichen Temparaturen leben. Denn solches sind doch die prognostizierten Temperatursteigerungen im Wesentlichen. Keine Prognose geht doch davon aus, dass wir in Mitteleuropa – beispielsweise in Dortmund Aplerbeck – zu Weihnachten bei 42° unter der mit Kugeln und Lichterketten geschmückten Palme sitzen werden und Erdbeerbowle trinken statt Feuerzangenbowle.

In dem vor uns liegenden Winter würden wir uns bei mangelnder Energieversorgung vermutlich freuen, kämen die Außentemperaturen auf höhere oder wenigsten gleich hohe Werte, wie sie das Wirtschaftsministerium den öffentlichen Gebäuden für ihre Innenräume vorschreibt… Wir würden weniger Sorgen vor kalten Wohnungen und mangelnder Gasversorgung haben.

Werbung

Von Kühen, Schafen und Sommerwetter… 28. August, 2022

Posted by Rika in aktuell.
Tags: , , , , , , , , , , , , ,
2 comments

(Nicht nur) Von Kühen, Schafen und Sommerwetter soll hier die Rede sein.

„Das Beste am Norden sind …“

So beginnen wunderbare Werbesprüche, die der NDR von Zeit zu Zeit sendet und in denen einige Eingeborene Norddeutschlands die Besonderheiten ihrer Heimat auf witzige Weise anpreisen können. Mir machen diese Liebeserklärungen an norddeutsche Frauen, Hühner, Schafe, Deiche, Trecker und was es sonst noch so auf dem Land gibt, unendlich viel Spaß.

Das Beste am Norden ist unsere Wiese…

Das ist für mich das Beste am Norden, dieses kleine Stückchen Land hinterm Deich, mit einem ebenfalls kleinen Häuschen darauf, aber mit dem weiten Blick über die Felder, die immer den Jahreszeiten entsprechend ihr Aussehen verändern und die jetzt schon sehr deutlich den Herbst ankündigen. Das Rapsfeld vor unserer Nase, das im Frühjahr so strahlend gelb und mit betörendem Duft blühte, ist längst abgeerntet. Vor ein paar Tagen zog der Bauer die erste Pflugbahn am Graben entlang … unterließ dann aber jedes weitere Pflügen, was mich dazu anregte, über den Sinn seines Tuns nachzudenken, ohne aber zu einem Ergebnis zu kommen.

Das – Nachzudenken über das, was vor meiner Nase geschieht – ist etwas richtig Gutes am Norden und an der Wiese. Ich bin etwas weiter weg von den täglichen Horrormeldungen, die mir via Zeitung, Fernsehen und Smartphone zugespielt werden. Ich schaue den Wolken nach, die jetzt, nach den heißen Tagen, wieder für kühlere Temperaturen sorgen, beobachte die jungen Elstern, die über die Wiese spazieren, als seien sie die Herrscher eines kleinen Königreichs, sehe den Weiden zu, deren Zweige im Wind hin und her wogen – das passt so gut zu Odile, wie eine der Weiden heißt, die ja, genau, tatsächlich nach „der“ Odile aus dem Ballett Schwanensee benannt ist….

Zu meinem Blickfeld gehören auch einige Windräder des nahen „Windparks“. Im Moment drehen sich fast alle, vor einer Stunde noch standen einige der Rotoren aber still. Vermutlich benötigt man gerade nicht den gesamten Strom, die die Dinger bei gutem Wind produzieren, wird doch in diesen Tagen, wie ich unlängst las und hier auch weitergab, die elektrische Energie durch die Verstromung von kostbarem Gas erzeugt, da würde der Überschuss durch die Windkraftanlagen eher stören.

Über Sinn und Zweck der Gasumlage will ich jetzt nicht weiter nachdenken, ich erlaube mir stattdessen aber doch den Hinweis auf einen Artikel, den ich vorgestern oder gestern las und in dem der Herr über die Umwelt mitteilte, „Legionen von Juristen“ hätten ihn vor der Regelung gewarnt, die er – um die Versorger, nicht aber die Abnehmer zu retten – allen zumutet, die irgendwie am Gasnetz hängen. Trotz der vielen Fachleute im Wirtschaftsministerium sei es offenbar nicht gelungen, die Folgen dieser „Gasumlage“ genannten Regelung in den Blick zu nehmen. Man fragt sich angesichts dieses ministeriellen Eingeständnisses natürlich, welche möglichen Folgen möglicher Regelungen ebenso wenig in den Blick genommen werden und ob es möglicherweise einen Zusammenhang geben könnte zwischen Wissen und Kompetenz des Ministers und dem nicht vorhandenen Weitblick. Ich meine ja nur, dass es doch seltsam anmutet, dass der Wirtschaftsminister einer der stärksten Volkswirtschaften der Welt keine Ahnung zu haben scheint von der Materie, mit der er es zu tun hat. „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ habe ich noch in der Schule gelernt, was nichts anderes bedeutete, als dass man von den Dingen, über die man redet, doch irgendwie Ahnung haben sollte, gar nicht erst zu reden von den Entscheidungen, die ein „Schuster“ nicht in seiner ureigensten Profession trifft, sondern in völliger Verkennung seiner Kompetenzen für gänzlich andere Gewerke und Wirtschaftszweige anordnet.

