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Pädagogisch wertvoll….. 3. März, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Da sind sie versammelt, die jungen Elternpaare samt Kindern, Großmutter und Tante im Hause Rika.

Der Kuchen ist gegessen, Kaffee, Saft und Tee getrunken, die Erwachsenen sitzen noch plaudernd am Tisch, während die lieben Kleinen sich über die Spielzeugkiste hermachen, Bauklötze, Kuscheltiere, Ball und Autos daraus hervorkramen und sich – zunächst – vergnügt damit beschäftigen.  Die Enkel sind natürlich  längst vertraut mit Umgebung, Wohnraum, Kiste und deren Inhalt, nicht so die kleine Tochter des befreundeten Ehepaares. Sie ist gerade zwei Jahre alt und das jüngste Spielkind in der Runde – denn das Baby mit seinen vier Monaten gehört noch nicht in diese Kategorie.

Das kleine Mädchen nimmt Kontakt auf zu Spielzeug und den beiden Knaben, vorsichtig, freundlich, sich immer der Gegenwart der Eltern vergewissernd. Ein  Ball hat es ihm angetan, es greift ihn und hält ihn gut fest. Aber  ausgerechnet heute erregt dieser Ball auch das Interesse des jüngeren Knaben und im (von mir vermuteten) Bewusstsein des Enkel-Hausrechts entwindet er den Ball dem verdutzten kleinen Mädchen. Das erhebt mit Recht Einspruch, ein mächtig lautes Protestgeschrei erklingt, ein herzzerreißendes, alles übertönendes Weinen … Tränen fließen …. Mama und Papa sollen helfen und trösten.  Der kleine Junge ist zwar ein wenig irritiert, aber durchaus zufrieden mit seinem Erfolg. Seine Eltern hingegen sind nicht einverstanden, schließlich sei das andere Kind hier zu Gast und überhaupt, man nehme nicht einfach so Sachen anderen Kindern aus der Hand,  intervenieren sie beim Sohnemann  und   dass es gar nicht nett sei,  was er dem Mädchen angetan hat …. “Sieh mal, wie traurig es ist. Gib doch den Ball zurück!”

“NEIN!” protestieren die Eltern des weinenden Kindes zu unserer Verblüffung.

Ihre Tochter, so erklären sie, gehe nämlich ziemlich rabiat mit dem  Kind ihrer  Tagesmutter um, nehme ihm jedes Spielzeug weg, schubse es auch mal vom Stühlchen, setze immer seinen Willen durch und das andere Kind lasse das alles ziemlich widerstandslos mit sich geschehen.  (Offenbar auch mit Billigung der Tagesmutter, denke ich im Stillen.) Darum sei es gut, dass ihr heute das passiere, was sie ständig dem anderen Kind zumute. Der Junge solle seinen Ball ruhig behalten, die Tochter müsse lernen, mit so einer Situation klar zu kommen.

Inzwischen hatte der Junge den Ball dem Mädchen ganz sanft vor die Füße gelegt….

Das Weinen verstummt….   das Mädchen nimmt den Ball wieder auf….

Das Gespräch der Erwachsenen dreht sich einige Minuten über die Tücken pädagogisch wert- und sinnvollen Handelns bei divergierenden Zielen – wobei ich an dieser Stelle bemerken will, dass bis auf den Vater des kleinen Mädchens alle anwesenden Erwachsenen per Hochschulstudium ausgebildete  Pädagogen sind….

