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Aus… aus…. aus…. das Spiel ist aus. 28. Juni, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, politik.
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Das Spiel ist aus.

Das Spiel nämlich, die schönste Nebensache der Welt zur Hauptsache zu machen, zum absolut wichtigsten Thema unserer Zeit.

Natürlich hätte ich der deutschen Fußballnationalmannschaft ein Weiterkommen bei der WM in Russland gegönnt, gar keine Frage.  Es kam anders. Aber musste es auf so eine fürchterlich blamable Weise geschehen? Ich kann mich bei dieser Stellungnahme allerdings nicht auf mein eigenes Urteil als Zuschauerin oder gar Fußballexpertin berufen, denn erstens bin ich keine Expertin und zweitens habe ich das Spiel gar nicht gesehen. Ich kann aber lesen…. und was mir bisher unter die Augen gekommen ist, bestätigt allemal, dass sich die „Mannschaft“ nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. „Kein Teamgeist“ wird attestiert …  keine Führungspersönlichkeit  sei zu erkennen gewesen…. von Rudelbildung innerhalb der „Mannschaft“ ist die Rede ….   offenbar mangelnde Kondition gepaart mit mangelndem Willen zum Sieg  machten das Desater komplett….    „unsere Qualität“ wurde nicht umgesetzt –  wenn ich dieses verschwurbelte Geschwafel schon höre, die Spieler HABEN vermutlich spielerische Qualitäten, aber SIND doch nicht „Qualität an sich“! Der Trainer redet über seine Spieler wie ein Baumarkleiter über Qualitätswerkzeuge.  Aber vielleicht sind für  Herrn Löw (und Fußballstrainer generell) die Spieler nichts anderes als „Werkzeuge“, die er nach Belieben einsetzen kann, gemäß einem Konstruktionsplan, den er erdacht hat und bei dem die Werkzeuge nur Mittel zum Zweck sind, ohne eigenen (kreativen)  Anteil, sieht man eben von den spielerischen Qualitäten ab. Hummels hatte nach dem desaströsen Spiel gegen Mexiko, das auch wegen eines nicht wirklich guten strategischen Plan des Trainers verloren ging,  sehr verhalten eine kritische Anmerkung gemacht, die in diese Richtung zielte.  Er habe einige Vorschläge gemacht, aber darauf sei man nicht eingegangen, ließ er sinngemäß verlauten.

Nun also das Aus für die „Mannschaft“. Wobei ich ähnlich wie bei dem Begriff „Qualität“ die sprachliche Ausdrucksweise, die Verknappung und Verhunzung  beklage, die auch beim Fußball immer mehr um sich greift.

Denn einfach nur „Mannschaft“  zu sagen oder zu schreiben, ist wohl leider nicht nur eine zeitsparende Abkürzung für „deutsche Nationalmannschaft“, es scheint mehr die Formel für ein neues Verständnis davon zu sein,  wie der Fußball heute gesellschaftlich gesehen wird und welche Funktion er zu übernehmen hat. „Die Mannschaft“ als Abbild der schönen, neuen, bunten Multikultigesellschaft in der wir heute leben, bzw. uns nach Ansicht mancher Politikgrößen in linken, grünen und ehedem schwarzen Parteien   empfinden und verstehen sollen. Und da sind die Begriffe „deutsch“ und „National“ doch ziemlicih von gestern. Ich würde allerdings nicht soweit gehen zu sagen, sie seien Ausdruck einer „rechten Gesinnung“, wie es manche Politiker formulieren würden, die auch lieber eine Regenbogenfahne, denn eine Fahne in den Nationalfarben an ihrem Balkon hissen, um ihrer Begeisterung für den weltumspannenden Fußball freien Lauf zu lassen….

Der Fußball, besser gesagt, die Spiele der deutschen Nationalmannschaft  können in diesen Tagen nun nicht mehr den Kitt bilden, der vorübergehend den tiefen Riß zukleistern soll, der sich seit Monaten immer tiefer und immer bedrohlicher auftut. Fußball überlagert nun nicht mehr die so drängenden Fragen danach, welchen Weg Deutschland in Zukunft gehen sollte oder müsste oder einfach auch nur könnte.  Denn sicher ist, dass wir zwar „Qualität“ haben, aber doch nicht die nötige Quantiät, alle Notlagen dieser Welt zu stemmen.

Und es ist gut, dass die Trainerin an der Spree nun nicht länger einsam gefasste Pläne mit unserer –  der „hier schon länger Lebenden“ –   Hilfe umsetzen kann, sondern Co-Trainer und Spieler darauf dringen, ein Wörtchen oder auch zwei mitzureden und nicht nur eine Möglichkeit als alternativlos ins Auge gefasst und mit Macht umgesetzt wird, ob die Spieler da nun mitmachen wollen und /  oder können oder nicht.

So betrachtet ist es vielleicht sogar gut, dass das Turnier für „unsere Mannschaft“ aus ist und wir uns als Nation jetzt wieder ganz auf das konzentrieren können, was not tut und Not macht.

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Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten…. 26. Juni, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Diese uralte Fußballweisheit muss ins Reich der Fabeln verwiesen werden.

Zwar ist der Ball immer noch rund – rein zweidimensional betrachtet  natürlich, denn eigentlich ist er eine Kugel, doch  „rund“ gilt nicht nur für die Fläche, wie  der „Matherechner“ bestätigt, siehe hier!♥

Also, ganz zweifelsohne:  der Ball ist rund.

Aber die Zeit….

