jump to navigation

Der Fisch am Heck… 17. Februar, 2017

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, medien.
Tags: , , , ,
2 comments

… eines Autos ist nur selten das Bekenntnis zu einem Angelverein oder zur deutschen Fischereiwirtschaft.

Er soll in aller Regel den nachfahrenden Verkehrsteilnehmern signalisieren: Am Steuer sitzt ein Christ.

Nun muss ich  ein bisschen ausholen:

Jahrelang hatte ich einen ziemlich langen Schulweg, von Göttingen nach Rommerode nämlich, gut 45 km Landstraße und in ca einer Dreiviertelstunde Fahrzeit zu bewältigen, aber nur, wenn ich ordentlich Gas gab und meinem alten, wunderbaren, viel geliebten VW-Käfer alles abverlangte, was sein 34 (oder waren es nur 24 ?) PS-Motor hergab.  Ich war jung und liebte das „schnelle“ Fahren, soweit man mit dem Käfer „schnell“ fahren konnte. Der Liebste erzählt heute noch gern das Märchen von den zahlreichen Hühner-, Hunden- und Katzengräbern entlang der Strecke, Tiere, die ich angeblich erlegt hätte.  Na ja, einen Hund habe ich tatsächlich mal erwischt und es tat mir auch schrecklich leid. Vermutlich habe ich auch manchmal riskant überholt, andere Autofahrer gefährlich geschnitten oder einigen kurzerhand die Vorfahrt genommen.

Dann neigten sich meine Rommeroder Tage dem Ende entgegen, wir bekamen ein Kind und der Liebste eine neue Stelle im schönen Hannover. Die berufliche Tätigkeit ruhte und mit ihr ruhte auch die tägliche, berufsbedingte Fahrerei. Die nahm ich erst 15 Jahre später wieder auf, als ich  in gut 25 km Entfernung von unserem Wohnort eine neue Arbeitsstelle fand und wieder  täglich on Tour war. Meine Rennstrecke war nun die A 7, frei von streunenden Hunden oder Katzen, von Hühnern ganz zu schweigen. Keine Gefahr mehr fürs liebe Getier. Aber ein anderes Problem tat sich auf:   Die anderen Verkehrsteilnehmer, die hatten nämlich deutlich an Quantität gegenüber denen auf meiner alten Landstraßenstrecke zugenommen, und, ich muss es leider so sagen,  deutlich an Qualität eingebüst. Da tummelten sich die Mittelfahrer, die Bummler und Sonntagsfahrer (auch an Mon- und Dienstagen), die Brummis in endloser Reihe und die Raser, die mir mit Dauerblinken  schon von Weitem klar machen wollten, dass ich das Feld, respektive die Fahrspur zu räumen hätte, wobei ich doch schon so schnell fuhr, wie der Motor meines Golf 2 hergeben konnte.  Nun denn. Manchmal, ich gebe es zu, reagierte ich richtig fies und zockelte dann vor so einem Raser mit knapp 100 km/h für ein oder zwei Kilometerchen vor ihm her. Und manchmal, wenn ich es sehr eilig hatte morgens, wurde  auch ich zum blinkenden Hetzer….

In der Zeit kamen die Fische auf, die, die man hinten ans Heck des Autos kleben kann, um zu signalisieren: „Hier fährt ein Christ“

Wer hier ab und zu liest, weiß ja sicher schon, dass ich nicht nur christlich sozialisiert bin, sondern selbst und aus Überzeugung Christin bin. Da hätte ich mir schon gerne das Zeichen der Christen ans Auto geklebt. Aber ehrlich, was soll man von einem Autofahrer mit Fisch am Heck denken, der andere malträtiert durch seine Fahrweise??? Irgendwie  passt das doch nicht, habe ich mir damals gedacht. Entweder so weiter fahren wie bisher und kein Fisch am Auto oder Fisch und anders fahren.

Ich erwarb einen Fisch.

Der Fisch disziplinierte mich, denn ich kann nicht wie ein Teufel fahren, wenn ich behaupte, ein Christ zu sein. Ich kann es natürlich schon, aber es macht keinen Sinn, eigentlich.

Mein Fahrstil änderte sich tatsächlich.

Warum ich das so ausführlich schreibe?

Ich fahre nicht mehr so viel Auto wie früher, aber ich surfe gerne und oft bei Facebook. Und da begegnen mir immer wieder Leute, die sozusagen mit einem „Fisch“ unterwegs sind und gleichzeitig über andere „Facebooker“ fluchen wie die Kesselflicker.

Daran musste ich heute denken, als mir wieder einmal ein besonders frommer Mensch bei Facebook begegnete…

Ich hoffe sehr, dass ich jetzt vor lauter Splittersuche in den Augen meiner Mitmenschen den eigenen Balken nicht übersehe…***

So ein Fisch bei meinem Surfen im Netz, ja, den könnte ich gut gebrauchen, als Mahnung und zur Bändigung der eigenen, manchmal überbordenden Art, etwas, besser gesagt,   „jemanden“ zu kommentieren.

…………………..

*** Ich rede hier von einem   Gleichnis Jesu, nachzulesen in Matthäus 7, 2 – 4

Fremde Feder zur Meinungsfreiheit…. 2. Februar, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, presse, pressefreiheit.
Tags: , , , , , , ,
add a comment

Das Unbehagen, das ich schon seit einiger Zeit über die Beschränkungen verspüre, die der „öffentlich geäußerten Meinung“ auferlegt werden oder werden sollen, nimmt mit jeder Erklärung der Regierenden über den Kampf gegen Hatespeech, Fakenews, Internetnutzung und Sicherheit eher zu, als dass es durch Informationen,  Nachdenken oder Diskussion   erklärbarer und  damit weniger würde.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass das Lied „Die Gedanken sind frei“ auch eine immense politische Bedeutung hatte, denn nur die Gedanken waren frei, sie zu äußern war es eben nicht. Das traf sowohl für die Zeit des Nationalsozialismus wie auch für die des real existierenden Sozialismus in der ehemaligen DDR zu, beides Regime, die ihre doch gar nicht so geheimen Mitarbeiten ins Land schickten     –     wie Sauron aus Mordor seine Angst einflößenden Reiter, die Nazgul,  Vorboten eines sich anbahnenden Unheils, das aber  kaum greifbar und sichtbar war.

GESTAPO  und STASI, allgegenwärtige Aufpasser über das, was  gedacht und geredet wurde im Staat. Haben wir das wirklich schon alles vergessen? Es gab sie doch, die Blockwarte, die eben nicht nur über die Einhaltung der Hausordnung wachten, die Zuträger und Spitzel, die dafür sorgten, dass das System bestens informiert war über die Abweichler von der verordneten politischen Meinung.  Sie hatten doch ihre Augen und Ohren überall – und es war höchst unklug und zudem gefährlich,  allzu offen mit den Gedanken hausieren zu gehen, die nicht dem Mainstream entsprachen.

Wenn jetzt die Regierung daran geht  –   für unser aller Informationssicherheit selbstverständlich  –   wieder die Blockwarte und Spitzel los zu schicken, kann das nichts Gutes bedeuten.