Anordnungen ganz anderer Art, so konnte man es auch in diesen Tagen lesen, sind ganz furchtbar „in die Hose gegangen“, um es salopp zu formulieren. Meine Rede ist von dem Erstellen und dem Verhindern von Büchern, d.h, die Bücher wurden zwar erstellt, der Verkauf aber verhindert, nachdem einige wenige besonders Erleuchtete den Verlag darauf aufmerksam gemacht hatten, dass die Bücher nicht dem korrekten Umgang mit dem hochsensiblen Thema „indigene Kulturen“ entsprachen. Wie man seither in vielen, vielen Artikeln lesen kann, gibt es tatsächlich auch Befürworter der Anordnung des Verlags, ich gehe aber davon aus – eine Statistik dazu habe ich weder gesucht noch gefunden – dass die „Ablehner“ dieser Maßnahme die Mehrheit bilden und einigen wenigen Zeitgenossen die ganze Diskussion schlicht nur auf den berühmten Keks geht. Karl Mays wundersame Erzählungen aus der neuen Welt über das Aufeinandertreffen völlig verschiedener Kulturen, die Freundschaft zwischen den Protagonisten dieser Kulturen, wie auch die ebenso beschriebenen feindlichen Aktivitäten sollen nicht mehr Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Ob auch „Lederstrumpf“ unter den Bann fällt, habe ich zwar noch nicht gehört, aber davon ist doch auszugehen. Wir Deutschen hatten immer schon einen Hang für radikale Lösungen, die Scheiterhaufen, auf denen die Bücher verbrannt wurden, die nicht ins Schema der erwünschten politisch-kulturellen „Bildung“ passten, sollten uns doch Mahnung sein und eben nicht Vorbild, auch wenn die Ächtung heute nicht mehr bei nächtlichen Feuern auf öffentlichen Plätzen zelebriert wird, sondern der Sturm der Empörung sich auf den sogenannten sozialen Netzwerken austobt – wäre es da nicht besser, von „Unsozialen Netzwerken“ zu reden?!

Reden muss man dieser Tage natürlich auch über das Wetter. Niemals, so behauptet man, sei ein Sommer so heiß und so trocken gewesen. Das „niemals“ bezieht sich jedoch auf die Zeit, seit es wissenschaftlich verbriefte und kommentierte Wetteraufzeichnungen gibt. Was davor war, fällt wegen mangelnder Beweise einfach unter den bekannten Tisch. Meine Erinnerungen an „gefühlt“ heißeste Sommer aller Zeiten in meiner Kindheit taugen leider nicht als Argument gegen jedwede Krisenhysterie, mit der die Wetternachrichten allabendlich das Fernsehvolk zu schocken suchen. „Alarm, Alarm“ schallt es allerorten. Getreide verdorrt auf den Feldern, Bäche versiegen, der stolze „Vater Rhein in seinem Bett“ ist auf ein kaum noch schiffbares Rinnsal geschrumpft, in den Talsperren werden längst versunkene Dörfer wieder sichtbar und in der Oder sterben die Fische. Klar, da kann man es schon mit der Angst zu tun kriegen. In den Flüssen meiner Kindheit gab es allerdings gar keine Fische, so dreckig waren sie, verseucht von den Einleitungen der Metall verarbeitenden Betriebe an den Flussläufen und den sie speisenden Bächen. 50 Jahre später tummeln sich Fische und Schwimmer im und Kanufahrer auf dem Wasser von Lenne und Ruhr – und auch der Rhein, der einst so schmutzig war, dass ein Bad darin einem geplanten Suizid gleich kam, ist wieder sauber. Fulda und Werra, die die Weser zur Weser machen, liefern kaum noch Schlagzeilen, das war vor 35 Jahren auch noch anders, als vor allem die Abwässer des Kaliabbau an der Werra den Fluss zu einer tödlichen Gefahr für Wassertiere machten. Die Umweltschutzministerin sollte daher nicht auf „jahrelang anhaltenden Katastrophenmodus“ schalten, sondern auf „Ärmel hochkrempeln“ und so schnell wie möglich die Ursache finden um die Schäden so schnellstmöglich beseitigen.

Schäden sind auch bei den verheerenden Feuern zu beklagen. Es ist schrecklich, verkohlte Wälder zu sehen, rußgeschwärzte Stämme einst wunderbarer Kiefern und Fichten zu sehen. Aber, auch das wird berichtet, zwischen den schwarzen, toten Stümpfen regt sich neues Grün. Viel schneller, als die Katastrophenhysteriker auch nur geahnt haben. – Da fällt mir ein, dass Brandrodungen nicht nur im heutigen Amazonasgebiet üblich sind, sondern in früheren Jahrhunderten auch in Europa ein beliebtes Mittel waren, den Boden für den Ackerbau zu bereiten.

