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Ein bisschen Tratsch … 11. März, 2021

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, politik, presse.
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Ganz ehrlich, ich hatte ja gar keine Ahnung!

Nur ganz am Rande nehme ich in der Regel Geschehnisse wahr, die sich bei den britischen Royals abspielen. Mehr, als man im öffentlich-rechtlichen TV erfahren könnte, bleibt mir gemeinhin verborgen. Natürlich habe ich mir die Traumhochzeiten der „jungen Royals“ nicht entgehen lassen. Welch wunderschön gestylte Frauen in wunderschönen Gewändern und am Arm ganz wunderbarer Männer. So wunderbar das alles.

Und nun das.

Sicher, auch ich habe mitbekommen, dass das Traumpaar Harry und Sally,  nein, Meghan und Harry mit Baby Archie die glamouröse Welt der – „Firma“ genannten – königlichen Familie verlassen haben, der Queen den Dienst aufkündigten und Zuflucht im sonnigen Kalifornien suchten und fanden.

Aber erst das reichlich und aufdringlich beworbene Interview, das die royalen Nestflüchter der Tratsch-Queen Winfrey in Amerika gaben, ließen mich den ganzen Jammer erkennen, dem insbesondere die mit „Herzogin“ geadelte C-Schauspielerin Meghan Markl ausgesetzt war, durch die Bosheit des royalen Clans und die der Medien gleichermaßen. 

An dieser Stelle möchte ich kurz einfügen, was ich in einem Kommentar bei Facebook schreib: 

Dass jede Person, die in „die Firma“ einheiratet, einen schweren Stand hat, kann man wohl mühelos nachvollziehen, umso mehr, wenn die Person nicht mit den Gepflogenheiten britischer Königshäuser zumindest im schulischen Geschichtsunterricht vertraut gemacht wurde. Was mich in der ganzen nun entstandenen medialen Aufregung aber irritiert, ist, dass (fast alle) Medien das trotzig-naive „ich habe mich nicht informiert“ durchgehen lassen und M.M. in ihrer Opferrolle unterstützen.“

Zur Erklärung müsste ich noch hinzu fügen, dass ich mich der Wirkung der Werbung für das Interview nicht entziehen konnte und tatsächlich ca. 25 Minuten lang das perfekt inszenierte  Jammern „bewunderte“, vielmehr mich dabei über die ebenso perfekt dargebrachte Naivität wunderte, mit der HRH M.M. beteuerte, sie habe sich mit voller Absicht nicht über „Harrys Grandma“ informiert, so als sei diese Grandma eine Oma wie jede andere auf der Welt und nicht die Queen, Symbolfigur und auch Ikone einer mehr als tausend Jahre alten Institution, der britischen Monarchie nämlich. 

Vielleicht hatte sich M.M.  tatsächlich nicht darüber informiert, welch „Hohem Hause“ ihr neuer Verehrer angehörte. Aber kann man sich soviel Dummheit wirklich vorstellen? Würde man sich nicht vielmehr gründlich mit allen Fakten auseinandersetzen, die mit dem Anbetenden in irgendeinem Zusammenhang stehen? (Königshaus, Königsfamilie, Geschichte der Monarchie, Geschichte Englands und Großbritanniens etwa) Oder war sie tatsächlich der Meinung, dass sie, wie sie im Interview sagte,  den Umgang mit Promis (zu denen sie sich zweifellos selbst auch zählt) gewohnt sei und sie es darum auch nicht für nötig hielt, sich näher über  die „Promis des britischen Königshauses“ in Kenntnis setzen zu müssen? 

All das setzte mich schon in Erstaunen.

Aber dann zog man die Trumpfkarte:

Sie habe sich mit Rassismus aufgrund ihrer Abstammung konfrontiert gesehen.

Ganz ehrlich?

Als ich zum ersten Mal in der Zeitung Bilder von Mrs. Markl sah, war mir überhaupt nicht der Gedanke gekommen, sie könnte „black“ oder den PoC  zugehörig sein. Ich sah nur eine wunderschöne und elegante junge Frau. Es muss mir auch später entfallen sein, dass ihre Mutter eine Afro-Amerikanerin ist. Daran mag man erkennen, wie wenig Aufmerksamkeit ich dem Klatsch und Tratsch über königliche Paare entgegen gebracht habe, aber auch das, wie wenig meine Wahrnehmung durch „rassistische Motive“ getrübt gewesen ist.

Bei späteren TV-Berichten  bewunderte ich eine gut aussehende, perfekt auftretende junge Frau an Harrys Seite, die einen guten Job für die Firma machte und mit freundlicher Eigenständigkeit in der Öffentlichkeit und den Medien punktete, in durchaus erwünschter Ergänzung zu der anderen jungen Frau im Familienclan, der ebenso hübschen wie bewunderten Kate an Williams Seite.

Über Neid, Missgunst, gar Zickenkrieg will ich nicht spekulieren und auch nicht über diesen Teil des Interviews räsonieren, in dem solche Untertöne leicht anklangen. 

Mehr der unsäglichen Darstellung des Leidens an Ausgegrenztheit  und Rassismus habe ich mir nicht angetan. 

Was mich ärgert, ist, dass sich viel zu viele Medien   (wohl unter dem Eindruck des Rassismus-Vorwurfs) ohne jedes kritische Nachfragen zu M.Ms  eigenem Anteil an dem Desaster  mit der „Herzogin von Sussex“ solidarisieren und damit gleichzeitig die Institution der britischen Monarchie angreifen. 

Es gibt Regeln, nach denen wir alle leben und / oder leben müssen. Sich mit diesen Regeln rechtzeitig vertraut zu machen, kann vor Enttäuschungen und Schaden bewahren und dazu verhelfen, sich in einem fremden System zurecht zu finden. Und natürlich gibt es Regeln, die man infrage stellen kann, andere, die man sogar infrage stellen muss. Aber wie sinnvoll ist es, das in aller Öffentlichkeit und  anklagend mit tränenreicher Stimme vorzutragen?

Qui bono? Wem zum Vorteil nützt es? 

Dient es der behutsamen Modernisierung alter Traditionen in Monarchie und Gesellschaft gleichermaßen?

Dient es der Bekämpfung von Rassismus und Ausgrenzung?

Oder dient es nicht doch vielmehr dem gekränkten Ego einer jungen Frau, die in der Scheinwelt von Hollywood eine Rolle gespielt hat und bitter erkennen musste, dass es doch  einen Unterschied macht,  ob man für einen Film für kurze Zeit eine anstrengende Rolle übernimmt oder aber im wahren Leben damit  konfrontiert ist, dass man mit dem Eingehen der Hochzeit mit einem Royal auch die lebenslangen Pflichten einer Royal übernommen hat und zudem bei deren Erfüllung auf Schritt und Tritt beobachtet wird. 

Ich kann verstehen, dass das eine Herausforderung ist, bei der man leicht an seine Grenzen kommt. Aber mir fehlt das Verständnis dafür, die Probleme in Form einer Anklage auf großer Bühne zu zelebrieren.

 

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ERGÄNZUNG

Es ist mir wichtig, noch einen weiteren Aspekt kurz anzureißen, der in dem Interview auch zur Sprache kam und den man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte:  Suizidgedanken.

