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Terror ist Terror! 31. Juli, 2015

Posted by Rika in araber, israel, terrorismus.
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Vielleicht, so denke ich in diesem Moment, habe ich mich zu sehr darauf konzentriert, den Terror GEGEN Juden in den Fokus meiner Aufmerksamkeit zu rücken und habe dabei viele kleine Anzeichen für Terror VON  Juden schlicht ausgeblendet.

Was aber in den letzten Tagen passiert ist, lässt sich nicht ausblenden und lässt sich auch nicht entschuldigen, so bitter  das für eine erklärte “Freundin Israels” auch immer sein mag.

Terror ist Terror –  feige, hinterhältig, grausam, menschenverachtend tödlich –  und durch nichts und gar nichts zu rechtfertigen!

Nicht durch eine schwere Kindheit oder untragbare soziale und politische Verhältnisse und erst recht nicht durch “Heilige Schriften”, welcher Religion auch immer.

Es macht mich fassungslos und traurig, von dem Anschlag auf die Gay-Parade***  in Jerusalem zu hören. Zwar kann ich verstehen, dass es frommen Menschen, die sich an Torah, Bibel oder Koran orientieren, völlig gegen den Strich geht, wenn Lesben und Schwule offenherzig gewandet und fröhlich ihre Liebe demonstrierend durch die Straßen ziehen….  (das gilt  vermutlich auch in Bezug auf Heteros, die zu lauter Musik feiernd und knutschend  in schrillen und anzüglichen Gewändern die freie Liebe propagieren…)  ABER ich finde jeden Akt von Gewalt gegen diese Form der Lustbarkeit im öffentlichen Raum absolut inakzeptabel, zumal es jedem Gegner derartiger Events doch vollkommen frei gestellt ist, die entsprechende “Lustmeile” zu meiden und so dem Ärgernis aus dem Weg zu gehen. (Die Besonderheit dieses Attentats, auf die ich hier nicht näher eingehen will, die aber dennoch zu berücksichtigen ist,  beschreibt Audiatur)

Ich bin in einer christlich-frommen Familie aufgewachsen und diese Familie gehörte zu einer Gemeinde, die sich (zur damaligen Zeit) sehr strikt gegen jede Form von “Lustbarkeit” wandte, egal ob Kino, Kirmes, Theater oder Schützenfest. Mir hat das nichts ausgemacht, ich war es nicht anders gewohnt. Meine Eltern erzählten aus dieser meiner Kinderzeit – ich muss 6 oder 7 Jahre alt gewesen sein –  gern folgende Geschichte: In unserer Stadt war Kirmes und nahezu alle Kinder meiner Umgebung gingen natürlich mit ihren Eltern und Geschwistern auf die Kirmes. Ich nicht. Natürlich nicht. Ein Nachbarkind, mit dem ich viel spielte, fragte mich, ob ich nicht mitgehen wolle. “Nein”, war meine Antwort, “auf der Kirmes ist der Teufel”. So hatte ich es gehört und so glaubte ich es. Am Tag darauf trafen der Nachbarjunge und ich wieder aufeinander. “Du Ulli”, sagte er, “du kannst ruhig auf die Kirmes gehen, ich habe genau aufgepasst, der Teufel war nicht auf der Kirmes!”

Nein, der Teufel mit Hörnern und  Pferdefuß war ganz gewiß nicht auf der Kirmes.  Allerdings  hatte ich schon damals wohl keine konkrete Vorstellung vom Aussehen des Teufels, so wenig ich eine bildhafte Vorstellung von Gott hatte, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.  Ich bin aber in den weiteren Jahren bis zu meinem Erwachsensein immer wieder mit der Frage konfrontiert gewesen, ob eine Party zu der ich eingeladen war, ein Kinobesuch den meine Freundinnen mit mir machen wollten, die Tanzstunde die für junge leute in dem Alter nahezu obligatorisch war, mit meinem Glauben in Einklang zu bringen sei. Und manchmal habe ich mich dagegen entschieden an einer derartigen Veranstaltung teilzunehmen.

Warum ich das so ausführlich schreibe? Ich will damit verdeutlichen, dass mir die Strukturen in denen “Fromme” aufwachsen, glauben und denken, sehr vertraut sind und ich nachvollziehen kann, was in ihnen vorgeht, wenn sie mit Verhaltensweisen konfrontiert werden, die ihren religiösen Überzeugungen zuwider laufen.

Aber gerade weil ich das aus eigener Erfahrung kenne, lehne ich Gewalt (in jeder Form – auch in verbaler) zur Durchsetzung religiöser Vorschriften und zur Umsetzung strikter,  religiös ausgerichteter Verhaltensweisen ab.

Die Weisungen Gottes, der Bibel, die Gleichnisse, Predigten und Lehren Jesu, habe ich im Laufe meines Lebens als ein großartiges Angebot an mich, an uns Menschen zu verstehen gelernt, ein Angebot Gottes aus Liebe zu uns Menschen. Und diese Liebe Gottes zu uns schließt Gewalt gegen andere “geliebte Menschen Gottes” vollkommen aus.  Ich kann immer nur für mich selbst entscheiden, ob und wie ich die Lehre Jesu umsetze, ich kann nicht meinen Nächsten dazu zwingen, es so zu verstehen und zu handhaben, wie ich es tue. Manchmal ist das schwer. Und manchmal lege ich schon einen ziemlich “missionarischen Eifer” an den Tag, um andere von “meiner Wahrheit” zu überzeugen,  wie der Liebste immer mal wieder missbilligend feststellt….  und mich damit wieder auf den Teppich holt.

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Und heute – heute eine weitere schreckliche Nachricht über einen Anschlag. Das macht mir zu schaffen.

Welche Motive haben die jungen(?) Männer, die in einem Dorf in der Nähe Rammalahs zwei Häuser in Brand setzten und damit die schweren Verletzungen der Bewohner und  den Tod eines Babys zu verantworten haben?  Spielt die Religion auch hier eine Rolle? Isr es die gleiche Überzeugung, das Land gehöre nur und ausschließlich ihnen, wie sie auch die Anhänger der Fatha und Hamas immer wieder als Begründung für ihren Kampf gegen Israel zum Ausdruck bringen? Noch ist das Spekulation, wenngleich man befürchten muss, dass es – wie in jeder Gesellschaft – auch in der israelischen Gesellschaft Menschen gibt, die die vermeintlichen und die  berechtigten Interessen der israelischen Juden um jeden Preis und mit allen Mitteln – auch denen der Gewalt – verteidigen und erkämpfen.

Die Brandstiftung  ist eine schreckliche Tat. Und sie steht vermutlich und leider in einer Reihe von Anschlägen, die in den letzten Jahren gegen Muslime und  / oder Christen verübt wurden (siehe Einschub). Es seien “die Siedler”, national-religiöse Siedler wird bei diesen Anschlägen – wie dem auf die Brotvermehrungskirche  – vermutet.

Siehe dazu diesen Einschub:

“Die von den Aktivisten aufgebaute Taktik, um schrittweise die „Erlösung“ herbeizuführen, ist, „Schwachpunkte“ in Israel zu treffen. Damit wollen sie Debatten auslösen und so Unterstützer gewinnen. Die Gruppe wurde von einem Aktivisten aus Jerusalem angeführt, der nun in Safed lebt. Aufgrund der von ihm ausgehenden Gefahr hatte man ihn bereits mit einer einjährigen Zugangssperre für Judäa, Samaria und Jerusalem belegt.

