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AD MEA VE ESRIM….. 15. Juni, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, freunde, gesellschaft, israel, judentum.
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“Hundertundzwanzig sollst du werden!” lautet ein traditioneller jüdischer  Wunsch zum Geburtstag.

Und das ist es, was ich “Dienste in Israel” anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von Herzen wünsche.

Ich erinnere mich vage an einen Gottesdienst in meiner Gemeinde im  Frühsommer vor 34 oder 35 Jahren. Mitglieder unserer Gemeinde berichteten über ihre Reise nach Israel. Sie hatten aber  keine gewöhnliche Urlaubsreise als Touristen gemacht, sie kamen vielmehr von einem Erntehelfereinsatz in einem Kibbuz zurück und hatten auch eine große Kiste Orangen mit gebracht, um zu verdeutlichen was sie dort unten in der Nähe des Gazastreifens eigentlich gemacht hatten:  Orangen geerntet.

Das war, so erinnere ich mich, das erste Mal, dass ich etwas von “Dienste in Israel” erfuhr.

Immer wieder in den darauf folgenden Jahren gab es in meiner Gemeinde viele Impulse aus und für Israel, Informationen über die Arbeit von “HaGOSCHRIM”, den “Brückenbauern”, wie die Organisation in Israel auch genannt wird. Junge Leute aus Deutschland gehen als Volontäre für drei, sechs, neun oder zwölf Monate nach Israel, arbeiten in einem Kibbuz oder in einer der vielen sozialen Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen –  Senioren im Pflegeheim oder schwer- und schwerstbehinderte junge und auch ältere  Menschen.  In Deutschland werden sie durch “Dienste in Israel” auf Land, Leute und ihre Aufgabe vorbereitet (inklusive einem ersten Anfängerkurs Hebräisch),  in Israel werden sie duch Mitarbeiter von DiI betreut – Wohnung und Büro sind in Jerusalem – und von den Ansprechpartnern in den Einrichtungen eingewiesen, angeleitet und begleitet. Ich habe die Wohnung in der “Hagai schewa” als einen Ort der Begegnung kennengelernt …. unser ältester Sohn war 13 Monate als Volontär im Land, zunächst hatte er nur einen dreimonatigen Kibbuz-Einsatz geplant, dann kam sein Anruf…  “Ich würde gerne länger bleiben…!” Aus organisatorischen Gründen musste er nach einem weiteren “Urlaubsmonat” in Israel zurück nach Deutschland kommen und dann drei Monate später erneut nach Israel aufbrechen für 9 Monate Dienst in einem Altenheim in Kfar Saba…

DIENSTE IN ISRAEL  – was wäre es ohne die Volontäre und was wäre es  ohne die schier unermüdliche Arbeit von Fridegart und Egon Maschke und aller nachfolgenden Leiter und Mitarbeiter ? Ich erinnere mich daran, dass Fridegart, wann immer sie hörte, dass jemand aus dem Großraum Hannover nach Israel reiste,  mit der Bitte an die Reisenden herantrat, doch eine “Kleinigkeit” für die Mitarbeiter im Jerusalemer Büro mitzunehmen, und so kam es, dass ich einmal mit einem riesigen Kochtopf zu meinen Füßen den Flug nach Israel antrat und dieses Ding dann auch noch per Bus und Scherut durchs halbe Land transportierte….  Jeder und jede, die mit Maschkes jemals wegen Israel in Kontakt waren, könnten ähnliche Geschichten erzählen…. und über allem stand immer der vertrauensvolle Auspruch : “Be’Esrat HaSchem”  – mit Gottes Hilfe  und der dazu gehörende Dank “Toda laEl” –  “Dank sei GOTT” – “wem sonst”, wie Fridegart oft und gern hinzufügte….

Am vergangenen Wochenende dann das große Fest.

Ein Fest der Begegnung und des Dankes – TODA RABA, TODA LA’EL!

Rückblick auf die 40 Jahre, Erinnerung an die Anfänge, Ehrung der Begründer des Werkes – Fridegart und Egon Maschke -, Dank an die vielen, vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in all den Jahren. Dank auch an die israelischen Behörden, ohne die das alles gar nicht möglich wäre, Dank an die vielen Spender, ohne deren finanzielle Hilfe eben auch gar nichts mgölich wäre, denn DiI finanziert sich zum allergrößten Teil aus Spenden.

Immer waren junge deutsche Volontäre von DiI im Land, selbst in den schwierigen Zeiten der Intifada und der kriegerischen Auseinandersetzungen. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst wärend des ersten Golfkrieges. Die Mitarbeiterin des Jerusalemer Büros hatte noch am frühen Morgen ein Fax an die Gemeinde geschickt – sie hatten, so berichtete sie damals, einen Raum der Wohnung als Schutzraum gegen mögliche Gasangriffe durch die irakische Armee eingerichtet… aber sonst ging es ihnen gut….

Ralf Zintarra, der jetzige  Leiter von DiI berichtete, dass er ständig auf die besondere Situation in Israel reagieren müssen, so sei er auch in der vergangenen Woche während der Vorbereitungen auf das Fest hier in Hannover angerufen worden von der Mitarbeiterin in Jerusalem, die ihn wegen des neuerlichen Raketenangriffs aus Gaza kontaktierte….

Wir hier, in unserem friedlichen Deutschland, das seit der Kapitulation vor 70 Jahren keinen Luftangriff auf Städte und Gemeinden  mehr erlebt hat, können uns doch gar nicht vorstellen, wie es ist, unter der ständigen Bedrohung zu leben…. und auch die Zeiten der RAF mit ihren mörderischen Angriffen auf völlig unschuldige Menschen liegt längst hinter uns… erinnern wir uns eigentlich noch an die Zeit?

Wie ist es, wenn man nicht  sicher sein kann, dass in Bus oder Bahn, in Geschäften oder Restaurants, Diskotheken, Kinos bei Freiluftveranstaltungen alles friedlich ist, man jederzeit  – JEDERZEIT –  mit einem Bombenattentat rechnen MUSS ? Das aber war lange grausame Realität in Israel – und ist es ja zum Teil immer noch!  Und wäre nicht der Schutzzaun, der verhindern soll, dass Attentäter ungehindert die grüne Linie passieren und ins israelische Kernland eindringen können, würden wir auch heute immer wieder von solchen schweren Anschlägen hören…. die “kleinen”, die dennoch passieren (mit dem Auto in die wartende Gruppe an der Haltestelle fahren, Steine auf Autos schleudern, Messerattacken, Überfälle auf Juden in den Siedlungen und… und… und) sind doch  unseren Medien keine einzige Zeile wert, ebensowenig wie die vielen Raketenangriffe AUF  Israel… unsere Medien machen erst mobil, wenn Israel seinerseits sich gegen die Angriffe zu Wehr setzt.