Ich will mich einfach nicht mehr von den Katastrophenmeldungen der diversen Panikorchester in Schockstarre versetzen lassen. Ich schaue aus dem Fenster des Häuschens auf der Wiese in die mich umgebende Natur und vertraue auf die alte Zusage, dass nicht aufhören soll „Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!“

Zum Glück haben wir es immer noch nicht in der Hand, Gezeiten, Wind und Regen, Unwetter, Jahreszeiten, Frost und Hitze unserem Willen unterzuordnen.

Aber wir haben es in der Hand, Vorsorge* zu treffen…. Der Deich, der mich vor dem Wüten der Nordsee schützt und den ich von unserer Terrasse in weniger als einem halben Kilometer Entfernung sehen kann, ist dafür ein gutes Zeugnis.

Selbst die Kühe, die vor dem Deich in den Salzwiesen grasen oder die Schafe, die die Grasnarbe auf den Deichen kurz, dicht und fest halten, sind ein Zeichen des Vertrauens in die Natur. Bauern und Schäfer würden ihre Tiere dort nicht weiden lassen, wenn sie nicht sicher sein könnten, dass ihre Tiere in den Sommermonaten dort gut aufgehoben sind….*** sofern nicht die Wölfe über die Deiche kommen, aber das ist ein anderes Thema… in meiner hannoverschen Heimatgegend wurden erst vor kurzem wieder zwei junge Pferde gerissen….


**Vorsorge: Wer jemals in Israel war, bekommt eine Ahnung davon, wie eine vernünftige Wasserwirtschaft in einem überaus regenarmen Land aussehen muss. Statt also an der CO2-Schraube zu drehen, ohne damit irgendeinen spürbaren Effekt zu erzielen, sollten sich die Klimabesorgten bei israelischen Landwirten schlaumachen, wie man sparsam mit wenig Wasser Getreide, Gemüse, Tomaten, Apfelbäume oder Palmen bewässern kann. Sinnvoll wäre es auch, sich bei den erwarteten Temperaturen nicht mit Dämmungen der Häuser gegen Kälte zu beschäftigen, sondern mit Vorrichtungen, die die Wärme draußen lassen und Häuser kühl halten. Und wenn hier keine deutschen Eichen mehr wachsen wollen, pflanzen wir eben Dattelpalmen an… sage ich mit einem Augenzwinkern. Die Wärme war doch auch ganz schön, oder? Wann sonst kann man bis spätnachts draußen sitzen und den Sternen zusehen, ohne sich in einen Pelzmantel hüllen zu müssen…

*** Ganz sicher würden die Tiere bei einer Wettervorhersage, die Unheil ankündigt, von ihren Besitzern in Sicherheit gebracht.

Am Ende des Sommers gehören Salzwiesen und Deiche ohnehin nur den Seevögeln…

Gerade fängt es an zu nieseln…. ganz leicht.

Heute nur Wetter…. und vielleicht noch Wolken… 14. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
Tags: , , , , , , ,
add a comment

Was ich in den letzten Tagen auf allen Kanälen an Meinung, Haltung, Zumutung erfahre, macht mich geradezu stumm vor Ohnmacht.

Deshalb will ich weder zu weißem Rassismus noch zu möglichen anderen Farben und Schattierungen dieses Phänomens Stellung nehmen, das unter anderem Namen das Miteinander der Menschen kennzeichnet seit die ersten Lebewesen auf die der Begriff „Mensch“ zutrifft,  diesen Planeten bevölkern.

Es ging doch niemals in erster Linie darum die Andersartigkeit der Menschen zum Ausschlusskriterium zu machen, WEIL Menschen sich durch äußere Merkmale von der sie umgebenden Mehrheit unterschieden, es ging – und geht auch heute noch – immer darum, dass Macht ausgeübt wird, die Macht des Stärkeren, des Mutigeren, des besser Bewaffneten, des Wissenden über die vermeintlich Unwissenden, des Einheimischen über den Fremden, um Ausbeutung der Schwachen durch die Starken…  und …  und  …. und.

Und immer gab es Konstrukte die Ausübung der Macht zu rechtfertigen oder – im besseren Fall – zu überwinden. Manche dieser letzt genannten Konstrukte erwiesen sich als unzulänglich, andere als grundfalsch und wieder andere als annehmbar, aber gleichzeitig als Herausforderung in der Umsetzung, sowohl  für den Einzelnen, wie auch für die Gesellschaft.

Gerade fegt ein Furor der Schuldzuweisungen und Selbstanklagen durch unser Land, dass mir Hören und Sehen vergeht. Eine „vorgebliche Wut“ ungeheuren Ausmaßes droht die Gesellschaft zu erfassen, wie es sie seit der Zeit Rudi Dutschkes, der Studentenunruhen und in später Folge seit dem Terror der RAF nicht mehr gegeben hat.  Die Zerstörung des gesellschaftlichen Konsens, als  einer auf dem Grundgesetz basierenden Übereinkunft aller gesellschaftlichen Kräfte scheint möglich. Eine seltsame Allianz aus Regierung, Opposition, APO, Medien und NGOs treiben diesen Prozess an – undifferenziert, grell, in übertriebener Bereitschaft, alles, aber auch alles auf den Prüfstand der mit „Rassismus“ betitelten  Anklage zu stellen.