Die Zelle begann zunächst mit anti-christlichen Aktivitäten, darunter ein vandalistischer Angriff gegen das Dir Rafat Kloster im April 2014. Auch versuchten sie – erfolglos – den Israelbesuch des Papstes zu stören. Im vergangenen Jahr begannen sie mit schwerwiegenderen Brandanschlägen gegen palästinensische Häuser, so am 23. November 2014 in Khirbet Abu Fellah und im Dezember 2014 in A-Dirat im Süden Judäas.

In den letzten Monaten mehrten sich die Angriffe der Zelle gegen christliche Ziele wie die Dormitio-Abtei und die Brotvermehrungskirche. Die anti-christliche Stimmung nahm in der letzten Zeit noch zu. Auf dem Blog des Anführers war am 20. Mai zu lesen, dass „nur diejenigen Juden genannt werden, die den Götzendienst verweigern, gegen das Christentum kämpfen und anstreben, Kirchen aus dem Heiligen Land zu entfernen“.

Die ISA und die Polizei verfolgen mit größter Ernsthaftigkeit jegliche Absicht oder Aktivität von Angriffen auf religiöse Stätten im Staat Israel und kooperieren miteinander, um die Aktivistenzellen zu zerschlagen.”  

Quelle:http://newsletter.israel.de/i/f-Q4Xqb4eT72EvFGzIr_XveAYKlWw3Xt#86dc67e7-34a7-4c9e-bced-6fe57afe29c3  ]

Auch diese Anschläge sind ver- und zerstörend, wobei das in doppelter Hinsicht gilt: Sie zerstören in der Realität Häuser, Dinge, Sachen menschliches Leben  und sie zerstören Vertrauen und Zutrauen in die Kraft eines friedlichen Miteinanders. Für mich ist das verstörend, denn es stört mein ideales Bild vom friedlichen Israeli, der in Frieden mit seinen Nachbarn leben will. Zum Glück, so rette ich mich in den Glauben an ein friedliches Israel, ist die überwiegende Mehrheit der Israelis gegen Anschläge dieser Art, und gegen ein ausschließlich nur für Juden offenes Israel. Vor allem aber steht die israelische Regierung den terroristischen Anschlägen – verübt von Israelis – mit Entschiedenheit entgegen.

Und so finden sich dann auch sehr schnell die Reaktionen der politischen Verantwortlichen, die die Anschläge – insbesondere den der letzten Nacht, aufs Schärfste verurteilen….

Damit allerdings unterscheidet sich die israelische Politik und Gesellschaft dann doch von der der Nachbarn in Ramallah und Gaza, wo jeder gelungene Anschlag gegen Juden und Israel gefeiert und bejubelt wird.

Ich aber  will mich nicht dem Vorwurf aussetzten und schon gar nicht der Versuchung erliegen, auf einem Auge blind zu sein.

TERROR IST TERROR  und er ist zu ächten und zu verurteilen, gleichgültig wer ihn verübt und welche Motive ihn dazu bewegen.

Und so werde ich auch in Zukunft die benennen, die vermeintlich mit der Rückendeckung ihrer Religion, seien es Christen oder Juden oder Muslime, Terror gegen Andersgläubige inszenieren mit Worten oder Taten.

Und hoffe dabei sehr, dass mich jemand auf den “Balken in meinem Auge”  hinweist ….

…………………………………

*** Ein, wie ich finde, bemerkenswertes Argument darf angesichts der Tragödie nicht unter den Tisch fallen, über facebook wurde ich darauf aufmerksam: So abstrus das klingt, aber: Das Attentat des ultra-orthodoxen Fanatikers wurde überhaupt erst möglich, weil es in Jerusalem einen Pride gibt. Das ist für den Nahen Osten eine absolute Ausnahme. Neben Tel Aviv handelt es sich bei dem Jerusalem Pride um den einzigen Pride, der in dieser Region überhaupt möglich ist.”   Quelle: http://www.gaystream.info/#!Was-wir-nach-der-Messerattacke-auf-dem-Jerusalem-Pride-nicht-vergessen-sollten/cjds/55bb40760cf285bbf3017203

Über jüdischen Terror schreibt Ulrich Sahm: Einblicke in eine jüdische Terrororganisation

Fremde Feder: Die Tagesschau hat wieder zugeschlagen 27. Juli, 2015

Posted by Rika in aktuell.
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Rika:

Niemals, da bin ich ziemlich sicher, werden es Chayas bemerkenswerte Beiträge als Ergänzung zu Richard C. Schneiders “Reportagen” in die ARD schaffen. Deshalb halte ich es geradezu für meine Blogerinnenpflicht, ihre sehr erhellenden Kommentare hier weiter zu reichen.

Dass ich kein ausgemachter Fan von Herrn Schneider und der   ARD   Nachrichten   und  Berichterstattung über und aus Israel bin, gebe ich gerne zu....

Das ZDF ist allerdings und   leider   keinen Deut besser!

Ursprünglich veröffentlicht auf Ich, die Siedlerin || Eine jüdische Stimme aus Judäa:

(…und ich hatte mich schon auf die “Thementage” gefreut…. :( )


schneiderschauDie Tagesschau hat wieder zugeschlagen!
Das bekannteste Sprachrohr für palästinensische Belange in Deutschland, das ARD-Studio in TelAviv, unter der Regie ihres Nahost-Korrespondenten Richard Chaim Schneider, bereitet sich für den nächsten Beitrag zum Thema Israel vor.
Und wie könnte es auch anders sein? Im Mittelpunkt stehen natürlich Palästinenser.In diesem Beitrag sind es solche, die sich mangels Baugenehmigung und ohne Interesse daran, sich in den dutzenden von palästinensischen Städten und Dörfern der Hebron-Berge anzusiedeln, ihr eigenes illegales Blechdorf aus dem Boden stampfen, es nach den Ruinen der antiken jüdischen Stadt Sussia nennen, die sich im Umkreis von einigen hundert Metern  befinden, und sich dann über die Zwangsräumung durch Israel beschweren.

Allgemeinansicht:  Region der südlichen Hevron-Berge Allgemeinansicht:
Region der südlichen Hevron-Berge

Der Rechtsstreit um die arabische Besiedelung zwischen den Ruinen der antiken Stadt Susya und ihrem Ausgrabungsgebiet, und der 1983 wenige Kilometer weiter von ihr gegründeten jüdischen Siedlung Susya…

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Sein Hut, der hat vier Ecken…. 20. Juli, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Da steht er nun, der Hut, und es ist eine helle Freude ihn zu betrachten.

Es ist, so wurde uns erzählt, bei den Chemikern an der Uni in Hamburg ein beliebter Brauch, dem “Delinquenten” nach der Verteidigung, der Disputation im Promotionsverfahren,  einen eigens für ihn gestalteten Doktorhut zu überreichen.  Und so ist auf dem Geviert des Hutes alles  das versammelt, was den damit frisch dekorierten jungen Mann auszeichnet, bzw. und besser gesagt, was typisch ist für ihn abseits des akademischen Betriebes, dem er lang genug angehörte, um  den Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit zu bieten,  die  diversen Eigenheiten und Eigenschaften kennenlernen und studieren zu können.

