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Unangemessene Fragen….? 28. August, 2015

Posted by Rika in araber, asyl, einwanderung, flüchtlinge, gesellschaft, politik.
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Ist es Hass?

Wenn man in diesen Tagen die Zeitungen oder Magazine liest, schlägt einem immer wieder ein Wort entgegen:

HASS    –     Hass, vor allem  in Kombination mit Ausländer oder Fremden.

Fremdenhass ist der am häufigsten gemachte Vorwurf gegenüber denjenigen,  die nicht in das geforderte “Willkommen, willkommen!” einstimmen mögen und das auch mehr oder weniger klar zum Ausdruck bringen. Und, nein, damit meine ich nicht die Brandstifter und Steinewerfer,  sondern diejenigen, die es wagen, ihre Skepsis zu artikulieren. Skepsis, darüber nämlich, ob und wie es gelingen kann, den Zustrom der “Flüchtlinge” sinnvoll zu verteilen, den Menschen Wohnung, Nahrung und Arbeit zu bieten und sie in die Gesellschaft zu integrieren  bzw. sie wieder  “abzuschieben – wohin auch immer. Die Fragen danach sind doch ganz offenbar nicht erwünscht, “man”  scheint zu  befürchten, dass sie den “Ausländerhass” befördern. Aber sind sie nicht dringend geboten? Ich möchte doch wissen, was wie wo warum erörtert und angeordnet wird. Aber wenn schon mein Nachfragen als “feindlich” eingestuft, meine Skepsis als “Hass” gewertet wird, verschieben sich damit nicht alle Werte?

Wenn Sigmar Gabriel von “Pack” spricht, das seiner Meinung nach nicht zu Deutschland gehöre, hat er ganz sicher (zunächst) alle diejenigen auf seiner Seite, die mit Entsetzen und Abscheu auf die dramatischen Gewaltexzesse reagieren, die sich vor Notunterkünften für Flüchtlinge abspielen. Es geht in der Tat nicht an, dass Flüchtlinge, die hier – aus welchen Gründen auch immer – Zuflucht suchen, mit roher Gewalt konfrontiert werden durch die, die damit nicht einverstanden sind. Aber gehören diese ideologisch verblendeten Gewalttäter nicht auch zu “uns”?  Was haben wir, was hat “die Gesellschaft” denn getan, um einer demokratie- und gesellschaftsfeindlichen Gesinnung entgegen zu treten – vor Jahren schon, als erkennbar wurde, dass die Leute ein wenig anders ticken, als wir es so gerne hätten?

Haben wir – “die Gesellschaft” –  nicht auf ganzer Linie versagt, wenn Leute  “Ausländer raus” vor Flüchtlingsunterkünften brüllen oder “Jude, Jude, feiges Schwein” in den Straßen Berlins skandieren?

Wie und wann  reagieren wir auf Gewaltausbrüche?

Was tun wir gegen Menschen die meinen, Autos abzufackeln sei eine irgendwie legitime Form des politischen Protests? Und was unternehmen wir gegen diejenigen, die Polizisten als “Bullen” titulieren und mit aggressiver Lust gegen die bürgerliche Ordnung und deren Hüter vorgehen? Wie reagieren wir auf (zumeist) junge Männer , die ein Fußballspiel zum Anlass nehmen für Gewaltorgien gegen “die anderen” Fans, die auf den Straßen Unheil anrichten und ganze Zugabteile zerlegen?

Gewalt als Ausdruck des eigenen Unwillens gegenüber einem gesellschaftlich verabredeten  Konsenz oder der rechtlich verbrieften Ordnung wird doch nicht in jedem Fall deutlich von “der Politik” verurteilt. Es finden sich immer und in jeder Partei Leute, die mit “Verständnis”  auf Verhaltensweisen reagieren, die eigentlich nicht akzeptabel sind. Das gilt sowohl für die “Ausländer-raus-Brüller”, wie für diejenigen, die gegen Israel  lauthals Todesdrohungen ausstoßen oder  die vergleichsweise  “harmlosen” Fußballfans, die Züge zertrümmern.

Wenn sehr verschämt in den Medien darüber berichtet wird, dass es in deutschen Grossstädten “no-go-areas” gibt, in die selbst Polizisten nur in Mannschaftsstärke gehen möchten, wenn man liest, dass arabische Clans maffiaähnliche Strukturen geschaffen haben und über ganze Stadtteile herrschen, wenn am deutschen Recht vorbei muslimische “Friedensrichter” Recht sprechen und dabei nach Sharia-Recht urteilen, ist es dann “Hass”, wenn man mit Skepsis auf ein “noch mehr” an arabisch-muslimischen Zuwanderern reagiert? Würde Herr Gabriel die für die no-go-areas Verantwortlichen  auch als  “Pack” bezeichnen und würden “man” ihm darin auch zustimmen?

Wenn Frau Merkel sehr deutlich sagt, dass es kein Recht auf die Verletzung der Würde anderer gebe, gilt das dann wirklich für alle Menschen, die in Deutschland leben?

Und darf man diese Fragen stellen OHNE als rassistisch und fremdenhassend gebrandtmarkt zu werden?

 

Den Flüchtlingen muss jetzt schnell und unbürokratisch geholfen werden. Aber ebenso schnell müssen Konzepte und Regeln erstellt werden, die die Einwanderung nach Deutschland regeln, denn das ist es doch, was wir derzeit – und vermutlich auch in Zukunft – erleben und bewältigen müssen. Und zwar vollkommen unabhängig vom geltenden Asylrecht.

Unsere Gesellschaft wird sich verändern, aber wir sollten regeln wie!

