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Annalenas Märchenstunde 22. Januar, 2022

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Zitat:

„In der Bundesregierung gibt es offenbar unterschiedliche Einschätzungen, wie groß der Gasbedarf Deutschlands in den kommenden Jahren genau sein wird. Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als auch Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) betonten, dass Gas in einer Übergangsphase eine zusätzliche Rolle spielen werde. https://player.podigee-cdn.net/podcast-player/podigee-podcast-player.html?id=pdg-7a42336a&iframeMode=script

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte dagegen der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt: „Es ist eine Mär, dass wir künftig mehr Gas brauchen, wir haben einen gleichbleibenden Bedarf für eine Übergangszeit.“ Die Frage des künftigen Gasbedarfs ist relevant, weil sie Pipeline-Projekte wie Nord Stream 2 betrifft, aber auch die deutsche Positionierung in der EU-Debatte über ein Öko-Label für Gas und Atomenergie mitbestimmt. „Die Abhängigkeit von fossilem Gas steigt nur dann, wenn man den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht entschieden vorantreibt„, sagte Baerbock.“ (Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91525790/zoff-in-der-ampelkoalition-baerbock-stellt-sich-gegen-habeck-und-scholz-.html?utm_source=t-online&utm_medium=sharing-article&utm_campaign=mail-amp)

Was soll man dazu noch sagen?

Unsere Außenministerin hält es für ein Märchen, dass wir mehr Gas in der Übergangszeit brauchen. Zunächst müsste Frau Baerbock definieren, was sie unter „Übergangszeit“ versteht, um überhaupt diese Aussage treffen zu können.

Meinem Verständnis nach befinden wir uns bereits in einer Übergangszeit, schließlich werden noch in diesem Jahr die Kernkraftwerke vom Netz genommen, die Kohlekraftwerke folgen in absehbarer Zeit. Bis dahin wird es aber nicht gelingen, den jetzt schon erforderlichen und weiter steigenden Bedarf der Industrie und privaten Haushalte durch die „Erneuerbaren“ zu ersetzen, ganz abgesehen davon, dass weder Windenergie noch die Energie aus Solaranlagen zuverlässig und stets verfügbar sind.

Fasst man die Übergangszeit aber noch weiter und zählt auch den bereits eingeleiteten Prozess in der Automobilindustrie hinzu, kann Baerbocks Rechnung erst recht nicht aufgehen, denn gleichzeitig mit dem Abschalten der sicheren Energieversorger aus Kohle und Kernkraft bereitet sich die Automobilindustrie auf den Wechsel vom „Verbrenner“ zum „Stromer“ vor, der Prozess soll spätesten 2035 abgeschlossen sein, das sind, von heute an gerechnet, gerade einmal 13 Jahre. In spätestens 13 Jahren muss also die Energiemenge, die heute durch Diesel, Benzin, Kohle und Kernkraft erzeugt und verbraucht wird, durch die Erneuerbaren gedeckt werden. Daneben sollen die bereits vorhandenen Gaskraftwerke (vorerst) weiterlaufen. Sie allein werden aber nicht die Grundsicherung leisten können, ohne die aber ein Hochindustrieland wie Deutschland nicht funktionieren kann.

Was also meint Frau Baerbock mit Übergangszeit?

Es macht mich immer wieder neu fassungslos, welche unhaltbaren Behauptungen die Ministerin geradezu „raushaut“. Der Wahlkampf ist doch vorbei. Jetzt sollte sie sich an der Realität orientieren. Und die heißt doch: Noch können Windkraftanlagen nicht die abgeschalteten Kernkraftwerke ersetzen. Noch können Solaranlagen nicht den Bedarf der jetzt schon auf E-Mobilität umgestellten Kraftfahrzeuge sichern. Und es ist ein Märchen zu glauben, dass das bei stetig steigendem Bedarf in den nächsten Jahren zu leisten sein wird, selbst wenn die Windkraftanlagen massiv ausgebaut werden und Ackerflächen zu Solarstromerzeugung umgewidmet werden oder die Mehrheit der Hausdächer mit Solarzellen bedeckt sein sollten.

Wobei ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweise, dass wir das Umweltproblem mehr oder weniger elegant und gar nicht nachhaltig aussourcen und den Ländern in Afrika und Südamerika aufhalsen, die die wertvollen und seltenen Erden zur Produktion von Solarzellen liefern und dabei schlimmste Umweltsünden begehen und noch dazu die Menschen auf das Schrecklichste ausbeuten und gefährden.

Frau Baerbock täte gut daran, sich einzig und allein auf das einzige Fachgebiet zu verlassen, für das sie nachweislich eine zertifizierte Bestätigung des Erwerbs von Wissen erhalten hat, wenngleich selbst das nicht den Standards entspricht, den deutsche Universitäten ihren Absolventen abverlangen.

Wer bezahlt den Preis? 21. Januar, 2022

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Wer bezahlt den Preis wirklich?

Und wie stellen sich die verantwortlichen Politiker des Westens Preis und Zahlung tatsächlich vor, wenn es nicht nur bei verbalen Drohungen bleiben soll?

Es ist doch kaum denkbar, dass irgendjemand in Europa eine tätliche Auseinandersetzung auf europäischem Boden exerzieren will, aber auch der Preis möglicher wirtschaftlicher Beschränkungen wird ja mit Sicherheit nicht nur ein einziges Land (das als Feind ausgemacht ist) betreffen.

Wenn man gen Osten schaut – und von dort droht ja bekanntlich die Gefahr -, müsste doch eines ganz klar sein, das, was wir im Westen unter Demokratie, Menschenrechten, Freiheit verstehen und wofür auch unsere Politiker einstehen – zumindest den Worten und Reden nach – wird im russischen Einflussbereich gänzlich anders interpretiert und verstanden.

