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Der Pott … 8. Dezember, 2022

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Schon immer hatte ich mir einen dieser wunderbaren und schweren Töpfe aus Gusseisen gewünscht, hatte aber angesichts der Preise für die französischen Produkte auf einen Kauf verzichtet. So trifft es sich gut, dass man vor Geburtstagen nach besonderen Wünschen gefragt wird…. ich wünschte mir so einen Pott. Meine Kinder, die mir den Wunsch gerne erfüllen wollten, waren sich aber nicht ganz im Klaren darüber, welches der vielen Angebote von gusseisernen Töpfen es denn sein sollte. Sie schenkten mir darum einen Geldbetrag, liebevoll und witzig zwischen Nudeln und Kichererbsen in einem „ausrangierten“ Edelstahltopf versteckt.

Heute nun zogen der Liebste und ich los, endlich das, bzw. „ein“ heißersehntes Stück zu erwerben.

„Noch“ gibt es ja das schöne Kaufhaus im Herzen Hannovers…. aber das und das befürchtete Ende ist ein anderes Thema.

In der großen Haushaltswarenabteilung wurden wir natürlich fündig, nichts anderes hatte ich erwartet. Allerdings verschlug es mir dann doch die Sprache angesichts der Preise, die an den Pötten französischer Herstellung klebten. Wäre ich 40 Jahre jünger, würde ich so eine „Investition fürs Leben“, wie die wirklich sehr nette Verkäuferin die Töpfe schwärmerisch empfahl, vielleicht tätigen, aber bei meinem fortgeschrittenen Alter ist es höchst unwahrscheinlich, dass ich noch so lange lebe für die Dauer der Jahre, die als Garantiezeit für diese tollen Kochgeschirre ausgewiesen ist.

Eine Alternative bot sich aber an, gusseiserne Töpfe aus einer preiswerteren Produktion, nach Material und Machart kaum von ihren französischen Gefährten zu unterscheiden (und ich gehe davon aus, dass auch die Kocheigenschaften nur geringfügige Unterschiede aufweisen). Übrigens sei an dieser Stelle angemerkt, dass ich noch nie in meinem Leben großen Wert auf ein Produkt mit einem großen Namen gelegt habe, ganz egal, um welchen Gegenstand es sich handeln mag. Ich wollte nicht Geld für den „Namen“ ausgeben und keine Marke spazieren tragen, für die ich die damit verbundene Werbung teuer bezahlen sollte, ob nun Handtäschchen oder Edelklamotten.

Also nahm ich das heimische Produkt näher in Augenschein und schließlich auch gegen Bezahlung mit nach Hause.

Doch erst zu Hause entdeckte ich, dass der neu erworbene Pott in Solingen, im Bergischen Land, gefertigt wurde.

Mit dieser Entdeckung erwachten zu meinem Erstaunen Erinnerungen an meine lange zurück liegende Kindheit.

Solingen im Bergischen Land, so hatte ich es im Heimatkundeunterricht meiner Grundschule gelernt, gehörte, ebenso wie meine Geburts- und Heimatstadt Hohenlimburg im Lennetal, zu den kleinen Ortschaften, in denen schon vor Jahrhunderten Eisen in vielen kleinen Werkstätten verarbeitet wurde. Man kann durchaus davon reden, dass diese zur Wiege der späteren Eisen- und Stahlindustrie wurde, die später im „Pott“ eine so große Rolle für den wirtschaftlichen Aufschwung spielen sollte.

Ich erinnere mich an einen Ausflug meiner Schulklasse ins Nahmertal – es muss das dritte Schuljahr gewesen sein – zu einem ehemaligen Hammerwerk, in dem durch die Wasserkraft des Nahmer-Baches die Schmiedehämmer angetrieben wurden, mit denen das Eisen bearbeitet wurde. Wahre Kaskaden von Erinnerungen an meine Kindheit und Schulzeit, an Familienspaziergänge, meine geliebten Großeltern, an Schlittenfahrten im Winter und Heidelbeersammeln im Sommer brachen auf und brachten mich in eine bedenklich tränenreiche Stimmung.

So, unter dem Eindruck der Kindheitserinnerungen, warf ich das Suchmaschinchen an, Solingen, Bergisches Land, Hohenlimburg, Sauerland waren die Stichworte. Zu „Solingen“ teilt ein Eintrag mit, dass dort bereits seit dem 14. Jahrhundert mithilfe der Wasserkraft der Wupper Messer geschmiedet wurden.

Aber Hohenlimburg? Was soll ich sagen, ich habe mein ganzes bisheriges Leben lang geglaubt und behauptet, ich käme aus dem Sauerland, schmückte doch der Zusatz „Tor zum Sauerland“ die Postkarten, die man aus Hohenlimburg verschicken konnte. Doch nun die Ernüchterung, um nicht zu sagen, die Vertreibung aus dem Sauerland meiner Kindheit:

Seit Hagen, diese hässliche Stadt, das schöne und damals auch deutlich wohlhabendere Hohenlimburg hinterrücks eingemeindet hatte, liegt Hohenlimburg auf den Karten, die das Sauerland zeigen, jenseits der Grenze. Aber Veserde und Wiblindgwerde, die Dörfer auf der Höhe, die wir von unserer Wohnung in Hohenlimburg in einem gemütlichen Fußmarsch von einer Stunde (oder etwas mehr?) erreichen konnten, ist sauerländisch. Wisst Ihr was, das macht mich sauertöpfisch.

Man kann einem doch nicht einfach so per Eingemeindung und Internetinformation die Heimat klauen.

Hätte ich den Pott vom Rande des Potts nicht gekauft, wäre ich heute noch eine Sauerländerin, die es ins Hannoversche Flachland verschlagen hat …. nun aus dem Sauerland entheimatet, sozusagen.

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Katar, der Terror und die Palästinenser 7. Dezember, 2022

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Gestern, so konnte ich es dem Nachrichtenticker entnehmen, bezwangen die Fußballspieler Marokkos die favorisierten Spanier in einem Spiel der WM in Katar. Über die WM, Fußball und die Nationalmannschaft hatte ich ja vorletzte Worte gefunden… Nun denn, hier folgt eine weitere Ausgabe der vorletzten Worte.

Ich las in dem Bericht, dass unter unvorstellbarem Jubel der ganzen arabischen Welt der Favorit Spanien bezwungen wurde. Zu den Jubelszenen, die vermutlich nicht nur im Stadion, sondern in ganz Katar veranstaltet wurden, gehörten auch palästinensische Fahnen. Nun kann man sich fragen, was denn palästinensische Fahnen mit Marokko zu tun haben. Nichts, mag man denken.

Aber Katar hat mit einem der schärfsten Widersacher Israel etwas zu tun, so macht es dann doch Sinn, das palästinensische Fahnen geschwenkt werden zum Zeichen des Zusammenhalts der Ummah im Kampf gegen das zionistische Gebilde, wie es die schon vor Jahren aufgestellte Charta der Hamas von allen gläubigen Muslimen fordert.

Natürlich bleibt aber die Frage offen, was denn die armen Spanier mit dem Kampf gegen das zionistische Gebilde zu tun haben. Nichts, mag man denken. Aber Spanien war etliche Jahrhunderte lang muslimisches Land und es gibt durchaus Bestrebungen unter fanatischen Korangelehrten, jedes Land, in dem einst der Ruf des Muezzins erklang, wieder in die Gemeinschaft der muslimischen Welt zurückzuführen. Der Verlust Spaniens war damals für die muslimische Welt besonders kränkend. So mag der Triumph der marokkanischen Fußballspieler ein Trostpflaster für das angekratzte Image sein und ein Mutmacher zugleich, auch das zionistische Gebilde eines Tages besiegen zu können, nicht nur im Fußball, so ist wohl die Hoffnung.