Leseempfehlung: Bruckner, die vertauschten Opfer… 25. Februar, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, islam.
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“Der Perlentaucher ”  veröffentlicht unter dem Titel

DIE VERTAUSCHTEN OPFER”

einen Essay Pascal Bruckners zum Themenkomplex “Islam – Islamophobie – Antisemitismus”, der unbedingt lesenswert ist. Der Abschnitt, den ich daraus hierher kopiere, mag das verdeutlichen:

” 2007 erklärte der UN-Sonderberichterstatter über den Rassismus, Doudou Diene, in seinem am 14. September dem Menschenrechtsrat in Genf vorgelegten Bericht die Islamophobie zu einer der “schwerwiegendsten Formen der Diffamierung von Religionen” überhaupt. Im März 2007 hatte der Menschenrechtsrat diese Art der Diffamierung schlicht und einfach dem Rassismus gleichgesetzt und gefordert, jede Verächtlichmachung von Propheten und religiösen Symbole zu verbieten, und den Zionismus als eine Form der rassistischen Diskriminierung und der Apartheid zu verurteilen. Doppelter Ehrgeiz also: Zunächst den Westen zum Schweigen bringen, der sich dreier Hauptsünden schuldig gemacht hat: des Kolonialismus, der Laizität und der Gleichheit von Mann und Frau. Vor allem aber ein Werkzeug schmieden, um die liberalen Muslime im Innern unter Kontrolle zu bringen, die es wagen, ihren Glauben zu kritisieren und eine Reform der Familienpolitik verlangen. Und die eine ganze Reihe von Forderungen stellen: Gleichheit zwischen den Geschlechtern, Recht auf Apostasie und Konversion, Recht, nicht an Gott zu glauben, nicht am Ramadan teilzunehmen, nicht den Ritualen zu folgen.

Diese Renegaten will man gegenüber ihren Mitgläubigen anprangern, sie als von kolonialer Ideologie verblendet darstellen, um jede Hoffnung eines Aufstands in der Welt des Korans zu verhindern. Und all das mit den Weihen der nützlichen Idioten von links und rechts, die stets auf der Pirsch nach einem neuen Rassismus sind und glauben, mit dem Islam das letzte unterdrückte Subjekt der Geschichte gefunden zu haben. Seit zwanzig Jahren sehen wir der Fabrikation eines neues Meinungsdelikts zu, das dem der “Volksfeinde” in der einstigen Sowjetunion gleicht. Und man will jene jungen Frauen stigmatisieren, die sich vom Schleier befreien und mit bloßem Haupt und ohne Scham durch die Straßen gehen wollen, die den Mann heiraten wollen, den sie lieben, und nicht den, der ihnen aufgezwungen wird. Man will jene Franzosen, Deutschen und Engländer türkischer, pakistanischer, maghrebinischer, afrikanischer Herkunft mundtot machen, die für sich das Recht religiöser Gleichgültigkeit in Anspruch nehmen und ihr Leben ohne bedingungslose Ergebenheit gegenüber der Ursprungsgemeinschaft führen wollen. Kurz gesagt, das Problem wird von einer intellektuellen, individuellen oder theologischen auf die Ebene des Strafrechts verlegt, jeder Einspruch oder Vorbehalt kann geahndet werden. Der Bann triff auch die universitäre Welt, wie der Streit zwischen dem Mediävisten Alain de Libera und dem Historiker Sylvain Gouguenheim beweist, der als “islamophober Gelehrter” gehandelt wurde, weil er in seinem Werk die Rolle der Araber bei der Überlieferung des antiken Wissens als minimal bezeichnet hatte.3Was eine schlichte fachliche Meinungsverschiedenheit hätte bleiben müssen – für den Laien schwierig bis in die Tiefe zu verfolgen -, verwandelte sich in Inquisition, Kabale und Hexenjagd. Und natürlich wurde Gouguenheim beschuldigt, aus der extremen Rechten zu stammen und einen ungeheurlichen Rassismus an den Tag zu legen, indem er den Anteil der Muslime an der Entstehung des europäischen Geistes geringschätzte.”