 

 

 

“Das ist ein Mensch…..” 19. August, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Die junge Familie war zu einer Hochzeit eingeladen, man feierte fröhlich, die Großeltern hüteten die Kleinen, es wurde spät….

Damit die Eltern am nächsten Morgen nach der Erstversorgung der jungen Söhne noch ein wenig ruhen konnten, setzte der Großvater einen schon lange gehegten Plan um:

Fahren mit der Straßenbahn!

Am frühen Sonntagmorgen sind  er und die Enkel die einzigen Fahrgäste, die am Endpunkt einer hannoverschen Straßenbahnlinie in die Bahn steigen. Der Plan ist, einmal quer durch Hannover zu fahren.  Die Kinder sind fasziniert….  Autofahren kennen sie gut, ebenso Zugfahrten, die Straßenbahn ist aber zumindest für den jüngeren Kleinen ganz neu und ungewohnt.  Je näher die Bahn der Innenstadt kommt, umso mehr Fahrgäste steigen zu.

Toll,  die Bahn fährt auch unterirdisch  durch einen langen, langen Tunnel.

Schon fast am anderen Ende der Stadt steigt eine junge Frau mit ihrer kleinen Tochter ein. Eine hübsche Frau, wie der Großvater später erzählt, hübsch und dunkelhäutig. Der ältere Enkel beachtet die Frau nicht weiter, sein Interesse ist auf Anderes gerichtet. Der jüngere Enkel aber schaut …. und schaut …. und schaut ….   die Frau an und ihr Kind …   dabei sieht man seinem Gesicht an, wie intensiv er nachdenkt.

“Das ist ein Mensch!”, sagt er schließlich.

“Stimmt!” bekräftigt der Großvater.

Fast drei Jahre alt ist der kleine Mann  und noch nie zuvor hat er einen dunkelhäutigen Menschen von Angesicht zu Angesicht gesehen. Die Person, die vor ihm steht, ist keine Gestalt aus einem Bilderbuch  – sie ist ein Mensch, wie er, wie du und ich.

Fremde Feder: “Tempelberg ohne Juden: »Drittheiligst« ist Trumpf” 6. August, 2015

Posted by Rika in araber-"palästinenser".
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Rika:

Aus einer bewussten Lüge wird eine Legende, aus der Legende “historische Wahrheit”. So gelingt es dem erst seit ca 50 Jahren existierenden “Volk der Palästinenser” ihren jahrtausende alten Anspruch auf Jesusalem als Hauptstadt des noch nicht existierenden, aber bereits 2012 vom olympischen Kommitee anerkannten “Staates Palästina” in die Welt zu posaunen – Irgendwann werden wir in Deutschland und der Welt, so ist das Kalkül,  wohl auch daran glauben, dass es niemals Juden in “Palästina” gab und Jeruselm schon immer die Hauptstadt der “Palästinenser” war und die Bibel vom Koran inzwischen richtig gestellt wurde, heißt es doch  im Psalm 122 des Tanach und der Bibel:  “Ich freute mich,  als sie zu mir sagten: ‘Wir gehen zum Hause des HERRN. Unsere Füße standen in deinen Toren, Jerusalem’…    (Vers 5)  Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David. …”  Von den sonstigen vielen, vielen Bibelstellen über Jerusalem mit dem Tempel als Heiligtum der Juden will ich hier gar nicht reden … auch nicht von den Berichten des “Neuen Testaments”, in denen Jerusalem als Stadt Davids und als Stadt des jüdischen Tempels benannt wird,  in der Jesus lehrte und heilte, starb und vom Tode auferstand….  Denn diese Aussagen liefert der Koran nicht, mit keiner einzigen Zeile ist in ihm von Jerusalem die Rede.

Ursprünglich veröffentlicht auf Lizas Welt:

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Westmauer in Jerusalem. © Wiki CommonsWenn Juden auf dem Tempelberg beten, heißt es in deutschen Medien nahezu unisono, sie seien »Provokateure« und »Extremisten« – und hätten deshalb die Gewalt, die ihnen dort von Muslimen entgegenschlägt, selbst zu verantworten. Die Wirklichkeit sieht jedoch gänzlich anders aus.


VON STEFAN FRANK

Können Sie den drittheiligsten Ort des Christentums nennen? Den drittheiligsten Ort des Buddhismus, des Kommunismus oder des FC Bayern München? Schwierig, nicht wahr? Auch Google hilft hier nicht weiter: Gibt man »drittheiligster« ein, erhält man ausschließlich Artikel über den Tempelberg in Jerusalem. Dieser, so heißt es einhellig, sei der »drittheiligste Ort des Islam« (einen viertheiligsten gibt es nicht), und das Arsenal an Steinen und Brandbomben, das die gläubigen Muslime in der Al-Aksa-Moschee stets vorrätig halten, lässt erahnen, wie tief ihr religiöses Empfinden ist. Was am letzten Juliwochenende geschah, gehört zum Tagesgeschäft: »Maskierte Araber griffen am Sonntagmorgen mit Steinen, Molotow-Cocktails und Feuerwerkskörpern Polizeibeamte am Tempelberg an. Die…

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Im Namen der Freiheit…? 5. August, 2015

Posted by Rika in gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, politik.
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Ich fürchte, der Begriff “Freiheit” ist einer der am häufigsten missbräuchlich angewandten, missverstandenen, irreführend eingesetzten,  fehlinterpretierten und gleichzeitig emotional- und symbolbehafteten Ausdrücke überhaupt und ich werde und will mir ganz und gar nicht anmaßen, eine auch nur einigermaßen umfassend zutreffende Erklärung zum Freiheitsbegriff zu schreiben.