Über die Verflechtungen Katars mit den Terroristen, die gegen Israel kämpfen, kann man hier nachlesen: https://de.gatestoneinstitute.org/19189/katars-doppeltes-spiel

Daraus zunächst dieser kurze Absatz:

„Das jüngste Treffen zwischen der palästinensischen Gruppe Hamas und den afghanischen Taliban in Doha, Katar, hat erneut gezeigt, dass Katar ein doppeltes Spiel treibt: Es beherbergt und fördert islamische Extremisten und gibt gleichzeitig vor, ein Verbündeter der USA und anderer westlicher Länder zu sein.

An diesem Treffen, das am 26. Oktober stattfand, nahm der Hamas-Führer Ismail Haniyeh teil, der zusammen mit mehreren Funktionären dieser islamistischen Gruppe in den letzten Jahren aus dem Gazastreifen nach Katar umgezogen ist.

Letztes Jahr rief Haniyeh, der jetzt in Doha lebt, die Taliban-Führer per Telefon an, um ihnen zur „Niederlage der amerikanischen Besatzung Afghanistans“ zu „gratulieren„. Haniyeh sagte, dass die Hamas den Rückzug der USA aus Afghanistan als Vorspiel für die Beseitigung „aller Kräfte der Ungerechtigkeit“, insbesondere Israels, betrachte.

Zweifellos muss jedes Wort, das aus dem Mund der Hamas-Führer kommt, von den Machthabern in Katar genehmigt werden. Hätten diese Machthaber nicht gewollt, dass die Hamas-Führer zur Gewalt gegen Israel und die USA aufstacheln, hätten sie ihnen schon vor langer Zeit gesagt, sie sollten schweigen.“

Der lange Originaltext weist auf einen weiteren Zusamenhang zwischen Katar und dem international operierenden muslimischen Terror hin, wie dieser Auszug zeigt:

„Die Anwesenheit der Hamas-Führer in Katar überrascht diejenigen nicht, die mit der Geschichte des Golfstaates als Unterstützer der Muslimbruderschaft vertraut sind, deren Ableger die Hamas ist.

Mehrere Jahrzehnte lang hat Katar den verstorbenen Scheich Yusuf al-Qaradawi, einen ägyptischen Gelehrten, der die radikal-islamische Organisation „Weltverband muslimischer Gelehrter“ leitete, herzlich unterstützt. Über diese Organisation bündelte und koordinierte er die Aktivitäten radikaler islamischer Gelehrter in aller Welt, von denen viele Mitglieder der Muslimbruderschaft waren. Laut einem Bericht des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center:

„Qaradawi ist vor allem als Schlüsselfigur bei der Entwicklung des Konzepts des gewaltsamen Dschihad bekannt und als derjenige, der die Durchführung von Terroranschlägen, einschließlich Selbstmordattentaten, gegen israelische Bürger, die US-Streitkräfte im Irak und einige arabische Regime erlaubte. … Wegen Qaradawis Haltung zum gewaltsamen Dschihad wurde ihm die Einreise in mehrere Länder untersagt. Im Jahr 1999 wurde ihm die Einreise in die USA untersagt. Im Jahr 2009 wurde ihm die Einreise nach Großbritannien untersagt, weil er Selbstmordattentate in Israel unterstützte. Zwischen den Jahren 2013 und 2018 wurde er auf Antrag der ägyptischen Polizei auf die Interpol-Fahndungsliste gesetzt.“

Trotz Qaradawis öffentlicher Unterstützung des Terrorismus und seiner aufrührerischen Rhetorik haben die Kataris ihn und viele seiner Anhänger sowie die Führer der Hamas weiterhin beherbergt und so das Emirat zu einem Zentrum für die Verbreitung des weltweiten Dschihad und Terrorismus gemacht.“

(Bitte den ganzen Text lesen)

Es ist mehr als bedauerlich, dass diese Aspekte der katarischen Politik bei der Vergabe der Spiele durch die Fifa an Katar gar keine Rolle gespielt haben… und auch nicht in der Diskussion um „Anstand und Haltung“, die die deutschen Fußballspieler im Stadion zeigen sollten, wollten oder konnten.

Ich fürchte allerdings, dass die Regenbogenbewegung beim DFB eine weitaus größere Beachtung findet, als das kleine Israel, das sich immer noch gegen eine übermächtige, feindliche Bewegung wehren muss.

Die Schieflage… 6. Dezember, 2022

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Die Schieflage in der Berichterstattung über Gewaltverbrechen, die hier in Deutschland geschehen, beschreibt Ulli Kulke für einen Beitrag bei Achgut.

Ich habe zunächst gezögert, über die entsetzliche Tat zu berichten und das damit verbundene Thema überhaupt aufzugreifen, zu „gefährlich“ schien es mir, mit einem entsprechenden Beitrag in eine mir höchst unangenehme Ecke gestellt zu werden. Und doch, eine Stellungnahme dazu muss sein.

So übernehme ich den Kommentar Ulli Kulkes ungekürzt.

Kurzkommentar: Ein Mord und die Asymmetrie des Hinschauens

Beileibe nicht jeder Mordfall in Deutschland schafft es bis in die überregionalen Fernsehnachrichten des ZDF. Anders verhält es sich mit Taten, die auf offener Straße geschehen, vor allem wenn es um gesellschaftlich, beruflich oder auch politisch abgrenzbare Gruppen geht, deren Angehörige mehr als einmal als Täter auftreten. Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf.

So auch bei dem vollendeten Mord und dem Mordversuch mit einem Messer an den beiden 14-jährigen Mädchen bei Ulm gestern früh. Der Tat dringend verdächtig: ein Asylbewerber aus Eritrea. Das ZDF hat im heute-Journal gestern abend darüber berichtet. Als allerletzte Nachricht, 20 Sekunden.

Alle Erfahrung spricht dafür, dass eine vergleichbare Tat, wäre sie ausgeführt worden von Angehörigen einer anderen der genannten abgrenzbaren Gruppen, eine erheblich größere Bedeutung im heute-Journal erfahren hätte, kein Zweifel. Die Berichterstattung wäre mit Stimmen von Augenzeugen, Experten und Politikern angereichert worden, hätte mehr Gewicht erhalten, wäre nach vorne gerückt, wahrscheinlich sogar als erste Meldung.

Es geht hier nicht um Ausländer-Hetze. Meine Befürchtung ist aber, dass eine solche eklatante und vor allem für jeden ersichtliche Asymmetrie in der Gewichtung genau dazu führt, zu Verschwörungsvermutungen, zum Verdruss. Auch die jetzt gerade wieder stark ansteigenden Migrationszahlen dürfen das so nicht rechtfertigen. Ganz im Gegenteil

Soweit der Kommentar, dem ich mich inhaltlich anschließe …. trotz der oben genannten Befürchtung.

Wir können doch nicht schweigen „nur“ weil wir den „Falschen“ in die Hände spielen könnten.

Wie aber könnten wir schweigen, wenn Eltern um ihr Kind weinen, das von einem Menschen ermordet wurde, der hier ein besseres Leben suchte?

N A C H T R A G

Am 7. Dezember berichtet die HAZ „prominent“ auf Seite 32 über den Vorfall.

„Immerhin“ steht der Bericht gleich unter der Ankündigung des pseudoroyalen Netflixauftritt einer Schauspielerin, die nun endlich nach dem eigenen Drehbuch posieren kann, und das in der perfekten Attitüde, Opfer weißer königlicher Rassisten zu sein. Man, besser gesagt, das sich selbst ironisch als „Firma“ bezeichnende britische Königshaus mutete dem ehemaligen amerikanischen „Star“ einer drittklassigen Vorabendserie zu, nach der Heirat mit einem königlichen Prinzen als Mitglied der königlichen Familie nach den Regeln derjenigen zu tanzen, respektive öffentlichkeitswirksam aufzutreten, von deren Geld sie üppig lebte. Nun denn, wem’s gefällt, sich Frau Meghan Herzog als jammerndes Opfer anzusehen….