Wieviel Arbeit in diesem Hut steckt, denke ich …  und meine beides, die Arbeit “am” Hut und  die Arbeit “für” den Hut:   die lange Zeit des offiziellen Lernens an Schule und Universität –  Büffeln für Prüfungen und Klausuren, wieder und wieder,  Laborarbeit während der gesamten Studienzeit, Schreiben der Bachelorarbeit, der Masterarbeit und schließlich ganz gezielt das Arbeiten für die Doktorarbeit im Labor und das Schreiben der Arbeit selbst.

Dankbar sind wir, die Eltern, dass wir unseren Sohn all die Jahre begleiten konnten, seinen “offiziellen Lernweg” ebenso wie das Lernen, das das Leben selbst mitbringt, erfordert, ausmacht …   das Miteinander in der Familie und den sozialen Strukturen – Freundschaften, Kolleginnen und Kollegen, Gruppen in Freizeit und  Gemeinde.

Wir freuen uns mit ihm über “den Hut” und darüber, dass er immer noch der liebenswerte “Kleine”*** ist, eingebettet in den Kreis seiner Geschwister und der Familie. Und so waren wir als Familie auch (fast) alle  dabei, als er im Hörsaal seine Dissertation “verteidigte”  –  dabei will ich gerne gestehen, dass es mir ebenso  ging wie meinem kleinen Enkel, der seinen Vater flüsternd fragte: “Papa, was redet der Bias da?”,  denn außer den Wörtern in den einleitenden und  verbindenen Sätzen  verstand ich eigentlich so gut wie nichts von dieser doch sehr eigenen Sprache mit der Chemiker die Wirksamkeit bestimmter Stoffe, Verbindungen und Verfahren beschreiben. Es war dennoch sehr beeindruckend für mich diesem Vortrag zu folgen, den “der Kleine” souverän, flüssig und eloquent vor dem Publikum aus Prüfungsausschuß, Kolleginnen und Kollegen seiner Arbeitsgruppe,  Studierenden, Freunden hielt – so als hätte er in den letzten Jahren nichts anderes getan, als wissenschaftliche Referate und Vorträge zu halten. Die anschließende Befragung bewältigte er sicher und mit konzentrierter Aufmerksamkeit…..  Mutterherz, bleib ruhig!  Er macht es so gut!

Der erste Gratulant war sein Doktorvater –  ihm schlossen sich die beiden prüfenden Professoren an und dann in langer Reihe alle im Hörsaal Anwesenden, der Liebste schätzte sie auf etwa 60 Personen.  …  “der Hut”  wurde überreicht und anschließend   lange und ausführlich gefeiert …. An dieser Stelle sei es erlaubt, nicht nur die HutbastlerInnen lobend zu würdigen, sondern auch die netten Menschen, die mit vielen Köstlichkeiten das Buffet bereicherten und die “Feierlocation” gestalteten und dekorierten! Chapeau!

Welch ein wunderschöner Tag!

Doktorhut Tobias

Herzlichen Glückwunsch, lieber Tobias!

Alles Gute und Gottes Segen für Deinen weiteren “Lern- und Lebensweg”!

“Sagt allezeit für alles dem GOTT und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus.” Epheser 5,20…   Das fällt an solch einem Tag ganz leicht….

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*** Unsere beiden jüngsten Kinder wurden von ihren Geschwistern (und auch von uns Eltern) immer  zusammenfassend “die Kleinen” genannt … und manchmal nenne ich sie immer noch so…. und scheine dabei zu vergessen, dass die “Kleinen” doch inzwischen “groß” sind und  wunderbare, erwachsene Menschen und “der Kleine”  ein Mann !  Ich bin so dankbar für diese tiefe Verbundenheit zu ihm –  wie wir sie zu allen unserer Kinder haben und die Kinder untereinander…  Ja, Dank sei GOTT, wem sonst.

Zwischenschritt…. 19. Juli, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Zwischenschritt….?

Der scheint mir nötig, denn ich will über etwas gänzlich Anderes schreiben, als das, was hier in den letzten Einrägen steht.

Und damit es nicht so völlig unpassend aufeinander folgt, gibt es dies hier als “Zwischenschritt” …

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MEDION Digital Camera

Iris am Teich

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Märchenhaft…. 17. Juli, 2015

Posted by Rika in atomabkommen, gesellschaft, iran, israel, politik, terrorismus.
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Seitdem der Klatsch-und Tratschpresse der Pfauenthron verloren ging – den jüngeren Lesern sei gesagt, dass einst die Hofberichterstattung aus dem Palast des Schahs von Persien zu der beliebtesten Wochenlektüre der Deutschen (Frau) gehörte und es ein überaus tragischer Verlust für alle Friseursalonbesucherinnen war, als diese mit der triumphalen Rückkehr des erzkonservativen Ajathollah Ruholla Chomeini aus seinem Pariser Exil abrupt zum Erliegen kam -, also seitdem hat es kaum so einen Jubel über Persien – besser bekannt als Iran –  mehr gegeben.

Allerdings jubeln weniger die Friseure und ihre treuen Kundinnen, als vielmehr die vielen, vielen großen und kleinen Geschäftemacher, die nun die glänzende Sonne des Mammon über Teheran aufgehen sehen. Der Wirtschaftsminister höchstselbst gibt den Startschuss und alle, alle werden ihm folgen. Nebenbei werden auch die Hersteller von Scheuklappen wahnsinnig gute Geschäfte machen. Denn die – ich meine die Scheuklappen – wird man im Land der Mullahs wohl brauchen, damit man die Menschenrechtsverletzungen einfach nicht zu Gesicht kriegt. Denn uns hier in Deutschland ist die Wahrung und Verteidigung der Menschenrechte sehr, sehr wichtig und unsere reisenden Staatsdiener mahnen sie überall an, wo immer und  wann immer sie dazu Gelegenheit haben.

Ganz nebenbei – heute ist der Herr Außenminister in Kuba und mahnt da vor allem die “Menschenrechte” an (wie die Nachrichten im Deutschlandfunk halbstündlich verkünden)  – um vermutlich anschließend die Lage in Kuba für deutsche Geschäftsleute zu sondieren, haben doch die USA ihre Politik der strikten Isolierung Kubas ein wenig gelockert.

Die Mahnung zur Einhaltung der Menschenrechte in Kuba ist nach bundesrepublikanischer Weltanschauung schon sehr wichtig, schließlich ist Kuba ja ein von antikapitalistischen Kommunisten regiertes Land, mit dem vor einigen Jahren noch die sozialistische Völkerfreundschaft durch die damalige DDR gepflegt wurde.  Allerdings ist mir bisher nicht zu Ohren gekommen, dass dort Frauen gesteinigt werden, wenn sie von einem fremden Mann vergewaltigt wurden oder – was natürlich gar nicht sein darf – der Liebe wegen schwach wurden  und es zu einem nicht durch den Trauschein geregelten Sexualverkehr gekommen ist. Auch habe ich bisher nicht gehört, dass Schwule an Baukränen aufgehängt werden und Gläubige, die sich  von der herrschenden Religion  Ideologie abgewendet haben, auf Geheiß eben dieser getötet werden.