Mit der Zeit hat sich die Zeit, bzw. die Dauer eine Fußballspiels doch ganz schön verschoben. Einfachen Zuschauern wie mir ist es manchmal überhaupt nicht verständlich,  warum und wieso noch so viele Minuten aufgeschlagen werden, obwohl es keine nennenswerten Verzögerungen gegeben hat – schwere Verletzungen etwa oder Massenschlägereien zum Beispiel. Natürlich leuchtet es mir ein, dass man jedoch die Bayern solange spielen lassen muss, dass sie doch noch das Siegtor schießen können.  Meistens gelingt es ihnen ja auch, vermutlich, weil die jeweiligen Gegner so sauer werden über die Extrawurst, die den Bayern gebraten wird, dass sie nicht mehr ordentlich verteidigen und schwupps, ist es wieder geschehen und der Ball „zappelt im Netz“ (auch so ein altmodischer Ausdruck, dabei sind Bälle doch keine Fische, die gemeinhin an der Angel zappeln…)

Dank dieser sehr großzügigen Zusatzration an Zeit hat Deutschland (ich meine natürlich die Nationalmannschaft) doch noch eine Chance für das Weiterkommen bei der WM. Da atmeten wir alle ganz dankbar auf.

Das Weiterkommen der „Mannschaft in Berlin“ aber scheint fast ebenso gefährdet zu sein, wie das der Mannschaft im fernen Russland. Und auch im Fall der Berliner Mannschaft fällt der kritische Blick auf Bayern.  Wie es scheint, schielen die Bayern nämlich nicht etwa auf Verlängerung –  wie die Münchener bei Bundesligaspielen  –    sie stellen vielmehr den Fortgang des ganzen restlichen Spiels infrage. Wird die Legislatur gemessen an den 90 Minuten eines Fußballspiels,  befindet sich die Berliner Regierungsmannschaft nach meiner oberflächlich-unvollkommenen Berechnung jetzt so etwa in Minute 21. Die Bayern reklamieren  nicht nur einen bösen Regelverstoß des Mannschaftsführers – also der Kapitänin – sie monieren außerdem unerlaubtes Ballhalten….    sie will den Ball persönlich über die Tor-, sprich  Ziellinie spielen, und wenn es sein muss eben mit Hilfe der Legionäre aus Junkers Reich.

 

Ja, ja !!! Ich weiß. Das ist gerade ein ganz blöder Vergleich, der noch dazu auf allen Beinen hinkt….

Aber he, es ist WM und in Berlin ist gerade so ein schönes Chaos… da bietet sich doch der  Spruch von Ball und Spiel geradezu an. Außerdem bewahrt es mich davor, sehr unschicklich und unfein über das zu schreiben, was die hohe Dame aus der Uckermark und der alte bayrische Löwe mit Hilfe ihrer unzähligen Vasallen gerade veranstalten. Immerhin, die Spielberichterstattung wird langsam aber sicher immer realitätsnaher…. Kritikloses  Beschönigen können sich die Sportreporter nicht mehr leisten, denn auch die vielen bisher stillen Bundestrainer werden langsam munter …. und das Publikum murrt….

Ich gönne mir eine Pause …. 11. Juni, 2018

Posted by Rika in antisemitismus, asyl, atomabkommen, aus meinem kramladen, Christlicher Antisemitismus, gesellschaft, islam, israelkritik, medien, politik, presse, terrorismus.
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…. von der aberwitzigen Berichterstattung über die desaströse Politik unserer Regierung und verziehe mich ein bisschen für die nächste Zeit.

Ich weiß, mein kleiner Blog liegt gerade etwas brach…. das tut mir leid. Aber es macht mich beinahe verrückt, alle Informationen, die auf mich einstürmen, wahrzunehmen  –   von verarbeiten oder kommentieren kann gar keine Rede mehr sein.

Die schrecklich Geschichte um das geschundene und gemeuchelte Mädchen Susanna …. das ewige Dreinschlagen aller wichtigen und überflüssigen Politiker samt der sie bejubelnden Medien auf Trump bei jeder sich bietenden Gelegenheit …. die Vernachlässigung der Bedürfnisse und Belange der Bevölkerung dieses Landes zugunsten der Einmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten ….  das nach wie vor anhaltende Schweigen zum Feuerterror gegen Israel –  und die christlichen wie säkularen antisemitischen Terrorversteher, die zwar über tote Juden trauern, aber meinen, den armen Arabern (die sich Palästinenser nennen lassen) bleibe ja gar nichts anderes übrig, als sich mit Mord und Totschlag gegen Israel zu wehren (aber in gleichzeitiger Verehrung für gewaltlose Widerstandskämpfer wie Mandela oder Martin Luther King  … ja, ja, so schizophren sind sie, die lieben „kritischen Freunde Israels“!!) …   die bescheuerte Aufforderung der Kanzlerin in SED-Manier , Gündogan und Ösil zu beklatschen …. die dümmliche Staats-Propaganda via Will ….  die Märchenstunde in meiner Zeitung zum G 6 – 7 Gipfel (waren es nicht mal 8 oder 20 oder so???) und dieses „wunderbare Merkel-schimpft-mitTrump-Bild“  …..  Flüchtlinge sind nach wie vor ein großes Thema, aber ohne jeden Lösungsansatz dafür, wie man das Probelm angehen will – Merkel und Seehofer sind mal wieder im heftigsten Streit darüber – wann waren sie das eigentlich nicht? …  man darf auf Deutschlands Straßen Israel den Tod wünschen, ohne dafür bestraft zu werden ….   man (ich und andere)  wird jetzt darüber aufgeklärt, dass der Iran das sogenannte Atomabkommen  NIE UNTERZEICHNET hat, da bleibt einem doch die Spucke stehen, zumal die Regierung mit Inbrunst an dem „Vertrag“ festhalten will …  (Muss ein Vertrag nicht immer von beiden Verhandlungspartnern unterschrieben werden? Als ich mein altes Auto verkauft habe, mussten beide Unterschriften auf dem Vertrag stehen,  aber bei einem Atomvertrag mit Israelhassern kann man es vermutlich etwas lockerer handhaben, schließlich dient der ja dem Frieden, mein altes Auto sollte nur nach  Osteuropa verscherbelt werden)  … es ist Rammadan – auch Kinder müssen fasten und Erwachsene schlagen sich nächtens den Bauch voll — manche greifen tagsüber zum Messer…..

