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Wir sind durch Deutschland gefahren… 24. Mai, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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…. in der vergangenen Woche.

Nein, nicht durch ganz Deutschland, nur durch einen sehr kleinen Teil, von der Leine, an Harz und Werra vorbei nach Eisenach, um  Luther und Bach zu besuchen.

Deutschland im Frühling ist einfach wunderschön – noch jung und vieltönig das Grün der Laubbäume und Büsche, dunkel die Fichten und Tannen, zwischen sattgrünen Wiesen und Getreidefeldern das leuchtende Gelb des blühenden Raps. Sollte man da nicht begeistert sein von dieser herrlichen Natur?

Und gilt das nicht auch für die wunderbare Musik, die Johann Sebastian Bach geschaffen hat, für die Begeisterung über einen schier unerschöpflichen Genius und sein Werk?

Bach haben wir zunächst unsere Aufwartung gemacht im „Bachhaus“ von Eisenach, das wirklich jeden Besuch lohnt. Herr Fischer lässt die Zeit lebendig werden in der Bach gelebt hat, er bietet eine  kleine musikalische Kost- und Klangprobe von Haus- und kleiner Kirchenorgel, Cembalo, Clavichord und Spinett, die zum Teil noch aus Bachs Zeit stammen; die Einrichtung des Hauses mit Möbeln aus Bachs Epoche, die Sammlung der Instrumente   im „alten“ Haus und die großartigen Hörbeispiele im Medienraum des Neubaus…. da könnte mir „der Mund über gehen“, weil mir das Herz so voller Bewunderung ist.

Wem das Herz voll  ist, dem geht der Mund über.“  Wer kennt es nicht dieses Sprichwort.

Im Lutherhaus ist es mir über den Weg gelaufen, bzw. ins Ohr gedrungen. In der neu konzipierten Ausstellung gibt es viele Audiostationen, an denen man unter  anderem etwas erfährt von der Mühsal lateinische, griechische oder hebräische Bibeltexte so zu übersetzen, dass sie einerseits dem Volk verständlich sind und andererseits den Sinn des Ursprungstextes wiedergeben. Was aber ist der ursprüngliche Sinn eines Textes? Luther selbst gibt in seinen Schriften Auskunft darüber, dass er und seine Helfer manchmal Tage oder Wochen darüber gebrütet haben, wie sie eine Bibelstelle übersetzen sollten. Theologische Kollegen, jüdische Gelehrte haben das Ringen um die Genauigkeit des „Dolmetschens“, wie Luther es auch nannte,   unterstützt.   Und dennoch haben Luther und seine Mitarbeiter  ihr Werk niemals  als vollendet und letztgültiges Wort betrachtet. Bis zu seinem Tod hat Luther an den biblischen Texten gearbeitet und gefeilt und war sich immer dessen bewusst, dass er eine hohe Verantwortung für das hatte, was wir gerne mit „Gottes Wort“ bezeichnen. Die Bibel als das von Gott inspiriertes Wort ist nach diesem Verständnis eben nicht ein in Stein gemeißelter Text. Sie hat in allen Jahrhunderten viele Dispute darüber ausgelöst, was ihre Kernaussagen seien und sie wird bis heute immer wieder abgeklopft auf das, was Gottes Geist oder menschliches Wort ist. „Wort des lebendigen Gottes“, wie es in der Liturgie zur Schriftlesung heißt… und doch  menschliche Worte, aber von Gottes Geist bewegt.

Das wird  deutlich im Lutherhaus in Eisenach.

Der ebenfalls unglaublich wichtige Beitrag Luthers zu dem, was wir „deutsche Sprache“ nennen, wird an einer Hör-Station erkennbar: Auf der interaktiven Landkarte sind die Gebiete der damals hauptsächlich gesprochenen Dialekte skizziert. Durch Anklicken der Gebiete hört man über Kopfhörer eben jene dort gesprochenen Dialekte, viele von ihnen sind für mein an modernes Hochdeutsch gewohntes Hören und Sprechen kaum bis gar nicht verständlich. Für alle diese verschiedenen Sprechgwohnheiten hat Luther eine gemeinsame Sprache für die Bibel entwickelt. Das babylonisch anmutende „deutsche“ Sprachgewirr noch im Ohr, macht seine Leistung umso bemerkenswerter.

Natürlich waren wir auch auf der Wartburg, Inspiration für das wohl bekannteste Lied Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“,  Trutz- und Schutzburg, Dokument mittelalterlicher Baukunst und Stein gewordene Geschichte. Vom Söller aus hat man einen weiten Blick in die thüringische Landschaft…. Berge und Wälder so weit das Auge reicht, als gäbe es neben Eisenach keine menschlichen Behausungen in der Gegend.

Dass am vergangenen Wochenende ein großes Burschenschaftstreffen in Eisenach stattfand, wussten wir vor Beginn unserer Reise nicht, trafen aber in unserem Hotel auf Gäste, die durch ihre Kleidung als Burschenschaftler zu erkennen waren. Bevor wir am Freitag den Heimweg antraten, fuhren wir noch hinauf auf die Göpelskuppe, auf der das Burschenschaftsdenkmal  steht, gegenüber der alten Trutzburg auf der anderen Seite des Tals.

Das auch in Eisenach ansässige Automobilmuseum  haben wir uns  erspart, obgleich  das sicher eine nicht zu vernachlässigende Komponente dessen ist, was Deutschland heute ausmacht….  Deutschland, deine Autos…. Autofahrer und Fabriken,  Diesel inklusive😉

Eisenach …

Was ist schon Eisenach neben solchen Städten wie Köln, Mainz, Hamburg, Leipzig oder Berlin, mag man denken. Und doch wird in dieser kleinen Stadt alles das an Geschichte lebendig, was Deutschland zu Deutschland werden ließ und ausmacht … Natur, Kultur, Religion, Staatsmacht und Status mit allen Schönheiten, aller Genialität und allen Abgründen und Verwerfungen.

 

„Wir sind durch Deutschland gefahren….“

Die Überschrift über diesem Blogbeitrag ist der Anfang eines Liedes, das ich als Jugendliche begeistert gesungen habe, Ausdruck romantischer Gefühle und Sehnsüchte…..   ich singe es immer noch gerne, wohl wissend, dass es nicht nur die Romantik gibt, auch die Schrecken und Abgründe.

Dennoch, Deutschland – schönes Heimatland.

Fremde Feder: Soll und haben nach Torsten Teichmann 1. Mai, 2016

Posted by Rika in aktuell.
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Nichts, aber auch gar nichts hat sich bei den mit unseren Gebühren finanzierten öffentlichen Qualitätsmedien geändert. Die Damen und Herren Nah-Ost-Journalisten stellen Mutmaßungen an, wenn es sich um palästinensisch-arabische Terroraktionen handelt, aber sie berichten mit größter Gewißheit von israelischer Terrorabwehr, die sie dann gerne als „unverhältnismäßig“ darstellen…. mit all den vernebelnden Satzhülsen, die sie im Reservoir ihres journalistischen Sprachgepäck haben.

Spirit of Entebbe

Wenn es darum geht, die verhassten Juden vom Leben zum Tode zu befördern, waren palästinensische Terroristen noch nie wählerisch. Seit ihre Sprengstoffgürtelträger wegen der furchtbaren Apartheidmauer nicht mehr in israelische Städte gelangen und ihre Raketen vom Iron Dome abgefangen werden, setzen sie notgedrungen – oder inspiriert vom Islamischen Staat – wieder auf Attacken mit traditionellen Waffen wie Messer und Beil. Groß in Mode ist schon länger, mit Fahrzeugen aller Art, vom Bus über den Bagger (im SPIEGEL, der wenigstens da mal richtig korrekt sein will: „Radlader“) bis zum Pkw, Menschen zu überfahren, was dann bei SpOn verkehrsunfallverdächtig mit „Autofahrer steuert in Menschenmenge“ umschrieben wird.