Ja, die Menschenrechte sind sehr wichtig. Vor allem sind sie dort wichtig, wo kein Geld die Welt regiert… die armen Schlucker haben ja sonst nichts, um das sich unseren Damen und Herren Minister kümmern könnten.

Aber der Iran hat … JETZT!

Jetzt haben sie nämlich diesen supertollen Atomvertrag abgeschlossen, der Iran und die 5+1-Gruppe (also die 5 Vetomächte und Deutschland), der in ein neues strahlendes Zeitalter führen wird. Die Iraner strahlen gleich mehrfach.

1. dürfen sie ihr Atomprogramm nahezu ungehindert fortsetzen. Natürlich dient es nur der friedlichen Nutzung. Die Iraner sind nämlich total abhängig von der Kernenergie, weil sie weder Kohle (Erbarmung) noch Erdöl oder Erdgas besitzen, die Sonne einfach nicht genug scheint, um die Energiekrise durch Solarenergie zu bewältigen und auch der Wind wenig Anlass zur Freude bietet.  Windräder, wie sie hierzulande ganze Landstriche  schmücken, sind da völlig unangebracht. Ebenso übrigens wie die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Für ausgedehnte Maisfelder fehlt in Iran das Wasser, ist ja alles nur Wüste dort.  Das müssen selbst die Grünen bei uns hier in Deutschland verstehen und auch die Kanzlerin, die ja bekanntlich der Atomkraft abgeschworen hat.

2. können die Iraner  auf dem Weg der unfriedlichen Nutzung der Kernenergie problemlos weiter marschieren. Zwar müssen sie einige ihrer Zentrifugen abschalten (keineswegs zurückbauen) und auch dürfen ab und zu mal Kontrolleure vorbei schauen und sehen, wie friedlich es bei der Nutzung der Atomkraft doch zugeht, aber da diese Kontrollen langfristig vorher anzukündigen sind (laut Vertrag!), kann man doch   alle Leichen schnell unter den berühmten Teppich kehren   alles so einrichten, wie es die Kontrolleure zu sehen wünschen,  nicht wahr?!

3. werden die Iraner froh darüber sein, dass niemand es als Vertragshindernis angesehen hat, dass die Regierung hundertausende Iraner auf den Straßen Teherans “Tod Amerika!   Tod Israel” brüllen lässt. Man stelle sich mal vor, die amerikanische Regierung wäre darob beleidigt und hätte den schönen Vertrag deshalb nicht mehr abschließen wollen. Aber, wie heißt es doch so schön, “die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.” Allerdings sei hier vermeldet, dass nicht alle Amerikaner “dumme Kälber” zu sein scheinen, im Kongress, so las ich, formiert sich Widerstand gegen den Vertrag…. aber der hat wohl wenig Aussicht auf Erfolg. (Dass Israel vernichtet werden soll nach dem Willen der iranischen Regierung, nimmt man dagegen billigend [und mit heimlicher Zustimmung?!] inkauf.)

4. schließlich, strahlen die Iraner, weil sie den Vertrag zu ihren Gunsten unterschrieben haben und darum nun wieder weltweiten Handel treiben dürfen. Der wird ihnen viele, viele Euros und Dollar einbringen, mit denen sie dann den Terrorismus noch besser fördern können, als sie es ohnehin schon tun.

Ist das nicht prima? Es ist wie im Märchen….  aus Stroh wird Gold, Hans findet eine goldene Gans, die Goldmarie steht unter dem Fenster – es regnet Gold  und Herr Gabriel legt dann die goldenen Eier des Handels mit Iran den deutschen Geschäftemachern ins ungemachte*** Nest…

Ein kleiner Schatten ist leider doch auszumachen. Herr Netanjahu hält den Vertrag für den größten Fehler der jüngeren Geschichte. Er kann einfach nicht glauben, dass über Teheran nun die Sonne des Friedens strahlend hell wie am ersten Tag der Schöpfung aufgehen wird. (Siehe dazu Ulrich Sahm, “Israel droht mit Selbstverteidigung”)

Ich glaube das auch nicht und teile Herrn Netanjahus Bedenken.

Ich fürchte, dass nicht die helle Sonne des Friedens über Teheran aufgeht, sondern der mächtige Schatten des Bösen   Mordors  den Nahen Osten bedroht….. und nicht nur ihn, sondern uns gleich mit.

*** Das Nest ist zwar fertig, aber ich nenne es ungemacht, weil es vor Dreck stinkt… siehe Scheuklappen und so.

Allen, die an einer sehr gut begründeten Darlegung der Probleme interessiert sind, als ich sie in meiner Glosse geleistet habe, sei neben Ruth Brachas Text (siehe “Fremde Feder”) der Text Joachim Nikolaus Steinhöfels empfohlen, der die Probleme ganz wunderbar auf den Punkt bringt: “Das Atomabkommen ist eine bedingungslose Kapitulation

Fremde Feder: “Mogelpackung fertig verschnuert” 17. Juli, 2015

Posted by Rika in atomabkommen, iran, israel.
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Rika:

Leider bin ich aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage einen eigenen Text zum sogenannten Atomvertrag mit Iran zu schreiben.
Danke an Ruth, die in ihrer gewohnt sachlich-nüchternnen Analyse dazu Stellung nimmt.
Hier ihr Text:

Ursprünglich veröffentlicht auf Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus:

Wie vorhergesagt, der Westen ist auf alle iranischen Forderungen vom April eingeschwenkt, damit Obama sein historisches Abkommen erlangt.

1) Sofortige Aufhebung aller Sanktionen – mit dem Implementationstag, der ganz allein vom Iran abhaengt, werden alle Sanktionen auf einmal aufhoben.
2) Weitere Entwicklung von effizienteren Zentrifugen in Fordo -ja, ausdruecklich zugestanden
3) Inspektionen, wenn ueberhaupt,nur nach vorhergehender Anmeldung und Genehmigung durch den Iran – ja, nur “verdaechtige” Orte duerfen bei einer Voranmeldung von mindestens einer Woche und Genehmigung durch den Iran besucht werden. Unter den Kontrolleuren kann kein US-Amerikaner sein.
4) Kein Ausserlandschaffen der bisher anreicherten Uranbestaende – natuerlich, angereichertes Uranium kann alternativ auch “verduennt” werden. Wie lange es wohl dauert, diese Verduennung rueckgaengig zu machen, falls sie ueberhaupt bei allem angereicherten Material durchgefuehrt wird?
5) Keine Einschraenkungen beim iranischen Raketenprogramm – aber klar doch, bald koennen auch wieder Waffen an den Iran geliefert werden, Russland steht schon in den…

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AD MEA VE ESRIM….. 15. Juni, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, freunde, gesellschaft, israel, judentum.
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“Hundertundzwanzig sollst du werden!” lautet ein traditioneller jüdischer  Wunsch zum Geburtstag.

Und das ist es, was ich “Dienste in Israel” anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von Herzen wünsche.