Auch mit dieser Realität sind die Volontäre konfrontiert.

Das aber –  die komplizierte politische und bedrohte  Lage  Israels, wie sie beispielsweise in diesem Artikel  beschrieben wird –  kam bei dem wunderbaren Fest nur andeutungsweise zum Ausdruck. Der Blick richtet sich auf die Aufgaben in der Zukunft.

So lautet dann auch das Motto des Festes:

   לְ הִ פָ גֵ ׁש  וְ לְ הַ כִ יר   –  לִ בְ נֹות  אֶ ת  הֶ עָ תִ יד  בְ יַ חַ ד

” Einander begegnen   –    Gemeinsam Zukunft bauen   “

und weist weit über die Tage des Feierns hinaus.

Gebe der Ewige, dass mein Wunsch zum Jubiläum über die Zeit hinaus gesegnete und segensreiche  Wirklichkeit sei…

Was darf es denn kosten? 28. Mai, 2015

Posted by Rika in berufstätigkeit, bezahlung, eltern, erzieher, erzieherinnen, familie, familienpolitik, frauen, gewerkschaft, horterziehung, jugendamt, Kinder - Famile, kita, mütter, soziale arbeit, streik, tarife, väter.
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Was ist sie uns  wert, die Betreuung unserer Kinder?

Wieviel wollen wir investieren in das Krisenmanagement für den sozialen Zusammenhalt von Familien und Gesellschaft?

Männer und Frauen die Eltern werden,  sollen nach Wunsch “der Wirtschaft” (wer und was ist das eigentlich?) möglichst schnell nach der Geburt eines Kinders wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen zur Wertschöpfung für Betrieb und Gesellschaft.

Und die Kinder?

Die sollen nach dem Willen der meisten Politiker außer Haus – sprich, außerhalb ihrer Familie – von dazu eigens ausgebildeten Menschen nicht nur betreut (im Frühstadium der kindlichen Entwicklung gewickelt, gefüttert, bespaßt), sondern mit zunehmendem Alter auch  pädagogisch wertvoll (und selbstredend  der Gesellschaft dienlich)  allumfassend erzogen werden. Konkret heißt das, ein gerade dem Säuglingsalter entwachsenes Kleinstkind kommt mit 1 Jahr in die Krippe, durchläuft anschließend den auf die Schule vorbereitenden Kindergarten und wird als Schulkind “im Ganztag” beteut, also bereits vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn bis in den späten Nachmittag hinein, solange eben, bis die Eltern von ihrer wertschöpfenden Arbeit nach Hause kommen.

Wenn man sich den Zeitplan eines Kindes im Kindergarten- und Grundschulalter vorstellt, das morgens zwischen 6.30 und 7.00 Uhr erwacht und abends gegen 20.00h zu Bett geht, in den ca 12 – 13 Stunden  dazwischen aber an 5 Tagen der Woche mindestens ein Drittel der Zeit im Kindergarten und  als Schulkind mehr als die Hälfte der Zeit in Schule und Hort zubringt, so wird man doch rasch feststellen, dass wesentliche “Betreuungs- und Erziehungsarbeit” aus der Familie in die Institution Kindergarten-Schule-Hort verlagert wird und “fremde” Personen anstelle der Eltern prägenden Einfluss auf die Kinder nehmen, sie fördern und fordern, trösten, ermahnen, mit ihnen spielen, lachen singen, ihre kognitiven, musischen und sportlichen  Fähigkeiten individuell fördern (das ist zumindest der Plan!) und ihnen als Ansprechpartner in schwierigen Situationen Beistand bieten.

Das, was in Wahlkampfreden gerne mit “Kinder sind unsere Zukunft” plakativ verkündet und gepriesen wird, dieses hohe Gut einer Gesellschaft, wird aber in geradezu sträflicher Weise mit einem Minimum an finanzieller Ausstattung versorgt. Damit meine ich, dass sowohl die Zahl der Betreuungs- und Erziehungspersonen in Kitas und Horteinrichtungen in keinster Weise dem geforderten und erwarteten Bildungsauftrag (s.o.) entspricht, wie auch  die Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher nicht im geringsten ihrer verantwortungsvollen Arbeit gerecht wird.

Das geht nicht zusammen.

Man kann nicht qualitativ hochwertige Erziehungsarbeit erwarten, aber nur wenig dafür bezahlen wollen.

Man kann auch nicht erwarten, dass eine Erzieherin / ein Erzieher im Hort  eine Gruppe von 25 Kindern betreut und jedem dieser Kinder so gerecht wird, als würde  dieses wie zu Hause –  als eines von zwei oder maximal drei Kindern –  durch eine einzelne Person (Mutter oder Vater) betreut. Das kann nicht funktionieren. Die Hortbetreuung unterscheidet sich elementar von der schulischen Versorgung – und selbst in der Schule ist der Schlüssel von 1 : 25  doch mehr als problematisch, bleiben Kinder auf der Strecke, weil sie nicht individuell gefördert werden können… wie auch?!

(Ich könnte von einer Horteinrichtung berichten, in der es innerhalb von drei Monaten nicht eine einzige Woche gab, in der alle (5!) tätigen Erzieher-Innen für die 5 Gruppen tatsächlich an jedem Tag auch anwesend waren. Fällt eine Person aus, werden die Kinder der betroffenen Gruppen eben auch noch auf die anderen Gruppen verteilt. Das macht Stress für Kinder und Betreuer, schränkt die ohnehin so geringe Individualzeit für jedes Kind noch weiter ein, führt zu einer dauerhaften Überlastung der unter solchen Bedingungen Arbeitenden.  Und das ist keineswegs die Ausnahme, sondern eher die Regel!)

Was ist sie uns wert, die Arbeit an und mit unseren Kindern?

Und wem schieben wir die Schuld in die Schuhe, wenn es im familiären System mal nicht rund läuft? Wer holt die Kuh vom Eis, oder besser noch, wer verhindert, dass es zu Katastrophen kommt in Familien, die nur dem Namen nach Familie sind, aber eigentlich ein Ort des Schreckens für alle an ihr beteiligten, ob Kinder oder Eltern – Vater, Mutter einzeln oder als Paar?

Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…. und dies nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich zu Schaden gekommen ist, wer rückt dann in den Fokus und muss sich Kritik, die eher heftigster medialer Beschimpfung gleich kommt, gefallen lassen, ohne dass der zuständige politische Verantwortliche sich reumütig gegen die Brust schlägt und sein eigenes Versagen eingesteht?