In seinem Blogbeitrag „Ein unwissenschaftlicher Vergleich – und dann gab’s das Dritte Reich“  nimmt sich Roger Letsch dieses Problems an.

Hier sein Text:

Wann kann man eine gesellschaftliche Entwicklung als auf absehbare Zeit unumkehrbar bezeichnen? Gibt es im Vorfeld großer Zusammenbrüche den einen Moment, an dem erkennbar eine Weiche gestellt wird, deren eine Seite in Richtung Ungewissheit führt, während die andere Seite zwangsläufig in Richtung Abgrund weist? Historiker finden in der Geschichte zahlreiche Ereignisse, deren katastrophales Ende sie gern auf ein initiales Ereignis zurückführen, aus dem heraus die folgenden Handlungen geradezu automatisiert und folgerichtig abliefen. Als Beispiel sei hier nur das Attentat in Sarajewo genannt, das lange Zeit als „der Auslöser“ des Ersten Weltkrieges galt, von dem aus sich alles andere zwangsläufig entwickelt habe. Nun krankt die vergleichende Geschichtsforschung bekanntlich an der mangelhaften Infrastruktur für Zeitreisen, weshalb sie den endgültigen Beweis für derlei „Initial-Thesen“ stets schuldig bleiben muss. Sie kann nämlich nie den Gegenbeweis führen, indem sie eine Weiche in der Vergangenheit anders stellt und dann feststellt, was auch hätte passieren können.

Deshalb ist das, was ich jetzt zu tun beabsichtige unstatthaft, unwissenschaftlich, ungenau, unbeweisbar und dementsprechend reine Spekulation. Ich werde ein solches als „Initial“ betrachtetes Ereignis in die Gegenwart projizieren und behaupten, dass gerade wieder ein ähnlicher Zeitpunkt kurz bevor steht, an dem sich die Zukunft in zwei sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln kann.

24. März 1933

Jeder, der sich auch nur ein Wenig in der Geschichte auskennt,

(mehr …)

Eine interessante Frage… 31. Januar, 2017

Posted by Rika in gesellschaft, medien, politik, presse.
Tags: , ,
add a comment

…. wirft für mich die allmorgendliche Lektüre meiner Zeitung heute auf,  schreibt sie doch ausführlich auf der großen Doppelseite 2 und 3 über das Thema „Fakten oder Lügen“ und zitiert Herrn Garri Kasparow mit dem schönen Satz:  „Es gibt nur eine Wahrheit, aber eine unendliche Menge von Lügen“.   Das löst in mir  – christlich sozialisiert und bibelfest  –  natürlich sofort den Reflex aus, an das Bibelwort zu denken und Jesus zu zitieren: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben…“. Aber darum geht es weder der HAZ noch Herrn Kasparow, vermute ich. Denn eigentlich geht es um den postfaktischen oder faktenresistenten Herrn Trump und alle seine (rechts)populistischen Follower im schönen Deutschland, Europa und der Welt. Dazu darf auch Herr Geissler seinen von  Altersweisheit getragenen (Senf sage ich jetzt mal nicht ) Kommentar abgeben, verkürzt wiedergegeben bereits in der Überschrift des Interviews, das mit ihm geführt wurde: „Trump ist nicht umsonst Idol der AfD“

Auf Seite 4 werde ich über den weltweiten Widerstand gegen Trumps Einreiseverbote ***s.u.  informiert. Da wird sogar das ansonsten nur mit Kritik belegte israelische Außenministerium zitiert, das das Verbot „als falsch und traurig“ bezeichnet. Wenn es der Stärkung der eigenen Meinung dient, greift man sogar auf diejenigen zurück, die man sonst immer der falschen Politik bezichtigt, wie  übrigens dann auf Seite 5 in großer Aufmachung zu lesen ist:

„Israel will Siedlungen legalisieren“    Natürlich ist das meiner Zeitung zufolge  gänzlich falsch, wie nicht nur die Bundesregierung verlautbaren lässt, führt das doch dazu, dass eine Zweistaatenlösung“ nicht mehr möglich sei und dies, wie die Autorin des Artikels in ihrem Schlusssatz kundtut, die Grundlagen des gesamten Friedensprozess in Frage stellen würde.  Gut, dass meine wunderbare Tageszeitung das noch einmal so deutlich hervorhebt.   Nicht das als „judenrein“ geplante Staatsgebiet „Palästina“, nicht die Glorifizierung der arabisch-palästinensischen Terroristen, die Israelis auf offener Straße abstechen, überfahren oder   in deren Häusern, Restaurants und Synagogen hinterrücks  morden, auch nicht der Aufruf der Hamas an die weltweite Ummah der Muslime, den Kampf gegen Israel so lange zu führen, bis das zionistische Gebilde besiegt und von der Landkarte getilgt  ist    –     eine  Forderung übrigens,  die nach wie vor und mit Nachdruck von dem, wieder neu in den Kreis der vielversprechenden Handelspartner aufgenommenen,  IRAN erhoben wird  -,      gefährden den Friedensprozess, nein, es sind die „Siedlungen“. Dieses ewige Mantra wird solange in den Regierungsetagen und den Medien der „freien westlichen Welt“ (in der  Welt der muslimisch dominierten und von der Sharia beherrschten Gesellschaften ist das ja ohnehin Staatsdoktrin)  wiederholt, bis der Effekt eintritt, mit dem Marina Weisband in dem Artikel über Fakten und Lügen /Seite 2 und 3, s.o.) zitiert wird: „Wenn du steif und fest behauptest, der Himmel sei grün, ist dein Ziel nicht, dass ich dir glaube. Dein Ziel ist, das so lange zu tun, bis ich sage: Das ist deine Meinung. Ich habe meine. Niemand kann objektiv sagen, welche Farbe der Himmel hat. So legitimiert man das offensichtlich Falsche.“.

Die Regierungen und Medien legitimieren durch die ständige Wiederholung des Mantras von dem „Friedenshindernis“ Siedlungen das offensichtlich Falsche.  Und sie wissen das –   eigentlich. Uneigentlich beherrschen vermutlich sehr starke Wirtschaftsinteressen die Politik, die sie gegen Israel verfolgen.

Meine Haltung und Einstellung zu Israel und zur Berichterstattung darüber ist hinlänglich bekannt. Das wollte ich heute nicht erneut zum Thema machen.

Die Frage, die sich mir angesichts der Lektüre meiner heutigen Tageszeitung stellt, ist eine andere.

Qui bono?

Welche Effekte werden mit Nachrichten und Meinungen wie den heute veröffentlichen erzielt oder sollen erzielt werden? Angesichts bevorstehender Wahlen eine nicht zu vernachlässigende Fragestellung.

Welche  innenpolitischen Probleme sollen aus dem Fokus der Berichterstattung genommen werden –   etwa Sicherheitsfragen,  Terrorgefahr, , Flüchtlinge und Integration, Einwanderungsgesetz, soziale Sicherheit, Arbeitsbedingungen, Geldwirtschaft, Infrastruktur, Auseinandersetzung mit dem Islam, Genderdiskussion,  aufkommender Nationalsozialismus, links-grüner Faschismus, Ökologie, Energiewirtschaft, Antisemitismus und… und … und.