Die öffentliche Berichterstattung über  den Themenkomplex “Islam” berührende Geschehnisse, Sachverhalte oder ideologische Auseinandersetzungen entsprechen längst der Darstellung Bruckners, selbst wenn nach den Anschlägen von Paris und Kopenhagen eine zaghaft-kritische Stimmung auch in Deutschland erkennbar ist. Wir sollten sehr entschieden in allen nur möglichen Gegebenheiten, Gruppen  und  persönlichen Gesprächen dafür eintreten,   Islamkritik nicht länger als Islamophobie zu geißeln und endlich  eine offen-kritische Haltung zu wagen und den nötigen Diskurs  zu führen.

Übrigens:

  • Zu behaupten, Islamfeindlichkeit – auch Islamophobie genannt – sei im Kern identisch mit Antisemitismus halte ich für eine besonders perfide Form des letzteren.  (Siehe “nebenan”)

Kirche und Staat nach Bremer Art…. 19. Februar, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Ein wichtiger Rechtsgrundsatz in Deutschland ist, dass der Staat die Religionsgemeinschaften organisatorisch einbinden, ihnen aber nicht ihre Inhalte vorschreiben kann, weil der Staat die grundgesetzlich geschützte Religionsfreiheit (Art. 4, Absatz 1 und 2 Grundgesetz) beachten muss.

Quelle Wikipedi In Bremen wird dieser Rechtsgrundsatz so umgesetzt:

Bremer Parlament verurteilt Predigt von Latzel

Die Bremische Bürgerschaft hat die umstrittene Predigt des Pfarrers Olaf Latzel verurteilt. In der am Mittwoch verabschiedeten Entscheidung werden Konsequenzen für den Kirchenmann gefordert.

Mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, Grünen und der Linkspartei verabschiedete die Bürgerschaft einen Antrag der Linkspartei, in dem es heißt: „Die Äußerungen in der Predigt vom 18. Januar 2015 sind absolut indiskutabel und dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben.“ Das Parlament begrüße daher die Distanzierung der Bremischen Evangelischen Kirche gegen die „aufwiegelnde und herabwürdigende“ Predigt Latzels. Die Predigt schüre Hass gegen Anders- und Nichtgläubige.

Siehe   pro-medienmagazin  Vermutlich gibt es viele Menschen, die weder den Inhalt der Predigt, noch den Stil des Bremer Pastors gut heißen und dafür auch gute Gründe anführen können. Und ebenso anzunehmen ist, folgt man  der Debatte um den Pastor Olaf Latzel, dass es einige Menschen gibt, die sowohl den Inhalt der Predigt, als auch den Predigtstil des Pastors als durchaus vertretbar, wenn nicht gar als notwendig erachten in unserer Zeit. Und dann gibt es eine Menge Leute, die dem Inhalt zustimmen, den Stil aber durchaus als Zumutung empfinden. Das alles will ich hier nicht diskutieren. Ich finde es bemerkenswert, dass ausgerechnet die SPD, Linke und Grüne, die laut die Trennung von Kirche und Staat beschwören,   den Grundsatz der “grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit”  außer Acht lassen und Konsequenzen gegen einen Pastor fordern, der – gemäß seinem Amt und einer von der Religionsfreiheit gedeckten  Glaubensüberzeugung – eine  Predigt in “seiner” Kirche  und für “seine” Gemeinde  gehalten hat … OHNE Aufruf zum gewaltsam heiligen Krieg gegen Ungläubige oder zur Zerstörung katholischer Heiligenbilder und Buddhafiguren oder zur Selbsttötung inmitten einer Parteiversammlung bekennender Atheisten…..

Verzweifelung und Zuspruch… 16. Februar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik, terrorismus.
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Es fehlen mir die Worte das Grauen zu beschreiben, das mich überkommt.

Meine koptischen Brüder sind auf bestialisch-entsetzliches Weise getötet worden. Das Morden wurde gefilmt und ausdrücklich als Videobotschaft mit dem Titel

Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes

an die Christen ausgestrahlt. Den Bericht darüber und eine politische Einordnung des Geschehens kann man in der  FAZ nachlesen. In anderen Medien wird äußerst drastisch die Ermordung der jungen Männer beschrieben und weniger die politische Dimension in den Blick genommen.