Die Aufzählung ist noch lange nicht komplett…

Noch niemals in all den vielen Jahren, in denen ich mich für die Politik unserer diversen Regierungen interessiere, habe ich mich je so für dumm verkauft gefühlt, wie unter dieser Kanzlerin und so allein gelassen von jedweder fundierter Opposition im Bundestag, sieht man von den Versuchen der AfD ab, sich ins Spiel zu bringen (aber richtige Opposition ist das doch auch nicht, nur eine andere Form der Propaganda!). Die FDP duckt sich weg, die Grünen sind die Stichwortgeber für die Regierungschefin und die Linke schwelgt immer noch im Klassenkampf. Die kann man doch allesamt als eine Opposition, die der Regierung auf die Finger klopft, nicht ernst nehmen.

Schlimmer als die Regierung und die nicht vorhandene Opposition sind nur noch die hoch offiziellen Vertreter  der öffentlich-rechtlichen Sender und die nicht minder regierungskonformen Printer, respektive ihre Ableger als Onlinemagazine.  Sie reden der Regierung nach dem Munde, auf die doch wirklich berechtigte Kritik an / auf  allen Ebenen  hofft man vergebens.

Ich könnte nur noch weglaufen.

Und das tue ich jetzt auch …. zumindest virtuell.

 

 

 

 

Kleine Binsenweisheit zum Kreuz…. 2. Mai, 2018

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, christsein und glaube, gesellschaft, politik.
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Es ist doch eine Binsenweisheit, dass Religion –   gleich welcher Art  –  mehr ist, als einfach „nur eine spirituelle Angelegenheit zwischen den Gläubigen und ihrer jeweiligen anbetungswürdigen Gottheit“.

Völlig egal ob man sich die Angehörigen der sogenannten „Naturreligionen“ anschaut, ob man die Vielfalt der religiösen Ausprägungen im asiatischen Großraum betrachtet (etwa Buddha, Konfuzius, Shinto und die reiche Götterwelt auf dem indischen Subkontinent), ob alter Maja-Glaube oder gerade angesagter neuer Kult um den Dalai Lama, ob Christentum in seiner Vielfalt von katholisch, orthodox bis protestantisch und freikirchlich, ob Judentum oder Islam, allen Religionen ist eines gemeinsam:

Sie prägen die Kultur der Menschen, die in ihrem Einflußbereich wohnen. Das hat sich übrigens seit der Antike kein bisschen geändert.

Und selbst wenn den einzelnen Gläubigen irgendwann der direkte Draht zur jeweiligen  spirituellen Macht, sei sie nun Shiwa, Gott oder Allah genannt, Zeus oder Wotan,  verloren gegangen ist,  wenn der Glaube einfach einer Gutgläubigkeit gewichen ist oder zu einem  völligen Desinteresse mutierte, so bleiben doch die kulturellen Prägungen bestehen, die in der meistens jahrhundertealten Tradition erwachsen sind —-  und sei es „nur“, dass man fröhlich Weihnachten feiert, obwohl einem Jesus, seine Geburt und alles was mit seinem weiteren Lebenslauf zu tun hat, seiner Lehre und der damit verbunden  religiösen Basis komplett und total schnurzpiepenegal ist. Man feiert Ostern, ohne zu wissen warum, Pfingsten ist ein ewiges Rätsel für viele, die nur noch dem Namen nach christlich sind   —    aber den mit dem Fest verbunden Feiertag genießt man. In vielen Religionsgemeinschaften sind die ursprünglichen Feste zu „Ehren Gottes“ in ihrer jetzigen Ausgestaltung  vor allem Familienfeste.

Ich stelle einfach die Behauptung auf, dass es diese Phänomene in allen Religionsgemeinschaften dieser Welt gibt, weil Menschen nämlich überall auf der Welt dazu neigen,  „den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen“, ganz gleich wer ihr „lieber Gott“ ist.

Aber nicht nur die Feiertage – wie Weihnachten und Ostern bei den Christen, Pessach und Sukkot bei den Juden, das Zuckerfest bei den Muslimen –   sind gleichzeitig religiöse UND  kulturelle Ereignisse, es gibt darüberhinaus eine Vielzahl von Riten, Gebräuchen und Symbolen, die ganz selbstverständlich in den Alltag eingegangen sind, ohne dass sie nach  heutigem Umgang und Verständnis   unbedingt einem  spirituellen Zweck dienen, sie sind „Tradition“ geworden im Laufe der Jahre und Jahrhunderte.  Oftmals ist es schwer, den religiösen Gehalt hinter dem Volksbrauch zu entdecken… was hat es etwa mit Ostereiern auf sich? Warum verzichten Katholiken auf Fleisch am Freitag und wieso backen jüdische Hausfrauen die Challa für den Schabbat? Ist es Tradition oder doch eine religiöse Pflicht? Warum heiraten junge Menschen in einer Kirche, obwohl sie eigentlich mit Gott nichts an der Backe haben? Wegen des  schönen  Rituals etwa und weil  Kirchen  so etwas würdig Weihevolles haben? Warum tragen muslimische junge Mädchen Kopftuch, wenn sie gleichzeitig ihre weiblichen Reize nur mühsam oder gar nicht verbergen? Welchen Sinn findet sich in den gottesdienstlichen Ordnungen – niederknieen, niederwerfen, in ständiger Bewegung beten usw, usw?