Ich beobachte an mir aber seit langem schon die seltsame Erscheinung, dass, wann immer Freiheit als Anhang der Worte Meinung, Religion, Gedanken, Presse  in einem Text mit politischer Meinungsbildung auftaucht, ich sehr, sehr lange Ohren kriege und mein Misstrauen gegenüber solchen Texten exorbitant zunimmt.  Dabei halte ich ausgesprochen viel von Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, ja, ich rede und schreibe ja selbst gern und oft darüber und fordere sie vehement von denjenigen ein, die sie meiner Meinung nach weder zulassen noch schützen  – im Sinne eines universell gültigen Rechts -. sondern sie und sogar ausdrücklich verweigern.  Ja, ich war in meinen jungen Jahren sogar bereit, die Freiheit in Verbindung mit Religion, Meinung oder Presse über das Gesetz zu stellen, sprich, im Kampf für die Einhaltung derselben die von unserer Gesetzgebung vorgegebenen Schranken und Grenzen zu überschreiten, getreu dem Motto, “was gut ist für den Menschen und die Gesellschaft,  kann nicht ungesetzlich sein!”, wobei das, was “gut” ist natürlich in meinem Sinn und dem meiner Meinungsfreunde gut ist, was aber  der politisch-ideologische Gegner noch lange nicht ebenfalls gut finden und gut heißen muss.

Dieses Phänomen, dass eine Person oder eine ganze Gruppe darüber entscheidet, was gut ist oder nicht und diesem auch massiv und laut Ausdruck verleiht,  ist im Zeitalter digitaler Nachrichten- und Meinungsverbreitung bestens und  mit zunehmender Häufigkeit zu beobachten.  Manche dieser  “Gut-Gedanken” finden auf Anhieb eine breite Zustimmung, bei anderen ist ein langer Atem von Nöten, um das Gute an den Mann und die Frau zu bringen und zum endgültigen Sieg zu verhelfen ( “Der Islam gehört zu Deutschland” ist beispielsweise so ein “Gut”.) Andere  “Gutgedanken” werden von einer mehr oder weniger  breiten Mehrheit sofort als völlig abwegig und  dem rechten Wegesrand zugehörig identifiziert und damit ins gesellschaftliche Abseits gestellt, übrigens oftmals ohne genaue Prüfung, denn manchmal ist es nämlich weniger die Botschaft selbst, die mit “nicht gut” durchfällt, als vielmehr der Verkünder derselben. (Dafür könnte Sarrazin und seine Thesen als Beispiel dienen.)

Es ist ein Kreuz mit unseren guten Vorstellungen und Vorhaben, gekoppelt an “Freiheit” kann das Ganze leicht  zum Kreuzzug mutieren.

Diesen Eindruck erweckt auch das Geschehen, das nun zur Entlassung des Generalbundesanwalts geführt hat.

Offenbar, so habe ich es verstanden, haben Blogger im Namen der Meinungsfreiheit und im Kampf für das Gute    Aufzeichnungen ins Netz gestellt, die vielleicht, möglicherweise, unter Umständen – so genau kann man das nicht sagen, aber mit etwas Spitzfindigkeit von Seiten ermittelnder  und ausforschend horchender Behörden  unter das Gebot der Geheimhaltung fallen KÖNNTEN. (Der Konjunktiv scheint einem juristisch vollkommen ungebildetem Menschen wie mir an dieser Stelle durchaus angebracht!) Wer warum mit welchem Schritt den Stein des Anstoßes ins Rollen gebracht hat – wer vermag das wirklich zu sagen?

Fest steht, am Ende entlässt der JUSTIZminister (aus mangelndem Vertrauen in die Zusammenarbeit) den Generalbundesanwalt, der sich  in einer öffentlichen Pressekonferenz  auf die Freiheit der Justiz berief und den Minister beschuldigte , diese Freiheit missbräuchlich unter sein Kuratel gestellt zu haben.

Selbstverständlich berufen sich die unter Verdacht geratenen Blogger auf die Meinungsfreiheit und die sie unterstützende Presse wiederum auf die Pressefreiheit.

Mit der Pressefreiheit  der Medien habe ich allerdings so meine eigenen unschönen Erfahrungen, verstehen diese doch oftmals unter Pressefreiheit, dass die von ihr verbreitete Meinung frei von  den Tatsachen sein darf oder sogar sein muss, die dem propagierten Weltbild nicht entsprechen. Das lässt sich  immer wieder leicht an der Berichterstattung über Israel feststellen. Da hält die Presse, halten die Medien schlicht und einfach die Tatsachen zurück, die ihrer allgemeinen anitisraelischen Tendenz bei der Benachrichtigung des Volkes zuwiderlaufen würden oder könnten  – zum Nachteil Israels, selbstredend! Die Freiheit der Andersdenkenden spielt da nur eine untergeordnete Rolle. (Das kenne ich aber auch bei mir und meinen Blogeinträgen…  :-(   muss ich leider in still-kritischer Selbsterkenntnis zugeben. )

Welche Freiheit meinen wir also, wenn wir von Meinungsfreiheit, von Pressefreiheit reden?

Zum aktuellen Fall der Herren Maas und Range empfehle ich diese Seiten:

“Der Prügelknabe der Politik”

“Landesverrats-Affärchen”

“Bundesjustizminister mischt sich in Ermittlungen ein”

“Generalbundesanwalt ermittelt gegen netzpolitik-org”

“Ermittelungen gegen netzpolitik-org  , Hier ist doch etwas massiv faul…..

“Pressestimmen”

Terror ist Terror! 31. Juli, 2015

Posted by Rika in araber, israel, terrorismus.
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Vielleicht, so denke ich in diesem Moment, habe ich mich zu sehr darauf konzentriert, den Terror GEGEN Juden in den Fokus meiner Aufmerksamkeit zu rücken und habe dabei viele kleine Anzeichen für Terror VON  Juden schlicht ausgeblendet.