Die Männer mussten aber nicht sterben, weil sie etwa imperialistische Bösewichte oder unsoziale Ausbeuter waren. Sie wurden nur aus einem einzigen Grund getötet: Sie waren CHRISTEN. Die Botschaft der Mörder ist unmissverständlich klar:

‘Wir wollen weltweit den Islam als Herrschaftsform etablieren und werden dabei nicht nur über Leichen gehen  (wie viele Revolutionäre vor ihnen das auch schon gemacht haben), nein, wir werden ausdrücklich Christen töten – so wie “wir” in Frankreich ausdrücklich Juden getötet haben beim Doppelanschlag in Paris im Januar dieses Jahres. Ihr Ungläubigen werdet uns nicht entgehen.’

Sie – die Anhänger und Mörder des “Islamischer Staat” – wollen uns ganz bewusst beunruhigen, uns in Angst und Schrecken versetzen.

Angst vor  bestialischen Terror ist keine paranoide Reaktion, sie ist berechtigt und verständlich. Ich nehme sie selber deutlich an mir  wahr…  aber auch ein anderes Gespür, eines, das auch in mir Raum gewinnt.

Denn gegen diese Angst setzt Jesus ein starkes Wort angesichts des eigenen Todes, der ihm, wie er wusste, unmittelbar bevorstand:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.” Johannes 16,33 (Elberfelder Übersetzung)

Das ist kein Pfeifen im Walde und auch keine billige Vertröstung, es entspricht der Realität seines ganzen Lebens.  An keiner Stelle stellt Jesus seinen Nachfolgern in Aussicht, dass unser irdisches Dasein ein Leben in paradiesischen Zuständen sei. Er stellt von Anfang an klar, dass die Nachfolge im Zeichen des Kreuzes steht und das “eigene Kreuz auf sich zu nehmen” durchaus auch bedeuten kann, Leid und Schmerz zu erfahren und zu ertragen. Wir, die wir in der friedlichen Zeit hier in Deutschland nach den schrecklichen Kriegen leben, haben bisher wenig Grund gehabt, mit der tatsächlichen Bedrohung unseres Lebens rechnen zu müssen, nur weil wir Christen sind. Ganz anders ergeht es doch den Menschen außerhalb unseres Kulturkreises. Die furchtbaren Nachrichten, die uns ja nicht erst seit kurzer Zeit aus Afrika und Asien erreichen, machen doch deutlich, dass Christsein keine Garantie, kein Versprechen auf Lustwandeln in “seligen Höhen” heißt und auch der gewaltsame Tod durch andere ein nicht auszuschließendes Risiko für Christen bedeuten kann.

Das Entsetzen über die abscheulichen Verbrechen bleibt – ganz ohne Frage. Aber dieses andere Gefühl tritt hinzu: “Ich habe die Welt überwunden!” Der Tod ist nicht das Letzte, so schrecklich er auch immer sein mag. Jesus selbst sagt:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt.” Johannes 11,25   (Neue Genfer Übersetzung)

Ich hoffe und bete, dass dies mir und vor allen denen, die in Bedrängnis sind,  in der Stunde des Todes eine feste Gewissheit ist.

Mein Onkel Willi… 12. Februar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube, familie.
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Mein Onkel Willi ist im gesegneten Alter von 88 Jahren gestorben – heimgegangen in Gottes Ewigkeit.

In dieser Woche wurde er beerdigt, und die Trauerfeier war das eindrucksvolle Zeugnis über ein  Leben aus der Kraft, der Liebe, dem Geist und der Vergebung Gottes, so hat er es selbst immer wieder bezeugt, so habe ich, haben wir als Familie und haben viele andere ihn erlebt. Er war ein Menschenfreund, durch und durch dem Leben zugewandt und es trieb ihn, den Menschen die Liebe Gottes und das Heil in Jesus Christus nahe zu bringen – als Pastor seiner Gemeinde, in unzähligen Freizeiten und Bibelwochen, als Prediger selbst noch im Alter.

