Füllstand 27. Juli, 2023
Posted by Rika in aktuell.Tags: eisdiele, nachhaltigkeit, regen, teich, wetter, wolken
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Ich bin ganz glücklich!
Der kleine Gartenteich – und er ist ja wirklich nicht groß – hat seinen höchst möglichen Füllstand erreicht. Was jetzt noch dank des schier unermüdlichen Regens in den Teich platscht, bringt das Fass buchstäblich zum Überlaufen. Gleiches gilt übrigens auch für die Regentonne, mit der wir das Wasser, das auf die rechte Seite des Daches trifft, auffangen. Das Regenwasser der linken Dachhälfte plätschert über ein hübsches Rohr von oben in den Gartenteich. Da müssen wir nicht das kostbare Wasser nutzen, das uns der örtliche Wasserversorger liefert.
Gestern haben der Liebste und ich am späten Nachmittag eine kleine Tour zur besten Eisdiele Hannovers unternommen, die ist in Hannover-Kirchrode zu finden. Von uns aus sind es knapp 7 km Radweg, was wir natürlich locker schaffen. Wir hatten Glück und kamen trocken bei der Eisdiele an und ebenso trocken wieder nach Hause. (Vorgestern mussten wir das geplante Eis-Unternehmen ja vorzeitig dank des kräftig prasselnden Regens beenden.)
Es ist nicht unbedingt „Glück“ zu nennen, dass wir eine große Auswahl freier Plätze hatten, höchst ungewöhnlich bei dieser Eisdiele, es war einfach dem Wetter zu verdanken und für den Eisdielenbetreiber – es ist eine echte italienische Eisdiele – ist es eher ein großes Unglück.
Diesmal, also gestern, hatte ich für den Fall der Fälle mein uraltes Regencape aus dem Kellerschrank hervorgeholt – es müffelt etwas nach Keller, ist aber sonst noch ganz gut zu gebrauchen. „Jungsbrüder“ und „Kleine“ erinnern sich gewiss noch an das grüne Ungetüm, denn dieses Utensil gehörte zu nahezu jeder Fahrradtour, den der Liebste mit den Kindern unternahm. Für den Liebsten kam das gelbe Uraltcape in die Fahrradtasche.
Sagte ich eigentlich schon mal, dass im Hause Rika großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird? So gibt es noch Winterschuhe im Kellerschrank, die einst dem Vater des Liebsten gehörten. Warum sollte man gute, warme Schuhe wegwerfen, nur weil sie schon knapp 50 Jahre alt sind? Ich trage mit Wonne die Strickjacken meiner Mutter auf … meine Mutter starb vor 14 Jahren. Auch im Bestand sind antiquarisch anmutende Geräte, mit denen einst Dias oder Super-8-Filme vorgeführt wurden … sie funktionieren immer noch.
Wir gehören definitiv nicht in die Rubrik „Wegwerfgesellschaft“. Was wir wegwerfen, ist absolut unbrauchbar und auch nicht mehr zu reparieren … obwohl, es gibt so einige Dinge, die ihrer eigentlichen Funktion beraubt sind, aber von mir noch als nützlich angesehen werden, weil ich sie umfunktionieren will, sie also einem anderen Zweck zuführen möchte. Ich bin ein Sammler. Ob Werkzeuge, Wolle, Stoffe oder interessante Materialien aus der Fülle der Natur, ich kann alles noch gebrauchen – glaube ich zumindest und horte es darum in Kisten, Kartons und Schränken.
Ich vermute, dass ich es meiner Kindheit in der Nachkriegszeit verdanke, dieses Sammlerverhalten. Familien mit geringem Einkommen, wie ich es auch bei uns noch in meiner frühen Kindheit erlebte, waren darauf angewiesen, möglichst sorgsam mit allem umzugehen und zudem die Methode „aus Alt mach Neu“ anzuwenden. Meine Großmutter und meine Mutter beherrschten diese Kunst ziemlich perfekt.
So könnte ich, fällt mir gerade ein, die Überschrift „Füllstand“ auch meinem gut gefüllten Fundus zuschreiben … dabei dachte ich zunächst wirklich nur an das Wasser im Gartenteich, das wir dem ergiebigen Regen verdanken.
Der zwang uns gestern dann doch noch zur Flucht. Wir hatten es uns am kleinen Teich gemütlich gemacht, um einen Sundowner zu genießen und ins still ruhende Wasser zu blicken, in dem sich Haus, Bäume und Wolken spiegeln – etwas, was ich wunderschön finde.
Aus den Wolken kamen erst einzelne Tröpfchen – wir spannten den Sonnenschirm auf, der aber auch als Regenschirm gute Dienste leistet … aus den Tröpfchen wurde ein kräftiger, anhaltender Schauer und wir flüchteten ins Haus.
Nur zur Erinnerung: Im Juli beginnt der Hochsommer …. da darf es ruhig ein bisschen warm sein … ich hätte nichts gegen 30°, würde mich aber zugunsten aller Menschen, die draußen arbeiten müssen, auch mit 25° begnügen…
Der Füllstand an Sonnenenergie ist nämlich, was mich betrifft, noch ziemlich defizitär.
(Frederik, der einst Farben und Sonnenstrahlen sammelte, wäre in diesen Wochen ganz schön enttäuscht.)
