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Gendern – mein Zwischenruf… 13. März, 2021

Posted by Rika in aktuell, emanzipation, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
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Mit der Macht der Sprache beschäftigt sich unter anderem ein Artikel der NZZ,   der bei Facebook veröffentlich ist, wenn auch mit eigentlich anderem Tenor. 

Schnell folgen die Kommentare, die die Teilung in Befürworter und Gegner einer „gendergerechten Sprache“ abbilden. Ein Kommentator ist dabei sicher, dass die gendergerechte Sprache endlich niemanden mehr ausgrenze. 

Dem setze ich diesen kleinen und nicht auf  wissenschaftlicher Basis beruhenden Zwischenruf entgegen: 

Auch die „Gendersprache“ schafft Grenzen, sie grenzt nämlich diejenigen aus, die sich in : und * nicht wiederfinden können. Sie stülpt allen und eben auch den Kritikern an : und * zwangsweise eine Sprachform über, die eben nicht als eine allmählich gewachsene Veränderung daher kommt, wie wir es mit vielen Anglizismen erlebt haben, die inzwischen selbstverständlich sind, sondern eine Sprachform, die in den Studierstuben ersonnen wurde und mit „pseudowissenschaftlichen“ Theorien begründet wird.

Noch sieht – und das ist wörtlich zu nehmen –  „Lieschen Müller“ nämlich bei ihren Begegnungen mit anderen Menschen nicht die Diversität der Geschlechter, die eine neue Sprachform zwingend erscheinen ließe, sie sieht nach wie vor Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, Alte und Junge, und Menschen mit allen Hautfarben, die die Palette hergibt. „Soziologisches Sehen“ ist eben nicht Standard, aber Sprache drückte bisher das aus, was wir standardmäßig gewohnt waren oder immer noch gewohnt sind zu sehen.

Und völlig egal, in welchen wilden Aufmachungen oder traditioneller Bekleidung Menschen umher laufen, noch sieht man trotz aller äußerer Erscheinung „nur“ die bisher geläufigen, gewohnten und bekannten Phänotypen „weiblich – männlicher“ Ausprägung.

Und ich bin ziemlich sicher, dass niemand daran interessiert ist, durch ein besonderes Erkennungsmal oder stigmatisierendes Zeichen kenntlich gemacht zu werden, wie es einmal in einer furchtbaren Zeit politisch angesagt war und wie es heute durch  : und * sprachlich im Namen der Toleranz gefordert wird.

Sprache sollte deshalb darauf verzichten, die Diversität durch besondere Zeichen auszudrücken. Vielmehr sollte wir durch Aufklärungsarbeit und Erziehung unser Denken verändern, damit wir auf die sichtbare Aufsplitterung des Gemeinsamen in  viele Facetten verzichten können. 

Ich bin, die ich bin.

Ich bin, der ich bin.

So wie ich bin begegne ich dir, der du, die du,  bist wie du bist.  

„I am I and you are you“ so beginnt das bekannte Gestaltgebet….

Ist das nicht genug?

 

 

Ein bisschen Tratsch … 11. März, 2021

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, politik, presse.
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Ganz ehrlich, ich hatte ja gar keine Ahnung!

Nur ganz am Rande nehme ich in der Regel Geschehnisse wahr, die sich bei den britischen Royals abspielen. Mehr, als man im öffentlich-rechtlichen TV erfahren könnte, bleibt mir gemeinhin verborgen. Natürlich habe ich mir die Traumhochzeiten der „jungen Royals“ nicht entgehen lassen. Welch wunderschön gestylte Frauen in wunderschönen Gewändern und am Arm ganz wunderbarer Männer. So wunderbar das alles.

Und nun das.

Sicher, auch ich habe mitbekommen, dass das Traumpaar Harry und Sally,  nein, Meghan und Harry mit Baby Archie die glamouröse Welt der – „Firma“ genannten – königlichen Familie verlassen haben, der Queen den Dienst aufkündigten und Zuflucht im sonnigen Kalifornien suchten und fanden.

Aber erst das reichlich und aufdringlich beworbene Interview, das die royalen Nestflüchter der Tratsch-Queen Winfrey in Amerika gaben, ließen mich den ganzen Jammer erkennen, dem insbesondere die mit „Herzogin“ geadelte C-Schauspielerin Meghan Markl ausgesetzt war, durch die Bosheit des royalen Clans und die der Medien gleichermaßen. 

An dieser Stelle möchte ich kurz einfügen, was ich in einem Kommentar bei Facebook schreib: 

Dass jede Person, die in „die Firma“ einheiratet, einen schweren Stand hat, kann man wohl mühelos nachvollziehen, umso mehr, wenn die Person nicht mit den Gepflogenheiten britischer Königshäuser zumindest im schulischen Geschichtsunterricht vertraut gemacht wurde. Was mich in der ganzen nun entstandenen medialen Aufregung aber irritiert, ist, dass (fast alle) Medien das trotzig-naive „ich habe mich nicht informiert“ durchgehen lassen und M.M. in ihrer Opferrolle unterstützen.“

Zur Erklärung müsste ich noch hinzu fügen, dass ich mich der Wirkung der Werbung für das Interview nicht entziehen konnte und tatsächlich ca. 25 Minuten lang das perfekt inszenierte  Jammern „bewunderte“, vielmehr mich dabei über die ebenso perfekt dargebrachte Naivität wunderte, mit der HRH M.M. beteuerte, sie habe sich mit voller Absicht nicht über „Harrys Grandma“ informiert, so als sei diese Grandma eine Oma wie jede andere auf der Welt und nicht die Queen, Symbolfigur und auch Ikone einer mehr als tausend Jahre alten Institution, der britischen Monarchie nämlich. 

Vielleicht hatte sich M.M.  tatsächlich nicht darüber informiert, welch „Hohem Hause“ ihr neuer Verehrer angehörte. Aber kann man sich soviel Dummheit wirklich vorstellen? Würde man sich nicht vielmehr gründlich mit allen Fakten auseinandersetzen, die mit dem Anbetenden in irgendeinem Zusammenhang stehen? (Königshaus, Königsfamilie, Geschichte der Monarchie, Geschichte Englands und Großbritanniens etwa) Oder war sie tatsächlich der Meinung, dass sie, wie sie im Interview sagte,  den Umgang mit Promis (zu denen sie sich zweifellos selbst auch zählt) gewohnt sei und sie es darum auch nicht für nötig hielt, sich näher über  die „Promis des britischen Königshauses“ in Kenntnis setzen zu müssen? 