Ich erinnere mich vage an einen Gottesdienst in meiner Gemeinde im  Frühsommer vor 34 oder 35 Jahren. Mitglieder unserer Gemeinde berichteten über ihre Reise nach Israel. Sie hatten aber  keine gewöhnliche Urlaubsreise als Touristen gemacht, sie kamen vielmehr von einem Erntehelfereinsatz in einem Kibbuz zurück und hatten auch eine große Kiste Orangen mit gebracht, um zu verdeutlichen was sie dort unten in der Nähe des Gazastreifens eigentlich gemacht hatten:  Orangen geerntet.

Das war, so erinnere ich mich, das erste Mal, dass ich etwas von “Dienste in Israel” erfuhr.

Immer wieder in den darauf folgenden Jahren gab es in meiner Gemeinde viele Impulse aus und für Israel, Informationen über die Arbeit von “HaGOSCHRIM”, den “Brückenbauern”, wie die Organisation in Israel auch genannt wird. Junge Leute aus Deutschland gehen als Volontäre für drei, sechs, neun oder zwölf Monate nach Israel, arbeiten in einem Kibbuz oder in einer der vielen sozialen Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen –  Senioren im Pflegeheim oder schwer- und schwerstbehinderte junge und auch ältere  Menschen.  In Deutschland werden sie durch “Dienste in Israel” auf Land, Leute und ihre Aufgabe vorbereitet (inklusive einem ersten Anfängerkurs Hebräisch),  in Israel werden sie duch Mitarbeiter von DiI betreut – Wohnung und Büro sind in Jerusalem – und von den Ansprechpartnern in den Einrichtungen eingewiesen, angeleitet und begleitet. Ich habe die Wohnung in der “Hagai schewa” als einen Ort der Begegnung kennengelernt …. unser ältester Sohn war 13 Monate als Volontär im Land, zunächst hatte er nur einen dreimonatigen Kibbuz-Einsatz geplant, dann kam sein Anruf…  “Ich würde gerne länger bleiben…!” Aus organisatorischen Gründen musste er nach einem weiteren “Urlaubsmonat” in Israel zurück nach Deutschland kommen und dann drei Monate später erneut nach Israel aufbrechen für 9 Monate Dienst in einem Altenheim in Kfar Saba…

DIENSTE IN ISRAEL  – was wäre es ohne die Volontäre und was wäre es  ohne die schier unermüdliche Arbeit von Fridegart und Egon Maschke und aller nachfolgenden Leiter und Mitarbeiter ? Ich erinnere mich daran, dass Fridegart, wann immer sie hörte, dass jemand aus dem Großraum Hannover nach Israel reiste,  mit der Bitte an die Reisenden herantrat, doch eine “Kleinigkeit” für die Mitarbeiter im Jerusalemer Büro mitzunehmen, und so kam es, dass ich einmal mit einem riesigen Kochtopf zu meinen Füßen den Flug nach Israel antrat und dieses Ding dann auch noch per Bus und Scherut durchs halbe Land transportierte….  Jeder und jede, die mit Maschkes jemals wegen Israel in Kontakt waren, könnten ähnliche Geschichten erzählen…. und über allem stand immer der vertrauensvolle Auspruch : “Be’Esrat HaSchem”  – mit Gottes Hilfe  und der dazu gehörende Dank “Toda laEl” –  “Dank sei GOTT” – “wem sonst”, wie Fridegart oft und gern hinzufügte….

Am vergangenen Wochenende dann das große Fest.

Ein Fest der Begegnung und des Dankes – TODA RABA, TODA LA’EL!

Rückblick auf die 40 Jahre, Erinnerung an die Anfänge, Ehrung der Begründer des Werkes – Fridegart und Egon Maschke -, Dank an die vielen, vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in all den Jahren. Dank auch an die israelischen Behörden, ohne die das alles gar nicht möglich wäre, Dank an die vielen Spender, ohne deren finanzielle Hilfe eben auch gar nichts mgölich wäre, denn DiI finanziert sich zum allergrößten Teil aus Spenden.

Immer waren junge deutsche Volontäre von DiI im Land, selbst in den schwierigen Zeiten der Intifada und der kriegerischen Auseinandersetzungen. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst wärend des ersten Golfkrieges. Die Mitarbeiterin des Jerusalemer Büros hatte noch am frühen Morgen ein Fax an die Gemeinde geschickt – sie hatten, so berichtete sie damals, einen Raum der Wohnung als Schutzraum gegen mögliche Gasangriffe durch die irakische Armee eingerichtet… aber sonst ging es ihnen gut….

Ralf Zintarra, der jetzige  Leiter von DiI berichtete, dass er ständig auf die besondere Situation in Israel reagieren müssen, so sei er auch in der vergangenen Woche während der Vorbereitungen auf das Fest hier in Hannover angerufen worden von der Mitarbeiterin in Jerusalem, die ihn wegen des neuerlichen Raketenangriffs aus Gaza kontaktierte….

Wir hier, in unserem friedlichen Deutschland, das seit der Kapitulation vor 70 Jahren keinen Luftangriff auf Städte und Gemeinden  mehr erlebt hat, können uns doch gar nicht vorstellen, wie es ist, unter der ständigen Bedrohung zu leben…. und auch die Zeiten der RAF mit ihren mörderischen Angriffen auf völlig unschuldige Menschen liegt längst hinter uns… erinnern wir uns eigentlich noch an die Zeit?

Wie ist es, wenn man nicht  sicher sein kann, dass in Bus oder Bahn, in Geschäften oder Restaurants, Diskotheken, Kinos bei Freiluftveranstaltungen alles friedlich ist, man jederzeit  – JEDERZEIT –  mit einem Bombenattentat rechnen MUSS ? Das aber war lange grausame Realität in Israel – und ist es ja zum Teil immer noch!  Und wäre nicht der Schutzzaun, der verhindern soll, dass Attentäter ungehindert die grüne Linie passieren und ins israelische Kernland eindringen können, würden wir auch heute immer wieder von solchen schweren Anschlägen hören…. die “kleinen”, die dennoch passieren (mit dem Auto in die wartende Gruppe an der Haltestelle fahren, Steine auf Autos schleudern, Messerattacken, Überfälle auf Juden in den Siedlungen und… und… und) sind doch  unseren Medien keine einzige Zeile wert, ebensowenig wie die vielen Raketenangriffe AUF  Israel… unsere Medien machen erst mobil, wenn Israel seinerseits sich gegen die Angriffe zu Wehr setzt.

Auch mit dieser Realität sind die Volontäre konfrontiert.

Das aber –  die komplizierte politische und bedrohte  Lage  Israels, wie sie beispielsweise in diesem Artikel  beschrieben wird –  kam bei dem wunderbaren Fest nur andeutungsweise zum Ausdruck. Der Blick richtet sich auf die Aufgaben in der Zukunft.

So lautet dann auch das Motto des Festes:

   לְ הִ פָ גֵ ׁש  וְ לְ הַ כִ יר   –  לִ בְ נֹות  אֶ ת  הֶ עָ תִ יד  בְ יַ חַ ד

” Einander begegnen   –    Gemeinsam Zukunft bauen   “

und weist weit über die Tage des Feierns hinaus.