Was aber in den letzten Tagen passiert ist, lässt sich nicht ausblenden und lässt sich auch nicht entschuldigen, so bitter  das für eine erklärte “Freundin Israels” auch immer sein mag.

Terror ist Terror –  feige, hinterhältig, grausam, menschenverachtend tödlich –  und durch nichts und gar nichts zu rechtfertigen!

Nicht durch eine schwere Kindheit oder untragbare soziale und politische Verhältnisse und erst recht nicht durch “Heilige Schriften”, welcher Religion auch immer.

Es macht mich fassungslos und traurig, von dem Anschlag auf die Gay-Parade***  in Jerusalem zu hören. Zwar kann ich verstehen, dass es frommen Menschen, die sich an Torah, Bibel oder Koran orientieren, völlig gegen den Strich geht, wenn Lesben und Schwule offenherzig gewandet und fröhlich ihre Liebe demonstrierend durch die Straßen ziehen….  (das gilt  vermutlich auch in Bezug auf Heteros, die zu lauter Musik feiernd und knutschend  in schrillen und anzüglichen Gewändern die freie Liebe propagieren…)  ABER ich finde jeden Akt von Gewalt gegen diese Form der Lustbarkeit im öffentlichen Raum absolut inakzeptabel, zumal es jedem Gegner derartiger Events doch vollkommen frei gestellt ist, die entsprechende “Lustmeile” zu meiden und so dem Ärgernis aus dem Weg zu gehen. (Die Besonderheit dieses Attentats, auf die ich hier nicht näher eingehen will, die aber dennoch zu berücksichtigen ist,  beschreibt Audiatur)

Ich bin in einer christlich-frommen Familie aufgewachsen und diese Familie gehörte zu einer Gemeinde, die sich (zur damaligen Zeit) sehr strikt gegen jede Form von “Lustbarkeit” wandte, egal ob Kino, Kirmes, Theater oder Schützenfest. Mir hat das nichts ausgemacht, ich war es nicht anders gewohnt. Meine Eltern erzählten aus dieser meiner Kinderzeit – ich muss 6 oder 7 Jahre alt gewesen sein –  gern folgende Geschichte: In unserer Stadt war Kirmes und nahezu alle Kinder meiner Umgebung gingen natürlich mit ihren Eltern und Geschwistern auf die Kirmes. Ich nicht. Natürlich nicht. Ein Nachbarkind, mit dem ich viel spielte, fragte mich, ob ich nicht mitgehen wolle. “Nein”, war meine Antwort, “auf der Kirmes ist der Teufel”. So hatte ich es gehört und so glaubte ich es. Am Tag darauf trafen der Nachbarjunge und ich wieder aufeinander. “Du Ulli”, sagte er, “du kannst ruhig auf die Kirmes gehen, ich habe genau aufgepasst, der Teufel war nicht auf der Kirmes!”

Nein, der Teufel mit Hörnern und  Pferdefuß war ganz gewiß nicht auf der Kirmes.  Allerdings  hatte ich schon damals wohl keine konkrete Vorstellung vom Aussehen des Teufels, so wenig ich eine bildhafte Vorstellung von Gott hatte, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.  Ich bin aber in den weiteren Jahren bis zu meinem Erwachsensein immer wieder mit der Frage konfrontiert gewesen, ob eine Party zu der ich eingeladen war, ein Kinobesuch den meine Freundinnen mit mir machen wollten, die Tanzstunde die für junge leute in dem Alter nahezu obligatorisch war, mit meinem Glauben in Einklang zu bringen sei. Und manchmal habe ich mich dagegen entschieden an einer derartigen Veranstaltung teilzunehmen.

Warum ich das so ausführlich schreibe? Ich will damit verdeutlichen, dass mir die Strukturen in denen “Fromme” aufwachsen, glauben und denken, sehr vertraut sind und ich nachvollziehen kann, was in ihnen vorgeht, wenn sie mit Verhaltensweisen konfrontiert werden, die ihren religiösen Überzeugungen zuwider laufen.

Aber gerade weil ich das aus eigener Erfahrung kenne, lehne ich Gewalt (in jeder Form – auch in verbaler) zur Durchsetzung religiöser Vorschriften und zur Umsetzung strikter,  religiös ausgerichteter Verhaltensweisen ab.

Die Weisungen Gottes, der Bibel, die Gleichnisse, Predigten und Lehren Jesu, habe ich im Laufe meines Lebens als ein großartiges Angebot an mich, an uns Menschen zu verstehen gelernt, ein Angebot Gottes aus Liebe zu uns Menschen. Und diese Liebe Gottes zu uns schließt Gewalt gegen andere “geliebte Menschen Gottes” vollkommen aus.  Ich kann immer nur für mich selbst entscheiden, ob und wie ich die Lehre Jesu umsetze, ich kann nicht meinen Nächsten dazu zwingen, es so zu verstehen und zu handhaben, wie ich es tue. Manchmal ist das schwer. Und manchmal lege ich schon einen ziemlich “missionarischen Eifer” an den Tag, um andere von “meiner Wahrheit” zu überzeugen,  wie der Liebste immer mal wieder missbilligend feststellt….  und mich damit wieder auf den Teppich holt.

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Und heute – heute eine weitere schreckliche Nachricht über einen Anschlag. Das macht mir zu schaffen.