All das setzte mich schon in Erstaunen.

Aber dann zog man die Trumpfkarte:

Sie habe sich mit Rassismus aufgrund ihrer Abstammung konfrontiert gesehen.

Ganz ehrlich?

Als ich zum ersten Mal in der Zeitung Bilder von Mrs. Markl sah, war mir überhaupt nicht der Gedanke gekommen, sie könnte „black“ oder den PoC  zugehörig sein. Ich sah nur eine wunderschöne und elegante junge Frau. Es muss mir auch später entfallen sein, dass ihre Mutter eine Afro-Amerikanerin ist. Daran mag man erkennen, wie wenig Aufmerksamkeit ich dem Klatsch und Tratsch über königliche Paare entgegen gebracht habe, aber auch das, wie wenig meine Wahrnehmung durch „rassistische Motive“ getrübt gewesen ist.

Bei späteren TV-Berichten  bewunderte ich eine gut aussehende, perfekt auftretende junge Frau an Harrys Seite, die einen guten Job für die Firma machte und mit freundlicher Eigenständigkeit in der Öffentlichkeit und den Medien punktete, in durchaus erwünschter Ergänzung zu der anderen jungen Frau im Familienclan, der ebenso hübschen wie bewunderten Kate an Williams Seite.

Über Neid, Missgunst, gar Zickenkrieg will ich nicht spekulieren und auch nicht über diesen Teil des Interviews räsonieren, in dem solche Untertöne leicht anklangen. 

Mehr der unsäglichen Darstellung des Leidens an Ausgegrenztheit  und Rassismus habe ich mir nicht angetan. 

Was mich ärgert, ist, dass sich viel zu viele Medien   (wohl unter dem Eindruck des Rassismus-Vorwurfs) ohne jedes kritische Nachfragen zu M.Ms  eigenem Anteil an dem Desaster  mit der „Herzogin von Sussex“ solidarisieren und damit gleichzeitig die Institution der britischen Monarchie angreifen. 

Es gibt Regeln, nach denen wir alle leben und / oder leben müssen. Sich mit diesen Regeln rechtzeitig vertraut zu machen, kann vor Enttäuschungen und Schaden bewahren und dazu verhelfen, sich in einem fremden System zurecht zu finden. Und natürlich gibt es Regeln, die man infrage stellen kann, andere, die man sogar infrage stellen muss. Aber wie sinnvoll ist es, das in aller Öffentlichkeit und  anklagend mit tränenreicher Stimme vorzutragen?

Qui bono? Wem zum Vorteil nützt es? 

Dient es der behutsamen Modernisierung alter Traditionen in Monarchie und Gesellschaft gleichermaßen?

Dient es der Bekämpfung von Rassismus und Ausgrenzung?

Oder dient es nicht doch vielmehr dem gekränkten Ego einer jungen Frau, die in der Scheinwelt von Hollywood eine Rolle gespielt hat und bitter erkennen musste, dass es doch  einen Unterschied macht,  ob man für einen Film für kurze Zeit eine anstrengende Rolle übernimmt oder aber im wahren Leben damit  konfrontiert ist, dass man mit dem Eingehen der Hochzeit mit einem Royal auch die lebenslangen Pflichten einer Royal übernommen hat und zudem bei deren Erfüllung auf Schritt und Tritt beobachtet wird. 

Ich kann verstehen, dass das eine Herausforderung ist, bei der man leicht an seine Grenzen kommt. Aber mir fehlt das Verständnis dafür, die Probleme in Form einer Anklage auf großer Bühne zu zelebrieren.

 

———————————————————————— 

ERGÄNZUNG

Es ist mir wichtig, noch einen weiteren Aspekt kurz anzureißen, der in dem Interview auch zur Sprache kam und den man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte:  Suizidgedanken.

Meghan berichtet davon, dass sie sich während der Schwangerschaft  mit den Gedanken an Suizid getragen habe. Das weist auf eine schwerwiegende depressive Verstimmung oder sogar auf eine Schwangerschaftsdepression hin, unter der auch in Deutschland viele Frauen leiden. Diese Probleme muss man sehr ernst nehmen. Ich gehe aber davon aus, dass es nicht die Sache „der Firma“ sein kann, sich darum zu kümmern, sondern dass ihr sicher ihr Ehemann, der sich ja für Menschen mit psychischen Problemen einsetzt,  hätte helfen können, mit einem kompetenten Therapeuten über ihre Not zu reden. Ich kann aber schlecht einschätzen, warum und wieso das offenbar nicht geschehen ist, bzw. ob nicht auch dieser Vorwurf, „die Firma“ habe nicht geholfen, tatsächlich zutrifft.

Für alle werdenden und gewordenen Eltern (ja, das Thema geht auch die jeweiligen Partner an), hier darum der Link:

In der Schwangerschaft und nach der Geburt – Stiftung Deutsche Depressionshilfe (deutsche-depressionshilfe.de)

 

 

 

 

Fremde Feder: Neue europäische Studie empfiehlt eine Strategie der Bestrafung Israels 18. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Wie es um die Beziehungen der europäischen Geistesgrößen und Staatenlenker zu Israel, dem jüdischen Staat, bestellt ist, macht dieser Artikel deutlich.

abseits vom mainstream - heplev

Joseph Puder, FrontPage Magazine, 4. Februar 2021

Hugh Lovatt, ein Partner beim European Council on Foreign Relations (ECFR), schrieb eine Studie mit dem Titel „The End of Oslo: A New European Strategy on Israel-Palästine“.[i] Als britischer Arabist hat Lovatt in seiner Studie bewusst den palästinensisch-arabischen Terror ignoriert, in seinem langatmigen Bericht vom Dezember 2020 wird nicht ein einziges Wort darüber verloren. Genauso wenig erwähnt er übrigens Israels einseitigen Abzug aus dem Gazastreifen, der den Palästinensern einige wertvolle wirtschaftliche Aktivposten hinterließ. Israel wurde seine Geste der „Entsatzung“ mit palästinensischem (Hamas-) Terror und auf Israels Bevölkerungszentren gerichtetes Raketenfeuer vergolten.