Von Terror mag auch Torsten Teichmann nicht reden, schließlich hat er das, was von Matti Friedman die „Israel Story“ genannt wird“, ebenso verinnerlicht wie die versammelte Pressemeute vor Ort, weshalb er sich strahlend neben dem „großartigen“ Etgar Keret ablichten lässt und mit säuerlicher Miene neben…

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Aiman Mazyek betätigt sich als antisemitischer Hetzer… 18. April, 2016

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, iran, islam, politik.
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… indem er mit schmeichelnder Zunge sich und seine Religionsgemeinschaft als Opfer    bejammert.

Auch ich sehe den Islam kritisch und lehne den politischen Islam grundsätzlich ab. Bin ich deshalb schon des Rassismus verdächtigt?  Wende ich mich damit gegen die Religionsfreiheit? Darf man neuerdings in Deutschland nicht mehr kritisch über Religionen sprechen oder schreiben?

Was ist die eigentliche Aussage des Herrn Mazyek, deretwegen ich  ihn  für einen der schlimmsten antisemitischen Propagandisten (s.o.) halte, wenn er die hier lebenden Muslime und ihre Lage mit denen der Juden im Dritten Reich gleich zu setzen versucht?

 

Mazyeks schreckliche Gleichsetzung:

“ Mit der AfD gebe „es zum ersten Mal seit Hitler-Deutschland eine Partei, die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht…“

Wer Herrn Mazyek beispringt – wie es laut ARD-Tagesschau alle Parteien im Bundestag getan haben sollen – verkennt völlig, dass die Juden unter Hitler nicht als „Religionsgemeinschaft“ existentiell bedroht waren, sondern aus blankem Antisemitismus und wahnhafter Rassenideologie „ausgerottet werden sollten“.

Es ging den Faschisten unter Hitler um die Vernichtung des jüdischen Volkes. Herr Mazyek reduziert mit seiner Gleichsetzung aber das Judentum ausschließlich auf eine Religionsgemeinschaft und spricht damit gleichzeitig Juden die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk  ab und delegitimiert so indirekt auch den Staat Israel darin,  Staat des jüdischen Volkes zu sein. Mazyek steht damit in der bewährten  Tradition  arabischer Führer , wie der des Mufti von Jerusalem zur Zeit des Dritten Reiches, war doch der Mufti ein erklärter Freund Hitlers und stimmte mit diesem in der Zielsetzung überein, das jüdische Volk zu vernichten.

Wunderbar erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Faschismus und Islam in seinem Buch:  Der islamische Faschismus  Eine Analyse, München 2014
Und man übersieht dabei ebenfalls, dass dieses „Ausrotten der Juden“ nach wie vor auf der Agenda der muslimischen Regierung des Iran steht.

Die muslimische Regierung des Iran kann sich dabei auf Suren des Koran berufen, in denen Ungläubigen (Christen und Juden) unverhohlen der Tod angedroht wird und sie gleich gesetzt werden mit Hunden und Schweinen.

 Einschub:

Herr Mazyek  mag es nicht zugeben wollen, aber die, die sich über die kritische Haltung der AfD gegenüber dem Islam empören,  verkennen zudem, dass kaum eine andere  religiöse Gemeinschaft so unter  islamischer Bedrängnis zu leiden hat, wie die Christen, das gilt sowohl für den als neuerdings „gemäßigt“ bezeichneten  Iran, der christliche Konvertiten mit dem Tode bedroht, wie für Saudi Arabien mit seiner überaus rigiden Anwendung der „Religionsfreiheit“  = S A ist frei von jeder anderen Religion außer dem Islam!  (Von seiner fürchterlichen Auslegung des Koran in Saudi Arabien für die Muslime selbst in Bezug auf die staatlichen Gesetze und Institutionen will ich erst gar nicht reden, es sei an dieser Stelle  nur an den Blogger Reif Baldawi, der  zu  1000 Peitschenhieben  als Strafe verurteilt wurde, weil er sich kritisch zum Islam äußerte.)

Die dringend notwendige kritische Haltung zum Islam gilt für alle Aktivisten des Islam, die  mit ihrem Terror Europa in Angst und Schrecken versetzt haben – und mit weiteren Terroraktionen drohen, sie gilt vor allem  aber den brutalen Schlächtern des Islamischen Staates (ISIS)  oder den nicht minder schrecklichen Kampftruppen von Boko Haram  (um nur diese beiden zu nennen), die sich  auf den Koran berufen und ihre Killeraktionen an unschuldigen Kindern,   Frauen und Männern gerne mit der Anrufung ihres Gottes Allah einleiten.

Die Frage muss auch gestellt sein, wieso die Religionsfreiheit eingeschränkt wird, wenn Moscheen ohne Minarette gebaut werden (so lautet der Vorwurf gegen die AfD, die sich gegen Minarette in ihrem Grundsatzprogramm wendet ) – schließlich steht auf dem (jüdischen Tempelberg, der so heißt, weil da einst der Tempel Salomons und der zweite jüdische Tempel standen) seit der absolutistischen  Herrschaft der Muslime über Jerusalem das angeblich „drittheiligste Heiligtum“ des Islam, gänzlich OHNE Minarett da,  das scheint jedoch auf die  Religionsausübung  keinen bemerkenswert negativen Einfluß zu haben.

Über den „Kopftuchstreit“ – gleichfalls ein Vorwurf  für mangelde Religionsfreiheit  – habe ich an anderen Stellen mehrfach geschrieben, das will ich hier nicht wieder aufwärmen.

Alle diese Fragen und Themen hat Herr Mazyek offensichtlich nicht gründlich genug durchdacht, sonst hätte er vielleicht etwas weniger forsch formuliert. So aber  spricht er wieder einmal in seiner typischen doppelzüngigen Weise, mit charmantem Lächeln und alle Fakten völlig ignorierend,  die man in Bezug auf den Islam kritisch hinterfragen könnte (und NOCH im Rahmen der Meinungsfreiheit hinterfragen darf ). Er beherrscht die hohe Kunst, Gesprächsteilnehmern das Wort im Mund herum zu drehen und einzig und allein die eigene Sicht auf die Dinge als „Wahrheit“ zuzulassen.

Warum, so frage ich mich nicht erst seit heute,  gehen ihm so viele politisch verantwortliche Menschen immer noch auf den Leim? Es gibt doch berufenere und klügere Leute als Herrn Mazyek, deren Berurteilung und Ratschläge für die gesellschaftlich relevanten Fragen in Bezug auf den Islam vermutlich sehr viel förderlicher wären als es die Einlassungen der von DITIB  dominierten Islamverbände sind.

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Ich bekräftige anlässlich der Mazyek’schen Verdrehungen darum meine Aussage:

Zu behaupten, Islamkritik – auch Islamophobie genannt – sei im Kern identisch mit Antisemitismus halte ich für eine besonders perfide Form des letzteren.

 

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Ein Fest für muslimische Kinder zu Ostern…. 1. April, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, islam, migration, politik, terrorismus.
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Jeder Mensch wird begreifen, dass es für Kinder nicht einfach ist, wenn nahezu alle Kinder in der Nachbarschaft nach Ostereiern und Schokohasen suchen dürfen, aber man selber nicht mit suchen darf.

Das mögen sich die Verantwortlichen in einer Bremer Moschee gedacht  und nach einem Ausweg aus dem Dilemma gesucht haben. Begreiflicherweise können streng gläubige Muslime wohl kaum Ostern feiern, ist Ostern doch das wichtigste Fest im christlichen Leben und Kalender:

Jesus ist vom Tode auferstanden und hat so dem Tod die Macht genommen.