Aber man erkennt doch an der Stelle, an der über den Mord an dem Mädchen berichtet wird, wie in Deutschland mit Opfern verfahren wird, die nicht durch die Hand eines „Rechten“ starben.

Gestern auf der Autobahn…. 2. Dezember, 2022

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Wir waren gestern kurz am Wiesenhäuschen, um nach dem Rechten zu sehen.

Die Rückfahrt ins hannoversche Umland führte uns zur besten Rushhour an Bremerhaven und Bremen vorbei, in einer Zeitspanne also, die wir eigentlich lieber vermeiden, da in der Phase immer mit einem starken Verkehrsaufkommen zu rechnen ist.

So auch gestern.

Der Liebste fuhr, ich saß entspannt neben ihm und ließ meine Gedanken spazieren gehen.

Angesichts der vielen, vielen Autos und ebenso vielen Lastwagen fragte ich mich, ob dieser Autobahnabschnitt nach dem Verzicht der „Verbrenner“ immer noch so aussehen würde, bzw. so stark befahren sein würde. Nein, vermutete ich. Wo soll denn die Energie für alle diese Fahrzeuge herkommen, die jetzt noch mit Benzin oder Diesel fahren?

Die Verknappung des Erdgases durch die Beendigung der Gasimporte aus Russland macht doch heute schon klar, dass die Energieversorgung Deutschlands nicht durch die Erneuerbaren gesichert werden kann, wenn Industrie und Haushalte im gleichen Umfang wie bisher elektrische Energie verbrauchen. Wie viel weniger wird die Energieversorgung zu sichern sein, wenn der Bedarf der Industrie steigen sollte (wovon man bisher immer ausgehen konnte) und gleichzeitig die Umstellung aller Kraftfahrzeuge auf E-Autos erfolgen wird, was ja in allen veröffentlichten Visionen zu diesem Thema spätesten ab 2036 in Angriff genommen werden soll, da ab dem Jahr keine „Verbrenner“ mehr gebaut werden.

Die Lösung des Problems wird vermutlich darin liegen, dass der Individualverkehr radikal eingeschränkt, wenn nicht gar ganz verboten werden wird und die berühmten „Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher“ nicht mehr selber am Steuer eines Fahrzeugs sitzen dürfen, sondern auf Busse und Bahnen angewiesen sein werden, um längere Wegstrecken zu bewältigen. Für die kurzen Entfernungen im 40km-Bereich empfiehlt sich ja ohnehin (neben dem öffentlichen Nahverkehr) das Fahrrad.

Manchmal kann es hilfreich sein, die geplanten Maßnahmen zu visualisieren, indem man – wie ich es gestern tat – die Vorhaben mit der gegenwärtigen Realität abgleicht.

Passend zum Thema Verkehr und Energie las ich heute einen Beitrag in der HAZ : Die Deutsche Bahn plant ja schon seit Jahren, die vollkommen überlastete Bahnstrecke (Süd-Nord-Verbindung) zwischen Hannover und Hamburg durch eine weitere Streckenführung zu entlasten. Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand in den Orten, die nun mit den konkreten Plänen konfrontiert werden und sich als Anrainer der neuen Strecke wiederfinden.

Weniger Autos auf den Straßen, weniger Güterverkehr auf den Autobahnen, aber bitte die Züge nicht an unserem schönen Ort vorbei donnern lassen.

So kriegen wir sie hin, die Verkehrswende, die Energiewende, die große Rettungsaktion für unseren Planeten.

Ich bin da ganz zuversichtlich!

Angesichts der vielen bürokratischen und sonstigen Hemmnisse bei der Umsetzung all der schönen Gedankenspiele zur Wahrung der Lebensfähigkeit unseres Planeten bin ich auch ganz zuversichtlich, dass ich bis ans Ende meines Lebens, bzw. solange meine geistigen und körperlichen Kräfte es zulassen, noch eigenständig von A nach B fahren kann – am Steuer eines dann vermutlich uralten Benziners, den die Werkstatt meines Vertrauens noch fahrtüchtig hält…

N A C H T R A G

Am 5. Dezember 2022 teilt die HAZ auf Seite 1 ihrer Ausgabe folgende Information mit:

„1,4 Prozent betrug der Anteil von Elektroautos am niedersächsischen Straßenverkehr Ende des vergangenen Jahres – bundesweit lag er bei 1,3 %. Der Anteil an Neuzulassungen insgesamt betrug 2021 14, 9 Prozent und lag damit auch über dem Bundesdurchschnitt.“

Noch Fragen?

Jetzt sind lediglich 1,4% Elektroautos im Gesamtverkehr unterwegs, die restlichen 98,6 % fahren noch mit Diesel oder Benzin.

Die Kraftwerke fahren hart am Limit, um die Stromversorgung in diesem Winter zu sichern. Wie groß wäre aber der Bedarf an sicherer Elektroenergie bei einem Anteil von 50% oder mehr Elektroautos ?

Wenn 14,9% aller Neuwagen Elektroautos sind, bedeutet es doch auch, dass eine immer noch sehr große Mehrheit von Kunden auf die bewährte Verbrennertechnik setzt – und es bedeutet auch, dass die Industrie noch gar nicht in der Lage ist, mehr an E-autos zu produzieren und entsprechend „wenig“ auf den Markt bringt. Man darf gespannt sein, wie rasant die Entwicklung fortschreiten wird, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, ab 2035 keine Verbrenner mehr neu zuzulassen und dennoch den Individualverkehr im gewohnten Umfang zu ermöglichen, bzw. wie weit bis dahin die Überzeugungsarbeit gediehen sein wird, die die Leute dazu veranlassen wird, auf das privat genutzte Auto zu verzichten.

Sollten alle Stricke reißen, und das Angebot weder bei den Autos noch bei der Energieversorgung die Nachfrage nicht decken können, wird der Markt es richten, respektive der Preis, und wenn auch das keinen Erfolg bei der Reduktion des Individualverkehrs bringt, winken ja immer noch administrative Maßnahmen, bspw. Führerscheinentzug für alle Ü-70…

Not macht bekanntlich erfinderisch.

Warten auf ein Angebot…. 29. November, 2022

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Habe ich hier schon mitgeteilt, dass ich ein höchst ungeduldiger Mensch bin, besonders wenn es darum geht, ein Vorhaben zeitnah – zeitNAH !!! – in Angriff zu nehmen und umzusetzen?

Es war der 9. September, als wir mit einer sehr unerfreulichen Tatsache konfrontiert wurden: Im Häuschen auf der Wiese hatte sich ein nicht unerheblicher Wasserschaden ereignet, der umfangreiche Reparaturmaßnahmen erfordert. Genau, „erfordert„, denn das ist immer noch die angebrachte Zeitform.

Der Schaden wurde der Versicherung gemeldet, die, nach entsprechender Bedenkzeit und nachdem der Schaden ausführlich begutachtet worden war, auch die Kostenübernahme zusagte, da tatsächlich ein Versicherungsfall vorliegt. Da war es schon Oktober. Eine Firma wurde uns empfohlen, die auf die Behebung solcher Schäden spezialisiert ist. Dankbar nahmen wir den Vorschlag an, riefen die Firma an, diese erstellte einen Kostenvoranschlag für die „Abbrucharbeiten“ und wir kamen mit ihr (und der Versicherung) überein, ihr die Behebung des Schadens zu überlassen.

In der ersten Novemberwoche schickte die Firma ein Team, das die Küche ausräumte (nachdem ich die Schränke geleert hatte) und den Fußboden samt Unterbau komplett entfernte. Seitdem ist dort, wo eigentlich die Küche zu nutzen sein sollte, ein großes Loch, das bis auf den Wiesengrund reicht. Einige feuchte Stellen in den tragenden Balken verhinderten aber den sofortigen Wiederaufbau der zuvor abgerissenen Fußbodenkonstruktion. Trocknen und Warten war angesagt.