Was hat beispielsweise der Gesang mit Glauben zu tun und warum gehört Musik bei Christen auch in die Kirche  – man denke an all die wunderbaren Messen, die von den größten Komponisten in allen Epochen geschrieben wurden?

Religion ist nicht einfach „nur Glaube oder glauben“. Religion ist immer auch die Basis für das, was wir „Kultur“ nennen, selbst dann noch, wenn Religion mehrheitlich in einem Land schon lange nicht mehr die Macht hat, wie sie in vorigen Jahrhunderten durchaus noch anzutreffen war.

Und selbst in der totalen bewussten Abgrenzung von Religion wird dieser Zusammenhang sichtbar, bedurfte es doch zunächst  der Religion, um eine ‚Abgrenzung von der Religion als Kultur‘  zu entwickeln. Die Sowjetunion war dafür ein schönes Beispiel, oder der real existierende Sozialismus in der DDR. Dort feierte man nicht mehr die Konfirmation an der Schwelle zum Erwachsenenalter, man erdachte die „Jugendweihe“, eine pseudoreligiöse Veranstaltung. Und statt des morgendlichen Gebets in der Schule, wie ich es als Schülerin noch erlebt habe, erklang die Losung der jungen Pioniere:  „Für Frieden und Sozialismus:  Seid bereit!“ – Die Antwort der Gruppe war daraufhin: „Immer bereit!“, meist verkürzt auf „Seid bereit! – Immer bereit!“. (Quelle Wiki)

 

Und nach diesem langen Vorspann komme ich endlich zu der „Binsenweisheit zum Kreuz“.

Wer von uns denkt beim Anblick eines Kreuzes zu allererst an den Kreuzestod Jesu – denn das ist ja die mit dem Symbol ursprünglich gemeinte Erinnerung und Vergewisserung: Jesus starb am Kreuz für unsere Sünden … „mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa“ heißt es bei den Katholiken.

Längst ist das Kreuz doch zu einem allgemeinen  „säkularisierten“  Symbol geworden, das  eben nicht nur  als weithin sichtbarer Hinweis und quasi Wegweiser  auf Kirchendächern prangt oder  von Geistlichen getragen wird  (sofern es nicht von Bischöfen auf dem Tempelberg schamhaft verborgen wird )   Es ist  ein zu unserem Kulturraum gehörendes Zeichen, unabhängig davon, ob der Mensch, der es erblickt  oder als Schmuckstück  an einer Kette trägt, nun an Gott, Jesus, Tod und Auferstehung glaubt oder eben nicht.

Das Kreuz  ist im Laufe der Jahrhunderte zum Symbol einer  (überwiegend)  auf dem Christentum basierenden Kultur geworden, erhebt aber heute nicht mehr  den Anspruch,  als Zeichen der Macht ehrfürchtig bedacht und begrüßt zu werden …. wie einst Gesslers Hut (siehe Wilhelm Tell).

Wenn aber  heute doch und darüberhinaus das Kreuz  das Zeichen dafür ist, dass es etwas gibt, eine Macht, eine Größe, die weit über unser Menschsein hinaus wirkt, so ist es doch gut dazu geeignet, die Menschen davon abzuhalten, in Größenwahn und Hybris zu verfallen. Und  dieser Mahnung kann doch kaum jemand ernsthaft entgegen treten.

 

Meiner langen Rede kurzer Sinn:

Es ist gut und vernünftig, dass Herr Söder wieder Kreuze in öffentlichen Gebäuden aufhängen lässt … als ein Zeichen für unseren kulturellen, vom Christentum beeinflussten Hintergrund, der  sich ja auch in der Gesetzgebung der Bundesrepublik und der Länder niederschlägt.

 

 

 

 

Europa und mein Käseblättchen… 21. April, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Die HAZ widmet sich am heutigen Tag dem Spargel in all seiner Vielfalt und geschmacklichen Variationen.  Unter dem Titel „Ein Gewächs mit Geschichte“ finden sich folgende bemerkenswerte Sätze:

„Mit über 300 unterschiedlichen Arten weltweit ist Spargel ein vielfältiges Gemüse und schon seit der Antike beliebt und bekannt. Im alten Griechenland verwendeten Ärzte wie Hippokrates den Spargel getrocknet als harntreibendes Arzneimittel. Die Römer brachten die Pflanze vermutlich nach Europa, wo sie hauptsächlich in Klöstern angebaut und als Heilpflanze verwendet wurde.“  (Hervorhebung von mir)

Finde den Fehler, möchte man da sagen oder sich ob der Geschichts- und Geografiekenntnisse des Redakteurs die Haare raufen.***

Allen Besuchern bei „himmel und erde“ wünsche ich ein wunderschönes und sonniges Wochenende….  mit oder ohne Spargel, ganz wie es beliebt.♥

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*** Der Meinige sieht  – wie immer – die Sache ganz entspannt. Er ergänzt das, was der Redakteur hätte schreiben sollen: „Vermutlich waren es die Römer, die den Spargel nach Nord- und Westeuropa brachten.“

Ich sag ja, immer diese Lücken….. in der Presse

 

Himmel und Tod… 7. März, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.
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Gestern schrieb ich den Beitrag „Ein Himmel für den Schneemann“ und erzählte darin von meiner kleinen Enkelin.