Ich verweigere mich diesem Aufruhr, ich mach nicht mit.

Ich rede über das Wetter.

Es regnet da draußen, feine „Bindfäden“, kaum vom Wind zerstoben in alle Richtungen, stetig und ruhig. Mein Gärtchen freut sich und ich mich auch. Ich muss nicht gießen, die Wiese nicht sprengen, den Fischen kein frisches und kaltes Wasser zukommen lassen…  auch die Grabpflege erübrigt sich fast vollständig und die Bauern scheinen endlich beruhigt, dass kein weiterer trockener Sommer die Ernte der Feldfrüchte schmälert.

Natürlich bin ich dem Wetter im Prinzip relativ hilflos ausgeliefert. Und ebenso natürlich kann ich Regenzeug und Gummistiefel anziehen, kann den Regenschirm aufspannen und vorsichtig die Pfützen meiden, die sich auf dem Hof und den Gehwegen bilden. Es gibt jedoch keinen Knopf, den ich nur zu tätigen brauchte, um den himmlischen Wassersegen abzustellen. DAS kann weder ich, noch irgendjemand sonst wirklich beeinflussen. Gott sei Dank, möchte ich da voller Inbrunst sagen. Man stelle sich nur vor, jemand hätte nun auch noch Gewalt über „Wolken Luft und Winden“, wie es so schön in einem Lied heißt, das ich immer gerne gesungen habe.

„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege, des, der den Himmel lenkt. Der Wolken Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Paul Gerhard hat dieses Lied gedichtet… in einer Zeit, die von größten Nöten und Heimsuchungen in der Folge des Dreißigjährigen Krieges  geprägt war.

Wer heute sich diesem „Befiehl du deine Wege“ anvertraut, wird leicht eines Fatalismus beschuldigt, der jede eigene Anstrengung zur Lösung schwieriger Problem zugunsten des Eingreifens des Allmächtigen unterlässt. Doch ist nicht das Vertrauen auf Gott, das Loslassen des Drangs, alles selbst in die Hand nehmen zu müssen, eine der schwersten und anstrengendsten Übungen überhaupt, dieses Eingestehen der eigenen Ohnmacht gegenüber dem, was unabänderlich erscheint und vielfach auch tatsächlich ist – jedenfalls nicht zu meinem Machtbereich gehört?

Ich kann dem Wetter trotzen, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann „nur“ reagieren.

Das ist das Gute am Wetter, ich bin nicht verantwortlich zu machen, dass es regnet, friert, schneit oder eben ein trockener Sommer die Dürre mit sich bringt.

Ich bin aber dafür verantwortlich entsprechende Kleidung bereit und  das Dach dicht zu halten, Fenster und Türen bei Sturm und Kälte zu schließen und die Vorsorge vor den Unbillen des Wetters  zu treffen, die tatsächlich in meiner Macht steht.

 

 

(Ein Gewitter zieht auf…. Tiers am Rosengarten)

.

Regensturm an der Nordsee…

 

„Solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht….“

Was ist der Mensch, dass er dieser Zusage Gottes an den Fortbestand der Erde  etwas entgegensetzen könnte….

 

 

Nächtliches Wetterphänomen… 3. September, 2019

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , ,
add a comment

Jetzt sitze ich wieder an meinem Schreibtisch zu Hause im schönen Dorf, schaue aus dem Fenster auf meine sterbende Eberesche (davon demnächst mehr) und die wunderbar grünen Bäume in Nachbars großem Garten.

Am Samstag war es, das nächtliche Schauspiel.

Der Liebste und ich sitzen auf unserer 135-Bank***  vor dem Gartenhäuschen in lauschigem Abendfrieden und der immer weiter fortschreitenden Dämmerung…  die ersten Sterne kommen auf. Wir unterhalten uns leise, halten Rückschau auf die letzten Wochen, Monate, Jahre  – wie das so geht bei alten Eheleuten  in schönen Stunden der Zweisamkeit.

Wir nehmen es zunächst gar nicht richtig wahr, aber dann merken wir, dass in ziemlich regelmäßigen und dabei immer  kürzer werdenden  Abständen ein helles Zucken hinter der Weide des Jüngsten aufleuchtet. Findet irgendwo ein Fest mit Feuerwerk statt? Dafür dauert das Phänomen aber zu lange an. Seltsam auch, dass wir keinen einzigen Laut vernehmen, obwohl es absolut windstill ist und wir eigentlich „bis Bremen“ hätten hören können…  Schließlich sind wir sicher, das helle Zucken eines Lichts muss Wetterleuchten sein.

Wir wechseln der besseren Beobachtung wegen den Platz und haben nun den ganzen Himmel über dem Maifeld hinter dem kleinen Graben  vor uns. Die Lichtorgel führt unvermindert ihr imposant-phantastisches  Schauspiel fort, setzt riesige Wolkengebirge dramatisch in Szene, leuchtet schaurig schön einen kleinen Abschnitt des Himmels aus … und wandert dabei langsam, sehr langsam über den Himmel  in unserem Blickfeld von rechts nach links  …  immer noch völlig lautlos…  nur das sekundenlange Gleißen der Blitze … kein Donner, kein Ton. Hinter uns – vom Meer her – schwärzeste Dunkelheit … direkt über uns die Sterne im sanften Dunkelblau des Abendhimmels…

Dann kommt der Wind.