Am 16. November wurden die Balken von einem Mitarbeiter der Firma für trocken erklärt, ich suchte den neuen Bodenbelag aus, die Firma erstellte einen weiteren Kostenvoranschlag für die Wiederherstellung – jedenfalls wurde uns das zugesichert.

Inzwischen war der warme Spätsommer auch an der Küste in einen „noch warmen“ Herbst übergegangen, der noch warme Herbst wich bald dem frostig kaltem und windreichen Novemberwetter. Eigentlich müsste spätestens zu diesem Zeitpunkt das Häuschen „winterfest“ gemacht werden. Eigentlich, aber noch immer gähnt das dunkle Loch an Stelle der Küche.

Bei einem Anruf zu Beginn der vergangenen Woche versicherte die Firma, der Kostenvoranschlag an die Versicherung sei „raus“. Wir bekamen aber keine Kopie, dafür jedoch die Rechnung für die bisher geleisteten Arbeiten.

Übermorgen ist der 1. Dezember. Noch immer keine Nachricht von Versicherung, Firma oder dem Koordinator der Arbeiten.

Voller Ungeduld rief ich bei der Firma an und wurde von einer sehr freundlichen jungen Frau am Telefon begrüßt, die aber nicht sagen konnte, ob der Kostenvoranschlag „raus“ sei oder nicht.

Wenn man bedenkt, dass auch der bürokratische Weg lang ist und die Arbeiten erst beginnen können, wenn das Okay der Versicherung vorliegt, kann man vermutlich abwägen, wie hoch mein Empörungslevel über diese Verzögerung inzwischen ist.

Geduld ist wirklich nicht meine Stärke.

Aber genau das ist es, was jetzt von mir gefordert wird – und Zuversicht, dass doch noch alles vor Weihnachten geregelt werden kann, wollen doch einige Leute aus meiner Familie Ende Dezember und Anfang Januar den Winter im Häuschen auf der Wiese genießen.

Sollte aber die Schließung des Lochs immer noch nicht begonnen werden können, wünsche ich mir ab sofort sommerliche Temperaturen, so um die 18 – 20°, damit sich der bereits bestehende Schaden nicht noch zu einem Megaschaden entwickelt.

SOFORT, wenn ich bitten darf!

N A C H K L A P P

Nach weiteren Telefongesprächen schwindet die Hoffnung auf eine zügige Wiederherstellung des Häuschens. Ich muss zu allem Überfluss gestehen, dass ich nicht sicher sein kann, ob ich gerade Zeuge des bekannten Spiels „Schwarzer Peter“ bin, wobei der „Schwarze Peter“ wohl eher bei dem Koordinator zu verorten ist, er ist nämlich, im Gegensatz zur Firma, nicht zu erreichen und sein Anrufbeantworter vertröstet mich darauf, so schnell wie möglich angerufen zu werden. Darauf warte ich nun auch schon seit ein paar Stunden…

Nicht vergessen… x 29. November, 2022

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„Ich habe es natürlich nicht vergessen!“

Wer wie ich die kleinen Krimis im Vorabendprogramm schaut (hüstel….), der kennt ihn sicher, diesen Satz im Werbespot, mit dem der Senior seiner Seniorin versichert, das Wundermittel nicht vergessen zu haben, das der (altersgemäßen) Vergesslichkeit vorbeugen soll.

Ich habe es natürlich nicht vergessen, dass mit dem vorgestrigen „Ersten Sonntag des Kirchenjahres“ die Adventszeit beginnt. Im Gegenteil, ich habe unser Haus adventlich geschmückt und schon einige der liebenswerten Kleinigkeiten hervorgeholt und aufgestellt, die schon seit Jahren das schmückende Beiwerk sind für diese besondere Zeit.

Da aber in diesem Jahr der Erste Advent in enger zeitlicher Nähe zu familiären „Jahrestagen“ liegt, traf sich die Familie (Kinder und Kindeskinder) bei uns und erfüllte unser sonst doch recht ruhiges Haus mit fröhlichem Leben, Singen, Klavierspiel, Freude, Erzählen, Spielen… (Ein Wermutstropfen war leider auch dabei, eines der Enkelkinder war erkrankt und wurde deshalb von der fürsorglichen Mutter daheim versorgt.)

So mussten meine guten Wünsche für die Freunde hier bei „himmel und erde“ noch ein wenig warten.

Nun aber doch!

Ich wünsche allen, die hier mitlesen oder auch nur zufällig vorbeischauen eine schöne, stressfreie, besinnliche und gesegnete Adventszeit.

Auch wenn wir in der Familie den Advent mit dem traditionellen Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..“ begrüßten, so will ich doch hier wie in den letzten Jahren verfahren, denn natürlich gibt es ihn auch in diesem Jahr wieder, den Link zum wunderbaren Flashmob, hier ist er:

Advent, Advent, mein Lichtlein brennt… 23. November, 2022

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Vielleicht – so denke ich – sollten sich die Leute, die heuer für begrenzte Beleuchtung in der Weihnachtszeit werben, doch mal mit der Geschichte des hierzulande so beliebten Brauchs, in der Adventszeit einen Adventskranz aufzuhängen oder aufzustellen, beschäftigen.

Die Idee für dieses Tun, hatte der „Hausvater“ einer Einrichtung für „armer Leute Söhne und Töchter“, die in einer der frühen Sozialeinrichtungen der Stadt Hamburg betreut wurden, damit sie von der Straße kamen.

„Anfang des 19. Jahrhunderts leben im Stadtstaat
Hamburg (der heutigen Innenstadt) 100.000 Men-
schen, 60 Prozent davon in Armut. In den Elends-
stadtteilen sind soziale und hygienische Verhält-
nisse katastrophal. Besonders betroffen sind die
Kinder: Verwahrlosung, Kriminalität und Prostituti-
on sind für sie alltäglich. Nur die wenigsten haben
das Nötige zum Leben. Viele sind körperlich unter-
entwickelt und krank.
Das erlebt auch der junge Theologe Johann Hin-
rich Wichern, als er 1832 vom Studium in Göttingen
und Berlin nach Hamburg zurückkehrt.“

So beginnt die Erzählung über die Geschichte des Rauhen Hauses in Hamburg, nachlesen kann man sie unter dieser Adresse: „Rettungsdorf

Und was hat das mit dem Adventkranz zu tun?

Die Kinder und jungen Menschen, die im Rauhen Haus ein Zuhause gefunden hatten, erfuhren nicht nur Geborgenheit und eine Versorgung mit den ganz alltäglichen Dingen des Lebens, sie wurden ebenso, wie könnte man es von einem Theologen auch anders erwarten, mit der christlichen Lehre vertraut gemacht, zu der damals wie heute die Traditionen der christlichen Feste gehören. Wenn der Herbst aufzieht und mit Dunkelheit und Kälte den Winter ankündigt, steht bald eines der bekanntesten Feste vor der Tür, Weihnachten. Und auch wenn vor 200 Jahren die Geschenke noch lange nicht so üppig waren, wie wir es heute kennen, so dürften sich die Kinder des Rauhen Hauses doch auf ein kleines Geschenk zu Weihnachten gefreut haben und sahen daher dem Fest voller Ungeduld entgegen.

Wer kennt sie nicht, die Frage aller Fragen ungeduldiger Kinder: WIE LANGE NOCH?