Wo wird das offen diskutiert, und zwar ohne zu polarisieren zwischen Gut = Merkel (CDU, SPD, Linke, FDP, Grüne) und Böse = Trump (AfD).  Gibt es überhaupt ein Interesse daran, diese Fragestellungen offen zu diskutieren mit allen Schwarz-, Weiß- und Grautönen und dabei zuzulassen, dass auch durchaus Ansichten des politischen Gegners „gut“ sein können oder ist es vielleicht vielmehr so, dass wir mit der öffentlichen Aufregung über die Angelegenheiten fremder Staaten zwar so etwas wie eine politische Meinung äußern und diskutieren und uns dabei sooo politisch interessiert und aktiv finden können, aber die Auseinandersetzung  über uns selbst, unsere Gesellschaft, das was uns direkt betrifft, also auch die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, auf diese Weise geschickt unterlaufen und unterbunden wird?

Hat jemand eine halbwegs schlüssige Antwort?

Gibt es die überhaupt?

 

 

***  Nachtrag vom 1. Februar 2017

Gerd Buurmann hat sich mit der Auswirkung des Einreiseverbots auf Europa auseinandergesetzt. Bitte lesen:

Das Einreiseverbot trifft auch Europa!

Holocaust…. 29. Januar, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, judentum, politik.
Tags: , , , , , , , ,
add a comment

Zum ersten Mal mit dem „Begriff“  HOLOCAUST  konfrontiert wurde ich durch die amerikanische Fernsehserie „Holocaust – die Geschichte der Familie Weiss“, die 1979 auch im deutschen Fernsehen gesendet wurde.

Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, den Begriff  HOLOCAUST  je zuvor gehört zu haben.

Wohl erinnere ich mich daran, dass später im Elternrat der Schule meiner Kinder darüber diskutiert wurde, ob man diese Serie Kindern zumuten dürfe. Viele Eltern sprachen sich dagegen aus, ich vertrat damals die Meinung, dass man das, was Deutsche damals jüdischen Kindern „zugemutet“ hatten, die Qualen an Leib, Seele und Geist zu erleiden, durchaus in filmischer Darstellung den heute in Frieden und Freiheit lebenden Kindern zumuten dürfe, zumal die Serie auf schulgerechte Länge gestutzt und um allzu grausame Details „bereinigt“ war.

Für das, was Deutsche den europäischen Juden angetan hatten, gab es meiner Erinnerung nach vor dem Ausstrahlen dieser Fernsehserie  keinen „Begriff“ im allgemeinen Sprachgebrauch, ja, eigentlich gab es auch kaum ein allgemeines Sprechen oder Reden über das  Schreckliche, das Böse, das unaussprechlich Furchtbare. Zu meiner Schulzeit zwischen 1956 und 1966 und auch während meines ersten Studiums  von 1967 – 1972 wurde nicht über  „das“ offen geredet, was  in den nichtjüdischen Familie  in den Gesprächen der Älteren anklang, es wurde von „Judenverfolgung“, verharmlosend von „Reichskristallnacht“ gesprochen,  ganz allgemein erklärt, dass im Dritten Reich Juden  verfolgt und in Lagern umgebracht wurden.

Meine ersten detaillierten Informationen über das Grauen entnahm ich  einem Roman, den meine Eltern im Bücherregal stehen hatten und den ich heimlich las, weil er ja eigentlich für Erwachsene gedacht war, ich aber noch im zarten Teenageralter oder sogar etwas jünger war… so genau weiß ich es nicht mehr. Der Roman hieß „Exodus“, von Leon Uris.

Was ich da las, konnte ich nicht fassen.

Und ich begann zu fragen … meine Eltern, meine Großeltern, Tanten und Onkel, sogar die Freunde meiner Eltern. Manchmal, so erinnere ich es, kam es dabei zu heftigen Diskussionen und Vorwürfen meinerseits. Ich bin in einer gläubig-frommen Familie aufgewachsen. Wir gehörten einer sogenannten Brüdergemeinde an. Ich erfuhr von Bespitzelungen der Gottesdienste durch die Gestapo während der Naziszeit … und von Angst. Meine Großväter lebten aber in der festen Überzeugung, dass, wer die Juden antaste, Gottes Augapfel antaste, so habe ich es von ihnen selbst gehört, aber auf meine vorwurfsvolle Frage, warum sie denn Gottes Augapfel nicht geschützt hätten, gaben sie keine Antwort.

Erst viel später, als ich mich intensiv mit mir selber auseinander gesetzt hatte und mir die Frage gestellt hatte, wie ich damals reagiert hätte, und ich diese Frage nicht wirklich abschließend zu meinen Gunsten beantworten konnte, habe ich aufgehört, meine Familie dafür zu verachten, dass sie nichts gegen Hitler und das Regime unternommen hatte. Im Wissen um das, was geschehen ist, kann man sich leicht zum mutmaßlichen Widerstandskämpfer stilisieren, aber ich bin ein Mensch, der sich schnell begeistern kann, wenn jemand mit genügender Überzeugung für seine Sache wirbt. Ich bin aber auch jemand (geworden), der schlecht damit umgehen kann, wenn anderen Unrecht geschieht, dann mische ich mich ein, argumentativ oder tatkräftig. Wenn ich heute über die Frage nachdenke, wie ich mich verhalten hätte zu Adolfs Zeiten, kann ich mir aufgrund meiner Struktur beides vorstellen, damals nämlich ein Anhänger und Bewunderer gewesen zu sein oder ein erklärter Gegner. Und vielleicht hätte mich die Angst ebenso gelähmt, wie meine Familie damals. Ich bin nicht stolz darauf (und heute habe ich eine sehr klare Haltung)  und genau das macht mich heute wachsam für Situationen und politische Entwickelungen, die ich als gefährlich ansehe. Gefährlich für mich, für unsere Gesellschaft, für die Zukunft.

Doch zurück zu meiner Überschrift über diesen Blogbeitrag:

HOLOCAUST

Wer von uns verbindet den Begriff heute noch so  exclusiv  mit der Vernichtung der europäischen Juden?

Wer denkt bei Holocaust zuerst an  SECHS MILLIONEN GETÖTETE JUDEN ?

In der diesjährigen Gedenkstunde des Bundestages anlässlich des  „Holocaustgedenktages“ am vergangenen Freitag gedachte man der  Euthanasie-Opfer während der Nazizeit; von Juden war in keinem einzigen Satz die Rede.  Nicht dass man mich falsch versteht, ich finde es richtig, auf die vielen, vielen Menschen hinzuweisen, die als „unwertes Leben“  im Zuge der Euthanasie-Aktion der Nazis getötet wurden. Auch sie waren Opfer einer fürchterlichen Ideologie, die sich anmasste, Menschen einen Wert zuzumessen oder abzuerkennen, sie für lebenswert zu halten oder sie „als Last für  den Volkskörper“ dem Tode preis zugeben.