Wann hat es in Russland je ein System gegeben, das sich an den Bedürfnissen und dem Wohl des Volkes orientiert? Es ging immer und ausschließlich um die Aufrechterhaltung (bzw. Erlangung) von Macht. Das war unter den Zaren nicht anders als unter den Revolutionären von 1917 und den darauf folgenden Jahren. Nicht ohne Grund wurden die kommunistischen Machthaber der Sowjetunion „rote Zaren“ genannt, die zwar die Bevölkerung für sich einzunehmen verstanden, in erster Linie aber immer die eigene Macht im Blick hatten. Das starke zaristische Russland, die militärisch noch stärkere Sowjetunion, waren doch immer vor allem das Spielfeld der regierenden Mächtigen, die ohne Rücksicht auf die Belange des Volkes agierten. Wobei es die kommunistischen Machthaber wunderbar verstanden, den einfachen Leuten zu suggerieren, dass sie, „die kleinen Leute“ es seien, denen nach dem Sturz des Zaren und des Adels die Macht in die Hände gegeben sei. Letztendlich hungerte das Volk unter den Bolschewiken nicht weniger schlimm als unter den Zaren, war die Willkür, der es seit jeher ausgesetzt war, weder abgeschafft noch leichter zu berechnen oder zu ertragen, das gilt doch bis heute so. Wann ging es der Mehrheit der Menschen Russlands „unserem Verständnis“ nach jemals wirklich gut?

Wenn „der Westen“ dem russischen Präsidenten droht, er – Russland – würde einen hohen Preis bezahlen, betreibe er weiterhin eine Strategie, die den Interessen des Westens entgegenlaufe, so droht „der Westen“ doch nicht dem aktuellen Machthaber, er bedroht das Volk, das aber gar keine Wahl und Möglichkeit hat, sich dem Wahnsinn entgegenzustellen oder zu entziehen. (Ich bin übrigens auch gar nicht so sehr davon überzeugt, dass es tatsächlich dem Westen um die Solidarität mit der Ukraine geht…. kochen die Mächtigen nicht immer ihr eigenes Süppchen…?)

Es werden die einfachen Leute sein, die von „uns“ den Privilegierten des Westens quasi als Geiseln genommen werden, mit der perfiden Logik, es diene doch nur zum Besten.

Wann haben Sanktionen in den letzten 20 oder 30 Jahren jemals zu einem Einlenken der Machthaber geführt, die „der Westen“ unter der Führung der USA zum Wohle des jeweiligen Landes verhängte?

Sollten nicht Libyen, Syrien, der Irak, Afghanistan, Iran und etliche afrikanische Staaten Mahnung genug sein, mit wirtschaftlichen oder militärischen Drohgebärden überaus vorsichtig umzugehen? Was haben Obamas „rote Linien“ gebracht, in welchem dieser Länder haben sich Freiheit und Menschenrechte durchgesetzt, welches dieser Länder prosperiert und bringt Wohlstand für seine Bürger, Ruhe und das, was wir unter Demokratie verstehen?

Wir scheinen die immer gleichen Fehler zu machen, indem wir versuchen, Despoten unter Kuratel zu nehmen. Das ist aber immer gründlich schiefgegangen, hat den betroffenen Menschen das Leben nur noch schwerer gemacht.

Sollten wir, wie neulich erst eine Frage an mich gerichtet wurde, den einen Bösewicht unterstützen, um dem anderen ins ebenso böse Handwerk zu pfuschen – denn Pfusch würde es doch wieder werden?

Und zahlen am Ende nicht wieder die kleinen Leute den Preis – in Russland, in der Ukraine, in Weißrussland und wo immer sich der Konflikt ausbreiten wird?

Und werden nicht auch wir betroffen sein in unserer Abhängigkeit von politischer Ruhe, die „wir“ für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand brauchen?

Wenn Frau Baerbock ( Deutschlands Aussenministerin Baerbock droht Russland mit weiteren Sanktionen, selbst wenn das wirtschaftliche Folgen hätte. Das sagte sie nach einem Treffen mit US-Aussenminister Blinken in Berlin. NZZ 21.1.2021) als unsere politische Vertreterin auf dem internationalen Parkett also von einem Preis redet, den Russland zu bezahlen habe, hat sie dann gründlich genug über die Konsequenzen nachgedacht, das Preisgeld nämlich, das auch wir möglicherweise in zu hohem Maße entrichten müssen?

Ich habe – das gebe ich zu – kein Patentrezept, wie dem Konflikt beizukommen sei, aber ich halte viel von Vertrauen bildenden Maßnahmen. Dazu gehört für mich auch, das Wort nicht zu brechen, das Bush Senior damals als mächtigster „westlicher Gesprächsführer“ um die Wiedervereinigung Deutschlands dem damaligen Machthaber der Sowjetunion, Michail Gorbatschow gegeben hat, nämlich das, das Bündnis der NATO nicht nach Osten auszudehnen.

Man sollte den „russischen Bären“ nicht noch mehr reizen und an der Nase herumführen wollen….

Auch das gehört für mich zum „Westen“ und seinem Verständnis von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten. „Wir“ können kein Volk der Erde zu „seinem“ Glück nach unserem Verständnis zwingen.

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NACHKLAPP

Manchmal kann es hilfreich sein, die historischen Bezüge in den Blick zu nehmen, auch darauf wies mich der Fragesteller (s.o.) hin. Wir haben es hier im Westen offenbar vergessen, dass die Ukraine vom geschichtlichen Ursprung her das Herzstück und Kernland dessen ist, was in der Folgezeit zu „Russland“ wurde.

Wiki ist zwar nicht unbedingt „die“ Quelle für historische Angelegenheiten, vermittelt aber einen guten Überblick, hier:

Kiewer Russ

Geschichte Russlands

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Es mag hier der Eindruck entstehen können, ich redete „pro Putin“, das ist aber ganz ausdrücklich nicht meine Intention.

Mir geht es darum, für Besonnenheit einzustehen, keine voreiligen Schritte in die eine oder andere Richtung zu unternehmen, nicht eindimensional zu denken und den Konflikt auch in seinem historisch gegründeten Kontext zu betrachten.

Letztendlich – und das erfüllt mich mit Sorge – kann aus einem winzigen Feuerchen ein gewaltiger, alles verschlingender Brand entstehen.

Seit zwei Jahren verändert sich die Welt …. 18. Januar, 2022

Posted by Rika in aktuell.
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Genau heute vor zwei Jahren trafen sich Freunde und die Familien zweier junger Leute, um zu feiern und sie auf eine wunderbare Reise um die halbe Welt zu verabschieden.