Lovatt pries die Europäische Union (EU) dafür Donald Trumps Friedensplan blockiert und angeblich Israels de jure-„Annexion palästinensischen Territoriums“ durchkreuzt zu haben. Der verstorbene Eugene Rostow, der als Dekan der Yale Law School und Staatssekretär für politische Angelegenheiten unter Präsident Lyndon Johnson diente, bewies, dass Israel genauso viel Rechte an der…

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Der eigenen Erfahrung trauen… 9. Februar, 2021

Posted by Rika in aus küche und keller, familie, medien, sammelsurium.
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„Der eigenen Erfahrung mehr trauen, als den Verlockungen des Internets“, könnte ich auch schreiben.

Neulich las ich auf einer beliebten Seite ein verlockend erscheinendes Rezept:

„Rotkohl mit Feta überbacken“.

Und da ich gerne ab und zu  Neues ausprobiere und auch Experimenten in der Küche nicht abgeneigt bin, nahm ich mir vor, das empfohlene  Gericht zuzubereiten. Nun muss ich vorausschicken, dass ich nicht nur seit über 45 Jahren für meine Familie koche, sondern auch mehr als 20 Jahre als Hauswirtschaftslehrerin gearbeitet habe und so über eine nicht ganz unerhebliche Erfahrung in der Zubereitung von Mahlzeiten verfüge.

In meiner Vorstellung lief mir bereits beim Lesen das Wasser im Mund zusammen. Rotkohl mit Feta-Käse zu kombinieren, welche eine tolle Idee. Ich konnte mir mühelos vorstellen, dass das richtig lecker sein würde.

Allerdings beschlichen mich dann doch leichte Bedenken, als ich die genauen Anweisungen zur Zubereitung las….

Der Rotkohl sollte in Scheiben geschnitten, diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt, mit Zitronensaft und Olivenöl beträufelt, mit Salz und Pfeffer leicht gewürzt und sodann 25 Minuten gegart werden. Danach sollte man die Rotkohlscheiben mit zerbröckeltem Fetakäse und ein bisschen Thymian bestreuen und nochmals 15 Minuten überbacken….

Wer je Rotkohl frisch zubereitet hat, weiß eigentlich, dass eine 40 minütige Garzeit kaum ausreicht, den Kohl auch nur annähernd gar sein zu lassen, schon gar nicht, wenn er ohne jede Zugabe von Fett und  Wasser gegart werden soll.  Ich überlegte also, den Rotkohl vor dem Überbacken zunächst kurz zu garen, vermutete dann aber, dass die Person, die das Rezept eingestellt hatte, sich sicher was dabei gedacht hatte, dieses ungewöhnliche Verfahren zu wählen.

Nun, vermutlich ist diese Person von Rohkost in allen Varianten  überzeugt, eben auch von heißer Rohkost aus dem Backofen, denn diese Konsistenz hatte der Kohl sowohl nach der ersten Backofenphase, der ich darum schon 10 Minuten zugegeben hatte, wie auch am Ende der Backofenzeit. Heiße, noch sehr knackige Rohkost mit Feta überbacken, die sich mit dem normalen Messer des Essbestecks nicht zerteilen ließ, ein Steakmesser brachte Abhilfe.

Die Feta-Kruste war aber wirklich sehr schmackhaft.

Allerdings hatte ich das Rezept hinsichtlich der Zutaten leicht verändert. Der Liebste war vom Geschmack begeistert, aber auch er hätte einen  gegarten Rotkohl der „Rotkohlrohkostvariante“ vorgezogen…

Hier nun „mein Rezept“ mit den Änderungen und den Änderungsvorschlägen:

Man nehme:

1 mittelgroßen Rotkohl,

Saft einer  Zitrone

2 -3 EL Olivenöl (je nach der Menge des Safts,  gleiches Verhältnis)

1 Block Feta

1 Tasse gehackte Walnüsse

1/2 TL Thymian

1 Tasse Cranberries

Salz und Pfeffer nach Bedarf

Akazienhonig zum Beträufeln

ZUBEREITUNG

Von dem Rotkohl 4 etwa zwei fingerbreite  Scheiben schneiden und in etwas Salzwasser bissfest garen.

Den Backofen auf 180° vorheizen.

In der Zwischenzeit den Feta-Käse zerbröckeln und mit dem Thymian und den gehackten Walnüssen vermischen.

Olivenöl und Zitronensaft mischen, die Cranberries damit beträufeln und ziehen lassen.

Die vorgegarten Rotkohlscheiben in eine leicht gefettete Auflaufform geben, mit der Olivenöl-Zitronensaft-Mischung bepinseln und leicht pfeffern.

Die Feta-Walnuss-Mischung auf den Rotkohlscheiben verteilen, mit etwas Akazienhonig beträufeln und im vorgeheizten Backofen überbacken, bis der Käse eine ganz leichte Bräunung annimmt, dann die Cranberries zugeben und alles noch weitere Minuten überbacken, bis der Käse schön braun ist.

Ich habe als „Sättigungsbeilage“ in Ermangelung von Bandnudeln Penne gekocht.

(Ich „schwör“, meine Kochkünste sind besser als meine fotografischen Fähigkeiten….)

Man kann auch gut auf „Sättigungsbeilagen“ verzichten und stattdessen Baguette  reichen.

 

wordpress macht keinen spaß mehr… 7. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Seit 2007 schreibe ich meinen Blog „himmel und erde“ unter dem Schirm von WordPress.

In den ersten Jahren war es leicht, einen Beitrag zu verfassen und auch angenehm, die Beiträge anderer Blogger zu lesen. Doch inzwischen haben die Verantwortlichen von WordPress die Bedingungen erheblich geändert. Da ja nicht-kommerzielle Blogger das günstige kostenlose Angebot nutzen, müssen sie seit einigen Jahren das Aufploppen von Werbebannern in Kauf nehmen. Und manchmal passen diese Werbungen überhaupt nicht zum Text.

