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Fremde Feder: Neue europäische Studie empfiehlt eine Strategie der Bestrafung Israels 18. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Wie es um die Beziehungen der europäischen Geistesgrößen und Staatenlenker zu Israel, dem jüdischen Staat, bestellt ist, macht dieser Artikel deutlich.

abseits vom mainstream - heplev

Joseph Puder, FrontPage Magazine, 4. Februar 2021

Hugh Lovatt, ein Partner beim European Council on Foreign Relations (ECFR), schrieb eine Studie mit dem Titel „The End of Oslo: A New European Strategy on Israel-Palästine“.[i] Als britischer Arabist hat Lovatt in seiner Studie bewusst den palästinensisch-arabischen Terror ignoriert, in seinem langatmigen Bericht vom Dezember 2020 wird nicht ein einziges Wort darüber verloren. Genauso wenig erwähnt er übrigens Israels einseitigen Abzug aus dem Gazastreifen, der den Palästinensern einige wertvolle wirtschaftliche Aktivposten hinterließ. Israel wurde seine Geste der „Entsatzung“ mit palästinensischem (Hamas-) Terror und auf Israels Bevölkerungszentren gerichtetes Raketenfeuer vergolten.

Lovatt pries die Europäische Union (EU) dafür Donald Trumps Friedensplan blockiert und angeblich Israels de jure-„Annexion palästinensischen Territoriums“ durchkreuzt zu haben. Der verstorbene Eugene Rostow, der als Dekan der Yale Law School und Staatssekretär für politische Angelegenheiten unter Präsident Lyndon Johnson diente, bewies, dass Israel genauso viel Rechte an der…

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Der eigenen Erfahrung trauen… 9. Februar, 2021

Posted by Rika in aus küche und keller, familie, medien, sammelsurium.
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„Der eigenen Erfahrung mehr trauen, als den Verlockungen des Internets“, könnte ich auch schreiben.

Neulich las ich auf einer beliebten Seite ein verlockend erscheinendes Rezept:

„Rotkohl mit Feta überbacken“.

Und da ich gerne ab und zu  Neues ausprobiere und auch Experimenten in der Küche nicht abgeneigt bin, nahm ich mir vor, das empfohlene  Gericht zuzubereiten. Nun muss ich vorausschicken, dass ich nicht nur seit über 45 Jahren für meine Familie koche, sondern auch mehr als 20 Jahre als Hauswirtschaftslehrerin gearbeitet habe und so über eine nicht ganz unerhebliche Erfahrung in der Zubereitung von Mahlzeiten verfüge.

In meiner Vorstellung lief mir bereits beim Lesen das Wasser im Mund zusammen. Rotkohl mit Feta-Käse zu kombinieren, welche eine tolle Idee. Ich konnte mir mühelos vorstellen, dass das richtig lecker sein würde.

Allerdings beschlichen mich dann doch leichte Bedenken, als ich die genauen Anweisungen zur Zubereitung las….

Der Rotkohl sollte in Scheiben geschnitten, diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt, mit Zitronensaft und Olivenöl beträufelt, mit Salz und Pfeffer leicht gewürzt und sodann 25 Minuten gegart werden. Danach sollte man die Rotkohlscheiben mit zerbröckeltem Fetakäse und ein bisschen Thymian bestreuen und nochmals 15 Minuten überbacken….

Wer je Rotkohl frisch zubereitet hat, weiß eigentlich, dass eine 40 minütige Garzeit kaum ausreicht, den Kohl auch nur annähernd gar sein zu lassen, schon gar nicht, wenn er ohne jede Zugabe von Fett und  Wasser gegart werden soll.  Ich überlegte also, den Rotkohl vor dem Überbacken zunächst kurz zu garen, vermutete dann aber, dass die Person, die das Rezept eingestellt hatte, sich sicher was dabei gedacht hatte, dieses ungewöhnliche Verfahren zu wählen.

Nun, vermutlich ist diese Person von Rohkost in allen Varianten  überzeugt, eben auch von heißer Rohkost aus dem Backofen, denn diese Konsistenz hatte der Kohl sowohl nach der ersten Backofenphase, der ich darum schon 10 Minuten zugegeben hatte, wie auch am Ende der Backofenzeit. Heiße, noch sehr knackige Rohkost mit Feta überbacken, die sich mit dem normalen Messer des Essbestecks nicht zerteilen ließ, ein Steakmesser brachte Abhilfe.

Die Feta-Kruste war aber wirklich sehr schmackhaft.

Allerdings hatte ich das Rezept hinsichtlich der Zutaten leicht verändert. Der Liebste war vom Geschmack begeistert, aber auch er hätte einen  gegarten Rotkohl der „Rotkohlrohkostvariante“ vorgezogen…

Hier nun „mein Rezept“ mit den Änderungen und den Änderungsvorschlägen:

Man nehme:

1 mittelgroßen Rotkohl,

Saft einer  Zitrone

2 -3 EL Olivenöl (je nach der Menge des Safts,  gleiches Verhältnis)

1 Block Feta

1 Tasse gehackte Walnüsse

1/2 TL Thymian

1 Tasse Cranberries

Salz und Pfeffer nach Bedarf

Akazienhonig zum Beträufeln

ZUBEREITUNG

Von dem Rotkohl 4 etwa zwei fingerbreite  Scheiben schneiden und in etwas Salzwasser bissfest garen.

Den Backofen auf 180° vorheizen.

In der Zwischenzeit den Feta-Käse zerbröckeln und mit dem Thymian und den gehackten Walnüssen vermischen.

Olivenöl und Zitronensaft mischen, die Cranberries damit beträufeln und ziehen lassen.

Die vorgegarten Rotkohlscheiben in eine leicht gefettete Auflaufform geben, mit der Olivenöl-Zitronensaft-Mischung bepinseln und leicht pfeffern.

Die Feta-Walnuss-Mischung auf den Rotkohlscheiben verteilen, mit etwas Akazienhonig beträufeln und im vorgeheizten Backofen überbacken, bis der Käse eine ganz leichte Bräunung annimmt, dann die Cranberries zugeben und alles noch weitere Minuten überbacken, bis der Käse schön braun ist.

Ich habe als „Sättigungsbeilage“ in Ermangelung von Bandnudeln Penne gekocht.

(Ich „schwör“, meine Kochkünste sind besser als meine fotografischen Fähigkeiten….)

Man kann auch gut auf „Sättigungsbeilagen“ verzichten und stattdessen Baguette  reichen.

 

wordpress macht keinen spaß mehr… 7. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Seit 2007 schreibe ich meinen Blog „himmel und erde“ unter dem Schirm von WordPress.

In den ersten Jahren war es leicht, einen Beitrag zu verfassen und auch angenehm, die Beiträge anderer Blogger zu lesen. Doch inzwischen haben die Verantwortlichen von WordPress die Bedingungen erheblich geändert. Da ja nicht-kommerzielle Blogger das günstige kostenlose Angebot nutzen, müssen sie seit einigen Jahren das Aufploppen von Werbebannern in Kauf nehmen. Und manchmal passen diese Werbungen überhaupt nicht zum Text.

Doch auch die Benutzeroberfläche wurde immer wieder geändert, angeblich zum Vorteil für die Blogger. Aber mir geht es so, dass ich den „alten Modus“ weitaus bedienungsfreundlicher fand, als diese neue Version je sein könnte.

Nun überlege ich ernsthaft, WordPress zu verlassen und mir eine andere Plattform zu suchen, auf der ich wieder gut und günstig schreiben kann.

Das neue Geschäftsmodell von WordPress, dass mich wohl auf fiese Weise zwingen will, ins profitorientierte Modell zu wechseln, macht mir einfach keine Freude mehr.

Wie geht es anderen „WordPress-Bloggern“ damit?

Vögel sind auch nicht die besseren Menschen… 7. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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In der Nacht von Samstag auf Sonntag begann es zu schneien.

Tagelang war in allen Medien darauf hingewiesen worden, dass ab diesem Wochenende ein ähnliches Schneechaos zu erwarten sei, wie wir es im Winter 1978/79 erlebt hatten, als nämlich nach ununterbrochenen Schneefällen – vor allem in Norddeutschland – der Verkehr auf Straßen und Schienen zum Erliegen kam, Schneeverwehungen hatten sowohl für die Kraftfahrzeuge wie auch für Züge ein Durchkommen unmöglich gemacht.

Zu allem Überfluß waren unter der extremen Schneelast viele der großen Überlandtrassen der Stromversorger gebrochen, sodass in Teilen Norddeutschlands wegen des Stromausfalls Kälte und nächtliche Dunkelheit in den Häusern herrschte, Landwirte ihre Tiere nicht mehr versorgen konnten und in den Kliniken die Notstromaggregate unermüdlich ihre Arbeit verrichten mussten, um die lebensrettenden Geräte und Maßnahmen aufrecht halten zu können.

Wir waren damals vom Schneefall unterwegs zu Freunden in Nordhessen überrascht worden und nur dank des Geschicks des Liebsten blieben wir nicht an dem berüchtigten, weil steilen, Autobahnabschnitt hinter der Werrabrücke liegen und erreichten die Freunde unversehrt – was wirklich Grund zur Dankbarkeit war, denn unser erstes Kind war gerade erst drei Monate alt und natürlich mit uns im Auto unterwegs.

All das erinnerte ich anlässlich der vielen Warnungen im Radio, und dennoch wartete ich am Samstag beinahe sehnsüchtig auf richtig viel Schnee…

Heute Morgen nun der Anblick strahlenden Weiß um uns herum. Das Gärtchen hatte sein Winterkleid angelegt und vom Himmel fiel unablässig der Schnee. Wunderschön.

Der Liebste und ich hatte in Erwartung einer möglichen Schneekatastrophe gut vorgesorgt mit allen notwendigen Lebensmitteln und auch sonstigen Gütern, die das Überleben bei sibirischer Kälte im Großraum Hannover sichern sollen. Sogar an unsere gefiederten Freunde im Gärtchen hatten wir gedacht und noch eine zusätzliche Ration Vogelfutter gekauft. Auch hatte ich vorsorglich eine zweite Futterstelle unter der Fichte angelegt und die bekannten „Meisenknödel“ in den Jostabeerenbusch gehängt.

Das war eine gute Entscheidung, wie sich schnell zeigte.

Bald schon fanden sich Amseln, Tauben, Meisen und Finken ein. Die Tauben tun mir ein bisschen leid, sie bekommen nämlich nur etwas von den Brosamen ab, die vom Vogelhäuschen zur Erde fallen, für das Futterhaus selbst sind nämlich die Tauben zu groß. Die Amseln haben da schon erheblich mehr Chancen trotz ihrer Körperfülle das Futterhaus zu entern, und natürlich plustern sie sich nicht nur der Kälte wegen gewaltig auf, nein, sie machen auch all den anderen kleinen Piepmätzen klar, wer der Herr am Futterplatz ist. Ich lasse sie gewähren, auch wenn mir die kleinen Meisen und Rotkehlchen leidtun, mehr noch als die Tauben. Schließlich beglücken mich die Amseln im Sommer mit ihren wunderbaren Abendkonzerten in den lieblichsten Flötentönen, die man sich nur vorstellen kann. Richtig ärgerlich bin ich aber über die frechen Buch- und Grünfinken. Den ganzen Sommer über haben sie sich nicht im Gärtchen blicken lassen, halfen weder beim Vertilgen von Spinnen und Läusen, wie es Rotkehlchen und Meisen ja unermüdlich tun, noch betörten sie durch schönen Gesang oder wenigstens durch tolle Flugmanöver. Sie waren einfach nicht da! Aber nun spielen sie sich auf, dass es eine Art ist, versperren den Meisen den Zugang zum Futterhäuschen oder greifen sie sogar schon im Anflug an. Hat der Mensch Töne?

Es zeigt sich einfach auch in der Vogelwelt, zuerst kommt das Fressen und dann kommt die Moral oder so etwas wie Solidarität unter den Vögeln, die doch alle unter dem strengen Regiment des Schnees leiden.

Hier läuft nichts schief…. 3. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person und Text „CORONA-KRISE -KRISE VIRUS- VIRUS-RADAR So sieht es in Ihrem Kreis aus Kanzlerin Merke im ARD-Interview über das Impf-Desaster „Im großen Ganzen ist nichts schiefgelaufen" VIDET MIT VIDEO“

Hier regiert die Führerin der freien Welt.

Und mehr will ich dazu nicht sagen.

Halt, etwas muss dann doch noch rein küchenpsychologisch eingeflochten werden:

Der Vater der Führerin der freien Welt verließ einst mit Frau und Kind die Freie und Hansestadt Hamburg, um sein Leben fortan im seiner Meinung nach besseren Teil Deutschlands zu führen. Zu der Zeit sprach man in dem „nicht ganz so guten Teil Deutschlands“ von dem „besseren Teil“ nur als der „Zone“, und da die Einteilung in Trizonesien immer noch nicht vollständig überwunden war, nannte man sie, es etwas näher definierend, Ostzone.

Später wurde sie, die Zone, zur „sogenannten DDR“ und noch später einfach nur „DDR“, Deutsche Demokratische Republik. Nicht alles war schlecht in der DDR, oder, um es mit Frau Merkel zu sagen, „Im Großen und Ganzen ist nichts schief gelaufen“! Wer vom sozialistischen System überzeugt war und sich gut damit arrangiert hatte, der wird das vermutlich auch heute noch sagen. Frau Angela Kassner gehörte zu den privilegierten Kadern, für die im Großen und Ganzen nichts schief lief im besten Deutschland aller Zeiten. Als aber die Zeit gekommen war, das Volk sich dem besten System aller Systeme widersetzte und für Erleichterungen und Freiheiten kämpfte, da zahlte sich die lange Schulung im „Mitschwimmen im System“ wieder aus, die sozialistischen Fische waren der jungen Frau davongeschwommen, die kapitalistischen aber lagen verlockend vor der Nase der Wendehälsin, heuerte sie doch nicht bei der sozialdemokratischen Partei an, sondern diente sich dem Erzfeind aller sozialistischen Regierungen an, Helmut Kohl persönlich. Es war vermutlich der schwerwiegendste Fehler des politischen Urgesteins Kohl, das Wesen des „Mädchens“ völlig verkannt zu haben. Und das Mädchen war klug genug, seine politischen Ideen hinter schönen Worten zu verschleiern. Merkel war die perfekte Quotenfrau der CDU des wieder vereinten Deutschlands. Mit naivem Augenaufschlag und völlig unverdächtigem Geschwurbel lullte sie mögliche Kritiker ein und entmachtete in relativ kurzer Zeit nicht nur ihren westdeutschen Ziehvater, sondern auch all die Kerle, die ihr hätten gefährlich werden können.

Und ab da lief alles wie geschmiert.

Eben.

Im Großen und Ganzen ist nichts schief gelaufen in der Karriere der Angela Merkel.

Covid im Altenheim 25. Januar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Die alte Dame wohnt schon seit sehr vielen Jahren in einem höchst angesehenen Altenheim in einem hübschen 2-Zimmer-Appartment mit Bad, kleiner Küche und Balkon. Damals zog sie in diese Einrichtung, weil sie noch selbstbestimmend entscheiden wollte wie und wo sie ihren Lebensabend verbringen wollte. Sie war ungeheuer fit, agil, wach, interessiert und den Menschen zugewandt. Und obschon hochbetagt, fuhr sie noch vor einigen Jahren mit Bus und Bahn durch Deutschland, hielt Kontakt zu den alten Freunden, zu denen auch wir uns zählen dürfen, veranstaltete immer noch Kurse für Interessierte.

Vor etwa vier oder fünf Jahren bemerkten wir eine leichte Veränderung, die altersbedingte leichte Vergesslichkeit schien – beinahe unbemerkt – in eine Demenz überzugehen. Leider hat sich der ursprünglich nur als Vermutung angenommene Verdacht bestätigt. Sie hat immer noch hellwache Phasen und dem Liebsten, der sie regelmäßig (Corona-konform) besucht, gelingt es immer noch, sie in Gespräche über alte vertraute Themen zu verwickeln, bei denen sie konzentriert und aufmerksam dem Gesprächsfaden nicht nur folgen, sondern ihn auch weiterspinnen kann. Aber es gibt auch die Zeiten, in denen sie nicht weiß wo sie selbst und wer ihr Gegenüber ist. Das ist bitter und traurig zu beobachten, ist aber der Verlauf einer Erkrankung am Lebensende, wie ihn sehr viele weit über 90-jährige Personen zu allen Zeiten erlitten haben und immer noch erleiden.

Aber leider sind dies keine normalen Zeiten. Und konnte man früher mit der Vergesslichkeit der Alten in den Altenheimen gut und „menschlich“ umgehen, so stellen sich heute ganz andere Herausforderungen. Unsere alte Freundin hält es nämlich nicht in ihren Vierwänden, sie wandert nicht nur im Haus umher, sondern erkundet auch gerne die Welt außerhalb des Hauses. Eigentlich ist das ja ein Gutes und eigentlich müsste man sich darüber freuen, wenn ein alter Mensch noch unternehmungslustig genug ist, ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen.

Doch gestern erhielten wir vom Haus die Nachricht, dass ein sie betreuender Pfleger positiv auf Covid getestet wurde – und das verändert alles.

Denn natürlich muss die liebenswerte alte Dame nun in Quarantäne.

Aber wie will man das einer an Demenz erkrankten Person klar machen? Es war schon schwer genug ihr zu erklären warum sie im ersten Lockdown keinen Besuch mehr erhalten konnte, – wir telefonierten, erklärten und sie vergaß es nahezu augenblicklich wieder. Das Haus, in dem sie lebt, verfügt aber nicht über eine „offene und dennoch geschlossene“ Station für Demente, innerhalb der sich die Bewohner frei bewegen können, ohne in einem Zimmer eingeschlossen zu sein, aber doch davor geschützt werden, die Station selbst zu verlassen und sich zu „verlaufen“.

Was also ist zu tun? Man darf sie nicht in ihrem Appartement einschließen, man kann aber auch nicht gewährleisten, dass sie freiwillig in ihren Zimmern bleibt, denn daran, das eigenen Tun zu kontrollieren, fehlt es ja bei an Demenz erkrankten Menschen, der „Wille“ und das damit verbundene Verstehen ist nicht mehr Organisator des eigenen Handelns. Befürchtet wird zudem, dass unsere Freundin auch nicht mehr in der Lage ist, die Notwendigkeit des Tragens der FFP2-Maske zu erkennen und sie darum auch nicht tragen wird, weil es mit Unannehmlichkeiten verbunden ist. Wenn aber die Einsicht fehlt, eine Unannehmlichkeit in Kauf zu nehmen, wieso sollte man es dann tun? Das sind die Probleme, die vor allem die betroffene Person selbst betreffen.

Sehr viel schwerwiegender aber sind die Probleme, die mit der Organisation des Hauses zu tun haben. Schon in normalen Zeiten können die Belange der Bewohner nur mit einem riesigen persönlichen Einsatz der wenigen Pflegekräfte sicher gestellt werden. Es fehlt einfach das Personal, um allen Menschen in der Einrichtung zeitnah gerecht werden zu können. Nun aber, in der Krise, wird dieser ohnehin schon beträchtliche Mangel zu einem riesigen Problem. In diesem speziellen Fall ist es ja nicht nur unsere Freundin, die von der Pflegekraft versorgt wurde, es werden ja immer mehrere Menschen von einer Person bei den alltäglichen Verrichtungen wie Waschen und Anziehen betreut. Diese Person ist jetzt natürlich auch in Quarantäne und verschärft den ohnehin schon vorhandenen Personalmangel zusätzlich. Es ist niemand da, der in die Bresche springen könnte, der darauf achtet, dass die betroffenen Bewohner ihre Quarantäne nicht verlassen oder wenigstens mit der Maske im Haus herumlaufen. Die Pfleger müssen über die normalen Arbeitsschritte hinaus auch die Schnelltest durchführen, um eine mögliche Infektion so schnell wie möglich feststellen zu können. Das System, das immer schon hart an der Grenze war, kann eigentlich die zusätzlichen Belastungen nicht tragen.

Mir ist an diesem Beispiel so bewusst geworden, warum ausgerechnet in den Pflegeheimen die Anzahl der Infizierten so hoch ist und damit auch die Sterberate deutlich über „normal“ liegt.

Man kann – ohne gegen die Freiheitsrechte des einzelnen Bewohners zu verstoßen – einfach nicht verhindern, dass sich die Pflegebedürftigen, die noch mobil genug sind, um nicht den ganzen Tag im Bett zu liegen, gegenseitig anstecken.

Und das ist etwas, das man schon im ersten Lockdown erkennen konnte und dem man mit einiger Voraussicht hätte begegnen können, um nicht zu sagen, begegnen müssen. Aber ohne die Hilfe von außen waren und sind die Heime absolut nicht im Stande, die nötige Organisation zu leisten, die eine Infektionswelle innerhalb des Hauses verhindern könnte. Und ich frage mich schon, ob es nicht die Möglichkeiten gäbe, durch administrative Maßnahmen hier für Abhilfe zu sorgen. Wenn doch eine Pandemie zu dem gehört, was man gemeinhin unter „Katastrophe“ versteht, greifen dann nicht auch die Maßnahmen, die man in jedem anderen Katastrophenfall anwenden würde? Und hätte man nicht spätestens im Sommer massiv dafür werben müssen, mehr Personal in die Pflegeeinrichtungen zu entsenden – es müssten ja nicht unbedingt examinierte Kräfte sein, Hilfsdienste könnten die Hauptamtlichen entlasten.

Und vor allen Dingen frage ich mich, warum man nicht zu aller erst das Personal in den Einrichtungen (Pflegeheimen, Krankenhäuser und auch Arztpraxen) geimpft hat, die Personen, die tatsächlich von Tür zu Tür, von Zimmer zu Zimmer gehen, die ganz normale „Außenkontakte“ durch ihre Familien und in ihrer Freizeit haben und die doch am ehesten gefährdet sind, das Virus aufzunehmen und weiterzutragen.

Die Versäumnisse wiegen mit jeder Woche schwerer.

Natürlich kann die Regierung den Lockdown noch einmal kräftig verschärfen, aber an den Bedingungen in den Einrichtungen wird sich dadurch nichts zum Positiven verändern, im Gegenteil, ohne die drastische Aufstockung des Personals werden Verschärfungen die Situation noch schwerer und unerträglicher machen, als sie ohnehin schon ist.

Wir sind die Größten…. 16. Januar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Fast!

Fast sind wir die Größten in der Bewältigung der Corona-Krise.

Nein, nein und nochmals nein!

Nein, wir sind die größten Dilettanten im Impfgeschehen, die man sich nur vorstellen kann.

Beweise gefällig?

Da kommt mir heute unser lieb gewordenes Käseblättchen wie an jedem Morgen ins Haus, bzw. in die Zeitungsröhre, ins Haus müssen wir es schon selber holen. Und was findet sich schon auf der Titelseite?

Dies:

Keine Fotobeschreibung verfügbar.

Niedersachsen werde wie Deutschland insgesamt in den kommenden Wochen noch weniger Impfstoff vom Hersteller Biontech/Pfizer erhalten als bisher schon.“ So zitiert der Artikel unter der Überschrift „Lockdown zeigt keine Wirkung: Nervosität in Niedersachsen wächst“ die Gesundheitsministerin Reimann. (Quelle HAZ, 16./17. Januar 2021, Seite 1)

Und natürlich fällt auch die Mitteilung ins Auge, siehe oben: „Mehr als 8000 Menschen in der Region Hannover geimpft“. Wenn das kein Grund ist zu jubeln. In der Region Hannover wohnen rund 1200000 Menschen und wenn das Impfen in diesem Tempo so weitergeht und auch die Sache mit den Anschreiben an die Betroffenen doch noch geklärt werden kann, werden wir bis zum Ende des Sommers im Jahr 2022 oder auch später vermutlich alle im Raum Hannover die dringend benötigte Spritze erhalten haben, sofern – und da liegt der Hase im Pfeffer – genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Seit dem 27. Dezember 2020 wird nun geimpft, und in der Region Hannover hat man es auf ganz 8000 Personen gebracht. Im etwa gleichen Zeitraum impfte das kleine Israel, das rund 9 Millionen Einwohner insgesamt hat, bereits 2 Millionen Menschen.

Wie das? fragt man sich erstaunt und reibt sich die Augen. Das liegt zum Einen daran, dass Israel ein hochmodernes Gesundheitssystem hat, von dem man in Deutschland nur träumen kann. (Aus zuverlässiger Quelle ist mir bekannt, dass unsere Gesundheitsämter restlos überfordert sind, allein die Infektionsherde zu verfolgen und dann per Fax – als habe es die geniale Erfindung des Internet noch immer nicht gegeben – an die zentrale Stelle zu melden!) Jeder Israeli hat eine Zugangskarte zu dem digitalen Erfassungssystem, das sowohl diagnostische Ergebnisse für den Patienten bereithält, wie auch den unmittelbaren Zugang zu Beratung und medizinischen Einrichtungen ermöglicht und eben auch die Patienten ohne großen bürokratischen Aufwand informieren und zu den Impfungen einbestellen kann. Zum Anderen liegt es daran, dass in Israel die Sicherheit und das Leben der Bevölkerung oberste Priorität hat, was dazu führte, dass sich das Land mit dem Bekanntwerden der erfolgreichen Entwicklung des Impfstoffes ausreichend große Mengen sicherte, um so schnell wie möglich die Schutzimpfung der Bevölkerung beginnen zu können.

In unserem schönen Land haben nicht Schutz und Sicherheit der deutschen Bevölkerung oberste Priorität, will es mir scheinen, sondern der Datenschutz und natürlich die Solidarität mit allen Notleidenden dieser Erde, zumindest aber mit den Ländern der EU, so dass es überhaupt nicht denkbar ist, dass die Regierung Deutschlands einen in Deutschland mit deutschen Steuergeldern geförderten Impfstoff auch vorrangig an die eigene Bevölkerung weitergibt, „Germany first“ käme doch dem schlimmsten rechten Nationalismus gleich, den man sich nur vorstellen kann, und nur der Herr der Finsternis würde so ein Ansinnen überhaupt in Erwägung ziehen… pfui Teufel aber auch.

Nun könnte ich ja als überzeugte Europäerin durchaus darin zustimmen, alle EU-Länder gleich behandeln zu wollen und darum der EU das Verteilen des Impfstoffs und das Organisieren der Impferei zu überlassen. Leider, leider ist die EU aber kein altruistisch arbeitender Wohlfahrtsverband, sondern eben eine Art Zweckbündnis zur Durchsetzung der eigenen nationalen Interessen, sofern diese Interessen nicht vorwiegend von und durch Deutschland angemeldet werden, siehe oben. Und darum hat die aus Deutschland stammende Präsidentin von der Leyen auch mit der Bestellung des bereits entwickelten und vorhandenen Impfstoffes aus deutscher Entwicklung und Produktion gewartet, bis auch die Franzosen in die Puschen kamen und ihrerseits einen Impfstoff zur Verfügung stellen konnten, bzw. zur Verfügung stellen können werden, denn weder ist der Impfstoff vollständig entwickelt, noch steht er auch nur ansatzweise zur Verteilung bereit. Und so kommt es, dass es EU-weit nicht ausreichende Dosen des begehrten Stoffes gibt und in Deutschland erst recht nicht…. Aber wir können immerhin stolz darauf sein, dass wir nicht eigensüchtig sind und anderen Ländern gerne den Vortritt überlassen.

Dummerweise machen aber die immer noch nicht gesunkenen Zahlen, die über Ansteckung und Todesfälle Auskunft geben, deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Und weil der Impfschutz noch lange auf sich warten lassen wird, zieht man einfach ein bisschen die Daumenschrauben in Form noch strengerer Lockdown-Maßnahmen an. Das ist einfacher, als für eine bessere und vor allen Dingen ausreichende Verteilung zu sorgen und soll die Bevölkerung darin bestärken, alles für ihren Schutz und ihre Sicherheit getan zu haben.

Wir, der Liebste und ich haben keinen Grund uns lauthals zu beklagen. Zwar würde ich auch gerne mal wieder mit allen Kindern und Enkeln zusammen sein, ich würde auch gerne „richtig“ einkaufen und nicht nur die Dinge für den täglichen Bedarf, ich könnte auch einen Friseur gut gebrauchen, würde gerne ausgehen, fein essen oder einfach nur ohne Mund-Nasen-Bedeckung am Maschsee entlang bummeln oder durch die Innenstadt Hannovers flanieren… zur Not auch einfach mal wieder bei den Blau-Gelben vorbeischauen… all das geht gerade nicht. Aber wir Zwei werden auch nicht zu Homeoffice gezwungen oder zur Präsenz am Arbeitsplatz, wir haben keine kleinen Kinder mehr, die gerne draußen mit Freunden spielen würden, wir müssen auch nicht im Homeschooling schulpflichtige Kinder betreuen, was für viele Eltern und Kinder der reinste Horror sein muss.

Wir sind unendlich privilegiert mit sicherem Einkommen aus Rente und Pension, mit einem ausreichend großen Wohnraum, um uns auch mal aus dem Weg gehen zu können und mit den technischen Einrichtungen, die es uns erlauben, Kontakt zu den entfernt wohnenden Kindern zu halten, via Zoom miteinander zu quatschen oder Doppelkopf zu spielen, wie es der Liebste gestern mit seinen Söhnen getan hat.

Nein, wir oder ich haben gar keinen Grund zu meckern.

Aber dennoch mahne ich nicht zum ersten Mal an, dass etwas schief gelaufen ist in diesem Land und auch weiterhin schief läuft.

Und ich habe überhaupt nicht die Hoffnung, dass sich das in Kürze ändern wird, auch nicht durch die heutige Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden, Armin Laschet aus NRW, der doch vermutlich nur eine Spielfigur auf dem Feld ist, das immer noch von der ungekrönten Königin beherrscht wird.

Diese Relativierung ist falsch! 13. Januar, 2021

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Als am 6. Januar in Washington die offizielle Bestätigung Joe Bidens und Kamala Harris‘ als Präsident und Vizepräsidentin der USA durch die Wahlmänner vollzogen werden sollte, kam es zu tumultartigen Zuständen im Capitol durch Anhänger Donald Trumps, die bis ins Innere des Hauses vorgedrungen waren. Es gab Tote und Verletzte, die für die Sicherheit Verantwortlichen hatten ganz offenbar eine mögliche Gefahrenlage im Vorfeld falsch eingeschätzt und waren während der Aktion, die als „Sturm auf das Capitol“ in den Medien beschrieben wird, ebenso offensichtlich heillos überfordert.

In der Folge dieser unhaltbaren Zustände melden sich viele prominente und weniger bekannte Personen zu Wort. Twitter und auch Facebook sperren, bzw. löschen den jeweiligen Account Donald Trumps, weil sie in dessen Tweets einen Aufruf zur Gewalt und zum Umsturz sehen. Die „Demokraten“ fordern den noch amtierenden Vizepräsidenten auf, Donald Trump für unzurechnungsfähig zu erklären und damit seinen sofortigen Rücktritt einzuleiten. Vizepräsident Pence folgt dieser Aufforderung nicht, daraufhin leiten Mitglieder der Demokraten ein weiteres Mal das Impeachment ein, mit der Zielsetzung, Trump seines Amtes zu entheben und für alle Zeit von einer möglichen Bewerbung um das Amt des Präsidenten auszuschließen. Das ist laut Bernie Sanders die eigentliche Absicht, mit der das Verfahrens trotz der zeitlichen Bedingungen eingeleitet wird, das aber mit hoher Wahrscheinlichkeit jetzt, da es bereits in Gang gesetzt wurde, vor Ablauf der regulären Amtszeit Donald Trumps, die ohnehin am 20. Januar 2021 endet, nicht mehr vollständig durchgeführt werden kann.

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, die Vorgänge bewertend zu kommentieren, da es mir in diesem Beitrag um etwas Wichtigeres als um Donald Trump und die „späte Revanche der Demokraten“ geht.

Einer derjenigen, die sich per Videobotschaft zu Wort meldeten, war der frühere Superstar und spätere Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger. Der in Österreich geborene Ex-Schauspieler erinnert in seiner Nachricht an die Schrecken der Nazi-Zeit und vergleicht den „Sturm auf das Capitol“ mit der sogenannten „Reichspogromnacht“ im November 1938 in Deutschland (und Österreich) und redet davon, dass der Pöbel von damals und der Pöbel von heute, der die Aktion in Washington durchführte, die gleiche rechte Gesinnung und Motivation habe.

Ich will hier nicht auf die Rede im einzelnen eingehen. Die Suchmaschinen helfen sicherlich dabei, den Text zu finden.

Mein Anliegen ist es ganz klar zu stellen, dass der Vergleich, den Arnold Schwarzenegger zieht, grundfalsch ist.

Zum Einen herrschen in den USA nicht mal ähnliche, geschweige denn gleiche politische Bedingungen wie in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus – und es steht auch nicht zu befürchten, dass sich eine ähnliche Bewegung, wie die, die Hitler an die Macht brachte, in einem stabilen demokratischen System wie dem der USA durchsetzen wird – und als ein solches betrachte ich die USA trotz aller gegenwärtigen Probleme.

Wenn man – und das ist mein zweiter Punkt – die Verhältnisse der „Reichskristallnacht“, die Schwarzenegger zu erkennen glaubt, aber näher betrachtet, so muss man sehen, dass es in Deutschland flächendeckend, im ganzen Land und ohne Ausnahme „NUR“ eine Zielrichtung gab, nämlich die, die jüdischen Bürger anzugreifen, zu demütigen, ihre Geschäfte und Wohnungen zu plündern oder zu zerstören und die Synagogen niederzubrennen und nieder zu reißen. Mitglieder der NSDAP, der SA und SS, des Jungvolks und sonstiger paramilitärischer Verbände beteiligten sich an der Aktion, aber auch einfache Bürger, die ihrem Judenhass freien Lauf ließen, getragen von dem Wohlwollen der Regierung.

Bei Facebook kommentierte ich den Bericht über das SchwarZenegger-Video so:

„Bei aller Liebe, Herr Schwarzenegger irrt gewaltig. Die Gewalt in der sogenannten Reichskristallnacht richtete sich NICHT gegen die Regierung des Reiches, sie richtete sich ausschließlich gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Dieser Vergleich ist darum zutiefst unredlich und ein Schlag ins Gesicht der damaligen Opfer antisemitischer Hetze, Gewalt und Morde. Herr Schwarzenegger sollte sich schämen. Und diejenigen, die ihm nun zujubeln auch.“

Und wiederholte diese Haltung in einem weiteren Kommentar so:

„Ich kann mich zu Herrn Schwarzenegger nur wiederholen: Der Vergleich mit den Novemberpogromen von 1938 in allen deutschen Städten, in denen Juden wohnten, das Wüten und Morden gegen jüdische Bürger, ihre Geschäfte und Synagogen ist nicht vergleichbar mit der Demonstration vor und im Capitol. An den Verbrechen in Deutschland war die Regierung, die NSDAP, die SS und SA beteiligt, Jugendverbände und ganz normale Bürger. Schon Jahre zuvor waren Juden Rechte aberkannt worden, galt es als Rassenschande, mit Juden intime Beziehungen zu haben, wurden jüdische Lehrer, Ärzte, Juristen, Beamte aus ihren beruflichen Positionen entfernt. Und wir wissen alle, wie unendlich grausam dieser Furor weiter ging, 6 Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer. Und da kommen Leute daher und klatschen einem üblen Vergleich Beifall…Es entsetzt mich auf eine Weise, die ich kaum beschreiben kann. Herr Schwarzenegger möge in seinem Herkunftsland Mauthausen besuchen… oder nach Jerusalem gehen und in Yad Vaschem Abbitte tun für diese Aussage.“

Ich halte es grundsätzlich für einen schweren Fehler, die Verbrechen der Nationalsozialisten zur „Ablehnung aktueller politischer Fehler“ heranzuziehen. Nicht, weil nicht auch die gegenwärtigen Fehler schwer wiegten, sondern weil man die schrecklichen „Fehler“ der Nationalsozialisten, ihre Verbrechen und Kriegsverbrechen damit relativiert. Es gibt in der gegenwärtigen westlichen und demokratischen Welt nicht ein einziges Land oder eine einzige Regierung, die dem entspricht, was die Nationalsozialisten und die Regierung Hitlers damals im „Tausenjährigenreich“ waren.

Und ich halte es unabhängig davon für einen Fehler, weil man mit diesem Vergleich die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft nicht überwinden, sondern weiter vertiefen wird.

ERKLÄRUNG: Da ich meine eigenen Aussagen hier zitiere, verzichte ich auf die genaue Quellenangabe .

Nachgedanken…. 10. Januar, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Viele, viel zu viele Nachrichten stürmen auf mich ein, ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht, auf was ich zuerst oder erst später eingehen sollte, worüber nachdenken, wenn doch noch während ich versuche, mich auf ein Thema zu konzentrieren, drei oder vier oder mehr weitere auftauchen, die auch alle bedacht werden sollten.

Seit Wochen und Monaten hält uns nun Corona mit wechselnden Akzenten in Atem. Ganz harmlos begann es mit der bangen Frage, ob die ferne chinesische Krankheit nicht auch uns betreffen könne. Wir wissen es alle inzwischen, sie konnte und sie kann.

Ist sie denn wirklich so gefährlich, wie uns einige Berichte weiß machen wollen, ging die Fragerei weiter, und lange war nicht entschieden, ob nicht doch „die Grippe“ das Rennen um den ersten Platz der Gefährlichkeit noch vor Corona machen würde…. Meiner Meinung nach ist das ja entschieden, aber leider geht genau mit dieser meiner Haltung das Problem erst richtig los, denn es gibt sehr viele Zeitgenossen, die eine gänzlich andere Sicht auf die Dinge haben. An Corona versus Grippe schieden und scheiden sich immer noch die Geister und natürlich kann jede „Seite“ wissenschaftlich belegte Expertisen zitieren, die das Behauptete oder Geglaubte für die einzig richtige Ansicht halten.

Diese beiden Seiten, so kann man in den Medien, den öffentlich-rechtlichen, den gedruckten wie den sozialen entnehmen, vertiefen aber den zunächst kleinen, aber immer größer und tiefer werdenden Riss, der sich durch die Gesellschaft zieht. Politiker, Parteien, Kirchen und Kirchenfürsten, Künstler und solche Personen, die sich selbst für jemanden halten, der unbedingt gehört werden muss, nehmen medial an prominentem Ort Stellung und befeuern so die Diskussion, um das was wahr und richtig und gut ist oder eben falsch, böse und schlecht. „Man“ beschimpft und beleidigt den jeweiligen Gegner, dass es eine Art ist… eine schreckliche Art. Eine Art Krieg.

Dieser Riss hat seltsame Bruchlinien. Sie verlaufen nicht mehr, wie in früheren Jahren, an den Parteilinien entlang, sondern quer durch die Parteien, durch Kirchen, Nachbarschaften, Freundeskreise und sogar durch die Familien. Er ist gekennzeichnet durch heftige Diskussionen, wahre Redeschlachten und Wortgefechte, durch Beleidigungen und Beleidigtsein, bis hin zu Kündigung von Freundschaft und Parteibuch. Und er zeitigt traurige Folgen. Man redet nicht mehr offen über das, was man wirklich denkt und meint, nicht, wenn man nicht riskieren will, von seinem Gegenüber auf der „falschen Seite“ lokalisiert und deshalb mit Erstaunen, Mitleid oder sogar Verachtung bedacht zu werden. Eine an der Sache orientierte Debatte findet so kaum noch statt, es geht um „Haltungen“, irgendwie um „Werte“, eine Meinung wird nicht mehr als bloße Meinung betrachtet, sondern als in Stein gemeißeltes Dogma angesehen, das um jeden Preis verteidigt werden muss. Wem die Freundschaft dabei wichtiger ist als seine Meinung, verstummt mit der Zeit, denkt sich seinen Teil, aber redet nicht mehr über das, was ihn bewegt.

Das ist das eigentlich Schreckliche an der Situation.

Noch schrecklicher aber ist es, wenn statt des Verstummens der Protest sein gewaltsames Haupt erhebt, es nicht mehr nur bei Reden und einfachen Beleidigungen bleibt, sondern ernsthafte Folgen für die private wie berufliche Existenz aus dem Abweichen von der jeweiligen Norm entstehen. Auch das kann man mühelos beobachten. Man muss nur aufmerksam die Pressemitteilungen verfolgen oder sich in den sozialen Netzwerken bewegen und dabei erleben, wie einem Freund mitgespielt wird, der es wagt, eine andere Meinung zu äußern, als in seiner Blase sonst üblich ist.

In diesen Tagen empfehle ich dringend, sich in keinem Fall zu Trump in einer Weise zu äußern, die von dem was Bernie Sanders oder Joe Biden oder Marietta Slomka sagt, auch nur einen Millimeter abweicht. Es wäre der soziale Selbstmord. Auf der Stelle wäre man die Unperson schlechthin, gar eine Kopie des verhassten Potus selbst, Noch-Potus, muss man sagen, denn er ist ja noch im Amt und auch das soll er nach dem Willen seiner Gegner noch vor dem eigentlichen Amtswechsel (in wenigen Tagen) verlassen.

Deshalb sage ich hier auch nichts dazu…. und eigentlich habe ich auch damit schon viel zu viel gesagt.

Vielleicht wird man in ein paar Jahren und mit genügendem zeitlichen Abstand dieses seltsame Jahr 2020 rein sachlich unter die Lupe nehmen und frei von vielen Emotionen die Umstände aufdröseln können, die geeignet waren, die freie westlich-demokratische Welt in einen Hexenkessel der Rede und Widerrede, der Beschuldigungen und Beschwichtigungen, der Zerwürfnisse schwerer Art zu verwandeln….

Und gebe Gott, dass es jetzt nur bei Redeschlachten bleiben wird, so unerquicklich und widerwärtig sie auch sein mögen und uns kein neuer schrecklicher Krieg ins Haus steht.

Mein Herz für Schüler und Lehrer…. 12. Dezember, 2020

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Neben dem medizinischen Personal – im weitesten Sinne – gehört meine ganze und herzliche Anteilnahme den Schülern und Lehrern.

Schon im Frühjahr, als wir alle noch nicht so genau wissen konnten wie das mit dem tückischen Virus weitergehen würde und was man am besten gegen seine zügige Ausbreitung unternehmen müsse, waren „Schulen“ ein Streitpunkt der diversen Landesfürsten – soll man Schulen schließen und wann? Wie kann man Unterricht in Corona-Zeiten und bei löchrigem „Netz“ ermöglichen oder gar sicherstellen? Was spricht für eine rasche Schließung, was dagegen? Wie können Eltern die Betreuung der Schüler, die nicht zur Schule gehen können, organisieren, wenn sie selbst arbeiten müssen? Sind Schulen systemrelevant?

Und nun, nach den Erfahrungen des Frühjahrs mit den angeordneten Schulschließungen, dem später verordneten Blockunterricht und einem langen Sommer und schon bedrohlich aufflackerndem Corona-Herbstleuchten stehen wir wieder vor der gleichen Frage.

Und ich frage mich einigermaßen irritiert, ob denn niemand in den Landesschulbehörden und den Ministerien für Gesundheit und Zivilschutz irgendetwas aus eben diesen Erfahrungen des Frühjahres gelernt hat. Welche Notfallpläne liegen in den Schubladen bereit? Wer veranlasst ihre Umsetzung? Gibt das Kanzleramt vor, einigen sich die Ministerpräsidenten der Länder auf gemeinsame Maßnahmen oder findet wieder der Wettstreit um den schnellsten Start und das beste Vorgehen statt?

Hat man energisch genug die Vernetzung von Schule und Schülern via Internet vorangetrieben? Welche Hilfen werden den finanzschwachen Familien angeboten? Wo ist immer noch Dunkeldeutschland was das Internet angeht und was macht man da?

Auch wenn ich schon seit 10 Jahren nicht mehr im aktiven Schuldienst bin, so interessiert es mich doch, wie diese verschiedenen Probleme angegangen und gelöst werden. Natürlich leuchtet es mir ein, dass in den Ballungsgebieten rings um die großen Städte und Industriezentren andere Bedingungen herrschen als auf dem berühmten platten Land. Aber dennoch muss es doch irgendwie vergleichbare Standards geben, beispielsweise in der Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Arbeiten in den Abschlussklassen geschrieben werden, welcher Stoff unbedingt noch in diesem Schuljahr vermittelt werden muss und an welchen Stellen man zur Not auch streichen kann.

Wer ungefähr so alt ist wie ich (71) + / – 8 wird sich sicherlich noch an die Jahre 1966 /67 erinnern, als der Schuljahresbeginn einheitlich auf die Woche nach den jeweiligen großen Sommerferien verlegt wurde. Damals begann das Schuljahr in den meisten Bundesländern nach den Osterferien. Die Angleichung passierte entweder mit einem Langschuljahr oder mit 2 Kurzschuljahren. In NRW gab man den Kurzschuljahren den Vorrang, d.h. in der Zeit von Ostern 1966 bis zum Sommer 67 gab es zwei „Schuljahre“. Die Versetzungen und Abschlüsse nach dem ersten Kurzschuljahr waren Ende November 1966 – und am 1. Dezember begann damit auch das zweite Kurzschuljahr, das dann im Sommer 67 endete.

Jeder kann sich vermutlich mühelos vorstellen, dass man nicht den Stoff eines kompletten Schuljahres in ein „Kurzschuljahr“ stopfen kann, Streichungen am Curriculum waren also notwendig. Hat es uns „Kurzschülern“ damals geschadet? Vermutlich kaum. Für mich war es damals lediglich schwierig, weil meine Eltern Wohn- und Arbeitsplatz wechselten und wir aus Nordrhein-Westfalen nach Hessen zogen. Für diejenigen, die nach dem ersten Kurzschuljahr in eine Berufsausbildung wechselten oder ein Studium anstrebten, gab es allerdings ein kleines Problem, da ja auch Semesterbeginn und der Beginn einer Lehre bisher an den Rhythmus des Schuljahres gekoppelt war.

Warum ich dies alles schreibe?

Weil ich davon überzeugt bin, dass auch ein „Corona-Schuljahr“ von den meisten Schülern relativ gut bewältigt werden kann und die Schulen sicherlich mit Rücksicht auf die fehlende „Vollzeit“ auch entsprechend bei der Notenvergabe und den Hilfen für ohnehin schwache Schüler reagieren werden.

Nicht die mangelnde Unterrichtszeit im Präsenzmodus ist das Problem für Schüler und Lehrer, sondern dieses tagelange Abwägen, die Uneinigkeit der Kultusminister der Länder, die Uneindeutigkeit der Landesschulbehörde, wie man sie gerade in Niedersachsen beobachten kann, bei der die Regelung den Schulleitern überlassen bleibt, was aber wiederum negative Auswirkungen auf die Familien hat, die mehr als ein Kind zur Schule schicken, also ein Grundschulkind und eines auf der weiter führenden Schule haben und dadurch mit der Situation konfrontiert sind, dass der eine Schulleiter schließt und in den Hausmodus geht, der andere aber bei dem Präsenzmodus bleibt. Noch komplizierter wird es, wenn zusätzlich der Blockmodus angeboten wird: Montag, Mittwoch und Freitag für Gruppe A Präsenzmodus, für Gruppe B aber Hausmodus, Dienstag und Donnerstag für Gruppe A Hausmodus und für Gruppe B Präsenzmodus, gewechselt wird dann in der folgenden Woche, damit beide Gruppe jeweils gleich behandelt werden…

Den Lehrern obliegt es, den Stoff jeweils für Haus- und Präsenzmodus vorzubereiten und entsprechend auch nachzuarbeiten, sprich, die im Hausmodus eigenständig erledigten Lernaufgaben zu überprüfen und zu korrigieren. So wurde ja bereits im Frühjahr nach der kompletten Schließung der Schulen verfahren. Ich hörte von Betroffenen, dass alle Eltern sich via Internet täglich neu über mögliche Abweichungen informieren mussten – und auch seit dem Sommer so verfahren müssen. Und natürlich bedeutet das für etliche Familie und die betroffenen Kinder, dass sie allein durch diese Maßnahme benachteiligt sind.

Meine ganz unmaßgebliche Empfehlung lautet daher: Die Weihnachtsferien JETZT vorzuziehen und bis zum 15 Januar zu verlängern. Für die eigentlichen Schultage können Arbeitsblätter ausgegeben werden, die von den Lehrern entsprechend auch kontrolliert werden. Den betreuenden Eltern sollte unbürokratisch eine bezahlte Freistellung vom Arbeitsplatz ermöglicht werden. Dem Arbeitgeber wird der finanzielle Aufwand durch den Staat entschädigt.

Kein Geld! Höre ich da die Amtsschimmel wiehern.

Stimmt. Dafür will der Staat kein Geld locker machen. Aber dem TUI-Konzern mal eben eine Hilfe in Milliardenhöhe zukommen lassen, ist kein Problem. Da geht es ja um „die Wirtschaft“, Kinder stören da eher, jedenfalls solange sie noch Kinder sind und nicht als Arbeitskräfte gebraucht werden.

Mir war es schon immer unverständlich, dass mit dem Slogan „Kinder sind unsere Zukunft“ geworben wurde und wird, aber zur Sicherung dieser Zukunft der Kinder in Form von vernünftiger Bildungspolitik leider allzu wenig getan wird, sprich, die Bereitschaft fehlt, dafür sehr, sehr viel Geld locker zu machen.

Und den schönen Spruch „Kinder brauchen eine Struktur“, der zwar ganz sicher stimmt, der aber als Ausrede dafür herhalten muss, dass man die Schulen nicht komplett schließen will, den können sich die verantwortlichen Politiker gerne an die Mütze stecken. Ja, Kinder brauchen eine Struktur, wer aber sagt, dass die Hausschule nicht auch eine Struktur bieten kann, eine, die auch die Eigenverantwortung der (älteren) Schüler stärkt.

Und noch etwas fällt mir ein: Leute, die man heute gerne als fachfremde Aushilfskräfte in die Schulen steckt, die aber keine pädagogische Ausbildung haben und darum für den Präsenzunterricht vielleicht nicht unbedingt geeignet sind, könnten aber die Lehrer bei der Kontrolle der Arbeitsblätter unterstützen… sozusagen als „fachfremde Lehrpersonen in Heimarbeit“.

Ich weiß, ich habe gerade die letzten Sätze ein wenig ins Blaue hinein geschrieben – und den Weihnachtsmann, der solche Wünsche erfüllen könnte, den gibt es nicht.

Darum, liebe Kollegen und Kolleginnen an der Front, bleibt gesund, unerschrocken, wacker, mutig und erhaltet Euch Euren Idealismus, der Euch einmal diesen wunderbaren Beruf erwählen ließ….

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