Der barmherzige Pastor kam darum auf die Idee, für die Kinder ein sichtbares Zeichen der Wartezeit zu schaffen. Die Geschichte erzählt, dass er ein großes Wagenrad im Betsaal des Rauhen Hauses aufhing und es mit so vielen Kerzen bestückte, wie die Wochen vom 1. Advent bis zum 1. Weihnachtstag Tage haben, große weiße Kerzen für die Sonntage, kleinere rote Kerzen für die Wochentage. Die Anzahl der roten Kerzen war von Jahr zu Jahr unterschiedlich, die der weißen immer gleich. Bei der täglichen abendlichen Andacht brannte die entsprechende Anzahl der Kerzen – und so wurde es von Abend zu Abend heller und festlicher im Betsaal und die Kinder konnten sehen, wie lange es noch dauern würde bis zum Fest.

Später wurde Tannengrün um den hölzernen Ring gebunden.

Es gab ziemlich bald Nachahmer dieser schönen neuen Advent-Attraktion, die auf diese Weise sehr schnell zur „Tradition“ wurde. Für den privaten häuslichen Gebrauch war aber der Adventskranz des Rauhen Hauses dann doch zu groß. Man reduzierte den Umfang des Kranzes und auch die Anzahl der Kerzen – diese auf vier, entsprechend den 4 Adventssonntagen.

Inzwischen – ich meine die Zeit seit etwa 100 Jahren bis heute – gibt es neben den traditionellen Kränzen auch alle möglichen Gestecke in allen nur denkbaren Farben und Formen, der Hinweis auf das bevorstehende Christfest ist in vielen Häusern gar nicht mehr der Hauptgrund für ihr Aufstellen. Und auch bei denen, die die Adventszeit mit der Besinnung auf die Menschwerdung Jesu begehen, dienen Adventskranz oder Gesteck, Kerzen, Tannengrün und schmückendes Beiwerk auch dem Gemüt in der selbst heute noch dunklen Jahreszeit.

Und weil künstliches, bzw. elektrisches Licht in finstrer Nacht nicht nur der Beleuchtung des Weges dient, sondern auch ein wenig festlichen Glanz in unsere trüben Tage zaubern soll, bleibt es seit einigen Jahren in der Adventszeit nicht bei den Kerzen auf dem Adventskranz. Lichterketten, Sterne, Engelsgestalten, Weihnachtsmänner, Rehlein, Nikoläuse mit Rentierschlitten, Schneemänner, allesamt großzügig illuminiert beleuchten unsere Dörfer und Städte, dass es eine Art ist. Manche Art ist allerdings einfach zu viel des Guten.

Da trifft es sich doch gut, dass in diesem Jahr die Stromversorgung besonders im Augenmerk des kritischen Betrachters steht. Die Schuld daran tragen zwei höchst unterschiedlich schwerwiegende Drohszenarien, die noch dazu in einander beängstigender Abhängigkeit stehen.

Wir alle wissen, dass in Deutschland bisher der Strom auf zumeist konventionelle Weise durch Kraftwerke erzeugt wird, die entweder von Stein- und Braunkohle oder von Erdgas betrieben werden und darum zum Untergang der Welt in ein paar Jahren führen werden, oder aber von Atomkraftwerken, die, wenn sie nicht sofort zu einem schrecklichen Unglück führen (können), spätestens aber durch ihre Altlasten das Leben auf unserem Planeten gefährden, wenn nämlich die Fässer und Stollen, in denen die Altlasten „sicher“ bewahrt werden, nicht mehr sicher sind und strahlendes Material austritt. Diese Drohung des baldigen oder verzögerten Endes des bewohnbaren Planeten wurde bisher in Sachen weihnachtszeitlicher Illumination der westlichen Hemisphäre als zu vernachlässigendes Risiko eingestuft.

Jetzt aber ist Krieg – und damit erhöht sich die drohende Gefahr für uns alle. Mit Putin macht man keine Geschäfte, schon gar keine, die ihm durch den Verkauf von Erdgas riesige Gewinne bringen, mit der er seinen schmutzigen Krieg gegen die Ukraine (und indirekt auch gegen den solidarischen Westen) finanzieren kann. Kein russisches Gas mehr für die Elektrizitätswerke. Zwar könnte das die Gefahr der Erderwärmung reduzieren, aber ohne sichere Energie keine Sicherheit für Wirtschaft und Haushalte. Also wird Gas sehr teuer von allen möglichen Freunden und Schurkenstaaten bezogen und muss darum sorgfältig eingesetzt werden für die Stromversorgung der wirklich wichtigen Einrichtungen. Das leuchtet ein. Und deshalb sollen die Städte und Dörfer in dieser Adventszeit weniger leuchten.

Ich finde es ja durchaus richtig, um nicht zu sagen, ganz ausgezeichnet, dass ein bisher geradezu überbordendes Lichtermeer sowohl in den öffentlichen, als auch in den privaten Haushalten spürbar eingedeicht wird.

Doch das, was ich heute las, ist dann des Guten (an Einsparung) doch zu viel. Der Weihnachtsbaum vor dem Kanzleramt wird mit weniger LED-Kerzen bestückt als in früheren Jahren und die Leuchtzeit der Funzeln soll auf magere 4 Stunden, von 16.00 bis 20.00 Uhr nämlich begrenzt werden.

Den dezenten Hinweis, den Achgut auf die große Reisegesellschaft, die großzügig mit vielen Fliegern zur Rettung des Planeten nach Sharm El Scheikh aufgebrochen war und dort 3 lange Wochen residiert hatte, gebe ich hier nur stichwortartig wieder. Da spielte weder die Klimaerwärmung durch den Flugverkehr eine Rolle, noch die Sorge um eine generell für möglich gehaltene Energieknappheit. Der Kampf fürs Klima rechtfertigt alle dafür notwendigen Schritte und Flugmeilen.

Allerdings, so stand es auch bei Achgut, wird der Verzicht auf die schöne Beleuchtung des Tannenbaums vorm Kanzleramt das Klima ebenso wenig beeindrucken, wie die Reduktion der Weihnachtsbeleuchtung in Stadt und Land. (Die scheint aber wegen der Kosten einerseits und einem möglichen Black-out andererseits dennoch irgendwie sinnvoll, muss ich der Faktenlage zuliebe doch hinzufügen.)

Was aber hat das mit Johann Hinrich Wichern, dem Rauhen Haus und seinem Adventskranz zu tun?

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Menschen, denen es ohnehin nicht sonderlich gut geht, die in traurig stimmenden Verhältnissen leben oder ihnen mit Mühe entkommen konnten, und auch die, denen es vergleichsweise gut geht, die aber Sorgen haben vor einer aufziehenden Gefahr, Licht brauchen, „Licht am Horizont“, Licht als Hoffnungszeichen. Gerade in trostlosen Zeiten sind Symbole der Hoffnung so wichtig, als ein mutiges „Dennoch“ oder ein trotziges Aufbegehren, ein Spucken gegen den Wind, ein Pfeifen im finsteren Walde oder Licht, das wie ein Leuchtturm den Schiffen in rauer See den Weg weist.

Deshalb hänge ich auch in diesem Jahr eine Lichterkette auf, leuchtet der Herrnhuter-Stern vor unserem Fenster, zünde ich am Sonntag die erste Kerze am Adventskranz an.

Kein frommer Nachklapp – nur der diskrete Hinweis auf das Beispiel vom Licht, das man nicht unter einen Scheffel stellen soll. In einem immer noch christlich geprägten Land ist „Licht im Advent“ auch der Hinweis auf den, der von sich selber sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Und dessen Geburt wir an Weihnachten feiern.

Vertrauen, Glaube, Hoffnung. Stellt das Licht nicht unter den Scheffel.

Die Ablass-Prediger… 21. November, 2022

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Wie war das noch zu Luthers Zeiten?

„Wenn das Geld im Kästchen klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt!“

Damals war es nicht die Hitze der Erderwärmung, die den Menschen furchtbare Sorgen bereitete, es war vielmehr das Höllenfeuer, das auf die armen Sünder nach ihrem Dahinscheiden wartete – alternativlos, würde man heute wohl sagen, es sei denn, es fände sich ein Ausweg.