Meghan berichtet davon, dass sie sich während der Schwangerschaft  mit den Gedanken an Suizid getragen habe. Das weist auf eine schwerwiegende depressive Verstimmung oder sogar auf eine Schwangerschaftsdepression hin, unter der auch in Deutschland viele Frauen leiden. Diese Probleme muss man sehr ernst nehmen. Ich gehe aber davon aus, dass es nicht die Sache „der Firma“ sein kann, sich darum zu kümmern, sondern dass ihr sicher ihr Ehemann, der sich ja für Menschen mit psychischen Problemen einsetzt,  hätte helfen können, mit einem kompetenten Therapeuten über ihre Not zu reden. Ich kann aber schlecht einschätzen, warum und wieso das offenbar nicht geschehen ist, bzw. ob nicht auch dieser Vorwurf, „die Firma“ habe nicht geholfen, tatsächlich zutrifft.

Für alle werdenden und gewordenen Eltern (ja, das Thema geht auch die jeweiligen Partner an), hier darum der Link:

In der Schwangerschaft und nach der Geburt – Stiftung Deutsche Depressionshilfe (deutsche-depressionshilfe.de)

 

 

 

 

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Hier läuft nichts schief…. 3. Februar, 2021

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, Grüne Ideologen, politik.
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Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person und Text „CORONA-KRISE -KRISE VIRUS- VIRUS-RADAR So sieht es in Ihrem Kreis aus Kanzlerin Merke im ARD-Interview über das Impf-Desaster „Im großen Ganzen ist nichts schiefgelaufen" VIDET MIT VIDEO“

Hier regiert die Führerin der freien Welt.

Und mehr will ich dazu nicht sagen.

Halt, etwas muss dann doch noch rein küchenpsychologisch eingeflochten werden:

Der Vater der Führerin der freien Welt verließ einst mit Frau und Kind die Freie und Hansestadt Hamburg, um sein Leben fortan im seiner Meinung nach besseren Teil Deutschlands zu führen. Zu der Zeit sprach man in dem „nicht ganz so guten Teil Deutschlands“ von dem „besseren Teil“ nur als der „Zone“, und da die Einteilung in Trizonesien immer noch nicht vollständig überwunden war, nannte man sie, es etwas näher definierend, Ostzone.

Später wurde sie, die Zone, zur „sogenannten DDR“ und noch später einfach nur „DDR“, Deutsche Demokratische Republik. Nicht alles war schlecht in der DDR, oder, um es mit Frau Merkel zu sagen, „Im Großen und Ganzen ist nichts schief gelaufen“! Wer vom sozialistischen System überzeugt war und sich gut damit arrangiert hatte, der wird das vermutlich auch heute noch sagen. Frau Angela Kassner gehörte zu den privilegierten Kadern, für die im Großen und Ganzen nichts schief lief im besten Deutschland aller Zeiten. Als aber die Zeit gekommen war, das Volk sich dem besten System aller Systeme widersetzte und für Erleichterungen und Freiheiten kämpfte, da zahlte sich die lange Schulung im „Mitschwimmen im System“ wieder aus, die sozialistischen Fische waren der jungen Frau davongeschwommen, die kapitalistischen aber lagen verlockend vor der Nase der Wendehälsin, heuerte sie doch nicht bei der sozialdemokratischen Partei an, sondern diente sich dem Erzfeind aller sozialistischen Regierungen an, Helmut Kohl persönlich. Es war vermutlich der schwerwiegendste Fehler des politischen Urgesteins Kohl, das Wesen des „Mädchens“ völlig verkannt zu haben. Und das Mädchen war klug genug, seine politischen Ideen hinter schönen Worten zu verschleiern. Merkel war die perfekte Quotenfrau der CDU des wieder vereinten Deutschlands. Mit naivem Augenaufschlag und völlig unverdächtigem Geschwurbel lullte sie mögliche Kritiker ein und entmachtete in relativ kurzer Zeit nicht nur ihren westdeutschen Ziehvater, sondern auch all die Kerle, die ihr hätten gefährlich werden können.

Und ab da lief alles wie geschmiert.

Eben.

Im Großen und Ganzen ist nichts schief gelaufen in der Karriere der Angela Merkel.

Einfach so…. 8. Dezember, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, christsein und glaube, familie, gesellschaft, Kinder - Famile.
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„Einfach so“ will ich schreiben…. oder, wie es eine meiner Tanten vermutlich formuliert hätte, würde sie noch leben: Frei von der Leber weg.

Draußen zaubert die Nachmittagssonne goldenes Licht und die Krähen sitzen in den Bäumen und krächzen, dass man sich fürchten könnte, würde man, wie die Menschen in früheren Jahrhunderten, dieses Krächzen als böses Omen ansehen – Krankheit und sogar Tod verkündend. Wie gut, dass diese Zeiten vorbei sind in denen Menschen auf die Zeichen der Natur besonders acht gaben und in ihnen Botschaften des Himmels oder der Hölle sahen, je nachdem….

Aber sind diese Zeiten wirklich vorbei?

Haben wir Menschen wirklich aufgehört auf seltsame Zeichen zu achten, uns vor böswilligen Verheißungen in Form von Messages aller Art zu fürchten und sie abzuwehren mit – einem Gegenzauber nicht unähnlichen – Beschwörungsformeln, meist ausgedrückt in wirklich üblen Beschuldigungen, verleumderischen Zuweisungen, seltsamen Theorien, die mehr aus dem Bereich der Fiktion, denn aus gut begründeten Forschungsergebnissen stammen…. ?

Draußen ist das Licht golden und lässt die letzten Blätter an den Bäumen leuchten und den Himmel noch strahlender aussehen als zu sonstigen Tageszeiten.

Am Vogelhäuschen holen sich Meisen und Amseln ihre tägliche Futterration ab, noch ist es nicht kalt, noch liegt kein Schnee, so sehr ich mir auch beides wünsche…. klirrende Kälte, tiefblauen Himmel über einem schneebedeckten Land…. „Übers schneebedeckte Feld wandern wir…“ heißt es in einem Weihnachtslied, das, wenn ich mich nicht irre, auf das Bestreben der Nationalsozialisten zurück geht, christliche Weihnachtslieder durch nicht christliche Winterlieder abzulösen… Ich habe das Lied früher gerne gesungen, es hat eine melancholische, leicht eingängige Melodie und den Text kann man in den Wochen vor Weihnachten auch auf das christliche Fest beziehen…. „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud..“

Wer würde sich nicht auf das Weihnachtsfest freuen, selbst dann, wenn er es aus religiösen Gründen gar nicht feiern würde, sondern nur der schönen kulturellen Begleiterscheinungen wegen, Zusammensein mit der Familie, Kerzenschimmer (früher wohl auch Duft, aber der ist in vielen Häusern den nicht duftenden „Elektrischen“ gewichen), feines Essen und natürlich die Geschenke, die wahlweise unter oder neben dem Tannenbaum liegen oder auch ganz ohne Baum weitergereicht werden und Freude bringen. „Man“ braucht den biblisch- religiösen Bezug doch gar nicht, um all das genießen zu können.