Mit dieser Aussage unterscheidet sich das Christentum ganz zentral vom Islam,  der Jesus (Isai) lediglich die ehrenhafte Stellung eines Propheten einräumt und ansonsten von Kreuzestod, Erlösung  und Auferstehung nichts wissen will und darüber hinaus auch eine sehr viel andere Vorstellung von Ewigkeit und Paradies bietet, als es das  Christentum tut. Mit den grundsätzlichen Aussagen zum Paradies im Islam habe ich mich zwar noch nicht auseinandergesetzt, ich kenne nur die Zusagen für Märtyrer, denen zufolge im Paradies auf den tapferen Kämpfer 72 Jungfrauen und nie endende – vor allem sexuelle – Freuden warten.  Was für die muslimischen Frauen nach dem Tod folgt, ist mir leider nicht geläufig.

Aber zurück zu den Bremer Muslimen und ihrer Notlage, für ihre Kinder ein fröhliches Fest zu arrangieren eben  losgelöst von allen christlichen Aussagen und pseudochristlichen Bräuchen, zu denen (den pseudochristlichen Bräuchen)  meiner Meinung nach ja auch der Osterhase gehört…

Die Bremer Muslime sind auf die grandiose Idee gekommen, am   OSTERSONNTAG   den Geburtstag Mohammeds zu feiern.

Nun verhält es sich mit Mohammeds Geburtstag allerdings so, dass der nach dem muslimischen Festtagskalender in Jahr 2016 auf den 11. / 12. Dezember fällt, weit entfernt also vom 27. März.

Natürlich kann man einen Geburtstag auch am nicht amtlichen Datum feiern, das macht die Queen ja auch so, weil ihr vermutlich das Wetter im April zu unbeständig ist und damit ungeeignet für die großen Paraden, die ihr zu Ehren abgehalten werden. Ich habe auch einen sehr lieben Freund, der seinen Geburtstag „richtig“ erst ein halbes Jahr nach dem offiziellen Datum feiert, weil der eigentliche Tag so arg kurz vor Heiligabend liegt. … Vermutlich gibt es viele Menschen, die aus begreiflichen Gründen die Geburtstagsfeier auf ein anderes Datum verlegen.

Wenn aber     AM HÖCHSTEN CHRISTLICHEN FEIERTAG    Mohammeds Geburtstag gefeiert wird, dann werde ich hellhörig. Gehört es doch zur muslimischen Tradition des   Dschihad, in der Welt der Ungläubigen das Banner des Propheten aufzurichten. Leider wissen  die meisten der hier lebenden „Ungläubigen“  zu wenig über den Islam und seine Strategie zur  Islamisierung der Welt und machen sich wenig Gedanken über Moscheen, die in christlichen Vierteln errichtet werden und sicher noch weniger kritische Gedanken über Kinderfeste zu Ehren des Propheten-Geburtstages   am höchsten Feiertag der Christen.   Eine Moschee    ist nicht etwa ein „Gotteshaus“  im christlichen Sinn, sie ist vielmehr  ein Zeichen des Anspruchs des Islam,  über das Gebiet zu „herrschen“ in dem die Moschee steht.    Vor diesem Hintergrund  ist auch jede Belegung eines christlichen Feiertages durch ein muslimisches Fest nicht einfach nur als eine nett gemeinte Alternative für Muslime, die auch den Feiertag nutzen wollen, zu verstehen. ( By the way, hat man je öffentlich darüber nachgedacht, wieso ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit die Muslimverbände den „Tag der offenen Moschee“ ausgerufen haben und seither feiern?)

Auf diese Zusammenhänge hat der Artikel bei Achgut, durch den ich auf die Bremer Festivitäten aufmerksam wurde, nicht hingewiesen. Er beschäftigt sich vielmehr mit den „Gastgebern“ der Veranstaltung, zu  denen auch die höchst ehrenwerten Herren  von Millî Görüş gehören. Ja, ja, das ist die Gesellschaft, die bislang vom Verfassungsschuß als  „islamistisch“ eingestuft wurde und bei „islamistisch“ weiß jeder dank der zahlreichen „islamistischen“ Anschläge, die allesamt nichts mit dem Islam zu tun haben sollen,  dass sich das nicht auf die besonders fromme Variante muslimischer Religionsausübung bezieht (denn dann hätte ja „islamistisch“ etwas mit Islam zu tun!), sondern auf  die besonders gewalttätige. Neuerdings aber, so stellt Peter Grimm in seinem Artikel bekümmert fest, hat der Verfassungsschutz allerdings seine kritische Beobachtung deutlich heruntergefahren, denn, Zitat:  „Millî Görüş sitzt inzwischen ja mit dem Segen des Bundesinnenministers am Tisch der Deutschen Islamkonferenz und kann dort direkt mit der Bundesregierung um eigene Privilegien feilschen. Frühere Innenminister wollten Islamisten, die den Verfassungsschutzämtern doch in verdächtiger Entfernung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stehen schienen, nicht am Tisch der Islamkonferenz haben und luden anfänglich stattdessen lieber ein paar liberale Muslime und Kritiker der Islamverbände ein. Diese Zeiten haben sich spätestens mit Innenminister de Maiziere geändert. Als der zur Islamkonferenz einlud, waren die Liberalen draußen und ein paar Verbände mit einst mangelhafter Verfassungstreue bekamen ihren Platz am Verhandlungstisch.“ (Zitatende)

Und weil selbst der  Innenminister unseres schönen (manchmal doch recht süd-/ mittel-amerikanisch anmutenden Bananen-) Staates keine Problem mit islamistischen Muslimvertretern hat, hat auch Christian Weber, seines Zeichens Präsident der Bremischen Bürgerschaft im schönen Bremen – übrigens eine Hochburg antisemitischer Umtriebe und antiisraelischer Geschäftigkeit – kein Problem damit, das Kinderfest zur Ehren des angeblichen  Geburtstages des Propheten Mohammed an   OSTERSONNTAG    mit seiner Anwesenheit zu beehren….

Wobei man schon ein bisschen verwundert darüber sein könnte, dass ein Präsident der Bürgerschaft ein Kinderfest besucht. Meines Wissens nach ist noch niemals der Oberbürgermeister der wunderbaren Stadt Hannover in meiner Gemeinde erschienen, wenn es dort den unvergleichlich guten    „Safki“ – Samstag für Kinder – gibt.

(Aber wir in Niedersachsen – und in Hannover zumal -, haben es ja auch nicht so mit gönnerhaftem Auftreten sozialdemokratischer B-Promis….   Wir haben Schröder, das muss einfach für alle Zeit genügen.)

Halten wir fest:

Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft besucht ein Kinderfest zu Ehren des Propheten Mohammeds an OSTERSONNTAG

Der Prophet Mohammed hat nicht an OSTERSONNTAG  Geburtstag, sondern erst im Dezember

Gastgeber des Kinderfestes ist u.a. der islamistische Verein Millî Görüş

Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft beehrt Islamisten mit seiner Anwesenheit

Eine Islamisierung findet aber nach den Regeln der guten und gutgläubigen „Ungläubigen“  dieses Staates nicht statt.

 

Selbstverständlich gilt für muslimische Feste die Religionsfreiheit …. das will ich der Vollständigkeit halber betonten, ohne alle anderen Aussagen damit zu relativieren.

 

 

 

 

 

Schön war es und bitter-schade zugleich…. 26. März, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Traumhaft schönes Wetter in Südtirol, glänzend präparierte Pisten am Kronplatz, herrlicher Schnee, die seit langem bevorzugte Unterkunft wie immer einladend und freundlich, Familie und Freunde beieinander….