Welche Motive haben die jungen(?) Männer, die in einem Dorf in der Nähe Rammalahs zwei Häuser in Brand setzten und damit die schweren Verletzungen der Bewohner und  den Tod eines Babys zu verantworten haben?  Spielt die Religion auch hier eine Rolle? Isr es die gleiche Überzeugung, das Land gehöre nur und ausschließlich ihnen, wie sie auch die Anhänger der Fatha und Hamas immer wieder als Begründung für ihren Kampf gegen Israel zum Ausdruck bringen? Noch ist das Spekulation, wenngleich man befürchten muss, dass es – wie in jeder Gesellschaft – auch in der israelischen Gesellschaft Menschen gibt, die die vermeintlichen und die  berechtigten Interessen der israelischen Juden um jeden Preis und mit allen Mitteln – auch denen der Gewalt – verteidigen und erkämpfen.

Die Brandstiftung  ist eine schreckliche Tat. Und sie steht vermutlich und leider in einer Reihe von Anschlägen, die in den letzten Jahren gegen Muslime und  / oder Christen verübt wurden (siehe Einschub). Es seien “die Siedler”, national-religiöse Siedler wird bei diesen Anschlägen – wie dem auf die Brotvermehrungskirche  – vermutet.

Siehe dazu diesen Einschub:

“Die von den Aktivisten aufgebaute Taktik, um schrittweise die „Erlösung“ herbeizuführen, ist, „Schwachpunkte“ in Israel zu treffen. Damit wollen sie Debatten auslösen und so Unterstützer gewinnen. Die Gruppe wurde von einem Aktivisten aus Jerusalem angeführt, der nun in Safed lebt. Aufgrund der von ihm ausgehenden Gefahr hatte man ihn bereits mit einer einjährigen Zugangssperre für Judäa, Samaria und Jerusalem belegt.

Die Zelle begann zunächst mit anti-christlichen Aktivitäten, darunter ein vandalistischer Angriff gegen das Dir Rafat Kloster im April 2014. Auch versuchten sie – erfolglos – den Israelbesuch des Papstes zu stören. Im vergangenen Jahr begannen sie mit schwerwiegenderen Brandanschlägen gegen palästinensische Häuser, so am 23. November 2014 in Khirbet Abu Fellah und im Dezember 2014 in A-Dirat im Süden Judäas.

In den letzten Monaten mehrten sich die Angriffe der Zelle gegen christliche Ziele wie die Dormitio-Abtei und die Brotvermehrungskirche. Die anti-christliche Stimmung nahm in der letzten Zeit noch zu. Auf dem Blog des Anführers war am 20. Mai zu lesen, dass „nur diejenigen Juden genannt werden, die den Götzendienst verweigern, gegen das Christentum kämpfen und anstreben, Kirchen aus dem Heiligen Land zu entfernen“.

Die ISA und die Polizei verfolgen mit größter Ernsthaftigkeit jegliche Absicht oder Aktivität von Angriffen auf religiöse Stätten im Staat Israel und kooperieren miteinander, um die Aktivistenzellen zu zerschlagen.”  

Quelle:http://newsletter.israel.de/i/f-Q4Xqb4eT72EvFGzIr_XveAYKlWw3Xt#86dc67e7-34a7-4c9e-bced-6fe57afe29c3  ]

Auch diese Anschläge sind ver- und zerstörend, wobei das in doppelter Hinsicht gilt: Sie zerstören in der Realität Häuser, Dinge, Sachen menschliches Leben  und sie zerstören Vertrauen und Zutrauen in die Kraft eines friedlichen Miteinanders. Für mich ist das verstörend, denn es stört mein ideales Bild vom friedlichen Israeli, der in Frieden mit seinen Nachbarn leben will. Zum Glück, so rette ich mich in den Glauben an ein friedliches Israel, ist die überwiegende Mehrheit der Israelis gegen Anschläge dieser Art, und gegen ein ausschließlich nur für Juden offenes Israel. Vor allem aber steht die israelische Regierung den terroristischen Anschlägen – verübt von Israelis – mit Entschiedenheit entgegen.

Und so finden sich dann auch sehr schnell die Reaktionen der politischen Verantwortlichen, die die Anschläge – insbesondere den der letzten Nacht, aufs Schärfste verurteilen….

Damit allerdings unterscheidet sich die israelische Politik und Gesellschaft dann doch von der der Nachbarn in Ramallah und Gaza, wo jeder gelungene Anschlag gegen Juden und Israel gefeiert und bejubelt wird.

Ich aber  will mich nicht dem Vorwurf aussetzten und schon gar nicht der Versuchung erliegen, auf einem Auge blind zu sein.

TERROR IST TERROR  und er ist zu ächten und zu verurteilen, gleichgültig wer ihn verübt und welche Motive ihn dazu bewegen.

Und so werde ich auch in Zukunft die benennen, die vermeintlich mit der Rückendeckung ihrer Religion, seien es Christen oder Juden oder Muslime, Terror gegen Andersgläubige inszenieren mit Worten oder Taten.

Und hoffe dabei sehr, dass mich jemand auf den “Balken in meinem Auge”  hinweist ….

…………………………………

*** Ein, wie ich finde, bemerkenswertes Argument darf angesichts der Tragödie nicht unter den Tisch fallen, über facebook wurde ich darauf aufmerksam: So abstrus das klingt, aber: Das Attentat des ultra-orthodoxen Fanatikers wurde überhaupt erst möglich, weil es in Jerusalem einen Pride gibt. Das ist für den Nahen Osten eine absolute Ausnahme. Neben Tel Aviv handelt es sich bei dem Jerusalem Pride um den einzigen Pride, der in dieser Region überhaupt möglich ist.”   Quelle: http://www.gaystream.info/#!Was-wir-nach-der-Messerattacke-auf-dem-Jerusalem-Pride-nicht-vergessen-sollten/cjds/55bb40760cf285bbf3017203

Über jüdischen Terror schreibt Ulrich Sahm: Einblicke in eine jüdische Terrororganisation

Fremde Feder: Die Tagesschau hat wieder zugeschlagen 27. Juli, 2015

Posted by Rika in aktuell.
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Rika:

Niemals, da bin ich ziemlich sicher, werden es Chayas bemerkenswerte Beiträge als Ergänzung zu Richard C. Schneiders “Reportagen” in die ARD schaffen. Deshalb halte ich es geradezu für meine Blogerinnenpflicht, ihre sehr erhellenden Kommentare hier weiter zu reichen.