Niemand von uns Feiernden hatte auch nur den leisesten Verdacht, dass nur wenige Wochen später die Welt Kopf stehen würde wegen eines winzigen Feindes, der die Menschen überall auf dem Planeten bedrohte.

Wir feierten lange und ausgelassen in einer dieser wunderbaren „Locations“, wie es auf Neudeutsch heißt. Knapp einhundert Personen in „kontaktfreudiger Nähe“ des begrenzten Raums. Schön und ausgelassen und auch ein bisschen wehmütig, wie Abschiedsfeiern nun mal so sind.

Und dann ging sie wirklich los, diese große Reise ins Abenteuer.

Erstes Ziel: Brasilien.

Und erster sehr leise, aber doch öffentlich geäußerter Verdacht, ein bösartiges Virus könnte sich von China aus auf den Weg rund um die Welt gemacht haben. „Nichts Genaues weiß man nicht!“ ist eine etwas flapsige Umschreibung für derartig nebulöse Szenarien, in denen für den von jeder Fachkenntnis befreiten Beobachter noch nicht klar ist, was eigentlich im Schwange ist. Fachleuten hingegen war der Ernst der Lage wohl durchaus schon bewusst, aber noch hielten sie „hinter dem Berg“, vermutlich um die Bevölkerung nicht zu verunsichern und wohl auch, um über die zu treffenden Maßnahmen nachzudenken.

Dass schon seit Jahren Notfallpläne in den Schubladen des Gesundheitsministeriums liegen und vor sich hin schlummern, erfuhren wir erst mit Verspätung, vermutlich, weil nicht nur die Pläne vor sich hin schlummerten, sondern ebenso auch der verantwortliche Minister und sein Stab.

Von Beginn der sich aufbauenden Epidemie an und erst recht, als diese zur Pandemie hochgestuft wurde, machte Herr Spahn eine überaus unglückliche Figur. Abwiegeln, klein reden, ja keine Aufklärung betreiben, die die Bevölkerung rechtzeitig auf die bedrohliche Lage und die notwendigen zu ergreifenden Maßnahmen hingewiesen hätte.

So war bei uns im Februar die öffentlich bekannte Lage immer noch nebulös, dafür sonnten sich die Reisenden inzwischen im schönen Afrika.

Mein Telefon verzeichnet am 26. 2. 2020 die erste mütterlich Besorgnis, die ich hinsichtlich Corona den im Süden der Erdhalbkugel weilenden „Kindern“ mitteilte: „Hallo liebe Weltenbummler, ich hoffe, dass Ihr gut über das Corona-Virus informiert seid und Euch entsprechend sinnvoll verhaltet“. Die Antwort aus Südafrika: „Jap, machen wir. Wir wurden auch schon vom Reisebüro informiert und auf Dinge hingewiesen. Hier ist das bisher nicht so ein großes Thema. Wir lesen es nur ständig auf deutschen Websites. … An den Flughäfen wurde allerdings z.B. auch unsere Temperatur gemessen und viele Menschen haben Mundschutz getragen.“

Über Mundschutz wurde zu dem Zeitpunkt in Deutschland nicht einmal müde gelächelt, das kam auch später. Er wurde gar nicht erst in Erwägung gezogen.

Hier im Blog notierte ich am 27. Februar:

„Und so ganz am Rande nimmt auch langsam die Berichterstattung über die Gefahr, die von einem in China ausgebrochenen Virus ausgeht, Fahrt auf…. Allerdings will es mir scheinen, dass nicht Corona selbst im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern die unglückliche Figur, die der Herr Minister Spahn dabei macht, hatte er doch bei ersten vorsichtigen Meldungen die Gefahr für uns hier in Deutschland heruntergespielt, inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die sogar eine Pandemie nicht ausschließen wollen und sorgenvoll darauf hinweisen, dass die medizinischen Einrichtungen möglicherweise auch hier bei uns nicht allzu gut darauf vorbereitet seien.“

Und die Pandemie nahm Fahrt auf.

Auch in Deutschland begann man endlich Maßnahmen zu ergreifen. Schulen wurden geschlossen und ein allgemeiner Lockdown beschlossen, der augenblicklich ein sehr geteiltes Echo auslöste.

Selbsternannte Fachleute versuchten die Regierungsmaßnahmen, die ja ohnehin viel zu spät getroffen worden waren, als Unsinn darzustellen. Corona, so erzählten sie, sei weniger gefährlich als die Grippewelle, die pünktlich mit der kalten Jahreszeit über viele Menschen herfällt und auch zu schweren Verläufen bis hin zu Todesfällen führt.

Schwere Verläufe und viel zu viele Todesfälle wurden zunächst aus unseren europäischen Nachbarländern gemeldet, bis die Corona-Welle auch hier Tribut forderte – und bis heute fordert.

Am 17. März spitzt sich die Lage für Fernreisende zu, von ersten Flugausfällen ist bereits die Rede.

Die Situation spielt auch in unserem Chat eine Rolle, wobei erschwerend hinzukommt, dass die beiden Weltreisenden inzwischen auf Madagaskar weilen und nicht ständig über ein gut funktionierende Netz verfügen.

Ich notiere an dem Tag im Chat: „50 Millionen Euro gibt die Regierung aus, um Urlauber zurückzuholen.“

Im Verlauf des gleichen Tages erfahren die beiden, dass Madagaskar vom 20. März an alle Flüge von und nach Madagaskar streichen und den Flughafen dicht machen wird. In einer abenteuerlichen Tour gelingt es ihnen, am 19. 3. rechtzeitig den Flughafen zu erreichen, Freunde haben sie auf Addis Abeba buchen können, von dort aus kommen sie eine Woche später mit einem regulären Flug zurück nach Deutschland.

Von irgendwelchen Sicherheitschecks in Frankfurt ist keine Rede. Da waren selbst in Äthiopien die Vorkehrungen sehr viel penibler und besser…

Ende März beginne ich – wie viele andere Leute – mit der Produktion von selbst genähten Mund-Nasen-Bedeckungen, die zunächst von den verantwortlichen Politikern nur müde belächelt werden, bis sie aber doch als Schutz bei den nötigen Einkäufen der Lebensmittel nicht nur zugelassen, sondern sogar verlangt werden, denn die Regierung hat es nicht geschafft, ausreichende Vorräte an medizinischen Masken zu beschaffen und für die Bevölkerung bereitzustellen, die wenigen verfügbaren müssen den medizinischen Fachleuten in den Praxen und Kliniken vorbehalten werden….