Nach Frau Kässmann, so war es unlängst in einem sozialen Medium zu lesen, gibt es ohnehin „kein Recht auf Weihnachten“. Manno, da hat sie wieder einen Satz rausgehauen, würde ich es mal etwas flapsig beschreiben. Kein Recht auf Weihnachten. Ich habe, muss ich gestehen, nur diesen Kernsatz gelesen und ihre vermutlich erhellenden weiteren Ausführungen dazu nicht auch noch… die wurden nämlich nicht mitgeteilt, ich könnte sie natürlich mit dem Suchmaschinchen finden. Aber auch das ist doch heute in den s.M. (sozialen Medien) so üblich. Jemand schreibt eine provokante Überschrift und schon springt das Kommentatoren-Roulette an und ein vielstimmiger Chor zumeist kritischer Stimmen erhebt sich, ohne dass auch nur einer der Choristen den eigentlichen Text gelesen hätte… (Mir passiert das auch ganz oft, dass ich auf die Titelzeile bereits reagiere… ) Es ist wie das Krähengeschrei da draußen, jeder versucht noch ein bisschen lauter, noch ein bisschen bissiger, noch ein bisschen böswilliger zu schreiben…. Selten nur finden sich ruhige und sachliche Stimmen….

Was könnte Frau Kässmann also gemeint haben mit ihrer provozierenden Feststellung? Es gibt so viele „Rechte“, die wir gedankenlos für uns in Anspruch nehmen, einfordern, als selbstverständlich erachten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob so ein „Recht“ auch wirklich zu Recht besteht. Manches, was wir als „Recht“ ansehen, ist einfach nur eine lieb gewordene Gewohnheit – und erst wenn sie infrage gestellt oder etwa durch Maßnahmen, wie sie jetzt wegen „Corona“ erforderlich werden, bedroht sind, merken wir, dass diese Selbstverständlichkeiten gar nicht so selbstverständlich sind.

Treffen zu Weihnachten mit der gesamten Familie? Geht das überhaupt? Und wollen wir das auch riskieren, wenn die Zahlen, die jeden Tag veröffentlicht werden, eher wie der mittelalterliche Fluch und „Gottseibeiuns“ anmuten, Unheil verheißend wie der Krähengesang, vor dem sich die Leute fürchteten? In unserer Familie kämen immerhin fünf verschiedene Haushalte aus vier verschiedenen Orten zusammen, dazu die Enkelkinder, die in Schulen und Kita gehen…. Da kann bei einem Treffen eigentlich nicht mehr von „social distancing“ die Rede sein, da wird unser Haus und Gärtchen eher zum Spreader.

Aber die Sehnsucht ist doch da, sich zu treffen, einander zu begegnen, miteinander zu klönen, zu singen, zu essen, zu spielen…

Wie können wir es trotz aller Corona-Besorgnisse organisieren?

Wir denken darüber nach, haben sogar schon einen Plan gemacht, der, sollten die Zahlen nicht weiter steigen, auch funktionieren könnte. Und natürlich gibt es einen Plan B und einen Plan C und auch die Einsicht, dass wir vielleicht genötigt sind am 22. Dezember zu sagen: Ihr Lieben alle, es hat keinen Sinn und es ist unfassbar traurig, aber wir – jeder der fünf Haushalte – müssen zu Hause bleiben und im eigenen Haushalt Weihnachten feiern und allenfalls die moderne Technik nutzen, uns zuwinken und per Skype Weihnachtslieder gemeinsam singen ….

Ja, das könnte Frau Kässmann gemeint haben. Es gibt eigentlich kein verbrieftes Recht, „Weihnachten wie immer“ zu feiern, so traurig und bitter das auch immer sein mag.

Aber es gibt natürlich ein Recht auf Weihnachten, darauf, sich an den Ursprung für das Feiern dieses Festes zu erinnern, daran, dass wir der Geburt Jesu gedenken, sein Kommen in die Welt feiern … „uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren“…. wobei es theologisch ja nicht ganz richtig ist auf den Zusatz zu verzichten „vor gut 2000 Jahren“, aber das ließe sich nun wirklich schlecht singen und müsste überdies alle Jahre neu berechnet werden….

Also auf dieses „Weihnachten“ und seine wunderbare Botschaft habe ich jedes Recht der Welt… und ich bin unsagbar dankbar dafür in einem Teil der Welt zu leben, in dem ich die Inanspruchnahme dieses Rechts nicht heimlich erleben muss und ich nicht dafür bestraft werde, wenn ich es öffentlich singend verkünde:

„Freu dich Erd und Sternenzelt, Halleluja, Gottes Sohn kam in die Welt, Halleluja. Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren…“ Noch ist der Stichtag, den wir als „Geburtstag“ annehmen, nicht gekommen, aber er kündigt sich an…. drum sei noch an das andere Lied erinnert: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit….“

 

Draußen wird das Licht weniger …. und die Krähen haben ihr Gekrächze auch eingestellt .

 

 

Über allen Wipfeln spazierest du…. 29. September, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Wir hatten den (jungen)  Eltern ein „sturmfreies Wochenende“ geschenkt, sprich, wir wollten die Enkel am Freitagmittag übernehmen und bis Sonntag bei uns beherbergen, beköstigen und bespaßen.

Aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden müssen, verkürzte sich sich das  Wochenende um einen Tag, die Enkel kamen am späten Samstagvormittag erst zu uns. Das hinderte uns aber nicht daran, den für diesen Tag gefassten Plan in die Tat umzusetzen. Corona  und Wetter bedingt hatten wir uns überlegt, eine „Draußenaktivität“ mit den Enkeln zu unternehmen, die auch bei weniger schönem Sonnenscheinwetter durchzuführen war.

Wir wollten in den Harz, genauer gesagt, nach Bad Harzburg, noch genauer, wir wollten den Baumwipfelpfad erwandern. Das ist nun nicht unbedingt das größte Wanderabenteuer, das der Harz zu bieten hat, aber zu einer Herausforderung wurde die Unternehmung schon.

Nach den vielen herrlichen und sonnenwarmen Altweibersommertagen begrüßte uns der Samstag mit einem vielschichtigen dunklen Griesegrau. Von der Sonne oder blauem Himmel keine Spur, dafür viele, viele Wolken, die gefährlich nach Regen aussahen.

Die Eltern hatten diese Vorzeichen dräuenden Regens natürlich auch wahr genommen und die Kinder mit regenfester Bekleidung und zusätzlichen Regenschirmen versorgt. Auch wir trafen Vorsorge, möglichen Wolkenbrüchen zu trotzen.

So ausgerüstet und versehen mit ausreichendem Proviant für ein geplantes Picknick im Grünen machten wir und auf den Weg.

Bei der Abfahrt war es noch trocken, kaum aber hatten wir den Außenbezirk unseres Dorfes erreicht, fielen erste zarte Tropfen auf die Windschutzscheibe, bei der Fahrt über die A2 wurden die Tropfen nicht nur zahlreicher, sondern auch größer und als wir über die Autobahn richtung Bad Harzburg fuhren, schaffte es der Scheibenwischer kaum noch die Wasserfluten zu bändigen und eine freie Sicht auf die Fahrbahn zu ermöglichen…. die freie Sicht auf die Berge war selbstredend durch den Starkregen stark eingeschränkt.

Bei der Ankunft auf dem  Parkplatz in der Nähe der Gondel, die uns auf den Burgberg bringen sollte, regnete es Bindfäden….