Es hätte also ein Traumurlaub werden können…    wäre nicht ein erheblich großer Wermutstropfen in die Winterglückseligkeit gefallen. Der kleine Tropfen Wermut war ja längere Zeit bekannt: Der jüngste Sohn hatte im Februar die neue Stelle angetreten und natürlich noch keinen Anspruch auf Urlaub im März. Damit hatten wir gerechnet, es tat uns zwar leid, aber gleichzeitig freuten und freuen wir uns doch darüber, dass der Jüngste es so gut getroffen hat in „seiner“ neuen Firma.

Schlimmer traf es den Zweitältesten und seine Frau. Mit deutlichen Erkältungssymptomen sich plagend waren sie in den Urlaub gestartet, hoffnungsvoll noch der erste Abend nach der Ankunft in der großen Runde. Am nächsten Morgen die Ernüchterung: Fieber, Halsschmerzen, Nase zu, nicht aufhörender Husten bei dem einem, Zahnschmerzen, Fieberschübe und Schlappheit bei der anderen.  Arztbesuch statt Piste. Verdunkeltes Zimmer wegen schmerzender Augen statt Sonnenschein auf der Hütte.

So schade, so bitter!

Da fällt es mir doch  schwer davon zu berichten, wie schön es für uns war:

Die herrliche Landschaft zu genießen und die  Lieblingspisten zu fahren….

 

MEDION Digital Camera

Auf dem „Marchner“….   natürlich mit Rucksack und seit ein paar Jahren mit Helm😉

 

„Du fährst wie ein junger Gott!“, meinte der Liebste zu mir und ich war – abgesehen davon, dass ich doch eher für eine Göttin, als für einen  Gott gehalten werden sollte –  wirklich sehr glücklich, überhaupt skifahren zu können, hatte ich mich doch schon seit Wochen mit einer schmerzenden Hüfte geplagt und war nur dank der Spritze des Orthopäden meines Vertrauens überhaupt in der Lage mit Lust und frei von jeder schmerzenden Pein das Skifahren zu genießen.

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Der Kaffee auf der Terrasse auf dem Klausberg….

 

….

 

 

…die ersten Skitage der Enkel zu begleiten….

Wie viel hat sich doch verändert, seit unsere Kinder das Skifahren erlernten. Sehr nette Skilehrer arbeiten nach  einem hervorragenden pädagogischen und methodischen Konzept…  Spielerisch lernen schon die Kleinsten die Grundzüge des Skifahrens… Auf ausgelegten Matten ist die Fußstellung vorgezeichnet und  mit „Pizza grande“, „großes Pizzastück“ verdeutlichten die Skilehrer die Beinstellung für die ersten Fahrversuche am leicht abfallenden Hang. Mit „Schneepflug“, wie es noch zu meiner Lernzeit hieß, können Kinder heute nichts mehr anfangen. Kennen Stadtkinder überhaupt noch einen einfachen Pflug, geschweige denn einen „Schneepflug“, und gibt es den überhaupt noch???

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So schön zu beobachten mit welcher Freude und Konzentration  unser ältester Enkel dabei war…

MEDION Digital Camera

 

Und dann die  Siegerehrung nach dem abschließenden „Rennen“ am letzten Skischultag…

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Zweiter Platz für den Enkel….  „Wie mein Papa!“, verkündet er stolz und ich denke an die mehr als 30 Jahre zurück,  als der Vater  des Kleinen mit uns die ersten Pisten fuhr… und wir später dann immer wieder mit allen Kindern in Südtirol das Skifahren in vollen Zügen genießen konnten.

Die beiden Kranken konnten kaum an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen, von den abendlichen Spielerunden ganz zu schweigen. Dabei hatten wir alle uns gerade auch darauf so lange schon gefreut, die Gemeinschaft mit der Familie und den Freunden zu erleben…. schließlich waren wir eine große Runde von  achtzehn Leuten  mit einer Altersspanne von 1 1/2 Jahren bis 71  :-)

Langsam sind sie die beiden auf dem Weg der Besserung.

Dankbar sind wir dafür, dass wir vor Unfällen bewahrt blieben und auch die Rückfahrten  nach Hause relativ stressfrei verliefen, wobei der Liebste das Auto der Kranken fuhr… wie gut, dass er doch so fit ist.

Und vielleicht gelingt es uns ja im nächsten oder übernächsten Jahr mit „alle Mann“ und Kind und Kegel  in Südtirol gemeinsam eine schöne Zeit zu genießen.

 

 

Ich glaube, mein Schwein pfeift…. 2. März, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, integration, islam, migration, schule - kinder, sharia, wahlrecht.
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sagte man früher wenn man seine Fassungslosigkeit oder sein Erstaunen über eine Situation, ein Ereignis oder eine Behauptung ausdrücken wollte.

Und das ist genau das, was ich hiermit tun will!

Allerdings, Schweine pfeifen in der Regel nicht, sie quieken allenfalls, wenn sie sich in Gefahr wähnen…. ich weiß das, der Bauer von gegenüber hat noch  vor etwa  20 bis 25  Jahren regelmäßig in seinem Hof ein oder zwei Schweine geschlachtet… wir konnten das Quieken deutlich hören… und sahen dann das geschäftige Treiben und das Schwein auf der Leiter. Anschließend war Schlachtefest angesagt. Das war damals so üblich auch in unserer Gegend und vermutlich wird es in vielen bäuerlichen Gegenden heute noch so gemacht.

Aber zurück zum Thema: Ich glaube, mein Schwein pfeift!

23 Jahre habe ich als Werk- und Hauswirtschaftslehrerin an Sonder-, respektive Förderschulen  gearbeitet. Die Zubereitung von Gerichten mit Schweinefleisch gehörte ganz selbstverständlich in meinen von den Rahmenrichtlinien gedeckten Unterrichtsplan. In den 6 Jahren vor der 15 Jahre währenden Kinderpause gab es nie auch nur die kleinste Kritik daran, Schweinefleisch zu essen. Es wär an dem damaligen Schulstandort in der Abgeschiedenheit eines nordhessischen Dorfes auch sehr, sehr merkwürdig gewesen, wenn irgendwelche Eltern sich negativ zum Schweinefleisch geäußert hätten.

Bei einem Schlachter machte ich die nähere Bekanntschaft mit dem Handwerk des Schweineschlachtens, betreuten wir Lehrer doch unsere Schüler in den diversen Berufspraktikumsstellen. In aller Herrgottsfrühe fand ich mich beim besten Metzger des Dorfes ein, Meister und Gesellen und auch mein Schüler standen schon bereit. Ein Wagen fuhr vor, 4 oder 5 Schweine, so genau weiß ich es nicht mehr, wurde ausgeladen und vorübergehend in einem kleinen Gehege untergebracht, bis eines nach dem anderen zunächst mit dem Bolzenschußapparat betäubt, dann mit dem Messer abgestochen und den sich anschließenden Arbeitsgängen überlassen wurde… Abbrühen, entfernen der Borsten, abspülen, den Bauch öffnen und alles ausnehmen, was darin befindlich war…  Bis zu diesem Punkt habe ich alles mit angesehen, es war übrigens das erste Mal – und blieb auch das einzige Mal – , dass ich dieser Prozedur beiwohnen konnte. Dann bekam ich einen Schnaps auf meine bestandene „Erstschlachtung“….   das Schwein tat mir zwar ein bisschen leid, aber Wurst, Schinken und Fleisch aß ich auch weiterhin in Maßen und mit Vergnügen.