Den Ausweg bot die Kirche – damals noch deutschland- und europaweit katholisch – großzügig und natürlich völlig uneigennützig an, sieht man davon ab, dass die Kirche in Rom etwas klamm war, ein Prachtbau aber dennoch entstehen sollte und man dafür irgendwie Geld generieren musste. So traf es sich doch gut, dass zwei unangenehme Situationen in gegenseitiger Hilfestellung zu einem befriedigenden Ende geführt werden konnten. Die Qual des Fegefeuers, die so drohend dräute, ließ sich mit einer saftigen Geldzahlung durch die Angehörigen des Verstorbenen geschickt vermeiden, zumindest aber verkürzen und die Einnahmen aus dieser außerordentlichen Kirchensteuer beendeten die Sorgen der notleidenden Bauherren in Rom! Perfektes Zusammenspiel.

Luther wird nachgesagt, dass er diese Gaunerei durchschaute und Stimmung gegen die Eintreiber des blühenden Ablasshandels machte. Er war nämlich aufgrund seiner gründlichen Bibelstudien davon überzeugt, dass man – also die sündigen Schäflein der Kirche – nicht mit Geld von seiner Sündenlast befreit wurde, sondern allein durch die Gnade des barmherzigen Gottes.

Natürlich war das eine extrem geschäftsschädigende Ansage für die Händler des Seelenheils. Es entspann sich ein heftiger Streit, der, wie wir wissen, nicht nur zur Spaltung der Kirche, sondern auch zu einem lange währenden Blutvergießen zwischen den Parteien führte, deren eine Seite am Geldsegen für die Kirche durch Ablassbriefe festhalten wollten, und der anderen Seite, die sich aus der Macht Roms löste zugunsten einer, nur dem Glauben gemäßen und von Ablasszahlungen befreiten Ewigkeitserwartung. (Ich habe es etwas verkürzt dargelegt. Man möge mir verzeihen.)

Dass in den vielen Jahren seit Luther immer wieder Prediger, Gurus, Sektierer aufgetreten sind, die den angsterfüllten Menschen den Einlass in das Himmelreich via Geldzahlung leicht machen wollten, geschenkt.

Heute glauben sehr viele Menschen ohnehin nicht mehr an Himmel und Ewigkeit. Für sie gibt es darum auch keine Notwendigkeit, für die „himmlische Zukunft“ vorzusorgen. Ganz anders ist es jedoch um die irdische Zukunft bestellt. Da drohen die fürchterlichsten Katastrophen, wenn man den Verkündigungen der als „Wissenschaftler“ auftretenden modernen Ablasshändler Glauben schenkt.

„Wir rasen auf das Ende der Welt zu, mit dem Bleifuß auf dem Gaspedal!“ So oder so ähnlich hat der UN-Generalsekretär erst neulich die Szenerie beschworen, der wir unweigerlich entgegengehen, wenn wir jetzt nicht handeln. Wobei mich dieses geforderte „Handeln“ auf fatale Weise an die Ablassbriefe erinnern, die das Fegefeuer verkürzen oder verhindern sollten. Die Reichen (Länder sind hier gemeint), die das Geld haben (und besonders klimaschädliche Sünden begangen haben oder immer noch begehen) zahlen an die Armen (Länder) viele Millionen Dollars oder Euro, damit die Sünden der Reichen den Armen nicht weiterhin schaden – oder so ähnlich. Vielleicht steht es ja im Ablassprotokoll, was mit dem Geld geschehen soll, das man als CO2-Steuer entrichtet, um dem Untergang der Welt vorzubeugen. Vielleicht geht es um Aufforstungsprogramme oder Deichbauten an gefährdeten Küsten, um genveränderten gelben Reis, mit dem viel mehr Menschen ernährt werden könnten als von den herkömmlichen 130 oder mehr Sorten. Vielleicht geht es auch um Bildung für alle, damit junge Menschen nicht mehr einem dummen Mädchen folgen (das vor ein paar Jahren wollte, dass wir alle in Panik geraten) und sich eben nicht mehr auf Straßen oder an Bildern festkleben, um den Weltuntergang durch ihr mutiges Tun aufzuhalten.

Ich persönlich würde es ja besser finden, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen und nach Lösungen jenseits der Kleberei zu suchen, also sich mit Bauingenieuren zu beraten, wie man zukünftig bauen sollte, um der Hölle des irdischen Fegefeuers zu entgehen, oder mit Agrarwissenschaftlern zu beraten, welche hitzebeständigen Getreidesorten in regenarmen Regionen genug Ertrag liefern, um die wachsende Erdbevölkerung zu ernähren. Man könnte auch intensiv daran forschen, das ungeliebte – aber für das Pflanzenwachstum dennoch absolut notwendige – CO2 nicht einfach in die Atmosphäre entwischen zu lassen, sondern es nützlichen Funktionen zuzuführen.

Ja, ja, ich gebe zu, das ist etwas aufwendiger und anstrengender, als sich auf einer Autobahn festzukleben oder in einem Baumhaus gegen die Erweiterung einer Straße oder eines Kohleabbaugebiets zu protestieren. Es macht auch vermutlich weniger Spaß, als sich den lieben langen Tag in einem Protestcamp aufzuhalten oder in einer Gruppe machtvoll gegen alles zu demonstrieren, was nach Meinung der in Panik geratenen Kinder und Jugendlichen (Spätpubertierende nicht zu vergessen) zu unserem gemeinsamen Untergang beiträgt.

Also, liebe Leute, Euer Zeitfenster ist nach der Berechnung einer gewissen Frau Hinrichs nur noch 2 höchstens 3 Jahre offen, bis dahin müssen konkrete Schritte unternommen werden. Was Frau Hinrichs genau schrittweise unternehmen will (außer Tempo 100 auf Autobahnen durchzusetzen), ist mir leider nicht ganz klar. Radikal auf alle Energieträger zu verzichten, die Mutter Erde großzügig bereithält, halte ich persönlich ja für die falsche Strategie, zumal gerade das Erdöl ja nicht ausschließlich der Verbrennung anheimgegeben wird, ob in Autos oder in der Zentralheizung, sondern viele segensreiche Dinge daraus entwickelt wurden und werden – und sei es auch nur die Hülle für das Smartphone, ohne das ja kein Mensch mehr eine Weltrevolution zur Rettung des Planeten anzetteln kann. Aber das sehen die Klebe-Aktivisten vermutlich ganz anders.

Statt dem Ablasshandel zu frönen, sollte man einen ressourcenschonenden Umgang mit allen Dingen des täglichen Gebrauchs und Lebens pflegen. Wer nur einseitig gegen Autos mit Verbrennermotor und Kohle- oder Gaskraftwerke eintritt und / oder in der Reduktion von CO2 die seligmachende Erlösung sieht, geht an der Realität vorbei, der Realität einer Welt, in der 8 ACHT !!! Milliarden Menschen atmen und essen MÜSSEN, wenn sie leben wollen, in der sie Kleidung, Wohnraum, Arbeitsstellen und Energie für ein gutes Dasein benötigen.

Das, Ihr Klima-Kleber und Panikschürer, ist die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt.

Deutschland hatte früher hervorragende Tüftler, Erfinder, Arbeiter auf all den Gebieten, die heute so notwendig wären, den Herausforderungen zu entsprechen, die die sich verändernden Gegebenheiten mit sich bringen.

Sich an Gemälde oder Straßen zu kleben und darüber bei Anne Will zu lamentieren, trägt aber zu gar nichts bei, außer zu dem Eindruck einer sich immer mehr auflösenden Gemeinsamkeit der bundesdeutschen Gesellschaft. Leider tragen etliche Politiker zu diesem Eindruck und Desaster bei….