Im Sommer 2020 normalisiert sich das Leben nur leicht.

Doch mit dem Herbst folgt die nächste Infektionswelle und noch immer gibt es keinen Impfschutz. Viel zu viele Menschen liegen „mit Covid“ auf den Intensivstationen, viel zu viele sterben.

Als gegen Ende des Jahres 2020 die ersten Impfdosen verfügbar sind, stellt sich heraus, dass die Regierung es versäumt hat, ausreichende Bestellungen in Auftrag zu geben. Gleichzeitig werden aus den bisherigen sogenannten „Coronaleugnern“ entschiedene Impfgegner.

Im Frühjahr 2021 beginnt auch in Deutschland endlich die Impfaktionen, zunächst nach Prioritäten durchgeführt, da es immer noch nicht ausreichend viele Dosen für die gesamte Bevölkerung gibt. Das Virus entwickelt Varianten, die an Gefährlichkeit zunehmen. Die Heftigkeit, mit der über das Für und Wider der Impfaktion gestritten wird, nimmt ebenfalls täglich zu. Von der „Spaltung der Gesellschaft“ ist die Rede. Manche Juristen stellen in Diskussionen den Schutz der Rechtsstaatlichkeit über den Schutz des Lebens und geben so den Impfgegnern Anregungen und Argumente im Kampf gegen die von der Regierung empfohlenen Maßnahmen. Unter die (naiven) Ignoranten mischen sich Querdenker und Rechte und bilden eine üble Gemengelage bei den sich häufenden Protestaktionen in Form von angemeldeten Demonstrationen und später dann bei nicht genehmigten Spaziergängen.

Auf die erste Impfung folgte planmäßig die zweite, seit dem Herbst 2021 wird eine dritte Impfung als Auffrischung des Schutzes empfohlen, das „Boostern“ beginnt.

Der Liebste und ich sind natürlich geboostert – und sehr dankbar. Die meisten unserer Freunde ebenfalls und auch die Mehrheit der Familie. Dass einzelne Personen aus diesem Kreis noch nicht den 3. „Schuss“ haben, liegt einzig und allein an der Bürokratie, nicht an ihrem Willen, sich nochmals impfen zu lassen.

Dass immer noch rund 25 % der Bevölkerung nicht vollständig oder gar nicht geimpft ist, liegt allerdings weniger an der Bürokratie, als vielmehr an Quacksalbern, Verschwörungstheoretikern und juristischen Beratern, die sich gegen das allgemeine Impfen aussprechen – oftmals aus fadenscheinigen Gründen und immer aus mangelnder Einsicht in die medizinische Notwendigkeit.

Heute vor zwei Jahren habe ich mir nicht vorstellen können, dass so eine Entwicklung in einem zivilisierten Land wie Deutschland oder den Ländern der EU so rasant das gesamte Leben drastisch verändern würde.

Ich verzichte hier auf detaillierte Darstellungen… wir erleben es ja in Echtzeit und live…

Am Alter kann es nicht liegen…. 8. Januar, 2022

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Am Alter kann es nicht liegen, auf gar keinen Fall!

Ich bin doch noch nicht wirklich alt, ich fühle mich jung, geradezu dynamisch jung, mit einem hohen Maß an Flexibilität und geistiger Frische.

Wieso aber nehme ich dann so Vieles um mich herum als unvereinbar mit meiner Einstellung, Haltung und Überzeugung wahr?

Es kann nicht an mir liegen.

Bestimmt nicht.

Es muss an den unsinnigen Bestimmungen, Entscheidungen, Begründungen, ideologischen Überzeugungen der anderen liegen. Die haben einfach nicht den richtigen Durchblick, liegen mit ihren Einschätzungen komplett daneben, stellen die Welt auf den Kopf.

Wenn ich morgens die Zeitung lese, fallen mir auf der Stelle „11und 90“ Fehleinschätzungen auf und ich könnte den ganzen Tag damit verbringen, Leserbriefe zu schreiben oder die Protagonisten, von denen in den Berichten die Rede ist, an Ort und Stelle selbst anzusprechen.

Das war doch früher (ich meine wirklich früher, so vor ungefähr 30 oder 40 Jahren) so ganz anders. Da habe ich mich zwar auch für dies und das und jenes interessiert, aber den Drang, mich SCHRIFTLICH zu allem und jedem zu äußern und mich in Diskussionen einzumischen, nur äußerst selten verspürt. Ich vermute, dass ich in meinem ganzen Leben allenfalls eine Handvoll Leserbriefe geschrieben habe. Natürlich ist das – um auf meine Überschrift zurückzukommen – auch keine Frage des Alters, dass das heute so sehr viel anders ist. Es liegt, wie gesagt, an den über zufällig häufigen Einlassungen und Fehlentscheidungen meiner Mitmenschen (Politiker, Künstler, Journalisten vor allem). Die haben es einfach nicht drauf.

Sollte es aber vielleicht doch noch einen anderen Grund für diese Beobachtung und Wahrnehmung geben?

Und könnte es etwas damit zu tun haben, dass das beliebte Verstärken, Kommentieren, Insistieren, Kritisieren und alle damit verbundene Besserwisserei, das einem als „Freund“ in jahrelangem Training zur Selbstverständlichkeit geworden ist, weggefallen ist?

Das ist doch ein, wenn nicht gar DAS wesentliche Element aller Kommentare in den sozialen Medien. Ein Bericht wird eingestellt, die ersten „Likes“ oder „Nicht-Likes“ ploppen auf, bestätigende Kommentare werden geschrieben, Kritiken scharf formuliert, Diskussionen nehmen ihren Lauf, die sich oftmals jedoch immer weiter von der Sachebene entfernen und in persönliche Beschuldigungen, Angriffe, Beleidigungen übergehen.

Bei der morgendlichen alleinigen Lektüre der Zeitung bleibt mir nur der innere Monolog, das Sinnieren über alternative Aspekte oder der Dialog mit dem Liebsten….