Nach der Kinderpause – wir lebten bereits im Land mit den meisten Schweinezuchtbetrieben, im schönen Niedersachsen – unterrichtete ich nun mehr ausschließlich das Fach  „Hauswirtschaft“, von den Schüler der Einfachheit halber „Kochen“ genannt. Und das taten sie mit Vergnügen: KOCHEN,  die lästige Ernährungslehre und die unweigerlich notwendigen Abwasch- und Aufräumarbeiten mehr oder weniger  billigend in Kauf nehmend. In den ersten Jahren hatten wir nur zwei oder drei muslimische Schüler an der Schule, die allesamt vollkommen säkular lebten, d.h. irgendwelche zu beachtenden Speisevorschriften gab es nicht. Das änderte sich im Laufe der Zeit. Und ich musste immer häufiger Rücksicht nehmen auf meine muslimischen Schüler. Nicht nur, dass sie kein Schweinefleisch essen durften, es war auch darauf zu achten, dass in Würstchen, die als Geflügelwürstchen ausgewiesen waren, nicht trotzdem Schweinefleisch verarbeitet war, was übrigens sehr oft der Fall ist. Auch das Kleingedruckte auf den Zutatenlisten ist genauestens zu beachten, nicht selten taucht dort der Begriff „Gelatine“ auf, die in aller Regel ebenfalls vom Schwein gewonnen wird. Ich hatte  – und habe es immer noch – viel Verständnis für diese besonderen Bedingungen, denen muslimische Kinder und Jugendliche unterworfen sind.  Ich lernte von meinen Schülern auch, dass es nicht einfach genügt, statt des Schweinefleischs eine Alternative anzubieten, ich musste auch darauf achten, dass die übrigen Lebensmittel für die muslimischen Schüler in einer  getrennten „Küche“ zubereitet wurde. (Mit Küche bezeichneten wir die 4 verschiedenen Küchenzeilen innerhalb der großen Küche, in denen jeweils 2 oder 3 Kinder gemeinsam arbeiteten). Einer meiner Schüler machte mich nämlich eines Tages darauf aufmerksam, dass  Geschirr, Besteck und Küchengeräte auf gar keinen Fall mit „Schwein“ in Berührung kommen dürfe.

In Israel hatte ich vor Ort und bei lieben Freunden das Prinzip der Trennung zwischen „milchigen“ und „fleischigen“  Speisen in Tat und Tun kennen gelernt (per Lektüre war es mir schon bekannt), das ja ebenfalls streng drauf achtet, Milchiges und Fleischiges nicht mit gleichem Geschirr und in gleichen Töpfen zuzubereiten oder anschließend im gleichen Spülbecken zu reinigen.

Ich konnte mich also gut auf diese Bedingungen einlassen.

Ich hätte aber niemals darauf verzichtet, Schweinefleisch zu verarbeiten „nur“ weil meine muslimischen Schüler es nicht essen durften. Es gab immer eine Alternative, wobei ich ehrlicherweise bekennen muss, dass manchmal die Alternative darin bestand, dass die Muslime das  Fleisch einfach nur weglassen und sich deshalb mit den Beilagen begnügen mussten. „Kochen“ in der Schule will ja auch bezahlt sein und oft genug habe ich aus meinem privaten Geldsäckel etwas zugegeben.

Mit der Zeit wurde das Vorgehen ganz normal,  einfach zur  Macht der Gewohnheit, Dinge so oder so zu regeln.

Darum kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, dass sich Mensen an Kitas, Schulen und Unis, in Firmen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen  den Zwang auferlegen, auf Schweinefleisch generell zu verzichten, um Muslimen nicht das gemeinsame Essen schwer oder unmöglich zu machen. Mit etwas gutem Willen lässt sich das doch regeln. So wie es ja in größeren Einrichtungen auch längst Usus ist, täglich ein vegetarisches Gericht anzubieten – und das ist nicht mehr der Milchreis, wie es noch zu meinen Studentenzeiten üblich war. Meine Tochter war immer total begeistert von der Vielfalt der Speisen aus denen sie in ihrer Uni-Mensa auswählen konnte.

Geradezu lächerlich finde ich darum die Erwiderung,  der in ihrer Volkserziehungbessenheit  unverbesserlichen Grünen (und neuerdings auch Mitglieder anderer Parteien),  auf den Vorschlag der CDU in Schleswig-Holstein, Schweinefleisch nicht verpflichtend vom Speiseplan zu entfernen.

So schreibt Frau Göring-Eckardt beispielsweise auf Twitter:

Witzig: fordert Integrationspflicht für Vegetarier. Unsere heißt Mettbrötchen! http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Schweinefleisch-Pflicht-in-oeffentlichen-Kantinen 

 

Das ist so strunzdumm, dass es fast schon wieder amüsant daherkommt, wäre es nicht als typisch grüne Provokation geschrieben.

Mit Sicherheit hat die CDU nicht gefordert, dass Tag für Tag auf jedem Speiseplan jeder Mensa ausschließlich „Schwein“ zu stehen habe…

 

Herr Lindner von den Liberalen gibt sich auch in Ernährungsfragen ganz liberal,  wenn er schreibt:

 

Erst , jetzt . Verrückte Idee:wie wäre es, wenn einfach jeder selbst entscheidet was er isst?CL

 

 

Vom Fasten… 28. Februar, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube.
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war heute in unserer Gemeinde im Gottesdienst die Rede.

Nun möchte ich nicht in allen Einzelheiten wiedergeben was unser Pastor an guten Gedanken dazu geäußert hat, das würde mir vermutlich auch gar nicht gelingen, weil ich an dem einen oder anderen Punkt zu eigenem Nachdenken und Erinnern angeregt wurde. Davon soll hier die Rede sein.

Während meiner Kindheit war Fasten gar kein Thema.

In meiner sauerländischen Heimat und geborgen im Clan meiner großen Familie lebte ich in pietistischer Frömmigkeit, die mit katholischen Ritualen – zu denen das Fasten zu der Zeit gezählt wurde – gar nichts gemein hatte, im Gegenteil, man wahrte eine gewisse Distanz zu dieser Art von kirchlicher Glaubenslehre. Dann verschlug es meine Kleinfamilie in das strengstens katholische Münsterland und ich machte Bekanntschaft mit jungen Mädchen meines Alters, die sich ebenso strengstens an die Fastenregeln während der Passionszeit hielten: Keine Süßigkeiten, keine Wurst, kein Fleisch und schon morgens vor der Schule in die Frühmesse, was bedeutete, dass sie vorher natürlich auch nicht frühstückten….  „boaaah!“, wie man in der Gegend des Münsterlandes sagte. Das hat mir imponiert und gleichzeitig war ich unendlich dankbar, dass die Oberhirten meines freikirchlichen Gemeindebundes solche Zwangskasteiungen nicht auch von mir verlangten. Fastenzeit, das hörte sich nach „in Sack und Asche gehen“ an, bar jeder Fröhlichkeit, von Lustbarkeiten ganz zu schweigen. Nun sind pietistische oder baptistische Gemeinde weit davon entfernt, für etwaige „Lustbarkeiten“  berühmt zu sein. Singen im Chor der Gemeinde war in manchen Kreisen schon die höchste der gemeinsam erlebten Freuden. Kino, Tanz, Theater, Kirmes, Karneval oder Zirkus waren als Orte weltlicher Lebenslust überaus verpönt, geradezu geächtet. Warum also sollten wir fasten? Führten wir doch ohnehin schon einen gottgewollten Lebenswandel mit entsprechend selbsterwählter Enthaltsamkeit jeglicher sündhafter Gelüste. (Bei „normalen“ Sünden sah das natürlich ganz anders aus…)

Viel später, ich muss so um die Dreissig gewesen sein und fernab vom strengst katholischen Münsterland, wurde das Fasten auch in nicht-katholischen  Kreisen (meiner Wahrnehmung nach wieder)  modern und diverse Publikationen christlicher Denominationen warben  dafür, es während der Passionszeit einzuüben.