Dass ich kein ausgemachter Fan von Herrn Schneider und der   ARD   Nachrichten   und  Berichterstattung über und aus Israel bin, gebe ich gerne zu....

Das ZDF ist allerdings und   leider   keinen Deut besser!

Ursprünglich veröffentlicht auf Ich, die Siedlerin || Eine jüdische Stimme aus Judäa:

(…und ich hatte mich schon auf die “Thementage” gefreut…. :( )


schneiderschauDie Tagesschau hat wieder zugeschlagen!
Das bekannteste Sprachrohr für palästinensische Belange in Deutschland, das ARD-Studio in TelAviv, unter der Regie ihres Nahost-Korrespondenten Richard Chaim Schneider, bereitet sich für den nächsten Beitrag zum Thema Israel vor.
Und wie könnte es auch anders sein? Im Mittelpunkt stehen natürlich Palästinenser.In diesem Beitrag sind es solche, die sich mangels Baugenehmigung und ohne Interesse daran, sich in den dutzenden von palästinensischen Städten und Dörfern der Hebron-Berge anzusiedeln, ihr eigenes illegales Blechdorf aus dem Boden stampfen, es nach den Ruinen der antiken jüdischen Stadt Sussia nennen, die sich im Umkreis von einigen hundert Metern  befinden, und sich dann über die Zwangsräumung durch Israel beschweren.

Allgemeinansicht:  Region der südlichen Hevron-Berge Allgemeinansicht:
Region der südlichen Hevron-Berge

Der Rechtsstreit um die arabische Besiedelung zwischen den Ruinen der antiken Stadt Susya und ihrem Ausgrabungsgebiet, und der 1983 wenige Kilometer weiter von ihr gegründeten jüdischen Siedlung Susya…

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Sein Hut, der hat vier Ecken…. 20. Juli, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Da steht er nun, der Hut, und es ist eine helle Freude ihn zu betrachten.

Es ist, so wurde uns erzählt, bei den Chemikern an der Uni in Hamburg ein beliebter Brauch, dem “Delinquenten” nach der Verteidigung, der Disputation im Promotionsverfahren,  einen eigens für ihn gestalteten Doktorhut zu überreichen.  Und so ist auf dem Geviert des Hutes alles  das versammelt, was den damit frisch dekorierten jungen Mann auszeichnet, bzw. und besser gesagt, was typisch ist für ihn abseits des akademischen Betriebes, dem er lang genug angehörte, um  den Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit zu bieten,  die  diversen Eigenheiten und Eigenschaften kennenlernen und studieren zu können.

Wieviel Arbeit in diesem Hut steckt, denke ich …  und meine beides, die Arbeit “am” Hut und  die Arbeit “für” den Hut:   die lange Zeit des offiziellen Lernens an Schule und Universität –  Büffeln für Prüfungen und Klausuren, wieder und wieder,  Laborarbeit während der gesamten Studienzeit, Schreiben der Bachelorarbeit, der Masterarbeit und schließlich ganz gezielt das Arbeiten für die Doktorarbeit im Labor und das Schreiben der Arbeit selbst.

Dankbar sind wir, die Eltern, dass wir unseren Sohn all die Jahre begleiten konnten, seinen “offiziellen Lernweg” ebenso wie das Lernen, das das Leben selbst mitbringt, erfordert, ausmacht …   das Miteinander in der Familie und den sozialen Strukturen – Freundschaften, Kolleginnen und Kollegen, Gruppen in Freizeit und  Gemeinde.

Wir freuen uns mit ihm über “den Hut” und darüber, dass er immer noch der liebenswerte “Kleine”*** ist, eingebettet in den Kreis seiner Geschwister und der Familie. Und so waren wir als Familie auch (fast) alle  dabei, als er im Hörsaal seine Dissertation “verteidigte”  –  dabei will ich gerne gestehen, dass es mir ebenso  ging wie meinem kleinen Enkel, der seinen Vater flüsternd fragte: “Papa, was redet der Bias da?”,  denn außer den Wörtern in den einleitenden und  verbindenen Sätzen  verstand ich eigentlich so gut wie nichts von dieser doch sehr eigenen Sprache mit der Chemiker die Wirksamkeit bestimmter Stoffe, Verbindungen und Verfahren beschreiben. Es war dennoch sehr beeindruckend für mich diesem Vortrag zu folgen, den “der Kleine” souverän, flüssig und eloquent vor dem Publikum aus Prüfungsausschuß, Kolleginnen und Kollegen seiner Arbeitsgruppe,  Studierenden, Freunden hielt – so als hätte er in den letzten Jahren nichts anderes getan, als wissenschaftliche Referate und Vorträge zu halten. Die anschließende Befragung bewältigte er sicher und mit konzentrierter Aufmerksamkeit…..  Mutterherz, bleib ruhig!  Er macht es so gut!