Für uns als Großeltern ist es spannend und schön zu erleben, wie sich die Enkel entwickeln, sich ihr Denken immer mehr entfaltet, ihr Fragen sich auch den „nicht sichtbaren Gegenständen“ zuwendet,  das magische Denken dabei Phantasie und Weite ermöglicht und sich doch langsam wandelt hin zum konkreten.

Im vorigen Jahr wird es gewesen sein – so genau erinnere ich es nicht – dass das kleine Mädchen wieder einmal die Familienbilder an der Wand im großväterlichen Arbeitszimmer betrachtete und dabei die Personen klar erkannte, die ihr im Familienkreis vertraut geworden sind… Mama und Papa natürlich, die Brüder, Oma und Opa, Tanten und Onkeln. Bei dem Bild meines Schwiegervaters stutzt es, diesen Mann kennt es persönlich nicht. Wer das sei, möchte es vom Großvater wissen. „Das ist mein Vater“, erklärt der Opa und ergänzt, dass der „Vater“ aber schon gestorben sei. Die Kleine denkt eine Weile nach, dann stampft sie heftig mit dem Fuß auf und sagt gleichzeitig und sehr energisch: „Tot! Peng!“

Der Großvater ist verblüfft. Stampfen –  tot – Peng, das ergibt im Zusammenhang mit dem Tod eines Menschen doch gar keinen Sinn. Behutsam fragt er nach.

Was so makaber anmutet, hat aber einen sehr realen Hintergrund. Dazu muss man wissen, dass vor allem die Mutter des Mädchens nahezu alle Lebewesen unterschiedslos achtet und wertschätzt und niemals auf die Idee käme,  eine Fliege zu töten, geschweige denn  größeres Getier.

„Sag mal E.“ fragt der Großvater, dem es inzwischen dämmert, was die Kleine meint, „hast Du schon einmal einen Käfer oder eine Ameise ganz doll getreten und waren die dann tot?“  Die Enkelin schaut ihren Opa vertrauensvoll an,  bestätigt das und stampft wieder heftig auf  „Tot – Peng!“ Und nun wird die Sache klarer,  die Mutter,  die das alles beobachtete, so ist zu vermuten, hatte wohl dem Kind gesagt, dass man nicht auf Tiere tritt, weil die dann nämlich tot sind. Der  Begriff „tot“ war dem Mädchen bisher nur in dieser Form verständlich begegnet, verknüpft an die Handlung des Zutretens, eben „Peng“.

Der Opa ist ein ebenso liebevoller und einfühlsamer wie professioneller Psychologe  und erklärt seiner kleinen Enkelin, dass Menschen sterben weil sie alt oder krank sind. E. hört aufmerksam zu.

Vor noch gar nicht so langer Zeit blätterte ich mit E. in einem alten Fotoalbum. Ein großes Bild meiner Mutter hatte es ihr angetan. „Wer ist das?“ war die prompte Frage. „Meine Mutter, deine Uroma!“ antwortete ich. Auf die Frage, wo diese Uroma sei (ihre Uroma mütterlicherseits lebt noch, daher die berechtigte Frage), antwortete  ich ihr, dass meine Mutter alt und krank gewesen und deshalb schon gestorben sei. Aber diese Auskunft befriedigte die Kleine nicht. Wo sie denn nun sei, wollte sie wissen. Und ich erzählte ihr von meinem Glauben daran, dass meine Mutter, ihre  Uroma,  nun bei Gott sei … im Himmel. Wir redeten noch ein bisschen über „den Gott“  wie sie sagt  und den Himmel. Gott ‚kennt‘ sie schon aus biblischen Geschichten und (Tisch)-Gebeten.

Die Verknüpfung von Tod und Himmel schien ihr  gut verständlich zu sein.

Und so geht es weiter in der Bildung der Assoziationskette bis zum ‚Himmel für den Schneemann‘:

Die Großeltern mütterlicherseits hatten jahrelang zwei Katzen, die im Laufe der letzten Wochen beide verstarben. Vermutlich haben die Großeltern die Enkel damit getröstet, dass die Katzen jetzt im ‚Katzenhimmel‘ seien, eine Erklärung, die manche Erwachsene  oftmals Kindern geben, um ihnen den Verlust erträglich zu machen.

Und so – denke ich mir – war es für E. ganz selbstverständlich anzunehmen, dass auch der Schneemann nun im Himmel sei. Denn noch macht sie keinen Unterschied zwischen der belebten und unbelebten Welt, wird Puppen, Stofftieren und eben auch Schneemännern ebenso  „Leben“ zugesprochen wie Menschen und Tieren (und Pflanzen).

Das „Abstrakte“ wird  im konkreten Denken verständlich. Denken und Verstehen wird  Tag für Tag mehr und ist so der  wesentliche Prozess bei der kindlichen „Eroberung der Welt“.

Ihre – durch keinerlei Bedenken gefilterten –  Äußerungen machen ihr Denken für uns transparent.

Es ist schön, dass wir Großeltern diesen Prozess in der Entwickelung der Kinder miterleben können und dürfen.

Dafür bin ich sehr dankbar.

 

 

Ein Himmel für den Schneemann… 6. März, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie, Kinder - Famile.
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Am Sonntag war die junge Familie bei uns – wie so oft und zu unserer  Freude.

Spät am Nachmittag sollte es zurück ins eigene Heim gehen. Beim Verabschieden von uns Großeltern treffen Kinder und Enkel auf die freundlichen Nachbarn …. man kommt ins Gespräch über dies und das. Die Nachbarin unterhält sich mit dem jüngsten Enkelkind. Das kleine Mädchen ist fast  dreieinhalb Jahre alt und findet es toll mit der netten Frau zu reden.