Gewaltig, stürmisch, brausend mit ungeheurer Wucht. Das Maisfeld vor uns wogt und wiegt sich  in lauter Klage, ein Geräusch wie Wellenschlag am Strand, die Weiden ächzen und neigen ihre langen Zweige tief gegen die Erde unter der gewaltigen Wucht des Sturms, schwingen zurück und tanzen einer  unheimlichen  Choreografie folgend im Geheul des Windes.

Bei den ersten Tropfen flüchten wir  und verfolgen in der Sicherheit des Hauses das spektakulären Treiben dort draußen. Der Regen prasselt auf das Dach, klatscht gegen die Scheiben… Wetterleuchten jetzt auch direkt über uns und immer noch kein Donner…  Niemals zuvor habe ich ein Gewitter auf solch spektakuläre  Weise erlebt.

Dann ist das Schauspiel zu Ende. Wir legen uns schlafen. Und nun doch ein leises Grollen des Donners… oder habe ich das nur geträumt?

Am Sonntag dann die Wahlen in Sachsen und Brandenburg…   wie ein leises nächtliches Wetterleuchten….  Wir sehen „es“ in der Ferne aufblitzen, aber noch hören wir nicht den Donner, noch sind die Einschläge weit, sehr weit weg….    Willys „Mehr Demokratie wagen“ war noch nie so gefährdet wie in diesen Tagen, Wochen, Monaten.    Ausgrenzen, Abgrenzen, Verbieten, Hetzen, Verleumden, Zerstören sind die Beigaben des Wetterleuchtens.  Die Gedanken, sie sind noch frei… nur sie unbefangen  auszusprechen  ist schwieriger geworden….

——————————————————————————————————————–

*** 135-Bank

Unsere Kinder haben uns vor einigen Jahren zum Fest unserer Geburtstage – wir wurden zusammen 135 Jahre alt – eine Bank gebaut mit der man sanft schaukeln kann.
Das Fest (es waren eigentlich zwei) zu unseren Geburtstagen stand unter dem Motto des Liedes „Auf, Seele, Gott zu loben! Gar herrlich steht sein Haus…“ getextet nach dem Psalm 104.

 

„Wir Schwänzen nicht, wir Kämpfen“…. 12. August, 2019

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, schule - kinder.
Tags: , , , , , , , ,
add a comment

(Schreibweise übernommen)

Voller Stolz schreibt ein Opa einen Leserbrief – Spiegel, Ausgabe 33 –  über das Engagement seiner 12-jährigen Enkelin. Diese hat ein Plakat für die fff-Aktivitäten in ihrer Heimatstadt irgendwo in Schleswig-Holstein gemalt.

„Wir Schwänzen nicht, wir Kämpfen“ prangt unübersehbar auf dem schönen Bild, das Autos zeigt die wilde Abgasfahnen in die Welt pusten.

Opa schreibt dazu: „Meine Enkelin, zwölf Jahre, hat es mir erklärt: Für ihre Teilnahme an der „Fridays for Future“ Demo hat sie sich bereit erklärt, den versäumten Unterricht nachzuarbeiten. Dafür nutzte sie das schulfreie Wochenende. Ihr Plakat sagt es: „Wir Schwänzen nicht, wir Kämpfen!““

Ein 12-jähriges Schulkind sollte wissen, dass man Verben klein schreibt… und auch der freundliche Opa sollte das wissen und statt stolz das Plakat öffentlich zur Schau zu stellen, der Enkelin lieber empfehlen, es noch einmal zu überarbeiten, denn sonst könnten Leute wie ich nicht ganz zu Unrecht darauf hinweisen, wie  hoch gefährdet es um die Allgemeinbildung 12-jähriger Schüler in Deutschland bestellt sein mag – und die Frage stellen, ob es nicht sehr viel mehr Sinn machte zu lernen, statt zu kämpfen.

Meine Empfehlung würde ganz besonders dem Physik-, Chemie-, Erdkunde-  und Biologieunterricht gelten, in dem die Kinder Sinnvolles zu den Zusammenhängen von geologischen / geografischen  Gegebenheiten,  Natur und Umwelt erfahren, was für Rettungsaktivitäten   ja nicht ganz unerheblich ist . Das Klima oder gar unseren Planeten retten zu wollen, halte ich ohnehin für menschliche Hybris der schlimmsten Sorte, denn noch verfügen wir nicht über die Sonne und ihre Wirksamkeit, haben keinerlei Einfluss auf das Wetter, das ja in seiner Gesamtheit zum „Klima“ gehört und beiträgt  –  oder ist es umgekehrt, die klimatischen Verhältnisse im Verbund mit den geografischen bestimmen unser Wetter? Ich hab mal während meiner Schulzeit vor rund 50 Jahren etwas von Kontinentalklima gehört, das sich deutlich von den Verhältnissen in Küstenregionen unterscheidet…

Aber das ist ja heute zu vernachlässigen, Klima ist das, was rund um den Globus gerade  Gefahr läuft, durch unser menschliches Dazutun in einer Katastrophe zu enden.