EINSCHUB: Wir müssen meiner Meinung nach gut aufpassen, ob dies nicht in anderer Form wieder zum Tragen kommt, etwa in der pränatalen Diagnostik, wenn es darum geht, ob ein Fötus, ein Kind, das das Down-Syndrom oder eine andere Form der Behinderung  hat, ausgetragen werden soll oder nicht, ob es seiner Familie zumutbar ist oder nicht. Gleiches gilt bei der Frage, welche medizinische Versorgung Schwer- und Schwerstkranken lebenslang zuteil werden darf / soll / muss und unter welchen Umständen der Tod eines alten und / oder schwerkranken Menschen bewusst mit Hilfe von Medikamenten herbei geführt werden soll / darf oder nicht.)

Der Holocaust, die geplante und straff organisierte Vernichtung der Juden hatte aber noch eine weitere,  eine andere erschreckendere Dimension, sie richtete sich ausdrücklich und ausschließlich, mit dem vermeintlich legalen Hinweis auf die angeblich „mindere Rasse“  gegen die Angehörigen des jüdischen Volkes – und gleichzeitig  traf es Deutsche, Holländer, Ungarn, Franzosen, Griechen, Italiener, Ukrainer, Polen… allesamt jüdische Bürger ihrer jeweiligen Heimatländer

In vielen Städten, so auch in Hannover, gibt es ein Mahnmal oder eine Gedenkstätte, auf den Holocaust hinzuweisen. In Hannover wurde seit der Errichtung des Mahnmals an dieser Stelle der Opfer gedacht. Das Mahnmal liegt zentral, mitten in der Stadt, alle (den Behörden bekannten) Namen der Hannover’schen Opfer sind eingraviert, ihr Alter ist angegeben, das Datum und der Ort ihrer Deportation. Sie, die Opfer, sollten wieder mitten in die Stadt zurück geholt werden, als ein Zeichen, dass sie hierher gehörten und gehören.  Am Holocaustgedenktag legten Vertreter der Stadt Hannover, des Landes Niedersachsen und die der jüdischen Gemeinden in Hannover dort Kränze nieder und es wurde in Ansprachen der Menschen gedacht.  Ich habe in all den Jahren ebenfalls das Mahnmal aufgesucht am Tag des Gedenkens, habe eine Kerze angezündet oder Blumen hinterlegt an der Stelle, an der der Name eines Angehörigen meiner Freundin eingraviert ist. In diesem Jahr wunderte ich mich und war verstört, dass weder Kränze noch Blumen am Mahnmal zu sehen waren. Dann fiel mir ein, dass in Hannover Ahlem, auf dem Gelände der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule  die zentrale Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust eingerichtet worden ist, weil dort die hannoverschen Juden von SS und Gestapo gesammelt wurden, bevor  von dort aus die Deportationen selbst begann.

Ahlem liegt weit vom Zentrum entfernt.

Wer nimmt es überhaupt wahr, dass dort der ermordeten jüdischen Bürger Hannovers  gedacht wird?

Doch vermutlich nur diejenigen, die sich ohnehin mit dem Thema beschäftigen.

Zwar waren in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler einer berufsbildenden Schule an der Gedenkzeremonie beteiligt,  doch  für die meisten Hannoveraner blieb das Erinnern „unsichtbar“, so wenig im Bewusstsein der Bürger, wie die Tat damals, denke ich ….

Im Internet lese ich und das Fernsehen berichtete auch bereits, dass Herr Trump in seiner Ansprache zum Gedenken an den Holocaust zwar der „Opfer“ gedachte, aber mit keinem Wort die Juden erwähnte. Und natürlich wird er dafür heftig kritisiert.

Aber vielleicht ist es auch ganz anders, als alle Kritiker ihm vorwerfen, und für ihn ist allein schon der Begriff   „HOLOCAUST“ explizit und eindeutig, eben „nur“  verbunden mit der Vernichtung der europäischen Juden, und es kommt ihm darum gar nicht in den Sinn, extra auf die „jüdischen Opfer“ hinzuweisen.

Bei uns in Deutschland gibt es Gruppierungen, die von einem „Holocaust“ an Tieren reden, die von einem „Holocaust“ fantasieren, der in Gaza stattgefunden haben soll, verübt durch Israelis, die angeblich aus dem Holocaust nichts gelernt hätten.

Der beinahe schon inflationäre Gebrauch des Begriffs, der ursprünglich für das „Singuläre“ für die  Vernichtung des europäischen Judentums  stand, kann meiner Meinung nach dazu führen, dass immer weniger Menschen sich mit dem furchtbaren Schrecken der Ermordung von 6 Millionen Juden befassen.

Ich habe mir schon vor einiger Zeit angewöhnt  das hebräische Wort „Shoah“ zu gebrauchen, wenn ich über die Vernichtung der Juden spreche.

In Israel käme vermutlich kein Mensch auf die Idee, SHOAH anders zu verstehen…..

oder das Wort anders zu gebrauchen.

…………………………………………………………………………………………………………..

Siehe dazu auch diese Erklärung bei HaGalil

Randale nach dem Abpfiff… 23. Januar, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, meine persönliche presseschau, politik.
Tags: , , , , ,
3 comments

Das Spiel ist aus.

Völlig überraschend hat die hoch favorisierte Heimmannschaft verloren.

Das Nachhaken beginnt, das Nachtreten auch.

Hatte der Trainer die falsche Strategie? War seine Taktik  nicht gut genug auf den Gegner abgestimmt?

War am Ende sogar der Schiedsrichter bestochen?

Die enttäuschten Fans ziehen, laut grölend ihren Unmut kund tuend,  durch die Stadt. Ihr Frust entlädt sich. Passanten werden angepöbelt.  Schaufenster gehen zu Bruch.

Noch am gleichen Tag entsteht  ein mächtiger Shitstorm im Internet.  Der Sieger steht am Pranger. Heimtückische und unfaire Spielzüge werden ihm vorgeworfen. Eigentlich hätte der Verlierer den Sieg verdient. Die Medien greifen das Thema auf.

Das hätte so an jedem Bundesligaspieltag stattfinden können.

Aber es war und ist kein Fußballspiel, das ich mit ungläubigem Staunen beobachte.

Es ist gar kein Spiel.

Die Amerikaner haben einen neuen Präsidenten gewählt. Und völlig überraschend hat nicht die hoch favorisierte, Politik erfahrene Kandidatin der Demokraten gewonnen, sondern ein Mann, dem man so ziemlich alle unfeinen Unarten anhängt, über die alle aufrechten Demokraten der Welt mit Empörung reagieren und der Blätterwald  mit kritischem Eifer berichten kann.

Ich erspare mir die lange Auflistung seiner Unzulänglichkeiten und  Untugenden (die sicherlich vorhanden sind und die ich weder beschönigen noch verschweigen will) …. das mag jeder selber  in jeder beliebigen Zeitung, jedem beliebigen Magazin oder modernem Medium seiner Wahl nachlesen oder sich von erfahrenen Nachrichtenverbreitern in Radio und Fernsehen erzählen lassen.

Die Amerikaner haben in einem demokratischen Prozess zunächst die Kandidaten für das höchste Amt des Staates bestimmt…. und wir wurden Zeugen dieses monatelang währenden Schaulaufens der Protagonisten in den beiden großen Parteien und einigen Splittergruppen. Am Ende bestimmten die Demokraten Hillary Clinton und die Republikaner Donald Trump. Hier in Deutschland beteiligten sich nahezu alle Medien an  diesem Spektakel, denn dazu haben sie es gemacht, und die herrschende politische Elite des Landes hielt mit ihrem Zuspruch für die Demokratin nicht hinter den Berg. Die Medien taten es ihnen gleich und machten beinahe drohend deutlich, dass nur Rechtspopulisten einem Kandidaten Trump die Stimme geben würden.