Aber was ist schon die Zeitung im Abgleich mit den unzähligen Berichten im Buch der Gesichter, was sind schon die Gedanken des Liebsten verglichen mit Hunderten von Kommentaren ganz, ganz vieler „Freunde“ oder auch Gegner…

Um aber dem Liebsten nicht Unrecht zu tun, seine Einlassungen sind gut durchdacht und auf die Sache bezogen, manchmal im Gegensatz zu meinen Vorstellungen. Vor allen Dingen gefährden sie so gut wie nie meinen Seelenfrieden und strapazieren auch nicht meine Nerven.

Am Alter kann es nicht liegen…. 😉

Den Raum wechseln…. 4. Januar, 2022

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Menschen wie ich, die als Christen von der tiefen Hoffnung – ja sogar Gewissheit – durchdrungen sind, dass mit dem Tod zwar das irdische Leben erlischt, aber in der Herrlichkeit Gottes das Leben in anderer Form weitergehen wird, sprechen manchmal auch davon, nur den Raum zu wechseln, den irdischen Raum gegen den himmlischen Raum zu tauschen.

Das hat gestern eine alte Freundin und ehemalige Kollegin des Liebsten getan, sie hat den irdischen Lebenskreis verlassen und „darf nun schauen, was sie geglaubt hat“, wie es früher so oft in den Todesanzeigen gläubiger Menschen formuliert wurde.

Sie, die Freundin unserer Familie, hatte ein langes und segensreiches Leben, das in den frühen 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann, durch den Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft streckenweise nahezu unerträglich wurde, in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg ein unglaubliches Maß an Erleben und Erfahrungen auch außerhalb Deutschlands, sogar außerhalb Europas brachte und in den Jahren der aktiven Zusammenarbeit im Kollegium, dem sie und der Liebste angehörten, zu einer Segensspur für sehr viele der Studenten wurde, die von ihrem reichen Erfahrungsschatz in und aus der Arbeit mit Gruppen profitierten.

An unserem Familienleben nahm sie fast bis zuletzt Anteil durch lebhaftes Interesse an den Werdegängen unserer inzwischen erwachsenen vier Kinder, auch noch am Leben der Enkel.

Sie selbst blieb aus Gründen, die ich hier nicht näher erklären möchte, ehe- und damit auch kinderlos.

Wer ihr begegnete, hatte ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, konnte sich ihrer Anteilnahme sicher sein und, wenn er es denn wollte, sich auf tiefgehende Gespräche über die Sinnhaftigkeit des Lebens, des eigenen, wie das der Gesellschaft, einlassen – niemals an der Oberfläche, immer achtsam im Ausdruck, durchaus auch kritisch, aber niemals verletzend oder selbst unsichtbare Grenzen überschreitend.

Sie war eine außerordentlich bemerkenswerte Frau – und dabei so sich selbst zurücknehmend und bescheiden, dass viele Leute erst im zweiten, dritten oder gar vierten Blick bemerkten, welch außergewöhnliches Leben sich in der klugen und zarten Person verbarg.

Nun hat sie die Grenze überschritten, die die Räume trennt.

Im hohen Alter von 98 Jahren ist sie gestern friedlich gestorben, „heimgegangen“ in Gottes Ewigkeit.

Wir werden ihr ein liebendes Andenken bewahren und danken Gott für ihr segensreiches Leben.

Den Raum verlassen… 3. Januar, 2022

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Viele Jahre habe ich den besonderen Raum bei Facebook genutzt, um Informationen zu bekommen, Ansichten und Meinungen kennenzulernen, die etwas abseits der jederzeit verfügbaren Medien veröffentlicht wurden und werden.

Ich habe dabei interessante Menschen kennengelernt und einige von ihnen sogar ganz real getroffen. Ich habe mit Lust und manchmal auch mit nicht zu entschuldigender Schärfe diskutiert.

Nun ist es Zeit, diesen Raum zu verlassen.

An Ort und Stelle habe ich dies geschrieben:

Liebe Freunde,

ich habe in den letzten Wochen und Monaten oft darüber nachgedacht, Facebook zu verlassen. Zu sehr habe ich mich in viele Diskussionen begeben und dabei gemerkt, dass es mir nicht guttut. Zu viele Themen strapazieren meine Nerven – auch deshalb, weil es mir immer schlechter gelingt, mich abzugrenzen, zu distanzieren, „nur“ eine Beobachterposition einzunehmen. Darum ziehe ich jetzt die Reißleine und verlasse diesen Raum, der mir immer weniger Nachrichtenbörse und Austausch bietet, als vielmehr Kampfplatz und Arena für die seltsamsten ideologischen Stellungnahmen geworden ist. Das Weggehen fällt mir nicht leicht. Es tut mir leid um viele gute Anregungen und Aktionen, die mich nun nicht mehr erreichen werden, um Menschen, die mir lieb und teuer geworden sind und die ich auf keinem anderen Weg kennengelernt hätte oder denen ich in „realen Räumen“ niemals begegnet wäre.

Diejenigen unter Euch, die ich auch „so richtig in echt“ getroffen habe, bitte ich um weiteren Austausch und Möglichkeiten der Begegnung. Euch werde ich am meisten vermissen.

Besonders liegt es mir am Herzen, auch weiterhin mit all denjenigen verbunden zu bleiben, die sich aktiv gegen jede Form des Antisemitismus und für eine objektive Berichterstattung über Israel einsetzen… Vielleicht finden wir Wege, miteinander in Kontakt zu bleiben.

Ich werde meinem Blog wieder mehr Aufmerksamkeit, Beachtung, Zeit und Energie zukommen lassen und würde mich freuen, den einen oder anderen von Euch dort zu „treffen“.

Euch allen wünsche ich Gutes, ein sicheres Gespür für die notwendigen Fragen und Antworten und für den unaufschiebbaren Einsatz für unsere Gesellschaft, für den Zusammenhalt und Frieden in unserem Land über alle trennenden politischen Standpunkte hinaus. Ich wünsche Euch Gottes guten Geist und seinen Segen für all Euer Tun und Lassen und verabschiede mich mit dem uralten Friedensgruß, der mir ans Herz gewachsen ist: SCHALOM

Eure Rika – Ulrike Herrmann

Dem allen will ich hier nichts hinzufügen…. ich bin gespannt, wie ich mit der Leere, die sicher erst einmal da sein wird, umgehen kann und wie sie neu und anders gefüllt wird.