Der erste Gratulant war sein Doktorvater –  ihm schlossen sich die beiden prüfenden Professoren an und dann in langer Reihe alle im Hörsaal Anwesenden, der Liebste schätzte sie auf etwa 60 Personen.  …  “der Hut”  wurde überreicht und anschließend   lange und ausführlich gefeiert …. An dieser Stelle sei es erlaubt, nicht nur die HutbastlerInnen lobend zu würdigen, sondern auch die netten Menschen, die mit vielen Köstlichkeiten das Buffet bereicherten und die “Feierlocation” gestalteten und dekorierten! Chapeau!

Welch ein wunderschöner Tag!

Doktorhut Tobias

Herzlichen Glückwunsch, lieber Tobias!

Alles Gute und Gottes Segen für Deinen weiteren “Lern- und Lebensweg”!

“Sagt allezeit für alles dem GOTT und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus.” Epheser 5,20…   Das fällt an solch einem Tag ganz leicht….

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*** Unsere beiden jüngsten Kinder wurden von ihren Geschwistern (und auch von uns Eltern) immer  zusammenfassend “die Kleinen” genannt … und manchmal nenne ich sie immer noch so…. und scheine dabei zu vergessen, dass die “Kleinen” doch inzwischen “groß” sind und  wunderbare, erwachsene Menschen und “der Kleine”  ein Mann !  Ich bin so dankbar für diese tiefe Verbundenheit zu ihm –  wie wir sie zu allen unserer Kinder haben und die Kinder untereinander…  Ja, Dank sei GOTT, wem sonst.

Zwischenschritt…. 19. Juli, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Zwischenschritt….?

Der scheint mir nötig, denn ich will über etwas gänzlich Anderes schreiben, als das, was hier in den letzten Einrägen steht.

Und damit es nicht so völlig unpassend aufeinander folgt, gibt es dies hier als “Zwischenschritt” …

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MEDION Digital Camera

Iris am Teich

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Märchenhaft…. 17. Juli, 2015

Posted by Rika in atomabkommen, gesellschaft, iran, israel, politik, terrorismus.
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Seitdem der Klatsch-und Tratschpresse der Pfauenthron verloren ging – den jüngeren Lesern sei gesagt, dass einst die Hofberichterstattung aus dem Palast des Schahs von Persien zu der beliebtesten Wochenlektüre der Deutschen (Frau) gehörte und es ein überaus tragischer Verlust für alle Friseursalonbesucherinnen war, als diese mit der triumphalen Rückkehr des erzkonservativen Ajathollah Ruholla Chomeini aus seinem Pariser Exil abrupt zum Erliegen kam -, also seitdem hat es kaum so einen Jubel über Persien – besser bekannt als Iran –  mehr gegeben.

Allerdings jubeln weniger die Friseure und ihre treuen Kundinnen, als vielmehr die vielen, vielen großen und kleinen Geschäftemacher, die nun die glänzende Sonne des Mammon über Teheran aufgehen sehen. Der Wirtschaftsminister höchstselbst gibt den Startschuss und alle, alle werden ihm folgen. Nebenbei werden auch die Hersteller von Scheuklappen wahnsinnig gute Geschäfte machen. Denn die – ich meine die Scheuklappen – wird man im Land der Mullahs wohl brauchen, damit man die Menschenrechtsverletzungen einfach nicht zu Gesicht kriegt. Denn uns hier in Deutschland ist die Wahrung und Verteidigung der Menschenrechte sehr, sehr wichtig und unsere reisenden Staatsdiener mahnen sie überall an, wo immer und  wann immer sie dazu Gelegenheit haben.

Ganz nebenbei – heute ist der Herr Außenminister in Kuba und mahnt da vor allem die “Menschenrechte” an (wie die Nachrichten im Deutschlandfunk halbstündlich verkünden)  – um vermutlich anschließend die Lage in Kuba für deutsche Geschäftsleute zu sondieren, haben doch die USA ihre Politik der strikten Isolierung Kubas ein wenig gelockert.

Die Mahnung zur Einhaltung der Menschenrechte in Kuba ist nach bundesrepublikanischer Weltanschauung schon sehr wichtig, schließlich ist Kuba ja ein von antikapitalistischen Kommunisten regiertes Land, mit dem vor einigen Jahren noch die sozialistische Völkerfreundschaft durch die damalige DDR gepflegt wurde.  Allerdings ist mir bisher nicht zu Ohren gekommen, dass dort Frauen gesteinigt werden, wenn sie von einem fremden Mann vergewaltigt wurden oder – was natürlich gar nicht sein darf – der Liebe wegen schwach wurden  und es zu einem nicht durch den Trauschein geregelten Sexualverkehr gekommen ist. Auch habe ich bisher nicht gehört, dass Schwule an Baukränen aufgehängt werden und Gläubige, die sich  von der herrschenden Religion  Ideologie abgewendet haben, auf Geheiß eben dieser getötet werden.

Ja, die Menschenrechte sind sehr wichtig. Vor allem sind sie dort wichtig, wo kein Geld die Welt regiert… die armen Schlucker haben ja sonst nichts, um das sich unseren Damen und Herren Minister kümmern könnten.

Aber der Iran hat … JETZT!

Jetzt haben sie nämlich diesen supertollen Atomvertrag abgeschlossen, der Iran und die 5+1-Gruppe (also die 5 Vetomächte und Deutschland), der in ein neues strahlendes Zeitalter führen wird. Die Iraner strahlen gleich mehrfach.