Doch auch die Benutzeroberfläche wurde immer wieder geändert, angeblich zum Vorteil für die Blogger. Aber mir geht es so, dass ich den „alten Modus“ weitaus bedienungsfreundlicher fand, als diese neue Version je sein könnte.

Nun überlege ich ernsthaft, WordPress zu verlassen und mir eine andere Plattform zu suchen, auf der ich wieder gut und günstig schreiben kann.

Das neue Geschäftsmodell von WordPress, dass mich wohl auf fiese Weise zwingen will, ins profitorientierte Modell zu wechseln, macht mir einfach keine Freude mehr.

Wie geht es anderen „WordPress-Bloggern“ damit?

Vögel sind auch nicht die besseren Menschen… 7. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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In der Nacht von Samstag auf Sonntag begann es zu schneien.

Tagelang war in allen Medien darauf hingewiesen worden, dass ab diesem Wochenende ein ähnliches Schneechaos zu erwarten sei, wie wir es im Winter 1978/79 erlebt hatten, als nämlich nach ununterbrochenen Schneefällen – vor allem in Norddeutschland – der Verkehr auf Straßen und Schienen zum Erliegen kam, Schneeverwehungen hatten sowohl für die Kraftfahrzeuge wie auch für Züge ein Durchkommen unmöglich gemacht.

Zu allem Überfluß waren unter der extremen Schneelast viele der großen Überlandtrassen der Stromversorger gebrochen, sodass in Teilen Norddeutschlands wegen des Stromausfalls Kälte und nächtliche Dunkelheit in den Häusern herrschte, Landwirte ihre Tiere nicht mehr versorgen konnten und in den Kliniken die Notstromaggregate unermüdlich ihre Arbeit verrichten mussten, um die lebensrettenden Geräte und Maßnahmen aufrecht halten zu können.

Wir waren damals vom Schneefall unterwegs zu Freunden in Nordhessen überrascht worden und nur dank des Geschicks des Liebsten blieben wir nicht an dem berüchtigten, weil steilen, Autobahnabschnitt hinter der Werrabrücke liegen und erreichten die Freunde unversehrt – was wirklich Grund zur Dankbarkeit war, denn unser erstes Kind war gerade erst drei Monate alt und natürlich mit uns im Auto unterwegs.

All das erinnerte ich anlässlich der vielen Warnungen im Radio, und dennoch wartete ich am Samstag beinahe sehnsüchtig auf richtig viel Schnee…

Heute Morgen nun der Anblick strahlenden Weiß um uns herum. Das Gärtchen hatte sein Winterkleid angelegt und vom Himmel fiel unablässig der Schnee. Wunderschön.

Der Liebste und ich hatte in Erwartung einer möglichen Schneekatastrophe gut vorgesorgt mit allen notwendigen Lebensmitteln und auch sonstigen Gütern, die das Überleben bei sibirischer Kälte im Großraum Hannover sichern sollen. Sogar an unsere gefiederten Freunde im Gärtchen hatten wir gedacht und noch eine zusätzliche Ration Vogelfutter gekauft. Auch hatte ich vorsorglich eine zweite Futterstelle unter der Fichte angelegt und die bekannten „Meisenknödel“ in den Jostabeerenbusch gehängt.

Das war eine gute Entscheidung, wie sich schnell zeigte.

Bald schon fanden sich Amseln, Tauben, Meisen und Finken ein. Die Tauben tun mir ein bisschen leid, sie bekommen nämlich nur etwas von den Brosamen ab, die vom Vogelhäuschen zur Erde fallen, für das Futterhaus selbst sind nämlich die Tauben zu groß. Die Amseln haben da schon erheblich mehr Chancen trotz ihrer Körperfülle das Futterhaus zu entern, und natürlich plustern sie sich nicht nur der Kälte wegen gewaltig auf, nein, sie machen auch all den anderen kleinen Piepmätzen klar, wer der Herr am Futterplatz ist. Ich lasse sie gewähren, auch wenn mir die kleinen Meisen und Rotkehlchen leidtun, mehr noch als die Tauben. Schließlich beglücken mich die Amseln im Sommer mit ihren wunderbaren Abendkonzerten in den lieblichsten Flötentönen, die man sich nur vorstellen kann. Richtig ärgerlich bin ich aber über die frechen Buch- und Grünfinken. Den ganzen Sommer über haben sie sich nicht im Gärtchen blicken lassen, halfen weder beim Vertilgen von Spinnen und Läusen, wie es Rotkehlchen und Meisen ja unermüdlich tun, noch betörten sie durch schönen Gesang oder wenigstens durch tolle Flugmanöver. Sie waren einfach nicht da! Aber nun spielen sie sich auf, dass es eine Art ist, versperren den Meisen den Zugang zum Futterhäuschen oder greifen sie sogar schon im Anflug an. Hat der Mensch Töne?

Es zeigt sich einfach auch in der Vogelwelt, zuerst kommt das Fressen und dann kommt die Moral oder so etwas wie Solidarität unter den Vögeln, die doch alle unter dem strengen Regiment des Schnees leiden.

Hier läuft nichts schief…. 3. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person und Text „CORONA-KRISE -KRISE VIRUS- VIRUS-RADAR So sieht es in Ihrem Kreis aus Kanzlerin Merke im ARD-Interview über das Impf-Desaster „Im großen Ganzen ist nichts schiefgelaufen" VIDET MIT VIDEO“

Hier regiert die Führerin der freien Welt.

Und mehr will ich dazu nicht sagen.

Halt, etwas muss dann doch noch rein küchenpsychologisch eingeflochten werden:

Der Vater der Führerin der freien Welt verließ einst mit Frau und Kind die Freie und Hansestadt Hamburg, um sein Leben fortan im seiner Meinung nach besseren Teil Deutschlands zu führen. Zu der Zeit sprach man in dem „nicht ganz so guten Teil Deutschlands“ von dem „besseren Teil“ nur als der „Zone“, und da die Einteilung in Trizonesien immer noch nicht vollständig überwunden war, nannte man sie, es etwas näher definierend, Ostzone.