So schaffen wir das…. NICHT 13. Dezember, 2021

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Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person und Text „„Die fünf wichtigsten Dinge sind: Ein Kind weniger bekommen, ohne Auto leben, Flugreisen vermeiden, grüne Energie beziehen und vegetarisch oder vegan leben." Susan Joy Hassol, Klimakommunikatorin vธലu nau 0018 Made 1a“

Diese hübsche „Kachel“ (so nennt man die plakativen Statements bei Facebook) fiel mir heute auf.

Ja! Natürlich! Das ist es! Endlich sagt das mal jemand!

Um den Planeten zu retten, müssen wir Menschen einfach aufhören mit all dem Unfug, der uns zwar Freude macht, aber leider dazu beiträgt, die ganze Welt zu zerstören.

Also bitte, bekommt ein Kind weniger – weniger als ursprünglich geplant. Aus drei mach zwei, aus zwei mach eins und aus eins mach keins. Ist doch ganz einfach. Aber Vorsicht, in China hat das mit den 1-Kind-Familien zwar richtig gut geklappt, aber nun merkt man, dass das doch keine so gute Idee war… Wie soll das mit der Versorgung der Alten, wie mit den benötigten Arbeitskräften und wie mit den Renten funktionieren? Ach, ich vergaß, es geht ja darum, dass wir uns zur Rettung des Planeten sukzessive ganz abschaffen. Dann ist das in Ordnung… Mir kann das ja ohnehin egal sein. Ich bin alt. Aber ich habe Schuld auf mich geladen. Ich habe viel zu viele Kinder in die Welt gesetzt. Und die müssen nun ausbaden, was ich angerichtet habe. Es tut mir ja sooo leid. Bitte verzeiht mir, dass es Euch gibt.

Auto? Lasst das Auto in der Garage, noch besser, schafft es gleich ganz ab. Geht zu Fuß oder fahrt mit dem Fahrrad. Ziele im Nahbereich, die nicht mit dem Fahrrad zu erreichen sind, kann man auf dem Land getrost vergessen, in der Stadt fährt die Straßenbahn und der Bus hält an jeder Ecke. An den Bodensee oder an die Nordsee kommt man mit der Bahn. Alles ganz easy.

Flugzeuge? Wozu braucht man Flugzeuge? Nord-, Ost- oder Bodensee siehe oben. Auf Malle wird man doch wohl verzichten können und noch weiter wegzureisen wäre ohnehin ein Verbrechen am Planeten.

Grüne Energie – was ist das? Man will uns ja ständig einreden, Windräder seien grün, dabei sind sie hoch, riesig, aus schlecht recycelbaren Materialien, mit Bodenfundamenten, die jedem Naturschutz in Feld, Wald und Flur Hohn sprechen, und Windräder laufen darüber hinaus nur, wenn der Wind weht… heute weht er gerade nicht so gut. Kaum ein Ästchen rührt sich in den Bäumen vor meinem Fenster.

Zum Glück gibt es ja noch die Solaranlagen…. angeblich, so las ich neulich, dienen sie dem Natur- und Artenschutz, besonders aber den Fledermäusen. Das ist doch schön. Noch schöner ist es, dass sie unzähligen Kindern in Afrika und Südamerika die unnötige Plackerei in der Schule ersparen und ihnen gleich sichere Arbeitsplätze bieten, durch den Abbau der nötigen Rohstoffe nämlich. So lernen Kinder in fernen Ländern früh, dass nur durch harte Arbeit der Lebensunterhalt verdient wird und man auf solche Fisimatenten wie Autos oder Flugzeuge doch gut verzichten kann… Möglicherweise verzichten sie dann später sogar ganz freiwillig darauf, überhaupt ein Kind zu bekommen, dem das gleiche Schicksal beschert wäre….

Vegetarisch oder vegan zu leben, ja das ist zukünftig ein Muss. Die armen Tiere, die bisher als Nahrungsmittel getötet und missbraucht wurden, sollen endlich in Frieden leben können. Allerdings muss man sich fragen, ob man dann Kühe, Schweine, Hühner, Gänse und Enten nur noch in freier Wildbahn antreffen kann, zoologische Gärten wird es ja in Zukunft auch nicht mehr geben, oder plant man, die Tiere (wie später auch die Menschen) einfach aussterben zu lassen. Ich meine, welcher Bauer würde denn nur noch zum Vergnügen 2 Schweine und 3 Kühe halten, damit Kinder (sofern es noch Kinder gibt) am lebenden Getier sehen können, welche Verbrechen ihre Vorfahren früher verübt haben, Tiere in Ställen einzusperren ist Tiermissbrauch.

Wir gehen so herrlichen Zeiten entgegen, wir entwickeln uns nicht mehr länger, wir retardieren, natürlich nur zum Wohle des Klimas und des Planeten. Ich frage mich allerdings, was „wir“ davon haben, wenn es uns nicht mehr gibt und gar nicht mehr den unfassbar gut geretteten Planeten bewundern können.

Also ich setze ja persönlich ganz andere Akzente:

Ich liebe das Leben. Und ich vertraue dem Leben. Ich vertraue darauf, dass es immer Menschen geben wird, die sich Gedanken machen, wie wir es besser machen können, nicht, indem wir etwas verbieten, sondern indem wir den uns von Gott geschenkten Verstand nutzen, um an Lösungen zur Bewältigung der Zukunft zu arbeiten. Ich las gestern ein Interview mit dem neuen Nobelpreisträger für Chemie, Benjamin List. Auch er macht sich Gedanken, aber die weisen in eine ganz andere Richtung als die des Verbots. Was können Wissenschaftler dazu beitragen, Technologien zu entwickeln, die mehr sind, als nur eine Steuer auf CO2? Was können Biologen dazu beitragen, die Ernährung von beinahe 8 Milliarden Menschen zu sichern? Wie wird man dem Energiehunger begegnen, ohne die Ressourcen auszuplündern?