Die großen Brüder spielen lieber mit den letzten Schneeresten die noch im Hof liegen und natürlich machen sie auch Schneebälle und werfen vorsichtig in die  Richtung der Erwachsenen. Die Frau Nachbarin formt nun ihrerseits einen Schneeball, aber nicht um ihn zu werfen. Sie setzt ihn vorsichtig auf die Bordsteinkante….   rollt einen zweiten, kleineren und  legt ihn auf den ersten. Von der niedrigen Buchsbaumhecke zupft sie zwei winzige Blättchen ab und drückt sie in den kleineren Ball….  das sind die Augen!, erkennen wir. Als Nase spendiere ich ein Streichholz…  Das kleine Mädchen ist entzückt.  …. „Noch einen“, bittet sie und so entsteht ein weiterer kleiner Schneemann.  Und noch einen baut die nette Frau von nebenan, einen noch kleineren. Da stehen sie nun, weiß, kalt und fein. Sie sehen aus wie Vater, Mutter, Kind der Familie Schneemann. Die letzten Schneemännerchen im Hof.

Gestern, wie immer am Oma-und-Opa-Tag, geht der Großvater mit den beiden jüngeren Enkeln zum Kinderturnen.  Die Drei müssen an den Schneemännerchen vorbei.  Die plötzliche „Wärme“ hat den kleineren der Schneemänner schon schmelzen lassen.

Das kleine Mädchen betrachtet den traurigen Rest, denkt lange nach  und kommt dann zu einem tröstlichen Schluss und sagt:

„Der ist jetzt schon im Himmel.“

 

 

Demnächst dann lieber summen? 5. März, 2018

Posted by Rika in aktuell, aus meinem kramladen, emanzipation, gesellschaft.
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Als irgendwann den DDR-Oberen aufging, welche provozierende Aussage in der neu geschaffenen Hymne der Deutschen Demokratischen Republik besungen wurde –  „Deutschland einig Vaterland“  –  beschloss das Politbüro zukünftig auf das Absingen des inkriminierenden Textes zu verzichten und nur noch die Musik sprechen zu lassen. Das Provokante war aber nicht das Vaterland an sich, es war das „einig Vaterland“, eine Formulierung, die sich auf  die ersehnte Einheit des geteilten  Deutschland bezog und die nicht mehr der politischen Linie der DDR  entsprach.

Ungemach droht dem „Vaterland“ heute wieder. Wieder in einer Hymne, unserer gemeinsamen Hymne des  inzwischen wieder vereinten Landes. Aber nicht mehr, weil die Politik mit „einig Vaterland“ Probleme hat oder hätte, nein. die Gründe sind sehr, sehr  viel schwerwiegender.

Vermutlich  gibt es Frauen, die sich im „Vaterland“ der Hymne nicht ausreichend repräsentiert und gänzlich ausgeschlossen fühlen bei der schönen Zeile „brüderlich mit Herz und Hand“. Das mag die Gleichstellungsbeauftragte des  Familienministeriums anlässlich des ‚Internationalen Frauentages‘ zu der hirnrissigen Idee verführt haben, die  Nationalhymne gendergerecht umzutexten. Aus Vaterland soll Heimatland werden und auch die Brüderlichkeit soll  der Courage weichen…. „brüderlich mit Herz und Hand“ wird zu „couragiert mit Herz und Hand“. Quelle

Ich weiß ja nicht, ob die gendergerechte Gleichstellungsbeauftrage jemals in ihrem Leben mit Jungs gespielt und dabei eine Blutsbrüderschaft wie weiland Winnetou und Old Shatterhand geschlossen hat. (Hab ich gemacht) Und was ist mit bruderschaftlichen Trinkgelagen? Ich habe noch nie davon gehört, dass man auf eine „Schwesternschaft“ das Glas erhebt.  Hat man da schon mal nachgeforscht?

Na?

Deshalb also:  Sag mal, liebe Genossin Kristin Rose-Möhring, mich nicht repräsentierende Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte, geht’s noch?

Was ist das wieder für ein alberner, Sprache verhunzender Vorschlag? Wo kommen wir denn hin, wenn wir alte Texte verändern, nur um den ideologischen Forderungen der neumodischen  Pseudowissenschaft  sogenannter  Gender-Studies zu entsprechen?

Übrigens hatten wir das schon mal, dass ideologische Irreführung dazu führte, sich alter Texte anzunehmen, um sie dem herrschenden Zeitgeist der politischen Eliten anzupassen. Damals machten sich sogenannte „Deutsche Christen“ daran, die Bibel „judenrein“ zu schreiben und alle jüdischen oder auf das Judentum verweisenden Begriffe auszurotten und durch deutsche Namensgebungen zu ersetzen. Zum Glück sind die Deutschen Christen mit dem 1000-jährigen Reich untergegangen, an ihrem eigenen Wahn gescheitert und untergegangen durch den Sieg der Alliierten – Engländer, Franzosen, Amerikaner, Russen und all ihrer weltweiten Verbündeten gegen den Wahnsinn der Nationalsozialisten.

Bevor wir also die schönen alten Texte unserer wunderbaren,  neuen,  gendergerechten  Vielfalt anpassen – und morgen oder übermorgen vielleicht schon wieder eine Umformung nötig ist – sollten wir vorläufig lieber auf das Singen verzichten und nur noch feierlich summend die Musik begleiten… man könnte ja ergänzend mit den Fingern schnipsen oder mit den Füßen wippen, um die intensive innere Beteiligung zu demonstrieren….