Die Vereinigten Staaten von Amerika müssen das Land der Rechtspopulisten sein, die für die Wahl  ausschlaggebende Mehrheit der Bevölkerung jedenfalls.

Diese Mehrheit entschied sich für Trump und gegen „Hillary“, wie sie freundlich vereinnahmend von vielen genannt wurde.

Und seitdem steht sie Kopf, die Welt der klugen, demokratischen, global denken und handelnden Politiker,  und die Medienwelt dazu. Nahezu alle Repräsentanten der maßgeblichen im Bundestag und in den Landtagen vertretenen Parteien reagieren entsetzt, befürchten den Untergang der westlichen Demokratien, beschwören ein nie da gewesenes Desaster, überschlagen sich mit Formulierungen des Abscheus, die sich jeder Privatmensch verbitten würde und die im neuen Konzept der Maas’schen „Hatespeech“-Kampagne unweigerliche unschöne Konsequenzen für den lästernden Kommentator nach sich ziehen würde.

Doch wer glaubte, dass sich das in den langen Wochen nach der Wahl irgendwie legen würde, der sah und sieht sich getäuscht. In den Tagen vor dem Amtsantritt des neuen Präsidenten schwangen sich die Trump-Gegner zu wahren Höchstleistungen auf und das ist auch jetzt, nach der Einführung des POTUS keineswegs weniger geworden. Mein Heimatblättchen, die HAZ (Madsack)  widmet heute dem Ungeliebten eine Doppelseite  und erfreut sich über die Proteste in Amerika*** unter dem schönen Titel: „Amerika meldet sich zurück“.

Doch all das ändert nichts an der Tatsache: Donald Trump ist der demokratisch gewählte Präsident der USA.

Mag sein, dass die „Trump-Wähler“ politisch naive Menschen sind, ungebildet und  oder dumm dazu. Sie haben in einem demokratischen Verfahren ihre Stimme abgegeben. Herr Trump ist nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen –  wie gerade Herr Erdogan versucht, das demokratische Gefüge seines Landes zu verändern.  Donald Trump hat sich nach den Regeln der amerikanischen Gesetze zur Wahl des Staatsoberhaupts um das Präsidentenamt beworben und ist gewählt worden.

Mag sein, dass das Wahlsystem in den USA ihn, Trump,  begünstigt hat, ich kann das nicht beurteilen, aber er ist der demokratisch gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass das moderne Kommunikationssystem mit Twitter, Facebook und Bloggern  (das ja allen Akteuren zur Verfügung stand, nicht wahr?) ihn begünstigt hat, aber er ist der gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass Medien geschmiert wurden und falsche Nachrichten über seine Widersacherin verbreitet wurden – das muss, sofern es justiziabel ist, geklärt werden -, aber er ist der gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass das allen europäischen und weltweit regierenden demokratisch gewählten Staatsoberhäuptern überhaupt nicht in den Kram passt, aber Donald Trump ist der demokratisch gewählte Präsident seines Landes.

Mögen die Stegners, Steinmeiers, Özdemirs und Göring-Eckarts dieser schönen bunten Republik auch noch so erregt wie betroffen Gift und Galle spucken, Donald Trump ist der demokratisch gewählte Präsident seines Landes.

Mag sein, dass die Empörungsorgie in Funk und Fernsehen, den Zeitungen und Magazinen, online wie gedruckt noch immer weiter und noch immer höchste Wellen schlagen, aber Herr Trump ist der demokratisch gewählte Präsident der USA.

Kommen wir  also mal alle wieder auf den Teppich.

Und machen wir es  nicht wie die  verärgerten  HSV-Fans am letzten Wochenende, die randalierend und pöbelnd durch Hannovers Hauptbahnhof zogen.

Seien wir  faire Beobachter und Kommentatoren der Entwicklung nach einer Wahl, die wir nicht mit entscheiden konnten und gewähren wir in demokratischer Fairness auch dem – möglicherweise  gegen   „unseren“ erklärten   Willen gewählten –   Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika das, was hierzulande eine gute Gepflogenheit nach Wahlen ist:

100 Tage Schonfrist für den neuen Mann im Weißen Haus.

………………………………………………

***

Zu den Protesten, den  Aufmärschen der Frauen sage ich jetzt nichts, einige der Bilder sprechen für sich…. schamlos, würdelos und respektlos.  Sie, diese Frauen, sprechen und marschieren aber ganz sicher nicht für mich!

Und wenn sich schon Frauen in demokratischen Gesellschaften für Frauenrechte einsetzen und demonstrieren, dann sollten sie sich mit den vom IS geschundenen Frauen solidarisieren, mit den nach Sharia-Recht entmündigten Frauen muslimischer Gesellschaften,  mit zwangsverheirateten Mädchen, mit rechtlosen Frauen in Afghanistan, mit den jungen Mädchen, deren Genitalien verstümmelt werden. Und sie sollten dagegen protestieren, dass Abertausende weibliche Föten abgetrieben werden….  weil von Männern dominierte Familienclans  es so wollen.

 

…………………………………………………………………………

NACHTRAG  am 24. Januar 2017

Einen ganz und gar wunderbar lesenswerten Text zur Anti-Trump-Hysterie gibt es hier:

Make thinking logical again

Danke an Roger Letsch für seine Gedanken, Zitat: „Geschrieben am 22.1.2017, dem zweiten Tag nach der Apokalypse. „

sms: rassismus vs terrorismus 3. Januar, 2017

Posted by Rika in aktuell, gesellschaft, politik, presse, terrorismus.
Tags: , , , ,
add a comment

Zur Erklärung  „sms“: Ab und zu werde ich in Zukunft einen Gedanken als sms, also als Kurzmitteilung äußern, mit Betonung auf „kurz“.

Nach Köln 2016

scheinen einige Leute von der größten Sorge getrieben zu sein, das Vorgehen der Staatsgewalt – Polizei –  zu Silvester könne rassistisch sein…   das  finde ich verblüffend, liegt „Berlin“ doch gerade mal  12 Tage zurück.

Müsste nicht die größte Aufgabe aller Parteien und politisch Verantwortlichen sein,  den Fokus auf die Abwehr von Terror zu richten und damit die Polizeimaßnahmen von Köln ausdrücklich begrüßen?

Heißt es nicht ausdrücklich in der Eidesformel für Bundeskanzler und Bundespräsident:      „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, …“ ?

 

Solange wir dem (behaupteten) Rassismus größere Aufmerksamkeit widmen als dem Terrorismus, haben wir gegen den Terror schon verloren.

Es gehörte zu den Lieblingsmethoden meiner migrantischen Schüler, einer Zurechtweissung, einem Verbot oder einfach nur einer ganz simplen Aufgabenstellung mit dem  Totschlagargument zu begegnen:  „Sie sind rassistisch!“   Ich habe gelernt, ganz locker damit umzugehen.

In diesem Sinne, gebt RASSISMUS keine Chance…..  es ist das falsche Argument …. fast immer !