Machen sich die Leute, die die Forderungen der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen nach einer besseren Eingruppierung ihrer finanziellen Vergütung angesichts des gerade währenden Streiks kritisieren,  eigentlich klar, was es für  die jeweils betreffenden Sozialarbeiter im Jugendamt bedeutet, wenn  ein Kind aus einer völlig desolaten Familiensituation genommen werden muss, wie schwierig es ist abzuwägen was mehr zählt, die elterliche Freiheit oder das Wohl des Kindes, das Recht der Frau auf 5 Kinder von 5 verschiedenen Männern, die dann jeweils ein ziemlich erbärmliches Gastspiel als “Vater” geben, oder das Recht des Kindes auf geordnete Verhältnisse, in denen die Bedürfnisse des Kinders nicht ständig dem vermeintlichen oder tatsächlichen Recht der Mutter auf selbstbestimmtes Leben untergeordnet werden? Und gibt es eine Statistik, die festhält, wieviele Beratungsgespräche geführt werden, weil Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder restlos überfordert sind, weil die Kommunikation in den Familien praktisch nur noch einer kriegerischen Auseinandersetzung gleicht, weil Eltern ihre Kinder nicht verstehen und Kinder und Jugendliche an ihren Eltern verzweifeln? Wird darüber Buch geführt, wie sehr die geleistete Beratung der Familien dazu beiträgt, dass nicht das gesamte Leben der Betroffenen aus den Fugen gerät und man einen Modus findet, zumindest vernünftig miteinander umzugehen? Und hat diese  Arbeit mit den Familien nicht auch einen hohen gesellschaftlichen Wert, weil die Zukunft der Kindern nicht länger hochgradig belastet oder gar ganz zerstört ist, weil Eltern wieder den Kopf frei bekommen und eine Perspektive für sich und ihre Kinder entdecken?

Können sich die zuständigen Politiker überhaupt vorstellen,  WIE schrecklich es in manchen Haushalten und Familien aussieht und das Kinder zugrunde gehen, weil ihre Mütter und Väter unfähig sind, das eigenen Leben zu bewältigen, geschweige denn auch noch für Kinder zu sorgen?

Wenn ein Kind zu Tode kommt – und leider passiert das selbst dann immer wieder, wenn das Jugendamt bereits ein Auge auf die Familie geworfen hat -, ist das Geschrei groß. Aber ist irgendeiner derjenigen, die auch über die finanziellen Mittel für die personelle Versorgung der Jugendämter zu entscheiden haben auch nur ansatzweise bereit, mehr Geld zu inverstieren? Und “ein Auge” ist entschieden zu wenig, aber mehr geht doch gar  nicht, weil die Zuständigkeit  des einzelnen Mitarbeites im Jugendamt für Jugendliche und Familien so bemessen ist, dass die Zeit einfach nicht  ausreicht, um alle “Fälle” gleichermaßen ständig “im Auge” haben zu können.

Was darf sie also kosten, die leider so nötige “Jugend- und Sozialpflege”?

Wenn in den Medien immer mehr Kritik an den Streikenden geübt wird, so macht das doch deutlich, wie wenig Wertschätzung der sozialen und pädagogischen Arbeit  zuteil wird, wie wenig im öffentlichen Bewusstsein der Wert “unserer Kinder” wirklich verankert ist und dass es leider auch den Eltern, die jetzt mit zunehmender Kritik reagieren, doch vor Allem doch um den eigenen Arbeitsplatz geht und erst in zweiter Linie um das Wohl der Kinder. (Die Einschränkung dieser etwas provokanten Formulierung findet sich hier: “Kind und Karriere gut vereinbar” Nicht allen Müttern ist es vergönnt, zu Hause bleiben zu können, selbst wenn sie es wollten. Etliche MÜSSEN zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und viele tragen ihn ganz allein! )

Was würde denn passieren, wenn sich tausende Eltern von ihrer Arbeitsstelle abmeldeten,  weil sie ihre Kinder betreuen müssen und eben nicht mit letzter Kraft irgendwelche Betreungsmöglichkeiten organisieren und bereitstellen, damit sie der Arbeitswelt erhalten bleiben? Wären nicht auch die Arbeitgeber berufstätiger Mütter und Väter aufgerufen, sich aktiv für eine bessere Betreuungsversorgung einzusetzen?

Tragt die Diskussion um die gerechte Betreuung unserer Kinder in die Betriebe, Firmen, Anwaltskanzleien, Fabriken, Geschäfte, Verwaltungen, nicht nur der Städte und Gemeinden, auch die der Krankenhäuser und  Großkonzerne. Macht “der Wirtschaft” klar, dass es ohne gute und auch gut bezahlte Betreuungsarbeit nichts ist mit Wertschöpfung und Bruttosozialprodukt, dass für das Funktionieren der Gesellschaft eben nicht nur die “produktive” Arbeit  wichtig ist, sondern der Arbeit in dem sozialen Bereich eine mindestens ebeno große Bedeutung zukommt und darum auch entsprechend gut ausgestattet und bezahlt werden muss.

Wenn Familien eine gute finanzielle Basis haben sollen an der beide Eltern durch Berufsarbeit mitwirken  und dennoch Kindern eine gute Betreuung zukommen soll, müssen wir es uns als Gesellschaft etwas kosten lassen….

Und sage niemand, dass das nicht machbar sei in diesem Staat.

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Vor drei Jahren habe ich bereits Ähnliches geschrieben:

Kinder? Nein, danke, woll’n wir uns nicht leisten!

Passend zu dem Thema, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt,  habe ich diesen Beitrag entdeckt:

Aus der Schule geflogen, im Heim gelandet”

Hospizarbeit…. 26. Mai, 2015

Posted by Rika in familie, gesellschaft, hilfe!.
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Gestern war ich zum ersten Mal nach einem Jahr wieder in dem Hospiz in Bad Münder.

Das ganze Haus und seine Umgebung atmet die Schönheit, Fülle und den Wohlklang des Lebens –  und doch ist die Bestimmung dieses Ortes das Sterben.

Schwerstkranke verbringen hier die letzten Wochen und als Sterbende die letzten Tage und Stunden ihres Lebens  –    liebevoll, aufmerksam, ruhig und professionell gepflegt. Ihrer Würde, ihren Wünschen und ihrem Willen wird aufmerksam und achtsam begegnet. Keine Hektik, kein erkennbar organisatorisches MUSS,  kein Zwang für die Gäste*, einer Verordnung oder Vorschrift entsprechen zu müssen. Keine festgelegte Besuchszeit für Angehörige und Freunde, kein Gefühl  für die Besucher, ein Störenfried des ordentlichen Ablaufs zu sein.  Alles wird den Sterbenden und ihren Bedürfnissen untergeordnet.