Gebe der Ewige, dass mein Wunsch zum Jubiläum über die Zeit hinaus gesegnete und segensreiche  Wirklichkeit sei…

Was darf es denn kosten? 28. Mai, 2015

Posted by Rika in berufstätigkeit, bezahlung, eltern, erzieher, erzieherinnen, familie, familienpolitik, frauen, gewerkschaft, horterziehung, jugendamt, Kinder - Famile, kita, mütter, soziale arbeit, streik, tarife, väter.
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Was ist sie uns  wert, die Betreuung unserer Kinder?

Wieviel wollen wir investieren in das Krisenmanagement für den sozialen Zusammenhalt von Familien und Gesellschaft?

Männer und Frauen die Eltern werden,  sollen nach Wunsch “der Wirtschaft” (wer und was ist das eigentlich?) möglichst schnell nach der Geburt eines Kinders wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen zur Wertschöpfung für Betrieb und Gesellschaft.

Und die Kinder?

Die sollen nach dem Willen der meisten Politiker außer Haus – sprich, außerhalb ihrer Familie – von dazu eigens ausgebildeten Menschen nicht nur betreut (im Frühstadium der kindlichen Entwicklung gewickelt, gefüttert, bespaßt), sondern mit zunehmendem Alter auch  pädagogisch wertvoll (und selbstredend  der Gesellschaft dienlich)  allumfassend erzogen werden. Konkret heißt das, ein gerade dem Säuglingsalter entwachsenes Kleinstkind kommt mit 1 Jahr in die Krippe, durchläuft anschließend den auf die Schule vorbereitenden Kindergarten und wird als Schulkind “im Ganztag” beteut, also bereits vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn bis in den späten Nachmittag hinein, solange eben, bis die Eltern von ihrer wertschöpfenden Arbeit nach Hause kommen.

Wenn man sich den Zeitplan eines Kindes im Kindergarten- und Grundschulalter vorstellt, das morgens zwischen 6.30 und 7.00 Uhr erwacht und abends gegen 20.00h zu Bett geht, in den ca 12 – 13 Stunden  dazwischen aber an 5 Tagen der Woche mindestens ein Drittel der Zeit im Kindergarten und  als Schulkind mehr als die Hälfte der Zeit in Schule und Hort zubringt, so wird man doch rasch feststellen, dass wesentliche “Betreuungs- und Erziehungsarbeit” aus der Familie in die Institution Kindergarten-Schule-Hort verlagert wird und “fremde” Personen anstelle der Eltern prägenden Einfluss auf die Kinder nehmen, sie fördern und fordern, trösten, ermahnen, mit ihnen spielen, lachen singen, ihre kognitiven, musischen und sportlichen  Fähigkeiten individuell fördern (das ist zumindest der Plan!) und ihnen als Ansprechpartner in schwierigen Situationen Beistand bieten.

Das, was in Wahlkampfreden gerne mit “Kinder sind unsere Zukunft” plakativ verkündet und gepriesen wird, dieses hohe Gut einer Gesellschaft, wird aber in geradezu sträflicher Weise mit einem Minimum an finanzieller Ausstattung versorgt. Damit meine ich, dass sowohl die Zahl der Betreuungs- und Erziehungspersonen in Kitas und Horteinrichtungen in keinster Weise dem geforderten und erwarteten Bildungsauftrag (s.o.) entspricht, wie auch  die Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher nicht im geringsten ihrer verantwortungsvollen Arbeit gerecht wird.

Das geht nicht zusammen.

Man kann nicht qualitativ hochwertige Erziehungsarbeit erwarten, aber nur wenig dafür bezahlen wollen.

Man kann auch nicht erwarten, dass eine Erzieherin / ein Erzieher im Hort  eine Gruppe von 25 Kindern betreut und jedem dieser Kinder so gerecht wird, als würde  dieses wie zu Hause –  als eines von zwei oder maximal drei Kindern –  durch eine einzelne Person (Mutter oder Vater) betreut. Das kann nicht funktionieren. Die Hortbetreuung unterscheidet sich elementar von der schulischen Versorgung – und selbst in der Schule ist der Schlüssel von 1 : 25  doch mehr als problematisch, bleiben Kinder auf der Strecke, weil sie nicht individuell gefördert werden können… wie auch?!

(Ich könnte von einer Horteinrichtung berichten, in der es innerhalb von drei Monaten nicht eine einzige Woche gab, in der alle (5!) tätigen Erzieher-Innen für die 5 Gruppen tatsächlich an jedem Tag auch anwesend waren. Fällt eine Person aus, werden die Kinder der betroffenen Gruppen eben auch noch auf die anderen Gruppen verteilt. Das macht Stress für Kinder und Betreuer, schränkt die ohnehin so geringe Individualzeit für jedes Kind noch weiter ein, führt zu einer dauerhaften Überlastung der unter solchen Bedingungen Arbeitenden.  Und das ist keineswegs die Ausnahme, sondern eher die Regel!)

Was ist sie uns wert, die Arbeit an und mit unseren Kindern?

Und wem schieben wir die Schuld in die Schuhe, wenn es im familiären System mal nicht rund läuft? Wer holt die Kuh vom Eis, oder besser noch, wer verhindert, dass es zu Katastrophen kommt in Familien, die nur dem Namen nach Familie sind, aber eigentlich ein Ort des Schreckens für alle an ihr beteiligten, ob Kinder oder Eltern – Vater, Mutter einzeln oder als Paar?

Und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…. und dies nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich zu Schaden gekommen ist, wer rückt dann in den Fokus und muss sich Kritik, die eher heftigster medialer Beschimpfung gleich kommt, gefallen lassen, ohne dass der zuständige politische Verantwortliche sich reumütig gegen die Brust schlägt und sein eigenes Versagen eingesteht?

Machen sich die Leute, die die Forderungen der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen nach einer besseren Eingruppierung ihrer finanziellen Vergütung angesichts des gerade währenden Streiks kritisieren,  eigentlich klar, was es für  die jeweils betreffenden Sozialarbeiter im Jugendamt bedeutet, wenn  ein Kind aus einer völlig desolaten Familiensituation genommen werden muss, wie schwierig es ist abzuwägen was mehr zählt, die elterliche Freiheit oder das Wohl des Kindes, das Recht der Frau auf 5 Kinder von 5 verschiedenen Männern, die dann jeweils ein ziemlich erbärmliches Gastspiel als “Vater” geben, oder das Recht des Kindes auf geordnete Verhältnisse, in denen die Bedürfnisse des Kinders nicht ständig dem vermeintlichen oder tatsächlichen Recht der Mutter auf selbstbestimmtes Leben untergeordnet werden? Und gibt es eine Statistik, die festhält, wieviele Beratungsgespräche geführt werden, weil Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder restlos überfordert sind, weil die Kommunikation in den Familien praktisch nur noch einer kriegerischen Auseinandersetzung gleicht, weil Eltern ihre Kinder nicht verstehen und Kinder und Jugendliche an ihren Eltern verzweifeln? Wird darüber Buch geführt, wie sehr die geleistete Beratung der Familien dazu beiträgt, dass nicht das gesamte Leben der Betroffenen aus den Fugen gerät und man einen Modus findet, zumindest vernünftig miteinander umzugehen? Und hat diese  Arbeit mit den Familien nicht auch einen hohen gesellschaftlichen Wert, weil die Zukunft der Kindern nicht länger hochgradig belastet oder gar ganz zerstört ist, weil Eltern wieder den Kopf frei bekommen und eine Perspektive für sich und ihre Kinder entdecken?