 

 

Alle guten Wünsche zum Neuen Jahr… 31. Dezember, 2016

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
1 comment so far

Ich bin krank und im Bett liegend schreibt es sich einfach schlecht, deshalb nur die Kurzform:

Ich wünsche allen lieben Menschen, die immer wieder mal hier vorbei schauen,

Ein glückliches, gutes, friedvolles, schönes und gesegnetes Jahr 2017

Eure Rika

Und weil es immer noch schön ist

Haltung bewahren… aber welche? 22. Dezember, 2016

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, politik, terrorismus.
Tags: , , ,
add a comment

Man hat es ja kommen sehen….

Ich habe es immer schon gewusst…

Bessere Kontrollen…

Mehr Polizei…

Die Grenzen dicht….

Die Regierung muss weg…

Nur keine Panik….

Kein Generalverdacht gegen Flüchtlinge….

Der Islam hat nichts mit Islamisten zu tun….

Gebt dem Terror keine Chance…

Wir müssen zusammen stehen….

Geheimdienste stärken….

Moscheen überwachen….

Mit Muslimen reden….

Die andere Wange hinhalten…

Nächstenliebe üben…

Den Verfassungsschutz auf die AFD ansetzen….

Lichterketten gegen Hass….

Keine Macht dem / den Bösen….

Von Israel Terrorabwehr lernen…

Man kann ja doch nichts tun…. ist eh alles zu spät…..

Über die Ohnmacht reden….

Ängste eingestehen und nicht wegreden…

Mitten in  all den Fragen, dem Chaos und der Ohnmacht, die ich verspüre, fällt mir dieser eine Satz ein,  Jesus sagte ihn  einmal zu seinen Jüngern.

Unbegreiflich:

Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

Nachzulesen im Matthäus-Evangelium, Kapitel 10, Vers 16

Ich bin keine Theologin, habe von einer „richtigen“ Exegese keine Ahnung, lese die Texte der Bibel mit meinem ganz einfachen Verständnis, das noch dazu abhängig ist von meiner jeweiligen Befindlichkeit, der Umgebung, der Situation in der ich mich gerade befinde.

Heute ist meine Befindlichkeit geprägt von den Eindrücken des Terrors in Berlin    –      und von den  Berichten meiner Zeitung, den Nachrichten im Fernsehen und Radio und den Artikeln, die online standen.

Und natürlich  auch  von den  Kommentaren, die ich zu dem Geschehen bei Facebook gelesen habe.

Aus manchen Worten spricht tiefer Hass, ohnmächtige Wut, Unverständnis für die politischen Entscheidungen der letzten Monate; andere sind geprägt von der Sorge um mögliche  „falsche“ Reaktionen im Hinblick auf Flüchtlinge und Muslime, viele empfinden Mitleid  mit den Angehörigen der Opfer, den betroffenen Schwerverletzten und den Rettungskräften, die vor Ort waren. Es fallen drastische Worte über den Täter, verunglimpfende, ihn jeder menschlichen Natur beraubende Attribute.  Schreie  nach Rache und Vergeltung werden gepostet,  Rufe  nach Abrechnung mit dem System, „unserer“ Regierung  werden laut.

Mahnende Stimmen der Vertreter von Kirchen und Gemeinden mischen sich in den Chor. Viele nehmen Partei für die muslimischen Flüchtlinge, warnen vor Verurteilung und allgemeiner Schuldzuweisung.

Und ich höre mitten im Getümmel diesen Satz:  „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

Ist er nicht eine Zumutung … dieser Satz? Wir sollen sein wie Schafe – wehrlos –  unter Wölfen, die unser Leben bedrohen…?

Es gibt aber kein „ABER“   in diesem Satz, nur ein „DARUM“.

Und so heißt das für mich, ich drehe mich nicht weg, wende mich nicht ab, sperre mich  nicht ein in meiner sicheren Wohnung und Gewissheit.

„Mischt euch ein!“ könnte Jesus gesagt haben.

Mischt euch ein, aber tut es klug,  so klug, wie die Schlange, die listig ist, die eine Strategie hat für ihr Vorgehen –  in den biblischen Berichten wird sie sowohl als die, die das Verderben bringt, wie die, die Heilung schafft vorgestellt. (Die Schlange als Verführerin Evas…  die eherne Schlange, die Mose auf Gottes Geheiß hin errichtet um die tödlichen Schlangenbisse abzuwehren… )

Kann das Dein Ernst sein, Jesus?

Sollten wir so indifferent wie die Schlangen sein?

Und wie passt das zu der anderen Aufforderung?

„Seid ohne Falsch“.   Verdreht nicht die Tatsachen und  macht euch nicht gleich mit  „den Wölfen“  um euch herum, handelt nicht wie sie, fallt nicht über Wehrlose her, sucht nicht euren Vorteil im Angriff auf den Anderen, macht keine Beute, zieht keinen Vorteil aus dem Unglück anderer,    könnte es heißen, bleibt bei dem, was euch gelehrt wurde:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Die Taube steht im Christentum für das Symbol des Heiligen Geistes. Vergesst nicht, in wessen Geist und Vollmacht ihr lebt.

Dem Satz aus dem Matthäusevangelium folgen weitere Sätze, solche, die beschreiben, dass wir als Christen eben nicht schon hier und heute auf den Gefilden der Glückseligkeit leben, sondern dass wir es mit Problemen zu tun haben, wenn wir Jesus folgen. Es ist die Stelle im Neuen Testament, die ich am liebsten streichen würde, weil sie so ganz anders ist als die Bergpredigt und alle die wirklich schönen Worte von der Liebe, die Jesus immer wieder gepredigt hat.

Doch heute passt diese gesamte Bibelstelle  zu meiner Befindlichkeit nach dem entsetzlichen Anschlag in Berlin.

Und auch dieser andere Satz Jesu  fällt mir ein und gibt mir Hoffnung und Trost:

In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“   (Johannes 16,33)

Nein, das ist keine billige Vertröstung, kein Pfeifen im Wald. Es ist die Hoffnung und die Kraft aus der ich leben kann.

Ein christlich-muslimisches Friedefreudeeierkuchenfest namens Weihnachten… 8. Dezember, 2016

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam, migration.
Tags: , , , , , ,
5 comments

wird heute, am 8. Dezember,  in meinem heimischen Regionalblättchen, der  HAZ,   unter dem Titel:

Weihnacht geht auch christlich-muslimisch

thematisiert   (interessanterweise weicht der Online-Titel von dem der Printausgabe ab… warum nur?)

und im Untertitel erfahren wir:

„Stattreisen und das Deutsch-Türkische Netzwerk bieten gemeinsam Weihnachtsmarkt-Rundgänge an“.

Ist das nicht schön? Und so integrativ, nicht wahr?

Besonders gut hat mir dieser Satz gefallen:  „Sicher die  (gemeint sind die christlichen Schwiegereltern des türkischen Rundgangspartners)  gehen später auch noch in die Kirche, aber sonst spielen die christlichen Wurzeln des Festes an Heiligkabend kaum eine Rolle bei den Hatipoglus.“

Die „christlichen Wurzeln“ spielen kaum eine Rolle.