Er war ein ausdrucksstarker  Prediger des Wortes Gottes, von Gott begnadet, charismatisch,  begeistert von der guten Botschaft, die er verkündigte und denen zugewandt, denen die Botschaft galt: den Menschen. Aber dabei war er kein “Weichspüler”, kein Softie, weder in den Predigten, noch im persönlichen Gespräch bei und trotz aller freundlichen Zuwendung. Das, von dem er im Glauben überzeugt war, hat er auch offen und klar vertreten. Gott war für ihn der HERR, und das wurde immer auch deutlich. Onkel Willis Verkündigung des Heils durch Jesus Christus war immer auch die Mahnung zur Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit (derer er sich auch selbst bewusst war) zur Buße, zur Umkehr und zur Bitte um Vergebung.

Daran musste und muss ich  denken.

Es war für mich  eine seltsame Überschneidung in diesen zurückliegenden Tagen –  einerseits  die Berichte über den  “Bremer Pastor”  zu lesen und andererseits die Nachricht von der Familie zu erhalten, dass es dem Onkel schlecht ging und er wohl heimgehen würde. Ich wollte hier im Blog über die Bremer Ereignisse schreiben und war gleichzeitig wie gelähmt. Nach der Trauerfeier und Beerdigung löst sich die “Lähmung” allmählich.

Ich vermute, dass mein Onkel in einer Predigt zu den angegebenen Bibelstellen es inhaltlich auch  so gesagt hätte: Für uns als Christen ist GOTT, ist JESUS CHRISTUS  der HERR – und daneben gibt es keine anderen Herren, weder in Form esoterischer “Weisheiten” oder Gegenstände, noch  in Form von Reliquien  oder Heiligenbildern und erst recht  nicht in Form des Koran und seiner Lehre. Vermutlich hätte Onkel Willi eine nicht ganz so drastische Ausdrucksweise gewählt, eingedenk des Wortes Jesu, der davor warnt, den Bruder einen “Narr” zu nennen (siehe Matthäus 5, 22), aber an Ernst, Eindringlichkeit und Eindeutigkeit hätte seine Predigt ganz sicher in nichts derjenigen nachgestanden, die Olaf Latzel gehalten hat und mit der er in einen Strudel der Kritik geraten ist.

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil  jedem Glaubenden…” (Römer 1, 16)

Dieses Wort des Apostel Paulus könnte auch über Onkel Willis Leben stehen.

Heute aber ist es für viele Christen – und so nehme ich es manchmal auch an mir selbst wahr –  oftmals eine richtige Herausforderung, über das Evangelium als “Gottes Kraft zum Heil” zu reden. Manchmal druckst man (ich auch) ein bisschen herum, will das Gegenüber nicht düpieren oder – was  sich dann meistens im Nachhinein ziemlich blöd anfühlt – man will selber nicht als altmodischer Trottel da stehen und verzichtet so lieber auf ein klares Bekenntnis und benutzt lieber den “Weichspüler” : Gott hat alle lieb und jeder soll doch glauben was er will und gut ist.  “Nein”, hätte mein Onkel Willi gesagt, “gut ist das nicht! Du verhinderst auf diese Weise, dass Menschen nachdenklich werden und anfangen, nach Jesus zu fragen.” Aber vermutlich hätte er trotzdem Verständnis dafür gehabt, dass ich in bestimmten Situationen der klaren Stellungnahme ausgewichen bin….  Menschen haben Schwächen, und das wusste er auch und auch von sich selbst.