„Morgenglanz der Ewigkeit…“ 19. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Der Liebste hat seine morgendlichen Rituale, die er selbst dann einhält, wenn die Zeit drängt oder ein Ungemach dräut.

Dazu gehört neben der Morgengymnastik auch der geistliche Zuspruch für den Tag. „Evangelischer Lebensbegleiter“ nennt sich das Andachtsbuch, das für jeden Tag einen geistlichen Impuls in Form einer Bibelstelle oder eines Gedichts oder eines klugen Gedankens eines klugen Menschen bereitstellt, verbunden mit einem Vorschlag zur eigenen Gestaltung des eben Gelesenen.

Heute nun, nach einer für mich unruhigen Nacht infolge einiger Faktoren, die ich hier nicht näher beschreiben möchte, las mir der Liebste einen Vers vor, der gestern Trost und Ermutigung bedeutete:

„Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht.“ (EG 450, Gemeindelieder 459)

Wie oft habe ich in meinem Leben in zahllosen Gottesdiensten dieses Lied gesungen. Laut Auskunft der „Gemeindelieder“ stammt der Text von Christian Knorr von Rosenroth, geschrieben im Jahr 1684, in einer Zeit, in der die Menschen vermutlich ähnlich über die Vorgänge, die ihnen zu Ohren kamen, beunruhigt waren, wie wir uns heute über Nachrichten aus aller Welt sorgen.

„Morgenglanz der Ewigkeit, Licht von unerschaffnem Lichte“

Horcht man noch auf, wenn man diesen Terminus liest – „unerschaffnem Lichte“? Damals, so vermute ich, wussten alle Menschen, die die Zeile lasen und später das Lied sangen, dass sich dieser Ausdruck auf das ebenso machtvoll wie poetisch anmutende erste Kapitel der Bibel bezieht:

„Am Anfang schuf GOTT Himmel und Erde. (2) Und die Erde war wüst und leer und es war finster auf der Tiefe; und der Geist GOTTES schwebte auf dem Wasser. (3) Und GOTT sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ (Luther Übersetzung)

Damals, 1684, wussten sich die Menschen noch geborgen in diesem Schöpfergeist GOTTES, der mit einem kurzen Satz die unermessliche Schöpfung der Welt in Gang setzte, die wir Menschen heute nach unserem Willen zu regeln gedenken. Allein das Wort selbst bewirkt die unfassbar großartige Schöpfung.

Diese machtvollen WORTE des Geistes GOTTES begegnen uns Christen auch in den Evangelien – zu Beginn des Johannes-Evangelium „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ – und dann auch in den Berichten der anderen Evangelien über Jesus, der nur ein WORT spricht, und der erbarmungslose Sturm auf dem See Genezareth legt sich, Jesus, der Lazarus mit einem einfachen „Lazarus komm heraus“ aus dem Totenreich zurück ins Leben holt oder die Tochter des Jairus ebenso anspricht _ „Mädchen, stehe auf!“ und ihr das Leben und den Eltern die Tochter zurückgibt. Jesus heilt Kranke, vertreibt böse Geister nur durch sein Wort.

Es ist auch heute noch „diese Macht, die unsere Nacht vertreibt“. Nur wollen wir uns nicht mehr so gerne darauf verlassen. Lieber nehmen wir die Dinge selber in die Hand. Aber das – „ich bin nicht Jesus“, wie man manchmal etwas salopp sagt, wenn einem eine Aufgabe gestellt wird, die man nicht im selben Augenblick erfüllen kann – gilt eben auch heute. Wir sind auch nicht GOTT, selbst wenn wir uns manchmal so aufführen und anhören, als wären wir Gotttvater persönlich.

Nein, wir sind nicht Jesus.

Aber Jesus ist immer noch derselbe, wie ihn uns die Bibel vorstellt. Der Geist GOTTES hat sich nicht in Luft aufgelöst. Er ist es noch immer, der die Schöpfung regiert, auch wenn wir meinen, ihn zum Hilfsarbeiter unseres Tuns machen zu können.

Das ist mir heute Ermutigung und Trost genug. Darauf will ich mich verlassen.

Auf DEIN Wort hin, HERR, will ich leben.

Vorletzte Worte … 18. November, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Ich kenne mich und meine Neigung, mich in alle möglichen Diskussionen einzumischen und meinen Senf ungefragt dazuzutun.

Darum kann ich nicht „letzte Worte“ schreiben, ich kann nicht garantieren, dass es letzte sein werden, aber vorletzte zum Thema WM sollten doch geschrieben werden.

Wenn demnächst die Fußballweltmeisterschaft in Quatar / Katar beginnt, werde ich weder die Spiele live noch in der Aufzeichnung schauen. Live habe ich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft schon seit Jahren nicht mehr gesehen, ich halte die Spannung einfach nicht aus – ich schrieb ja schon oft dazu.

Ich werde bei dieser WM aber auch nicht den Aufzeichnungen meine Aufmerksamkeit widmen und verweigere auch das Ansehen jeder Diskussionsrunde der Sportreporter mit sogenannten Experten, wie sie nahezu alle Fernsehanstalten vermutlich täglich präsentieren werden. Selbst die Zeitung erfährt durch mich einen noch nie zuvor dagewesenen Boykott ihrer Sportberichterstattung.

Ich mutiere zum Radikalverweigerer.

Natürlich liegen die Gründe dafür hauptsächlich beim Austragungsort der Mega-Veranstaltung. Diese muss ich hier wohl nicht besonders hervorheben, sie wurden in den letzten Wochen ausführlich diskutiert. Ich hätte mir allerdings diese ausführliche Diskussion bereits VOR der Vergabe durch die FIFA an Katar gewünscht. Denn viele der heute beanstandeten Zustände gab es bereits deutlich VOR der Bewerbung des Emirats.

Die Menschenrechtslage entsprach vor 15 Jahren so wenig wie heute unseren gerne eingeforderten und dann doch vernachlässigten Standards. (deutsche Politiker lassen an dieser Stelle grüßen! Das (Ein)knicksen vor den Scheichs und die Bettelei um Erdgaslieferungen sind doch sicher noch in Erinnerung!)

Die Lage der Frauen in Katar heute entspricht wohl (etwas) weniger derjenigen der Frauen Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts – wir haben dennoch gar keinen Grund, uns stolz über die ehemaligen Kameltreiber in einer unwirtlichen Wüstenregion zu erheben. Immerhin wird heutzutage den katarischen Mädchen jede Bildungsmöglichkeit gewährt, was im 20. Jahrhundert nicht für alle Mädchen in Deutschland galt. Und auch die Rechte der Frauen in Deutschland waren vor 50 Jahren keineswegs vorbildlich.

Das – sich nicht zu überheben – gilt übrigens auch für den Umgang mit Homosexualität. Zu meiner Jugendzeit war das nämlich auch in Deutschland noch ein Tabuthema und die davon Betroffenen standen immer mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie ihrer Liebe nachgaben. Wir sollten unsere Finger bei uns behalten und in uns gehen und uns schämen, dass wir im aufgeklärten Deutschland – vor allem nach Adolf und seinen KZs, in denen auch Homosexuelle gequält und geschunden wurden – so lange gebraucht haben, den Straftatbestand des §175 aufzuheben.

Ob unser Umgang mit den Gastarbeitern seit den späten 50er Jahren wirklich so viel menschlicher und besser war, als der der Araber mit ihren „Arbeitssklaven“, wie unsere Medien voller Abscheu schreiben, mag dahingestellt sein. Die inzwischen alt gewordenen Malocher aus Italien, Spanien, Jugoslawien oder der Türkei in den Bergwerken oder an den Hochöfen der Stahlindustrie des Ruhrgebiets sehen das vermutlich sehr viel realistischer als der smarte Journalist, der von oben herab mit gutmenschlichem Gehabe verurteilt. (Das vernichtende Urteil über die unmenschlichen Bedingungen besteht ja zu Recht, aber „unser Habitus“ in der Angelegenheit ist vollkommen falsch!)