Macht nichts, wir sind ja nicht aus Zucker…

Wir standen eine gute halbe Stunde vor dem Seilbahngebäude im Dauerregen, bis wir endlich an der Reihe waren, das Familienkombiticket zu lösen und weitere 20 Minuten warteten wir innerhalb des Gebäudes, bis wir die kleine Gondel besteigen konnten, die uns in ca. fünf Minuten hinauf auf den Berg brachte.  Die Kinder staunten nicht schlecht über dieses Gefährt, waren sie doch von den Skiurlauben in Südtirol eine schnelle Fahrt gewohnt und stellten nun fest, dass so eine Gondel auch ganz langsam bergauf zuckeln kann. Dank des Regens konnten wir die Fahrt jedoch nicht nutzen, die Landschaft zu bewundern…. sie war irgendwie in den Nebelschwaden und Regenfäden nicht auszumachen.

Unsere gute Laune ließen wir uns aber nicht nehmen.

Oben auf dem Berg zogen die Überreste einer alten Burg die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Der tiefe Brunnen hatte es ihnen besonders angetan…. und auch mir kam der Brunnen  sehr gelegen,  ist er doch großzügig mit einem Pavillon überdacht, und die Bänke ermöglichten uns zudem, Teile des mitgebrachten Proviants regenfrei zu genießen.

Nach der kleinen Stärkung machten wir uns auf den Weg bergab. Es ging vorbei an der neu eingeweihten Schwebebahn, die ein wunderbares Gleiten hinab zum Baumwipfelpfad und „atemberaubende Ausblicke“ (so der Prospekt) zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt – lassen kann, muss man wohl angesichts des immer noch heftigen Regens sagen. Wir beobachteten eine Weile die lange Schlange an abenteuerlustigen Personen, die sich an der Station der Baumschwebebahn eingefunden hatten und auch die Schwebenden, zu denen, wie ich am Montag in der Zeitung lesen konnte, auch der Ministerpräsident des schönen Niedersachsen gehört hatte.

Wir zogen es allerdings vor, den rustikalen Weg  bis zum Baumwipfelpfad zu nehmen, und nicht nur die Kinder erfreuten sich an kleinen Skulpturen und seltsam geformten Bäumen, die den Weg so vergnüglich machen…. und machten, trotz des immer noch unermüdlich rinnenden und pladdernden Regens.

Endlich erreichten wir die „Bergstation“ des Pfades. Ungefähr einen Kilometer lang ist dieser aufgeständerte Weg und man wandert tatsächlich in Baumkronenhöhe. Verschiedene Stationen geben Auskunft über die Tierwelt des Harzes, über die unterschiedlichen Bäume und über die Gewässer, die teils künstlich angelegt, teil im natürlichen Bett den Harz durchziehen. Wir waren beinahe als einzige an diesem Tag  auf dem Pfad unterwegs  – und eigentlich sogar froh über den Regen, der immer noch unserer treuer Begleiter war, konnten wir uns doch mühelos vorstellen, wie an herrlichen Sonnentagen ein Heer von Wanderern den Pfad bevölkern   und samt und sonders alle Stationen  belagert sein würden, so dass man zwar trocken, dafür aber leicht gestresst  dennoch im Genuss beeinträchtigt wäre…

Die Aussichtplattform an der Talstation des Pfades gewährleistet bei Sonnenschein sicher einen herrlichen Blick auf die umgebenden Berge… und ganz Mutige werden auch die gläserne Plattform trotz eines leicht mulmigem Gefühl ganz wunderbar finden….

Die Kinder und der Liebste waren jedenfalls begeistert, mich zog es hingegen zum trockenen Auto, war doch meine Regenjacke dem Regen nicht gewachsen und ich spürte, wie langsam kühles Nass Schultern und Arme befeuchteten.  Der „Urknall“ am Ende des Weges  war  für die Kleinen ein echtes Highlight….

Die paar Meter durch den Sintflut ähnlichen Regen schafften wir auch noch, zogen die nassen Regensachen aus und der Liebste fuhr uns sicher zurück ins heimische Dorf…

Bratkartoffeln und Kaminfeuer  rundeten diesen durch und durch schönen Tag ab…

Und einige Zeit später kehrte schläfrige Stille  ein im Hause Rika…. und über allem Wipfeln ward  Ruh….

Irritation im Bürgerbüro … 23. September, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, politik.
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Ich habe mir auf meine alten Tage einen kleinen gebrauchten Flitzer zugelegt und wollte ihn heute an- bzw. ummelden.
Der Liebste und ich machten uns also auf zum zuständigen Bürgerbüro. Ich hatte mich per Internet erkundigt, welche notwendigen  Papiere mitzubringen seien. Den Passus über eine mögliche Voranmeldung hatte ich für nicht relevant gehalten, da wir ja alles vor Ort erledigen wollten, Zeit genug haben Rentner ja… und von Terminvergabepflicht hatte ich nichts gelesen.
Ich armes naives Dummchen….
„Haben Sie einen Termin?“ fragte recht barsch die Dame bei der Zulassungsstelle meines Wohnortes.
Termin?
Nein.
„Sie müssen sich einen Termin geben lassen. Drei Wochen sollten sie aber schon einplanen!“
Da war ich zunächst einmal baff.
Nur wegen Corona, klärte man uns auf. Keine Menschenansammlung im Bürgerbüro!
Im gesamten Bürgerbüro gab  es außer uns aber  gar  keinen weiteren Besucher, jedenfalls nicht an den zahlreichen Schaltern im Großraumbüro. An den Schreibtischen der Schalter saßen die städtischen Angestellten, was sie gerade anstellten, ließ sich aber nicht feststellen.
‚Vermutlich vergeben sie im Bürgerbüro nur 3 oder 5 Termine pro Tag, so dass es im Büro gar keine Bitt- und Antragsteller gab‘, fuhr es mir durch den Sinn.   Wir waren ja einfach reinmarschiert ins Bürgerbüro, ohne Termin und ohne zu fragen, vorschriftsmäßig ausgestattet mit Mund- und Nasenbedeckung.
Mir war allerdings aufgefallen, dass draußen vor dem Eingang einige Personen standen, die auf irgendjemanden zu warten schienen..
Eine Angelegenheit zu regeln,   ohne vorher einen Termin ausgemacht zu haben,  ist aber unmöglich… und wie gesagt, drei Wochen muss man  für die Terminvergabe einrechnen… Wir könnten es ja im Nachbarort versuchen, ob man dort einen früheren Termin bekommen könne…
Im Nachbarort sah es nicht besser aus…
Auch da standen bereits zwei Personen draußen vor der Tür und warteten darauf, dass ein Angestellter käme, um sie einzulassen…. und natürlich hatten diese Personen bereits einen Termin vereinbart, den von heute, so gegen 11.30h…
Das Auto lasse ich jetzt von der Werkstatt meines Vertrauens ummelden… Das geht ein bisschen schneller…, denn schließlich will ich das Autochen ja  recht bald  in Betrieb nehmen…
…………………………………………………………………………………………………………………………………………
Wer aber  kann mir schlüssig erklären, warum man nicht wie vorher (vor Corona)  eine Wartemarke ziehen und (jetzt mit Corona) solange draußen vor der Tür warten kann, bis man aufgerufen wird? Oder muss das gesamte Bürgerbüro nach jedem Besucher erst mal für eine halbe Stunde gelüftet werden?
Und was machen eigentlich alle Stadtangestellten so die ganze Zeit im Bürgerbüro ohne Bürgerbesuch?
Fragen über Fragen…
Und wenn ich dann noch bedenke, dass mein Enkel mit 28 Kindern den ganzen Vormittag  in einem engen Klassenraum zubringen muss und nach der Schule mit 50 Kindern ohne Abstand im Schulbus sitzt,  bin ich gänzlich ratlos ob dieser Maßnahme des Bürgerbüros….
Mir scheint, die Schildbürger sind nicht auf Schilda begrenzt und es ist auch gar kein Märchen, das uns über die braven Schildbürger erzählt wird….
Sie leben heute noch  und sind mitten unter uns…
Oder sind wir gar selber….?