Wenn ich heute über ihn schreibe, so erinnere ich mich aber neben dem schon kurz Skizzierten vor allen Dingen an eine besondere  seiner Stärken:

Er war von geradezu hinreißender Lebenslust und konnte die Leute mit hineinnehmen in diese Begeisterung und Freude.  Das habe ich schon als Kind und in den späteren Jahren, als ich nicht mehr in meiner Geburtsstadt lebte, bei vielen Begegnungen in der Großfamilie erfahren, das haben wir als “Familie Rika” vor allen Dingen in den vielen Familien-Ski-Freizeiten unter seiner Leitung erlebt. Die Freizeiten waren einfach toll, um es so knapp wie gut zu sagen! “Willi”, wie er von den Teilnehmern genannt wurde, hatte nicht nur alles perfekt vorbereitet und organisiert – von Wegbeschreibung, Zimmerverteilung,  Skipassbeschaffung und Hüttenempfehlung (Toni!!!), über knackig-kurze Morgenandachten (wir sollten und wollten ja alle früh auf der Glatze sein),  Kinderbetreuung am Nachmittag und  guten Bibelarbeiten abends bis hin zu einem gut sortierten Büchertisch, den er eigens mittransportierte,  geselligen Runden am Abend, dem “Bunten Abend” zum Abschluss und der Sammlung für notleidende Christen vor allem in Rumänien. Das alles handhabte er mit ungeheurer Energie, Witz und froher Stimmung, bestens unterstützt von seiner Frau, meiner Tante Esther.

Wie sehr  haben wir sie genossen, diese Freizeiten, die Geselligkeit, das gute Miteinander, die Bibelarbeiten, das leckere Essen im Pichlerhof, die “Glatze” und natürlich das Skifahren. Auch darin ist er mir ein Vorbild, fuhr er doch auch jenseits des Alters, in dem ich jetzt bin, mit bewährter “Sauerländer Breitspur” – wie er selbst seinen Stil beschrieb – mit Lust und Freude Ski, bis seine Frau eines guten Tages ein Machtwort sprach und er schweren Herzens die Pistenrasennerei aufgab. Es war sicher gut für sein gesundheitliches Wohlergehen…

Wir denken gerne an ihn und danken Gott für sein langes und segensreiches Leben.

Der Dank schließt seine Frau mit ein, die ihm 65 Jahre lang als Ehefrau, Ratgeberein, Beterin und tatkräftige Hilfe zur Seite stand und ihm den Rücken frei hielt …. möge sie und mit ihr meine Cousinen und Cousins und die ganze Familie  getröstet sein durch Gottes liebenden Segen.

 

 

 

 

Entrümpeln…. 29. Januar, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Vor 33 Jahren im Februar zogen wir in unser Haus, der Liebste, “die Jungsbrüder” und ich.

Das Haus bot wunderbar viel Platz, auch dann noch, als “die Kleinen” die Familie größer werden ließen.

Als echtes Kind der Nachkriegszeit (geboren 1949) hatte ich früh gelernt: “Das kann man noch gebrauchen!” Gemeint waren Stoffe, Wollreste, Holzbretter, Nägel, Schnürbänder, Einmachgläser, Bücher, Spiele, Puppen, Teddybären und kleine Autos, Jacken, Hosen, Mützen, Handschuhe, Koffer, Taschen und Tüddelkram, also eigentlich alles! Und in der Tat waren meine Großmutter, meine  Mutter und alle ihre Schwestern sehr geschickt darin, aus dem, was man noch gebrauchen konnte, sinnvolle neue Nutzungen zu kreieren – das galt natürlich in erster Linie für Stoffe, Wolle und Kleidungsstücke, aber auch die einen oder anderen Dinge wurden einem neuen nützlichen Zweck zugeführt. (Der Meinige berichtet ähnliche Erfahrungen mit seinem Vater, da geht es um Steine, die abgeklopft und dann zum Bau des Gartenhäuschens genutzt wurden, um Nägel, die wieder gerade gebogen wurden und um Werkzeuge und Werkstoffe im weitesten Sinn und aller Art.)