Später wurde sie, die Zone, zur „sogenannten DDR“ und noch später einfach nur „DDR“, Deutsche Demokratische Republik. Nicht alles war schlecht in der DDR, oder, um es mit Frau Merkel zu sagen, „Im Großen und Ganzen ist nichts schief gelaufen“! Wer vom sozialistischen System überzeugt war und sich gut damit arrangiert hatte, der wird das vermutlich auch heute noch sagen. Frau Angela Kassner gehörte zu den privilegierten Kadern, für die im Großen und Ganzen nichts schief lief im besten Deutschland aller Zeiten. Als aber die Zeit gekommen war, das Volk sich dem besten System aller Systeme widersetzte und für Erleichterungen und Freiheiten kämpfte, da zahlte sich die lange Schulung im „Mitschwimmen im System“ wieder aus, die sozialistischen Fische waren der jungen Frau davongeschwommen, die kapitalistischen aber lagen verlockend vor der Nase der Wendehälsin, heuerte sie doch nicht bei der sozialdemokratischen Partei an, sondern diente sich dem Erzfeind aller sozialistischen Regierungen an, Helmut Kohl persönlich. Es war vermutlich der schwerwiegendste Fehler des politischen Urgesteins Kohl, das Wesen des „Mädchens“ völlig verkannt zu haben. Und das Mädchen war klug genug, seine politischen Ideen hinter schönen Worten zu verschleiern. Merkel war die perfekte Quotenfrau der CDU des wieder vereinten Deutschlands. Mit naivem Augenaufschlag und völlig unverdächtigem Geschwurbel lullte sie mögliche Kritiker ein und entmachtete in relativ kurzer Zeit nicht nur ihren westdeutschen Ziehvater, sondern auch all die Kerle, die ihr hätten gefährlich werden können.

Und ab da lief alles wie geschmiert.

Eben.

Im Großen und Ganzen ist nichts schief gelaufen in der Karriere der Angela Merkel.

Covid im Altenheim 25. Januar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Die alte Dame wohnt schon seit sehr vielen Jahren in einem höchst angesehenen Altenheim in einem hübschen 2-Zimmer-Appartment mit Bad, kleiner Küche und Balkon. Damals zog sie in diese Einrichtung, weil sie noch selbstbestimmend entscheiden wollte wie und wo sie ihren Lebensabend verbringen wollte. Sie war ungeheuer fit, agil, wach, interessiert und den Menschen zugewandt. Und obschon hochbetagt, fuhr sie noch vor einigen Jahren mit Bus und Bahn durch Deutschland, hielt Kontakt zu den alten Freunden, zu denen auch wir uns zählen dürfen, veranstaltete immer noch Kurse für Interessierte.

Vor etwa vier oder fünf Jahren bemerkten wir eine leichte Veränderung, die altersbedingte leichte Vergesslichkeit schien – beinahe unbemerkt – in eine Demenz überzugehen. Leider hat sich der ursprünglich nur als Vermutung angenommene Verdacht bestätigt. Sie hat immer noch hellwache Phasen und dem Liebsten, der sie regelmäßig (Corona-konform) besucht, gelingt es immer noch, sie in Gespräche über alte vertraute Themen zu verwickeln, bei denen sie konzentriert und aufmerksam dem Gesprächsfaden nicht nur folgen, sondern ihn auch weiterspinnen kann. Aber es gibt auch die Zeiten, in denen sie nicht weiß wo sie selbst und wer ihr Gegenüber ist. Das ist bitter und traurig zu beobachten, ist aber der Verlauf einer Erkrankung am Lebensende, wie ihn sehr viele weit über 90-jährige Personen zu allen Zeiten erlitten haben und immer noch erleiden.

Aber leider sind dies keine normalen Zeiten. Und konnte man früher mit der Vergesslichkeit der Alten in den Altenheimen gut und „menschlich“ umgehen, so stellen sich heute ganz andere Herausforderungen. Unsere alte Freundin hält es nämlich nicht in ihren Vierwänden, sie wandert nicht nur im Haus umher, sondern erkundet auch gerne die Welt außerhalb des Hauses. Eigentlich ist das ja ein Gutes und eigentlich müsste man sich darüber freuen, wenn ein alter Mensch noch unternehmungslustig genug ist, ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen.

Doch gestern erhielten wir vom Haus die Nachricht, dass ein sie betreuender Pfleger positiv auf Covid getestet wurde – und das verändert alles.

Denn natürlich muss die liebenswerte alte Dame nun in Quarantäne.

Aber wie will man das einer an Demenz erkrankten Person klar machen? Es war schon schwer genug ihr zu erklären warum sie im ersten Lockdown keinen Besuch mehr erhalten konnte, – wir telefonierten, erklärten und sie vergaß es nahezu augenblicklich wieder. Das Haus, in dem sie lebt, verfügt aber nicht über eine „offene und dennoch geschlossene“ Station für Demente, innerhalb der sich die Bewohner frei bewegen können, ohne in einem Zimmer eingeschlossen zu sein, aber doch davor geschützt werden, die Station selbst zu verlassen und sich zu „verlaufen“.

Was also ist zu tun? Man darf sie nicht in ihrem Appartement einschließen, man kann aber auch nicht gewährleisten, dass sie freiwillig in ihren Zimmern bleibt, denn daran, das eigenen Tun zu kontrollieren, fehlt es ja bei an Demenz erkrankten Menschen, der „Wille“ und das damit verbundene Verstehen ist nicht mehr Organisator des eigenen Handelns. Befürchtet wird zudem, dass unsere Freundin auch nicht mehr in der Lage ist, die Notwendigkeit des Tragens der FFP2-Maske zu erkennen und sie darum auch nicht tragen wird, weil es mit Unannehmlichkeiten verbunden ist. Wenn aber die Einsicht fehlt, eine Unannehmlichkeit in Kauf zu nehmen, wieso sollte man es dann tun? Das sind die Probleme, die vor allem die betroffene Person selbst betreffen.