 

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Nun denke ich noch darüber nach, was aus ‚Muttersprache“ und  „Mutterboden“ werden soll, wenn die Männer sich benachteiligt fühlen sollten….

Einelternteilsprache und   Einelternteilboden wäre denkbar…  da umgeht man geschickt die Zuordnung nach Vater oder Mutter.

Was sagt eigentlich der Genosse und  Ostfriese Johann Saathof dazu, der, der neulich im Bundestag seine Rede auf Platt vorgetragen hat. … welche Alternative hat er in diesem komplizierten Fall auf Lager?

 

 

 

Achgut und die Autoimmunkrankheit der Deutschen… 27. Februar, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen, gesellschaft, medien, meine persönliche presseschau, politik.
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Ich gehöre nicht zu den Menschen, die im medizinischen Fortschritt Teufelswerk vermuten und  „die Technik“ für den damit verbandelten Belzebub; ich sehe „die Chemie“ nicht als grässliches Monster und halte „die Industrie“ auch nicht für Mordgesellen.

Deshalb gebe ich hier mit vollem Einverständnis einen Artikel weiter, der heute bei achgut erschienen ist und sich – ausgehend vom „Diesel-Urteil“ –  mit den Wahnvorstellungen vieler Deutscher beschäftigt, die in den oben aufgeführten Bereichen den drohenden Untergang der Welt befürchten und sie darum entsprechend bekämpfen.

Ich verrate bestimmt nichts Neues, wenn ich meine Skepsis (Abneigung wäre das zutreffendere Wort) für Globuli zum Ausdruck bringe und Impfgegner in die Nähe von Kindeswohlgefährdern rücke… (Das ist starker Tobak, ich weiß!)

Ab und zu, ich muss es gestehen, schaue ich „Werbung“ – ist euch  schon einmal aufgefallen, dass „ganz ohne Chemie“ als Qualitätsmerkmal für Hustensäfte, Pillen, Salben, Kosmetika, Waschmittel gepriesen wird? Dann muss ich immer ein bisschen lachen – und mich auch ziemlich ärgern – ist doch Leben ohne „chemische Prozesse“ schlicht nicht möglich.

Ich weiß natürlich,  dass die „Ganz-ohne-Chemie-Fans“ darauf hinweisen wollen, dass diese Produkte nicht in den riesigen Chemiekonzernen und ihren Anlagen und Fabrikationen zusammengerührt und gemixt wurden. Aber auch diese angeblichen reinen „Naturprodukte“ folgen selbstredend chemischen Gesetzen… wer wollte das bestreiten, der jemals Chemieunterricht genossen hat?!

Das andere schöne „Naturthema“ ist die Windenergie, die ja ebenfalls ganz ohne böse Emissionen ausstoßende Anlagen auskommt und darum von den Naturfreunden und Umweltschützern so sehr geliebt wird… Ja, unsere Windparks  sind doch wirklich wunderbar  und so ästhetisch schön in der Landschaft …. sieht man mal von der schlichten Tatsache ab, dass Windkraftanlagen mächtige Fundamente brauchen, die hohen Türme auch nicht aus Natursteinen gemauert werden und die riesigen Rotorblätter nur schwer zu recyceln  sind – und  zur Herstellung vermutlich ebenfalls  „Chemie“ benötigt wird….  😉

Ich habe ja schon einmal über meine Affinität zu „Industrie“ geschrieben, das muss ich nicht nochmals ausführen.

Und ich bin ein Fan des Individualverkehrs seit ich vor 46 Jahren meinen Führerschein gemacht und meinen ersten Käfer erstanden habe. Ich muss es schamhaft zugeben. Heute ist das ja eher ein Grund, mir die Freundschaft zu kündigen. Öffis sind das Gebot der Stunde… nur dass das eben nicht ganz so bequem ist,  wie ein eigenes Auto jederzeit fahrbereit an der Straße oder in der Garage stehen zu haben.

Ich bin übrigens auch immer eine überzeugte „Benzinerin“ gewesen, sprich, alle meine – später unsere – Autos wurden mit Benzin betrieben, was bei vielen unserer Freunde Unverständnis hervorrief, sie waren nämlich überzeugte  „Diesel-Fahrer“.

Die haben nun den Salat. Denn heute entschied das Gericht in Leipzig über das Recht der Städte und Gemeinden, ein Fahrverbot für Dieselfahrzeug aussprechen zu können. Das passt wie der Topf zum Deckel oder in diesem Fall besser formuliert: Wie die Faust aufs Auge! Denn …. Tusch und Trommelwirbel:

Denn just am heutigen Tage, am 27. Februar 1892, meldete Rudolf Diesel beim Kaiserlichen Patentamt zu Berlin ein Patent auf eine neue rationelle Wärmekraftmaschine an.

(Wusstet Ihr das? Ich nicht!)

Und damit bin ich bei Dirk Maxeiner und seinem wunderbaren Artikel bei achgut mit dem Thema:

Deutschland steigt aus (1): Heute ist Diesel-Gedächtnistag

Sehr lesenwert… und sehr ernüchternd schon in den einleitenden Worten: „In den 126 Jahren seitdem wandelte sich Deutschland vom Mekka für Erfinder und Pioniere zum Eldorado für Öko-Abzocker, Technik-Aussteiger und Ethik-Komissionen.“

Diesem beängstigend schönen Artikel  verdanke ich auch die Idee und den Titel zu diesem Blogbeitrags, heißt es doch in einem Absatz:

Es geht weder um Menschen noch um Abgase

Dafür zeigt der Verein sich natürlich erkenntlich, er hatte die Landesregierungen in Stuttgart und Düsseldorf darauf verklagt, ihre Luftreinhaltepläne nachzubessern.  Besitzer älterer Dieselfahrzeuge, darunter viele kleine Handwerker und Gewerbetätige, dürfen in vielen Städten wohl demnächst zu Fuß gehen. Diese Aktion wird weder einen spürbaren Einfluss auf die Gesundheit der Bürger noch auf die Luftqualität haben, die ohnehin in den letzten Jahren stetig besser geworden ist. Eine Küche mit einem Gasherd ist im Vergleich zu Hauptverkehrskreuzungen eine Stickoxid-Hölle.