Sicher, ich kann ein Schild basteln auf dem die oben genannten 5 wichtigsten Dinge aufgezählt sind und mich in Hannover damit vor den Hauptbahnhof stellen oder vor der Staatskanzlei aufkreuzen, dem Landtag. Ich kann die Kachel auch bei Facebook teilen oder als Weihnachtsgruß an meine Verwandten, Bekannten und Freunde verschicken.

Aber noch lieber würde ich sagen:

Ihr seid klug, nutzt euren Verstand, macht eure Kinder stark durch Liebe und Vertrauen, vertraut dem Leben, vertraut dem Schöpfer und mäßigt euch da, wo es für euer Leben sinnvoll erscheint und möglich ist. Überlegt selbst, was ihr tun könnt und wie ihr leben wollt und lauft nicht den Heilsbringern und Schreihälsen nach.

Ihr seid verantwortlich für euer Leben – NUR FÜR EUER LEBEN !

Nehmt diese Verantwortung wahr. Das ist genug.

„Licht scheint auf in der Dunkelheit…“ 28. November, 2021

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Was ist es doch für eine segensreiche Einrichtung, dass ausgerechnet in der dunklen Jahreszeit, in der es Tage gibt, die gar nicht mehr richtig hell werden, auf das Licht hingewiesen wird, das nicht von Kerzen oder Elektrizität bereitgestellt wird, auch wenn natürlich überall in den christlich geprägten Familien als Symbol für dieses Licht Kerzen angezündet werden…

Als Johann Hinrich Wichern damals im „Rauhen Haus“ in Hamburg die ersten Kerzen auf ein großes Wagenrad stellte, um den ihm anvertrauten Kindern die Wartezeit bis zum Heiligen Abend ein wenig freundlich zu gestalten, konnte er unmöglich ahnen, dass das der Beginn einer in Deutschland so geliebten Tradition sein würde. Heute gestalten wir Adventskränze in allen möglichen Größen, Formen und Farben, manchmal vergessen wir darüber, dass er auf den hinweist, der selbst das Licht ist, Christus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern.

So wünsche ich uns allen in dieser Zeit, dass wir mehr sehen, als die brennenden Kerzen am Adventskranz, mehr als den Lichterglanz in den Städten, mehr als den Schmuck in unseren Wohnungen, Häusern und Gärten und einfach mit einstimmen können in den wunderbaren, jubelnden Gesang, den Händel in seinem „Großen Halleluja“ so herrlich anklingen lässt.

Darum, wie in vielen Jahren zuvor, auch jetzt wieder:

Allen, die hier lesen, wünsche ich eine frohe, besinnliche und gesegnete Adventszeit.

Meine ehrliche Antwort auf eine aufrichtig gestellte Frage… 23. November, 2021

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Ich erhielt eine E-Mail von einer Leserin meines Blogs, die mich auf den vorherigen Beitrag ansprach und fragte, wie dieser mit meiner Selbstauskunft zu „himmel und erde“, wie ich sie ja verfasst habe, in Einklang zu bringen sei.

Vielleicht fällt diese von ihr wahrgenommene Diskrepanz auch anderen irritierend auf. Ich habe in einer Mail auf ihre Anfrage geantwortet – und stelle diese Antwort hier ein, um ein wenig näher meine Beweggründe zu erklären:

Liebe X,

aufrichtigen Dank für das aufrichte Feedback und die Nachfrage.

Ich will sie gerne beantworten.

Dazu zitiere ich zunächst meinen Eingangssatz:

„Was sind das – was seid Ihr – nur für schreckliche Ignoranten und Verharmloser der NS-Zeit, die immer wieder die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie mit der Willkür und dem Terror vor allem gegen Juden, aber auch gegen andere Minderheiten vergleichen?“

Es geht mir nicht um eine andere Meinung zum Impfgeschehen, auch wenn ich über viele Statements ungläubig den Kopf schütteln muss. Es geht mir in dem Beitrag explizit um diejenigen, die ihren Widerstand mit dem Widerstand gegen das NS-Regime vergleichen, oder, schlimmer noch, die sich selbst mit den Opfern des Regimes auf eine Stufe stellen.

Seit ich – geboren 1949 –  mit ungefähr  14 Jahren oder sogar noch jünger das Buch „Exodus“ von Leon Uris gelesen habe und mit den unvorstellbaren, schrecklichen Taten der Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus konfrontiert wurde,   hat mich immer wieder in veränderter Form die Frage bewegt  und  ich  habe sie mit Vehemenz meinen Eltern und Großeltern gestellt: Warum habt ihr das, die Verfolgung und Ermordung von 6 Millionen europäischen Juden, zugelassen, warum habt ihr das Morden an den Juden einfach ignoriert.

Viel später in meinem Leben ist mir klar geworden, dass ich diese Frage aus der sicheren Position eines Kindes der Nachkriegszeit gestellt habe, ich selber aber gar nicht sicher weiß, wie ich mich denn verhalten hätte. Die Frage blieb dennoch bestehen, aber die Anklage gegen meine (direkten eigenen) Altvorderen wurde schwächer, ich wurde barmherziger.

1992 war ich zum ersten Mal in Israel, inzwischen deutlich meiner eigenen charakterlichen Anteile bewusst, und in dem Gefühl, tatsächlich zum Volk der Täter zu gehören, auch wenn es – Dank sei Gott – in meiner Familie keine aktiven „Parteigenossen“ und schon gar keine (aktiven) Täter gab (aktive Widerständler gab es aber auch nicht). Aber mit dieser Einstellung „ich gehöre zum Tätervolk und nicht zu den Opfern“  besuchte ich die Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem – und es traf mich bis ins Mark. Die Dokumente und Briefe, mit denen dem „Führer“ mitgeteilt wurde, eine Stadt sei „judenrein“, die nüchtern verfassten Protokolle über die Sterberate durch Arbeit und mangelnder Ernährung in den Arbeitslagern, die Bilder von Bergen menschlicher Haare, Schuhen, Brillen, die Aufzählung der Namen der gemordeten Kinder….  Das Grauen so hautnah zu spüren… Ich bin seitdem noch einige Male in Yad Vaschem gewesen, zuletzt 2018, der Schrecken, die Scham, das Grauen wirkt auf mich und in mir unverändert fort.