Schwerin-Moment am Strand… 25. August, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.
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Auf der Wiese waren wir, der Liebste und ich.

Von dort aus unternahmen wir – wie so oft – einen kleinen Ausflug nach Cuxhaven, um in einem der netten Geschäfte in der Fußgängerzone nach einem hübschen Mitbringsel Ausschau zu halten.

Wir wurden fündig und machten uns auf den Rückweg zur Wiese. Der sieht in aller Regel so aus: Wir drehen eine Runde um die „Alte Liebe“, fahren an der alten Seefahrtsschule ( NAVIGARE NECESSE EST ) vorbei Richtung Döse und Duhnen und dann über die Dörfer zurück zur Wiese.

Duhnen haben wir diesmal aus-, bzw. rechts liegen gelassen. Dafür beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher nach Sahlenburg zu machen und dem dortigen „Wattenmeer-Besucherzentrum“ einen Besuch abzustatten.  Dieses Besucherzentrum liegt ganz wunderbar hinter den  Dünen  am Waldrand mit Blick auf Strand, Watt, Meer und „Hamburg Mitte„.

Allerdings ist  zu Corona-Zeiten mit besonderen Bedingungen zu rechnen. Mit uns hatten ganz offensichtlich  viele Leute den Vorsatz eines Besuches gefasst und wir waren in einer Warteschlange von mindestens 20 Personen die letzten. So verzichteten wir auf die weitere Erkundung dieser sehenswerten Einrichtung und wanderten an der Promenade entlang zu unserem Auto. Die Sonne schien hell und warm und am Durchgang zum Strand konnten wir das auflaufende Wasser über dem Watt sehen….

Die Versuchung war groß, die Füße mal kurz ins Wasser zu halten, auch wenn wir weder mit Handtuch noch sonst wie auf eine Miniwattwanderung vorbereitet waren.

Wir kramten also nach unseren Kurkarten, denn natürlich muss man selbst für einen ganz „kurzen Kurzbesuch“ des Strandes oder des Watts einen Obolus für den Eintritt in Gottes schöne Natur entrichten.

Plötzlich hinter uns eine Stimme, die laut und vernehmlich „Mama“ rief. Normalerweise achte ich nicht mehr auf Mama-Rufe am Strand, gelten sie doch in aller Regel nicht mir. Aber dieser Ruf muss wohl sofort von meinem Unterbewusstsein als der Ruf „meines Kindes“ erkannt worden sein, ich drehte mich um und sah in das lachende Gesicht unseres jüngsten Sohnes und das seiner Freundin.  Er war mit  ihr zu einem Kurztrip nach Sahlenburg gekommen, um sich  mit einem alten Freund zu treffen, der dort mit seiner Familie Urlaub machte.

Und schon setzte das „hätte, wäre, wenn“ ein…. hätten wir nicht spontan beschlossen den Abstecher zu machen …. wäre der Besucherandrang nicht so groß gewesen …. hätten wir nicht einen anderen Weg zurück zum Auto genommen als den, auf dem wir gekommen waren… hätte Tobias nicht den Anruf vom Freund bekommen…. und hätte er nicht noch tanken müssen….

Wir hätten uns verpasst, wären uns nicht begegnet.

So aber waren Überraschung und Freude groß, und Tobias erzählte, wie er ein älteres Ehepaar vor sich hergehen sah, das ihm seltsam bekannt vorkam und in dem er dann ganz sicher „Mama und Papa“ ausmachte…

Wie ist doch die Welt so klein…  und wie groß die Wahrscheinlichkeit, sich an einem warmen Sommertag ganz zufällig am Strand von Sahlenburg zu treffen… wenn die einen eigentlich in Hamburg sein sollten und die anderen auf der Wiese…

Ein kleiner Plausch – auch mit dem uns gut bekannten Freund –  und dann trennten sich unsere Wege wieder… aber die Freude über das unverhoffte Wiedersehen hielt noch lange an…

Was es mit dem „Schwerin-Moment“ auf sich hat, kann man hier nachlesen: „Unverhoffte Begegnung“

Eine Schwalbe … 10. August, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Eine Schwalbe, so sagt man, mache noch keinen Sommer.

Aber zwei Schwalben, die ein Nest bauen und Junge aufziehen, die machen den Sommer auf der Wiese erst richtig spannend und schön.

Mitte Juni beobachteten wir zwei Rauchschwalben, die aufgeregt um unser Wiesenhäuschen flogen und sich  laut zwitschernd  darüber zu unterhalten schienen, ob das Häuschen wohl einen geeigneten Platz für den Bau eines Nestes böte.

Der Jüngste unserer Familie, der mit seiner Freundin ein Wiesenwochenende im Häuschen verbrachte, vermeldete eine rege Bautätigkeit zweier Schwalben.

 

Wieder eine  Woche später war das Nest wohl bezugsfertig und die Tochter der Familie, die inzwischen den Bruder abgelöst hatte, verfolgte mit großem Interesse, dass immer ein Vogel auf dem Nest saß…. das Brutgeschäft hatte begonnen.

Gegen Ende ihres Urlaubs auf der Wiese machten wir einen kurzen Besuch bei ihr und sahen zu unserem Vergnügen, dass ganz offensichtlich mindestens ein Küken bereits geschlüpft war, denn die Vogeleltern kamen unablässig zum Nest und stopften irgendetwas in noch nicht sichtbare Schnäbel…

 

Wieder ein paar Tage später, bezog der älteste Sohn  mit seiner Familie und drei Meerschweinchen Haus und Wiese… und aus den via Internet ausgetauschten Informationen und Bildern ging hervor, dass drei Junge im Nest zu versorgen waren.

 

 

 

Um die Piepmätze nicht zu stören, wurde nur aus dem Fenster fotografiert…. Spiegelreflexe waren so nicht zu vermeiden.