In Erinnerung an meine ehemaligen katholischen Schulfreundinnen bezog ich das Fasten für mich auf die Enthaltsamkeit vom Genuß schmackhafter (und kalorienreicher) Süßigkeiten, wie Eis, Gummibärchen, Schokolade und Ähnlichem mehr. Zwei oder drei Jahre später verzichtet ich auch zusätzlich auf den Genuß von Alkohol. Das fiel mir alles relativ leicht. Schwieriger war es schon, als mein Mann und ich in der Passionszeit das Fernsehgerät in den Keller stellten und sogar auf die doch gar nicht lustbetonten Nachrichtensendungen verzichteten. Der Liebste hatte und hat allerdings einen recht entspannten Umgang mit dem Thema Fasten…  Ich bin mehr so der „alles oder nichts-Typ“, was sich in vielen Bereichen meines Lebens niederschlägt und mir manchmal das Leben unnötig schwer macht.

In diesem Jahr nun standen (und stehen immer noch) folgende Vorsätze auf dem Fastenprogramm: Keine Süßigkeiten, kein Knabberzeug, kein Alkohol und  kein Internetbesuch via Smartphone.  Mich an das Letztere  zu halten fällt mir wirklich schwer, bin ich doch in den letzten Jahren zu einer Art Internetjunky mutiert, was nicht nur meinem Liebsten gar nicht gefällt, sondern mir selbst sogar als gefährlich in Bezug auf meine latent vorhandene Suchtstruktur erscheint. Meistens halte ich mich an mein auferlegtes Smartphone-Internet-Verbot, sieht man mal von dem dringend notwendigen Nachrichtenaustausch via „Was’en los“ mit der lieben Familie ab. Auch gucke ich kurz vor dem Schlafengehen, wenn ich den allzeit bereiten PC in die Ruhephase geschickt habe, noch mal schnell nach, ob, wer und warum irgendetwas gepostet hat, was ich noch unbedingt wissen muss, um beruhigt (oder eben gerade nicht beruhigt) schlafen zu können.

Merkt Ihr was? Die Konsequenz auch den PC nur noch zum Empfangen oder Verschicken von E-Mails zu nutzen, die habe ich in diesem Jahr nicht fertig gebracht. Allenfalls gelingt es mir die Zeit ein wenig zu reduzieren, die ich mit der Beschäftigung der höchst unliebsamen Nachrichten in „meinem“ sozialen  Netzwerk verbringe. Vielleicht schaffe ich es ja, auch diese Zeit bis Ostern noch weiter zu drosseln… es wäre nicht schlecht.

Um dann das zu tun, was unser Pastor dringend anmahnte, die entstandene „Lücke“ nämlich mit etwas Positivem zu füllen… in meinem Fall, mich mehr mit der realen, als mit der digitalen Nachbarschaft und Freundschaft zu beschäftigen oder vielleicht  auch einfach mal mehr mit dem Buch der Bücher innigeren Kontakt zu pflegen, als ich es sonst so tue.

Ich will es zumindest versuchen…. es lohnt sich bestimmt…. davon bin ICH überzeugt, jetzt muss ich es nur noch diesem fiesen inneren…  na, Ihr wisst schon, beibringen…

 

 

 

 

Blickt eigentlich noch irgendein Mensch durch? 25. Februar, 2016

Posted by Rika in flüchtlinge, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, migration, politik, presse, soziale arbeit, wahlrecht.
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Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine so verworrene politische Situation erlebt zu haben, wie ich sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrnehme.

Wenn wir hier im Hannöverschen nicht gerade mit eingefleischten 96-Fans und Anhängern sprechen – die Situation für 96 ist äußerst bedrohlich, der Abstieg steht vor der Tür -, gibt es in den Gesprächen unter Freunden oder mit flüchtigen Bekannten beim zufälligen Treffen an der „berühmt-berüchtigten Fleischtheke“ ***  des Supermarktes um die Ecke eigentlich nur ein Thema:

Die Flüchtlingsfrage.

Dabei sind es zunehmend mehr gar nicht die Flüchtlinge selber, die von besonderem Interesse sind, vielmehr fragen sich die Leute und frage auch ich mich:  „Was geht eigentlich in Frau Merkel vor?“

Denn wir, so scheint es mir zumindest, haben uns doch längst damit abgefunden, dass es Menschen geradezu nach Deutschland treibt, die einen, weil sie vor dem Krieg fliehen, die anderen, weil sie dem Elend ihres Heimatlandes entkommen wollen, die nächsten, weil sie von einem guten Leben in Deutschland träumen.  Längst ist auch klar, dass wir diesem unaufhaltsamen Streben nach Deutschland wenig bis gar nichts entgegen setzen können. Zäune an den Grenzen sind unmoralisch und unmenschlich, Obergrenzen bei der Aufnahme der Flüchtlinge sind gar nicht kalkulierbar, weil: siehe Zäune –  und Europa und Erdogan sowieso nicht mitspielen.

Erdogan…. wie, so frage ich mich seit Wochen, wie kann die Kanzlerin ausgerechnet auf diesen Machtmenschen ihre ganze Hoffnung setzen? Auf einen Politiker, der ungehemmt und ungebremst einen Krieg gegen Teile der Bevölkerung seines Landes führt? Ich sage bewusst „Teile der Bevölkerung seines Landes“, denn nach Erdogan gehören Kurden ganz offensichtlich nicht zu seinem Staatsvolk und vermutlich sehen die Kurden das inzwischen ganz genauso. Wie kann Frau Merkel mit einem Politiker Geschäfte machen – und nichts anderes ist es doch, wenn sie ihm Milliarden (EU-Gelder) gegen die Verwahrung der Flüchtenden innerhalb des türkischen Reiches bietet und darüberhinaus  verlangt, die Grenzen zu Europa so zu sichern, dass Deutschland seine Grenzen offen halten kann für einen ungestörten Warenaustausch innerhalb der EU – wie also kann Frau Merkel Geschäfte machen mit einem Präsidenten, der die Meinungsfreiheit in seinem Land beschneidet, die Opposition kalt stellt, Kritiker in Gefängnisse stecken läßt, die Pressefreiheit einschränkt, das Demonstrationsrecht aushebelt und die ISIS-Kämpfer im Nachbarland Syrien mit Waffen, Nachschub und medizinischer Versorgung unterstützt, von den jüngsten direkten Eingriffen in die Kämpfe ganz zu schweigen?

By the way, noch herrscht bei uns Pressefreiheit – die Presse ist frei  zu sagen, was die Regierung vorschlägt, und auch die Meinungsfreiheit ist noch sicher gestellt, jedenfalls  solange sich das Volk nicht in „Pack“, „Schande“, „keine Menschen“, „Abschaum“, „braunen Dreck“, „Faschisten“, „Dunkeldeutsche“ oder „Verbrecher“ verwandelt und darum Meinungen von sich gibt, die nicht nur höchst unschön sind, sondern im höchsten Maße auch Schande für Deutschland bedeuten könnten, im Ausland zumal, das doch gerade erst über die überwältigend wunderbare Weltoffenheit der Deutschen in Entzücken geraten war. (Die Regierungschefs der befreundeten und nicht ganz so befreundeten Staaten hegen allerdings mehr oder weniger offen Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit politischen Leitlinie der deutschen Kanzlerin und wollen sich ihrem „Welcome Refugees“ nur sehr bedingt bis gar nicht anschließen.

Apropos Leitlinie.

Gibt es die?  Ich meine, so richtig klar ausformuliert und auch für das Volk erkennbar?!