 

 

 

 

Es ist mal wieder richtig Sommer…. 25. Juli, 2019

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen.
Tags: , , , , , , , , ,
1 comment so far

Rudi Carrell – der niederländische Entertainer, der mit seinen Gags, seinem Frohsinn  und seinem Gesang über viele Jahre die Deutschen mit lustigen TV-Shows erfreute – fragte einst in einem viel gespielten Lied: „Wann ist mal wieder richtig Sommer, Sommer wie er früher einmal war…?“

Jetzt, lieber Rudi, jetzt!

Endlich, möchte ich fast sagen, denn in den letzten Jahren war es nicht so doll mit dem Sommer…. sieht man mal von jeweils einigen schönen Tagen ab, da hatten wir mal drei Tage Sommer im April,  4 oder 5 Tage Sommer im Mai… und im letzten Jahr sogar mehr als eine Woche Sommer… obwohl ich mich nur ungern daran erinnere, dass ausgerechnet in der Haupturlaubszeit die Tage an der Nordsee so frisch waren, dass die Leute im dicken Pullover und Friesennerz unterwegs waren.

Aber, lieber Rudi, Du wirst es nicht glauben, niemand scheint sich in diesem Jahr über den Sommer zu freuen, außer mir natürlich. Die Leute geraten vielmehr in Panik angesichts der Hitze. Denn diese Hitze ist ja nicht einfach nur „der Sommer, wie er früher einmal war…“  Diese Hitze ist die Erderhitzung und wir sind schuld daran, weil wir unverschämter Weise mit Öl, Kohle oder Gas im Winter unsere Wohnungen heizen, unsere Autos mit Benzin oder Diesel betreiben, nach Malle fliegen oder schlicht und einfach nur ein- und ausatmen, was nämlich auch ganz klimaschädlich ist, wegen CO2. Deshalb fordern ja auch die Panikorchestermitglieder ganz auf Katzen, Hunde und Kinder zu verzichten, weil die ja auch leider überhaupt nicht CO2-neutral sind. Auch die großen Firmen sollten besser alle sofort ihre CO2- frei setzenden Produktionsprozesse einstellen und die Arbeiter in den Dauerurlaub schicken… das würde den Planeten retten… der geht nämlich unter und zwar so  kurz nach den 2030er Jahren, weil dann die Erderhitzung alles Leben zum Erliegen gebracht haben wird. Nun musst Du  aber nicht denken, die Sonne habe irgendetwas damit zu tun, nein, nein. die scheint wie eh und je und hat gar keinen Einfluss auf das Wetter oder das Klima oder die Katastrophe.  Den hat allein der Mensch. Vor allem der Mensch in Deutschland. Die Menschen in China dürfen ja auch weiterhin mit Kohle heizen und auch mit Kohlekraftwerken die Energie für alles das erzeugen, was das menschliche Dasein so angenehm macht: Fernsehgeräte, Kühlschränke, Computer, Smartphones, Waschmaschinen, Kaffeekocher, Klimaanlagen, Herde und Heizlüfter, sogar die Heizdecken für eiskalte Winternächte. Nicht zu vergessen natürlich die vielen schönen neuen E-Autos, die jetzt nicht mehr direkt während der Fahrt zum CO2-Ausstoß und damit zum Missbrauch beitragen, sondern mehr so hintenrum, quasi unsichtbar, weil ja irgendwie die elektrische Energie erzeugt und irgendwo  herkommen muss  und am anderen Ende einer Steckdose – zumindest in China – immer noch ein Kohle-, Gas- oder (bewahre UNS davor der Himmel) ein Atomkraftwerk zuverlässig Strom erzeugt. Denn das „zuverlässig“ ist mit Windrädern nun mal nicht zu schaffen. Heute zum Beispiel geht kein Lüftchen, geschweige denn genug Wind, um die Dinger zuverlässig arbeiten zu lassen. Allerdings, das gebe ich zu, hat heute die Solarenergieerzeugung einen prima Tag erwischt. Denn noch sind wir in der Phase, in der die Sonne mehr als 12 Stunden am Tag scheint und außerdem ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen, das die Energieerzeugung trüben könnte.

Heute scheint die Sonne volle Kanne.

Ich wäre ja jetzt gerne am Meer und würde durchs Watt laufen oder im Wasser die warmen Füße kühlen…  Aber das Häuschen auf der Wiese ist besetzt und so sitze ich im Gärtchen unterm Sonnenschirm und genieße die wohlige Wärme.

Aber ich kann natürlich auch die Menschen gut verstehen, die es gerne ein paar Grad weniger warm hätten, nicht wegen der Erderhitzung, sondern weil sie, im Gegensatz zu mir, arbeiten müssen. Und das ist dann doch etwas Schweiß treibend, wie ich heute Morgen beim Fensterputzen am eigenen Leib erfahren habe.