Überhaupt war die ganze Familie äußerst besorgt, die Vögel nicht in ihrem wichtigen Fortpflanzungsprojekt zu stören. Die Terrasse war praktisch nicht benutzbar, ein Tisch wurde bereits frühzeitig von der Tochter entfernt, nachdem sie eine Katze beobachtet hatte, die den Tisch wohl als Absprungbasis zu nutzen gedachte…

Erste ungeschickte Flatter- und Flugversuche der Jungen wurden vermeldet und auch, dass die Vögelchen wohl auf aller größte Reinheit des Nestes achteten und sich brav mit den Schwanzfedern nach außen weisend auf den Nestrand setzten, wenn der Toilettengang anstand… und das war häufig der Fall. Das Nest mag wirklich vollkommen sauber gewesen sein, der Balken und die Terrasse unterhalb der Vogelbehausung waren es jedenfalls nicht…

Wir – der Liebste und ich – lösten die junge „Menschen-Familie“ auf der Wiese ab und wurden so Zeugen der Flugübungen der Jungen und der waghalsigen Flugmanöver, die die Alten den drei Kleinen vorführten und mit lautem Zwitschern begleiteten, so als wollten sie ihre Jungen auffordern, es ihnen gleich zu tun.

Und wirklich, bald schossen alle Fünf im pfeilschnellen Flug über Haus, Wiese und Feld, flogen knapp an unseren Köpfen vorbei, landeten aus rasendem Flug mit einem einzigen kurzen Stopp sicher auf der Wäscheleine oder auf dem Nestrand, nur um im selben Augenblick wieder Fahrt aufzunehmen und rasant Kunststücke der Fliegerei zu vollbringen. Wir beiden alten erdverhafteten Menschen betrachteten es mit zunehmendem, bewundernden Staunen und großem, den Vögeln gebührenden, Respekt.

Die Jungen verbrachten inzwischen nahezu den ganzen Tag „wie im Flug“, nein, im Flug. Morgens, wenn wir frühstückten, hatten sie das Nest schon verlassen, kamen nur ab und zu vorbei geflattert, zwitscherten uns einen Morgengruß zu – so interpretierten wir das freundliches Piepsen zu unseren Gunsten und kamen erst am Nachmittag wieder in die Nähe des Hauses und Nestes, an dem sie dann immer noch von den Eltern gefüttert wurden. Was sie den ganzen Tag über getrieben hatten, können wir nur raten. Vermutlich trainierten sie ihre Ausdauer und bereiteten sich so auf den „Flug des Lebens“ vor und natürlich auch auf die große Reise, die sie ja schon bald antreten werden, um im fernen und warmen Afrika zu überwintern. Da trifft es sich gut, dass die Natur die Schwalben mit einem besonderen physiologischen Phänomen ausgestattet hat: Schwalben können im Fliegen schlafen. Eine Zweiteilung ihres Gehirns macht es möglich.  Und notwendig ist es ja auch, wie kämen sie sonst unbeschadet in relativ kurzer Zeit  bis Afrika, wenn sie sich für jede Nacht einen Schlafplatz suchen müssten.

„Sie“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. Reisen die Schwalben doch in großen Gemeinschaften.

Und auch das trainierten „unsere“ Schwalbenjungen.

Sie kamen nämlich nicht mehr allein in rasendem Flug vorbei, nein, sie brachten die Halbstarken aus der Nachbarschaft gleich mit und veranstalteten eine Flugshow, dass uns Hören und Sehen verging. 10, 20 und mehr Vögel umkreisten unser Haus, flogen dicht an uns heran, rasten im Tiefflug über das Feld  nebenan, stürzten sich aus schwindelnder Höhe hinunter, landeten auf der Wäscheleine oder auf dem Giebel des Nachbarhauses und begleiteten ihre Künste mit einem vielstimmigen Vogelgeschrei – Tschilpen, Zwitschern, Piepsen.

Das ging so zwei oder drei Tage lang… immer kehrten „unsere Schwalben“ zur Nacht ins Nest zurück…. bis sie plötzlich nach wunderbar vorgeführten Kunststückchen in die Weite flogen…. vielleicht um das Schlafen im Fliegen zu üben… Jedenfalls blieb das Nest leer…An den beiden Tagen vor unserer Abreise kamen sie kurz noch einmal vorbei… flogen sogar unter das Verandadach, so als wollten sie sich ihren Nest- und Nistplatz noch einmal einprägen und blieben dann verschwunden. Sicher haben sie sich mit den unzähligen Schwalben zusammen getan, die am Seedeich und über den Wiesen im Deichvorland zu sehen sind.

Und wir hoffen, dass sie gut ihr Winterquartier erreichen und im nächsten Jahr zurückkehren zu unserer Wiese und ihrem Nest …

Gute Reise – ihr munteren Rauchschwalben… mögen euch die Winde günstig sein…

 

Den Link zu mehr Informationen gibt es hier:  Rauchschwalben

 

 

 

So viele mutige Widerstandskämpfer gab es noch nie…. 6. Juli, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, politik.
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Deutschland wird nun endlich – nachdem es wirklich Jahre gedauert hat  – zum Land der Widerstandskämpfer.

Mutige Menschen missachten die Vorsichtsmaßnahmen, die Corona eigentlich gebietet und demonstrieren machtvoll gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und damit gegen „Rechts“ oder „Nazis“, ganz im Sinne der Widerstandskämpfer von einst. Sie nehmen die „Weiße Rose“ zum Vorbild oder bemühen den Namen „Anne Frank“ für ihren  Kampf gegen Rechts.  In den sozialen Netzwerken achten sie streng auf die richtige Sprachregelung und ächten Leute, die sich nicht an die üblichen Zuschreibungen  des medialen Mainstreams in Gut und Böse halten und es wagen, eine eigene Meinung im Land der Meinungsfreiheit zu vertreten.

Sie kämpfen wirklich mutig gegen alles und jeden, das oder der auch nur die geringste Spur von Ähnlichkeit mit dem Gedankengut der damaligen Nationalsozialisten aufweisen könnte. Der Konjunktiv ist tatsächlich angebracht, denn „was“ der Ähnlichkeit mit nationalsozialistischer Ideologie entspricht, bestimmen die Kämpfer die dagegen sind. Was früher einfach nur konservativ war – ein klassischer Wahlkampfspruch der CDU wie „Freiheit statt Sozialismus“  beispielsweise – gilt heute schon als gefährlich Rechts. Auch die wohlwollende Stellungnahme in Form von „Like“ oder gar  einem Kommentar zu Texten in den sozialen Medien, deren Verfasser nicht dem linken und grünen Spektrum der Meinungsmacher zuzuordnen ist, wir mit tapferem, oftmals auch überaus scharfem Widerstand bekämpft.

Was mich dabei mitunter irritiert, ist die Tatsache, dass die Widerstandskämpfer zahlreicher sind als die ideologischen „Gegner und Feinde“. Also dass der Widerstand sozusagen die deutliche Mehrheit der Meinenden bildet, während die, denen man widerstehen muss, eher eine Minderheit sind.  Ich kann mich übrigens noch gut an die Zeit erinnern, als Studenten durch deutsche Universitäts- und Großstädte zogen mit dem Schlachtruf: „Wir sind eine kleine radikale Minderheit!“  Muss ich erwähnen, dass es „linke“ Studenten waren?

Mir scheint, die „kleine radikale Minderheit“ ist zur großen – immer noch in Teilen radikalen – Mehrheit geworden, eine Mehrheit, die der anders denkenden Minderheit mit radikalen Mitteln das Recht auf Freiheit des Denkens und der Rede absprechen will. Dabei verkennen sie die einfache Tatsache, das die gesellschaftlichen, wie die politischen  Verhältnisse in Deutschland  sich doch total von den Verhältnissen zur Zeit des „Tausendjährigenreiches“ unterscheiden, in dem „Widerstand“ eine überaus gefährliche Angelegenheit war und allzu schnell nicht nur die Freiheit, sondern auch das Leben kosten konnte.