Nein, ich meine jetzt  nicht die auf Hochglanzpapier gedruckten Wahlprogrammeversprechungen, die sind eh für die Katz…  immer schon gewesen, das zumindest kann ich  als mehr als 40 Jahre lang  aktive, Stimme vergebende Wählerin mit Fug und Recht behaupten. Ich meine die Leitlinien der Politik, die sich erkennbar auch  im Alltag bemerkbar machen. Nein, damit meine ich jetzt nicht die Beschränkungen, die uns aus irgendwelchen Gründen von jetzt auf gleich aufgelegt werden in Form von Geldzahlungen, die wegen der erneuerbaren Energien zu entrichten sind oder weil die Funk- und Fernsehanstalten qualitativ hochwertige Leistungen erbringen und  wir Konsumenten in Absprache mit den Regierenden die dazu notwendigen Fördermittel  in Form von Gebühren zu abzugeben haben, egal, ob wir überhaupt über die notwendigen Empfangsgeräte wie Radio oder Fernsehen verfügen oder nicht, um nur diese Beispiele zu nennen. Ich meine solche Leitlinien wie beispielsweise „Bildungspolitik“, worunter ich mehr verstehe, als die minimalste Grundsicherung des Lernens  (an maroden Schulen) und Lehrens durch permanent überforderte – weil zu wenige – Pädagogen oder die Früherziehung an Kitas in  größtmöglichen Gruppen bei minimalster Personaldecke in Form von 1 (in Worten einer)  qualifizierten Erzieherin und 1 Sozialassistent/en/in für 25 Kinder oder den täglichen Kampf der Studenten, um wenigsten noch einen Treppen- oder Fensterbankplatz im ansonsten völlig überfüllten Hörsaal zu ergattern, damit man den Credit Point für die verpflichtend notwendige Teilnahme an der Vorlesung erhält – erforderlich  für den Bachelor- oder Masterabschluß.

Es wäre auch schön, wenn sich politischer Gestaltungswille bei der Verkehrswegeplanung durchsetzen würde und die notwendigen Baumaßnahmen nicht im endlosen Chaos mit nicht mehr vorhersagbarem Ende Steuergelder in unvorstellbarer Höhe verschlingen würden. Großartig fände ich es, wenn hingegen dem Verbraucher, also mir, es völlig frei gestellt bliebe, welche Glühlampe meine Wohnung erhellen darf, um nur ein Beispiel zu nennen,  und die ständigen Belehrungen über Nahrungsmittel, Schweinezucht, die angeblich begrüßenswerte Ansiedlung von Wölfen und den notwendigen Schutz der Umwelt unterblieben. Das nervt nämlich. So wie mich auch die Klimaerwärmungsdebatten immer wieder ungläubig staunend machen. Glaubt man denn allen Ernstes, den Wärmegehalt  der Atmosphäre unseres Planeten auf zwei Grad genau regeln zu können, wie etwa die Temperatur im Wohnzimmer eines Hauses mittels eines genau justierten Thermostats? Für mich fällt dies unter das Stichwort „Imponderabilien“, also Zustände und Situationen, die sich meiner Kontrolle entziehen. Dass wir die Resourcen der Erde gleichwohl nicht gedankenlos verplempern dürfen zugunsten des eigenen (sowieso zeitlich begrenzten) Nutzen und Frommen versteht sich dagegen von selbst und ist ein anderes Thema.

Nervig finde ich auch, dass die Regierenden meinen, mich fürsorglich an die Hand nehmen zu müssen, weil mir eigenes Denken nicht zugemutet werden kann oder weil man mich mit  klar benannten Schwierigkeiten und Problemen nicht verunsichern oder gar ängstigen möchte. Die meisten von uns meistern ihr Leben doch auch ohne einen ständigen Vormund, der ihnen sagt, was zu tun und zu lassen ist. Nicht umsonst reden wir doch vom Selbstbestimmungsrecht und von der Wahrnehmung unserer demokratischen Rechte. Dies, die demokratischen Rechte wahrzunehmen, kann sich doch nicht darin erschöpfen, alle Jubeljahre ein Kreuzchen auf einem Wahlzettel zu machen und ansonsten „die da oben machen zu lassen“ im guten Glauben, dass sie es schon richten werden. Dieser gute Glaube ist mir in den letzten Monaten und Wochen ohnehin gründlich abhanden gekommen. Ich habe nicht den Eindruck, dass „die da oben es richten werden“. Schlimmer als auf einem Hühnerhof geht es in Parteien und Regierungen zu, egal ob auf Landes- oder Bundesebene. Alles gackert, scharrt, plärrt und kräht durcheinander. Außer dem ständig wiederholten Mantra der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ ist doch keine klare Linie, kein Plan, keine Ordnung und erst recht keine geregelte Vorgehensweise seit dem Beginn der Flüchtlingskrise zu erkennen, und selbst das Mantra wird zunehmend mehr nur noch gemurmelt und nicht mehr kraftvoll mit energisch unterstützenden Hand- und Armbewegungen verbreitet.

Noch schlimmer als das Durcheinander der Regieanweisungen der Regierenden empfinde ich die Zumutungen der Medien die für sich die Deutungshoheit über das, was gut oder böse, richtig oder falsch sei in Anspruch nehmen, und uns mit einer kaum oder nicht mehr  zu ertragenden  Penetranz Tag für Tag unter die Nase reiben, in die Ohren predigen, in die Augen streuen was zu meinen, zu denken und zu tun sei und was nicht und die dabei die Klaviatur der Betroffenheit längst über Gebühr bedienen und  meine Gefühle strapazieren, bis ich mit völliger Resignation oder wütendem Protest auf alle die Bilder und Sprüche reagiere, die an meinen barmherzigen Edelmut appelieren wollen. Dabei gehört es doch zu meinem  Menschsein, dass sich mein Herz regt, wenn ich Unrecht sehe, wenn ich Menschen in Not erlebe. Das geht doch ganz sicher den meisten von uns so. Aber wenn neben mir eine Sirene dauerhaft Alarm heult und das Blaulicht, das um Achtung bittet, gar nicht mehr erlischt, schaltet mein Organismus irgendwann aus reinem Selbstschutz auf OFF / OUT / ENDE   oder auf Flucht, weg vom Alarm, weg von der eingeforderten Verantwortung für eine Misere, die ich nicht zu verantworten habe. Bei vielen derjenigen, die einst gutgläubig und unbescholten waren, und die jetzt auf so schreckliche Art und Weise gegen die eingeforderte Solidarität rebbelieren, so denke ich, hat das System nicht nur auf Flucht, sondern bereits auf Angriff geschaltet.

Das entsetzt mich, macht mich ohnmächtig…

meine Gedanken beginne sich im  Kreis zu drehen….

Leere breitet sich aus.

Ich blicke nicht mehr durch.

Vielleicht geht es der Kanzlerin genauso – aber sie darf es nicht sagen, es könnte mich – und EUCH ALLE  –   ja verunsichern….

 

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*** „berühmt-berüchtigte Fleischtheke“: Ein Lehrer an der Grundschule unserer Kinder war erbittert darüber, dass viele Dinge, die doch eigentlich direkt mit ihm, dem Lehrer, besprochen werden sollten, zuerst und manchmal auch ausschließlich beim kleinen Supermarkt unseres Dorfes an der Fleischtheke verhandelt würde. Die „Fleischtheke“ wurde zu einem geflügelten Wort im Lehrerzimmer und unter uns Eltern.

 

Das fällt mir so als Nachklapp ein: Unsere Politiker stehen auch an „Fleischtheken“ bei Will,  Maischberger, Illner und co….   und wir sind pikiert, weil wir ihnen bloß zuschauen und zuhören können bei ihrem mediengerechten Auftritten. Aber was hat das mit politischem Handeln zu tun?

 

Fremde Feder: Wie Täter und Opfer sich wandeln 11. Februar, 2016

Posted by Rika in aktuell, antisemitismus, araber, araber-"palästinenser", fatah, gesellschaft, hamas, islam, israel, israelkritik, plo, terrorismus.
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Immer und immer wieder ist es notwendig darauf aufmerksam zu machen, was das  „Verhältnis“ von  Palästinensern und Israel ausmacht, denn zu viele Menschen hierzulande übernehmen völlig kritiklos die Lesart palästinensischer Propaganda, die es inzwischen zu wahrer Meisterschaft gebracht hat.