Wie man sich nach dieser langen Einleitung sicherlich schon denken kann, setzte auch ich die Tradition des “das kann man noch gebrauchen” fort, und so sammelten sich im Laufe der Jahre viele, viele Sachen in den Schränken und Regalen der Zimmer ebenso, wie in den Schränken und Regalen im Keller und in zahllosen Kisten und Kartons auf dem Spitzboden des Hauses.

Das große Haus kann das verkraften. Nur wir, der Liebste und ich, denken immer öfter mit Sorge an den Tag, an dem wir (oder unsere Nachgeborenen) das Haus räumen müssen, weil wir die Treppen nicht mehr schaffen und in eine kleinere Wohnung ziehen müssen  oder der Herrgott einen anderen Aufenthaltsort für uns bereitet hat und dann die Kinder vor der Aufgabe stehen, das “das kann man noch gebrauchen” zu entsorgen. Weder die eine, noch die andere Option ruft bei mir Begeisterung hervor, wobei ich mich schon mit dem Gedanken an den Himmel beschäftige und ihn auch durchaus attraktiv finde, aber den Kindern das Entrümpel zuzumuten, nein, dieser Gedanke behagt mir ganz und gar nicht.

Es war mir schwer, die letzte kleine Wohnung der Eltern nach ihrem Tod auszuräumen… manche der “das kann man noch gebrauchen” meiner Mutter liegen heute wohlverwahrt in einem Karton im Schrank… ein bisschen Adventsschmuck, Nähzeug, etwas Wolle, Stoffreste, die sie vermutlich noch verarbeiten wollte, Briefe und Karten ihrer Freunde  und viele, viele Bücher meines Vaters, die sich nicht mehr innerfamiliär verteilen ließen…. aber Bücher in den Abfall, zumal Vatis Bücher?

Mit den Feiertagen – und das geht vermutlich den meisten Menschen ähnlich – wuchs die Flut dessen, was wir schon seit annodunnemal entsorgen wollten, weiter an.

Heute nun schritten der Liebste und ich zur Tat, beluden das Auto mit Kartons und Körben voller Dinge, die definitiv nicht mehr gebraucht werden würden, jedenfalls hatte ich mir  fest vorgenommen, nicht den 47. Karton und das 138. Gummiband zu behalten, auch nicht die Wärmeplatte, die nicht mehr funktioniert oder das Bügeleisen, das allenfalls noch dekorativen Zwecken dienen könnte, wäre es nicht zu modern und von der Farbgebung her zu hässlich, als das es noch zur Zierde der Wohnung gereichte. Der vertrocknete Adventkranz hatte auch ausgedient und da ich noch ca. 3 -6 Strohkränze unterschiedlicher Größe für den Fall der Fälle horte, besteht auch gar kein Grund, einen weiteren meiner Sammlung hinzuzufügen. Auch die nicht mehr passenden Rollos der Dachflächenfenster (die Fenster wurden schon vor Jahren durch größere ersetzt!) boten wenig Verheißungsvolles für weitere Nutzung und wurden mit verladen, ebenso einige ausrangierte Blumentöpfe.  Das alles konnte ich leichten Herzens der Abfallwirtschaft überantworten.

 

20150129_115807[1]

 

Aber bei einem Teil, fiel mir das doch ausgesprochen schwer und ich habe lange mit mir gerungen, den Karton vielleicht doch ein weiteres Mal in irgendeine Ecke zu stellen, um ihn der Nachwelt zu erhalten.

20150129_115801[1]

 

Das ist nämlich nicht irgendein Karton, weit gefehlt, es ist der “Fernseher” der kreativen  Kleinen, den diese, in Ermangelung eines echten, eigenhändig herstellten und ihrer Puppen-und-Teddy-Ecke zugesellten. Wie man sieht, läuft gerade  die “Sesamstraße”…..