Das  Haus ist hell, freundlich, klar und einladend  gestaltet – und zugleich zweckmäßig und praktisch für diejenigen, die dort Pflege, Versorgung und Betreuung leisten. Neben den hauptberuflich Pflegenden helfen Ehrenamtliche im Hospizdienst. Sie besuchen auf Wunsch und nach Absprache die Gäste*, deren Angehörige in größerer Entfernung wohnen und / oder durch Beruf und Familie nur wenig Zeit haben, die Sterbenden zu begleiten.

Und auch die Besucher, die Angehörigen und Freunde werden einbezogen in diese fürsorgliche Welt der Betreung….   Getränke stehen bereit – Wasser, Saft, Tee, Kaffee -, Gebäck, ein kleiner Imbiss, Obst.  Im Foyer laden Sessel zum Verweilen ein, Bücher bieten Ablenkung, leise Musik trägt zur Entspannung  bei. Im Raum der Stille findet man Ruhe und  Angebote zu Meditation.  Im Sommer ermöglicht  die Terrasse den weiten Blick in die Landschaft, kann man im gepflegten Garten ein wenig herum spazieren, den Vögeln zuhören, auf einer Bank ruhen…

Und so dient das Haus zugleich den Lebenden, den Angehörigen nämlich, die  nicht zu dem schmerzhaften Prozess des Abschiednehmens auch noch die Bürde der Pflege  tragen und  ertragen müssen.

So ganz anders war mein Erlebnis am Tag zuvor.

Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst begleite ich seit Februar eine alte Dame in einem großen Pflegeheim. Auch das Haus macht (zunächst) einen freundlichen und gepflegten Gesamteindruck. Auch in diesem Haus werden die  Menschen in aller Regel auch sterben.  Auch in diesem Haus werden Menschen gepflegt.

Das Zimmer der alten Dame  ist klein und wenig freundlich eingerichtet. Das Pflegebett dominiert den Raum, die drei privaten Einrichtungsgegenstände bieten einer eher trostlosen als anheimelnden Anblick. Familienbilder hängen halbschief in einem Bilderrahmen, dessen zersplittertes Glas davon zeugt, dass er wohl vor nicht allzu langer Zeit heruntergefallen sein muss und dann einfach so wieder an die Wand gehängt wurde.  Der Ferseher – ein riesiger Flachbildschirm – dudelt fast immer wenn ich komme, irgendeine schreckliche Trashsendung wie “Shoppingqueen” oder “Restaurantretter” läuft, aber die alte Dame kann von der Position in ihrem Bett aus das Bild gar nicht sehen, ist nur diesem unerträglichem Geschwätz ausgesetzt (“Damit sie sich nicht so allein fühlt”, wie man mir gleich zu Anfang meines Besuchsdienstes mitteilte.)! Mein Versuch, einen anderen weniger trashigen Sender zu finden, schlug fehl…. woran auch immer es liegen mag. Vielleicht sind alle Zimmer an die hauseigene Sateliten-Versorgung angeschlossen?  Und natürlich stelle ich das Ding aus, wenn ich die alte Dame besuche.

Am Pfingstsonntag war sie sehr schwach. Sie atmete kaum noch, reagierte nicht auf mich und nahm mich wohl auch gar nicht wahr. So setzte ich mich nur still an ihr Bett und streichelte ganz sacht ihren Arm, ihre Hand.

Plötzlich wird mit einem lauten Knall die Tür aufgestoßen. Die Pflegerin kommt ins Zimmer. Reißt – ohne Rücksicht darauf, dass ich als familienfremde Besucherin am Bett sitze –  die Bettdecke von der alten Dame (die darunter nicht bekleidet ist!), fährt das Kopfteil des Bettes runter und zerrt die arme Frau an den Schulter so weit an das obere Bettende, bis diese fast mit dem Kopf oben anstößt. Dann macht sie sich an der alten Dame zu schaffen….

Ich habe mich sofort mit dem Aufdecken   beinahe fluchtartig in die äußerste Ecke  des kleinen Zimmers verzogen –  irgendwie unfähig, etwas gegen dieses Tun zu unternehmen.   Die Pflegerin hat  kein Wort an mich gerichtet und mich auch nicht gebeten, vorübergehend den Raum zu verlassen (so habe ich es im Hospiz in Bad Münder erlebt und so bin ich es auch gewohnt von der Pflegeeinrichtung, in der meine Eltern bis zu ihrem Tod lebten!) Die alte Dame ist immer noch nicht vollständig wach.  Es sieht so aus, als wolle die Pflegerin ihr das Essen anreichen  eintrichtern. Das kann ich nicht auch noch ertragen, nehme meine Sachen und verabschiede mich von der alten Dame und auch von der Pflegerin. Die wünscht mir “Frohe Pfingsten”….

Ich wollte keinen Aufstand machen, denn das wäre es geworden, wenn ich auch nur ein kleines Wort gesagt hätte, so entsetzt war ich und gleichzeitig so wütend.

Natürlich weiß ich, dass die Pflegekräfte über das Maß ihrer körperlichen und psychischen Belastbarkeit hinaus gefordert und damit auch ausgebeutet werden, zumal an einem Sonntag, wenn ohnehin nicht alle eigentlich  nötigen Kräfte im Dienst sind. Ich weiß auch, dass es nicht böser Wille ist, der die Pflegerin derart rabiat zu Werke gehen lässt. Mir schien sie wie in einem Tunnel zu sein, nur auf die anstehende “Arbeit” konzentriert und eben nicht auf den “Menschen”, der da vor ihr hilflos im Bett lag.

Und dennoch:

So geht es nicht!  Das geht gar nicht! So möchte ich nicht behandelt werden. So möchte ich nicht enden!

Ich will und werde die Pflegerin trotzdem nicht anschwärzen, denn auch sie ist ein “hilfloser Mensch”. Hilflos einem System ausgeliefert, das wir “Pflege” nennen, das diesen Namen aber nicht verdient hat. Ich werde  Kontakt aufnehmen zu einer Vertrauensperson, die die geschilderte Situation als “generelles Problem” ansprechen kann, um vielleicht doch wenig Änderung zu erreichen.  Denn dieser würdelose Umgang mit pflegebedürftigen Alten ist ein  generelles Problem. Das wurde mir während der mehr als zwei Jahre  bewusst, in denen ich meine Eltern mehrmals wöchentlich in der Pflegeeinrichtung besucht hatte. Und auch in diesem Heim, in dem ich  die alte Dame zweimal wöchentlich besuche , hatte ich schon einmal erlebt, dass eine Pflegerin ohne anzuklopfen mit Schwung ins Zimmer kam und dann ganz entsetzt war, als sie mich am Bett vorfand. “Normalerweise klopfe ich immer an!” sagte sie mir. Ich würde ihr gerne glauben…. aber, aber, aber!

“HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!” heißt es in einem Text der Bibel (Psalm 90,12)

Selbst wenn man nicht fromm ist und keinerlei Gedanken  an die Ewigkeit oder die Auferstehung verschwenden will  und deshalb “klug werden möchte”, so sollte das Diesseits doch Anlass genug sein, über den Satz gründlich nachzudenken.

Wir alle müssen sterben. Die meisten von uns möchten aber auch alt werden. Und ganz sicher möchte  niemand als hilfloser Kranker oder hilfloser Alter unter würdelosen Umständen vegetieren und erbärmlich sterben.

So will ich diesen Satz ergänzen: Hilf uns HERR, barmherzig zu werden mit den Alten, Schwachen und Kranken und für sie gut zu sorgen, wie es der Würde ihres Menschseins entspricht.

Und etwas drastischer als Appell an uns alle formuliert:

Setzen wir uns massiv dafür ein, dass die hilfsbedürftigen Menschen unter uns anständig versorgt werden.

ANSTÄNDIG !    –   Als Menschen und nicht als Sachen, die man irgendwie noch halbwegs in Ordnung hält! (Manch Oldtimer wird liebevoller versorgt und umhegt als der alte Opa, dem der Oldtimer mal gehört haben mag….)

Es kostet uns was…. finanziell und ideell.

Was sind “wir” uns wert wenn wir mal sterben?

Alle Hospize sind auf Spenden angewiesen:

Hospiz Bad Münder

Pfingsten und Schawuot…. 24. Mai, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, judentum.
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Frohe Pfingsten!

wünsche ich allen christlichen Leserinnen und Lesern, und

CHAG SCHAWUOT SAMEACH

den jüdischen Freunden von “himmel und erde”.

In diesem Jahr beschert der Kalender wieder  die zeitliche Übereinstimmung  beider Feste, die ja auch im Ursprung des “christlichen Pfingstfestes” bestand, wie es die Apostelgeschichte beschreibt.

Und auch wenn Juden und Christen ein höchst unterschiedliches Gottesverständnis haben, das ich hier und heute weder  beschreiben noch negieren und schon gar nicht beurteilen will, so wünsche ich uns allen doch die Kraft des göttlichen Geistes, die unser menschliches  Dasein und Leben ermöglicht, die uns inspiriert,  uns trägt und hält – so wie es  uns nach TANACH und NT zugesagt ist.

“Schmücket das Fest mit Maien!” heißt es in einem alten Pfingstlied….  und zu Schawuot singt man – wie mir mein Hebräischlehrer einst glaubhaft versicherte – u.a.  “EREZ SAWAT CHALAW UDWASCH”.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen schöne und gesegnete Feiertage!

Ich kann es mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen…. 24. Mai, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, gesellschaft, Kinder - Famile, meine persönliche presseschau.
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in meinem Alter Vierlingen gerecht zu werden – wohlgemerkt neu und viel zu früh geborenen Vierlingen.

Schon als noch relativ junge Mutter von vier Kindern (ich wurde kurz nach  der Geburt unseres vierten Kindes 36) war mir klar, dass es für mich leichter sei,  vier Kinder nacheinander zu gebären, zu pflegen, versorgen und groß zu ziehen, als zwei Kinder auf einmal.

Inzwischen sind alle unsere Kinder erwachsen, wunderbare, eigenständige, liebevolle Menschen.  Und ich, mit meinen 65 Jahren, freue mich an unseren drei Enkelkindern, genieße es, mit ihnen zusammen zu sein, ihre Entwicklung zu beobachten und liebevoll zu begleiten,  mit ihnen zu spielen, ihnen vorzulesen, mit ihnen in den Zoo zu gehen oder einfach nur auf dem Spielplatz oder in unserem Gärtchen zu toben.  Ab und zu betreuen der Liebste und ich eines oder auch zwei der Enkelkinder einen ganzen Tag lang, auch das genießen wir sehr, aber wir sind auch nicht traurig, wenn die Kleinen abends wieder in ihren eigenen Bettchen und unter der Obhut der Eltern schlafen.

Ich stelle es mir auch schwierig vor, ganz allein ein Kind groß zu ziehen, geschweige denn vier.

Wieviel Energie, wieviel Kraft ist dazu nötig. Wie viel muss organisiert werden, wenn der Alltag mal nicht rund läuft, eines der Kinder erkrankt oder gar die Mutter selber.

Noch weniger als die tagtägliche Organisation mit allen Imponderabilien hat man zuverlässig sicher und vorhersehbar die Zukunft in der Hand. Natürlich kann auch eine junge Frau plötzlich und schwer erkranken, das ist gar keine Frage, aber meiner Erfahrung nach werden die Kräfte mit zunehmendem Alter nicht mehr, sondern nehmen eher ab als zu.

In zehn Jahren, wenn die Kinder normal und gesund aufwachsen, kommen sie langsam in die Pubertät, dann ist ihre Mutter 75, in 20 Jahren, wenn die schulische Ausbildung normalerweise beendet ist und der Einstieg in Beruf oder Studium bewälltigt ist, 85. Wie mag es ihr dann gehen?  Wird sie noch alle fünf Sinne ordentlich beieinander haben, werden ihre Knochen noch halten und der Körper fit genug sein für alle weiteren anstehenden Aufgaben?

Wenn aber die Kinder dauerhaft pflegebedürftig sein sollten – was GOTT verhüten möge -, wer trägt dann die Last der Pflege, die Sorge, und auch die finanziellen Belastungen? Bürdet sie dann die Verantwortung ihren bereits erwachsenen Kindern auf – wollen die das? Oder überlässt sie das auch RTL, diesem Trash-Sender, mit dem sie ja laut Medienberichten einen Vertrag abgeschlossen hat?

Es geht mich eigentlich nichts an. Niemanden von uns geht es an. Trotzdem habe ich eine Meinung dazu. Und die ist, klipp und klar auf den Punkt gebracht:

 Eine Frau, die sich mit 65 Jahren einer künstlichen Befruchtung unterzieht, mit allen Risiken, die diese Prozedur auch schon bei jüngeren Frauen mit sich bringt,  handelt  egoistisch und ist im höchsten Maße verantwortungslos.

Wer kümmert sich eigentlich um die Rechte dieser Kinder?

Über gefiederte Wesen…. 19. Mai, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, araber, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, israel.
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lese ich in diesen Tagen per Smartphone und Zeitlung.