Ich freue mich über diese warmen Sommertage und schwelge in Erinnerungen an heiße Sommer meiner Kindheit, als ich beinahe jeden Tag ins Freibad ging und das Wasser allein durch die Sonne auf 25° oder 26° erwärmt war… pi-warm, wie wir damals fanden, betrug doch die normale Wassertemperatur im ungeheizten Freibad an weniger sonnenreichen Tagen so knapp 18° bis 19°.

Schön war es auch an der Küste im Sommer 1968… Cuxhaven-Döse … jeden Tag Strandwetter, jeden Tag wunderbare Wärme, jeden Tag Watt oder Wasser …. traumhaft. Oder meine erste Jugendfreizeit, an der ich im Sommer 1969 auf Bornholm teilnahm… jeden Tag Sonne satt und eine herrliche Wärme, die die Freizeitleitung dazu veranlasste, die Bibelarbeiten unter den Schatten der duftenden Kiefern im kleine Wäldchen von Duodde  zu verlegen…

Ja, ja, die Erinnerung verklärt und vergoldet so manches Ereignis….

Aber jetzt,  lieber Rudi, jetzt haben auch wir heute endlich richtig Sommer.


Da will ich nicht einmal fragen „wie lange noch?“

 

Vom Wetter, vom Gärtchen, von der Wiese und von mir… 16. Juli, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , , ,
1 comment so far

Ich will nicht meckern.

Draußen ist es angenehm kühl für einen Sommertag mitten im Juli.

Der Himmel ist grau verhangen, was es mir erspart einen Sonnenhut  oder Sonnencreme  zu benutzen. Ich bin nämlich empfindlich gegen Sonne, früher bekam ich Sommersprossen und Sonnenbrand, heute Kopfschmerzen und Sonnenbrand wenn ich mich länger als 20 Minuten in praller Sonne aufhalte. Schatten ist mir im Sommer eigentlich am liebsten. Allerdings meine ich nicht unbedingt den Schatten unter Wolken, eher den unter grünen Bäumen oder bunten Sonnenschirmen.  Denn abgesehen von Kopfschmerzen, Sonnenbrand und Sommersprossen hat der Sonnenschein doch auch viel Gutes zu bieten, trist-graue Häuser sehen im Sonnenlicht  gleich viel schöner aus, beinahe mediterran-pittoresk, auch Gärten leuchten bei Sonne ungleich farbiger, als in nebelig-trübem Grau dieser Tage.

Nein, nein, ich will nicht meckern.

Da es ja erfreulicherweise immer wieder kräftig regnet, muss ich im Gärtchen nicht gießen. Schon gar nicht müsste ich das kostbare Nass vom städtischen Wasseranbieter  beziehen, füllt sich doch die Regentonne völlig kostenlos und jeden Tag neu. Damit sie nicht überfließt und sich ihr Inhalt  wohl möglich auch noch in den nachbarlichen Garten ergießt, fülle ich alle Kannen und Eimer  –  und wenn alle Gefäße voll sind, leere ich sie in den kleinen Gartenteich,  dieser hat einen völlig neuen Rekord im Hochwasserstand erreicht und  lässt das überflüssige Wasser ringsum im Erdreich versickern.

Praktisch, nicht?

Die Blumen, die ich in diesem Jahr wieder mal  in Kästen und Kübel gepflanzt habe,  leiden zum Glück auch nicht an Wassermangel, allerdings sind nicht alle Balkonblumen für Dauerregen geeignet, die Blüten werden matschig, bevor sie richtig aufgeblüht sind. Da muss ich mir zum Glück keine Sorgen darum machen, ob bei völligem Erblühen (und Ausreifen) möglicherweise Saatgut anfällt, das im nächsten Jahr austreiben und meine Blumenkomposition ein wenig beeinträchtigen könnte.

Ist doch praktisch, oder?

Der Liebste hat auch weniger im Gärtchen zu tun als sonst. Die Ernte der Josterbeeren – die immer in seinen Aufgabenbereich fällt – haben in diesem Jahr die Amseln besorgt. Vor einer Woche noch war der Busch übervoll mit den dunkelroten Beeren, leider fehlte ihnen zur Süße noch ein wenig Sonne, auch hätten sie ein bisschen praller sein können, also beschloss ich, ihnen noch ein paar Tage zu gönnen. Darauf müssen die Amseln nur gewartet haben, denn als der Liebste am Mittwoch zwischen zwei Regenschauern die Beeren ernten wollte  – ich hatte mit mindesten ca.  2 – 3  kg gerechnet – waren nicht einmal mehr eine handvoll übrig….  Also, liebe Familie, liebe Freunde, in diesem Jahr gibt es weder Josterbeerenmarmelade noch Aufgesetzten. So ein Jammer.   Nun ja, hab ich eben nicht so viel Arbeit mit Beeren waschen und abzupfen, Gläser spülen und Marmelade kochen.

Ist aber doch auch praktisch, oder?

Auf der Wiese hatten wir auch Wetter.

Erfrischenden Regen natürlich und zwischendurch auch mal ein paar Sonnencremetage. Die nutze der Liebste zum Wiese mähen und ich zum Fenster putzen. Das musste einfach mal sein, das mit den Fenstern, meine ich. Aber es geht doch nichts über Regentropfen die an einem frisch geputzten Fenster abperlen…   Es glänzt und sie glitzern. Ist doch schön.