Und damit komme ich zu „uns“.

Wer neulich die Dokumentation über die Vergabe der Weltmeisterschaft an Katar gesehen hat, wird nicht umhinkommen, sich intensiv mit der unrühmlichen Rolle zu beschäftigen, die der DFB als einer der mächtigsten Fußballverbände der Welt in dieser Angelegenheit gespielt hat. Man kann doch mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ein energisches Verweigern der Zustimmung innerhalb der FIFA durch den DFB dazu geführt hätte, dass es niemals zu dieser WM in Katar gekommen wäre. Aber unsere großen deutschen Fußballvereine, besoffen von dem Gedanken, mit der „schönsten Nebensache der Welt“ möglichst viel, sehr viel Geld zu verdienen und dabei alle Augen zuzudrücken, wenn es um finanzkräftige Sponsoren geht, deren Logos in den Stadien an prominenter Stelle sichtbar gemacht werden oder auf den Trikots der Spieler prangen, haben sich doch alle weggeduckt bei der Frage, ob man in Katar auflaufen sollte oder lieber nicht – wobei neben den „menschenrechtlichen Bedenken“ sicher auch das Klima in dem Wüstenstaat eine wichtige Rolle spielt und man darum dem Klima „zuliebe“ die Spiele flugs in den Winter, respektive Herbst verschob. (Ein kleiner Hinweis darauf, dass auf der Südhalbkugel gerade der Frühling beginnt, mag hier angebracht sein…)

Und nun zu den Spielern. Glaubt irgendein Mensch in Deutschland denn tatsächlich, dass sich auch nur ein einziger der hochbezahlten Profis aus moralischen Gründen geweigert hätte, nach Katar zu fahren, wenn Hansi Flick ihm am Telefon die frohe Botschaft verkündet hätte, im Aufgebot zu stehen? Da kann man doch genauso gut und getrost an den Mann im Mond glauben oder an den Nikolaus, der in dieser Jahreszeit sicher für alle möglichen Wünsche herhalten muss.

Nicht einer von denen, die nun nach Katar geflogen sind, haben ihre möglichen Bedenken hinsichtlich der Menschenrechte und dergleichen ernst genommen, mögen sie auch jetzt „Haltung“ zeigen und Regenbogenfähnchen schwingen oder ihre Kapitänsbinde mit diesen Farben schmücken.

Es ist doch eine einzige Heuchelei, die uns jetzt präsentiert wird.

Darum verweigere ich den Spielern und den berichtenden Journalisten, den deutschen Politikern (die jetzt ihre Bedenken anmelden) und den Kataris jegliche Aufmerksamkeit.

Dass die WM ausgerechnet am Ewigkeitssonntag beginnt und während der Adventszeit ausgetragen wird, mag für viele Leute eine zu vernachlässigende Nebensache sein. Dieser Herr sieht das aber anders: Früherer EKD-Chef Schneider will keine WM-Spiele schauen.

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Für mich persönlich spielen auch weitere Gründe eine Rolle, „Katar“ grundsätzlich zu boykottieren – über den Fußball und andere Sportarten hinaus.

Arye Sharuz Shalikar schreibt offen über das Dilemma mit der WM in Katar, (siehe Jüdische Allgemeine) und hebt einen Aspekt ins Bewusstsein, der den meisten Menschen in Deutschland bisher verborgen ist:

Ich stehe da wirklich vor einem Dilemma. Ich lebe in Israel, und anders als den meisten Fußballbegeisterten in Deutschland sind mir Katar und die fragwürdige Rolle, die das Land in der Nahostpolitik spielt, schon länger ein Begriff. Mit den Scheichs hatte ich indirekt schon mehrfach zu tun, insbesondere in meiner Funktion als Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

Es ist kein Geheimnis, dass Katar im Nahen Osten eine äußerst problematische Position einnimmt. Denn lange bevor das Land in Fußballstadien investiert hat, erwarb der Staat sich den Ruf als einer der Hauptgeldgeber radikal-islamistischer Organisationen. Die Liste ist lang und liest sich wie das Who’s who des Terrorismus der letzten Jahrzehnte: Al-Qaida ist ebenso darunter wie der Islamische Staat, die Taliban in Afghanistan und natürlich auch die palästinensische Hamas.

Hunderte Millionen Euro wurden – und werden immer noch – von Katar Jahr für Jahr auf direktem und indirektem Wege an die erbitterten Feinde der freien Welt und an die Hauptverursacher von Mord und Totschlag im Nahen Osten und darüber hinaus investiert. Was könnte man mit diesem Geld für schöne Fußballstadien bauen!

Etwas zugespitzt könnte man sagen, dass es in der islamischen Welt zwei Staaten gibt, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Dschihad, also den sogenannten Heiligen Krieg, zu unterstützen: den Iran als Hochburg des schiitischen Terrors und unseren WM-Gastgeber Katar in Bezug auf sunnitischen Terror. Aus israelischer Sicht ist allen voran Katars Verbindung zur Hamas eine Herausforderung.

Seit Jahrzehnten ist Katar eine Art Kuba des Nahen Ostens und dient Terroristen als Zufluchtsort. Mit seinem Staatssender Al-Dschasira wird über einer Milliarde Muslime weltweit eine ziemlich einseitige Weltanschauung vermittelt.

Al-Dschasira stachelt regelmäßig auf, wenn es bei Unruhen in Jerusalem die radikale Propaganda der Terroristen verbreitet und so mit dazu beiträgt, dass noch mehr Blut fließt. Man könnte noch mehr zu Katar sagen. Man könnte sogar dorthin fliegen und sich die Sache vor Ort anschauen, denn Israel und Katar haben sich zu allem Überfluss auch noch darauf geeinigt, dass internationale Fluglinien (israelische bleiben ausgenommen) Fans aus Israel und den Palästinensergebieten während der WM-Wochen aus Tel Aviv nach Doha fliegen können.

Das Dilemma wird daher nicht kleiner, im Gegenteil: Fußball ist mein Lieblingssport, die WM mein absolutes Lieblingsereignis.“

Soweit Arye Sharuz Shalikar.

Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit Jahren schon mit großer Sorge*** den Einfluss Katars auf die hier lebenden Muslime beobachte. Kaum ein Moscheeneubau, der nicht von Katar (mit)finanziert wird und kaum eine von Katar finanzierte Moschee, in der nicht (auch) zum Dschihad gegen Israel aufgerufen wird.

Eine von Katar ausgerichtete WM poliert natürlich auch das Image der von Katar gestützten Einrichtungen in Deutschland auf – mit dementsprechenden Folgen.

Ganz am Ende meiner vorletzten Worte darf auch der Hinweis auf die wirtschaftlichen Verflechtungen Katars mit deutschen Schlüsselindustrien und Finanzplätzen natürlich nicht fehlen. Wir schauen derzeit argwöhnisch auf China, das natürlich wesentlich größer ist als das kleine Scheichtum am Rande der arabischen Halbinsel, aber der finanzielle Einfluss Katars auf die deutsche Wirtschaft sollte trotzdem nicht unterschätzt werden. Wir haben in Deutschland doch das Sprichwort vom „kleinen Finger, den man dem Teufel reicht“…

Vergesst das nicht. Niemals.

*** Meine Sorge und Kritik gilt ausnahmslos NUR denjenigen Einrichtungen, Institutionen und Personen, für die „Islam“ mehr bedeutet als eine religiös-spirituelle Dimension und die deshalb Sharia gemäß von einem System überzeugt sind und es umsetzen, das umfassend alle Bereiche der religliösen, familiären, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zuständigkeiten regelt und beherrscht.

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