Wozu braucht man auch Wurzeln für so ein Fest, noch dazu christliche? Wozu braucht man überhaupt Wurzeln?  Fragt den Baum!  Kappt man seine Wurzeln, verdorrt er, wie der wurzellose Weihnachtsbaum, den man lediglich in einen Baumständer stellt,  uns so anschaulich vor Augen führt; nach nur wenigen Wochen rieseln seine Nadeln, der Baum verdorrt.

Das Deutsch-Türkische Netzwerk feiert ein Weihnachten für alle, ganz ohne Wurzeln, ja, es scheint sogar eifrig damit beschäftigt zu sein,  das christliche Weihnachtsfest  durch  Vereinnahmung seiner christlichen  Bedeutung  zu entkleiden,  darf doch (siehe Text) natürlich auch der Hinweis auf den „türkischen“ Nikolaus nicht fehlen.

Zitat: „Ach ja, es darf natürlich auch nicht vergessen werden, dass der Heilige Nikolaus eigentlich ein Türke war. ‚Er lebte im griechischen Myra, dem heutigen Ort Demre in der Nähe von Antalya‘, sagt Weihnachtsführerin Siebecke.

Immerhin erwähnt Frau Siebecke, dass der Ort ursprünglich Myra hieß. Aber ihre Argumentation blendet ansonsten den historischen Bezug (die Wurzeln gewissermaßen)  völlig aus, denn  das ehedem „griechische Myra“ (man erinnere sich an den Geschichtsunterricht – Kleinasien – griechisch, da war doch was….   und dann der Eroberungszug der Römer) war zur Zeit des Bischofs keineswegs türkisch, sondern gehörte noch zum Machtbereich der römischen Kaiser. Es war noch lange Zeit bis Mohammed und dem Erstarken des Islam und der Unterwerfung der christlichen Gemeinden als Dhimmis unter den muslimischen Machtanspruch.  Ist doch gut, wenn man solche Details einfach unerwähnt lassen kann.

Mir fällt dazu unser Besuch in Demre ein, und ich kopiere einen Text hierher, den ich vor Jahren als kritische Auseinandersetzung  geschrieben habe:

Und selbst wenn gar keine Gewalt im Spiel sein sollte, wirft der absolute  Machtanspruch des Islam doch einige nachdenkliche Fragen auf. Ein simples Beispiel mag das verdeutlichen: Wir besuchten während unserer letzten Türkeireise unter anderem auch den alten Bischofssitz des bis heute verehrten Nikolaus von Myra, der heutige Name der Stadt ist Demre. Die ehemalige Basilika ist erst in den letzten Jahrzehnten aus dem Schlamm des Demre-Flusses ausgegraben und sorgfältig restauriert worden. Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis christlichen Lebens in Kleinasien vor der Invasion muslimischer Eroberer.  Allzu viel Aufmerksamkeit wollen die Türken den frühen Christen aber nicht widmen, den wenigen gegenwärtigen aber auch nicht. So findet sich in dem angegliederten Museum  nicht ein einziges „christliches“ Buch, dafür aber jede Menge Koran-Ausgaben und Bücher, die sich mit dem Leben und Wirken Mohammeds beschäftigen.  Es sind diese „Kleinigkeiten“, die meine Besorgnis befördern.  In jeder (christlichen) Buchhandlung Hannovers kann ich Korane erwerben und andere „muslimische Religionsliteratur“, aber im Museum der Basilika des weltberühmten Nikolaus findet sich nichts Christliches, nicht einmal eine Biografie oder historische Erzählung über diesen bedeutenden Mann,   wohl aber jede Menge Kitsch in den umgebenden Andenkenläden… Nikoläuse aller Art.“  ( https://himmelunderde.wordpress.com/2014/12/15/keine-angst-sie-sind-die-guten/ )

Wohlgemerkt, es geht mir bei meiner Kritik nicht darum, dass Türken oder andere Muslime in Hannover weihnachtliches Brauchtum pflegen, denn auch für viele „Christen“ ist Weihnachten zu purem Brauchtum verkommen, losgelöst von der eigentlichen Botschaft dieses Festes. Es geht mir in meiner Kritik darum, dass es Bereiche gibt, in denen das ursprünglich „Eigene“ – in diesem Fall das Christliche –  völlig undifferenziert verknüpft wird mit dem neu hinzu gekommenen (urspünglich) „Fremden“ und dabei das „Eigene“ überdeckt  und bis zur Unkenntlichkeit verbogen wird, um es möglich zu machen, das „Eigene“ und / in  das „Neue“ zu vereinen, als falsch verstandenen Ausdruck des Willkommens.

So konnte man beispielsweise dieser Tage bei facebook ein wunderbares Plakat betrachten, das sinngemäß verkündete: „Alle Christen glauben an Allah“. Wenn man in naiver Treuherzigkeit der Begründung der (katholischen) Initiatoren folgt, die auf die Übersetzung  des arabischen Wortes „Allah“ mit „Gott“ hinweisen, kann man diesem Satz zustimmen. Wer aber den „Allah“ des Koran mit dem „Gott“ der Bibel vergleicht, müsste zumindest leichte Bedenken bekommen, so einfach mir nichts dir nichts zu erklären, alle Christen glaubten an Allah, selbst wenn orientalische Christen tatsächlich den Begriff „Allah“ verwenden. Umgekehrt könnte man ja auch plakatieren, „Alle Muslime glauben an Gott“, ich kann mir aber vorstellen, dass das für Muslime mit ungleich größeren Bedenken verbunden wäre, weckt der Begriff „Gott“ doch allzu deutlich die Assoziation an den Gott der Christen, den „Dreieinigen“, und daran zu glauben, käme für Muslime einer Gotteslästerung gleich, die mit dem Tod bestraft wird.

Herr Abbas erklärte Jesus zum „Palästinenser“, weil Jesus ja bekanntlich in Bethlehem geboren wurde, das nach dem Verständnis der Neu-Palästinenser in „Palästina“ liegt, wobei der Herr „Präsident“ Abbas geschickt verschweigt, dass Bethlehem in Judäa liegt und Judäa eines der Gebiete ist, die jeweils den einzelnen  (jüdischen)  Stämmen der 12 Stämme Israels nach dem Zeugnis der Bibel zugewiesen wurden, gut zweitausend  (2000)  Jahre vor dem Aufkommen der Lehre Mohammeds und lange vor der Umbenennung des jüdischen Landes durch die Römer in die Bezeichnung Syrien-Palästina. Das Lukas-Evangelium berichtet über die Lage des Landes zur Zeit der  Geburt Jesu: „Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Ausgustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Diese Einschreibung geschah als erste, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Es ging aber auch Josef aus Galiäa, aus Nazareth, hinauf nach Judäa, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war…“ (Lukas 2,1 – 4   …  Elberfelder übersetzung) Für alle, die sich in Geschichte nicht sonderlich gut auskennen:  Augustus war der erste römische Kaiser und herrschte von 31 vor bis 14 nach Christus.