Gut, dass Ulrich Sahm genauso hartnäckig wieder und wieder das Bild ein wenig zurecht rückt:

 

 

Ein kurzer Abriss des palästinensischen Terrors. Die Klischees sind bekannt: Palästinenser führen einen Befreiungskampf gegen die « Besatzung». Die weltweit verfolgten Juden behaupten sich mit einem waffenstarrenden Ministaat gegen Vernichtungsdrohungen aus mehreren Richtungen. Nebenbei unterdrücken Sie „die“ Palästinenser (wie man im Ausland auch israelische Araber pauschal nennt) angeblich im eigenen Staat. Dass die rund 2…

Quelle: Wie Täter und Opfer sich wandeln

Kein Scherz diesmal….. 9. Februar, 2016

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, familie.
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Der Liebste stand vor meinem Bett: „Komm schnell, wir haben Wasser im Keller!“

Mein wunderbarer Mann macht jeden Morgen das Frühstück und ich darf noch ein wenig ruhen. Erst wenn der Kaffee heiß und schwarz auf dem Tisch steht trolle ich mich aus dem warmen Bett ins Bad und von dort zum Frühstück. Manchmal beschleunigt der Liebste diese schöne morgendliche Routine mit einem kleinen Scherz, der mich eilig aufstehen lässt. Wir haben beide unseren Spaß  daran.

Aber irgendetwas in seiner Stimme verriet mir augenblicklich, dass es kein Spaß war, um mich schneller aus dem Bett zu bringen. Ich lief hinter ihm her in den Keller. Sanft und friedlich schimmerte mir das Wasser entgegen, das bereits mehr als knöchelhoch die unterste Treppenstufe umspülte.

Kein Scherz.

Mit nackten Füßen watete ich durch das eiskalte Wasser von einem Raum in den anderen. Wasser überall. Der Liebste hatte schon den Haupthahn der Wasserleitung abgestellt, denn es war nicht klar, woher das viele Nass kam. In meinem Näh- und Bügelzimmer schwappte das Wasser in die Wäschekörbe,  im großen Keller standen die Hinterlassenschaften meiner verstorbenen Eltern im Wasser, ebenso die Kartons mit Büchern und alten Schulsachen der Kinder, Kartons mit Erinnerungsstücken aus allen Phasen ihrer Kinder- und Jugenzeit. Eine leere Gießkanne schwamm lustig auf dem Wasser, statt  wie sonst üblich das Wasser in sich zu transportieren, die Werkzeugkiste macht zwar einen äußerst robusten Eindruck, aber wasserdicht ist sie leider nicht. Natürlich hatte das Wasser auch nicht vor den Schränken Halt gemacht, es kräuselte sich bereits auf den unteren Fachböden.  Es sah nach einem entsetzlichen Desaster aus, denn ich bin eine begnadete Sammlerin und horte jede Menge Schätze in Kisten, Körben und Kartons und viele davon stehen auf dem Fußboden unter der Tischtennisplatte, die schon seit ewigen Zeiten nicht mehr bespielt wird und darum auch zum Abstellen aller möglichen Utensilien dient…

Zum Glück hatten aber, wie sich später herausstellte, weder Waschmaschne noch Trockner oder Gefrierschrank Schaden genommen.

Wir riefen die Feuerwehr. Die kam sehr promt und sehr schnell und pumpte das Wasser ab. Allerdings nicht alles, ein kleiner, etwa 1/2 cm hoher Spiegel blieb stehen. Den schöpften wir mit Kehrblechen ab und wischten ihn mit Tüchern auf. Es dauerte buchstäblich Stunden. Über die feine Funktion meines schlauen Telefons benachrichtigte ich die übrige Familie von der morgendlichen Heimsuchung. Einer der „Jungsbrüder“ konnte es dienstlich so einrichten, dass er noch am selben Tag zu uns kam und uns half, die Kisten – sofern sie noch tragbar waren – in die oberen Stockwerke des Hauses zu transportieren und diejenigen, die bereits zu sehr  aufgeweicht waren, gleich an Ort und Stelle zu sortieren in: das muss weg und das kann eventuell gerettet werden. Ich konnte dem allen nur relativ hilflos zusehen, mein Rücken lässt es seinfach nicht zu, schwere Lasten zu tragen. Abends kam der zweite der Jungsbrüder und half ebenfalls nach Kräften zu retten, was zu retten war, bzw. eben zu entsorgen, was entsorgt werden musste.

Die Versicherung schickte ein Unternehmen das Gebläse und Trocknungsapparate aufstellte, die geben nun Tag und Nacht ein monotones Summen und Brummen von sich. Die Männer rissen auch die Teppichböden raus (dabei mussten sie um die Möbel herumschneiden, denn die hatten wir in der Kürze der Zeit noch nicht leeren können) und nahmen sie zum Glück auch gleich mit. Sie machten unmissverständlich klar, dass das Näh- und Bügelzimmer grundsaniert werden müsste – wir hatten damals das Zimmer als Arbeitszimmer für meinen Mann aufwendig ausgebaut, einen 6 cm starken  isolierenden Fußboden aufgebracht und die Kellerwände mit Fermazellplatten verkleidet und alles wohnlich tapeziert und eingerichtet.

Ich legte Zettel, Hefte, Bücher zum Trocknen im Wohnzimmer auf dem Fußboden aus  – ein Lob der Fußbodenheizung – und wusch mehrere Ladungen Wäsche, die von den Fluten nass geworden war und stockig zu werden drohte.  Und ich trennte mich von vielen Schätzen! Was noch wirklich schön und brauchbar war, brachten wir als Spende zum Sozialkaufhaus, es wurde dankend angenommen, anderes landete da, wo es vermutlich in einigen Jahren ohnehin gelandet wäre – auf dem Wertstoffhof.

Der Liebste und C. fuhren 6 oder 7 Autoladungen zum Wertstoffhof.

In der vergangenen Woche kam eine Firma, um den Fußboden im Näh- und Bügelzimmer rauszureißen und die Fermazellplatten in 60 cm Höhe von den Wänden zu schneiden. Unter dem Fußboden hatte sich bereits in den wenigen Tagen der Schimmel breit gemacht, die Wände fühlen sich feucht an. Es wird nach Meinung der Fachleute weitere 3 – 4 Wochen dauern, bis sie wirklich trocken sind. Erst dann können wir uns an die Renovierung machen, die Schränke und Regale wirder an die Wände rücken und einräumen und alle die Dinge, die nun in den oberen Zimmern lagern, wieder im Keller an Ort und Stelle bringen.

Inzwischen –  der Rohrbruch war am 20. 1. – habe ich mich von dem Schock erholt. Ich hätte nie gedacht, dass mich so ein eher harmloses Ereignis derartig lähmen könnte, aber das war das Gefühl: Ich habe gar keine Energie, ich bin völlig kraftlos.

Und dabei war es doch nur ein  Frostsschaden. Eine Wasserleitung war infolge der strengen Kälte geplatzt. Mit Schaudern und allergrößtem Mitgefühl denke ich an die Leute, die von äußeren Hochwassern heimgesucht werden, an Dreck und Unrat, den solche Wassermassen mitbringen. Und ich denke an die, die durch Unwetter  oder Katastrophen gar ihr ganzes Heim verlieren.

Ich bin unendlich dankbar, dass die Heizung nicht ausgefallen ist, warmes Wasser bereit stand und steht und wir bei allem Schaden und aller Arbeit doch so glimpflich davon gekommen sind. Dankbar bin ich für meine Familie, die durch tatkräftige Unterstützung und durch liebevolles Aufmuntern und Gebet dazu beigetragen hat, dass wir schnell zu einem normalen Alltag und Umgang mit dem Problem zurück gefunden haben.

„….und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, …“ Epheser 5, 20

 

 

 

 

 

 

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