1. dürfen sie ihr Atomprogramm nahezu ungehindert fortsetzen. Natürlich dient es nur der friedlichen Nutzung. Die Iraner sind nämlich total abhängig von der Kernenergie, weil sie weder Kohle (Erbarmung) noch Erdöl oder Erdgas besitzen, die Sonne einfach nicht genug scheint, um die Energiekrise durch Solarenergie zu bewältigen und auch der Wind wenig Anlass zur Freude bietet.  Windräder, wie sie hierzulande ganze Landstriche  schmücken, sind da völlig unangebracht. Ebenso übrigens wie die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Für ausgedehnte Maisfelder fehlt in Iran das Wasser, ist ja alles nur Wüste dort.  Das müssen selbst die Grünen bei uns hier in Deutschland verstehen und auch die Kanzlerin, die ja bekanntlich der Atomkraft abgeschworen hat.

2. können die Iraner  auf dem Weg der unfriedlichen Nutzung der Kernenergie problemlos weiter marschieren. Zwar müssen sie einige ihrer Zentrifugen abschalten (keineswegs zurückbauen) und auch dürfen ab und zu mal Kontrolleure vorbei schauen und sehen, wie friedlich es bei der Nutzung der Atomkraft doch zugeht, aber da diese Kontrollen langfristig vorher anzukündigen sind (laut Vertrag!), kann man doch   alle Leichen schnell unter den berühmten Teppich kehren   alles so einrichten, wie es die Kontrolleure zu sehen wünschen,  nicht wahr?!

3. werden die Iraner froh darüber sein, dass niemand es als Vertragshindernis angesehen hat, dass die Regierung hundertausende Iraner auf den Straßen Teherans “Tod Amerika!   Tod Israel” brüllen lässt. Man stelle sich mal vor, die amerikanische Regierung wäre darob beleidigt und hätte den schönen Vertrag deshalb nicht mehr abschließen wollen. Aber, wie heißt es doch so schön, “die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.” Allerdings sei hier vermeldet, dass nicht alle Amerikaner “dumme Kälber” zu sein scheinen, im Kongress, so las ich, formiert sich Widerstand gegen den Vertrag…. aber der hat wohl wenig Aussicht auf Erfolg. (Dass Israel vernichtet werden soll nach dem Willen der iranischen Regierung, nimmt man dagegen billigend [und mit heimlicher Zustimmung?!] inkauf.)

4. schließlich, strahlen die Iraner, weil sie den Vertrag zu ihren Gunsten unterschrieben haben und darum nun wieder weltweiten Handel treiben dürfen. Der wird ihnen viele, viele Euros und Dollar einbringen, mit denen sie dann den Terrorismus noch besser fördern können, als sie es ohnehin schon tun.

Ist das nicht prima? Es ist wie im Märchen….  aus Stroh wird Gold, Hans findet eine goldene Gans, die Goldmarie steht unter dem Fenster – es regnet Gold  und Herr Gabriel legt dann die goldenen Eier des Handels mit Iran den deutschen Geschäftemachern ins ungemachte*** Nest…

Ein kleiner Schatten ist leider doch auszumachen. Herr Netanjahu hält den Vertrag für den größten Fehler der jüngeren Geschichte. Er kann einfach nicht glauben, dass über Teheran nun die Sonne des Friedens strahlend hell wie am ersten Tag der Schöpfung aufgehen wird. (Siehe dazu Ulrich Sahm, “Israel droht mit Selbstverteidigung”)

Ich glaube das auch nicht und teile Herrn Netanjahus Bedenken.

Ich fürchte, dass nicht die helle Sonne des Friedens über Teheran aufgeht, sondern der mächtige Schatten des Bösen   Mordors  den Nahen Osten bedroht….. und nicht nur ihn, sondern uns gleich mit.

*** Das Nest ist zwar fertig, aber ich nenne es ungemacht, weil es vor Dreck stinkt… siehe Scheuklappen und so.

Allen, die an einer sehr gut begründeten Darlegung der Probleme interessiert sind, als ich sie in meiner Glosse geleistet habe, sei neben Ruth Brachas Text (siehe “Fremde Feder”) der Text Joachim Nikolaus Steinhöfels empfohlen, der die Probleme ganz wunderbar auf den Punkt bringt: “Das Atomabkommen ist eine bedingungslose Kapitulation

Fremde Feder: “Mogelpackung fertig verschnuert” 17. Juli, 2015

Posted by Rika in atomabkommen, iran, israel.
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Rika:

Leider bin ich aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage einen eigenen Text zum sogenannten Atomvertrag mit Iran zu schreiben.
Danke an Ruth, die in ihrer gewohnt sachlich-nüchternnen Analyse dazu Stellung nimmt.
Hier ihr Text:

Ursprünglich veröffentlicht auf Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus:

Wie vorhergesagt, der Westen ist auf alle iranischen Forderungen vom April eingeschwenkt, damit Obama sein historisches Abkommen erlangt.

1) Sofortige Aufhebung aller Sanktionen – mit dem Implementationstag, der ganz allein vom Iran abhaengt, werden alle Sanktionen auf einmal aufhoben.
2) Weitere Entwicklung von effizienteren Zentrifugen in Fordo -ja, ausdruecklich zugestanden
3) Inspektionen, wenn ueberhaupt,nur nach vorhergehender Anmeldung und Genehmigung durch den Iran – ja, nur “verdaechtige” Orte duerfen bei einer Voranmeldung von mindestens einer Woche und Genehmigung durch den Iran besucht werden. Unter den Kontrolleuren kann kein US-Amerikaner sein.
4) Kein Ausserlandschaffen der bisher anreicherten Uranbestaende – natuerlich, angereichertes Uranium kann alternativ auch “verduennt” werden. Wie lange es wohl dauert, diese Verduennung rueckgaengig zu machen, falls sie ueberhaupt bei allem angereicherten Material durchgefuehrt wird?
5) Keine Einschraenkungen beim iranischen Raketenprogramm – aber klar doch, bald koennen auch wieder Waffen an den Iran geliefert werden, Russland steht schon in den…

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