Es sind diese Verwischungen „unserer“ christlichen Aussagen mit  denen  der Anhänger des Islam und die willfährige Übernahme der Deutungen durch die sich in ihrer Toleranz allzu wohl fühlenden  Christen, die massiv die christliche Identität bedrohen. Dem gilt es ganz entschieden entgegen zutreten und klar zu unterscheiden nach kulturellem Brauchtum und der christlichen Bedeutung unserer Feste, unserer Begriffe, unseres Bekenntnisses und Glaubens.

Insofern stimme ich sogar Frau Merkel zu, die dazu aufforderte, Weihnachtslieder zu singen, um das „Christliche“ zu stärken. Sie hat nur vergessen zu sagen, dass wir dazu die Gesangbücher  der Kirchen nehmen  und weniger auf „Leise rieselt der Schnee“ oder „Oh, Tannenbaum“ zurückgreifen sollten,  von „Jingle bells“ und „Dreaming of a white Christmas“ ganz zu schweigen.

Weihnachtliches Brauchtum ist wirklich schön und herzerwärmend und daran können sich alle erfreuen, die Glitzerwelten und Glühweinschwaden für typisch „weihnachtlich“ halten, die gerne Weihnachtsgeschenke machen und ebenso gerne annehmen und in stimmungsvoller Friedfertigkeit sich in familiärer Harmonie die Bäuche vollschlagen mit weihnachtlichen Köstlichkeiten.

Und, so denke ich gerade etwas lästerlich, wäre es darum für sehr viele Menschen tatsächlich viel besser, ein „Wintermärchenfest“ zu begehen und das Weihnachtsfest wieder als Christfest denen zu überlassen, die an denjenigen glauben, dessen Geburt am Christfest gefeiert wird JESUS CHRISTUS, Gottes Sohn.

Hier einige wenige meiner Lieblingsweihnachts- und Adventlieder:

Tochter Zion, freue dich…

Macht hoch die Tür

Wachet auf, ruft uns die Stimme

Oh du fröhliche … gnadenringende Weihnachtszeit

Es ist ein Ros‘ entsprungen….

Wie soll ich dich empfangen…

Lobt Gott ihr Christen allegleich…

 

Ich hätte das nicht tun sollen…. 4. Dezember, 2016

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", Christlicher Antisemitismus, israel, israelkritik.
Tags: , , ,
2 comments

Nach Gottesdienst heute am Morgen und Familienzeit bis in den Nachmittag, wollte ich (endlich) bei facebook allen meinen „Freunden“ und allen, die es betrifft, einen schönen  und gesegneten Advent wünschen und anschließend diesen Wunsch auch hier im Blog weitergeben.

Das tat ich auch mit großer innerer Ruhe und Freude. Siehe hier.

„Nur schnell noch mal ein bisschen stöbern  bei facebook und dann im Blog schreiben“, dachte ich und stöberte….

Das hätte ich nicht tun sollen, denn ich landete bei Gerd Buurmann und seinem Beitrag. Und schon war die ganze schöne und frohe Adventstimmung im Eimer.

Nach dem  bischöflich-kreuzlosen Besuch auf dem Tempelberg und an der Klagemauer war mein Bedarf an christlicher Unterwerfung unter den Islam bei gleichzeitiger  „christlicher Israelf(r)ei(u)ndschaft“ eigentlich für Wochen gedeckt und ich wollte mir nicht vorstellen, dass das binnen kürzester Zeit doch noch zu toppen sei.  Aber, liebe Besucher dieses Blogs, liebe Freunde,  schlimmer geht immer, um diese blöde Floskel mal „sinnvoll“, wenn auch mit großem Frust zu gebrauchen.

Gerd Buurmann schreibt aus gegebenem Anlaß an Mitri Rahem, einem, nein dem Pastor aus Bethlehem, der immer wieder mit seiner großen Liebe zum Land und Staat Israel    auf sich aufmerksam macht. Pfarrer Mitri Rahem hat einen begeisterten Fanclub auch in Deutschland. Lauter liebe fromme Christenmenschen, die mit der größtmöglichen Inbrunst Israel auf den rechten Weg bringen möchten;  darunter ist zu verstehen, dass sie den Staat Israel am liebsten von allen zionistischen (also vor allem jüdischen) Bewohnern reinigen und befreien möchten, damit die armen Palästinenser endlich in Frieden leben können. Ich weiß, ich klinge gerade sehr unfreundlich, zynisch und sarkastisch.

Vor allem bin ich aber vollkommen ohnmächtig und grenzenlos traurig, wieder einmal mit einem uralten Phänomen christlicher Denkweise konfrontiert zu sein, einem uralten Antijudaismus nämlich. Denn wie anders sollte ich es benennen, wenn aus jeder Zeile des Pfarrers aus Bethlehem mir dieser Vorwurf entgegenspringt:

Israel und die Juden sind  das Problem, das den Frieden in der Welt verhindert.

Gerd Buurmann schlüsselt das Phänomen weiter auf… ich werde das hier nicht selbst tun, sondern kopiere Teile seines Textes hierher und setze den Link zu seinem Blogbeitrag:

Er beginnt mit dem Pfarrerwort:

Die Gemeinde zwischen der Nakba (1948) und der Naksah (1967)
Die Zeit Pastors Schehadeh

Der arabisch-israelische Krieg in 1948 war eine Katastrophe für die Bevölkerung Palästinas. Unter den etwa 900.000 vertrieben Palästinensern waren mehr als 55.000 Christen. Infolge dieser Vertreibung durch Israel wurden die christliche Städte in ihrer Demographie umgewalzt: Die größten an der Küste liegenden Städte, die über einen beträchtlichen christlichen Bevölkerungsanteil verfügten, fielen 1948 in zionistische Hände.“ 

Diese Behauptungen läßt Gerd Buurmann nicht unwidersprochen und schreibt einen offenen Brief an den Gottesmann:

„Lieber Pfarrer Rahem,

es gehört zu der Tradition der christlichen Kirche, in der Adventszeit postfaktisch Lügen über Juden zu verbreiten. Diesmal nehmen Sie sich dieser Aufgabe an. Ich möchte Sie korrigieren.

Als am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, während die arabische Seite die Annahme ihres unabhängigen Landes verweigerte und sich stattdessen zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien an einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels engagierte.

Im Zuge dieses Krieges kam es zu zwei Flüchtlingsströmen. Der eine Strom bestand aus, Sie sagen 900.000 Flüchtlingen, andere sprechen von 500.000 Flüchtlingen. Der andere Flüchtlingsstrom, den Sie nicht erwähnen, bestand aus 850.000 Flüchtlingen. Beginnen wir also mit den Flüchtlingen, die Sie erwähnen.“

Den ganzen Brief kann man am Originalort nachlesen.

Ich hätte den Pfarrer nicht mit „Lieber Pfarrer“, angeredet, sowenig wie mit „sehr gehrter Herr Pfarrer“.

Ich würde schreiben:

Herr Pfarrer, schämen Sie sich nicht,  so unverschämte Lügen gegen Juden zu verbreiten?

Das wäre wenig christlich, aber entspräche meinem aktuellen Gemütszustand. Und so bin ich Gerd Buurmann dankbar, dass er in ruhiger Sachlichkeit auf Herrn Mitri Rahem antwortet.

Meine Adventsgedanken schreibe ich noch …  wenn ich mich wieder gefangen habe.

Ich bitte um Verständnis!