Heutzutage kann man doch allenfalls nur noch nachempfinden, wie es sich „anfühlt“, wenn man gegen den Strom schwimmt, indem man eine absurd andere Meinung als die der Mehrheit vertritt. Eine Bedrohung für Leib und Leben ist damit nicht mehr verknüpft.

Man kann ja mal die Probe aufs Exempel machen und bei Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken ganz gezielt eine rigoros abweichende Meinung oder einen Kommentar zu einem Text des Mainstreams posten. Sofort, ich möchte fast darauf wetten, kommen sie von überall her, Leute, deren Namen man zuvor noch nie gelesen hat, die niemals eigene Gedanken äußern oder eigene Texte verfassen und beschimpfen den unliebsamen Kommentator, dass ihm Hören und Sehen vergeht. Man zieht den geballten Widerstand der wütenden Menge auf sich und fühlt sich, das ist das Beängstigende, plötzlich in der Einsamkeit eines Einzelnen gegen die Mehrheit wieder. Die Mehrheit der Widerstandskämpfer gegen „was auch immer irgendwie für „Rechts“*** gehalten wird“, wendet sich machtvoll gegen die Meinungsfreiheit eines Einzelnen in dem sicheren Gefühl, diesmal endlich auf der richtigen Seite zu stehen.

Es soll – so habe ich verschiedentlich gelesen – aber auch Einzelne geben, denen ihre Meinungsäußerung so zum Nachteil geriet, dass sie ihre berufliche Existenz gefährdet sahen oder sogar verloren.

Ich möchte der Versuchung widerstehen, zugunsten eines bequemen Lebens auf das eigene Denken und die    Meinungsfreiheit zu verzichten. Wer seine Meinung nicht mehr frei äußern mag, weil er nicht unter irgendeinen Verdacht geraten möchte, nicht der angesagten Mehrheit zu entsprechen, hat aber den eigenen Widerstandskampf bereits verloren.

Üben wir uns darin, eben nicht aus Angst mit den Wölfen zu heulen, aus der Angst nämlich, von ihnen gefressen zu werden. Und ganz egal um welche „Spezies Wolf“ es sich handelt…

Abnicker und Jasager und auch Gleichgültige gibt es viel zu viele in diesem Land.

 

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*** „was auch immer irgendwie für „Rechts“ gehalten wird“  = das kann eine skeptische Haltung zum Klimawandel, zu Corona, zum Islam, zur Europapolitik, zum Kohleausstieg, zu  BLM, zur Einwanderungspolitik, zum biologischen Landbau oder zu Windkraftanlagen sein,  ebenso wie eine kaum erkennbare Sympathie für Israel oder Netanjahu oder eine neutrale Haltung zu den USA und Donald Trump.  Für  mich kann ich das auch auf den einfachen Nenner bringen: Eben alles was mit Claus Klebers „Einordnung“ und der (der gleichlautenden) seiner Berufskollegen nicht übereinstimmt, wird allzu leicht für „Rechts“ gehalten.

(Ich gebe es ja zu, ich bin im ständigen Widerstandskampf gegen den Kleber Claus 😉 und seine Kollegen, das hängt damit zusammen, dass ich mir noch nie ein X für ein U vormachen lassen wollte….  Ich danke noch heute meinem inzwischen verstorbenen Vater, der meinen Bruder und mich unseren  „Widerstand“ gegen seine, des Vaters Meinung setzen ließ in unendlich vielen Gesprächen am Abendbrottisch, an dem sich die Familie Tag für Tag traf. Unser „alter Herr“ liebte den Disput, so wie auch wir.

 

 

 

 

Da bin ich aber froh… 14. Juni, 2020

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Da bin ich aber froh, dass das durch die  Klimaerwärmung  bedingte Baumsterben nicht auch bereits mein Dorf erreicht hat.

Die Bilder riesiger Flächen im schönen Harz voll abgestorbener Fichten stimmen wirklich sehr traurig.

Ich bin nämlich eigentlich ein Waldkind. Wirklich. Schon als sehr kleines Mädchen nahm mich mein Großvater – „Opppa“ nannte ich diesen liebenswerten älteren Herrn – mit zu ausgedehnten Wanderungen in den nahen Wäldern meiner Sauerländischen Heimatstadt. Nun ja, ausgedehnt waren die Wanderungen vermutlich nur für mich, für meinen Großvater waren es wohl eher kleine Spaziergänge, die ihm sehr viel Freude machten … die Freude lag natürlich vor allem an mir, der kleinen Enkelin, der er alles Wissenswerte über Kräuter, Gräser, Büsche, Bäume, Schnecken, Eichhörnchen, Vögel und sonstigem Getier mit großer Lust vermitteln konnte. Auch kann ich mich daran erinnern, dass wir Kindern immer vor dem Fuchs gewarnt wurden, damals war die Tollwut noch eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

Mein anderer Großvater war im Gegensatz zum vorgenannten ein echter Sauerländer, mein Wanderoppa stammte nämlich aus dem Lippischen, darauf war er mächtig stolz. Und mein Sauerländer-Oppa hatte als Junge seinem Vater beim Bepflanzen einer Fichtenschonung helfen müssen. Ich war als Kind sehr beeindruckt von den hohen schlanken Fichten, die  an einem steilen Berghang wuchsen – und ich konnte mir sogar schon damals gut vorstellen, dass es eine sehr anstrengende Arbeit gewesen sein musste, der Steilheit des Berges und der Kargheit des Bodens wegen.

Überhaupt gehörten Wanderungen und Spaziergänge in den Wälder meiner Heimatstadt für meine ganze Familie zu den Vergnügungen, die man sich am Wochenende, besonders gerne am Sonntag nach dem Nachmittagsgottesdienst, zur Erholung leistete. Leider, leider waren das für mich nicht nur ungetrübte Freuden, war ich doch ein recht lebhaftes Kind, das aber bei diesen sonntäglichen Vergnügungen in Sonntagskleidung und Sonntagsschuhen steckte. Die Sonntagskleidung war nicht geeignet auf kleine Bäume zu klettern, mit den Schuhen war es nicht ratsam, Steinchen vor sich her zu schubsen oder am Bach einen Staudamm anzulegen… Und damals wurden wir Kindern noch deutlich gerügt, wenn Kleidchen oder Schuhwerk dem kindlichen Tatendrang nicht gewachsen waren und zu Schaden kamen, weil man doch unmöglich der Verlockung durch Bäumchen und Steinchen widerstehen konnte…

Wie schrecklich ein zerstörter Fichtenwald aussieht, erlebte ich zu Anfang der 2000er Jahre anlässlich des Besuchs einer Tante, aus deren Küchenfenster  sich ein unglaublich schreckliches Bild des nahe gelegenen Waldes bot. Allerdings war der schöne Wald nicht durch die Hitze des Sommers oder durch den gefräßigen Borkenkäfer dem Tode geweiht, vielmehr war der Sturm Cyrill – oder war es das Sturmtief Lothar? – über ihn hinweggebraust und hatte in wenigen Stunden ganz Arbeit geleistet, die Fichten lagen entwurzelt oder abgeknickt danieder und auch die wenigen, die dem Sturm getrotzt hatten mussten ebenfalls gefällt und gemeinsam mit den geborstenen Stämmen abtransportiert werden. Ein Bild des Jammers und ein ungeheurer Verlust für den Waldbauern, dem der Fichtenschlag gehörte. Auf der Fahrt durch die Umgebung sahen wir, der Liebste und ich, viele solcher zerstörten Wälder. Die ganze Landschaft kam mir fremd und verschandelt vor.