Aber darum geht es auch längst nicht mehr. Nach dem Diesel ist der Benziner dran und nach dem Benziner das Auto als solches. Wie von einer Autoimmunerkrankung befallen, zerlegt das Land Schritt für Schritt die Grundlagen seines Wohlstandes. Die letzte technische Neuheit, die in Deutschland ohne Protest akzeptiert wurde, war der Farbfernseher.

 

Hervorhebung von mir.

Den Rest der Ausführungen müsst Ihr am verlinkten Ort lesen.

Es werden Euch die Augen erst aufgehen und dann tränen… aber nicht vor Freude.

Der Artikel reiht sich ein in Bekenntnisse wie : „Hurra, wir kapitulieren“ oder „Deutschland schafft sich ab“, wenn auch unter anderen Vorzeichen und Schwerpunkten… Er ist zu einem weiteren Mosaikstein in meiner Wahrnehmung der ungeheuren, wenn auch schleichenden Veränderung in Deutschland geworden… und es liegt vermutlich nicht an meinem Alter, dass ich das überhaupt nicht gut finde. Und, nein, ich bin nicht der Meinung, dass früher alles besser war… aber die Frage muss einfach gestellt werden dürfen, ob wir es heute wirklich in jedem Fall besser machen – und wenn ja, für wen?

 

Letzte Blüten… 24. Februar, 2018

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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In unserem Dorf am Rande der großen Stadt, das eigentlich gar keine Dorf mehr ist, gibt es eine lange Straße, die mit Bäumen bestanden ist, die im frühen Sommer wunderbar blühen.

 

 

 

Sieht es nicht prachtvoll aus?

 

In diesem Sommer werden die Bäume nicht blühen…..   sie werden nie mehr blühen.

Die Straße soll erneuert,  schicke neue Bürgersteige auf beiden Seiten angelegt werden  …  Parkbuchten sollen entstehen ….   und bevor die Oberfläche so wunderbar neu gestaltet wird, muss auch unterirdisch gearbeitet werden. Das immer größer werdende „Dorf“ macht die Erneuerung der Kanalisation notwendig. Die Planungen waren auf geheimnisvollen Wegen an die Öffentlichkeit gedrungen und lösten sofort einen Sturm der Entrüstung aus. Wie, so fragte der sehr engagierte Heimatverein, kann man es wagen, die letzte verbliebene „Dorfstraße“ einfach so mir nichts dir nichts umzumodeln. Vier große Höfe, von denen  aber heute aber nur noch zwei bewirtschaftet werden, liegen, bzw. lagen an der Straße, als wir vor über dreißig Jahren hierher zogen. Ein alter Hof wurde inzwischen abgerissen und an seiner Stelle entsteht ein großer Wohnblock für „betreutes Wohnen“…     Und damit ging wieder  ein  zorniges  Raunen durchs Dorf, denn auch wir wohnen auf einer ehemaligen Hofstelle, die für unsere Reihe weichen musste,  und damals war der Ärger gewaltig….  uns hat man aber damit verschont, es traf denjenigen, der den Hof für schnöden Mammon verkauft hatte…

Doch so ist das mit den Dörfer in Großstadtnähe…. immer mehr Bauern geben die Landwirtschaft auf  und gleichzeitig  ziehen  „Pendlerfamilie“ in die Dörfer, weil sie in der Stadt keine passende Immobilie fanden, ihren Arbeitsplatz aber behalten wollen und darum vom „Schlafdorf“ in die Stadt zur Arbeitsstelle pendeln. Mit jedem Haus, das auf einen ehemaligen Acker oder eine vormalige Wiese gebaut wird, verändert das „Dorf“ sein Gesicht und seine Struktur. Manche Alteingesessenen beklagen das bitter, andere versuchen tatkräftig, die Städter ins Dorfleben zu integrieren. Aber ein Dorf, wie es einmal war, ist unserer Ort eben doch nicht mehr. Als wir hierher zogen  waren es noch 16 aktive Bauern, heute sind es noch 5. Und auch die meisten „Bauernkinder“ haben sich in beruflich anders orientiert ….

So ändern sich die Verhältnisse….

Vor ein paar Wochen las ich die Ankündigung in unserem „Blättchen“, dass die Bäume in den nächsten Tagen gefällt würden. Alle Eingaben des Ortsrates bei der Stadt (zu der wir gehören) waren erfolglos geblieben, die Bäume mussten weichen.

Meine Freundin war bei den Baumfällarbeiten vor Ort und sicherte sich ein paar Zweige, von denen sie mir wiederum ein paar schenkte.

Ich stellte die Zweige in eine Vase und beobachtete, wie die noch harten und kleinen Knospen langsam größer, runder oder länglicher wurden… schließlich durch einen feinen Farbschimmer erkennen ließen, ob Blatt oder Blüte in ihnen schlummerten….

dann aufbrachen und zarte Blättchen und noch zartere Blüten hervorbrachten….

 

 

 

Sie sind wunderschön…. die blühenden Zweige in meiner Vase…  und so vergänglich….

 

 

 

Ich sehe es ihnen schon an….