Können sich die zuständigen Politiker überhaupt vorstellen,  WIE schrecklich es in manchen Haushalten und Familien aussieht und das Kinder zugrunde gehen, weil ihre Mütter und Väter unfähig sind, das eigenen Leben zu bewältigen, geschweige denn auch noch für Kinder zu sorgen?

Wenn ein Kind zu Tode kommt – und leider passiert das selbst dann immer wieder, wenn das Jugendamt bereits ein Auge auf die Familie geworfen hat -, ist das Geschrei groß. Aber ist irgendeiner derjenigen, die auch über die finanziellen Mittel für die personelle Versorgung der Jugendämter zu entscheiden haben auch nur ansatzweise bereit, mehr Geld zu inverstieren? Und “ein Auge” ist entschieden zu wenig, aber mehr geht doch gar  nicht, weil die Zuständigkeit  des einzelnen Mitarbeites im Jugendamt für Jugendliche und Familien so bemessen ist, dass die Zeit einfach nicht  ausreicht, um alle “Fälle” gleichermaßen ständig “im Auge” haben zu können.

Was darf sie also kosten, die leider so nötige “Jugend- und Sozialpflege”?

Wenn in den Medien immer mehr Kritik an den Streikenden geübt wird, so macht das doch deutlich, wie wenig Wertschätzung der sozialen und pädagogischen Arbeit  zuteil wird, wie wenig im öffentlichen Bewusstsein der Wert “unserer Kinder” wirklich verankert ist und dass es leider auch den Eltern, die jetzt mit zunehmender Kritik reagieren, doch vor Allem doch um den eigenen Arbeitsplatz geht und erst in zweiter Linie um das Wohl der Kinder. (Die Einschränkung dieser etwas provokanten Formulierung findet sich hier: “Kind und Karriere gut vereinbar” Nicht allen Müttern ist es vergönnt, zu Hause bleiben zu können, selbst wenn sie es wollten. Etliche MÜSSEN zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und viele tragen ihn ganz allein! )

Was würde denn passieren, wenn sich tausende Eltern von ihrer Arbeitsstelle abmeldeten,  weil sie ihre Kinder betreuen müssen und eben nicht mit letzter Kraft irgendwelche Betreungsmöglichkeiten organisieren und bereitstellen, damit sie der Arbeitswelt erhalten bleiben? Wären nicht auch die Arbeitgeber berufstätiger Mütter und Väter aufgerufen, sich aktiv für eine bessere Betreuungsversorgung einzusetzen?

Tragt die Diskussion um die gerechte Betreuung unserer Kinder in die Betriebe, Firmen, Anwaltskanzleien, Fabriken, Geschäfte, Verwaltungen, nicht nur der Städte und Gemeinden, auch die der Krankenhäuser und  Großkonzerne. Macht “der Wirtschaft” klar, dass es ohne gute und auch gut bezahlte Betreuungsarbeit nichts ist mit Wertschöpfung und Bruttosozialprodukt, dass für das Funktionieren der Gesellschaft eben nicht nur die “produktive” Arbeit  wichtig ist, sondern der Arbeit in dem sozialen Bereich eine mindestens ebeno große Bedeutung zukommt und darum auch entsprechend gut ausgestattet und bezahlt werden muss.

Wenn Familien eine gute finanzielle Basis haben sollen an der beide Eltern durch Berufsarbeit mitwirken  und dennoch Kindern eine gute Betreuung zukommen soll, müssen wir es uns als Gesellschaft etwas kosten lassen….

Und sage niemand, dass das nicht machbar sei in diesem Staat.

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Vor drei Jahren habe ich bereits Ähnliches geschrieben:

Kinder? Nein, danke, woll’n wir uns nicht leisten!

Passend zu dem Thema, wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt,  habe ich diesen Beitrag entdeckt:

Aus der Schule geflogen, im Heim gelandet”

Hospizarbeit…. 26. Mai, 2015

Posted by Rika in familie, gesellschaft, hilfe!.
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Gestern war ich zum ersten Mal nach einem Jahr wieder in dem Hospiz in Bad Münder.

Das ganze Haus und seine Umgebung atmet die Schönheit, Fülle und den Wohlklang des Lebens –  und doch ist die Bestimmung dieses Ortes das Sterben.

Schwerstkranke verbringen hier die letzten Wochen und als Sterbende die letzten Tage und Stunden ihres Lebens  –    liebevoll, aufmerksam, ruhig und professionell gepflegt. Ihrer Würde, ihren Wünschen und ihrem Willen wird aufmerksam und achtsam begegnet. Keine Hektik, kein erkennbar organisatorisches MUSS,  kein Zwang für die Gäste*, einer Verordnung oder Vorschrift entsprechen zu müssen. Keine festgelegte Besuchszeit für Angehörige und Freunde, kein Gefühl  für die Besucher, ein Störenfried des ordentlichen Ablaufs zu sein.  Alles wird den Sterbenden und ihren Bedürfnissen untergeordnet.

Das  Haus ist hell, freundlich, klar und einladend  gestaltet – und zugleich zweckmäßig und praktisch für diejenigen, die dort Pflege, Versorgung und Betreuung leisten. Neben den hauptberuflich Pflegenden helfen Ehrenamtliche im Hospizdienst. Sie besuchen auf Wunsch und nach Absprache die Gäste*, deren Angehörige in größerer Entfernung wohnen und / oder durch Beruf und Familie nur wenig Zeit haben, die Sterbenden zu begleiten.

Und auch die Besucher, die Angehörigen und Freunde werden einbezogen in diese fürsorgliche Welt der Betreung….   Getränke stehen bereit – Wasser, Saft, Tee, Kaffee -, Gebäck, ein kleiner Imbiss, Obst.  Im Foyer laden Sessel zum Verweilen ein, Bücher bieten Ablenkung, leise Musik trägt zur Entspannung  bei. Im Raum der Stille findet man Ruhe und  Angebote zu Meditation.  Im Sommer ermöglicht  die Terrasse den weiten Blick in die Landschaft, kann man im gepflegten Garten ein wenig herum spazieren, den Vögeln zuhören, auf einer Bank ruhen…

Und so dient das Haus zugleich den Lebenden, den Angehörigen nämlich, die  nicht zu dem schmerzhaften Prozess des Abschiednehmens auch noch die Bürde der Pflege  tragen und  ertragen müssen.

So ganz anders war mein Erlebnis am Tag zuvor.

Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst begleite ich seit Februar eine alte Dame in einem großen Pflegeheim. Auch das Haus macht (zunächst) einen freundlichen und gepflegten Gesamteindruck. Auch in diesem Haus werden die  Menschen in aller Regel auch sterben.  Auch in diesem Haus werden Menschen gepflegt.