Wenn ich hier an meinem Schreibtisch sitze und schreibe und ab und zu einen Blick aus dem Fenster werfe, blicke ich in das üppige Grün großer Bäume im Nachbargarten hinter der Mauer. Das Blattwerk ist so dicht, dass ich von dem hübschen Fachwerkhaus, das in dem großen Garten steht, nur noch ein winzig kleines weißes Fleckchen erblicken kann, die Bäume bilden einen dichten grünen Vorhang….

Erst im Herbst wird das Haus wieder sichtbar – und den ganzen Winter über bis im Frühjahr die Bäume neu ausschlagen habe ich freie Sicht auf das Haus und auf die Bewohner, die auch jetzt ab und zu unter den großen Bäumen gärtnerischen Tätigkeiten nachgehen… ich kann an manchen Tagen einen Rasenmäher brummen hören….

Am Kirschbaum direkt hinter der Mauer färben sich die ersten Früchte rosa – und wenn nicht die Amseln in ihrer Gier auf die Früchtchen schneller sind als das Reifen der Kirschen bis zur optimalen Süße, wird der Liebste vermutlich ganz vorsichtig auf die Mauer klettern und ein paar der Kirschen aus Nachbars Garten stibitzen…

Bitte nicht verraten…

 

 

 

 

Heute nur Wetter…. und vielleicht noch Wolken… 14. Juni, 2020

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Was ich in den letzten Tagen auf allen Kanälen an Meinung, Haltung, Zumutung erfahre, macht mich geradezu stumm vor Ohnmacht.

Deshalb will ich weder zu weißem Rassismus noch zu möglichen anderen Farben und Schattierungen dieses Phänomens Stellung nehmen, das unter anderem Namen das Miteinander der Menschen kennzeichnet seit die ersten Lebewesen auf die der Begriff „Mensch“ zutrifft,  diesen Planeten bevölkern.

Es ging doch niemals in erster Linie darum die Andersartigkeit der Menschen zum Ausschlusskriterium zu machen, WEIL Menschen sich durch äußere Merkmale von der sie umgebenden Mehrheit unterschieden, es ging – und geht auch heute noch – immer darum, dass Macht ausgeübt wird, die Macht des Stärkeren, des Mutigeren, des besser Bewaffneten, des Wissenden über die vermeintlich Unwissenden, des Einheimischen über den Fremden, um Ausbeutung der Schwachen durch die Starken…  und …  und  …. und.

Und immer gab es Konstrukte die Ausübung der Macht zu rechtfertigen oder – im besseren Fall – zu überwinden. Manche dieser letzt genannten Konstrukte erwiesen sich als unzulänglich, andere als grundfalsch und wieder andere als annehmbar, aber gleichzeitig als Herausforderung in der Umsetzung, sowohl  für den Einzelnen, wie auch für die Gesellschaft.

Gerade fegt ein Furor der Schuldzuweisungen und Selbstanklagen durch unser Land, dass mir Hören und Sehen vergeht. Eine „vorgebliche Wut“ ungeheuren Ausmaßes droht die Gesellschaft zu erfassen, wie es sie seit der Zeit Rudi Dutschkes, der Studentenunruhen und in später Folge seit dem Terror der RAF nicht mehr gegeben hat.  Die Zerstörung des gesellschaftlichen Konsens, als  einer auf dem Grundgesetz basierenden Übereinkunft aller gesellschaftlichen Kräfte scheint möglich. Eine seltsame Allianz aus Regierung, Opposition, APO, Medien und NGOs treiben diesen Prozess an – undifferenziert, grell, in übertriebener Bereitschaft, alles, aber auch alles auf den Prüfstand der mit „Rassismus“ betitelten  Anklage zu stellen.

Ich verweigere mich diesem Aufruhr, ich mach nicht mit.

Ich rede über das Wetter.

Es regnet da draußen, feine „Bindfäden“, kaum vom Wind zerstoben in alle Richtungen, stetig und ruhig. Mein Gärtchen freut sich und ich mich auch. Ich muss nicht gießen, die Wiese nicht sprengen, den Fischen kein frisches und kaltes Wasser zukommen lassen…  auch die Grabpflege erübrigt sich fast vollständig und die Bauern scheinen endlich beruhigt, dass kein weiterer trockener Sommer die Ernte der Feldfrüchte schmälert.

Natürlich bin ich dem Wetter im Prinzip relativ hilflos ausgeliefert. Und ebenso natürlich kann ich Regenzeug und Gummistiefel anziehen, kann den Regenschirm aufspannen und vorsichtig die Pfützen meiden, die sich auf dem Hof und den Gehwegen bilden. Es gibt jedoch keinen Knopf, den ich nur zu tätigen brauchte, um den himmlischen Wassersegen abzustellen. DAS kann weder ich, noch irgendjemand sonst wirklich beeinflussen. Gott sei Dank, möchte ich da voller Inbrunst sagen. Man stelle sich nur vor, jemand hätte nun auch noch Gewalt über „Wolken Luft und Winden“, wie es so schön in einem Lied heißt, das ich immer gerne gesungen habe.

„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege, des, der den Himmel lenkt. Der Wolken Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Paul Gerhard hat dieses Lied gedichtet… in einer Zeit, die von größten Nöten und Heimsuchungen in der Folge des Dreißigjährigen Krieges  geprägt war.

Wer heute sich diesem „Befiehl du deine Wege“ anvertraut, wird leicht eines Fatalismus beschuldigt, der jede eigene Anstrengung zur Lösung schwieriger Problem zugunsten des Eingreifens des Allmächtigen unterlässt. Doch ist nicht das Vertrauen auf Gott, das Loslassen des Drangs, alles selbst in die Hand nehmen zu müssen, eine der schwersten und anstrengendsten Übungen überhaupt, dieses Eingestehen der eigenen Ohnmacht gegenüber dem, was unabänderlich erscheint und vielfach auch tatsächlich ist – jedenfalls nicht zu meinem Machtbereich gehört?

Ich kann dem Wetter trotzen, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann „nur“ reagieren.

Das ist das Gute am Wetter, ich bin nicht verantwortlich zu machen, dass es regnet, friert, schneit oder eben ein trockener Sommer die Dürre mit sich bringt.

Ich bin aber dafür verantwortlich entsprechende Kleidung bereit und  das Dach dicht zu halten, Fenster und Türen bei Sturm und Kälte zu schließen und die Vorsorge vor den Unbillen des Wetters  zu treffen, die tatsächlich in meiner Macht steht.

 

 

(Ein Gewitter zieht auf…. Tiers am Rosengarten)

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Regensturm an der Nordsee…

 

„Solange die Erde steht soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht….“

Was ist der Mensch, dass er dieser Zusage Gottes an den Fortbestand der Erde  etwas entgegensetzen könnte….

 

 

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