Sehr viel schwerwiegender aber sind die Probleme, die mit der Organisation des Hauses zu tun haben. Schon in normalen Zeiten können die Belange der Bewohner nur mit einem riesigen persönlichen Einsatz der wenigen Pflegekräfte sicher gestellt werden. Es fehlt einfach das Personal, um allen Menschen in der Einrichtung zeitnah gerecht werden zu können. Nun aber, in der Krise, wird dieser ohnehin schon beträchtliche Mangel zu einem riesigen Problem. In diesem speziellen Fall ist es ja nicht nur unsere Freundin, die von der Pflegekraft versorgt wurde, es werden ja immer mehrere Menschen von einer Person bei den alltäglichen Verrichtungen wie Waschen und Anziehen betreut. Diese Person ist jetzt natürlich auch in Quarantäne und verschärft den ohnehin schon vorhandenen Personalmangel zusätzlich. Es ist niemand da, der in die Bresche springen könnte, der darauf achtet, dass die betroffenen Bewohner ihre Quarantäne nicht verlassen oder wenigstens mit der Maske im Haus herumlaufen. Die Pfleger müssen über die normalen Arbeitsschritte hinaus auch die Schnelltest durchführen, um eine mögliche Infektion so schnell wie möglich feststellen zu können. Das System, das immer schon hart an der Grenze war, kann eigentlich die zusätzlichen Belastungen nicht tragen.

Mir ist an diesem Beispiel so bewusst geworden, warum ausgerechnet in den Pflegeheimen die Anzahl der Infizierten so hoch ist und damit auch die Sterberate deutlich über „normal“ liegt.

Man kann – ohne gegen die Freiheitsrechte des einzelnen Bewohners zu verstoßen – einfach nicht verhindern, dass sich die Pflegebedürftigen, die noch mobil genug sind, um nicht den ganzen Tag im Bett zu liegen, gegenseitig anstecken.

Und das ist etwas, das man schon im ersten Lockdown erkennen konnte und dem man mit einiger Voraussicht hätte begegnen können, um nicht zu sagen, begegnen müssen. Aber ohne die Hilfe von außen waren und sind die Heime absolut nicht im Stande, die nötige Organisation zu leisten, die eine Infektionswelle innerhalb des Hauses verhindern könnte. Und ich frage mich schon, ob es nicht die Möglichkeiten gäbe, durch administrative Maßnahmen hier für Abhilfe zu sorgen. Wenn doch eine Pandemie zu dem gehört, was man gemeinhin unter „Katastrophe“ versteht, greifen dann nicht auch die Maßnahmen, die man in jedem anderen Katastrophenfall anwenden würde? Und hätte man nicht spätestens im Sommer massiv dafür werben müssen, mehr Personal in die Pflegeeinrichtungen zu entsenden – es müssten ja nicht unbedingt examinierte Kräfte sein, Hilfsdienste könnten die Hauptamtlichen entlasten.

Und vor allen Dingen frage ich mich, warum man nicht zu aller erst das Personal in den Einrichtungen (Pflegeheimen, Krankenhäuser und auch Arztpraxen) geimpft hat, die Personen, die tatsächlich von Tür zu Tür, von Zimmer zu Zimmer gehen, die ganz normale „Außenkontakte“ durch ihre Familien und in ihrer Freizeit haben und die doch am ehesten gefährdet sind, das Virus aufzunehmen und weiterzutragen.

Die Versäumnisse wiegen mit jeder Woche schwerer.

Natürlich kann die Regierung den Lockdown noch einmal kräftig verschärfen, aber an den Bedingungen in den Einrichtungen wird sich dadurch nichts zum Positiven verändern, im Gegenteil, ohne die drastische Aufstockung des Personals werden Verschärfungen die Situation noch schwerer und unerträglicher machen, als sie ohnehin schon ist.

Wir sind die Größten…. 16. Januar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Fast!

Fast sind wir die Größten in der Bewältigung der Corona-Krise.

Nein, nein und nochmals nein!

Nein, wir sind die größten Dilettanten im Impfgeschehen, die man sich nur vorstellen kann.

Beweise gefällig?

Da kommt mir heute unser lieb gewordenes Käseblättchen wie an jedem Morgen ins Haus, bzw. in die Zeitungsröhre, ins Haus müssen wir es schon selber holen. Und was findet sich schon auf der Titelseite?

Dies:

Keine Fotobeschreibung verfügbar.

Niedersachsen werde wie Deutschland insgesamt in den kommenden Wochen noch weniger Impfstoff vom Hersteller Biontech/Pfizer erhalten als bisher schon.“ So zitiert der Artikel unter der Überschrift „Lockdown zeigt keine Wirkung: Nervosität in Niedersachsen wächst“ die Gesundheitsministerin Reimann. (Quelle HAZ, 16./17. Januar 2021, Seite 1)

Und natürlich fällt auch die Mitteilung ins Auge, siehe oben: „Mehr als 8000 Menschen in der Region Hannover geimpft“. Wenn das kein Grund ist zu jubeln. In der Region Hannover wohnen rund 1200000 Menschen und wenn das Impfen in diesem Tempo so weitergeht und auch die Sache mit den Anschreiben an die Betroffenen doch noch geklärt werden kann, werden wir bis zum Ende des Sommers im Jahr 2022 oder auch später vermutlich alle im Raum Hannover die dringend benötigte Spritze erhalten haben, sofern – und da liegt der Hase im Pfeffer – genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Seit dem 27. Dezember 2020 wird nun geimpft, und in der Region Hannover hat man es auf ganz 8000 Personen gebracht. Im etwa gleichen Zeitraum impfte das kleine Israel, das rund 9 Millionen Einwohner insgesamt hat, bereits 2 Millionen Menschen.

Wie das? fragt man sich erstaunt und reibt sich die Augen. Das liegt zum Einen daran, dass Israel ein hochmodernes Gesundheitssystem hat, von dem man in Deutschland nur träumen kann. (Aus zuverlässiger Quelle ist mir bekannt, dass unsere Gesundheitsämter restlos überfordert sind, allein die Infektionsherde zu verfolgen und dann per Fax – als habe es die geniale Erfindung des Internet noch immer nicht gegeben – an die zentrale Stelle zu melden!) Jeder Israeli hat eine Zugangskarte zu dem digitalen Erfassungssystem, das sowohl diagnostische Ergebnisse für den Patienten bereithält, wie auch den unmittelbaren Zugang zu Beratung und medizinischen Einrichtungen ermöglicht und eben auch die Patienten ohne großen bürokratischen Aufwand informieren und zu den Impfungen einbestellen kann. Zum Anderen liegt es daran, dass in Israel die Sicherheit und das Leben der Bevölkerung oberste Priorität hat, was dazu führte, dass sich das Land mit dem Bekanntwerden der erfolgreichen Entwicklung des Impfstoffes ausreichend große Mengen sicherte, um so schnell wie möglich die Schutzimpfung der Bevölkerung beginnen zu können.

In unserem schönen Land haben nicht Schutz und Sicherheit der deutschen Bevölkerung oberste Priorität, will es mir scheinen, sondern der Datenschutz und natürlich die Solidarität mit allen Notleidenden dieser Erde, zumindest aber mit den Ländern der EU, so dass es überhaupt nicht denkbar ist, dass die Regierung Deutschlands einen in Deutschland mit deutschen Steuergeldern geförderten Impfstoff auch vorrangig an die eigene Bevölkerung weitergibt, „Germany first“ käme doch dem schlimmsten rechten Nationalismus gleich, den man sich nur vorstellen kann, und nur der Herr der Finsternis würde so ein Ansinnen überhaupt in Erwägung ziehen… pfui Teufel aber auch.

Nun könnte ich ja als überzeugte Europäerin durchaus darin zustimmen, alle EU-Länder gleich behandeln zu wollen und darum der EU das Verteilen des Impfstoffs und das Organisieren der Impferei zu überlassen. Leider, leider ist die EU aber kein altruistisch arbeitender Wohlfahrtsverband, sondern eben eine Art Zweckbündnis zur Durchsetzung der eigenen nationalen Interessen, sofern diese Interessen nicht vorwiegend von und durch Deutschland angemeldet werden, siehe oben. Und darum hat die aus Deutschland stammende Präsidentin von der Leyen auch mit der Bestellung des bereits entwickelten und vorhandenen Impfstoffes aus deutscher Entwicklung und Produktion gewartet, bis auch die Franzosen in die Puschen kamen und ihrerseits einen Impfstoff zur Verfügung stellen konnten, bzw. zur Verfügung stellen können werden, denn weder ist der Impfstoff vollständig entwickelt, noch steht er auch nur ansatzweise zur Verteilung bereit. Und so kommt es, dass es EU-weit nicht ausreichende Dosen des begehrten Stoffes gibt und in Deutschland erst recht nicht…. Aber wir können immerhin stolz darauf sein, dass wir nicht eigensüchtig sind und anderen Ländern gerne den Vortritt überlassen.

Dummerweise machen aber die immer noch nicht gesunkenen Zahlen, die über Ansteckung und Todesfälle Auskunft geben, deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Und weil der Impfschutz noch lange auf sich warten lassen wird, zieht man einfach ein bisschen die Daumenschrauben in Form noch strengerer Lockdown-Maßnahmen an. Das ist einfacher, als für eine bessere und vor allen Dingen ausreichende Verteilung zu sorgen und soll die Bevölkerung darin bestärken, alles für ihren Schutz und ihre Sicherheit getan zu haben.

Wir, der Liebste und ich haben keinen Grund uns lauthals zu beklagen. Zwar würde ich auch gerne mal wieder mit allen Kindern und Enkeln zusammen sein, ich würde auch gerne „richtig“ einkaufen und nicht nur die Dinge für den täglichen Bedarf, ich könnte auch einen Friseur gut gebrauchen, würde gerne ausgehen, fein essen oder einfach nur ohne Mund-Nasen-Bedeckung am Maschsee entlang bummeln oder durch die Innenstadt Hannovers flanieren… zur Not auch einfach mal wieder bei den Blau-Gelben vorbeischauen… all das geht gerade nicht. Aber wir Zwei werden auch nicht zu Homeoffice gezwungen oder zur Präsenz am Arbeitsplatz, wir haben keine kleinen Kinder mehr, die gerne draußen mit Freunden spielen würden, wir müssen auch nicht im Homeschooling schulpflichtige Kinder betreuen, was für viele Eltern und Kinder der reinste Horror sein muss.

Wir sind unendlich privilegiert mit sicherem Einkommen aus Rente und Pension, mit einem ausreichend großen Wohnraum, um uns auch mal aus dem Weg gehen zu können und mit den technischen Einrichtungen, die es uns erlauben, Kontakt zu den entfernt wohnenden Kindern zu halten, via Zoom miteinander zu quatschen oder Doppelkopf zu spielen, wie es der Liebste gestern mit seinen Söhnen getan hat.

Nein, wir oder ich haben gar keinen Grund zu meckern.

Aber dennoch mahne ich nicht zum ersten Mal an, dass etwas schief gelaufen ist in diesem Land und auch weiterhin schief läuft.

Und ich habe überhaupt nicht die Hoffnung, dass sich das in Kürze ändern wird, auch nicht durch die heutige Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden, Armin Laschet aus NRW, der doch vermutlich nur eine Spielfigur auf dem Feld ist, das immer noch von der ungekrönten Königin beherrscht wird.

Diese Relativierung ist falsch! 13. Januar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Als am 6. Januar in Washington die offizielle Bestätigung Joe Bidens und Kamala Harris‘ als Präsident und Vizepräsidentin der USA durch die Wahlmänner vollzogen werden sollte, kam es zu tumultartigen Zuständen im Capitol durch Anhänger Donald Trumps, die bis ins Innere des Hauses vorgedrungen waren. Es gab Tote und Verletzte, die für die Sicherheit Verantwortlichen hatten ganz offenbar eine mögliche Gefahrenlage im Vorfeld falsch eingeschätzt und waren während der Aktion, die als „Sturm auf das Capitol“ in den Medien beschrieben wird, ebenso offensichtlich heillos überfordert.

In der Folge dieser unhaltbaren Zustände melden sich viele prominente und weniger bekannte Personen zu Wort. Twitter und auch Facebook sperren, bzw. löschen den jeweiligen Account Donald Trumps, weil sie in dessen Tweets einen Aufruf zur Gewalt und zum Umsturz sehen. Die „Demokraten“ fordern den noch amtierenden Vizepräsidenten auf, Donald Trump für unzurechnungsfähig zu erklären und damit seinen sofortigen Rücktritt einzuleiten. Vizepräsident Pence folgt dieser Aufforderung nicht, daraufhin leiten Mitglieder der Demokraten ein weiteres Mal das Impeachment ein, mit der Zielsetzung, Trump seines Amtes zu entheben und für alle Zeit von einer möglichen Bewerbung um das Amt des Präsidenten auszuschließen. Das ist laut Bernie Sanders die eigentliche Absicht, mit der das Verfahrens trotz der zeitlichen Bedingungen eingeleitet wird, das aber mit hoher Wahrscheinlichkeit jetzt, da es bereits in Gang gesetzt wurde, vor Ablauf der regulären Amtszeit Donald Trumps, die ohnehin am 20. Januar 2021 endet, nicht mehr vollständig durchgeführt werden kann.

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, die Vorgänge bewertend zu kommentieren, da es mir in diesem Beitrag um etwas Wichtigeres als um Donald Trump und die „späte Revanche der Demokraten“ geht.

Einer derjenigen, die sich per Videobotschaft zu Wort meldeten, war der frühere Superstar und spätere Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger. Der in Österreich geborene Ex-Schauspieler erinnert in seiner Nachricht an die Schrecken der Nazi-Zeit und vergleicht den „Sturm auf das Capitol“ mit der sogenannten „Reichspogromnacht“ im November 1938 in Deutschland (und Österreich) und redet davon, dass der Pöbel von damals und der Pöbel von heute, der die Aktion in Washington durchführte, die gleiche rechte Gesinnung und Motivation habe.

Ich will hier nicht auf die Rede im einzelnen eingehen. Die Suchmaschinen helfen sicherlich dabei, den Text zu finden.

Mein Anliegen ist es ganz klar zu stellen, dass der Vergleich, den Arnold Schwarzenegger zieht, grundfalsch ist.

Zum Einen herrschen in den USA nicht mal ähnliche, geschweige denn gleiche politische Bedingungen wie in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus – und es steht auch nicht zu befürchten, dass sich eine ähnliche Bewegung, wie die, die Hitler an die Macht brachte, in einem stabilen demokratischen System wie dem der USA durchsetzen wird – und als ein solches betrachte ich die USA trotz aller gegenwärtigen Probleme.

Wenn man – und das ist mein zweiter Punkt – die Verhältnisse der „Reichskristallnacht“, die Schwarzenegger zu erkennen glaubt, aber näher betrachtet, so muss man sehen, dass es in Deutschland flächendeckend, im ganzen Land und ohne Ausnahme „NUR“ eine Zielrichtung gab, nämlich die, die jüdischen Bürger anzugreifen, zu demütigen, ihre Geschäfte und Wohnungen zu plündern oder zu zerstören und die Synagogen niederzubrennen und nieder zu reißen. Mitglieder der NSDAP, der SA und SS, des Jungvolks und sonstiger paramilitärischer Verbände beteiligten sich an der Aktion, aber auch einfache Bürger, die ihrem Judenhass freien Lauf ließen, getragen von dem Wohlwollen der Regierung.

Bei Facebook kommentierte ich den Bericht über das SchwarZenegger-Video so:

„Bei aller Liebe, Herr Schwarzenegger irrt gewaltig. Die Gewalt in der sogenannten Reichskristallnacht richtete sich NICHT gegen die Regierung des Reiches, sie richtete sich ausschließlich gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Dieser Vergleich ist darum zutiefst unredlich und ein Schlag ins Gesicht der damaligen Opfer antisemitischer Hetze, Gewalt und Morde. Herr Schwarzenegger sollte sich schämen. Und diejenigen, die ihm nun zujubeln auch.“

Und wiederholte diese Haltung in einem weiteren Kommentar so:

„Ich kann mich zu Herrn Schwarzenegger nur wiederholen: Der Vergleich mit den Novemberpogromen von 1938 in allen deutschen Städten, in denen Juden wohnten, das Wüten und Morden gegen jüdische Bürger, ihre Geschäfte und Synagogen ist nicht vergleichbar mit der Demonstration vor und im Capitol. An den Verbrechen in Deutschland war die Regierung, die NSDAP, die SS und SA beteiligt, Jugendverbände und ganz normale Bürger. Schon Jahre zuvor waren Juden Rechte aberkannt worden, galt es als Rassenschande, mit Juden intime Beziehungen zu haben, wurden jüdische Lehrer, Ärzte, Juristen, Beamte aus ihren beruflichen Positionen entfernt. Und wir wissen alle, wie unendlich grausam dieser Furor weiter ging, 6 Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer. Und da kommen Leute daher und klatschen einem üblen Vergleich Beifall…Es entsetzt mich auf eine Weise, die ich kaum beschreiben kann. Herr Schwarzenegger möge in seinem Herkunftsland Mauthausen besuchen… oder nach Jerusalem gehen und in Yad Vaschem Abbitte tun für diese Aussage.“

Ich halte es grundsätzlich für einen schweren Fehler, die Verbrechen der Nationalsozialisten zur „Ablehnung aktueller politischer Fehler“ heranzuziehen. Nicht, weil nicht auch die gegenwärtigen Fehler schwer wiegten, sondern weil man die schrecklichen „Fehler“ der Nationalsozialisten, ihre Verbrechen und Kriegsverbrechen damit relativiert. Es gibt in der gegenwärtigen westlichen und demokratischen Welt nicht ein einziges Land oder eine einzige Regierung, die dem entspricht, was die Nationalsozialisten und die Regierung Hitlers damals im „Tausenjährigenreich“ waren.

Und ich halte es unabhängig davon für einen Fehler, weil man mit diesem Vergleich die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft nicht überwinden, sondern weiter vertiefen wird.

ERKLÄRUNG: Da ich meine eigenen Aussagen hier zitiere, verzichte ich auf die genaue Quellenangabe .

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