(Ich bin erst gestern von der Wiese zurückgekommen, eine sehr erfolgreiche Arbeitswoche (großer Dank an unsere großartigen Kinder – dabei sind die Schwiegerkinder immer mitgemeint!!!!)  mit liebem Besuch liegt hinter uns und heute habe ich erstmals wieder meine Zauberkiste angeworfen…. Das Smartphone ist zwar ein netter Begleiter, aber keine wirkliche Alternative zu diesem wunderbaren Ding, an dem ich jetzt sitze und lese und schreibe, zumal auf der Wiese kein wirklich guter Internetzugang verfügbar ist.)

Heute schrieb es in der HAZ über die Plage, die von Saatkrähen in den Städten ausgeht. Die gefiederten Mitbewohner machen Krach und Dreck und sind zu einem echten Ärgernis für die zweibeinigen Mitbewohner geworden. Da aber in der schönen Stadt Hannover – von ihr und ihrem Krähenproblem ist in dem Artikel die Rede – eine absolute Gleichberechtigung zwischen Mensch und Tier herbeigeschrieben und geredet wird, macht der NABU den unschätzbar wertvollen Vorschlag, die Parkplätze für Autos zu sperren, damit sie nicht vom Kot der Vögel Wert erniedrigend verunreinigt werden. Ist das nicht mal ein genialer Plan?! Einfach den Raum unter der Lufthoheit der Vögel für Autos – und damit auch die Menschen – sperren. Mein Sohn und seine Frau in der kleinen mecklenburg-vorpommerschen Stadt benötigen einen Regenschirm bei schönstem Sommerwetter wenn sie das Haus verlassen. Die unschönen Untersichlassenschaften der gefiederten Baumbewohner verursachen nicht zu bereinigende Flecken, vom Ekel ganz zu schweigen. Vielleicht könnte der Nabu für die Brutzeit der Krähen alle Bürgersteige unter den entsprechenden Bäumen sperren lassen…  und damit den Bewohnern der anliegenden Häuser (hoffentlich vom Nabu bezahlten) Urlaub erwirken, bis die Plage mit den Nest- und Brut pflegenden Krähen vorüber ist….  nur mal so ein kleiner Gedanke….

Ungleich gewichtiger und damit auch mit deutlich größerem Potential zu Unmut und Ärger, ist aber das Thema über andersartige und gleichfalls gefiederte Wesen, das in den letzten Tagen vor allem bei facebook umfassend und durchaus auch kontrovers beschrieben und diskutiert wird. Das Problem mit dem Engel.

Engel spielen in unserer (noch unserer???) westlich-christlichen Kultur eigentlich nur zur Weihnachtszeit eine herausragende Rolle in Form von mehr oder weniger kitschig-schönen oder hässlichen Figürchen für Tannenbaum und sonstiger Deko. Sie müssen heute nicht mehr unbedingt rauschgoldmäßig daherkommen, hübsch – je nach Betrachter – sind auch die Figuren aus rostigem Metall oder grob gesägtem Holz, allerliebst die bunt glasierten Töpferwaren oder die herzigen Papierengelchen – flatterhafte Wesen….

Darüberhinaus finden sich aber Engel durchaus auch im Alltag wieder. “Du bist ein Engel!”, sagt man, wenn ein netter Mensch einem  unverhofft aus einer mehr oder weniger schwierigen Situation hilft, “Engel der Gefangenen”, war ein viel gelesenes Buch im letzten Jahrhundert, grüne Engel bieten ihre Hilfe in Krankenhäusern an, gelbe Engel auf den Straßen des Landes.  “Mein Engel” sagen Verliebte und “Engelchen” neue Mütter zu ihrem (natürlich süßem) Baby.

Und dann gibt es noch die Kategorie der “Friedensengel”. Leider, muss ich sagen, ist diese Spezies äußerst rar vertreten unter der Engelschar.

Dieser Tage allerdings hat der hohe Herr in Rom aber einen Kandidaten für den Posten eines Friedensengel auserkoren, der besser nicht hätte erwählt werden können. Schon des Kandidaten Bildungsweg macht deutlich, dass es niemanden gibt, der besser zum Friedensengel taugt, hat er doch an einer Unsiversität in der ehemaligen Sovietunion  eine bahnbrechende Arbeit über das Verbrechen an den Juden geschrieben. Seiner – mit wissenschaftlicher Akribie geschriebenen – Dissertation nach, hat es niemals einen Holocaust gegeben. Gleichwohl macht er heute den von ihm geleugneten Holocaust dafür verantwortlich, dass die Juden alle aus Europa in den Nahen Osten auswanderten, um dort den Staat Israel zu gründen, was natürlich noch vor gut 40 Jaharen ein schreckliches Verbrechen an den Arabern war, welches bis heute an dem neu erfundenen Volk der “Palästinenser” fortwirkt.  Erstmals wurde der Kandidat einer breiteren Öffentlichkeit bekannt als Finanzier und Mitorganisator der “Unterbrechung” der fröhlichen Spiele von München – wir erinnern uns:  Ein Terrorkommando der Nochnichtpalästineser-Araber überfiel die Unterkunft der israelischen Athleten im olympischen Dorf und richtete ein Blutbad an, weswegen die Spiele in München “unterbrochen” werden mussten und seither bei allen Olympischen Spielen keine Schweigeminute für die Opfer während der jeweiligen Eröffnungsfeier eingehalten wird. Schon die alten Griechen ließen während der Spiele in Olympia alle Waffen ruhen, der olympische FRIEDE war sprichwörtlich und heilig!  Daran kann man leicht ermessen, wie groß die Eignung des Kandidaten für den Posten des Friedensengel ist.  Im Laufe seines Lebens bewies der Kandidat vielfach seine herausragende Eignung durch herausragende Reden und Taten. So feiert er in der Position des (als vor zig Jahren gewählten) “Präsidenten” die “besten” Terrorristen, die die meisten Juden umgebracht haben, als Märtyrer, benennt Schulen und Straßen nach ihnen und lässt Bonbons und andere Süßigkeiten an die Kinder seines “Staates” verteilen, wenn wieder einmal ein besonders gut gelungener Anschlag auf Juden mit mehreren Toten zu beklatschen ist. Er fordert ganz im Sinne und der Tradition der deutsch-arabischen Freundschaft  nationalsozialistischer Prägung ein “judenreines Palästina” und hält die “Siedlungen” für die schlimmsten Verbrechen der Menschheit. Und selbstverständlich versteht er unter “Palästina” das ganze Land vom “Meer bis zum Fluss” – wer  sich die Landkarte vergegenwärtigt, wird unschwer feststellen, dass dann für den Stadt Israel nur noch das Meer bleibt, wohinein ja nach  iranisch-hamastanischer Lesart ohnehin alle Juden getrieben werden sollen.

Ihn zu einem Friedensengel” zu erküren bedarf schon wahrhaft göttlich-visionären Hoffnungsglaubens – aber, wie heißt es so schön in alten Christentexten: “Nichts ist unmöglich, dem der da glaubt!” Wobei ich nicht sicher bin, ob diese Glaubenserwartung auch für diejenigen gilt, die mit den christlichen Texten nur in sofern etwas zu tun haben wollen, indem sie sie nutzen, gegen das böse Volk der Juden vorzugehen, ansonsten aber die Religion des Nazareners meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Es mag dem hohen Herrn in Rom entgangen sein, dass seit der “Herrschaft” der Fatah (zu der der Kandidat gehört), ein nicht unerheblicher Christenschwund in Fatahtan-Palästina durch die harte Bedrängnis der muslimischen “Palästinenser” eingesetzt hat, wohingegen Christen in dem Land der Juden – in Israel –  ihre Religion frei ausüben können. Aber vielleicht sieht der Nachfolger des heiligen Franziskus durchaus in hellsichter Klarheit, was in Abbasland passiert und appeliert deshalb an den Präsidenten des nicht vorhandenen Staates “Palästina”,  Friedensengel gleich die armen christlichen Mitmenschen zu schützen? Wer weiß das schon – und nicht nur die Wegen des HERRN sind unerforschlich.

Dass der Papst in Rom mit der Ehrung des Herrn Abbas aber eine propagandistische Aufwertung der “Palästinenser” erster Güte vornimmt und völlig kritikfrei einen der schlimmsten Friedensverhinderer zur Friedensikone stilisiert, das entspricht leider dem wieder  erstarkenden christlich motivierten Antisemitismus, wie er in allen Jahrhunderten bisher traditionell und von allen Kanzeln der christlichen Welt  verkündet wurde….   und es ist ein Trauerspiel, dass ausgerechnet ein Papst mit Namen Franziskus  sich zu dieser Frieden verhindernden Maßnahme hinreißen ließ, denn es muss ein ausgewiesener Schelm sein, der nicht auf die Idee kommt, das, was er angeblich bezwecken will, nämlich Frieden zu stiften, mit der Stiftung dieser Medaille ausgesprochen clever verhindert… Warum sollte ein mit einem  “Friedensengel”  rein vorsorglich dekorierter Abbas mit den Juden in Israel Frieden machen wollen,  das hat doch schon mit dem Preis an Arafat nicht funktioniert und auch der auf Hoffnung basierende Preis an Obama zeigt bisher nur wenig bis eigentlich gar keine Wirkung.

Ich jedenfalls habe überhaupt keine Vision und keine Hoffnung in Bezug auf die Friedensengel, die der Papst nominiert.

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Kleiner gedanklicher Nachklapp:

Vielleicht sollte Papst seinem Namen entsprechend seinen Wirkungskreis ein bisschen variieren  und wie der Heilige aus Asisi mal mit den Vögeln reden, speziell mit den Saatkrähen in Hannover und ihnen erklären, dass sie sich prima zu Friedensengelntauben eignen und  deshalb doch bitte die Stadt verlassen sollten… da hätte er zwei Fliegen mit einer Klappe…. Tauben und Krähen… ähhh.

Fremde Feder: Warum 1964 die PLO und nicht der Staat Palästina gegründet wurde! 6. Mai, 2015

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber-"palästinenser", fatah, hamas, israel, plo, terrorismus, zweistaatenlösung.
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Rika:

Mit wenigen Worten alles gesagt!
Wer – außer denen, die den Staat Israel nicht wollen – sollte das nicht verstehen können?

Ursprünglich veröffentlicht auf facts, info, opinion:

Man liest derzeit immer häufiger, dass es angeblich keine Alternativen zu einer Gründung eines „palästinensischen“ Staates gebe. Amerikas Präsident Obama erwägt die Anerkennung eines solchen Staates in der UN, die Franzosen und die EU überlegen neue Schritte, um dahingehend Druck auf Israel auszuüben. In der Öffentlichkeit gilt als sicher, dass es allein an Israels Weigerung und den „Siedlungen“ in der Westbank – wie Judäa und Samaria seit der jordanischen Besatzung genannt werden – liegt, dass es den 23. arabischen Staat (Palästina) noch nicht gibt.

Ist es wirklich so, dass Israel sich einfach weigert, einen weiteren arabischen Staat entstehen zu lassen oder ist die Realität möglicherweise eine andere?

Die Gegenwart, in der wir leben, ist ein Ergebnis der Ereignisse, Handlungen und Entscheidungen, die in der Vergangenheit passierten. Die Vergangenheit begann nicht 1967 nach dem Sechs-Tage-Krieg, sondern schon viel früher. Ich möchte euch aber nicht mit uralten Geschichten von Völkerwanderungen und Eroberungszügen…

Original ansehen noch 785 Wörter

Bei “himmel und erde” …. 27. April, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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liegt der Schwerpunkt der Bloggerin derzeit auf “erde”!

In der wühle und buddele ich mit Lust und Leidenschaft, hacke, pflanze, säe, das es eine Wonne ist, obwohl der Rücken zwackt und und die Hände rau und schrumpelig und manchmal kaum noch  sauber werden .

Und so komme ich nicht dazu, hier zu den vielen Themen und Nachrichten Stellung zu nehmen, die mir ansonsten den Blutdruck in die Höhe treiben oder Tränen in die Augen…

Flüchtlinge,

ISIS und kein Ende,

Hamas mit neuem Raketengrüßen zum israelischen Feiertag der Staatsgründung,

noch mehr Flüchtlingskatastrophen,

Erdbeben in Nepal,

Neonazis,

Linke beim Berliner Hamasfestival,

Gedenkfeiern zur Befreiung der Konzentrationslager durch aliierte Truppen vor 70 Jahren –

und die dabei gehaltenen Betroffenheitsreden von Politikern,

die wieder einmal beleidigten Türken und

ihre unverschämte Art und Weise, immer noch den Völkermord an den Armeniern zu leugnen …

und der Eiertanz der Regierung  ist wahrlich kein Ruhmesblatt…. schon seit Jahren geht das so.

und als heutige Meldung des Tages: das Verbot einer israelischen Fahne aus Rücksicht auf die “Berliner Palästinenser”…

Das alles wäre wert beschrieben und kommentiert zu werden – kostet mich aber  Zeit (die wäre zu verschmerzen) und vor allem auch Kraft und Energie.

Neben der Buddelei im Gärtchen und auf der Wiese ist es die  Hospizarbeit für die ich Zeit und Energie einsetze.