Unwetter hatten wir auch. Unheilvolle Wolken trieben heran vor einem sich immer mehr  verdunkelnden  Himmel bei gleichzeitig irritierendem Licht  – selten habe ich einen so schwarzen Himmel am eigentlich  doch hellen Vormittag gesehen –    und es wurde ganz still…. kein Wind …. kein Hauch …. kein Vogel…. kein Laut ….. NICHTS

 

 

 

 

 

Und dann brach er  los, der Sturm. Regen peitschte gegen die Fenster, knallte auf das Dach,  mein Wetterhahn tanzte wie irrsinnig auf und ab, Odiles Zweige beugten sich tief hinunter und schossen im nächsten Augenblick in die Höhe…

 

So könnte Weltuntergang sein,  dachte ich….   wohl wissend, dass es weitaus schwerere Stürme an der Nordsee gibt und nicht nur da…

 

Über die schweren Stürme, die nicht dem Wetter geschuldet sind, will ich nicht schreiben.

Nicht über Gipfel  –  über denen eben nicht Ruh ist –  und deren „Hauch“ für drei Tage die uns vertraute Welt bewegte …    sonst aber wohl nichts wenn man es   entweder räumlich oder auch faktisch wie  ideell betrachtet.

Nicht über „Hamburg brennt“, wie man großmäulig in Magazinen und Nachrichten verkündete und gar einen Vergleich zu Aleppo anstellte, was ich für dermaßen übertrieben finde, dass es mich noch heute vor Abscheu über so eine Ausdrucksweise schüttelt. „Bürgerkriegsähnliche Zustände“ wurden ausgerufen und  in der „Elphi“ die Freude schöner Götterfunken besungen, während in der Schanze der gewalttätige Mob tobte.  Der Niederschlag in den Medien, offiziellen wie sozialen war entsprechend stürmisch. Von Polizeistaat redeten die einen, von linkem Terror die anderen …  Verhaftungen folgten….  Freilassungen ebenso…  den Rücktritt des Ersten Bürgermeisters  forderten gleich mehrere  Seiten… und von der Polizei  Rechenschaft ….

 

Auf der Wiese beruhigte sich der Sturm – fast so schnell wie er gekommen war.

Das kann man vom „Gipfelsturm“  nicht erhoffen, der Wahlkampf ist eröffnet, es könnte heftig werden…. und in der Folge bitter ….

 

Meine Seele braucht dringend die Ruhe nach dem Sturm…

 

(Dieses Foto entstand im letzten Jahr im Frühling, Odile frisch gestutzt  und kahl….)

 

Solange die Erde steht….

Kleiner Zwischenruf…. 8. Juli, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , ,
2 comments

…. mit einem Seufzer der Erleichterung:

„Wie gut, dass mein Näh- und Bügelzimmer im Keller ist, dort ist es schön kühl!“

 

Ich will ja nicht schon wieder über das Wetter meckern… ist ja auch ganz schön so, nur ein bisschen  (zu) warm!

 

Nur nicht jammern… 22. Mai, 2013

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , , , ,
3 comments

und über das Wetter schon gar nicht!

Aber mir ist kalt!

Ich wünsche mir Sonne – und davon recht viel!

Wasser ist auch genug vorhanden im Gärtchen und der Regentonne – man könnte nun auch selber darin ersaufen….

„Schnee in höheren Lagen“, wie ihn die Wettermänner prognostizieren, muss auch nicht mehr sein – und überhaupt, was sind „höhere Lagen“? Zählt ein Nordseedeich schon dazu???

Der Gatte hat die Heizung abgestellt, „Ist doch schon Mai!“ meint er!  Meint er, aber was hat das mit den Temperaturen IM HAUS zu tun??? Dann wird  jetzt eben der Holzvorrat für den nächsten Winter im Kaminofen verheizt… tzzzz!

Die Bauern haben es gut: „Mai kühl und nass, füllt den Bauern Scheun‘ und Fass!“

Der Flieder verduftet im Regen….

Die Eberesche blüht und keine Biene lässt sich bei dem Sauwetter blicken….

„Die Rauchschwalben sind dem Wiesenhaus bisher fern geblieben….“   berichtet der Älteste.  Kein Wunder, bei dem Wetter fliegt ja nicht eine Mücke durch die Gegend und wovon sollen die armen Vögel sich dann ernähren???

Die fünf Heiligen vom Eis hatten doch schon ihren Auftritt…. Miss Sophie beschließt den Reigen am 15. Mai, normalerweise! Haben „die Fünf“ sich heimlich vermehrt und werden jetzt bis zur Schafskälte im Juni auftrumpfen???  Oder halten sie sich an den neuen Kalender, wie wiki vermutet, dann wären sie ja geradezu pünktlich, aber wer hat dann vorher das Wetter verhagelt???

Klimaerwärmung habe ich mir aber ganz anders vorgestellt!

Nein, das ist KEIN JAMMERN! Das ist eine sehr persönliche Auskunft über Gefühls- und Wetterlagen…..

%d Bloggern gefällt das: