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Zukunft sichern..!??? 18. September, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Es gibt eine Initiative bei Facebook, die unter dem schönen Titel „Zukunft sichern“ dazu aufruft, einen Klimachek zur Wahlentscheidung zu machen.

Wer hier immer mal wieder liest, hat sicher mitbekommen, dass ich nicht zu den Kämpfer gegen die „Klimakatastrophe“ gehöre, wohl aber davon überzeugt bin, dass eine gute Umweltpolitik unumgänglich ist, zu der meiner Meinung nach auch das Verbot gehören sollte, Wälder zu roden, um darin Windkraftanlagen zu errichten.

Meinem in den letzten Wochen immer größer werdenden Frust über die tägliche, um nicht zu sagen, beinahe stündliche „Belehrungskampagne in Sachen Klima, Verkehr, Ernährung et al“, machte ich darum heute Luft in folgendem Kommentar unter einem manipulativen Aufruf der Aktion „Zukunft sichern“:

„Die Suche nach Lösungen hat meine Generation angetrieben, die Flüsse sauberer werden zu lassen, die Luft reiner und den Himmel über der Ruhr blau **… WIR haben viel, viel mehr für die Umwelt getan, als alle hüpfenden Schulschwänzer sich überhaupt vorstellen können. Und Dank des Erfindergeistes der vielen Generationen vor uns wurden Hungersnöte bekämpft, verloren Pocken, Tuberkulose, Polio und unendlich viele, zuvor nicht behandelbare Krankheiten ihre Schrecken, konnten Maschinen die „menschliche Arbeitskraft“ ersetzen, wobei es hierbei wirklich um die körperliche Kraft ging, die Männern wie Frauen abverlangt wurde und sie viel zu früh altern und sterben ließ. Hört endlich auf mit dem Klimagedöns und konzentriert euch auf das Wesentliche: Wie bewältigen wir in Zukunft das Problem, 8 Milliarden Menschen Nahrung, Kleidung, Wohnung und Arbeit zu geben? DAS ist nämlich die Frage aller Fragen und nicht, ob 1,5° mehr dem Planeten schadet oder auch nicht.“

Und viel mehr möchte ich an Ideen zur Zukunftssicherung für heute nicht beitragen, allenfalls noch diesen kleinen ergänzenden Kommentar, den ich unter einen weiteren „Zukunft sichern“-Beitrag zum Thema „Klimawahlcheck“ schrieb:

„Wie wäre es mit einem „Bildungswahlcheck“? Bitte dabei neben den Inhalten auch die Gebäude, in denen die Inhalte vermittelt werden sollen, einbeziehen. Von den Grundschulen bis zu den Universitäten sind doch schon seit Jahren eklatante Mängel an selbiger „Hardware“ zu beklagen, geändert hat sich wenig, besser gesagt gar nichts. Bildung ist aber die einzige, wirklich von uns selbst steuerbare Investition in / auf die Zukunft. Daraus ergibt sich alles Weitere. Gut ausgebildete Handwerker, Kaufleute, Wissenschaftler aller Sparten liefern nicht nur das Know-how zur Lösung der Probleme der Gegenwart, sie sind unverzichtbar für die Bewältigung der Zukunftsfragen. Ich halte das für wesentlicher als alle Klimadiskussionen zusammen.“

Ergänzung:

Zitat aus dem Link zu „Der Himmel über der Ruhr“:

„Den legendären Ausspruch „Der Himmel über der Ruhr muss wieder blau werden“ tätigte Willy Brandt im Bundestagswahlkampf im April 1961 in einer Zeit, als die Luft im Ruhrgebiet noch stark verschmutzt war. Die Aussage von Brandt markiert einen Wendepunkt hin zum Beginn des Umweltschutzes. Nach dem Krieg stand der Wiederaufbau an erster Stelle – zu Lasten von Umwelt und Gesundheit der Menschen im Ruhrgebiet. Ab 1964 traten erste Umweltverordnungen in Kraft und aus der Umweltbewegung der 1970er-Jahre entstand später die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“.“

In meiner Kindheit in einer Industriestadt an der Lenne (im erweiterten Umkreis des Ruhrgebiets) waren die Bäche und die Lenne dreckige Brühen, in denen es kein Leben mehr gab und der Himmel war grau, grau vor allen Dingen im Winter, wenn neben den rauchenden Schloten der Eisenindustrie noch eine Unzahl von Kaminen der Wohnhäuser, in denen Kohleöfen die einzige Heizquelle und oft genug auch die einzige Feuerstelle waren, auf der gekocht wurde, die Luft mit ihrem beißenden Qualm erfüllten. Die Asche wurde im Winter auf Eis und Schnee aufgebracht, um auf den Bürgersteigen und den Straßen Menschen und (wenige) Autos vor gefährlichen Rutschpartien zu schützen.

Heute sind die Bäche sauber, alle möglichen Fischchen und kleinste Wassertiere tummeln sich darin, m Ufer der Lenne brüten Wasservögel, Kanuten trainieren auf einer eigens angelegten Wildwasserstrecke und man könnte sogar wieder in der Lenne schwimmen.

Es stimmt einfach nicht, dass „wir Alten“ untätig waren und es ärgert mich, wenn immer wieder dieser Vorwurf erhoben wird.

Ausgerechnet an Nine /Eleven..? 12. September, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Gestern Abend landete ich beim Zappen durch die Kanäle meines Fernsehgeräts bei 3Sat und der Darbietung der „Last Night of the Proms„.

Ich muss an dieser Stelle einfügen, dass ich „eigentlich“ ein großer Fan dieser wunderbar-irrsinnigen Veranstaltung bin und mit Leidenschaft und großem stimmlichen Einsatz in meiner bescheidenen Behausung alle Lieder mitsinge, die auch die „Royal Albert Hall“ erbeben lassen.

Eigentlich.

Gestern war das (zunächst) ein wenig anders.

Wir schrieben das Datum 11. September, oder im englisch-amerikanischen Sprachgebrauch nine/eleven. Kann man denn, so war meine erste Reaktion, so ein ausgelassenes Fest der Freude überhaupt an diesem Jahrestag feiern? Müssten wir nicht viel mehr in stillem Gedenken an den Schrecken erinnern, den Terroristen, die der „westlichen Kultur“ ablehnend gegenüberstehen, nicht nur über die Stadt New York und über die USA gebracht haben, sondern der gleichsam die ganze Welt erschütterte und dessen Nachbeben immer noch deutlich anhält?

Dann aber machte sich ein anderer Gedankengang bemerkbar:

Hätten die Terroristen nicht obsiegt, wenn wir an diesem Gedenktag des Unheils auf genau das verzichteten, das sie so sehr hassen?

Ist es nicht gerade der Triumph einer westlich-demokratischen Gesellschaft über die archaisch-todbringende Agenda eines Steinzeitislam und seiner radikalen Verfechter, wenn sie sich nicht einschüchtern lässt und feiert, dass man es bis in die letzten Dörfer dieser Welt, die die BBC mit ihren Sendungen erreicht, hören, erleben und mitfeiern kann?

Ich jedenfalls fand angesichts dieses Gedankens sofort zu meiner Begeisterung für die „Proms“ zurück und sang noch leidenschaftlicher (wenn auch nicht schöner) die herrlichen Gesänge mit, die von Freiheit und Freude künden und von der Hoffnung auf eine Welt, in der das „himmlische Jerusalem“ für kurze Zeit metaphorisch und doch ganz gegenwärtig auf der Erde aufleuchtet, und bei denen auch ich, obwohl ich nicht zu den „Britons“ gezählt werde, doch ganz sicher weiß, dass ich zu denen gehöre die „never shall be slaves“…

In diesem Sinne, lasst uns gerade jetzt und gerade in dieser Zeit, in denen die Taliban und ihre weltweit agierenden Gesinnungsgenossen sich anschicken, so vielen Menschen alle Freude, alle Hoffnung, alle Freiheit und die Sehnsucht nach Frieden und Selbstbestimmung zu rauben, ein Fest der Freiheit feiern, in dem Musik und Lebensfreude überwiegen und uns Mut und Lust und Kraft geben, dem Druck standzuhalten, der sich auch in Europa schleichend bemerkbar macht.

Altweibertage… 7. September, 2021

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Feine Spinnfäden segeln durch die Luft und die Mücken tanzen im letzten warmen Sonnenstrahl. Das Gärtchen zieht sein Herbstkleid an, die Luft kündigt davon und der Himmel ist weit und hoch und gerade auch sehr blau.

Von Altweibersommer zu reden, verkneife ich mir, wer weiß, wie lange diese Herrlichkeit anhält und ob nicht morgen schon das Wetter umschlägt und wir unversehens im Novembergrau versinken.

Altweibertage finde ich passend – passend auch zu meiner eigenen Befindlichkeit, die gerade mit dem Zustand da draußen ganz prächtig in Einklang ist. Ich fühle mich wie ein altes Weib, und eigentlich bin ich das ja auch, in 6 Wochen werde immerhin schon zweiundsiebzig, da waren meine Großmütter schon wirklich sehr alte Frauen, denen man es auch ansah, dass sie alt waren. Die Kleidung der Alten damals hatte nichts gemein mit den schönen farbigen Fummeln, die sich die Frauen meiner Generation so gerne umhängen und glauben, sie wären damit deutlich, deutlich jünger als „um die Siebzig“. Die Friseure verdienen gut an unserem Bedürfnis, die Jugend zumindest auf dem Kopf zu erhalten, Haaren sieht man, wenn sie gut gefärbt sind, das Alter ja nicht an. Ganz anders ergeht es doch dem, was unterhalb der Frisur sichtbar wird, Krähenfüße rings um die Augen, Falten, die Männern ja noch ein markantes Aussehen verleihen, uns aber leider nur alt aussehen lassen, zerknitterte Wangenhaut lässt sich nur vorübergehend mit allerlei Cremes und Puderchen kaschieren, früher oder später bricht der sorgfältig aufgetragene, scheinbar Jugend spendende Firnis auf und all die mühsam überdeckte Vergänglichkeit wird sichtbar… besonders in dem schönen Licht einer tief stehenden Sonne, Herbstlicht eben, passend zum Alter der so sehr darauf bedachten Damen, alterslos zu sein.

Ja, doch, ich liebe diese Jahreszeit, die Altweibertage, die aneinandergereiht einen wunderbaren Altweibersommer ergeben.

Überhaupt, ich liebe den Herbst, diese Jahreszeit, in der man sich ganz der Natur anpassen und das genießen sollte, was in Frühling und Sommer (des Lebens) geworden ist. Nichts mehr, was „muss“, aber vieles, was „darf“, sein darf, noch erlebt und geliebt werden kann. Wie schön.

Hoffen wir, dass der Herbst nicht allzu bald zum Winter wird, wir die Tage noch auskosten können.

Dass alles schnell, viel zu schnell sehr anders sein und kommen kann, zeigen uns die Ereignisse der letzten Wochen, die verheerende Flut, mit deren ungeheurer Zerstörungskraft niemand rechnete. Der chaotische und darum so dramatische Rückzug aus Afghanistan, mit dessen schrecklichen Folgen für das Land und die Menschen, die „dem Westen“ vertraut haben, offenbar auch niemand rechnete, obwohl der Blick zurück in die Geschichte dieses Landes genau das doch wahrscheinlich sein ließ. Der Kampf, der den bevorstehenden Wahlen vorausgeht und der seine ganz eigene Dynamik entfaltet, sodass niemand mit seinem Ausgang sicher rechen kann.

Viel zu viele Rechnungen, denen ein Strich in die Quere kam, die unberechenbar wurden, nicht aufgehen.

Altweibertage, wir alten Frauen sind eigentlich müde, immer wieder neu anzustellende Rechnereien zu betreiben und können es doch nicht lassen… es ist wie die Schminke auflegen, damit man das Gebrechliche des Lebens nicht sofort erkennt, sondern sich der Hoffnung hingeben kann, alles sei doch gut – oder werde irgendwie gut.

Rilke fällt mir ein, sein berühmtes Herbstlied und daraus die letzten Zeilen:

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Die Männerwelt am Hindukusch… 19. August, 2021

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WARUM

Warum ist nach dem Abzug der NATO-Truppen das mühsam aufgebaute „neue“ Afghanistan so schnell und so gründlich zusammengebrochen? Wie kann es sein, dass nahezu ohne erkennbaren Widerstand durch die reguläre Armee Afghanistans die Taliban in kürzester Zeit eine Region nach der anderen „eroberten“ und nun in Kabul die Macht für sich und ihre Herrschaft reklamieren?

Von Säumnissen bei der Zahlung des Solds ist die Rede, von mangelnder Versorgung der Angehörigen der Streitkräfte. Das ist vermutlich alles richtig, aber doch ebenso vermutlich nur die halbe Wahrheit.

Wenn ich die Bilder sehe und die Berichte verfolge, entdecke ich doch noch eine ganz andere Wahrheit. Es sind vor allen Dingen die Frauen, die von der „Erneuerung“ der gesellschaftlichen Ordnung profitiert haben. Sie sind es, die die neuen Freiheiten ergriffen und für sich genutzt haben, und sie sind es auch, die den einzigen erkennbaren Widerstand gegen die Taliban leisteten unter der höchsten Gefahr für Leib und Leben.

Die jungen und wehrfähigen Männer dagegen verschaffen sich mit größtem Körpereinsatz die so bitter umkämpften Fluchtmöglichkeiten. Es hat mich unglaublich wütend gemacht, als ich gestern einen Bericht sah, in dem ein junger Afghane in die Kamera sagen durfte, er leide unsagbar darüber, dass er seine Frau und seine Kinder habe zurücklassen müssen. Warum, um Himmels willen, ist er nicht bei ihnen geblieben, um sie zu schützen? War seine Frau, waren seine Kinder es nicht wert, für sie zu kämpfen?

Warum haben die vielen und sicher auch gut ausgebildeten jungen Männer keine Gegenwehr geleistet? Am fehlenden Sold und mangelnder Versorgung wird es sicher nicht gelegen haben. Viel eher – und hier spricht nun der Küchenpsychologe in mir – liegt es doch an den patriarchalischen Strukturen einer alten Stammesgesellschaft, in denen Männer das Sagen haben und Frauen seit Urzeiten für „Haus und Hof“ zuständig waren und bis heute – von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen – in dieser Zuständigkeit gehalten werden sollen. Vermutlich waren die vielen Männer doch durchaus einverstanden mit den Restriktionen, die die Taliban mit der Machtübernahme in den 90er Jahren den Frauen auferlegten und damit die Errungenschaften der Neuzeit, in denen Frauen zu höchsten Ämtern und Ehren aufsteigen konnten, zurückdrehten in eine rückständig anmutende Gesellschaftsordnung. Es gab sie doch, die mutigen und starken Führungspersönlichkeiten unter den Frauen Afghanistans, „bevor Sharia spoiled everything“, wie eine Gruppe mit diesem Slogan bei Facebook an die vielen Frauen erinnert, die vor dem Aufkommen eines restriktiven Islam in Afghanistan, in Persien/Iran, Irak, der Türkei im öffentlichen Leben nicht nur sichtbar waren, sondern auch einen großen Anteil in Wissenschaft, Forschung, Verwaltung und Kunst des jeweiligen Landes hatten.

Es waren und sind die Männer, die mit religiösen Bestimmungen die Frauen wieder unter die Knute des Patriarchats zwingen wollen und zwingen.

Und darum, so meine stille Befürchtung, haben die vielen jungen Männer in Afghanistan ganz im Sinne der alten Ordnung nichts aber auch gar nichts dafür getan, die Frauen zu unterstützen und vor den Extremisten ihrer Religion schützen. Dass sie damit aber auch sich selbst aller Freiheiten berauben würden, die ein moderner Lebensstil mit sich brachte, das ist gleichsam der Hohn dieser Geschichte.

Es ist die bittere Erkenntnis, dass mit dem Verlust der Freiheit für die Frauen auch der Verlust der Freiheit einer ganzen Gesellschaft einhergeht, die eben nicht nach demokratischen Gesetzen wie wir sie verstehen handelt und lebt, sondern sich an denen der schwärzesten Phase ihrer Religion orientiert, dem Steinzeit-Islam.

Ich hoffe, dass wir irgendwann in nächster Zukunft endlich, endlich zu den eigentlichen Ursachen und Gründen der Verheerung in radikal-islamischen Ländern kommen werden und darüber reden können, wie wir als freie Gesellschaft dem ideologischen System namens ISLAM begegnen wollen und können, das scheinbar (oder tatsächlich) mit den Werten einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft nicht in Einklang zu bringen ist:

Zuvor aber müssen wir alle Kräfte bündeln, um den Frauen und Kindern Afghanistans einen Weg der Rettung zu ermöglichen.

NACHTRAG

Mit diesem sehr lesenswerten Bericht der NZZ wird das Verhängnis deutlich, das mit dem Aufkommen des „Steinzeit-Islam“ in Afghanistan begann:

Afghanistan: Minirock statt Burka während der goldenen Ära (nzz.ch)

Daraus diese Einleitung: „Afghanistans König Mohammed Sahir Shah (1914–2007), der von 1933 bis 1973 im Amt war, förderte die Rechte der Frauen. Im Jahr 1959 wurde der Zwang zum Tragen von Tschador und Schleier abgeschafft. 1963 erhielten die Frauen das Wahlrecht. Die folgenden Bilder zeigen ein Land auf dem Weg in die Moderne. 1973 putschte sich ein Cousin des Königs mit Hilfe der Militärs an die Macht. Sahir Shah dankte ab. Die Ära der Modernität war in Afghanistan zu Ende.“

Seitdem regiert in Afghanistan in unterschiedlicher Besetzung eine religiös-fundamentalistisch dominierte Männerclique, die alle Bestrebungen für Frauenrechte und Freiheit zunichte gemacht hat.

Von meinem Schreibtisch aus kann ich die Welt nicht retten… 16. August, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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So gerne ich bei den heutigen fürchterlichen Nachrichten zur Retterin der Welt, zumindest aber der Frauen in Afghanistan werden würde, so wenig habe ich eigentlich das Recht, mich über die zu erheben, die ersichtlich fehlerhaft gehandelt haben.

Eigentlich. ABER!

Wie bei viel zu vielen Situationen, in denen ich das Verhalten der Regierung nicht mehr nachvollziehen kann, frage ich mich auch jetzt, welche Informationen die Verantwortlichen hatten oder haben, die ihr Handeln in derartig seltsamer Weise bestimmt haben, so dass dieses Chaos, das „Lieschen Müller“ an ihrem Küchentisch schon vor einigen Wochen klar voraussah, nun eintreffen konnte.

Wie ein beim Klauen ertappter kleiner Dieb steht Frau Kramp-Karrenbauer vor der Presse und stammelt ihren Plan zur Rettung der zivilen Angestellten des Bundes, die in Kabul an der Botschaft ihren Dienst tun, herunter; von einer Luftbrücke ist die Rede, die man nun aufbauen wolle, einem „Hub“ nennt sie das, an dem alle Personen gesammelt werden sollen, die man noch rechtzeitig aus Kabul evakuieren konnte oder kann, einschließlich der „Ortskräfte“, die in den zurück liegenden Jahren die Bundeswehr mit verschiedensten Aufträgen unterstützten, sei es als Dolmetscher, Kraftfahrer, Ortskundige, ohne die selbst im Zeitalter von GPS kein Mensch in einem fremden Land sinnvoll arbeiten kann, weil es ja mehr als geografische Probleme sind, auf die man in Krisenzeiten in fremden Ländern trifft. All das kann sich doch ein logisch denkender Mensch an den Fingern einer Hand abzählen, dazu brauche ich noch nicht mal die Hilfe von Claus Kleber und schon gar nicht die Erkenntnisse der Geheimdienste. Das ist ganz einfache Verhaltensforschung und Psychologie.

Als vor wenigen Wochen die letzte Transportmaschine der Bundeswehr mit Soldaten und Gerät an Bord in Wunstorf landete und damit die Afghanistan-Mission als beendet erklärt wurde, fragte ich mich schon, was denn nun mit den zivilen afghanischen Helfern geschehe, die doch unweigerlich ins Visier der Taliban geraten würden oder bereits geraten waren und nun in akuter Gefahr waren. Nichts! schien die Antwort zu sein. Man wolle prüfen, wie hoch die Gefährdungslage der einzelnen Personen und ihrer Familien einzuschätzen sei. Nun, die Prüfung dauerte selbst da noch an, als die Taliban erkennbar erfolgreich eine Region nach der anderen „eroberten“, allein durch ihre schiere Anwesenheit, will es mir, aus der Entfernung betrachtet, erscheinen. Und auch dann noch, als die größeren Provinzstädte in die Hände der Extremislamisten fiel, rührte sich ganz offenbar in Deutschland keine Hand und keine Seele. (Dass das dem Wahlkampf geschuldet ist, möchte ich als Ausrede zwar annehmen, aber damit keinesfalls entschuldigen.) Weder die zuständige Ministerin, die ja sicher auch für die zivilen Helfer der Bundeswehr in der Verantwortung steht, noch unser agiler Außenminister, der doch immer an vorderster Front steht, wenn es darum geht, gute Ratschläge fremden Regierungschefs zu erteilen, haben erkennbar einen Plan entwickelt, wie man zur Not die Helfer aus der Gefahrenzone bringen könne.

Nun ist die Not groß. Größer, als Heiko und Annegret es sich überhaupt vorstellen konnten und größer auch, als Horst Seehofer angenommen hat, der ja sogar in den zurück liegenden Tagen, als der Himmel sich schon verdunkelte, Abschiebungen nach Afghanistan anordnete.

Es ist darüber hinaus höchst befremdlich, dass die oberste Krisenmanagerin der Republik, die Kanzlerin persönlich, dem Treiben, bzw. der Untätigkeit ihrer Minister ungerührt zusah, bis die öffentliche Kritik an diesem Aussitzen eines riesigen Problems nicht mehr zu überhören war.

Was haben sie alle gemacht in den letzten Wochen oder gar Monaten? Ängstlich auf die Umfrageergebnisse zur anstehenden Wahl geschaut und darüber vergessen, was an Tagespolitik absolute Priorität hatte, bzw. haben musste?

„Nichts ist gut in Afghanistan!“ predigte einst eine bekannte Bischöfin von der Kanzel und erntete dafür nicht nur Zustimmung. Die Idee mit den Taliban zu beten wurde ihr als naives Wunschdenken ausgelegt, nicht machbar und auch gar nicht erwünscht, jedenfalls mit Sicherheit nicht von den Taliban gut geheißen.

Aber vielleicht hätte man zumindest das „Reden mit den Taliban“ solange fortsetzen sollen, bis die Abzugsmodalitäten der Europäer und Amerikaner in trockenen Tüchern gewesen wären, stattdessen kam es zum Abbruch der Gespräche, die von Trump initiiert, aber von Biden nicht unbedingt bevorzugt wurden. Die Streitkräfte rückten ab.

Ich bin kein Politiker, kein Diplomat und auch kein Militärstratege, aber selbst mir ist doch klar, dass ein ungeordneter Rückzug vor allen Dingen eines bedeutet: Triumpf für den Gegner und Chaos für die eigene Truppe und ihre Verbündeten.

Uns bleibt nun nichts als Beten, dass möglichst viele Menschen aus der unhaltbaren Situation gerettet werden können….

… und die unendliche Trauer darüber, dass wir so unglaublich viele, einst hoffnungsvolle Menschen ihrem ungewissen, nein, ihrem schrecklichen Schicksal überlassen. Es wird vor allen Dingen die jungen Mädchen und Frauen betreffen, die wieder neu unter die unmenschlichen Strukturen einer archaischen und knechtenden Stammeskultur und Diktatur gezwungen werden.

Volkes Stimme aus dem Netz gefischt… 16. August, 2021

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Unter einem Beitrag der NZZ zu den flotten Ideen der Grünen um die Kandidatur zum Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, fand ich einen – wie ich finde – wunderbaren Kommentar, der mich davon entbindet, eigene Sätze zu formulieren.

Der nachstehende Text stammt nicht von mir, gibt aber im Wesentlichen das wieder, was ich auch zu dem Bericht der NZZ sagen würde:

„R. D. M.

Jetzt holen die Barbocks und Habecks die ganz große Keule raus. Besonders, was die Kosten ihres wahnwitzigen „Dekarbonisierungs“- Programms betrifft, brechen alle Dämme: Es wird nicht mehr in Milliarden, nur noch in hunderten Milliarden, auf EU-Ebene in Billionen, gerechnet. Die zusätzlichen Belastungen der vergangenen zwanzig Jahre (Ökosteuer, EEG-Umlage, CO2-„Bepreisung“, absurde neue Bauvorschriften, Fahrverbote etc. etc.) : Sie reichen den grünen Weltverbesserern noch nicht. Noch mal rauf mit der Einkommenssteuer, noch mal hoch mit Heiz- und Benzinkosten (CO2-Abgabe), noch mehr Einschränkungen für Industrie und Gängelung der Landwirte, und generell noch mehr Verbote und Eingriffe in das persönliche Leben derer, die all das mit ihren Steuern bezahlen sollen. Und jede Menge neue Arbeitsplätze für die Heerscharen halb- und ungebildeter Politologen, Sozialpädagogen, Kultur- und Medienwissenschaftler, „Gender“-Forscher, „Diversitäts“-Beauftragter etc. durch die Schaffung eines neuen Ministeriums und unzähliger Überwachungsstellen. In der Tat: In diesem Programm, welches eher dem Vorspann zu einem Horrorfilm gleicht, ist wirklich „alles drin“ (so der grüne  Wahlslogan). Nichts, was das Leben der Menschen teurer, komplizierter und weniger selbstbestimmt macht, ist ausgelassen. Wenigstens sind sie ehrlich, die selbsternannten Klimaretter. Wenn sie anfangen werden, ihr Programm in die Wirklichkeit umzusetzen, kann keiner, der sie gewählt hat, behaupten, er habe es nicht gewusst.“

Das hübsche Gesicht der einen und die wohlfeilen Worte des anderen „Grünen“ können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Politik betreiben wollen – und auch werden, so wir sie denn lassen -, die mit unserem bisherigen Verständnis von Demokratie und Freiheit nicht mehr viel gemein hat.

Demokratie, die Herrschaft des Volkes, bedeutet für mich nichts anderes, als das jeder Einzelne in unserer Gesellschaft Verantwortung zunächst für sein eigenes Handeln übernimmt im Rahmen der gegebenen Gesetze und Vorschriften, die nun einmal für ein funktionierendes Gemeinwesen unumgänglich sind und sich darüber hinaus auch verantwortlich dem Gemeinwesen gegenüber entscheiden und verhalten. Werden aber Gesetze und Vorschriften so ausgelegt, dass sie zu einem nicht mehr erträglichen Gängelband in allen Bereichen des Lebens werden, wird die Freiheit des Einzelnen derartig eingeschränkt, dass jede noch so kleine Abweichung von den (durch die angeblich wohlmeinend Guten des Landes) vorgegebenen Standards bereits als Straftat gewertet wird, obwohl die Gesetzeslage dies (noch) nicht hergibt, ist Widerstand geboten, und sei es auch nur in der Form, den Grünen Allmachtsfantasien einen Riegel vorzuschieben, indem man 1. ihr Programm als das offenlegt, als das es auftritt – nämlich der Weg in die Ökodiktatur zu sein – und 2. die Wahl dieser Partei kategorisch abzulehnen.

Was ich hiermit bekräftige. GRÜNE kann und sollte man nicht wählen.

Die Freuden eines Sommertages… 14. August, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Von den Freuden eines Sommertages soll hier die Rede sein, der ein wenig anders verlaufen ist, als man es sich sonst so unter Sommerfreuden vorstellen mag….

Was soll das bedeuten, mag man sich fragen. Nun, es ist der Kartenausschnitt, der uns gestern fehlte.. 🙂

Tante und Onkel hatten die beiden Neffen und die Nichte eingeladen, drei Tage mit ihnen am Dreetzsee zu verbringen, wo sie ihren schönen Wohnwagen auf einem kleinen und feinen Campingplatz für 2 Wochen abgestellt haben.

Natürlich waren meine Enkel Feuer und Flamme und der junge Vater hatte auch keine Einwände und sagte zu -, ohne jedoch vorher einen Blick auf die Karte geworfen und dabei festgestellt zu haben, dass der Dreetzsee näher an der Oder als an Hannover liegt…

So kann es gehen.

Aber nun war er im Wort und bereit, tatsächlich die Mühen der langen Fahrten auf sich zu nehmen. Bei unserem Ausflug zum Mühlenmuseum in der vergangenen Woche kam das geplante Abenteuer zur Sprache und der Liebste bot sich an, ihn zu begleiten, um ihn streckenweise am Steuer ablösen zu können. „Ich will auch mit!“ war meine schnelle Reaktion und so kam es, dass wir gestern frohgemut gen Nordosten starteten.

Die Familienkutsche, die uns 6 samt Gepäck transportierte, hat ein wunderbares Navi, das auch prompt Alarm schlug, weil auf der Ringautobahn um Berlin herum ein Stau entstanden war, der uns 20 Minuten Zeit gekostet hätte. Das schlaue Navi schlug eine Nebenstrecke vor und trotz meines kleinen Einwands, dass mein Telefon den Stau nicht so dramatisch fand, nahm der junge Vater der Drei das Angebot an. So fuhren wir also durch die herrliche brandenburgische Landschaft auf kleinen Sträßchen und durch kleine Örtchen. Dann, nach vielen Kilometern, plötzlich eine lange Schlange vor uns, verschiedenste Fahrzeuge standen am Straßenrand – die Straße war mehr ein Feldweg -, Leute spazierten hin und her. Wir wunderten uns und schauten etwas genauer auf die Karte, die das Navi auch bereithielt: Vor uns lag die Havel und die war nur mithilfe einer Fähre zu überwinden.

Das Bild entstand an dem diesseitigen Ufer, an dem wir geduldig mehr als eine Stunde auf die Abfertigung warteten. Jeweils 6 PKW finden auf der Fähre Platz, wenn aber eines der ebenfalls wartenden Wohnmobile die Havel queren will, oder gar ein Gespann aus Auto und Wohnwagen, reduziert sich natürlich die Anzahl der beförderten Fahrzeuge…. Ich habe es nicht gezählt, aber es warteten mindestens 20 Fährwillige vor uns in der Schlange.

Eine kurze Diskussion unter uns Erwachsenen ergab, dass wir dem Dilemma nicht ausweichen konnten, das darin bestand, nicht zu wissen, wie lange es dauern würde, bis wir zurück auf der Autobahn sein und dort durch den Stau kommen würden und ob es darum nicht klüger sei, den Stau vor der Fähre auszuhalten. Ihr werdet es erraten, wir entschieden uns für die Fähre. Der Opa spazierte mit den Enkeln bis zum Ufer, der junge Vater und ich hielten zunächst Wache im Auto und schlossen uns dann den Spaziergängern an. Der älteste der Enkel meinte zu einem der gleichfalls wartenden Autofahrer, man würde ja auf diese Weise sehr nette Leute kennenlernen… Ich fand (und finde) diese Einstellung einfach nur prima. Und so vergingen die eineinhalb Stunden doch wie im Fluge. Wir setzten mit der Fähre in nur 3 Minuten Fährzeit über. Das Navi führte uns im großen Bogen zurück auf die Autobahn und auch im weiteren Verlauf sicher bis zum Campingplatz, der genau auf der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegt.

Der Wohnwagen leuchtete uns unter den hohen Kiefern entgegen, die erwartungsfroh wartende Tante der Drei hatte leckere Sachen gekocht, das Gepäck der Kinder wurde ausgeladen, wir genossen die gute Mahlzeit und machten uns nach einer Stunde wieder auf die Rückfahrt, die der Liebste als erster Fahrer bestritt und sich erst ablösen ließ, als es zu dämmern begann.

Gänzlich ohne Stau und mit einer nur kleinen Aufregung über eine mit tiefen Schlaglöchern übersäte und somit eigentlich nicht befahrbare Waldstraße, auf die uns das Navi als „schnellste Verbindung“ geführt hatte, erreichten wir die heimatlichen Gefilde, froh und dankbar für diesen wunderschönen Tag und auch ein bisschen stolz darauf, uns noch auf so ein verrücktes Abenteuer eingelassen zu haben.

Schade nur, dass ich den See gar nicht zu Gesicht bekam! Zu einem Spaziergang über den Platz und bis zum Ufer hatte die Zeit einfach nicht gereicht, denn wir wollten unbedingt um 17.00 Uhr die Rückreise antreten, und auch die Zugabe von 30 Minuten war nicht genug, nähere Erkundigungen der Gegend anzustellen… Die Enkel, das muss unbedingt noch gesagt werden, waren total begeistert. Ihre Tante schrieb, dass sie noch im See gebadet hatten und danach wohlversorgt mit Tee und Schmankerln sehr zufrieden den Abend verbrachten. Um 22.00 herrscht absolute Ruhe auf dem Platz, so wurde uns gesagt, und ich gehe davon aus, dass die Drei auch sofort einschliefen, der Älteste im Zelt mit dem Onkel, der das Zelt gleich bei unserer Ankunft aufgebaut hatte und die beiden anderen mit ihrer Tante im Wohnwagen.

Es war ein wunderbarer Tag. Heute fahren die Eltern der Drei zum Urlaub auf die Wiese – und holen morgen die Kinder wieder ab. Die Fahrt von der Wiese zum Dreetzsee ist zwar noch länger, aber es liegt keine Fähre auf der Strecke… 😊

Klimawandel, Klimawandel…. 19. Juli, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Nach den furchtbaren Folgen extremer Niederschläge in Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz werden in nahezu allen Medien die altbekannten Forderungen in Bezug auf den Klimawandel beschrieben. Anhand eines Berichts in der NZZ, der hier aber nicht näher zur Debatte stehen soll, entspann sich dieser kleine Disput:

Gerad I. „Klimawandel, Klimawandel..

Fossile Brennstoffe müssen verboten werden, Autos von der Straße, keine Flugzeuge und Heizungen mehr.

Und wir brauchen mehr Steuern, Steuern, Steuern.. Ironie off.“

Rika: „Der „Witz“ ist nur, dass der Rückbau der Energiegewinnung durch Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke und der der Industrie mit absoluter Sicherheit jeden treffen wird in Deutschland, die Verteilung der dann nur noch minimal verfügbaren Energie (im Gegensatz zu der jetzt noch jederzeit ausreichenden Energiemenge) wird nämlich die deutlichsten Auswirkungen in unserer Wohlstandsgesellschaft haben, sowohl in Bezug auf alles, was mit „Wohnung“ zusammenhängt (Wärme, Licht, Elektrizität für Geräte aller Art) wie auch für unsere Mobilität, ob nun Öffis oder PKW.

Leider glauben die Klimapaniker nämlich immer noch, man müsse sich nur ein wenig einschränken bei Fleischverzehr und Fernreisen.

Welch ein furchtbarer Irrtum.

Und er wird nichts, aber auch gar nichts am Weltklima ändern.“

Jörg F. „Absoluter Blödsinn. Es geht nicht um den Rückbau der Industrie, sondern um die Umstellung auf erneuerbare Energien. Was bedeutet, dass Autos mit Strom fahren, Stahlwerke mit Wasserstoff betrieben werden und Flugzeuge zum Beispiel mit eFuels.

Ihr Horrorszenario ist ein Hirngespinst.“

Rika : „Jörg F. , nun ja ich halte Ihre praktisch anmutenden Ideen für Hirngespinste oder Tagträume.

Auch die Herstellung von Wasserstoff benötigt Energie, die aber nicht in ausreichender Menge durch die Erneuerbaren zur Verfügung gestellt werden kann, will man nicht den Boden mit tausenden von Windrädern versiegeln (Fundamente und Zufahrtswege) oder riesige Flächen mit Solaranlagen überziehen.

Ich nehme an, dass Sie gerne auf Öffis und das Fahrrad umsteigen und Ihren Bewegungsradius entsprechend auf 40 – 50 km um Ihre Wohnung herum begrenzen, was man als (dann) alter Mensch so schaffen kann.

Ihr PC und Ihr Smartphone wird nur an für Sie zugeteilten Zeiten zu nutzen sein, ebenso Waschmaschine und Herd. Sie werde gerne in kalten Wochen und Monaten in nur einem Raum Ihrer Wohnung sparsam heizen, nur ein Mal in der Woche duschen*** und sich ansonsten mit kaltem Wasser waschen (so war das nämlich in meiner Kindheit mit Körper- und Wäschepflege und Wärme in der Wohnung). Es war nicht alles schlecht in der Nachkriegszeit, aber wir waren doch froh, als wir 1962 einen Kühlschrank anschaffen konnten, 1968 sogar ein Fernsehgerät und 1972 einem VW-Käfer. Bis dahin besuchten wir unsere 130 km entfernt wohnenden Großeltern vielleicht 2 höchstens 3 × im Jahr weil die Bahnfahrt nicht nur teuer, sondern auch umständlich und mit viel Umsteigen verbunden war. In der Familie gab es für 4 Personen 2 Fahrräder.

Und die Wäsche wurde ein Mal im Monat gewaschen… entsprechend der Hausordnung und der Trocknungsmöglichkeiten in Keller oder Boden.

(Später waren wir auch über die zentrale Heizungsanlage froh – und ich bin es noch immer… wohlige Wärme in jedem Raum der Wohnung in jeder Jahreszeit.)

Obst und Gemüse wurde eingekocht… auf dem Kohleherd in der Küche, später auf dem Gasherd. Beide wird es in Ihrer schönen neuen Welt nicht geben… auch dafür muss Elektrizität herhalten und auf Tiefkühlgeräte sollte man sich bei einem labilen Stromnetz ohnehin nicht verlassen.

Viel Spaß also in der Zukunft, sie kommt mir bekannt vor

.. und zum Glück werde ich sie altersbedingt auch nicht mehr erleben… zumindest hoffe ich das.“

Ich bin immer wieder fassungslos, dass die wenigsten Menschen, die nach einem Systemwechsel rufen, sich auch nur im Mindesten darüber im Klaren sind, was das wirklich für ihr ganz privates Leben bedeutet. Ich habe als „Rika“ nur sehr verkürzt und plakativ einige Argumente vorgetragen, die alle Lieschen Müller dieser Welt an 5 Fingern abzählen könnten, würden sie nur ein wenig nachdenken. Wie verdanken unseren Wohlstand nicht zuletzt einer stets zuverlässig zur Verfügung stehenden Energie. Würde man alle fossilen Energiequellen durch Erneuerbare ersetzen, wäre entweder die Natur durch die notwendigen Maßnahmen weitgehend beschädigt – und zwar flächendeckend und nicht lokal begrenzt, wie es heute durch den Braunkohleabbau geschieht -, oder wir müssten unseren Energiebedarf so drastisch einschränken, dass wir wieder an die Situation der Zeit zwischen den Weltkriegen, bzw. an die der Nachkriegszeit herankämen, in der der Individualverkehr auf ein extremes Minimum reduziert war und der „Haushaltsstrom“ durch die weniger luxuriöse Lebensweise auch einen deutlich geringeren Anteil am Gesamtstromverbrauch hatte.

Man kann ja über alles reden, aber man muss doch die Konsequenzen offen legen, wenn man davon redet, zugunsten des Klimas auf fossile Brennstoffe verzichten zu wollen, aber auf die Privilegien einer modernen Industriegesellschaft nicht wirklich zu verzichten bereit ist.

„Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ funktioniert nämlich nicht. Niemals und nirgends.

*** Duschen – in meiner ganz frühen Kindheit wurde noch in der Zinkbadewanne in der Küche gebadet, und zwar mehrere Leute nach einander im gleichen Wasser… Ich habe das zum Glück nicht mehr am eigenen Leib erfahren, aber die Erzählungen meiner Eltern sind mir lebhaft in Erinnerung.

Was mich so bewegt…. 5. Juli, 2021

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Nein, ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten nicht geschlafen, auch war ich nicht auf einen fernen Kontinent ohne Zugang zu Netz und Nachrichten gereist. Dass es trotzdem hier so „friedlich“ im Sinne von „fast nichts zu lesen bei himmel und erde“ war, lag und liegt einfach daran, dass ich in der Flut der Nachrichten, die auf mich einstürmen und bewegen, einfach keine Zeit und keine Ruhe finde, das zu filtern, was mir gerade auf den Nägeln brennt.

Ich treibe mich viel, ‚zu viel‘ würde der Liebste sagen, auf Facebook herum und bekomme trotz des veränderten Algorithmus aus so vielen verschiedenen Feldern Themen angeboten, auf die ich mit mehr oder weniger kurzen Kommentaren reagiere, dass es zu eigenen Einträgen „hier bei mir“ einfach nicht mehr reicht. Vielleicht, so denke ich, ist aber auch die aktive Zeit des Bloggens (für mich) vorbei. Mit dem Aufkommen von Facebook, Twitter und Co haben sich viele Blogger in die anderen Medien verabschiedet, die Auseinandersetzungen um relevante Themen und Fragen finden nicht mehr in den vielen „kleinen Blogs“ statt. Übrig geblieben sind die großen, quasi als alternative Nachrichtenquelle und natürlich auch zur Weitergabe der eigenen Meinung ihrer Betreiber. Da alle diese Blogs auch ihre Beiträge bei FB posten, ergibt sich so für mich der schneller zugängliche Überblick, als würde ich einen Blog nach dem anderen aus meiner Blogroll anklicken und lesen, was sich dort so tut.

Nach wie vor sind es aber die gleichen Themen, die mich umtreiben, jeweils ergänzt durch aktuelle Nachrichten.

Seit einem Jahr hält uns Corona in Atem, und wenn es schon – Dank sei Gott – das Virus nicht persönlich tut, weil meine Familie und ich bisher verschont wurden, so sind es doch die immer wieder kehrenden Meldungen über Ansteckungszahlen, Warnungen und Hinweise und die seit ca. 7 Monaten unglaublich seltsam anmutende Impfstrategie, mit der uns der Gesundheitsminister vor immer neue Rätsel stellt. D.h., er stellt uns nicht vor neue Rätsel, es ist nur rätselhaft, nach welchen Strategien er vorgeht hinsichtlich der zu impfenden Bevölkerung ebenso wie dem Stoff, mit dem die freiwillig Angetretenen jeweils versorgt werden.

Verschiedene Impfstoffe standen und stehen im Prinzip zur Auswahl, dumm ist nur, dass sie einerseits zunächst nicht in der nötigen Menge vorhanden waren und man andererseits sich nicht so ganz sicher war, welche Person oder welche Altersgruppe für welchen Impfstoff am besten geeignet schien.

Die größte Verwirrung stiftete Herr Spahn im Umgang mit dem Mittel AstraZeneca. Das wurde zunächst als für Senioren ungeeignet bewertet… dann müssen ganz offenbar Berichte aus der Praxis dazu geführt haben, dass man speziell junge Frauen als gar nicht geeignet für die Impfung mit AstraZeneca ansah, von schwer wiegenden Komplikationen war die Rege, wohingegen die wenigen Alten, denen man das Mittel bereits verabreicht hatte, putzmunter und völlig unbeeindruckt waren. Für eine Woche war das Mittel komplett ausgesetzt, vermutlich mussten Impfkommission, Ärzte und auch Herr Spahn neu überlegen, wie sie weiter mit dem (reichlich) vorhandenen Stoff umgehen sollten; reichlich deshalb, weil sich nun, Dank der überragenden Kommunikationsstrategie, immer mehr zu Impfende weigerten, mit dem Stoff, dem man nicht traut, kontaminiert zu werden… so muss ich es wohl beschreiben. Ich las seltsame Berichte über den Irrglauben mancher Leute, die davon ausgingen durch Astra auf geheimnisvolle Weise zu einem ganz anderen Menschen zu werden, rein gentechnisch verursacht. Die neuerliche Freigabe des Mittels für Senioren erfolgte in genau der Woche, in der ich meinen ersten Impftermin hatte. Nun habe ich das große Glück, dass Mediziner zu meinem erweiterten Familien- wie auch Freundeskreis gehören, sodass ich bestens informiert war über „Risiken und Nebenwirkungen“, über die man sich ja von „seinem Arzt oder Apotheker“ selbst bei der Verwendung von Mückenstichsalbe oder Hustentee erkundigen soll. Ich sah darum dem Termin mit großer Freude und Dankbarkeit entgegen. Alles verlief völlig reibungslos und auch die Nebenwirkungen waren so gut wie nicht vorhanden, die Risiken sind mir bis heute aus eigenem Erleben zum Glück verborgen geblieben.

Ungefähr 2 Wochen vor meinem 2. Termin machte das Gerücht die Runde, dass die 2. Impfung bei den Astra-Empfängern am besten durch Moderna oder den Biontech-Impfstoff erfolgen solle, so sei man auch bei der gehäuft auftretenden Delta-Mutante auf der sicheren Seite. Gut so, dachte ich, das trifft ja auf mich auch zu…. aber nein, noch hatte das Gerücht keine ministerielle Anordnung erfahren, also gab es wieder Astra, was mich – wie ich schon schreib – auch glücklich und dankbar machte. Nun aber hat der Minister verfügt, dass zukünftig alle Erst-Astra-Geimpften als 2. Impfstoff die andere Variante erhalten sollen. Da frage ich mich etwas ratlos: Und was ist mit mir und den andern Voll-Astra-Geimpften? Das, so versicherte gestern oder vorgestern ein regierungsnaher Experte, sei vollkommen in Ordnung, der Schutz so gut wie die neu beschlossene Maßnahme…

Also richtig gute Informationspolitik sieht anders aus.

Natürlich weiß ich, dass sich die Erkenntnislage in einem noch nicht vollständig erforschten Gebiet mit der Länge der Zeit und der Anzahl der Probanden verändert. Aber hätte man es nicht genau so auch dem Volk mitteilen sollen?

Gespannt bin ich außerdem, wie sich die in verschiedenen europäischen Städten ausgetragene Europameisterschaft auf die Pandemie auswirken wird. Schon gibt es erste Berichte von steigenden Infektionszahlen, die vermutlich durch den Freudentaumel oder die notwendigen gegenseitigen Tröstungen unter den Zuschauern ausgelöst wurden. Die wenigen Spiele, die ich sah, zeigten zwar nicht überall gut gefüllte Stadien, aber fast überall glücklich oder bangend dicht nebeneinander stehende Fans, die sich jubelnd in den Armen lagen oder eben gemeinsam ihren Schmerz durch innige Umarmungen zu ertragen suchten.

Die Mannschaft (gemeint ist hier die deutsche Nationalmannschaft) ist unter dem zur Zeit des Wettbewerbs noch amtierenden Cheftrainer ausgeschieden. Der Liebst meinte zwar, die Mannschaft habe gut gespielt, aber andere bemängeln doch den Willen zu Kampf und Sieg. Ich kann gar nichts dazu sagen, weil ich ja Spiele mit Beteiligung der Mannschaft gar nicht ansehe, meinem Herzen zu Liebe.

So schwanke ich nun, ob ich den begnadet aufspielenden Italienern, den feurigen Spaniern, den mutigen Dänen oder doch den Engländern die Daumen drücken soll. Ich meine, dass die Fans im Mutterland des Fußballs, doch endlich, endlich eine Meisterschaft verdient hätten, zumal die Halbfinals und das Finale in Wembley ausgetragen werden. Nicht in dem altehrwürdigen Stadion, das gibt es ja nicht mehr, sondern in dem Neubau, in dem die Deutschen vor einiger Zeit die Schmach von Wembley 66 wettmachten und gewannen. Ich bin ja immer noch der festen Überzeugung, dass das 3. Tor damals kein Tor war, den Kölner Keller gab es ja noch nicht und auch die Filmtechnik war noch nicht in der Lage, in Bruchteilen von Sekunden das aufgezeichnete Material in der Wiederholung aus den verschiedensten Blickrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber ich weiß doch, was ich gesehen habe auf dem winzigen Bildschirm des Fernsehgeräts unserer freundlichen Nachbarn. Es war kein Tor. Punkt und Basta.

Zu „Würzburg“ will ich jetzt noch nichts sagen. Ich habe ja einer fremden Feder hier auf meinem Blog Raum gegeben. Es ist nur so unsagbar schlimm und traurig – und das Schweigen der Kanzlerin dröhnt durch die Lande.

Viel sagen könnte ich über Lebensläufe, vergessene Angaben und selbstgeschriebene Nichtsachbücher von Lohnschreibern. (Diese grammatische Konstruktion habe ich mit voller Absicht gewählt.)

Wie wurde sie bejubelt als Hoffnungsträgerin eines neuen Deutschlands – äh, einer neuen deutschen Politik. Es ist merkwürdig, ich habe dieser stets lächelnden und sorgfältigst gestylten Person noch nie so richtig über den Weg getraut und hatte deshalb manchen Disput mit dem liebsten Gatten, der sie doch ganz nett, frisch und wunderbar fand. Vielleicht – und das will ich durchaus nicht unterschlagen – spielt bei mir so ein ganz winzig kleines Bisschen so etwas wie Neid eine Rolle, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich Neid ist oder nicht doch viel mehr eine typisch weibliche Variante von Zickenmissgunst. Die stellt sich nämlich dann leicht ein, wenn eine attraktive Frau über Gebühr mit freundlichen Aufmerksamkeiten und Komplimenten überhäuft wird, während eine äußerlich weniger attraktive, dafür aber ungeheuer kompetente Frau sozusagen ein Schattendasein führt. Man – also ich – schlägt sich dann als Frau leicht auf die Seite der Schattenfrau, es sei denn, man – also ich nicht – sei sowieso ein Fan der von der Attraktiven vertretenen politischen Positionen.

Um es kurz zu sagen, Frau Baerbock hat es verbockt.

Man macht das einfach nicht, erst ein Buch als eigenes Werk vorzustellen, dann, wenn Ungereimtheiten in Form von nachgewiesenermaßen geklauten Gedanken und Texten anderer Autoren darin auftauchen, plötzlich die alleinige Täterschaft verschämt verleugnen mit der Bemerkung, Bücher würden ja selten von einer Person alleine geschrieben und zudem frech behaupten die Kritiker seien ja bloß deshalb kritisch, weil zum ersten Mal eine Grüne und eine Frau eine Kanzlerschaft anstrebten, die zuvor noch keine Amtsinhaber gewesen seien. Nun ja, mit „der Grünen“, das mag ja stimmen, wobei ich nicht so genau weiß, ob nicht die erste Kanzlerin – also FRAU – in ihrem Herzen nicht doch mehr grün als schwarzrotgold ist, aber da sie ja für die CDU ins Rennen ging, will ich an dieser Stelle nicht so pingelig sein und Annalena den Bonus der ersten grünen Frau durchaus zusprechen. (Die Sache mit Frau Merkel müsste Frau Baerbock, vom Völkerrecht kommend, noch einmal gründlich überdenken. Schließlich war Frau Merkel bei ihrer ersten Kandidatur keine Kanzlerin… aber das ist wohl auch Piddelpaddel für die Völkerrechtlerin.)

Schade nur (also nicht für mich) dass aus dem Bonus für die Grünen nun ein Malus geworden ist. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die „aus dem Völkerrecht kommende“ noch das Rennen um den ersten Platz für ihre Partei gewinnen wird. Als Vorsitzende der zweitstärksten Partei aber wird Frau Baerbock das Kanzleramt nicht erobern, dann bliebe für die „aus dem Völkerrecht“ allenfalls ein Posten in der Nachfolge des „wegen Auschwitz in die Politik Gegangenen“, was beinah noch schwerer zu ertragen wäre, aber nur beinahe. Denn wenn jemand, der wegen Auschwitz in die Politik ging, so eine fürchterliche Außenpolitik in Bezug auf Israel macht, ist das kaum noch zu unterbieten, außer, man billigte dem Rest der Welt auch einen gewissen Anspruch auf Kompetenz und Auftritt zu, diesen Anspruch wird nämlich Frau Baerbock trotz großer Mode und bestens gestylt, mit Leichtigkeit unterbieten, es sei denn, sie würde einfach ihren Mund halten, ich fürchte nur, dass sie genau das gar nicht kann.

Was sonst noch so anliegt bei mir?

Ich werde jetzt mit dem Liebsten Kaffee trinken. Vielleicht fällt mir dann ja noch etwas ein, was ich außerhalb des sehr Privaten, das mich umtreibt, gerne mitteilen möchte.

Fremde Feder: Der Terror von Würzburg und der DFB 30. Juni, 2021

Posted by Rika in aktuell.
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Das Unbehagen, das ich bei der Zurschaustellung von Kniefall und Regenbogen empfinde, wird im folgenden Artikel sehr gut aufgegriffen und der Kniefall als das beschrieben, was er eigentlich ist:

Mission Impossible

Im Münchner Abkommen von 1938 einigte man sich darauf, dass die Annektierung von Teilen der Tschechoslowakei durch Nazi-Deutschland toleriert wird. Kurz zuvor, am 14. Mai 1938 spielte die englische Nationalmannschaft gegen Deutschland in Berlin vor 110.000 Zuschauern. Als die deutsche Nationalhymne gespielt wurde, hoben auch die englischen Spieler ihren Arm, um den Hitlergruß zu zeigen.

Jahrzehnte später, am 29. Juni 2020 solidarisierten sich die Fußballer Englands und Deutschlands mit einem gemeinsamen Kniefall im EM-Achtelfinale in Wembley, vor einem Millionenpublikum, vor dem Anstoß mit der antisemitischen „Black Lives Matter“-Bewegung, die sich gegen angeblichen und tatsächlichen Rassismus wendet.

Black Lives Matter“ wurde 2013 von drei schwarzen Aktivistinnen in den USA gegründet. Die BLM-Mitgründerin Patrisse Cullors war 2015 Unterzeichnerin der Erklärung „Black for Palestine“. Darin werden „Solidarität mit dem palästinensischen Kampf um Befreiung“ und ein Ende von Israels „Besatzung Palästinas“ gefordert. Außerdem wird um Unterstützung für die Boykottbewegung BDS geworben. Am…

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