Vor gut vier Jahren habe ich an einem entsprechenden Kurs für ehrenamtliche Mitarbeiter teilgenommen.  Seit ein paar Wochen bin ich aktiv in die Hospiz-Arbeit eingestiegen  –  die Begleitung meiner Freundin habe ich nicht als Hospiz-Arbeit empfunden, dazu waren wir uns zu nahe ….  Ungefähr um diese Zeit vor einem Jahr begann für  meine Freundin der letzte Weg bis zu ihrem Tod….

Heute im Ruheforst das frische Grün der Bäume….   Buschwindröschen, Bärlauch, Veilchen und viele junge Pflanzen mehr …. eine friedliche Stimmung….

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Da berühren sich Himmel und Erde …

Da berühren sich Himmel und Erde…

Und der Liebste lachte… 15. April, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.
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Wenn man in einem Kaminofen das Feuer ein paar Tage lang tagsüber ununterbrochen brennen lässt, verrußt die Scheibe und das schöne Leuchten des Feuers ist von außen betrachtet nur noch als ein müdes Glimmen zu erfassen. Zum Glück hält der Markt sehr effiziente Mittelchen zur Abhilfe bereit, Sprays und “Sprühs”, die im Nu dem Ruß auf der Scheibe den Garaus machen. Bei den Dingern gibt nur einen kleinen Haken: Sie können nur bei kalten Scheiben zum Einsatz gebracht werden. In unserem Fall heißt das:  Am frühen Morgen bevor das Feuer neu entzündet und damit die über Nacht abgekühlte Scheibe wieder heiß wird. Der Meinige ist ein ganz wunderbarer Feuermacher, aber als Scheibenputzer mag er sich nicht so gerne betätigen.

Also sprach ich beim Zubettgehen: “Morgen früh stehe ich als Erste auf und putze die Scheibe!”

Dazu muss man wissen, dass ich seit meinem Eintritt in den Ruhestand einen ungeheuren Luxus genieße: Der Liebste steht immer vor mir auf und macht immer das Frühstück! Als echte Morgenmuffeline werde ich nämlich vor dem ersten Kaffee nicht wirklich munter. Das war schon immer so,  und in den Jahren meiner Noch-Berufstätigkeit, als alle Kinder schon erwachsen waren und das Haus verlassen hatten, bestand mein Frühstück lediglich aus einer Tasse Kaffee aus dem S-Maschinchen, während der Liebste noch friedlich in seinem Bette ruhte, hatte er doch das Privileg, keine seiner Seminare oder Vorlesungen VOR neun Uhr morgens beginnen lassen zu müssen, während ich an die landesüblichen Schulbeginnzeiten gebunden war, unerbittlich!

Nun liebe ich diese wunderbare Frühstücksregelung und natürlich den Liebsten gleich mit!

Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich mich am folgenden Morgen noch an mein hochherziges Versprechen erinnerte und ein noch größeres Wunder, dass ich mich auch daran hielt!

Ich stand also auf, schlurfte in den Wohnraum, holte das Putzzeug für die Scheibe und machte mich ans Werk. Erst mal gründlich den Kohlen- bzw. Ascherost rütteln, einen Moment warten, bis die Verwirbelung im Ofen sich legt, Ofentür öffnen, Scheibe einsprühen, mit feuchten Tuch nachwischen, ein oder zweimal, je nach dem Grad der Verschmutzung, mit Küchenpapier nachpolieren. Fertig!

Putzzeug wegräumen und wieder ins noch warme Bett kriechen, augenblicklich wieder wegdämmern…

Nur von Weitem kriege ich mit, dass der Liebste aufsteht und mit den üblichen Verrichtungen beginnt….

Plötzlich ein lauter, aber sehr, sehr unfeiner Ruf, der dem Liebsten sonst so gut wie nie und nimmer entfährt:

“Ach du Scheiße!”

Ob der Ungewöhnlichkeit dieses Ausrufs aus dem Mund des Meinigen bin ich sofort hellwalch und rufe zurück:

“Was ist passiert?”

(In unserem kleinen Blockhaus auf der Wiese trennt nur eine dünne Blockbohlenwand das Schlafgemach vom Wohnraum, es hätte also gar nicht des lauten Rufens bedurft!)

“Die Scheibe des Ofens ist gerissen!”  dröhnt es laut von nebenan!

Mit einem Satz bin ich aus dem Bett, eile zum Ofen, beuge mich leicht hinunter zur Ofentür….

Lustig brennt bereits das Feuer, es leuchtet und blinkt mir durch die strahlend saubere  Scheibe entgegen….

Von einem Riss keine Spur!

Ich wende mich dem Liebsten zu…

“April, April!”   tönt es mir fröhlich entgegen, und der Liebste lacht über das ganze Gesicht!

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Das ich später mittels des schlauen Telefons und seiner vielfältigen Möglichkeiten mit der dramtischen Wiedergabe der Geschichte auch alle Kinder gleichfalls in den April schickte und sie ebenso prompt wie ich darauf reinfielen, erhöhte die Freude des Liebsten über den überaus gelungenen Scherz!

Und eigentlich hatte ich diese nette Begebenheit nach der Rückkehr von der Wiese sofort posten wollen, aber angesichts der vielen schrecklichen Nachrichten in der Zeit erschien mir das absolut nicht angemessen.

Doch vorenthalten mochte ich Euch, die Ihr hier immer mal vorbeischaut, diese nette Episode auch nicht, darum also jetzt erst die kleine Geschichte zum 1. April!

“Passend” ist der heutige Tag aber auch nicht….. leider….

Nehmt das Geschichtchen als die kleine Prise Humor, die wir auch in schwierigen Zeiten dringend brauchen.

Wiesentage…. 13. April, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Sie waren so schön!

Kein gut funktionierendes Netz ….  das Smartphone schwächelt …. der Fernseher hat seinen Geist aufgegeben ….  die Zeitung ist ist abbestellt… Radio wäre eine Option, bleibt aber der himmlischen Ruhe wegen auch stumm …. die Welt dreht sich ohne uns …. Sturm weht ums Haus ….  Ebbe und Flut in ewiger Folge ….

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MEDION Digital Camera

Einzig Roberta – das Kaninchen –   versetzt mich in Wallung, es frisst meine mit viel Liebe gepflanzten Stiefmütterchen und lässt sich auch durch die Androhung des Kochtopfs nicht davon abhalten, andere Frühlingsblumen und die zarten Austriebe der noch jungen Büsche zu probieren….  na warte!

MEDION Digital Camera

Wir haben das Häuschen “entwintert” und die Wiese frühlingsfein gemacht.

Nun kann er kommen, der Sommer am Meer!

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