Das Zimmer der alten Dame  ist klein und wenig freundlich eingerichtet. Das Pflegebett dominiert den Raum, die drei privaten Einrichtungsgegenstände bieten einer eher trostlosen als anheimelnden Anblick. Familienbilder hängen halbschief in einem Bilderrahmen, dessen zersplittertes Glas davon zeugt, dass er wohl vor nicht allzu langer Zeit heruntergefallen sein muss und dann einfach so wieder an die Wand gehängt wurde.  Der Ferseher – ein riesiger Flachbildschirm – dudelt fast immer wenn ich komme, irgendeine schreckliche Trashsendung wie “Shoppingqueen” oder “Restaurantretter” läuft, aber die alte Dame kann von der Position in ihrem Bett aus das Bild gar nicht sehen, ist nur diesem unerträglichem Geschwätz ausgesetzt (“Damit sie sich nicht so allein fühlt”, wie man mir gleich zu Anfang meines Besuchsdienstes mitteilte.)! Mein Versuch, einen anderen weniger trashigen Sender zu finden, schlug fehl…. woran auch immer es liegen mag. Vielleicht sind alle Zimmer an die hauseigene Sateliten-Versorgung angeschlossen?  Und natürlich stelle ich das Ding aus, wenn ich die alte Dame besuche.

Am Pfingstsonntag war sie sehr schwach. Sie atmete kaum noch, reagierte nicht auf mich und nahm mich wohl auch gar nicht wahr. So setzte ich mich nur still an ihr Bett und streichelte ganz sacht ihren Arm, ihre Hand.

Plötzlich wird mit einem lauten Knall die Tür aufgestoßen. Die Pflegerin kommt ins Zimmer. Reißt – ohne Rücksicht darauf, dass ich als familienfremde Besucherin am Bett sitze –  die Bettdecke von der alten Dame (die darunter nicht bekleidet ist!), fährt das Kopfteil des Bettes runter und zerrt die arme Frau an den Schulter so weit an das obere Bettende, bis diese fast mit dem Kopf oben anstößt. Dann macht sie sich an der alten Dame zu schaffen….

Ich habe mich sofort mit dem Aufdecken   beinahe fluchtartig in die äußerste Ecke  des kleinen Zimmers verzogen –  irgendwie unfähig, etwas gegen dieses Tun zu unternehmen.   Die Pflegerin hat  kein Wort an mich gerichtet und mich auch nicht gebeten, vorübergehend den Raum zu verlassen (so habe ich es im Hospiz in Bad Münder erlebt und so bin ich es auch gewohnt von der Pflegeeinrichtung, in der meine Eltern bis zu ihrem Tod lebten!) Die alte Dame ist immer noch nicht vollständig wach.  Es sieht so aus, als wolle die Pflegerin ihr das Essen anreichen  eintrichtern. Das kann ich nicht auch noch ertragen, nehme meine Sachen und verabschiede mich von der alten Dame und auch von der Pflegerin. Die wünscht mir “Frohe Pfingsten”….

Ich wollte keinen Aufstand machen, denn das wäre es geworden, wenn ich auch nur ein kleines Wort gesagt hätte, so entsetzt war ich und gleichzeitig so wütend.

Natürlich weiß ich, dass die Pflegekräfte über das Maß ihrer körperlichen und psychischen Belastbarkeit hinaus gefordert und damit auch ausgebeutet werden, zumal an einem Sonntag, wenn ohnehin nicht alle eigentlich  nötigen Kräfte im Dienst sind. Ich weiß auch, dass es nicht böser Wille ist, der die Pflegerin derart rabiat zu Werke gehen lässt. Mir schien sie wie in einem Tunnel zu sein, nur auf die anstehende “Arbeit” konzentriert und eben nicht auf den “Menschen”, der da vor ihr hilflos im Bett lag.

Und dennoch:

So geht es nicht!  Das geht gar nicht! So möchte ich nicht behandelt werden. So möchte ich nicht enden!

Ich will und werde die Pflegerin trotzdem nicht anschwärzen, denn auch sie ist ein “hilfloser Mensch”. Hilflos einem System ausgeliefert, das wir “Pflege” nennen, das diesen Namen aber nicht verdient hat. Ich werde  Kontakt aufnehmen zu einer Vertrauensperson, die die geschilderte Situation als “generelles Problem” ansprechen kann, um vielleicht doch wenig Änderung zu erreichen.  Denn dieser würdelose Umgang mit pflegebedürftigen Alten ist ein  generelles Problem. Das wurde mir während der mehr als zwei Jahre  bewusst, in denen ich meine Eltern mehrmals wöchentlich in der Pflegeeinrichtung besucht hatte. Und auch in diesem Heim, in dem ich  die alte Dame zweimal wöchentlich besuche , hatte ich schon einmal erlebt, dass eine Pflegerin ohne anzuklopfen mit Schwung ins Zimmer kam und dann ganz entsetzt war, als sie mich am Bett vorfand. “Normalerweise klopfe ich immer an!” sagte sie mir. Ich würde ihr gerne glauben…. aber, aber, aber!

“HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!” heißt es in einem Text der Bibel (Psalm 90,12)

Selbst wenn man nicht fromm ist und keinerlei Gedanken  an die Ewigkeit oder die Auferstehung verschwenden will  und deshalb “klug werden möchte”, so sollte das Diesseits doch Anlass genug sein, über den Satz gründlich nachzudenken.

Wir alle müssen sterben. Die meisten von uns möchten aber auch alt werden. Und ganz sicher möchte  niemand als hilfloser Kranker oder hilfloser Alter unter würdelosen Umständen vegetieren und erbärmlich sterben.

So will ich diesen Satz ergänzen: Hilf uns HERR, barmherzig zu werden mit den Alten, Schwachen und Kranken und für sie gut zu sorgen, wie es der Würde ihres Menschseins entspricht.

Und etwas drastischer als Appell an uns alle formuliert:

Setzen wir uns massiv dafür ein, dass die hilfsbedürftigen Menschen unter uns anständig versorgt werden.

ANSTÄNDIG !    –   Als Menschen und nicht als Sachen, die man irgendwie noch halbwegs in Ordnung hält! (Manch Oldtimer wird liebevoller versorgt und umhegt als der alte Opa, dem der Oldtimer mal gehört haben mag….)

Es kostet uns was…. finanziell und ideell.

Was sind “wir” uns wert wenn wir mal sterben?

Alle Hospize sind auf Spenden angewiesen:

Hospiz Bad Münder

Pfingsten und Schawuot…. 24. Mai, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, judentum.
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Frohe Pfingsten!

wünsche ich allen christlichen Leserinnen und Lesern, und

CHAG SCHAWUOT SAMEACH

den jüdischen Freunden von “himmel und erde”.

In diesem Jahr beschert der Kalender wieder  die zeitliche Übereinstimmung  beider Feste, die ja auch im Ursprung des “christlichen Pfingstfestes” bestand, wie es die Apostelgeschichte beschreibt.

Und auch wenn Juden und Christen ein höchst unterschiedliches Gottesverständnis haben, das ich hier und heute weder  beschreiben noch negieren und schon gar nicht beurteilen will, so wünsche ich uns allen doch die Kraft des göttlichen Geistes, die unser menschliches  Dasein und Leben ermöglicht, die uns inspiriert,  uns trägt und hält – so wie es  uns nach TANACH und NT zugesagt ist.

“Schmücket das Fest mit Maien!” heißt es in einem alten Pfingstlied….  und zu Schawuot singt man – wie mir mein Hebräischlehrer einst glaubhaft versicherte – u.a.  “EREZ SAWAT CHALAW UDWASCH”.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen schöne und gesegnete Feiertage!

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