Ich bin  hier in Deutschland in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gewesen, allein und später als Begleiterin von Jugendgruppen… Es ist ein stiller Ort, der die Schrecken nicht spiegelt, aber in der Dokumentationsstätte sehr gut medial darstellt und erfahrbar macht.

Im Oktober habe ich an einem Schweigemarsch in Hamburg teilgenommen, der nach dem Angriff auf einen Juden, der dabei schwere Verletzungen davontrug, auf Initiative einer jüdischen Facebook-Freundin organisiert wurde. 300 Leute nahmen daran teil, einige, wie ich, die nicht in Hamburg wohnen, waren extra angereist. 300 Menschen demonstrieren schweigend gegen den erstarkenden Antisemitismus, aber Tausende demonstrieren gegen die Corona-Regeln.

 Es kommen Menschen in den Corona-Zeiten daher und vergleichen die jetzige Regierung mit der Diktatur Adolf Hitlers, die Umsetzung der Impfmöglichkeiten und die Einschränkungen, die wir ja durch die Welle erleben, mit dem Druck, der Verfolgung und  den unglaublichen Zuständen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Das macht mich fassungslos. Das macht mich unglaublich fassungslos. Das macht mich auch wütend. Dafür habe ich gar kein Verständnis. Das finde ich schändlich, widerwärtig. Ich kann meiner Verachtung für Leute, die solche Vergleich auch nur anstellen und weitergeben, gar nicht in passenden Worten Ausdruck geben.

Zugleich erlebe ich eine extrem rasante Zunahme des Antisemitismus in Deutschland. Meine jüdischen Freunde stehen nahezu alle vor der Frage, ob es nicht besser sei, Deutschland zu verlassen und nach Israel auszuwandern. Ich lese von Beleidigungen jüdischer Kinder in den Schulen, von Mobbing, Anfeindungen, tätlichen Übergriffen – auch auf Erwachsene.

Und da kommen Impfgegner daher und nehmen für sich in Anspruch, wie die Juden – weiland und heute wieder – „Opfer“ zu sein, noch dazu Opfer des besten demokratischen Staates, den Deutsche je hatten!

Angesichts dieser Gemengelage finde ich meinen Blogbeitrag   extrem harmlos, ja, geradezu freundlich formuliert.

Es geht mir nicht darum, irgendeine Meinung zu kritisieren. Ich kritisiere und verachte „diese besondere Meinung und Haltung“ und kann sie auch nicht mit dem Mäntelchen christlicher Nächstenliebe zudecken. Im Gegenteil. Es entsetzt mich, dass auch bekennende Christen solche Ansichten, wie ich sie im Blog kritisiere, vertreten.

 Jeder hat natürlich das Recht, sich gegen eine Impfung zu entscheiden, aber er sollte sich gut überlegen, wie er das begründet und seine möglichen Ängste vor der Impfung nicht hinter dem „Pseudomut als Widerstandskämpfer“ verstecken.

Schon gar nicht richtet sich meine Kritik gegen diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen oder können. Für die habe ich vollstes Verständnis. Ich habe sogar ein gewisses Verständnis für diejenigen, die meinen, Gott würde sie auf andere Weise vor der Ansteckung mit Corona bewahren und die deshalb die Impfung ablehnen. So eine Argumentation kenne ich aus anderen Bezügen, beispielsweise bei psychologischen Themen. Zum Zahnarzt geht man selbstverständlich, auch einen Blinddarm lässt man sich operieren, aber für psychische Probleme ist  bitte  nur Gott selbst zuständig.

Gott hat uns einen gut funktionierenden Verstand gegeben. Wir dürfen ihn auch nutzen, um Probleme zu bewältigen. Corona ist ein Problem und die Impfung – und alle Einschränkungen – sind Teil der Lösung.

In diesem Sinne, alles Gute, Gesundheit und Segen für Sie,

Ihre „Rika“


Die wenigen Angaben in Klammern, habe ich nachträglich für diesen Beitrag eingefügt.

Meine Bezüge auf Gott sind dem Brief und der Anfrage geschuldet die mir gestellt wurde. Darin wird ausdrücklich meine christliche Grundhaltung angesprochen.

Auch Christen dürfen wütend werden…. und müssen nicht alles in frommer Haltung ertragen.

Kurzer Zwischenruf an die Impfverweigerer 19. November, 2021

Posted by Rika in aktuell.
5 comments

Was sind das – was seid Ihr – nur für schreckliche Ignoranten und Verharmloser der NS-Zeit, die immer wieder die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie mit der Willkür und dem Terror vor allem gegen Juden, aber auch gegen andere Minderheiten vergleichen?

Niemand wird in Deutschland verfolgt, in Konzentrationslager gesteckt oder gar getötet, der sich der Impfung gegen Covid verweigert. Und zu behaupten, diese Maßnahmen seien der Anfang, dessen man sich erwehren müsse, ist einfach nur hanebüchener Unsinn.

Aber „man“ fühlt sich offenbar gut als vermeintlicher „Widerstandskämpfer“, dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass kaum einer von denen, die so vollmundig mit den Vergleichen umgehen, sich auch nur einen Deut darum scheren, dass wir es in Deutschland tatsächlich wieder mit zunehmendem und gewaltbereiten Antisemitismus zu tun haben.

Nein, den (Euch) „Impfwiderständlern“ geht es nur um ihr (Euer) eigenes „gutes Gefühl“ gegen den Staat oder die staatlichen Anweisungen zu sein.*** Dabei verhalten sie sich, verhaltet Ihr Euch unsolidarisch und egoistisch gegenüber uns allen, vor allem aber gegenüber denen, die seit 1 1/2 Jahren unermüdlich in den Kliniken und auf den Intensivstationen bis zur Erschöpfung arbeiten und dem Sterben viel zu vieler Menschen hilflos zusehen müssen.

Ihr „Widerständler“ mögt ja die Impfung verweigern, aber haltet endlich Euren Mund und vergleicht Euch nicht mit denen, die durch staatlich verordneten Terror und schreckliche Willkür verstorben sind und / oder gnadenlos gemordet wurden.

Das ist nicht nur extrem geschmacklos, das ist widerwärtig und absolut nicht länger hinnehmbar.

*** Diese Stelle habe ich am 23. 11. zum besseren Verständnis des bisherigen Ausdrucks geändert.


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