So etwas schmeißt man doch nicht in den Müll!

Eigentlich nicht…. aber dann doch…..   :-(

 

Von Beer 7 übernommen: Voreingenommenheit in der FAZ 28. Januar, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", gesellschaft, israel, medien, politik, terrorismus.
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Rika:

Gestern die Gedenkreden – heute die anti-israelische / anti-jüdische Propaganda….
Da kann man doch nur noch verzweifeln ….
Der Begriff “Lügenpresse” – ist er nicht mehr als berechtigt?

Ursprünglich veröffentlicht auf Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus:

UN-Soldat durch israelischen Beschuss getötet titelt die FAZ heute. Nicht etwa: “Hisbollah greift israelisches Militaerfahrzeug an”

Der Bericht selber widerspricht der Schlagzeile:

Bei Vergeltungsschlägen der israelischen Armee ist daraufhin im Südlibanon auch ein Blauhelmsoldat getötet worden. Das bestätigte UN-Sprecher Andrea Tenneti der Deutschen Presse-Agentur. Er könne die Nationalität des Toten nicht angeben, solange dessen Hinterbliebene noch nicht informiert seien. Wer geschossen hat und wo genau der Soldat getötet wurde, wollte Tenenti ebenfalls nicht mitteilen. „Unifil-Kommandeur General Luciano Portolano ist mit allen Seiten in Kontakt und drängt auf Zurückhaltung, um eine Eskalation zu vermeiden“, fügte er hinzu. (Hervorhebung von mir)

Ganz unabhaengig davon, aus welcher Waffe die Kugel kam, muss klar sein, dass Hizbollah mit ihrem Angriff die volle Verantwortung traegt. Irgendwie muss der Vorfall doch so hingedreht werden koennen, dass Israel als Kriegsverbrecher dasteht.

Um den Angriff der Hizbollah auf die Grenzpatrouille zu rechtfertigen, packt die FAZ die folgende Gemme…

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Noch haben sie eine Stimme… 28. Januar, 2015

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, judentum, meditatives.
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… die Überlebenden der Todes- und Vernichtungslager.

Es ist an uns, auf sie zu hören.

Es ist an uns, derer zu gedenken, die ihrer Stimme, ihrer Würde, ihres Lebens beraubt wurden.

Und es ist an uns, für sie zu reden und zu bezeugen, dass sie lebten und leben wollten und Deutsche ihnen genau das nicht zubilligten…

damals nicht …

und heute?

Stellvertretend für die Vielen….

20150127_173309[1]

Mahnmal in Hannover….

Die Losung des heutigen Tages…. 25. Januar, 2015

Posted by Rika in christsein und glaube.
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Unkommentiert weitergereicht:

Hütet euch, dass sich euer Herz nicht betören lasse, dass ihr abfallt und dient andern Göttern und betet sie an.
5.Mose 11,16

Herrnhuter Losungen

Keine Briefe mehr aus Rungholt…. 23. Januar, 2015

Posted by Rika in aus meinem kramladen, israel.
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Es ist still geworden, viel zu still.

Kein Brief mehr aus Rungholt, keine Geschichten aus dem ganz normalen  israelischen Alltag, keine  Kommentare zur Politik Israels, keine Sinn machenden Erklärungen zu Propaganda und / oder Lügenmärchen aus den Gebieten und keine erhellenden Klarstellungen zu deutschen Pressemeldungen zu Konflikten zwischen Israel und seinen Nachbarn.

Nichts

Es ist, als sei Rungholt ein zweites Mal untergegangen.

Ich finde das sehr betrüblich und hoffe inständig, dass es der Briefschreiberin “nur” an Zeit mangelt und nicht etwa an Gesundheit und würde mich sehr freuen, wenn bald wieder ein Brief eintrudelte aus Rungholt.

Alles Gute Dir, liebe und verehrte Lila!

Schreib doch mal wieder!

 

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